Rapid-St.Pölten

0:1 (0:0)

Gegen einen Erfolg von Rapid sprach:

  • Heimspiel (Rapid ist derzeit eine extrem heimschwache Mannschaft, wobei die Gründe dazu vielleicht mehr im Umfeld zu suchen sind)
  • Pflichtsieg (Kühbauer: “ein X ist zu wenig”)
  • Unterschätzung des Gegners (St. Pölten ist letzter und hat erst einen Sieg gegen Mattersburg am Punktekonto)
  • Schiedsrichter Schüttengruber
  • Vier verletzte Stürmer (Fountas, Kitagawa, Schick, Schobesberger)

Dazu kam – wie Weltfußball meint – Einfallslosigkeit. Link. Einfallslosigkeit wieder bedeutet, dass man zuviel Eingelerntes wiederholt, statt sich der kreativen Fußballkunst zu widmen. Vielleicht ist man sogar etwa übertrainiert.

Es ist erstaunlich, wie wichtig unser Taxi geworden ist. Wir würden gerne im Vergleich sehen, wie sich ein Marco Fuchshofer an der Stelle von Aliou Baji getan hätte. In vielen seiner Aktionen meinte man einen großen Nachholbedarf in Sachen Ballbehandlung zu orten.

Der Schiedsrichter

Manuel Schüttengruber ist jener Schiedsrichter, unter dessen Leitung Rapid mit Abstand die wenigsten Punkte einfährt, nämlich bisher nur 1,33. Das Mittel über alle Schiedsrichter ist 1,75. Nach diesem Spiel ist dieser Wert auf 1,29 gesunken, das Mittel über alle Schiedsrichter auf 1,74. Tabelle

Irgendwie muss es zu diesem geringen Punkteschnitt kommen und dieses Spiel war wieder ein Paradebeispiel für die methodischen Pfiffe der Schiedsrichter bei Rapid-Heimspielen. Aus unserem Blickwinkel gab es vier gravierende Fehlentscheidungen zu Ungunsten von Rapid:

  • Zwei nicht geahndete Elferfouls im Strafraum (beide erste Halbzeit)
  • Ein Rückpass eines St.Pöltners zu seinem Tormann wurde mit Abstoß und nicht – wie es korrekterweise zu handhaben gewesen wäre – mit indirektem Freistoß fortgesetzt (erste Halbzeit).
  • Strebinger sah, dass sich Murg weit in der gegnerischen Hälfte befand und kein Verteidiger auf ihn aufgepasst hat. Er spielte einen hohen Pass nach vorne (weil bei einem Abstoß das Abseits nicht gilt). Murg bekam den Ball, der Schiedsrichter pfiff ab. Der Grund: Ein Rapid-Spieler lag am Boden. Also das hätte sich Herr Schüttengruber nach Abwarten des Vorteils anschauen können. Hat er aber nicht (zweite Halbzeit)

Es mag sein, dass es in der Gegenrichtung auch Fehlentscheidungen gab, aber darum müssen sich andere kümmern.

Rapid verlor mit dieser doch recht peinlichen Heimniederlage den Anschluss an das Spitzentrio, das beeindruckend an seinen Hausaufgaben arbeitet. Rapid gehört damit leider gemeinsam mit Sturm und Hartberg zu den Nachzüglern in der oberen Tabellenhälfte. Das Ergebnis des kommenden Heimspiels gegen Sturm wird das Klima und die Chancen bei einer Präsidentenwahl möglicherweise mitbeeinflussen.

Ambiente

Auffällig war, dass sich der Tipp-3-Wett-Wagen nicht an seinem üblichen Standort an der Süd-Ost-Ecke befand; er war einfach nicht da.

Rapid gratulierte Peter Pacult zum 60er.

Das Stadion gedachte zweier kürzlich verstorbener Rapid-Fans: Walter Bauer (siehe Nachruf) und Florian Albrecht, der am Montag bei einem Arbeitsunfall ums Leben kam.

Gedränge auf der Nord

Der Abgang von der Süd- und Osttribüne ist wegen der vielen Ausgänge kein Problem. Auf der Nord-Tribüne schaut das anders aus, und ganz besonders merkt man es, wenn die Tribüne – wie heute und auch beim letzten Spiel gegen Wolfsberg – voll ist. Es gibt nur zwei Ausgänge. den zur Hütteldorferstraße und einen relativ kleinen zum Umgehungsweg. Man kann auf der Nordtribüne nicht einfach nach außen gehen, sondern man muss zu einem dieser beiden Schlupflöcher gelangen. Das ergibt zwischen diesen beiden Ausgängen ein ziemliches Gedränge, das zwar wegen der disziplinierten Zuschauer (Feuerwehrleute!) nicht zu einem Problem wurde, aber auffällig ist es schon. In einem Panikfall dürfte es aber dadurch kein Problem geben, weil man dann zusätzlich die mittlere – normalerweise geschlossene – Fluchttüre öffnen kann – wenn es der gestrenge Herr Josef erlaubt.

Links

St.Pölten-Rapid

2:2 (1:1)

Von den bisher 12 Pflichtspielen gegen St. Pölten wurde nur eines verloren und das war jenes Spiel, das den Trainerwechsel bei Rapid zur Folge hatte. Zwei Spiele je eines unter Canadi und Büskens waren unentschieden. Die neue Saison beginnt also so wie auch die alte sich angefühlt hat. Wir wissen zwar, dass sich mit Siegen rasch etwas verändern kann, aber derzeit schaut das Spiel unserer Mannschaft nicht so aus.

Christopher Jäger, den Schiedsrichter der Partie haben wir vom verlorenen Spiel gegen Hartberg noch in schlechter Erinnerung, denn nach unserer Ansicht hatte er damals einen bedeutenden Anteil an der Niederlage. In der ersten halben Stunde des Spiels hatte man fast den Eindruck, als würde der Schiedsrichter besonders wohlwollend gegenüber Rapid entscheiden. Auch bei einem ziemlich heftigen Foul von Max Hofmann befürchteten wir schon eine rote Karte, doch begnügte er sich mit Gelb.

Dass sich St.Pölten als ebenbürtiger Gegner präsentiert hat, sollten wir mit Respekt quittieren. Gute Arbeit! Doch stellt das umgekehrt den Rapid-Aktiven ein eher schlechtes Zeugnis aus, bedenkt man den insgesamt größeren Aufwand, und besonders die größere Erwartungshaltung, hoch gehalten durch Durchhalteparolen, Ankündigungen, die die Fans beruhigen und “bei der Stange halten” sollten. Stimmen des Präsidenten, der im Frühjahr deutliche Leistungssteigerungen gesehen haben will. Stimmen des Trainers, der im vorigen Dezember meinte, wir würden nach der Wintervorbereitung eine andere Mannschaft sehen. Und wie anders die war, die Meistergruppe wurde verfehlt. Der Spruch wiederholte sich nach verlorenem Cup und verlorenem PlayOff gegen Sturm. Jetzt wäre eigentlich die Zeit, in der wir Veränderungen hätten sehen sollen. Aber so wirklich können wir sie nicht sehen. Und wegen dieser übersteigerten Erwartungshaltung wird bei einem Unentschieden gegen St.Pölten gepfiffen. So ganz klar ist es noch nicht, gegen wen sich die Pfiffe richten. Es scheint eher die Mannschaft zu sein, denn der Trainer dürfte noch Schonfrist haben.

Man wird das Gefühl nicht los, als würden viele Akteure bei Rapid landen, weil es der eigenen Eitelkeit schmeichelt, der Mannschaft oder dem Trainerteam des besten Vereins des Landes anzugehören, dass man aber dem hier herrschenden rauen Klima nicht gewachsen ist. Didi hat es bei einem Interview schon angedeutet, dass er sicher sei, dass nach der Sommervorbereitung bergauf gehen würde und wenn nicht, dann müsse er wohl gehen. Wir sind zwar noch nicht so weit und wir sollten uns nicht an einzelnen Ergebnissen orientieren, obwohl in der Praxis genau das geschieht. Die kritischen Spiele sind dann jene punktuellen Misserfolge, die das Fass sprichwörtlich zum Überlaufen bringen und die den Trainer den Job kosten.

Schauen wir also, was Trainer in den letzten 20 Jahren an Punkten erreicht haben. Nur Bewerbspiele wurden gewertet.

Rapid-Trainer

 37 1,59 Kühbauer D.
 67 1,73 Djuricin G.
 25 1,64 Büskens M.
 17 0,88 Canadi D.
151 1,77 Barisic Z.
 10 1,40 Barisic Z.
 82 1,61 Schöttel P.
210 1,79 Pacult P.
 23 1,09 Zellhofer G.
154 1,61 Hickersberger J.
 32 1,13 Matthäus L.
 51 1,75 Dokupil E.
 98 1,84 Weber H.

Bemerkenswert in der Liste ist gleich der Erste, Heribert Weber, der bei einem Punktemittel von 1,84 gehen musste, ein Ergebnis, das seither nicht übertroffen werden konnte. Wir sehen, dass Didi den Punkteschnitt seines Vorgängers noch nicht erreicht hat und mit diesen Ergebnissen auch nicht so schnell erreichen wird. Ist es nicht eigenartig, dass wir gute Trainer kündigen und uns danach freuen würden, auch nur ihren Punktestand zu erreichen. Das war bei Zoki so und ist auch bei Gogo der Fall.

Noch eine Zahl, die illustriert, was geschehen muss, damit Didi punktemäßig die Punktezahl von Gogo überholt. Ganz einfach: die folgenden fünf Spiele müssen gewonnen werden, also Altach, Sturm, LASK, Austria und .Admira (37*1,59 + 5*3)/(37+5) = 1,75. Da das natürlich ziemlich unrealistisch ist, wird sich eine solche Verfolgungsjagd noch einige Zeit hinziehen bis wir das erreicht haben, was wir unter Gogo schon hatten; nur eines hatten wir damals nicht: Geduld.

Nun, wie sich die Qualifikationsgruppe anfühlt, das wissen wir ja schon und würde uns freuen, auch den zweiten Wiener Verein dort begrüßen zu dürfen, damit die Gruppe nicht so fad ist.

Ambiente

Wir buchten den All-inclusive-Bereich auf der Westtribüne, denn Sonne haben wir in Hütteldorf auf der Ost-Tribüne selbst genug. Zumindest die Hälfte der Besucher dort sind Rapidler. Warum eine Eintrittskarte 50,01 € kostet ist auch eines der Rätsel der Provinz.

