Rapid-Altach

1:2 (0:0)

Es ist nicht untypisch für Fußball, dass nach Erreichen eines Ziels, der letzte Nachdruck fehlt und Spiele nicht mehr gewonnen werden. Ein Nebeneffekt kann sein, dass dann diese Spiele mit geringerer Aufmerksamkeit die Meisterschaft verfälschen.

Eine solche Unsportlichkeit hat Didi Kühbauer aber vermieden. Wir Zuschauer hätten uns schon in Mattersburg den Einsatz der Nachwuchsspieler erwartet und waren sogar etwas enttäuscht, sie nicht eingesetzt zu sehen. Wenn man aber die Optik gegenüber Altach, das auch noch die Chance gehabt hätte, das Halbfinale am Dienstag zu erreichen, bedenkt, war diese Entscheidung sehr fair.

In diesem letzten und bedeutungslosen Meisterschaftsspiel konnten wir mit Kelvin Arase, Patrick Obermüller und Nicholas Wunsch gleich drei Rapid-Hoffnungsträger sehen. Es war mit Leo Greiml sogar ein vierter Debütant vorgesehen, doch dieser war nach der gelb-roten Karte beim Spiel gegen Mauerwerk gesperrt.

Kelvin Arase hat die Saison bei Horn sichtlich gut getan und es war kein Zufall, dass Gogo ihn nach Linz holen wollte. Besonders in der zweiten Halbzeit war Kelvin sehr auffällig und hat im Zusammenspiel mit Nicholas Wunsch sogar den Elfmeter herausgeholt, der schließlich zum Anschlusstreffer durch Andrija Pavlovic geführt hat. Auch Patrick Obermüller hat seine Sache an der Seite von Max Hofmann gut gemacht, wurde aber nach dem 0:2 durch Mario Sonnleitner ersetzt. Es könnte sein, dass der Trainer nach dem 2:0 durch Altach wieder mehr Stabilität in die Abwehr bringen wollte.

Eigentlich hat man sich nach dem 0:0 zur Pause schon auf dasselbe Ergebnis am Ende des Spiels vorbereitet, doch es sollte anders kommen. Gut, das erste Gegentor war sehenswert und wohl nicht zu halten, aber für das zweite Tor kann man Tobias schon mitverantwortlich machen. Auch seine Ausschüsse ins Out sind verbesserungsfähig.

Nach drei Unentschieden gegen Altach gab es nun sogar eine Heim-Niederlage. Wie kann man das erklären? Didis Antwort aus den letzten Interviews kennen wir schon: „Wir haben einfach mehr Tore bekommen, als wir selbst geschossen haben.“

Zuschauermotivation

Beobachten wir doch einfach uns selbst. Bei dem Spiel ging es um nichts, und wie ist es um unsere eigene Motivation bestellt? 13.500 waren wir, ein ziemlich schlecht besuchtes Saisonende. Man kann auf die Saisonauswertungen der Bundesliga gespannt, ob sich denn der Aufwand für das neue Spielschema insgesamt gelohnt hat. Meine Schätzung ist „nein“, denn ein eventuelles Zuschauerplus wäre in erster Linie durch Spiele in Hütteldorf zustande gekommen. Aber in diesen 5 Heimspiele in der Qualifikationsgruppe kamen deutlich weniger Zuschauer als früher:

  • Letzte 5 Heimspiele 2018/19: 11.600, 12.300, 13.100, 13.801, 13.500
  • Letzte 5 Heimspiele 2017/18: 15.000, 10.000, 18.000, 22.300, 21.600
  • Letzte 5 Heimspiele im Hanappi-Stadion 2013/14. 13.00, 15.800, 15.500, 17200 und 17200.

Und woher kam die Motivation von Altach? Für Altach war die Ausgangslage gleich, aber die Altacher hatten eine weite Anreise – für nichts. Und möglicherweise ist dieser Aufwand und die Gelegenheit, bei toller Kulisse zu spielen, eben jenes Quäntchen mehr, das zum Sieg gereicht hat.

Gladiatoren

Als die Mannschaft in der Pause und auch nach dem Spiel ausgepfiffen wurde, dachte ich ein bisschen an die Gladiatoren-Kämpfe in der Antike. Es gab damals auch einen Schiedsrichter, der auf die Einhaltung der Regeln zu achten hatte. Insbesondere musste er darauf achten, dass der Unterlegene von Sieger nicht einfach getötet wurde, denn dazu waren Gladiatoren zu wertvoll. Diese Entscheidung oblag dem Kaiser und da er sich der Gunst des Volkes versichern wollte, überließ er meist dem Volk die Entscheidung. Dass die damalige Geste für eine negative Entscheidung der nach unten gestreckte Daumen gewesen war, ist historisch nicht belegt, es könnte auch genau umgekehrt gewesen sein.

Was das mit einem Fußballspiel zu tun hat? Sehr viel, denn auch heutzutage nimmt sich das Publikum das Recht, die Darbietung der eigenen Mannschaft durch Pfiffe zu kritisieren. Aber angebracht waren die Pfiffe nicht, Applaus wäre für die Motivation der neuen Spieler die bessere Reaktion gewesen.

Anti-Böller-Aktion

Der Block-West hat eine sehr erfreuliche Aktion gegen Böller gestartet und man darf erwarten, dass die neue Haltung mehr Wirkung zeigen wird als frühere Ermahnungen. Die Aktion wurde über das Block-West-Echo (siehe EwkiL-Bilder) bekannt gegeben. Damit aber auch wirklich alle informiert sind, wurde eine vergrößerte Version des BW-Echo an den Bäumen in der Keisslergasse angeschlagen.

Kleinkrieg mit Herbert

Dass sich Rechts mangels eigener Größe gerne auf Minderheiten einschießt, ist bekannt; dass der frühere Innenminister Herbert die Minderheit der Fußballfans auserwählt hat, war wohl einer von vielen Einzelfällen, über die er – sehr zum Gaudium unseres Blocks – gestolpert ist, und man nicht ohne eine gewisse Genugtuung titelte: „Heast Herbert, bist haas?“

Wappenträger

Der „Klub der Freund des S.C. Rapid“ ist optimistisch, dass Rapid das Halbfinale am kommenden Dienstag gewinnt und dann am Donnerstag, 30.5. zu Hause gegen den Fünften in der Meistergruppe antreten wird. Daher haben wir uns bei Andy Marek als Wappenträger für diesen Donnerstag gemeldet. Und in einer Art Generalprobe waren Erich und der Autor Franz schon bei diesem Spiel gegen Altach eingeteilt.

Treffpunkt war eine Stunde von Spielbeginn bei der Röhre. Jeder Wappenträger bekam von einer freundlichen Dame des Klubservice eine Akkreditierungskarte und durfte damit das Spielfeld betreten. Die Karte wurde nach der Zeremonie einbehalten, wir konnten uns aber die Karte als Andenken bei Kassa 1 abholen.

Die Wappenträger können das Aufwärmen und die diversen Interviews am Spielfeldrand aus der Nähe beobachten. Zum Beispiel hat Lukas Marek für Rapid-TV ein Interview mit unseren Präsidenten geführt und kamen Zoki Barisic und Georg Zellhofer zu einem Interview bei Sky.

Bildergalerie

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Mattersburg-Rapid

1:0 (1:0)

Die Bedeutung des Spiels für Rapid konnte man gut an den Zuschauerzahlen ablesen. Sind am 10. März bei der 1:2 Niederlage noch mehr als 10.000 Zuschauer gekommen, waren es heute nur mehr 4.200. Die beiden Spiele hatten eine gewisse Ähnlichkeit. In beiden Spielen gingen die Mattersburger in der Anfangsphase durch ein eigenartiges Tor in Führung und brachten diesen Vorsprung über die Runden. Mit diesem Sieg ist Mattersburg fix im Halbfinale am 28.5.

Nach meinem Empfinden ist das einzige Tor des Spiels etwas überraschend zustande gekommen, denn der Ball war abgelenkt und Schobersberger, der den Ball hätte abfangen können, stand zu nah am Stürmer, als dass er hätte reagieren können.

Rapid hatte aber im sonstigen Spielverlauf und besonders in der zweiten Halbzeit deutlich mehr vom Spiel, etwas Ballpech und viele unplatzierte Torschüsse, die kein wirkliches Problem für den gegnerischen Torhüter darstellten. Man hätte das Spiel fast wie ein Trainingsspiel interpretieren können, dem der letzte Nachdruck gefehlt hat.

Im Matchcenter der Bundesliga kann man die Überlegenheit von Rapid deutlich erkennen. Bezeichnend ist der Vergleich der Gelben Karten 5:0 für Mattersburg und die vielen spielzeitverkürzenden Behandlungspausen der Mattersburger.

Wir können nur hoffen, dass solche Zufallstore beim entscheidenden Halbfinale am 28.5. nicht ebenso spielentscheidend sein werden wie heute.

3.000. / 3.008. Ligaspiel

Das Spiel gegen Mattersburg wurde in der Vorankündigung als das 3.000. Ligaspiel und daher als eine Art Jubiläumsspiel angekündigt. In der Statistik 123.ewkil.at steht aber der Zählerstand 3.008 und das will erklärt werden.

In den vielen Jahrzehnten gab es fallweise Spielwiederholungen. Und als die Daten erfasst wurden, erschien das dem Datensammler egal zu sein, Spiel ist Spiel. Doch Chronisten wie zum Beispiel das Rapidarchiv zählen nur die anerkannten Spiele und nicht die anullierten. Daher sind die Zählerstände unterschiedlich. Bei einer Revision der Seite wird dieser Fehler behoben werden.

Von diesen Spielen wurden 55,4% gewonnen. Die Anzahl der Siege in der heurigen Saison liegt überraschender Weise genau in diesem Schnitt, aber es gab heuer etwas mehr Niederlagen und daher eben das Abrutschen auf den 7. Platz. Hier der grafische Vergleich der Saisonen seit 2010.

Spiele und Ergebnisse seit 2019/11

Kartenkauf in Mattersburg

In Mattersburg Karten zu kaufen, war immer schon ein Erlebnis! Nachdem man beim SVM heuer vom früheren System der vorgedruckten Karten zu einem Online-Buchungssystem übergegangen ist, hatten wir schon das Gefühl, dass sich die Lage für die Wiener Kartenkäufer verbessern würde, doch dem war nicht so.

Beim ersten Auswärtsspiel, am 10. März konnte ich über das Buchungssystem noch gute Karten in Tribünenmitte (Sektoren D und E) erwerben (Siehe Bilder), aber vor dem heutigen Spiel war alles anders.

14 Tage vor dem Spiel konnte man noch gar keine Karten kaufen, dann, am Montag vor dem Spiel wurden die zwei Sektoren F und G zum Verkauf freigeschaltet. Nach einer Urgenz beim Ticketsystem erklärte man, dass es einen technischen Fehler gebe, doch es blieb zunächst bei diesen beiden Sektoren. Am Nachmittag wurden auch die Sektoren B und C freigegeben, doch die Mittelsektoren E und D konnte man weiterhin nicht kaufen. Ein Anruf beim SVM ergab, dass es sich um eine Policy der Vereinsführung handelt, um offenbar den am Matchtag kaufenden Tagesgästen die besten Plätze bieten zu können.

