Rapid-Termine April 2017

Hier eine Vorschau auf einen ziemlich entscheidenden Monat für Rapid. Optimistisch wie Rapidler sind, ist auch bereits das Cup-Halbfinale eingetragen.

2017-03-24 19:15 Rapid Viertelstunde

  • Peter Schöttel im Interview
  • Das Geheimnis der Rapid-Torte
  • Wiedersehen beim Benefizspiel
  • SK Rapid Special Needs Turnier
  • Rapid ist Superbrand
  • Peter Schöttel im Interview (Teil 2)
  • Link zum Video

2017-03-26 14:00 Vienna-Rapid „Rettungsspiel“

2017-03-30 19:00 Club 2×11

Podiumsdiskussion: „Gesellschaftsspielchen – Fußball zwischen Hilfsbereitschaft und Heuchelei.“ 19:00 Hauptbücherei, Urban Loritz Platz 2a, 1070 Wien.

Mit Ronny Blaschke, Autor und Journalist, Petra Gregorits, Rapid-Präsidiumsmitglied, Unternehmerin und CSR-Expertin, Susanne Dobner und Khadija Ahmadi, Projekt »Kicken ohne Grenzen«, Ingo Mach, ÖFB, zuständig für präventive Fanarbeit und Antidiskriminierung, Shokat Ali Walizadeh, Verein Junge Afghanen – Neuer Start in Österreich, MODERATION: Nicole Selmer, ballesterer

  • 2017-04-01 16:00 St.Pölten-Rapid (27. Runde)
  • 2017-04-02 16:00 Rapid II-Vienna (19. Runde)
  • 2017-04-05 20:30 St.Pölten-Rapid (Cup Viertelfinale)
  • 2017-04-08 16:00 Ried-Rapid (28. Runde)
  • 2017-04-09 16:30 Admira Juniors-Rapid II (20. Runde), Traiskirchen
  • 2017-04-13 19:00 Stammtisch, Rekordmeisterbar
  • 2017-04-14 19:30 Rapid II-Ebreichsdorf (21. Runde)
  • 2017-04-15 18:30 Rapid-Altach (29. Runde)
  • 2017-04-21 19:00 Neusiedl-Rapid II (22. Runde)

2017-04-21 20:30 Harry Gartler live

  • 2017-04-23 16:30 Rapid-Austria (30. Runde)
  • 2017-04-26/27 Cup-Halbfinale
  • 2017-04-28 19:30 Mannsdorf-Rapid II (23. Runde)
  • 2017-04-29 –:– Admira-Rapid (31. Runde)

…dann komm‘ ich in Dein Büro…

Fast glaubt man, dass Rapid-Veranstaltungen gerade dann gut besucht sind, wenn es einmal nicht so gut läuft. Man konnte geradezu einen unsichtbaren Schulterschluss der Anwesenden spüren.

(es muss richtig heißen: Donnerstag, 13. April)

2. Stammtisch

Es war ein sehr abwechslungsreicher Abend in drei Aufzügen; Diskussionsleiter: Andy Marek.

Christoph Peschek

…geht auf den Vorwurf ein, dass der Verein das Marketing zu sehr in den Vordergrund stellt.

Das „Röhren-Team“ arbeitet für Rapid, ganz egal, wo Rapid in der Tabelle steht und das ist auch wichtig, damit die ebenfalls in diesen Tagen stattfindende Lizenzvergabe positiv zu Ende geführt wird.

Kapitän Steffen Hofmann

Ein emotionaler Höhepunkt war der Rückblick auf die Karriere von Steffen Hofmann bei Rapid. Steffen hat zwar nie unter Lothar Matthäus gespielt, wurde aber von ihm zu Rapid vermittelt,

Es begann damit, dass Steffen als 21jähriger in einer sonderbaren Hose, die damals in München als modisch gegolten hat,  vor dem Container-Büro von Andy Marek erschienen ist. Der klingende Name „Rapid“ und das Container-Büro müssen irgendwie in Widerspruch für den jungen Spieler gewesen sein. Aber es war die Zeil, als man im Hanappi-Stadion gerade das neue Dach errichtet hat und daher ein Ausweichquartier beziehen musste.

Fast an die Doppelconférencen von Grünbaum/Farkas und Farkas/Waldbrunn erinnern die Interviews zwischen Andy und Steffen. Schlagfertig wir Steffen ist, erklärte er Andy, dass diese Mode immerhin in Großstädten wie München und Wien entstanden ist und dass die Mode im Waldviertel demgegenüber eher weniger bedeutungsvoll wäre und dass die Größe des Waldviertels sich eher auf den Namensteil „Groß“ in Groß-Siegharts beschränke und mit Größe ansonsten nicht viel zu tun habe.

Der Rest ist uns allen bekannt. Nach einem nicht so einfachen Startjahr ist Steffen aber seinem damaligen Trainer Josef Hickersberger doch sehr aufgefallen und er inthronierte den erst 22-jährigen als Kapitän; eine Entscheidung mit Langzeitwirkung.

Steffens Entscheidung, nach dem Meistertitel und CL-Herbst zu 1860 nach München zu gehen, hat mit seiner Familie zu tun, der er sich verpflichtet fühlte. Doch die Umstände der damaligen Mannschaft in München waren nicht zufriedenstellend und es gab eine einmalige Rückholaktion von Präsident Rudi Edlinger. Andy Marek holte Steffen persönlich aus München ab.

Der umjubelte Heimkehrer (und mit ihm Rapid und Georg Zellhofer) hatte Pech und verletzte sich bei seinem ersten Spiel in Ried und Georg Zellhofer, der schon auf die Verstärkung durch Steffen gehofft hatte, musste weiter auf ihn verzichten. Und es ging trotz Ablöse von Georg Zellhofer durch Peter Pacult in ähnlicher Tonart weiter und Rapid machte sogar Bekanntschaft mit dem letzten Platz, um sich aber danach doch wieder zu erholen und sogar einen internationalen Startplatz im UI-Cup zu erspielen. Diese Situation ist der jetzigen nicht ganz unähnlich und das war auch der Grund, warum sie in diesem Interview besonders besprochen wurde.

Schließlich erklärte Steffen seine persönliche Planung so, dass er dann, wenn er einmal aufsteht und sich nicht mehr ausreichend fit für das Training fühlen sollte, er zu Andys ins Büro kommen würde, um dort seine Arbeit fortzusetzen.

Jung-Einsertormann Tobias Knoflach

Wenn dieser schwierige Herbst eine positive Seite gehabt hat, dann war es die Entdeckung von Tobias Knoflach als Einser-Goalie. Eigentlich schon auf dem Weg ins Ausland ist es dann doch nichts mit einem Transfer nach Holland geworden und das dürfte ausnahmsweise gut für Rapid gewesen sind. Eigentlich hätten wir ihn schon nach dem Bilbao-Spiel auf diesem Platz sehen wollen, doch wahrscheinlich laufen die Entscheidungen im Trainerteam nicht so rasch wie wir uns das vorstellen. Dass Tobias meinte, dass er das zweite Gegentor in Graz hätte verhindern können, zeigt, dass er großes Lernpotenzial hat und an diesen Details arbeitet.

Diskussionsrunde

Diskussionsrunde, bestehend aus (vlnr.) Gerhard König, früherer Vorsänger der Ultras, Karl Brauneder, Legende (1983-1994, 332 Spiele, 26 Tore, 2 Meistertitel, 3 Cuptitel), Fredy Bickel, Direktor Sport, Michael Krammer, Präsident des SK Rapid, Christian Hackl, Sportredakteur beim Standard, Kersten Bogner, im Team von Forza Rapid.

Es herrschte eine durchaus konstruktive Stimmung und fast ein bisschen Ratlosigkeit über die augenblickliche Situation, denn eine klare Ursache für das sportliche Tief konnten auch die Spezialisten der Diskussionsrunde nicht herausarbeiten. Am besten hat mir „Fredys Postulat“ gefallen, dass wir heute eine ganz andere Situation erleben würden, hätten wir den Derby-Sieg geschafft. Es sind nicht ganz große Dinge, die nicht passen; es sind kleine Dinge, die sich derzeit, in einer von Rapid-Anhängern eher ungerecht empfundenen Art, gegen uns richten.

Eine richtige „grün-weiße Mischung“

aus Grün-Weiße Distel, Grün-Weiß Favoriten, Klub der Freund und EwkiL:Rapid.

Nächster Stammtisch: Do, 13. April 2017

Links

Von Luftballons und Schaumbechern

Das Thema „Fußball“ beherrscht unseren Alltag. Kaum eine Begegnung, bei der mir nicht so etwas die „Beileid“ ausgesprochen wird. Und weil es ein gar so tiefes Tief ist, in das wir da geraten sind, mag es auch erlaubt sein, die Ursachenforschung wieder einmal zu thematisieren.

Sonderbar sind folgende Beobachtungen

  • Unsere Mannschaft spielte in den ersten Wochen dieses Jahres, als gäbe es keinen Zweifel an einem Titel.
    Von wo kam diese Spielfreude?
  • Etwa ab dem Heimspiel gegen Trencin ging es aber kontinuierlich bergab.
    Woher kam der Einbruch?
  • Die Notbremse des zweiten Trainerwechsels brachte nichts; im Gegenteil, das Punktemittel erreicht historische Tiefststände.
    Warum hat auch ein Trainer, der von den meisten außer Streit gestellt wird, keinen Erfolg?
  • Die Kündigung von Zoki war ein Schock für uns alle.
    Wer fragt nicht, wie es wohl gewesen wäre, könnten wir noch auf Zoki zählen?
  • Was, wenn es einfach nur Zufall ist? (Diese These mag niemand so recht glauben aber es gibt Literatur mit sehr vielen konkreten Beispielen, etwa das neue Buch von Florian Aigner: „Der Zufall, das Universum und Du“. Wer sich für Zufall im Fußball interessiert, dem sei das Buch Metin Tolan „Manchmal gewinnt der Bessere“ empfohlen.)

Nun, es kann schon beim (jeweils) nächsten Spiel wieder aufwärts gehen und wir werden dieses Tal rasch vergessen. Aber die Fragen nach dem Warum bleiben. Und wenn die Fragen ohne Erklärung bleiben, hätte man nicht einmal etwas für die Zukunft gelernt.

Wenn man die verschiedenen Kommentare liest: Hast Du nicht auch den Eindruck, dass eigentlich niemand (und das meine ich vom Präsidenten abwärts alle Analytiker der Medien mit eingeschlossen) eine schlüssige Antwort für die Situation geben kann. Wahrscheinlich, weil es keine gibt.

Derzeit tendiere ich zu folgender (Kurz)Interpretation:

  • Das neue Stadion war wie ein Adrenalinschub, daher die Anfangserfolge
  • Der Einbruch war eine Reaktion des Teams auf den Verlust eines Kumpels
  • Wir wissen nicht, was alles einen Einfluss darauf hat, dass Schüsse nicht den Weg ins Tor finden und Spiele nicht gewonnen werden, aber die Ursachen können auch in scheinbar Zusammenhanglosem zu finden sein, daher die „Luftballons und die Schaumbecher“ – und im enormen Erwartungsdruck, dem die Mannschaft nicht standgehalten hat.
  • Um mit dem neuem Trainerstil wieder in die Spur zu finden, müssen alle Veränderungen der Jahre 2016 zur Selbstverständlichkeit werden und das braucht einfach Zeit. Lernen bedeutet Veränderung und die kann oft mühsam sein und daher wenden sich Lernende gerne unbewusst gegen solche Veränderungen.
  • Schließlich kann alles auch nur reinter Zufall sein.

Die etwa längere Interpretation

Adrenalin Stadion

Die Stadionerföffnung war wie ein Adrenalinstoß. Ein Ereignis, das alle – aber natürlich insbesondere die Mannschaft – sehnsüchtig erwartet haben. Und dieses momentane Glücksgefühl bescherte uns die tollen Spiele in der Anfangsphase, sicherte uns die Gruppenphase der Euro-League und wahrscheinlich auch den heurigen Klassenerhalt (aber angesichts der großen Zahl der noch ausstehenden Runden, ist das eine ziemlich verfrühte Behauptung). Und vor allem überdeckte die Stadionerföffnung alle anderen Zweifel über Entscheidungen, die sich uns und der Mannschaft in dieser Zeit gestellt haben.

Das Stadion spielte Fußball – aber nur kurz.

Wie das so bei Adrenalinausschüttungen ist, irgendwann sind sie verbraucht und die Realität wird mehr und mehr wahrgenommen wie sie ist.

