RB – Rapid

2:0 (1:0)

Um heutzutage beim Verein „mit den vollen Hosen“ zu gewinnen, muss schon viel passen. Allzuviel Pech darf nicht dabei sein – so wie in diesem Spiel.

Pech 1: Rapid beginnt unsicher. Schon in dieser Anfangsphase, kommt es zur schweren Verletzung von Christopher Dibon unmittelbar gefolgt vom 0:1.

Pech 2: Aber es geht nicht in dieser Tonart weiter. Rapid erspielt sich mehr Sicherheit und mehr Chancen – aber nichts Zählbares. Dafür schlägt das Pech erneut zu und der vor 20 Minuten eingewechselte Mario Sonnleitner muss nach einem Zusammenstoß mit einem Salzburger Stürmer ebenfalls vom Feld. Ausfall von zwei Innenverteidigern, mit Auswirkungen auf alle folgenden Spiele.

Pech 3: Die Regel, dass man nur drei Mal tauschen darf, zwingt Didi für die Schlussphase drei frische Stürmer aufzubieten. Bei ersten Ballkontakt verletzt sich der soeben eingewechselte Thomas Murg und Rapid muss mit einem Mann weniger auskommen. Dass Rapid dennoch bis zur 90. Minute den Spielstand halten konnte, ist schon fast wie ein Wunder, das aber in der 90. Minute aufgehört hat, ein Wunder zu sein.

Irgendwie scheint unseren Spielern das 3-5-2-System nicht zu liegen, habe ich das Gefühl. Es wird in kritischen Partien – so wie dieser – ausgepackt, aber man hat den Eindruck, als hätten es die Spieler nicht so gut verinnerlicht wie das 4-2-3-1, das häufiger zum Einsatz kommt. Aber das Pech hatte wahrscheinlich mehr Einfluss als das Spielsystem.

Es gab seitens Rapid durchaus einige Highlights mit Chance auf Torerfolg, und bei gutem Wind… So aber setzte sich die Mannschaft mit deutlich weniger Fehlern durch, klarer, als es das Ergebnis sagt. Leider.

Wer gegen Salzburg spielt, spielt nicht gegen einen gleichrangigen Verein, sondern gegen einen Fußballkonzern, etwas, das auch aus einer gesamteuropäischen Sicht ein Novum ist; einen Konzern, der frei von Nöten ist, auch in Krisenzeiten. Angesichts solcher frustrierender Spiele versteht man den Ruf nach dem „football old style“, als Fußball noch weniger professionell, dafür aber eine höhere Chancengleichheit geherrscht hat.

Statistik

Wie ein bestimmtes Spiel einzuordnen ist, kann man nur in der Folge aller Spiele erkennen. Die folgenden Bilder zeigen de Punktegewinn bei Liga-Spielen und bei Spielen gegen RB. Dargestellt wird jeweils der Punktemittelwert aus 10 aufeinander folgenden Spielen seit 2005.

Das langzeitliche Punktemittel gegen RB liegt bei 1, in den letzten Jahren aber weit darunter.

Das langzeitliche Punktemittel in der Liga liegt bei 1,7 und ändert sich nur wenig.

Der Verlauf der in der Liga und gegen RB erzielten Punkte zeigt, dass die Spielstärke von Rapid gesunken ist, sondern einfach der Abstand von RB zur Liga immer größer wird.

Ambiente

Der gut informierte Fernsehsprecher berichtete, dass zwei Präsidiumsmitglieder zugunsten von „Edelfans“ – wie er sie nannte – auf ihren Platz Autobus verzichtet haben. Wir gratulieren Jürgen und Brucki zu ihrer Nominierung.

Links

Kelvin Arase · Christopher Dibon · Taxiarchis Fountas · Srdjan Grahovac · Maximilian Hofmann · Koya Kitagawa · Christoph Knasmüllner · Dejan Ljubicic · Thomas Murg · Dejan Petrovic · Thorsten Schick · Stefan Schwab · Mario Sonnleitner · Filip Stojkovic · Richard Strebinger · Maximilian Ullmann

RB-Rapid

3:2 (2:1)

Ich glaube nicht, dass man sich daran gewöhnen kann, das Spiel gegen einen starken Gegner 90 Minuten lang offen zu halten und dann in der Nachspielzeit zu verlieren. Wir kennen das ja schon vom Cup. Und es war wieder eine zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung, die den Ausschlag gegeben hat. Und eben weil sich diese Zufälligkeiten so auffällig wiederholen, ist man leicht geneigt, Methode dahinter zu vermuten, „Verschwörung“ sozusagen.

War das überhaupt ein Foul in der letzten Minute an der Strafraumgrenze? War die Nachspielzeit nicht zu lang? Rapid hat einen Spieler weniger getauscht, daher wären 2,5 Minuten richtig gewesen, weil üblicherweise für einen Wechsel eine halbe Minute veranschlagt wird. Die Behandlung eines Spielers könnte die zusätzliche halbe Minute gewesen sein, also drei Minuten. Gegeben wurden aber vier.

Den Unterschied zum Cup-Spiel machte ein Spieler aus: Erling Håland. Beide Tore in der ersten Hälfte waren sein Werk, Eines direkt, eines indirekt. Håland hat ein außergewöhnliches Durchsetzungsvermögen, aber nicht nur wegen seiner Größe, er ist auch extrem schnell und technisch exzellent. Nur durch ein Foul konnte er gestoppt werden.

Aber die zweite Halbzeit gehörte auch Rapid. Wir erlebten einen aufopfernden Kampf und können stolz auf unser Team sein. Herausragend war aus meiner Sicht Kapitän Stefan Schwab, der beide Tore vorbereitet hat und selbst noch bei einem Rutsch-Schuss das Tor nur um wenige Zentimeter verfehlt hat.

Es reicht noch nicht für einen Platz ganz oben, aber die Saison dauert ja noch, die Moral stimmt, und auch „die Richtung stimmt“.

Rapid spielt überhart

Ein Vergleich der beiden Spiele zuletzt gegen den WAC und heute gegen RB zeigt, dass Rapid keineswegs eine hart spielende Mannschaft ist. Es gab nämlich heute überhaupt keine Karte gegen einen Rapid-Spieler. Nach unseres Lesart waren die gegen Rapid entschiedenen Fouls Teil des Spielkonzept des WAC – und der Schiedsrichter spielte mit.

Schiedsrichter

Da bei den letzten Heimspielen der Schiedsrichter einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis hatte, wollen wir und auch bei diesem Spiel die Resultate von Schiedsrichter Drachta in Erinnerung rufen. Schiedsrichter Drachta leitete seit 2008 43 Spiele von Rapid und gehört damit zu den erfahrensten Schiedsrichtern. Die Ergebnisse unter seiner Leitung lagen vor dem Spiel mit 2.00 Punkten deutlich über dem Durchschnittswert von 1,74 Punkten. Nach dieser Niederlagen sank die Punkteausbeute „unter Drachta“ auf 1,95 Punkte/Spiel.

Wenn man dem Schiedsrichter vorwirft, dass er vier Minuten nachspielen ließ, ist das eher ein Hadern mit dem Schicksal als eine Fehlentscheidung. Eigentlich war seine Leitung unauffällig und korrekt.

Wir besuchten das Stags-Head:

Das Stags-Head war praktisch ausgebucht. Wegen des großen Andrangs gab’s keine Brote und keinen Salat.

Bildergalerie (von Hannes)

Links

Rapid-RB

0:2 (0:1)

Schlimmer als die Niederlage selbst ist wohl, dass die Karten bei Begegnungen mit Red Bull ziemlich gezinkt sind, dass Rapid lediglich zu einer tollen Kulisse beiträgt und Werbung für die Bundesliga und für den Fußball macht, am Spielfeld aber eine Statistenrolle einnimmt und wenig Chancen auf einen Erfolg hat. Siege sind möglich – wie wir im letzten Heimspiel erleben durften – aber ziemlich unwahrscheinlich.

Einzug der Mannschaften

Die Wahrscheinlichkeit, für einen Sieg gegen RB liegen bei 23%, hochgerechnet aus bisher 56 Bewerbspielen, und da sind die Spiele der ersten Jahre ab 2005 dabei, bei denen diese Bilanz noch freundlicher war. Betrachtet man aber nur die letzten 20 Begegnungen, wurden nur drei gewonnen, was einer Siegwahrscheinlichkeit von 15 % entspricht.

Dabei war alles angerichtet. Die Motivation der Spieler dürfte gut gewesen sein, der Trainer hat mutig aufgestellt, denn alle Neuen waren im Einsatz, das neue System schien man schon gut verinnerlicht zu haben, allein, der Effektivität des Gegners hatte man wenig entgegenzusetzen. Die Chancen waren da, wenn aber gegen einen so starken Gegner gespielt wird, muss auch das Glück mit von der Partie sein.

Publikum

Auch das Publikum war motiviert, man spürte die Chance auf einen Erfolg. Guter Besuch, 24.200 Besucher. Hier sind fünf Spiele mit den höchsten Zuschauerzahlen der bisher 26 Heimspiele gegen Red Bull:

1. 26.800 3:3 2016-04-12 Ernst-Happel-Stadion
2. 25.300 2:3 2017-11-26 Allianz-Stadion
3. 25.300 0:0 2016-08-28 Allianz-Stadion 
4. 25.300 1:2 2014-09-28 Ernst-Happel-Stadion
5. 24.200 0:2 2019-07-26 Allianz-Stadion 

Das Spiel war eine gute Werbung für Fußball, das Publikum stand geschlossen hinter Rapid. Die Gäste konnten zwar drei Punkte mitnehmen, aber eine vergleichbare Atmosphäre können sie bestenfalls kopieren.

Die Mannschaft wurde nach Spielende von Block freundlich verabschiedet, etwas, das die Burschen dringend brauchen, um diese Niederlage zu verarbeiten.

Spruchbänder

Manche Spruchbänder erfordern Erklärung. Ich bin nicht sicher, ob alle Stadionbesucher das Spruchband „Art. 10 EMRK – ACAB für immer!“ verstanden haben. Also das „ACAB“ war ja klar, aber wusstest Du, was mit „EMRK“ gemeint war? Für Nicht-Juristen: es heißt „Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention“ und dieser Artikel 10 liest sich im Original so:

(1) Jedermann hat Anspruch auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt die Freiheit der Meinung und die Freiheit zum Empfang und zur Mitteilung von Nachrichten oder Ideen ohne Eingriffe öffentlicher Behörden und ohne Rücksicht auf Landesgrenzen ein. Dieser Artikel schließt nicht aus, dass die Staaten Rundfunk-, Lichtspiel- oder Fernsehunternehmen einem Genehmigungsverfahren unterwerfen.

(2) Da die Ausübung dieser Freiheiten Pflichten und Verantwortung mit sich bringt, kann sie bestimmten, vom Gesetz vorgesehenen Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, wie sie in einer demokratischen Gesellschaft im Interesse der nationalen Sicherheit, der territorialen Unversehrtheit oder der öffentlichen Sicherheit, der Aufrechterhaltung der Ordnung und der Verbrechensverhütung, des Schutzes der Gesundheit und der Moral, des Schutzes des guten Rufes oder der Rechte anderer unentbehrlich sind, um die Verbreitung von vertraulichen Nachrichten zu verhindern oder das Ansehen und die Unparteilichkeit der Rechtsprechung zu gewährleisten.

https://www.jusline.at/gesetz/emrk/paragraf/artikel10

Choreografie

Die Tornados benutzten dieses Top-Spiel als Demonstration der historischen Dimension eines Traditionsvereins. Aufwändige Bilder der berühmten Pokale der Rapid-Vergangenheit wurden in den Ecken der Tribüne präsentiert. Was im Stadion nur einen kurzer Moment lang auf die Zuschauer einwirkt, verdient eine genauere Beschreibung.