Man bestellt so früh es eben geht – und bekommt nur Randplätze. Eigentlich ist das ärgerlich; nicht nur für Wiener, auch für alle anderen, die sich rechtzeitig mit Karten versorgen wollen. Man kann aber aus der Not eine Tugend machen. In diesem Fall war es ein Tagesausflug zur Commerzbank in Mattersburg, kombiniert mit einer Wanderung rund um die Stadt.

Plan und Wirklichkeit

Im Bild kann man sehen, wie einem Besucher des Ticketsystems der Stadionplan präsentiert wird. Die grünen Sektoren sind buchbar, die grauen nicht. Die besten Plätze verspricht der Plan in den Sektoren D und E, und da diese nicht freigeschaltet waren, haben wir sie bereits am Donnerstag vor dem Spiel in der Commerzbank gekauft. Den Sektor E haben wir gewählt.

Nach dem Stadionplan, müsste der Sektor E links von der Mittelauflage sein (vom Spielfeld betrachtet). Tatsächlich saßen wir aber rechts davon, was man am Bild vom Spielbeginn gut sehen kann.

Wo liegt der Fehler?

Der Plan ist falsch gezeichnet und der Grund ist, dass der Sektor A sich nicht im Bereich des Spielfeldes befindet, sondern außerhalb des Spielfeldes liegt. Innerhalb der Spielfeldlänge liegen die Sektoren B-H. Die Mittelauflage befindet sich also nicht zwischen den Sektoren D und E – wie das der Plan darstellt – sondern zwischen den Sektoren E und F.

Tipp

Wenn Du also in Mattersburg bei einem der sicher noch vielen Auswärtsspiele einen Platz in der Mitte haben willst, dann wähle entweder Sitz 20 aus dem Sektor E oder Sitz 1 aus dem Sektor F.

Ausgewählte Bilder

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Rapid-Innsbruck

Prognosen

Die Wettanbieter sind nach der überraschenden Heimniederlage gegen Hartberg vorsichtiger geworden. Waren die Quoten gegen Hartberg noch 1,15:10, hat man bei Tipp 3 mit 1,3:7 die Euphorie etwas gebremst. Sogar mit einem Rückstand traut man Rapid noch einen Sieg zu, aber ein 2-Tore-Rückstand ist den Buchmachern dann doch zuviel, das etwa das Ergebnis des Spiels gegen Hartberg widerspiegelt.

Und so wirklich kann sich ein Rapid-Anhänger auch nicht vorstellen, dass man gegen Innsbruck verlieren könnte. Mit einem Sieg wäre man sicher im Halbfinale und wenn die kommenden Ergebnisse nicht total daneben geben, auch auf Platz 1 der Qualifikationsgruppe und könnte das Halbfinale als Heimspiel austragen. Der Zuschauerschwund der letzten Spiele könnte mit diesen zwei zusätzlichen Heimspielen wieder kompensiert werden.

1:0 (0:0)

Dass spielerische Überlegenheit nicht gleich auch Tore zur Folge hat, zeigte uns die erste Halbzeit. Rapid mit deutlich mehr Spielanteilen, gefälligen Kombinationen die aber kaum Gefahr erzeugten, weil Innsbruck gut verteidigt hat und sich nur ausnahmsweise in die gegnerische Hälfte gewagt hat. Der Halbzeitstand 0:0 ist daher nicht weiter überraschend; auch vor einem historischen Hintergrund. Von den 4036 Pflichtspielen, die Rapid bisher bestritten hat, war der Pausenstand bei 823 Spielen 0:0, also bei 20% aller Spiele.

Anzahl Pause (von 4036 Pflichtspielen)
823 0:0
677 1:0
500 0:1
370 1:1
197 2:1
113 1:2
65 2:2

Wenn man also einen Tipp abgeben soll, wie ein Spiel zur Pause steht, dann sollte man sich für 0:0 entscheiden, damit hat man die größten Chancen.

Nach der Pause hatte man den Eindruck, als hätten die Innsbrucker die Hoffnung auf mehr als nur einen Punktgewinn verspürt und intensivierten ihre Angriffe, doch nach einigen Großchancen gelang es dann unserem Stürmer doch, das erlösende Tor zu erzielen, die Vorlage kam übrigens von Boli, der sich auch sonst – sprachbedingt, beide sprechen französisch – sehr gut mit Aliou versteht.

Nach dem 1:0 hatte man den Eindruck, als würde Rapid das Ergebnis über die Runden bringen wollen, was auch prompt den Druck der Innsbrucker erhöht hat.

Badji – Pavlovic

Warum das Sound-Team beim Tor von Aliou seine ganz persönliche Tormelodie
„Baci baci tambo chiki chiki chikita“ nicht gespielt hat, widerspiegelt die „Euphorie“, die derzeit bei Rapid herrscht. Für andere Vereine wäre es in dieser Situation ein Fest, die Qualifikationsrunde für sich entschieden zu haben, bei Rapid herrscht Frust, egal, wie die Spiele ausgehen. Das ganze Lied bei YoutTube.

Alious Torquote ist höher als die von Andrija:

Spiele  Min  Min/ Tore Min/
Spiel Tor
14 720 51 5 144 Badji
27 1545 57 8 193 Pavlovic

Spielercharakter

Der subjektive Eindruck ist, dass sich Badji auffälliger und mannschaftsdienlicher ins Spiel einbringt – aber vielleicht ist es nur seine markante Frisur die ihn gut erkennbar macht.

Woran erkennt man jemandes Charakter? Ich würde sagen, daran, wie er was macht. Wobei sprachbegabte Menschen sich eine zeitlang hinter Worten verstecken zu können; Fußballer können das nicht. Sie können nicht überlegen, ob sie sich in der einen oder anderen Situation besser in Szene setzen könnten. Alles geht viel zu schnell, verstellen gibt es nicht.

Schobi weiß, dass er gut ist, vielleicht ist der davon etwas zuviel überzeugt. Beim heutigen Spiel war es nicht so ausgeprägt, weil ihm seine Gegenspieler mehr Raum gegeben haben, aber es gab Spiele, da konnte man spüren, dass er gar nicht genug Gegner vor sich haben konnte, gegen die er sich durchsetzen wollte. Das Ergebnis war: Ballverlust und Frust beim Publikum: „hätte er doch den Ball rechtzeitig abgegeben“: Schobi ist ein „Mann der Tat“. Beim Treffen im Klub der Freunde war er eher wortkarg.

Unser Kapitän Stefan ist dagegen recht redefreudig und vielleicht war dieses Talent auch mit ein Grund, dass er die Kapitänsrolle übernehmen musste. Was für uns irritierend ist, sind die völlig unverständlichen Fehlpässe,
oft ohne Bedrängnis. Ist es Schlamperei, ist es Nervosität? Keiner weiß!

Tormannfrage

Den Tormann beim Innsbruck-Spiel zu wechseln mag genau nach unserem Geschmack sein – das hätten wir dem Trainerteam schon viel früher vorgeschlagen. Allerdings wird man den Eindruck nicht los, dass man diesen Wechsel wegen der geringeren Bedeutung des Spiels vorgenommen hat, so ähnlich, wie man früher den Zweier-Tormann bei den damals als weniger wichtig eingestuften Cup-Spielen eingesetzt hat.

Bei diesem ersten Einsatz nach dem Salzburg-Auswärts-Spiel im Vorjahr machte Tobias einen ähnlich souveränen Eindruck wie damals. Er hat großes Selbstvertrauen, dirigiert seine Vorderleute und strahlte Sicherheit aus. Ich plädiere dafür, Tobias mehr als nur dieses eine Spiel zeigen zu lassen, was er drauf hat oder zumindest die beiden Torleute abwechselnd einzusetzen.

Ambiente

Während unser Block-West einen Spar-Support veranstaltet, kamen die Innsbrucker in beachtlicher Zahl zum Spiel. Nach dem Führungstor von Rapid entrollte man das Spruchband „FC Wacker Innsbruck, keinen Schritt zurück“. Ob sie wohl für den gegenteiligen Spielverlauf einen anderen Spruch mitgeführt hätten?

Zuschauerzahlen

Die Zuschauerzahl der letzten Heimspiele zeigt leicht steigende Tendenz.
Beim letzten Spiel der Vorrunde sind gegen Hartberg noch 19.200 Besucher ins Stadion gekommen. Danach gab es aber einen deutlichen Einbruch auf 11.600 (Admira). Seither nimmt das Zuschauerinteresse wieder langsam zu:

13.801 Innsbruck (11.5.)
13.100 Hartberg (23.4.)
12.300 Mattersburg (13.4.)
11.600 Admira (30.3.)

Das Zünglein an der Waage

Rapid hat sich in die Qualifikationsgruppe „verirrt“. Aus der Sicht des Publikums sind alle Spiele eigentlich Pflichtsiege und daher ist auch das Interesse geringer. Doch als aufmerksame Zuschauer wissen wir, dass kein Spiel ein „Pflichtsieg“ ist, und die Ergebnisse bestätigen das.

Unsere Mannschaft hat aber die Rolle gut angenommen und den erwarteten „Spitzenplatz 7“ erreicht. Da aber Rapid nicht alle Spiele gewonnen hat, spielen die punktuellen Niederlagen und Unentschieden von Rapid eine wichtige Rolle im Abstiegskampf. Die schiedsrichterbedingte Niederlage gegen Hartberg könnte in der Schlussabrechnung für den späteren Absteiger wichtig werden.

Auch den Verfolger, also jene Mannschaft, gegen die Rapid im Halbfinale bestehen muss, bestimmen wir selbst durch die Ergebnisse mit. Würden wir zum Beispiel das kommende Auswärtsspiel gegen Mattersburg gewinnen und das Heimspiel gegen Altach verlieren, könnte aus dem derzeit wahrscheinlichen Halbfinal-Gegner Mattersburg auch Altach werden.

Cup-Meisterschaft

Es steht ab heute fest, dass Rapid am Dienstag, 28.5. das Halbfinale gegen den dann Achtplatzierten absolviert.

Ob diese Reform nun tatsächlich nach dem Geschmack des Publikums ist, werden uns die Analysen zeigen, bei Rapid ist es sicher nicht der Fall und eventuelle Erwartungen nach höheren Zuschauerzahlen kann man nciht beobachten. Wozu dann also das Ganze? Da Ziel war doch: höhere Einnahmen durch größeres Interesse.

Für Rapid ist die Situation ein einziger Frust. Schwere aber unattraktive Gegner. Ein Cup-System entscheidet über eine allfällige Teilnahme an einem internationalen Bewerb.

Eine Meisterschaft ist ein Jeder-gegen-Jeden-Spielsystem mit einer Schlussabrechnung. Jedes Spiel zählt gleich viel. Die große Zahl der Spiele gleicht eventuelle Zufälligkeiten aus.

Ein Cup ist ein KO-System, wer verliert, scheidet aus. Wegen des (viel) größeren Zufallsanteils wird ein Cup-Bewerb als geingerwertig angesehen.

