Europa-Bilanz und -Prognose

Klub-Rangliste

Unabhängig vom Platz der UEFA-Klubrangliste ist es für das Punktekonto wichtig, dass man in der Qualifikation nicht ausscheidet oder – besser noch – diese gar nicht bestreiten muss. Das wird aber in der kommenden Saison nur für den österreichischen Meister der Fall sein.

Weiters ist es wichtig, dass das UEFA-Punktekonto so hoch ist, dass man in der Qualifikation zu den gesetzten Teams gehört. Das hat Rapid heuer in der vierten Qualirunde nur ganz knapp verfehlt, da waren wir also Rapid ganz nah dran. Mit einem Rang um 50 könnte dieses “Gesetzt-Sein” ziemlich sicher gegeben sein.

Punktestand 2017/18

2013/14  5,00 (Gruppenphase Genk, Kiew, Dila Gori) 
2014/15 1,50 (Helsinki-Aus)
2015/16 10,00 (1/16-Finale Valencia)
2016/17 5,00 (Gruppenphase Genk, Bilbao, Trencin)
2017/18 - (Horror-Saison mit Büskens und Canadi)
21,50

Rapid befand sich am Ende der vorigen Saison auf Rang 68 der UEFA-Rangliste. Mit der neuen Saison fallen die 5 Punkte der Saison 2013/14 aus der Wertung.

Spiele 2018/19

Internationale Bilanz 2018/19

In der Qualifikation erreichte Rapid 2 Punkte für 2 Siege gegen Slovan Bratislava, und Steaua Bukarest.

Für das Erreichen der Gruppenphase wurden zunächst zwei Punkte gut geschrieben, die aber in den Spielen übertroffen werden mussten, um weiter punkten zu können. Man muss also von den erreichten Punkten in der Gruppenphase diese zwei Punkte abziehen. Erreicht wurden mit den zwei Siegen gegen Spartak, dem Sieg gegen die Rangers und dem Unentschieden gegen Villarreal 7 Punkte, von denen eben 2 Punkte abgezogen werden müssen, bleiben also 5.

Punktestand 2018/19

2014/15  1,50 (Helsinki-Aus)
2015/16 10,00 (1/16-Finale Valencia)
2016/17 5,00 (Gruppenphase Genk, Bilbao, Trencin)
2017/18 0,00 (Horror-Saison mit Büskens und Canadi)
2018/19 7,00 (1/16-Finale Inter)
23,50

Rapid hat also in der laufenden Saison 7 Punkte zum Punktekonto dazu bekommen und liegt nunmehr auf Rang 63 und kann von anderen Teams nicht mehr überholt werden.

Hätti-Wari

Würde Rapid in jedem der letzten fünf Jahre so abgeschnitten haben wie heuer, dann wäre der Punktestand etwa 35 Punkte und damit läge Rapid etwa auf Platz 40 im Ranking der europäischen Fußballvereine. Wäre da eben nicht der Totalausfall im Vorjahr mit Null Punkten und das blamable Ausscheiden gegen Helsinki 2014.

Aber wenn wir heuer nicht in die Gruppenphase gekommen wären, dann wären wir im Ranking ziemlich abgerutscht und zwar so:

Keine Teilnahme

Ohne Punkte aus der laufenden Saison hätte Rapid um diese 7 Punkte weniger, läge also mit 16,5 Punkten etwa auf Platz 84.

Keine Gruppenphase

Ohne dieses Goldtor von Mario Sonnleitner in Bukarest hätte Rapid nur 2 Punkte der Qualifikation dazubekommen und länge mit 18,5 Punkten etwa auf Platz 77.

Denken wir optimistisch

Nehmen wir für die Zukunft an, dass Rapid entweder über die Meistergruppe oder über die Qualifikationsgruppe oder über den Cup doch zu einer internationalen Teilnahme in der kommenden Saison kommt. Und – denken wir optimistisch – Rapid schafft wieder 7 Punkte. Dann würde sich folgende Situation ergeben:

2015/16 10,00 (1/16-Finale Valencia)
2016/17 5,00 (Gruppenphase Genk, Bilbao, Trencin)
2017/18 0,00 (Horror-Saison mit Büskens und Canadi)
2018/19 7,00 (1/16-Finale Inter)
2019/20 7,00
29,00

Mit diesen 29 Punkten wären wir am Ende der kommenden Saison etwa auf Platz 50 der UEFA-Klubrangliste, also gar nicht so schlecht. Wo genau man dann wirklich landet hängt aber auch wesentlich von dem Erfolg der anderen Mannschaften ab, aber immerhin, eine Vorgabe des Präsidiums wäre dann erreicht.

Denken wir pessimistisch

Die beiden verpatzten Saisonen 2017/18 mit 0 Punkten und 2014/15 mit 1,5 Punkten bringen es mit sich, dass Rapid derzeit nur auf Platz 63 liegt und die Gefahr ist groß, dass im nächsten Jahr wieder so eine Pleitesaison folgen könnte. Mit einem weiteren Pleitesaison 2019/20 schaut die 5-Jahreswertung so aus:

2015/16 10,00 (1/16-Finale Valencia)
2016/17 5,00 (Gruppenphase Genk, Bilbao, Trencin)
2017/18 0,00 (Horror-Saison mit Büskens und Canadi)
2018/19 7,00 (1/16-Finale Inter)
2019/20 0,00
22,00

Mit diesem Punktestand von 22 würde Rapid am Ende der Saison 2019/20 etwa auf Rang 68 abrutschen. Dass Rapid nur etwa 5 Plätze abrutscht, liegt daran, dass lediglich die punktearme Helsinki-Saison mit 1,5 Punkten aus der Wertung fällt.

Rapid hat sich also heuer sehr gut geschlagen und wer auch immer 2020 in den internationalen Bewerb einsteigen wird, er hat seinen Platz jenen Klubs zu verdanken, die schließlich zu den Landespunkten von derzeit 30,85 beigetragen haben und RB aber auch Rapid haben daran einen großen Anteil.

Resummee

Dass Rapid gegen Inter ausgeschieden ist, ist vor einem historischen Hintergrund nichts Besonderes, ist es doch noch keiner österreichischen Mannschaft gelungen, in Mailand zu bestehen.

Die Meisterschaft gibt mehr Grund zur Sorge. Niemand kann einen guten Grund dafür nennen, warum Rapid derart schlecht “performt”. Die Vermutung, Gogo wäre nicht der geeignete Trainer gewesen, hat sich als ziemlich haltlos erwiesen. Die Verstärkungen durch Spielerkäufe stellen sich als eher unterdurchschnittlich heraus. Nachwuchsspieler werden wenig berücksichtigt.

Für uns Zuschauer waren die Aufstellungen der beiden Spiele gegen Inter mit ein Grund für das schlechte Abschneiden. Dass sich die Fachwelt von diesen Aufstellungen “überrascht” gezeigt hat, war wohl sehr positiv ausgedrückt.

Da weiß ein Trainer, dass sein Kapitän ein großer Italien-Fan ist, dass seine Frau eine halbe Italienerin ist und dass mit dem Spiel in Mailand fast so etwas wie das Spiel seines Lebens möglich ist. Wer weiß, welche Kräfte eine solche Motivation freisetzen kann? Wir alle, nur nicht der Trainer!

Und am heutigen Sonntag verlangt derselbe Trainer von demselben Spieler, den er beim letzten Spiel durch die Nicht-Aufstellung in der Startelf derart brüskiert hat, wieder eine Top-Leistung! Mitarbeiterführung setzt auch so etwas wie Einfühlungsvermögen voraus, aber die Aufstellungen machen den Eindruck als wären die Spieler emotionslose Zinnsoldaten. Ob sich das nicht rächt?

Ich war bei der Ankunft der Mannschaft aus Mailand am Flughafen und Ihr könnt raten, wer als erster und mit großem zeitlichen Vorsprung den Flughafen verließ. Es war Didi Kühbauer. Es war so, als wolle er die Szene fluchtartig verlassen.

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Rapid-Inter

0:1 (0:1)

Nach der langen Winterpause wussten wussten wir nicht, was wir erwarten können. Jetzt wissen wir’s! Trotz Niederlage: Bravo Rapid!

Inter     Rapid
25 26 Kadergröße
28,5 25,0 Durchschnittsalter
68% 39% Legionäre
17 5 A-Nationalspieler
582 Mio 36 Mio Gesamtkaderwert
3 8 Tabellenplatz
73 70 Jahre in der Liga
80.000 28.345 Sitzplätze

Rapid hat gegen eine Mannschaft mit dem 16-fachen Kaderwert durch ein ziemlich unglückliches Elfmetertor 0:1 verloren, ein Treffer von Rapid wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt.

Verloren wurde das Spiel in der ersten Halbzeit und wir, die “Spezialisten” glauben auch zu wissen, warum.

Rapid spielte das erste Spiel gegen eine voll in der Meisterschaft stehende Mannschaft. Man hatte in der ersten Halbzeit das Gefühl, als müsse die Spielsicherheit erst wieder zurückkommen. Und sie kam zurück und zwar mit jeder der Einwechslungen in der zweiten Halbzeit.

Die Aufstellung von Berisha als initiativlose Sturmspitze hat das ohnehin sparsame Angriiffsspiel von Rapid in der ersten Halbzeit noch durchsichtiger ausschauen lassen. Dass es auch anders sein kann, sah man mit den ersten Ballberührungen von Philipp Schobesberger. Aber das müsste doch der Trainer auch wissen, dass dem so ist; das wissen ja sogar wir. Warum also Philipp Schobesberger nicht vom Beginn an gespielt hat, ist eines jener Rätsel, die nur der Trainer auflösen kann und das nur bei einem Erfolg die richtige Entscheidung gewesen wäre, und da wir nicht erfolgreich waren, kann man such sagen: “Misserfolg mit einer Aufstellung gibt dem Trainer unrecht”, kein “goldenes Händchen” heute! Blöder Job, der Trainerjob!

Überhaupt gelang es mit Knasmüllner und Murg, das Spiel zumindest offen zu halten, und phasenweise sogar zu dominieren.

So ein Auswärtstor könnte ja Rapid nächste Woche auch gelingen, warum nicht?

Geburtstage

Gleich drei Rapidler haben an diesem 14.2. Geburtstag: Alfred Körner (93), Hans Krankl (66) und Richard Strebinger (26). Alfred Körner, 7-facher Meister mit Rapid (!) wurde auch von der Rapid-Familie lautstark zum Geburtstag gratuliert.

Keine UEFA-Punkte

Sowohl Salzburg als auch Rapid gingen leer aus, daher ändert sich nichts am österreichischen Punktekonto von 30.450. Da auch Ajax gegen Real nicht gepunktet hat, bleibt die Distanz zu den Niederlanden mit
30.633 gleich.

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Ewkil: Bilder ·  Bericht · News vom Tage · Statistik
Inter: Bericht

Rapid-Rangers

1:0 (0:0)

Der überall kolportierte Sager, dem ich mich auch gleich anschließe, dass Rapid verdient gewonnen habe, zeigt uns, wie viel Zufall hier im Spiel ist. In dieser Aussage steckt ja, dass es ziemlich oft auch genau umgekehrt ist, dass man nämlich gut spielt und am Ende als Verlierer vom Platz geht.

Aufgrund der ausgeglichenen Spielanteile kann man sagen, dass beide Teams ähnlich fehleranfällig waren. In der ersten Halbzeit war Rapid deutlicher überlegen, in der zweiten Halbzeit nutzte man den Druck der Schotten aus und setzte auf Konter – und hatte Erfolg.  

Siegen zu müssen, ist eine schwierige Sache, weil man dann konteranfällig wird. Und so war es dann auch, und die taktischen Einwechslungen von Didi waren gut vorbereitet und waren erfolgreich.

Support

Es ist ein Armutszeugnis für die heimischen Großvereine, dass es ihnen nicht gelingt, den Auswärtssektor in Hütteldorf voll zu kriegen. Eine Mannschaft aus Schottland muss kommen, um Rapid erstmals ein wirklich ausverkauftes Stadion zu bescheren. Tolle Gäste, die wir da empfangen haben!

Anfangs waren die Rangers-Fans auch recht laut, doch mit Fortgang des Spiels übernahm nicht nur die grün-weiße Mannschaft am Spielfeld sondern auch das Publikum das Kommando. Unter der Leitung der Vorsänger des Blocks stimmte das ganze Stadion in die Gesänge mit ein. Ein magischer Abend, wie wir ihn so noch nicht erlebt haben. 

Die Choreografie des Block war wieder eine Augenweide. Nach ein paar Nachdenksekunden wurde das abstrakte 1312 erkannt und fotografiert, hier eine Ganzstadionsicht mit beiden Choreografien:

In der Pause wurde das Ergebnis der Spendensammelaktion “Wiener helfen Wienern” verlautbart: 82.300 Euro! 

