Rapid wird erwachsen

Seit wir in unser neues Stadion eingezogen sind, wollen sich nachhaltige Erfolge nicht einstellen, und wir fragen uns alle, warum Rapid mit dem zweithöchsten Budget der Liga nicht um den Titel mitspiel; wobei, die Saison ist ja noch nicht um, da kann ja noch etwas kommen.

Gründe werden dafür viele genannt und wir kennen sie alle. Mir scheint aber, dass etwas hinter diesen Gründen liegt. Meine These: „Rapid ist in einer Art Pubertät“, und in einer solchen Entwicklungsphase kann es schon eine zeitlang dauern, bis die ersten Hoppalas mit den neuen Kräften überwunden sind.

Folgende Aspekte wirken sich besonders aus:

  • „Rekordmeister“, ein historischer Rucksack. Das durch das Rapideum erlangte Geschichtsbewusstsein erhöht den Druck auf alle Akteure.
  • Wachstum: Das Erlernen des Umgangs mit der neuen Größe ist ein schmerzhafter Prozess – vielleicht wie in der Pubertät.
  • Nivellierung: Man kann in diesen Jahren auch mit weniger Budget, eine konkurrenzfähige Truppe auf die Beine stellen.

Rekordmeister

Kein Kommentator verzichtet auf das Attribut „Rekordmeister“. Was dem Marketing ein Alleinstellungsmerkmal ist, ist für die Spieler am Platz eine Belastung. Immer wieder wird ihnen vor Augen geführt, welche Verpflichtung sie eigentlich zu erfüllen haben. Wenn die Ziele gar so unerreichbar sind wie die eines Rekordmeisters, kann es sein, dass man sie irgendwann aus den Augen verliert.

Dazu kommt unser zunehmendes Bewusstsein über den Rucksack einer großen Vergangenheit, getragen durch das Rapideum, das uns den Erfolgsverlust noch deutlicher vor Augen führt.

Dass wir heute so viel über die Rapid-Vergangenheit wissen, verdanken wir der Entwicklung des Rapideums. Es hatte mit der Seite 123.ewkil.at zu tun und dem Wunsch von Domenico Jacono, ein Buch über die Anhänger von Rapid zu schreiben und – ich sag’s nicht gern – auch damit dass vor etwa 10 Jahren die Austria ihre neue Osttribüne mit einem Museum bezogen hat. Damals, am 9.3.2010 schrieb ich einen Brief an Andy Marek. Leider habe ich diesen Brief nicht mehr, nur mehr die Beilage, die Grundlegendes zu einem Museum zusammengefasst hat. Sinngemäß stand dort Andy, Rapid braucht ein Museum. Man kann nicht immer nur davon reden, dass es da große Titel gegeben hat, die Menschen müssen das ‚begreifen'“ können. Dann auch noch einen Hinweis darauf, dass die Austria ja schon ein solches habe. Vielleicht war diese letzte Anmerkung ausschlaggebend. Das Rapideum startete schon 6 Jahre vor dem Stadionprojekt und entwickelte sich seither zu einer Visitenkarte von Rapid und zu einem Publikumsmagnet.

Wir wissen heute mehr über Rapid als alle Rapid-Generationen vor uns. Das ist ein Vorteil aber auch ein Nachteil. Der Nachteil liegt am historischen Maßstab, den wir an alles anlegen, was wir an Spielerischem erleben. Unsere – ohnehin schon große – Erwartungshaltung wird durch unser historisches Wissen noch verstärkt. Die aktuelle Rapid-Mannschaft hat es schwer, weil sie immer wieder mit ihren Vor- und Vorvorgängern verglichen wird. Kleinere und jüngere Vereine haben es da leichter. Sie erleben mit ihrer Präsenz in der Bundesliga einen Höhepunkt ihrer Geschichte und bauen Selbstvertrauen auf, während Rapid im historischen Vergleich selbiges verliert.

Rapid, ein unterdotierter Verein

Eigentlich besteht in der Rapid-Geschichte seit den 50er- und 60er-Jahren ein Entwicklungsknick, etwa seit der Zeit als Rudi Flögel Kapitän war. Rapid dürfte den Übergang vom Verein zum Wirtschaftsbetrieb schon damals nicht ausreichend geschafft haben. Rapid war ein Verein mit großen Aufgaben und mit zu geringen Einnahmen. Die Anzahl der Meistertitel zeigt das ganz deutlich. Zwischen 1912 und 1961 errang Rapid 22 Meistertitel, aber zwischen 1962 bis heute nur mehr 10.

Es könnte sein, dass sogar die Konzeption des Weststadions durch Gerhard Hanappi ein Grund für das sportliche Nachhinken der letzten 50 Jahre war, weil eben für die Aufgaben des großen Vereins Rapid aus der Stadion-Infrastruktur zu wenig Geld erwirtschaftet werden konnte, und das seit den Anfangsjahren des Stadions. Auf Seite 176 des Buchs „Gerhard Hanappi – Fußballer, Architekt“ beschreibt Christoph Lechner, dass der spätere Ehrenpräsident Holzbach schon damals einen VIP-Bereich eingeplant haben wollte und sich Gerhard Hanappi diesem Wunsch aus weltanschaulichen Gründen widersetzte. Der VIP-Bereich wurde nicht gebaut und Gerhard Hanappi hat sich schließlich aus allen Ämtern bei Rapid zurückgezogen und sogar seinen Sohn Michael in der Austria-Jugend trainieren lassen. Die Langzeitfolge war wahrscheinlich eine chronische Unterfinanzierung in Zeiten der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs, die sich bis zur Präsidentschaft von Rudolf Edlinger hinzog.

In den 50 Jahren zwischen 1960 und 2010 errang Rapid 11, die Austria aber 17 Meistertitel. Das ist ein deutlicher Unterschied, der darauf hindeutet, dass der Stadtrivale die Zeichen der Zeit besser gedeutet hat. Erfolge der letzen 50 Jahre (->Ausblick)

Auch das zuerst „Weststadion“ genannte Hanappi-Stadion war nicht gleich der große Bringer. Bis zum ersten Meistertitel, den man 1981/82 feiern konnte dauerte es immerhin fünf Jahre.

Gerhard Niederhuber erzählte beim 120-Jahre-Gedenkabend, dass der Rapid-Kassier kein Geld zur Auszahlung der Gehälter hatte und der „Klub der Freunde“ in dieser Notlage eingesprungen ist und sein Guthaben für diesen Zweck verwendet hat. (Siehe Tagebucheintrag „Geburtstagsabend„)

Eine Szene aus einer Mitgliederversammlung unter Präsident Anton Benya illustriert die schlechte Finanzlage des Rekordmeisters.
http://klubderfreunde.at/2017/02/anton-und-franz-football-old-style/ Bei eine Mitgliederversammlung wurde der damalige Präsident Anton Benya gefragt, warum die Mitgliedskarten noch nicht versendet worden seien. Anton Benya wusste das nicht so genau und ging auf die Frage zunächst nicht ein. Währenddessen schrieb der neben ihm sitzende Franz Binder jun. ein paar Worte und schob den Zettel Anton Benya zu. Dieser las einfach vor, dass „man die Rechnung für die Mitgliedskarten des Vorjahres noch nicht bezahlt habe und daher die Druckerei den neuen Auftrag noch nicht bearbeitet hat“. (Siehe Tagebucheintrag „Anton und Franz, Football oldstyle„)

Die finanziell angespannte Lage fand mit den Ereignissen rund um die Rapid-Aktie ihren Höhepunkt und erst allmählich allmählich erholte sich Rapid aus der Finanzdauerkrise, vor allem Dank des Sponsoring der Bank Austria/Zentralsparkasse.

Ich erlebte Rapid seit der Präsidentschaft von Rudolf Edlinger, dessen Beiname „Sparefroh“ uns noch in guter Erinnerung ist. Auch in dieser Phase litt Rapid unter chronischer Unterfinanzierung. Trotz des großen St. Hanappi-Stadions erschien der Verein eher wie ein Container-Klub. so bescheiden wirkte die Infrastruktur für die fast an einer Hand abzählbaren Mitarbeiter des Vereins.

Eine Szene ist mir besonders in Erinnerung. Es war beim ersten Qualifikationsspiel gegen Aston Villa als ich beim Süd-Ost-Eingang einen aufgebrachten Aston-Villa-Fan nach dem „Manager“ schreien hörte. Weil er gar so auffällig war, habe ich die Szene im Bild festgehalten. Man hatte ihn mehrmals in die falsche Richtung gelotst und die Damen und Herrn der Securitas waren tatsächlich nicht ausreichend eingeweiht, wohin die exotischen Gäste zu dirigieren wären. Der Personalstand von Rapid war damals überschaubar, und der einzige, den man als „Manager“ hätte bezeichnen können, war Andy Marek und der stand am Spielfeldrand mit dem Mikrofon. Der Gast war die Organisation englischer Vereine gewöhnt und wunderte sich über „den Balkan“.

Rapid war damals so, wie man heute gerne „Dorfklubs“ bezeichnet, im städtischen Umfeld vielleicht „Containerclub“.

Woher kommen die letzten Titel?

Die drei letzten MeistertItel, die Rapid erringen konnte, waren ein Produkt des Zufalls und nur nicht irgendeiner genialen Planung, eines genialen Sportdirektors oder Trainers. Michael Konsel schilderte bei der 120-Jahr-Feier wie leicht es hätte passieren können, dass man bereits in der ersten Runde (gegen Petrolul Ploiesti hätte ausscheiden können). Sowohl Josef Hickersberger als auch Peter Pacult profitierten jeweils von einem Spielerduo, das für die ausreichende Punktezahl sorgte. 2004/05 waren es Steffen Hofmann und Andreas Ivanschitz, 2007/08 waren es Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer.

Wie sehr Meistertrainer von der Qualität einzelner Akteure abhängig sind, zeigt der Wechsel von Josef Hickersberger zur Nationalmannschaft. Er hat – bei einem Interview mit Andy Marek – darüber berichtet, dass er das Pech hatte, dass gerade in der Phase der EURO 2008 sich der Top-Torjäger Marc Janko verletzt hat. In der Finanzsituation bis 2016 konnte Rapid also nur zufällig Meister werden.

Rapid in der Pubertät

Was wir in den letzten drei Jahren miterleben durften, ist – auch gemessen an anderen historischen Meilensteinen von Rapid – einmalig. Hier ein Vergleich einiger Zahlen vor und nach der Präsidentschaft Krammer:

20132019
5.20016.540Mitglieder inklusive Greenies
ca. 20ca. 80Vollzeitmitarbeiter
9 Millionen79 MillionenAktiva/Passiva
-1,5 Millionen15 MillionenVereinskapital
23,6 Millionen46,2 MillionenErträge aus nationalem und internationalen Bewerb

Rapid ist von einem „Containerclub“ zu einem – für österreichische Verhältnisse ziemlich großen Unternehmen gewachsen. Die Wirtschaftskammer nennt 0,4% aller Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten als „Großunternehmen“ und 2,1% mit 50-249 Beschäftigten als „mittlere Unternehmen“ . Rapid ist also – gemessen an der Beschäftigtenzahl – am Sprung zum Großunternehmen. An Matchtagen steigt die Anzahl der Beschäftigten in diese Bereiche.

So wie man es bei pubertierenden Jugendlichen beobachten kann, erging es auch Rapid. Der Umgang mit den neu gewonnenen finanziellen Möglichkeiten will erst erlernt werden und prompt unterschätzte man die Wichtigkeit der Kontinuität im Fußballbetrieb und meinte, mit Veränderungen rasch zu einem Titel kommen zu können. Und es war eine schmerzhafte Phase, die wir durchleben mussten, bis wieder so etwas wie ein ruhiges Fahrwasser angesteuert werden konnte.

Die letzten drei Saisonen waren für das zukünftige Präsidium ein Lehrbeispiel dafür, was Veränderungen anstellen können.

Wer kennt ihn nicht, den stets Kaugummi kauenden Ex-Trainer von Manchester United, Sir Alex Ferguson. Er war zwischen 1986 und 2013 Trainer und wurde 13 Mal Meister mit Manchester United. Aber Achtung: es dauerte 7 Jahre (von 1986 bis 1993!) bis er tatsächlich den ersten Meistertitel errang. Man stelle sich das bei Rapid vor, dass wir jetzt eine solche Zeitspanne auf den ersten großen Erfolg von Didi warten sollten. Diese Karriere zeigt uns aber, wie wichtig es ist, einen eingeschlagenen Weg nicht zu verlassen und – so wie beim Börsengeschäft – nicht bei den ersten Niederlagen gleich die Nerven zu verlieren.