Rapid hatte historisch Vorteile im Meisterschaftssystem, offenbar, weil die Leistungsfähigkeit des Vereins, getrieben durch den immer schon starken Anhang diesen Spielmodus begünstigt hat. Eventuelle Schwankungen in den Ergebnissen konnte der Verein langfristig wieder gut machen und das ergab eben die stolze Zahl von 32 Meistertitel.

In einem Cup-System ist der Zufallscharakter der Ergebnisse ungleich höher. Ausrutscher haben das sofortige Aus zur Folge.

Rapid steht an einem für eine Meisterschaft außergewöhnlichen Punkt, nämlich vor einem Halbfinalspiel am Dienstag, 28.5., wahrscheinlich gegen Mattersburg, bei dem es völlig gleichgültig ist, wie viele Punkte man gegenüber seinem Gegner voraus ist. Ein einziges Spiel entscheidet, ob man weiter kommt oder nicht. Ein Cup in der Meisterschaft. Es mag spannend sein, belohnt aber den Glücklichen, nicht den Tüchtigen.

Wenn wir uns an das Spiel gegen Hartberg erinnern und an die damaligen Schiedsrichter-Entscheidungen, dann kann so etwas wieder passieren, und nicht unbedingt spielerische Qualitäten entscheiden, sondern allein die Zufälligkeiten, die in einem Spiel halt so passieren können.

Wir können gespannt sein, wie lange es diese „Meisterschafts“-Modus geben wird.

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Admira-Rapid

3:4 (0:3)

Wie sehr kann man seine Anstrengungen reduzieren, wenn man 3:0 in Führung liegt?

Dass dieses Spiel praktisch gewonnen war, wussten wir in der Pause alle. Entsprechend unaufgeregt waren auch die Pausengespräche. Und so wie wir das wussten, wussten es auch die Spieler. Eine Kabinenpredigt des Trainers war wohl wegen des Spielstands nicht nötig, und so wurde dann auch gespielt. Ball halten und glauben, das würde gegen die Admiraner genügen, oder -wie es Zuschauer ausdrücken: „die Mannschaft hörte auf, Fußball zu spielen“.

Doch so, wie es in der ersten Halbzeit in fünf Minuten gelungen war, den Halbzeitstand von 3:0 einzustellen, genügten der Admira neun Minuten, um den Ausgleich zu erzielen.

Dazu beigetragen haben die zur Gewohnheit werdenden Unsicherheiten des Tormanns beim 2. und 3. Gegentor, die wir allen meinen zu sehen, nur nicht das Trainerteam. Helge meint, dass das Festhalten an einem fixen Einsertormann dessen Sicherheit erhöht. Doch scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

Aber einen Lichtblick haben wir: Aliou Badji! Aliou hatte 13 Einsäte und erzielte 4 Tore. Aber in den bisherigen Spielen war er nur im Schnitt nur eine Halbzeit im Einsatz. Heute war sein erstes Spiel, das er in der vollen Länge bestritten hat. Und es gab – neben den beiden Toren auch sehenswerte Dribblings und Vorlagen, die uns für die Zukunft hoffen lassen.

Ein Glück, dass es die 67. Minute, ein Glück, dass es Christopher Dibon gibt, zu dem sich der Ball nach einem Corner zufällig verirrt hat und der den Endstand von 4:3 fixiert hat.

Blick auf das Saisonfinale

Es stehen noch drei schwere Spiele am Programm und es zeichnet sich derzeit ab, dass Rapid und Mattersburg die beiden ersten Plätze belegen werden und dann auch das Halbfinale bestreiten, wobei der Erstplatzierte Heimrecht haben wird. Gewinnt Rapid das Duell, dann gibt es ein Finale gegen den Fünftplatzierten der Meistergruppe. Das wäre derzeit die Austria, aber die Mannschaften liegen knapp beisammen.

Für die Spieler, die das Finale bestreiten müssen, wird das eine extrem anstrengende Woche, denn sie werden in 8 Tagen vier Spiele zu bestreiten haben, egal, wer auch immer in dieses Finale kommt.

Sa 25.5. 32. Runde
Di 28.5. Halbfinale
Do 30.5. Finale-1
So 02.6. Finale-2

Für den Kassier werden die zwei Heimspiele (wenn Rapid die Qualirunde gewinnen sollte) eine kleine Entschädigung für den Rückgang an Zuschauerzahlen sein.

Schiedsrichter

Wir erlebten mit Walter Altmann einen neuen Schiedsrichter. Dieser Neuling distanzierte seinen Kollegen in der Runde gegen Hartberg deutlich durch seine unauffällige Spielleitung. Mehr von dieser Sorte, bitte!

Besucherzahlen

3.800 Besucher verirrten sich in die Südstadt. Im Grunddurchgang waren es noch 5.200. Zwar herrschte bei Rapid ein gewisser Cup-Frust, doch dieser Rückgang der Zuschauerzahlen ist auch bei den bisherigen Runden spürbar:

Herbst  Frühjahr
14.600 11.600 H Admira
7.665 7.412 A Innsbruck
18.200 12.300 H Mattersburg
5.038 5.912 A Altach
5.030 4.000 A Hartberg
12.700 13.100 H Hartberg

Nur das Heimspiel gegen Hartberg und das Auswärtsspiel gegen Altach war in der Qualifikationsgruppe besser besucht, bei allen anderen Spielen gab es einen Rückgang der Zuschauerzahlen.

Ambiente

Nach der gemütlichen Anfahrt staunten wir nicht schlecht, als wir die abgerissenen Gebäude des Einkaufsparks in der Südstadt gesehen haben.

Der Zutritt zum Stadion war ein Problem. Die Kamera sei zu groß, meinte der Ordner. Dass ich seit zehn Jahren zu jedem Spiel mit der Kamera gehe, war kein Argument. Was eigentlich das Ausschluss-Kriterium wäre, wusste er nicht. Auch die vorgezeigte Bestätigung von Rapid war nicht hilfreich, zu groß sei eben zu groß.

Also musste ich mit meinem „Joker“, einem Presseausweis eine Akkreditierung ausfassen und wurde danach eingelassen. Damit hätte ich dann im ganzen Stadion herumlaufen dürfen, was ich aber natürlich nicht gemacht habe.

In den Bestimmungen des ÖFB steht, dass professionelle Fotokameras nicht mitgeführt werden dürfen und dazu verwendet man folgendes Symbol:

Das Bild zeigt deutlich, was man nicht will: dass jemand mit einem Teleobjektiv auf der Tribüne sitzt. Das ist aber bei meiner Kamera nicht der Fall.

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Rapid-Hartberg

3:4 (2:2)

Dieses Spiel wirft für einen Zuschauer gleich mehrere fundamentale Fragen auf:

  1. Warum fielen die Schiedsrichterentscheidungen so eklatant gegen Rapid aus? Hat das Methode?
  2. Warum wird ein von einem Verteidiger abgelenkter Schuss nicht als Eigentor gewertet?
  3. Warum werden die Attacken, die zu schweren Verletzungen führen, nicht dem Täter in irgendeiner Form angelastet?
  4. Warum wird ein falsch ausgeführter Elfmeter wiederholt aber ein falsch ausgeführter Einwurf dem Gegner zugesprochen?

1. Schiedsrichterentscheidungen

Wie es wirklich ist, weiß natürlich niemand. Mein Tipp ist folgender:

Wenn mich jemand vor dem Spiel gefragt hätte, welchen Schiedsrichter ich mir für das Spiel wünsche, hätte ich die aktuelle Schiedsrichterstatistik bei Rapid-Spielen zu Rate gezogen und die schaut so aus:

Ergebnisse pro Schiedsrichter bei Rapid-Spielen

Es ist evident, dass Rapid mit Schiedsrichter Christopher Jäger bisher gut gefahren sind. Von 13 Spielen unter seiner Leitung wurden 11 gewonnen, eines war unentschieden und eines wurde verloren. Dieter Muckenhammer ist der einzige Schiedsrichter, bei dem die von ihm geleiteten Spiele keine positive sondern eine nur ausgeglichene Bilanz haben. Ihn hätte ich nicht gewählt.

Ganz sicher hat die Bundesliga ähnliche Statistiken, die sich auch auf die anderen Mannschaften und auch auf alle Spiele beziehen. Wenn man nun die Ergebnisanteile aller Schiedsrichter betrachtet (und dabei annimmt, dass der Schwierigkeitsgrad der Spielleitung derselbe ist), dann müssten eigentlich alle Schiedsrichter am Ende eines Beobachtungszeitraum ähnliche Ergebnischarakteristiken haben.

Christopher Jäger hat aber eine auffallend positive Bilanz bei Rapid-Spielen, und das ändert sich auch nicht gleich durch die heute sehr fragwürdige Spielleitung. Und es kann sein, dass meine Aufzeichnungen, die zeigen, dass seine Spiele tendenziell rapid-freundlich sind, auch bei der Bundesliga aufgefallen sind. Und da die Schiedsrichter sicher der einen oder anderen Bewertung ausgesetzt sind, könnte das auffällige tendenziöse Bewerten einzelner Situationen in diesem Spiel ihre Ursachen in solchen Bewertungen haben.

Gleich bei Spielbeginn wurde ein kurz ausgeführter Freistoß ziemlich kleinlich einige Meter zurück versetzt, so als wäre man bei einer Schiedsrichterausbildung bei der viele Dinge sicher noch genauer genommen werden. Schon an dieser Stelle dachte ich, das bei diesem Spiel etwas anders läuft.

Die ganz grundsätzliche Tendenz bei einem starken Support für eine Mannschaft, Entscheidungen bewusst (oder instinktiv) gegen die unterstütze Mannschaft zu treffen, sind bekannt. Und hier ist nicht eine einzelne Entscheidung gemeint, sondern das Mittel vieler solcher Entscheidungen. Das ist ein Problem, mit dem Rapid eben leben muss.

2. Abgelenkte Bälle

Beim Tor zum 2:4 lenkte Max Hofmann den Schuss unhaltbar für den Tormann ab; als Torschütze gilt aber der Hartberg-Spieler. Wäre an dieser Stelle ein Stürmer von Hartberg gestanden (und wäre dieser nicht im Abseits gestanden), dann wäre das Tor für denjenigen gewertet worden, der den Ball abgelenkt hat. Folgerichtig müsste im Falle von Max Hofmann, der den Ball als letzter berührt hat, er als Torschütze gelten.

Es irritiert, dass Tore, die zuletzt von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft berührt worden sind, nicht als Eigentore gewertet werden.

3. Verletzungen

„Da kann ma halt nichts machen“, eine gelbe Karte ist alles, was der Hartberger Spieler nach dem (eigentlich) taktischen Foul gegen Boli zu befürchten hat. Rapid verliert einen wertvollen Spieler für Wochen. Warum muss der attackierende Spieler (oder dessen Verein) nicht mit einer angemessenen Strafe rechnen? Man wird einwenden, dass so etwas ja unabsichtlich passieren kann, und daher eine solche Bestrafung unfair wäre. Ja, aber so ist das Leben halt einmal! Es ist ja auch fatal, dass jemand unabsichtlich einen Schuss ablenkt und das Tor trotzdem zählt, auch wenn es unabsichtlich war. Ich finde, dass im Falle von Konsequenzen bei gravierenden Verletzungen man etwas mehr Spiel und weniger körperliche Attacken sehen würde.

