Stammtisch

Es war schon der fünfte Stammtisch im neuen Stadion und es war einer mit Aufbruchsstimmung. Aber das kennen wir schon von vorigen Saisonen, denn vor dem ersten Spiel ist man noch voller Optimismus.

Anfangs erinnerten Laurin Rosenberg und Stefan Kjaer an das Jubiläum, das am Tag des Spiels gegen Mattersburg begangen wird. Am 22. Juli 1997 wurde der “Erster Wiener Arbeiter Fußball-Club” gegründet. Es wurde auf die Arbeiten an einem Projekt hingewiesen das voraussichtlich im Oktober gestartet werden wird und das auch bereits auf der Rapid-Homepage vorgestellt wird: Die SK Rapid Zeitreise.

Die Gäste

vlnr. Stefan Schwab, Anton Beretzki, Goran Djuricin, Andy Marek, Fredy Bickel, Andy Felber (ORF)

Die Einleitung war eine Wiederholung vom Vortag und daher wird hier auf den Bericht über das Fanklub-Treffen verwiesen. Auch die Statements des Trainers und des Kapitäns waren jene des Vortags.

Ganzjahresvorverkauf

Im gestrigen Bericht wurde ein Punkt übersehen: der Ganzjahresvorverkauf. Es ist ab sofort möglich, für alle Spiele der laufenden Saison Karten zu erwerben, auch wenn die Paarung noch nicht terminlich fixiert ist. Für diese Karten sind die Sektoren 4 (Nord) und 8 (Ost) reserviert.

Konditionstrainer

Erstmals lernten wir Anton Beretzki kennen, der eine tolle Karriere vorzuweisen hat. 2000 war Toni Chef-Konditionstrainer im österreichischen Abfahrtsteam und dort für die Fitness von Maier, Walchofer, Eberharter und Knaus zuständig. Nach einem Intermezzo in Salzburg bei Kurt Jara arbeitete er bei Spartak Moskau und der Euro-League und kam dann in die Südstadt, wo ihn auch Stefan Schwab kennen lernte. Danach kam eine Phase als Fitnesstrainer des amerikanischen Schiteams, wo er u.a. mit Miller und Vonn arbeitete.

Die Schiathleten trainieren etwa 5-7 Stunden pro Tag und im Trainingslager ist es oft noch deutlich mehr.

Auf die Frage, ob diese Schifahrer ihr Können erlernen oder ob sie es mitbringen, meint er, dass das schon vorgeformte Typen sind, die “aus dem Granit der Alpen herausgesprengt sind”.

Man betonte, dass man mit der bisherigen Arbeit von Alexander Steinbichler durchaus zufrieden war und dass Alexander nunmehr das Team von Rapid II betreue.

Sportdirektor

Fredy Bickel erklärte die Umstände der Transfers und die schwierige Situation der nunmehr 5 Innenverteidiger. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als dass man sich bei Rapid für den ursprünglich aus ganz anderen Motiven durchgeführten Transfer von Christoph Schößwendter verantwortlich fühlte und die guten Kontakte zu Helmut Schulte genutzt hat, um für Christoph eine akzeptable Alternative zu bieten, was auch sehr gut gelungen ist.

Bei einer späteren Frage aus dem Publikum wurde deutlich, was genau der Unterschied in der Vorgehensweise von Laien und der eines verantwortungsbewussten Managers ist. Während das Publikum mit der Verurteilung (von wem auch immer) sehr rasch bei der Hand ist (hier hieß es “Rapid hätte keine Stürmer”), konnte man an der Antwort von Fredy Bickel ablesen, dass es in einer wertschätzenden Umgebung solche Sätze einfach nicht gibt. Alle, die zum Team gehören, sind wertvoll und man begegnet ihnen immer mit Respekt.

Fredy kann Menschen kündigen, ohne sie dabei zu verletzen. Er hat auch eingestanden, dass besonders die Trennung von Christoph Schößwendter mit “eineinhalb tränenden Augen” erfolgt ist. Mir imponiert seine Vorgangsweise, und er hätte vermutlich die drei letzten Trainer (Zoki, Peter und Peter) nicht in dieser verhältnismäßig unfreundlichen Form gehen lassen.

Andy Felber

…stellte sich als Vater eines Nachwuchskickers vor. Sein Sohn Elias war seit dem 14. Lebensjahr in allen Nachwuchsteams und hat als einer von nur zweien alle diese Etappen bis zu Rapid II inklusive Matura erfolgreich absolviert. Wer weiß, vielleicht werden wir ihn schon bald in der Kampfmannschaft begrüßen dürfen.

Andy beschrieb unseren Trainer als sehr authentisch und war sehr optimistisch, was die Zukunft der Kampfmannschaft mit Gogo betrifft.

Unsere Runde

Janine; Andy, Arnold, Christian, Florian, Franz, Gerhard, Gregor, Hannes, Mario, Pepi. Eine beachtliche Runde. 8 Plätze bestellt aber 11 sind gekommen. Wir haben daher vorsorglich für den nächsten Stammtisch 12 Plätze reserviert. Im Bild: Andy und Pepi

Jetzt wird’s ernst

Nur mehr zwei Mal schlafen, den Film des Block-West im Gartenbau-Kino und die erste Rapid-Viertelstunde anschauen und dann geht’s los gegen Mattersburg. Mögen alle guten Vorsätze aufgehen!

Fanklubtreffen

Das Rapid-Klubservice lud traditionell vor Saisonbeginn zum Fanklubleitertreffen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Interviews und auch die Diskussionen danach in einem sehr offenen und ehrlichen Gesprächsklima, vielleicht wie in einer Familie geführt wurden.

Erinnerungsfoto

Eine besondere Überraschung erwartete uns gleich im Foyer: Alle Fanklubvertreter wurden vor dem neuen Transparent, gemeinsam mit Goran Djuricin, Stefan Schwab und Boli Bolingoli fotografiert. Während der Veranstaltung druckte Birgit alle Bilder aus. Nach dem Treffen bekamen jeder einzelne Gast dieses Bild als Geschenk! Eine tolle Idee! Für mich war es das erste Bild mit Rapid-Spielern überhaupt. Jetzt hat es einen Ehrenplatz am (leider unaufgeräumten) Schreibtisch.

Danke!

Die Rapid-Homepage zählt derzeit 209 Fanklubs. von diesen kamen Vertreter von 54 Fanklubs, insgesamt etwa 120-150 Gäste. Ein Getränk und ein Imbiss war gratis.

Am Podium waren vlnr. Boli Bolingoli, Stefan Schwab, Goran Djuricin, Andy Marek, Christoph Peschek und Robert Racic.

Abonnenten

Mit heutigen Stand gibt es 10.708 Abonnenten, 2.000 VIP-Abos und 750 Partner-Abos, das sind insgesamt 13.500 Abos, das sind etwa 500 Abonnenten weniger als im Vorjahr. Im Block-West sind 5.150 Abos verkauft, im Vorjahr waren es über 6.000. Allerdings sind etwa 500 auf die bequemeren Sitzplatzsektoren neben dem Block-West abgewandert. Eine beachtliche Bilanz, bedenkt man die Misserfolge der vergangenen Saison.

Von den 10.800 Abonnenten haben 2.000 die Variante Abo-Plus gewählt mit automatischer Buchung von Cup-Spielen und internationalen Spielen und automatischer Aboverlängerung.

Mitglieder können jetzt im geschützten Verkauf zwei (statt bisher eine) Karten erwerben. Dafür wurden die Sektoren 4 (Nord) und 8 (Ost) reserviert.

Andy Marek berichtet, dass er immer wieder mit Fußballinteressenten spricht, die den Stadionbesuch scheuen, weil sie durch die Negativ-Presse (Pyrotechnik, Fanausschreitungen…) davon abgehalten werden. Wie es wirklich im Stadion ist, wissen aber die wenigsten.

Unser “Rapid-Alter” liegt bei 17 Jahren; wir begannen 2001 Spiele zu besuchen. Wir hatten nie ein Erlebnis, das dazu Anlass gegeben hätte sich wieder zurück zu ziehen. Im Gegenteil, wir haben ein große Zahl sehr interessanter Menschen kennen gelernt und vor allem das Gefühl, mit diesen vielen anderen trotz aller Verschiedenheiten ein gemeinsam Ziel zu verfolgen und sich über gemeinsame Erfolge zu freuen und auch manchmal zu ärgern.

Wer dieses starke Kollektiv einmal in netter Gesellschaft erlebt hat, wird es nicht missen wollen. Wir sollten daher potentielle Zuschauer ermuntern, einmal mitzukommen und die einzigartige Atmosphäre im Stadion mitzuerleben.

Mitglieder

Rapid hat aktuell 12.200 Mitglieder, 950 Jugendmitglieder, 2730 Greenies, das ist ein historischer Höchststand von 16.205 Mitgliedern. An dieser Stelle richtete Rapid die Bitte an alle hier mitlesenden, zu einem Rapid-Mitglied zu werden. Andy Marek besucht mit Spielern im Monat mehrere Fanklubs und immer wieder fragt er, wie viele der Fanklubmitglieder auch Rapid-Mitglieder sind. Es stellt sich heraus, dass die Fanklubmitgliedschaft mit der Rapid-Mitgliedschaft verwechselt wird. Wenn Du also etwas zum zukünftigen Erfolg von Rapid beitragen willst, werde Mitglied bei Rapid. -> Anmeldeformular

Merchandizing

Erstmals hat der Jahresumsatz beim Fanartikelverkauf die 4-Millionengrenze überschritten. Für den Spielbetrieb verbleibt davon aber nur ein Viertel.

Kartenvorverkauf

Für das erste Spiel gegen Mattersburg sind 16.000 Karten verkauft, für das Derby 19.000.

Mannschaften, die international spielen, müssen in Kauf nehmen, dass ihre Ligaspiele in diesen Wochen immer auf den Sonntag fallen. Rapid hat das in den letzten Jahren ausreichend miterlebt. Rapid ist aber heuer international spielfrei und man könnte meinen, dass Rapid mehr Samstag-Spiele zu bestreiten haben wird. Aber das Spiel gegen die Admira in Runde 4 wurde auf den Sonntag verlegt, obwohl drei Mannschaften in dieser Woche international spielen. Das ist nur schwer verständlich.

Ticketbörse

Ab dem Wiener Derby wird es auf der Rapid-Homepage eine Ticketbörse geben, bei der man im Falle einer Verhinderung seine Abokarte an Interessenten weitergeben kann.

Auswärtsabos

Bis zur ersten Auswärtsfahrt ist es noch möglich, Auswärtsabos zu kaufen. Robert Racic berichtet über seine Erlebnisse bei Auswärtsfahrten und über die bürokratischen Hürden bei der Zulassung von Choreografien und deren Überwindung. Wir dürfen und sollen uns in allen Belangen an Robert wenden.

Rapideum

Das Rapideum verzeichnete bisher 20.000 Besucher. Das Team Thorsten Leitgeb, Laurin Rosenberg und Markus Lenzenhofer erwarten auch Euren Besuch!

Museen erinnern und auch immer an bedeutende Jahrestage, etwa an den 22. Juli 1897, der Gründung des “Ersten Wiener Arbeiter Fußball.Club”. Daher wird auch beim Spiel gegen Mattersburg dieses Ereignis eine wichtige Rolle spielen.

Das Rapid-Lazarett

Trainer Gogo erinnert an wissenschaftliche Untersuchungen, dass Verletzungen häufig im Zuge eines Trainerwechsels vermehrt auftreten. Ganz schlimm soll es bei Mourinho und Klopp sein. Man könnte es also als Laie fast als eine Drohung ansehen, wenn die Spiele jetzt vom neuen Athletik-Trainer Toni Beretzki “gequält” werden. Glücklicherweise sind aber solche Aussagen statistischer Art und müssen im Einzelfall nicht so gravierend sein.

Wir können aber damit rechnen, dass Philipp Schobesberger in drei, Ivan Mocinic in 6-9 Wochen wieder voll der Mannschaft zur Verfügung stehen.

Popularität

  • Ein Viertel aller Fußball-Interessierten in Österreich sind Rapid-Anhänger.
  • Die Hälfte aller Fußball-Interessierten in Wien sind Rapid-Anhänger, 14% sind Austria-Anhänger.

(Untersucht von Repocon (?))

Trainingszentrum

Die höchste Priorität bei den Rapid-Planungen hat derzeit das Trainingszentrum, wobei zusätzlich zum Areal des Happel-Stadions auch noch zwei weitere untersucht werden. Eine Entscheidung wird 2018 erfolgen und 2019 wird mit der Umsetzung begonnen. Diesem Projekt sind andere Ideen, wie zum Beispiel eine Damenmannschaft, untergeordnet.

Ein kommunikativer Boli

Wir erinnern uns noch gut an die Deutsch-Stunden von Robert Beric und Srdjan Grahovac und waren auch überrascht, wie gut sich die beiden bei ihren Besuchen beim Klub der Freunde ausdrücken konnten. Auch Markus Heikkinen war eine richtige Deutsch-Kanone. Bei den weiteren internationalen Zugängen Jelic und Traustason hat die Sprachintegration sehr wenig geklappt. Es ist uns kein einziges Interview mit den beiden in Erinnerung. Sie konnten auch am Spielfeld nicht richtig Fuß fassen. Boli erscheint als Kommunikationskanone und man hat das Gefühl (und sagte das auch), dass er sich schon gut in Wien und in der Mannschaft eingelebt hat.

Stefan Schwab erzählte eine Anekdote. Da ist ein perfekt Portugiesisch sprechender Joelinton auf der einen und ein perfekt Englisch sprechender Boli. Man könnte meinen, dass die beiden sehr schlecht miteinander kommunizieren können. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wie sie das machen, weiß man nicht, Deutsch kann es nicht sein. Aber sie sind schon sehr gut befreundet.

Depression Frühjahr 2017

Stefan Schwab berichtet über die schwere Zeit im Frühjahr. Er beschreibt, wie ausweglos den Spielern die Lage erschienen ist, dass man nach einem Rückstand im besten Fall auf ein Remis hoffen konnte und das Toreschießen insgesamt sehr schwer gefallen ist. Wir können nur hoffen, dass wir jetzt, im Sommer 2017 wieder dort sind, wo wir mit Zoki vielleicht schon waren. Die nächsten Runden werden es uns zeigen.

Belüftungen Osttribüne

Es wurde darüber berichtet, dass die Hitzeentwicklung in den obereren Reihen der Osttribüne während der Sommermonate beträchtlich ist. Man werde sich mit Harry Gartler besprechen und Lösungen untersuchen. Aber sehr zuversichtlich ist man in dieser Sache nicht.

Unsere Runde

Florian, Gregor und Christoph

Tag der offenen Tür

Es war das erste Mal, dass wir uns am Tag der offenen Tür vor dem neuen Stadion versammelten. Andy Marek erklärte den Anwesenden die verschiedenen Angebote und danach leerte sich der Platz vor der Bühne.

Es gab:

  • Mannschaftstraining auf West 1,
  • Besuch des Spielertunnels für Kinder,
  • eine Tombola
  • Probesitzen im Block West und im VIP-Bereich,
  • Luftburgen,
  • Mannschaftsbus
  • Wuzel-Turnier,
  • Kulinarik,
  • eine Attraktion für starke Männer,
  • kostenlose Zuckerwatte für Kinder

Das Ambiente wurde durch eine große Blumenspende deutlich aufgewertet. Die Gärtnerei Schiffinger & Schuster aus Meidling sorgte für eine schöne Dekoration der Heurigenbankerln.

Probesitzen auf den VIP-Sesseln

Der “Herrgottswinkel” im Block-West

Erstmals konnte man sich auch vorstellen, wie das mit dem Rapid-Dorf hätte sein können, denn wir verbrachten einen Teil des Nachmittags unter der Süd-Tribüne und sinnierten über den Qualitätsunterschied von Würsteln von einem Würstelstand und Würsteln vom Rapid-Kiosk. Etwa, dass die Würste hier ziemlich lieblos in 5-cm Stücke zerteilt werden, die man nur schwer im Mund unterbringt. Aber es ist nicht nur die fallweise Unprofessionalität des Standl-Personals. Es ist auch die Unflexibilität des Angebots, denn es gab nur die Speisen eines Matchtages. Die gemütliche Vielfalt des früheren Dorfes ging verloren.

Als dann um 17:45 die Mannschaft kam, war der Gerhard-Hanappi-Platz ziemlich voll.

Wachablöse

Schon bei unserem Eintreffen ist uns das eindrucksvolle Bild mit Joelinton, Stefan Schwab und Louis Schaub aufgefallen Wir haben es gleich als Fotohintergrund verwendet. Das Bild sollte uns an diesem Nachmittag noch eine wichtige Botschaft für die kommende Saison sein.