Der frühere St.Pöltner Biersponsor, die Brauerei Egger ist zwar in St.Pölten heimisch, doch der Geldhunger im Fußball ist groß und wahrscheinlich war das der Grund zum Wechsel zu Ottakringer. Aus dem früheren Egger-Biercorner wurde der Spusu-Corner.

Der Stadionsprecher forderte mehrmals einen St.Pöltner Autofahrer erfolglos auf, zu seinem Wagen zu kommen. Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, fügte er hinzu, dass ein Bagger versehentlich das Auto beschädigt hätte.

Die St.Pöltner sind ein gemütliches Publikum, und man kann daran auch sehen, wie schwer es ist, aus einem Event-Publikum ein stimmungsvolles Fußballpublikum zu machen,

Die vier im Hyundai waren: Gregor (Fahrer), Florian, Mario und Franz (der Autor).

Bildergalerie

Links

St.Pölten-Rapid

0:4 (0:2)

Aus welch unmöglicher Position Tore erzielt werden, zeigt die Szene zum ersten Tor. Der am weitesten vom Tor weg stehende Pavlovic (springt eigentlich verkehrt) erzielte das Tor. Er ist am höchsten gesprungen.

Nach einem Corner spring Pavlovic am höchsten – und trifft zum 0:1

So klar das Ergebnis war, es gab ein aberkanntes Tor durch St.Pölten und das Tor zum 2:0 entstand aus einem Freistoß für Rapid, der eigentlich ein Freistoß für St.Pölten hätte sein sollen. Mit ‘nem kleinen Pech…

Im etwas eigenartigen Fußballer-Deutsch titelt die SKN-Homepage “Niederlage durch ruhende Bälle”; so, als könnte sich ein ruhender Ball durch eine spontane Ortsverlagerung durch Teleportation ins Tor begeben. Wir wissen zwar, was gemeint ist…

Fan-Botschaften

Die St.Pöltner Fan-Szene wendet sich gegen den Sponsor “spusu” im Wappen.

“Vereinswappen unverhandelbar”

Die Choreografie von Rapid konnten wir nur von der Seite sehen, sie bestand aus einem eindrucksvollen “Tornados”-Transparent mit einem Pyro-Feuerwerk in der Mitte.

Die Ultras titelten “Herbert, Deine Dopingsünder ruinieren den Sport” und die St.Pöltner Fans “Kickl und Beuth, Feinde des Rechtsstaats WB04”, wofür sie von den Rapid-Fans Szenenapplaus bekommen haben.

“Kickl und Beuth, Feinde des Rechtsstaats”

Dieses zweite Transparent bezieht sich auf eine umstrittene Polizei-Aktion des Hessischen Innenministeriums, bei dem zwei Fans schwer verletzt worden sind. In Hessen ging es – nicht ganz unähnlich zu Wien – um Inhalte von Transparenten, die die Polizei eventuell gekränkt hätten, wären sie gehisst worden. Link

Rapid-Viertelstunde

Egger-Bier-Corner

Der Egger-Bier-Corner ist ein “VIP für Arme”. Es erspart das Aufladen der Stadion-Card. Um pauschal 20 Euro kann man seinen Tageskalorien-Bedarf mehr als decken.

Florian und Arnold versuchen 20 Euro in Kalorien umzusetzen
Didi beim Interview. Beim Egger-Bier-Corner kann man dem Kameramann über die Schulter schauen.
Gut besuchte NV-Arena (bester Besuch seit dem 1.4.2017, damals auch gegen Rapid 1:1)

Da der Rapid-Fansektor restlos ausverkauft war, gab es wahrscheinlich überall im Stadion versprengte Ultras-Kleingruppen, so auch in unserem Fan-Corner. Wir, die gewöhnt sind, uns auf das Spiel zu konzentrieren, bekamen daher eine Kostprobe von der Intensität des Fan-Supports. Die Kleingruppe neben uns hat “Vollgas” gegeben und die vom Block vorgegebenen Gesänge mitgegröhlt und in den Pausen noch kreative Kontrapunkte gesetzt. Was für sie sicher ganz normal war, nämlich sich weniger auf das Spiel und mehr auf die Lautstärke zu konzentrieren, war für uns ziemlich neu bis störend. Das Pausen-Bier und der Spielstand dürfte sie dann doch beruhigt haben.

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Rapid-St.Pölten

0:2 (0:1)

Rapid, eine Mannschaft mit vergleichsweise gut bezahlte Kickern, denen man hohe individuelle Qualität nachsagt,

findet gegen eine sehr disziplinierte Fünferkette der Pöltner kein Mittel. Es ist ein bisschen unfair, die Konter der Pöltner so darzustellen, als wären sie die bessere Mannschaft gewesen, denn natürlich war Rapid hinten schwach besetzt, als es darum ging, den Abwehrriegel zu knacken. Und noch schwerer wurde es, als man 0:1 hinten lag. Es war kein untypisches Spiel, das auch den Mattersburgen für den kommenden Sonntag als Lehrvideo gezeigt werden kann, unter dem Motto: “So kann man gegen Rapid gewinnen”.

Drei Riesenchancen in der ersten Halbzeit aber kein Tor, das ist zu wenig und besiegelt gleichzeitig das Ende der Ära Djuricin. Wäre eine dieser Chancen realisiert worden, wäre der weitere Verlauf des Spiels natürlich ein ganz anderer gewesen und der Trainer vielleicht noch im Amt. Es ist wie eine dieser berüchtigten “Entscheidungsfragen” der Schule. Der Schüler muss nach erfolglosen Prüfungen abschließend noch eine solche Frage gestellt bekommen. Aber verloren hat er diesen Wettbewerb nicht erst bei dieser (nicht beantworteten) Frage, das war natürlich schon vorher der Fall.

Aber ganz so klar, wie das der Block gefordert hat und wie es dann auch geschehen ist, ist die Beurlaubung von Gogo nicht, denn man kann die Schuldfrage speziell in so einem vernetzten System wie Fußball es ist, trefflich weiterspinnen und am Ende dieser “Spinnereien” hat man fast den Eindruck, als wäre alles eine Folge der Umstände, die eben bei Rapid so sind, wie sie eben sind.

  • Derselbe Trainer, der heute gekündigt wurde, erreichte als “Notnagel” in der vorigen Saison einen dritten Platz. Also ganz so “unfähig” wie er allerorten dargestellt wird, kann er doch nicht sein.
  • Als er das Amt von Canadi übernommen hat, genügte offenbar allein dessen Abwesenheit, dass sich die Situation stabilisiert hat und Rapid die Saison auf Platz 5 beendet hat. Eine gewisse Akzeptanz seitens der Mannschaft kann man ihm daher sicher nicht absprechen.
  • Rapid verliert mit Kvilitaia einen wichtigen Stürmer, der sich gerade im letzten Halbjahr wieder in die Herzen des Publikums gespielt hat (aber dazu hat es ziemlich viel Geduld desselben Publikums gebaucht). Sein Ersatz Deni Alar ist allen Zuschauern ein Rätsel. Viele meinen, er würde einen zweiten Stürmer neben sich brauchen. Genügt Knasmüllner als Assistenz nicht? In vielen Szenen erscheint Deni nicht ganz bei der Sache zu sein. Vielleicht braucht Deni noch Zeit, um sich in das System Rapid einzufügen?
  • Dann fallen zwei Stützen aus: Boli und Schobi. Ist das nicht ein Pech? Boli ist mehr als nur ein Außenverteidiger. Boli setzt Akzente im Spiel, und wenn er fehlt, dann fehlt tatsächlich etwas. Ganz ähnlich ist das mit Schobi. Seit dem vorigen Herbst ist er nicht mehr der Alte und wir hoffen alle sehr, dass er wieder dort anknüpfen kann, als er so entscheidende Tore geschossen hat. Auch Szanto ist nicht einsatzbereit. Diese Ausfälle schwächen das Team sehr. Im Bild Tamas und Schobi auf der Nordtribüne:
  • Ein nicht ganz stabiles System durch ständige Zurufe von außen zu beeinflussen, dient nicht gerade zur Hebung des notwendigen Selbstvertrauens.

Man kann daher diese Talfahrt eben auch als eine Folge dieser unerwarteten Rahmenbedingungen sehen und nicht unbedingt als eine Schwäche des Trainers; der kann sich auch – nicht ganz zu Unrecht – als ein Opfer ungünstiger Umstände fühlen.

Man könnte durchaus die Frage der Schuld an der Lage weiter nach oben verfolgen und meinen, der Sportdirektor hätte eben nicht gerade das “goldene Händchen” gehabt, als er Deni einen Vierjahresvertrag gegeben hat. Und dass die anderen Zugänge noch Zeit brauchen, wäre dann auch etwas, was jetzt eben Gogo ausbaden muss.

Aber auch Fredy selbst hat eine nicht allzu lange Decke, nach der er sich strecken kann. Den Budgetrahmen, der ihm bei den Transfers zur Verfügung steht, können wir nur erahnen, jedenfalls sind ihm enge Grenzen gesetzt, Grenzen, die nicht vermuten lassen, dass ein 30-Millionen-Klub dahinter steckt. Steckt also schon wieder ein risikoscheuer “Sparefroh” als Schuldiger in der Führungsetage? Natürlich könnte man das so weiterspinnen, nur hat der Geschäftsführer Wirtschaft auch einen Kredit zu bedienen, Sponsoren zufrieden zu stellen, Ligastrafen für den Block und 200 Bedienstete zu bezahlen. Niemand in dieser Verantwortungskette kann so handeln, wie ihm das für Rapid so richtig gefallen würde. Aus dem Vollen schöpft hier niemand. Auch das Stadion hat so seine “Mitschuld”, denn ohne die Kreditraten wäre wohl mehr “im Börserl” für den Sportdirektor.

“Den Letzten beißen die Hunde”, und das war in diesem Fall Gogo. Leider reiht sich Gogo in eine lange Reihe von Rapid-Trainern ein, die alle miteinander nicht gerade die beliebtesten Gäste bei Rapid sind. Allen haftet “Gescheitert bei Rapid” an oder sollte man besser sagen “Gescheitert wegen Rapid”? Wir können nur hoffen, dass auch einmal das Glück der Personalentscheidung zu unseren Gunsten ausfällt, denn Pech hatten wir seit Zoki schon genug. Wir wünschen Gogo das Allerbeste.