4. Falsche Ausführung von Strafstößen, Freistößen und Einwürfen

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Details der Ausführung eines Einwurfs nicht den Regeln entsprechen und danach die Durchführung des Einwurfs dem Gegner zugesprochen wird.

Beim heutigen Spiel führte der Schütze zum 2:0 den Elfmeter falsch aus (er blieb vor dem Schuss stehen). Nach meiner Ansicht hat er Pech gehabt, der Elfer sollte nach meiner Ansicht abgebrochen werden. So ist es aber nicht, der Schütze durfte den Elfer wiederholen.

Ist das nicht sonderbar, dass formale Fehler eines Spielers beim Outeinwurf zu einem Ballbesitzwechsel zum Gegner führen und beim Elfer der Schütze den Schuss wiederholen darf? Was passiert dann eigentlich, wenn er auch bei der Wiederholung denselben Regelverstoß begeht? Kann er das an libitum fortsetzen?


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Hartberg-Rapid

2:4 (1:1)

Der Fußball überrascht uns mit jedem Spiel aufs Neue. Waren es noch vor kurzer Zeit die schwachen zweiten Halbzeiten, so beginnt sich dieses Bild zu wenden. Unsere Mannschaft schnuppert in der ersten Halbzeit in das Spiel hinein und dreht dann bei Bedarf in der zweiten Halbzeit auf. So könnte man das Spiel in Hartberg charakterisieren.

Man fühlte sich in der ersten Halbzeit wieder in Zeiten zurückversetzt, die man eigentlich so nicht mehr erleben will und meinte nach dem Patzer von Strebinger zum Ausgleich, dass das Spiel aufgrund des Dauerdrucks von Hartberg verloren wäre; immerhin steht Hartberg hart am Abgrund des Abstiegs.

Dann gab’s iner Pause möglicherweise eine Kabinenpredigt von Didi, und wir sahen nach den beiden Eiertoren der ersten Halbzeit drei sehenswerte Treffer von Rapid:

  • ein wunderschön herausgespieltes und perfekt abgeschlossenes Tor von Thomas Murg
  • einen prächtigen Kopfball von Boli (er hat sich sichtlich über seinen zweiten Treffer gefreut) und
  • – als Tor der Runde (oder noch mehr) – einen hochklassigen Heber von Andrija Pavlovic

Den Schlusspunkt setzte wieder einmal unser Tormann, indem er einen Ball vor die Füße des gegnerischen Stürmers abwehrte. Ich gebe zu, er hatte nicht viel Zeit sich das zu überlegen, aber ein Tormann muss solche Bälle ohne weiteres Nachdenken aus der Gefahrenzone bringen; das muss ein Reflex sein, keine Überlegung.

Das Auf und Ab des Torerfolgs der Stürmer ließ uns Zuschauer einmal Badji als den zukünftigen Nummer-1-Stürmer sehen, doch nach diesem wunderschönen und überlegten Tor von Pavlovic schaut die Sache schon wieder ganz anders aus. Wir schwanken wie ein „Candle In The Wind“.

In der Tormannfrage schwanken wir nicht. Dass nach solchen Patzern gegen Altach und Hartberg nicht auch einmal Tobias eine Chance bekommen kann, das verstehen wir nicht. Muss sich erst ein Tormann verletzen, dass wir draufkommen, dass wir auch einen zweiten sehr guten haben?

Halbzeit in der Qualigruppe

In der Meistergruppe wäre Rapid jetzt auf Rang drei. Mattersburg bleibt aber Rapid auf den Fersen, nachlassen darf man nicht. Rapid hat in dieser Gruppe mit 34 Gegentoren die beste Abwehr, doch im Sturm muss noch mehr gemacht werden, Altach, Mattersburg und Hartberg schossen auch um die 29 Tore.

Die Leistungskurve zeigt nach oben, klar, so viele Runden ohne Niederlage gab es schon lange nicht. Man ist leicht geneigt zu glauben, das Trainerteam hätte die Probleme der Mannschaft in den Griff bekommen, doch es könnte auch sein, dass man – wie einst die Römer in Asterix – meint, den „Zaubertrank“ zu besitzen, aber es sind halt nur „kleine Steine“, die man stemmt. Dass Hartberg im Basisdurchgang Rapid mit 3:0 nach Hause geschickt hat, kann man durchaus auch mit dem Adrenalin des Liganeulings und der Überlastung der Rapid-Mannschaft erklären.

Ambiente

Wir sahen das Spiel in der freundlichen Atmosphäre der Rekordmeisterbar.

Christine, Arnold, Mario, Florian, Pepi, Andy, Klarissa

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Altach-Rapid

2:2 (0:0)

Natürlich sind alle enttäuscht, die wegen dreier Liga-Siege in Folge bereits gemeint haben, Rapid würde einem Höhenflug erleben.

Der letzte Auswärtssieg in Altach stammt vom 10.5.2015 unter Zoran Barisic. Seither gab es in Schnabelholz 3 Niederlagen und 5 Unentschieden. Mit dem heutigen 2:2 gab es also ein durchaus erwartbares Ergebnis.

Betrachten wir dieses Spiel als eine Übung dafür, eine defensiv orientierte Mannschaft zu besiegen, dann ist diese Übung nicht gelungen.
Die Enge der Räume im gegnerischen Strafraum machte es dem Rapid-Sturm wirklich schwer. der Doppel-Blechtreffer von Rapid in der 2.HZ war von der Sorte „Großes Pech“. Natürlich kann man gerne die Last-Minute-Tore bejubeln (Esoteriker werden vom Geist der Rapid-Viertelstunde sprechen), aber nicht Rapid hat über die 90 Minuten die Akzente gesetzt sondern Altach war es (7:3 Torschüsse für Altach).

Rapid hatte mehr Ballbesitz (68%), eine bessere Passquote (84:67%), mehr Eckbälle (8:1) aber viel davon war den defensiven Altachern zu verdanken. Die Rapid-Hälfte des Spielfeldes wurde von dern Altachern praktisch kampflos aufgegeben, die Konzentration galt allein der Abwehr. Und das ist praktisch über 90 Minuten sehr gut gelungen. Umgekehrt wurde die Rapid-Abwehr durch die vordergründige Dominanz des Gegners lange Zeit wenig gefordert. Und der Gegner weiß, dass man nicht viele Chancen für ein Tor braucht, eine genügt! Dass es sogar zwei geworden sind, verdankt Altach auch einer nicht besonders glücklichen Abwehr unseres immer-gesetzt-seienden Tormanns. Dass sich da nicht auch einmal ein Feldspieler für einen Wechsel ausspricht! Aber Fußball scheint ein sehr autoritäres System zu sein und Stimmen von unten dürften nicht viel zählen.

Ein solcher Wechsel hat schließlich dem Rapid-Sturm gut getan – wie wir gesehen haben.

Ambiente

Während die Immer-Fahrer noch im Autobus sitzen, darf ich bereits in meine Tastatur hämmern. Wir waren im gut besuchten Stag’s Head zu Gast. Anreise mit dem Fahrrad, perfektes Wetter.

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Rapid-Mattersburg

2:1 (0:0)

Euphorie und Besucherzustrom halten sich derzeit in Grenzen. Aber der fußballerische Erfolg schließt sich diesem Rückgang an Interesse nicht an, denn Rapid setzt die Siegesserie fort und wäre nach Punkten derzeit auf Platz 3 in der Meistergruppe. Gering schätzen müssen wir diesen augenblicklichen Erfolg nicht, denn es waren gerade die vermeintlichen „Dorfklubs“, die uns in der Vergangenheit wertvolle Punkte gekostet haben. Die Spiele in der Qualifikationsgruppe bieten unerwartete Vorteile, weil Rapid nun verstärkt gerade jene Spielzüge ausprobieren kann, die geeignet sind, diese Abwehr der stark defensive Mannschaften zu knacken.

Und es gab auch in der ersten torlosen Hälfte sehenswerte Chancen, vor allem jene durch Aliou Badji, als er den Mattersburger Tormann sehr geschickt überhoben hat aber das Tor durch eine Rettungsaktion auf der Linie noch vereitelt werden konnte. Überhaupt ist Badji ein wirklicher Gewinn im Sturm und der Trainer bestätigt unsere Beobachtungen indem er Badji erstmals vom Beginn weg eingesetzt hat.

Es gab aber auch sehenswerte Hoppalas seitens unseres gesetzten Einsertormanns, und als ungelernter Fußballer fragt man sich, wie ein Trainerteam so inkonsequent bei der Besetzung des Tormannpostens sein kann. Ein Feldspieler muss um seinen Einsatz bis eine Stunde vor dem Spiel bangen, der Tormann ist gesetzt, er kann praktisch nach Belieben patzen, wie auch Strebinger in diesem Spiel. Etwas mehr Anspannung würde ihm doch auch in diesem Fall mehr Konzentration abverlangen.

Ambiente

Etwa 50 Mattersburger Anhänger verirrten sich nach Wien. Es ist offenbar einfacher, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen, als Fußball zu popularisieren.

Die ziemlich unqualifizierte Wortwahl des Herrn ÖFB-Präsidenten in Richtung Rapid-Anhang blieb nicht ohne Reaktion. In einem „Aufwischen“ wurde er gemeinsam mit der Austria-Szene – wie ich meine – fast ein bisschen zu sanft angesprochen: „Kraetschmer, Pürstl, Windtner: Eure Sorgen möchten wir haben!“ gefolgt von einer Botschaft nach Favoriten: „Dank Ostblock und Polizei bleibt Favoriten stimmungsfrei.“

Außerdem verweist der Block wieder darauf, dass Fußball für die Menschen da ist, die ihn brauchen, nicht für die, die ihn eventuell missbrauchen: „Football ist for rui and me, not for fucking industry – free Pinto“. Allerdings wissen wir nicht, wer „rui“ ist. Die Wikipedia sagt uns, dass es eine Koseform des portugiesischen „Rodrigo“ wäre, aber damit wissen wir auch nicht mehr. Der Spruch ist bekannt und griffig und reimt sich halt. Ob er allerdings eine genauere Prüfung besteht, ist eine andere Frage.

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Rapid-Admira

3:0 (1:0)

Mit der Admira kam ein Gegner im Aufwind und da derzeit ein hoher Erwartungsdruck auf unserer Mannschaft lastet, erwarteten wir kein einfaches Spiel. Aber es ergab sich schließlich ein ungefährdeter Sieg mit einer klaren Rapid-Dominanz (Ballbesitz ca. 60 Prozent). Mit 24 Torschüssen wurde jeder 8. Torschuss verwandelt. Von einem Aufwärtstrend im Frühjahr würde ich noch nicht sprechen aber die Art, wie die drei Tore aus dem Spiel heraus erzielt wurden, geben Hoffnung für die nächsten Herausforderungen. Mit diesem Sieg ist die Tordifferenz 0 erreicht und wegen der Niederlage von Mattersburg in Altach übernimmt Rapid vorerst die Tabellenführung. Wer weiß, wozu diese Qualigruppe für den späteren Sieger noch gut sein kann!