Der richtige Einsatz von Kapital im Fußball will auch gelernt sein. Auch Salzburg wurde nicht gleich von Beginn an Serienmeister. Hier eine Darstellung (fett: Salzburg ist Meister): 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Nivellierungen – aber nicht bei RB

In der Bundesliga gibt es eine Tendenz zur Nivellierung, die Größenunterschiede zwischen Vereinen ausgleicht. Finanziell schwächere Vereine werden gestärkt, um einen möglichst interessanten und nicht einseitigen Wettbewerb zu gewährleisten. Davon sind alle größeren Vereine betroffen – mit Ausnahme von RedBull, weil die Salzburger nicht auf die Einnahmen aus dem Ligabetrieb angewiesen sind.

Rapid war immer schon ein ziemlich eigenständiger Verein, getragen vom Zuspruch seiner Anhänger. Diese Eigenständigkeit bedeutet, dass der Verein viele Projekte aus eigener Kraft finanziert, die anderswo von Gemeinde oder Land oder vom Eigentümer zur Verfügung gestellt werden. Dazu kommt, dass die Aufgaben des Sportklubs Rapid über den Fußballbetrieb weit hinaus gehen und dadurch das Budget für den Spielbetrieb schmälern. Ein Vergleich der Vereine an Hand der Budgets ist also nicht so einfach. Diese Eigenständigkeit hat seinen Preis, denn es nicht soviel „im Körberl“ wie es die Budgetzahlen versprechen.

Trotz kompetitiver Regeln, die die Vereinsgröße berücksichtigen, begünstigt die Ausschüttung der Fernsehgelder kleinere Vereine. Man kann das gut an der Attacke des LASK gegenüber Rapid ablesen, bei der – wieder einmal – Rapid nachgegeben hat und ursprünglich vereinbarte Verteilungsschlüssel zugunsten der kleineren Vereine geändert wurden. Rapid verdient das Geld, ausgeben tun es andere.

Einen interessanten nivellierenden Aspekt haben wir in Form der heute praktizierten Videoanalyse kennengelernt. Die Grundlage der Planung für eine kommende Begegnung beruht auf Vorarbeiten des Video-Analysten. Das zugrunde liegende Video-Material wird aber für alle Kontrahenten von der Bundesliga zur Verfügung gestellt. Rapid beschäftigt mit Dr. Stefan Oesen einen Video-Analysten. Jeder andere Bundesliga-Verein ebenfalls. Alle haben dieselben Zahlen.

Es ist – nach meiner Ansicht – kein Zufall, dass Rapid im eigenen Stadion nur halb so viele Punkte erreicht wie auswärts. Es soll nicht behauptet werden, dass es in der Zunft der Schiedsrichter eine „Lex-Rapid“ gebe, die das absichtlich herbeiführt. Aber der starke Heimsupport im neuen Stadion hat in der heimischen Liga eine Sonderstellung. Sich nicht von außen beeinflussen zu lassen, ist wahrscheinlich eine Grundtugend eines jeden Schiedsrichters und in dieser Spannungssituation fallen Entscheidungen – unbewusst natürlich – zuungunsten der Heimmannschaft, womit der Schiedsrichter seiner Rolle des „Unparteiischen“ glaubt, besonders zu entsprechen.

RedBull zementiert seine Dominanz durch verschiedenste Methoden ein. Mit RedBull hat die Restliga keinen Verein als Konkurrenten, sondern einen Fußballkonzern. RB kann Spieler durch hohe Gehälter länger binden und kann den Spielern auch zusätzliche Perspektiven bietet (Leipzig, New York). RB stärkt Rapids Konkurrenz durch strategisches Verleihen von Spielern an die weniger konkurrenzfähigen Bundesliga-Vereine. Das sind Spieler mit einem Ausbildungsniveau, die sich diese niemals leisten könnten. Und wenn es passt, kauft man dem direkten Konkurrenten einen Spieler ab, ob man ihn später einsetzt oder nicht. Da das Geld für den Fußballbetrieb nicht aus dem Fußballgeschäft erwirtschaftet wird, muss man sich mit gemeinsamen Ligaregeln wie zum Beispiel der Ausländerquote nicht auseinandersetzen.

Ausblick

Es ist ein Schock für uns alle, dass der mit dem Einzug ins neue Stadion erlangte Zaubertrank „Geld“ nicht gleich gewirkt hat und man ihn in den ersten Jahren eher verschüttet hat als ordentlich genutzt. Wenn wir aber aus den Fehlern der ersten Jahre mit positivem Vereinskapital lernen, können wir doch zuversichtlich in die Zukunft blicken, aber nur, wenn wir die Fehler nicht wiederholen.

Abschiedsabend von Michael Krammer

Es war keine Wahlveranstaltung und doch war die kommende Präsidenten-Wahl am Montag allgegenwärtig; bei den Gesprächen an den Tischen und in den Interviews.

Christoph Peschek schilderte in einer sehr emotionalen Rede, wie sich das derzeitige Präsidium damals, 2013 zusammengefunden hat und wie sich daraus eine Freundschaft zwischen den Akteuren entwickelt hat. Michael Krammer war damals Leiter der Reformarbeitsgruppe und seine Führungsqualitäten sind dort nicht unbemerkt geblieben. Es hat damals ein als „legendär“ bezeichnetes Treffen im Café Landtmann gegeben, bei dem sich die Kandidatur von Michael Krammer als Präsidentschaftskandidat abgezeichnet hat.

Michael Krammer wurde von Andy Marek mit seinem 2013 präsentierten Arbeitsprogramm konfrontiert und es zeigte sich, dass die meisten der damals recht optimistischen Ansagen Realität geworden sind.

Spannend waren die Ausführungen über die Zeit des Stadionbaus, bei dem Anfangs noch gar alles so fest auf Schiene war wie es dann in der Stadthallte präsentiert worden ist, aber die eindrucksvollen 3D-Bilder vom Stadionmodell haben die letzten Zweifel bei den Behörden und Sponsoren ausgeräumt. Die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Häupl und Stadtrat Oxonitsch wurde hervorgehoben.

Dass es sportlich nicht ganz so erfolgreich war, lag auch daran, das Michael Krammer als „seinen größten Fehler“ bezeichnet hat, nämlich die Abkehr vom eingeschlagenen Weg der kontinuierlichen Entwicklung unter Zoki Barisic als Trainer. Man meinte damals eine „Abkürzung“ beim Weg zu einem Titel einschlagen zu können. Wie es weiterging wissen wir. Doch aus Fehlern soll man lernen, und daher wurde mit der Wiederberufung von Zoki, diesmal als Sportdirektor, Martin Hiden als Chefscout und Steffen Hofmann als Talentemanager eine sportliche Basis geschaffen, auf der man aufbauen kann.

Abschiedsworte

Es war 2013 im Café Eiles als sich der scheidende Präsident Edlinger und Michael Krammer zu einem Gedankenaustausch anlässlich der Übergabe der Präsidentschaft trafen. Edlingers Bitte an Krammer war dieselbe, die er selbst im Jahre 2001 von dem damals schon schwer erkrankten Anton Benya mit folgenden Worten übertragen bekam: „Pass mir auf meine Rapid gut auf“.

Diese Worte gab Michael Krammer an die Fanklubleiter weiter. Ganz egal, wie die Wahl am Montag ausfallen würde, sollte jeder einen Ziegelstein in die Hand nehmen und damit eventuell aufgerissene Gräben überwinden helfen.

Präsident Kammer erhielt für sein Engagement für Rapid minutenlange Standing Ovations.

Michael Krammer hat aber auch nicht vergessen, jenen Mann hervorzuheben, dessen Einsatz viele Dinge überhaupt erst ermöglicht hat: Andy Marek. Auch für ihn gab es anhaltenden Applaus.

Dankesworte

Oliver Pohle (Ultras), Gerhard Niederhuber (Klub der Freunde des S.C.Rapid) und Heinz Deutsch (1899fm – Heinz‘ Rapid Podcast) bedankten sich im Namen der Mitglieder für die Aufbauarbeit von Michael Krammer. Ganz besondere Erwähnung fand der Einsatz von Michael Krammer und Andy Marek bei der Einkesselung von 1.500 Rapidfans bei der Südost-Tangente. Die beiden waren vor Ort bis auch der Letzte aus der Absperrung entlassen wurde. Diese Aktion wäre einmalig gewesen und ein wahrer Benchmark für jeden, der als Nachfolger als Rapid-Präsident nominiert wird.

Links

Michael Krammer, Rapid-Präsident 2013-2019

Der Präsident

Wir erinnern uns noch, dass man Präsident Edlinger als „Sparefroh“ tituliert hat und er damals die Wortschöpfung des „negativem Eigenkapitals“, also Überschuldung, mehrfach anwenden musste. Damals war der Finanzbedarf größer als der durch die Einnahmen gegebene Spielraum. Der wichtigste Grund war, dass das Hanappi-Stadions keine ausreichenden Möglichkeiten zur Vermarktung bot. Die Gründe dafür reichen bis in die Planungszeit des Hanappi-Stadions zurück wie uns das Buch „Gerhard Hanappi, Fußballer Architekt“ verrät. (Details im Artikel „Legendenabend“.)

Nach planerischen Vorarbeiten während der Präsidentschaft Edlinger wurde in zwei Amtsperioden von Michael Krammer durch den Stadionneubau und vor allem durch die Restrukturierung der Geschäftsstelle ein solides Fundament für Rapid geschaffen.

Michael führte Rapid in der letzten Saison im Hanappi-Stadion und in den zwei Saisonen im Happel-Stadion. Wer hätte gedacht, dass gerade diese ersten drei Saisonen, die wir alle eher als Übergang zu einer besseren Zukunft bezeichnet haben, schon diese bessere Zukunft waren – wenigstens über diesen Zeitraum betrachtet? Drei Mal den zweiten Platz zu erreichen, darüber haben wir damals die Nase gerümpft, und irgendwie wurden wir für diesen Hochmut bestraft. Es fühlt sich wie ein kitschig-belehrendes Märchen an, aber die Moral aus der Geschichte könnte lauten „Undankbarkeit wird bestraft“.

Des Kitschs nicht genug, hat das Märchen auch noch einen Schluss nach dem vermeintlichen Schlussstrich, denn Zoki kehrte zurück, und dafür kann man Michael Krammer nur die höchste Anerkennung aussprechen. Wenn Rapid im Märchen zuerst bestraft wurde, wäre es für den unsichtbaren Drehbuchautor „Fußballgott“ an der Zeit, auch diesen Schritt entsprechend zu würdigen, zum Beispiel mit einem Titel in der kommenden Saison, er wäre auch und vor allem Michael Krammers Verdienst.

Zum Ende der Präsidentschaft Krammer verfügt Rapid mit Didi Kühbauer, Zoki Barisic, Martin Hiden und Steffen Hofmann über eine sportlich kompetente Führung, die uns in bessere Zeiten führen wird. Präsidenten, die nach Michael Krammer kommen, werden auf diesen wirtschaftlichen und sportlichen Grundlagen aufbauen können und wir werden uns in späteren Jahren an diese Aufbaujahre in Dankbarkeit erinnern können.

