Rapid-Sturm

1:1 (1:0)

Dieses Unentschieden ist ein klarer Erfolg für die Gäste und eine nahtlose Fortsetzung der Heimschwäche unserer Mannschaft, begleitet von einer neuerlichen Serie eigenartiger Entscheidungen von Schiedsrichter Altmann, gekrönt von einem nicht gegebenen Elfer wegen Handspiels in der zweiten Hälfte, in Anlehnung an eine gleichartige Szene im vorjährigen Playoff gegen Sturm.

Die Verletztenliste wuchs um gleich drei Spieler an: Barac, Auer und Stojkovic.

Rapid im oberen Mittelfeld

Die Tabelle zeigt ein deutlich zweigeteiltes Feld, weil der Abstand zwischen der Meistergruppe und der Qualifikationsgruppe schon 8 Punkte beträgt. Die Meistergruppe ist mit 15 Punkten Abstand zwischen Erstem und Letztem mehr gespreizt als die Qualifikationsgruppe, die nur einen Abstand von 6 Punkten aufweist.

Ambiente

Das “Go West” kündigte ein Treffen mit dem Team “Grün-Weiß” an; viele Gäste waren aber um 15:30 nicht vor Ort.

Die Buchmacher waren mit Alfred Tatar einer Meinung: klarer Favorit ist Rapid, unter dem Motto: “irgendwann muss doch den Grün-Weißen der Knopf aufgehen.”

Kurz nach Einlass um 15:30 finden sich immer zwei Spieler auf der Nordtribüne ein, um Autogramme zu geben. Heute waren es die Angeschlagenen Leo Greiml und Dalibor Velimirovic

Zunächst verabschiedeten sich die Spieler mit einem Spruchband von Präsidenten Michael Krammer.

Bei Spielbeginn erlebten wir eine Solidaritätsaktion mit dem schwer verletzten Philipp Schobesberger. Alle Spieler trugen ein grünes Trikot mit dem Text “Gute Besserung, Schobi!” und auf der Rückseite die Rückennummer 7.

Dann startete die Choreografie mit dem Untertitel “Aus den Steinen, die man uns in den Weg legt, haben wir unsere Kathedrale errichtet.” Ein tribünengroßes Bild wurde bis zum Stadiondach hochgezogen. Es zeigte eine Mauer mit zwei Jugendstilsäulen, deren Kapitell mit dem goldfarbenen Schriftzug “ACAB” versehen war. Zwischen den Säulen und an den Rändern befanden sich drei riesige durchscheinende Glasfenster mit den Motiven “Emoji Grober Spaß”, “Ultras-Indiander” und “Rapid-Wappen”. Sehenswert war, wie es gelungen ist. die Glasfenster in prächtigen Farben und durchscheinend erscheinen zu lassen, ganz im Stil gotischer Kathedralen. In der Nahaufnahme des Schriftzugs “ACAB” konnte man die Pinselstriche der Gestalter erkennen. Sehenswert!

Mit dem Banner “Danke für alles, groda Michl!” verabschiedete der Block Präsidenten Michael Krammer.

In der Rapidviertelstunde titelte man “Alle zur Hauptversammlung!”.

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Sturm-Rapid

0:1 (0:1)

Es war schon wieder ein Sieg von der Sorte, bei der man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Aber die Mitfahrer im Rapid-Bus waren sich darüber einig, dass die drei Punkte das Wesentliche sind. Doch mit zufälligen Siegen wird es nicht leicht sein, sich an der Spitze zu halten.

Spielbeginn bei 33 Grad

Wir Zuschauer wollen natürlich immer mehr – oder besser weniger, nämlich weniger Fehlpässe. Und dabei meinen wir nicht jene, die in einer Situation der Bedrängnis zustande kommen oder dadurch, dass ein gut gemeinter Pass von einem schnell schaltenden Gegenspieler abgefangen wird, etwas, das sehr schwer vorauszusehen ist. Es sind Situationen, in denen Zeit genug wäre, den nächsten Spielzug zu überlegen. Warum in solchen Situationen Bälle auffällig oft genau zum Gegner gespielt werden, ist ein Rätsel, mit dem sich Psychologen beschäftigen sollten. Es kann ja sein, dass wir uns zu wenig in die Fußballer hineinversetzen können, denn immerhin rinnt uns das Wasser eher nur die Kehle hinunter und nicht am ganzen Körper.

Warum es schon wieder einreißt, dass die zweite Spielhälfte zu einer gefühlten Zitterpartie wird und dass man die Stärken einer guten Kondition nicht ausspielen kann, macht Rapidler, die die Rapid-Viertelstunde einklatschen etwas ratlos, liegt aber vielleicht auch an den extremen Temperaturen.

War die erste Spielhälfte etwas ereignisarm, hätte die zweite ruhig auch so verlaufen können. In der Schlussphase ist noch dazu die Stadionuhr ausgefallen und die gefährlichen Angriffe der Sturmler machten uns ziemlich nervös.

Ambiente

Das Spiel in Graz hat doppelt so viele Zuschauer angelockt wie das Spiel am Verteilerkreis, nämlich 14.500. Der Sturm-Fanblock gab sich alle Mühe, eine Glanzleistung zu präsentieren, und das ist auch gelungen.

Der Sturm-Fanclub “Brigata” feierte mit großem Aufwand sein 25-jähriges Jubiläum. Wir konnten von unseren schattigen Plätzen den dicht besetzen Stehplatzsektor gut beobachten. Das Motto: “Wir sind die schwarz-weißen Brigaden”. *)

In Graz ist der einzige Fanblock, den man mit unserem Block-West vergleichen kann. Großes Engagement, viele Aktivisten. An einer Stelle meinte man in einem Transparent sogar: “Woits tauschen?” Man war sich des Eindrucks der Darbietung durchaus bewusst. Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahren Brigata.

Ein Glückwunsch kam auch von der Nord-Tribüne: “1994 begannen Eure Taten, auf viele weitere Jahre, ahoi Piraten” und “25 Jahre die Hände am Steuer, Seite an Seite gemeinsam durch jedes Abenteuer.”

Nach der Pause titelte man: “Im Übrigen sind wir der Meinung, dass Liebenau das Sturmstadion werden muss.”

Fahrt

Die Fahrt mit dem Rapid-Bus war wie immer – bestens organisiert, Reiseleiter war Hans. Die “Kerntruppe” bildet sein Fanklub “Speising”, aber es waren auch “Rapid Wien Lebenssinn”, “Stehtisch Grün-Weiß”, versprengte “Ultras” und auch der “Klub der Freunde” vertreten. Maria versorgte uns mit Wurstsemmeln, Knacker und Getränken.

Die Fahrt stand unter dem Motto “40 Jahre ‘Panzer rollen…'”, denn etwa vor 40 Jahren betätigte sich Jürgen bei einer seiner ersten Auswärtsfahrten – es war am 12.10.1979 nach Linz – als (trauriger) Dichter. Auch damals wurde nicht alles gewonnen. Es war die 9. Runde der Meisterschaft, man spielte gegen VOeSt Linz – und verlor 4:0. Jürgen musste damals die Nacht in Linz verbringen und diese Nach bescherte und das “Panzer rollen…”

Wer sie noch nicht hat, die neue Ausgabe von Forza Rapid, sollte sich den 6-seitigen Artikel über Jürgen Hartmann nicht entgehen lassen. Verkauf vor und nach dem Spiel gegen den LASK vor dem Stadion.

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*) Es fällt auf, dass die zur Großschrift neigenden Texter statt des Großen ß (ẞ) immer noch “SS” schreiben. Das Große ß erzeugt man mit der Tastenkombination Umschalt + Alt Gr + ß und man erhält: . Dieses relativ neue Zeichen erlaubt die eindeutige Umwandlung von Klein- in Großschreibweise durch einen Computer und vermeidet die mehrdeutigen Umschreibungen mit “ss” oder “sz” (Schweiz).

Sturm-Rapid

0:1 (0:1)

Über das Spiel muss nicht viel gesagt werden. In knappen Spielen entscheiden Kleinigkeiten. Dass beim Hinspiel ein Schubser zu einem Elfer wird, ein Abpraller zu einem Tor und beim Rückspiel ein mit der Hand abgewehrter Ball keinen Elfmeter zur Folge hat, sind das diese tragischen Dinge, die das Fußballspiel so unberechenbar machen. Was nützt schon die klare Überlegenheit, wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht.

Und es gab trotz dieser gegebenen und nicht-gegebenen Elfer weitere Chancen auf das 2:0. Zum Beispiel in der zweiten Halbzeit eine Maßflanke von Thomas Murg zu Mitte, die Andrija Pavlovic nicht annehmen konnte. Als ich die Szene sah, dachte ich:, dass es einfach so sein muss. Hätte er den Ball erreicht und eingeschossen, dann wäre er nicht bei Rapid, dann wäre er anderswo. So müssen wir aber mit allen diesen Unzulänglichkeiten leben.

Es war ja keineswegs nur diese – und andere – vergebenen Chancen. Es gab eine große Zahl völlig unerklärlicher Pässe ins Nichts. Unbedrängt. Unverständlich. Wie sich die Spieler und Trainer so etwas erklären, ist mir unklar. Da spielt man tolle Kombinationen, arbeitet sich nach vorne – und dann spielt man einen Ball dorthin, wo niemand steht. Wahrscheinlich sind diese Situation einstudiert, und wahrscheinlich sollte ja dort jemand in den leeren Raum hinsprinten, doch der hat entweder bei der letzten Übungseinheit gefehlt.

Mit der Fehlerquote in Graz hätte man man drei Spiele füllen können.

Ursachenforschung

Während im vorigen Sommer die Qualifikation für den Europacup geschafft wurde und auch die Gruppenphase auf Platz zwei beendet werden konnte, klappte es in der Meisterschaft nicht so recht. In neun Spielen setzte es vier Niederlagen und die letzte – gegen St. Pölten – besiegelte die Ära Gogo unter dem Druck des Blocks. Vergessen waren die Erfolge desselben Teams in Europa. Man hat den Eindruck, als würde sich unfaires Verhalten nicht bezahlt machen. Wie im Märchen. Und so war es auch.

Der Trainer konnte das Problem nicht sein. So etwas wie einen Trainereffekt konnte man nicht beobachten, es ging munter weiter mit den Niederlagen. In den nächsten neun Spielen gab es neuerlich vier Niederlagen. Das Tagebuch hat alle diese Ergebnisse verglichen; Verbesserung gab es keine.

Meine Schlussfolgerung ist die, dass nicht der Trainer die Ursache gewesen sein kann. Es waren vielmehr ungeeignete Nachfolger für den ausgeschiedenen Kvilitaia, der uns in der vorigen Saison durch viele Tore in der Schlussphase der Saison geholfen hat, den dritten Tabellenplatz zu erobern.

Wir haben Didi, die anderen den Erfolg!