Sollten aber die Umstände tatsächlich eine “Mitschuld” an der gegenwärtigen Situation haben, dann wird wohl auch der neue Trainer mit ihnen zu kämpfen haben.

Reaktion des Blocks

Einerseits wurde seitens des Block-West eine durchaus sachliche Stellungnahme an alle Zuschauer verteilt (falls Du es nicht bekommen hast, findest Du es nach diesem Beitrag). Anderseits gab es eine stille Viertelstunde zu Beginn des Spiels untermalt vom Banner: “Unsere Nerven liegen blank, die Akkus sind leer. 15 Minuten Schweigen, denn wir wollen nicht mehr.”

In dieser Viertelstunde bemühte sich die Osttribüne ziemlich amateurhaft, weil unorganisiert, durch Anfeuerungsklatschen um Ersatz für den Ausfall des Block-West. Die Viertelstunde war aber bald ausgestanden und es ging weiter mit “Ab jetzt müsst auch Ihr alles geben, damit wir gemeinsam den Rapidgeist wiederbeleben!”

Unfreundliches Publikum

Das Banner “Go, GOGO go” wurde im Spiel gegen Spartak entwendet. Ich bestellte ein neues. Einige Tage danach wurde das entwendete Banner vom Klubservice wiedergefunden, ich hatte daher jetzt zwei, die ich beide links und recht von der Mittelauflage angebunden hatte.

Leider setzte sich das unfaire und unkameradschaftliche Verhalten auch bei diesem Spiel fort. Beide Banner wurden während des Spiels wieder von unfreundlichen Zuschauern abmontiert, die mit dem Text nicht einverstanden waren.

Unsere abgehängten Banner haben einen großen Nachteil. Schon ein kleiner Luftzug wirbelt sie durcheinander. Wie es gemacht wird, zeigen die Flaggen, die bei jedem Spiel am Dach der Ost-Tribüne aufgezogen werden. Auf der Unterseite dieser Fahnen sind Stangen eingenäht, die bewirken, dass die Fahne auch bei Wind gerade hängt.

In diesem Bild ist das aber bei der Wiener Flagge nicht der Fall. Warum? Man kann darüber rätseln, denn die Flaggen wurden während der Aufwärmphase eigens vom Stadiondach geholt und diese eine Stange aus der Wiener Flagge ausgefädelt, daher flattert sie im Bild im Wind. Es gab offenbar eine wichtigere Verwendung für diese “Briefbeschwerer”-Stange.

Mausetot

Diese Maus hat die schmachvollen Niederlagen im Stadion auch nicht ausgehalten:

Links


Der folgende Text des Block-West wurde von dem Spiel vor dem Stadion verteilt:

Rapidler,

der große SK Rapid leidet und das ganze Land ergötzt sich daran. Egal ob Kontrahenten aus der Bundesliga oder die sensationsgeilen Medien – alle warten wie die Geier auf den nächsten Fehltritt in Grün-Weiß. Man könnte die Tatsache, dass der SCR anscheinend nicht nur für uns, sondern auch für den Rest des Landes den Lebensmittelpunkt bildet, durchaus als schmeichelhaft empfinden, jedoch würde wohl jeder von uns gerne darauf verzichten. Bedauerlicherweise passiert in Hütteldorf zurzeit nicht viel, das zur Verbesserung der Situation beitragen könnte. Um den momentanen Zustand ein wenig besser analysieren zu können, müssen wir die Uhr um ein paar Jahre zurückdrehen. Nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Saison 2007/2008 konnten diverse Missstände im Verein vorerst kaschiert werden. Im Jahr 2011 folgte schlussendlich die große Ernüchterung. Wir hatten den Absprung verpasst und mussten uns eingestehen, dass die Vereinsführung nicht genug getan hatte, um den Klub auf stabilen Beinen zu halten. Das Ergebnis war ein 5. Platz in der Tabelle und der Platzsturm, welcher aus der großen Unzufriedenheit in der Rapid-Familie resultierte. In der Folgesaison blieben wir zwar bis zum Ende an Red Bull dran, doch nur ein Jahr später mussten wir uns weit abgeschlagen mit dem dritten Platz zufriedengeben, während der Feind aus Favoriten den, schon damals für unschlagbar gehaltenen, Bullen den Titel entreißen konnte.

Nach der Mitgliederversammlung im November 2013 sollte sich jedoch alles ändern. Mit Michael Krammer als Präsident und Christoph Peschek als sein Vize wehte endlich wieder ein frischer Wind in Hütteldorf. Die Forderung nach Veränderung war nicht mehr zu überhören und so blieb den führenden Köpfen keine andere Wahl, als etwas zu unternehmen. Im Jänner 2014 erfolgte die Bestellung des neuen Sportdirektors Andreas Müller. Nur wenige Monate später wurde in Hollywood-Manier das neue Stadionprojekt präsentiert. Auch das Drehbuch war bereits geschrieben. Die Übergangsphase im Prater Oval sollte mit gebündelten Kräften aller Rapidler übertaucht werden, um dann in die grüne Hölle einzuziehen, welche uns von alleine zum Meistertitel tragen würde. Das damals ausgesprochene Ziel der Top 50 in Europa könnte nach heutigem Stand übrigens einer Satire entstammen.

Es hat schon fast einen großen Hauch von Ironie, wenn man bedenkt, dass gerade in den beiden „Happel-Saisonen”, hinter den immer stärkeren Bullen, jeweils die Vize-Meisterschaft errungen werden konnte. Seit der Rückkehr nach Hütteldorf befindet sich unser Verein nämlich in einem sportlichen Chaos. Während der wirtschaftliche Sektor zweifelsohne seine Hausaufgaben erledigt und der Kontostand steigt, müssen wir dabei zusehen, wie die, im neuen Weststadion sehr forcierten, Rapid-Tugenden „GEMEINSAM, KÄMPFEN, SIEGEN” immer mehr verloren gehen. Mit Fredy Bickel als Sportdirektor haben wir zumindest positive Ansätze, jedoch reicht das Cup-Finale 2017 nicht aus, um die grün-weiße Seele zu beruhigen. Die einfachste Lösung in Form eines Trainerwechsels hat in den letzten zwei Jahren keine Früchte getragen.

Nach Zoki, Büskens und Canadi ist nun Gogo an der Reihe. Letzterer bekommt momentan den gesamten Frust aller Rapidler zu spüren. Auch wir als aktive Fanszene sind der Meinung, dass Djuricin nicht der richtige Mann ist, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Dabei sprechen wir ihm gar nicht ab, dass er sein Bestes gibt. Wenn das Beste jedoch nicht gut genug ist, um Rapid zur alten Stärke zurückzuführen, dann ist seine Zeit als Trainer abgelaufen. Bei „GOGO RAUS” von einer Hetzjagd zu sprechen, ist also schlicht und einfach nicht richtig, wobei dieser Brief eben auch dazu dienen soll, die Gedanken hinter den, im Stadion möglicherweise plump klingenden, Sprechchören zu erörtern. Die momentane Krise nur dem Chefcoach in die Schuhe zu schieben wäre jedoch zu kurzsichtig und einfach, zumal diese nicht erst seit einigen Monaten andauert. Aus diesem Grund müssen wir versuchen, die Gründe ebenfalls woanders zu finden. Unser Verein weist mittlerweile einen großen Betreuerstab auf, dessen Aufgabe es ist, die Spieler optimal auf die 90 Minuten vorzubereiten. In diesem Fall muss man jedoch sagen, dass unser Tormanntrainer Helge Payer anscheinend als einziger im Stande ist, seine Burschen dazu zu bringen, die Theorie aus dem Training auf dem Feld in die Praxis umzusetzen. Bezüglich des restlichen Staffs sei gesagt, dass man sich wohl in jedem anderen leistungsorientierten Job als Mitarbeiter mit personeller Verantwortung bei dieser Performance die Frage „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?” gefallen lassen müsste.

Weiters begleitet uns seit vielen Jahren das leidige Thema der Jugendarbeit. Ein Punkt, in dem uns heimische Mitbewerber, mit einem weitaus kleineren Budget, hinter sich lassen. Der SK Rapid muss für junge Kicker wieder eine attraktive Adresse mit guten Entwicklungschancen werden. Nur so kann der Klub langfristig gestärkt werden und in einigen Jahren von großen Talenten zehren. Hierfür braucht es natürlich eine Jugendakademie mit professioneller Infrastruktur, welche sich bedauerlicherweise beim österreichischen Rekordmeister seit einer gefühlten Ewigkeit in Planung befindet.

Natürlich darf bei einer Ursachenforschung die Mannschaft nicht außen vor gelassen werden. Sie ist es, die zu guter Letzt mit grenzenloser Motivation, Kampfgeist und Siegeswille am Platz glänzen muss. Leider vermitteln unsere Spieler jedoch, mit einigen Ausnahmen, seit mehreren Jahren das Gefühl, als wäre ihnen der Verein nicht wichtig genug, um alles Erdenkliche in Erfolge mit eben diesem zu investieren. Man könnte jetzt durchaus überlegen ob es vielleicht „nur” ein allgemeines Problem der heutigen Spielergeneration ist, die z. B. nach Niederlagen lieber damit beschäftigt ist, mit gestylten Frisuren in Smartphone-Kameras zu grinsen, anstatt sich die Haare zu raufen. Fakt ist, dass so eine lockere wie auch respektlose Einstellung bei Rapid keinen Platz haben darf und jeder einzelne im Kader sich über seine große Verantwortung dem Wappen gegenüber bewusst sein muss.

Somit wären wir auch schon bei der Selbstreflexion angekommen. Wir, als aktive Fanszene, wissen natürlich, dass unsere Taten nicht immer zur Entschärfung von Krisen beitragen, zumal das Land Österreich über ein Menge Journalisten verfügt, die unter dem Deckmantel ,,freier Journalismus” schwere Denunziation betreiben und es schaffen, aus jedem Thema eine riesige Schlagzeile zu machen, der seitens der breiten Bevölkerung auch Glauben geschenkt wird. Ein Entern des Spielfeldes nach dem Derby stellt selbstverständlich ein gefundenes Fressen dar und eine sachliche Kritik an der Sinnhaftigkeit dieser Aktion ist nachvollziehbar. Der Vorfall ist jedoch nur eine von vielen Alarmglocken, die verdeutlichen sollten, dass die Allgemeinsituation bei unserem geliebten SCR nicht mehr tragbar ist.