Der Präsident und Mitglieder

Zusammenkünfte zwischen dem Präsidium in den Mitgliedern erfolgen meist im Juni und November. Im Tagebuch wurden alle Mitgliederversammlungen mit kurzen Berichten und in Bildern dokumentiert:

  • 2013-09-24 Außerordentliche Hauptversammlung (Messe Kongress Center) Bilder
  • 2013-11-18 Hauptversammlung (Gasometer) Bilder
  • 2014-11-27 Hauptversammlung (Messe Kongress Center) Bericht Bilder
  • 2015-06-22 Mitgliederversammlung (Arcotel Wimberger) Bericht Bilder
  • 2015-11-23 Hauptversammlung (Gasometer) Bericht Bilder
  • 2016-06-20 Mitgliederversammlung (Gasometer) Bericht Bilder
  • 2016-11-19 Hauptversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2017-06-19 Mitgliederversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2017-11-27 Hauptversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2018-06-18 Mitgliederversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2018-11-26 Hauptversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2019-06-24 Mitgliederversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder

Der Präsident und der „Klub der Freunde des S.C. Rapid“

Niemand weiß besser, ob eine Rapid-Führung Traditionen weiterführt oder mit diesen bricht, als der „Klub der Freunde“. Es ist seit der Gründung des Vereins 1951 üblich, dass der jeweilige Rapid-Präsident bei der alljährlichen Generalversammlung teilnimmt und in amikaler Umgebung der „Freunde“, Einblicke in die Kommandobrücke des SK Rapid gibt. So erlebte ich es mit Rudolf Edlinger und so war es dann auch nahtlos mit Michael Krammer. Hier die Chronik der Besuche des Präsidenten beim „Klub der Freunde“:

  • 2014-05-26 Edlinger, Krammer Bilder
  • 2015-05-18 Klinglmüller. Krammer, Peschek Bericht
  • 2017-05-15 Gregorits, Krammer, Peschek Bericht
  • 2018-05-07 Kuhn, Krammer, Peschek Bericht
  • 2019-05-20 Krammer, Peschek Bericht

Ganz besonders freuen wir uns aber, dass diese Liste kein Schlusspunkt ist, sondern wir bereits die Zusage dafür haben, dass Michael Krammer auch in Zukunft Gast beim „Klub der Freunde“ sein wird.

Der Präsident und „EwkiL:Rapid“

Die Jahre mit Präsident Krammer waren auch jene Jahre in denen sich die vorliegende Publikation von einem sporadischen Blog (seit 2007) zu einem regelmäßigen Rapid-Tagebuch entwickelt hat. Mitte 2014, beim Auszug aus dem Hanappi-Stadion wurde der Rapid-Anhängerverein EwkiL:Rapid gegründet und die Berichte rund um Rapid wurden intensiviert. Über die Bedeutung dieses Akronyms „EwkiL“ siehe Seite EwkiL-Motto. 2015 wurde der Versand der Tagebucheinträge über einen Newsletter begonnen. Erst 2016 wurde das Tagebuch zur Seite des „Klub der Freunde“, EwkiL trat als Supportseite in den technischen Hintergrund. In diesen Jahren ist das Tagebuch auf etwa 1.200 Beiträge und 1.500 Newsletter angewachsen, die zugehörige Webseite umfasst etwa 100 Seiten.

Der Arbeitsaufwand für dieses Tagebuch, die Webseite und die Datenbanken ist nicht zu vernachlässigen und belastet nicht nur den Geldbeutel. sondern auch die Familie. Es ist sicher mehr als ein Halbtagsjob. Diese Dauerbelastung hätte normalerweise zur Folge, dass man sie langsam wieder einstellt, um vielleicht wieder mehr Zeit für andere Dinge zu haben und in eine geruhsamere Pensionsphase überzuwechseln.

Warum war das nicht so?

Unser Präsident war einer der ersten Abonnenten des Newsletters. Aber nicht nur das, er kommentierte Berichte, sofern sie ihn betrafen, und er bedankte sich ausdrücklich für die Arbeit des „Klub der Freunde“. Wer den Autor kennt, funktioniert dieser am besten, wenn es ein positives Feedback gibt. Dieses positive Feedback – es kam später auch von anderen Core-Rapidlern – war ein wichtiger Grund dafür, dass es das Tagebuch mit Newsletter noch gibt.

Der Präsident – das Bildprojekt

Im EwkiL-Bildarchiv gibt es ca, 250.000 Bilder. In dieser Bilderflut wurden etwa 700 Bilder unseres Präsidenten gefunden. Die Bilder sind fototechnisch nicht aufregend und daher wird der Trick angewendet, Miniaturen zu einer Collage zusammenzufassen, in der die Unschärfe keine so große Rolle spielt. Das ergibt für unseren Präsidenten folgende Zusammenfassung der Jahre 2013-2019:

Aber wann wurden diese Bilder aufgenommen? Der sonst eher chaotische Tagebuchautor hat am PC eine erstaunliche Ordnung und daher konnte mit ein bisschen Programmunterstützung zu jeder Portraitminiatur auch das zugehörige Originalbild mit Datum und Anlass in einem Dokument dargestellt werden. Es sind etwa 1.400 Bilder auf 172 Seiten. Hier sind zwei Beispiele für eine Doppelseite A4:

Diese zweite Doppelseite zeigt links den Zieleinlauf beim 8. Rapidlauf, bei dem der Präsident die letzten Meter mit einem Buben mitläuft, eine besonders gelungene Szene.

Im August wurde dem Präsidenten eine gedruckte Version dieses Bildprojekts übergeben.

Daaanke!

Mit diesem Bildprojekt bedanken sich der „Klub der Freunde des S. C. Rapid“ und „EwkiL-Rapid“ für die freundliche Unterstützung bei allen unseren Aktivitäten.

Danke, alles Gute, Michael Krammer, und auf ein Wiedersehen bei den „Freunden“.


Bildprojekt online

Interessierte können das komplette Dokument in verschiedenen Versionen online betrachten und die PDF-Versionen downloaden.

Die Qual der Wahl

Dieser Text ist nach Gesprächen mit Rapidlern entstanden, sehr beeinflusst durch Hannes und Cornelius. Es geht um den neuen Präsidenten. Ich plädiere für Wien Energie. Da wir als interessierte Beobachter nur über stark eingeschränkte Informationen verfügen, kann natürlich alles ganz anders kommen.

Rapid ist auf Brautschau und sucht einen Präsidenten. Rapid hat einiges zu bieten und muss nicht jedes Angebot annehmen. War es vielleicht früher so, dass man froh war, überhaupt jemanden für dieses keineswegs einfache Amt zu finden, stellt sich heraus, dass Rapid im neuen Stadiongewand mit Österreichs größtem Business-Club eine „gute Partie“ ist; das sieht man schon an der Zahl der Bewerber. Bei dieser Brautschau scheint mir die Mitgift der Braut, also des zukünftigen Präsidenten, ein nicht unwesentliches Kriterium.

Um ein Unternehmen wie Rapid zu führen, ist Kompetenz in der Führung eines Wirtschaftsunternehmens gefragt. Präsidenten mit zusätzlicher Fußballkompetenz sind nicht wirklich notwendig, Fußballbegeisterung genügt schon, denn für das Geschäftsfeld „Fußball“ gibt es ohnehin Fachleute, die dieses Thema abdecken.

Da ein Fußballverein fast wie ein Fass ohne Boden ist, wäre es keine schlechte Randbedingung, dass unser neuer Präsident über die persönliche Qualifikation hinaus auch Hilfen für den Verein aufstellen kann.

Auch die Komponente der Tradition sollte man nicht außer Acht lassen. Rapid versteht sich als ein Fußballverein mit Wurzeln in der Arbeiterklasse und viele Anhänger – und durchaus auch der Autor – haben so ihre Probleme mit allzu dominantem Auftreten kapitalkräftiger Sponsoren.

Wer steht zur Wahl?

Rapid sucht also einen Präsidenten, und gleich drei Kandidaten stellen ein Angebot. Und der Verein hat die Qual der Wahl!

  • Es gibt den Millionär und Sponsor, der für Veränderungen eintritt, ein neuer Wind müsse bei Rapid wehen.
  • Es gibt den Vertreter des Stadion-Sponsors und bisherigen Finanzreferenten, der Bewährtes fortsetzen will.
  • Es gibt den Vertreter des Hauptsponsors, der die Gemeinde Wien gut kennt und dort angesehen ist.

Das Wahlkomitée

Die Präsidentenwahl bei Rapid folgt nicht den Gepflogenheiten einer politischen Wahl, wo jedes Mitglied zur Stimmabgabe aufgefordert ist und jede Stimme gleich viel zählt. Es können nur jene Rapid-Mitglieder mit entscheiden, die am Wahltag anwesend sind. Und zur Wahl werden nicht unbedingt alle oben genannten Kandidaten stehen, sondern nur jene, die das Wahlkomitée befürwortet, praktischerweise nur einer.

In den Satzungen steht dazu;

Dem Wahlkomitée obliegt die Aufstellung des Wahlvorschlags für das Präsidium als Liste(n) zur Abstimmung en bloc und für die Mitglieder des Kuratoriums sowie den Abschlussprüfers bzw. der Rechnungsprüfer zur Einzelabstimmung. Nach Möglichkeit besteht der Wahlvorschlag des Wahlkomitées für das Präsidium aus einer Liste, das Wahlkomitée hat aber auch die Möglichkeit zu beschließen, dass mehrere Wahlvorschläge zur Wahl bei der Hauptversammlung zugelassen werden. Diese sind bis spätestens drei Tage vor der Hauptversammlung der Geschäftsstelle zu übergeben. Erfolgt dies nicht oder nicht rechtzeitig, so sind von der Geschäftsstelle die bisherigen Funktionäre in den Wahlvorschlag aufzunehmen und der Hauptversammlung vorzulegen. Kandidatenlisten sind ausschließlich vom Wahlkomitée zu erstellen.

Vereinssatzungen gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23.9.2013, Par. 12, Abs. 4.

Das Wahlkomitée soll also möglichst den geeignetsten und für Rapid günstigsten Wahlvorschlag wählen und die anderen ausscheiden.

Erinnern wir uns an die vorige Wahl. Damals kandidierten zwei Listen (Krammer, Kirisits), und nur die Liste Krammer wurde zur Wahl zugelassen, eine Entscheidung, die dann von den Mitgliedern mehrheitlich angenommen wurde,

Ob das Wahlkomitée 2019 wieder so vorgehen wird oder ob zwei oder gar drei Wahlvorschläge den Mitgliedern zur Auswahl stehen werden, wissen wir nicht. Allein aus der Formulierung in den Statuten könnte man aber ableiten, dass nur ein Wahlvorschlag gewünscht ist und die Option für mehr als einen Wahlvorschlag nur eine Möglichkeit „für alle Fälle“ ist.

Was würde passieren, wenn mehrere Kandidaten zur Wahl am 25. November zugelassen werden? Dann würden wahrscheinlich die Gruppierungen des Block West durch ihren hohen Organisationsgrad den von ihnen bevorzugten Kandidaten durchsetzen. Das kommt durch die Bestimmung zustande, dass nur die anwesenden Mitglieder wählen dürfen, und die allermeisten zuhause bleiben sowie durch das uniforme Wahlverhalten organisierter Gruppen. Die Mitglieder der Fanklubs im Block sind es gewöhnt und haben daher kein Problem damit, der Weisung der Capos zu folgen, also werden sie das auch bei einer solchen Wahl tun. Sie können in großer Zahl auftreten und damit ein Übergewicht für ihren Kandidaten herstellen.

An einem solchen Szenario kann man erkennen, dass eben das Wahlkomitée eine solche Kampfabstimmung durch eine Vorauswahl vermeiden soll.

Wen soll man wählen?

Dennoch können wir uns fragen, wen dieser drei Kandidaten wir mit unserem eingeschränkten Wissensstand bevorzugen würden. Was sollen wir uns wünschen? Natürlich das Beste für Rapid! Aber wer weiß schon, was das Beste ist?

Die Wurzeln

Rapid ist nach seinem historischen Selbstverständnis ein Arbeiterverein mit entsprechenden Bindungen zur Stadt und die in der Stadt 100 Jahre dominierende Kraft. Wir erinnern uns an die Präsidenten Benya und Edlinger, die in diesem Sinne als eine Art Idealbesetzung haben gelten können.

Rückblick

Mit Präsident Krammer erfolgte eine Hinwendung zur Wirtschaft. Der Arbeiterverein hat während der Präsidentschaft Krammer den Umsatz praktisch verdoppelt und das in erster Linie durch die Gelder aus dem VIP-Bereich. Als Immer-schon-begeisterter-Rapidler konnte Michael Krammer die für einen Präsidenten erforderliche Grundausstattung der Fußballbegeisterung sehr gut vermitteln. Synergien wie die von Rapid-Mobil sind Elemente, die sowohl für Rapid als auch für Krammers Telekom-Unternehmen ventocom von Vorteil waren und sind. Und auf solche Vorteile für Rapid wird man bei der Wahl des neuen Präsidenten auch schauen müssen.

