Heute spiel der Uridil (1925, Text: Hermann Leopoldi)

Heute spielt der Uridil

Draußen in Hütteldorf muaß heut´,
ein Weltwunder wohl zu seh´n sein,
Mein Gott da frängen sich die Leut´,
ein Unglück muß da gescheh’n sein.
Ich kann das nicht begreifen,
was will man da von fern und nah?
Ich hör den Rettungswagen pfeiffen,
es stehn auch zehn beritt’ne Wachleut‘ da.
Ich frag´einen: Bitte sehr, was hat sich zugetragen?
Der sagt: Aber lieber Herr, wie kann man nur so fragen?

Heute spielt der Uridil, Uridil, Uridil
Man kann sagen was man will,
so wundervoll trifft keiner mehr ins Goal
Jawohl!

Den, der ein Fußballmtach geseh’n,
reizt sonst nicht mehr in Europa,
man kann auch in die Oper geh’n!
Doch was ist schon eine Oper?
Die Konjunktur ist jetzt vorüber,
der Parisval ist heut´verlor’n,
Ein „reines Tor“ ist jedem lieber,
als zehnmal seh’n die allerreinsten Tor’n
Man macht jetzt in Kronensturz,
und in Gerüchtverbreitung,
und pfeifft auf die Selma Kurz,
steht in der Kronenzeitung

Heute spielt der Uridil…..

Von der CD „Wir sind Rapid (110 Jahre Rapid)“