Aber am Anfang des Spiels hat sich das noch nicht so angefühlt. Man hatte den Einruck, als würde Rapid den Elfer dringend benötigen, um das Spiel wenigstens 1:0 zu gewinnen. Und dann hat Pavlovic diesen Elfer ziemlich kläglich verschossen. Da er such sonst wenig zum Spiel beitrug wurde er zum Glück gegen Aliou Badji ausgetauscht. Dessen sehenswerte Sprints, überlegtes Passspiel konnten das Spiel im Sturm deutlich beleben. Er hat das zweite Tor durch einen Pass vorbereitet, das dritte selbst geschossen, dabei auch theatralisch den Boden geküsst. Ein neuer Publikumsliebling ist geboren!

Dass es ein Pflichtsieg war, zeigen die Quoten. Um so schwerer wird es in diesen Spielen in der Qualifikationsgruppe für die Mannschaft werden, das Publikum zu überzeugen. Nur 11.600 kamen ins Stadion. Es gab nur zwei Spiele mit noch weniger Besuchern: gegen St.Pölten am 7.4.2018 mit 10.000 Zuschauern und dann noch das Cupspiel am 28.2.2018 gegen Ried mit 7.200 Zuschauern.

„Nur wir haben es verdient, das Rapid-Trikot zu tragen“

…titelte der Block und verbrachte die erste Spielhälfte hinter der Tribüne. Wie verbreitet bei der Kindererziehung der „Liebesentzug“ ist, weiß ich nicht, aber eine besonders erfolgreiche Methode dürfte es nicht sein. Die Kapitänsschleife zurück zu verlangen, ist etwa auf derselben Ebene. Der Block hilft mit seinen Aktivitäten ohnehin weniger der Mannschaft, sondern eher dem Verein. Durch seine Fähigkeit, ansonsten schwierige Massen zu lenken, durch seine attraktiven Gesänge und Choreografien zu den hohen Zuschauerzahlen beizutragen, ist der Block ein nicht zu unterschätzender Positiv-Posten von Rapid. Die Mannschaft spielt auch ohne Block sehr gut, vor allem muss sie nicht auf irgendwelche Kränkungen Rücksicht nehmen, wenn der Block einmal nicht da ist.

Auf der Nordtribüne gab es einerseits eine Autogrammstunde, und es verfolgte auch eine Junioren-Nationalmannschaft das Spiel.

Ich habe für den Klub der Freunde Visitenkarten bei den Stehtischen aufgelegt. Sie enthalten einerseits die kommenden Spieltermine und auch einen Hinweis auf unsere Mitgliederversammlung am 15.4.

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Admira: Vorbericht
EwkiL: Bericht · Bilder · News vom Tage · Statistik
Fußballösterreich: Bericht
Rapid: Bericht · Vorbericht · Vorbericht · Vorbericht

Rapid-Hartberg

2:2 (2:0)

Wie das Spiel war, wissen wir. Wer den Verlauf nachlesen will, benutze bitte den Rapid-Spielbericht.

Rapid leidet unter seinen Fans

Wir müssen davon ausgehen, dass alle Beteiligten das Beste wollen und bei diesem Bemühen vielleicht übersehen, dass das Gegenteil von gut oft nicht schlecht, sondern „gut gemeint“ ist. Da aber schon mehrere Trainer- und Spielerkarrieren durch das Engagement bei Rapid einen Knick bekommen haben, und Rapid es trotz teurer Kündigungen nicht schafft, Sicherheit in die Mannschaft zu bekommen, kann man auch einmal etwas anderes als den Grund hinter den Misserfolgen vermuten als die Mannschaft (wie beim heutigen Spiel) oder den Trainer (wie bei Zoki oder Gogo).

Viel Licht…

.. und eine Bewunderung ob der Darbietung des Fanclubs Gioventù (=italienisch für „Jugend“) anlässlich seines 15-Jahr-Jubiläums zu Beginn des Spiels und in der Pause, ebenso für den Support des Blocks. Aber auch…

…viel Schatten

Ist es nicht eine eigenartige Jugend, die als eines ihrer Hauptsymbole eine Person mit einem gezückten Messer zeigt? Gegen wen wollte man denn die Waffe erheben? Stört das niemanden im Stadion? Kann man das durch eine durchaus tolle Choreografie gewissermaßen gegenrechnen? Ist das ein Deal (mit dem Verein)?

Wer braucht Support?

Den Support braucht der Block als Mittel des Zusammenhalts, als Attraktion für weitere Mitglieder. Den Support braucht der Verein, weil die Stimmung für viele Zuschauer ein Motiv ist, ins Stadion zu kommen. Ich brauche den Support, weil sich schöne Bildmotive abseits des Rasens ergeben. Aber ehrlich gesagt, würde ich auf diese Bildmotive gerne verzichten, wenn Rapid dafür mehr Erfolg hätte.

Ein Fußballspiel braucht den Support nicht. Definitiv nicht. Es gibt dazu wissenschaftliche Studien, die Ergebnisse von Geisterspielen mit ganz normalen Spielen mit Support vergleichen: es gibt keinen signifikanten Unterschied. Ich verweise auf das Buch „Der Fußball, die Wahrheit“, Seite 185 ff, Im Kapitel „Das eigene Team zur Niederlage klatschen“. In England wird es „Choking under Pressure“ genannt, (=“Versagen unter Druck“), was bedeutet, dass eine Mannschaft einem zu hohen Erwartungsdruck nicht standhält, dass also Support sogar den nachteiligen Effekt haben kann, insbesondere, wenn man die Schiedsrichterbefindlichkeit mitberücksichtigt. Was wir also sehr oft als eklatante Benachteiligung durch den „Unparteiischen“ beobachten, kann auch durch den Publikumsdruck entstanden sein.

Dass Support nicht unbedingt nötig ist, dazu brauchen wir aber keine besondere Studie, unser Stadion ist Versuchsobjekt genug. Wäre nämlich Support ein wesentliches Erfolgskriterium, müsste Rapid überlegener Tabellenführer sein. Ist es aber nicht. Man muss nur auf die Auswärtstribüne schauen. Nicht einmal ein voller Autobus hat es von Hartberg nach Wien geschafft. Und trotz dieses Nicht-Supports konnte Hartberg in Hütteldorf bestehen.

Der Support war das ganze Spiel toll, hatte aber mit dem Spiel eigentlich nichts zu tun. Es ist so, wie wenn ich an meinem Arbeitsplatz Musik höre. Aber nach dem Schlusspfiff wurde der Einheitssupport plötzlich zu einem anlassbezogenen Support, die Mannschaft wurde geradezu vom Feld gepfiffen. Welchen Zweck soll denn das gehabt haben? Erinnern wir uns an den (falschen aber immer wieder zitierten) Vergleich mit der eigenen Arbeit. Wie wird es denn um die Motivation für eine höhere Arbeitsleistung bestellt sein, wenn das Klima durch den Chef vergiftet wird?. Die Reaktion als Betroffener ist doch unschwer zu erraten. Und warum soll das bei Spielern anders sein?

Es könnte also den Capos im Block (übrigens auch unserem Trainer, der von der Psyche der Spieler nichts wissen will, das seien ja Profis) nicht schaden, auch einmal ein einschlägiges Buch zu studieren und sich mit den durchaus nicht immer positiven Folgen von zu viel und von falschem Support auseinander zu setzen.

Wenn die Austria für uns gespielt hätte…

Es wäre uns etwas peinlich gewesen, den Violetten etwa dankbar dafür sein zu müssen, dass sie uns durch einen Sieg gegen Sturm zur Meistergruppe verholfen hätten. Wir können fast froh sein, dass die Austria es nicht geschafft hat. Wäre das passiert, dann hätte Mattersburg mit seinem Sieg seine Minichance gewahrt und das obere Play-Off erreicht und nicht das große Rapid.

Trainerbilanz

Nun hat sich der Block nichts sehnlicher gewünscht als Gogo vor die Tür zu setzen und dafür ein Rapid-Urgestein zu holen. Ich denke, dass die seither 22 Bewerbspiele doch genug sind, um eine erste Bilanz zu ziehen und was ist besser als ein objektiver Vergleich?

Punkte Spiele Trainer
1,41 22 Dietmar Kühbauer
1,73 68 Goran Djuricin

Ist es nicht ziemlich ernüchternd? War es nicht ein No-na-Ziel, die Meistergruppe zu erreichen? Stellen wir uns einmal vor, Gogo hätte diese Ergebnisse von Didi eingefahren und hätte so wie dieser nicht die Meistergruppe erreicht. Ich will mir dieses dann folgende Gepfeife und Geheule gar nicht vorstellen, es ist für unsere Mannschaft ohnehin schon erniedrigend genug.

Man könnte nun einwenden, dass ja Gogo drei Mal so viele Spiele geleitet hat und dass er eben in Summe mehr Punkte geschafft hat, weil auch bessere Spielphasen dabei waren. Nehmen wir also nicht alle 68 Spiele von Gogo sondern nur die letzten 22, denn die waren es offenbar, wegen der er gehen musste. Das sind die Spiele 0 SKN (0:2), 1 Mattersburg (1:1), 0 RB (1:2), 3 Spartak (2:0), 0 Austria (0:1), 1 Sturm (1:1), 0 Bukarest (1:2), 3 Innsbruck (2:1), 3 Bukarest (3:1), 0 LASK (1:2), 3 Slovan (4:0), 1 WAC (0:0), 0 Slovan (1:2), 1 Altach (1:1), 3 Admira (3:0), 3 Kufstein (5:0), 1 WAC (0:0), 3 Altach 4:1), 0 RB (1:4), 3 LASK (2:0), 0 Sturm (2:4), 3 Admira (4:1). Aber auch hier ist sein Punkteschnitt besser als der von Didi, nämlich 1,45.

Was, wenn die Trainer gegen eine gemeinsame Ursache für das schwache Abschneiden ankämpfen? Etwa kann man anführen, dass die Einkäufe am Beginn dieser Saison nicht vielversprechend waren und sich seither nicht weiterentwickelt haben. Die Neuzugänge Pavlovic und Ivan erzielten in der Liga in 22 Spielen je ein Tor. Das ist nicht nur unterdurchschnittlich, das ist für Spieler im Sturm geradezu unterirdisch.

Also ist Fredy schuld?

Von Schuld freisprechen kann man das Scouting nicht. Fußball ist Wettbewerb auf vielen Ebenen. Ein Sportdirektor, der die besseren Spieler um weniger Geld holt ist in dieser Disziplin der Sieger. Wenn billig eingekauft wird, freut das den Kassier, es kann aber unterm Strich ein teurer Einkauf gewesen sein, und diesen Eindruck kann man bei Rapid durchaus haben.

Alle Sportdirektoren fischen im selben Teich und wenn einem von ihnen ein guter Fang gelingt, muss man sich doch fragen, warum man bei Rapid auf diesen „Fisch“ nicht auch aufmerksam geworden ist. Ein Beispiel dafür ist der LASK-Spieler Joao Victor, der um 400.000 Euro von Kapfenberg geholt wurde. Er erzielte in 22 Spielen 18 Tore. Von so einem Spieler kann man bei Rapid nur träumen. Stattdessen fischen wir in Transsylvanien und Umgebung.nach Spielern, die man weit weniger intensiv beobachten kann als einen Spieler in Österreich.