Der Millionär

Roland Schmid (IMMO UNITED)

Ich kann beim Self-Made-Millionär solche Vorteile für Rapid nicht erkennen. Ein einfacher oder auch mehrfacher Millionär ist zu arm, um einem Fußballverein selbst aktiv unter die Arme greifen zu können. Und auch wenn er das könnte, wäre eine solche Abhängigkeit nicht das Ziel für einen Mitgliederverein.

Sein Geschäft, die Immobilienbranche, hat keine besondere Affinität zum Fußball. Ob er sein Engagement, Sponsoring einer VIP-Loge und der Rapidviertelstunde, noch mehr zu Gunsten von Rapid ausbauen würde, wissen wir nicht.

Dass er einschneidende Veränderungen herbeiführen will, wirkt populistisch. Dass Fans auf die Versprechungen von Veränderungen positiv reagieren, hat nur einen Grund: wir alle wollen den Erfolg im Fußball und meinen, dass die aktuelle Konstellation von Spielern, Trainern und eben auch des Präsidiums Schuld daran trägt, dass sich dieser Erfolg nicht einstellt. Wenn es andere Gründe für den fehlenden Erfolg gibt, Gründe die gar nicht in unserer Hand liegen oder die wir noch gar nicht erkannt haben, dann sind radikale Veränderungen eher eine ganz schlechte Idee. Wir alle erinnern uns mit Schrecken an gut gemeinte aber verunglückte Veränderungen und auch daran, wie lange es gedauert hat und immer noch andauert, die Folgen zu verarbeiten. Wir müssen uns nur umschauen, wie katastrophal sich Veränderungen bei anderen Vereinen auswirken können. Nur, wenn man langfristig Ruhe und Stabilität in den Verein bringt, kann man eventuell Früchte ernten. Auch Frank Stronach wusste ganz genau, wie man einen Fußballverein führt. Aber aus unseren eigenen Erfahrungen der letzten Jahre wissen wir, wie sensibel das Fußballgeschäft ist, insbesondere wie sensibel die Mannschaft auf Fehlentscheidungen reagiert.

Der Stadion-Sponsor

Martin Bruckner (Allianz)

Beim Vertreter des Stadion-Sponsors können wir damit rechnen, dass die Dinge so bleiben wie sie sind und dass die aktuell für den Sport Verantwortlichen weiter arbeiten können. Allerdings fehlen weiter gehende Perspektiven. Der Vertrag über den Stadionnamen ist bis ca. 2026 gültig. Da müsste sich die Versicherung schon sehr viel einfallen lassen, das dann als Mitgift für diese Heirat ausreichen könnte.

Bleibt der pensionierte Vorstand des Hauptsponsors, und erstaunlicherweise scheint diese Option die vorteilhafteste zu sein.

Der Hauptsponsor

Robert Grüneis (ASCR, früher Wien Energie)

Wien Energie ist eine ausgelagerte Firma der Gemeinde Wien. Und Rapid ist in Wien beheimatet und unser erster Ansprechpartner ist immer die Gemeinde. Egal ob es seinerzeit beim Bau des Hanappi-Stadions, seiner zweiten Überdachung, die Eigenbewirtschaftung des Stadions oder der heutige Neubau war und auch das Trainingszentrum so ein Projekt sein wird: ohne Zusammenarbeit mit der Gemeinde geht nichts. Gar nichts. Und derzeit ist diese Beziehung eher getrübt.

Wir können das an den Entwicklungen rund um das Trainingszentrum ablesen. Rapid kündigte ein 30-Millionen-Projekt an, und man fragte sich, von wo dieses Geld wohl hätte kommen sollen. Es gab nicht einmal einen Versuch, durch Mitgliederkredite einen Teil aufzustellen. Also musste Rapid wohl an einen Kredit gedacht haben. Aber wer borgt schon einem Fußballverein Geld, dessen Immobilienvermögen derzeit einer Bank gehört. Dazu braucht man schon einen gewichtigen Bürgen. Und das – so wird man sich das vorgestellt haben – könnte die Gemeinde sein. Doch die Gemeinde spielte da offenbar nicht mit, möglicherweise war ihr das Risiko zu groß und jetzt stehen wir mit dem Torso eines Trainingszentrum da. Rapid, der größte Fußballverein des Landes, wird ein kleines Trainingszentrum haben, der Ausbau wird hauptsächlich die Spielfelder und den Ausbau auf Bespielbarkeit in der 2. Liga enthalten aber die wesentlichen baulichen Elemente für die Akademie werden nach wie vor fehlen.

Desinteresse am Fußballsport seitens Gemeinde hat sich auch schon in der Haltung zu einem Nationalstadion gezeigt und findet beim Trainingszentrum von Rapid nur seine Fortsetzung. Warum auch immer das so ist, ein Präsident mit Verbindungen zur Baustelle „Gemeinde“ könnte Rapid echt helfen, auch wenn er selbst – ähnlich wie seine prominenten Vorgänger Benya und Edlinger – seine ursprüngliche Funktion bei Wien Energie nicht mehr wahrnimmt, sich aber gerade deshalb viel mehr auf die Präsidentschaft bei Rapid konzentrieren kann.

Was ich mir wünsche

Eine Kampfabstimmung bietet organisierten und teilweise auch radikalen Fangruppen unverhältnismäßige Vorteile, daher bitte keine Kampfabstimmung! Das Wahlkomitée verfügt über Informationen, die wir alle nicht haben und wir müssen diesen sechs Personen vertrauen, dass sie die richtige Vorauswahl treffen. Das Wahlkomitée sollte den geeignetsten und für Rapid vorteilhaftesten Kandidaten zur Wahl vorschlagen.

Ein neuer Rapid-Präsident sollte nicht ohne „Mitgift“ kommen. Der neue Präsident sollte auch das Potenzial mitbringen, dem Verein helfen zu können. Dazu scheint der Kandidat des Hauptsponsors, die besten Perspektiven zu bieten.

Links

Nachtrag

Je weniger man über eine Sache weiß, desto einfacher die Entscheidung. Das hat schon Anselm Feuerbach trefflich formuliert: „Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.

Trainingszentrum

Die Aspekte rund um den „richtigen“ zukünftigen Präsidenten sind vielschichtig. Der Aspekt rund um das neue Trainingszentrum wurde von Rapid in Videos zusammengefasst:

Kontinuität

Spieler berichten Interviews von einem neuen Teamgeist und man hat das Gefühl, als beginne sich eine gefühlte Negativspirale wieder langsam in die positive Richtung zu drehen. Die Bevorzugung von Eigenbau-Spielern, ihre überraschend positive Bewertung durch Didi lässt die Besucher hoffen. Die sportliche Leitung strotzt nur so von Kompetenz, etwas, das man vor einigen Jahren als „zu wenig“ kritisiert hat.

Wovor ich mich als Rapid-Mitglied fürchte, dass ein neuer Präsident auf die Idee kommt, alles ändern zu wollen – wie das in Zeitungsberichten kolportiert wurde. Dass also Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit wieder rückgängig gemacht werden könnten und die sich abzeichnende Kontinuität und Stabilität im Team wieder nur ein kurzer Hoffnungsschimmer gewesen sein könnte.

Ein toller Tag

Ich darf Euch von einem Montag Vormittag mit einer großen Überraschung berichten.

Einladung zum Fotoshooting

Dass es am Montag 30.9. das alljährliche Fotoshooting geben würde, war bekannt, Medienleute – unter die sich der Autor des Tagebuchs gemischt hat – waren eingeladen. Der Grund, warum ich unbedingt dabei sein wollte, ist das Copyright. Genaugenommen darf man nur solche Rapid-Fotos weiterverwenden, die man entweder selbst gemacht hat oder die am Presseportal von Rapid freigegeben worden sind. Ich erhoffte mir daher einige Bilder, die ich in den Berichten verwenden werde.

Erwartet hätte ich Presseleute, einige mit Kamera, doch in der Röhre waren alle „gsackelt“, etwa so wie für ein Begräbnis oder eine Hochzeit, Medienvolk war keines dabei. Wir wurden zum Spielertunnel geleitet, wo gerade die letzten Einzelaufnahmen fertiggestellt wurden. Dabei wird Jeder Spieler zwei Mal unter verschiedenen Lichtverhältnissen fotografiert.

Einzelaufnahmen

Während wir noch am Eingang warteten, wurde am Rasen bereits das Mannschaftsfoto in vielen Varianten angefertigt.

Mannschaftsfoto mit Sponsoren

Dann wurde das Geheimnis um die „gsackelten“ Anwesenden gelüftet. Ein Teil von ihnen waren Vertreter der Top-Sponsoren wie etwa cashback world, Admiral oder IMMO-United. Dazu kamen einige Großspender. Erinnert Euch an die Weihnachtsfeiern, wenn Versteigerungen stattfinden. Wer dort für Rapid-Devotionalien seinen Geldbeutel öffnet, bekommt als Draufgabe die Zusicherung, am Mannschaftsfoto dabei sein zu dürfen. Und das war eben heute der Fall.

Alles das könnt Ihr bei den Bildern anschauen. Die sind allesamt nicht so professionell wie das Mannschaftsbild, das man später im Fanshop bekommen wird, aber sie dokumentieren das Geschehen aus der Sicht eines Besuchers.

Wertschätzung

Als eigentlich alles schon vorbei war, fiel der Blick von Andy Marek auf den „jungen Mann“ im Outfit des „Klub der Freunde“ und sagte: „Franz, stell Dich zur Mannschaft“. Proteste waren zwecklos, ich war eindeutig in der Minderheit, die Kamera und Rucksack wurden mir abgenommen und der Franz stand neben dem Didi, und bekam eines jener Geschenke, die man mit (Klein)Geld nicht kaufen kann: Wertschätzung! Wertschätzung für die Arbeiten des „Klub der Freunde“. Daaanke!

Kleine Rätsel

Bei diesem „Mannschaftsfoto mit Franz“ stehen 8 Spieler in der letzten Reihe, aber bei den ersten Fotos (siehe Bilder) waren 9 Spieler. Was hat es mit diesem zusätzlichen Spieler auf sich? Nachdem ich diesen neunten Spieler nicht im Kader gefunden habe, fragte ich bei Peter Klinglmüller nach. Des Rätsels Lösung: dieser neunte „Spieler“ war eigentlich ein Rapid-Mitarbeiter. Er war Platzhalter für Dejan LJubicic, der an diesem Montag einen unaufschieblichen Untersuchungstermin hatte. Im endgültigen Mannschaftsfoto wird die Postion des „9. Spielers“ durch das Bild von Dejan ersetzt..

Das „Mannschaftsfoto mit Franz“ ist leider unscharf. Ein freundlicher Unbekannter nahm die Kamera und fotografierte die Szene mehrmals aus bester Position. Leider kannte er das kleine Geheimnis von Kameras nicht, dass man nämlich den Auslöser zuerst nur kurz niederdrückt, damit der Autofokus das Bild scharf stellen kann, erst dann wird ausgelöst. Daher sind diese Bilder alle unscharf. Macht nichts, die man dann im Fanshop bekommen wird, haben diesen Mangel nicht, die sind alle hochprofessionell hergestellt.

Kader

Die folgenden Tabellen geben eine Übersicht über die Spieler des SK Rapid. Bemerkenswert ist die große Zahl junger Spieler, wobei einige von ihnen schon am Mannschaftsfoto gelandet sind, andere aber noch darauf warten.