Ausnahmesituation für den Verein

Andy Marek hat immer wieder erwähnt, dass er noch kein so intensives Jahr wie das das 2016 erlebt hat. Klar, es war das Jahr der Stadioneröffnung und es mussten extrem viele Dinge getan und extrem viele Dinge entschieden werden. Das betraf die ganze Belegschaft von Rapid. Und man hatte für diese punktuelle Herausforderung nicht den erforderlichen Personalstand. Also waren alle uns bekannte Akteure mehr als belastet, sie waren überlastet.

Entscheidungen über Rapid-Marie und Klopapier überdeckten das Sportliche.

Und durch diesen Handlungsdruck wurden gewisse Dinge, wie die Ablöse von Zoki, kurzerhand delegiert und wahrscheinlich wurde überhaupt die sportliche Seite als ein Selbstläufer betrachtet, was für die ersten Spiele sogar gestimmt hat. Selbstläufer deshalb, weil wahrscheinlich wir alle der Meinung waren, dass alles für einen Titel angerichtet war.

Neuer Besen

Die Trainerablöse im Juni bedeutete für das Team wahrscheinlich eine größere Umstellung, als man das im Juni 2016 hätte vermuten können.

Man muss bedenken, dass Zoki eine vergleichsweise lange Zeit Trainer war. Er gehört zu den 10 Trainern, die diesen Posten in der Rapid-Geschichte am längsten bekleidet haben. Dazu kommt, dass er vor dieser Zeit die meisten der heutigen Akteure auch in der Amateurmannschaft betreut hat und es gibt Spieler, die überhaupt nur Zoki als Trainer kannten.

Es kann nun nach einem solchen Urgestein kommen, wer will; das Vertrauen, das Zoki beim Team hatte, das kann ein Neuer nicht so ohne Weiteres erben. Ich weiß nicht, wie andere das empfinden aber ich habe das Gefühl, dass uns mit Zoki eine wichtige Vertrauensperson abhanden gekommen ist und das noch in einer Art und Weise, die ganz entgegen der vorgetragenen Kanzelpredigt, eine Rapid-Famile zu sein, gerichtet war. Dieses Gefühl hatten wahrscheinlich auch die Spieler.

Und der Nachfolger mag nun sympathisch, kompetent und korrekt sein aber die instinktive Ablehnung über den Verlust eines Kumpels wendet sich gegen den Neuen, und könnte ein Motiv für Misserfolg sein.

Ich erinnere mich an Freudenszenen nach Toren; dass Spieler auf Zoki zugelaufen sind und ihn spontan umarmt haben, so als würden sie zum Ausdruck bringen, dass sie dieses Tor für den Trainer geschossen haben. Und das ist kein geringes Motiv, weil jede Form von Arbeit immer für andere gemacht wird. Und die nächsten Personen sind das Trainerteam, allen voran der Cheftrainer und nicht von ungefähr gehen die Spieler nach jedem Spiel zu den Rängen, denn natürlich spielen sie auch für ihre Anhänger.

Diese Beziehung haben Zokis Nachfolger noch lange nicht aufgebaut.

Und weil Rapid eine sehr junge Mannschaft hat, ist der Umstand, dass die meisten der Jungen durch Zoki fußballerisch sozialisiert worden sind, ein ganz wichtiger Faktor, der für die Zeit ab dem Trencin-Heimspiel sehr wichtig geworden ist. Trencin war wie die erste Einsicht, dass es dieses Miteinander in der früheren Form nicht mehr gibt.

Nach meinem Eindruck war die Mannschaft der ersten Begegnungen noch die Mannschaft von Zoki und erst im Laufe der ersten Wochen wurde der Mannschaft bewusst, was alles sich eigentlich in ihrem Alltag verändert hat, etwa die eigentümliche Abhalfterung von Sonnleitner und Hofmann, zweier Spieler, mit hohem Ansehen. Die Trainingsmethoden dürften ein weiteres Teil dazu beigetragen haben, dass die frühere Spielfreude ziemlich rasch verschwunden ist und erst langsam (in den Spielen zuletzt, gegen RB und Sturm) wieder an die Qualität der Begegnungen im Jahr 2015 anschließt.

Der Trainer allein, kann’s nicht gewesen sein

Nehmen wir an, Büskens wäre ein schlechter Trainer gewesen. (Bitte nur als Hypothese zu verstehen.) Was in diesem Fall sehr irritiert, ist der Umstand, das bei einer tatsächlich schwachen Trainerleistung von Büskens sich die Situation unter Canadi nicht schlagartig verändert hat (im Sinne eines Trainereffekts), denn wenn Büskens einen großen Anteil an den Misserfolgen gehabt hätte, müsste doch der Wechsel eine Erleichterung in der Mannschaft bewirkt haben. Dass das überhaupt nicht der Fall war (die Ergebnisse von Canadi sind ja sogar schlechter als jene unter Büskens), kann man so interpretieren, dass die Mannschaft auch mit Canadi noch nicht zurechtkommt (oder umgekehrt).

Rapid kann nur ein Kumpel trainieren

Wir erinnern uns alle noch an die glücklose Zeit mit Georg Zellhofer und den damals prophetischen Sager von Pasching-Präsident Grad, „der Schurl kann nur Pasching trainieren“.

Könnte es nicht sein, dass diese Weissagung für Rapid in unangenehm umgekehrter Weise gilt: „Rapid kann (derzeit) nur von einem Kumpeltrainer trainiert werden“ und die Spieler gegen eine sachlichere, vielleicht professionellere, aber weniger kumpelhafte Behandlung instinktiv zurückhaltend reagieren und nicht zu früherer Spielfreude zurückfinden, einfach, weil sie zu ihrem jeweils neuen Trainer nicht denselben innigen Kontakt finden. Und die Zeit mit Zoki war eine sehr lange.

Unvorhersagbares Chaos

Wir fragen uns, warum Schüsse nicht ihren Weg ins Tor finden. Was dazu fehlt, sind Kleinigkeiten. Der Fuß müsste nur um Millimeter anderswie den Ball getroffen haben und schon wäre das Erfolgserlebnis da. Aber woher kommen diese Nuancen?

Zwischen allen Mikro-Ereignissen im Stadion und der Situation am Spielfeld besteht ein Zusammenhang. Ein völlig unbekannter Zusammenhang. Ganz besonders deutlich wurde es bei einem Spiel, bei dem sich ein Eichhörnchen auf den Rasen verirrt hat und den Spielfluss verändert hat (oder ein verirrter Luftballon, oder ein irritierender Böllerwurf…). Alles, was in einem möglichen kausalen Zusammenhang mit dem Geschehen am Spielfeld steht, beeinflusst. Aber wir wissen nicht wie.

Es sind wahrscheinlich überhaupt nur Kleinigkeiten, die zum Erfolg fehlen. Aber welche?

Das Spiel ist ein hoch-chaotisches Geschehen. Wie ein Krieg. Nichts ist vorhersagbar, speziell, wenn ein Gegner am Platz ist. Alles, was trainiert wurde, kann sich durch Cleverness des Gegners schon im Ansatz ganz anders entwickeln. Die Chaostheorie mischt kräftig mit. Was wir am Spielfeld erleben, würde so nicht passieren, wenn auch nur Kleinigkeiten im Umfeld anders wären; allein, wir wissen nicht, welche das sind. Und diese Kleinigkeiten sind Dinge die völlig unbemerkt passieren oder nicht passieren. Es sind ganz sicher nicht die großen Dinge, die man ändern muss; aber es sind viele Kleinigkeiten. Und im Falle unseres Umzugsjahres ist es einfach nur Zeit, die wir alle brauchen, um das neue Stadion so selbstverständlich als neue Heimat zu verstehen wie das im alten der Fall war. Und im Zuge dieses Zeitbedarfs müssen wir leider diese Saison abhaken.

In der Chaostheorie wird der berühmte Schmetterling zum Auslöser eines Wirbelsturms, im Fußball mögen es Luftballons oder Schaumbecher sein; oder dass Du und ich im Stadion sind – oder nicht sind. Niemand weiß.

Christian sagt oft, es wäre besser, ich würde bei Auswärtsspielen nicht mitfahren, denn dann würde Rapid vielleicht eher gewinnen. Und wer weiß, vielleicht hat er damit nicht unrecht. Allerdings hätte es im Spiel gegen Graz rein gar nichts gebracht:-)

Aber dadurch dass diese Kleinigkeiten passieren, verläuft das Spiel einfach anders. Zufälle passieren, aber zu unseren Ungunsten. Daher ist es so wichtig, dass alle „Zutaten“ stimmig sind. Dass Spieler gewinnen wollen. Wenn schon nicht für sich selbst (sie selbst brauchen das nicht, sie haben schon gewonnen, denn sie werden ja hoch bezahlt), dann wenigstens für den Trainer oder auch für die Fans. Aber wenn diese Schnittstellen zum Trainer oder zu den Fans nicht funktionierten, wofür solle man dann siegen?

Das folgende Video zeigt das Prinzip „Kleine Ursachen, große Wirkungen“.

2016, das Jahr der Veränderungen

Die Menge der Änderungen im Jahr 2016, die uns alle – und das Team ganz besonders – betraf, ist sehr groß. Von all diesen Dingen nenne ich nur zwei Kleinigkeiten: die Luftballons und die Schaumbecher.

Man wollte alles besser machen und die Gelegenheit der Übersiedlung dazu nutzen und um ja nicht als Umweltverschmutzer genannt zu werden hat man sich von der bisherigen Luftballon-Aktion distanziert, indem man die Protagonisten, den „Stehtisch Grün-Weiß“, einfach nicht mehr eingeladen hat. Ebenso hat die Catering-Firma nicht auf das bisherige, zwar bescheidenere aber in Details ziemlich einzigartige Angebot, wie eben jenes der Schaumbecher, geachtet.

Das folgende Bild zeigt im Hintergrund mehr als 600 Bilder der Luftballon-Aktion des „Stehtisch Grün-Weiß“ im Zeitraum 2004 bis 2016 sowie die leider nicht mehr erhältlichen Schaumbecher.

Es gehörte zu den Fixpunkten eines Spieltages, dass ich meiner Frau einen dieser Schaumbecher mitgebracht habe. Das ist lange vorbei. Und noch immer stört es mich.

Erst, wenn wie die Fahnenparade am Beginn eines Heimspiels und der Apfelstrudel an den Kiosken als mehr selbstverständlich gesehen werden als die Luftballons und die Schaumbecher, wird vielleicht auch die Leichtigkeit im Spiel von Rapid wieder zurückkehren.

Aber ich meine die Luftballons und Schaumbecher natürlich nur stellvertretend für viele andere Dinge, die alle Veränderung bedeutet haben, die wir als Zuschauer gar nicht wissen, und die alle auf die Mannschaft eingewirkt haben und immer noch einwirken.

Zoki nannte es „Kälte“.

Und es wird noch einige Zeit vergehen, bis uns alles das Neue so vertraut sein wird, wie es das im Hanappi-Stadion war und wie es für viele auch die Pfarrwiese noch ist. Es ist einfach die Zeit, die diese Veränderungen wieder zur Selbstverständlichkeit machen wird. Und erst, wenn sich diese Selbstverständlichkeit beim Umgang der Mannschaft mit dem neuen Trainerteam eingestellt hat, wird auch Erfolg zurückkehren.

Ein goldener Käfig

Die Vereinsverantwortlichen betonen, was man alles bereitet hat, um endlich den so ersehnten Meistertitel einfahren zu können. Die Finanzen sind geordnet, das Stadion ist neu, der Trainer natürlich auch und jetzt liege es nur mehr an der Mannschaft, die Ernte einzufahren. Man kann als Rapid-Anhänger gar nichts dagegen einwenden; es musste geradezu so sein. Aber alles das ist wie ein goldener Käfig – der keine Tore schießt.

Als Jacqueline, die Tochter des Baumeisters Lugner geboren wurde (etwa 1990), berichtete die Regenbogenpresse über einen vergoldeten Kinderwagen, der angeschafft wurde. Aber dieser Kinderwagen stärkte mehr das Ego der Eltern als dass er die Entwicklung des Kindes begünstigt hätte. (Ich erinnere mich deshalb an diese Begebenheit, weil damals unser Florian auch im Kleinkindesalter war und man sich natürlich als Eltern fragt, ob man eh alles richtig macht und bei dem vergoldeten Kinderwagen waren wir sicher, dass wir wenigstens diese Probleme nicht haben.)

So ähnlich ist es mit dem Stadion. Der Verein hat uns und dem Team ein Stadion errichtet (bei dem nirgendwo Wasser hineinrinnt) und erwartet ähnlich wie Lugner, dass ein vergoldeter Käfig genügt, um vom Kind/den Spielern die geforderte Gegenleistung in Form von Titeln postwendend geliefert wird, dabei aber vergessend, dass der Käfig nicht das ist, was ein Spieler zum Erfolg und ein Kind zum Glücklichsein braucht.