Wir werden älter und mit uns der Kapitän. Heute war es soweit, Steffen übergab in einer sehr emotionalen Szene seine Kapitänsschleife an Stefan Schwab.

Gleichzeitig wurde Steffen Hofmann zum Ehrenkapitän der Mannschaft ernannt. Im Pressetext zum “Tag der offenen Tür” (siehe Links) findet sich eine sehr umfassende Darstellung der ewigen Kapitänsliste bei Rapid.

Mit großer Begeisterung wurde auch der neue Spieler Boli Bolingoli begrüßt. Boli hat ein sehr freundliches Auftreten und dürfte sich schon gut eingelebt haben. Er wurde vom Publikum als “frischgfangter” traditionell einem Stage-Diving unterzogen; eine Übung, die das Publikum bravourös gemeistert hat.

Wir sind gespannt auf das morgige Testspiel gegen Monaco!

Links

Mitgliedertreffen

Die Mitgliederversammlung wurde von W24 aufgezeichnet; wir werden also eine Zusammenfassung in der kommenden Rapid-Viertelstunde sehen können.

Zuspruch

Etwa 500 Mitglieder nahmen an der Mitgliederversammlung teil, etwa 5000 haben bisher ihr Abo verlängert. Und es ist nur mehr bis 28. Juni Zeit, das Abo zu verlängern. Die wichtigste Botschaft scheint mir daher der Appell, dass sich möglichst alle das Abo verlängern sollen, weil die bisherigen Abozahlen auch die Grundlage für den Budget-Entwurf für die kommende Saison sind.

Gremien

Eingangs wurden der Ethikrat (von Michael Hatz), der Beirat (von Sabine Karl und Paul Österreicher) und das Kuratorium (von Dr. Erich Haider) vorgestellt.

Interessant war eine Passage aus dem Vortrag von Michael Hatz, die sich auf die Sprachkultur im Stadion bezog. Michael hat das sehr treffend formuliert; leider habe ich mir den genauen Wortlaut nicht gemerkt; sinngemäß meinte er, dass aus dem Zusammenhang der Stadionumgebung gerissene Slogans wie “Sohn eine Hure” natürlich ein No-Go wären, sie aber innerhalb des Stadions nicht diesen gesellschaftlichen Stellenwert haben.

Michael ging auch auf die rasche Reaktion der Vereinsführung auf die Sprechchöre beim kleinen Wiener Derby ein. Es ist mein Eindruck, dass die von den Maßnahmen Betroffenen keine klassischen “Antisemiten” sind – genau so die Sprechchöre im Stadion ihre Slogans im Alltag so nicht ausdrücken würden – und dass es viel besser wäre, anstelle dieser Stadionverbote ihnen ein kleines Seminar zu verordnen, wo ihnen die Tragweite ihrer skandierten Texte bewusst wird. Genauer steht das im Tagebucheintrag zum kleinen Wiener Derby “Offenbarungen zur hiesigen Seele”.

Rückblicke

Steffen Hofmann, Michael Krammet, Christoph Peschek und Fredy Bickel blickten auf die vergangene Saison zurück; jeder aus seiner Sicht und das durchaus auch kritisch.

Fragen der Mitglieder

Dass man die Fragen bereits im Vorfeld an das Präsidium richten musste, hat den Ablauf gut strukturiert und beschleunigt. Einige Fragen waren mit Informationen aus der Gerüchteküche angereichert und diese wurden vom Präsidium auch als solche zurückgewiesen. Alle Fragen findet Ihr in der Bildersammlung, einige Highlights werden im folgenden Text herausgegriffen:

Finanzielle Situation

Trotz der kostspieligen Trainerwechsel und trotz des Ausfalls der internationalen Spiele im kommenden Herbst wird das laufende Finanzjahr mit einem Gewinn abgeschlossen und wird auch das kommende Jahr mit einem Budget von 30 Millionen veranschlagt. Das ist eine beachtliche Leistung, wir werden ja sehen, ob die Planungen halten werden; Sorge macht die bisher geringe Zahl der Aboverlängerungen.

Spielsystem

Eine Frage betraf das Spielsystem und ob man nicht in Zukunft ein anderes als das 4-2-3-1-System – zu dem man ja nach dem verunglückten und ziemlich sturen 3-5-2 zurückgekehrt ist – verwenden sollte. Die Frage und die Antwort des Trainers zeigten, dass wir die Spiele nicht ausreichend genau beobachten, denn bei den bisher 10 Pflichtspielen unter Gogo kamen gleich drei Systeme zur Anwendung, nämlich zusätzlich zum 4-2-3-1-System auch ein 4-1-4-1 und ein 4-4-2. Wir können also genau darauf hoffen, dass wir uns auch in der kommenden Saison besser auf den jeweiligen Gegner und auf die Möglichkeiten des eigenen Kaders werden einstellen können.

Zusätzliche internationale Spiele

Es wurde angeregt, an den zusätzlichen Spieltagen Testspiele mit anderen, ebenfalls spielfreien Mannschaften zu vereinbaren. Leider ist dieser Plan wegen der zu erwartenden hohen Kosten nicht durchführbar; andere Vereine würden die Reisestrapazen nicht auf sich nehmen. Stattdessen sind aber solche Spiele an den spielfreien Länderspielwochenenden geplant, die im Spielrhytmus liegen.

Kaderverkleinerung

Eine immer wiederkehrende Frage war die nach der Kaderverkleinerung. Und die Antwort des Sportdirektors lehrte uns, dass die oft salopp dahingesagte “Kündigung” von Spielern so nicht funktioniert. Vielmehr werden den Spielern nach dem Abschluss des Trainingslagers ihre persönliches Perspektiven geschildert und die dann Betroffenen werden damit konfrontiert, dass sie damit rechnen müssen, keine Einsätze bei Spielen zu bekommen werden. Erst dieser “sanfte Druck” kann die Spieler dazu bewegen, sich zu verändern. Es kann aber natürlich auch sein, dass die Spieler das sicher vorteilhafte Einkommen bei Rapid einem Wechsel vorziehenm auch wenn sie bei den Spielennur auf der Tribüne sitzen. Aber endgültig wird man das erst Ende August wissen.

Verletzungen

Man weiß aus Untersuchungen, dass häufige Trainerwechsel mit ein Grund zu mehr Verletzungen sind. Auch kann geringe Rotation für Verletzungen mitverantwortlich sein. Alles das haben wir ja in der vergangenen Saison im Übermaß konsumiert. Es ist interessant, die Rotationsfreude der einzelnen Trainer zu beobachten: (Anteil der Veränderungen in der Besetzung zwischen zwei Spielen.)

27% Barisic
24% Canadi
22% Djuricin
12% Büskens

Über die beiden Langzeitverletzten Ivan Mocinic und Philipp Schobesberger weiß man derzeit noch nichts, das wird sich erst in den nächsten Tagen nach Untersuchungen ergeben.

Stadionbeleuchtung

Es wurde angeregt, die Südseite des Stadions an Spieltagen – ähnlich wie bei der Allianz Arena – zu beleuchten. Der interessante Vorschlag wird geprüft!

Abo ohne Freifahrt

In unserem Abo ist auch in der kommenden Saison eine Freifahrt auf den Öffis inkludiert. Da es aber viele Besucher gibt, die ohnehin über eine Jahreskarte der Wiener Linien verfügen, wäre ein Abo ohne diese Freifahrt billiger. Es ist aber so, dass hier seitens der Wiener Linien nur eine Paketlösung akzeptiert wurde. Diese Lösung hat auch mit den Anrainer-Anliegen zu tun, denn diese befürchten, dass bei der Möglichkeit, auf die Freifahrt zu verzichten, noch mehr Autoreisende die Gegend um das Stadion verparken.

“Mitspracherecht” der Ultras

Ein “Mitspracherecht” irgendeiner Fangruppierung wurde vom Präsidenten entschieden zurückgewiesen, man würde mit allen Fangruppen in gleicher Weise in einem Dialog stehen.

In den Fragen aus dem Kreis der Mitglieder wird immer wieder gegen die Ultras polemisiert und es wird wenig darüber gesprochen, welchen großen Wert diese und andere stark vernetzte Gruppierungen für Rapid haben.

Ein wichtiger Grund ist folgender: ein einzelner Abonnent auf der Ost-Tribüne kommt und geht. Wenn gut gespielt wird, steigen die Zuschauerzahlen; heuer werden sie vermutlich geringer sein als in der vorigen Saison. Aber ein Mitglied der Ultras (oder eines anderen Fanklubs) hat zusätzlich auch das Motiv, “seine Leut” zu treffen und das verbindet. “Ultras” sind keine  Erfolgsfans; sie sind immer da. 

Als ich diese tolle Tätowierung gesehen habe, musste ich einfach “abdrücken”, denn sie symbolisiert die große Verbundenheit zur einer Gruppierung, so wie es viele andere solche “Gravuren” mit dem Thema “Rapid” gibt.

Terminkollisionen der Spiele von Rapid I und Rapid II

Man werde in Zukunft verstärkt darauf achten, dass die Spieltermine der beiden Mannschaften sind nicht überschneiden. Allerdings sind die kurzfristigen Terminansetzungen des ORF eine große Schwierigkeit. Beispiel: das letzte Auswärtsspiel gegen RB wurde als Sonntagsspiel eingeschätzt, landete aber schließlich am Samstag Nachmittag und verursachte dann diese unvorteilhafte Überschneidung.

Interessante Pyro-Lösung

Es blieb beim sonstigen Publikum nicht unbemerkt, dass es im Block in den letzten Monaten ziemliche Pyro-Spektakel gab, die ohne weiteren Kommentar seitens des Vereins über die Bühne gingen. Die Rauchschwaden waren viel dichter als jemals zuvor.

Eine Frage bezog sich daher auch auf kolportierte Strafzahlungen von 450.000,- Euro wegen Pyro-Vergehen. Diese Zahlern seien komplett überzogen; genaue Zahlen dazu wird es in kommenden Jahresbericht geben.

Es gibt nämlich eine Vereinbarung mit der MA-36 (ziemlich sperriger Titel: “Technische Gewerbeangelegenheiten, behördliche Elektro- und Gesangsangelegenheiten, Feuerpolizei und Veranstaltungswesen”), dass in einer eigens gekennzeichneten Zone des Blocks Pyrotechnik straffrei eingesetzt werden darf. Das erklärt nun auch, warum die verschiedenen “Einnebelungen” praktisch kommentarlos, eventuell mit einer Spielunterbrechnung, stattfinden. (Anders als bei bei Auswärtsspielen, wo es eben eine “MA-36” nicht gibt.)

Bild vom Spiel Rapid-St. Pölten am 28. Mai 2017. Alle Bilder von diesem Spiel.

Hat es also früher einige Fackeln gegeben, die dann mit einer Strafe geahndet wurden, gibt es heute ein ganzes Feuerwerk und dieses ganz legal. Sehr unangenehm ist das nun wieder für den großen Rest des Stadions, der diesen Aktivitäten mit einem gewissen Unverständnis gegenüber steht.

Grün-White-Walk

Der Grün-White-Walk wird noch im Sommer im Bereich der Ost-Tribüne wieder errichtet werden.

Gedenktafel an der ehemaligen Pfarrwiese

Das Projekt, im Bereich der ehemaligen Pfarrwiese einen Gedenkstein  zu errichten, wird wieder aufgegriffen.

Solche “Steine” sind etwas sehr Abstraktes. Da es hier aber um die frühere Beschaffenheit einer Gegend geht, wäre – nach meiner Ansicht – günstig, in diesem “Gedenkstein” die frühere Anordnung der Pfarrwiese in Form eines Lageplans darzustellen. 

Trainerfrage

Dass für die kommende Spielzeit Gogo den Kandidaten mit Rapid-Vergangenheit wie Didi Kühbauer oder Andy Herzog vorgezogen wurde, ist für viele eingefleischte Rapid-Fans nicht verständlich. Fredy Bickel versicherte, dass alle Gespräche so geführt worden sind, dass diese Alternativen in keiner Weise verbaut sind.

Ticketbörse

Eine wichtige Neuerung für die kommende Saison ist eine Online-Ticketbörse, die es erstmals ermöglichen soll, dass man seinen Aboplatz bei Verhinderung anderen Fans zum Kauf anbieten kann.

Rapid Mobil

Ab sofort gibt es für Rapid-Mitglieder zu allen Paketen ohne Mehrpreis 1000 MB Downloadvolumen zusätzlich!

Tag der offenen Tür

Der Tag der offenen Tür wird am Samstag 8. Juli ab 15:00 vor dem Allianzstadion stattfinden, wie gewohnt mit Mannschaftspräsentation und Autogrammstunde für die Greenies.

Vorverkauf für das Monaco-Spiel

…startet am 22. Juni um 10:00 für Abonnenten. Wer noch nicht verlängert hat, kann bei der Verlängerung des Abos das Monaco-Spiel gleich mitbuchen.

GmbH oder AG?

Eine Frage betrifft die Umwandlung der GmbH in eine AG, die nach Meinung des Fragestellers dem Begriff des “Mitgliedervereins” nicht gerecht wird. Die Antwort darauf wird bei der Hauptversammlung im November gegeben werden, wo die Pros und Kontras der beiden Modelle gegenübergestellt werden.

Neuer Athletiktrainer

Als erste personelle Veränderung wird bekanntgegeben, dass Rapid einen neuen Konditionstrainer hat. Anton “Toni” Beretzki wird die Mannschaft fit halten, unterstützt durch den bewährten Alexander Steinbichler. Wie “heute” berichtet, trainierte Anton bereits Herman Maier, Thomas Sykora und Stephan Eberharter und viele Fußballklubs, zuletzt die Mannschaft der Admira.

Finanzierung der Amateurmannschaften

Das aktuelle Konzept von Rapid ist, dass die Amateur- und Jugendmannschaften zu Gänze aus den Mitgliedsbeiträgen finanziert werden sollen. Das ist auch der Grund, warum es so wichtig ist, zu den derzeit 16.000 Mitgliedern möglichst viele neue Mitglieder zu gewinnen.

Der Mitgliederverein SK Rapid (repräsentiert durch das Präsidium) hat also die Aufgabe, den Nachwuchs des SK Rapid zu finanzieren. Die Rapid-GmbH (repräsentiert durch die beiden Geschäftsführer Wirtschaft und Sport) hat die alleinige Aufgabe, die Profimannschaft zu finanzieren. Im Klartest heißt das, dass die Nachwuchsmannschaften nicht mit Geldern aus dem Profibetrieb rechnen können.

Ganz logisch erscheint mir diese Konstruktion nicht.

Der Mitgliederverein verfügt nur über die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgem der etwa 16.000 Mitglieder, darunter aber vielen Greenies, geschätzt also etwas über eine Million Euro pro Jahr. 

Wenn wir aber bedenken, dass Mitglieder bei den Abos zwischen 33 Euro (BlockWest) und 71 Euro (Kat A Vollpreis) Ermäßigung bekommen, dass sie 10% Nachlass bei den Fanartikeln bekommen und dass sie auch sonst Kosten verursachen, wie etwa die Mitgliederversammlungen oder auch die Herstellung und den Versand des Rapid-Magazins, meine ich, dass die Mitglieder ihren Mitgliedsbeitrag praktisch durch alle diese Gegenleistungen selbst verbrauchen, dass man also aus diesen Mitgliedsbeiträgen nichts wirklich finanzieren kann. Aus einer budgetären Gesamtsicht sind die 100 Euro Mitgliedsbeitrag gerade ausreichend, um die jeweiligen Gegenleistungen für das Mitglied zu finanzieren, mehr nicht.

Wenn daher die Mitgliedsbeiträge in voller Höhe beim Mitgliederverein verbleiben, aber die Mitglieder Rabatte aus dem Kauf von Leistungen der Rapid-GmbH erhalten und das für die Mitgliederverwaltung erforderliche Personal auf dem Bereich der Klubservice kommt, das wieder der GmbH untersteht, dann ist das eine Querfinanzierung. 

Die Ausbildungskosten der Nachwuchsmannschaften sind eine etwa konstante und gut kalkulierbare Größe.

Nachwuchsspieler, die in die Kampfmannschaft aufrücken, und bei positivem Karriereverlauf gewinnbringend weiterverkauft werden, steigern das Budget der GmbH. Aber finanziert wurde deren Ausbildung vom Mitgliederverein. Dieser wieder wird durch die GmbH subventioniert, weil sie den Mitgliedern Rabatte gewährt. 