Spieler auf der Webseite 30
Spieler am Mannschaftsfoto 27
Nicht am Mannschaftsfoto Ibrahimoglu, Savic, Schuster
Bei Rapid II Demir, Ibrahimoglu, Savic, Schuster, Velimirovic, Wunsch
Noch ohne Einsatz Demir, Gartler, Savic

Hier die genaue Aufstellung mit Rückennummern, Position, Land, Geburtsdatum und Anzahl der Einsätze in Bewerbspielen (bis gestern):

NR POS LAND DATGEB WEB1 WEB2 FOTO EINSATZ FNAME VNAME
36 S A 15.01.1999 + + 12 Arase Kelvin
24 M A 11.01.1991 + + 123 Auer Stephan
27 S SEN 10.10.1997 + + 27 Badji Aliou
4 V CR 20.07.1994 + + 32 Barac Mateo
48 S A 02.06.2003 + + + Demir Yusuf
17 V A 02.11.1990 + + 158 Dibon Christopher
9 M GR 04.09.1995 + + 11 Fountas Taxiarchis
25 T A 10.03.1997 + + Gartler Paul
14 M BIH 19.09.1992 + + 107 Grahovac Srdjan
30 V A 03.07.2001 + + 2 Greiml Leo
20 M A 07.08.1993 + + 153 Hofmann Maximilian
40 M A 17.07.2000 + + 1 Ibrahimoglu Melih
32 S J 26.07.1996 + + 5 Kitagawa Koya
28 M A 30.04.1992 + + 12 Knasmüllner Christoph
21 T A 30.12.1993 + + 34 Knoflach Tobias
39 M A 08.10.1997 + + 83 Ljubicic Dejan
15 M A 15.08.1995 + + 22 Martic Manuel
10 M A 14.11.1994 + + 144 Murg Thomas
13 M A 19.05.1990 + + 5 Schick Thorsten
43 M SRB 25.04.2001 + + Savic Dragoljub
7 M A 10.12.1993 + + 157 Schobesberger Philipp
42 M A 09.08.2000 + + 1 Schuster Lion
8 M A 27.09.1990 + + 220 Schwab Stefan
6 V A 08.10.1986 + + 339 Sonnleitner Mario
22 V MNE 22.01.1993 + + 1 Stojkovic Filip
1 T A 14.02.1993 + + 148 Strebinger Richard
18 M H 17.02.1996 + + 46 Szántó Tamás
31 V A 17.06.1996 + + 7 Ullmann Maximilian
47 M A 13.02.2001 + + + 3 Velimirovic Dalibor
49 M A 05.10.2000 + + + 4 Wunsch Nicholas

Links

Enthüllung Gedenktafel Schmelz

Geschichte der Schmelz

Vor der Ringstraßenzeit, als noch die Stadtmauer stand, benutze die Armee das Glacis als weitläufigen Exerzierplatz. Im Zuge der Umgestaltung der Innenstadt wurde der Armee das Gebiet der Schmelz als Übungsgelände zugewiesen. In den übungsfreien Zeiten konnten Sportvereine das Gelände nutzen. Um 1892 hat das Gelände etwa so ausgeschaut:

Landkarte von Fünfhaus 1892

Diese Landkarte befindet sich im Eingangsbereich zur U-Bahnstation Johnstraße. Sie zeigt die Gegend um die Schmelz um 1892, denn der Linienwall (gezackte Mauer entlang des heutigen Gürtels) war noch intakt (Abriss 1894). Die Häuserzeile in der Selzergasse bestand noch nicht. Auf dem Gebiet der heutigen Stadthalle befand sich der Schmelzer Friedhof. Man erkennt die Planungsgebiete rund um die Schmelz, die Schmelz selbst blieb naturbelassen. Der Weg westlich vom Buchstaben „S“ des Schriftzugs „SCHMELZ“ ist genau der Weg, an dem heute die Enthüllung der Gedenktafel stattfand.

Anfänge

Am 22. Juli 1897 wurde der „1. Wiener Arbeiterfußballklub“ gegründet und nutzte das Gebiet der Schmelz für die ersten Spiele. Dabei mussten die Spieler selbst die Spielfelder abstecken und durch den Verkauf einfacher Stadionzeitungen, auf die damals noch die Spielregeln aufgedruckt waren, für die ersten Einnahmen sorgen. Das können wir einer solchen Stadionzeitung aus dem Jahr 1900 entnehmen, einer der wenigen Belege für die Zeit auf der Schmelz:

Programm für ein Fußballspiel am 14. Oktober 1900 auf dem Schmelzer Exerzierfeld mit Spielregeln, die noch mit den englischen Fachbegriffen wie Forwarder, Gpalkeeper, Half-Back, Back und Football-Match abgefasst sind. Rapid spielte in rot-blau. Beachte die alte Rechtschreibung.

Damals, also in der Monarchie, hatten es Organisationen mit den Beinamen „Arbeiter“ oder „sozialistisch“ nicht leicht. Und neben den sportlichen Misserfolgen war auch das ein Grund, warum man schon zwei Jahre nach der Gründung eine Namensänderung anstrebte.

Es ging damals – wie heute auch – ums Geld. Eintritt konnte man nur verlangen, wenn das Gelände abgezäunt und uneinsichtig war. Daher strebte Rapid nach den ersten Jahren auf der Schmelz einen solchen eigenen Platz an und fand ihn 1903 auf dem abschüssigen Grundstück in der nahe gelegenen Selzergasse. Die folgenden Bilder zeigen die Selzergasse im Jahre 1907 und die heutigen Ansicht derselben Häuser.

1912 erfolgte dann die Übersiedlung nach Hütteldorf.

Tschechen bei Rapid

Der Kader war von den vielen tschechischen Migranten geprägt. Markant waren die vier Brüder Schediwy (eingedeutscht von „Šedivý“ = „Grau“). Karl und Alois spielten bereits zu Zeiten des Arbeiter FC für Rapid, Josef scheint 1900 erstmals im Kader auf. Josef stirbt im Ersten Weltkrieg in russischer Gefangenschaft. Es gibt einen Nachruf in der Chronik- 1919 „20 Jahre Rapid“. Franz war 10 Jahre jünger und spielte noch bis in die 1920er-Jahre. Karl war später als Funktionär noch jahrzehntelang tätig. (im „Neuen Rapid Buch“ aus den 1970er-Jahren von Günther Allinger kommt er zu Beginn vor). Karl und Franz sind am Baumgartner Friedhof begraben.

Gedenktafel

An diese Anfänge von Rapid erinnert die heute enthüllte Gedenktafel, und der dafür gewählte Tag, der 22. Juli, ist der Gründungstag des 1. Wiener Arbeiterfußballclubs.

Auf der Tafel werden die damaligen Umstände so geschildert:

Die Schmelz

An dieser Stelle befand sich das Schmelzer Exerzierfeld, die erste Heimstätte des SK Rapid. Der damalige 1. Wiener Arbeiter Fußball-Club spielte hier von 1897 bis 1903.

Als Ersatz für die innerstädtischen Übungsplätze, die im Zuge der Errichtung der Ringstraße verbaut wurden,; erhält die Habsburger Armee die Schmelz als Truppenübungs- und Exerzierfeld, das auch bei Staatsempfängen für Paraden genutzt wurde. lm Dezember 1897 bekommt der am 22; Juli 1897 gegründete 1. Wiener Arbeiter Fußball-Club die Genehmigung, hier seine Übungen und Spiele abzuhalten. Auch nach der am 8. Jänner 1899 erfolgten Umbenennung in Sportclub „Rapid“ bleibt der zu diesem Zeitpunkt noch in der Farbkombination Blau-Rot spielende Verein für einige Jahre auf der Schmelz. 1903 wird schließlich auf den ums Eck liegenden Rudolfsheimer Sportplatz übersiedelt.

Auch abseits des 1. Wiener Arbeiter Fußball-Clubs ist die Schmelz ein Zentrum der proletarischen Sportbewegung und der Arbeiterbewegung insgesamt. Rund um das Schmelzer Exerzierfeld leben in erster Linie aus Böhmen und Mähren zugewanderte Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich in ihren Betrieben und vielen anderen Lebensbereichen zu Gewerkschaften und Vereinen zusammenschließen. Gemeinsam wollen sie das Elend, in dem sie leben und arbeiten müssen, bekämpfen. Neben politischen Zielen spielt aber auch die Gestaltung der eigenen Freizeit eine große Rolle. Solidarität soll nicht nur am Arbeitsplatz, sondern in jedem Lebensbereich eine Rolle spielen. In Folge entsteht ein einmaliges Soziotop des Zusammenhalts.

Viele der hier entstandenen Vereine gehen später in der ASKÖ beziehungsweise dem WAT auf. Zwei Verbände, die hier bis heute Sport betreiben und mit Ihrer Infrastruktur einen wesentlichen Beitrag für den Breitensport leisten.

Text der Gedenktafel

Die Tafel zeigt daneben auf einer historischen Landkarte Spielorte, Wohnorte der Funktionäre und Spieler sowie Versammlungsorte im Bezirk, die zeigen, dass viele der prominenten Vertreter in Fünfhaus, dem Gebiet südöstlich von der Schmelz gewohnt haben. Auch lange nach der Übersiedlung nach Hütteldorf fanden Veranstaltungen in Fünfhaus statt.

Arbeiterfußball

Auch wenn man „Rapid“ und nicht mehr „Arbeiterfußballclub“ hieß, war es klar, dass Spieler, Funktionäre und das Publikum aus dem Arbeitermilieu stammten oder sich mit den sozialistischen Idealen identifizierten. Während diese Ideologie in der Monarchie unterdrückt wurde, konnte sie sich in der jungen Ersten Republik in den Zeiten des Roten Wien frei entfalten. 1919 wurde der WAT (Wiener Arbeiter Turn- und Sportverband) gegründet und feiert heuer sein 100jähriges Bestandsjubiläum. Bereits 1889 wurde der Vorläufer der heute als ASKÖ bekannte „Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich“ gegründet.

Eigentlich wäre es nahe liegend gewesen, dass Rapid als immer noch Arbeiterfußballklub Teil dieser Organisationen der Arbeiterschaft wird. Tatsächlich war auch beim 20jährigen Jubiläum von Rapid, bei der Generalversammlung 1919 einer der Tagesordnungspunkte ein Antrag für die Aufnahme in der späteren ASKÖ. Doch aus organisatorischen Gründen wurde dieser Punkt auf die nächste Hauptversammlung vertagt.

Gleichzeitig wurde in diesen Jahren die Gründung einer Profiliga in Österreich vorangetrieben. Österreich war das erste Land in Kontinentaleuropa, das eine solche Profiliga realisiert hat. Da sich auch Rapid an dieser Liga beteiligte, waren damit weitere Verbindungen zum ASKÖ nicht mehr möglich und Rapid wurde einer der Vereine der Profiliga.

Festakt

Der Standort der Tafel, „Auf der Schmelz 10“ ist so ziemlich genau die Mitte der Schmelz, und man erreicht diesen Ort nur zu Fuß. Schon ein ziemlich mühsames Unterfangen für den 93jährigen Alfred Körner, der ebenso wie Stefan Schwab zu der Enthüllung „beordert“ wurde. Christian, der einen Kleingarten auf der Schmelz besitzt, hat der betagten Legende einen bequemen Stuhl aus seinem Garten gebracht.

Für das Arrangement sorge Robert, das Fernsehteam von w24, Gunther und Alex drehten für die Rapidviertelstunde-194 am kommenden Freitag.

Weiters waren anwesend: das Team des Rapideums, das auch die Gedenktafel gestaltet hat, Christoph Peschek, Peter Klinglmüller, Präsident und Geschäftsführer des ASKÖ und der Präsident des WAT. Im Zuge der von Andy Marek moderierten Interviews erfuhren wir von Michael Maurer (Geschäftsführer des ASKÖ) das interessante Detail, warum Rapid 1919 fast Mitglied des ASKÖ geworden wäre, das Vorhaben aber durch einen Zufall nicht zustande kam und später wegen der Gründung der Profiliga nicht mehr möglich war.

Es waren auch zahlreiche Mitglieder anwesend, allen voran Oliver mit einer Ultras-Delegation, Brucki, Julian, Christian, Thomas, Florian und Franz und sicher noch einige weitere.

Schließlich wurde die Gedenktafel mit vereinten Kräften enthüllt und bot den Hintergrund für zahlreiche Erinnerungsfotos. (siehe EwkiL Bilder).

Die Tafel ist vorläufig am Zaun der Anlage des ASKÖ angebracht. Bei der geplanten Neugestaltung wird die Tafel ihren endgültigen Platz bekommen.

Ausgewählte Bilder

Hinweis: dieser Beitrag wird möglicherweise durch einen Zeitungsausschnitt aus 1919 ergänzt werden, der den geplanten Beitritt von Rapid zum damaligen ASKÖ dokumentiert.

Links

Tag der offenen Tür

Ambiente

Das Wetter hatte Einsicht, der Regen hat sich zurückgehalten, die Temperatur war angenehm, die Stimmung war perfekt, Andy Marek lief zur Höchstform auf.