Der SK RAPID WIEN verfügt über eine Fangemeinde von rund einer Million Menschen. Davon gibt es einen Bruchteil, für den der grün-weiße Mythos das Dasein bestimmt. Eine erfolglose Rapid raubt diesen Grün-Weißen viel Lebensenergie. Der Zeit des Leidens muss also endlich ein Ende gesetzt werden.

Als Zeichen des Protests wird der Block West heute bis zur 15. Spielminute schweigen. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, jedoch haben wir das Ende unseres Geduldfadens erreicht. Wir wollen und können nicht wie gewohnt weitermachen.

Hiermit hoffen wir, dass der Weckruf von allen Verantwortlichen ernst genommen wird und fordern gleichzeitig alle Rapidler am Platz, auf der Bank, in der Röhre sowie in der Kurve dazu auf, ihren Teil zu einer glorreichen Zukunft unserer größten Liebe beizutragen!

Rapid-St.Pölten

2:1 (1:0)

Wegen der ausnahmsweise ganz besonderen Position zum Fotografieren (Reihe 11, Platz 69 der Westtribüne), stelle ich das Bild vom Spielbeginn an den Anfang: Stefan Schwab, Richard Strebinger und Louis Schaub bei der Begrüßung der Schiedsrichter. 

Ich erinnere mich an Zeiten, die gar nicht so lange her sind, als man froh gewesen wäre, gegen die (vermeintlich) Kleinen gewinnen zu können. Heuer gab es gegen die (vermeintlich) Kleinen den dritten Sieg in Folge (WAC 5:1, Mattersburg 4:2, St. Pölten 2:1) und eigentlich wäre das ein Anlass zur Freude. Was macht das Publikum? Es pfeift! 

Außerdem wäre der Umstand, dass wir heute nach dem Spiel mit 49 Punkten schon um drei Punkte mehr als in der gesamten vergangenen Saison (46) haben, ein Grund, unser Team zu beglückwünschen. Stattdessen wird genörgelt und ein hoher Sieg gegen den vermeintlich Kleinen gefordert.

Dass der Unmut an der ineffektiven Spielweise von Philipp Schobesberger möglicherweise auch sehr kontraproduktiv ist – übrigens auch die Kritik des Sportdirektors vor einiger Zeit, zeigte uns ein Kommentar von Florian Sturm, an dessen Tisch wir sitzen durften. Florian verwies auf die Sensibilität mancher Spieler und dass es für eine Höchstleistung ein optimales Selbstvertrauen benötigt, das aber durch die andauernde Kritik untergraben wird und der Spieler daher nicht “auf Touren” kommt.

Ballkünstler

[Dieser Absatz ist speziell für den Zweifler Arnold gedacht.] Die Sensibilität von Spielern, die sich in grenzwertigen Situation wie eben bei einem Fußballspiel stark auswirken kann, erinnert auch an die fallweise sensible  Natur von Künstlern und der Ausdruck “Ballkünstler” bekommt dadurch eine weitere Facette. 

Trainerwechsel

Jede Mannschaft wird nach einen Trainerwechsel dem Training und dem Spiel eine erhöhte Aufmerksamkeit schenken und der “Trainereffekt” in den ersten Spielen nach dem Wechsel muss noch gar nichts mit der Qualität des alten und des neuen Trainers zu tun haben. Dass Rapid das erste Spiel nach einem Trainerwechsel beim Gegner bestreiten musste und noch dazu mit Didi Kühbauer auf der gegnerischen Bank, machte das Spiel für Rapid nicht gerade leichter. Didi erwähnte daher auch bei der Pressekonferenz, dass seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit seine Vorgaben gut umgesetzt und nur knapp einen Punktgewinn verpasst habe. 

Warum verwandelte Strafstöße wiederholt werden?

Der häufigste Anlass zu Wiederholungen von Strafstößen ist der Umstand, dass Spieler zu früh in den Strafraum laufen. Wann aber ist das für wen ein Nachteil?

Sollte der Ball gehalten werden und zurückprallen, hoffen die Stürmer auf eine Nachschussmöglichkeit und die Verteidiger auf die Möglichkeit der endgültigen Klärung. Wenn aber der Schuss verwandelt wurde, sind diese Möglichkeiten gar nicht mehr gegeben, und das Hineinlaufen ist ohne Bedeutung.  Warum also die Wiederholung? 

Man könnte einwenden, dass die in den Strafraum hineinlaufenden Spieler den Tormann irritiert hätten. Ich glaube das aber nicht, denn der Tormann ist voll auf seine vorkalkulierte Reaktion konzentriert. Ich erinnere mich nicht – im Gegensatz zu vielen anderen Entscheidungen, dass ein Tormann sich nach dem Spiel wegen des vorzeitigen Hineinlaufens der Spieler beschwert hätte, was er aber tun würde, wenn er es als einen Nachteil sehen würde.

Eine weitere eindeutige Situation bei einem Elfmeter ist die, dass der Ball vom Tormann gehalten und fixiert wird. Auch dann ist das vorzeitige Hineinlaufen der Spieler bedeutungslos. 

Viel interessanter ist der Fall, was der Schiedsrichter tut, wenn der Ball nur abgewehrt wurde und ins Spielfeld zurückprallt. Ich kann mich nicht erinnern, einen Fall erlebt zu haben, wo dann der Schiedsrichter das Spiel wegen vorzeitigen Übertretens abgebrochen hätte und eine Wiederholung angeordnet hätte. Aber gerade in diesem Fall hätte dieses Übertreten eine gravierende Wirkung. 

Ich vermute, dass der Grund ist, dass durch die erfolgreiche Abwehr eine neue Situation entsteht und man mit dem Bewerten dieser neuen Situation beschäftigt ist und das vorzeitige Übertraten nicht mehr als relevant einstuft, obwohl es gerade in diesem Fall eine Rolle spielt. 

Nach meiner Ansicht erfolgt die Wiederholung eines Strafstoßes praktisch immer aus einem rein formalen aber völlig irrelevantem Grund und die meisten Wiederholungen erfolgen nach einen bereits erfolgreichen Torschuss. Das ist von Nachteil für den Angreifer, weil das sichere Tor durch einen neuerliche (etwa 80-prozentige)  Chance ersetzt wird. Die Wiederholung nach einem verwandelten Elfer begünstigt daher die bestrafte Mannschaft. Das Übertreten sollte nur dann geahndet werden, wenn danach der Tormann den Ball abwehrt. 

Verhinderung einer Torchance

In der zweiten Halbzeit gab es eine kuriose Szene von dem St.Pöltner Tor. Louis Schaub will einen Freistoß im Strafraum kurz abspielen und wird vom gegnerischen Tormann daran gehindert. Das war nicht nur eine Unsportlichkeit sondern nach meiner Ansicht eigentlich die tätliche Verhinderung einer Torchance im Strafraum, also hätte es dafür eine gelbe Karte und einen Elfmeter geben müssen. Stattdessen gab eine Beschwichtigung durch den Schiedsrichter und wie zu erwarten war, wurde die Chance vergeben.

Was war bei diesem Spiel anders?

  • Es gab keine Stadionzeitung!
  • Die Süd- und Nordtribüne waren wegen eines Urteils der Bundesliga gesperrt und außerdem die an die Süd- und Nordtribüne angrenzenden Sektoren.
  • Die Auswärtsfans wurden auf der Osttribüne untergebracht
  • Die Plätze im Auswärtssektor wurden an gesperrte Abonnenten verkauft, die wenigstens 12 Heimspiele besucht haben, hier ein Blick auf den ausnahmsweise ausverkauften Auswärtssektor
  • Neuer Rapid-Sponsor “Scheiss-Bundesliga”
  • Das Aufwärmen erfolgte seitenverkehrt
  • Die Zuschauerzahl war knapp 10.000. Weniger Zuschauer waren nur bei dem Eiskasten-Cupspiel gegen Ried.
  • Wir waren ausnahmsweise zu Gast auf Ebene 2 der West-Tribüne.

“Gegen Kollektivstrafen”

…so lauteten die Spruchbänder des BlockWest und auch der Gäste aus St. Pölten. Die seltene Einigkeit und auch der Inhalt wurden von Publikum kräftig beklatscht. 

 

Sinn oder Unsinn von Kollektivstrafen

Das Nachdenken über die Sinnhaftigkeit von Kollektivstrafen lenkt ein bisschen von der Sinnhaftigkeit des Werfens von Feuerzeugen ab.

Zuletzt wurden solche Strafformen in der Zeit des Nationalsozialismus angewendet, heute gibt es sie nur mehr in Nordkorea. (Wikipedia “Sippenhaftung“).

Was man aber nicht abstreiten kann, ist der Umstand, dass alle an Rapid Interessierten sich in den letzten Wochen über das Thema Gedanken machen und die wichtigste Frage, ob der eigene Sitzplatz von der Sperre betroffen ist, macht praktisch jeden Stadionbesucher zum Betroffenen. Der mit diesen Sperren praktizierte Aufwand trifft auch die disziplinierten  Fans und es entsteht ein Interessenkonflikt aus Solidarität zu den Werfern (entstanden durch das gemeinsame Feindbild Bundesliga) und aus den Mühen, die durch die wiedereinmal Grenzüberschreitung für alle entstehen, vom finanziellen Verlust ganz abgesehen. Sollte sich das Szenario wiederholen, könnte die Solidarität bröckeln und das wäre ein Motiv, auf das die Bundesliga baut. 

Rapid-Viertelstunde vom 6.4. auf W24 

In einem ausführlichen Interview erklärt Christoph Peschek die Situation der Sektorensperre vor dem Spiel und Rapid hat diese Auflagen beim Spiel sehr genau eingehalten. 

In dieser Folge schildern Funky Feurer und Andy Marek die Situation auf der Pfarrwiese, die viele der heutigen Stadionbesucher noch erlebt haben.

Mit dem Bau des Allianz-Stadions ist ein ganz großer Schritt nach vorne getan worden, nur haben wir uns alle noch nicht ganz an das neue Zuhause gewöhnt.