Warum soll es nun so sein, dass die von Ausgaben entlasteten Mitgliedsbeiträge den damit nicht in Zusammenhang stehenden Bereich der Ausbildung finanzieren?

Meine “Theorie” ist die, dass es eine gewisse Parallele zur Aktion “Licht ins Dunkel” gibt. Es ist doch die Schuldigkeit der Gesellschaft, für die Finanzierung von Maßnahmen für die Schwächeren zu sorgen. Also müsste es eigentlich eine solche Spendenaktion gar nicht geben, denn wir sind eine reiche Gesellschaft. Um aber die Steuerlast nicht noch mehr zu erhöhen, wird in diesen emotionalen Veranstaltungen rund um die Weihnachtszeit an alle möglichen solidarischen Gefühle appelliert.

Und dieses Gefühl, dass jedes Mitglied für den “armen” Nachwuchs eines eigentlich sehr reichen Vereins sorgt, ist ein Motiv, Mitglied zu werden, weil man den Eindruck hat, dass Rapid ein Verein ist, dessen Mitglieder die Nachwuchsarbeit des Vereins ganz allein “stemmen”. Wie wir aber gesehen haben, ist das wegen der Geldflüsse nicht wirklich der Fall. 

Links


Derzeit ist die Homepage tagebuch.ewkil.at in einer experimentellen Phase, weil nach einem geeigneten Thema gesucht wird und sich das Layout verändern kann und immer wieder kleine Fehler auftreten können.

Karriereplanung, gibts die?

Hätte jemand am 5. Juni 2016 gefragt, wer ein Jahr später Rapid-Trainer sein würde, niemand hätte es erraten. Damals, am 5. Juni war noch nicht einmal bekannt, dass es Zoki definitiv nicht sein würde.

Aber auch noch mehrere Monate später, sogar noch in der Winterpause hätte niemand voraussagen können, dass der frühere Trainer de ASK Ebreichsdorf diesen Platz einnehmen würde.

Welche dieser letzten vier Trainer-Karrieren war im Sinne einer systematischen Planung voraussagbar? Eine, die von Damir; aber genau diese war ein selten gutes Beispiel wie wenig der Erfolg eines Einzelnen mit dem Erfolg eines Unternehmens zu tun hat.

Erfolgsmenschen im Interview

Neulich war der Tormann von RedBull, Alex Wahlke im Interview, und die Frage war – wie könnte es anders sein – warum RedBull so erfolgreich ist. Und seine Antwort – wie könnte es anders sein – weil man eben besonders fleißig wäre und Extraschichten beim Training eingelegt hätte. Implizit besagt die Antwort, dass eben die Mitbewerber etwas weniger fleißig sind und weniger hart trainieren.

Ohne das wirklich zu wissen – aber die Spieler der Mannschaften weiter unten in der Tabelle strengen sich wahrscheinlich viel mehr an.

Dieses Interview war nur ein Beispiel aus den letzten Tagen zu “Erfolgs-Interviews”. Zum Beispiel liefern die Sendung “Frühstück bei mir” von Claudia Stöckl oder die Sendung “Seitenblicke” beliebig viele Beispiele in dieser Richtung. Alle wollen wissen, wie es die Erfolgreichen geschafft haben, dorthin zu kommen, wo sie jetzt stehen.

Erfolg des Teams oder Erfolg des Einzelnen?

Der Erfolg des Teams färbt auf jeden Einzelnen ab und der Einzelne kann leicht auf die Idee kommen, seine eigene Anstrengung wäre die Ursache für den Erfolg.

Das glaubt auch unser Teamchef Marcel Koller, der unbeirrt daran festhält, dass Stefan Stangl (der in der abgelaufenen Saison in sechs (!) Bundesliga-Spielen aufgelaufen ist), im Teamkader zu stehen hat. Und Stefan Stangl ist da kein Einzelfall, es gibt noch viele andere Beispiele seiner gleich gelagerten Einschätzungen.

Der Markt sieht das ein bisschen anders, denn schauen wir einmal auf den Marktwertverlauf von Stefan Stangl (Grafik entnommen aus der Seite Transfermarkt):

Man sieht, wer hier den Marktwert steigert: das ist die Talenteplattform des SK Rapid. Danach geht es bergab. Nicht immer aber sehr oft. Man kann diesen Marktwertverlauf leider auch bei Florian Kainz verfolgen.

Aber das war nur eine Randbemerkung. Was gezeigt werden sollte, dass wir uns über die Leistung eines Einzelnen durch den Erfolg des Teams, dem er angehört täuschen lassen.

Aber es geht auch umgekehrt: Man muss nur das gestrige Spiel gegen St. Pölten und die dazugehörigen Kommentare im Publikum über die Leistung einzelner Rapid-Spieler Revue passieren lassen. Würden diese Kommentare auf die Leistung des Teams zutreffen, könnten wir überhaupt nie gewinnen. Aber das Leistungsmaß des Teams ist nicht das des Einzelnen. Ein gutes Kollektiv verkraftet durchaus einzelne Ausrutscher.

Karriereplanung

Man braucht nur das Wort “Karrierplanung” in Google eingeben und bekommt jede Menge kostenloser und kostenpflichtiger Tipps, wie man die eigene Karriere richtig plant. Allen diesen Tipps ist gemeinsam, dass suggeriert wird, man könne Karriere planen. Wenn man dieses oder jedes Rezept befolgt, würde der Erfolg nicht ausbleiben.

Ich glaube das nicht!

Es geht bei diesen erstrebenswerten Jobs nicht um Deinen oder meinen. Die meisten von uns sind eingebettet in einen Massenjob der uns oft ein Leben lang begleitet. Es geht hier um besondere Jobs, wie zum Beispiel um den Trainerposten bei Rapid.

Wir haben mit den letzen vier Trainern Zoki, Mike, Damir und Gogo gleich vier verschiedene “Erfolgsmodelle” kennengelernt, die den Karriereplanungs-Tipps alle widersprechen.

Zoki war ein Aufsteiger aus dem eigenen Haus; eine praktische Lösung solange der Verein kein Geld hatte aber kaum konnte man sich etwas “rühren”, hatte ein solcher Trainer ohne Titel keinen guten Stand – wie wir gesehen haben.

Zokis Qualitäten beim Umgang mit der Mannschaft wurden nicht verstanden. Sein Abgang hat den Beigeschmack von Undankbarkeit. Aber man soll nicht sagen, der Verein wäre nicht lernfähig. Ein Jahr später besann man sich dieser Fehler und entschied sich ganz anders als ein Jahr vorher.

Mike bekam einen Job, weil er jemanden gekannt hat, der ihm den Job vermittelt hat. (Die späteren Lösungen Damir, oder die Lösung Gogo oder auch jede andere zeigen, dass die Aussage “alternativlos” ziemlich sonderbar war.) Dieser Vorgang war ein in Österreich nicht seltener Karrieresprung – durch Bekanntschaft. Mike hätte sich durchaus behaupten können, war aber so wenig mit der österreichischen Seele im Allgemeinen und mit der grün-weißen im Besonderen vertraut, dass es nicht weiter verwunderlich ist, dass er gescheitert ist.

Damir war der Karrierist wie sich ihn Karriereplaner vorstellen. Er hat beim Hearing überzeugt, es bewährte sich vor einem Gremium, das die Management-Ausdrucksformen kennt und sie in Damirs Präsentation wiedererkannt hat. Aber auch Damir – und wir mit ihm – tappte in die Falle wie auch Marcel Koller, denn er verwechselte seinen persönlichen momentanen Erfolg mit Altach, der durchaus durch Zufälligkeiten oder auch durch Leistungen der anderen Teammitglieder zustande gekommen sein kann, mit der eigenen Leistung. Für diese Interpretation spricht das ziemlich unflexible Festhalten an einem vermeintlich sieg-bringenden System.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Damir aus persönlicher Sicht die Rezepturen der Karriereplanung richtig angewendet hat und damit einen tollen Posten erreicht hat. Aber uns, als Rapid, geht es natürlich nicht um persönliche Erfolge sondern immer nur um den Erfolg der Mannschaft.

Gogo hingegen ist einer von uns; einer aus der großen Masse jener Menschen, die – genau so wie Alex Wahlke von sich gesagt hat – durchaus auch fleißig sind und die – wenn nötig – die eine oder andere Nachtschicht einlegen; Menschen aber – ebenso wie Gogo – im Normalfall nicht für einen Trainerposten bei Rapid angedacht werden.

Es gibt eine interessante Anekdote über Herbert Grönemeyer, die eine wichtige Eigenschaft des nicht planbaren Erfolgs zeigt. Es gibt für alle möglichen Gesangswettbewerbe Vorausscheidungen, in denen “Fachleute” eine Vorselektion vornehmen. Eine(r) dieser Juroren hat die Schwierigkeit solcher Hearings aufgezeigt. Er meinte, hätte Herbert Grönemeyer versucht, über eine solche Vorentscheidung in das Finale “Deutschland sucht den Superstar” zu kommen, er wäre mit großer Sicherheit nicht nominiert worden, weil er so ziemlich keines der Kriterien erfüllt, nach denen eine solche Fachjury wertet.

Auch ein Gremium wie das Präsidium eines Fußballvereins, bewertet bei der Trainerauswahl Dinge, die möglicherweise im Tagesgeschäft einer Trainers viel weniger Rolle spielen als man das überhaupt ahnt.

Hätte es damals im Mai 2016 so etwas wie eine Trainerausscheidung gegeben und hätte sich dazu auch Gogo beworben: Hätte er damals eine Chance gehabt? Sicher nicht! Und wir haben es dem außergewöhnlichen Fingerspitzengefühl unseres neuen Sportdirektors Fredy Bickel zu verdanken, dass er sich nicht dazu hat hinreißen lassen, “Geld in die Hand zu nehmen”. Man misst leider einen Sportdirektor daran, welche Geldmengen er in fußballerische Qualität verwandelt. Diesem Handlungsdruck ist seinerzeit Andy Müller unterlegen und daran ist er schließlich gescheitert. Und vielleicht haben wir es sogar einem Zustand der leeren Kassen zu verdanken, dass man nicht so wie im Vorjahr agieren kann.

Wenn Gogo in der kommenden Saison auch nur einigermaßen erfolgreich ist – was wir uns natürlich alle für ihn und für uns wünschen – und wird er einmal gefragt werden, was er zu seinem Erfolg beigetragen hat, wird er vielleicht – ähnlich wie Alex Wahlke – sagen, dass er ein gewissenhafter Arbeiter sei, dass er sich mit den Spielern gut versteht und hart arbeitet. Alles das stimmt aber das trifft wohl für die meisten guten Trainer zu. Aber dort hin zu gelangen, wo es eine gute Bezahlung gibt, Anerkennung für sein Tun und auch Erfolg fürs Ganze, das ist reiner Zufall und nicht Kalkül – wie wir aus den Ereignissen des letzten Jahres gelernt haben sollten. Und was wir allein hoffen können, dass es der Zufall ausnahmsweise gut mit uns gemeint hat und dass Gogo die berühmte Ausnahme von der folgenden Regel ist:

“In Österreich wird jeder das, was er nicht ist.” (Gustav Mahler)

Links

 

 

Erinnerungen an das Rapid-Dorf

Das “Rapid-Dorf” ist nicht mehr. Zwar hat man sich seitens des Vereins bemüht, den Bereich unter der Süd-Tribüne als “Rapid-Dorf” zu deklarieren aber wegen anderer Entscheidungen blieb es beim guten Willen und das Dorf wurde nicht als solches erkannt und angenommen.

Zunächst dachte man, dieser etwas tiefere Bereich unter der Süd-Tribüne könnte ein Treffpunkt für alle Zuschauer werden, doch die von der Behörde verlangten geschlossenen Trennungstüren verhindern die Kommunikation mit Ost und Nord  – jedenfalls vor dem Spiel.

Das Verweilen unter dem Stadiondach ist eine frustrierende Sache. Man könnte sich eventuell die Pressekonferenz anschauen aber leider sind die Lautsprecher trotz Urgenzen nicht eingeschaltet oder einfach viel zu leise. Da von ist aber auch die immer wieder zu sehende Werbung betroffen und es ist verwunderlich, dass den Werbepartnern das nicht auffällt.

Aber auch nach dem Spiel will dort keine Stimmung aufkommen. Es ist löblich, dass die Kioske auch nach dem Spiel geöffnet haben (ganz anders als in England); aber man spürt, dass der Gast nach Spielende eher ein Störfaktor ist und es f+r ihn besser wäre, zu gehen.

Die Vermarktungsart im Stadion ist für diesen Gastronomietypus “Dorf” nicht geeignet. Ein kleiner Kiosk ist bezüglich des Getränkeangebots flexibler als das feste Angebot im Stadion. Manche unserer Spiele verarbeitet man einfach besser mit mehr Alkohol danach und das gibt es im Stadion einfach nicht.

Aber diese Entscheidung ist so gefallen, und sie steht einem “Dorf” im Wege. Der als Rapid-Dorf vorgesehene Bereich wird nicht wirklich angenommen. Es gibt aber einen Bedarf dafür. Das kann man an den Menschentrauben beim West-Imbiss (früher St. Hanappi-Imbiss) und vor dem Stags-Head ablesen.

Dorf I (bis 2004)

Das erste “Rapid-Dorf” war an der Stelle der früheren Geschäftsstelle in der Keisslergasse 3, wo sich heute das Stag’s Head befindet. Es war das populärste, weil es am Hauptzugang zum Stadion liegt. Es musste nach dem Baubeginn für das Gebäude der Geschäftsstelle aufgegeben werden. Hier ein Bild vor dem Spiel Rapid-Tirol am 21.7.2007

Dorf II (2005-2013)

Das Areal an der Nordwest-Ecke des Stadion war der Nachfolger und diente auch als Veranstaltungsort für den Tag der offenen Tür, so wie im Bild am 15.7.2006 als frisch gebackener Meister:

Wir haben das Rapid-Dorf II nur selten benutzt, weil der Weg zur Süd-Tribüne – wo unsere Sitzplätze waren – doch ziemlich lang war.

Da in diesen Jahren Rapid über keine eigene Gastronomie verfügte, war die Kooperation mit den Kiosk-Unternehmern sehr praktisch und zu gegenseitigem Vorteil. Das hat sich aber mit dem neuen Gastro-Vertrag schlagartig geändert und die früheren Kiosk-Betreiber müssen andere Geschäftsbereiche suchen.

Diese derzeitige Situation motiviert auch den Verein nicht sonderlich, sich um diese kulinarische “Erste und Vierte Halbzeit” zu bemühen, denn man ist ja dem Gastro-Vertragspartner im Wort.

Was also bleibt, sind die Privat-Initiativen rund um den KiK-Parkplatz und das Stags Head.

Im Tagebuch gibt es eine kulinarische Landkarte für Hütteldorf (rund um das Stadion)

und kann auf der Webseite interaktiv untersucht werden; inklusive der Öffnungszeiten, Webadressen und Telefonnummern.

Dorf III ?

Der Raum unmittelbar vor dem Stadion dürfte aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr – so wie früher – zur Verfügung stehen, also wich der dortige Würstelstand*) (hier ein Bild vom 21.7.2004)…

…zunächst auf den Zielpunkt-Parkplatz aus hieß Anfangs “St. Hanappi Imbiss” und hatte eine eigene Facebook-Seite. Hier im Bild vor dem Altach-Spiel am 15.10.2016.

Der Würstelstand musste aber auf den KIK-Parkplatz ausweichen und heißt dort jetzt “West Imbiss” mit Facebookseite. Hier ein Bild vom 18.3.2017. Dieses Bild täuscht, denn an diesem Tag war es kalt und regnerisch. Im Normalfall findet man dort nicht einmal einen Stehplatz.

Da der Betrieb in den Stadion-Kiosken nach Spielende eingestellt wird und es auch kein attraktives Getränkeangebot gibt, stehen die Kioske außerhalb des Stadions vor und nach dem Spiel praktisch nicht in Konkurrenz zu dem Rapid-Vertragspartner. Eigentlich könnte sich derselbe Unternehmer um die Organisation einer solchen “Ersten und Vierten Halbzeit”, vor und nach dem Spiel in Form eines Rapid-Dorfes bemühen; auch der Stags-Head-Betreiber wäre ein Kandidat.

Links

*) es dürfte nicht derselbe Stand und vielleicht auch nicht derselbe Betreiber sein.


Neulich wurde ich in Facebook gefragt, ob ich Bilder vom Rapid-Dorf hätte. 51 Bilder habe ich gefunden und an Hand des Artikels diese Zeit Revue passieren lassen.