Die große organisatorische und soziale Leistung des Blocks wurde von Andy Marek hervorgehoben. Vergessen wir in diesem Moment einmal unseren Unmut gegenüber anderen Aktionen des Blocks und gratulieren dem Block für das Engagement und dem Empfänger des Geldes für die tollen “Hawara”, was schon zum nächsten Spruchband überleite, in dem es um “keine Hawara” geht:

Das Spruchband nach der Pause verdient Erwähnung: “Ans, Drei, Ans, Zwa, A Kiwara is ka Hawara.”

Noch beim Stand von 0:0 hisste der Block typische englische Fahnen – aber auf den Kopf gestellt. Extra angefertigt? Erbeutet?

Die Freude auf den Rängen man dem 1:0 war grenzenlos, hier “die Gärtner”.

Mein Facebook-Freund Alastair McMillan schreibt: “Poor match, great result for you guys, good luck in next round.” Es bekommt eine Stadionzeitung, denn die sammelt er. Und meinem belgischen Ticketsammler Pascal habe ich einige Tickets von der Straße aufgehoben.

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Wie geht es weiter

UEFA-Klubranking

Ein kleiner Lichtblick für die leidgeplagten Rapidler ist der nunmehrige Rang 63 im Club-Ranking. Es wird schon Losglück brauchen, um auch noch die nächsten Runden zu überstehen.

UEFA-Landesranking

Im Landesranking sind wir mit den zwei Siegen von RB und Rapid und 30.45 Punkten den Niederländern (30.633) schon sehr nahe gekommen. Die eventuell noch in der nächsten Runde erzielten Punkte werden für die beiden österreichischen Vertreter mit 2/5 (zwei verbleibende Teams) und bei den Holländern nur mit 1/5 (ein verbleibendes Team) gewichtet. Wir haben also durchaus eine Chance, die Holländer zu überholen und eine bessere Zuteilung der Startplätze auch für 2020 zu bekommen.

Nächster Gegner

Rapid mit seinen 23.5 Punkten nicht gesetzt und trifft daher auf Mannschaften ab UEFA-Platz 50 und darunter. Hier sind die möglichen Gegner des 16tel-Finales:

Bayer Leverkusen, FC Salzburg, Zenit St. Petersburg, Dinamo Zagreb, Arsenal, Real Betis, Villarreal, Eintracht Frankfurt, Racing Genk, Sevilla, Dinamo Kiev, Chelsea, Napoli, Valencia, Internazionale, Benfica

Ab dem 8tel-Finale gibt dann keine Setzlisten mehr. 

Rapid-Villarreal

0:0

Das Spiel begann so, wie es in Spanien geendet hat, mit einer Dominanz der Spanier und einigen Heldentaten unseres Tormanns. Doch im Verlaufe des Spiels dürfte der konstante Spielstand das Selbstvertrauen unserer Burschen ausreichend in die Höhe getrieben haben, sodass sie nach der Pause phasenweise mutig und mit deutlich weniger Fehlern aufgetreten sind. Eine Großchance von Pavlovic ging knapp daneben, gegen Spielende konnten wir einem Gegentor durch eine Abwehr auf der Linie gerade noch entgehen.

Es war ein gutes Spiel, bei dem man aber gesehen hat, dass die Spanier die Position ihrer Mitspieler besser kennen als das bei Rapid der Fall ist. Rapid braucht für Konteraktionen viel zu lang und Spieler sind oft unentschlossen, drehen ab und vergeben damit gute Chancen.

Sehr auffällig ist, dass unsere Stürmer nicht auf ihre Abseitsstellung achten. (7:1 Abseitsstellungen) Nicht nur, dass eine meist sehr gute Chance vertan wird, verliert man dabei auch gleich den Ball. 

Spielstatistik zur Halbzeit
Spielstiatistik bei Spielende

Die Einwechslung von Boli brachte große Dynamik ins Spiel auf der linken Seite, auch Knasmüllner belebte das Spiel vor dem Strafraum. 

Choreografie

“Sie beißen auf Granit, wie einst Real Madrid”, lautete der Begrüßungstext. Die Choreografie erinnerte an den Aufstieg von Rapid im Achtelfinale der Meistercups durch das Auswärtstor von Jörn Bjerregaard, der auch im Stadion anwesend war. 

Rapid steigt 1968 durch das Auwärtstor von Jörn Bjerregaard auf

Die von den vier großen Fangruppen Lions, Lord, Ultras und TOrnados gemeinsam inszenierte Choreografie war großartig! Wir rätselten, wie man wohl  diese riesige Tageszeitung mit der Schlagzeile “Rapid steigt auf” drucktechnisch herstellt.

Seltsamer Ordnungssinn

Während es beim Spartak-Spiel kein Problem war, einen Banner in der Nord-West-Ecke des Stadions zu befestigen, war das bei diesem Spiel nicht möglich, denn irgendein Supervisor sagte “njet”. Ein ebensolcher hat es aber beim letzten Spiel ausdrücklich erlaubt.

Hier, in der Nord-West-Ecke dürfen keine Banner hängen

Mein Einwand, dass es in der gegenüberliegenden Süd-Ost-Ecke, die noch dazu den Fernsehkameras zugewendet ist, offenbar kein Problem damit gibt, half auch nichts.

Hier, in der Süd-Ost-Ecke sind die Banner der Fanklubs kein Problem

Vielleicht könnten die Herren am anderen Ende der Telefone eine einheitlichere Linie fahren?

Wer hilft Ján?

Ich bewundere das Engagement von Ján, der seine Umgebung mit seinen Plakaten zum Spenden aufruft. Aber Ján ist nur eines von vielen Beispielen.

Ján verkauft den Augustin – mit mäßigem Erfolg.

Damit uns geholfen wird, wenn es uns schlecht geht, müssen wir das Glück haben, zu den Empfängern der passenden Sammelaktionen zu zählen, also dem “Licht ins Dunkel” oder dem “Wiener helfen Wienern”. Bist Du da nicht dabei, dann hast Du Pech gehabt. 

Ich habe nicht den Eindruck, als würden wir in einem Staat leben, in dem man nicht auf die Kinder achtet. Also warum es notwendig ist, etwa für das St. Anna Kinderspital zu spenden, erschließt sich mir nicht. Aber ich weiß, dass Ján Hilfe brauchen könnte.

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Villarreal-Rapid

5:0 (3:0)

Der größte Feind von Rapid steht nicht am Platz, sondern ist das “System Rapid” selbst. Es sind Phantasien von Größe, symbolisiert durch den “Rekordmeister”, die die Handlungen der Akteure beeinflussen. Diese Phantasien befeuern die bewährte Schuldkultur und bezichtigen vordergründige Ursachen weil die wahren Ursachen die persönliche Eitelkeit verletzen.

Ein richtig Gläubiger, also ein solcher, der als Gute-Nacht-Gebet die Bibel – hier das Leitbild – zu Rate zieht, weiß – wie auch der Präsident in seinem offenen Brief versuchte darzustellen, dass wir eine Gemeinschaft sind, und dass Erfolg nur durch Zusammenhalt dieser Gemeinschaft entstehen kann. Es sind nicht einzelne schlechte Trainer oder schlechte Spieler, die uns vom Erfolg abhalten, wir selbst sind es, die den Sand ins Getriebe streuen.

Die eigene Wichtigkeit und Expertise zu überschätzen und mitregieren zu wollen – wie uns das der Block gezeigt hat – ist einer dieser Aspekte, die den Ideen des Leitbilds entgegenstehen. 

Es klingt gut, wenn uns die Legenden über den früheren Zusammenhalt der Mannschaft berichten. Aber es war damals auch kein Keil vorhanden, der bei einem positiven Spielstand von 2:0 beginnt, sich durch “Gogo raus”-Rufe zwischen Mannschaft und Trainer zu schieben.

Es gab damals auch keine 15.000 Mitglieder, die eine Hauptversammlung im Falle einer Negativspirale hätten zu einem Armageddon werden lassen können und daher das Präsidium schon zum zweiten Mal zur Notbremse eines Trainerwechsels veranlasst. 

Unsere Trainer sind nicht so schlecht wie sie da Publikum macht. Hier ein Blick auf die erreichten Punkte der verschiedenen Rapid-Trainer. Gogo bewegte sich mit 1,73 Punkten am Niveau von Zoki (1,76), genützt hat es ihm nichts.

Quelle Transfermarkt

Da der aktuelle Trainerwechsel in fataler Weise dem vor zwei Jahren ähnelt, kann man wegen der durchaus vergleichbaren Situation befürchten, dass auch Didis Ideen ähnlich wie die von Damir Canadi bei Rapid nicht fruchten könnten. Hoffen wir auf eine höhere Flexibilität und bessere Führungsqualitäten des neuen Trainers. 

Wir haben keine schlechten Spieler, sondern wir beobachten verunsicherte Spieler; Spieler, die vor lauter Veränderungen nicht mehr wissen, wo eigentlich ihr Platz am Spielfeld ist. Statt dass unser neuer Trainer für Ruhe und Stabilität sorgt, gibt es ein 4-1-4-1 mit Spielsituationen, in denen  Verteidiger eher sich selbst statt den gegnerischen Stürmer behindern. 

Die wahre Ursache für unsere Misere ist ein extrem erfolgreiches Marketing für ein durchschnittliches Produkt, wobei aber die Qualität des Produkts in unserm Kopf gebildet wird, als der Unterschied zwischen dem “Rekordmeister” und der Realität am Platz. Könnten wir diesen Unterschied ausblenden, würden wir ohne weitere Veränderung gleich ein viel besseres Produkt erleben.  Lassen wir doch Sprüche, wie “das ist Rapid nicht würdig” einfach beiseite und freuen wir uns auch darüber, dass wir in die Europa-League gekommen sind, dass wir im Cup weitergekommen sind und dass wir Mattersburg zwar knapp aber doch geschlagen haben. Mehr ist derzeit nicht drin. Sehen wir es positiv, kann daraus ein Aufwärtstrend entstehen. Wir sehen es aber so, dass es Schuldige gibt und wenn die nicht da wären, wäre alles gut. Diesen Negativtrend gilt es zu stoppen. 

Die Daheimgebliebenen haben sich das Spiel in freundlicher Umgebung der Rekordmeisterbar bei Flammkuchen und Rotem Zwickl angesehen, 

Gregor, Florian, Arnold in der “Minus-Rekord-Bas”

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Glasgow

Das Wichtigste an den Auswärtsfahrten ist natürlich das Spiel selbst, “Rapid auf der Insel”, aber die wichtigste Nebenrolle ist auch das fremde Land. Was, von dem, das wir gesehen haben, ist typisch englisch, was typisch schottisch und was ist eine Eigenheit von Glasgow? Man muss schon viel herumkommen, um das alles unterscheiden zu können. Wir sind auf dem besten Weg, das durch die Reisen mit Rapid vermittelt zu bekommen.

Glasgow

Glasgow ist die größte Stadt in Schottland, Regierungssitz ist aber das etwas kleinere Edinburgh im Osten.

Wie alle europäischen Metropolen wuchs Glasgow vor allem im 19. Jahrhundert durch Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten, aber auch während der Hungersnöte aus Irland aber auch aus Indien. Der Motor dieser Zuwanderung waren die Verdienstmöglichkeiten in den damals 40 Werften am Fluss Clyde. Glasgow zählt heute 600.000 Einwohner, aber wie bei allen Städten hängt diese Zahl von der Grenzziehung ab. Wählt man als Zählgrenze etwa die Gegend bis zur Entfernung des Flughafens, hat dieses Einzugsgebiet ca. 2,8 Millionen Einwohner und das ist mehr als ein Drittel der Bewohner von Schottland. Gemeinsam mit dem Ballungsraum Edinburgh im Osten beheimatet diese Region 4/5 der Einwohner Schottlands (ca. 5,3 Millionen).

Glasgow wird von Fluss Clyde von Ost nach West durchflossen. Der Fluss mündet in den Firth of Clyde am nördlichen Ende von Irland in den Atlantik.

Der Westen der Stadt ist eine reiche, von Protestanten bewohnte Gegend, während der Osten eine Region der katholischen irischen Einwanderer ist. Dieser Gegensatz spiegelt sich auch in der Tradition der beiden Fußballklubs, denn die Rangers sind der Verein dessen Spieler bis 1989 ausschließlich der protestantischen Religion angehörten, während die Celtic-Spieler ausschließlich Katholiken waren. Seither hat sich diese strikte Auswahl der Spieler gelockert, spielt aber immer noch eine Rolle.