Ein bisschen erinnern diese Choreografien an die Kreationen eines Haubenkochs; die Herstellung verläuft höchst aufwändig, die Speisen werden aber von den Gästen in wenigen Minuten aufgegessen, meist ohne den Aufwand dahinter auch nur zu erahnen.

Dem staunenden und fotografierenden Publikum ist weitgehend unbekannt, wie diese Darstellungen entstehen. Lasst uns daher etwas hinter die Kulissen blicken.

Für keinen Gegner würde sich eine Hommage an den „Traditionsfußball“ besser eignen als für die Gäste aus Salzburg, und die Objekte dazu fand man im Rapideum. Gemeinsam mit dem Museumsteam wählte Dominik – bekannt als Chronist der Choreografien des Block West, bei diesem Spiel aber auch Gestalter der Choreografie – die berühmtesten Pokale der Rapid-Geschichte aus und fertigte davon eine Fotomontage. Wer nun glaubt, man würde mit dem Bild in eine Druckerei gehen, die dann daraus ein großformatiges Bild erzeugt, der irrt. Die Bilder entstehen als eine überdimensionale Handmalerei in mehreren Wochen Arbeit. Mit bis zu acht verschiedenen Farben werden die Pokale nachgezeichnet.

Erinnert Euch daher an diese Mühen und Kosten und vergesst nicht, nach jedem Heimspiel den Becher für die Herstellung der Choreografien zu spenden!

Für einen Rundgang durch die Inszenierungen aller Spiele besucht die Homepages der Ultras Rapid und der Tornados.

Wappenzeremonie

Wieder war eine stattliche Delegation des Klub der Freunde des S.C. Rapid bei der Wappenzeremonie beteiligt. Insbesondere danken wir unserem Herbert und Erich, dass sie unsere Mitglieder motivieren, dabei zu sein.

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Rapid-RB

2:0 (0:0)

In einem Video des Standard meint Martin Schauhuber, dass Rapid die frischere Mannschaft war, weil sie sich am Donnerstag nicht hat so sehr anstrengen müssen. Also das glaube ich nicht. Ich glaube vielmehr, dass es die unterschiedliche Wichtigkeit des Spiels war, die die Mannschaften dem Spiel beigemessen haben. Dieses Spiel war für Rapid von großer Bedeutung aber für RB bedeutungslos. RB ist unangefochtener Tabellenführer und steuert auf einen weiteren Meistertitel zu. Rapid braucht Wunder, um die Meistergruppe zu erreichen und ein solches Wunder ist heute geschehen. Mit dazu beigetragen hat ein „Vogel“, den Ramalho Schiedsrichter Schörgenhofer gezeigt hat. So. als wollte sich der Schiedsrichter für diese Majestätsbeleidigung beim Meister RB entschuldigen, hat er bei den zahlreichen Foulvergehen in der zweiten Halbzeit keine einzige Karte gezückt, obwohl diese angebracht gewesen wären.

Dass der Ausschluss – ähnlich wie beim Derby – spielentscheidend war, diesen Eindruck von Martin Schauhuber kann man bestätigen.

Wir meinen, dass wir das beste Spiel von Rapid in dieser Saison gesehen haben.

Wir wünschen unserem Trainer, dass mit diesem Spiel tatsächlich ein neues Gesicht von Rapid aufgezogen wird, so wie er es sich im Herbst vorgestellt hat.

Ambiente

Würde das Spiel nächste Woche noch einmal stattfinden, würden die Buchmacher kleine Korrekturen anbringen aber sie würden wahrscheinlich ganz ähnliche Quoten anbieten.

Bei meiner routinemäßigen Station bei Ján durfte ich mit ihm eine Runde Schach spielen, die ich prompt verloren habe. Meinen Nachfolgern vom Fanklub „Rapid-Freunde Hainburg“ ist es nicht besser gegangen.

Der neues alte Sponsor OMV präsentiert sich durch eine Werbelinie entlang der ganzen Stadion länge.

Die Tornados haben eine Zettelchoreografie auch für die Osttribüne vorbereitet. Das Motto „120 Jahre Fußball, beginnend beim 1. Wiener Arbeiterfußballclub“.

Beim Spielstand von 2:0 wir auch der neue Stürmer Aliou Badji präsentiert und trotz der kurzen Einsatzzeit hinterlässt er mit seinen Dribblings einen guten Eindruck.

Restprogramm

3. 30 +3 Pölten    H-Rapid    A-Admira      H-Mattersburg
4. 28 +4 WAC A-Salzburg A-Hartberg H-Admira
5. 27 +5 Sturm H-LASK A-Salzburg H-Austria
6. 27 +2 Austria H-Hartberg H-Altach A-Sturm
7. 24 -8 Hartberg A-Austria H-WAC A-Rapid
8. 23 -6 Rapid A-Pölten A-Mattersburg H-Hartberg (h)

Käme jetzt die letzte Runde, könnte Rapid aus eigener Kraft nur Hartberg überholen und wäre dann siebenter, immer noch einen Punkt hinter dem Verlierer der Begegnung Sturm-Austria (oder sogar zwei Punkte bei einem Remis). Aber es gibt ja noch zwei Runden dazwischen, und wenn man das Restprogramm betrachtet, scheint jenes von Sturm das Schwierigste zu sein und daher könnte Sturm die Mannschaft sein, die überholt werden kann.

Aber natürlich sind auch ganz andere Konstellationen vorstellbar und gar nicht so unrealistisch. Wenn zum Beispiel St Pölten seine drei letzten Spiele verliert und gleichzeitig Rapid seine Hausaufgaben macht, könnte sogar St. Pölten die Mannschaft sein, die man zum Erreichern der Top-6 überholen könnte.

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RB-Rapid

2:1 (1:0)

„Wenn die Bullen auf dem Niveau vom Donnerstag spielen, werden wir schlecht ausschauen“, meine Gregor, der das EL-Spiel von RB verfolgt hat. Und gemessen an der Dominanz von RB – besonders in der ersten Hälfte, war das Ergebnis ja noch erträglich. Sensationelle Paraden unseres „Ersatz“-Goalies Tobias Knoflach hielten uns trotz Dauerdrucks der Bullen im Spiel.

Mich erstaunen immer wieder die (Facebook-)Kommentare der eh-schon-immer-am Fußballplatz-gewesenen Anhänger, die an allen Ecken und Enden das Versagen des Systems „Rapid“ orten. „Asar“ heißt es allerorten! (Ich musste unbedingt diesen Sager anbringen, der für mich ganz neu war. Er soll hier als ein kleines Rätsel stehen bleiben.)

Es ist so ziemlich egal, was der Trainer macht, es wird ihm angekreidet. Der Trainer dürfte auch an den Verletzungen mitschuldig sein. Man könnte sich zum Beispiel auch darüber aufregen, dass wir für die normalerweise gesetzten Spieler keinen gleichwertigen Ersatz haben, denn Manuel Martic, die Vertretung von Dejan Ljubicic agierte in einigen Szenen recht unsicher und verschuldete den einen oder anderen unerwarteten Konter. Fairerweise muss man aber anerkennen, dass bei seinen Aktionen durchaus auch gute Pässe dabei waren, doch Rapid war phasenweise ungewohnt stark eingeschnürt, sodass die Nervosität zu unkontrolliertem Spiel verleitete.

Die seinerzeitige Entscheidung, Richard Strebinger statt Tobias Knoflach als den Einsertormann zu nominieren, betrübt mich, wenn ich Tobias im Einsatz sehe. Ich würde sofort eine Tormann-Rotation einführen, die beiden Torleuten dieselbe Spielzeit einräumt. Es wird zwar immer versichert, dass es sehr wichtig wäre, dem Einser-Tormann Vertrauen zu geben, damit er Topleistungen bringen kann aber unweigerlich hat das auch zur Folge, dass die Motivation des zweiten Tormanns wegen Langeweile und Untätigkeit nachlässt. Wer einen solchen zweiten Tormann hat wie Rapid, sollte auch ihn spielen lassen, nicht nur, wenn es sein muss.

Wenn man gegen eine Mannschaft wie RB bestehen will, braucht man auch das bisschen Glück. Bei einem Ballbesitz von 65%:35% gibt es nicht all zu viele Chancen, und die müsste man dann eben nützen. Wir bedauern einen weiteren Stangenschuss und einen in der Schlussminute nicht gegebenen Treffer. Aber wir gratulieren zu einer soliden Abwehrleistung!

Erfolgsrezept RB

In Zeitungsberichten wird häufig den weniger erfolgreichen Vereinen gesagt, man solle es doch wie RB tun, die machen alles richtig. Es ist unbestritten, dass Salzburg die anderen heimischen Vereine in den meisten Belangen hinter sich lässt. Leider gehen diese Zeitungsberichte selten auf die Gründe dafür ein.

Die Kurzfomel dazu lsutet: „Mit vollen Hosen ist leicht stinken“.

Ob das eine Ausrede wäre? Nein, es beschreibt lediglich den Unterschied im Handlungsspielraum der sportlich Verantwortlichen in Hütteldorf und in Salzburg. Während Rapid in praktisch allen Transfers Kompromisse eingehen muss, die budgetbedingt sind; während Rapid viele Spieler ziehen lassen muss, weil seine Gehaltsstruktur dem internationalen Niveau nicht folgen kann und dazu noch diese Transfers für eine ausgeglichene Gebarung benötigt, sind solche Aspekte beim Ligakrösus keine Prämisse des Handelns. Auch die Einhaltung des Österreicher-Topfs ist keine Randbedingung. Die Rekrutierung der Spieler erfolgt in Dimensionen, die auch für größere Vereine als Rapid es ist, Probleme bereiten würde. Der direkte Vergleich von Budget-Zahlen ist trügerisch, muss doch Rapid auch seine Schulden aus dem Stadionbau zurückzahlen, und wenn man so will auch die Strafzahlungen durch Fanaktivitäten, Belastungen, die bei Salzburg entweder nicht existieren, und wenn, dann eben bezahlt werden würden, ohne dass dabei gleichzeitig das Budget für den Sportbetrieb zu kurz käme.

Wir verlieren das Spiel gegen Salzburg nicht am Rasen, wir verlieren es, weil wir in den genannten Belangen nicht mithalten können. Und das wir so lange der Fall sein, als solche Geschäftsmodelle als für den Fußball tolerabel gehalten werden. Holland hat gezeigt, wie es gehen kann. Dort wurde einer Übernahme eines Vereins durch den Zuckerwasserkonzern ein Riegel vorgeschoben. Das Modell „Österreich“ war Abschreckung genug.

