RB-Rapid

3:2 (2:1)

Ich glaube nicht, dass man sich daran gewöhnen kann, das Spiel gegen einen starken Gegner 90 Minuten lang offen zu halten und dann in der Nachspielzeit zu verlieren. Wir kennen das ja schon vom Cup. Und es war wieder eine zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung, die den Ausschlag gegeben hat. Und eben weil sich diese Zufälligkeiten so auffällig wiederholen, ist man leicht geneigt, Methode dahinter zu vermuten, „Verschwörung“ sozusagen.

War das überhaupt ein Foul in der letzten Minute an der Strafraumgrenze? War die Nachspielzeit nicht zu lang? Rapid hat einen Spieler weniger getauscht, daher wären 2,5 Minuten richtig gewesen, weil üblicherweise für einen Wechsel eine halbe Minute veranschlagt wird. Die Behandlung eines Spielers könnte die zusätzliche halbe Minute gewesen sein, also drei Minuten. Gegeben wurden aber vier.

Den Unterschied zum Cup-Spiel machte ein Spieler aus: Erling Håland. Beide Tore in der ersten Hälfte waren sein Werk, Eines direkt, eines indirekt. Håland hat ein außergewöhnliches Durchsetzungsvermögen, aber nicht nur wegen seiner Größe, er ist auch extrem schnell und technisch exzellent. Nur durch ein Foul konnte er gestoppt werden.

Aber die zweite Halbzeit gehörte auch Rapid. Wir erlebten einen aufopfernden Kampf und können stolz auf unser Team sein. Herausragend war aus meiner Sicht Kapitän Stefan Schwab, der beide Tore vorbereitet hat und selbst noch bei einem Rutsch-Schuss das Tor nur um wenige Zentimeter verfehlt hat.

Es reicht noch nicht für einen Platz ganz oben, aber die Saison dauert ja noch, die Moral stimmt, und auch „die Richtung stimmt“.

Rapid spielt überhart

Ein Vergleich der beiden Spiele zuletzt gegen den WAC und heute gegen RB zeigt, dass Rapid keineswegs eine hart spielende Mannschaft ist. Es gab nämlich heute überhaupt keine Karte gegen einen Rapid-Spieler. Nach unseres Lesart waren die gegen Rapid entschiedenen Fouls Teil des Spielkonzept des WAC – und der Schiedsrichter spielte mit.

Schiedsrichter

Da bei den letzten Heimspielen der Schiedsrichter einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis hatte, wollen wir und auch bei diesem Spiel die Resultate von Schiedsrichter Drachta in Erinnerung rufen. Schiedsrichter Drachta leitete seit 2008 43 Spiele von Rapid und gehört damit zu den erfahrensten Schiedsrichtern. Die Ergebnisse unter seiner Leitung lagen vor dem Spiel mit 2.00 Punkten deutlich über dem Durchschnittswert von 1,74 Punkten. Nach dieser Niederlagen sank die Punkteausbeute „unter Drachta“ auf 1,95 Punkte/Spiel.

Wenn man dem Schiedsrichter vorwirft, dass er vier Minuten nachspielen ließ, ist das eher ein Hadern mit dem Schicksal als eine Fehlentscheidung. Eigentlich war seine Leitung unauffällig und korrekt.

Wir besuchten das Stags-Head:

Das Stags-Head war praktisch ausgebucht. Wegen des großen Andrangs gab’s keine Brote und keinen Salat.

Bildergalerie (von Hannes)

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Rapid-WAC

1:1 (1:0)

Nach der gefühlten Dominanz geht die erste Hälfte an Rapid und die zweite an den WAC, die Tore folgen diesem Eindruck. Doch insgesamt sahen wir Rapid als die klar überlegene Mannschaft, die nur zu wenig Tore geschossen hat.

Die Kommentatoren berichten über „rustikales Spiel“ von Rapid.

Aber in den Augen der Zuschauer spielen die jeweiligen Gegner in Hütteldorf „with a little help from the referee“. Nicht nur in diesem Spiel, auch schon im Spiel gegen Hartberg oder gegen den LASK. Für Rapid gestalten sich Auswärtsspiele erfolgreicher.

Diese „Heimschwäche“ kann man auch zeigen:

  • Heim: NSNSUU = 8 Punkte/6 Spiele = 1.3 Punkte pro Spiel
  • Auswärts: USSSS = 12 Punkte/5 Spiele = 2,4 Punkte pro Spiel

Natürlich kann man sagen, dass bei dieser kleinen Anzahl von Spielen die Streuung noch sehr hoch ist. Aber es werden auswärts fast doppelt so viele Punkte geholt wie zu Hause und das spürt man. Genauer wird es natürlich mit einer größeren Anzahl von Spielen, derzeit aber ist Hütteldorf für die Gastmannschaften ein „gefundenes Fressen“.

Wir Zuschauer meinen, dass das kein Zufall ist, sondern mit der besonderen Situation in Hütteldorf zusammenhängt und mit der Art, wie Schiedsrichter damit umgehen. Es ist nicht nur für die Gastmannschaften ein saisonales Highlight, vor 21.000 Zuschauern spielen zu dürfen, auch für den Schiedsrichter ist die Situation mit einem starken Heimpublikum eine Besonderheit. Ein Schiedsrichter will ja auch „gewinnen“. Und sein „Sieg“ ist eine gute Bewertung unter schwierigen Verhältnissen. Und dem Druck seitens des Publikums gilt es zu widerstehen. Und das wieder hat eine Tendenz, nur ja keine Vorteile für die Heimmannschaft zuzulassen, die man als ein Nachgeben interpretieren könnte.