Der unbestreitbare Pluspunkt von Didi auf der Trainerbank ist die Ruhe, die eingekehrt ist, eine Ruhe, die auch Gogo bei seiner Arbeit gut getan hätte. Dafür bekamen wir von Didi den Sager zu hören. dass wir im Frühjahr “eine ganz andere Rapid-Elf” sehen würden. Na, da haben wir aber geschaut! Es ist ja schön, wenn Spiele gewonnen werden – zum Beispiel in der Qualifikationsgruppe, was aber letztlich allein zählt, ist der Erfolg, und der hat sich in keinem der Etappenziele eingestellt.

  • Ein historisches 1:6 gegen die Austria leitete die Serie der Misserfolge ein
  • Ein spektakuläres Ausscheiden aus dem Europacup startet die Frühjahrssaison
  • Die Meistergruppe wurde nach einer Niederlage in Mattersburg verpasst
  • Der erste Matchball ging in der Niederlage im Cup-Finale verloren
  • Der zweite Matchball im heutigen Spiel beschert uns eine Saison zu Hause: kein internationaler Platz für die kommende Saison

Was denkt sich “der Block” nach der vorliegenden Schlussbilanz zu der von ihm erzwungenen Entscheidung? Gar nichts, denn die Scherben müssen andere zusammenkehren. Statt konsequenter Aufbauarbeit, ein ständiger Neubeginn ohne irgendwelche Ansätze zu Verbesserungen.

Gemessen an der Erwartungshaltung des Vereins und des Anhangs wäre an dieser Stelle wohl wieder ein Trainerwechsel fällig, wenn aber die Chance besteht, dass ein Trainer kontinuierlich arbeiten kann, weil er Rückendeckung des Blocks genießt, dann wollen wir wenigstens diesen Vorteil in die nächste Saison mitnehmen.

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Rapid-Sturm

1:2 (0:0)

Dass dieses Ergebnis keine gute Ausgangslage für das Rückspiel am Sonntag darstellt, ist klar, aber es gab in der Rapid-Geschichte schon schwierigere Aufgaben zu bewältigen. Allerdings kennen wir nur die weniger erfolgreichen Rückspiele wie zum Beispiel die gegen Dresden, Kasan oder Birmingham. Über die anderen breiten wir unbewusst den Mantel des Schweigens – oder besser Verdrängens – wie zum Beispiel jenes gegen Famagusta, das uns ein Jahr mit vielen Stammtischen bescherte. Es steht uns möglicherweise wieder so ein Jahr ins Haus.

Tragischer Held, Leo Greiml!

Mich erinnerte diese Niederlage an ein Spiel in Graz, als der damalige Maxi Hofmann sein Debüt feierte. In der vierten Minute musste er die Notbremse ziehen und nicht nur, dass er mit einer Roten Karte vom Feld musste, gas es auch noch einen Elfmeter und Rapid war 0:1 im Rückstand. Details zu diesem Spiel.

Leider war Max Hofmann an diesem heutigen Tag verletzt (siehe Bild mit Andy Marek), Mario Sonnleitner musste verletzt vom Feld und Patrick Obermüller wird wahrscheinlich morgen bei Rapid II gegen den Sportklub antreten, sodass Leo Greiml die logische Wahl war.

Der noch 17-jährige Leo Greiml (im Juli wird er 18) spielte eigentlich sehr gut. Und doch verschuldete er – natürlich nicht mit Absicht – beide Gegentore. Sein Spiel hat gar nicht so gewirkt, dass man sagen könnte, er wäre nervös gewesen. Aber eines zeigte er indirekt mit diesen ungewollten Aktionen, dass er nämlich genau dort steht, wo es Probleme gibt, und das ist für einen Verteidiger eine sehr gute Eigenschaft.

Aber an noch etwas erinnern wir uns, wenn wir an das Debüt-Spiel von Maxi Hofmann denken, nämlich, dass wir dieses Spiel nicht etwa in Unterzahl verloren haben, nein, das damalige Spiel wurde 4:2 gewonnen! Und das ist symptomatisch für die damalige Spielphilosophie des Ballbesitzfußballs in der Zoki-Ära und auch für die heutige Suche nach Stabilität.

Solidarität und Hilfsbereitschaft

Eine eindrucksvolle Szene zu Spielbeginn zeigte, wie ähnlich und im Grunde verbunden Fangruppen sind, auch wenn es am Spielfeld heiß hergeht. Die Ultras Rapid übergaben unter anhaltendem Applaus des Publikums eine Spende an die Familie eines verstorbenen Capo der Grazer Fanszene und hissten dazu das Spruchband “Ruhe in Frieden, Heimo”.

Wappenträger

Eine 12-köpfige Delegation des “Klub der Freunde des S.C. Rapid” meldete sich als Wappenträger an: Arnold, Erich, Florian, Franz, Franz, Franz, Gabriele, Hannes, Herbert, Janine, Jasmin-Luise, Robert. Der einheitliche Auftritt wurde sogar von Andy Marek angekündigt als “Vertreter des ältesten Rapid-Fanklubs”.

Wir bedanken uns bei Erich, der uns die feschen grünen Trikots mit dem Klub-Wappen besorgt hat. Wir bedanken und bei Barbara, die uns eingeschult und betreut hat und auch sehr viele Bilder für uns gemacht hat, sowie bei Lukas, der unsere Anmeldung administriert hat.

Bildersammlung

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Rapid-Sturm

o:o

Die Buchmacher sahen keinen klaren Favoriten und boten die Quoten 2,1 : 3,3 : 3,0.

Strum titelt “Punktegewinn in Wien”; für Rapid sind es verlorene 2 Punkte, aber es waren insgesamt keine besonderen Chancen vorhanden, denen man hätte nachweinen müssen. 

Viele Stammgäste waren ohnehin mit einem Unentschieden zufrieden – bedenkt man die Darbietung in Innsbruck und während der ganzen Saison. 

Unsere Bilanz gegen Sturm ist ausgeglichen, wenn es also reim diese beiden Begegnungen ginge, könnte man sich nicht beklagen. Es geht aber um die ersten sechs Startplätze und in diesem Wettbewerb hat uns Sturm um 3 Punkte distanziert. Noch kann man alles aufholen, aber in jeder folgenden Runde muss mehr und mehr ein Muss-Sieg her.

Man fragt sich schon, wer sich mehr vor “Rapid im unteren PlayOff” fürchtet: Rapid oder die Bundesliga. Wobei, abgesehen von den dann wahrscheinlich fehlenden internationalen Begegnungen im folgenden Jahr, würde eine interessantes Abstiegs-Playoff die sich durch die Art der Meisterschaft verstärkende Zwei-Klassen-Vereins-Gesellschaft etwas ausgleichen. 

Wenn es aber Rapid doch noch gelingen sollte, oben mitzuspielen, wird es um die Zuschauerzahlen und damit auch um die Einnahmen im unteren Playoff düster ausschauen. Die Großen werden reicher werden und die Kleinen ärmer. Warum soll es im Fußball anders sein? 

Berisha statt Alar

Also wir, auf der Tribüne hätten bei der Auswechslung von Schobesberger Berisha statt Alar gewählt. Einfach, weil man Berisha mit einer solchen Belohung vielleicht mehr aufbauen kann als der Trainer denkt. Dass er ein braver Kämpfer ist, wissen wir. Man könnte darauf setzen, dass er sich mit dem Torerfolg in Innsbruck jetzt mehr zutraut.

Wo waren die Flaggen?

Möglicherweise war es die Sorge um den Wind: dem aufmerksamen Julian ist nicht entgangen,…

Julian mit der neuen Ausgabe “Tornados Special”

…dass die sonst üblichen Landes- und Vereinswappen von Rapid und Sturm am Dach der Osttribüne gefehlt haben. 

Was nicht gefehlt hat, war die Autogrammstunde auf der Nord-Tribüne. 


Marvin Portzmann und Jeremy Guillemnot mit Speedy und einem Autogrammjäger

Choreografie der Lions

Eine gewaltige Inszenierung, die die Lions aus Anlass ihres 15-jährigen Bestehens von Stapel laufen ließen. “Aufgewärmt” wurde mit dem Spruchband “15 Jahre Green Lions und alles beim Alten”

Spruchband der Lions, gesehen von der Nordtribüne

Unmittelbar vor Spielbeginn eine Flaggen- und Schalparade. 

Es folgte ein tribünengroßes Transparent “Teil der Kultur, die Überholspur gehalten”

Das Zentrum des Transparents war ein dem Metro Goldwyn Mayer nachempfundes Logo “Green Lions 2003”.

Spielbeginn

Pixelchoreografie “2003”

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst ein Spruchband “Seit 15 Jahren sind wir am Eskalieren –  ob wir gewinnen oder verlieren”

…gefolgt von einer Pyro-Show.

Die Auswärtsfahrer von Sturm beeindruckten durch ihre große Zahl und den sehr gut organisierte Auftritt. Abwechselnd drei Reihen fomten mit weißen und schwarzen Umhängen eine streifenartige Choreografie mit einem großen Logo und einem langen schwarz-weißen Randstreifen. 

Sturm-Choreografie

Gogo und Didi

Stellen wir uns vor, Gogo wäre bei diesem Spiel auf der Betreuerbank gesessen. Ob sich wohl der Block ebenso artig von der Mannschaft verabschiedet hätte?

Ein Spiel fehlt zwar noch in der Herbstrunde, doch wir können heute schon sagen, dass Gogo mehr Erfolg hatte als sein Nachfolger Didi. Genau um 0,14 Punkte mehr; aber auch nur dann, wenn das Derby am kommenden Sonntag gewonnen wird. Wenn nicht, ja dann schaut’s ohnehin schlecht aus mit dem oberen PlayOff und in der Tabelle ergibt das folgenden Punkteschnitt für beide Trainer:

Derby    S    U    N
Didi   1,50 1,36 1,29
Gogo 1,64

Der Punkte-Abstand nach dem letzten Spiel, dem Derby wird zwischen 0,14 und 0,35 Punkten zugunsten von Gogo liegen.

1,29..  ?   =   Didi    austria
1,36.. 1 U Didi sturmgraz
1,50 3 S Didi innsbruck
3 S Didi spartakmoskau
0 N Didi lask
0 N Didi wolfsberg
1 U Didi villarreal
1 U Didi scraltach
3 S Didi wolfsberg
3 S Didi admira
0 N Didi villarreal
0 N Didi hartberg
3 S Didi mattersburg
0 N Didi glasgowrangers
1,54 0 N Gogo stpölten
3 S Gogo mattersburg
0 N Gogo redbullsalzburg
3 S Gogo spartakmoskau
0 N Gogo austria
1 U Gogo sturmgraz
0 N Gogo fcsb
3 S Gogo innsbruck
3 S Gogo fcsb
0 N Gogo lask
3 S Gogo slovan
1 U Gogo altach
3 S Gogo admira
3 S Gogo kufstein

Beide Trainer haben 14 Spiele absolviert. Von einem Trainereffekt kann man nicht sprechen. Es ist einfach nicht mehr herauszuholen aus dem Team. Vielleicht ergibt die Wintervorbereitung einen Umschwung. Dass wir eine andere Rapid-Efl sehen werden, das wurde auch schon für die letzten Spiel versprochen, aber es war nicht mehr als ein Wunschdenken à la Paul Watzlawick. 