Meisterwerk Mannschaftsfoto

Immer wieder wurde auf der Video-Wand das Mannschaftsfoto mit dem neuen Trikot angezeigt. Das Bild hat aber ein kleines Geheimnis, das erst sichtbar wird, wenn man es mit dem Bild von 1907 vergleicht:

Mannschaftsbild 1907 und 2019 (Bildmontage aus Facebook „Erich H.“, Danke!)

Das Mannschaftsbild 2019 ist mit sehr viel Aufmerksamkeit für Details entstanden, die Spieler nehmen dieselbe Pose ein wie ihre historischen Vorläufer aus 1907. Das Bild ist eine Reminiszenz an die Pioniere des Wiener Fußballs, damals vor dem Hintergrund der Häuserzeile in der Selzergasse, heute irgendwo in der Ottakringer Brauerei.

Details

Die Crew um Andy Marek ist auch sonst sehr aufmerksam. Es ist ihnen aufgefallen, dass die Video-Wand im Vorjahr vom Publikum nicht gut zu sehen war, weil sie am Boden der Bühne stand. Heuer hat man sie etwa einen Meter höher gestellt!

Die hohe Kunst, Menschen zu begeistern

Was ist schon so besonders an einem Tag der offenen Tür? Nun, es ist die Kunst, den vielen Fans zu vermitteln, warum sie weiterhin Rapid die Treue halten sollen. Wir alle spüren, wie schwer es dem Team in den letzten Jahren gefallen ist, seine „PS“ auf den Rasen zu bringen und wir alle die Last von Fehleinschätzungen in Form schlechter Ergebnisse ertragen mussten.

Eine erfolgreiche Mannschaft zu verkaufen, das ist ein Selbstläufer. Aber eine Saison, bei der praktisch alle Saisonziele trotz Trainerwechsels verfehlt wurden, kann dazu führen, dass die Fans die Motivation verlieren und die tollen Fanartikel zu einem Ladenhüter werden.

Aber Anhängerschaft zu Rapid ist etwas anderes als der Kauf einer Marke, die man je nach Laune wechselt, und daher fanden sich wieder alle Rapid-Verehrer am Stadionvorplatz ein, und ich hatte den Eindruck, als wären es noch mehr als im Vorjahr gewesen.

Integration durch Fußball

Ist es nicht ein großartiges Zeichen der Integrationskraft von Fußball, wie Spieler aus dem Ausland und Spieler mit Migrationshintergrund ohne irgendein rassistisches Ressentiment vom Publikum akzeptiert werden und hier zu wahren Publikumslieblingen werden – wie man am Beispiel von Aliou Badji sehen kann? Ich erinnere mich noch an unsere ersten Besuche bei Rapid vor etwa 20 Jahren, als das keineswegs so war, und dass wir hier eine gute Entwicklung erleben.

Ebenso erfreulich war die Anwesenheit muslimischer Eltern in der Umgebung der Hüpf- und Rutschburgen, die ebenfalls Fußballvereine als Orte der Integration ausweist.

Doppelmoderation

Erstmals – so scheint mit – erlebten wir eine Vater-und-Sohn-Moderation mit genau verteilten Rollen. Mit Lukas und Andy haben wir sogar schon zwei „Stimmen Rapids“, die nicht müde werden, uns jedes Jahr das beste Team aller Zeiten vorzustellen. Und sie lügen nicht; es ist natürlich nicht das absolut beste Team – das wissen wir – aber es ist das beste, das mit dem gegebenen Budget möglich war. Und dafür danken wir!

Die Stimme Rapids

Was wir als selbstverständlich empfinden – die Ansage von Andy Marek – ist ein Meisterwerk, das auf vielen Jahren Erfahrung beruht. Alle Sätze sind entweder minutiös geplant oder perfekt der Situation angepasst. Das betrifft auch die Vorstellung aller Spieler. Nicht alle Spieler sind gleich populär, aber die Ankündigung nimmt auf das alles Rücksicht.

Es gab zum Beispiel einen Unterschied im Publikumszuspruch bei der Vorstellung von Didi und Zoki. Beide sind beliebt, aber natürlich ist allen Anhängern auch bewusst, dass es Zoki war, der Erfolge gebracht hat, etwas, das wir natürlich auch Didi für die kommende Saison wünschen. Aber genau diesen Unterschied hat das Publikum durch die Lautstärke zum Ausdruck gebracht und nach dem Stagediving der neuen Spieler hätte das Publikum spontan Zoki den Vorzug vor dem Trainer gegeben. Andy hat an dieser Stelle die Reihenfolge geschickt korrigiert und Didi als ersten auf die Publikums-Reise geschickt, und der hat es sichtlich genossen:

Didi wird von den Anhängern auf Händen getragen (Foto: Rapid-Homepage)

Kleinigkeiten

Es mag eine Kleinigkeit sein, aber viel fehlt ja unserer Mannschaft nicht zu einem Spitzenplatz. Und diese Geister der Vergangenheit lasten immer noch auf dem Team. Bei der Spieler-Präsentation wurde uns wieder bewusst gemacht, dass Mario Sonnleitner nicht einmal Kapitän-Stellvertreter ist, das kann man als Außenstehender nicht verstehen. Es ist doch offensichtlich, das seine Demontage durch Andy Müller eine Aktion war, die mit dem Auftreten von Mario am Spielfeld in keinerlei Zusammenhang steht. Offenbar eine schwer wiedergutzumachende Fehlentscheidung.

Leider sind noch 8 Wochen bis zum Transferschluss und ziemlich sicher ist das nicht genau der Kader, der dem Trainer ab September zur Verfügung stehen wird. Es wird von einem Zugang gemunkelt, und auch Abgänge sind nicht ausgeschlossen.

Jusuf Demir

Ein Spieler ließ bei der Vorstellung aufhorchen: Jusuf Demir! Er wird zwar derzeit auf der Rapid-Homepage noch im Kader von Rapid II geführt – und wahrscheinlich wird er dort auch zu sehen sein – aber dass Jusuf trotz verlockender Angebote bei Rapid geblieben ist, muss belohnt werden und die Aufnahme in den Kader der Kampfmannschaft und dieser Tag der offenen Tür waren solche Zuckerln für ihn.

Jusuf ist erst im Juni 16 Jahre alt geworden. Und seit 1.7.2019 ist er – laut Transfermarkt – im Rapid-Kader. Wohl nicht unbedingt, um ihn gleich gegen Salzburg auflaufen zu lassen, sondern eher, um ihn zu „vergolden“. Wenn also ein Interessent seine Fühler nach ihm ausstreckt, dann hat er es mit keinen U16-Spieler sondern mit einem Spieler der Kampfmannschaft zu tun.

PS: „Jusuf“ ist das arabische „Josef“ (und der Namensgeber war auch ein islamischer Prophet) und „Demir“ heißt „Das Eisen“. Beide Namen kommen als Vor- und Familienname vor.

Eindrücke

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Mitgliedertreffen 2019

Das Mitgliedertreffen 2019 war auch eines mit Bedeutung. Es musste ja das Wahlkomitee bestimmt werden, das eine Vorauswahl über das neue Präsidium treffen soll, das dann bei der Hauptversammlung im November von den Mitgliedern gewählt werden wird.

Das Wahlkomitee

Das Wahlkomitee besteht aus 6 Personen; aus zwei Mitgliedern des Kuratoriums, einem Mitglied des Präsidiums und drei Vereinsmitgliedern.

Die beiden Mitglieder des Kuratoriums wurden schon nominiert. Es sind Dr. Susanne Schicker, derzeit Leiterin der Koordinationsstelle von „WienBeethoven2020“ und Mag. Werner Muhm, ehemals langjähriger Direktor der Arbeiterkammer Wien. Das Präsidium wird von Michael Krammer vertreten, weil er als einziger nicht mehr kandidieren kann. Drei Vereinsmitglieder wurden beim heutigen Mitgliedertreffen gewählt.

Es gab sechs Kandidaten:

  • Leopold Franz Brodik
  • Mag. (FH) Jürgen Hampel BA
  • Mag. (FH) Herbert Kretz
  • Mag. Helmut Mitter
  • Gerhard Stangl
  • Gerhard Weihs

Fast 600 Stimmen wurden abgegeben. Die Wahl fiel auf die fett gedruckten Mitglieder. Die Vorstellung der Kandidaten findet Ihr bei den Links.

Es geht bei der kommenden Wahl im November nicht nur um einen neuen Präsidenten, sondern auch gleichzeitig um das Team rund um diesen Präsidenten. Das können sowohl die bereits bekannten und in diese Materie bestens eingearbeiteten Präsidiumsmitglieder sein aber auch neue Personen, die ein Präsidentschaftskandidat nominiert. Für das Amt des Präsidenten wurden schon viele Namen genannt:

Die in der Presse genannten Kandidaten

Im Vorfeld haben wir über Presseberichte auch gehört, dass die betuchten Kandidaten ziemlich umrühren würden im Verein. Schon die Nominierung von Zoki als Sportdirektor war nicht unbedingt nach deren Geschmack.

Ob das Testspiel von Rapid gegen Klosterneuburg zufällig in der Heimatstadt von Roland Schmid und der ebenfalls von ihm gesponserten IMMO United Arena organisiert wurde, oder ob es sich dabei schon um ein Signal auf die Anwartschaft auf das Amt des Präsidenten handelt, können wir nur mutmaßen.

Warum jemand, dem der Weltkulturerbestatus der Stadt weniger bedeutet als der eigene Gewinn überhaupt in dieser Liste genannt wird und wir das eventuell gar nicht ablehnen können, wenn sich kein anderer Kandidat anbietet, zeigt, wie sich das ursprüngliche Verständnis eines Arbeitervereins wandelt.

Pikanterweise stehen einander Doskozil und Tojner in einem Gerichtsverfahren gegenüber. Es geht um den Vorwurf der strafbaren Aneignung von Steuergeldern durch Tojner, das wieder durch Gutachten entkräftet werden soll. Es gibt auch im Gegenzug eine Amtshaftungsklage.

Egal, wer schließlich zum Präsidenten gewählt werden wird, eine Lektion sollte er aus der Präsidentschaft Krammer mitbekommen haben, dass man nämlich Erfolg in der Wirtschaft besser kalkulieren kann als Erfolg im Fußball. Ob Präsident, Trainer oder einfacher Anhänger: ob ein Tor gelingt, ein Schiedsrichter ein Handspiel sieht oder nicht sehen will, das hat nichts mit den eingesetzten Geldmitteln zu tun. In diesen Situationen sitzen wir alle im selben fragilen und zufallsgesteuerten Fußball-Boot.

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Geburtstagsabend

Es war ein Abend der Superlative. Seit wir die Veranstaltungen von Rapid besuchen (etwa seit 2005) haben wir keine so tolle Veranstaltung erlebt. Dazu trägt natürlich der Rahmen im neuen Stadion, die präzise Planung und das Pyro-Spekakel am Ende des Abends bei.

72 rote Fackeln zeichnen „120“ auf die Tribüne des Fanblocks

Die folgende Bilderfolge zeigt alle Diskussionsrunden, alle Bilder findet Ihr über den Link am Ende des Beitrags. Bei den Bildern sind auch drei Videos aus dem Stadion.

Besonders hervorheben möchte ich die Collage mit Roman Gregory mit seiner ausdrucksstarken Mimik.

Es wurden viele Gags an diesem Abend erzählt, den von Rudi Edlinger habe ich mir gemerkt: Ein Journalist fragte ihn einmal, welcher Job schwieriger sei, der des Finanzministers oder der des Rapid-Präsidenten. Die Antwort war überraschend, der des Rapid-Präsidenten, denn ein Finanzminister weiß, wo er sich das Geld beschaffen kann, wenn es in der Kassa fehlt, der Rapid-Präsident weiß das nicht.

Es gab auch eine – für mich – echte Premiere, denn noch nie war Oliver Pohle in einer Talkrunde zu Gast und er und Roland Kresa gaben uns interessante Einblicke in „wie alles begann“.

Gerhard Niederhuber schilderte Rapid in den Nachkriegsjahren als einen elitären Zirkel, der nur ausgewählte Personen als Mitglieder aufnahm. Dieser Engpass war die Geburtsstunde des „Klub der Freunde des S. C. Rapid“. Der Verein konzentrierte sich seit jeher auf die Unterstützung der Nachwuchsmannschaften, denn der Kampfmannschaft „könne man nicht helfen“. (Ziemlich zweideutig in diesen Tagen:-) Es gab Situationen finanzieller Engpässe, in denen der Geschäftsführer von Rapid vom Klub der Freunde Geld für Gehälter bekam.