Ambiente

Die sensationslüsterne Ansage des Stadionsprechers in Salzburg erweckt nicht den Eindruck als ginge es bei diesem Ereignis um etwas Ernstes. Die einzelnen Sequenzen arten zu einem Klamauk aus. Eine Dame in der Reihe vor uns fragt, warum wir eigentlich nicht bei den anderen Rapid-Fans im Block wären. So ganz ist den Zuschauern hier das Wesen von Fußball-Anhängern nicht klar, weil sie selbst keine sind oder nur punktuell.

Für Menschen, die quer durch das Land fahren, um ihre Mannschaft zu begleiten, ist die Fahrt zwar ein gemeinschaftliches Erlebnis aber das Spiel durchaus keine „Gaudi“. Es ist bitterer Ernst, manchmal gepaart mit euphorischer Freude, aber das Spiel hat für uns so etwas wie eine existenzielle Komponente, die man eigentlich nur bei Vereinen wie Rapid es ist, in dieser Form erlebt.

Die Musikkapelle erzeugt nicht gerade Begeisterung im Rapid-Fanblock, das sonstige Publikum macht aber mit den Klatschen, dem Salzburger Begeisterungsersatz mit. Ja, weil sie wegen einem Event kommen und nicht wegen eines Fußballspiels.

Die Salzburger haben ihren Block voll und präsentieren eine Choreografie.

Dass ein Medienbetrieb seine Berichte und Sendungen nach den erzielbaren Reichweiten ausrichtet, hat sich bis zum Salzburger Anhang nicht durchgesprochen. Sie titeln: „Seit Jahren haben wir davon gesprochen, Rapid seid ihr immer in den Arsch gekrochen. Scheiß ORF.“

Warum die Salzburger Fackeln am Beginn der zweiten Spielhälfte keine Ermahnung seitens des Stadionsprechers zur Folge haben, die von Rapid am Beginn der Rapid-Viertelstunde aber schon (wahrscheinlich auch wieder eine Strafzahlung), wird den Zuschauern nicht erklärt.

Unsere Fahrt im Vierer-Bus war Dank unseres sicheren Fahrers Gregor ein Vergnügen, und wir bedanken uns für die kurzweilige Fahrt. Im Bild Florian, Arnold und Gregor.

Wir konnten stressfrei ein gemütliches Mittagessen im Wintergarten des Rosenberger-Rasthauses in St. Valentin genießen und uns unseren Hoffnungen hingeben. Vor dem Spiel ist das ja noch ganz problemlos möglich.

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Rapid-RB

1:4 (0:3)

Das Spiel stand unter keinen guten Voraussetzungen. Es gab viele verletzte Spieler, und die Art der Aufstellung mit dem Neuling Müldür machte den Eindruck eines „letzten Aufgebots“. Das Cup-Aus von RB kam uns auch nicht gerade entgegen, der Gegner wollte zeigen, dass er auch ein für ihn unwichtiges Spiel ernst nimmt. Die hohe Niederlage wurde auch durch Schiedsrichterentscheidungen und eine gewisse Naivität begünstigt.

Ausreden? Ja, auch; aber um einen Gegner wie RB zu schlagen, muss auch zufällig alles passen, denn es ist kein Spiel der ausgeglichenen Chancen wie uns die Buchmacher glauben machen (2,3 : 3,2 : 2,8). RB ist in den meisten Belangen die überlegene Mannschaft und für einen Erfolg muss eben alles zu unseren Gunsten zu liegen kommen und natürlich auch das Spielglück im Detail.

Unser Gegner

An Anfang der Saison, bei unserem ersten Auswärtsspiel, hatten wir den Eindruck mit RB mithalten zu können. Wir waren damals dem Sieg näher als RB. Heute schaut das Kräfteverhältnis aber anders aus. Teilweise liegt das an unserer beachtlichen Verletztenliste, teilweise liegt es aber auch daran, dass der Gegner eine ganze Reihe höchst fordernder Spiele in der Euro-League absolviert hat und diese Spiele nicht nur belastend waren, sondern ein Team mehr fordern als es die heimischen Spiele imstande sind. RB hat sich im Lauf der Saison enorm weiterentwickelt, Rapid konnte damit nicht mithalten.

Wir sind Rapid, und wer seid Ihr?

Es wirkt ein bisschen naiv, wenn sich unser Philipp Schobesberger in einen Kampf à la Macro Arnautovic mit zwei oder gar drei Salzburger Gegenspielern einlässt, etwa nach dem Motto „Wir sind Rapid, und wer seid Ihr?“. Den Ball abzugeben, statt sich auf einen so ungleichen Kampf einzulassen, wäre eher angebracht. Überhaupt  kann man an den überwiegend verlorenen 1:1-Situation erkennen, dass der Gegner einfach um Einiges mehr an Erfahrung verfügt und man in den Zweikämpfen meist der Unterlegene ist.

In Hütteldorf einen Elfer pfeifen…

…dürfte eine große Überwindung kosten. Laut Berichten von Medien, wäre zumindest einmal ein Elfer zu geben gewesen aber man pfeift so etwas nicht gern vor starkem Heimpublikum, denn nichts dürfte dem Image eines „Unparteiischen“ mehr schaden als ein Nachgeben in einer solchen Situation, noch dazu, wenn der Gegner der Meister ist.

Unser Gegner ist kein Verein

Unser Gegner ist nicht ein Fußballverein wie andere, unser Gegner ist ein Fußballkonzern mit einer für die österreichischen Verhältnisse  unerschöpflichen Geldquelle. Es gibt idealistische junge Spieler, die vielleicht noch den Mythos Rapid mehr Gewicht einräumen als dem Gehalt. Aber es kommt ein Alter, in dem die Lebensplanung eine Rolle spielt und das Geld allein den Ausschlag für einen Vertrag darstellt. Spieler, wie sie RB verpflichten und halten kann, stammen von einem Spielermarkt, der praktisch allen anderen Mannschaften nicht offen steht.

Den Wöber hätten wir halten sollen…

…konnte man anlässlich der nachgeholten Verabschiedung hören. Erinnern wir uns an diesen Wunsch bei der Veröffentlichung des Jahresberichts 2017/18 im November. Meine Prognose: der Bericht wird uns eine ausgeglichene Bilanz präsentieren. Gar nicht auszudenken, wie diese Bilanz ausgesehen hätte, wenn es diesen Transfer nicht gegeben hätte. Schlüpfen wir nur einen Moment in die Rolle von RB. Es wäre dort kein Problem gewesen, Wöber ein attraktives Gehalt zu bieten, etwas, was Rapid trotz eines (für österreichische Verhältnisse) Megabudgets nicht hätte aufbringen können, ganz abgesehen von dem Loch, das sich ohne diesen Transfer aufgetan hätte.

Die Aufstellung

Üblicherweise werden junge Spieler behutsam an die Kampfmannschaft herangeführt. Man kann es an Armin Mujakic  gut beobachten. Armin hat es in 7 Einsätzen erst auf 36 Spielminuten gebracht. Das Trainerteam wir schon wissen, warum man das so macht. Daher war Mert Müldür auch bisher nur auf der Bank vertreten und hatte noch keinen einzigen Einsatz in einem Bewerbspiel der Kampfmannschaft. Die vielen Ausfälle waren aber ein Problem, keine Frage. Warum aber bei einem derart anspruchsvollen Gegner ein junger Spieler – fast könnte man sagen – verheizt wird, muss gewichtige Gründe haben, die wir nicht kennen. Natürlich hätte es auch gut gehen können, aber nach unserem Eindruck war die nicht gut organisierte Abwehr in der ersten Spielhälfte auf diesen Umstand zurückzuführen.

Wenn in der Innenverteidigung ein Neuling aufgeboten werden muss, und das auch noch bei einem sehr starken Gegner, ist es ratsam, dem jungen Spieler Unterstützung zu geben und das ist auch geschehen, indem mit einer 3er-Innenverteidigung gespielt wurde aber leider haben die tragischen Verletzungen von Kuen und Müldür diese Integrationsabsicht zunichte gemacht.

Verletzungen

Vielleicht ist es deshalb, weil wir unsere Mannschaft mehr beobachten als alle anderen, aber die Verletztenliste bei Rapid ist in der letzten Zeit beachtlich, und man fragt sich, ob das einfach Pech ist oder etwas anderes. Wir schauen immer auf Ronaldo oder Messi. Diese Spieler sind sehr selten verletzt. Ob es nicht daran liegt, dass sich diese Spieler durch ihre Athletik (Ronaldo) oder Wendigkeit (Messi) den direkten Duellen und damit der Verletzungsgefahr entziehen?

Abspielen statt kämpfen wäre so etwa ein Motto, das man auch verstärkt trainieren könnte. Der Pass zum Mitspieler erfordert bei unseren Spielern oft zu viele Sekunden des Gustierens und Überlegens – und schon ist der Ball beim Gegner, weil man sich zu lange Zeit gelassen hat. Man kann natürlich auch sagen, dass genau das der Qualitätsunterschied zu Spielern von RB ist. Und der hohe Zweikampfanteil (wegen zu spätem, ungenauem Abspiel) die Verletzungsgefahr erhöht.

Bei internationalen Spitzenspielen hat man als Zuschauer das Gefühl, dass ein Spieler zu dem Zeitpunkt als er angespielt wird, bereits einen genauen Plan hat, was mit dem Ball geschehen soll. Er überlegt nicht, wohin er den Ball spielen könnte, er weiß es schon. Dieses vorausschauende Spiel kann man natürlich auch bei Rapid beobachten aber leider immer nur ansatzweise.

Die Psychologie

Leider war das Ausscheiden von RB im Cup für unser Muttertagsspiel nicht die beste Ausgangslage. Für uns nicht, weil wir mit einer gewissen Verbitterung erleben mussten, was alles möglich ist, auch gegen RB. Aber auch für RB nicht, denn so etwas, wie uns Bayern am Vortag durch seine 1:4 Heimniederlage gegen Stuttgart vorgeführt hat, wollte RB offenbar nicht nachmachen. Man wollte angesichts der Cup-Niederlage zeigen, dass man genug Kräfte hat, die man in Hütteldorf zeigen kann. Ganz anders wäre es wahrscheinlich gewesen, hätte RB das Cupfinale gewonnen.

Früher war es üblich, dass die Heimmannschaft für eine Mannschaft, die als Meister feststeht, ein Spalier bildet. Zuletzt soll das die Austria für RB gemacht haben, doch „Wir sind Rapid, und wer seid ihr?“ macht es schwer, eine solche unterwürfige Haltung einzunehmen. Im Tierreich ist aber eine solche Demutshaltung ein der Arterhaltung dienendes Verhalten. Es erzeugt eine der Art eigentlich unübliche Tötungshemmung gegenüber dem Artgenossen. Ein älterer Hund, dem ein jüngerer in einer solchen Auseinandersetzung zu verstehen gibt, „Du bist der Stärkere“, der wird nicht weiter angegriffen. Nun ist Rapid kein Verein, der sich so verhalten würde, einfach um eine gewisse Restwürde zu wahren. Darum geht es aber im Fußball nicht, sondern es geht um Punkte. Es könnte daher sein, dass eine (eher unnatürliche) Demutshaltung, ein ganz anderes Spiel hätte entstehen lassen.

Fredy Bickel streut Rosen…

…und meint in einem Interview in Die Presse „Hut ziehen, was Salzburg geleistet hat“. Nun, man ist nicht unfreundlich am Niveau der Sportdirektoren. Und da man die Situation der Kräfteungleichgewichts ohnehin nicht ändern kann, ist es weniger stressig, wenn man gute Mine zum ungleichen Spiel macht.