Da nun offenbar Didi seinen Posten so sicher hat wie Richard Strebinger gesetzt ist, wird ihm zunächst nichts passieren. Dass ein Riesenbetrieb wie Rapid nach der Pfeife von emotionsgeladenen Jugendlichen tanzt, ist für den von uns allen gewünschten Erfolg sehr betrüblich, denn durch die vielen Neustarts kann sich keine „stabile Großwetterlage“ ausbilden.

Interessanter Weise wusste man beim Block ganz genau, dass nach der Niederlage gegen St.Pölten der Trainer die Schuld am fehlenden Erfolg hatte, aber bei dem heutigen Unentschieden gegen Hartberg galt der Unmut doch eindeutig der Mannschaft. Einen „Didi raus“-Ruf konnte ich nicht hören. Das ist ziemlich unlogisch, denn die Mannschaft ist dieselbe wie unter Gogo.

Was, wenn man den Block nach den unfairen Pfiffen gegen Gogo einfach für ein Spiel wegen Vereinsschädigung gesperrt hätte? Mit der gleichzeitigen Botschaft, dass es allein dem Verein obliegt, die Arbeit des Trainers zu beurteilen. Nach den bekannten Publikationen spielt nämlich die Anwesenheit der Blocks für das Ergebnis keine Rolle.

Und wie geht es weiter?

Eventuell hat dieser derzeit siebente Platz vielleicht auch Vorteile, allerdings nur dann, wenn Rapid das untere Play-Off gewinnen kann, was bei den top-motivierten „Dorfklubs“ gar keine so klare Sache ist. Sollte das aber gelingen, wäre ein internationaler Platz durch die drei Entscheidungsspiele im Bereich des Möglichen.

Eine Zeitung meinte, dass die Teilnahme an der Qualifikationsgruppe einen Verlust von einer Million wegen der geringeren Zuschauerzahlen bedeuten würde. Da hat man aber wahrscheinlich nicht den Rattenschwanz an Langfrist-Folgen mitgerechnet, die das internationale Geschäft betreffen, denn die Unmöglichkeit UEFA-Punkte zu sammeln, erschwert die zukünftige Teilnahme in der Gruppenphase, weil man zu den ungesetzten Teams gehören würde. Weiters fehlen in der nächsten Saison viele weitere Millionen durch die Nichtteilnahme in der Gruppenphase. Und die (durchaus erreichbaren) Top-50 der UEFA-Rangliste sind dann auch nicht realistisch möglich. Dass man sich über den Cup qualifizieren könnte, scheint mit der heutigen Darbietung auch eher unrealistisch.

Glücklicherweise ist es aber Fußball, der immer wieder für Überraschungen gut ist. Und wie Stimmungen und Einschätzungen sich auch schon nach einem Spiel ändern können, hat man nach dem Sieg gegen RB gesehen. Gehen wir also mit einem Rest an Hoffnung auf einen Sieg im Cup-Halbfinale und einen günstiges Abschneiden in der Qualifikationsgruppe in die Länderspielpause.

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Mattersburg-Rapid

2:1 (1:1)

„Unsere Mannschaft muss in Mattersburg eine bittere 1:2-Niederlage verkraften.“, titelte Rapid-TV. Doch nach meiner Ansicht war es für die Mannschaft einfach eines von 15 verlorenen Spielen in der Saison. Sie sind es gewöhnt, zu verlieren. Doch wirklich bitter war die Niederlage für die Fans und den Verein. Für den Verein, weil sie möglicherweise gravierende finanzielle Konsequenzen durch geringere Zuschauerzahlen im unteren Play-Off, einen weiteren Ausfall internationaler Spiele, von den verlorenen UEFA-Punkten ganz abgesehen.

Dabei kann dem Trainerteam kaum etwas vorwerfen. Wir spielten in einer optimalen Besetzung, aber wie soll man gewinnen, wenn die Motivation, die für einen Sieg notwendig ist, eher auf der Seite der Mattersburger lag – wenigstens bis zum Führungstor meinte man das zu beobachten. Kaum war das Tor erzielt, zogen sich die Mattersburger zurück und in der Folge dominierte rot-blau das Spiel.

So, wie der Treffer der Mattersburger aus einem ziemlich glücklichen Tausendguldenschuss, unterstützt durch einen verdatterten Tormann hervorging, war auch der Ausgleichstreffer von der Marke „Zufall“. Beim Siegestreffer aber hat die Rapid-Verteidigung den optimal startenden Stürmer zu spät erkannt – und schon ist es passiert.

Hätti-Wari

Ein Unentschieden bei diesem Spiel hätte für die letzte Runde des Grunddurchgangs den Vorteil gehabt, in Schlagdistanz zu St.Pölten zu sein und damit eine dritte Optionen auf einen Top-6-Platz zu haben. So aber lebt die letzte Hoffnung von einem (ziemlich unwahrscheinlichen) Sieg der Austria gegen Sturm oder einem (hohen) Sieg der Admira gegen den WAC. Bei einem Unentschieden der Grazer gegen die Austria müsste Rapid gegen Hartberg mit 6:0 gewinnen, um vor Sturm zu landen – ziemlich utopisch.

Die Prognose, dass Rapid nach der Runde 21 auf dem 7. Platz verbleibt, ist zugetroffen. Siehe Tagebucheintrag „Restprogramm-21“.

Tormanfrage

Was mich wundert, seit ich Fußballspiele beobachte: Feldspieler unterliegen einem Ranking, der Trainer wählt die jeweils optimale Besetzung aus. Beim Tormann erfolgte diese Wahl ein einziges Mal, nämlich beim Cup-Spiel 2017/18 gegen Schwaz, und seit diesem Datum wird über die Besetzung zwischen den Pfosten nicht nachgedacht. Richard Strebinger ist gesetzt, egal, welche Patzer passieren. Wo, frage ich mich, bleibt da der Wettbewerb? Früher wurden dem Zweiertormann wenigstens die Cup-Spiele übertragen, weil aber diese Spiele auch hohe Priorität haben, kommt es heute nicht einmal dazu. Ein einziges Mal konnten wir Tobias Knoflach erleben und zwar bei der heurigen Auswärtsniederlage gegen Salzburg. Wer hätte nach dem Spiel sagen können, dass der Zweiertormann gespielt hat? Tobias war einfach großartig – und wird dafür mit dem ziemlich tristen Dasein eines Zweiertormanns bestraft. Unsere beiden Torleute sind ähnlich gut, sie sollten beide spielen; entweder alternierend oder bis zum nächsten gravierenden Patzer. Nach diesem Spiel wäre so ein Wechsel fällig. Dass ein Schuss aus 27 Meter Entfernung durch eine Fehleinschätzung nicht gehalten werden kann, ist ein gravierender Fehler, daher sollte Tobias eine Chance bekommen. Ja, es war ein ungewöhnlicher Schuss, aber wir brauchen eben einen wachen Tormann und nicht einen, der unabhängig vom Ergebnis beim nächsten Spiel gesetzt ist.

Gefühlt müssen die 10.400 Besucher die höchste Zuschauerzahl in Mattersburg in dieser Saison gewesen sein. Der Schnitt ist dort nämlich nur 2.399 Zuschauer pro Spiel.

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St.Pölten-Rapid

0:4 (0:2)

Aus welch unmöglicher Position Tore erzielt werden, zeigt die Szene zum ersten Tor. Der am weitesten vom Tor weg stehende Pavlovic (springt eigentlich verkehrt) erzielte das Tor. Er ist am höchsten gesprungen.

Nach einem Corner spring Pavlovic am höchsten – und trifft zum 0:1

So klar das Ergebnis war, es gab ein aberkanntes Tor durch St.Pölten und das Tor zum 2:0 entstand aus einem Freistoß für Rapid, der eigentlich ein Freistoß für St.Pölten hätte sein sollen. Mit ’nem kleinen Pech…

Im etwas eigenartigen Fußballer-Deutsch titelt die SKN-Homepage „Niederlage durch ruhende Bälle“; so, als könnte sich ein ruhender Ball durch eine spontane Ortsverlagerung durch Teleportation ins Tor begeben. Wir wissen zwar, was gemeint ist…

Fan-Botschaften

Die St.Pöltner Fan-Szene wendet sich gegen den Sponsor „spusu“ im Wappen.

„Vereinswappen unverhandelbar“

Die Choreografie von Rapid konnten wir nur von der Seite sehen, sie bestand aus einem eindrucksvollen „Tornados“-Transparent mit einem Pyro-Feuerwerk in der Mitte.

Die Ultras titelten „Herbert, Deine Dopingsünder ruinieren den Sport“ und die St.Pöltner Fans „Kickl und Beuth, Feinde des Rechtsstaats WB04“, wofür sie von den Rapid-Fans Szenenapplaus bekommen haben.

„Kickl und Beuth, Feinde des Rechtsstaats“

Dieses zweite Transparent bezieht sich auf eine umstrittene Polizei-Aktion des Hessischen Innenministeriums, bei dem zwei Fans schwer verletzt worden sind. In Hessen ging es – nicht ganz unähnlich zu Wien – um Inhalte von Transparenten, die die Polizei eventuell gekränkt hätten, wären sie gehisst worden. Link

Rapid-Viertelstunde

Egger-Bier-Corner

Der Egger-Bier-Corner ist ein „VIP für Arme“. Es erspart das Aufladen der Stadion-Card. Um pauschal 20 Euro kann man seinen Tageskalorien-Bedarf mehr als decken.

Florian und Arnold versuchen 20 Euro in Kalorien umzusetzen
Didi beim Interview. Beim Egger-Bier-Corner kann man dem Kameramann über die Schulter schauen.
Gut besuchte NV-Arena (bester Besuch seit dem 1.4.2017, damals auch gegen Rapid 1:1)

Da der Rapid-Fansektor restlos ausverkauft war, gab es wahrscheinlich überall im Stadion versprengte Ultras-Kleingruppen, so auch in unserem Fan-Corner. Wir, die gewöhnt sind, uns auf das Spiel zu konzentrieren, bekamen daher eine Kostprobe von der Intensität des Fan-Supports. Die Kleingruppe neben uns hat „Vollgas“ gegeben und die vom Block vorgegebenen Gesänge mitgegröhlt und in den Pausen noch kreative Kontrapunkte gesetzt. Was für sie sicher ganz normal war, nämlich sich weniger auf das Spiel und mehr auf die Lautstärke zu konzentrieren, war für uns ziemlich neu bis störend. Das Pausen-Bier und der Spielstand dürfte sie dann doch beruhigt haben.