Wir müssen davon ausgehen, dass es die Einkaufspolitik war, die uns brave Spieler aber letztlich doch nicht solche mit jener Qualität gebracht hat, die wir brauchen, um in der Liga vorne dabei sein zu können. Und wie schon beim Trainer dürfte es ebenso verfehlt sein, allein den Sportdirektor verantwortlich zu machen, muss er doch durch die ziemlich positive Transferbilanz zur Konsolidierung der Bilanz beitragen. Und für den ihm verbleibenden finanziellen Spielraum darf man offenbar nicht viel mehr erwarten. 

Diese 30-40 Millionen erwirtschaften zu müssen, um als Großverein überleben zu können, scheint ein ebenso hartes Brot zu sein wie die Sorge eines Dorfklubs um die Errichtung einer Überdachung für die Fantribüne. Hartberg dürfe das mit der zirkuszelt-artigen Plane über der Fantribüne ziemlich preisgünstig geschafft haben.

So schön die Choreografien des BlockWest anzuschauen sind, so teuer kommt Rapid “der Spaß” zu stehen. Rechnen wir einmal nicht die Strafen, rechnen wir einmal, dass der Block einen (im Nachhinein) unnötigen Trainerwechsel mitentschieden hat. der dem Verein ein Mehrfaches der sonstigen Strafen gekostet hat. 

Die Ursache für die mäßigen Erfolge war nicht der Trainer, die Ursache war und ist das Geld, war die Notwendigkeit positiv bilanzieren zu müssen, um für das kommende Großprojekt des Trainingszentrums ausreichen kreditwürdig zu sein. Und auch das soll kein Vorwurf sein, denn das Trainingszentrum ist eine wichtige Investition, und das Spiel der Mannschaft ist ein Resultat aller dieser Randbedingungen. Das Präsidium handelt aus meiner Sicht ziemlich uneigennützig für das langfristige Wohl des Vereins und es werden – anders als bei den heutigen Politikern – Entscheidungen für die Zukunft getroffen, deren positive Auswirkungen andere ernten werden. Leider müssen wir wegen dieser enormen Belastungen Saisonen wie diese in Kauf nehmen, mit der Hoffnung auf bessere Zeiten.

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Sturm-Rapid

1:1 (1:0)

Sehen wir es einmal positiv: die fünf letzten Partien gegen Sturm wurden nicht gewonnen:

2018-04-29 A 2:4
2018-04-18 A 2:3
2018-02-17 H 1:1
2017-11-04 A 0:0
2017-08-19 H 1:2

Das heutige Unentschieden fügt sich daher nahtlos als sechstes in dieser Folge ein, also “Business as usual”.

Unter Djuricin wurde gegen Sturm erst eines von sechs Spielen gegen Sturm gewonnen, nämlich am 21.5.2017 (H 1:0). Wehmütig blicken wir auf die Serie von Zoran Barisic zurück, unter dem umgekehrt nur ein Spiel von 14 (!)  gegen Sturm verloren wurde! Von diesem Bruch hat sich Rapid bisher nicht wirklich erholt.

Ob daran aber der Trainer Schuld ist?

Bedenken wir dazu, dass der Elfer eigentlich nicht zu geben war, dass wir auch noch große Chancen auf die Führung hatten, fügt sich alles das in das Bild, das unsere Freunde aus dem Block unter “Gogo raus”-Rufen zusammenfassen. Was sich mir verschließt, ob dann, wenn der Verein diesen Rufen nachgeben sollte, auch gleichzeitig die Linienrichter eine bessere Brille aufsetzen oder die Tore vergrößert werden, damit wir nicht unter den vielen Stangenschüssen zu leiden haben. Nein! Nur wird der Mohr seine Schuldigkeit getan haben und auf dem Altar des Blocks geopfert geworden sein. Na, hoffentlich nicht!

Allmählich dürfte sich die langzeitliche Unsymmetrie der Spielhälften in eine Symmetrie verwandeln, denn bei diesem Spiel war die zweite Spielhälfte jene, die eher “Rapid” gezeigt hat.

Wenn man auch abschließend vielleicht sagen kann, dass es ein “gerechtes” Unentschieden war, helfen tut es nicht viel, denn die neun Punkte Abstand zur Spitze und sogar die fünf zu St. Pölten sind ein bisschen peinlich, bedenkt man den Aufwand, der dafür betrieben wird.

Um uns etwas zu beruhigen, blicken wir einmal auf das St. Pölten von England: Watford, das sich gemeinsam mit Liverpool und Chelsea an der Tabellenspietze festgesetzt hat und darauf, dass mit Westham (mit Arnautovis) ein Klub mit sehr vielen Investitionen punktelos am letzten Platz liegt.

Ausländerquote

Es ist bemerkenswert und ein Verdienst von Fredy Bickel, dass nur mehr zwei Legionäre in der Startaufstellung sind. Das war auch schon in Bukarest der Fall. Dieser Umstand erleichtert dem Trainer die Aufstellung beträchtlich.

Populismus der Fanblocks

So eine Meisterschaft wird auf vielen Ebenen gewonnen oder verloren. Es kämpfen nicht nur die Spieler am Spielfeld, sondern auch die Sportdirektoren um die jeweils am geeignetsten Spielertypen.

Der Sturm-Fanblock titelte: “Als Kapitän auf Sturm gepfiffen, haben’s Dir ins Hirn geschissen?” und “Alles erdenklich Schlechte, Du ehrloses Charakterschwein!”

Genau so gut hätte man eigentlich den Sportdirektor Günter Kreissl vorwerfen können, dass er dem Kapitän weder ein rechtzeitiges noch ein ausreichend wertschätzendes Angebot unterbreitet hat, sodass dieser die Situation so interpretieren konnte, dass es Sturm nicht ganz so wichtig ist, dass er bleibt.

Auf der Ebene der Sportdirektoren hat sich also Rapid gegenüber Sturm einen Vorteil erarbeitet, und Deni Alar wieder verpflichtet.

Dass man einem Fanblock auch noch erklären muss, wie Fußball funktioniert, ist auch etwas betrüblich. Man kann an dieser Stelle getrost den Fanblock eines jeden relevanten Mitglieder-Vereins einsetzen, natürlich auch den von Rapid. In dieser Disziplin sind sich diese Gruppierungen sehr ähnlich. Sie erfinden einfache Slogans, die bis zum letzten Pimpf verstanden werden können. Es geht dabei nicht um Tatsachen, sondern um den Zusammenhalt des Blocks, und den gewährleisten immer leicht verständliche Feindbilder, wie eben Gogo oder Deni.

Keine Fotoapparate

Seit nunmehr fast 20 Jahren besuchen wir Spiele in Graz, immer in Begleitung eines Fotoapparats. Nie war das bisher ein Problem, unsere Bildersammlung beweist das. Heute war es nicht möglich, mit einer einfachen Kompaktkamera ins Stadion zu kommen. (Es war keine Spiegelreflex-Kamera, die habe ich wohlweislich zu Hause gelassen.) Ein objektives Kriterium, warum gerade diese nicht ins Stadion darf gab es nicht, sie gefiel dem Ober-Ordner einfach nicht. Ich müsse einen Presseausweis vorweisen, die schriftliche Bestätigung von Rapid genügte nicht. Diese Kamera war weder in England, noch in Rumänien und auch in Deutschland kein Problem, aber in Graz tickten die Uhren anders. Was genau diese Kamera am Spielfeld anstellt, ist mir unklar. Was die guten Ordner nicht wissen: es gibt bereits die ersten Handies mit eingebautem Teleobjektiv, und wenn sie nicht so teuer wären, hätte ich sie ja schon in der Hosentasche gehabt.

Wenn man sich unsere Plätze ansieht, hätte die Kamera ohnehin keinen Sinn gehabt:

“Leicht” sichtbehinderte Plätze

Die Karten für unsere Plätze in der ersten Reihe waren billig, dass sie aber derart sichtbefreit waren, das war dann doch etwas überraschend. So präsentierte sich der Blick auf das Spielfeld oder besser auf die Rückseite der Betreuerbänke. Im ehemaligen Hanappi-Stadion wurden aus diesem Grund die Sitzplätze in den beiden ersten Reihen auch gar nicht zum Verkauf freigegeben.

Man musste durch den gewölbten Kunststoff schauen und erlebte Teile des Geschehens wie durch einen Zerrspiegel.

Zugegeben, wir haben uns sehr spät zum Kauf der Karten entschieden und bekamen daher nur mehr diese Plätze, doch auch die Zuschauer des nächsten Spiels werden sich über diese Sichtbedingungen freuen. Dass dann doch einige Bilder entstanden sind, verdanken wir der Geduld der hinter uns Sitzenden, denn um diese Bilder zu machen, musste man aufstehen. Das Spielgeschehen verfolgten wir wie in einem Aquarium.

Choreografie

Es ist still geworden um das Pyrotechnik-Gesetz. Gezündelt wird weiterhin, dass es nur so brennt und raucht. Wahrscheinlich gibt es an allen Austragungsorten Umgehungsvereinbarungen, sonst kämen die Vereine vor lauter Strafzahlungen ja nicht zu Ruhe. Und wenn das so ist, dann könnte man eigentlich daran gehen, diesen Mikl-Leitner-Paragrafen wieder zu streichen, da sich ohnehin niemand daran hält, oder eine Ausnahme-Regelung für Sportveranstaltungen mit den entsprechenden Auflagen ergänzen.

Hier die Sturm-Kurve…

und Rapid-Kurve, jeweils zu Spielbeginn…

…und der Rapid-Fanblock bei der Rapid-Viertelstunde:

Fahrgemeinschaft

Unsere Fahrgemeinschaft bestand aus Arnold, Florian, Franz, Thomas und Ulrich. Hier im Bild: Franz, Arnold und Florian.

Honeypot

Was dieses Schild am Rasthaus Arnwiesen ursprünglich anzeigen wollte, versteckt sich hinter einer Art Pickerl-Contest zwischen Sturm- und Rapid-Fans. Entweder hat man beim Autobahnbetreiber resigniert oder diese Tafel absichtlich als eine Art “Honigtopf für Pickerl-Süchtige” unverändert stehen lassen.

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Sturm-Rapid

4:2 (2:1)

Beim Derby ging’s um die Vorherrschaft in Wien. Diese wurde eindrucksvoll bestätigt.

Beim Admira-Spiel ging’s um den Charakter der Mannschaft nach dem Cup-Aus, und auch das wurde bravourös gemeistert.

Im heutigen Sturm-Spiel ging’s um einen Angriff auf Platz zwei, und dieser Angriff ist misslungen. Man muss eingestehen, dass die Grazer derzeit für Rapid nicht in Reichweite sind. Aber wer weiß, wie sehr uns Boli und Galvao bei diesem Spiel gefehlt haben. Immerhin kann man zumindest ein Tor auf das Konto der Innenverteidigung  buchen.

Choreografie

Wir sehen eine eindrucksvolle Choreografie der Lords im Rapid-Sektor: “Rapid rollt ein und der Wahnsinn regiert”

Man legt nach und zündet orange-weiß-grüne Rauchtöpfe. Auf diesem Bild schaut das noch harmlos aus,

aber hier sieht man, dass der Rauch sich bis zu Rapid-Tor hinzieht und in weiterer Folge Strebinger immer weiter nach links ausweicht, um nicht in der Wolke zu stehen.