Das Gold am Kinderwagen ist – wie wir alle seit Asterix (Band I, „Asterix, der Gallier“) wissen – wie die Erdbeeren im Zaubertrank. Der Trank schmeckt nur besser; brauchen tut man die Erdbeeren nicht.

Ich denke, dass alle diese kleinen Dinge zwar nicht Fußball spielen aber immer irgendwie das Spiel beeinflussen, vielleicht mehr als wir meinen.

Gold spielt nicht Fußball

Die Sensationssaison 1995/96 fand vor dem Hintergrund einer Finanzkrise statt, es gab kein neues Stadion und dennoch wurde Rapid-Geschichte geschrieben. Auch die Qualifikationserfolge gegen Aston-Villa wurden ganz ohne Erdbeeren errungen.

So, als wäre das neue Stadion nicht genug der Verbesserungen, nein, man musste auch noch an der Trainerfront aktiv werden, um nur ja alles im Sinne eines „goldenen Kinderwagens“ herzurichten; und das Kind hat es uns nicht gedankt, das undankbare; weil es eben keines goldenen Käfigs braucht, um Erfolg zu haben aber sehr wohl eines guten Einvernehmens mit allen Beteiligten.

Es waren einfach zu viele Störfaktoren in diesem Jahr 2016 da, die unseren Erfolg beeinträchtigt haben und es wird eine Weile dauern, bis die Spieler wieder in die Spur finden.

Schuldgesellschaft

Und genau genommen ist es auch schwer, überhaupt einen Schuldigen zu benennen wie es zum Beispiel unser Goleador gerne in seiner Zeitungskolumne tut, wenn er in Richtung „der Funktionäre“ und auch Trainer polemisiert. Denn die getroffenen Entscheidungen für sich allein betrachtet, haben durchaus ihre vernünftigen Gründe, die aber das sensible Gefüge des Teams so beeinträchtigt haben könnten, dass man derzeit nicht mehr als ein solides Fußballhandwerk zustande bringt. Das Spiel ist nicht so schlecht aber es reich (noch) nicht für Siege.

Abgesehen von Superprofis des höchsten Spielniveaus in Europa sind wir mit Rapid im fußballerischen Mittelbau mit vielen sehr jungen Spielern viel sensibler bezüglich aller dieser Einflussfaktoren. Ich habe den Eindruck, als wären die letzten Spiele (und überhaupt „Erfolg“) geradezu ein Gradmesser für das Gesamtbefinden des Pakets Team-Verein-Anhänger. Der Trainer kann sich noch so anstrengen; wenn das Unbehagen von anderswo her kommt, dann muss man diese Ursache, die vielleicht gar nicht im Fußballerischen liegt, beseitigen – oder Gras drüber wachsen lassen. Aber natürlich weiß niemand genau, was das ist. Vielleicht sind es ja auch nur die Luftballons und die Schaumbecher. Geduld muss man eben haben, wie der Trainer sagt.

Was, wenn es einfach Zufall ist?

Wir lehnen den Zufall im Grunde ab; insbesondere das Pech; das Glück, das geht ja gerade noch. Allerdings müssen wir immer bedenken, dass Glück des Einen immer Pech für den anderen (meist für alle anderen) bedeutet. Pech ist die Regel, Glück die Ausnahme.

Wir wollen ein geregeltes, ein vorhersagbares Leben. Wenn wir uns morgen in der Rekordmeisterbar treffen, dann ist das ein Ereignis, das mit großer Sicherheit keine Überraschungen bieten wird. Zu groß ist die Routine von Andy und zu perfekt ist alles ausgeklügelt.

Was uns im Alltag fehlt, ist der Kick, das Abenteuer! Und nur wenige können die Zeit und auch den Mut erübrigen, sich auf Abenteuer einzulassen. Denn Abenteuer haben es so an sich, dass sie auch ein mehr oder weniger großes Risiko mit sich bringen.

Und genau dazu haben wir den Fußball. Das Abenteuer, das wir selbst nicht eingehen können, bestehen unsere Spieler und Trainer Woche für Woche für uns. Und auch sie tun es nicht mehr wie im alten Rom. Niemand stirbt mehr im Kampf. Und dennoch gibt es die kleinen Tode, in Form eines Gegentors, einer Niederlage oder gar einem Abstieg.

Aber dieser Kick besteht im Unbekannten und in der Möglichkeit einer Niederlage; auch von vielen Niederlagen.

Enormer Druck

Ich empfinde, dass insgesamt dieser enorme Erwartungsdruck, der gerade im letzten Jahr von uns allen aufgebaut wurde, die eigentliche Ursache für unser heuriges Scheitern ist.

Dazu möchte ich noch so einen „Schaumbecher“ nennen: Die Rekordmeister-Bar. Auch so ein Begriff, der keine Tore schießt, der aber die Akteure durchaus belasten kann.

Vor dem Hintergrund dieses Begriffs „Rekordmeister“, erscheinen die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte ziemlich dürftig und es besteht ein eher krasser Widerspruch zwischen diesem Begriff, und der Realität.

Gregor hat gemeint, dass uns eine europacup-freie Saison gut tun würde, um ein stabiles und schlagkräftige Team zu formen. Die Vision „Top-50“ kann man gleich für die nächsten 5 Jahre begraben, denn sie wäre nur realistisch, wenn wir auch kontinuierlich punkten.

Vielleicht braucht es aber wirklich eine entspannte Phase, in der die Aufmerksamkeit der Medien anderswo den Druck aufbaut, dem Rapid derzeit dauernd unterliegt und in der sich die Mannschaft entwickeln kann.

Fußball ist Zufall – auf hohem Niveau

Unser Trainer und auch der Sportdirektor hören sowas nicht gerne, denn wer will schon, dass seine Arbeit nicht durch eigene Leistung sondern durch Zufall bewertet wird. (Und trotzdem trifft das für uns alle zu.)

Aber es kann auch sein, dass alles, was wir erleben, mit all dem vorher Gesagten nichts oder nur wenig zu tun hat und tatsächlich nichts anderes als reiner Zufall – auf hohem Niveau – ist. Eine so geringe Punktezahl wie wir heuer zustande bringen ist zwar eine ganz neue Erfahrung aber Zufall kann auch das, und für ihn ist das keineswegs etwas Besonderes; nur für uns.

Mit „hohem Niveau“ ist gemeint, dass natürlich nicht egal ist, wie eine Mannschaft zusammengesetzt ist, wie sie trainiert, wie die Kondition ist usw. Aber diese Voraussetzungen bringen alle Teams der Bundesliga mit und wenn man dann eine konkrete Begegnung betrachtet, sieht man, dass auch alle unsere Gegner gut gearbeitet haben, nicht nur wir selbst. Und da Fußballergebnisse äußerst knapp sind, und darüber hinaus von geradezu unglaublichen Zufällen begleitet sind, muss man damit zurecht kommen, dass der Wunsch, dass die bessere Mannschaft gewinnen möge, eben nur ein Wunsch ist.

Unsere Situation ist die eines Roulettespielers an einem Spieltisch mit hohen Einsätzen, der nach einer langen Serie von „Noir“ meint, dass ja endlich „Rouge“ kommen müsste, auf das er ständig setzt, doch der Zufall kann unerbittlich sein, denn was wir gerne übersehen ist, dass reiner Zufall kein Gedächtnis hat und jeder neue Versuch, jedes neue Spiel von der Vorgeschichte unabhängig ist. Das ist zwar beim Fußball nicht ganz so, denn die Vorgeschichte kann niemand von uns ausblenden; aber wenn Erfolg oder Misserfolg von oft nur wenigen Zentimetern abhängen, von denen wir nun wirklich nicht wissen, woher sie kommen oder warum sie fehlen, dann manifestiert sich in diesen Szenen der Umstand, dass im Fußball der Zufall regiert.

Und wenn jemand behauptet, man könne den Zufall „biegen“, dann irrt er. Leider. Denn es ist eben das Wesen dieser Unwägbarkeiten, dass sie nicht in unserer Macht liegen. Das Tor zum 6:1 von Barcelona hätte genau so gut nicht fallen müssen, so wie auch der Ausgleich im letzten Derby. Auch wenn wir die Gründe dazu genau kennen, wissen wir, dass alle diese Geschichten auch hätten ganz anders ausgehen können.

Zur Ehrenrettung der sportlich Verantwortlichen muss man ergänzen, dass man – um am Roulette-Tisch des Spitzenfußballs mitspielen zu können – einen enormen Aufwand betreiben muss, und Rahmenbedingungen schaffen muss, etwas, was die Wahrscheinlichkeit für Erfolg steigert; aber nur die Wahrscheinlichkeit, denn die „Wahrheit am Platz“ wird durch Dinge gesteuert, die nicht in unserer Macht liegen.


Leider passieren zu nächtlicher Stunde immer wieder Müdigkeitsfehler, auf die aufmerksame Leser freundlich hinweisen. Etwa wurde beim Sturm-Spiel das Ergebnis falsch angeschrieben und wurde statt „Kuen“ „Klien“ geschrieben. Beides ist in der Webversion korrigiert, leider aber nicht im Newsletter.

Forza Curry

FORZA-Rapid um 5,-, 4,- oder 0,- Euro

Als wir vor dem Spiel gegen die Admira im Stags Head saßen, bemühte sich Gregor, die neue Ausgabe der Forza Rapid zu verkaufen. Normalerweise kaufe ich jede Ausgabe aber an diesem Abend habe ich das irgendwie übersehen.

100 Seite „Rapid“ bietet diese Ausgabe!

Man muss auch keine Druckausgabe kaufen, man kann die Ausgabe auch online erwerben. Man geht auf die Seite www.kiosk.at/forzarapid. Dort bekommt man die Ausgabe um 4,- Euro. Allerdings nicht in gedruckter Form sondern als PDF-Dokument zum mobilen Lesen. Für mich ist das ohnehin viel praktischer. Man registriert sich und kauft.

Heute meldet sich die SMS-Nummer 1899 (Rapid Mobil) bei mir und bietet mir einen Gutscheinkode für diese Ausgabe an. Man loggt sich daher bei www.kiosk.at/forzarapid ein, kauft und löst beim Bezahlen den Gutscheinkode ein. Perfekt!

Danke, Rapid Mobil!

Als „Rapid Mobil Multis“ haben wir noch zwei weitere Gutscheinkodes bekommen. Wer aus dem Kreis der Leser dieses Newsletters sich die aktuelle Ausgabe der Forza-Rapid downloaden möchte, bitte um eine SMS an 0664-1899-5070. Die ersten beiden SMS bekommen die Codes.

Achtung

Es handelt sich zwar um eine PDF-Datei aber man kann nicht ganz freizügig damit umgehen, denn am unteren Rand des PDF-Dokument steht folgender Text:

Das Dokument ist also personalisiert.

Curry Wurst

Beim Februar-Stammtisch wurde eine neue Spezialität auf der Ost-Tribüne angekündigt, die Curry Wurst. Die musste ich natürlich gleich probieren und war damit überhaupt der Erste, der nach dieser Wurst gefragt hat. Es war auch nicht leicht, sie zu finden. Sie ist nur auf der Ost, beim vorletzten Stand Richtung Nord zu bekommen. Und so schaut sie aus, mit einem Glühwein am „Stehtisch Grün Weiss“.

Trost vom Toni

Unser Haus ist durch und durch violett. Lauter nette Leit aber eben violett. Und Toni ist der netteste überhaupt. Ich traf ihn bei den Briefkästen und es kann nicht ausbleiben, dass man über das (hoffentlich nur) momentane Tief von Rapid plaudert. Es ist interessant, dass sich die Austrianer sehr wohl Gedanken und – fast könnte man meinen – Sorgen machen um ihren Sparringpartner Rapid.

Tonis Résumé war etwa folgendes:

Zoki hat den Spielern Spielfreude und Rückhalt gegeben. Wenn etwas einmal nicht geklappt hat, war er da, um sie zu schützen. Durch den immer ganz guten Tabellenplatz hat es für die Spieler auch ständig eine Perspektive nach oben gegeben, dass es sich auszahlt, sich noch mehr um den Sieg zu bemühen. Rapid-Geist eben. Die Spieler haben eine Vaterfigur verloren.

Dass man – wie beim Derby – das Spiel in der 68. Minute praktisch aufgibt, das ist etwas völlig Neues, das hätte es früher nie gegeben, meinte Toni. Man hat den Eindruck als wäre die Tugend des Kämpferischen, durch das Taktische abgelöst worden und so, als würde die Austria die Rapid-Viertelstunde von Rapid erben – wenn es so weitergeht.

Schließlich sprach mir Toni noch Mut zu. Ein Austrianer! Wer hätte das vor einem Jahr gedacht!