Zwar wurde im Vorfeld unserer Reise Rapid mit den Rangers verglichen – wohl wegen des “Rekordmeisters” – doch scheint mir Rapid als Arbeiterverein eine größere ideologische Nähe zu Celtic zu haben.  Die Paarungen Rapid-Rangers und RB-Celtic bedeuten eigentlich “Kapital”-“Arbeit”.

Er war jedenfalls schön zu sehen, dass Rapid als durchaus ernst zu nehmender Gegner wahrgenommen wurde. Das Stadion war voll besetzt und eine fast wohltuende Welle der Aggression hat sich gegen den grün-weißen Gegner (das auch noch, dieselbe Farben wie die von Celtic) entladen.

Wohlstand

Das Preisniveau liegt in Großbritannien um 22 % über dem EU-Schnitt (Österreich 7 %). (Vergleichende Preisniveaus 2014, Spiegel).

Das Bruttomonatseinkommen liegt in Großbritannien bei 2.990,- Euro (Österreich 3.300,- Euro). (Länderdaten.info)

Aus dem Vergleich der beiden Zahlen sieht man, dass Engländer teurer leben. Das ist auch am Big-Mäc-Index ablesbar. Ein Big-Mäc kostete im Jänner 2016 in England 4,22 $ und in Österreich 3,76 $ (das aber bei einem höheren Einkommen in Österreich).

Was aber noch zu beachten ist, wie sich diese Einkommen, gemessen am Gini-Index verteilen. Dieser Index ist in Großbritannien 36 % (Österreich 26 %). Je höher dieser Index, desto größer die Ungleichverteilung des Einkommen zwischen Arm und Reich. (Einkommensverteilung Wikipedia)

Dieser Vergleich könnte auch die auffällige Zahl von Obdachlosen erklären, die man im Stadtzentrum von Glasgow sehen kann.

Baustoff

Das Zentrum von Glasgow besteht aus Sandstein. Ja nach Herkunft gibt es roten oder grauen Sandstein. Hier ein Bild von einem kleinen historischen Gebäude in rotem Sandstein.

Ein Caffè Nero ist in diesem historischen Gebäude untergebracht. Caffè Nero ist der Platzhirsch in Glasgow. Segafredo und Illy gibt es hier nicht.

Beide Steine, roter und grauer Sandstein haben die Eigenschaft, dass man sie – wie wir vom Stephansdom wissen – von Zeit zu Zeit putzen oder gar erneuern muss. Nicht jedes Bauwerk hat aber diese Popularität und daher machen die schönen Fassaden des 19. Jahrhunderts manchmal einen gealterten Eindruck.

In der Peripherie, speziell im ärmeren Osten, dominiert der Ziegel. Die aus England bekannten Reihenhaus-Siedlungen konnten wir bei unserer Rundfahrt nicht beobachten.

Bauordnung

Eine Altstadt im Sinne verwinkelter mittelalterlicher Gassen gibt es in Glasgow nicht. Die Straßenzüge sind streng regelmäßig angeordnet. Es ist eine jüngere Ansiedlung, deren Kern hauptsächlich im 19. Jahrhundert im viktorianischen Zeitalter entstanden ist. Um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, ist es am einfachsten, sich mit Google Street-View durch die Fußgängerzone zu bewegen. Start in der Fußgängerzone.

Bahnlinien durchziehen die Stadt. Warum aber die Häuser sich fugenlos bis an die Schienenstränge heran schieben, ist rätselhaft und bei uns in dieser Form unbekannt.

An dieser Stelle sieht man, dass hier eine Bahn fährt, aber die Häuser beiderseits der Straße schieben sich nahtlos bis an die Bahn heran. In den umgrenzenden Straßenzügen ist nichts von einer Bahnlinie zu sehen, alles mit Gebäuden zugebaut. Wenn am Bahngelände Hilfe benötigt wird, kann man die Gleise nur mit einem Zug erreichen nicht aber von der Straße. Auch unser Hotel, das motel one, macht von dieser Bauweise keine Ausnahme und nutzt jeden Quadratmeter bis zur Bahnlinie.

Spekulationsobjekte

Auffällig sind die zahlreichen ungenutzten, vor sich hin alternden Häuser, die sich kontrastierend von den intakten Gebäuden abheben. Hier vier Gebäude in Steinwurfweite von unserem Hotel, und dieses befand sich unmittelbar am Hauptbahnhof:



Diese Gebäude erinnern an gewinnbringenden Abriss von Gründerzeithäusern in Wien. Möglicherweise sind diese Ruinen Spekulationsobekte, deren Eigentümer auf einen reichen Käufer wartet. Vermutlich schützt auch hier die Kommune dieser Häuser durch Denkmalschutzauflagen vor dem Abriss, um das Stadtbild in der derzeitigen historisierenden Form zu erhalten.

Die Stadt ist sauber und man kehrt hier nicht, sondern man saugt:

Bauweise

Unsere bisherigen Fahrten auf die Insel führten uns nach England, Schottland war eine Premiere. England kennen wir als ein Land der praktischen “Außenverkabelung”. Schaut ein bisschen so aus wie in Bukarest. Glasgow ist anders! Keine Kabel an den Außenmauern von Gebäuden! Früher dürften die Straßenlaternen – wie bei uns in Wien – von den Häusern abgehängt worden sein, wie man am folgenden Bild sieht,…

…aber das ist vorbei, denn heute sind die Leuchten entweder auf selbständigen Säulen oder an den Hausmauern befestigt. Und das ist sehr vorteilhaft, denn man braucht das Licht am Gehsteig und nicht in der Straßenmitte! Es gibt keine Tragseile, die Straßen überspannen! Das wäre doch einen Versuch in Wien wert!

Wandmalereien

Es gibt immer wieder Stellen im Stadtbild, an denen Häuser abgerissen worden sind   und man daher auf eine triste Feuermauer schauen müsste. In Glasgow hat man aus der Not eine Tugend gemacht und sehr viele dieser Flächen attraktiv gestaltet. Hier ein Beispiel dafür…

…und es gibt sehr viele davon, besonders in der Peripherie.

Phantasievolle Gestaltung

Eine Toilettenanlage ist nicht unbedingt ein Blickfang, außer man macht einen daraus:

Die Anlage selbst ist ein unansehnlicher Betonklotz, wurde aber kunstvoll in schmiedeeiserne Ornamentik eingepackt. Nachahmenswert!

Phantasievolle Werbung

Das folgende Erinnerungsfoto mit Arnold und Florian stammt aus der mondänen Fußgängerzone.

Aber eigentlich geht es um den dahinter liegenden Apple Shop in einem viktorianischen Gebäude. Ein Mann mit einem Schild in der Hand bietet vor dem Apple-Shop “Cheaper Apple Repairs” um die Ecke an. Sooo muss Werbung!

Verkehr

Als Mitteleuropäer und England-Fahrer schien es uns angebracht, auch in Schottland bei einer roten Fußgängerampel stehen zu bleiben und auf Grün zu warten. Das taten wir aber nur zwei Ampeln lang, danach übernahmen wir die Gepflogenheit der Einheimischen, einfach auch bei Rot zu gehen, wenn es der Verkehr zulässt. Zwar gibt es auch Ampeln, die den Fußgängern die ganze Kreuzung freigeben, aber wir hatten den Eindruck, als wären die Grün-Phasen für Fußgänger so unpraktisch geschaltet, sodass man sich über die Signale hinwegsetzt. Sehr gemütlich!

Berühmte Schotten

…werden an ihren Wirkungsstätten durch eine blaue Plakette verewigt, so wie im Bildbeispiel Stan Laurel, ganz ähnlich wie das auch in Wien bei historischen Bauwerken der Stadt der Fall ist.

Ganz berühmte, bekommen ein Denkmal, wie zum Beispiel James Watt, dessen Name jedes Elektrogerät ziert.

Eigentlich verbindet man mit ihm die Erfindung der Dampfmaschine, wie uns aber unsere Führerin erklärt hat, war seine Erfindung eine Weiterentwicklung der Dampfmaschine, die zu einer höheren Effizienz beitrug.

Verpflegung

Der englische/schottische Würstelstand dürfte ein Fish&Chips-Kiosk sein und daher besuchten wir einen unter der Eisenbahnbrücke hinter unserem Hotel. Wir wählten diesen, weil man dort auch Sitzgelegenheiten hatte. Getränke gab es nur alkoholfrei, und das dürfte eine Frage der Konzession sein.

Will man ein Bier trinken, besucht man eines der prächtigen Pubs, so wie dieses hier:

340,000.000

Was wäre eine Schottlandfahrt ohne den Besuch einer Whisky-Brennerei! Also machten wir uns auf den Weg in den Westen der Stadt, wo in einem alten Pumphaus eine solche Brennerei gerade im Aufbau begriffen war. Seit einem Jahr wird dort gebrannt aber nicht verkauft, denn erst nach einer Lagerzeit von drei Jahren darf Whisky auch verkauft werden.

Das hindert das Unternehmen aber nicht, Touristen die Whisky-Erzeugung durch interessante Führungen näher zu bringen. Leider sind unsere Englisch-Kenntnisse zu mangelhaft, um alles verstanden zu haben aber wenigstens den Qualitätsunterschied zwischen einem Blended Whisky (Verschnitt mit gleichbleibendem Geschmack) und Single Malt Whisky (vorzugsweise aus einer Brennerei) glauben wir, verstanden zu haben.

340,000.000 Liter Whisky pro Jahr stellen die 111 schottischen Whiskybrennereien her, davon entfallen 10% auf Single Malt Whisky (reine Gerste als Ausgangsprodukt und nur aus einer Brennerei), der aber durch seinen höheren Preis 20% des Umsatzes ausmacht. Die restlichen 90% sind Blended Whisky, und das klingt besser als Verschnitt, ist aber genau das. Einerseits sind diese Sorten nur teilweise aus Gerste, oft auch aus Weizen oder Roggen und außerdem werden Produkte vieler Brennereien zu einem Blended Whisky gemischt, und auf eine immer gleichbleibenden Geschmack eingestellt, was bei den Single Malts nicht der Fall ist. Solche Produkte werden – ganz ähnlich wie beim Wein – mit dem Jahrgang versehen, oft sogar jede Flasche mit einer fortlaufenden Nummer.

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Alle Berichte

Reisebüro Rapid

Immer, wenn wir am Flughafen von Andy und Lukas empfangen werden, denke ich die großen organisatorischen Mühen, die unserem stressfreien First-Class-Flug-Erlebnis vorangehen. Alles ist bis ins kleinste Detail geplant, für die Auswahl der Hotels reisen die beiden schon Wochen vor dem Termin in die jeweiligen Städte, um die erforderlichen Transfers und Unterkünfte zu planen. Von all dem bemerken wir nichts. Wenn es dennoch zu Pannen kommt, sind diese für uns nur dann sichtbar, wenn sie uns in einer entspannten Atmosphäre erzählt werden. Das war bei unserer Glasgow-Reise der Fall und ich möchte Euch diese Nacherzählung nicht vorenthalten.

Die kursiv gesetzten Textstellen stammen aus Erzählungen von Andy Marek.

Randbedingungen

In den Wochen mit internationalen Spielen ist nicht nur Rapid unterwegs. Es werden europaweit Hunderte Flugzeuge gleichzeitig benötigt und das bei einer besonders in Wien eingeschränkten Verfügbarkeit, denn Niki und AirBerlin gibt es in Wien nicht mehr. Diese hohe Nachfrage nach Charter-Flugzeugen und ihre schlechte Verfügbarkeit treiben leider die Preise in die Höhe.

Rapid gehört zu den wenigen großen Fußballvereinen, die für ihre Fans solche Fahrten organisieren, also auch mit Personal des Vereins (und nicht eines Reisebüros) begleiten. Nur mehr Vereine wie Bayern oder Schalke bieten ihren Fans solche Reisen. Alle anderen Fanreisen werden über externe Reisebüros organisiert, erfolgen also unabhängig vom Verein. Rapid bedient sich zwar der Dienste von Intertravel, aber davon merkt der mitreisende Fan praktisch nichts, die Betreuung erfolgt durch Rapid.

Diese großartige Organisation wurde auch von den Vertretern der Rangers bei einem Bankett als “außergewöhnlich” gelobt, weil sie selbst wissen, wie schwierig es derzeit ist, Charterflugzeuge zu bekommen. In Postings in Sozialen Medien wird berichtet, dass man in Glasgow schon lange nicht so tolle Fans gesehen hat. (Ein bisschen lieber noch wäre uns gewesen, wenn sie dasselbe hätten von einem 1:1 am Platz berichten können – wie damals 1933.)