Die Spieler machen den Eindruck einer unerklärlichen Heimschwäche. Kaum zu glauben, dass dieselbe Mannschaft in Mattersburg eine so große Spielfreude an den Tag gelegt hat und dieselbe eine Woche später vermissen ließ. 

Die Zuschauer werfen noch immer Feuerzeuge wie sie es in alten Zeiten gelernt haben, obwohl sich vieles geändert hat, vor allem der Grad der Öffentlichkeit, der Fußballspielen heute zukommt. Und diese Öffentlichkeit hat durch das neue Zuhause noch deutlich zugenommen. 

Diesen Nivellierungsdruck (nach oben) will der BlockWest nicht mitmachen. Ein Schreiber in Forum rapidfans.at – es ging um die Formulierung der Texte auf den Spruchbändern – hat es einmal so ausgedrückt, dass “er sich seine Sprache nicht nehmen lassen wolle”, und als ich das las, habe ich ihm spontan Recht gegeben. Es war irgendwie entwaffnend. 

Zuschauer wünschen sich dieses weniger Geregelte “oldstyle” zurück, und drücken es durch das Eingreifen in das Spielgeschehen aus, was auch so seine Tradition haben dürfte. (siehe Schilderungen in der Rapid-Viertelstunde). Für die Spieler ist aber “oldstyle” absolut kein Thema mehr, wie man an dem Interview gut ablesen konnte. Und wir sollten langsam akzeptieren, dass die neue Qualität des Angebots im Allianz-Stadion auch eine Anpassung des eigenen Verhaltens an die Umgebung nach sich ziehen sollte. 

Im VIP, Ebene 2

Es mangelt an nichts im VIP-Bereich des Allianz-Stadions. 

Diese Bilder entstanden zwei Stunden vor dem Spiel. Die Dichte an “Bewirtung”, mit der sich die beiden Ebenen im Vollbetrieb präsentieren, muss man einmal erlebt haben. 

Wir hatten einfach Glück! Etwas helfen wir dem Glück nach, indem Versicherungsverträge nicht auf einen Namen laufen sondern auf alle drei aufgeteilt sind, wir also damit unsere Gewinnchance erhöhen.

Als praktisch lebenslange Allianz-Kunden nehmen wir seit den Anfängen an jedem Allianz-Gewinnspiel teil und vor einigen Monaten hieß es, dass der Franz einen Rapid-“Hoodie” gewonnen hätte. 

Aber das Glück war noch einmal auf unserer Seite, denn am vorigen Freitag bekam ich die Nachricht, dass Silvia zwei VIP-Karten für das St.Pölten-Spiel gewonnen hätte. Ich besuchte Florian Sturm an seinem Dienstort am Hietzinger Kai…

…und bekam die Tickets. Am Spieltag saßen wir an einem Tisch der Allianz mit Florian Sturm auf Ebene 2. Welches Privileg es ist, Gast in der Ebene 2 der Röhre zu sein, sieht man daran, dass nach Spielende zwei Gäste der Ebene 1 erfolglos versucht haben, “für nur eine Minute” mit einem anderen Gast der Ebene 2 sprechen zu dürfen. Keine Chance!

Auf Ebene 2 befindet sich auch die Spieler-Lounge, in der die Spieler nach dem Spiel ein Abendessen serviert bekommen. Und am Weg dorthin gibt es Gelegenheit zu gemeinsamen Fotos. Hier Joelinton auf der Bühne von Ebene 1, Florian mit Armin Mujakic, Georgi Kvilitaia und Galvao!

Ein außergewöhnlicher Tag geht zu Ende! Das Spiel mit etwas “Masl” gewonnen, viele Eindrücke gesammelt.

Wenn Du auch einmal Gast in “der Röhre” sein willst, mach’ einfach beim Allianz-Gewinnspiel mit. Die Auslosung erfolgt rein zufällig, Allianz-Kunden haben Chancen auf mehr und höhere Gewinne (siehe Bedingungen). 

Pro Allianz

Die Haltung der Blocks gegenüber dem “modernen Fußball”, also insbesondere gegen die diversen gewinnbringenden Partnerschaften ist wenig konstruktiv. Es ist unlogisch, irgendwo “in Europa” mitspielen aber die Spielregeln des modernen Fußballs nicht zu akzeptieren zu wollen.

Ich finde es im Gegenteil sehr wichtig, dass möglichst viele unter den Rapid-Fans auf die Angebote eingehen, die Partner von Rapid an uns herantragen, sei es die täglich verwendbare CashBack-Card oder eben die persönliche Versicherung bei der Allianz. Es geht nicht darum, viel Geld einzusetzen, es geht darum, dass viele es tun. Wir fühlen uns nach dem Transfer unserer Versicherungen zu Florian Sturm bestens betreut und die Verbindung zu Rapid macht die Versicherung für uns doppelt wertvoll. Wir haben das Gefühl, einen Beitrag für unser gemeinsames Anliegen “Rapid” geleistet zu haben. 

Auf zum nächsten Gewinnspiel!

Links

St.Pölten-Rapid

0:5 (0:2)

Wir haben zwar gegen den Letzten gespielt, aber das haben andere auch, etwa Sturm(3:2), Austria(0:1!) und RB (3:1). Es war der höchste Sieg einer Mannschaft gegen St.Pölten in dieser Saison überhaupt!

Sehen wir es historisch. Kantersiege sind selten. Insgesamt 64 Mal in der Rapid-Geschichte, also etwa jedes zweite Jahr, kommt es zu einem 5:0-Erfolg. Der letzte derartige Erfolg war der Auftaktsieg im neuen Stadion in der ersten Runde der vorigen Saison gegen Ried. Und in der Saison 2015/16 gab es zwei Erfolge dieser Qualität, das letzte Spiel in St.Andrä, bei dem es aber um nichts mehr ging und den 6:1-Auswärts-Erfolg gegen Mattersburg.

Wie kam es dazu?

Wer die Kommentare des Publikums mitgehört hat, meint, Rapid wäre drauf und dran gewesen, zu verlieren.

Leider können wir die Besprechungen in der Kabine nicht mithören; uns bleibt nur die Interpretation des Spiels. Der Anfang, die ersten 30 Minuten waren gar nicht in einem Stil, der einen Kantersieg hätte vermuten lassen. Im Gegenteil, war St. Pölten angriffiger und Rapid zog sich mit zahlreichen Rückpässen zum Tormann zurück.

Und das kann durchaus auch Absicht gewesen sein, weil ja das Hauptproblem der vielen Unentschieden ist, dass unser Sturm durch die dicht gestaffelten Verteidigungsreihen nicht durchkommt. Möglicherweise war es Absicht, den St.Pöltnern Mut zu machen, durchaus mit einem gewissen Risiko. Dieses “Mut machen” hat die Folge, dass die Verteidigung der gegnerischen Mannschaft hoch steht und man Räume vorfindet.

Und so hat sich auch das Führungstor angefühlt, denn Joelinton bekam einen perfekten Pass und enteilte den Verteidigern, überspielte den Tormann und traf das leere Tor (was ja nicht immer der Fall ist und daher soll es auch besonders hervorgehoben werden). Ein ganz ähnliches Premierentor gelang übrigens nach der Pause Berisha. Ein solches Tor würde man eigentlich eher von der verteidigenden und spielschwächeren Mannschaft erwarten, aber es war genau umgekehrt, vielleicht also – wissen tun wir’s ja nicht – eine taktische Meisterleitung?

Dass ein langsames Anlaufen beim Elfer einen Vorteil bringt, kann man nicht sagen. Es wirkt unsportlich und der Tormann hat wegen der absichtlich verlangsamten Bewegung die Möglichkeit, die Schussrichtung besser zu vorauszusehen. Das folgende Bild zeigt den gehaltenen Elfer beim Stand von 3:0.

Als in der 86. Minute Steffen Hofmann eingetauscht wurde, hängten wohl die Augen aller Rapidler an ihm und es war wohltuend zu sehen, wie Steffen das Spiel in der kurzen Zeit an sich zog und klug die Bälle verteilte und auch die Vorlage zum 5:0 beisteuerte.

Ambiente

Wir buchten – wie schon beim letzten Spiel in St.Pölten – Plätze im Egger Bier Corner (46,- Euro) und konsumierten ein gemütliches Low-Level-All-Inclusive, vielleicht das letzte.

Im Bild Gregor, Florian und Arnold. Christian haben wir beim Block abgegeben.

Links

Bilder ⚽ News vom Tage ⚽ Stadionzeitung ⚽ Statistik

Neujahrswünsche

Da es das letzte Spiel in diesem Jahr war, verwenden wir den Gruß eines St.-Pölten-Sponsors, um unserer Mannschaft und allen Lesern dieses Tagebuchs für das kommende Jahr alles Gute zu wünschen, vor allem natürlich gleich für das erste Spiel gegen die Austria.

Rapid-St.Pölten

1:0 (1:0)

Würden wir unvoreingenommen in jedes Ligaspiel gehen, könnten wir uns mehr über Erfolge freuen. Anderseits kann man dem Publikum eine gewisse Überheblichkeit nicht verdenken, wenn wir sehen, dass gerade einmal 60 Anhänger von St. Pölten die “beschwerliche Anreise” einer halben Bahnstunde nach Hütteldorf geschafft haben.

Unsere Einschätzung des Gegners ist auch die auch die der Buchmacher und daher empfinden wir alles, was bei der Quote 1,2 : 5,0 : 8,0 nicht ein Kantersieg ist, fast schon als eine Kränkung. Wir haben bis zur letzten Minute gezittert und unserem Tormann sei gedankt, dass er zumindest drei sehr gefährliche Schüsse bravourös pariert hat. Zwar war laut Spielstatistik das Schussverhältnis mit 21:8 für Rapid eine klare Sache, da aber nur die Tore zählen, hat es das Lederer-Team verstanden, alle diese Angriffe zu neutralisieren.

Dass es mit dem Trainerwechsel in St. Pölten nun aufwärts gehen wird, kann man nach diesem Spiel doch fast vermuten. Die Truppe von Oliver Lederer kann das schon in der nächsten Runde gegen den LASK unter Beweis stellen.

Scorer bei Rapid

Nachdem Louis Schaub wieder eine Torvorlage geliefert hat, hier ein Blick auf die aktuelle Scorerwertung der Bundesliga:

Die immer wieder kritisierten Schaub und Schwab sind immerhin sehr wichtige Stützen unseres Teams.