Schlimmer noch, Florian vermisst „sein Rapid“. Vielleicht hätten die meisten von uns im vorigen Juni dieselbe Entscheidung getroffen wie der Vorstand. Dass eine solche Entscheidung so falsch hätte sein können, hätte wohl niemand von uns erwartet.

Indianer und Häuptlinge

Rapid lud am 9.2. zum ersten Stammtisch 2017. Der Abend bestand aus zwei Teilen.

In einer Diskussionsrunde mit Christoph Peschek (Geschäftsführer Wirtschaft), Heinz Deutsch (Hütteldorfer Xindl), Alexander Huber (Kurier), Herbert Garger (Rapid-Legende) und einem Redakteur der Krone stellte Andy Marek Fragen über das turbulenteste Jahr in der Rapid-Geschichte, das Jahr 2016.

Die Ereignisse wurden offen und durchaus selbstkritisch analysiert. Die Illusion, dass es genügt, ein neues Haus zu haben und der Erfolg würde sich mit einem soliden wirtschaftlichen Fundament von allein einstellen, musste schon im September begraben werden. Man könnte den Erfolg oder Misserfolg der Mannschaft auch als Indikator für „Baumängel“ im Gesamtsystems „Verein“ sehen. Die Konzentration des Führungsteams auf das Bauprojekt, die alternativlose Lösung der Trainerfrage, der Erwartungsdruck aller Beteiligten, Verletzungspech uvam., all das waren zu viel Störfaktoren, um daneben sportlichen Erfolg einfahren zu können.

Im zweiten Teil diskutierte Andy Marek mit Damir Canadi und Fredy Bickel über ihre Pläne mit Rapid und selbstverständlich auch über das Derby am Sonntag.

Durch den Facettenreichtum des Fußballsports sind sich auch anerkannte Profis in ihrer Einschätzung einer Mannschaft, eines Spielstils nicht einig. Und daher interpretiert auch jede Generation den Fußball wieder anders.

Mehrmals erwähnte Kurt Garger an diesem Abend den Sager von „Indianern und Fußballern“. Er meinte, dass es in der aktuellen Mannschaft von Rapid zu viele „Indianer“ aber zu wenig „Häuptlinge“ gäbe, also zu wenig Führungsspieler, die dem Spiel eine Richtung geben.

Dem entgegnete Damir Canadi, dass es solche „Spielertrainer“ im modernen anspruchsvollen und schnellen Spiel nicht mehr gibt, weil sie für eine solche Rolle keine freien Kapazitäten haben.

In einem eindrucksvollen Aufruf an die Gäste erbat sich der Trainer mehr Achtung vom Einsatz aller Beteiligten, sowohl der Spieler als auch der Trainer. Er hat damit auf den einen oder anderen „gut gemeinten“ Zuruf aus den Zuschauerreihen angespielt und dass sich das Publikum oft zu wenig Gedanken über die Komplexität des Gewerbes „Fußball“ macht.

Mir hat diese Aussage gefallen, richtet sie sich doch gegen die oft behübschend „Nörgeln“ genannte Eigenschaft speziell der Wiener. Aber wir sind durchaus lernbereit und ersuchen umgekehrt um genauere Erklärungen von Details. Da es ab jetzt in jedem Monat einen Stammtisch geben soll, wird es für Damir ausreichend Gelegenheit geben, uns etwas von seinem Handwerk zu vermitteln.

Fredy Bickel wieder appellierte an die Gäste, die Rolle einer Liga als Ausbildungsliga nicht gering zu schätzen, denn es wäre insgesamt eine sehr wichtige schöne Aufgabe für den Fußball.

Wenn Andy Marek die Erfolge des Kurt Garger aufzählt, ist es für die meisten Anwesenden im Saal kaum begreiflich, weil sie (die Älteren vielleicht ausgenommen) das nie erlebt haben: Vier Meistertitel und fünf Cuptitel, so heißt seine Bilanz. Schlimmer noch; der doch schon in die Jahre gekommene Kurt Garger gehörte auch gleichzeitig der letzten Cupsiegermannschaft des Jahres 1995 an.

Wenn das kein Auftrag an die aktuelle Mannschaft ist…

Weihnachtsfeier

1000 Besucher in „der Röhre“ zu versorgen, ist eine tolle logistische Leistung. Die „Essensausgabe“ erfolgte unauffällig, die Bedienung war flott.

Durchs Programm führte Andy Marek, assistiert durch Lukas; die Pausen füllte das bewährte Trio Take Three.

Um 18:00 war Einlass- Die Garderobe war perfekt organisiert. Bis zum Beginn um 19:30 wurden Lose verkauft und die Vorspeise aufgetischt:

Und noch vor dem Beginn der Show gab es Standing Ovations für den fast schon 91-jährigen Alfred Körner:

Es begann fulminant mit einem Weihnachtslied, gesungen von Stefan Schwab, Ivan Mocinic, Christopher Dibon, Louis Schaub und Steffen Hofmann.

Es folgten zwei Bodenakrobaten.

Das Gespräch mit Präsident Michael Krammer erklärte die Bemühungen der Vereinsleitung, den verfahrenen Karren wieder auf die Straße zu kriegen.

Ein Tennisschläger-Jongleur steigerte sich auf fünf fliegende Schläger.

Dass Rapid ein Partnerschaft mit den Wiener Sängerknaben eingegangen ist, bescherte uns zwei toll vorgetragene Lieder und den Buben den Besuch eines Heimspiels im Mai. Es gibt übrigens ein tolles Video mit den Sängerknaben und Spielern von Rapid, das vor dem Auftritt des Chores über die Monitore gesendet wurde. Hier ist es zum Nach“lesen“: https://youtu.be/uu_JIDKda5A

Im Gespräch mit den beiden Geschäftsführern, Christoph Peschek (Wirtschaft) und Fredy Bickel (Sport) lag die Aufmerksamkeit des Publikums wohl bei Zweiterem, der durch seine Erfahrungen in der Schweiz bei Clubs mit ähnlicher Größenordnung für den Posten des Sportdirektors als Idealbesetzung erscheint.

Ein musikalischer Höhepunkt war die Darbietung von „Helden“ von Flowrag mit ihrem Frontman Florian Ragendorfer sowie Richard Oliver Gillissen (Gitarre) und Benjamin Zumpfe (Klavier). Youtube.

Damir Canadi musste sich leider mit einer Niederlage in die Winterpause verschieden und wirkte auf mich etwas verzagt, jedenfalls mehr als bei seinem Auftritt bei der Hauptversammlung. Er deutete an, dass er sich mit dem nahe wohnenden Sportdirektor in der Feiertagen austauschen werde.

Canadi verbringt die Weihnachten bei seiner Familie in Altach und Bickel wohnt in Zürich.

Beim Auftritt von Alex Kristan war die Promidichte auf der Bühne besonders hoch.  Alle österreichischen Lokalamatadore des Sports ließ er gekonnt auftreten, zeigte aber auch die Übertreibungen der Werbung aus seinem Soloprogramm.

In der Pause widmete man sich dem Essen. Suppe und Hauptspeise wurden serviert.

Peter mit Ján Novota:

Florian mit Kelvin Arase:

Gleich vier Damen im Rapid-Outfit bemühten sich um eine gerechte Ziehung der Riesentombola, deren Hauptpreis einen Wert von über 6.000 Euro darstellte.

Der zweite Teil der Weihnachtsshow ist traditionellerweise eine musikalische Show mit starker Beteiligung von Rapid-Mitarbeitern und Spielern. Drei Gruppen sollten nach 20-minütiger Vorbereitungszeit ein Weihnachtslied vortragen. Die zweitplatzierte Gruppe bekam danach Dienst in der Garderobe, die drittplatzierte sollte in der Rekordmeisterbar Getränke servieren.

  • Team 1: das Präsidium
  • Team 2: die Trainer
  • Team 3: die Spieler

Der Gewinner ging „leer“ aus und hatte nichts abzudienen.

Die kommenden 20 Minuten hatten es in sich. Tricky Nicki zog alle Register seines Könnens. Im ersten Teil kombinierte er einen drei Mal wiederholten Kartentrick mit Beteiligung einer Dame aus dem Publikum, deren Part er durch sein Bauchredner-Talent übernommen hat. Trotz der Wiederholung des Tricks und Beobachtung aus nächster Nähe hatten wir danach keine Ahnung, wie der Trick funktioniert. Im zweiten Teil brachte Tricky Niki einen Dialog mit einer Saurierpuppe.

Der Running-Gag war ein Ausspruch des Sauriers „es läuft, es läuft…“, der die Wirkung jeder Pointe noch einmal steigerte. Für sein Programm Partnertausch im Globe am 19.1. gibt es noch Karten.

Beim folgenden „Gesangswettbewerb“ der drei Teams wurde die Klatschlautstärke als Bewertungsmaß herangezogen. Die Spieler siegten, doch wahrscheinlich nur wegen der lautstarken Unterstützung ihrer Kollegen, die ihnen den Strafdienst ersparen wollen. Der choreografische Einsatz des Trainer-Teams war beachtlich. Die Trainer wurden nur knapp auf den zweite Platz verwiesen.

Das Grande Finale war traditionell das gemeinsame Absingen von „Feliz Navidad“.

Was soll dieses Kommerzspektakel?

Ja, so wird die Weihnachtsfeier oft bezeichnet; insbesondere von jenen, die sie nicht besuchen. Wozu ist sie gut?

Wenn stimmt, dass Rapid eine Familie ist, dann sollte es sein dürfen, dass diese Familie eine Weihnachtsfeier veranstaltet.

Nach einem so durchwachsenen Jahr kommen die Akteure bei Rapid nicht kritiklos davon. Alles wird von den Anhängern infrage gestellt. Man spürt es geradezu, wie das Trennende beginnt, das Verbindende zu überholen. In einer solchen Situation tut es einfach gut, dem Verbindenden wieder Raum zu geben, sich zu versichern, dass man diese Situation nur gemeinsam bewältigen kann. Dass man diesen Schulterschluss bei einem Fest bekräftigt, fällt in die Kategorie „Rituale“, vielleicht so wie bei dem Fest auf der letzten Seite eines jeden Asterix-Bandes.

Was planbar ist, wird bei Rapid perfekt erledigt, der Erfolg passiert – oder eben nicht. Erfolg ist nicht planbar, nur die Wahrscheinlichkeit dazu kann man erhöhen. (Aus dem Buch „Der Fußball – die Wahrheit“).

Im Laufe des Abends wurde – etwas nebenbei aber doch – erwähnt, was Rapid eigentlich auch ist: eine perfekte Marketingmaschine, getrieben durch einen sich aufopfernden Andy Marek. Aber man merkt ihm in keiner Phase dieses enorme Arbeitspensum an. Hut ab!

Links

EwkiL-Bilder · EwkiL-Bericht · EwkiL-Weihnachtsfeier Eintrittskarte (161 kB) · Rapid-Livestream · Rapid-Weihnachtslieder · Rapid-Bericht · Rapid-Sängerknaben

Kurzberichte

Inhalt


Rapid-Möbel

Seit der Einrichtung der Röhre bewundere ich dort den Rapid-Drehsessel am Empfangspult und dachte, dass das ein geeignetes Weihnachtsgeschenk für mich wäre. Jetzt ist es soweit, man kann diese Rapid-Möbel kaufen:

  • http://www.skrapidwien-moebel.de/ Leider ist die deutsche Firma in Konkurs gegangen und daher sind diese Möbel laut Auskunft beim Rapid-Klubservice nicht mehr lieferbar (2018-11-15).

Hier sind alle Rapid-Möbel:

Rapid-Mobil

Eine SIM-Karte mit Wunschrufnummer oder gar ein SONY-XPERIA im Rapid-Design, das hat schon was!

Die im Bild gekritzelte Nummer 0815 (und auch 4711) ist nicht mehr frei, diese Nummer wurde bei der „Spielverlagerung“ als Preis eines Ratespiels vergeben. Aber bei 10.000 Möglichkeiten ist jetzt, am Anfang, sicher für alle eine interessante Nummer dabei.

Die Wunschrufnummer bekommst Du so:

  • Die Seite http://wunschrufnummer.skrapid.at/ besuchen und prüfen, ob die gewünschte Nummer frei ist.
  • Persönliche Daten eingeben und Nummer reservieren.
  • Reservierungs-E-Mail bestätigen
  • Rufnummer im Fanshop in Hütteldorf abholen

Das Sony Xperia XA gibt es über Rapid-Mobil mit einem 10% Rabattcode.