Details zur Fanreise

Insgesamt waren vier Flieger Richtung Glasgow unterwegs, drei aus Bratislava und einer, der Mannschaftsflieger, aus Wien mit insgesamt 189 (Wien) + 168 (ursprünglich 180) + 180 + 180  (Bratislava) = 717 Personen. Dazu kamen etwa 700-800 Einzelreisende. Viele haben das überaus attraktive Reiseziel dazu benutzt, mehr als nur Glasgow zu besichtigen und haben die Tage vor und nach dem Spiel für andere Unternehmungen genutzt. Etwa berichtet Brucki auf seinem Blog über die Spiele Aberdeen-St.Mirren und Banks O’Dee-Cove Rangers und ergänzt diese durch einen Bericht über Fußballplätze für Breitensport in Aberdeen.

Hoppalas

Einer der drei Flieger, die von Bratislava starteten, hatte ca. 90 Minuten Verspätung. Es wurde uns erzählt, dass die Rapidler während dieser Zeit in einem überheizten Raum praktisch gefangen gehalten wurden, ohne Möglichkeit, diesen Raum zu verlassen; auch keine Toilette war zugänglich. Wenn einer eine Reise tut… (Matthias Claudius, 1740-1815).

Dem aufopfernden Bemühen, allen mitreisenden Fans optimalen Support zu bieten, kann man aus jedem Satz von Andy Marek ablesen. Man weiß nicht recht, was Andy mehr Kopfzerbrechen bereitet: Organisationsfehler, die den Fan belasten oder eine Niederlage am Spielfeld. So geschehen bei den Tagesfliegern. Eine der drei gebuchten Maschinen mit einem Fassungsvermögen von 180 Personen ist wegen eines technischen Gebrechens ausgefallen. Es gab einen Ersatz, aber nur für 168 Personen. Also musste Andy es 12 dieser Fans erklären, dass sie nicht mitfliegen können. Aber wie ermittelt man die? Jeder der 180 Fans wurde von Andy persönlich kontaktiert (und das kurz vor dem Abflug) und dessen “Frustrationstoleranz” getestet. Anrufen, Frust testen, “na, Du fährst mit”, anrufen… Aber es ist schließlich gelungen diese 12 Leider-Nicht-Auswärtsfahrer zu ermitteln, wobei zufällige Erkrankungen einzelner Teilnehmer aber auch eine Kompensationszahlung durch die Fluggesellschaft an die abgewiesenen Fans die Entscheidung erleichtert haben.

Anreise

Es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, mit einem Charter-Flug mit der Mannschaft zu einem Spiel zu fliegen, noch dazu zu einem so prominenten Gegner und noch dazu mit einem neuen Trainer. Nach einem gemütlichen Frühstück im Terminal 1, geht es zum Check-In. Fernsehteams stehen “Kamera bei Fuß” und warten auf die Hoffnung Rapids: Didi Kühbauer. Wir warten brav in der Schlange. Dann kommt er, und die Kameras werden in Anschlag gebracht. Keine Chance, auch nur einen Blick auf den Trainer zu erhaschen, man muss ja auch seine Warteposition wahren. Unsere Neugier muss auch Andy Marek aufgefallen sein. Er kam plötzlich mit einem “kommt mit” auf uns zu, schob die Presseleute beiseite und verschaffte uns das Bild des Tages: Didi mit Florian.

Neuer Trainer, alter Fan, gemeinsame Hoffnungen. Exklusivfoto, vermittelt durch Andy Marek.

Man muss bedenken, dass Andy weiß Gott andere Sorgen hat als uns ein Foto zu ermöglichen, aber wenn wer fragt, warum Rapid der beliebteste Fußballklub Österreichs ist, kann er aus dieser Szene die Antwort ablesen. Komplettiert wird diese Deutung durch Andys Schilderung einiger seiner Erlebnisse mit dem Fanblock beim Rückflug.

Unsere Airline war die polnische Charterfluglinie “enter air”. Verpflegung gab es nur gegen Bezahlung, aber sowohl die Getränke als auch die Snacks sehr preiswert (Cola 1,50 Euro), jedenfalls günstiger als am Flughafen. Die Maschine war eine Boeing 737-800 für maximal 189 Passagiere. Im voll besetzen Flugzeug war die Mannschaft, die Delegation, die Pressevertreter und die Dreitages-Flieger, davon allein 95 VIP-Gäste. Wir, Arnold, Florian und Franz waren Teil der VIP-Gruppe.

Transfers

Am Flughafen von Glasgow erwartete uns Michael Federspiel, Eigentümer von Internet-Travel und dirigierte uns zu den wartenden Bussen.
Michael Federspiel wird von Elisabeth Nemec unterstützt, die für Rapid alle Flüge plant.

Hotel

Unser Hotel “motel one” lag exakt am Hauptbahnhof im Herzen der Stadt. Wegen eines Kongresses war Glasgow in diesen Tagen ausgebucht, doch dieses Hotel wurde erst in den letzten Tagen geöffnet und war daher zufällig noch nicht ganz belegt. Ein Glück!

Dass es dieses Hotel überhaupt gibt, liegt wahrscheinlich auch an der etwas anderen Bauordnung in Schottland. Das Hotel grenzt – wie auch viele andere Gebäude – fugenlos an die Gleise der Bahn:

Andy und Lukas sind beim Check-In behilflich.

Die Hotelbar des Hotels hatte 24 Stunden geöffnet; kein Nachteil!

Hier ein Blick in den etwas zu klein geratenen Frühstücksraum:

Autobus-Konvoi zum Stadion

Treffpunkt der Fans war der George-Square im Zentrum von Glasgow. Etwa 1300 Fans mussten von dort ins Stadion gebracht werden. Es wurden 22 Busse organisiert, immer mit einer gewissen Reserve nach oben, weil sich viele Einzelreisende zu dieser Gruppe unangemeldet dazugesellen. Der Fahrpreis von 5,- Euro deckt die Kosten für die Busse gar nicht ab, Rapid schießt hier noch Geld zu.

Gleich kam das nächste Problem, ein Anruf seitens der örtlichen Polizei, denn die Busse konnten nicht geschlossen kommen, das ginge verkehrstechnisch nicht, es kommen immer nur fünf Busse und dann nach einer Pause wieder die nächsten. Was zunächst als nachteilig angesehen wurde, stellte sich aber im Nachhinein als ein zufälliger Segen heraus, denn der zugewiesene Fanblock im Stadion konnte nur durch zwei Drehkreuze betreten werden und daher verringerte diese Portionierung der Fans in je 5 Busse das Gedränge beim Eingang. 

Während des Spiels ist Andys Platz der vor der Fantribüne. Seine größte Sorge ist, dass die Dinge aus dem Ruder laufen und es zu Konflikten mit den Ordnern und der Polizei kommt. Dabei sind nicht die organisierten Fangruppen wie Ultras, Lords oder Tornados das Problem, denn die sind alte Hasen und wissen genau, wo die Grenzen zum No-Go verlaufen; es sind vielmehr unorganisierte, meist junge Einzelfahrer, die im Schutze von 1.500 hinter ihnen stehenden Rapidlern als “Kraftverstärker” meinen, man müsse es den Schotten “zeigen”. Beim 1:0 für Rapid rennen sie an die Bande, so, also wollten sie auf das Spielfeld laufen und werden von pflichtbewussten Ordnern in die Schranken verwiesen, was wieder – in einem Einzelfall – dazu geführt hat, dass einer der Ordner angespuckt wurde, ein No-Go, und das natürlich nicht nur in England. Der Fan wird identifiziert und würde (normalerweise) der Polizei übergeben werden, das Spiel und die Heimfahrt fänden für ihn nicht mehr statt. Andy wirft sich in den Kampf und versucht, die Verhaftung bis nach dem Spiel aufzuschieben. Da kommt ihm ein für uns zwar sehr bitteres, in diesem Fall aber sehr hilfreiches Ereignis zu Hilfe, denn die Rangers gleichen in derselben Minute aus, was die Aufmerksamkeit der Ordner vom Rapid-Fanblock hin zum Fanblock der Rangers verlagert und die Szene irgendwie in Vergessenheit gerät…

Während wir nach dem Spiel bequem zum Hotel gefahren sind und uns ein Abschieds-Bier und einen Abschieds-Whisky in der Bar spendiert haben, begleitete Andy die Tagesflieger zum Flughafen und verabschiedete dort die Fans. Wieder ein Panne, denn einer dieser Flieger hatte eine Verspätung und die Fans mussten eine zusätzliche Stunde Wartezeit in Kauf nehmen.

Heimreise

Dass die Heimreise des Mannschaftsfliegers nicht unmittelbar nach dem Spiel, sondern erst am nächsten Tag erfolgt ist, liegt am Nachtflugverbot in Wien. Die anderen Flüge sind aus diesem Grund am Flughafen Pressburg gestartet und gelandet. Die Lärmbelästigung war aber in beiden Flugvarianten in den Nachtstunden vorhanden, nur halt anderswo. Das erinnert an den heiligen Florian, der zufällig am Spieltag, dem 4. Oktober seinen Gedenktag hatte und an das nach ihm benannte Floriani-Prinzip.

Diese Ereignisse, die uns im Motel One verborgen geblieben sind und die ich Euch hier sinngemäß weitergegeben habe, schilderte uns Andy Marek während des Fluges.


Wenn ich mich an die ersten Versuche, die Texte der Rapid-Lieder zu verstehen, erinnere, die da von “Für mi gibts nur Rapid und sunst nix aunders,, “Egal wos kummt iLebn, Rapid wirds immer gebn” uvam., berichten, kam mir das ganze irgendwie kitschig vor. Heute ist das ganz anders! Diese große Integrationskraft des Vereins, angetrieben Andy Marek, vereinigt Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen und Interessen unter dem einen “Hut Rapid”. Klar wollen wir alle gewinnen, aber noch wichtiger als der Sieg ist der Zusammenhalt, der durch diese gemeinsamen magischen Erlebnisse mit 50.000 Schotten unter einem Dach, gestärkt wird. Daaanke!

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Rangers-Rapid

3:1 (1:1)

So präsentierte sich das Stadion aus der Sicht der Haupttribüne beim Abschlusstraining.

Das historische Eingangstor ist heute noch in Verwendung:

Mannschaftsaufstellung bei Spielbeginn

Das Betrüblichste an diesem Spiel war der Umstand, dass es Rapid seit Zoki nicht mehr schafft, die Rapid-Tugenden zu leben, die da sind, in der zweiten Spielhälfte und besonders in der Rapidviertelstunde zuzulegen. Das Positive an dieser Niederlage (in der Rapid-Viertelstunde) ist, dass es Didi gleich erkannt und nach dem Spiel angesprochen hat.

Es ist ja nicht nur in diesem Spiel so gewesen, es gibt viele auffällige Beispiele für diese Tendenz. Dabei hat sich Rapid mit Toni Beretzki einem Kapazunder auf diesem Gebiet ins Betreuerteam geholt, der aber in der letzten Zeit nicht mehr am Spielfeld präsent war.

Nach meiner Ansicht müsste eine Trainingseinheit die Beanspruchung während eines Spiels simulieren und daher mit fortschreitender Dauer anspruchsvoller werden, damit die Mannschaft beim späteren Spiel mit fortschreitender Spielzeit mithalten und nachlegen kann.

Es kann aber auch sein, dass die Spieler ohnehin ausreichend fit sind und der Einbruch ein mentaler ist. Damals unter Zoki bestand vielleicht eine größere Nähe zwischen Trainer und Mannschaft und daher wurde die Zeit in der Pause für eine mentale Steigerung genutzt.

Unsere Plätze

Unsere VIP-Gruppe umfasste 95 Personen. Wir saßen im dritten Rang in den obersten Reihen in einem Block von etwa 8 Reihen mit je 12 Plätzen, umgeben von Rangers-Fans. Die Übersicht über das Spielgeschehen war prächtig, die Sitzreihen extrem aber beengt. Die Cornerfahnen und die Outlinie auf unserer Seite waren nur eingeschränkt sichtbar.

Kontrollen im Stadion

Wir kamen ziemlich spät zum Stadion. Kontrolliert wurde nur die Eintrittskarte. Kontrollen durch Security-Personal gab es keine. Das dürfte daher kommen, dass hier eventuelle Verstöße rigoros geahndet werden und daher niemand auf die Idee kommt, verbotene Gegenstände mitzunehmen. Dass eine noch teilweise gefüllte Cola-Flasche aus dem Bereich der Rangers-Fans meinen Nachbarn Paul im Gesicht treffen konnte, dürfte daran liegen, dass es in den Kiosken hinter den Tribünen nur die Flaschen aber keine Becher gibt. Die Regel ist, dass man Getränke und Speisen nicht auf die Tribünen mitnehmen darf.

Wie sich die Situation dort oben am dritten Rang entwickelt hätte, wenn es zu einem Rapid-Erfolg gekommen wäre, darüber kann man natürlich nur spekulieren. Die Lage wirkte durchaus bedrohlich, die wenigen Ordner hätten hier nicht viel ausrichten können.