Interessant war auch die Schilderung, wie es dazu kam, dass der auf Meisterkurs liegende Walter Skocik im April 1982 überraschend auf Weisung des damaligen Präsidenten Holzbach von Rudi Nuske abgelöst wurde und damit der Titel „Meister 1982“ gleich zwei Trainern angerechnet werden kann.

Wer hat Andy Marek erfunden?

Auch diese Frage wurde beantwortet: es war Franz Binder jr. der 16 Jahre lang Geschäftsführer bei Rapid war.

Alle Experten waren sich einig, dass die Mannschaft der 1950er Jahre, die unter anderem auch vom Star der 1920er-Jahre Pepi Uridil trainiert wurde, zu den Spitzenmannschaften in Europa gezählt hat. Videos von den Erfolgen gegen Real Madrid haben das eindrucksvoll gezeigt.

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Andy Mareks Weihnachtsshow

Bereits zum fünften Mal lud Andy Marek zur seiner Weihnachtsshow in die Sporthalle in Waidhofen an der Thaya. Der Stadtsaal ist für dieses Megaevent längst zu klein geworden. Mit einer bis dicht an die Wände der Halle reichenden Extrembestuhlung fanden 1400 Waldviertler und wir Platz.

Für 21 Euro erlebten wir vier Stunden lang und ohne Pause ein Highlight nach dem anderen. Die ganze Familie Marek war im Einsatz. Lukas leitete das Spektakel gekonnt ein, es gab eine schöne Version von „I am from Austria“, gesunden von Andy, Lukas und Toni Marek. Ein zweites Lied hat Andy seiner Tochter Katherina abgerungen, die ihre Bühnenscheu überwinden musste.

Die Veranstaltung ist eigentlich eine riesige Charity-Veranstaltung für Waldviertler, denen es nicht ganz so gut geht. Andy zeigte zahlreiche Beispiele dafür wie die Gelder im Vorjahr verwendet worden sind und forderte die Besucher auf, sich bei den vielen Köstlichkeiten, die von der örtlichen Wirtschaft gespendet wurden, gegen eine Spende zu bedienen.

Andy bestreitet keine Veranstaltung ohne eine mehrfache Erwähnung von Rapid. Die Rapidfans kommen ja keineswegs nur aus Wien, und Veranstaltungen wie diese bieten die Gelegenheit auf Rapid hinzuweisen. Anders aber als vorgefertigte Werbung stimmt Andy seine Ansage gekonnt auf die jeweilige sportliche Situation ab und findet auch für die aktuelle Berg- und Talfahrt die richtigen Worte.

Die Kartenbeschaffung für dieses Event ähnelt schon ein bisschen der Rapid-Weihnachtsfeier. Da der Verkaufsbeginn für die Eintrittskarten in allen Sparkassemfilialen gleichzeitig am Freitag, dem 16. November erfolgt ist, fand ich mich am pünktlich um 9:00 in der Filiale am Kepletplatz ein. Doch ich bekam nur mehr Karten in der letzten Reihe. Der Grund: die Waldviertler Sparkassen öffnen schon um 7:45 und in diesen 75 Minuten war der Saal praktisch ausverkauft. In Waidhofen standen die Menschen schon um 6:00 früh in der Warteschlange. Die Lehre für das nächste Jahr: Auf ins Waldviertel zum Kartenkauf!

Unsere „Rapid-Delegation“

Arnold, Florian, Franz, Janine, Silvia. Leider sind Gerti und Peter erkrankt und konnten nicht mitfahren. Wir wünschen auf diesem Wege gute Besserung!

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Termine bis zur Gruppenteilung

 
2. Woche
Di 08.Jän 10:00 Stolperstein für Wilhelm Goldschmidt
Di 08.Jän 16:00 Kranzniederlegung am Grab von Dionys Schönecker
Di 08.Jän 19:00 120 Jahre Rapid

3. Woche
Di 15.Jän 15:00 Testspiel Rapid-Horn
Sa 19.Jän 14:00 Testspiel Rapid-FAC

4. Woche
Fr 25.Jän 16:00 Testspiel Rapid-Aarau (14:00 Wien)

5. Woche
Di 29.Jän 15:00 Testspiel Rapid-Odensee (13:00 Wien)
Fr 01.Feb Testspiel Rapid-Horsens

6. Woche
Fr 08.Feb Testspiel (geplant)

7. Woche
Do 14.Feb 16:55 Rapid - Inter Mailand
So 17.Feb 17:15 Rapid - TSV Hartberg

8. Woche
Do 21.Feb 21:00 Inter Mailand - Rapid
So 24.Feb 17:00 Rapid - Red Bull Salzburg

9. Woche
Mo 25.Feb 19:00 Mitgliederversammlung
Sa 02.Mär 17:00 SKN St. Pölten - Rapid

10. Woche
Do 07.Mär Europa-League, 1/8-Finale
Fr 08.Mär 19:00 Rapid II - SKN St. Pölten A
So 10.Mär 17:00 SV Mattersburg - Rapid

11. Woche
Do 14.Mär Europa-League, 1/8-Finale
Fr 15.Mär 19:30 SC Mannsdorf - Rapid II
So 17.Mär 17:00 Rapid - TSV Hartberg

Hinweis zu den Fanreisen nach Mailand

Alle Angebote für die Reise nach Mailand werden am 11. Jänner von Rapid bekanntgegeben. Auch die VIP-Reise wird von Rapid abgewickelt werden.

Weihnachtsfeier

Immer, wenn ich Andy Marek „bei der Arbeit“ sehe, frage ich mich, wann genau er all diese Vorbereitungen zu den Veranstaltungen macht. Die Stunden der Tage reichen dazu nicht aus. Des Rätsels Lösung erzählte uns einmal Marcel Prawy auf die Frage, wie lange er sich auf eine seiner populären Fernsehsendungen vorbereite, und er sagte: „50 Jahre und eine Stunde“. Und so wird das auch bei Andy sein.

Als ich gefragt wurde, ob es nicht langweilig werde, sich all diese Weihnachtsfeiern anzuschauen, habe ich festgestellt, dass diese Weihnachtsfeiern nie langweilig werden. Seit nunmehr 14 Jahren besuchen wir sie und haben keine ausgelassen. Das Programm und die Dramaturgie des Abends ist immer auf die jeweilige sportliche Situation angepasst. Ich erinnere mich an eine Weihnachtsfeier, bei der die meistgebrauchten Worte „Herbstmeister“ und „Winterkönig“ waren, aber auch an eine an der die Mannschaft sich sozusagen als Wiedergutmachung für den damals vorletzten Tabellenplatz als Kellner beweisen musste.

Wir waren es zum Beispiel schon gewohnt, dass die Mannschaft einen Teil des Abends mit Gesängen und Spielen zum Gaudium des Publikums bestreitet. Es wäre vielleicht auch in diesem Jahr am Plan gestanden, doch waren das Spiel am Verteilerkreis und die Vorkommnisse rund um das Spiel nicht dazu angetan, allzu übermütig zu sein. Daher war die heurige Weihnachtsfeier nicht ganz so euphorisch wie frühere, doch empfand man das Absingen der alten Hymne mit Fredi Körner sowohl als Höhepunkt als auch Schlusspunkt des Fests.

Blick au den halben Saal

Links

Hauptversammlung

Kurzfassung

  • Präsident Krammer kandidiert bei der nächsten Generalversammlung Ende November 2019 nicht mehr.
  • Die Rückzahlung des Stadionkredits geht voran. Es wurden bereits 10 Millionen zurückgezahlt, also verbleiben noch 25 Millionen.
  • Die Organisationsform des Rapid-Sportbetriebs bleibt eine GesmbH.
  • Das Projekt „Trainingszentrum“ ist auf Schiene. Das Projekt wird im Bereich der Trainingsplätze des Happel-Stadions unter Einbeziehung des Elektra-Geländes umgesetzt und teilt sich das Gelände mit dem Sportklub Elektra.
  • Ab 2021 wird es zusätzlich zu den bestehenden internationalen Bewerben CL und EL auch einen neuen Bewerb geben. Rapid vertritt bei den Vorbereitungen dazu die „Mid Size Clubs“.
  • Die Plätze beim Allianz-Stadion werden modernisiert, dazu gehört eine Drainage auf dem Nord-Platz und eine Rasenheizung sowie die Überdachung der Sitztribünen auf West 1.
  • Zum Gedenken an die Gründung des SK Rapid von 120 Jahren wird in jedem Monat des nächsten Jahres eine Aktivität daran erinnern und es wird auch ein Gedenkspiel am 13/14. Juli stattfinden. Außerdem wird in jedem Monat ein Merchandising-Artikel zu Kauf angeboten. 
  • Ein (nicht unproblematischer) Antrag zweier Mitglieder sieht vor, dass es zukünftig im Präsidium einen Sport-Fachmann aus dem Kreis der Vereinslegenden geben soll.
  • Unter dem Motto „Ich habe einen Traum…“ hat ein Mitglied einen offenen Brief an den Präsidenten gerichtet, der zum Ausdruck bringt, dass der legendäre „Rapid-Geist“ in den letzten Jahren abhanden gekommen ist. 

Mehr als 1200 Mitglieder waren bei der Hauptversammlung anwesend, ein Zeichen, dass es sportliche Probleme gibt. Der allgemeine Unmut über die Situation wurde denn auch an einigen Stellen durch die Mitglieder geäußert. 

Die Redner wollten – wie immer – Optimismus verbreiten aber so ganz ist das nicht gelungen. Man will mit durchaus beeindruckenden Zahlen den finanziellen Erfolg darstellen, doch dann stellt sich heraus, dass das Transferbudget 2017/18 eigentlich nur 2 Millionen Euro betragen hat und das wieder zeigt, wie gering eigentlich die Ausstattung des Sportdirektors für Neuverpflichtungen ist.

Ich habe einen Traum…

Rapid-Mitglied Jochen Thoma hat in einem Brief an Michael Krammer folgende Vision verfasst, die wir eigentlich für Rapid als gegeben angenommen haben, die aber in den letzten Wochen, Monaten und sogar Jahren abhanden gekommen sind;

Ich habe einen Traum…

  • …dass ich voller Vorfreude unseren Spielen entgegenfiebere, weil ich die Gewissheit habe, dass die elf an diesem Spieltag Auserwählten alles geben werden, um zu siegen;
  • …dass unsere Mannschaft in jedem Spiel an ihre Leistungsgrenzen geht und uns mit ihrer Einsatzbereitschaft, ihrer Laufstärke und ihrem unbedingten Siegeswillen begeistert. „Magischer SCR“
  • …dass unsere Mannschaft in jeder Spielminute uns Fans das Gefühl vermittelt, alles für unseren Verein, für unsere Farben und unser Wappen zu geben. „Rapid Wien Lebenssinn!“
  • …dass unsere Mannschaft unseren Gegnern in der Meisterschaft läuferisch, kämpferisch und als Einheit überlegen ist. „Gemeinsam! Kämpfen! Siegen!“
  • …dass unsere Mannschaft auch bei ungünstigen Spelverläufen unerschütterlich niemals den Glauben in die eigenen Fähigkeiten verliert und immer weiter macht. „Immer vorwärts Rapid Wien!“
  • …dass unsere Mannschaft uns begeistert mit ihrer Dynamik, ihrem Spieltempo und dem Zug zu Tor,
  • …dass unsere Mannschaft unsere Rapid-Tugenden in jedem Spiel und in zumindest 80% der Spielminuten einhält
  • …dass unsere Mannschaft für ihre Sieger-Mentalität und dem unbändigen Siegeswillen berühmt ist und bewundert wird.

Sportzentrum im Prater

Das bestehende Elektra-Gelände wird mit den Trainingsplätzen bei Happel-Stadion vereinigt. Es wird Plätze mit denselben Abmessungen wie im Allianz-Stadion geben. Rasenheitung wird vorhanden sein. Das bestehende Geböude wird über der gesamten Länge des Geländes erweitert und bietet den Jugendlichen die notwendige Infrastruktur und auch ein Internat. Alle derzeitigen Büros und Trainingseinrichtungen im Dusika-Stadion und im Happel-Stadion übersiedeln in die neue Anlage. Es wird eine Kooperation mit dem ASK Elektra angestrebt, mit dem Ziel, dass die Elektra in die Regionalliga und Rapid II in die zweite Leistungsklasse aufsteigen.