Fußball versucht in allen Details fair und gerecht zu sein. Aber darüber, wie das Geld zu erwirtschaften ist und wie die Besitzverhältnisse von Fußballvereinen sein dürfen, darüber gibt es (fast) keine Regeln.

Wir, die Zuschauer müssen da nicht mitspielen. Ich meine eher „Mit vollen Hosen ist leicht stinken.“

Jeder Vergleich eines österreichischen Fußballvereins mit einem Gebilde, dessen alleiniger Auftrag es ist, ein Sportimperium zu betreiben und der mit der Beschaffung des Geldes nichts weiter zu tun hat, ist nach meinem Gerechtigkeitsempfinden nicht angebracht. Mich erinnert die Situation bei RB eher an die der Bundesländer in Österreich: Geld ausgeben, das anderswo erwirtschaftet wurde. Da kann man dann leicht Kreisverkehre im Wochentakt eröffnen. Oder eben – wie bei RB – Siege einfahren, mit einem Team, das für einen Spieler allein eine Jahresgage von mehr als 2 Millionen Euro zahlen kann.

Man kann einwenden, dass den „Dorfklubs“ auch Rapid schon als Riese erscheinen muss und dort dieses Verhältnis eben so gegeben sein muss. Nach meiner Ansicht besteht aber im gestalterischen Spielraum zwischen den neun klassischen Vereinen kein so großer Unterschied als es von den Budgetzahlen abgeleitet werden könnte. Der Grund liegt im Umstand, dass für die Erwirtschaftung von 30 Millionen Jahresbudget bei Rapid bereits 200 Beschäftigte bezahlt werden wollen (darunter auch sehr viel, die sich mit uns, den Anhängern, herumschlagen) und die Dorfklubs an dieser Front sehr viel geringere Ausgaben haben. Der Budgetüberschuss, der schließlich dem Sportdirektor verbleibt, liegt in einer Größenordnung, die eher an die bei Mattersburg als die bei RB erinnert.

Ein Lob dem Block West

Vermutlich wollte man dem Gegner keine Kulisse bieten, vielleicht ahnte man auch, dass hier nicht viel zu gewinnen sein wird und man eine ähnlich peinliche Vorstellung wie die der Violetten beim Derby vermeiden wollte. Keine Choreografie, keine Spruchbänder, wenig „Rauch“. Dennoch toller Pro-Rapid-Support 90 Minuten lang. Entbehrliche Pfiffe für unser Nummer 55 bei dessen Auswechslung. Einige Pfiffe am Ende des Spiels, aber es war wohl allen klar, dass da nicht zu holen war. Zu Thanos fällt mir auf, dass man im Publikum der Meinung ist, er würde nicht mehr so gut spielen als damals unter Zoki. Was, wenn er noch immer so gut spielt aber die Ansprüche einfach gestiegen sind und unsere Liga an Niveau zugelegt hat?

Ján

Kein Spiel, bei dem ich nicht unseren Ján besuche, der mit großem Werbeaufwand versucht, den Augustin an den Mann/die Frau zu bringen. Ganze 9 Euro bei einem Spiel mit Spitzenbesuch hatte er nach dem Spiel in seinem Geldbeutel. Und da dürfte bereits meine Spenden enthalten gewesen sein.

Ján gehört nicht zu den Glücklichen, die durch eine Sammelaktion des Block West profitiert, aber Ján ist bei jedem Heimspiel vor dem Stadion und bittet Euch mit Musikuntermalung einen Augustin abzukaufen. Besucht ihn, investiert nicht nur in das Pub, den Fanshop und den Kiosk, investiert auch in unseren Augustin-Verkäufer Ján.

Was tun nach so einer Pleite?

Um mit Obelix zu sprechen: man kaufe sich ein gutes Eis. Einer der besten Eissalons der Stadt befindet sich in der Laxenburgerstraße. Familie Gavaz verkauft Gefrorenes, wie es hierzulande richtig heißt, seit 83 Jahren. Tizi, wie ihn seine Frau liebevoll nennt, hat heuer eine sensationelle Eissorte geschaffen: Bitterschokolade.

Links

RB-Rapid

1:0 (0:0)

Wenn man gegen einen stärkeren Gegner Fußball spielt, heißt das ja noch lange nicht, dass man verlieren muss; aber eine etwas größere Portion Glück ist schon nötig. Ein Punkt wäre möglich gewesen, einige Kommentatoren hätten es als gerecht erachtet. Und es wäre sogar mehr möglich gewesen, ja, etwa wenn nicht der 17. Aluminiumtreffer, diesmal von Murg, in der Anfangsphase gewesen oder wenn nicht ein sehr erfolgversprechender Angriff in der zweiten Halbzeit zu unrecht wegen Abseits abgepfiffen worden wäre.

Ungleiche Gegner

Wäre es nicht Fußball, wäre man gegen einen finanziell so hoch dotierten Gegner wir RB ohnehin chancenlos. Umgekehrt könnten die „Dorfklubs“ der Liga dasselbe auch von Rapid behaupten. Während aber der budgetäre Abstand von Rapid zu RB noch größer ist als es die Zahlen vermuten lassen, ist umgekehrt der Abstand von Rapid zu den „Dorfklubs“ nicht ganz so groß. 

Rapid hat – mit Ausnahme von RB mit 40 Millionen den höchsten Umsatz der Liga. Aber Rapid muss dieses Geld aus eigener Kraft, mit eigenem Personal erwirtschaften und daher muss man von diesen vielen Millionen die erheblichen Aufwendungen für den hohen Personalstand und die Verwaltung in Abzug bringen, ganz abgesehen von dem Kraftakt der Kreditrückzahlung für das Stadion (siehe Geschäftsbericht 2016/17, Seite 44). Der verbleibende Spielraum für die Anhebung der spielerischen Qualität durch Transfers ist überraschend gering. 

Nehmen wir an, dass bei RB ein ähnlicher Verein wir Rapid wäre, mit einem ähnlichen Personalstand wie Rapid, dann blieben RB satte 60 Millionen für sportliche Experimente. Und es sind in Wahrheit mehr, weil eben nichts zu erwirtschaften ist. Es wird nur Geld verbraucht, das anderswo verdient wurde. 

Der Abstand zu den „Dorfklubs“ ist – gemessen am Umsatz – ebenfalls beachtlich, aber misst man es an den Transfersummen, bewegen sich Rapid und die „Dorfklubs“ auf einem durchaus vergleichbaren Niveau. Nur die Gehälter dürften den Unterschied ausmachen, die einem Spieler Rapid als Arbeitgeber schmackhaft machen; natürlich auch die prominentere Auslage. Aber Umsätze allein schießen keine Tore und es verbleibt davon (noch) nicht so viel „im Börserl“ wie man es brauchen würde. 

Ambiente

Wenn es schon keine Auswärtsfahrt sein konnte an diesem Wochenende – so eine Konzert-Matinee am Sonntag ist auch was Schönes – so trifft man sich in der Rekordmeisterbar in freundlicher Umgebung.

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EwkiL: Bilder · News vom Tage · Statistik

Rapid-RB

Trotz ausverkauftem Stadion klagt Ján über schlechten Geschäftsgang.

Die Propheten…

…haben auch nur zufällig einmal Recht. So behauptete Peter Linden in seinem Blog: „Wer in Führung geht, gewinnt.“ Gerne hätten wir diese Prognose angenommen und nach 30 Minuten das Spiel beendet. Leider gilt aber die Regel, dass das Spiel 90 Minuten dauern muss.

Besser trafen es die Buchmacher, die mit 2,8 : 3,4 : 2,2 das spätere Ergebnis mit der niedrigsten Quote vorausgesagt haben.

Aufwärmen

Kapitän Stefan Schwab führt die Mannschaft zum Aufwärmen aufs Feld. Der aufbrausende Begrüßungsapplaus beschämt so manche prominenten Vereine in Europa, deren Anhang das Erscheinen der Mannschaft kaum wahrnimmt.

Eine prächtige Choreografie für dieses Spitzenspiel! Über den Satz: „Nichts ist größer als unser Verein“ sage ich besser nichts, Religionen haben es an sich, irrational zu sein, sonst könnten sie keine so starken Gemeinschaften bilden. Wir brauchen diesen starken Block, und daher wollen wir über diese Sprüchen hinwegsehen.

Sogar auf der Nord-Tribüne werden Transparente gehisst. Die „HTLW Bergheidengasse grüßt den SK Rapid“ mit „Rapid Wien Allez, allez“.

Bilder vom Gästesektor ersparen wir uns.

T-Mobile,  Premiumpartner von Rapid, ist Brustsponsor – auf den Trikots der Begleitkinder.

Wer kennt die Regel?

Niemand in meiner Sitzumgebung hat Schiedsrichter Hameter verstanden, als die Notbremse gegen Schobersberger rund um die fünfte Minute nur mit Gelb aber nicht mit Rot geahndet wurde. Auch Goran Djuricin wunderte sich bei der Pressekonferenz über die Freiheitsgrade, die sich Schiedsrichter in solchen Szenen herausnehmen. Wir erleben, dass solche Vergehen in der umgekehrten Richtung sehr gerne mit Rot geahndet werden. 

Mit ’nem kleinen Stück vom Pech…

Da in allen Belangen eines Wettbewerbs der Zufall eine wichtige Rolle spielt, haben ihn die Erfolgreichen in ihren Reihen. Muss denn die Torstange so stehen, dass der Ausgleich in der 45. Minute via Stange ins Tor geht? Müssen denn die direkten Konkurrenten Austria und Sturm jeweils in der letzten Minute ihren Siegestreffer erzielen? Es war keine Runde für Rapid, die wir erlebt haben.

Diese 45. Minute dürfte der Knackpunkt des Spiels gewesen sein, weil Rapid bis zu diesem Zeitpunkt ein mehr als ebenbürtiger Gegner war.

Sportlichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr

Unter zunehmendem Rapid-Druck in der zweiten Hälfte, wurde bei Salzburg die Taktik „kranker Mann“ ausgepackt. Meine Fotos starten erst zu einem Zeitpunkt als es sehr auffällig wurde. Leider reichten auch die gefühlten 10 Minuten Nachspielzeit nicht für den Ausgleich.

„Glück erzwingen“

Das steht in der heutigen Stadionzeitung. Genau steht dort, dass man heute im Gegensatz zu früher „das Glück erzwingen könne“. Ich weiß, das ist Fußballsprech, aber das ist eine Illusion. Man kann im Gegensatz zu früher besser spielen oder schneller sein und man kann daher auch erfolgreicher sein. Aber es liegt in der Natur des Begriffs „Glück“, dass es eben ein solches ist. Glück ist ein nicht willentlich stattfindendes, unvorhersagbares Ereignis zum eigenen Vorteil – im Gegensatz zu Unglück.

Jeder Torschuss ist mit einer Unsicherheit behaftet. Je schwieriger die Situation desto größer die Unsicherheit und desto größer „das Glück“ zu treffen. Auch Elfmeter werden nur zu 80 Prozent verwandelt. Jedem Elfmeter haftet eine 20 prozentigen Unsicherheit an und ist daher mit diesem Anteil „glücklich“.