Stammtisch

Das Stammtisch-Format mit zwei Diskussionsrunden, eine mit Spielern und eine mit Sportexperten hat sich bewährt und wird nun schon zum 4, Mal abgehalten. Der nächste derartige Stammtisch wird im Juli sein. Dann werden wir alles wissen, was heute noch undenkbar und erhofft war und auch über die Person des Trainers wird man dann schon Bescheid wissen und möglicherweise wird er, den neue (oder der alte neue) Trainer in dieser Runde dabei sein.

Kurzmeldungen

Es sind bereits über 8.000 Karten für das Cupfinale verkauft und es werden wohl noch mehr werden. Allein von Rapid fahren 10 Busse. Florian und ich haben ein freundliches Angebot von Hans angenommen und fahren mit dem Bus des Fanklubs Speising; das Auto bleibt zu Hause.

Die Sendung “Rapid-Viertelstunde” von W24 ist zunehmend populär und hat zwischen 80.000 und 100.000 Zuseher,  die Zuschauer im Internet mit eingerechnet.

Max Wöber und Philipp Schobesberger

Was die beiden gemeinsam haben ist, dass beide bereits voll in ihrer Fußballkarriere stehen und als eine Art lästige Pflichtübung ihre Matura so nebenbei erledigen. Bei Philipp ist das schon drei Jahre her, aber für sein selbstbewusstes Auftreten bei den Fragen von Andy Marek bekommt er Szenenapplaus.

Schlimm ist seine Verletzung im Knorpel, die in der MR nicht in vollem Ausmaß erkannt und erst nach einem operativen Eingriff richtig diagnostiziert wurde. Aber das alles sei jetzt überstanden und Philipp würde im Sommer wieder voll ins Training einsteigen. Lieblingsverein: Barcelona, Vorbildspieler: Neymar.

Max berichtet über seine Aufnahme im Team und bedankt sich indirekt bei den älteren Spielern, dass sie ihm den Einstieg leicht gemacht hätten. Erlebnisse wie sie vor 50 Jahren noch kolportiert wurden, dass die jungen den älteren Spielern die Schuhe hätten putzen müssen, kämen heutzutage nicht vor. Lieblingsverein: Manchester United, Vorbildspieler: Hummels.

Diskussionsrunde

Wolfgang Winheim (Kurier, in Pension), Daniel Mandl (ASB, abseits.at), Christoph Peschek (Geschäftsführer Wirtschaft), Markus Katzer (derzeit Vienna), Peter Klinglmüller (Pressesprecher).

Die Diskutanten am Podium hatten auf die durchaus provozierenden Fragen von Andy Marek wie etwa Trainerfrage, Abstiegskampf, Cup oder Finanzierung sehr bedachte und differenzierte Antworten parat.

Überraschend war zum Beispiel, dass man praktisch darin übereingestimmt hat, Gogo bei einem abschließenden Erfolg die Chance zu geben, die Mannschaft weiterzutrainieren, denn einen neuen Trainer könne man ja später immer noch holen.*)

Auch im Abstiegskampf war man sich sonderbar einig, dass das nach dem 4:0 gegen Wolfsberg kein Thema mehr wäre, was einem tabellenkundigen Zuschauer nicht ebenso klar sein muss. Und auch die Herren am Podium haben vielleicht auch ein bisschen das Publikum beruhigen wollen, denn auch sie finden auch gleichzeitig mit ihrem Optimismus bedenklich, dass man beim kommenden Sonntagsspiel den Veilchen den Sieg mehr wünscht als den Riedern; wie sich doch die Zeiten ändern können.

Bis zuletzt noch die Chance auf einen internationalen Platz zu haben, ist ein sehr motivierendes Element für die letzten Spiele und wir können annehmen, dass die Spieler versuchen werden, diese letzte 50:50-Chance eines Cupsiegs zu nutzen. Allein, dass Rapid des Finales erreicht hat, bedeutet für die ÖFB-Verantwortlichen eine gewisse Erleichterung, damit man ein so prestigeträchtiges Endspiel nicht etwa vor leeren Rängen austragen muss.

An dieser Stelle wurde auch von den längerdienden Fußballbeobachtern in Erinnerung gerufen, dass auch Rapid einst nur vor wenigen Zuschauer in die ungeliebten Cuprunden ging. Und man muss immer wieder erwähnen, dass es nicht allein aktuelle Erfolge sind, die Rapid im Fanbereich so stark gemacht haben, denn andere Bundesliga-Vereine haben im selben Zeitraum oft mehr Erfolge vorzuweisen. Es ist einfach die beharrliche Aufbauarbeit von Andy Marek. Er wird nicht müde, allen Misserfolgen zum Trotz das Band zwischen dem Verein und jedem einzelnen Anhänger so eng wie nur möglich zu knüpfen, eine Leistung, die bei den anderen Vereinen nicht in dieser Intensität vorangetrieben wird und die erst beim neu ausverhandelten Fernsehvertrag zu ähnlichen Anstrengungen wie sie Rapid unternimmt, motiviert werden, weil der Verein dann einfach für mehr Zuschauer auch mehr Geld bekommt.

Interessant war die Stellungnahme von Christoph Peschek auf die Frage nach dem kommenden Abschluss des Finanzjahres 2016/17. Ja, der fehlende sportliche Erfolg und auch die hohen Personalkosten hinterlassen ihre Spuren aber man müsse die Rücklagen von 10 Millionen nicht antasten, um dennoch positiv zu bilanzieren. Natürlich hätte dazu auch der zufriedenstellende Besuch im Stadion beigetragen.

Peter Klinglmüller erzählte über seine Anfänge bei Rapid vor 20 Jahren. Eigentlich war er damals in einer Hotline beschäftigt, die vier Kunden gleichzeitig betreut hat. Eine dieser vier Leitungen war Rapid und es war seine Aufgabe, seine Sprache und Ausdrucksweise den Anforderungen des jeweiligen Kunden anzupassen. Er zeigte in dieser Rolle große Flexibilität und wurde darauf hin von Rapid engagiert. Seine Aufgabe, bei den verschiedenen Presseauftritten professionell sachlich zu bleiben und nicht den Fan durchklingen zu lassen, sei oft nicht ganz leicht.

*) So ein Sportdirektor hat’s nicht leicht. Wäre er nicht bestellt, würde Stefan Ebner alle anstehenden Verträge so abwickeln wie er das ohnehin tut. Und wenn keine Veränderungen nötig sind, dann muss man eben nicht all zu viel machen. Was aber ist ein Sportdirektor, der so etwas sagen würde. Es muss einfach gezeigt werden, wozu man da ist und das Geld natürlich. Zum Beispiel muss man alles für einen Titel vorbereiten. Als unbeteiligter Zuschauer hat man den Eindruck als wären wir heute weiter, hätte man vor einem Jahr einfach auf gut österreichisch rein gar nichts unternommen und sich im Sturm bei den Eingebautalenten bedient, wie man das eigentlich andauernd predigt aber dann – angesichts des unerwarteten Geldregens – doch nicht tut. Und heuer ist dieselbe Situation da. Wieder ist – wie im Vorjahr Zoki – ein Nicht-Star-Trainer im Cheftrainersessel und wieder wird überlegt, ihn durch einen besseren abzulösen. Es war angenehm zu hören, dass die Diskussionsrunde unisono sich für Gogo ausgesprochen hat. Experimete kann man dann immer noch machen, wenn es nicht klappt.

Rapid-Termine Mai/Juni 2017

Die Freude über den Einzug ins Cup-Finale sollte uns nicht über die noch keineswegs gebannte Abstiegsgefahr hinwegtäuschen. Ich spreche gerne mit Gerhard Niederhuber, unserem Obmann, weil ich seine enorme Erfahrung schätze. Seine Prognose für die kommenden Spiele begann mit Null Punkten fürs Derby, wo viele andere, inklusive die Buchmacher mit großem Optimismus auf einen Rapid-Siegt getippt haben. Sein Tipp für das Ende dieser Saison ist, dass Ried mit 38 Punkten absteigt und Rapid mit 41 Punkten gerade noch die Kurve kratzt. Wir werden es erfahren!

In den vergangenen zwei Jahren wurde eine Rapid-Jugendmannschaft zum Turnier “Football for Friendship” eingeladen und konnte gleich im ersten Jahr das Turnier gewinnen. Im April und Mai fanden jeweils diverse Vorveranstaltungen statt, die damals auch in der Terminvorschau enthalten waren und die ich heuer vermisse. Im heurigen Jahr wurde Rapid offenbar nicht mehr eingeladen, obwohl die Zahl der Mannschaften von 32 auf 64 erhöht wurde. Vielleicht kaufen wir zu wenig Gas bei Gazprom?

Restprogramm 2016/17

Mo 2017-05-01 16:30 Ritzing - Rapid II
Sa 2017-05-06 18:30 Rapid - WAC
Di 2017-05-09 19:00 Rapid II - Austria Amateure
Do 2017-05-11 19:00 Rapid-Stammtisch
Sa 2017-05-13 16:00 Rapid II - Stadlau
Sa 2017-05-13 16:00 RB - Rapid
Mo 2017-05-15 19:00 MitgliederVersammlung im Klub der Freunde 
                    mit P.Gregorits, M.Krammer und C.Peschek
                    (nur für Mitglieder)
                    
Fr 2017-05-19 19:30 Sportklub - Rapid II
So 2017-05-21 16:30 Rapid - Sturm
Do 2017-05-25 16:30 Mattersburg - Rapid
Fr 2017-05-26 18:30 Rapid II - Traiskirchen
So 2017-05-28 16:30 Rapid - St. Pölten
Di 2017-05-30 17:00 Rapidlauf 19:00 Alfred-Körner-Lauf
Do 2017-06-01 20:30 RB - Rapid (Cupfinale)
So 2017-06-11 18:00 Irland - Österreich (WM-Quali)

Der PC, ein pflegebedürftiges Haustier

Ich weiß nicht, wie Ihr Euren PC pflegt aber ich habe mich in den letzten fünf Jahren kaum um das “Haustier” der digitalen Familie gekümmert. (Karikatur rechts von Werner Krause.) Umso überraschter war ich, als der PC unvermutet seinen Dienst versagte. Dass ich dann während seines “Krakenhausaufenthalts” Tagebucheinträge für diese Liste auf einem Tablet-PC eingeben musste, war schon eine Herausforderung. Jetzt ist aber alles überstanden und mein PC ist wieder “der Alte”; mehr noch, er ist ein deutliches Stück schneller und sicherer geworden. Die Erlebnisse nach diesem Ausfall könnt Ihr hier in kleinen Portionen nachlesen.

Wir arbeiten übrigens laufend an solchen Themen für eine Gruppe von PC-Anwendern. Unsere nächsten Vortragsabende sind (Anmeldung über den Link).

02.05.2017
18:00 – 21:00
cc-mEATing: Arduino (Mikrocontroller)
Simmeringer Bier & Kulturschmankerl
Wien 11., Simmeringer Hauptstraße 152
18.05.2017
18:00 – 21:00
cc-mEATing: TeamViewer (Fernwartung)
Simmeringer Bier & Kulturschmankerl
Wien 11., Simmeringer Hauptstraße 152
13.06.2017
18:00 – 21:00
Digitalk: BitCoin (Digitale Währung)
Digital Society
Wien 1., Graben 17/10

Stammtisch: Gogo und Buitre

Stammtisch vom 13.4.2017

Es war kein Stammtisch wie jeder andere. Normalerweise interessiert dieser Stammtisch nur die Gruppe jener, die dem Verein nahe stehen wollen und das auch bedingungslos tun.

Heute aber waren sogar ORF und Servus vertreten, um die vermeintlichen “Verfallserscheinungen von Rapid” als Bad News in Bild und Ton festzuhalten. Aber davon konnten sie nichts mitnehmen. Niemand beschönigte die Situation aber niemand wühlte in irgendeiner Schmutzwäsche. Man kann trotz größter Bemühung erhobenen Hauptes scheitern. Fußballer und ihr Anhang wissen das.

Gogo und Buitre

Hier sind zwei Trainer am angesehendsten Traineramt nach dem Bundestrainer gelandet, die sich das – so wie wir alle – nicht in dieser Form gedacht hätten. Alle im Saal fragen sich, ob diese beiden wohl die Richtigen sind, um das Ruder herumzureißen.

Goran Djuricin, genannt Gogo, erklärte seine dreitägige Abwesenheit mit einem obligaten Pflichtseminar im Rahmen der 13-stufigen Trainerausbildung in der Schweiz. Martin Bernhard, genannt Buitre musste natürlich zuerst seinen Spitznamen erklären. Er hat den schon als Kind bekommen, denn er verehrte einen Fußballer mit einem ähnlichen Namen, der dann auf “Buitre” (=Geier) verkürzt wurde. Und von diesem Star hat er diesen Spitznamen geerbt. Goran und Damir kannten sich als Jugendliche aber ihre Laufbahn verlief sehr verschieden. Ich glaube fast, dass meine Vermutung hinkommen könnte, dass es Damir einfach sehr imponiert hat, dass ihn Gogo in Ebreichsdorf mit Altach aus dem Cup geworfen hat. Und dieser Zufall katapultierte Gogo und dann auch Buitre dieses Traineramt.

Beide Trainer versichern, dass man die Ärmel hochkrempeln werde um die Mannschaft für Samstag wettkampf-fit zu machen. Man hatte den Eindruck, als wären das Standardsätze, die in solchen Situationen gerne gesagt werden, denn Andy Marek hat auch gleich im Umkehrschluss gefragt, ob denn bisher unzureichend trainiert geworden wäre. Natürlich verneinten das beide.

Insgesamt dürften beide von ihrer neuen Funktion – ebenso wie die restliche Fußballwelt – überrascht worden sein.

Alle fragen sich, ob diese beiden die Retter von Rapid sein können und Fredy Bickel beantwortete das später so, dass er nicht glaubt, dass ein neuerlicher Wechsel im Traineramt jetzt vor Saisonende etwas anderes als eine neuerliche Verunsicherung der Mannschaft bewirken würde. Und so wird die Mannschaft ohne generalstabsmäßige Anweisungen seitens eines Cheftrainers auskommen müssen, denn Gogo und Butre sind eher zurückhaltende und gegenüber dem beurlaubten Canadi weniger fordernde Persönlichkeiten, was der Mannschaft eher den Druck von Seele nehmen könnte. Aber was schreibe ich; am Samstag werden wir es besser wissen.

Weiters stellte sich Fredy entschieden gegen Spekulationen in der Presse, dass er bereits einen Vorschlag für einen zukünftigen Rapid-Trainer hätte. Es wäre völlig falsch so etwas zum jetzigen Zeitpunkt zu diskutieren, weil das neue Trainer-Duo vollkommenen Rückhalt seitens des Vereins brauche.

Helge und Stefan

Es hört sich spannend an, wenn Helge Payer beginnt, seine ersten Kontakte mit der Kampfmannschaft als Ballbub hinter dem Tor von Michael Konsel zu schildern. Er erinnerte sich an eine Szene, bei der er den Ball rasch zum Tormann zurückgeworfen hat und unmittelbar danach die endgültige Entscheidung für Rapid gefallen ist.

Wir so oft, kommt der Zweier-Tormann dann ins Spiel, wenn sich der Einser-Tormann verletzt. So war es dann auch als Ladi Maier eine verletzungsbedingte Pause einlegen musste und Helge seine Chance unter Lothar Matthäus bekam. Zwar musste er gleich im ersten Spiel eine 0:4-Niederlage gegen PSG im Europacup hinnehmen aber dann in der Liga zeigte er sein Können und hat seinen Platz seit diesem ersten Einsatz sicher behauptet.

Helge ist nicht der einzige Spieler, auch Steffen hat das bei der Schilderung seiner Biografie genau so erzählt, dass von allen Trainern Josef Hickersberger bei ihm den größten Entwicklungsschub bewirkt hat.

Als unangefochtene Nummer Eins im Team bereitete sich Helge für die EURO vor, bis eine Thrombose ihn zunächst ans Krankenbett fesselte und schließlich seine Karriere viel zu früh beendet hat.

Er hat uns in seiner Erzählung zu verstehen gegeben, dass er seine Aufgabe als Analytiker im ORF sehr gerne hatte. Er brauchte zwar nicht lange, um sich für den Job bei Rapid zu entscheiden aber seine Begabung in der freien Rede und vor allem im verständlichen Erklären eines Spiels ist uns noch in bester Erinnerung und daher war sein doch etwas wehmütiger Abschied vom ORF verständlich.

Im Zuge des Interviews mit Andy Marek kam es zur Frage, was denn die Mehrzahl von Applaus wäre. Der erste Tipp “Appläuse” wird von Duden nicht bestätigt, dieser meint, es solle richtigerweise “Applause” heißen.