Genau in dieser Phase fällt das erste Tor für Graz. Aus unserer Sicht war das Spiel in dieser Phase durch die Rauchschwaden beeinflusst und ich stelle mir vor, dass das Los ergeben hätte, dass dort der Sturm-Tormann hätte stehen müssen. Ich an seiner Stelle hätte wegen des behindernden Rauchs protestiert. Vielleicht hätte das auch Strebinger tun können/sollen. Aber wahrscheinlich wirkt der Rauch aus großer Distanz dichter als für die Akteure am Feld.

Auch die Tornados melden sich zu Wort:

Die Sturm-Fans verabschieden Steffen Hofmann mit “Trotz Allem: Zum Abschied Respekt für Steffen Hofmann”.

Eine ziemlich einmalige Aktion der schwarz-weißen Fanszene für die wir uns als Rapidler bedanken!

Auswärtsfahrt

11:37 ab Hauptbahnhof S80, Arnold, Florian, Franz
12:00 an Hütteldorf, Imbiss am Bahnhof
12:30 an Allianz-Stadion
13:00 Abfahrt dem dem Rapid-Fanbus, Leitung Eva, Maria, Jürgen und Hans.

14:00 an Loipersdorf, Rauchpause
15:30 an Graz, zum Sektor 7 in der Nord-West-Ecke

vlnr.: Ulrich (unser Grazer Gast), Arnold, Florian
16:30 Spielbeginn

18:30 zum Auswärtssektor in der Nord-Ost-Ecke
19:00 Abfahrt mit Gregor
20:30 Ankunft Neulaa, U1
20:45 Laxenburgerstraße, Gavaz: das beste Eis weit und breit

Danke, Gregor fürs Mitnehmen, damit sind wir den verballen Hasspostings im Autobus entkommen. Mir fällt dazu das Lied “Glücklich ist, wer vergisst..” aus der Fledermaus von Johann Strauß ein. In diesem Sinne freuen wir uns auf ein erfolgreiche Arbeitswoche, in der das Vergessen leichter fällt.

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Rapid-Sturm

1:1 (0:1)

Der Charakter des Spiels war wie erwartet. Rapid macht das Spiel, Sturm lauert auf Konter – und auf Fehler von Rapid. Der erste Koordinationsfehler war, dass Schobesberger beim vermeintlichen Führungstreffer von Rapid im Abseits stand und der Treffer daher nicht gegeben wurde. Der zweite Fehler kam von Richard Strebinger, indem er beim Auswurf übersehen hatte, dass sich noch sehr viele Gegner in Tornähe befunden haben. Der Ball ging verloren und der Führungstreffer der Grazer war praktisch aufgelegt.

Doch insgesamt kann man Richard Strebinger – neben Boli – durchaus als “Man of the Match” bezeichnen, der uns durch tolle Paraden zum Schluss das 1:1 gerettet hat. Zum auffälligsten Spieler entwickelt sich aber Boli. Abgesehen von dem sehenswerten Weitschuss zum 1:1 eroberte und behauptete er immer wieder den Ball und trug insgesamt sehr zum Ballbesitz und schließlich auch zum Punktgewinn bei.

Unverständlich die Pfiffe in der Pause und die Verweigerung der Verabschiedung durch den Block.

Leistung

Immer wieder wird der Satz gesagt, dass man selbst mit einer solchen Leistung gekündigt werden würde. Das ist ein Satz, der zeigt, wie wenig wir Fußball verstehen, obwohl wir es jede Woche aufs Neue versuchen.

Unsere Spieler tun ihren Job, und das tun sie sehr intensiv. Wir tun das auch auf unserem Arbeitsplatz. 

Wir verlangen von den Spielern einen Sieg. Aber auf unserem Arbeitsplatz verlangt niemand einen “Sieg” (zum Beispiel über Aktenberge, über eine Baustellenarbeit oder was auch immer der Job ist). Man verlangt, dass die Arbeit erledigt wird. Und wenn sich etwas nicht ausgeht, dann wird am nächsten Tag weitergemacht. Aber es gibt daneben keine zweite “Baustelle”, wo ein Konkurrent sitzt, dasselbe macht und man müsste schneller sein als dieser.

Man erledigt seine Arbeit. Man kann damit eventuell beeindrucken (oder auch nicht), aber “Sieger” ist man nicht.

Die zweite Baustelle, mit dem man sich vergleichen kann, gibt es schon, allerdings ist sie von der eigenen durch den Markt “entkoppelt”. Man selbst kämpft höchst indirekt um den Erfolg seines Produkts und hin und wieder kommt es in diesen Wettbewerb am Markt auch zu Niederlagen, durch die man den Job verliert und dabei eventuell selbst auch einen Anteil daran hatte – wie bei einem Spiel.

Aber die Zeitkonstanten sind ganz andere. Es geht im Alltag um langsame Prozesse, aber nicht um 90 Minuten und auch nicht darum, Entscheidungen in in Bruchteilen von Sekunden zu treffen bei denen es um “Tod oder Leben” geht. Niemand von uns steht im Alltag unter einem so intensiven Entscheidungsdruck wie es bei Fußballspielern der Fall ist. 

Wir sollten daher unsere Arbeit nicht mit einem Fußballspiel vergleichen.

Wenn wer meint, die Leistung der Mannschaft wäre schlecht, dann irrt er. Die körperliche Leistung ist immer noch, das eigene Körpergewicht in 90 Minuten etwa 10 km zu bewegen. Die fehlenden Tore sind nicht nur Unvermögen, wie das Publikum gerne meint. Man muss sich damit abfinden, dass in der Disziplin des Toreschießens der Zufall die Hauptrolle spielt.

In der Nachbesprechung des CL-Spiels Real-PSG war Roman Mählich sichtlich nicht mit dem Ergebnis zufrieden und deutete praktisch alle Tore von Real als eine Folge von Zufällen. Tore sind immer – wie auch der gesamte Ablauf des Fußballspiels – (fast reiner Zufall). Wir können sie nicht voraussagen. Auch bei sehr starken Mannschaften kann es passieren, dass sie einmal kein Tor schießen, nur ist die Wahrscheinlichkeit dazu gering. 

Der Einwand, dass wir daher genau so gut würfeln könnten, um ein Ergebnis zu bekommen, gilt nicht, weil wir die Wahrscheinlichkeiten des Wurfes beim Würfel genau kennen aber beim Fußballspiel sich am Ende einer längeren Spielphase aufgrund der 36 Ergebnisse die Spielstärke aufgrund der Tor- und Sieghäufigkeit ergibt.

Die Qualitäten (und Mängel) unserer Mannschaft bestimmen nicht die Tore, sondern die Wahrscheinlichkeit für Tore. In der aktuellen Saison sind wir mit einer Torquote von 1,7 pro Spiel nicht gerade bei den Spitzenreitern und bei Heimspielen mit 1,6 sogar noch schlechter als auswärts. Da Rapid auch zu Hause mehr Tore kassiert als auswärts (heim 1,4 und auswärts 1,0), könnte man das so formulieren, dass Rapid im eigenen Stadion noch nicht angekommen ist. Von der einst plakatierten “Grünen Hölle” kann keine Rede sein. Die furchteinflößenden Bilder im Bereich der Auswärtsmannschaft dürften für die Gäste eher motivierend sein. Wahrscheinlich ist es aber die Stimmung, die den Gästen zwei Mal pro Saison ein unvergessliches Highlight bietet, das mehr anregend als beängstigend ist.

Zusammenfassung: Ergebnisse von Fußballspielen sind zufällig, wobei die mittlere Torquote jeder Mannschaft durch eine Unzahl von Faktoren bestimmt wird, an denen Trainer und Mannschaft tagtäglich arbeiten. Aber warum das einzelne Ergebnis eines Spiel so ist wie es ist, das kann man weder voraussagen noch stellt es ein Leistungsmaß dar. Praktisch ist die physische Leistung einer Mannschaft bei jedem Spiel näherungsweise dieselbe; nur der Erfolg, der sich zufällig einstellt, gefällt uns nicht immer. 

Sammlung für die Gruft

Wir sind dem Aufruf gefolgt und haben nicht mehr verwendete Kleidung zur Sammlung gebracht. 

Gedenkminute

Für den verstorbenen Präsidenten Hans Rinner gab es eine Gedenkminute, alle Spieler hatten eine schwarze Armbinde.

Die Grazer Gäste gedachten ihres früheren Präsidenten mit einem Transparent.

Choreografie

Nicht ganz schlau geworden bin ich aus dem Thema der Choreografie. 

Stadionzeitung

Neben der offiziellen Stadionzeitung, die bei den Links zu finden ist, gibt es die übliche Kommunikation des Block über Transparente:

“Anstatt vor den Medien und der Gesellschaft zu kapitulieren, solltet Ihr das Ende des sportlichen Stillstands forcieren.”
“Die Wahrheit biegen, bis sie bricht, das scheint des Journalisten Pflicht!” 

Taktisches Rätsel

Es schaut immer sehr gut aus, wenn eine hoch stehende Mannschaft – wie heute Rapid – ausgekontert wird. Besser gesagt, Rapid schaut dabei schlecht aus. In einem dieser Konter beim Stand von 0:1 stand Max Hofmann allein vier Gegnern gegenüber. Wir sahen den Ball schon im Netz. Zum Glück war der ballführende Gegner egoistisch genug, die Szene erfolgreich zu Ende spielen zu wollen – und scheiterte an Richard Strebinger. Hätte er abgegeben…

Ich wollte damit nur sagen, das der Angreifer Räume braucht. Hat er sie, dann schauen die Verteidiger schlecht aus. In diesem Fall hatten wir ausnahmsweise Glück.

Es ist also die Aufgabe des Verteidigers, die Räume eng zu machen, damit es keine Schlupflöcher zwischen den einzelnen Positionen gibt. Sturm spielte mit 5 Verteidigern, manchmal mit bis zu 8. 

Die Aufgabe des Angreifers, wäre es, das Spiel breit zu machen, um die Verteidiger-Kette auseinander zu ziehen. Denn sind die Abstände größer, gibt es mehr Chancen auf ein Durchkommen.

Hier eine – aus dieser Sicht – unverständliche Freistoß-Situation (eine von vielen):

Kein einziger Rapid-Spieler steht in den leeren Räumen links oder rechts von der Mitte. Man hat den Eindruck, als müssten die Rapidler Manndeckung betreiben. Was würde geschehen, wenn ein Grüner im freien Raum abgestellt wird? In er Regel zieht er dadurch einen Gegner aus der Mitte ab, vielleicht sogar zwei. Warum macht man das nicht? Man würde damit die gegnerische Verteidigung auseinander ziehen, wenn man sich selbst möglichst breit aufstellt.

Links

Sturm-Rapid

0:0

Betrachtet man es nach Spielanteilen und Chancen, dann erlebten wir einen Sieg nach Punkten für Sturm. Auch für die Tabellensituation ist dieses Ergebnis für Sturm von Vorteil, und Rapid tritt auf der Stelle. Dennoch war es aber eine kämpferische und vielleicht auch spielerische Weiterentwicklung für Rapid seit der Heimniederlage gegen Sturm vom 19. August.