Fansupport

Der Block-West präsentierte sich geschlossen und bestens organisiert in einer Stadionecke, mit einheitlichen Schals mit der Aufschrift “Come on You Boys in Green” und dem bei Spielbeginn entrollten Banner “Come on You Boys in Green”, eine für die Rangers-Fans ziemlich provokante Ansage, ist das doch eine Fangesang des Stadtrivalen Celtic (siehe Links).

Der gleich neben dem Rapid-Block anschließende Fanblock der Rangers war weit weniger gut organisiert, keine Spur von Ultras. Vor Spielbeginn wurde ein Transparent gezeigt und wurden einfache Fahnen geschwungen. Beides wurde dann bei Spielbeginn eingezogen.

Eigentlich erwarteten wir einen typisch englischen Support, eher gemäßigt. Doch das Stadion entwickelte sich zu einem Hexenkessel, weil nicht nur der Fanblock “Gas gegeben” hat sondern das ganze Stadion sich beim anlassbezogenen Support beteiligt hat. Bei gelungenen Aktionen entwickelte das Publikum einen ziemlichen Lärmpegel, der sich bei Toren zu einem gefühlten Inferno entwickelte.

In der ORF-Diskussion in “Sport am Sonntag” mit dem Titel “Wer regiert Rapid?” wurden auch Postings aus englischen Foren gezeigt, die den Wienern bescheinigten, die besten Fans einer Gastmannschaft gewesen zu sein, die man seit langem im Ibrox-Park begrüßt hat.

Old Firm

Das Stadtderby in Glasgow zählt zu den ältesten der Welt und wurde in der Saison 1890/91 erstmals ausgetragen. 413 solcher Derby gab es bisher. Das ebenfalls prominente Wiener Derby zählt um etwa 100 Begegnungen weniger, kann aber durch die Verdopplung der Anzahl der Derbys im neuen Spielmodus der Bundesliga aufholen. Das Glasgow-Derby nennt man auch “Old Firm”, wegen des auch stark kommerziellen Charakters dieses Wettbewerbs. Rangers und Celtic haben gemeinsam mehr Anhänger als alle anderen Fußballvereine in Schottland zusammen.

Links

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Rapid-Spartak

2:0 (0:0)

Die Quoten waren ausgeglichen, der Boss von Spartak forderte das Viertelfinale, Martin Stranzl meinte “Neben Moskau ist Wien ein Kindergarten”.  Nur Tschertschessow warnte: “Spartak sollte auf der Hut sein”. Rapid fühlte sich in der Rolle des Underdogs sichtlich wohl. Und es sprach fast alles gegen Rapid: Russland (Platz 6) liegt im UEFA-Country-Ranking klar vor Österreich (Platz 12). Spartak ist der größte und populärste Klub in Russland. Nun, Rapid ist dasselbe in Österreich, allerdings sind die Dimensionen doch ganz andere, ein  “Kindergarten” wie Martin Stranzl bemerkt hat. Der Marktwert des Kaders von Spartak ist mit 100 Millionen drei Mal so groß wie der von Rapid. Viele Legionäre sind im Kader. Geld spielt offenbar keine Rolle.

Dann traf ich im Stadion unseren “Käptn” Günter*) und er prognostizierte ein 2:0 oder 3:0. Ich hab’s nicht geglaubt, aber er hatte recht! Der “Kindergarten” hat zugeschlagen. Und wie!

Lediglich die Anfangsminuten gehörten Spartak. Am Anfang des Spiels muss man offenbar die Spielanlage des Gegners kennen lernen. Ist der Gegner tatsächlich stark, muss man sich defensiver aufstellen; andernfalls kann man sich mehr zutrauen. Und so war es auch, Rapid wurde spielbestimmend, nur die Torschüsse waren oft aus zu großer Distanz und zu unplatziert. Dennoch war das 0:0 zur Pause insgesamt ermutigend. Wir erwarteten zwar schon aus Gewohnheit eine schwächere zweite Halbzeit von Rapid, doch es kam anders. Rapid hatte die Platzwahl gewonnen und spielte in der zweiten Halbzeit auf den Fanblock zu und das war für den gegnerischen Tormann sicher nicht angenehm. Rapid zeigte gute Kombinationen und ging mit einem Tormannfehler nach einem Schuss von Mert Müldür in Führung.

Mein Nachbar war glücklicherweise nicht im Stadion, denn er mag unseren Kapitän nicht. Er zählt leider immer nur seine missglückten Aktionen. Als Drehscheibe im Mittelfeld verteilt natürlich jemand wie Stefan Schwab oft Bälle, hat extrem viele Ballkontakte und natürlich kommen nicht alle Pässe an. Wäre mein Nachbar aber im Stadion gewesen, hätte er den Traumpass von Stefan Schwab auf Thomas Murg gesehen, der zum 2:0 geführt hat. Viele solcher Pässe wurden schon vorher (und auch nachher) versucht; alle diese Versuche sind an der Spartak-Abwehr hängen geblieben. Nun, im Fußball fallen nicht viele Tore und wenn, dann muss eben alles passen und in diesem Fall hat alles gepasst.

Hervorheben muss man die Einsatzfreude und Schnelligkeit von Mario Sonnleitner!

Und weil’s so schön war, hier ein Bild vom Abschiedsapplaus:

Dass die Rangers im Parallelspiel in Villarreal ein beachtliches 2:2 erreicht haben, sollte Warnung genug für das Auswärtsspiel am 4. Oktober sein. Das Unentschieden bescherte Rapid zuerst einmal die Tabellenführung in Gruppe G.

Ambiente

Ein gesitteter Block-West zeigte einige Versionen einer Fähnchenchoreografie…

…mit dem Motto des Tages: “Grün und Weiß sind unsere Farben, die Geschichte geschrieben haben.” Es gab keine Sprechchöre gegen Gogo, lediglich eine Einzelaktion:

Es wurde auch keine Pyrotechnik gezündet, vielmehr gab es ansteckendes Vollgas, 90 Minuten lang.

Wir beklagen den Verlust eines Banners

Manche Menschen vertragen andere Meinungen nicht. Zum Beispiel der Block, der meint, dass im Block die einzige geduldete Politik die der Kurve wäre. Und diese Politik lautet derzeit “Gogo raus”.

Das folgende Banner “Go, Gogo go” sollte ein kleines Zeichen gegen die Irrationalitäten des Blocks sein und darauf hinweisen, dass es durchaus Menschen gibt (gar nicht wenige), die die Arbeit des Trainers sehr wohl schätzen.

Nur sind diese Menschen nicht so gut organisiert wie der Block und wollen das auch nicht sein. Etwa 60 Minuten vor Spielbeginn hing das Banner an prominenter Stelle genau an der Mittelauflage:

Irgend jemand dürfte die Blockpolitik auf das ganze Stadion bezogen haben und hat das Banner vor oder während dem Spiel gestohlen.

Hier weitere Details zum Banner: “Sündenbock Gogo”

Geselliges Treffen im Stags Head

Das Stags Head ist vor Spielen ein beliebter Treffpunkt. Hier im Bild Gernot und Hermann

… und Peter (rechts) mit Verwandtschaft-

Links


*) Günter war in seiner aktiven Zeit tatsächlich Kapitän bei der DDSG und gehört zum Vorstand des “Klub der Freunde”.

Unsere Gegner in der EL

Rapid hat sich im Play-Off gegen FCSB mit 4:3 durchgesetzt und nimmt an der Gruppenphase der Europa League 2018/19 in der Gruppe G teil.

Übersicht

                       Villarreal   Rapid Spartak Rangers 
UEFA-Rang                      23      67      81     239  
UEFA-Punkte                  55,0    19,5    15,0     3,3
UEFA-Punkte(Land)            17,4     5,3     9,0     3,8
Kadergröße                     22      28      26      25
Kader (Mio)                   193      32     100      37
BigMac ($)                    4,7     3,8     1,5     4,2
Mitglieder                 18.000  16.205
Gegründet                    1923    1899    1922    1873

Führung

Villarreal   Fernardo Roig (Präsident)
Rapid        Michael Krammer (Präsident), Mitgliederverein
Spartak      Leonid Fedun (Präsident, einer der reichsten Russen)
Rangers      AG, Rangers International Footbal Club Plc (seit 2012)

Bisherige Spiele

Villarreal 
             2015-09-17 H 2:1 EL Gruppe
             2015-11-26 A 0:1 EL Gruppe
Spartak
             1966-11-09 A 1:1 EC C Achtelfinale     
             1966-12-08 H 1:0 EC C Achtelfinale 
Rangers
             1933 A 3:3 Freundschaft
             1933 H 4:3 Freundschaft
             1964-11-17 A 0:1 EC M Achtelfinale 
             1964-12-08 H 0:2 EC M Achtelfinale

Die Spiele gegen die Rangers in der 1930er Jahren müssen legendär gewesen sein, denn die englische Presse war voll des Lobs für die Art, wie man in Wien Fußball spielt. Hier ein Artikel dazu: http://klubderfreunde.at/2009/07/rapid-liverpool-gabs-das-schon-einmal/. Hier ein Bild vom Ibrox-Park-Stadion, entnommen aus der Festschrift “50 Jahre Rapid”, Seite 18.

Wenn wir also am 4.10. in Glasgow mit dabei sein werden, dann auf genau demselben Platz, an dem die damalige Mannschaft von Rapid ein 3:3 erreicht hat.

Spiele der Gruppenphase

Trikot-Design für internationale Spiele

Heute berichtete darüber, dass das aktuelle Rapid-Trikot eventuell gegen den aktuellen Dress-Kode der UEFA verstößt: heute.at (http://www.heute.at/sport/fussball/story/Rapid-Trikot-jetzt-in-der-Europa-League-verboten-49701987)

Dazu erklärt Rapid: “Das neue Ausrüsterreglement der UEFA wurde im Juli 2018 versandt. Da Mannschaftstrikots oft (und auch in unserem Fall) mit einer einjährigen Vorlaufzeit produziert werden, ist dieses Reglement für diese Saison nicht mehr umsetzbar. Wir haben daher unsere Heimtrikot, so wie sie ist, bei der UEFA zur Genehmigung eingesendet. Von Seiten der UEFA kam keine negative Rückmeldung betreffend unserer Trikotrückseite. In weiterer Folge wurden auch schon letzte Woche die Trikotfarben für unser Heimspiel gegen Spartak bestimmt, wir spielen in unserer Heimdress.”

Platz 50 im UEFA-Ranking

Wir haben mit dem Heimsieg gegen Villarreal gezeigt, dass man durchaus auch gegen besser platzierte Mannschaften gewinnen kann und dass die Rangers derzeit weit hinter uns liegen, darf man auch nicht überbewerten, weil sie in den vergangenen Jahren nicht punkten konnten. Diese Platzierung hat ist ein Grundlage für die Qualifikation und wie wichtig das sein kann, haben wir heuer gesehen, weil wir um einen kleinen Punkt nicht in der Gruppe der gesetzten Mannschaften zu liegen kamen´und daher im Play-Off einen vergleichsweise schweren Gegner zu bespielen hatten. Es ist also für das Erreichen der Gruppenphase sehr nützlich, wenn wir mehr UEFA-Punkte sammeln.

Wie aber kommen wir weiter nach vorne? Ganz einfach, “mia miassn gwinna”.

Im heurigen Jahr haben wir bereits 3 Punkte für den Einzug in die Euro League Gruppenphase erhalten.

Nehmen wir einen schönen Fußballherbst an und seine wir ein bisschen optimistisch und orientieren uns an der vorletzten, sehr erfolgreichen Gruppenphase. Auch damals war Villarreal mit von der Partei und wir erreichten damals 15 Punkte mit 5 Siegen und einer Niederlage. In der UEFA-Wertung gibt es für 5 Siege 10 Punkte, sagen wir 8 Punkte, die zu den derzeit 19,5 dazu kommen und das wären dann 27,5 Punkte.

Mit diesem Punktestand wären wir derzeit auf Rang 47. So einfach ist es aber nicht, denn die anderen Vereine punkten ja auch. Wir können aber jedenfalls jene Vereine überholen, die in der laufenden Saison nicht mehr im Bewerb sind und das sind: Leicester City, Feyenoord, Saint-Étienne, Dnipro und Nicosia und daher würden wir mit dem Ergebnis von 2015/16 mindestens 5 Plätze aufholen und wären dann auf Rang 62.