Was auch eine unserer eigenen Fragen beantwortet hat, ist die nach der Art des Einsatzes der beiden Torhüter. Andy Marek fragte, warum man nicht nach einem Tief des einen Tormanns einfach  den anderen einsetzt und umgekehrt. Da eine solche Vorgangsweise aber einer Art Bestrafung gleichkommt,  hätten wir gemeint, sie sollen sich einfach abwechseln. Doch Helge hat sich gegen einen solchen abwechselnden Einsatz ausgesprochen. Er sagte, dass der Tormann auch die Chance bekommen muss, Fehler machen zu können und dazu bedarf es des bedingungslosen Rückhalts seitens der Trainer. Ist dieser nicht gegeben, führt das zu einer Verunsicherung, die sich viel schwerwiegender auf die Leistung auswirkt als fallweise Fehler. Wenn seine Ablöse durch Fehler droht, versucht er diese Fehler zu vermeiden und seine Leistung sinkt.

Stefan Schwab als Akteur in diesen düsteren Tagen berichtete über seine Erfahrungen im Abstiegskampf mit der Admira, als damals erst in der letzten Runde durch einen Sieg in Mattersburg der Klassenerhalt gesichert werden konnte.

Alle Anwesenden Spieler verneinten, dass die Mannschaft gegen den Tainer spielen würde aber das ist eben eine jener Dinge, die man nicht ins Mikro sagt oder auch gar nicht bewusst wahrnimmt. Dass aber doch Einiges im gegenseitigen Umgang mit Damir Canadi nicht gestimmt hat, konnte man im Gespräch heraushören, wenn auch nicht klar ausgedrückt wurde, welche Elemente das konkret waren. Aber alle diese Unstimmigkeiten wurden wahrscheinlich auch dadurch ausgelöst, dass in wichtigen Situationen, zu denen eben das unglückliche Unentschieden gegen die Austria Anfang Februar gezählt hat, der Zufall so gar nicht auf der Seite von Rapid war und alle diese Umstände sich auf das Verhältnis zwischen Spielern und Trainer ausgewirkt haben.

Diskussionsrunde

Paul Österreicher, Nikolaus Rosenauer, Michael Hatz, Andy Marek, Christoph Peschek, Fredy Bickel und Klaus Pfeiffer (Sportredaktion Heute)

In einer abschließenden Diskussionsrunde wurde über die Berichterstattung diskutiert und in einem bemerkenswerten Plädoyer für die Organisation von Rapid stellte sich Christoph Peschek entschieden gegen die Wortmeldung von Hans Krankl, der bei Rapid mangelnde Kompetenz im sportlichen Bereich bemerkt haben will. Die Reaktion im Publikum war deutlich auf der Seite von Christoph und wurde von mehreren Applausen 🙂 unterbrochen. Ganz kurz zusammengefasst wäre es wenig hilfreich, wenn zum Beispiel über einem Sportdirektor ein übergeordnetes Sportgremium die Entscheidungen des Sportdirektors noch einmal beurteilen würde.

Christoph berichtete auch über eine für Rapid sehr günstige zukünftige Verteilung der Fernsehgelder entschieden wurde. Dabei werden zukünftig die Gelder nicht mehr gleichmäßig auf die Vereine aufgeteilt, sondern es gilt folgender Schlüssel: 30% Sockelbetrag, 20% Österreicher-Topf, 30% Sportlicher Erfolg, 20% Zuschauerzuspruch. Siehe auch Tagebuch-Eintrag “Zuschauergelder, leistungsgerecht verteilt”.

Ein treffender Spruch zum Abschluss: Rapid spielt nicht Fußball, um Geld zu verdienen, sondern Rapid verdient Geld, um Fußball spielen zu können.

Andy Marek: “Die Situation ist auch für mich ziemlich neu. Wir hatten Zeiten ohne Geld und ohne Erfolg. Dann hatten wir Erfolg trotz leerer Kassen, Jetzt wären die Kassen voll(er) aber der Erfolg bleibt aus.” Wir alle hoffen jetzt auf die vierte Möglichkeit: volle Kassen und voller Erfolg!

Der Tenor aller Gäste ist, dass Rapid es schafft, aus dem Tief herauszukommen – wie könnte  es auch unter Rapidlern anders sein.


Seit vielen Jahren kenne ich Brigitte-Monika als treue Anhängerin von Rapid. Heute darf ich sie bei den Lesern des EwkiL:Tagebuchs begrüßen!

Unsere Runde in der Rekordmeisterbar vlnr: Frau Janda, Hans (beie Speising), Jürgen mit Sohn (Forza Rapid), Florian (EwkiL, Klub der Freunde), Gregor (Distel), Christian (Klub der Freund, GW Favoriten), im Vordergrund Walter (Klub der Freunde).

Erfolreich Scheitern

Ich glaube nicht, dass es allein an den beiden Trainerwechseln liegt, dass sich die Ergebnisse der Spiele so verschlechtert haben. Es ist legitim, dass die Vereinsführung – eben im Sinne einer Erhöhung der Chancen – alle Parameter optimiert. Die Gründe müssen in unserer Psyche und in menschlichen Fehleinschätzungen liegen, die im Fußball ganz besonders studiert werden können.

Das Glück des Tüchtigen

Wenn man zwei Mal hintereinander im Roulette gewinnt, meint man vielleicht, dass man ein Glückspilz ist, aber wenn sich das Glück in der nächsten Runde verabschiedet, ist man auch nicht sonderlich erstaunt – es ist ja reiner Zufall.

Wenn man sich aber um einen Job bewirbt und gemeinsam mit 10 anderen Kandidaten ins Rennen geht und gewinnt, dann stellt man einen Zusammenhang zwischen der eigenen Biografie und dem Erfolg her. Wird man dann gefragt, warum man diesen Job bekommen hat, dann antwortet man, dass man eben eine gute Ausbildung hätte, gute Referenzen usw. Dass es auch nur ein Zufall sein kann, das schließt man eher aus. Das ist sie, die rosarote Brille des persönlichen Erfolgs.

Dass Trainer gewechselt werden, ist im Fußball ganz normal. Und es sind nicht nur erfolglose Trainer, die sich verändern müssen, es sind auch durchaus Trainer, die sich Verdienste erworben haben, wie wir zuletzt bei Claudio Ranieri oder Zoki Barisic erlebt haben. Während es aber bei Leicester City nach dem Wechsel eine deutliche Verbesserung der Ergebnisse gab, war es bei Rapid genau umgekehrt.

Wobei man sich bei der Einschätzung der Ergebnisse bei Rapid davon beirren lässt, dass man meinte Büskens hätte sehr schlechte Ergebnisse eingefahren. Sie waren nicht gut (1,64 Punkte pro Spiel) aber die Ergebnisse des letzten Halbjahrs von Zoki waren auch etwa in dieser Größenordnung.

Das Problem war der unbedingte Glaube daran, dass Erfolg geplant werden kann. Und die daraus abgeleitete Forderung, dass die Mannschaft nicht einfach nur spielen sondern auch gewinnen muss. Dass sich diese Vorstellung so hartnäckig hält, ist menschlich verständlich aber falsch.

Dabei bewegen wir uns im Fußball in einem Metier, das uns diesen Irrtum fast täglich vor Augen führt, und dennoch halten wir daran fest.

Beispiel: Eine “unnötige” rote Karte beim Derby begräbt bei Rapid die Hoffnung auf einen erfolgreichen Start in das Frühjahr. Eine “unnötige” rote Karte beim gestrigen Halbfinalspiel der Bayern, verringert ihre Aufstiegschancen gewaltig. Niemand kann das planen oder verhindern. Nur das Niveau der Investitionen unterscheidet Bayern, Rapid und Untersiebenbrunn. Glück und Unglück sind auf jedem Niveau gleich gerecht(?) verteilt.

Zum Siegen verdammt

Der Fehler bei Rapid bestand in der Überzeugung, dass man Erfolg planen kann. Und dass man daraus ableitet, dass die Mannschaft dem Erfolgs-Muss folgen muss. Diesem Anspruch war die Mannschaft aber nicht gewachsen.

Und es war nicht nur der Verein, der diese Forderung nach einem Titel erhoben hat, es waren auch wir selbst, die wir daran glaubten. Und dieser Druck ließ die Mannschaft unter Büskens scheitern.

“Psychosomatische” Verletzungen

Die unverhältnismäßig lange Verletztenliste wurde dem damaligen Trainer Mike Büskens kaum gut geschrieben. Der Kader war ja im Hinblick auf zukünftige Höhenflüge absichtlich etwas überdimensioniert.

Eine ziemlich wahnwitzige Theorie ist folgende:

Wir kennen ja alle das Phänomen, dass unser Organismus Erkrankungen hervorbringen kann, deren Ursache in der Psyche liegen. Wir nennen das “psychosomatisch”.

Wer sich an die Szene im Heimderby mit Stefan Schwab erinnert, als es zu diesem verhängnisvollen Knochenbruch ohne gegnerischen Einfluss gekommen ist, denkt man unwillkürlich an den Druck, der auf den Spielern lastet. Die Spieler wollen dem Erwartungsdruck entsprechen, was aber vermehrt zu genau solchen Verletzungen führen kann. Durch ihren Ausfall erfolgt dann aber eine Schwächung der Mannschaft und eine Negativspirale setzt sich in Bewegung.

Messias Damir

Es war Erleichterung und Hoffnung, die uns erfasst hat, als bekannt wurde, dass Damir Canadi Trainer bei Rapid wird.

Das Problem im Oktober 2016 war einerseits die Erwartungshaltung (“ein Titel muss her”) und anderseits die nahende Generalversammlung, die wohl mit einem Trainer Büskens einen anderen Verlauf genommen hätte.  Aber mit dem Trainerwechsel verschaffte man sich Luft. Und sogar drei Auftaktniederlagen von Damir Canadi (RB, Genk, Sturm) wurden bei der Hauptversammlung am 28.11. mit der Hoffnung auf bessere Zeiten praktisch kritiklos geschluckt.

Ich war von der Selbstsicherheit des Vortrags von Damir Canadi bei der Veranstaltung “Doppelpass” am 16. März überrascht. Dass ein Trainer mit dieser – zu diesem Zeitpunkt schon beachtlichen – Negativbilanz sagt, dass die Wende schon kommen werde, man müsse nur Geduld haben, dazu muss er schon sehr von der Richtigkeit seiner Vorgangsweise überzeugt sein.

Diese Selbstsicherheit kommt von der Fehleinschätzung des Erlebten.

Damir hatte mit Austria Lustenau und Altach Erfolg. Dass er selbst vielleicht nur der Begleitumstand dafür war, dass diese beiden Vereine alles dafür getan haben, um weiter nach oben zu kommen, auf diese Idee kam er nicht; und auch nicht das Rapid-Präsidium. Wenn jetzt jemand behauptet, er hätte es gewusst, (zum Beispiel prominente Analytiker) dann stimmt das so, wie jemand, der auf den Underdog wettet und damit (zufällig) Recht hat. Niemand konnte das wissen.

Wenn man etwas unternimmt, kann man Erfolg haben oder auch nicht. Erfolg ist etwas Besonders. Die meisten Menschen begnügen sich mit einem durchschnittlichen Job. Aber von denen, die nach Erfolg und nach höheren Positionen streben, erreichen nur wenige das Ziel , die meisten scheitern. Die Erfolgreichen meinen, dass sie wegen ihres eigenen Tuns Erfolg hatten. Dass es einfach nur Zufall gewesen sein kann, das will man nicht wahrhaben. Aber aus dieser fehlerhaften Selbsteinschätzung resultiert ein falsches Selbstbild.

Zur Illustration hier ein Zitat aus dem Buch von Florian Aigner über ein Experiment aus der Psychologie:

Es war nicht fair, aber es diente der Wissenschaft. Über hundert Monopoly-Partien mit recht merkwürdigen Spezialregeln veranstaltete der Psychologe und Sozialforscher Paul Piff an der Universität von Berkeley in Kalifornien. Bei jedem Spiel traten zwei Versuchspersonen gegeneinander an, wer von den beiden gewinnen würde, stand dabei jedes Mal bereits von Anfang an fest. Es gab nämlich immer einen reichen und einen armen Spieler. Der reiche startete mit doppelt so viel Spielgeld und durfte zusätzlich auch noch in jeder Runde eine doppelt so hohe Zusatzprämie einstreifen wie der andere. Das Schicksal der Spieler hing allein vom Zufall ab: Vor dem Spiel wurde durch einen Münzwurf entschieden, wer der bevorzugte und wer der benachteiligte Spieler sein würde.
Für die beiden Monopoly-Spieler war die Ungleichheit natürlich offensichtlich. Sie wunderten sich, akzeptierten die seltsamen Regeln und spielten ihr Spiel. Allerdings wussten sie nicht, dass Paul Piff das Spiel mit versteckten Kameras aufzeichnete und danach mit seinem Forschungsteam genau analysierte. Dabei zeigte sich Erstaunliches: Die reichen Spieler verhielten sich im Lauf der Zeit immer dominanter und unhöflicher, sie prahlten mit ihrem Reichtum und machten sich über ihre Gegner lustig. Am Spieltisch stand eine scheinbar bedeutungslose Schüssel mit Knabbergebäck – die reichen Spieler griffen viel öfter hinein, als würde ihnen auch davon ein größerer Teil zustehen als ihrem benachteiligten Gegenüber.
Nach dem Spiel wurden die Versuchspersonen dann gebeten, über ihre Erfahrungen beim Spiel zu erzählen. Und obwohl alle genau wussten, dass der Münzwurf bereits vor Beginn der Partie festgelegt hatte, wer das Spiel unweigerlich gewinnen würde, erzählten die erfolgreichen Spieler von ihren klugen Entscheidungen und ihrer durchdachten Spielstrategie. Sie sprachen über ihren Erfolg, als hätten sie durch ehrliche Leistung gewonnen und nicht bloß durch reinen Zufall.
Wenn uns ein Lottomillionär erklärt, er habe für seinen Sieg gar kein Glück benötigt, er sei einfach nur verdammt gut im Lottozahlenankreuzen, dann werden wir ihn auslachen. Doch genau dieser Fehler ist verblüffend häufig: Wir verwechseln glückliche Zufälle mit eigener Leistung. Die siegreiche Fußballspielerin erklärt, ihr Team sei heute einfach das mental stärkere gewesen. Dass ohne diesen glücklichen Lattenpendler in der zweiundachtzigsten Minute das Spiel vielleicht ganz anders ausgegangen wäre, ist längst vergessen. Der neue Junior-Manager ist stolz darauf, sich im Bewerbungsverfahren gegen hundert andere Jobsuchende durchgesetzt zu haben. Dass sein beruflicher Aufstieg ganz wesentlich damit zu tun hatte, dass sein Vater zufällig ein Schulfreund der Aufsichtsratsvorsitzenden ist, wird lieber nicht erwähnt. Wenn wir das Glück haben, in die richtige Familie hineingeboren zu werden, von lebensumwälzenden Krankheiten verschont zu bleiben und zum richtigen Zeitpunkt auf die richtigen Leute zu treffen, dann finden wir das ganz normal und denken kaum darüber nach.

Damir Canadi hatte bei Austria Lustenau und Altach Erfolg. Damir schloss daraus, dass nur das verwendete Spielsystem und seine Art, mit Spielern zu arbeiten, kombiniert mit Sturheit und Fleiß anzuwenden wäre und das würde dann auch bei Rapid so funktionieren. Konsequent, aber eben auf einem Irrtum beruhend. Und die Systemantwort auf diesen Irrtum haben wir schmerzlich erfahren müssen.

Denn wenn wir Erfolg haben, dann ist das sehr schön, aber Erfolg ist ein Glücksfall, sonst wär’s kein Erfolg. Denn Erfolg bedeutet, dass gleichzeitig viele andere scheitern. Bei Trainern sind das eben viele andere Anwärter, die auch mit Rapid ihr Glück versuchen wollen würden, Und der Fehler besteht darin, dass man nicht dem Zufall dankt, dass es so passiert ist, sondern man meint, man selbst wäre so gut drauf, dass es eben gelingen musste.

Personalentscheidungen

Wenn also Personen durch eine situationsbedingte Selbstüberschätzung in ihrer neuen Rolle Entscheidungen treffen sollen, ist es interessant, diese zu beleuchten. Warum hat sich Damir Canadi als Co-Trainer Goran Djuricin gewählt? Es kann einen ähnlichen Grund gehabt haben, wie der von Andy Müller und Mike Büskens – eine Seilschaft. Aber es kann auch sein, dass es der Umstand war, dass Ebreichsdorf im Cup einen Sensationssieg gegen Altach gefeiert hat. Und Canadis Meinung war immer die eines Feldherrn, dass hier nicht eine Mannschaft verliert, sondern immer der jeweilige Trainer. Wie gut musste also für ihn ein Trainer sein, der gegen Altach gewinnt?