Mit „Glück erzwingen“ mein man, dass man in der letzten Spielen mehr Spiele gewonnen hat als noch vor einem Jahr. Gut, aber erzwungen hat man gar nichts, denn der Zufall ist ständiger Begleiter unseres Alltags und ganz besonders bei Fußballspielen. Der Grund für den Zufallscharakter ist, dass durch die Schnelligkeit des Spiels und der gleichzeitigen Unsicherheit der Ballführung mit dem vergleichsweise ungeschickten Fuß, die Voraussagbarkeit von Aktionen nicht ausreichend gegeben ist. Es mag sein, dass durch intensiveres Training eine höhere Ballsicherheit bei den Spielern gegeben ist. Das verringert die Unsicherheit bei den Kombinationen und steigert die Wahrscheinlichkeit ohne Ballverlust bis in die „Box“ zu kommen. Es verringert das „Masl“, das man haben muss, um ein Tor zu erzielen, weil man eben sicherer geworden ist. Aber auch dann ist es omnipräsent, das Glück, auch wenn es ein bisschen kleiner geworden ist.

Wenn einige Spiele hintereinander gewonnen werden, meint man, das wäre schon eine großartige Serie, vielleicht so, wie es erstaunlich ist, mehrmals mit einem Würfel die Sechs zu würfeln. Dass es einfach nur Zufall zu unseren Gunsten ist, will man nicht wahrhaben. Aber auch wenn diese Serie einfach nur Zufall ist, dann hat dieser Zufall die angenehme Nebenwirkung, dass er das Selbstvertrauen des Teams stärkt und das wieder kann diese Serie tatsächlich verlängern. Etwas, was der Würfel nicht kann, weil es ja keinerlei Leistung erfordert, eine Würfel zu werfen, ganz im Gegensatz zu einem Fußballspiel.

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RB-Rapid

2:2 (0:0)

Es war wieder etwas von „Rapid“ zu sehen am Spielfeld. Sehenswerter Einsatz, tolle Kombinationen. diszipliniertes Defensivspiel.

Für uns überragend (subjektiv natürlich) Galvao, Strebinger, Boli. Natürlich die beiden Torschützen Ljubicic und Schobesberger nicht zu vergessen. Das erste Tor wurde durch einen Sololauf von Boli eingeleitet. Sein Seitenwechsel auf Schaub wurde schon durch ein kollektives „schiaß Louis“ begleitet, doch dieser sah mehr Chancen über die Mitte und seine Rückgabe war tatsächlich von Erfolg begleitet. Ein toller Erfolg für den jüngsten Rapidler am Platz: Dejan Ljubicic. Es wird wohl für Thanos Petsos ein harter Kampf ums Leiberl auf dieser Position.

Dass auch die neuerliche Führung durch den wieselflinken Philipp Schobesberger letztlich nicht gereicht hat, ist natürlich ein Wermutstropfen, der das Ergebnis trübt, aber das Gebotene kann sich sehen lassen und – anders als im Vorjahr – können wir im heurigen September mit mehr Zuversicht auf die nächsten Spiele blicken.

Genaugenommen war es der gefühlt starke Zusammenhalt der Mannschaft, der uns Hoffnung gibt.

Fußballverarschung

So, als würde der Zinnober der Dosenanbeter einen Fußball-Interessierten in irgendeiner Weise tangieren, wird das auch noch plakatiert: ein völlig nutzloses Schild am Eingang zum Bullenstadl:

Hier wurde schon einmal über den Kommerz-Sprecher in Salzburg berichtet. Aber diesmal hat man wieder einen neuen Sprecher aus dem schier unerschöpflichen Kommerz-Vorrat gezogen, der an Peinlichkeit schon kaum zu übertreffen war.

Der rote Wahlslogan „Ich hol‘ mir, was mir zusteht“ ist dem neuen Stadionsprecher Pate gestanden als er meinte, dass sich die Bullen zu holen hätten, was ihnen zusteht, nämlich die drei Punkte.

Wie schon ausführlich an dieser Stelle über den „Rekordmeister“ berichtet wurde, hängt ein solcher Titel immer mit dem Zeitraum zusammen, über den man mittelt und natürlich gibt das Fußball-Wien in den letzen 15-20 Jahren kein gutes Bild in solchen Statistiken ab. Dass sich also Salzburg jetzt als „Rekordmeister des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet, ist bestenfalls ironisch zu verstehen, um eben die in Wien aufgeflammte Rekordmeister-Debatte zu karikieren.

So begrüßten uns auch vor halbleerer Fantribüne (die Fahnen bedecken freundlicherweise die leeren Sitzreihen) die Gastgeber mit „Willkommen beim Rekordmeister des 21. Jahrhunderts“.

Da fahren an die zweitausend Rapid-Anhänger quer durch Österreich, um ein Spiel zu sehen – und landen in einer Art überdimensionierem Zirkuszelt, in dem von einem die Sensationen herbei schreienden Hanswurst Werbung für eine Limonade gemacht wird. Der Klamauk rund um das Spiel erinnert eher an die Ankündigung einer Trendsportart, ein Gebiet, in dem RedBull stark vertreten ist.

Da wird die gegnerische Mannschaft vom Sprecher mit einem Enthusiasmus begrüßt, der eher an Verarschung erinnert als an ein seriöses Fußballspiel. Das Spiel ist für uns eine wichtige, wenn nicht eine ernste Sache. Wir verbringen viel Zeit damit, das Spiel zu verstehen und zu interpretieren. Und dann wird das Spiel vor einem Event-Publikum zu einer Volksbelustigung degradiert.

Genau so stellen wir uns den Kommerz vor, und genau so ist er dann auch.

33 Bullen, 11 Rapidler, 3 als „unparteiisch“ Benannte und eine Kuh bei der Mannschaftsaufstellung.

In anderen Situationen ist man sehr kritisch, doch dass man bei der Mannschaftsaufstellung einen Kasperl in Form einer Kuh in der Spielaufstellung mitbringen darf aber ein Ersatz-Spieler, der den Weg zum Fanblock über das Corner-Eck abkürzt gleich mit Gelb ermahnt wird… Na ja, Hauptsache man kann dem Gegner formal etwas antun. Ich habe dieses Gelb-„Vergehen“ von Tobias Knoflach zufällig im Bild festgehalten:

Der „Unparteiische“

Wie wir wissen, darf ein Schiedsrichter nicht aus einem Bundesland einer der beiden Mannschaften kommen, es sei denn – wie bei einem Wiener Derby – dass beide Mannschaften auch aus demselben Bundesland kommen – wie Ing. Gerhard Grobelnik.

Wann „kommt“ aber ein Schiedsrichter aus einem Bundesland? Die richtige Antwort ist nicht: „wo er geboren wurde“, sondern es gilt, für welchen Landesverband er aktiv ist.

Der Spielleiter unserer Begegnung, Dieter Muckenhammer, ist in Salzburg geboren, pfeift aber für den oberösterreichischen Verband. Er darf daher nach dieser Regel das Spiel leiten, aber wir als betroffene Rapidler dürfen auch annehmen, dass er bei der Vergehen mit einem gewissen Auslegungsspielraum seine Salzburger Herkunft ins Spiel bringen wird.

So geschehen in der 16. Minute als bei einem heftiger Zusammenstoß allein Mario Pavelic die Schuld zugesprochen wurde und Rapid dadurch geschwächt wurde. Es mag schon sein, dass Mario in dieser Szene ungestüm an den Ball gegangen ist, was aber seinen Gegenspieler nicht davon abgehalten hat „mit vollem Geschäft“ dagegen zu halten. Es war eine Kollision mit Rugby-Charakter, und die wollen wir natürlich nicht im Fußball haben, doch wäre eine Teilung der Schuld fairer gewesen.

Auch die zweite spielentscheidende Szene, ein Freistoß an der Strafraumgrenze, der schließlich zum Ausgleich geführt hat, beruhte auf einem Foul, dass man nicht hätte geben müssen, bedenkt man, dass die Schwerkraft für Stürmer in Tornähe besonders stark ist und sie allzu leicht die Rolle des sterbenden Schwans spielen. Natürlich sahen wir die Szene nur aus ca. 50 Metern Entfernung.

Kartenspiel

Eine rote und vier gelbe Karten wurden an unsere Spieler bei diesem Spiel verteilt. Sehr viel, und im heurigen Jahr sind es bereits insgesamt 18 gelbe, eine gelb-rote, drei rote Karten. Zum Vergleich: in der letzten Zoki-Saison waren es in allen 36 Spielen 49 gelbe und eine rote Karte.

Woher kommt das?

Abgesehen von dem Umstand, dass die Schiedsrichter eventuell doch tendenziell anti-grün entscheiden, kann es auch auf den großen Erfolgsdruck und auch Erfolgshunger der Mannschaft zurückzuführen sein, dass man Dinge erzwingen will, die sich aufgrund der Zufälligkeiten des Spielverlaufs nicht so ergeben, wie man das gerne haben möchte und dann eben zum Kartensammeln beginnt.

Die beiden Jubel-Szenen nach den Führungstreffern (siehe Bild oben) zeigen diese innige Verbindung zwischen den Fans und der Mannschaft. Alle Spieler am Feld sind hervorragende Kicker (natürlich auch die von RB) aber nur die 11 Rapidler spielen auch für jemanden, der als Kollektiv durchaus große Belastungen in Kauf nimmt und diesem Einsatz an Geld, Zeit und Hingabe will die Mannschaft durch Leistung und dann auch durch Erfolge belohnen.

Die mitgereisten Rapid-Anhänger

Snus

Wie wichtig muss etwas sein, dass man dafür einen Doppelhalter erzeugt und dann dafür wirbt.

Snus ist eine Form von Kautabak. Snus = Tabak (luftgetrocket, gemahlen, wärmebehandelt) + Wasser + Salz + Aromen; verpackt in Beutelchen aus Zelluose.

Snus unterliegt dem schwedischen Lebensmittelgesetz, darf in Schweden vertrieben werden, nicht aber in der EU.

Reise

Gregor (Fahrer), Christoph, Florian und Franz haben diese Reise mit dem PKW vereinbart. Bei der Anreise planten wir einen Zwischenstopp bei Rapidwirt Charly Wendtner ein und wer von Euch auf seinem Navi noch nicht „Altpyburg 9“ gespeichert hat, sollte das bei einer der nächsten Fahrten nachholen.

Ein Gasthaus, voll mit Rapid-Devotionalien, mit einem Steinfußball am Eingang (wie wir ihn vom Happelstadion kennen) sowie Wirt und Mannschaft voll in Grün-Weiß! Unsere Speisenauswahl: Grießnockerl- und Fritattensuppe, Gemüselaibchen, Berner Würstchen und Gemüselaibchen.

In der Gaststube wird auch des Geburtstags von RR TC SHFG gedacht! (im Bild Charly mit Steffen)

Bei der Rückfahrt wählten wir das Rasthaus Mondsee. Das Essen dort ebenfalls sehr schmackhaft mit Erdäpfelsuppe, Toast, Eierschwammerl-Brot und Gemüse-Ravioli.

Die Fahrt verlief sehr entspannt; kein Wunder, wenn man sich als Mitfahrer stressfrei dem Ärger über den späten Ausgleichs hingeben kann. Die Zeit verging schnell mit kurzweiligen Fußballplaudereien.