Links

 

FCSB-Rapid

2:1 (2:0)

Einige Facebook-Meldungen nach dem Spiel lauteten immer noch “Gogo raus”. Mein Sitznachbar hat es aber ganz anders gesehen, er sagte, dass dieses Spiel eine taktische Meisterleistung unseres Trainers gewesen wäre, eine Ansicht, der ich mich viel lieber anschließe. Dass wir es geschafft haben, in der zweiten Halbzeit befreiter zu spielen und Chancen auf einen Ausgleich herauszuspielen, zeigt, dass wir uns in keiner Weise verstecken müssen und getrost “die Pampers ablegen” können – wie Gogo es formuliert hat. Die bravouröse Verteidigungsleistung nach der Einwechslung von Max Hofmann und Manuel Martic kombiniert mit den tollen Reaktionen von Richard Strebinger, alles aufgezeichnet auf einem “Schummelzettel”, der dann aber vom Gegner etwas unfreundlich dem Adressaten Stefan Schwab entrissen wurde, aber von den Spielern ohnehin instinktiv umgesetzt wurde, steht etwas im Schatten der eher unfreundlichen Kommentare der Medien.

Wir bedauern zwar das unglückliche Tor zum 2:0 kurz vor der Pause, aber wer weiß wozu das gut war. Es war nämlich – im Gegensatz zu einem 1:0  – nötig, in der Pause den Spielplan auf “offensiver” zu ändern. Wären wir dagegen mit einem 1:0 in die Pause gegangen, wäre vielleicht nichts geändert worden. Ein späteres 2:0 wäre dann möglicherweise nicht mehr zu Drehen gewesen.

FCSB

Unser Play-Off-Gegner FCSB (Steaua Bukarest) war in den 1980er Jahren ein großes Kaliber. Es war damals noch nicht die Zeit der Fußball-Oligarchen, dafür in den Warschauer Pakt-Staaten die Zeit des Staatsfußballs. Steaua war unter den Fittichen der rumänischen Armee und gewann 1986 der Europapokal der Landesmeister gegen Barcelona. Auch für die beiden anderen Vereinen aus Bukarest war vorgesorgt, Dynamo Bukarest stand unter der Patronanz der Polizei und des Geheimdienstes. Rapid Bukarest war unserem Rapid am ähnlichsten, war es doch ein Verein der Eisenbahnbediensteten.

Durch die Demokratisierung seit 1989 änderten die sich Kräfteverhältnisse im Land. Heute gehört der Verein FCSB einem gewissen George Becali, dessen Villa auf einer Prachtstraße wir bei der Stadtrundfahrt gesehen haben. Bei der Lektüre der Biografie dieses Mannes in der Wikipedia hat man den Eindruck, als wären die Anhänger von Steaua vom Regen des Kommunismus in die Traufe des Kapitalismus gekommen.

Marktwert und Monatslohn

Marktwert der Mannschaft
27 Mio FSCB
32 Mio Rapid
12 Mio Dinamo Bukarest
 1 Mio Rapid Bukarest
Monatslohn       BigMac
  527 Euro ROM   2,32 Euro ROM
2.994 Euro AUT   4,74 Euro AUT

Die Spielerwerte der beiden Teams sind ähnlich, doch sind die Lebensumstände in beiden Ländern extrem unterschiedlich. Während sich ein Österreicher von seinem Monatslohn 632 BigMac kaufen kann, sind es für einen Rumänen gerade einmal 227. Nach den Konsumerlebnissen in Bukarest kann man den Kauflraft-Unterschied etwa bestätigen.

Die Spielerwerte der beiden anderen Vereine fallen weit hinter Steaua zurück, weil sie offenbar keine fremden Geldquellen besitzen. Aus den sonstigen Einnahmen aus Vermarktung und Merchandising kann man in Rumänien nicht ausreichend viel erwirtschaften, daher wird dort Fußball – wie in anderen Ländern auch – zu einem Spielzeug kapitalkräftiger Einzelpersonen oder Firmen. Dadurch ergibt sich aber eine extreme Unsymmetrie hinsichtlich der Finanzierung von Fußball wie wir sie auch in Österreich durch Salzburg erleben.

Es spielten an diesem Tag also nicht nur zwei etwa gleich wertvolle Mannschaften, sondern auch zwei völlig unterschiedliche Fußball-Philosophien gegeneinander: die Rumänen, am Gängelband eines zwielichtigen Kapitalisten und die Wiener, als Vertreter einer immer mehr schrumpfenden Spezies eines Mitgliedervereins ohne zusätzliche Quersubventionierung.

Siegen für uns (I)

Der Sieg war also für Gogo wichtiger als er es für uns selbst war.

In einem Spruch der Fanszene heißt es: “siegen für uns!” Ja, genau! Ein Spieler spielt zwar auch für sich selbst, aber mehr noch für sein Team (Mannschaft und Trainer), für den Verein und für die Anhänger. Wie viel seiner Leidenschaft durch welchen dieser Aspekte am meisten beeinflusst wird, hängt natürlich von dem “Wohlfühlfaktor” ab, die den Spieler mit diesen Gruppen verbindet. Wenn die Anhänger sich gegen diese Verbindung stellen, indem sie einzelne Personen aus dem Team attackieren, bleiben wohl nur die jeweils anderen Aspekte über.

Was für die Spieler gilt, das gilt auch für das Trainerteam. Wenn man gegen diejenigen arbeiten muss, für die man sich eigentlich anstrengt, dann wird es zäh.

Im Fernsehkommentar erwähnte der Sprecher eine im Bild nicht sichtbare Szene, in der Fredy und Gogo auf einander zugelaufen und sich in die Arme gefallen sind. Besser kann man diese existenzielle Abhängigkeit voneinander nicht ausdrücken.

Es wird aber noch mehr solcher magischen Momente brauchen, um das – nach meiner Ansicht – vorhandene Vorurteil gegenüber unserem Trainer zu beseitigen, denn kaum war das Spiel zu Ende, meldeten sich schon wieder einige Anti-Gogo-Agitatoren in Facebook.

Siegen für uns (II)

Der Sieg für die Idee eines Mitgliedervereins war wichtiger als er es für uns selbst war.

Als ich die großspurige Ansage des FCSB-Besitzers ( “Diese Mannschaft ist zu schwach, um uns in Bukarest Probleme zu bereiten.”) gelesen hatte, wünschte ich mir den Rapid-Sieg fast schon weniger für uns selbst als gegen diese Entwicklungen im Fußball. Und in diesem Aspekt wird es wohl in der gesamten Anhängerschaft – auch im Block West – eine große Mehrheit geben.

Das Stadion

Die Arena Națională ist eines der schönsten Stadien, die wir bisher besucht haben. Dieser Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass unsere Delegation die besten Plätze bekommen hat. Wir saßen in der 14. und 15. Reihe zentral auf der Fernsehseite. Das sind normalerweise die teuersten Plätze im Stadion. Dass diese Plätze nicht durch Hospitality bewirtschaftet waren, deutet darauf hin, dass in Bukarest der Markt für solche Business-Plätze nicht groß genug ist. Versorgt wurden wir mit PopCorn, Cola und HotDogs.

Das Stadion fasst 55.600 Zuschauer, beim Spiel kamen etwa 31.000. Es war Austragungsort für das Endspiel der Europa League 2011/12 (Atlético Madrid vs. Athletic Bilbao), und es werden hier auch Spiele im Rahmen der Europameisterschaft 2020 stattfinden.

Das Stadiondach kann durch eine extrem elegante Konstruktion geschlossen werden.  Man hat den Eindruck als würde der zentral angeordnete Video-Würfel wie von Geisterhand im Raum schweben und “an den Sternen” befestigt sein. Der “Geist” ist eine fast unsichtbare Seilkonstruktion. Dass diese Konstruktion so wenig auffällt, wird durch ein sehr leichtes Foliendach, das etwa wie ein Zirkuszelt von der Mitte ausgehend entfaltet werden kann, ermöglicht.

Unmittelbar in der Reihe vor uns saß die Schwester unseres Andrei Ivan.

Choreografie

Eindrucksvoll die Choreografie des Fanblocks in den Rapid-Farben, gebildet aus einheitlichen Rapid-Schals in den Rapid-Farben.

Aus der Choreografie der Gastmannschaft wurden wir nicht so recht schlau. Man titelte: “Valencia, Rapid Viena, Ajax Amsterdam”.

Ungerechter Fußball

Es wird immer davon gesprochen, dass sich im Laufe der Zeit durch die Zufälligkeit der Auslosungen das Losglück auch denjenigen zuwendet, die davon bisher verschont geblieben sind. Und das ist auch sicher richtig, allerdings nur wenn man lange Zeiträume und damit viele Ziehungen/Versuche betrachtet. Die Auswahl der Gegner bei der Europa League hat Rapid bisher wenig von dieser ausgleichenden Gerechtigkeit geboten. Zwei Mal hintereinander Aston Villa, jetzt zwei Mal Villarreal. Wir fahren ja eh gerne nach Spanien aber es gibt dort auch noch andere Gegenden, die man bereisen könnte. Aber nein, wir müssen schon wieder diese Paella essen, die so ganz und gar nicht nach dem Geschmack von uns Wiener Bauern ist, die das nicht essen wollen, was sie nicht kennen. Wir werden einfach nicht alt genug, um die Gerechtigkeit des Zufalls kennen zu lernen! Gut, vielleicht sind die Rangers so etwas wie ein Stück dieser zufälligen Gerechtigkeit. Auf nach Schottland!

Bukarest

Unsere mit Rapid sehr weit gereiste Friederike kennt Bukarest bereits von den Spielen gegen Petrolul Ploesti im Jahr 1995. Sie erklärte uns, dass sich die Stadt seither enorm verändert hat. Hätte man damals noch von “Balkan” gesprochen, ist es heute eine interessante städtebauliche Mischung der verschiedenen Entwicklungsepochen des Landes Vom Sultanat (bis etwa 1800) über das Königreich (1881-1914) unter Carol I., und seine Sohn Mihai I. (1927-1947), der Volksrepublik (bis 1989) und der Demokratie (bis heute). Das Stadtbild präsentiert sich durch die Investoren aus aller Welt ähnlich bunt wie andere europäische Metropolen auch. Kaum eine Marke, die sich nicht im Stadtbild auffällig positioniert und damit die typisch kommunistischen Bauwerke kontrastiert.

Bukarest ist praktisch gleich groß wie Wien, hat also 1.8 Millionen Einwohner. Während aber Wien hauptsächlich im 19. Jahrhundert gewachsen ist, erfolgte dieses Wachstum in Bukarest im späteren 20. Jahrhundert und entsprechend verschieden sind auch die Baustile. Interessant ist auch, das Bukarest mit etwa 200 Quadratkilometern nur halb so groß ist wie Wien und daher auch eine doppelt so große Bevölkerungsdichte hat. Allerdings ist das nur eine Rechengröße, die dadurch entsteht, dass es in Wien innerhalb der Stadtgrenzen sehr viel Grünland gibt und daher die eigentliche Wohnfläche in Wien viel kleiner ist.

Wer hätte gedacht, dass ein Besuch in Bukarest mehr an Paris erinnert als an den Balkan! Bukarest wird auch “Micul Paris” (=”Kleines Paris”) oder “Paris des Ostens genannt. Die Anlage der Straßen ähnelt dem Konzept der Boulevards in Paris. Dem nicht genug, gibt es auch einen Boulevard, den “Bulevardul Unirii”, der dem großen Vorbild, der Avenue des Champs Elysées nachempfunden ist, zumindest, was seine Abmessungen betrifft, übertrifft er doch sein großes Vorbild sowohl in der Länge als auch in der Breite.

Natürlich heißt die U-Bahn in Bukarest nicht einfach nur “U-Bahn”, in Anlehnung die Londoner “Underground”, sondern sie heißt “Metro”, dem Pariser Beispiel folgend.

Es gibt sicher noch viel mehr an Gemeinsamkeiten zwischen Paris und Bukarest, aber eine besonders auffällige Parallele möchte ich erwähnen: es ist die Art, wie in Bukarest die Straßen kennzeichnet sind. Die Farb- und Formgebung ist praktisch mit dem Pariser Vorbild ident…

 

…nur das “Arrondissement” heißt in Bukarest “Sector”.

Stadtrundfahrt

Christian, unser Guide während der Stadtrundfahrt sagte, dass die gemeinsame Sprache die Basis für das Land wäre. Rumänisch ist eine ostromanische Sprache, die auf die Zeit der Romanisierung durch die Römer zurück geht.

Genau genommen sahen wir zwei Aspekte der Stadt:

  • “Wie leben die oberen Zehntausend”
  • “Wie was es früher”

Im ersten Teil sahen wir zum Beispiel die Villa unseres Gastgebers, des Besitzers von FCSB, an einem Prachtboulevard gelegen.

(Stell Dir vor, Du bist reich und wohnst dann vielleicht neben ihm. Das sind Aussichten!). Wir machten eine Rundfahrt durch die Gegend der “Neuen Reichen”, also zu den Gewinnern in der neuen Gesellschaftsordnung. Dann sahen wir auch die Wohnblocks der “Nomenklatura”, also jener Schicht, die im kommunistischen System gleicher als alle anderen war.