Zufall gibt’s nicht

Zufälle gibt’s für Canadi nicht. (Unter dem Titel “Pech und Zufall gibt es nicht” schrieb News am 4. Dezember einen Artikel über ihn). Das ist nun eine ziemlich unqualifizierte Aussage, die man belächeln kann, weil die Einsichten der Menschen verschieden sein können. Da nun aber der Zufall den Fußball (und unser Leben) dominiert, muss man sich fragen, ob eine solche “Gedankenfreiheit” (positiv ausgedrückt) für einen Trainer von Rapid erlaubt sein darf.

Steffen spielt nicht gegen den Trainer

Bei einem Interview fragte der Reporter, ob denn nicht die Mannschaft gegen den Trainer spiele. Steffen verneinte das entschieden, denn das tue eine Mannschaft nicht.

Frage und Antwort beruhen auf einem Missverständnis. Die Mannschaft wurde gefragt aber Steffen hat wahrheitsgemäß für sich als Spieler geantwortet. “Mannschaft” ist aber eine emergente Instanz ihrer beteiligten Spieler und keiner der einzelnen Spieler verkörpert “die Mannschaft”.

Jeder, der mit Gruppen zu tun hat, weiß, dass Gruppen ganz anders sein können, ganz entgegen dem Verhalten eines Einzelnen aus der Gruppe. Man kann in 11 Einzelgesprächen, die Motivation der Spieler zu “bearbeiten” versuchen. Wenn aber die am Feld stehenden 11 Spieler, also “die Mannschaft” etwas nicht will, dann geschieht das nicht.

Man weiß, dass das die Familie, das Milieu einen starken Einfluss auf die Kriminalitätsrate haben aber von dem Richter stehen nicht die Familie oder Das Milieu sondern ein einzelner Mensch.

So war das auch in Ried, als die Fans ihre Wut an den Spielern ausgelassen haben aber “die Mannschaft” gemeint haben. Aber “die Mannschaft” kann man nicht zur Rechenschaft ziehen.

Was ist emergentes Verhalten?

Mit Emergenz bezeichnet man die Umstand, dass eine Vielheit einzelner Objekte völlig neue Eigenschaften haben kann, die man einem einzelnen dieser Objekte nicht zuschreiben kann. In der Soziologie nennt man das gerne “Eigendynamik” einer Gruppe.

Aber Emergenz finden wir auf allen Ebenen evolutorischer Entwicklung.

  • Ein populäres materielles Beispiel sind Sand. Wer Sandkörner durch die Hand rieseln lässt, kann daraus nicht schließen, dass diese Körner in großer Zahl unter dem Einfluss von Wasser und Wind sich zu den sonderbarsten Formen zusammenschließen können (Dünen, Rippelmuster, Sandbrücken…).
  • Kein einzelnes Gasmolekül hat die Eigenschaft “Druck” oder “Temperatur”. Diese Eigenschaften gibt es nur für die Gesamtheit aller Moleküle in einem Bereich.
  • Der “Wählerwille” ist eine solche emergente Eigenschaft vieler Wählerstimmen.
  • Aber auch das Erscheinungsbild großer Menschenmengen, wie etwa eine Truppenparade oder ein Schauturnen oder auch die Choreografie in einem Stadion gehören dazu – inklusive Platzsturm, der den Einzelnen mitreißt und ihn dann im Gerichtssaal sagen lässt, er hätte das nicht gewollt. Und beides stimmt. Er als Einzelner wollte das nicht aber als Teil der Gruppe hat es ihn mitgerissen. Bestraft werden aber nur Einzelne, nicht die Gruppe.
  • Auch das Internet ist eine riesiges Gebilde aus ziemlich primitiven Einzelnetzen, denen man keine der Eigenschaften des Gesamtnetzen “ansieht”.
  • Die gigantischste (uns bekannte) emergente Instanz ist aber unser Bewusstsein, beruhend auf Myriaden von Neuronen, die jedes für sich keine Ahnung von ihrer gesamtheitlichen Wirkung haben.

Und ein solches emergentes Verhalten zeigt jede Gruppe, die durch beliebige Motive zusammengehalten wird. Im Fußball ist es das Bestehen gegen einen Gegner, in dem sich diese emergenten Eigenschaften der Gruppe zeigen.

Es kann also sehr wohl sein, dass die Mannschaft mit einem Trainer “nicht kann” und ihre einzige Möglichkeit, das zu zeigen, ist das jeweilige Ergebnis. Ja, die Mannschaft kann gegen ihren Trainer spielen und er selbst ist es, der das ändern könnte, es aber nicht tut.

Ein sehr interessantes Beispiel ist die Station “Pasching” von Andreas Heraf im Jahr 2006, der von Schwanenstadt kommend in Pasching als Trainer angeheuert hat. Nach nur drei verlorenen Spielen beendete Andy dieses Dienstverhältnis, weil er mit der Mannschaft nicht klar kam. “Kurzes Vergnügen”, aus News vom 7.3.2006. Das erfordert aber eine gewisse Selbstkritik und Situationsanalyse, die wir leider bei Damir Canadi nicht erlebt haben – mit den bekannten Folgen. (Andreas Heraf ist zu Schwanenstadt zurückgekehrt und danach und bis heute erfolgreicher Trainer bei den  Jugendmannschaften des ÖFB.)

Fehler

Über “Fehler” gibt es viele Sprüche, zum Beispiel: “Fehler sind da, um gemacht zu werden!” und hier mein Favorit von Erich Kästner: “Fehler haben ihren Wert; jedoch nur hier und da. Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika.”

Einerseits lernt man aus Fehlern – sofern sie nicht tödlich sind. “Was Dich nicht umbringt, macht Dich stark”. Danach gemessen, müsste Rapid in der nächsten Saison Meister und Euro-League-Sieger werden:-)

Unser Fehler war in einem Wort

Selbstüberschätzung

der Anhänger, des Vereins, des Trainers.

  • Das Verwechseln von Zufall mit eigener Kompetenz. (Trainer)
  • Der Glaube, dass man Erfolg planen kann. (Führung)
  • Ein Druck, dem die Mannschaft nicht standgehalten hat.

Zoki Barisic war kein Startrainer. Er wurde aus einer zufälligen Situation heraus ins Rennen geschickt. Er hat nicht – wie Damir Canadi – auf eine vielbeachtete Karriere als Trainer zurückblicken können: und er hat Rapid dennoch zu Ansehen verholfen.

Wir brauchen keine Stars, wir machen Stars! Das ist doch irgendwie der Leitspruch eines Ausbildungsvereins.

Musculus, der Straßenkehrer

Die märchenhafte Auslegung der ziemlich schwierigen Situation von Rapid in “Die undankbare Familie” ist eher etwas für Esoteriker und ist nicht mein Favorit.

Mein Favorit für eine Erklärung unserer Situation liegt darin, dass wir die Ursache in uns selbst zu suchen haben. Salopp gesagt: man kann Titel nicht planen (sie wie man Tore und Siege nicht planen kann). Man kann nur, wie das Christoph Peschek immer wieder erklärt hat, den Boden für Titel bereiten und diese Hausaufgabe hat Rapid bestens erfüllt.

Aber warum klappt es trotzdem nicht?

Betrachten wir einmal die Ära Barisic. Die länger-dienenden Rapid-Fans, denen ich in dieser Zeit zugehört habe, waren ziemlich einhellig der Meinung, dass Zoki eben kein Meistertrainer wäre, weil er die Spieler zu wenig fordern würde. (Sie sagten das etwas drastischer, aber so etwa war der Tenor.)

Wir waren “nur” auf dem zweiten Platz und man wusste den Grund: Zoki wäre gut für den zweiten Platz aber eben nicht für mehr. Es bestand eine Übereinstimmung zwischen Erwartungshaltung und Ergebnis. Man war nicht ganz zufrieden aber mehr war halt nicht möglich.

Wenn man sich an die Interviews von Zoki erinnert, dann hatte man den Eindruck, dass er sich immer schützend vor die Mannschaft gestellt hat und die Mannschaft durch ihn von äußeren Einflüssen abgeschirmt wurde. Zoki hat immer versucht, den Druck von der Mannschaft zu nehmen.

Die Meinung, das Zoki kein Meistertrainer sei, dürfte wohl auch die im Präsidium gewesen sein, als man alles zum Angriff auf den Meistertitel vorbereitete. Man stabilisierte die finanzielle Situation, vergrößerte die bürokratische “Kampfmannschaft” und eröffnete mit großem Elan das Stadion, um eben auf allen Fronten für den Meisterkampf gerüstet zu sein und natürlich sollte auch auf der Trainerfront die beste Lösung gefunden werden.

Alle diese Veränderungen erweckten in uns allen das Gefühl, dass es nur mehr um die Höhe der Siege in der “Grünen Hölle” gehen würde.

Und der Beginn der Saison fühlte sich auch ganz danach an. Die Mannschaft wurde zu einer unschlagbaren Truppe hochstilisiert.

Das Symbol dafür: Musculus*), wie er von den Römern inszeniert wurde. Kein Zweifel daran, dass er der Sieger bei den nächsten Spielen werden würde.

So wurde auch die Mannschaft von Rapid behandelt: der unschlagbare Musculus. Diesem enorme Erwartungsdruck musste Woche für Woche am Spielfeld entsprochen werden. Und es ist ein Unterschied, ob man in Ried mit 4:2 nach Hause fährt mit einem Trainer, dem man den Meistertitel ohnehin nicht zutraut oder ob man die Mannschaft immer an diesem Meisteranspruch misst.

In der Geschichte von Musculus passierte bei seiner ersten Niederlage folgendes. Das von den Römern in Musculus aufgebaute Selbstvertrauen bricht bei der ersten Begegnung mit der Realität in Form der beiden Gallier Asterix und Obelix in sich zusammen. Er wird in allen Disziplinen, in denen er als unschlagbar gegolten hat, besiegt. Noch nicht einmal bei den Spielen, denn da wäre die Geschichte schon zu Ende; einfach nur in einer Trainingssituation.

In einem Wettbewerb ist das normal, dass man auch einmal verliert; nicht aber, wenn alle sagen, man sei der haushohe Favorit. An diesem Anspruch scheitert Musculus und degradiert sich selbst zu einem Straßenkehrer. Er sagt, er sei nicht würdig, Rom bei den Olympischen Spielen zu vertreten.

Wer die “Verabschiedung” der Spieler am Ende des Spiels in Ried gesehen hat, meinte in der Mannschaft diesen straßenkehrenden Musculus zu erkennen, einen sportlicher Giganten, der durch die Behandlung durch das Umfeld die Bodenhaftung verloren hat. Sein Selbstwertgefühl ist auf einem Tiefpunkt angelangt.

Die Diskrepanz zwischen der fußballerischen Realität und unser aller Verlangen nach einem Titel so groß ist, dass darunter das Selbstvertrauen der Mannschaft enorm gelitten hat. Und daher vermute ich, dass Rapid auch unter einem Zoki Barisic einen Negativlauf gehabt hätte. Anders natürlich, aber eben auch. Siehe auch der Erklärungsversuch nach dem Spiel Ried-Rapid.

Dass Kapitäne handeln müssen, kann man schon im Film “Titanic” beobachten. Und auch im Film “Rapid” wurde rasch gehandelt und der Trainer ersetzt.

An dieser Stelle wusste man auch auf der Titanic nicht so recht, wie weit das Wasser schon eingedrungen war. Wenn es nur ein Film wäre…

*) Uderzo und Goscinny; Asterix Band 12. Asterix bei den Olympischen Spielen

Rapid-Termine April 2017

Hier eine Vorschau auf einen ziemlich entscheidenden Monat für Rapid. Optimistisch wie Rapidler sind, ist auch bereits das Cup-Halbfinale eingetragen.

2017-03-24 19:15 Rapid Viertelstunde

  • Peter Schöttel im Interview
  • Das Geheimnis der Rapid-Torte
  • Wiedersehen beim Benefizspiel
  • SK Rapid Special Needs Turnier
  • Rapid ist Superbrand
  • Peter Schöttel im Interview (Teil 2)
  • Link zum Video

2017-03-26 14:00 Vienna-Rapid “Rettungsspiel”

2017-03-30 19:00 Club 2×11

Podiumsdiskussion: “Gesellschaftsspielchen – Fußball zwischen Hilfsbereitschaft und Heuchelei.” 19:00 Hauptbücherei, Urban Loritz Platz 2a, 1070 Wien.

Mit Ronny Blaschke, Autor und Journalist, Petra Gregorits, Rapid-Präsidiumsmitglied, Unternehmerin und CSR-Expertin, Susanne Dobner und Khadija Ahmadi, Projekt »Kicken ohne Grenzen«, Ingo Mach, ÖFB, zuständig für präventive Fanarbeit und Antidiskriminierung, Shokat Ali Walizadeh, Verein Junge Afghanen – Neuer Start in Österreich, MODERATION: Nicole Selmer, ballesterer

  • 2017-04-01 16:00 St.Pölten-Rapid (27. Runde)
  • 2017-04-02 16:00 Rapid II-Vienna (19. Runde)
  • 2017-04-05 20:30 St.Pölten-Rapid (Cup Viertelfinale)
  • 2017-04-08 16:00 Ried-Rapid (28. Runde)
  • 2017-04-09 16:30 Admira Juniors-Rapid II (20. Runde), Traiskirchen
  • 2017-04-13 19:00 Stammtisch, Rekordmeisterbar
  • 2017-04-14 19:30 Rapid II-Ebreichsdorf (21. Runde)
  • 2017-04-15 18:30 Rapid-Altach (29. Runde)
  • 2017-04-21 19:00 Neusiedl-Rapid II (22. Runde)

2017-04-21 20:30 Harry Gartler live

  • 2017-04-23 16:30 Rapid-Austria (30. Runde)
  • 2017-04-26/27 Cup-Halbfinale
  • 2017-04-28 19:30 Mannsdorf-Rapid II (23. Runde)
  • 2017-04-29 –:– Admira-Rapid (31. Runde)

…dann komm’ ich in Dein Büro…

Fast glaubt man, dass Rapid-Veranstaltungen gerade dann gut besucht sind, wenn es einmal nicht so gut läuft. Man konnte geradezu einen unsichtbaren Schulterschluss der Anwesenden spüren.

(es muss richtig heißen: Donnerstag, 13. April)

2. Stammtisch

Es war ein sehr abwechslungsreicher Abend in drei Aufzügen; Diskussionsleiter: Andy Marek.

Christoph Peschek

…geht auf den Vorwurf ein, dass der Verein das Marketing zu sehr in den Vordergrund stellt.

Das “Röhren-Team” arbeitet für Rapid, ganz egal, wo Rapid in der Tabelle steht und das ist auch wichtig, damit die ebenfalls in diesen Tagen stattfindende Lizenzvergabe positiv zu Ende geführt wird.

Kapitän Steffen Hofmann

Ein emotionaler Höhepunkt war der Rückblick auf die Karriere von Steffen Hofmann bei Rapid. Steffen hat zwar nie unter Lothar Matthäus gespielt, wurde aber von ihm zu Rapid vermittelt,

Es begann damit, dass Steffen als 21jähriger in einer sonderbaren Hose, die damals in München als modisch gegolten hat,  vor dem Container-Büro von Andy Marek erschienen ist. Der klingende Name “Rapid” und das Container-Büro müssen irgendwie in Widerspruch für den jungen Spieler gewesen sein. Aber es war die Zeil, als man im Hanappi-Stadion gerade das neue Dach errichtet hat und daher ein Ausweichquartier beziehen musste.

Fast an die Doppelconférencen von Grünbaum/Farkas und Farkas/Waldbrunn erinnern die Interviews zwischen Andy und Steffen. Schlagfertig wir Steffen ist, erklärte er Andy, dass diese Mode immerhin in Großstädten wie München und Wien entstanden ist und dass die Mode im Waldviertel demgegenüber eher weniger bedeutungsvoll wäre und dass die Größe des Waldviertels sich eher auf den Namensteil “Groß” in Groß-Siegharts beschränke und mit Größe ansonsten nicht viel zu tun habe.

Der Rest ist uns allen bekannt. Nach einem nicht so einfachen Startjahr ist Steffen aber seinem damaligen Trainer Josef Hickersberger doch sehr aufgefallen und er inthronierte den erst 22-jährigen als Kapitän; eine Entscheidung mit Langzeitwirkung.