Wandkalender mit Rapid-Legenden

Rapid-Shop in St. Pölten

Wander fährst Du nach Westen, dann leg‘ einen Boxenstop in St.Pölten ein. Ganz nah bei der Ausfahrt St. Pölten-Süd, in der Messestraße 1 befindet sich der neue Rapid-Fanshop mit der größten Auswahl, weil sich unmittelbar daran das neue Rapid-Lager anschließt.

Und so kommt man mit dem Auto aus Wien kommend zur Messestraße 1:

Zinsen der Extraklasse

Eine sehr erfreuliche Buchungszeile findet sich unter meinen Kontoauszügen. Wo sonst bekommt man heute noch 4 Prozent Zinsen bei 100%iger*) Sicherheit?

*) wenn Rapid Konkurs anmelden müsste, ist natürlich das Geld weg, doch fanatisch wie Rapidler sind, leiten sie die Bonität ihres Vereins eher aus der Rapid-Hymne ab. „Rapid wird’s immer gebn“ und daher die gefühlte hohe Sicherheit.

Rekordmeisterbar

Seit Montag ist sie eröffnet und heute, Freitag haben wir (Silvia, Joachim, Thomas, Florian und Franz) ein erstes (und sicher nicht das letzte) Mittagessen absolviert. Man muss durch die Aula gehen und die ersten Lifte links vor dem Eingang in die Röhre nehmen.  Ziel: dritter Stock.

Freundlichste Bedienung.

Unser Menü: Pikante Melanzanischaumsuppe, Feta-Mangoldstrudel, bunter Herbstsalat, Kräuterdip; dazu Ottakringer Wiener Original, Nachspeise Apfelstrudel. Florian hatte Torteloni, Thomas einen Rekordmeister-Burger.

Telefon: 0664-604 086 80

Der Geschäftsführer ist Marco Daniotti von Food affairs, Klosterneuburg.

Hier ein Auszug aus der Speisekarte:

Punschstand

Ab 16:00 beteiligten wir uns beim Punschstand des Block West.

Rapid-Viertelstunde vom 9.12.

  • Vorstellung der Rekordmeisterbar mit Raimund Crammer,  Thomas Cerny, Pamela Kurzewski, Christoph Peschek, Damir Canadi, Steffen Hofmann, Michael Hatz, Branko Milanovic, Herbert Feurer, Laurin Rosenberg, Markus Lenzenhofer, Marco Doniotti, Niklas Belihart, Raphael Landthaler, Werner Kuhn und Paul Österreicher.
  • Video

Weihnachtskarten Kauf

Weihnachtsfeier, wozu?

Nirgendwo sonst – außer in den Kindertagen – wurde mir sonst das Gefühlt vermittelt, dass ich vorbehaltlos irgendwo dazu gehören darf. So, wie es im Leitbild von Rapid steht:

  • Der Sportklub Rapid ist eine Gemeinschaft
  • Der SK Rapid ist offen. Menschliche Vielfalt war und ist der Motor unseres Erfolgs. Deshalb, und aufgrund unserer sozialen Verantwortung für eine offene Gesellschaft, kann jeder Mensch, der das Wohl Rapids in den Vordergrund seines Denkens und Handelns stellt, Rapidler sein. Egal welchen Geschlechts, egal welcher Herkunft oder Schicht, und unabhängig von seiner Lebensweise. Unsere Ursprünge in der Arbeiterbewegung verpflichten uns insbesondere, sozial Benachteiligte zu unterstützen…

Diese Sätze klingen für Außenstehende vielleicht etwas pathetisch und phrasenhaft und vielleicht ist man selbst auch teilweise auf eine Marketing-Maschinerie hereingefallen. Aber es ist mir egal. Was zählt, sind diese vielen Begegnungen, die anderswo einfach nicht stattfinden.

Zuerst musste ich um 12:30 zerknirscht anerkennen, dass ich leider nur den zweiten Platz beim Anstellen belegt habe, aber im nächsten Moment freute ich mich, meinen langjährigen Sitzplatznachbarn Walter zu sehen und ihm die Bilder von unserer letzten Begegnung mit Rapid-Spielern übergeben zu können. Durch unsere Bekanntschaft lernte ich eine Biografie kennen, deren menschliche Größe nicht einmal in einem Film glaubhaft dargestellt werden könnte. Das gibt’s nur bei Rapid!

Sollten Leser meinen, das wäre bei allen Fußballvereinen so, dann muss ich einwenden, dass es einer gewissen Größe und einer vom Verein vorgelebten Toleranz bedarf, um so viele verschiedene Typen unter einem Dach zu vereinen.

Bei dieser Rapid-Weihnachtsfeier habe ich immer das Gefühl, dass die oben zitierten Abschnitte aus dem Leitbild ganz besonders auf die Rapid-Familie zutreffen. Leider ist es mir nicht gelungen, Brigitte, Christian, Gerhard und Walter von dieser großartigen Veranstaltung überzeugen, aber es ist ja noch Zeit, weil „Rapid wird’s immer gebn!“ und daher werde ich in den kommenden Jahren noch Chancen haben, dass sie nicht nur den kämpferischen sondern auch den gemeinschaftlichen Aspekten unseres Leitbildes folgen.

Immerhin ist es großartig, dass die zuerst skeptischen Christoph und Gregor erstmals dabei sind. Danke!

Nicht vergessen dürfen wir, dass diese starke Gemeinschaft von Menschen mit verschiedensten Biografien einer Person ganz besonders zu danken ist und das ist unser Andy Marek. Seinem ganz persönlichen Integrations- und Harmoniebedürfnis ist es zu danken,  dass die Rapid-Familie durch alle Höhen und Tiefen zusammensteht und darüber hinaus auch wachsen kann. Die mit der Vereinsführung abgestimmte Choreografie beim ersten Heimderby im neuen Stadion war ein solches Zeichen, das nur durch einen deklariert politik-befreiten Block möglich gemacht wurde.

Die Prozedur

Es erinnert an den Kauf begehrter Opern- oder Konzertkarten oder an den Hype, wenn in den USA ein neues Handy auf den Markt kommt. In allen diesen Fällen bilden sich schon lange vor dem eigentlichen Verkaufsstart lange Schlangen, um bei den Ersten zu sein, das jeweils begehrte Produkt in Händen zu halten.

Die Verteilung der Karten für die Weihnachtsfeier ist ein kleines Abenteuer und hat für uns Anhänger den Vorteil, dass wir durch eine Eigenleistung, die einfach in ein bisschen Geduld besteht, zu den besten Plätzen kommen können.

Wir wussten, dass es heuer eine mehrfache Premiere geben würde. Nicht nur, dass es aufgrund der Platzverhältnisse zwei Weihnachtsfeiern gibt, auch das Anstellen hat eine neue Qualität bekommen. Wir bekamen schon im Vorfeld von Andy die Zusage, dass wir uns wo unterstellen werden können. Dass es dann so komfortabel sein würde, hätten wir uns nicht träumen lassen. Wenn sich das im nächsten Jahr wiederholt, werden wir uns auf eine mehrtägige Warterei mit organisiertem Catering einrichten müssen, denn wir durften im alten Fancorner „übernachten“. Mit Bestuhlung, mit Licht und aktiven Steckdosen und vor allem, mit WC. Einen bisher unbekannter Komfort und einige Verkühlungen weniger gab es in diesem Jahr 2016!

Und bevor wir etwa um 15:00 noch aus der Aula der Röhre in den alten Fancorner „verlegt“ wurden, durften wir einen Blick auf die neue Rekordmeisterbar werfen, die an diesem Tag eröffnet wurde.

Und so etwa schaute unsere erfreuliche Lage etwa um 15:30 im alten Fancorner aus: die ersten Vier in Vorweihnachtsstimmung!

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Für mich war es überhaupt sensationell, denn ich konnte in den Nachtstunden an einer kleinen Untersuchung, wie viel an diesem Ausspruch „Geld spielt Fußball“ dran ist, weiter arbeiten.

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Um 17:00 -es waren schon etwa 20 Mitglieder anwesend – wurde ich von Martin abgelöst und konnte an dem zeitgleich stattfindenden Krampuskränzchen des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ teilnehmen, um dann um 22:00 wieder vor Ort zu sein (siehe getrennter Bericht).

Während unserer Wartezeit wurde auch die 103. Ausgabe der Rapid-Viertelstunde ausgestrahlt:

Rapid-Viertelstunde vom 2.12.2016

  • Große Ziele, neue Pläne
  • Rapid Mobil Handytarif
  • Fanshop St. Pölten
  • Hofmann in der Gruft
  • Zum Video

Endlich, es geht los!

Am Morgen, etwa um 8:45  kam Andy und verteilte – wie schon in den letzten Jahren – die etwa 60 Wartenummern. Wir, die Wartenden, wussten natürlich ganz genau, wer der Erste und wer der Zwanzigste war aber mit diesen Wartenummern wird es „amtlich“.

Wir versammelten uns in der Aula und Andy erklärte die Umstände für die zwei Weihnachtsfeiern. Natürlich hätte man auch in eine noch größere Location – also etwa wieder in die Pyramide – ausweichen können. Aber man muss vor Augen haben, dass der Rapid-VIP-Klub der Veranstaltungsort für eine große Zahl von Weihnachtsfeiern der Rapid-Partner ist und diesen für gutes Geld vermietet wird und dieser Umstand zwingt Rapid geradezu, auch sein eigenes Fest in diesen Räumlichkeiten abzuhalten.

Das folgende Bild zeigt die Belegung der Tische nach der Wartenummer 2. Rechts oben neben der Bühne sind zwei Tische für das Präsidium und rechts die acht Tische für die Mannschaft rot als belegt markiert. Die Mannschaft wird übrigens bei unserer Weihnachtsfeier vollzählig  anwesend sein. Friederike will zwar nicht fotografiert werden, schafft es aber immer wieder aufs Bild.

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Um 9:30 geht es schon ans Verteilen der Karten. Das Fest kann beginnen!

Links

 

Hauptversammlung

Es war ein organisatorisch sehr gelungener Abend, erstmals im neuen Zuhause, auf beiden Ebenen 1 und 2 der Röhre. Man konnte kleine Speisen und Getränke kaufen, zuletzt gab es sogar Freibier auf Kosten des Präsidiums, was den Abend bis nach Mitternacht verlängerte.

Der Ablauf der Veranstaltung ist in Bildern fast lückenlos dokumentiert. Die Inhalte der Vorträge wurden durch Power-Point-Präsentationen illustriert und diese Darstellungen sind in der Bildersammlung vollständig enthalten. Die folgenden Schilderungen folgen dem Ablauf des Abends.

Ebene 1 war in Form einer Theaterbestuhlung bestückt. Die Sessel, die sonst an den Tischen stehen haben seitliche Klammern, sodass man sie ineinander haken kann und die Sitzanordnung nicht zerfleddert.

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Hier ein Bild vom immer lustigen Alfred Körner, bei dem Frau Baar versehentlich ins Bild gerutscht ist, denn eigentlich will sie das ja nicht, fotografiert werden.

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Wie bei diesen Generalversammlungen üblich, war nicht die erforderliche Anzahl der Mitglieder anwesend und Andy Marek nutzte diese Zeit für Interviews mit Laurin Rosenberg und Mag. Sebastian Pernhaupt.

Nach dem gemeinsamen Absingern der Rapid-Hymne gab es eine Präambel zur Tagesordnung. Unter dem Motto, dass man angesichts dieser tristen sportlichen Situation nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne, richtete Präsident Krammer einen Appell an die Mitglieder, in dem er betonte, dass man alles unternommen habe, um den sportlichen Erfolg zu sichern aber leider… Was bleibt, man müsse zusammenhalten.

Bericht des Geschäftsführers Christoph Peschek

Christoph berichtete über die sehr erfreuliche finanzielle Situation und das man ab sofort über den nationalen Wettbewerb ausgeglichen bilanzieren könne. Es ergäben sich in allen Geschäftsfeldern tolle Steigerungen, und man müsse bedenken, dass hier noch nicht das neue Stadion zum Tragen kommt. Es geht ja bei dem Geschäftsbericht um das letzte Jahr im Happel-Stadion.

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Die Baukosten sind mit 54,4 Millionen etwas höher als die veranschlagten 53 Millionen. Das ist darauf zurückzuführen, dass man Investitionen, die nicht Teil des Stadionprojekts waren und die in den nächsten Jahren hätten getätigt werden müssen, schon im Stadionbau integriert worden sind. Dazu zählen eine verbesserte und UEFA-taugliche Beleuchtung und bessere Verkabelungen im Pressebereich.

Diese Kosten werden bedeckt durch das Crowdinvesting (3 Millionen), durch die Subventionierung (20 Millionen) und durch einen Bankkredit (32 Millionen).