Warum man unsere Stürmer in dieser Tabelle nicht findet, liegt wahrscheinlich auch an der eher sonderbaren Einkaufspolitik von Rapid. Da hätte man mit Prosenik einen Inländer, dem man mit Stürmertraining vielleicht auf die Sprünge helfen könnte aber man kauft stattdessen weitere Ausländer, die dem Trainer das Aufstellen erschweren und eigentlich qualitätsmäßig nicht dem Anspruch genügen, der da einmal ausgerufen wurde, dass ausländische Spieler nur dann zum Zug kommen sollen, wenn sie deutlich bessere Leistungen bringen als inländische. Wir haben zwar einen “Berisha” aber da ist nicht “Berisha” drinnen. In welcher Hinsicht Veton besser sein soll als Prosenik, ist einem Zuschauer bisher verborgen geblieben. Da hätten wir mit Sobczyk einen Stürmer im Talon gehabt, den man hätte auch bei Rapid aufbauen können. Stattdessen holen wir mit Berisha einen Stürmer aus dem Ausland, der auch eher noch ein grundlegenderes Aufbautraining benötigt.

Tabellenvierter gegen Tabellenletzen

Ob nun dieser 1:0-Sieg der Tabellenvierten gegen den Tabellenletzten rapidwürdig war, zeigt ein Blick zur Premier-League. Dort spielte heute ebenfalls der Tabellenvierte Chelsea gegen den Tabellenletzten Crystal Palace – und verlor 2:1. Nur, weil man “Rapid” oder “Chelsea” heißt, muss es nicht immer “schnell” aufwärts gehen – wie man am englischen Beispiel sieht.

Ambiente

Etwa eine Stunde vor Beginn sind alle Ordner auf ihrem Platz – Auch der Stand für die Mitglieder-Werbeaktion ist bereits besetzt –  Zucker wird beworben –  Jáns Armbänder und mehreren Lagen – Jáns Brustschmuck, alles erinnert ein bisschen an indianische Skalps – Ján sucht noch immer eine nette Frau – Die optimistischen Quoten – Rapid begrüßt den Gegner mit dessen Landesflagge – Unter größten Mühen erklimmt ein junger Mann die West-Tribüne.

Dekoration für die Röhrenmenschen

Man hat ein bisschen den Eindruck, als wären die Zuschauer der LowCost-Tribünen eine Art Dekoration für das Spektakel in der Röhre.

Alle reden von großartigen 24.000 Besuchern; und in österreichischen Dimensionen gedacht, ist dieser Spielbesuch in der Tat bemerkenswert. Aber diese Besucher zählen nichts, wenn’s ums Geld geht. Richtig viel Geld gibt’s nur in der Röhre.

Artig halten Yashi, Joey und Philipp das Transparent zur Pink-Ribbon-Kampagne in die Kameras, und zu den VIP-Gästen, aber die restlichen 22.000 sehen die Botschaft nicht. Und das ist nicht nur bei dieser Aktion der Fall, das ist auch in allen anderen Fällen so.

Könnte man nicht ein bisschen Bewegung in die Präsentation bringen und die statische und einseitig zur West gerichteten Choreografie etwas dynamischer gestalten, indem man das Transparent nach dem Foto-Shooting etwas durch die Gegend schleppt, damit auch das Publikum auf den billigen Plätzen die Botschaften lesen kann? Brustkrebs können schließlich alle bekommen, nicht nur die VIPs, oder?

Die Aktion des ÖFB gegen Diskriminierung hat bisher in Hütteldorf nicht Station gemacht, vielleicht kommt sie ja noch beim Admira-Spiel.

Rapid, eine echte Familie

Der noch vor dem ersten Weltkrieg geborene Otto Filipsky bekam von Andy Marek eine Stadionjacke und eine Zeman-Kappe als Geburtstagsgeschenk. Beachtlich! Sowohl, das Alter, das wir uns alle in dieser Fitness wünschen würden, aber auch das Familiäre dieser Gratulation, die immer wieder zeigt, dass hier eine Familie zusammen feiert. Erwähnenswert auch der auffällig starke Applaus, der die Anteilnahme des Publikums für diesen Rapid-Veteran gezeigt hat.

Ich schließe mich beeindruckt den Gratulanten an und wünsche Otto Filipsky alles Gute zum 105. Geburtstag und noch viele Spiele mit Rapid.

 

Mitgliedertag

Wir haben den Mitgliedertag genutzt und Freunden, die an Fußball interessiert sind, durch die Gratiskatenaktion zum Spiel eingeladen. Ilona, eine begeisterte Fotografin, hat sich mit einem tollen Geschenk revanchiert: ein Foto von unseren Plätzen auf der Ost im Sektor 11, gesehen von der Nordtribüne:

Andreas Schieder, Max Wehsely, Franz, Florian

Danke Ilona!

Choreografie

Im Hintergrund (eher schlecht ausgeleuchtet) eine grün-weiß-blau-rot-weiße-grüne Fahnenwand, davor ein Meer von Doppelhaltern. Was immer wieder beeindruckt, ist die Vielfalt der Ideen. Man hat als Betrachter den Eindruck als würden hier viele kreative Köpfe um die beste Gestaltungsidee konkurrieren.

Wien ist von St. Pölten in 30 Bahnminuten erreichbar (ca. 9,- Euro mit der Westbahn). Dass es nur etwa 60 Anhänger der dortigen Mannschaft nach Wien geschafft haben, zeigt von einer gewissen Lethargie der jungen Vereine was ihre Fanarbeit betrifft.

Go West

Im Block wurde auch die Ausgabe “Go West” verteilt. Über den Link könnt Ihr Euch das Flugblatt downloaden. Herausgreifen möchte ich einen Satz zur Choreo: “Nach der Choreo wird alles wieder nach unten gegeben, wer sich etwas einstecken will, riskiert schwere Watschn!” 🙂  In dieser Ausgabe des “Go West” wird auch auf die Möglichkeit zur Teilnahme am Corteo am kommenden Sonntag hingewiesen. Treffpunkt Sonntag, 22.10. 13:12 beim Riesenrad. 

Ausklang

Wir bleiben gerne noch ein paar Minuten im Stadion, weil man danach den Heimweg ohne große Drängerei antreten kann. Auf den Monitoren wird die Pressekonferenz direkt  übertragen, was sehr löblich ist. Leider hat sich niemand die Mühe gemacht, sich das einmal vor Ort anzuhören. Man versteht nämlich kein Wort. Auch dann nicht, wenn man sich unmittelbar zu dem nächstgelegenen Lautsprecher stellt. Ziemlich verbesserungswürdig! Das betrifft auch die Übertragung von Andys Ansagen vor dem Spiel. Viele verbringen diese Minuten in den Katakomben unter den Rängen und die eine oder andere Information könnte durchaus ihren Adressaten finden, wenn, ja wenn man etwas hören würde.

Ein Blick von Sektor 12 auf die Siegesfeier in der Röhre.

Martina, vor den Vorhang

Bei der Heimfahrt in der U4: “Du, dort steht Martina!” Wer ist Martina?” “Na, unsere Facebook-Freundin!”

Normalerweise sprechen wir andere Rapid-Fans in der U-Bahn nicht ohne Anlass an, aber wenn sich einmal eine virtuelle Facebook-Freundin in der U-Bahn materialisiert, ist das schon etwas Besonderes und daher begrüßten wir sie. Martina war von Kopf bis Fuß grün-weiß gekleidet und nur von einem großen grün-weißen Rucksack begleitet. Ja, sie war natürlich auch beim Spiel und sie wäre jetzt am Weg zum Hauptbahnhof, denn dort ginge ihr Zug.

Also fuhren wir mit Martina auch noch mit der U1 und erfuhren, dass sie eigentlich aus Vorarlberg stammt und dass sie sich diese Fahrt nach Hütteldorf selbst zum Geburtstag geschenkt hat. Ziemlich verdattert standen wir da; wir, die wir noch nie bei einem Auswärtsspiel in Altach waren und jetzt sehen, wie einfach das geht. Martina wird morgen, etwa um 7:00 zu Hause ankommen; mit einem Sieg in der Tasche und mit dem tollen Erlebnis, bei einem Heimspiel von Rapid dabei gewesen zu sein.

Wir wünschen Martina auf diesem Weg eine gute Reise und freuen uns auf ein Wiedersehen, vielleicht in Altach!

Im Bild seht ihr Martinas Facebook-Profil-Bild.

Links

St. Pölten-Rapid

1:4 (0:2)

Nach der Lektüre der Analyse von Daniel Mandl in seinem abseits.at, hatte ich ein ungutes Gefühl. Dann noch der Sager von Philipp Prosenik, er werde in St. Pölten “einen Hattrick” schießen, verziert durch die Rapid-Schlagzeilen, dass es in St. Pölten drei Punkte geben müsse. Alles das ließ nichts Gutes erwarten.

Aber was sind schon “Gefühle” im Vergleich mit der  Realität.

So präsentierte sich die NV Arena kurz vor Spielbeginn.

Drückende Überlegenheit von Rapid ab der ersten Minute, schöne Kombinationen aber nichts Zählbares. Philipp Prosenik vernebelte zwei gute Chancen. Doch die beste Chance fanden die Hausherrn nach einem Konter vor. Strebinger konnte den Ball nicht festhalten, doch der dadurch ermöglichte gefährliche Querpass fand glücklicherweise keinen Abnehmer. So verliefen die ersten 37 Minuten des Spiels. Dann kam Murg als     “Erlöser” und noch vor der Pause das 2:0 durch einen abgefälschten Schuss von Kuen.

Wer dachte, dass es nach der Pause so weitergehen würde, hat geirrt. Unser Blick war auch der Pause auf dasselbe Süd-Tor gerichtet. Rollten vor der Pause die Angriffe von Rapid, dann nach der Pause die von St.Pölten und prompt fiel in der 69. Minute der Anschlusstreffer. Wer dachte in der Szene nicht: “Nicht schon wieder wie gegen Mattersburg”!

Aber es kam wieder anders, denn Rapid spielte in der zweiten Halbzeit ähnlich wie St.Pölten vor der Pause: auf Konter. Und aus diesen wenigen Vorstößen resultieren dann auch die beiden Tore, wobei sich Eren Keles trotz kurzer Einsatzzeit auszeichnen konnte. Auch Boli hatte als Assistgeber an einem Treffer seinen Anteil.