Steffens Entscheidung, nach dem Meistertitel und CL-Herbst zu 1860 nach München zu gehen, hat mit seiner Familie zu tun, der er sich verpflichtet fühlte. Doch die Umstände der damaligen Mannschaft in München waren nicht zufriedenstellend und es gab eine einmalige Rückholaktion von Präsident Rudi Edlinger. Andy Marek holte Steffen persönlich aus München ab.

Der umjubelte Heimkehrer (und mit ihm Rapid und Georg Zellhofer) hatte Pech und verletzte sich bei seinem ersten Spiel in Ried und Georg Zellhofer, der schon auf die Verstärkung durch Steffen gehofft hatte, musste weiter auf ihn verzichten. Und es ging trotz Ablöse von Georg Zellhofer durch Peter Pacult in ähnlicher Tonart weiter und Rapid machte sogar Bekanntschaft mit dem letzten Platz, um sich aber danach doch wieder zu erholen und sogar einen internationalen Startplatz im UI-Cup zu erspielen. Diese Situation ist der jetzigen nicht ganz unähnlich und das war auch der Grund, warum sie in diesem Interview besonders besprochen wurde.

Schließlich erklärte Steffen seine persönliche Planung so, dass er dann, wenn er einmal aufsteht und sich nicht mehr ausreichend fit für das Training fühlen sollte, er zu Andys ins Büro kommen würde, um dort seine Arbeit fortzusetzen.

Jung-Einsertormann Tobias Knoflach

Wenn dieser schwierige Herbst eine positive Seite gehabt hat, dann war es die Entdeckung von Tobias Knoflach als Einser-Goalie. Eigentlich schon auf dem Weg ins Ausland ist es dann doch nichts mit einem Transfer nach Holland geworden und das dürfte ausnahmsweise gut für Rapid gewesen sind. Eigentlich hätten wir ihn schon nach dem Bilbao-Spiel auf diesem Platz sehen wollen, doch wahrscheinlich laufen die Entscheidungen im Trainerteam nicht so rasch wie wir uns das vorstellen. Dass Tobias meinte, dass er das zweite Gegentor in Graz hätte verhindern können, zeigt, dass er großes Lernpotenzial hat und an diesen Details arbeitet.

Diskussionsrunde

Diskussionsrunde, bestehend aus (vlnr.) Gerhard König, früherer Vorsänger der Ultras, Karl Brauneder, Legende (1983-1994, 332 Spiele, 26 Tore, 2 Meistertitel, 3 Cuptitel), Fredy Bickel, Direktor Sport, Michael Krammer, Präsident des SK Rapid, Christian Hackl, Sportredakteur beim Standard, Kersten Bogner, im Team von Forza Rapid.

Es herrschte eine durchaus konstruktive Stimmung und fast ein bisschen Ratlosigkeit über die augenblickliche Situation, denn eine klare Ursache für das sportliche Tief konnten auch die Spezialisten der Diskussionsrunde nicht herausarbeiten. Am besten hat mir “Fredys Postulat” gefallen, dass wir heute eine ganz andere Situation erleben würden, hätten wir den Derby-Sieg geschafft. Es sind nicht ganz große Dinge, die nicht passen; es sind kleine Dinge, die sich derzeit, in einer von Rapid-Anhängern eher ungerecht empfundenen Art, gegen uns richten.

Eine richtige “grün-weiße Mischung”

aus Grün-Weiße Distel, Grün-Weiß Favoriten, Klub der Freund und EwkiL:Rapid.

Nächster Stammtisch: Do, 13. April 2017

Links

Von Luftballons und Schaumbechern

Das Thema “Fußball” beherrscht unseren Alltag. Kaum eine Begegnung, bei der mir nicht so etwas die “Beileid” ausgesprochen wird. Und weil es ein gar so tiefes Tief ist, in das wir da geraten sind, mag es auch erlaubt sein, die Ursachenforschung wieder einmal zu thematisieren.

Sonderbar sind folgende Beobachtungen

  • Unsere Mannschaft spielte in den ersten Wochen dieses Jahres, als gäbe es keinen Zweifel an einem Titel.
    Von wo kam diese Spielfreude?
  • Etwa ab dem Heimspiel gegen Trencin ging es aber kontinuierlich bergab.
    Woher kam der Einbruch?
  • Die Notbremse des zweiten Trainerwechsels brachte nichts; im Gegenteil, das Punktemittel erreicht historische Tiefststände.
    Warum hat auch ein Trainer, der von den meisten außer Streit gestellt wird, keinen Erfolg?
  • Die Kündigung von Zoki war ein Schock für uns alle.
    Wer fragt nicht, wie es wohl gewesen wäre, könnten wir noch auf Zoki zählen?
  • Was, wenn es einfach nur Zufall ist? (Diese These mag niemand so recht glauben aber es gibt Literatur mit sehr vielen konkreten Beispielen, etwa das neue Buch von Florian Aigner: “Der Zufall, das Universum und Du”. Wer sich für Zufall im Fußball interessiert, dem sei das Buch Metin Tolan “Manchmal gewinnt der Bessere” empfohlen.)

Nun, es kann schon beim (jeweils) nächsten Spiel wieder aufwärts gehen und wir werden dieses Tal rasch vergessen. Aber die Fragen nach dem Warum bleiben. Und wenn die Fragen ohne Erklärung bleiben, hätte man nicht einmal etwas für die Zukunft gelernt.

Wenn man die verschiedenen Kommentare liest: Hast Du nicht auch den Eindruck, dass eigentlich niemand (und das meine ich vom Präsidenten abwärts alle Analytiker der Medien mit eingeschlossen) eine schlüssige Antwort für die Situation geben kann. Wahrscheinlich, weil es keine gibt.

Derzeit tendiere ich zu folgender (Kurz)Interpretation:

  • Das neue Stadion war wie ein Adrenalinschub, daher die Anfangserfolge
  • Der Einbruch war eine Reaktion des Teams auf den Verlust eines Kumpels
  • Wir wissen nicht, was alles einen Einfluss darauf hat, dass Schüsse nicht den Weg ins Tor finden und Spiele nicht gewonnen werden, aber die Ursachen können auch in scheinbar Zusammenhanglosem zu finden sein, daher die “Luftballons und die Schaumbecher” – und im enormen Erwartungsdruck, dem die Mannschaft nicht standgehalten hat.
  • Um mit dem neuem Trainerstil wieder in die Spur zu finden, müssen alle Veränderungen der Jahre 2016 zur Selbstverständlichkeit werden und das braucht einfach Zeit. Lernen bedeutet Veränderung und die kann oft mühsam sein und daher wenden sich Lernende gerne unbewusst gegen solche Veränderungen.
  • Schließlich kann alles auch nur reinter Zufall sein.

Die etwa längere Interpretation

Adrenalin Stadion

Die Stadionerföffnung war wie ein Adrenalinstoß. Ein Ereignis, das alle – aber natürlich insbesondere die Mannschaft – sehnsüchtig erwartet haben. Und dieses momentane Glücksgefühl bescherte uns die tollen Spiele in der Anfangsphase, sicherte uns die Gruppenphase der Euro-League und wahrscheinlich auch den heurigen Klassenerhalt (aber angesichts der großen Zahl der noch ausstehenden Runden, ist das eine ziemlich verfrühte Behauptung). Und vor allem überdeckte die Stadionerföffnung alle anderen Zweifel über Entscheidungen, die sich uns und der Mannschaft in dieser Zeit gestellt haben.

Das Stadion spielte Fußball – aber nur kurz.

Wie das so bei Adrenalinausschüttungen ist, irgendwann sind sie verbraucht und die Realität wird mehr und mehr wahrgenommen wie sie ist.

Ausnahmesituation für den Verein

Andy Marek hat immer wieder erwähnt, dass er noch kein so intensives Jahr wie das das 2016 erlebt hat. Klar, es war das Jahr der Stadioneröffnung und es mussten extrem viele Dinge getan und extrem viele Dinge entschieden werden. Das betraf die ganze Belegschaft von Rapid. Und man hatte für diese punktuelle Herausforderung nicht den erforderlichen Personalstand. Also waren alle uns bekannte Akteure mehr als belastet, sie waren überlastet.

Entscheidungen über Rapid-Marie und Klopapier überdeckten das Sportliche.

Und durch diesen Handlungsdruck wurden gewisse Dinge, wie die Ablöse von Zoki, kurzerhand delegiert und wahrscheinlich wurde überhaupt die sportliche Seite als ein Selbstläufer betrachtet, was für die ersten Spiele sogar gestimmt hat. Selbstläufer deshalb, weil wahrscheinlich wir alle der Meinung waren, dass alles für einen Titel angerichtet war.

Neuer Besen

Die Trainerablöse im Juni bedeutete für das Team wahrscheinlich eine größere Umstellung, als man das im Juni 2016 hätte vermuten können.

Man muss bedenken, dass Zoki eine vergleichsweise lange Zeit Trainer war. Er gehört zu den 10 Trainern, die diesen Posten in der Rapid-Geschichte am längsten bekleidet haben. Dazu kommt, dass er vor dieser Zeit die meisten der heutigen Akteure auch in der Amateurmannschaft betreut hat und es gibt Spieler, die überhaupt nur Zoki als Trainer kannten.

Es kann nun nach einem solchen Urgestein kommen, wer will; das Vertrauen, das Zoki beim Team hatte, das kann ein Neuer nicht so ohne Weiteres erben. Ich weiß nicht, wie andere das empfinden aber ich habe das Gefühl, dass uns mit Zoki eine wichtige Vertrauensperson abhanden gekommen ist und das noch in einer Art und Weise, die ganz entgegen der vorgetragenen Kanzelpredigt, eine Rapid-Famile zu sein, gerichtet war. Dieses Gefühl hatten wahrscheinlich auch die Spieler.

Und der Nachfolger mag nun sympathisch, kompetent und korrekt sein aber die instinktive Ablehnung über den Verlust eines Kumpels wendet sich gegen den Neuen, und könnte ein Motiv für Misserfolg sein.

Ich erinnere mich an Freudenszenen nach Toren; dass Spieler auf Zoki zugelaufen sind und ihn spontan umarmt haben, so als würden sie zum Ausdruck bringen, dass sie dieses Tor für den Trainer geschossen haben. Und das ist kein geringes Motiv, weil jede Form von Arbeit immer für andere gemacht wird. Und die nächsten Personen sind das Trainerteam, allen voran der Cheftrainer und nicht von ungefähr gehen die Spieler nach jedem Spiel zu den Rängen, denn natürlich spielen sie auch für ihre Anhänger.

Diese Beziehung haben Zokis Nachfolger noch lange nicht aufgebaut.

Und weil Rapid eine sehr junge Mannschaft hat, ist der Umstand, dass die meisten der Jungen durch Zoki fußballerisch sozialisiert worden sind, ein ganz wichtiger Faktor, der für die Zeit ab dem Trencin-Heimspiel sehr wichtig geworden ist. Trencin war wie die erste Einsicht, dass es dieses Miteinander in der früheren Form nicht mehr gibt.

Nach meinem Eindruck war die Mannschaft der ersten Begegnungen noch die Mannschaft von Zoki und erst im Laufe der ersten Wochen wurde der Mannschaft bewusst, was alles sich eigentlich in ihrem Alltag verändert hat, etwa die eigentümliche Abhalfterung von Sonnleitner und Hofmann, zweier Spieler, mit hohem Ansehen. Die Trainingsmethoden dürften ein weiteres Teil dazu beigetragen haben, dass die frühere Spielfreude ziemlich rasch verschwunden ist und erst langsam (in den Spielen zuletzt, gegen RB und Sturm) wieder an die Qualität der Begegnungen im Jahr 2015 anschließt.

Der Trainer allein, kann’s nicht gewesen sein

Nehmen wir an, Büskens wäre ein schlechter Trainer gewesen. (Bitte nur als Hypothese zu verstehen.) Was in diesem Fall sehr irritiert, ist der Umstand, das bei einer tatsächlich schwachen Trainerleistung von Büskens sich die Situation unter Canadi nicht schlagartig verändert hat (im Sinne eines Trainereffekts), denn wenn Büskens einen großen Anteil an den Misserfolgen gehabt hätte, müsste doch der Wechsel eine Erleichterung in der Mannschaft bewirkt haben. Dass das überhaupt nicht der Fall war (die Ergebnisse von Canadi sind ja sogar schlechter als jene unter Büskens), kann man so interpretieren, dass die Mannschaft auch mit Canadi noch nicht zurechtkommt (oder umgekehrt).

Rapid kann nur ein Kumpel trainieren

Wir erinnern uns alle noch an die glücklose Zeit mit Georg Zellhofer und den damals prophetischen Sager von Pasching-Präsident Grad, „der Schurl kann nur Pasching trainieren“.

Könnte es nicht sein, dass diese Weissagung für Rapid in unangenehm umgekehrter Weise gilt: „Rapid kann (derzeit) nur von einem Kumpeltrainer trainiert werden“ und die Spieler gegen eine sachlichere, vielleicht professionellere, aber weniger kumpelhafte Behandlung instinktiv zurückhaltend reagieren und nicht zu früherer Spielfreude zurückfinden, einfach, weil sie zu ihrem jeweils neuen Trainer nicht denselben innigen Kontakt finden. Und die Zeit mit Zoki war eine sehr lange.

Unvorhersagbares Chaos

Wir fragen uns, warum Schüsse nicht ihren Weg ins Tor finden. Was dazu fehlt, sind Kleinigkeiten. Der Fuß müsste nur um Millimeter anderswie den Ball getroffen haben und schon wäre das Erfolgserlebnis da. Aber woher kommen diese Nuancen?

Zwischen allen Mikro-Ereignissen im Stadion und der Situation am Spielfeld besteht ein Zusammenhang. Ein völlig unbekannter Zusammenhang. Ganz besonders deutlich wurde es bei einem Spiel, bei dem sich ein Eichhörnchen auf den Rasen verirrt hat und den Spielfluss verändert hat (oder ein verirrter Luftballon, oder ein irritierender Böllerwurf…). Alles, was in einem möglichen kausalen Zusammenhang mit dem Geschehen am Spielfeld steht, beeinflusst. Aber wir wissen nicht wie.

Es sind wahrscheinlich überhaupt nur Kleinigkeiten, die zum Erfolg fehlen. Aber welche?

Das Spiel ist ein hoch-chaotisches Geschehen. Wie ein Krieg. Nichts ist vorhersagbar, speziell, wenn ein Gegner am Platz ist. Alles, was trainiert wurde, kann sich durch Cleverness des Gegners schon im Ansatz ganz anders entwickeln. Die Chaostheorie mischt kräftig mit. Was wir am Spielfeld erleben, würde so nicht passieren, wenn auch nur Kleinigkeiten im Umfeld anders wären; allein, wir wissen nicht, welche das sind. Und diese Kleinigkeiten sind Dinge die völlig unbemerkt passieren oder nicht passieren. Es sind ganz sicher nicht die großen Dinge, die man ändern muss; aber es sind viele Kleinigkeiten. Und im Falle unseres Umzugsjahres ist es einfach nur Zeit, die wir alle brauchen, um das neue Stadion so selbstverständlich als neue Heimat zu verstehen wie das im alten der Fall war. Und im Zuge dieses Zeitbedarfs müssen wir leider diese Saison abhaken.

In der Chaostheorie wird der berühmte Schmetterling zum Auslöser eines Wirbelsturms, im Fußball mögen es Luftballons oder Schaumbecher sein; oder dass Du und ich im Stadion sind – oder nicht sind. Niemand weiß.

Christian sagt oft, es wäre besser, ich würde bei Auswärtsspielen nicht mitfahren, denn dann würde Rapid vielleicht eher gewinnen. Und wer weiß, vielleicht hat er damit nicht unrecht. Allerdings hätte es im Spiel gegen Graz rein gar nichts gebracht:-)

Aber dadurch dass diese Kleinigkeiten passieren, verläuft das Spiel einfach anders. Zufälle passieren, aber zu unseren Ungunsten. Daher ist es so wichtig, dass alle „Zutaten“ stimmig sind. Dass Spieler gewinnen wollen. Wenn schon nicht für sich selbst (sie selbst brauchen das nicht, sie haben schon gewonnen, denn sie werden ja hoch bezahlt), dann wenigstens für den Trainer oder auch für die Fans. Aber wenn diese Schnittstellen zum Trainer oder zu den Fans nicht funktionierten, wofür solle man dann siegen?

Das folgende Video zeigt das Prinzip “Kleine Ursachen, große Wirkungen”.

2016, das Jahr der Veränderungen

Die Menge der Änderungen im Jahr 2016, die uns alle – und das Team ganz besonders – betraf, ist sehr groß. Von all diesen Dingen nenne ich nur zwei Kleinigkeiten: die Luftballons und die Schaumbecher.