Nicht vergessen sollen die unübertroffenen Schnitzelsemmeln aus der Essbar werden!

Das Rapid-Trainingszentum soll bis 2021 fertiggestellt sein. 

Trainingsplätze in Hütteldorf

Auch die Plätze in Hütteldorf sollen ausgebaut werden West 1 bekommt eine Rasenheizung und eine Tribüne, der Nord-Platz eine Drainage.

Es sollte nicht darauf vergessen werden, die auf Betonsockeln ruhenden Sprecherkabinen auf beiden Längsseiten von West 1 abzutragen, weil sie eine gravierende Sichtbehinderung für die Zuschauer darstellen.

Jubiläumsjahr 2019, „120 Jahre SK Rapid“

Jeden Monat wird es eine oder mehrere Aktivitäten sowie einen speziellen Fanartikel geben.

Jänner

  • Stolperstein für Wilhelm Goldschmidt
  • Kransziederlegung bei Dionys Schönecker
  • Rapid bin ich und sag es…- Der Geburstagsabend
  • Generationenbild
  • Mitgliedskarte im Retro-Stil
  • Fanartikel: Leibchen „Retro Trikot 1906“

Februar

  • Ticketrohling für Alle Matchkarten
  • Fanartikel: Nostalgieball

März

  • Sonderausstellung „Mythos-Rapid – Die Ursprünge des SK Rapid“
  • Fanartikel: Das Notizbuch mit nostalgischem Holzumschlag

April

  • Enthüllung Gedenkstätte 1 – Rudolfsheimer Sportplatz
  • Fanartikel

Mai

  • Legendenabend
  • Fanartikel

Juni

  • Neues Heimtrikot
  • Grün-Weiß sind unsere Farben – Die Trikots des SK Rapid
  • Fanartikel

Juli

  • Jubiläumsspiel (13/14. Juli)
  • Enthüllung Gedenkstätte 2 – Schmelz
  • Fanartikel

August

  • Chronik Teil III
  • Fanartikel

September

  • Sonderausstellung „Mythos Rapid – Wir sind Rapid!“
  • Enthüllung Gedenkstätte 3  Gerhard-Hanappi-Stadion
  • Fanartikel

Oktober

  • Hallo of Fame (Galaabend)
  • Fanartikel

November

  •  Enthüllung Gedenkstätte 4 – Ernst Happel Stadion
  • Legendenabend
  • Fanartikel

Dezember

  • Weihnachten im Stadion
  • Fanartikel

Ausgewählte Bilder

Viktor hat die Lacher auf seiner Seite
Ehrenpräsident Rudi Edlinger und Alfred Körner mit Jürgen Hartmann , Maria Alt (beide Rapid Wien Lebenssinn) und (? Grün-Weiße Distel)

Links

Stammtisch

Termine

Andy Marek kündigt wichtige Termine an und verweist darauf, dass es noch Karten für den Tagesflieger nach Villarreal gibt.

  • 2018-10-22 Kartenausgabe für die Teilnahme an der Hauptversammlung
  • 2018-11-26 Hauptversammlung
  • 2018-12-01 Weihnachtsfeier Kartenvorverkauf
  • 2018-12-17 Weihnachtsfeier
  • 2018-12-18 Weihnachtsfeier BusinessClub
  • 2018-12-22 Andy Mareks Weihnachtsshow

Beachtet bitte den neuen Fanartikelkatalog, der in den nächsten Wochen erscheinen wird. 

Didi bei Andy Marek

Für die alten Hasen waren die Stationen von Didi Kühbauer bekannt, für uns Frisch-Gfangte war es sehr spannend zu hören, wie sich die Karriere von Didi mit Rapid und außerhalb von Rapid entwickelt hat. Wer das Interview nachhören will, findet bei den Bildern einen Audio-Mitschnitt.

Didi bei Claudia Stöckl

Der Überraschungsgast des Abends war Claudia Stöckl, die ihren Interview-Partner Didi für die Sendung „Frühstück bei mir“ am kommenden Sonntag beobachtet hat. Nicht vergessen, am Sonntag um 9:00 Ö3 einzuschalten!

Christoph Peschek berichet

…über das Trainingszentrum

Die größte Chance auf Realisierung hat ein Ausbau der Sportanlage am Elektra-Platz, kombiniert mit den bestehenden Platzen am Happel-Stadion. Genutzt wird das Gelände gemeinsam mit dem Stadtligisten ASK Elektra. Das Investitionsvolumen wird etwa 30 Millionen Euro betragen und umfasst die Erweiterung des Haupt-Spielfeldes auf 105×68 Meter und der Infrastruktur auf das Niveau der 2. Liga. Schaffung eines weiteren Spielfeldes am Ort des derzeitigen Tennisplatzes und Biotops, Erweiterung des Hauptgebäudes auf Unterbringung der Schüler, mit entsprechender Infrastruktur, Integration der bisherigen Büros die sich derzeit im Happel- und Dusika-Stadion befinden, Modernisierung der Trainingsplätze mit einer Rasenheizung uvam.

…über das Stimmverhalten in der Bundesliga

Die Offenlegung der Gebarung der Bundesligaklubs ist in Deutschland selbstverständlich, in Österreich eine Ausnahme. Allein der SK Rapid stellt seine Gebarung seinen Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Ein Antrag von Rapid, dass alle Bundesligaklubs eine solche Offenlegung praktizieren sollten, wird mit 11:1 Stimmen abgelehnt.

Als Laie fragt man sich, ob ein Verein das überhaupt darf, wenn für sein wirtschaftliches Überleben auch öffentliche Gelder verwendet worden sind (und das dürfte wohl für jeden der Bundesligavereine zutreffen, auch für RB).

Viele Hunde…

Ein Fußballspiel wird nur zum Teil am grünen Rasen gewonnen. Wer hätte gedacht, dass der schnelle „Hase“ „Rapid“ in Gefahr gerät, von einer angriffslustigen Meute von „Hunden“ durch Punkteabzüge eingebremst zu werden. 

In Österreich gibt es einige Minderheiten: die Kroaten, die Slowenen, die Tschechen, die Ungarn, die Englisch und die Französisch Sprechenden. Und allen gemeinsam ist, dass sie in Österreich Schulen betreiben, etwas, über das man nicht abstimmen kann, denn würde man das, gäbe es diese Schulen nicht, die Mehrheit würde sie ablehnen.

So ähnlich einander Fußballvereine dieser Welt sind, es gibt große Unterschiede zwischen einem Verein mit 100 oder einem solchen mit 10.000 und mehr Mitgliedern. In Österreich gibt es viele kleine Vereine und einige wenige große und diese werden von Rapid deutlich übertroffen, besonders wegen seiner Mitgliederzahl. Der große Verein hat aber mit Problemen zu kämpfen, die den kleinen völlig unbekannt sind.

Und daher ist es unangebracht, die Mehrheit der kleinen Vereine über Probleme des großen Vereins zu befinden lassen. Diese Probleme sind in erster Linie „Fans“, die in der Anonymität der großen Kurve Deckung finden und dazu neigen, das System Fußball im Anlassfall wie Terroristen zu destabilisieren und den großen Verein in Misskredit zu bringen. 

Dieses Fanproblem entsteht allein durch die Größe und kann durch Methoden, die ein „Dorfklub“ als „Medizin“ empfiehlt, nicht beseitigt werden. 

Dennoch fühlen sich die kleinen Vereine bemüßigt, dem Großverein durch Androhung eines Punkteabzugs Verantwortung für Dinge zu geben, die dieser nicht in jedem Detail verantworten kann, weil alle diese Menschen in praktisch unkontrollierbarer Weise das Geschehen im Stadion mit beeinflussen. 

Es ist – ganz ähnlich wie im Schulsystem – nicht möglich, eine Mehrheit über ein Problem entscheiden zu lassen, das sie in dieser Form nicht kennt. Die Bevölkerungsmehrheit hat keinen Begriff davon, was es heißt, keine Schule zu haben und die Mehrheit der Vereine der Bundesliga hat keine Ahnung davon, was es heißt, mit einem gut organisierten Block mit 7000 Anhängern umzugehen, der noch dazu von nicht organisierten Personen als Deckung missbraucht wird. 

Die „Dorfklubs“ sonnen sich in der Unschuld der Kinder, die die Verantwortung des Erwachsen-Seins noch nicht erlebt haben, sich aber wie Pubertierende theoretisierend über Erfahrungen der Erwachsenen hinwegsetzen. 

Und es ist nicht „die Bundesliga“, die so gerne als Buhmann genannt wird, es sind ganz konkret die Vereine Admira, Altach, Austria, Innsbruck, LASK, Mattersburg, RB, St.Pölten und WAC, die diesen Punkteabzug (für Rapid) fordern. Hartberg und Sturm haben sich der Stimme enthalten. 

Didi, Liebling der Fans

Unsere Runde

vlnr: Arnold, Vater Thomas, ?, Thomas. Thomas 2 (Stehtisch), Florian, Christian. Alle Klub der Freunde.

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Stammtisch

Die Bedeutung der Bundesliga-Neu wird auch durch den einheitlichen Spielball „Telstar“ symbolisiert:

Andy Marek begrüßte Christoph Peschek, der besonders die Balance zwischen wirtschaftlichem und sportlichem Erfolg betont. Bereits 12.500 Abos wurden verkauft

Unterhaltsam war die Runde mit Boli Bolingoli und dem neuen Mittelstürmer Jeremy Guillemenot. Beiden gemeinsam ist, das Französische und so wurde manchmal übersetzt. Aber als Schweizer versteht Jeremy natürlich auch Deutsch, wenn auch noch nicht in der Wienerischen Version. Jeremy war bis zu seinem 18. Lebensjahr bei Servette Genf und ging dann zu Barcelona II, das in der 3. spanischen Liga spielt. Dass er zu Rapid kam, verdanken wir dem Umstand, dass es bei Barcelona noch um eine Größenordnung schwerer ist als bei Rapid, sich in die Kampfmannschaft zu spielen. Da Jeremy als schnell bekannt ist, wird er eine gute Verstärkung unserer Stürmerreihe darstellen.

Wir können an allen Transfers eine einheitliche Linie feststellen, die durch die finanziellen Rahmenbedingungen vorgezeichnet ist. Alle verpflichteten Spieler passen in den Finanzrahmen von Rapid und alle hatten so etwas wie einen Karriereknick und waren daher für Rapid leistbar. Der Wechsel zu Rapid soll ihnen wieder neuen Auftrieb gaben. Das ist ihre Chance und die von Rapid.

Sehr aufschlussreich war auch das Gespräch mit dem Trainer und Kapitän. Man will aufgrund der neuen Möglichkeiten in Zukunft auch variantenreicher sein, aber aus einer Bemerkung von Stefan Schwab konnte man ablesen, wie schwierig eine solche Umstellung sein kann. Er meinte, dass etwa eine Dreierkette in der Verteidigung enorm viel an vorbereitenden Übungen benötigt, etwas, das uns Zuschauern nicht bewusst ist. Es geht ja nicht um die konkreten Fertigkeiten eines Einzelnen sondern um das Zusammenspiel in der Mannschaft und diese Mechanismen aufzubauen, ist eben – wie Stefan erklärte – sehr arbeitsintensiv.

Es fehlte auch nicht der Hinweis auf das atemberaubende Abschiedsspiel für Steffen Hofmann als ein Zeichen an alle Spieler von Rapid, dass sich eben Treue lohnt. Der Zusammenhalt der Spieler dürfte auch durch den Faktor Kameradschaft und Betreuung durch den Verein sehr gut sein.

Ganz Rapid geht mit hohen Erwartungen in die neue Saison. Nächster Termin: Sonntag in der Südstadt.

Geburstagswünsche

Nicht vergessen wurde von den anwesenden Mitgliedern, dass Andy Marek am Vortag seinen 56. Geburtstag gefeiert hat. Wir bedanken uns bei ihm, dass er uns Zugang zu einer großartigen Gemeinschaft ermöglicht.

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