Danke, Gregor für’s Mitnehemen!

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RB-Rapid

1:0 (0:0)

Ich finde, dass das Spiel von Rapid ein gutes Spiel war, vielleicht sogar eines der besten unter Gogo. Es war nicht zu erwarten, dass man das Spiel dominieren könnte, aber Rapid hat trotz großer Überlegenheit des Gegners keine kritischen Situationen im Strafraum zugelassen und das ist eigentlich eine tolle Defensivleistung.

Wenn wir dieses Spiel gegen Salzburg als Maßstab nehmen, können wir durchaus mit positiven Erwartungen in die Cup-Begegnung gehen. Sagen wir 40% Wahrscheinlichkeit für einen Sieg. Einerseits, weil es für RedBull um nichts mehr geht und vor allem, weil es für RedBull ein Auswärtsspiel sein wird.

Und in einem Fußballspiel kann natürlich viel passieren. Wenn Lazaro nach der Kopfballabwehr den Ball nicht zufällig vor die Füße bekommt, der Verteidiger sich nicht wegdreht (um den Ball nicht abzufälschen) und Knoflach die Hände nicht rechtzeitig nach oben reißen kann, weil der Ball gar so gut getroffen wurde,… Diese Szene muss sich so nicht ereignen. Und daher haben wir im Cup eine Chance. Und die wird sogar höher sein als im gerade gesehenen Spiel.

Eigentlich eine nette Geste des ORF…

So, wie es einen Grund dafür gibt, dass das Spiel gegen RedBull am Samstag Nachmittag stattfand, gibt es wohl auch einen Grund, warum das Spiel von Rapid II zeitgleich stattfinden musste.

Den ersten Grund liefert Heute und meint, das Spiel in Salzburg wäre für den ORF vergleichsweise uninteressant. Nun, als Rapidler kann ich da nur sagen, „recht hat der ORF“, es ist wirklich ziemlich uninteressant, die Meisterfeier zu zeigen, wenn dieser RedBull heißt.

Den zweiten Grund wissen wir nicht. Warum man das Spiel gegen Stadlau nicht zum Beispiel hätte um 14:00 starten können, damit man beide Spiele hätte sehen können, weiß wahrscheinlich nicht einmal der Fußballgott.

Rekordmeisterbar

Früher waren wir auswärts immer mit dabei, heute ist das aus familiären Gründen nicht immer möglich, daher besuchten wir die Rekordmeister-Bar. Und gut war’s, dass wir dort waren, denn allzu überfüllt war die Bar nicht und wir trugen mit unserem Besuch dazu bei, dass die Kellner nicht in der Überzahl waren. Glücklicherweise kam auch ein Fanklub, der eine Museumstour mit abschließendem Bar-Besuch gebucht hat. Ohne diese Gruppe, hätte es ziemlich leer gewirkt. Mit ein Grund ist die schlechte Bildqualität der Hauptleinwand. Bei Nachmittagsspielen müsste unbedingt für eine Abschattung gesorgt werden.

Ein weiterer Teil der Rapidler war beim Spiel von Rapid II, drei Etagen tiefer, und die hatten mehr zu lachen. Rapid II gewann gegen Stadlau 3:1. Bravo!

Wir vergnügten uns einstweilen mit Marcus Rapid, der unsere Aufmerksamkeit ziemlich auf sich gezogen hat; aber nicht so viel, dass wir nicht den Satz von Gogo gehört hätten, der da lautete, dass „Schössi nicht gut spielen müsse“. Er hat das wirklich gesagt, ist aber dabei offenbar in eine kleine Falle des Interviewers getappt; vermutlich wollte er seine Aufstellung verteidigen. Aber – wie gesagt – wir waren durch Marcus ein „bisschen“ abgelenkt.

90. Geburtstag Walter Zeman

Wenn Du in der nächsten Zeit zu Rapid kommst, schau Dir die erste Vitrine in der Aula der Röhre an. Dort sind Erinnerungsstücke an Walter Zeman zusammengestellt. Laurin Rosenberg freut sich besonders über das Schulzeugnis aus dem Schuljahr 1940/41, in dem Walter die Tschechische Schule in der Wielandgasse besucht hat.

Weitere Ansichten von dieser Vitrine finden sich bei den Bildern zu diesem Spiel.

Der Rapid-Motor stottert!

Schaut einmal auf die folgende Grafik. Links sieht man die erfolglose Zeit (nur Unentschieden-gelb und Niederlagen-rot) unter Canadi und dann folgen immer ein Sieg-grün und eine Niederlage-rot aufeinander.

Dieses „Kalt-Warm“ wirkt auf uns wie ein Motor, der beginnt sich zu drehen, aber noch nicht alle Zylinder zünden. Es wird schon!

Es könnte aber so weitergehen, wenn man an die kommenden Paarungen denkt. Gegen Sturm könnte man bei Heimpublikum einen Sieg einfahren, was aber beim danach folgenden Mattersburg-Spiel nicht so klar ist, denn die haben vorher Altach zu Gast und sollten sie das Spiel verlieren, wird das Mattersburg-Spiel eines der schwierigeren Sorte.

Langsam steigt auch der rote 10-Spiele-Mittelwert im Diagramm nach oben und wird nach dem nächsten Spiel endlich wieder die 50%-Marke übersteigen und als grüne Kurve oberhalb der Mitte die Saison beenden; und hoffentlich nicht – wie unter Matthäus am 8. Platz.

Die grünen Balken am unteren Bildrand sind die Zuschauerzahlen der Heimspiele und die braunen Balken jene der Auswärtsspiele.

Links

Rapid-Viertelstunde vom 12.5.

Diesmal schauen wir Maurizio Zoccola, dem Videoanalysten des SK Rapid  bei seiner Arbeit über die Schulter. Außerdem waren wir bei einer ganz besonderen Trainingseinheit für die Partner und Sponsoren des Rekordmeisters mit dabei.

Alles Gute zum Geburtstag…

…wünschen wir unserem Ferdinand, der die Rapid-Grill-Schürze an diesem ersten schönen Tag in Breitenfurt genossen hat. Danke für die Bewirtung!

Rapid-RB

0:1 (0:0)

So bitter diese Niederlage ist, so zuversichtlich können wir nach dieser Gala-Vorstellung von Rapid sein und vielleicht hilft diese Zuversicht auch der Mannschaft, dass ihr bei einem der nächsten Spiele „der Knopf aufgehen möge“ und sich Chancen auch wieder in Tore verwandeln mögen.

Die rechte Seite mit Mario Pavelic war spielbestimmend, Traustason blass im Vergleich dazu.

Der Zufall ist ein Luder, speziell, wenn er sich gegen einen selbst richtet. Kann denn dieser Kopfball eines Salzburgers, der wie ein Querschläger am Salzburger Kreuzeck vorbeigeschrammt ist, nicht ausnahmsweise einmal zu unseren Gunsten im Tor landen? Es ist einfach wie verhext.

Fansupport

Der aufopfernde Kampf der Mannschaft wurde am Ende des Spiels von allen Rängen mit anhaltendem Applaus honoriert. Man konnte tatsächlich so etwas wie „erhobenen Hauptes“ von der verlorenen Schlacht nach Hause gehen. Es ist vielleicht sogar die lang ersehnte Aufbruchsstimmung, auch wenn das Spiel nicht von Erfolg gekrönt war.

Wir, auf der Ost-Seite sind für die Stadionstimmung nicht sehr bedeutend, und es kommt immer darauf an, wie sich der Block West verhält. Gestern erlebten wir eine große Geschlossenheit des Supports und viele meiner Nachbarn beteiligten sich am rhytmischen Klatschen, bei den Gesängen weniger.

Sehr eindrucksvoll die Bannerparade am Spielbeginn. (Das große Bild ist leider verwackelt).

Trotz des Gegentors in der 70. Minute wird die Rapid-Viertelstunde gewohnt spektakulär zelebriert.

Sehr erfreulich war der beiderseitige versöhnliche und lang anhaltende Abschiedsapplaus.

Sehr überrascht hat mich auch das Interview von Hans Krankl (siehe Links), der ausnahmsweise seine sonstige Polemik gegen „Funktionäre und Trainer“ im Talon behalten hat und den Support des Blocks als „Einmalig in Europa“ beschrieben hat und sich dabei auch durch einen Einwurf des Reporters nicht aus der Ruhe bringen ließ. „Willkommen an Bord jener Aufrechten, die mithelfen, den Karren aus dem Schlamm zu ziehen, Hans.“

Links

RB-Rapid

2:1 (2:0)

Viel Arbeit wartet auf Canadi und sein Team.

Bei keinem Spiel mit Zoki waren wir in Salzburg so chancenlos. Und es waren durchaus viele Spiele, teilweise sehr ansehnliche Begegnungen. Rapid-Charly, den wir beim Stadionausgang getroffen haben, hat sich noch erinnert, wann er zuletzt ein so trostloses Spiel gesehen hat: es war das 6:1 vom 28.4. 2002, damals gegen Austria Salzburg, das Steffen Hofmann, als junger Spieler von Lothar Matthäus geholt, gerne mit dem Spruch „was hab ich mir da angetan“ erwähnt.

Es ist schon eine Art Langzeit-Tief in dem sich Rapid befindet, mit der nicht zu adäquat ersetzten linken Flanke mit Stangl und Kainz, mit dem Ballast neuer Spieler, die nicht „eingeschlagen“ haben und zu denen sich der neue Trainer schon klar positioniert hat, indem er in einem Interview gesagt hat, dass bei gleicher Leistung jedenfalls der österreichische Spieler den Vorzug bekommen wird, eine Hoffnung für nachrückende Spieler von Rapid II. Und man hat Damir Canadi auch schon beim später abgesagten Spiel von Rapid II gegen Parndorf gesichtet.

Eine sehr gute Analyse zur Situation von Rapid findet sich im Bericht von weltfussball.at: „Folgenschwere Sündern der Rapid Führung“.

Ambiente

Fußball ist längst nicht nur das Spiel am Rasen. Der Wettbewerb spielt sich auf vielen Fronten ab und je nach Gesichtspunkt steigt Rapid an allen diesen Nebenfronten als gefühlter Sieger aus – nur nicht am Platz.

Dass Rapid die meisten Fans mobilisieren kann, muss man nicht erst wiederholen. Wie sich die Manager des Rhetortenklubs abmühen, so etwas wie Stimmung erscheinen zu lassen, erscheint fast schon ein bisschen peinlich. Die Klatschen im Stadion sollen ein empathieloses Eventpublikum mit mehr Lautstärke auszurüsten.

Die beiden Stadionsprecher als Animateure, kombiniert mit der ständig übersteuerten Tonanlage wollen eine Stimmung herbeireden, der das Publikum nicht folgt. Eine Blitzumfrage an die Salzburger rund um unseren Sitplatz ergab, dass die nicht einmal wissen, wer diese beiden Möchtegern-Stimmungsmacher sind. Eine sonderbare Beziehungslosigkeit zwischen Verein und Anhänger.

Wahrend unsere Konkurrenten es nicht schaffen, ihre Erfolge in Akzeptanz beim Publikum umzusetzen, schafft es Rapid nicht, die auf allen Fronten vorhandenen Potenziale inklusive Geld auf den Rasen zu bringen. Man kommt sich vor wie mit einem Ferrari auf Glatteis – man bringt die PS nicht auf die Straße.