Mehrere Tore aus Abseitsposition auf beiden Seiten wurden nicht gegeben. Ein elferverdächtiges Foul im Rapid-Strafraum wurde nicht geahndet und wäre wohl spielentscheidend gewesen.

Die “Sieger” in dieser Partie waren die Abwehrreihen und da sich der Sturm-Angriff mehr in der Nähe des Rapid-Tores herumgetrieben hat als umgekehrt, meine ich dass Rapid die bessere Abwehrreihe hatte, dass also die Verlängerung der Torsperre von Richard Strebinger das eigentliche Highlight des Spiels war.

Vielleicht wurde aber der Charakter des Spiels auch durch die außergewöhnliche Situation bei Sturm geprägt, denn Trainer Franco Foda galt das allergrößte Interesse. Seine Ergebnisse stehen jetzt mehr als vorher im Blickpunkt von ganz Fußballösterreich. Es ist ein großer Zufall, dass gerade Rapid bei dieser ersten Partie von Foda in der Doppelrolle als Sturm und Nationaltrainer aufgetreten ist. Diese Anspannung in der Mannschaft von Sturm, ihrem Trainer einen starken Abgang zu ermöglichen, war sicher auch ein spielbestimmender Faktor.

Das Stadion nach der Aufwärmphase:

Die Mannschaften kurz vor der Aufstellung:

 

Ambiente

Bei unserem Eingang waren die Kontroll-Automaten außer Betrieb und die Eintrittskarten wurden klassisch, persönlich kontrolliert. Gewundert hat uns, dass es keine weiteren Personenkontrollen gegeben hat und ich auch nicht erklären musste, warum meine Kamera so groß ist.

Dieses Spiel war wegen der – für österreichische Verhältnisse  – eindrucksvollen Zuschauerzahl auch das einzige wirklich große Auswärtsspiel für Rapid, und der Fanblock von Sturm heizte im wahrsten Sinne des Wortes mit allerlei Pyrotechnik ein. Der Verlierer in diesem Pyro-Duell waren aber die Zuschauer, die eigentlich wegen des Spiels gekommen waren. Phasenweise konnte man das Spiel nicht verfolgen.

Choreografie von Sturm

Man benutzte das ausverkaufte Haus, um eine tolle Vollstadion-Choreografie zu gestalten:

Die Nordtribüne präsentierte eine Ansicht der Grazer Altstadt.

Auf jedem Sitzplatz waren schwarze oder weiße Zettel mit einer Bedienungsanleitung und Liedtext auf der Rückseite.

ZUR HEUTIGEN CHOREO: BITTE HALTET DIE UNBEDRUCKTE SEITE DES ZETTELS IN RICHTUNG DES SPIELFELDES SOBALD DIE NORDKURVE DAS ZEICHEN DAZU GIBT.
GEMEINSAM WOLLEN WIR GERT STEINBÄCKERS „STEIERMARK“ SO LAUT WIE NOCH NIE SINGEN/ FÜR TEXTUNSICHERE IST DER GESAMTE TEXT ABGEDRUCKT. WIR SINGEN IM STEHEN

Es is wunderschen da – Wos i immer mehr siag
Wann i manchmal mir am Sonntag – Mit ‘m Motorradi die Gegend einiziag

Über des Land samma g’ritten – Mit unserm Vurstadt-Rock-’n-Roll
Hab’n unsa Jugend zelebriert – Und gspüt in fast jedem Heanastoll

A fantastische Zeit die ma – nie vergisst, nie bereut

Mir war’n aus da Hauptstadt – Dort is an jedem Straßeneck
Irgend a Gschicht oder a schöne Erinnerung versteckt

Und ma kennt olle Bravn – Olle Gauna, olle Tricks
Die lustigen Schickis, die normalen Leut – Und die Salon-Steira-Freaks

Sie san olle no do
Und des g’hert genau so!

Steiermark!
Do bin i her!
i ind i mog des Gfü, dass i wo dahaam bin – Immer mehr!

Steiermark!
Wann immer i zruckkumm von irgendwo
Kann mi nix überraschen, und wann i wirklich wen brauch – Is afach wer do

Es war sowas wie “Heimat” – Für mi lang ka Begriff
An dem Wort klebt vü Bluat, vü dummer Stolz – Und der Nazi-Mief

Nur i bob do meine Wurzeln – Und meine ötasten Freind
An Platz, wo i mi zruckziagn kann, wann Wolken aufziagn – Bis die Sunn wieder scheint
Und i bin do geborn – Es san die Ötan do gstorbn

Steiermark…

Nicht gelungen ist das Vorhaben eines weiteren Transparents:

“Samstag den Gegner am Kickplatz panieren, Sonntags den Kater auf der Couch auskurieren.”

Choreografie von Rapid

Wie ein Eigentor wirkte die Choreografie mit grün-weiß-rot-blau-weiß-grünen Glitzerbändern über die ganze Breite des Fanblocks, denn gleichzeitig sollte Rauch die Wirkung verstärken. Doch der Rauch dominierte die optische Wirkung und deckte die Choreografie komplett zu.

Anreise

Wir fuhren mit dem gut organisierten Rapid-Bus. Als Reiseleiter, Caterer und Animateure begleiteten uns Maria und Jürgen, und wir danken ihnen für Getränke und selbst zubereitete Wurstsemmeln. Abfahrt: 12:40, Ankunft: 21:20. Rast bei der Hinfahrt in Zöbern, bei der Rückfahrt in Loipersdorf. [Der Abfahrtszeipunkt war mit 12:45 zu spät angesetzt. Zumindest eine halbe Stunde früher hätten wir ankommen müssen.]

Wahrscheinlich waren wir die einzigen, die keine Karte für den Rapid-Fanblock hatten sondern auf der Längsseite saßen. Ulrich aus Graz war  unser Gast.

Die Rapid-Busse waren unmittelbar hinter dem Auswärtssektor und es war etwas umständlich, von unseren Sitzplätzen wieder zum Bus zu kommen. Die Polizei wusste das mit großer Mannstärke zu erschweren. Die Absperrungen sollten ein direktes Zusammentreffen der Fangruppen verhindern.

Unsere Plätze waren im Sektor 20, und um in die Rapid-“Wagenburg” zu gelangen, mussten wir rund um das Stadion gehen. Wegen einer Polizeiabsperrung (rot) musste man aber durch eine Seitengasse einen größeren Umweg, durch eine weniger beleuchtete Gegend ohne weitere Polizeipräsenz gehen. Es tauchten eigenartige Gesellen mit Schlagstöcken auf, die man zwar an kleinen Sturm-Symbolen an der Kleidung zuordnen konnte, die aber offenbar kein Interesse am Spiel hatten, denn die Nordtribüne war zu diesem Zeitpunkt noch voll besetzt und mit der Verabschiedung der Heimmannschaft beschäftigt. Es wäre nicht ratsam gewesen, dort mit der grün-weißen Stadionjacke aus der Weihnachtskollektion aufzutreten. Man sieht an diesen Beobachtungen, dass Fußball durchaus auch durch Randgruppen missbraucht und in Misskredit gebracht wird.

Das Spiel und die Organisation waren aber insgesamt und trotz des torlosen Spiels durchaus eine Werbung für den österreichischen Fußball.

Links

Rapid-Sturm

1:2 (0:1)

Für einige Anhänger war der abgesagte Stammtisch vom Donnerstag schon ein Zeichen innerer Zerrüttung von Rapid, heute hat den Esoterikern unter uns die ausgefallene Tonanlage noch deutlicher “ein Zeichen” gegeben. Der Rapid-Motor will und will nicht anspringen, so als wäre die Mannschaft auch nach einem Jahr nicht in ihrem Stadion angekommen.

Der Mensch neigt dazu, die Vergangenheit zu verklären.

Ja, wir haben auch mit Zoki verloren, aber nicht so ergiebig. Rapid bewegte sich in den Vor-Weststadion-Zeiten immer im oberen Tabellendrittel und durch den Ballbesitzfußball gab es auch bei verlorenen Spielen ein gewisses Überlegenheitsempfinden. Das ist alles Geschichte. Vielleicht war für die Spieler im weiten Prater-Oval der Fan-Druck nicht so unmittelbar wie jetzt im Weststadion.

An der Qualität der Spieler, ihrer Ausbildung, Technik und Kondition allein wird es nicht liegen. Auch in der Trainerfrage wurde auf Kontinuität gesetzt, um keine weitere Unsicherheiten ins Spiel zu bringen. Wie im Vorjahr haben wir den Eindruck, dass die Mannschaft nur in den Bereich der positiven Rückkopplung gelangen müsste, dass also Siege die Verkrampfungen im Spiel lösen helfen würden. Aber Siege sind derzeit Mangelware. Hoffentlich müssen wir damit nicht bis zur nächsten Cuprunde warten.

Ich freue mich schon auf unsere nächste Auswärtsfahrt nach Salzburg, vielleicht können die Burschen in der Fremde ihre PS endlich auch auf die Fahrbahn bringen.

Schiedsrichter Schüttengruber ist seinem Ruf, dass Spiele von Rapid unter seiner Leitung noch weniger Punkte einbringen, gerecht geworden. Vor diesen Spiel lag sein Punkteschnitt noch bei 1,6 und ist mit dieser Niederlage auf 1,5 gesunken. (Siehe Beitrag Gerechtigkeit im Fußball).

Unsere Zuschauer-Sicht, dass das erste Tor von Sturm Abseits gewesen war, dürfte wohl nicht gestimmt haben, aber der nicht geahndete Rempler im Strafraum an Joelinton in Schussposition, war wohl wieder so etwas wie eine Angst-Nicht-Reaktion des Schiedsrichters.

Ein Lichtblick war der Einsatz von Philipp Schobesberger und auch der weite Aktionsradius von Stephan Auer, der schließlich wenigstens den Anschlusstreffer erzielte.

Drumherum

Werner Walzer wurde zum 70er gratuliert. Werner spielte von 1969 bis 1979 in 326 Spielen. Er schoss dabei 20 Tore. Weitere Daten zu Werner Walzer.

Ján Novota wurde für seine Jahre bei Rapid gedankt.

An dieser Stelle verweisen wir auf unseren Beitrag Abschied von Ján in dem auf seine Top-Quote bei den Gegentoren hingewiesen wurde. Weder Michael Konsel noch der legendäre Walter Zeman konnten sich in diesem Punkt mit Ján messen. Nur Ladi Maier erreichte Jáns Wert von 1,07 Gegentoren pro Spiel.

Der Klub der Freunde hat Ján ein Dossier mit allen Daten seiner Laufbahn bei Rapid als Geschenk überreicht. Vermutlich war die Mappe in dem grünen Karton, den man Ján bei der Verabschiedung mitgegeben hat.

Beim Text der Eingangchoreografie müssen wir wieder die “Milieubedingte Unmutsäußerung” entschuldigend ins Spiel bringen.

“Die wahren Verbrecher hier seid Ihr – Journalisten Terroristen”

Der Spruch wurde auch noch duch einige Doppelhalter während des Spiels bekräftigt.