Natürlich sahen wir auch die Repräsentationsbauten der jeweiligen Epochen bis zum geradezu unappetitlich großen Anwesen des heutigen Staatspräsidenten und auch eines der größten Gebäude der Welt, den Parlamentspalast, für den ganze Stadtteile  (ein Dutzend Kirchen, der Synagogen und Teile der Altstadt) Platz machen mussten. Der britische Historiker Tony Judt sah den Palast als „eine monströse Metapher für maßlose Tyrannei“.

Die Stadt ist voll mit Gotteshäusern der verschiedensten Epochen. Man ist tolerant gegenüber den Religionen, der Staat selbst ist säkular. Warum dann aber ein säkularer Staat am Gelände des ohnehin schon krankhaft großen Präsidentenpalasts eine ebenfalls krankhaft große Kirche errichtet, ist unklar und zeigt einen gewissen Hang zum Übertreiben.

Hier unsere Gruppe am Triumphbogen, der aus Anlass der Staatsgründung des modernen Rumänien in Anlehnung an der Arc de Triomphe in Paris gestaltet wurde. So wie in Paris könnte man auch diesen Platz als “Etoile” (“Stern”) bezeichnen, weil hier viele Straßen sternförmig zusammen laufen.

“Dracula”

Ein Besuch in Rumänien, ohne Geschichten über den Grafen “Dracula” mitzunehmen, wäre eine halbe Sache. Dieses Bild des Grafen stammt von Schloss Ambras in Tirol (16. Jahrhundert).

Von Anonymhttp://neuramagazine.com/dracula-triennale-di-milano/ image, Gemeinfrei, Link

Bei unserer Stadtrundfahrt durfte auch “Dracula” nicht fehlen, der in unseren Köpfen mehr als Filmfigur, denn als historische Persönlichkeit verankert ist. In Rumänien sind Vater Vlad II. und Sohn Vlad III. (“Drăculea”, * um 1431) Volkshelden. Der Beiname kommt wahrscheinlich von ihrer Mitgliedschaft im Drachenorden. Da aber “drac” im Rumänischen “Teufel” bedeutet, wurde der Name auch als “Sohn des Teufels” gedeutet. Es gibt aber auch durchaus positive Zuschreibungen, die etwa wie “Teufelskerl” lauten. Durch seine Vorliebe, die Gegner durch Pfählung hinrichten zu lassen, hatte er den weiteren Beinamen “Tepes” (“Pfähler”). Man sollte sich aber durch diese politisch motivierten Zuschreibungen nicht davon irritieren lassen, dass dieser Vlad III. mit einer Armee von 40.000 Mann eine osmanische Übermacht von 200.000 Mann geschlagen und damit die Islamisierung der Region Einhalt geboten hat.

“Kabelbaum”, aber richtig

Elektrisch angehauchte Handwerker wissen, was ein “Kabelbaum” ist. Das sind ordentlich gebündelte Kabel in Geräten oder Schaltschränken oder Kabelschächten, jedenfalls sind Kabelbäume normalerweise für den Endverbraucher unsichtbar. Bei der Fahrt durch die älteren Stadtteile fällt auf, dass jüngere elektrische Infrastruktur offenbar aus Kostengründen auf Pfeilern und im Aufputz-“Verfahren” angebracht ist.

Das ist aber in den neu konzipierten Stadtteilen nicht der Fall.

Stadtspaziergang

Unsere Spaziergänge führten uns in die engen Gassen der Altstadt, die von unzähligen Lokalen gesäumt sind; eine Art überdimensionales Wiener Bermuda-Dreieck. Es gibt dänisches, englisches und auch heimisches Bier. Welches dieser Lokale man schließlich auswählt, bestimmt das Aussehen der jungen Damen, deren Dienste sich diese Lokale versichern. Die Damen laden zum Besuch in diesen Lokalen ein.

Es wurden uns auch weitergehende Dienste angeboten, aber wir waren ja nicht zum Spaß in Bukarest, sondern wir waren irgendwie “im Dienst der Fußballs”, also kam so etwas nicht infrage.

Rapid-“Bistro”

Am ersten Tag genossen wir das bunte Treiben bei zwei Krügeln lokalen Ursus-Biers, und es gibt keine Notwendigkeit eines der ausländischen Biersorten zu wählen, das Ursus traf genau unseren Geschmack. Schon am Nachhauseweg dann aber die Sensation. Wir fanden ein Lokal, das sich die Mühe gemacht hat, alle Tische mit dem Rapid-Wappen zu bekleben. Leider mussten wir am ersten Tag zum Abschlusstraining, denn wir waren ja “im Dienst” aber wir versprachen, am Spieltag wieder zu kommen.

Im Bild Florian und Arnold mit der “Touristenfängerin”, daneben wird gerade der Rapid-Tisch fertig gestaltet.

Ich habe bei allen unseren Stadtwanderungen keine FCSB-Fans gesehen. Möglicherweise sind diese Innenstadtzonen nur etwas für Fremde, das von den Einheimischen aus Kostengründen eher gemieden wird.

Versprochen, gehalten! Nach der Stadtrundfahrt fanden wir uns zu einem Mittagessen in eben diesem Lokal ein, und wir waren natürlich nicht die Einzigen, auch die FloTown-Boys, das Team des Rapid-Wirts Charly Wendtner und das ganze Klubservice-Team (Lukas, Martina, Robert, Gernot, Andy) bevölkerten die umliegenden Rapid-Tische. Auch am Fernseher wurde das Rapid-Logo eingeblendet und als die Stimmung ihren Höhepunkt erreichte, spielte der Wirt die Rapid-CD, die von allen begeistert mitgesungen wurde. Einfach sensationell!

VIP-Reise

Etwa 40 Rapidler buchten die Zweitages-Fahrten nach Bukarest. Die VIP-Variante war durch ein besseres Hotel, durch eine zusätzliche Stadtrundfahrt und durch die Reiseleitung aufwertet. Leider konnten wir diesmal wegen der Verhältnisse bei den Fluggesellschaften nicht mit der Mannschaft fliegen. Unser Hotel war das Sheraton.

Klimatisiert, Minibar, bestes Frühstück. Unser Reiseleiter war wie immer Lukas Marek, dessen Umsicht und auch Durchsetzungsvemögen an den verschiedenen Schnittstellen (Hotel, Flughafen, Stadion) nicht genug lobend hervorgehoben werden kann. Wir bedanken uns für dieses Engagement. An einer dieser Schnittstellen, nämlich jener zu den Tickets, kam es zwischen Vater und Sohn zu einem Konflikt, weil – wie wir wissen – Andy Mareks ein Perfektionist ist. Was auch hier bemerkenswert war, mit welcher Professionalität Lukas diese Situation verarbeitet hat. Niemand hat diesen Konflikt bemerkt. “Sei net so streng Andy, Lukas war einfach perfekt!”

Bilder

Unsere Bilder sind in folgende Abschnitte unterteilt

  • Abschlusstraining (31)
  • FCSB-Rapid (76)
  • Altstadt (48)
  • Hotel (23)
  • Kabelsalat (14)
  • Rapid-Bistro (23)
  • Stadtrundfahrt (44)

Links

Rapid-FCSB

3:1 (2:0)

Der Schiedsrichter William Collum aus Schottland ist ein alter Bekannter. Er hat auch schon das Heimspiel gegen Ajax (2:2) geleitet.

Das 3:1 als Ergebnis nehmen wir gerne an, es hätte auch ganz anders ausgehen können. Dank der Glanzparaden von Strebinger wurde es ein Sieg, Dank irritierender Sprüche zur Unzeit gab es vielleicht ein Gegentor*), denn wer weiß schon, woher Unaufmerksamkeit herkommt, die zum Stellungsfehler beim Gegentor geführt haben? Zum Beispiel, weil die Gedanken anderswo spazieren gehen. Es ist schade, dass die drei Großchancen von Deni Alar unbelohnt geblieben sind. Aber auch der für ihn eingewechselte Ivan war letztlich glücklos, was den Torerfolg betrifft.

Choreografie

Was nützt eine schöne Choreografie, “1988 geboren, niemals Ehre und Stolz verloren”,

was nützt der tolle Support, wenn man unbedingt in das ohnehin derzeit etwas instabile System “Rapid” hineinregieren will und damit weitere Nervosität auslöst, die – so wie in diesem Fall – durchaus auch spielentscheidend sein kann.

Das Spruch “Wenn das Präsidium schweigt, muss die Kurve lauter werden. Gogo raus!”, unterzeichnet von den großen Fangruppen wurde ausgerechnet beim Spielstand 2:0 für Rapid aufgezogen. Es kommt einem vor, wie wenn ein Autor sein erstes Theaterstück verfasst und eine Nebenhandlung einbaut, die der sonstigen Handlungsdynamik entgegen gerichtet ist. Es gab auch prompt vereinzelte Pfiffe von der Allianz-Tribüne, weil dieser Spruch rein gar nicht zum Geschehen gepasst hat.

Wenn wird ein Trainer gekündigt?

Eine Trainerkarriere bei einem Fußballverein ist eine kurzlebige Beziehung. In der Regel ist es Erfolglosigkeit, die einen Trainerwechsel zur Folge hat, doch wie wir bei Zoki gesehen haben, können es durchaus auch andere Gründe dafür geben. Rapid ist aus dieser Zeit ein “gebranntes Kind” und wird sich hüten, wegen einer Niederlage in Linz den Trainer zu wechseln. Kann man nicht etwa anerkennen, dass ein “Dorfklub” – wie es der WAC in den Augen des Block West ist – eine Mannschaft aufgestellt hat, die so gut ist, dass sie in Hütteldorf ein 0:0 erzielt? Dieser WAC hat die Austria besiegt und in Mattersburg dafür gesorgt, dass der dortige (im Vorjahr sehr erfolgreiche) Trainer gehen musste. Wo ist das Problem für dieses Unentschieden?

Nüchtern betrachtet

Betrachten wir die jeweils letzten 10 Bewerbspiele der Rapid-Trainer

SUSNU.NSNUU 1,3 Matthäus
NNSUN.SUNUS 1,2 Hickersberger
NNUSN.SNSUS 1,4 Zellhofer
NUUSS.NSUNN 1,2 Pacult
NSUSZ.UNUUN 1,0 Schöttel
SUSNS.SUUNN 1,5 Barisic
NUSSN.UUNNU 1,0 Büskens
NSUUN.NNUUN 0,7 Canadi
SNSUN.USSUS 1,6 Djuricin

Man wird einwenden, dass bei den Bewerbspielen auch die Cup-Spiele und die internationalen Spiele dabei sind. Ja, daher hier auch die jeweils letzten 10 Ligaspiele der Rapid-Trainer

SUSNU.NSNUU 1,3 Matthäus
NSUSU.USSNN 1,5 Hickersberger
NNUSN.SNSUS 1,4 Zellhofer
NUUSS.NSUNU 1,3 Pacult
SUSZU.NUUNN 1,0 Schöttel
SUSNS.SUUNN 1,5 Barisic
NSNUN.USUUU 1,1 Büskens
NUUNN.NUUNS 0,7 Canadi
NUUSU.SNSNS 1,5 Djuricin

Hickersberger hat demnach bei Ligaspielen einen besseren Schnitt, weil die damaligen Niederlagen in der Champions-League wegfallen und Djuricin verschlechtert sich im Punktestand geringfügig. Wir wissen aber, dass Pepi Hickersberger nur mit Wehmut verabschiedet wurde und dass die Kündigung von Zoki mit demselben Punkteschnitt von 1,5 erfolgt ist also bei demselben Punktestand wie eben jetzt von Gogo. Kein einziger Trainer vor Gogo ist mit einem Punktekonto von 1,6 “gegangen” worden.

Meine Schlussfolgerung aus diesen Zahlen ist, dass es die erreichten Punkte nicht sein können, die den Block Gogos Abgang fordern lassen. Es gibt neben dem Erfolgsverlauf auch noch eine tiefer sitzende Abneigung gegen Gogo, die man in diversen Posts in Foren und WhatsApp-Nachrichten als eine Abneigung gegen

  • einen Trainer ohne (ausreichende) Rapid-Vergangenheit,
  • einen Trainer aus der Regionalliga (mangelnde Kompetenz) und
  • einen Trainer mit Migrationshintergrund

bezeichnen kann, kurz eine Art Vorurteil mit rassistischen Anstrich.