Manchmal beklage ich, dass der Rapid-Fanblock wenig spielbezogen agiert. Heute habe ich aber gesehen, dass man manche Spiele eher mit einem „Neutral-Support“ ertragen kann. Erwähnenswert – neben dem obligaten Rauchspektakel zu Beginn des Spiels und am Beginn der Rapid-Viertelstunde – dass man die Mannschaft trotz dieses enttäuschenden Spielstils dezent verabschiedet hat, fast so, wie man ein Kind motiviert, trotz eines Fünfers nicht den Kopf hängen zu lassen. Denn die Anspannung und auch ein Wille, das Spiel noch zu egalisieren, war dem Team in der Schlussphase anzusehen.

Choreografie bei Spielbeginn…

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…und was davon überbleibt:

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Eine kleine Spielverzögerung gabs zu Spielbeginn, weil sich einige in der Dosis der Rauchtöpfe vertan haben. Gleichzeitig dient uns dieses Nebelbild, den Mantel des Schweigens über dieses Spiel zu legen.

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Spruch des Tages von den Tornados:
„TR96 Sezione depapat einesaufen“
Diese immer wieder anzutreffende Selbstironie scheint in solchen Situationen eine der Möglichkeiten zu sein, die Trostlosigkeit des Spiels zu ertragen.

Im gemütlichen Rapid-Bus lässt es sich gut reisen. Kurze Pause beim Parkplatz in Viehdorf, Pause am Mondsee,

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Plaudern über „Gott und die Welt“, prächtiges Föhnwetter.

Wir wohnen mit Elnaz im selben Haus und treffen uns zufällig in derselben Reihe 6, Stiege 5 in Siezenheim. Im Bild Elnaz, Janine, Peter und Janos.

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Die Heimfahrt ist flott und mit einer Pause in Allhaming sind wir um 23:00 zu Hause. Der Spruch des Tages für das „Opfer des Tages“, Heinz: „Von Hietzing bis zum Praterstern, immer wieder Straßenkehr’n.“ (selbstverständlich immer einer passenden Rapid-Gesangsmelodie hinterlegt; und viele andere, die ich mir leider nicht gemerkt habe). Heinz erträgt seine Rolle tapfer, mit einer ordentlichen Ration Bier.

Einen Tag vor dieser Begegnung hat Vea Kaiser im Kurier in ihrem Artikel „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ihre Beziehung zu Rapid beschrieben; sehr schön! Es wäre uns aber lieber gewesen, wenn diese Worte „…gar nicht schießt“ nicht gar so genau zugetroffen hätten wie im gestrigen Spiel.

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Rapid-Viertelstunde vom 18.11.

Nicht vergessen

Morgen 18:00 Clubabend mit Florian Sturm. Es geht um den „Allianz-Drive“, eine Sicherheitseinrichtung und gleichzeitig Fahrtenbuch für das Auto.

veranstaltung

Weitere Informationen

Rapid-RB

0:0

Ein Sieg sollte nicht sein (das werden auch die Bullen sagen). Vielleicht sollten wir uns auf ein verdientes Unentschieden einigen. RedBull mit gefährlicheren Chancen in Einzelleistungen, Rapid mit mit großem kollektiven Druck, insbesondere in der Schlussphase.

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Wir sahen ein interessantes, kampfbetontes Spiel, mit je drei gelben Karten für die Teams.

Immer wieder sehr auffällig im defensiven Mittelfeld war Ivan Mocinic. Er wird allgemein als Spieler mit großer Spielintelligenz eingeschätzt. Das liegt an seinem schnellen und präzisen Passspiel. Martin meinte, dass seine Spielzüge vielleicht sogar zu schnell für seine Mitspieler sind. Vergleichsweise unauffällig war Joelinton. Er wirkte oft unentschlossen und zögerlich.

Die Hitze war für Spieler und Zuschauer eine ziemliche Herausforderung, es gab zwei Trinkpausen.

Es ist doch erstaunlich, wie lange es dauern kann, bis man zwei Rapid-Soda bekommt. Die Bezahlung ist nicht das Problem. Soda kommt nämlich nicht aus einem Zapfhahn, wie man vermuten würde, sondern aus gewöhnlichen Mineralwasserflaschen. Und deren Handling verzögert manchmal die Auslieferung.

Support

Wir sahen eine kollektive Meisterleistung, inszeniert von den Ultras.

Das Motto: „Da Proda is Vegaungenheit – ins Weststaion gengan jetzt die Leit“.

Eine Darstellung des Umzugs vom Happelstadion ins Allianz-, pardon Weststadion natürlich. Beide Stadien wurden in riesigen Transparenten dargestellt. Gefahren wurde mit einer Straßenbahngarnitur, die Haltestelle war hinter dem Tor. Grün-weißer Konfettiregen komplettierte die Inszenierung.

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An Attacken gegen den Geldgeber des Gegners hat es nicht gemangelt.

„Herst Didi, sieh’s endlich ein, der Wille des Universum ist stärker als eure Energy. In die Champions-League schafft ihr es nie! Schieß Red Bull!“

„Mateschitz kann noch so viele Millionen investieren, in der Champions-League werdet ihr niemals existieren.“

Dass für die Zufälligkeiten eines Fußballspiels sogar der „Wille des Universums“ herhalten muss, hat mich erheitert.

Bemerkenswert war auch das spontane Absingen der Alfred-Körner-Hymne durch den Block-West.

Trotz aller Kritik für die Ablehnung des „Allianz-Stadion“ durch den Block, muss man doch dem Block zugute halten, dass wir ohne seine Organisationskraft und Einsatzbereitschaft ein zwar schönes aber nur durchschnittliches Stadion wären. Mit diesem Block ist aber ein Spiel in Hütteldorf für jeden Gast, ein ganz besonderes Ereignis, das zum Wiederkommen ermuntert.

Die Prozedur zu Spielbeginn mit den Wappen am Spielfeld und dem symbolischen 12. Mann, getragen von Mitgliedern sowie die zwei gemeinsam gesungenen Hymnen ist ein sehr gelungenes Ritual, das von allen gut angenommen worden ist. Es ist auch gut, dass die alte Hymne nicht wie am Beginn ganz à capella und dadurch auch schneller gesungen wird.

Da, wo wir sitzen

Wir sitzen in der Reihe 13, oberhalb des Mundlochs des Sektors 11.

In unserer Sitzumgebung ist viel Prominenz zu sehen. Vor uns „die Gärtner“, Josef und Peter, die schon mehrmals in der Rapid-Viertelstunde zu sehen waren, rechts Andreas Schieder, hinter uns Peter Pilz, beide Kuratoriumsmitglied und Abgeordneter zum Nationalrat, ebenfalls hinter uns Florian Scheuba, Kabarettist.

prominenz

Links

Neue Freunde

Wir begrüßen in unserer Liste zwei prominente Mitleser: Werner Walzer, Rapid-Legende mit 326 Einsätzen (Link), Mitglied des Legendenklubs, Hobbyfotograf (den ich mehr oder weniger zwangsrekrutiert habe) und Andreas Frey, den Obmann des Rapid-Fanklubs „Grüne Reblaus Wachau“.

[Auf  jedem versendeten Tagebucheintrag befindet sich unten ein Abmeldelink.]

Andreas steht mehrfach mit Rapid in Beziehung. Sein Bruder Wolfgang ist als Masseur Rapid-Urgestein. Andreas ist aber auch der Trauzeuge von Barbara und Steffen Hofmann. (Diese Zeugenschaft ist eine wechselweise.) Weiters pflegt er eine Sammlung von Rapid-Andenken, wie Original-Trikots, Wimpeln und anderen Erinnerungsstücken, die man durchaus schon als Museum bezeichnen kann. Ein ganz besonderes Stück ist das letzte Trikot von Didi Kühbauer im Rapid-Dress. Bilder dieser Erinnerungsstücke haben auch Einzug in Bücher der „Wuchtl“-Serie von Funki Feurer gefunden. Während der Entstehung der Rapid-Chronik hat Andreas mit Roland Holzinger zusammengearbeitet. Kurz, ein bemerkenswert engagierter Rapidler!

Andreas wäre bereit, mir seine Sammlung zu zeigen und er wird sicher nichts dagegen haben, wenn sich jemand aus unserer Runde anschließt. Wir laden „die Reblaus“ nach der Besichtigung zu einem Mittagessen in der Wachau ein. Es erfordert nur Interessenten und einen geeigneten Termin. Bitte melden!

 

Rapid-RB

1:1 (0:0)

Es war ein tolles Spiel von Rapid. Und wenn man zu einem Sieg oft auch ein Quäntchen Glück braucht; an diesem Tag war einfach zu viel Pech dabei – und Schiedsrichter Hameter.

Wir kennen diese Kunstschüsse, die von Stange zu Stange pendeln und dann doch nicht ins Tor gehen – aber muss das gerade bei einem so wichtigen Spiel sein? Für solche Zufälle wäre auch im Derby noch Zeit genug. Steffen Hofmann war nicht nur der unglückliche Kunstschütze, er war auch der unermüdliche Kämpfer, der vom Gegner ganz schön abgeklopft wurde und ziemlich oft am Boden lag. Steffen wurde in der 67. Minute mit riesigem Abgangsapplaus verabschiedet.

Bis zur 40. Minute kam es seiten RB zu einem Foul nach dem anderen. Unmut im Publikum, weil Hameter seine gelben Karten offenbar nicht finden konnte. Dann in der 40. Minute das erste Foul von Rapid. Ach ja, da waren sie wieder, die Gelben Karten. Da ich als Lehrer oft genug diese Situation erlebt habe, bei Beurteilungen Einzelner besonders fair gegenüber der Klasse sein zu müssen, kann ich diese Situation zwar verstehen aber da man dabei viel verlieren kann, zum Beispiel einen Meistertitel, ist bei uns, den Rapid-Fans kein Verständnis für eine solche Übergenauigkeit.

Hameters Situation (und die anderer Schiedsrichter) ist: nur keine Schwäche gegenüber dem gelb-fordernden Heimpublikum zeigen, denn man will ja bei der eigenen Beurteilung bei der Bundesliga am Montag gut dastehen.

Dass Hameter dann noch auf eine Schwalbe/Abseits von Reyna hereingefallen ist, was unangenehmer Weise zum einzigen Torschuss von RB und leider auch zum Gegentor führte, ist besonders tragisch, denn aus dem sonstigen Spielverlauf kann man dieses Tor nicht zwingend ableiten.

Rapid mit 90 Prozent unterwegs

Und dabei hat Rapid nur mit 90 Prozent gespielt, denn gerade in diesem Spiel konnte man wegen einer ähnlichen Spielanlage die beiden Stürmer Jelic/Rapid und Reyna/RB gut vergleichen. Dieser Vergleich geht deutlich zu Gunsten von RB aus. Während Reyna unsere Verteidiger Dibon und Sonnleitner  durchaus zu beschäftigen wusste, konnte man das auf der anderen Seite nicht wahrnehmen. Jelic war meist viel zu weit vom Geschehen und vom Ball entfernt. Das Spiel lief meist ohne seine Beteiligung – zumindest erschien uns das so.