Dass sich die Presse bei ihren Berichten die für ihre Leser interessantere negative Seite einer Sache herauspickt (und durchaus wie bei den Berichten über Terroranschläge) bei den Lesern Angst und Schrecken verbreiten will, ist uns allen wohl bekannt und daher sollten wir auch unsere Tageszeitungslektüre mit Bedacht wählen.

Die Negativschlagzeilen bekommt man also quasi kostenlos.

Die überwiegend tollen Leistungen des Blocks bleiben in der Presse unerwähnt. Wenn man diese aber in der Presse abgebildet haben möchte, muss man wahrscheinlich an dieser Front aktiv werden und entsprechende Presseaussendungen tätigen. Beispielsweise könnte man ein Bild von der Choreografie gemeinsam mit einem erklärenden Text an alle einschlägigen Redaktionen senden. Und manchmal wären Erklärungen durchaus interessant und hätten vielleicht die Chance, auf diesem Weg in einer Zeitung abgedruckt zu werden. (Die Choreografie beim Derby über “Clockwork Orange” hätte sogar dringend einer zusätzlichen Erklärung bedurft.)

Leider hat sich das Spruchband der mitgereisten Grazer-Fans bewahrheitet:

“Für heute gibt’s nur a Devise, schiaßts die Grünen in die Krise!”

Ansonsten unterhielten sich die Blöcke so: “Pro Graz” aus der Nord-Ost-Ecke, “Anti-Graz” von der Süd-Tribüne.

Wir haben drei Damen zum Spiel eingeladen. Sie waren erstmals bei einem Spiel und es könnte durchaus interessante für sie gewesen sein:

Links

Rapid-Sturm

1:0 (1:0)

Nach dem “Gesetz der Serie“*) wäre ein Sieg am Programm gestanden. Und so war es auch. Es wurde ein Sieg (ein Arbeitssieg, wie viele meinen); nach dem Spiel in der ersten Halbzeit ein verdienter, nach der zweiten eher ein glücklicher.

Die Spielzüge in der ersten Halbzeit waren sehenswert und machten Hoffnung. Die Freude nach dem schönen Tor von Tamás Szántó war entsprechend groß:

Wo sind aber die Zeiten, dass es eine Tugend von Rapid war, in der zweiten Halbzeit nachzulegen? Gut, man kann sagen, dass dieser Sieg so extrem wichtig war, dass das Ergebnis mehr zählt als ein schönes Spiel. Fast wäre uns ja dann in der zweiten Halbzeit sogar das 2:0 gelungen aber die Latte hat das zu verhindern gewusst.

Während unser Gegner drei taktische Wechsel ausführen konnte, setzte sich bei Rapid das Verletzungspech fort. Gleich drei Ausfälle – Kvilitaia, Szántó, Schaub – mussten verkraftet werden, wobei Kvilitaia bis Mitte Juli ausfallen wird. Damit im Zusammenhang steht, dass Steffen Hofmann nicht zum Einsatz kam und auf seinen Einsatz für einen neuen Vereinsrekord in den verbleibenden drei Spielen hoffen muss.

Aufwärmen

Choreografie

Die Choreografie zeigte den Schriftzug “Ultras 1988” und den Untertitel “…solange noch ein Tropfen Blut durch unsere Adern zieht”.

Der Sturm-Bock textete “Sportklub Sturm Graz”, goldene Schrift auf schwarz-weißem Grund, eingerahmt von weißen (oben) und schwarzen (unten) Luftballons.

Geschafft, Abstiegsgefahr endgültig gebannt! Das alles hätten wir billiger, viel billiger haben können.

Ein bisschen ist die Situation wie seinerzeit, als Zoki als kurzzeitiger Interimstrainer nach dem Abgang von Peter Pacult erste Bundesligaerfahrung sammeln konnte. Da sich aber der neue Cheftrainer Peter Schöttel nicht bewährt hat, kam dann doch wieder Zoki zum Zug – und gut wars.

Aber eigentlich wollen wir gar nicht, dass sich das wiederholt, es soll doch besser werden, also wünschen wir dem neuen Trainer – wer immer es sein wird – viel Erfolg. Gogo wird uns ja in jedem Fall erhalten bleiben – wie kolportiert wurde.

Was wäre, wenn…

…wir gleich mit Gogo gespielt hätten? Immerhin leitete er seit April bereits 8 Spiele. Nehmen wir an, er hätte diese Ergebnisse über die ganze Saison aufrechterhalten können, hätte wir jetzt 1,67*36 = 49 Punkte und wären auf dem 5. Platz.

Links


*) Gesetz der Serie

Den Begriff “Gesetz der Serie” wurde 1919 von Paul Kammerer geprägt, damals aber eher aus den Bereich der Esoterik definiert, dass sich Dinge aus uns unbekannten Ursachen wiederholen.

Bei zufälligen Ereignissen gilt nur das Gesetz der großen Zahl, also des Mittelwerts. Aber viele Vorgänge mit durchaus zufälligem Charakter zeigen auffällige Häufungen.

In natürlichen zufälligen Ereignisse, wie zum Beispiel dem Wetter, wissen wir, dass das Wetter nicht stündlich oder täglich wechselt sondern die Tendenz hat, längere stabile Perioden zu haben, dass also die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wetterlage einige Zeit Bestand hat, größer ist als eine Änderung. Es gibt auch andere Beispiele in der Technik, die trotz aller sonstigen Zufälligkeiten solche Gesetzmäßigkeiten zeigen.

Im Fußball ist das nicht unähnlich; wir nennen das gerne einen “Lauf” – oder dessen Gegenteil, eine Negativspirale.

Gerade die abgelaufene Rapid-Saison hat uns gezeigt, dass ein bisschen Pech leicht dazu führen kann, dass Selbstvertrauen abgebaut wird und man sich in einer Negativspirale wiederfindet, und die Ergebnisse dann ebenso den Charakter einer gesetzmäßigen Serie haben.

Seit Abgang von Damir Canadi haben die Ergebnisse von Rapid einen neuen Charakter; sie sind “durchwachsen”. Es folgte nach jedem Sieg eine Niederlage und zwar ohne Ausnahme, beginnend beim Cup-Viertelfinal-Spiel gegen St. Pölten:

S N S N S N S N S

und man wäre geneigt anzunehmen, dass sich dieser Trend auch für das heutige Spiel fortsetzt. Und mit diesem Spiel haben wir das bisherige Punktemittel von 1,5 etwas überschritten und sind nunmehr bei 1,67 Punkten pro Spiel und erstmals seit November des Vorjahres ist das Leistungsmittel wieder über die 50% Marke geklettert. Siehe Grafik auf der Seite 123.ewkil.at.

Wenn sich die Serie fortsetzt, würden wir das nächste Spiel gegen Mattersburg verlieren. Aber natürlich gehen alle diese Serien wieder zu Ende und das wäre gut, denn was wir brauchen, ist Selbstvertrauen für das Cup-Finale und daher wären noch Punkte in den letzten Spielen wünschenswert, um diesen 6. Platz auch in der Schlusstabelle halten zu können und mit Zuversicht nach Klagenfurt fahren zu können.

TORNADOS Spezial, Ausgabe 39

Die Menge an Rapid-Lesestoff, die Fangruppierungen in Form von Zeitschriften zur Verfügung stellen, ist beachtlich. Die heute erstmals zum Verkauf angebotene Spezialausgabe der Tornados hatte das Schwerpunktthema “Böhmen, Mähren und Rapid” und übersetzte auf der Titelseite das Motto des Rapideum “Gemeinsam – kämpfen – siegen” ins Tschechische als společně – bojovat – zvítězit“.

Zu dieser Ausgabe habe ich eine besondere Beziehung. Im April traf ich zwei Redakteure der Tornados im Cafe Dresdnerhof und wir plauderten über die Tschechen in Wien und über die Tschechen bei Rapid. Vieles davon wurde in diesem Artikel verwendet. Ich musste mich auf dieses Treffen vorbereiten und habe dazu einiges in einem persönlichen Artikel “Tschechen bei Rapid” zusammengefasst.

Dazu möchte ich einige Ergänzungen anbringen, denn anders als dem drucktechnisch bedingten begrenzten Platzangebot einer Zeitschrift, haben wir hier im Internet Platz genug.

Warum Turnen bei den Tschechen so wichtig ist

Gleich auf Seite 5 im Tornado-Spezial steht, dass die Tschechen eine größere Begeisterung für Sport. besser gesagt Volkssport, haben. Wer das als Wiener liest, könnte vielleicht der Meinung sein, dass das doch nicht sein könne, weil wir ja Rapid und die Donauinsel haben. Es ist aber so, dass es – zumindest bei den Wiener Tschechen – ganz normal war (und ist), einem Turnverein anzugehören; passiv – also nur Mitglied – sowieso, das ist Ehrensache, aber in vielen Fällen durchaus auch aktiv; nicht nur als Leistungssportler sondern – und das ist eben der Unterschied – praktisch alle vom Kleinkind bis zu den Ältesten. Die bekannteste dieser Turnvereine ist der Sokol (Falke).

Das sind seit dem 19. Jahrhundert gewachsene Strukturen, die eine starkes Zusammengehörigkeitsgefühl dieser autochtonen Volksgruppe zur Folge haben. Vermutlich stärkten diese Bewegungen in Böhmen das Nationalbewusstsein der Kronländer und halfen dabei, als Volksgruppe in Wien bis heute zu bestehen.

Diese Sokol-Turnvereine sind über die ganze Welt verstreut, überall dort, wohin es eben Tschechen verschlagen hat. Und diese Vereine treffen alle vier Jahre zu einem großen Schauturnen zusammen. Hier seht Ihr ein Bild eines dieser Schauturnen im Gerhard-Hanappi-Stadion aus dem Jahr 1983:

Wenn man das so sieht, wird man an Aufmärsche des Tausendjährigen Reichs erinnert und so ganz falsch ist das nicht, denn die nationale Ausrichtung ist nicht zu übersehen.

Ein Sokol-Turner wird auch – wenn es soweit ist – mit militärisch anmutender Ehrenwache verabschiedet:

Diese Uniformen haben aber mit Militär nichts zu tun; es sind Phantasieuniformen, die tschechischen Trachten als Vorbilder haben.

Links zu Sokol

Zeugnis von Walter Zeman

Noch eine Kleinigkeit zu dem auf Seite 9 abgebildeten Zeugnis von Walter Zeman. Das Bemerkenswerte ist, dass es in deutscher Sprache abgefasst ist “Deutsches Reich, Reichsgau Wien”. Bis 1938 und ab 1945 waren diese Zeugnisse der (vor 1938 32) tschechischen Schulen in Wien immer in tschechischer Sprache abgefasst. Hier seht Ihr mein eigenes Zeugnis aus dem Jahr 1958:

Das Zeugnis ist vom selben Schulverein “Komenský” bei dem auch Walter Zeman zur Schule ging. Dieser Johann Amos Comenius (“Komenský”) war ein bedeutender Pädagoge im 17. Jahrhundert, der ein gesamtheitliches Lernen vorgeschlagen hat, das in tschechischen Schulen bis heute Bestand hat. Was man in Österreich heute gegen viel Widerstand versucht als “Ganztagssschule” einzuführen, heißt in Tschechien einfach nur “Schule” und funktioniert tatsächlich den ganzen Tag, bis eben die Eltern Zeit haben, die Kinder wieder abzuholen. Straßenschuhe gibt es nicht, auch keine Überkleider in den Klassenräumen.  In der Schule ist es wie zu Hause.