Links


*) “Wenn in China ein Fahrrad umfällt…” ist so ein Sager, der zum Ausdruck bringen will, dass etwas Irrelevantes geschieht, das scheinbar zu unserer eigenen Welt keinerlei Zusammenhang hat. Spätestens seit der Entdeckung der Chaostheorie wissen wir aber, dass Zufälliges in der Vergangenheit sehr wohl spektakuläre Ereignisse in der Gegenwart auslösen kann und es auch immer so passiert. Alles rund um ein Fußballspiel beeinflusst; sei es die Wahl des Schiedsrichters, sei es die Schnelligkeit, mit der die Ballkinder den Ball zurück ins Spiel bringen oder eben ein Transparent, das in den Köpfen der Akteure vom Wesentlichen ablenkt. Dieses Transparent hatte einen massiven Einfluss auf das Geschehen. Wäre es nicht gezeigt worden, hätten wir ein anderes Ergebnis erlebt. Leider weiß niemand, welches das gewesen wäre. Die Behauptung, es hätte ohne Transparent kein Gegentor gegeben, ist natürlich nicht beweisbar, aber einen positiven Einfluss auf das Geschehen möchte ich ihm absprechen.

 

Slovan-Rapid

2:1 (1:1), 9500, Pawel Raczkowski

Dieser Pawel Raczkowski hat schon die Partie Villarreal-Rapid (1:0) gepfiffen. Und auch bei seinem zweiten Spielleitung eines Rapid-Spiels sollte es eine Niederlage für Rapid geben.

Es gab erst zwei Duelle mit Slovan und bei beiden wurde das Auswärtsspiel verloren. Dennoch ist Rapid bei beiden aufgestiegen. Wollen wir also hoffen, dass es auch bei dieser dritten Begegnung gelingt.

Mit ein bisschen Glück hätte das Spiel – wie so oft, oder eigentlich immer – auch ganz anders ausgehen können. Dass ein Torschuss von Knasmüllner von der Mittellinie den gegnerischen Tormann bei einem Ausflug erwischt hat, dann aber genau an die Latte ging, gehört in diese Kategorie “Pech”. Dass ein Elfer vergeben wurde, gut, das kann passieren; dass aber der Nachschuss hinter der Linie zu liegen kam, von dort abgewehrt wurde und dieser Treffer nicht gezählt hat, ist auch so eine Zufälligkeit zu unseren Ungunsten. Der Gegentreffer entstand aus einem Corner, der durch eine schlampige Rückgabe von Boli zustande kam. Dass der Führungstreffer von Slovan durch ein Eigentor entstanden ist, ist auch so ein entbehrliches Detail aus der Kategorie: “muss denn das sein?”.

Wenn man aber beginnt die Ursachenkette vor einem Tor zurückzuverfolgen, dann ist in gewisser Weise jeder Spieler an allem Schuld. Lassen wir das eben. Es ist, wie es eben ist, unwiederholbare systematische Aktionen, die durch die Reaktion de Gegners einen höchst zufälligen Verlauf nehmen. Der einen Tick schneller und dabei richtig reagiert, hat in diesem Chaos die Nase vorn.

Wäre das Spiel also 2:2 ausgegangen, wären alle Kommentare der mitgereisten Fans ganz anders ausgefallen. So aber meinen viele der Mitgereisten, Anhänger einer Versagertruppe zu sein. “Danke für nichts!” ist so ein typischer Kommentar. Ein mitgereister Rapid-Fan sagte es positiv: “Man muss anerkennen, dass Slovan in der zweiten Halbzeit einfach besser war”.

Für mich typisch sind folgende Situationen: eine Flanke kommt, der Rapidler, der den Ball eigentlich annehmen soll, bleibt stehen und wartet auf den Ball, währenddessen der Gegner sich in die Flugbahn wirft und den Ball abfängt. Hätte sich unser Spieler in Richtung Ball bewegt, wäre es zu einem Zweikampf mit ungewissem Ausgang gekommen. So aber kam es zum Ballverlust.

Was sich aber wie ein roter Faden durch die letzten Spiele zieht, ist die Schwäche in der zweiten Halbzeit. Man könnte annehmen, dass es sich um einen körperlichen Einbruch handelt, doch dürfte es eine momentane Unfähigkeit sein, die Konzentration über 90 Minuten auf einem gleichmäßig hohen Niveau zu halten.

Die meisten Fans sehen im Spiel gegen Slovan ein Versagen der eigenen Mannschaft und des Trainers. Ein Blick auf die anderen Spiele lohnt sich, um beurteilen zu können, wie stark eigentlich die slowakische Liga ist. Am selben Tag spielte Trencin gegen Feyenoord und gewann 4:0, und Trencin ist derzeit 5. in der slowakischen Super Liga. Slovan ist also ein sehr starker Gegner und aus dieser Sicht haben wir ein ansehnliches Ergebnis nach Hause gebracht, das noch gute Chancen für einen Aufstieg bietet.

Ambiente

Die Anreise war wegen der sorgfältigen Organisation des Klubservice sehr angenehm. Die angekündigten strengen Kontrollen waren schließlich nicht ganz so streng, etwa wurde kein Ausweis verlangt, die Eintrittskarte wurde nicht kontrolliert. Auch den Fotoapparat hätte ich mitnehmen können, doch ließ ich ihn auf Anraten unserer Betreuer im Autobus.

Die Öffnung der Rapid-Garage war sehr praktisch. Auch der Garage dürfte es gefallen haben, dass sie so gut besucht war und beschloss daher beim Hinausfahren, die Tore nicht aufzumachen. Erst durch eine Intervention von Robert, Gernot und Andy konnten die Garagentore geöffnet werden. Auch die Fahrt durch das nächtlich verkehrsarme Wien war ein seltenes Erlebnis.

Das Stadion aus dem Jahr 1962 mit Renovierungen aus 2009 kann sein Baujahr nicht verleugnen. Die Südkurve des Stadions war zwar aus Sicherheitsgründen unbesetzt aber das Spiel war mit fast 10.000 Zuschauern gut besucht.

Ordner im Stadion arbeiten freiwillig (“dobrovol’ný”).

Die slowakische Polizei hat unsere Anreise perfekt geplant. Die Busse wurden ab der Grenze eskortiert und die Autobahneinmündungen wurden auf allen Zubringern abgesperrt. Es gab keinerlei Zwischenfälle.

Der Rapid-Fanblock zeigte sich von seiner besten Seite. Es gab besten Pro-Rapid-Support und eine sehr schöne Eröffnungschoreografie der Tornados: “Rapid erobert Europa”.

Erinnerungsfoto mit Janine, Peter, Arnold und Florian

Die Burg in der Abendsonne, leicht verdeckt von der Apollo-Brücke:

Der Autobuskonvoi unmittelbar vor dem Stadion:

Links

Slovan-Rapid in Zahlen

Spielerwerte

Vergleicht man die Spielerwerte der teuersten Startelf von Rapid und Slovan, spielt hier David gegen Goliath, denn Slovans teuerste Startelf hat einen Wert von 6,25 Mio € und die teuerste Startelf von Rapid einen Wert von 32 Mio €.

Es wäre aber verfehlt, diese Zahlen als ein Leistungsmaß zu verwenden, weil sie aus verschiedenen Wirtschaftszonen stammen. Einen besseren Vergleich bekommt man , wenn man diese absoluten Zahlen relativiert und auf das Lohnniveau der beiden Länder bezieht. Tut man das, schaut der obige Vergleich gleich ganz anders aus.

Aus einer Umfrage von Statista über den Bruttmonatsverdienst ergibt sich:

Durchschnittslohn

2.994,- €  Österreich
  942,- € Slowakei

Das Durchschnittslohn in Österreich ist also um den Faktor 3 (!) höher als in der Slowakei. Umgerechnet auf das Slowakische Lohnniveau wäre der Kaderwert von Rapid nur etwa 10 Millionen und der Unterschied wäre nicht ganz so groß.

Preisniveau

Als fallweiser Besucher der Slowakei wundern mich die dortigen Preise. Viele Waren und Dienstleistungen empfinde ich als ähnlich teuer oder etwas günstiger als in Österreich. Aber um wie viel teurer müssen diese Angebote für die Slowaken selbst sein!


Von Šimon ŠkulaEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

UEFA-Ranking

Platz Punkte Landespunkte
  176  6,000 2,650 Slovan
   70 18,500 5,090 Rapid

Dieser Vergleich geht deutlich zu Gunsten von Rapid aus, doch beruhen diese Punkte und Platzierungen auf Ergebnissen vergangener Jahre und genaugenommen zählt das bei einem konkreten Spiel gar nicht, es ist bestenfalls eine grobe Orientierung. Dennoch sollte Slovan keine unüberwindliche Hürde darstellen.

Aber was diese Vergleich wert sind, werden wir erst heute Abend wissen.

Rapid-HSV

1:2 (0:1)

19:00, Grobelnik, 10.700

Wir sahen ein flottes Spiel mit gutem Angriffspressing bei Rapid.

Die Altlasten aus Andy Müllers Zeiten sind Geschichte, das neue Team kann sich sehen lassen. Hoffentlich bleibt die Freude am Spiel so erhalten wie bei diesem Testspiel. Ich war selten so zuversichtlich nach einer Niederlage, denn die gebotenen Kombinationen und auch der Auftritt der Neuzugänge waren durchaus erfolgversprechend. Am auffälligsten waren für uns Ivan, Kostic, Knasmüllner und Potzmann. Berisha war sehr bemüht.

Ein Gegentor durch Überheblichkeit

Dass wir das Spiel schließlich mit 2:1 verloren haben, verdanken wir einem unerklärlichen Übermut von Richard Strebinger – und das nicht zum ersten Mal. Dass er bei massiver Präsenz des Gegners vor dem eigenen Strafraum versucht, mit einem kurzen Pass einen Mitspieler zu erreichen – unter dem Motto “des schoff ma scho” – fühlt sich an, als hätten wir gegen Untersiebenbrunn gespielt (den Verein gibt es nicht mehr). Dieser Versuch ist prompt daneben gegangen und die Folge war ein schwer zu verteidigendes Gegentor bei Überzahl des Gegners.

Wenn das in Kufstein passiert und die Kufsteiner danach auf Beton umstellen, dann schau ma wieder blöd. Gut, Kufstein wird kein so freches Angriffspressing spielen, aber irgendwie werden ja die Spiele doch verloren, die verloren werden.

Richard und sein Kollege Tobias leisten sich auch immer wieder Ausschüsse, die postwendend zu Angriffen des Gegners führen, weil sie ziemlich ungenau sind, etwa so ungenau wie der Schussversuch von Martic in die Wolken.

Der Übermut sollte doch vom Sturm Richtung Verteidigung abnehmen – sollte man meinen – hat aber bei Rapid beim Tormann-Spiel unerklärliche Höhen. Vielleicht ist das einfach deshalb, weil die Torleute zu wenig beschäftigt sind und zeigen wollen, dass sie doch auch etwas können.

Rückblick auf den 17.9.2009

Eine der Fragen beim Rapid-Quiz beim Tag der offenen Tür waren die Torschützen beim legendären 3:0 gegen den HSV von 9 Jahren. Es waren Jelavic, Hofmann und Drazan und der Kandidat hat es gewusst. Keiner der Spieler von damals war aber heute dabei, Steffen Hofmann hätte es fast geschafft. Mario Sonnleitner hätte dabei sein können, war aber damals noch bei Sturm unter Vertrag. Aber wir werden sicher am kommenden Sonntag einige begrüßen können, die damals dabei waren, etwa Branko Bošković oder Stefan Kulovits.

Viele HSV-Fans

Nicht nur im Gästesektor, sondern auch in den Reihen der Allianz-Tribüne konnte man beachtlich viele HSV-Fans sehen, jedenfalls mehr Auswärtsfans als bei so manchem unserer Bundesliga-Gegner.

Kleines Rapid-Dorf

Das kleine Rapid-Dorf hinter der Allianz-Tribüne wurde schon gut angenommen. Schön gemacht!

Lüftungen von der Fertigstellung

Auch die Lüftungen im Dach sind schon im Werden:

Werbebande bei Testspiel

Wenn man – wie bei diesem Testspiel – Herr im eigenen Stadion ist, kann man auch Richtung Allianz-Tribüne Werbebanden aufstellen und das ist bei diesem Spiel auch geschehen:

Massive Polizeipräsenz, dezent untergebracht

Man weiß ja nie, wie Fans sich verhalten und daher sorgte man vor:

Wir wünschen unserem Gegner eine gute Heimfahrt und natürlich einen raschen Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse!

Achtung Rapid-Mari€ umbuchen

Als Muffel von Einkaufskarten habe ich es begrüßt, dass man die Rapid-Mari€ auch auf die Abo-Karte laden kann. Aber nach der Zusendung der neuen Karte muss man sich den Geldbetrag von der alten auf die neue Karte umbuchen lassen, sonst verdurstet man im Stadion! Daher nicht vergessen, die alte Karte für den Übertrage mitzunehmen.

Links


Nachtrag

Links (Tag der offenen Tür)