Es geht aufwärts! Dieses Spielniveau hatten wir zuletzt ziemlich genau vor einem Jahr unter Mike Büskens beim Unentschieden gegen St.Pölten. Aber damals zeigte die Erfolgskurve rasant nach unten, während sie heute klar nach oben gerichtet ist.

Nach Spielende ging Martin “Buitre” Bernhard zu den Spielern und umarmte jeden einzelnen; eine schöne Geste.

Ambiente

Neu ist, dass man am Parkplatz vor dem Stadion 3,- Euro bezahlten muss.

Bemüht

Enthusiastisch

Ich wollte nicht in der Sonne sitzen und wählte mit Gregor, der mich freundlicherweise mit seinem Wagen mitgenommen hatte, den etwas teureren Sitzplatz (45,- Euro) auf der West-Tribüne im Egger-Bier-Corner. Und gut war’s. Wir werden diesen Platz auch bei der nächsten Begegnung im Dezember wählen. Es gibt Getränke und Essen nach Belieben.

Schnitzelsemmeln, Leberkässemmeln, Frankfurter und in der Pause Krapfen und Kuchen. Alles immer reichlich vorhanden. Bei den Getränken sollte man sich besser immer gleich zwei mitnehmen, weil sie in kleinen Bechern ausgeschenkt werden.

Verabschiedung

Auslaufen

Links

Die bisherige lange Liste der Links, die nach jedem Spiel erfasst wurde, wird getrennt vom klassischen Newsletter jeden Abend getrennt als eigenes Presse-Newsletter versendet. Liste der Rapid-Presseberichte von diesem Spieltag. Dazu kommen:

Wenn Du dem nachfolgenden Link folgst, gelangst Du zu den gesammelten Meldungen des heutigen Tages. Dort kannst Du auch interaktiv die Pressemeldungen von gestern oder vorgestern verfolgen, bis zurück ins Jahr 2015.

Rapid-Viertelstunde vom 28.7.

Vor 25 Jahren hat Andy Marek sein erstes Rapid-Spiel moderiert. Wir feiern das Jubiläum! Außerdem: Wie der neue Athletik-Coach Toni Beretzki den Hütteldorfern Beine macht; Neo-Kapitän Stefan Schwab über seine neue Rolle!

  • Die neue VIP-Ebene
  • Schwab im Interview
  • Rapid trägt Bugatti
  • Rekorde & Jubiläen
  • Toni Beretzki-Portrait
  • Glückwünsche für Andy
  • Link zum Video

St.Pölten-Rapid

1:1 (1:1)

Wie ein Ferrari auf Glatteis. Rapid kommt nicht vom Fleck! Aber mehr PS sind da gar nicht hilfreich; Sand unter die Räder würde helfen. Aber war ist “Sand” im Fußball?

Wer hätte gedacht, dass die Spiele beim Fußballemporkömmling St. Pölten zu Endspielen werden könnten. Da wir alle nicht wissen, was die kommenden neun Runden bringen werden, könnte das auch für das letzte Spiel dieser Saison, wieder gegen St. Pölten der Fall sein.

Das Ergebnis bestimmt für Zuschauer die “Leistung”

Es ist nicht von mir aber es ist der Tenor bei Teilen der Zuschauer: “a oasch Leistung”.

Stellen wir uns ein identisches Spiel vor. Dieselben Spieler, derselbe Trainer, dieselbe Leistung, dieselben Fehler, alles gleich. Der einzige Unterschied soll sein, dass beim Freistoß in der 44. Minute, der zu dem Gegentor geführt hat, einer unserer Verteidiger an den Ball gekommen wäre und es wäre dann am Ende des Spiels ein Sieg für Rapid geworden.

Wir alle hätten ganz anders reagiert und wir hätten einen Hoffnungsschimmer am Horizont gesehen.

(Das Wort “Leistung” ist klar definiert durch die in den 90 Minuten abgespulten Kilometer und nicht durch eventuelle Abspielfehler oder verlorene Spiele. Die physikalische Leistung kann uns im Gegenteil ganz egal sein, denn auch wenn die Mannschaft Stehfußball spielen sollte, kann uns das egal sein, sofern gewonnen wird.)

Die Tabellensituation dominiert die Stimmung

Vergleichen wir dieses Spiel mit dem ersten Spiel in St. Pölten. Auf meine Frage, welches der beiden aus der Sicht von Rapid besser gewesen wäre, antwortete Florian spontan: das heutige. Dennoch ist das Fanverhalten sonderbar unterschiedlich.

Wie doch die Tabellensituation auf unsere Einschätzung eines konkreten Spiels abfärbt! Von wo bitte, soll die Mannschaft plötzlich einen Vollstreckerinstinkt hernehmen, den sie seit vorigen August vermissen lässt. Ohne Erfolgserlebnisse wird das nicht funktionieren.

Betrachten wir dieses (oder auch das vorige und die vielen anderen Spiele im Frühjahr) für sich allein, sind das ganz unauffällige Ergebnisse, die in den Jahren vorher hätten genauso auftreten können. Rapid war tendenziell überlegen, schwach im Sturm und daher torarm und daher wurde verloren oder remisiert. Das wird sich so bald nicht ändern. Und daher ist es völlig sinnlos, dagegen zu protestieren. Wir haben nicht die Knipser geholt, die man benötigt, um jene Tore zu erzielen, die zum Sieg reichen.

Wenn wir darüber Bescheid wissen, dass bei allen Akteuren eine gewisse Unsicherheit herrscht und es nur Kleinigkeiten sind, die uns vom Erfolg trennen, zum Beispiel die Kleinigkeit, dass man sich nicht von der eigenen Mannschaft verabschiedet und die sich dann denkt: für wen tun wir uns das eigentlich an? Dann verstehe ich nicht, warum man seitens des Blocks das unnötige Risiko in Kauf nimmt und weiter zur Verunsicherung beiträgt, speziell, wenn am Mittwoch ein ziemlich wichtiges Spiel auf uns wartet. Wäre es nicht besser, wenn die Mannschaft wenigstens wüsste, dass man zu ihr hält, wie man das immer wieder beteuert hat?

“…wir grün-weißen hoidn zsam, der Sieg ist unser Lohn…”

Bimbo Binder und der moderne Fußball

Bimbo Binder als Symbol für die alte Stärke: tausenfach hochgehalter Bimbo-Binder-Kopf als Beschwörungsritual.

Ja! Und man kann auch verstehen, warum man im Block gegen den modernen Fußball auftritt. Denn hätten wir ihn, einen Bimbo Binder 2.0, dann würde er sicher nicht bei Rapid spielen oder wenn, dann nur ganz kurz.

Vielleicht würde es bei einem Bimbo Binder 2.0 zu einem Meistertitel reichen, wie das schon bei den beiden letzten Titel der Fall war. Damals war es zwar kein Binder aber jeweils ein Duo: Hofmann/Ivancic und Hoffer/Maierhofer.

Aber ansonsten könnten wir ihn während der Frühjahrsrunden der Champions-League im Fernsehen bewundern.

Spruchbänder

  • Im Bimbo Binders Geist zurück zu alter Stärke
  • Zurück zu alten Tugenden. Zeigt Einsatz, Kampfgeist und Siegeswille(n). Gebt alles für Rapid! G(reen) L(ions)
  • Kämpfen Sergej! UR
  • Bagna vive (TR96)

Im letzten Spruchband geht es um die Fanszene in Italien. Es geht  um Matteo Bagnaresi (genannt Bagna), dessen Todestag sich am 30. März zum 9. Mal jährt.  (“Bagna lebt”)

An den Trainer

Es wird nicht daran liegen, ob Steffen Hofmann eingesetzt wird oder nicht, wie es in den kommenden Spielen weitergeht. Und geht auch nicht darum, letzte Prozentpunkte aus allen herauszuholen, um einen Spitzenplatz zu erreichen. Daher sollte Steffen bei jedem der kommenden neun Spiele und dem zumindest einen Cupspiel eingesetzt werden. Er könnte dann den Rekord von Peter Schöttel einstellen – zumindest sagt das meine Tabelle auf 123.ewkil.at.

Links

Rapid-Viertelstunde vom 31.3.2017

  • Schicksalswoche für Rapid
  • Benefizspiel gegen die VIenna
  • Fanumfrage
  • Fredy Bickel im Interview
  • Schätze aus Rapid-Archiv
  • Zum Video

Rapid-St.Pölten

1:0 (0:0)

Es ist ein bisschen wie in Band 1 von Asterix (“Asterix der Gallier”) als die Römer wähnten, den Zaubertrank zu haben und ihre Kräfte an kleiner werdenden Steinen maßen, bis sie schließlich einen dieser Steine stemmen konnten und sich darüber freuten; doch für diesen Stein bedurfte es keines Zaubertranks!

Für einen Sieg gegen dieses St. Pölten bedarf es keiner Rapid und doch war es schwer genug.

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Und irgendwie passen die letzten Ergebnisse in das Bild der Tabelle: St. Pölten unterlag zuletzt zu Hause klar gegen den WAC, gestern unterlag der WAC klar gegen den Tabellenführer aus Graz. Diese Ergebnisse verweisen den WAC in die Mitte der Tabelle.

Und Rapid mühte sich gegen St. Pölten ab, als käme der Gegner aus dem Kreis des Spitzenquartetts. Rapid ist noch nicht einmal in der Tabellenmitte angekommen und ist dort auch nur wegen der Anfangseuphorie am Saisonbeginn. Viel Arbeit für Canadi!

Wie so oft hat man das Gefühl, dass es nicht genügt, gegen 11 Gegner zu gewinnen; man muss auch gegen die schwerwiegenden Fehler des Schiedsrichter-Teams ankämpfen, die bei so knappen Ergebnisse spielentscheidend sein können. Ein nicht gegebenes Tor, ein nicht gegebener Corner… Aber unterm Strich können wir froh sein, dass es so war, wie es eben war, denn niemand weiß, wie das Ganze geendet hätte, wenn die Entscheidungen anders gefallen wären.

Ambiente

Es ist interessant, wie klar die Quoten den Favoriten und den Außenseiter einschätzen und wie knapp dann das Ergebnis ist:

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Es begann mit zwei stillen Protesten,

  • nämlich mit keiner Choreografie und
  • mit einem negativen Besucherrekord,

gefolgt von eher weniger treffsicheren Spruchbändern. Die sarkastische Feststellung, dass die Mannschaft die 33 aus der “Mission 33” mit 33 Punkten aus der Tabelle verwechseln könnte, wirft eher ein Bild auf die Gedankenwelt des Schreibers als dass man sie seitens der Mannschaft ernst nehmen könnte.