Aus den Gewinnen dieser Saison wird einerseits der Stadionkredit vorzeitig zurück gezahlt (etwa 4 Millionen), der Rest wird in langfristige Maßnahmen (Nachwuchs) investiert.

Die Ausschüttung an die Rapid-Investoren beträgt im laufenden Jahr zwischen 3,5 und 4.5 %, je nach Laufzeit.

Popularität

Eine Erhebung aus dem Mai 2016 weist Rapid mit 25% als den populärsten Fußball-Verein Österreichs aus. So viel wie die RB und Sturm zusammen und etwa viel wie die Austria plus alle restlichen 6 Vereine der 10er Liga.

Rapid ist in allen Bundesländern unter den Top-3 der beliebtesten Klubs.

Verein – GmbH

Seit Juni ist alles, was Geld bringt in der GmbH vereinigt und finanziert dort die Mannschaften Rapid I und Rapid II. Beim Verein verbleibt der Nachwuchs und dieser wird durch die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen finanziert.

Die präsentierten Wachstumszahlen sind beindruckend, Rapid hat allein aus dem nationalen Wettbewerb mehr als 30 Millionen Umsatz erwirtschaftet.

Trainingszentrum

Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist die Schaffung eines Trainingszentrums, bei dem es mehrere Optionen gibt. Die Präferenz gilt der Anmietung aller Trainingsplätze beim Happel-Stadion aber auch an andere Varianten in und um Wien wird gedacht.

An dieser Stelle wollen wir wieder an das „EwkiL-Trainingszentrum“ in Auhof erinnern. Es ist einer der weniger genutzten Flächen im 14. Bezirk. Auch entlang der Westbahnstrecke könnten Areale frei werden, die Fußballfeldern Platz bieten könnten.

Neuer Rapid-Fanshop in St. Pölten

Ab 5. Dezember eröffnet in St. Pölten ein neuer 100 m2 Fanshop in der Messestraße 1 (Abfahrt St. Pölten Süd).  Angeschlossen ist ein für alle drei Fanshops gemeinsames 1000 m2 Lager.

Martin Bruckners Finanzübersicht

Nach vier Jahren mit mehr als je einer Million negatives Vereinskapital erreicht Rapid heuer einen Gewinn von mehr als 10 Millionen.

Die Aktiva von Rapid bestehen aus dem Anlagevermögen (Stadion, ca. 57 Millionen) und dem Umlaufvermögen (Spielerwert, ca. 25 Millionen), also insgesamt rund 82 Millionen Euro.

Welchen Wert hat Rapid?

In diesem Zusammenhang wurde auch ein Schätzwert für Rapid angegeben, der bei mehr als 100 Millionen liegen dürfte. Vermutlich wird dann zu diesen realen Werten auch der Wert der Marke „Rapid“ dazu gerechnet.

Nehmen wir 130.000.000 als Wert, dann „besitzt“ jedes der 13.000 Mitglieder einen (unverkäuflichen) Anteil von 10.000 Euro und das, obwohl pro Jahr nur 100 Euro eingesetzt werden.

Bericht der Rechnungsprüferin Mag. Beate Hejtmanek-Ringeisen

Die Rechnungsprüferin erklärte das vielschichtige Prüfungsverfahren und entlastete den Vorstand.

Bericht des Präsidenten Michael Krammer

Michael Krammer stellte sein Team und die einzelnen Aufgabenbereiche vor.

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Der Rückblick auf die Jahre seit 2013 zeigte eine Verbesserung des UEFA-Rankings von Rapid von Rang 105 auf derzeit Rang 71 und auch, dass die Beliebtheit nach einer leichten Talfahrt wieder steigt und die Ablehnung sinkt.

Die Planung geht aber in Richtung eine nicht börsennotierten Aktiengesellschaft, deren Konstruktion bis zu nächst Hauptversammlung 2017 vorgelegt werden wird und ab 2018/19 umgesetzt werden kann.

Die Planungen eines zukünftig erfolgreichen Scoutings zielen auf die Rekrutierung der besten Talente aus unseren unmittelbaren Nachbarländern (CZ, SVK, HUN, SLO, CRO, MGR, SRB, MAZ) ab, deren Abgänger dann in ihren Heimatlängern (Beispiel: Szanto) als Botschafter für dieses Modell auftreten und aus diesem Ausbildungsszenario sich positive Impulse für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft dieser Länder ergeben.

Ein wichtiger Meilenstein wird die Errichtung eines Trainingszentrums für alle Rapid-Mannschaften sein, als Magnet für die Top-Talente aus Zentraleuropa. Ein Patensystem bindet die einzelnen Jugendmannschaften an Mitglieder aus dem Präsidium. Petra Gregorits (U7-U10), Andy Kamper (U11-U14), Thomas Waldner (U15, U16), Gerhard Höckner (U18, Rapid II).

Eine interessante Folienfolge zeigt, dass je nach Geschäftsfeld nur ein Teil des vom Mitglied/Kunden/Partner eingesetzten Euro auch beim Verein bleibt. Im Merchandising ist es weniger als ein Viertel, was aber für eine Handelsspanne gleichzeitig einen außergewöhnlich hohen Wert darstellt.

Wachstum

In den kommen Jahren muss ein stetiges Wachstum angestrebt werden. Das kann durch Steigerung der Mitgliedernachfrage, durch Steigerung der Erlöse aus den Medienrechten erfolgen, es wird aber auch eine Variante einer Minderheitsbeteiligung an der Rapid AG/GmbH gedacht.

Insbesondere bei den Erlösen aus den Fernsehrechten steht es bei Rapid sehr schlecht, wenn man den internationalen Vergleich betrachtet. In allen vergleichbaren Ländern liegen die Einnahmen aus den TV-Rechten  deutlich höher, in Belgien sogar fast drei Mal so hoch als in Österreich. Dazu kommt, dass der Wert „11% kommt aus Fernsehgeldern“ ein durchschnittlicher Wert ist und bei Rapid sogar unter 5% liegt, dagegen die kleineren österreichischen Vereine deutlich über diesem Wert von 11 Prozent liegen.

Als Konsequenz auf diese für Rapid völlig unbefriedigende Situation wird aus der Sicht von Rapid bei den nächsten Vertragsverhandlungen gravierende Änderungen geben müssen, die bis zur Eigenvermarktung gehen können. Es könne nicht sein, so Krammer, dass man das Zugpferd bei den Einschaltziffern nicht leistungspropotional an den Einnahmen beteiligt.

Homepage

Die Homepage wird schrittweise auf Mehrsprachigkeit Richtung unserer neuen Zielmärkte in Mitteleuropa ausgebaut werden.

Durchführung der Wahl durch Direktor Kurt Dolinek

Es gab keine Veränderungen im Präsidium. Das Team wurde mit großer Zustimmung (ca. 96%) wieder gewählt; ebenso das Kuratorium und der Wirtschaftsprüfer.

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Änderungen in der Satzung des SK Rapid

Nach einem Entwurf, der gemeinsam mit Mitgliedervertretern und dem Präsidium ausgearbeitet wurde, kamen auch einige Änderungen in den Satzung zur Abstimmung, die allesamt angenommen worden sind.

Insbesondere wird in diesen Änderungen vorbereitet, dass an eine Verpfändung von Geschäftsanteilen an Kapitalgesellschaften gedacht wird aber dass eine solche Handlung nur nach Zustimmung der Hauptversammlung umgesetzt werden kann.

Es wurde auch die Möglichkeit geschaffen, dass Mitglieder über den Verein eine Aussendungen an alle Mitglieder durchführen können oder, dass eine solche Informationsweitergabe über die Homepage erfolgen kann.

Beirat

Der Mitglederbeirat des SK Rapid umfasst nach der durchgeführten Wahl die Mitglieder Sabine Karl und Paul Österreicher. Ersatzmitglied ist Stefan Singer.

Leider nicht ganz scharf, dafür aber sehr spontan, Sabine und Paul:

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Rapid-Mobil

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Auf der Seite www.rapid-mobil.at erfährt man alle Details zum Rapid-Mobilfunknetz. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit einer eigenen Wunschnummer. Alle diese 10.000 Rapid-Nummern haben folgenden Aufbau:

0677-1899-xxxx

 

Eine der bereits kultigen Doppelkonferencen zwischen Andy Marek und Steffen Hofmann betrafen diese Wunschrufnummern. Nachdem Steffen die Rufnummer 0011 zugeteilt bekam, fragte Andy, wie Steffen jetzt auf die vielen Anrufe reagieren würde. Steffen schlagfertig, er würde eben so oft abheben wie Andy, wenn man ihn auf seiner Nummer anruft.

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Die Tarife

€ pM   Min   SMS    MB 

9,90  1000  1000  3000  50MB/s Rapid Mobil Heimvorteil
5,90  ----  ----  3000  50MB/s Rapid Mobil Heimvorteil-Data
9,90   200   200   200         Rapid Mobil Roaming (EU-Länder+NOR,LIE,ISL)
2,00                   100MB/s Rapid Mobil LTE-Speedpaket
3,90   300   300               Rapid Mobil Refill-Paket
3,90              3000  50MB/s Rapid Mobil Refill-Paket Daten
 
€ pM €/Min €/SMS  €/MB
0,00 0,039 0,039 0,009         Rapid Mobil Basic
0,00 0,039 0,039 0,009         Rapid Mobil Basic
2,00                    21MB/s Rapid Mobil Basic Speed Paket

Rapid-Mobil wird von ventocom.at betrieben, die auch die Allianz-Sim, Hot und Liwest mit Netz versorgt. Die Preise von Rapid-Mobil sind etwa gleich mit jenen von Hot aber deutlich unter jenen von Allianz-Sim, allerdings bietet Allianz-Sim zusätzlichen Versicherungsschutz für Handy und Tablet.

Das Tagebuch wird über eine solche Rufnummernportierung von einem anderen Provider zu Rapid-Mobil berichten.

Es ist wichtig, zu erwähnen, dass alle Gewinne, die ventocom.at aus diesen Subverträgen erlösen würde an Rapid ausgeschüttet werden.

Allfälliges

Es gab auch einige interessante Anträge aus den Reihen der Mitglieder im Punkt „Allfälliges“. Es wurde eine Neuorientierung des Kuratoriums angeregt, in dem dem Kuratorium selbst diese  Aufgabe zugeteilt wurde.

Es gab einen Antrag, dass Firmenlogos einen Respektabstand zum Rapid-Wappen haben sollen und sich nicht all zu sehr an dieses annähern dürfen. Dieser Antrag wurde nicht angenommen, denn der Antrag war zu wenig präzise formuliert.

Die Möglichkeit, dass Mitglieder einen Antrag auf Ehrenpräsidentschaft stellen können, wurde diskutiert. Wegen des besonderen Gewichts einer solchen Ehrenpräsidentschaft wurde aber die bisherige Regelung beibehalten, damit diese Rolle nicht inflationär vergeben wird (Statement Domenico Jacono (diesmal ohne Kapperl)).

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Das neue alte Präsidium

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Mein Eindruck

Ich vermute, dass es ohne den Druck dieser Hauptversammlung den fliegenden Trainerwechsel von Büskens zu Canadi nicht schon im November sondern erst nach der Herbstsaisone gegeben hätte. Dieser frühe Wechsel hatte zur Folge, dass die Unzufriedenheit über die aktuelle Lage dem neuen Trainerteam nicht angelastet werden konnte und sich daher das Präsidium an dieser Front freigespielt hat. Bei allen Teilnehmern an dem Abend war eine Aufbruchsstimmung zu spüren, die der neue Trainer mit seinen klaren Worten verbreitet hat. Man stelle sich dieselbe sportliche Situation mit Andy Müller im Amt vor. Damit wäre die 96-prozentige Zustimmung zur Wiederwahl des Vorstandes sicher nicht möglich gewesen.

In diesem Metier des Fußballs ist vieles möglich. Zum Beispiel hätte es unter Büskens nicht zu diesen drei schmerzlichen Niederlagen kommen müssen, denn die Spieler sahen sich durch den Wechsel von einem Tag mit einer neuen Situation und neuen Ansprüchen konfrontiert. Um das alles zu verinnerlichen und zu automatisieren, braucht es viel Zeit, Zeit, die man in der Winterpause gehabt hätte. Natürlich ist das reine Spekulation aber sowohl der als „alternativlos“ präsentiere Trainerwechsel im Sommer als auch jener vor drei Wochen hatten einen wesentlichen Anteil an unserer Misere.