  • Jelic 2.7 Minuten/Ballkontakt (Vergleich Reyna 2.2 Minuten/Ballkontakt)
  • Kainz 1 Minuten/Ballkontakt
  • Schaub 1,2 Minuten/Ballkontakt
  • Schobersberger 0.93 Minuten/Ballkontakt (Spitzenwert)

Und das Prachttor von Lous Schaub und das sehenswerte Zusammenspiel mit Florian Kainz war nicht untypisch für unser stürmerloses Spiel. Prosenik bei Rapid II, Tomi – ja wer ist dieser Tomi? Rein statistisch gesehen ist Tomi der Stürmer mit der besten Torquote. Klingt verrückt, ist aber durch Tomis geringe Einsatzzahlen bedingt.

Hier kann man das nachforschen: http://123.ewkil.at/default.aspx?id=player&id1=details&p=aktuell

Tomi schoss zwei Tore in 6 Einsätzen und 223 Spielminuten. Das ergibt 111 Minuten pro Tor, dann kommen Deni Alar mit 159 und Philipp Schobesberger mit 218 Torminuten.

Diese Zahlen sind alle sehr weit von den Führenden in dieser Disziplin entfernt, die alle unter 100 Minuten pro Tor lieben (Franz Binder, Josef Uridil, Robert Dienst, Hamdi Salihi). Robert Beric kam auf 118 Minuten, Matej Jelic liegt weit abgeschlagen bei 341 Minuten. http://123.ewkil.at/default.aspx?id=player&id1=details&p=goalgetter

Aus der Sicht eines Laien ist das völlig unverständlich, dass man Spieler holt und diese dann auf der Bank verkümmern lässt. Es ist uns nicht erklärlich, wo genau die Vorzüge von Jelic gegenüber Tomi wären. Sogar ein Spieler aus der aktuellen Rapid II-Mannschaft käme uns auf dieser Postion besser eingesetzt vor.

Dass die sportliche Führung auf Matej setzt, ist verständlich, beschwört man doch die Möglichkeit, dass sich dieser besser in die Mannschaft einfügen werde, um nicht eingestehen zu müssen, dass er für diese Aufgabe doch (noch) nicht geeignet ist (und daher ein Fehltransfer). Das Publikum will nicht darauf warten, dass Matej Jelic zufällig gut steht und dann auch zufällig ein Ball in seine Richtung kommt, man will ihn kämpfen sehen, wie die anderen; dann ergeben sich solche Situationen ganz von allein; er hätte durch seine zentrale Position die besten Voraussetzungen dafür.

Auf unseren Sturm kann man derzeit nicht bauen.

Dafür muss man die Leistung unserer beiden Verteidiger Mario Sonnleitner und Christopher Dibon und auch des davor agierenden Srdjan Grahovac besonders hervorheben. Immerhin war mit Thanos Petsos (dem wir eine baldige Genesung nach dem Seitenbandeinriss wünschen) ein Defensivspieler zu ersetzten, der die meisten Ballkontakte in der Liga hat, der also wie kein anderer das Spiel lenkt. Und das ist unserem Defensivtrio sehr gut gelungen. Wie so manche Vorstöße von RB ohne Foul gestoppt wurden, war einfach – frei nach Mario Sonnleitner – „Wiener Weltklasse“.

Zusammenfassung

Abgesehen von Details des Spiels, hat RB ziemlich effektiv gespielt. Ein Unentschieden genügte und allen war das bewusst. RB begann mit etwas mehr Spielanteilen aber Rapid kam immer besser ins Spiel. Das war auch notwendig, Rapid musste ja unbedingt ein Tor erzielen. Das tolle Spiel von Rapid vor der Pause ist also auch eine Folge der abwartenden Haltung von RB.

Der furiose Beginn von Rapid am Beginn der zweiten Hälfte mit dem Führungstor gab den Fans Mut. Aber die Einwechslung von Reyna bei RB belebte das eher müde Angriffsspiel von Soriano und das führte tatsächlich zum Ausgleichstreffer.

Trotz Chancen auf eine nochmalige Führung, zum Beispiel durch Deni Alar, blieb es bei diesem unerfreulichen Unentschieden. Ein sichtlich deprimierter Andy Marek verabschiedete die Besucher. Die mitgereisten RB-Fans veranstalteten kleine Vor-Meisterfeier.

Aber es ist noch nicht alles verloren. Und wenn, dann wurde sicher nicht wegen RB verloren. Verloren wurde schon gegen Ried, gegen die Admira, gegen den WAC und wie sie sonst noch alle heißen, die wahren Stolpersteine.

Choreografie

Das Spiel war auch durch die tolle Choreografie der Tornados als Spitzenspiel erkenntlich. Ein riesiges Rapid-Banner erstreckte sich von der Laufbahn über Rang 1 und Rang 2 und wurde durch blaue Fahnen in der Mitte und grüne und weiße um dieses Banner umrahmt. Fünf Fahnen zeigen den Schriftzug „RAPID“.

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Noch ein imposantes Foto aus dem Block:

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Schade, dass man für das neue Stadion „Am Gerhard-Hanappi-Platz 1“ noch immer keinen besseren Namen gefunden hat als das traditionsarme „WESTSTADION“. Es würde ja nichts dagegen sprechen, das Stadion weiterhin „Gerhard-Hanappi-Stadion“ zu nennen, so wie die Nürberger Blutsbrüder ihr Stadion „Max-Morlock-Stadion“ nennen.

BWE #36 (Block West Echo)

Gerade noch konnte ich den Verkäufer des BWE#36 erreichen und bekam für 5 Euro 200 Seiten fein gemachte Rapid-Lektüre. Ich kann es jedem Rapid-Fan empfehlen.

Über die sonderbare und ziemlich entlegene Meinung im „Impressum“, es würde sich um „kein Erzeugnis im presserechtlichen Sinne“ handeln, muss man ebenso hinweglesen wie über den Umstand, dass es gar kein Impressum gibt, auch wenn der obige Text diese Überschrift hat. (Das trifft übrigens auch für die Internet-Seite der Ultras zu.) Na ja, Wo kein Kläger…

Abgesehen von Sagern wie „Unser Stadion, unsere Regeln“, die eventuell schon Unangenehmes vorausahnen lassen, gewinnt man in der Ausgabe doch einen Einblick in die beachtlichen Aktivitäten der Fanszene ohne auch gleich Mitglied sein zu müssen. Auf praktisch jeder Seite gibt es prächtige Bilder von den Choreografien, einen historischen Rückblick auf das Europacup-Finale vor 20 Jahren und Abschnitte über die befreundeten Vereine in Venedig, Athen und Nürnberg.

Gut gemacht!

Links

Rapid-RB

Für die Einstimmung auf das Spiel wählten wir die Pizzeria „Don Camillo“ im Stadioncenter, landeten aber zuerst im benachbarten „Burgenländer“ bei Stefan und Franz, bis sich herausstellte, dass wir im falschen Lokal waren. Wer also preiswerte bodenständige Hausmannskost bevorzugt (Menü mit Schweinsbraten 6,90), sollte zum „Burgenländer“ gehen.
Florian im Stadion-Center vor dem Happel-Stadion
Der Block L im Sektor E war voll mit „Ordnern“…
Block L im Sektor E
… und es ist die Frage, wieso die nicht auf ihrem Platz waren. In der Pause stellte sich aber heraus, dass die Baumannschaft der Strabag den Block L besetzt hielt.

Einmarsch der Strabag-Mitarbeiter in der Pause

Vor dem Spiel

Ziemlich rauchintensiv, die Choreografie des BlockWest

Zwar nicht so spektakulär wie die Choreografie des BlockWest ist aber auch mit viel Einsatz verbunden: die Aktivitäten der Fans in den anderen Sektoren. Andy Marek gedachte in einer kurzen Ansprache an die jahrzehntelange Unterstützung seitens unseres verstorbenen Freundes Othmar Huyer, den wir alle sehr vermissen werden. Besonders erfreulich, dass wir bei den zukünftigen Spielen immer noch einen (Kontroll-)Blick in die erste Reihe des Blocks F machen können, denn seine Frau Magdalena wird ab jetzt seine Stelle einnehmen. Willkommen in der Rapid-Familie!

Das Spiel

Die Szene vor dem 1:0.
Dibon scheint hier den Ball noch zu spielen.
verfehlt ihn aber und genau das verwirrt Wahlke und führt zum 1:0.
Der Schütze Stangl ist hier nicht im Bild.

Der weitere Spielverlauf war ziemlich unglücklich für Rapid. Und es gab sogar einen Schuldigen: Schiedsrichter Ouschan, der durch eine klare Fehlentscheidung (ein Foul gegen Hofmann nicht zu pfeifen), das Spiel in eine falsche Richtung gelenkt hat. Die Salzburger konnten einen Konter starten, ohne dass die Rapid-Hintermannschaft sich entsprechend formieren konnte. Dazu kamen zwei abgefälschte Schüsse und das Pech war perfekt.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Schiedsrichter versuchen, sich mit ihren Entscheidungen vor starkem Heimpublikum bewusst „unparteiisch“ zu geben, indem sie Foulvergehen gegen die Heimmannschaft eher nicht ahnden, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, als würden sie dem Druck des Publikums nachgeben. Das war auch der Tenor bei den rund um mich sitzenden Zuschauer.

Links

Bundesliga: Red Bull Salzburg gewann bei Rapid dank zweier abgefälschter Tore 2:1

DerStandard: Bundesliga – Salzburg gewinnt den Schlager und meldet sich zurück · Bundesliga live – Salzburg gewinnt in Wien mit 2:1 · Nachlese – Salzburg gewinnt in Wien mit 2:1

DiePresse: Bundesliga: Salzburg gewinnt bei Rapid 2:1

EwkiL: Bilder · Blog · Eintrittskarte · News vom Tage · Stadionzeitung · Statistik

Krone: Rapid – Salzburg: Heute steigt der Super-Hit · Rapid nach zwei „Dusel-Toren“ von „Bullen“ besiegt · Rapids Zorn auf Schiedsrichter: „Schnauze voll!“ · Real Madrid verpasste nach 1:1 im Derby Platz eins

Kurier: Wer hält den Kontakt zu Leader Rapid? · Rapid: Die Statistik spricht fürs Überwintern · Rapid – Salzburg: Der Hit mit Torgarantie · Salzburg rückt näher an Rapid heran

Laola1: Salzburg gewinnt Hit bei Rapid

Österreich: Bullen biegen Rapid im Spitzenspiel

Rapid: Bericht · Stimmen_Statistiken

Sportnet: Rapid Wien 1 Red Bull Salzburg 2: Die Bullen sind zurück im Bundesliga-Spitzenfeld · Hofmann schießt gegen Referee: „So kann man die Liga natürlich spannender halten“ · Unglückliche Salzburg-Pleite: Rapid schießt sich auf die Schiedsrichter ein

UEFA: Salzburg schlägt Rapid

Weltfußball: Europacup-Erfolge machen Rapids · Brust breit Glücklicher Sieg von Salzburg gegen Rapid · Salzburg dreht das Spiel gegen Rapid · Spielbericht

Hinweis

Für Interessenten an einer Video-Zusammenfassung dieses Spiels (und zukünftig aller Spiele von Rapid) bitte um eine Mail an ewkil{at}iam.at.