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Dass man die Antragsteller bei der Hauptversammlung wegen des Abstands von Firmenlogos zum Rapid-Wappen nicht ganz ernst genommen hat, war tatsächlich nicht sehr konstruktiv vom Vorstand:

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Allerdings müssten die Antragsteller auch wissen, dass das Wien-Energie-Logo auf Schritstücken eine alte Geschichte ist, denn anlässlich einer Verlängerung des Wien-Energie-Vertrags vor vielen Jahren unter Präsident Edlinger wurde bekannt gegeben, dass ein Teil dieses Vertrags ist, dass der Schriftzug “Wien-Energie” bei Schriftstücken sich unterhalb des Wappen befinden wird. Das geschah damals noch unter angespannten finanziellen Verhältnissen.

Wir können aber erwarten, dass es bei de nächsten Hauptversammlung eine bessere Fomulierung für diese Respektabstände der Firmenlogos vom Wappen geben wird und vielleicht können wir uns von diesen gefährlichen Annäherungen der Firmenlogos durch den neuen Wohlstand besser wehren.

Die Verabschiedung war nicht euphorisch aber doch irgendwie versöhnlich:

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Rapid-Homepage

Nicht weniger als sieben Berichte bietet die Rapid-Homepage vor und nach diesem Spiel (siehe Links). Da ich immer versuche, auch Berichte der anderen Vereine in der Linkliste einzutragen, kann ich sagen, dass die begleitende Information des Rapid-Presseteams einzigartig ist.

Allein die Technik hinter der Seite lässt noch zu wünschen übrig.

  • Es gibt keinen RSS-Feed. In dieser Hinsicht sind auch schon viel einfachere Homepages – auch diese hier – dem medialen Fußball-Platzhirsch klar voraus.
  • Es gibt keine Anmeldung für Webseiten-Besucher (und das geht Hand-in-Hand mit den Verkäufen in den Fanshops). Das hat zur Folge, dass Rapid nichts über sein eigenen Mitglieder weiß. Man kann das Besucher-Verhalten nicht in Mitglieder, Abonnenten, Gäste oder Mitarbeiter kategorisieren. Man weiß nichts darüber, ob und wie viel jemand kauft oder nicht kauft. Alle Voraussetzungen dazu wären durch Mitgliedsnummer, Abonummern vorhanden aber eben: es gibt kein Login. Und das immer schon. Ein moderne Homepage muss wissen, wer sie besucht, muss das Registrieren begünstigen, muss dem Betreiber Informationen geben. Der Besucher muss wiedererkannt werden und man kann ihn durchaus individuell ansprechen. Ist ein Gast, kann man ihn auf die Registrierung oder auf die Mitgliedschaft hinweisen, ist es ein Mitglied, dann auch aktuelle Angebote für Mitglieder usw. Diese Möglichkeiten werden aber derzeit nicht ausgenutzt.

Links

St-Pölten-Rapid

1:1 (0:1)

Ein Spiel, von dem der Trainer im Vorfeld erklärt hat, dass wir im Laufe der Saison werden leben müssen, dass wir einer extrem defensiv eingestellten Mannschaft gegenüber stehen, die uns in Konter schlecht ausschauen lässt. Nun, damit sagte er uns nichts Neues, das kennen wir schon von den Saisonen davor. Damals war diese banale Erkenntnis aber billiger.

Mannschaftsaufstellung und Choreografie ‘Unsere Liebe “Sportklub Rapid” unser Leben’.

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Mit einem “Man kann ihm gebn”-Elfer geht Rapid in der 45. Minute in Führung,

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lässt sich aber nach der Pause von St. Pölten in die Defensive drängen (nicht unähnlich zum Spiel in Wolfsberg) und nach einem Freistoß bringt die Verteidigung den Ball nicht weg und ein Stochertor aus nächster Distanz ist die Folge.

Eine solche Situation ist normalerweise für eine spielstarke Mannschaft kein Problem, Zeit wäre ja noch genug. Aber Rapid ist zwar spielstark aber schwach im Herausspielen konkreter Chancen, und so bleibt es beim frustrierenden 1:1.

Die Chance, mit drei frischen Kräften den Sieg zu erspielen, wurde nicht genutzt. Nur Arase kam statt Szanto, weitere Optionen blieben ungenutzt. Der Trainer erklärt das im Interview mit irgendwelchen zweiten Bällen.

“Leidenschaft”

Dieses Wort “Leidenschaft” ist ein sprachliches Kleinod. Und das Rapid-T-Shirt “Keine Liebe ohne Leiden” ist wohl eine Art Besänftigung für die Fans für einen durchwachsenen Saisonauftakt.

Ab wann ist ein Spieler, ab wann ein Trainer und ab wann ein Sportdirektor (und ab wann die Vereinführung) für schlechten Spielstil verantwortlich? Vor allem, wer stellt das fest?

Normalerweise ist unser Block-West nicht zimperlich die vermeintlich Schuldigen zu nennen (“Vorstand raus”). Offenbar hat die Hektik rund um das neue Stadion dem Block und uns allen den Blick auf das Sportliche verstellt. Man verliert sich in Details (“Entrup”) und es wäre an der Zeit, sich wieder diesen “ernsten Dingen” zuzuwenden.

Ein Viertel ist gespielt, der Vergleich macht uns sicher

Im Vorjahr standen wir nach neun Runden bei 19 Punkten, heuer bei 16 Punkten. Nun, das ist ein statistisches “Nichts”. Da aber solche “Kleinigkeiten” über “Meister oder nicht” entscheiden, nützt es uns gar nichts, wenn das statistisch nicht relevant ist. Es verbannt uns derzeit auf den vierten Platz.

Aber wir fühlen diese Situation, wir sehen das Spiel, wir lesen die Tabelle und wissen: wenn es so weiter geht, spielen wir nächstes Jahr nicht einmal international.

Sturm verstärkte sich mit den Spielern, die wir abgegeben haben und steht souverän mit 22 Punkten an der Tabellenspitze. Wir haben teuer eingekauft und müssen uns fragen, warum, denn eingesetzt wird die Nachwuchshoffnung Arase und das zurecht. Und die teuren Käufe verschließen vielen Talenten aus den Nachwuchsmannschaften den Weg.

Und dafür musste ein bewährter Trainer gehen?

Wo können wir eigentlich den Unterschied zwischen dem österreichischen und dem deutschen Trainerstil erkennen? Ich sehe nur einen Unterschied in der Sprache; einen im Spiel sehe ich nicht. Rapid scheint dort angekommen zu sein, wo wir schon von Jahren einmal waren. Kein Unterschied! Und der Verein ist bei einem Führungsstil angelangt, den wir bei Onkel Frank – mit Recht – angeprangert haben, den Stil des “Hire and Fire”.

Mich persönlich haben die Entscheidungen der Vereinsführung bisher nicht überzeugt und menschlich war die Demontage von Zoki und Sonni sehr enttäuschend. Ein Trainer, der uns das beste Europacupjahr seit Bestehen des Bewerbs gebracht hat, das uns in der UEFA-Rangliste soweit nach vorne gebracht hat, dass wir heuer immer als gesetzte Mannschaft aufgetreten sind. Dieser Trainer, dem wir sehr zu Dank verpflichtet sind, durfte sich nicht einmal vor seinem Publikum beim Eröffnungsspiel verabschieden.

Für uns ist das alles traurig und es ist uns ziemlich egal, was der eigentliche Kündigungsgrund ist, denn “einvernehmlich” kann das nicht wirklich gewesen sein; es war eine Trennung mit “golden-Handshake” für ein Stillschweigeabkommen.

Ja, es ist erst ein Viertel der Meisterschaft gespielt und es kann noch viel passieren. Aber wenn wir so weitermachen, dann wackelt alles, vor allem aber die Jobs von Trainer und Sportdirektor, würde ich meinen.

Das Ambiente

“Wenn i wos z’redn hätt…” ist ein populärer Stammtisch-Sager aber wegen des Vorzeigeprojekts der NV-Arena in St.Pölten, wäre ich dafür, dass alle neuen Gebäude so zu konzipieren sind, dass man die Dachflächen für Gewinnung von Solarenergie nutzen kann. Unser eigenes Haus zum Beispiel wäre mit seinem Flachdach hervorragend dafür geeignet.

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Süd-West – Nord-Ost

Zwei einsame Mädels fuchtelten mit Staubwedeln ziemlich unfußballerisch in der Süd-West-Ecke des Stadions. Es ist auch ziemlich niemanden aufgefallen. Wem fällt sowas ein?

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Die nach Atzenbrugg zeigende Nord-Ost-Ecke war dagegen fest in Rapid-Hand. Früher hat dort, in Atzenbrugg der Schubert Franzl mit seinen Tänzen für Furore gesorgt, heute Rapid.

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Abgelenkt durch das Pausen-Buffet im VIP wäre uns fast entgangen, dass es in der Pause ein Elferschießen zwischen den Special Needs Teams von St. Pölten und Rapid gekommen ist.

Frenkie Schinkels kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. Auch in der Spielstatistik kann man nicht erkennen, dass Rapid der Gegner war. St.Pölten geht als gefühlter Sieger vom Platz und wir sind wieder einmal die “Gelackmeierten”.

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An diesem Tag besuchten wir Andy, den Obmann des Fanklubs “Grüne Reblaus Wachau” in Emmersdorf bei Melk (darüber werden wir in einem anderen Tagebucheintrag berichten). Es war jedenfalls sensationell, was wir an diesem Tag über Andys Erlebnisse mit Rapid erfahren haben.

Bei der Heimfahrt war ein Besuch des Spiels in St. Pölten schon vereinbart aber wir haben übersehen, rechtzeitig Karten zu kaufen, und daher landeten wir bei den allerletzten VIP-Karten. Danke an Herrn Jörg Egger, der uns diesen Spielbesuch durch Aufstellung zusätzlicher Stehtische ermöglicht hat.

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Unser Hannes war mehr im Zentrum des Geschehens und sendet uns folgendes tolles Bild mit LH Erwin Pröll und Präsident Michael Krammer.

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