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Rapid-RB

2:0 (0:0)

In einem Video des Standard meint Martin Schauhuber, dass Rapid die frischere Mannschaft war, weil sie sich am Donnerstag nicht hat so sehr anstrengen müssen. Also das glaube ich nicht. Ich glaube vielmehr, dass es die unterschiedliche Wichtigkeit des Spiels war, die die Mannschaften dem Spiel beigemessen haben. Dieses Spiel war für Rapid von großer Bedeutung aber für RB bedeutungslos. RB ist unangefochtener Tabellenführer und steuert auf einen weiteren Meistertitel zu. Rapid braucht Wunder, um die Meistergruppe zu erreichen und ein solches Wunder ist heute geschehen. Mit dazu beigetragen hat ein „Vogel“, den Ramalho Schiedsrichter Schörgenhofer gezeigt hat. So. als wollte sich der Schiedsrichter für diese Majestätsbeleidigung beim Meister RB entschuldigen, hat er bei den zahlreichen Foulvergehen in der zweiten Halbzeit keine einzige Karte gezückt, obwohl diese angebracht gewesen wären.

Dass der Ausschluss – ähnlich wie beim Derby – spielentscheidend war, diesen Eindruck von Martin Schauhuber kann man bestätigen.

Wir meinen, dass wir das beste Spiel von Rapid in dieser Saison gesehen haben.

Wir wünschen unserem Trainer, dass mit diesem Spiel tatsächlich ein neues Gesicht von Rapid aufgezogen wird, so wie er es sich im Herbst vorgestellt hat.

Ambiente

Würde das Spiel nächste Woche noch einmal stattfinden, würden die Buchmacher kleine Korrekturen anbringen aber sie würden wahrscheinlich ganz ähnliche Quoten anbieten.

Bei meiner routinemäßigen Station bei Ján durfte ich mit ihm eine Runde Schach spielen, die ich prompt verloren habe. Meinen Nachfolgern vom Fanklub „Rapid-Freunde Hainburg“ ist es nicht besser gegangen.

Der neues alte Sponsor OMV präsentiert sich durch eine Werbelinie entlang der ganzen Stadion länge.

Die Tornados haben eine Zettelchoreografie auch für die Osttribüne vorbereitet. Das Motto „120 Jahre Fußball, beginnend beim 1. Wiener Arbeiterfußballclub“.

Beim Spielstand von 2:0 wir auch der neue Stürmer Aliou Badji präsentiert und trotz der kurzen Einsatzzeit hinterlässt er mit seinen Dribblings einen guten Eindruck.

Restprogramm

3. 30 +3 Pölten    H-Rapid    A-Admira      H-Mattersburg
4. 28 +4 WAC A-Salzburg A-Hartberg H-Admira
5. 27 +5 Sturm H-LASK A-Salzburg H-Austria
6. 27 +2 Austria H-Hartberg H-Altach A-Sturm
7. 24 -8 Hartberg A-Austria H-WAC A-Rapid
8. 23 -6 Rapid A-Pölten A-Mattersburg H-Hartberg (h)

Käme jetzt die letzte Runde, könnte Rapid aus eigener Kraft nur Hartberg überholen und wäre dann siebenter, immer noch einen Punkt hinter dem Verlierer der Begegnung Sturm-Austria (oder sogar zwei Punkte bei einem Remis). Aber es gibt ja noch zwei Runden dazwischen, und wenn man das Restprogramm betrachtet, scheint jenes von Sturm das Schwierigste zu sein und daher könnte Sturm die Mannschaft sein, die überholt werden kann.

Aber natürlich sind auch ganz andere Konstellationen vorstellbar und gar nicht so unrealistisch. Wenn zum Beispiel St Pölten seine drei letzten Spiele verliert und gleichzeitig Rapid seine Hausaufgaben macht, könnte sogar St. Pölten die Mannschaft sein, die man zum Erreichern der Top-6 überholen könnte.

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Austria-Rapid

6:1 (4:1) 

Wir haben gesagt, die Vorzeichen wären gut, weil wir motiviert mit dem Rückenwind vom Sieg gegen die Rangers nach Favoriten gekommen sind. 

Man hätte auch der Meinung sein können, dass wir nach einer Europacuprunde nie gut abgeschnitten haben.

Dass sich gerade die zweite Prognose durchsetzen würde, konnte man am Spiel bis zur 35. Minute nicht ablesen. Nach meinem Eindruck spielte Rapid selbstsicher und gut nach vorne orientiert. Die Austria lauerte nur auf Konter!

Dass gerade der Matchwinner vom Glasgow-Spiel zum Match-Looser im Derby wird, hätte wohl niemand gedacht!

Aber nicht nur dieses, auch andere Spiele erleiden einen Kippeffekt nach Schlüsselszenen, die so nicht hätten unbedingt passieren müssen. Bei demselben Spiel gab es eine Szene in der dritten Minute, in der Jeggo ziemlich rotverdächtig in den Gegner hineingeflogen ist. Es gab aber nur Gelb. Nach meiner Einschätzung wäre das ein halbe Stunde später wohl Rot gewesen. In der Anfangsphase geben Schiedsrichter nicht gerne spielentscheidende Karten. In der Schlüsselszene, der Notbremse von Dejan, hätte man auch der Meinung sein können, dass der rechts mitlaufende Dibon sich noch vor dem Stürmer befunden habe und daher hätte man auch hier Gelb geben können, leider war es aber Rot. Warum ein Ball, der direkt auf die Mauer zufliegt, durch eben diese hindurchfliegen kann (in der Elektronik nennt man das Tunneleffekt), lässt einen  Zuschauer an der Sinnhaftigkeit der Maßnahme „Mauer“ zweifeln, weil der Tormann noch dazu den Ball erst sehr verspätet und dann noch abgelenkt wahrnimmt. Warum der Ball nach der Abwehr nicht neben das Tor gehen kann, sondern genau auf die Stange gehen muss, das weiß auch nur der Ball. 

Ich will sagen, dass nicht von dem was wir bis zu dieser Szene so hat passieren müssen und dass es ohne jemandes Zutun auch hätte anders kommen können. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man von einer Überlegenheit der Austria ja keineswegs sprechen. 

Dass ein Ausschluss das Selbstvertrauen der einen Mannschaft so aufbauen und das der anderen so zerstören kann, das kennen wir vom früheren Rapid nicht. Wir erinnern uns an das erste Spiel von Max Hofmann, damals gegen Sturm Graz auswärts, in dem dieser in der 4. Minute ausgeschlossen wurde und Rapid das Spiel dennoch mit 4:2 gewonnen hat. Wo sind diese Zeiten geblieben?

Der Fluch nach dem Rauswurf von Zoki hält unvermindert an, vielleicht sollten wir einmal mit dem Rapid-Pfarrer nach Mariazell pilgern oder dem Fußballheiligen Luigi Scrosoppi ein anderes Opfer bringen? 

Historisch

Im Frühjahr sprachen wir von einem historischen 4:0-Auswärtssieg von Rapid, ein halbes Jahr später von einer historischen Niederlage.

Schon während des Spiels kramten die im Hintergrund arbeitenden Redakteure in ihren Datenbanken und vermeldeten einen historischen Sieg der Austria.

Wie historisch der Sieg wirklich war, zeigt die folgende Tabelle, die alle Spiele zeigt, bei denen Rapid sechs oder mehr Tore kassiert hat: 

2018-12-16 Liga Austria Wien A 1:6
2016-02-18 EL FC Valencia (E) A 0:6
2014-07-19 Liga Red Bull Salzburg A 1:6
2014-03-02 Liga Red Bull Salzburg A 3:6
2002-04-28 Liga Austria Salzburg A 1:6
1990-04-14 Liga FC Wacker Innsbruck A 1:6
1986-05-06 Cup Austria Wien H 4:6
1974-04-17 Cup Austria Wien H 2:6
1969-10-11 Liga Austria Wien H 0:6
1961-11-22 EC-Cup AC Fiorentina (I) H 2:6
1956-08-04 Mitropa Cup Vasas Budapest (H) A 2:9
1956-02-12 EC-Meister AC Milan (I) A 2:7
1943-10-24 Liga Vienna A 2:10
1943-05-23 Cup (Dt) Kapfenberger SV A 3:6
1943-02-28 Liga Vienna A 4:6
1943-02-21 Liga FC Wien H 4:6
1943-02-14 Liga FAC A 1:7
1942-12-06 Liga Austria Wien H 2:6
1936-02-16 Liga Admira A 5:6
1934-07-01 Mitropa Cup AC Bologna (I) A 1:6
1934-05-10 Cup Admira A 0:8
1933-02-19 Cup Austria Wien H 4:6
1931-01-11 Cup Admira A 2:6
1930-03-02 Liga Austria Wien H 4:8
1928-10-28 Mitropa Cup Ferencvaros (H) A 1:7
1927-10-30 Mitropa Cup Sparta Prag (CZ) A 2:6
1922-10-15 Liga Austria Wien H 3:7

Amüsiert hat mich, dass auch in der Spielzeit des Rudi Flögel (er feierte beim Spiel gegen die Rangers seinen 79. Geburtstag und ich habe ihn damals als Schüler bewundert) ein 6:0 der Austria am 11.10.1969 aufscheint, wo wir doch immer wieder gerne aus seinem Mund hören, dass man damals doch deutlich mehr Spiele gegen den Stadtrivalen gewonnen als verloren habe. Die damalige sehr prominente Aufstellung: Jørn Bjerregaard, Erich Fak, Rudolf Flögel, Anton Fritsch, Gerald Fuchsbichler, Geza Gallos, Gebhardt, Walter Glechner, Helmut Redl, Josef Reisinger, Ewald Ullmann, Werner Walzer, Christoph Wirth

Hier ein historischer Vergleich der Spiele heute und gestern gegen die Austria:

       Anzahl  S   U   N    
2007-2016 40 38% 30% 33%
1960-1969 27 37% 19% 44%

Man sieht, dass man geneigt ist, die Vergangenheit positiver zu sehen als sie tatsächlich war. Es ist das Gegenteil der Fall. Man hat damals mehr Spiele als heute verloren! Wer hätte das gedacht!

Wir werden eine andere Mannschaft sehen!

Das waren die Worte von Didi schon bei unserer Mitgliederversammlung. Er meinte damals das nächste Spiel gegen den LASK nach der Länderspielpause. Ja, wir haben damals eine andere Mannschaft gegen den LASK gesehen, eine, die klar unterlegen war, ohne Hoffnung auf einen Punkt. Danach folgte der sensationelle Auswärtserfolg gegen Spartak. Und diese Worte sind auch jetzt vor der Winterpause gefallen, man werde im Frühjahr eine andere Mannschaft sehen….

Dieser Satz ist nichts anderes als eine Durchhalteparole des Trainers (mir würde auch nichts besseres einfallen). Dass sich der Punkteschnitt nicht und nicht nach oben bewegen will, spricht für Gogo, spricht auch nicht gegen Didi. Es ist einfach nicht mehr drin. Beide Trainer dürfte so ihre Qualitäten haben. 

Rapid-2018

Jürgen Hartmanns 2250. Spiel

Es wäre Jürgens 2250. Spiel gewesen, doch dieses runde Jubiläum wird er – ja nach Zählweise – bei einem winterlichen Trainingsspiel oder dann beim ersten Bewerbspiel im 1/16-tel-Finale erleben,

Jürgen hat bereits von dem Spiel auf sein rundes Jubiläum hingewiesen und ich dachte, er hätte es durch die Polizeiaktion versäumt, doch er war nicht beim Corteo mit dabei, wie er in Facebook mitteilt, und wurde daher Augenzeuge vom 6:1-Heimsieg der Austria.