Alle Beteiligten wollten sicher das Beste für Rapid. Leider weiß aber in der Vergangenheit niemand, was genau das ist, „das Beste“. Wer würde sich nicht den Platz des Vorjahres zu dieser Zeit zurück wünschen, einer Zeit, die man meinte mit deutscher Power überbieten zu können. Heute wissen wir, wie gut eigentlich die gering geschätzte Vergangenheit war, oder nicht? Heute würden wir uns alle wünschen, diese beiden Trainerablösen wären nie passiert und man Zoki die Chance einer weiteren Saison im neuen Stadion gegeben hätte.  Dass es sich nicht wie gewollt entwickelt hat, ist nicht untypisch für nicht wirklich planbare Bereiche wie es „Erfolg im Fußball“ ist. Vielleicht zeigt uns Damir Canadi, dass man ihn doch herbeiarbeiten kann, den Erfolg.

Links

Doppelpass mit Tom Walek

Die Partner des SK Rapid, alle Business-Club-Mitglieder und auch Teile der InvesTORen trafen sich am Donnerstag zum Vernetzungstreffen „Doppelpass“.

Nach einer Begrüßung durch Präsident Michael Krammer gab es eine von Andy Marek moderierte Podiumsdiskussion zum Thema „Erfolg“. Ein Motto, das mir in Erinnerung blieb, was der Satz, dass „der Druck, der auf den Akteuren lastet, in Zug umgewandelt werden muss“, also etwas Hemmendes in etwas Treibendes.

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass es genügen würde, die optimalen finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen und das würde automatisch auch die sportlichen Erfolge zur Folge haben, was wieder umgekehrt zur Verbesserung der finanziellen Situation betragen würden, eine Art positiver Spirale.

Allein die letzten Monate haben uns aber doch vor Augen geführt, dass alle diese schönen Geldscheine uns in der konkreten Situation gar nichts geholfen haben.

Bei der Diskussion wurde viel zu wenig der Umstand angesprochen, dass das Spiel am Rasen eine viel größere Unberechenbarkeit hat als es bei wirtschaftlichen Planungen der Fall ist. Wegen der Schnelligkeit der Ereignisse geschieht vieles unbewusst, wirken Hemmungen, die sich auch gutem Training entgegenstellen. Und die größte Hemmung ist wohl die des Rekordmeister-„Titels“.

Tom Waleks Südpolvortrag

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Der Star des Abends aber war Tom Walek, der in einem packenden und sehr schnell vorgetragenen Bericht über seine Südpol-Expedition berichtete. Man konnte fühlen, dass es diese beeindruckende Siegermentalität von Hermann Maier war, die das österreichische Team nach neuntägigem Marsch durch die Eiswüste als erste bei der Forschungsstation am Südpol ankommen ließ, 46 Stunden von dem Konkurrenten, dem deutschen Expeditionsteam. Man bewegte sich auf einer Höhe von 3000 Metern, jeder mit einem Schlitten mit 80 kg im Schlepptau, bei -50 Grad Celsius und mit nur 3,5 Stunden Schlaf pro Tag. 10 kg Gewichtsabnahme trotz 10.000 kCal täglicher Energiezufuhr.

Das Motto: „Wer sein Ziel nicht kennt, der wird den Weg nie finden.“ und „Alles ist nichts ohne Teamwork.“

Übersetzt auf den Fußball: „Wer nicht klar den Meistertitel als Ziel definiert, hat eigentlich schon verloren.“ und „Wenn die Spieler nicht mannschaftsdienlich agieren, wir das Siegen schwierig.“

Interessant das zugehörige historische Zitat von Marc Aurel (121-180 römischer Kaiser): „Was dem Schwarm nicht nützt, das nützt auch der einzelnen Biene nicht.“ und von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) „Nach unserer Überzeugung gibt es kein größeres und wirksameres Mittel zu wechselseitiger Bildung als das Zusammenarbeiten.“

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass Rapid schon eine lange Titel-Durststrecke hinter sich hat und man sich natürlich fragen muss, ob man sich nicht zu sehr mit dem gebetsmühlenhaft wiederholten „Rekormeister“-Titel begnügt und die allerletzte Anstrengung für den Meistertitel fehlt.

Vielleicht war diese Veranstaltung ein Weckruf und vielleicht ist der zeitgleich vorgestellte Damir Canadi jener „Hermann Maier des Fußballs“, der Rapid mit der ihm zugeschriebene Akribie auf die Überholspur bringt.

Rapid-Fahne am Südpol!

Sensationell aber war, dass diese Südpol-Expedition eine Rapid-Fahne am Südpol gehisst hat und dass die Fahne auch weiterhin dort verweilt. Im Bild Tom Walek mit der Rapid-Fahne hinter der  Stahlkugel, die den Südpol markiert und vor der Amundsen-Scott-Südpolstation.

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Ambiente

Ein tolles Buffet mit anschließender Whisky- und Gin-Verkostung rundete die Veranstaltung ab.

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Das Filmteam von W24 nutzte die Gelegenheit zu Interviews. Hier mit Christoph Schößwendterd15a2664

…un hier mit Stefan Singer.d15a2666

Links

Die Sterne stehen gut!

Rapid, fest in deutscher Hand

Dass bei Rapid gleich vier Deutsche in sportlichen Schlüsselpositionen tätig sind, ist wahrscheinlich eine zufällige Konstellation, vielleicht so wie die Konjunktion von Planeten eine ist.

☿♀⊕♂♃

Konjunktion bedeutet in der Astronomie, dass sich Himmelsobjekte auf derselben Beobachtungslinie befinden. Die Symbole in der obigen Zeile repräsentiert die Planeten Merkus ☿, Venus ♀, Erde ⊕, Mars ♂ und Jupiter ♃. Wenn diese Planeten**) also von der Erde aus gesehen auf einer Linie sind, dann ist es eine Art „Planeten-Bingo“.

Sterndeuter nehmen solche Ereignisse ernst und interpretieren Allerlei hinein, bis hin zum Weltuntergang. Ein solches, in früheren Jahrhunderten als Weltuntergangsszenario prognostiziertes Himmelsereignis, gab es tatsächlich im Jahr 2000, da war auch noch der Saturn in dieser Reihe.*)

Diese planetarische Konjunktion ist aber nur eine Sache des Blickwinkels und von sonst keiner Bedeutung.

Dass es bei Rapid vier Deutsche in Schlüsselpositionen geschafft haben, ist ebenfalls ein auffälliges Zusammentreffen, eine Konjunktion. Es ist wahrscheinlich reiner Zufall, hat aber möglicherweise sehr positive Auswirkungen auf den Erfolg von Rapid. Allein schon, weil sie, die Vier, untereinander keine Verständigungsprobleme haben!

Immerhin sind sie schon sprachlich integriert, denn die Grundlektion, die richtige Aussprache von „Rapid (rapíd), haben sie schon gelernt. Beutewiener, wie Rudi Edlinger einmal gesagt hat.

Die meisten Rapid-Legionäre waren Deutsche

Unsere ewige Liste der Legionäre zählt 143 Legionäre, davon 32 Deutsche, die bei Rapid tätig waren. Allein sieben davon hat es in den Kriegsjahren nach Wien verschlagen. Hier die Liste der Deutschen bei Rapid im Detail:

deutsche

Man sieht, die Deutschen sind uns die liebsten! (oder wir ihnen?)

Karrierevergleich

Die folgende Tabelle zeigt den Karriereverlauf der aktuellen Rapid-Deutschen, wobei die Zeit als Spieler weißen Hintergrund und die Zeit als Trainer grauen/grünen Hintergrund hat.

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Warum Deutsche?

Haben Deutsche eine natürliche Begabung für das Fußballspiel und sind deshalb immer ganz oben zu finden?

Wer es in Deutschland in eine der Top-Ligen schafft, egal, ob als Trainer oder Spieler, der hat sich gegen eine vielfach größere Konkurrenz durchgesetzt als es in Österreich der Fall ist.

Die Dichte der Fußballvereine in Mitteleuropa kann man sicher als ähnlich annehmen. In absoluten Zahlen gibt es (bei derselben Vereinsdichte) in Deutschland – sagen wir – zehn Mal mehr Vereine als in Österreich. Aber die Anzahl der Top-Vereine ist in Österreich 20 (10+10) und in Deutschland 56 (18+18+20), also nur drei Mal und nicht zehn Mal so viele. Daher ist die Selektion für die Akteure in Deutschland größer.

Nach diesem Grundsatz „Spieler aus Top-Ligen“ wählt Marcel Koller seine Spieler aus, und dass Rapid vier Deutsche in seinen Reihen hat, weist tendenziell auch in diese Richtung .

Auch bei unserem Lieblings-Gegner sind deutsche Trainer fast schon Tradition (Christoph Daum, Joachim Löw, Thorsten Fink). Interessantes Detail: In den letzten 20 Jahren „verbrauchte“ die Austria 29, Rapid aber nur 13 Trainer.

Vielleicht kann Rapid sogar von einem gewissen „Kamerad-Schnürschuh-Effekt“ profitieren, in dem Sinn, dass die Deutschen dieser stärkeren Auslese wegen hier ihre Qualifikation beweisen wollen.

Matthäus, ein Gegenbeispiel?

Die mit dem achten Platz sportliche Pleite des Deutschen Lothar Matthäus bestätigt diese Behauptung der stärkeren Auslese in Deutschland nicht gerade.

Wenn man aber die Karriere von Lothar Matthäus genauer betrachtet, sieht man, dass er seine Sporen als Trainer nicht in Deutschland verdient hat, sondern Rapid überhaupt sein erster Verein als Trainer war. Daher trifft auf ihn das Argument der stärkeren Selektion in Deutschland nicht zu.

Aber dieses schwere Jahr für Rapid bescherte uns mit dem damaligen Nachwuchsspieler Steffen Hofmann eigentlich ein Fußballwunder, denn welcher Spieler kann schon heutzutage auf 15 Jahre bei einem Verein zurückblicken.

AEIUO

Dass Deutsche in Österreich bleiben, hängt auch an (zufälligen) familiären Umständen. Sowohl Carsten Jancker als auch Steffen Hofmann haben über ihre Partner den Lebensmittelpunkt in Österreich gefunden. Es erinnert ein bisschen an den habsburgischen Slogan „AEIOU“, der ausdrückt, dass man sich erfolgreicher durch Heirat stärkt. In kriegerischen Auseinandersetzungen hat Habsburg sehr oft, den Kürzeren gezogen und das wieder erinnert uns fatal an Fußball. Vielleicht mutiert ja unser Trainer Mike auch zu einem sesshaften Wiener, wer weiß. Erfolg macht vieles möglich.

Sterndeutung

Immer, wenn wir nicht wissen, warum eine auffällige Situation so ist, wie sie ist, wenn sie also zufällig ist oder uns zumindest zufällig erscheint, dann beginnt die Zeit der „Sterndeuter“, die meinen, daraus etwas für die Zukunft ableiten zu können. Und sie schwanken dabei von einer positiven Zeitenwende bis hin zum Weltuntergang; Man kann es sich aussuchen.

Was also können wir also aus unserer deutschen Personal-Konjunktion prognostizieren?

Noch nicht sehr viel! Es gab ja erst 6 Pflichtspiele mit 4 Siegen (Karabagh, Ried, Zhodino, Austria), einem Unentschieden (Zhodino) und einer Niederlage (Altach). Aber die gefühlte Euphorie und das Vertrauen der Fans ist groß und man hat das Gefühl, dass derzeit bei Rapid „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.

Gehen wir also davon aus, dass diese Konjunktion gemeinsam mit dem neuen Stadion eine positive Zeitenwende für Rapid eingeläutet hat und unser Kapitän noch einen späten Titel zu seinen zwei 2005 und 2008 hinzufügen kann- und wir natürlich mit ihm!

Kennst Du den?

Abschließend noch ein Witz, an den mich diese personellen Besonderheit erinnert hat: Ziehen vier reiselustige Fußball-Profis aus Deutschland nach Österreich. In Deutschland hat man den Abgang nicht besonders wahrgenommen, in Österreich aber werden sie Stars. (In Abwandlung des inversen Burgenländer-Witzes, bei dem ein Burgenländer in die Steiermark übersiedelt, worauf es im Burgenland einen Todl weniger gibt und in der Steiermark einen Ingenieur mehr.)


Bilder

Bilder in diesem Tagebuch sind mit wenigen Ausnahmen immer selbst gemacht.