Sturm-Rapid

2:1 (1:0)

Die Schlüsselszene des Spiels war – für mich – das Interview von Steffen Hofmann nach dem Spiel. Ich habe Steffen noch nie so verzweifelt und abgekämpft gesehen. Trotz dieser aufopfernden Leistung der ganzen Mannschaft, vor der wir uns alle verneigen, war der wirkliche Fußballgott nicht auf unserer Seite.

Mich erinnert das an eine der ersten Szenen in der Bibel, als die Opfer des einen, Abel, angenommen und belohnt werden und die Opfer des anderen, Kain, nicht – mit den bekannten Folgen. Die Geschichte in der Bibel hat ihre eigenen Auslegungen, die uns hier nicht interessieren, aber unser Spiel in Graz hat mit diesen archaischen Figuren eines gemeinsam: die Tragik. Denn Kain hat alles getan, was er hat tun können, aber es war nicht sein Spiel.

Was man alles ins Treffen führen kann; dass man keinen “Knipser” hat, dass es an der letzten Konsequenz fehlen würde, usw. Wo genau hätten denn die Grazer diese Konsequenz gehabt? Jemand der stürzt wie Kuen vor dem Elfer, verwendet seine Arme, um in dieser Situation die Balance zu halten und hat keine Ahnung, ob ihn dabei ein Ball trifft oder nicht. Wenn die Grazer vor das Rapid-Tor kommen, sind Schussbahnen eher frei als umgekehrt; und das war das 2:0.

Und dass Graz sich erfolgreich in die Reihe der Mannschaften einreiht, die keine Sekunde darauf verwenden, das Spiel zu machen, sondern nur auf eine Konterchance oder auf die Destruktion des Rapid-Spiels lauern, bedeutet, dass es sich nicht, wie die Sprecher von SKY zu Beginn gemeint haben, ein Derby wäre, auf das man da wartet, sondern Sturm reihte sich in die Reihe jener Teams ein, die um die Spielstärle vom Rapid wohl wissen und daher ihre Chance im Konter und in der Destruktion sehen – und gewinnen.

Es ist schon ein blödes Gefühl, wenn man wieder einmal “erhobenen Hauptes” vom Schlachtfeld geschlagen nach Hause gehen muss.

Es gibt Zeiten, da verliert und gewinnt man, wie es eben das Spielglück oder -pech will. Dass man aber so vom Pech verfolgt wird, das ist sogar schon unserem Trainer Damir, der so wie sein Sportdirektor strikt Zufall im Fußball ablehnt (darüber werden wir noch gesondert philosophieren müssen), unheimlich und eine leichte Verzagtheit macht sich in den Interviews breit, denn es fällt ihm auch nicht mehr viel mehr als Durchhalteparolen ein.

Als ich Damir in der Fernsehübertragung sah, dachte ich, dass es Tage gibt, an denen man mehr altert. Und Damir dürfte bei solchen Spielen mehr noch als wir leiden. Er altert in einer Spielminute um viele Stunden oder sogar Tage – wir trinken unser Bier, das köstliche Rote Zwickl.

Was allein wir jetzt tun können ist – zusammenhalten. Insbesondere unser Block wäre jetzt gefragt, denn dass diese Mannschaft kämpft, das ist ja evident und daran liegt’s nun wirklich nicht. Ob Damir der richtige Trainer ist, das weiß natürlich niemand aber auch ihm kann man weder die Kompetenz noch das Bemühen absprechen. Auch das Präsidium ist gefordert, nicht die Panik entscheiden zu lassen. Aber bei dem tollen Spiel, das wir heute gesehen haben, könnte es genau so gut ganz anders gekommen sein. Zufall eben; denn ein Zufall, den man willentlich bezwingen könnte,  ist keiner.

Die Daheimgebliebenen:

Anmerkungen: Bei Sonneneinstrahlung ist die Bildqualität der Leinwand sehr schlecht; Abschattung wäre wünschenswert. In den Ecken wären zusätzliche Monitore wünschenswert (hinter der Bar).

Der Fall Steffen

Langsam begreifen wir angesichts der Fernsehbilder, dass eben für einen Fußballer dieses 35. Lebensjahr so ist wie für uns alle – sagen wir – das 70ste. Nichts geht mehr so wie früher und der Abschied kündigt sich irgendwie an.

Was würden wir uns alle für Steffen wünschen?

Wir werden wahrscheinlich nie mehr einen solchen Spieler bei Rapid haben. Es bedarf vieler Zufälle, dass sich ein Spieler eine so lange Zeit an einen Verein bindet. Und die heutige Zeit ist nicht nach solchen Schicksalen. Wer sich stark genug fühlt, geht ins Ausland und auch im Inland wird eher rotiert. Wir haben daher die einmalige Gelegenheit, Steffen den Status eines unvergesslichen Spielers zu verleihen, indem wir ihm so viel Spiele geben als er für einen ewigen Rekord braucht.

Und gerade die laufende Saison ist bestens dafür geeignet. Dass man über die Liga Sturm in der Tabelle überholen könnte, das ist wohl nur mehr eine Illusion. Wen stört es also, wenn Steffen in den verbleibenden Spielen, sagen wir ab der 60. Minute eingesetzt wird. Bei jedem Spiel. Dagegen spricht vielleicht der Intellekt eines Trainer-Strategen aber angesichts der Tabellensituation ist alles, was verbessert werden kann, nur mehr Kosmetik.

Wenn ich also unseren Trainer etwas bitten dürfte, dann bitte ich um den Einsatz von Steffen in allen Spielen; nicht vom Beginn, aber wenn es eben passt. Es wird nicht spielentscheidend sein. Vielleicht ist gerade diese verkorkste Saison eine Gelegenheit, ein Fußballmonument für die Ewigkeit zu schaffen.

Bilder von der Graz-Fahrt

Links

Rapid II-St. Pölten Juniors

Zu diesem tollen 5:1-Sieg kann man nur sagen, dass den Spielern von Rapid II “der Knopf” etwas früher aufgegangen ist als ihren älteren Kameraden, denn bereits in Schwechat musste man sich fragen, warum sie es nicht schaffen, endlich zu siegen.

Also bleibt uns nur, dem Team zu gratulieren, uns über die Umstände zu beschweren, denn wir waren zum Zeitpunkt des Spiels in der Rekordmeisterbar.

Es wird gewichtige Gründe gegeben haben, dass man dieses Spiel zeitgleich mit dem Schlager in Graz angesetzt hat. Aber man kann es als Stammgast bei Rapid II leichter ertragen, wenn man wüsste, warum. So bleibt es den Veranstaltern nicht erspart, dass wir uns einfach ärgern; über den Zeitpunkt; darüber, dass der Rapid-Terminkalender auch noch wenige Tage vor dem Spiel noch den falschen Tag angezeigt hat; und darüber, dass man es nicht der Mühe Wert findet, uns zu sagen, warum dieser Zeitpunkt unbedingt am Sonntag um 16:00 sein musste. Hätte man beispielsweise um 14:00 angepfiffen, wäre sich noch ein gemeinsamer Besuch der Rekordmeisterbar ausgegangen.

Blick aus dem Fenster der Rekordmeisterbar

Rapid-Viertelstunde vom 10.3.

  • Rapid lädt zum Stammtisch
  • Anmeldung zum Rapidlauf
  • Ergebnis Stadion-Voting
  • Krone Hallen Cup
  • Interview Philipp Schobesberger
  • Zum Video

Rapid-Sturm

1:2 (1:1)

Was hätten Trainer, Trainerassistenten und Tormanntrainer gegen diese beiden Tore machen können? Gar nichts! Am ehesten muss man sich fragen, ob es zu dieser Freistoßsituation zum 0:1 hätte überhaupt kommen müssen.

Der Grund für diese Niederlage sind wir leider selbst, denn solche Gegentore können immer passieren. Aber Rapid ist einfach zu schwach im Sturm um seinerseits Tore erzielen zu können, das muss man sich eingestehen. Und diese Schwäche werden wir nicht allzu bald los werden, denn die Optionen im Sturm wurden uns durch Fehlentscheidungen Andy Müller langfristig verstellt.

So elegant Osa bei Rapid II agiert, bei diesem ersten Einsatz in der Kampfmannschaft war er etwas nervös. Einige Aktionen sind gelungen, einige sind total daneben gegangen. Daher richtigerweise Austausch in der Halbzeit.

Trainer Canadi stellt sehr variabel auf. Ich finde, dass das langfristig die bessere Variante gegenüber einer festen Aufstellung ist.

Meine Begründung ist folgende: Bei einer gleichbleibenden Aufstellung in einer Bestbesetzung gibt es zwei Probleme: Wenn sich ein Spieler eine Verletzung oder Sperre zuzieht, trifft es immer den jeweils besten Spieler auf dieser Position, denn die anderen sitzen ja auf der Bank. Und das zweite Problem ist, dass die nicht eingesetzen Spieler wenig bis keine Spielpraxis haben und eventuell sogar untermotiviert sind.

Unsere aktuelle Situation mit der Verletztenliste ist nicht einmal so untypisch für den Trend zur Bestbesetzung. Es verletzten sich die jeweiligen (überspielten) Führungsspieler und das schwächt die Mannschaft ganz besonders. Würde rotiert worden sein, hätte es statistisch auch die anderen Spieler getroffen und dadurch wäre die Schwächung nicht so schwerwiegend ausgefallen und vor allem: alle Spieler fühlen sich mehr zum Team gehörig, weil alle anteilig eingesetzt werden.

Eine These ist, dass niemand eine Niederlage mehr fürchtet als der Trainer, weil er mehr als andere vom Verlauf des Erfolgs abhängt. Daher diese Tendenz zur “Bestbesetzung”, die sich aber bei einer langen Verletzten-Liste ins Gegenteil verkehren kann. Bei einem eher auf Rotation ausgerichteten Besetzungsschema hat man vielleicht nicht immer die beste Besetzung aber man hat motivierte Spieler und langfristig auch weniger schmerzhafte Verletzungsfälle.

Lieber Helge, auch den Torleuten würde eine Rotation gut tun.

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Im Ranking der Fankultur in der Bundesliga sollte man an dieser Stelle die Grazer hervorheben. Als einzige Fangruppierung haben es die Grazer geschafft, den Auswärtssektor zu füllen und Rapid bei diesem Spiel mit 26.200 Zuschauern ein fast ausverkauftes Stadion vermelden konnte.

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20 Jahre Tornados

Eine beeindruckende dreiteilige Choreografie der Tornados eröffnete das Spiel.

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Unser Fanblock spielt in einer Liga, von der wir uns spielerisch immer mehr entfernen.

Punschstand

Der Block-West lädt am 9./10. Dezember zum Punsch beim Stadion.