Der Fanblock wurde bei seinem Marsch zum Stadion von der Polizei ein paar Stunden lang „aufgehalten“. Dabei wurde auch über eine eigenartige Route über einen extrem schmalen Weg unmittelbar neben der Autobahn berichtet. 

90minuten.at berichtet über die Ereignisse vor, während und nach dem Spiel. Es wird berichtet, das die „Eingekesselten“ (Indianer?) fünf Stunden in der Kälte stehen mussten und nichts zu trinken bekamen und auch nicht auf eine Toilette gehen konnten. 

Außenstehende müssen den Eindruck haben, als würden bei Rapid 2.000 Schwerverbrecher durch die Lande ziehen. 

Ich deute das Vorgehen der Polizei nach der Lektüre der Berichte so, dass es gar nicht ihre Absicht war, die Fangruppe bis ins Stadion zu begleiten, sondern dass man es dem Fanblock einfach einmal „zeigen“ wollte. Sie in „freier Wildbahn“ wie in einem Indianerfilm „einkesseln“. Eine Art Rache gegen furchteinflößenden Aufschriften wie „1312“, nach deren Anblick die Damen und Herren von der Polizei psychologische Hilfe und einen freien Tag brauchen, um sich von dem Trauma nach dem Dienst bei einem Rapid-Spiel zu erholen.

Man kann diese neue Dimension der Polizeigewalt gegen Fußballfans durchaus auch als die Handschrift des neuen Herrn Innenministers deuten, denn dieser Marsch zum Stadion wird ja schon seit vielen Jahren in derselben Art durchgeführt und die Block-Verantwortlichen haben Erfahrung damit. Warum also bei diesem Marsch so brutal gegen die Gruppe vorgegangen wurde, könnte durchaus am neuen Wind aus dem Innenministerium liegen. 

Wem immer ich begegne, der Fußball aus der Zeitung kennt, berichtet mir von Horror-Szenarien, die sich auf den Plätzen abspielen sollten, wo auch ich zu Gast bin und die ich selbst noch nie erlebt habe. Nicht, dass es keine Vorfälle gibt, aber man muss sie in Relation mit den Menschenmassen sehen, die eben bei Großveranstaltungen teilnehmen. Leider spielt das von der Presse gezeichnete Bild der Rapid-Fans der Behörde in die Hände. 

Die Hetze gegen die Rapid-Fans hat einen Gang zugelegt. Ist es nicht praktisch, dass man eine Minderheit in die Enge treiben kann, ohne dass jemand dagegen protestiert, weil die Presse die Öffentlichkeit schon entsprechend präpariert hat und sozusagen die große Masse hinter sich weiß?

Ambiente

Wir gehen seit dem 4:1-Auswärterfolg im Prater nicht mehr zu den Spielen bei der Austria, weil die damals miterlebten Übergriffe auf den Familiensektor nicht besonders motivierend waren. Wir zogen die freundliche Rekordmeisterbar dem Stadionbesuch vor. 

Links

Rapid-Sturm

o:o

Die Buchmacher sahen keinen klaren Favoriten und boten die Quoten 2,1 : 3,3 : 3,0.

Strum titelt „Punktegewinn in Wien“; für Rapid sind es verlorene 2 Punkte, aber es waren insgesamt keine besonderen Chancen vorhanden, denen man hätte nachweinen müssen. 

Viele Stammgäste waren ohnehin mit einem Unentschieden zufrieden – bedenkt man die Darbietung in Innsbruck und während der ganzen Saison. 

Unsere Bilanz gegen Sturm ist ausgeglichen, wenn es also reim diese beiden Begegnungen ginge, könnte man sich nicht beklagen. Es geht aber um die ersten sechs Startplätze und in diesem Wettbewerb hat uns Sturm um 3 Punkte distanziert. Noch kann man alles aufholen, aber in jeder folgenden Runde muss mehr und mehr ein Muss-Sieg her.

Man fragt sich schon, wer sich mehr vor „Rapid im unteren PlayOff“ fürchtet: Rapid oder die Bundesliga. Wobei, abgesehen von den dann wahrscheinlich fehlenden internationalen Begegnungen im folgenden Jahr, würde eine interessantes Abstiegs-Playoff die sich durch die Art der Meisterschaft verstärkende Zwei-Klassen-Vereins-Gesellschaft etwas ausgleichen. 

Wenn es aber Rapid doch noch gelingen sollte, oben mitzuspielen, wird es um die Zuschauerzahlen und damit auch um die Einnahmen im unteren Playoff düster ausschauen. Die Großen werden reicher werden und die Kleinen ärmer. Warum soll es im Fußball anders sein? 

Berisha statt Alar

Also wir, auf der Tribüne hätten bei der Auswechslung von Schobesberger Berisha statt Alar gewählt. Einfach, weil man Berisha mit einer solchen Belohung vielleicht mehr aufbauen kann als der Trainer denkt. Dass er ein braver Kämpfer ist, wissen wir. Man könnte darauf setzen, dass er sich mit dem Torerfolg in Innsbruck jetzt mehr zutraut.

Wo waren die Flaggen?

Möglicherweise war es die Sorge um den Wind: dem aufmerksamen Julian ist nicht entgangen,…

Julian mit der neuen Ausgabe „Tornados Special“

…dass die sonst üblichen Landes- und Vereinswappen von Rapid und Sturm am Dach der Osttribüne gefehlt haben. 

Was nicht gefehlt hat, war die Autogrammstunde auf der Nord-Tribüne. 


Marvin Portzmann und Jeremy Guillemnot mit Speedy und einem Autogrammjäger

Choreografie der Lions

Eine gewaltige Inszenierung, die die Lions aus Anlass ihres 15-jährigen Bestehens von Stapel laufen ließen. „Aufgewärmt“ wurde mit dem Spruchband „15 Jahre Green Lions und alles beim Alten“

Spruchband der Lions, gesehen von der Nordtribüne

Unmittelbar vor Spielbeginn eine Flaggen- und Schalparade. 

Es folgte ein tribünengroßes Transparent „Teil der Kultur, die Überholspur gehalten“

Das Zentrum des Transparents war ein dem Metro Goldwyn Mayer nachempfundes Logo „Green Lions 2003“.

Spielbeginn

Pixelchoreografie „2003“

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst ein Spruchband „Seit 15 Jahren sind wir am Eskalieren –  ob wir gewinnen oder verlieren“

…gefolgt von einer Pyro-Show.

Die Auswärtsfahrer von Sturm beeindruckten durch ihre große Zahl und den sehr gut organisierte Auftritt. Abwechselnd drei Reihen fomten mit weißen und schwarzen Umhängen eine streifenartige Choreografie mit einem großen Logo und einem langen schwarz-weißen Randstreifen. 

Sturm-Choreografie

Gogo und Didi

Stellen wir uns vor, Gogo wäre bei diesem Spiel auf der Betreuerbank gesessen. Ob sich wohl der Block ebenso artig von der Mannschaft verabschiedet hätte?

Ein Spiel fehlt zwar noch in der Herbstrunde, doch wir können heute schon sagen, dass Gogo mehr Erfolg hatte als sein Nachfolger Didi. Genau um 0,14 Punkte mehr; aber auch nur dann, wenn das Derby am kommenden Sonntag gewonnen wird. Wenn nicht, ja dann schaut’s ohnehin schlecht aus mit dem oberen PlayOff und in der Tabelle ergibt das folgenden Punkteschnitt für beide Trainer:

Derby    S    U    N
Didi   1,50 1,36 1,29
Gogo 1,64

Der Punkte-Abstand nach dem letzten Spiel, dem Derby wird zwischen 0,14 und 0,35 Punkten zugunsten von Gogo liegen.

1,29..  ?   =   Didi    austria
1,36.. 1 U Didi sturmgraz
1,50 3 S Didi innsbruck
3 S Didi spartakmoskau
0 N Didi lask
0 N Didi wolfsberg
1 U Didi villarreal
1 U Didi scraltach
3 S Didi wolfsberg
3 S Didi admira
0 N Didi villarreal
0 N Didi hartberg
3 S Didi mattersburg
0 N Didi glasgowrangers
1,54 0 N Gogo stpölten
3 S Gogo mattersburg
0 N Gogo redbullsalzburg
3 S Gogo spartakmoskau
0 N Gogo austria
1 U Gogo sturmgraz
0 N Gogo fcsb
3 S Gogo innsbruck
3 S Gogo fcsb
0 N Gogo lask
3 S Gogo slovan
1 U Gogo altach
3 S Gogo admira
3 S Gogo kufstein

Beide Trainer haben 14 Spiele absolviert. Von einem Trainereffekt kann man nicht sprechen. Es ist einfach nicht mehr herauszuholen aus dem Team. Vielleicht ergibt die Wintervorbereitung einen Umschwung. Dass wir eine andere Rapid-Efl sehen werden, das wurde auch schon für die letzten Spiel versprochen, aber es war nicht mehr als ein Wunschdenken à la Paul Watzlawick. 

Wir müssen davon ausgehen, dass es die Einkaufspolitik war, die uns brave Spieler aber letztlich doch nicht solche mit jener Qualität gebracht hat, die wir brauchen, um in der Liga vorne dabei sein zu können. Und wie schon beim Trainer dürfte es ebenso verfehlt sein, allein den Sportdirektor verantwortlich zu machen, muss er doch durch die ziemlich positive Transferbilanz zur Konsolidierung der Bilanz beitragen. Und für den ihm verbleibenden finanziellen Spielraum darf man offenbar nicht viel mehr erwarten. 

Diese 30-40 Millionen erwirtschaften zu müssen, um als Großverein überleben zu können, scheint ein ebenso hartes Brot zu sein wie die Sorge eines Dorfklubs um die Errichtung einer Überdachung für die Fantribüne. Hartberg dürfe das mit der zirkuszelt-artigen Plane über der Fantribüne ziemlich preisgünstig geschafft haben.

So schön die Choreografien des BlockWest anzuschauen sind, so teuer kommt Rapid „der Spaß“ zu stehen. Rechnen wir einmal nicht die Strafen, rechnen wir einmal, dass der Block einen (im Nachhinein) unnötigen Trainerwechsel mitentschieden hat. der dem Verein ein Mehrfaches der sonstigen Strafen gekostet hat. 

Die Ursache für die mäßigen Erfolge war nicht der Trainer, die Ursache war und ist das Geld, war die Notwendigkeit positiv bilanzieren zu müssen, um für das kommende Großprojekt des Trainingszentrums ausreichen kreditwürdig zu sein. Und auch das soll kein Vorwurf sein, denn das Trainingszentrum ist eine wichtige Investition, und das Spiel der Mannschaft ist ein Resultat aller dieser Randbedingungen. Das Präsidium handelt aus meiner Sicht ziemlich uneigennützig für das langfristige Wohl des Vereins und es werden – anders als bei den heutigen Politikern – Entscheidungen für die Zukunft getroffen, deren positive Auswirkungen andere ernten werden. Leider müssen wir wegen dieser enormen Belastungen Saisonen wie diese in Kauf nehmen, mit der Hoffnung auf bessere Zeiten.

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