  • Bild von Andreas Müller und Mike Büskens von der Pressekonferenz am 26. 7. 2016
  • Bild von Carsten Jancker vom Rapid-Stammtisch am 18. 5. 2011
  • Das tolle Foto von Steffen Hofmann vom Falter-Cover vom Februar 2016, das auch im Rapideum zu sehen ist, hat es mir aber angetan. Der Fotograf des Bildes, Christopher Mavrič, hat mir freundlicherweise erlaubt, es für diesen Artikel zu verwenden.
Portrait von Steffen Hofmann, Mittelfeldspieler bei Rapid Wien

Portrait von Steffen Hofmann, Mittelfeldspieler bei Rapid Wien. © Christopher Mavrič

Das Bild erinnerte mich an jenes vom Augustin, bei dem ein Artikel über den „Grün-weißen Herrn Violett“ erschienen ist und das ich symbolisch für den planetarischen Beobachter auf der Erde in die Mitte der Titel-Collage gestellt habe.

planeten

Links


Anmerkungen

*) Dass diese Konjunktion im Jahr 2000 zu liegen kommt, ist kein Zufall. endzeitIn seinem Buch „Endzeit“ beschreibt Sepp Rothwangl auf eindrucksvolle Weise die Entstehung unserer Zeitrechnung. Früher nahm man an, dass die Existenz der Welt mit einer solchen großen Planetenkonjunktion begann und dass ihr Ende wieder durch ein solches Ereignis markiert sein wird. So kompliziert uns das auch erscheinen mag, diese Ereignisse konnte man schon sehr früh, sehr exakt vorausberechnen. Das tat der spätantike Mönch Dionysius Exiguus. Er war der Urheber der AD-Jahreszählung („Anno Domini“) unseres heutigen Kalenders. Sepp Rothwangl zeigt, wie willkürlich diese Jahreszahlen eigentlich sind. Sie wurden damals, vor 1500 Jahren so festgelegt, dass der „Weltuntergang“, durch eine große Planetenkonjunktion, gerade auf das „runde“ Jahr 2000 zu liegen kam. Wie hartnäckig sich solche Aberglauben auch in unserer aufgeklärt scheinenden Zeit halten, zeigen Sekten, die im Jahr 2000 tatsächlich auf diesen Weltuntergang warteten.

**) Zu den Planeten zählten im Frühmittelalter auch der Mond und die Sonne.

Vorschau

Nicht vergessen, morgen Freitag findet um 19:30 das erste Heimspiel von Rapid II auf West I statt. Jahreskartenbesitzer zahlen die Hälfte (5,-/3,- Euro). Vollständiger Pressetext.

Grün-weißer Sommer 2016

2016-07-05 10:00 Happel-Stadion Training
2016-07-05 15:00 Happel-Stadion Training
2016-07-06 18:30 Langenrohr SV Langenrohr-Rapid II (Testspiel)
2016-07-08 19:30 Dornbach FC Karabakh Wien – Rapid (Cup, 1. Runde, unbekannt)
2016-07-09 10:00 Happel-Stadion Training
2016-07-09 16:00 Weststadion Wieder zuhause. Erstbesteigung der Tribünen inklusive Legendespiel.
2016-07-13 15:00 Gerhard Hanappi-Platz 1 Eröffnung Fanshop und Ticketcenter
2016-07-14 18:00 Gerhard Hanappi-Platz 1 Eröffnung Rapideum. Vorher Enthüllung der Schönecker-Statue.
2016-07-15 18:00 Ollersdorf Sturm Amateure-Rapid II (Testspiel)
2016-07-16 18:00 Weststadion Rapid-Chelsea (Eröffnungsspiel)
2016-07-19 18:00 Ollersdorf Fürstenfeld-Rapid II (Testspiel)
2016-07-22 18:00 Ollersdorf Team Wiener Linien-Rapid II (Testspiel)
2016-07-23 16:00 Weststadion Rapid – SV Ried (Liga, 1. Runde)
2016-07-28 offen EL 3.Runde – Rapid (3. Runde)
2016-07-29 18:30 Südstadt Hull City U21 – Rapid II
2016-07-31 16:30 Altach SCR Altach – Rapid (Liga, 2. Runde)
2016-08-04 offen EL 3.Runde – Rapid (3. Runde)
2016-08-05 19:00 Parndorf SC/ESV Parndorf – Rapid II (1. Runde)
2016-08-07 16:30 Happel-Stadion Austria Wien – Rapid (Liga, 3. Runde)
2016-08-12 19:30 West1 Rapid II – Schwechat (2. Runde)
2016-08-13 Weststadion Rapid – Admira (Liga, 4. Runde)
2016-08-18 offen EL 4.Runde – Rapid (4. Runde)
2016-08-20 Wolfsberg RZ Pellets WAC/St. Andrä – Rapid (Liga, 5. Runde)
2016-08-21 17:30 Obergrafendorf SKN St. Pölten A – Rapid II (3. Runde)
2016-08-25 offen EL 4.Runde – Rapid (4. Runde)
2016-08-26 19:30 Amstetten SKU Amstetten – Rapid II (4. Runde)
2016-08-27 Weststadion Rapid – Red Bull Salzburg (Liga, 6. Runde)

Mike Büskens, neuer Rapid-Trainer

Die Berichte kommen schneller als man schreiben kann. Es ist Mike Büskens geworden.

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Laufbahn von Andreas Müller als Trainer (Quelle Transfermarkt)

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Laufbahn von Mike Büskens als Trainer (Quelle Transfermarkt)

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2009 trennten sich ihre Wege, Andi Müller ging zu Hoffenheim und Mike Büskens zu Greuter Fürth, Düsseldorf und wieder zu Schalke.


Ich möchte, dass mein Eindruck falsch ist, aber bis dahin werde ich das Gefühl nicht los, dass Zoki einfach ausgebootet wurde. Mit einem konstruierten Grund.

Eine rein Deutsche Seilschaft regiert den Sport bei Rapid.

Wer kommt?

Wenn ein Verein sich vorzeitig von seinem Trainer trennt, muss er die Lohnkosten bis zu einem neuen Dienstverhältnis des Trainers weiter bezahlen; umgekehrt, wenn der Trainer kündigt, verliert es seine Ansprüche. Vielleicht heißt also dieses „einvernehmlich“, einen Mittelweg, der auch für den Verein kostenschonend ist und für Zoki noch tragbar.

Aus einem Bericht von laola1 werden folgende Personen als mögliche Nachfolger genannt, wobei aber schon durchgesickert ist, dass eine Person aus dem Rapid-Umfeld oder auch nur ein Österreicher nicht in der engeren Auswahl ist. Daher sind diese Kandidaten in der Liste schon weiter hinten gereiht. Der Link auf jedem Namen führt zu der Seite im Transfermarkt, wo man Details findet.

  1. Mirko Slomka
  2. Markus Gisdol
  3. Andre Breitenreiter
  4. Tayfun Korhut
  5. Dietmar Kühbauer
  6. Murat Yakin
  7. Armin Veh
  8. Oliver Lederer
  9. Andreas Herzog
  10. Damir Canadi

Im Nachhinein lässt mich die Idee nicht los, dass mit ein Grund für die schlechten Ergebnisse im Frühjahr die sich verschlechternde Gesprächsbasis zwischen Trainer und Sportdirektor seit Jahresanfang ist, wobei man nicht klar zwischen einer verständlichen Reaktion auf schlechte Ergebnisse und einer eventuellen Absicht unterscheiden kann.

Es soll ein Deutsch sprechender Trainer werden, hört man. Vielleicht ist ja ein Hinweis darauf, dass das Wienerisch eines Zoki vom Sportdirektor nicht mehr so ganz zu dem Deutschen gezählt wird und eine Deutsch-Deutsche Trainerachse in Zukunft die sportlichen Geschicke Rapids lenken wird. Hier bei uns nennt man das „Freunderlwirtschaft“, denn zu einem objektivierenden Hearing wird es bis Donnerstag ja kaum reichen. Aber vielleicht ist alles ganz anders und eine solche Kandidatenselektion hat schon stattgefunden. Wer weiß?

Links vom 6. und 7. Juni

 

 

 

 

Ein guter Trainer geht

Ich habe in den Anfängen meiner Rapid-Zugehörigkeit einen ähnlichen Abgang erlebt. Damals war es am Saisonende 1999/2000 Heribert Weber. Rapid war auf dem dritten Tabellenplatz. So etwas (2. oder 3. Platz wäre Rapid nicht würdig, hörte man vielerorts und hört man heute auch.)

So ganz schlau wird man von der Presseaussendung ja nicht. Es wird davon gesprochen, dass „wir zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind“. Lösung für welches Problem? War es der zweite Platz? War dieses Tief im Frühjahr schon eine Art Vorbote für etwas, was wir Zuschauer nicht wissen? War es ein Rausschmiss, dem man die Einvernehmlichkeit umgehängt hat?

Die Presseaussendung klingt so, als hätte Zoki das Handtuch geworfen. Aber viel zurückgehalten hat man ihn offenbar nicht. Zoki dürfte nicht allzu viel Rückhalt bei seinem Sportdirektor gehabt haben. Die leiden ja beide unter dem enormen Erfolgsdruck ihrer Umgebung. Und statt sich gemeinsam dagegen zu stellen, trennt man sich lieber. Der (noch) Stärkere bleibt.

Auf der einen Seite gibt die ganze Belegschaft Gas, werden viele neue Mitarbeiter aufgenommen, um jenes Geld zu erwirtschaften, das für Meistertitel heutzutage einfach notwendig ist. Anderseits ist das Geld ja noch nicht da; man spricht nur davon, dass man es dereinst haben wird. Warum soll also jetzt schon ein Meistertitel da sein? Nur, weil wir ihn als Dekoration für das neue Stadion gut gebrauchen könnten? Erwarten konnte man einen solchen Titel nicht. Speziell nicht nach dem ziemlich verunglückten Stürmerkauf im vorigen Sommer, nach dem Abgang von Robert Beric.

Ich sehe beim Sportdirektor Andy Müller mehr Fragezeichen als beim Trainer. Statt in der Winterpause in eine Jelic-Konkurrenz zu investieren, wurde nichts gemacht. Die Folge: wieder kein Titel! Durch den Abgang von Zoki muss man nicht weiter nach einem Schuldigen (für was?) suchen. Der Sportdirektor bekommt nach Zokis Abgang eine Verschnaufpause. Aber ich denke, es war seine letzte, wenn sich jetzt nicht etwas bewegt.

Ich denke, dass es Zoki nicht schwer fallen wird, einen Nachfolgeverein zu finden.

Trainer der letzten 20 Jahre

Eine solche Zäsur, ist Gelegenheit, zurück zu schauen.

Aus meiner Sicht waren die Jahre mit Zoki die besten Jahre, die wir mit Rapid erlebt habe und auch der beste Trainer, den ich erlebt habe. Dem Nachwuchs zugetan, den Medien sachlich und immer mit einem leichten Schmäh begegnend. Sollte jemand einwenden, dass es keine Meistertitel gegeben hätte… Mit den Meistertiteln ist es so eine Sache. Erinnert Euch an Hans Knaus, der bei der WM um eine lächerliche Hundertstel Sekunde hinter Hermann Maier geblieben ist. Dem Hans ist es mit dem Hermann so ergangen wie Rapid mit RB.

Die folgende Tabelle vergleicht alle Trainer seit Ernst Dokupil. (Bitte die Zahlen bei Kurzzeittrainern nicht ernst nehmen.)

Trainer von bis Spiele S U N PpS Alter Wechsel (%)
Barisic Z. 2013 2016 152 78 36 38 1,78 23,9 18,8
Barisic Z. 2011 2011 10 4 2 4 1,40 26,9 33,2
Schöttel P. 2011 2013 82 37 21 24 1,61 25,7 20,9
Pacult P. 2006 2011 210 109 48 53 1,79 26,5 19,0
Zellhofer G. 2006 2006 23 7 4 12 1,09 27,8 22,5
Hickersberger J. 2002 2005 154 70 38 46 1,61 26,2 17,4
Matthäus L. 2001 2002 32 9 9 14 1,13 26,2 12,5
Persidis P. 2001 2001 6 2 1 3 1,17 26,3 7,7
Dokupil E. 2000 2001 51 25 14 12 1,75 28,2 17,6
Weber H. 1998 2000 98 53 21 24 1,84 27,6 17,0
Dokupil E. 1994 1998 173 89 39 45 1,77 26,7 18,2

Bei den erreichten Punkten pro Spiel (PpS) liegt Heribert Weber mit 1.84 vor Peter Pacult (1,79) und Zoran Barisic (1,78). Aber an dieser Zahl allein liegt es nicht, ob man Meister wird. Meister kann man auch mit weniger Punkten werden, wie Josef Hickersberer mit 1,61 Punkte zeigt. (Stimmt nicht ganz, man müsste die Punkte pro Saison vergleichen.)

Mit 18,2 % Wechselquote (jeweils bezogen auf das vorige Bewerbspiel) liegt Zoran Barisic ganz vorne (sieht man von der Zellhofer-Episode ab, dort war es eher die Verzweiflung).

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Das letze Bild, das ich von Zoki als Trainer machen konnte, vom Spiel Rapid II-Schwechat am Elektra-Platz von 23. April 2016.

Danke Trainer!