Man wollte alles besser machen und die Gelegenheit der Übersiedlung dazu nutzen und um ja nicht als Umweltverschmutzer genannt zu werden hat man sich von der bisherigen Luftballon-Aktion distanziert, indem man die Protagonisten, den “Stehtisch Grün-Weiß”, einfach nicht mehr eingeladen hat. Ebenso hat die Catering-Firma nicht auf das bisherige, zwar bescheidenere aber in Details ziemlich einzigartige Angebot, wie eben jenes der Schaumbecher, geachtet.

Das folgende Bild zeigt im Hintergrund mehr als 600 Bilder der Luftballon-Aktion des “Stehtisch Grün-Weiß” im Zeitraum 2004 bis 2016 sowie die leider nicht mehr erhältlichen Schaumbecher.

Es gehörte zu den Fixpunkten eines Spieltages, dass ich meiner Frau einen dieser Schaumbecher mitgebracht habe. Das ist lange vorbei. Und noch immer stört es mich.

Erst, wenn wie die Fahnenparade am Beginn eines Heimspiels und der Apfelstrudel an den Kiosken als mehr selbstverständlich gesehen werden als die Luftballons und die Schaumbecher, wird vielleicht auch die Leichtigkeit im Spiel von Rapid wieder zurückkehren.

Aber ich meine die Luftballons und Schaumbecher natürlich nur stellvertretend für viele andere Dinge, die alle Veränderung bedeutet haben, die wir als Zuschauer gar nicht wissen, und die alle auf die Mannschaft eingewirkt haben und immer noch einwirken.

Zoki nannte es „Kälte“.

Und es wird noch einige Zeit vergehen, bis uns alles das Neue so vertraut sein wird, wie es das im Hanappi-Stadion war und wie es für viele auch die Pfarrwiese noch ist. Es ist einfach die Zeit, die diese Veränderungen wieder zur Selbstverständlichkeit machen wird. Und erst, wenn sich diese Selbstverständlichkeit beim Umgang der Mannschaft mit dem neuen Trainerteam eingestellt hat, wird auch Erfolg zurückkehren.

Ein goldener Käfig

Die Vereinsverantwortlichen betonen, was man alles bereitet hat, um endlich den so ersehnten Meistertitel einfahren zu können. Die Finanzen sind geordnet, das Stadion ist neu, der Trainer natürlich auch und jetzt liege es nur mehr an der Mannschaft, die Ernte einzufahren. Man kann als Rapid-Anhänger gar nichts dagegen einwenden; es musste geradezu so sein. Aber alles das ist wie ein goldener Käfig – der keine Tore schießt.

Als Jacqueline, die Tochter des Baumeisters Lugner geboren wurde (etwa 1990), berichtete die Regenbogenpresse über einen vergoldeten Kinderwagen, der angeschafft wurde. Aber dieser Kinderwagen stärkte mehr das Ego der Eltern als dass er die Entwicklung des Kindes begünstigt hätte. (Ich erinnere mich deshalb an diese Begebenheit, weil damals unser Florian auch im Kleinkindesalter war und man sich natürlich als Eltern fragt, ob man eh alles richtig macht und bei dem vergoldeten Kinderwagen waren wir sicher, dass wir wenigstens diese Probleme nicht haben.)

So ähnlich ist es mit dem Stadion. Der Verein hat uns und dem Team ein Stadion errichtet (bei dem nirgendwo Wasser hineinrinnt) und erwartet ähnlich wie Lugner, dass ein vergoldeter Käfig genügt, um vom Kind/den Spielern die geforderte Gegenleistung in Form von Titeln postwendend geliefert wird, dabei aber vergessend, dass der Käfig nicht das ist, was ein Spieler zum Erfolg und ein Kind zum Glücklichsein braucht.

Das Gold am Kinderwagen ist – wie wir alle seit Asterix (Band I, “Asterix, der Gallier”) wissen – wie die Erdbeeren im Zaubertrank. Der Trank schmeckt nur besser; brauchen tut man die Erdbeeren nicht.

Ich denke, dass alle diese kleinen Dinge zwar nicht Fußball spielen aber immer irgendwie das Spiel beeinflussen, vielleicht mehr als wir meinen.

Gold spielt nicht Fußball

Die Sensationssaison 1995/96 fand vor dem Hintergrund einer Finanzkrise statt, es gab kein neues Stadion und dennoch wurde Rapid-Geschichte geschrieben. Auch die Qualifikationserfolge gegen Aston-Villa wurden ganz ohne Erdbeeren errungen.

So, als wäre das neue Stadion nicht genug der Verbesserungen, nein, man musste auch noch an der Trainerfront aktiv werden, um nur ja alles im Sinne eines „goldenen Kinderwagens“ herzurichten; und das Kind hat es uns nicht gedankt, das undankbare; weil es eben keines goldenen Käfigs braucht, um Erfolg zu haben aber sehr wohl eines guten Einvernehmens mit allen Beteiligten.

Es waren einfach zu viele Störfaktoren in diesem Jahr 2016 da, die unseren Erfolg beeinträchtigt haben und es wird eine Weile dauern, bis die Spieler wieder in die Spur finden.

Schuldgesellschaft

Und genau genommen ist es auch schwer, überhaupt einen Schuldigen zu benennen wie es zum Beispiel unser Goleador gerne in seiner Zeitungskolumne tut, wenn er in Richtung „der Funktionäre“ und auch Trainer polemisiert. Denn die getroffenen Entscheidungen für sich allein betrachtet, haben durchaus ihre vernünftigen Gründe, die aber das sensible Gefüge des Teams so beeinträchtigt haben könnten, dass man derzeit nicht mehr als ein solides Fußballhandwerk zustande bringt. Das Spiel ist nicht so schlecht aber es reich (noch) nicht für Siege.

Abgesehen von Superprofis des höchsten Spielniveaus in Europa sind wir mit Rapid im fußballerischen Mittelbau mit vielen sehr jungen Spielern viel sensibler bezüglich aller dieser Einflussfaktoren. Ich habe den Eindruck, als wären die letzten Spiele (und überhaupt “Erfolg”) geradezu ein Gradmesser für das Gesamtbefinden des Pakets Team-Verein-Anhänger. Der Trainer kann sich noch so anstrengen; wenn das Unbehagen von anderswo her kommt, dann muss man diese Ursache, die vielleicht gar nicht im Fußballerischen liegt, beseitigen – oder Gras drüber wachsen lassen. Aber natürlich weiß niemand genau, was das ist. Vielleicht sind es ja auch nur die Luftballons und die Schaumbecher. Geduld muss man eben haben, wie der Trainer sagt.

Was, wenn es einfach Zufall ist?

Wir lehnen den Zufall im Grunde ab; insbesondere das Pech; das Glück, das geht ja gerade noch. Allerdings müssen wir immer bedenken, dass Glück des Einen immer Pech für den anderen (meist für alle anderen) bedeutet. Pech ist die Regel, Glück die Ausnahme.

Wir wollen ein geregeltes, ein vorhersagbares Leben. Wenn wir uns morgen in der Rekordmeisterbar treffen, dann ist das ein Ereignis, das mit großer Sicherheit keine Überraschungen bieten wird. Zu groß ist die Routine von Andy und zu perfekt ist alles ausgeklügelt.

Was uns im Alltag fehlt, ist der Kick, das Abenteuer! Und nur wenige können die Zeit und auch den Mut erübrigen, sich auf Abenteuer einzulassen. Denn Abenteuer haben es so an sich, dass sie auch ein mehr oder weniger großes Risiko mit sich bringen.

Und genau dazu haben wir den Fußball. Das Abenteuer, das wir selbst nicht eingehen können, bestehen unsere Spieler und Trainer Woche für Woche für uns. Und auch sie tun es nicht mehr wie im alten Rom. Niemand stirbt mehr im Kampf. Und dennoch gibt es die kleinen Tode, in Form eines Gegentors, einer Niederlage oder gar einem Abstieg.

Aber dieser Kick besteht im Unbekannten und in der Möglichkeit einer Niederlage; auch von vielen Niederlagen.

Enormer Druck

Ich empfinde, dass insgesamt dieser enorme Erwartungsdruck, der gerade im letzten Jahr von uns allen aufgebaut wurde, die eigentliche Ursache für unser heuriges Scheitern ist.

Dazu möchte ich noch so einen “Schaumbecher” nennen: Die Rekordmeister-Bar. Auch so ein Begriff, der keine Tore schießt, der aber die Akteure durchaus belasten kann.

Vor dem Hintergrund dieses Begriffs “Rekordmeister”, erscheinen die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte ziemlich dürftig und es besteht ein eher krasser Widerspruch zwischen diesem Begriff, und der Realität.

Gregor hat gemeint, dass uns eine europacup-freie Saison gut tun würde, um ein stabiles und schlagkräftige Team zu formen. Die Vision “Top-50” kann man gleich für die nächsten 5 Jahre begraben, denn sie wäre nur realistisch, wenn wir auch kontinuierlich punkten.

Vielleicht braucht es aber wirklich eine entspannte Phase, in der die Aufmerksamkeit der Medien anderswo den Druck aufbaut, dem Rapid derzeit dauernd unterliegt und in der sich die Mannschaft entwickeln kann.

Fußball ist Zufall – auf hohem Niveau

Unser Trainer und auch der Sportdirektor hören sowas nicht gerne, denn wer will schon, dass seine Arbeit nicht durch eigene Leistung sondern durch Zufall bewertet wird. (Und trotzdem trifft das für uns alle zu.)

Aber es kann auch sein, dass alles, was wir erleben, mit all dem vorher Gesagten nichts oder nur wenig zu tun hat und tatsächlich nichts anderes als reiner Zufall – auf hohem Niveau – ist. Eine so geringe Punktezahl wie wir heuer zustande bringen ist zwar eine ganz neue Erfahrung aber Zufall kann auch das, und für ihn ist das keineswegs etwas Besonderes; nur für uns.

Mit “hohem Niveau” ist gemeint, dass natürlich nicht egal ist, wie eine Mannschaft zusammengesetzt ist, wie sie trainiert, wie die Kondition ist usw. Aber diese Voraussetzungen bringen alle Teams der Bundesliga mit und wenn man dann eine konkrete Begegnung betrachtet, sieht man, dass auch alle unsere Gegner gut gearbeitet haben, nicht nur wir selbst. Und da Fußballergebnisse äußerst knapp sind, und darüber hinaus von geradezu unglaublichen Zufällen begleitet sind, muss man damit zurecht kommen, dass der Wunsch, dass die bessere Mannschaft gewinnen möge, eben nur ein Wunsch ist.

Unsere Situation ist die eines Roulettespielers an einem Spieltisch mit hohen Einsätzen, der nach einer langen Serie von “Noir” meint, dass ja endlich “Rouge” kommen müsste, auf das er ständig setzt, doch der Zufall kann unerbittlich sein, denn was wir gerne übersehen ist, dass reiner Zufall kein Gedächtnis hat und jeder neue Versuch, jedes neue Spiel von der Vorgeschichte unabhängig ist. Das ist zwar beim Fußball nicht ganz so, denn die Vorgeschichte kann niemand von uns ausblenden; aber wenn Erfolg oder Misserfolg von oft nur wenigen Zentimetern abhängen, von denen wir nun wirklich nicht wissen, woher sie kommen oder warum sie fehlen, dann manifestiert sich in diesen Szenen der Umstand, dass im Fußball der Zufall regiert.

Und wenn jemand behauptet, man könne den Zufall “biegen”, dann irrt er. Leider. Denn es ist eben das Wesen dieser Unwägbarkeiten, dass sie nicht in unserer Macht liegen. Das Tor zum 6:1 von Barcelona hätte genau so gut nicht fallen müssen, so wie auch der Ausgleich im letzten Derby. Auch wenn wir die Gründe dazu genau kennen, wissen wir, dass alle diese Geschichten auch hätten ganz anders ausgehen können.

Zur Ehrenrettung der sportlich Verantwortlichen muss man ergänzen, dass man – um am Roulette-Tisch des Spitzenfußballs mitspielen zu können – einen enormen Aufwand betreiben muss, und Rahmenbedingungen schaffen muss, etwas, was die Wahrscheinlichkeit für Erfolg steigert; aber nur die Wahrscheinlichkeit, denn die “Wahrheit am Platz” wird durch Dinge gesteuert, die nicht in unserer Macht liegen.


Leider passieren zu nächtlicher Stunde immer wieder Müdigkeitsfehler, auf die aufmerksame Leser freundlich hinweisen. Etwa wurde beim Sturm-Spiel das Ergebnis falsch angeschrieben und wurde statt “Kuen” “Klien” geschrieben. Beides ist in der Webversion korrigiert, leider aber nicht im Newsletter.

Forza Curry

FORZA-Rapid um 5,-, 4,- oder 0,- Euro

Als wir vor dem Spiel gegen die Admira im Stags Head saßen, bemühte sich Gregor, die neue Ausgabe der Forza Rapid zu verkaufen. Normalerweise kaufe ich jede Ausgabe aber an diesem Abend habe ich das irgendwie übersehen.

100 Seite “Rapid” bietet diese Ausgabe!

Man muss auch keine Druckausgabe kaufen, man kann die Ausgabe auch online erwerben. Man geht auf die Seite www.kiosk.at/forzarapid. Dort bekommt man die Ausgabe um 4,- Euro. Allerdings nicht in gedruckter Form sondern als PDF-Dokument zum mobilen Lesen. Für mich ist das ohnehin viel praktischer. Man registriert sich und kauft.

Heute meldet sich die SMS-Nummer 1899 (Rapid Mobil) bei mir und bietet mir einen Gutscheinkode für diese Ausgabe an. Man loggt sich daher bei www.kiosk.at/forzarapid ein, kauft und löst beim Bezahlen den Gutscheinkode ein. Perfekt!

Danke, Rapid Mobil!

Als “Rapid Mobil Multis” haben wir noch zwei weitere Gutscheinkodes bekommen. Wer aus dem Kreis der Leser dieses Newsletters sich die aktuelle Ausgabe der Forza-Rapid downloaden möchte, bitte um eine SMS an 0664-1899-5070. Die ersten beiden SMS bekommen die Codes.

Achtung

Es handelt sich zwar um eine PDF-Datei aber man kann nicht ganz freizügig damit umgehen, denn am unteren Rand des PDF-Dokument steht folgender Text:

Das Dokument ist also personalisiert.

Curry Wurst

Beim Februar-Stammtisch wurde eine neue Spezialität auf der Ost-Tribüne angekündigt, die Curry Wurst. Die musste ich natürlich gleich probieren und war damit überhaupt der Erste, der nach dieser Wurst gefragt hat. Es war auch nicht leicht, sie zu finden. Sie ist nur auf der Ost, beim vorletzten Stand Richtung Nord zu bekommen. Und so schaut sie aus, mit einem Glühwein am “Stehtisch Grün Weiss”.

Trost vom Toni

Unser Haus ist durch und durch violett. Lauter nette Leit aber eben violett. Und Toni ist der netteste überhaupt. Ich traf ihn bei den Briefkästen und es kann nicht ausbleiben, dass man über das (hoffentlich nur) momentane Tief von Rapid plaudert. Es ist interessant, dass sich die Austrianer sehr wohl Gedanken und – fast könnte man meinen – Sorgen machen um ihren Sparringpartner Rapid.

Tonis Résumé war etwa folgendes:

Zoki hat den Spielern Spielfreude und Rückhalt gegeben. Wenn etwas einmal nicht geklappt hat, war er da, um sie zu schützen. Durch den immer ganz guten Tabellenplatz hat es für die Spieler auch ständig eine Perspektive nach oben gegeben, dass es sich auszahlt, sich noch mehr um den Sieg zu bemühen. Rapid-Geist eben. Die Spieler haben eine Vaterfigur verloren.

Dass man – wie beim Derby – das Spiel in der 68. Minute praktisch aufgibt, das ist etwas völlig Neues, das hätte es früher nie gegeben, meinte Toni. Man hat den Eindruck als wäre die Tugend des Kämpferischen, durch das Taktische abgelöst worden und so, als würde die Austria die Rapid-Viertelstunde von Rapid erben – wenn es so weitergeht.

Schließlich sprach mir Toni noch Mut zu. Ein Austrianer! Wer hätte das vor einem Jahr gedacht!

Schlimmer noch, Florian vermisst “sein Rapid”. Vielleicht hätten die meisten von uns im vorigen Juni dieselbe Entscheidung getroffen wie der Vorstand. Dass eine solche Entscheidung so falsch hätte sein können, hätte wohl niemand von uns erwartet.