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Links

Sturm-Rapid

1:1 (1:0)

Das Positive zuerst. Rapid ist die erste Mannschaft in dieser Saison, die aus Graz ungeschlagen nach Hause fährt. Und immerhin waren dort Salzburg und die Austria schon zu Gast.

Ein sonderbares Erfolgserlebnis für den Anspruch, ganz vorne mitspielen zu wollen.

Rapid ist der Saisonstart nicht gerade geglückt. Wir haben 12 Punkte aus sieben Spielen; im Vorjahr waren es in dieser Runde 16 Punkte. Für die Endabrechnung ist es natürlich egal, wann genau man die Punkte sammelt.

Aber eine Saison ist wie ein Fußballspiel.

Sagen wir, Rapid spielt ein Ligaspiel. Im langjährigen Schnitt stehen die Chancen 56% : 22% : 22% auf Sieg : Unentschieden : Niederlage. Wenn man zur Pause 0:1 hinten liegt, ändern sich diese Chancen sofort und werden zu 18% : 25% : 57%.

Übertragen auf eine Saison ist das genau so. Rapid ist nach der Anfangsphase im Rückstand und daher im Zugzwang. Die Chancen sind da, aber sie sind kleiner.

Wollen wir hoffen, dass uns die kommenden englischen Wochen (8 sind es insgesamt) in der Meisterschaft gegen die ausgeruhten Grazer nicht allzu weit zurückwerfen. Heute wird es wohl ein fünfter Tabellenplatz werden. Eine Momentaufnahme nur, aber ein schlechter Start.

Und das alles bei Einkäufen, die Vereinsrekord darstellen und die dazu führen, dass Stammspieler auf die Tribüne verbannt werden und talentierte Nachwuchsspieler abwandern müssen.

Dass ein Dino Kovačec (Kroate) wegen der Ausländerquote nicht in den Kader aufrücken kann, ist schon eine fragwürdige Sache. Dass es gleichzeitig Tamás Szántó (Ungar) dennoch gelingt, liegt daran, dass er ein lupenreiner Rapid-Nachwuchsspieler ist und auf ihn diese Ausländerbeschränkung nicht angewendet wird.

Ohne die Käufe der Ausländer hätte es Dino Kovacec aufgrund seiner Leistungen bei Rapid II wahrscheinlich geschafft (und er war ja auch im Vorjahr schon bei einem Kurzeinsatz. Ja, unter Zoki). Dass man diese Talente wegen der Einkaufspolitik nicht mehr berücksichtigen kann, ist ein menschlicher, kaufmännischer und strategischer Mangel.

Nach dem bisher Gezeigten könnte Dino durchaus neben einem Traustason bestehen. Welchen Sinn haben dann all diese Nachwuchsmannschaften denn überhaupt? Welche Perspektive haben die Nachwuchsspieler? Ihr Vorteil ist, dass sie beim Vereinswechsel sagen können, dass sie von Rapid kommen und gut ausgebildet sind. Aber das ist ein strategischer Vorteil für den aufnehmenden Verein, also für unsere Konkurrenz aber nicht für Rapid.

Wir werden es in zwei Wochen in Bilbao erleben, was es heißt, wenn eine Mannschaft sich auf die eigenen Stärken verlässt und ausschließlich Spieler aus der Region ausbildet oder verpflichtet. Die wissen nämlich, für was sie sich einsetzen.

Wir lernen aus dem Spiel in Graz wieder einmal, dass im Einzelfall weder das Geld noch die Zuschauer Tore schießen. Besser ein leeres Happel-Stadion und ein Sieg (in Anspielung an die nur 5.000 Besucher beim Spiel Austria-WAC), als volles Haus und nur ein Punkt, muss man sich in sarkastischer Weise als geplagter Rapid-Anhänger denken.

Ambiente

Ausnahmsweise keine Auswärtsfahrt und mangels eigenem Fernsehvertrag landen wir im Admiral-Sportcafe im Hauptbahnhof.

Sturm-Rapid im Admiral-Wettcafe im Hauptbahnhof

Sturm-Rapid im Admiral-Wettcafe im Hauptbahnhof. Das mittlere weiße Bild ist unser Spiel. Nichts zu sehen.

Die Bildqualität ist eine Zumutung. Phasenweise sieht man gar nichts. Es gibt dafür drei Gründe:

Die Kameras stehen in Graz auf der falschen Seite. Sie schauen gegen die Sonne. Schon bei Spielbeginn ist das Bild an den Rändern angegraut. In dem Cafe konnten wir im Vergleich sehen, wie gut die Bildqualität im Bernabéu oder in den Stadien der deutschen Bundesliga ist. Dazu kommt, dass die Fenster im Cafe zu wenig abgedunkelt sind.

Aber den Hauptanteil an der schlechten Bildqualität hat das “Duell der Pyromanen” in beiden Fanblöcken. Kein Wind, und der Rauch macht es sich über dem Spielfeld gemütlich. Statt, dass die Bildregie mehr Nahaufnahmen einblendet, zeigt sie immer nur die weit hinten stehende Gesamtansicht und die wieder erzeugt wegen der Einstellung ein weißes Bild. Durch das extrem starke Gegenlicht trägt jedes Rauchteilchen zur Streuung des Licht bei und alles ist weiß. Man sieht jedenfalls mehr Rauch als die Zuschauer selbst wahrnehmen. Schlechte Bildregie.

Dass die Fernsehanstalten sich eine so unzweckmäßige Anordnung der Kameras in den Stadien gefallen lassen, ist nicht ganz verständlich. Es geht auch anders, wie die Werbung sagt.

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Rapid-Sturm

2:0 (1:0)

Zur Aufstellung

Bei den Grazern fehlt Lukas Spendlhofer, bei Rapid Jan Novota, Thomas Murg, Thanos Petsos, Stefan Stangl.

Eine Gelbsperre droht bei Sturm Donis Avdijaj, Daniel Offenbacher, Michael Esser und bei Rapid Thanos Petsos, Stefan Schwab, Srdjan Grahovac, Matej Jelic. Srdjan Grahovac zog in der 51. Minute nach einem Trikot-Vergehen seine Sperr-Option und ist daher gegen Grödig gesperrt.

Kein Spieler der Kampfmannschaft war beim Samstagspiel von Rapid II beteiligt (zuletzt waren im Einsatz Kuen, Prosenik, Schrammel und Schimpelsberger) aber sie waren auch am Sonntag nicht im Kader.

Das Vorspiel

…fand in Meidling statt. Wir aßen in der Wilhelmsdorfer Stube und fuhren erst danach zum Stadion.

Zum Spiel

Ein hoch verdienter Sieg von Rapid mit tollen Torraumszenen, mit dem schon bekannten Nebeneffekt, dass eben der Ball nicht und nicht ins Tor will. Dass es dann ein überraschender Distanzschuss von Srdjan Grahovac ist,wenige Millimeter an der Torstange vorbei ins Tor hüpft, ist auch wieder so eine Besonderheit des Fußballs. Srdjan war offenbar durch diesen Erfolg ziemlich motiviert, es später noch ein paar Mal zu versuchen. Ja, wenn das so leicht wäre, würde es immer wieder gelingen. Aber es war nicht so. Alle seine folgenden Versuche, diesen Traumschuss zu wiederholen, schlugen fehl.

Na, Spezialisten! Kann er jetzt was, oder kann er nix?

Es war das zweite Tor für Srdjan, das erste gelang ihm durch Freistoß im Heimspiel gegen Altach am 29.11.2015.

Tomi war sehr auffällig im Spiel. Immer wieder gelang es ihm den Ball noch vor den Verteidigern zu ergattern. Übrigens ist das auch dem später eingewechselten Matej Jelic gut gelungen, besser jedenfalls als in vielen Spielen zuvor. Dass er zwei Top-Chancen an die Stange setze, spricht sehr für sein Talent. Beim ersten dieser Stangenschüsse hat er den gegnerischen Tormann in eine Art überhoben, wie wir das schon seit vielen Jahren nicht bei Rapid gesehen haben.

Durch diese Fast-Tore ist die Torquote von Tomi etwas gesunken, die Minuten pro Tor sind von 90 auf 107 Minuten pro Tor angestiegen.

Beim ersten Vorstoß von Florian Kainz in der zweiten Halbzeit, schoss er, allein vor dem Tor, den Ball noch direkt in die Hände des Tormanns. Er war offenbar schon zu nahe am Tor gewesen. Bei zweiten Mal passte die Distanz zum Tor besser und der Schuss drehte sich elegant am Tormann vorbei zum 2:0, und so blieb es.

Sturm kam zwar gegen Spielende besser ins Spiel aber Richard Strebinger hielt das Tor teilweise durch sehenswerte Paraden sauber. Auch mit ein bisschen Glück, das muss man zugeben.

Konkurrenz verbessert das Produkt

Die Konkurrenz zwischen den beiden gesetzten Stürmern Jelic und Tomi ist kein Nachteil. Jeder der beiden sucht seine Nominierung durch gutes Spiel zu rechtfertigen.

Was für die Stürmer gilt, passt auch für die Arbeit der Fangruppen, von denen Rapid genug hat.

Bereits am Samstag arbeiteten die Lords an ihrer riesigen Choreografie vor dem Sektor E des Happel-Stadions.

Wir haben heuer schon ganz prächtige Choreografien der Tornados und der Ultras gesehen. Diesmal sind also die Lords dran. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Andy Marek nennt die Größe des Bildes mit 4.500 m2.

Der erste Teil des Bildes war ein vier Meter hohes Spruchband mit dem Motto der Choreografie: “Anders zu leben, kam für uns nie in  Frage, Lords Rapid”, das bis zum ersten Rang gereicht hat. Das große Transparent, das den ganzen ersten und zweiten Rang bedeckt hat, trug die Aufschrift “LORDS”.

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Nach dem Hochziehen dieses Transparents kam die darunter versteckte Fahnen/Poster-Choreografie “Rapid” zum Vorschein. Beachtlich!

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Die Choreografien der großen Rapid-Fanklubs sind in Österreich unerreicht und finden auch international große Beachtung.

Im Verlauf des Spiels gab es dann auch das Transparent “Freiheit für die Jungs aus Kloten! GL” zu lesen.

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Was heißt das schon wieder? Kloten heißt der Flughafen von Zürich. Für Fußball ist der Ort nicht bekannt. Dafür gibt’s dort aber einen Eishockey-Verein mit schlagkräftigen Fans, die am 11.3. einen Fan des gegnerischen Vereins aus Davos krankenhausreif geschlagen haben. Hier zwei von zahlreichen Berichten darüber.

Wenn also dieser Zusammenhang der im Transparent angesprochene ist, dann soll es also straffrei sein, jemanden zu verprügeln, weil er einen andersfarbigen Schal um den Hals trägt.

Der Flitzer

Das Spiel bot auch für einen Flitzer eine attraktive Bühne. Mit einem Vollbart maskiert lief er geschickt den Ordnern davon. Es ist ihm aber nicht gelungen, seine Botschaft zu präsentieren; er wurde vorher abgeführt. Man kann daher nur mutmaßen, was sein Anliegen war. Der aufgeklebte Vollbart deutet darauf hin, dass es mit Muslimen zu tun gehabt haben könnte.

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