Warum lässt der Schiedsrichter nach einem Foul gegen Rapid nicht den Vorteil gelten, obwohl Rapid im Ballbesitz bleibt und sich aus der Szene ein Vorteil entwickelt? Abpfeifen kann er ja immer noch! Das ist eine freie Entscheidung des Schiedsrichters, und er hat sich bei diesem Spiel gleich zwei Mal dazu entschieden, den sich abzeichnenden Vorteil für Rapid mit einem Pfiff abzubrechen.

Filip Stojkovic wurde im Strafraum gefoult und sogar verletzt, der Elferpfiff blieb aus, genauso wie beim Spiel gegen Hartberg.

Der Foulpfiff, der zum Gegentor geführt hat, müsste eigentlich einen Freistoß für Rapid zur Folge gehabt haben, weil der Ball durch den Angreifer gesperrt wurde.

Ich behaupte, dass die Gastmannschaften diese Mechanismen kennen und wissen, dass ein Liegenbleiben nach einem Foul in Hütteldorf „zieht“. Es wäre für den Spielfluss günstig, wenn dieses Spiel „Toter Mann“ zurückgedrängt werden könnte, wenn Schiedsrichter diesen Versuchen, Foulpfiffe herauszuschinden, nicht folgen würden.

Es ist nicht so, dass sich bei Rapid Schiedsrichterfehler langfristig ausgleichen, weil die Situation in Hütteldorf durch das starke Heimpublikum systematische Fehler der Schiedsrichter hervorruft, Fehler, die sich bei den Heimspielen anderer Mannschaften mangels Support nicht in dieser Häufigkeit ergeben.

Die Ansicht im Block, dass man auf den Videoschiedsrichter leicht verzichten könnte (siehe Bilder), teile ich.

Schiedsrichter Harkam

Was können wir über Schiedsrichter Harkam noch vor Spielbeginn sagen? Die folgende Darstellung zeigt im Kopf die durchschnittliche Punktezahl aller 334 Spiele, die von den aktuellen Schiedsrichtern geleitet wurden. Rapid erreicht in diesen Spielen einen Punkteschnitt von 1,75. Die Spiele unter der Leitung von Alexander Harkam ergeben nur 1,57 Punkte. Wenn wir also wählen könnten, wäre Harkam nicht unsere erste Wahl.

Vergleich aktueller Schiedsrichter bei Bewerbspielen von Rapid

Aber es hätte mit Manuel Schüttengruber noch schlimmer kommen können, denn unter seiner Leitung erreichte Rapid nur 1,33 Punkte und das ist schon ein beachtlicher Unterschied. Rapid-freundliche Schiedsrichter wären – gemessen am erzielten Punkteschnitt Ouschan (1,82), Kolleger (2,29), Jäger (2,33) Drachta (2,0). (Schiedsrichter mit wenigen Spielen kann man nicht in den Vergleich einbeziehen).

Achtung: Es kann sein, dass die Spiele nicht zufällig zu den Schiedsrichtern zugeordnet werden, sondern man die Erfahrung der Schiedsrichter berücksichtigt. Das hieße, dass schwierigere Partien von erfahreneren Schiedsrichtern geleitet werden und diese schwierigeren Spiele auch eher verloren werden und damit den Punkteschnitt dieser Schiedsrichter senken. Ob das der Fall ist, müsste man bei den Spielen der einzelnen Schiedsrichter genauer analysieren. Auf der Webseite kann man alle Spiele der Schiedsrichter betrachten (Lupensymbol). Schiedsrichtervergleich (123.ewkil.at)

Jetzt, nach dem Unentschieden, ist der Punkteschnitt von Schiedsrichter Harkam von 1,57 auf 1,56 gesunken.

Den Schal, den Robert hochhält, kann man bis Anfang November in den Fanshops kaufen. Von den 15,- Euro kommt 10,- Euro der Kinderhilfe zugute.

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Mattersburg-Rapid

2:3 (1:1)

Vor dem Spiel

Die Bilanz gegen Mattersburg seit der Saison 2015/16 sind 61% Siege, 22% Unentschieden und 17% Niederlagen. Insgesamt (seit 1998) gab es 62 Spiele und die Bilanz waren 55% Siege, 23% Unentschieden und 23% Niederlagen. Rapid legt in den Duellen mit Mattersburg also leicht zu – oder in Mattersburg lässt die Fußballeuphorie nach, siehe auch weiter hinten. Aber leider bedeutet die Vergangenheit für das heutige Spiel nicht viel. Mit einem Sieg könnte Mattersburg Hartberg überholen, wenn gleichzeitig Hartberg gegen den LASK verliert. Mit einem Sieg könnte Rapid seinen Platz hinter dem Spitzentrio halten.

„Punkte, die wir am Sonntag verloren haben, nun wieder einfahren„. Mit diesem Sager versuchte sich Stefan Schwab für das Spiel gegen Mattersburg zu motivieren. Leider sind verloren Punkte unwiederbringlich weg und nichts kann sie uns wiederbringen, leider. Lassen wir aber Stefan in diesem Glauben, dass man das kann, vielleicht hilft es.

Das Spiel

Mattersburg zeigte vor, wie man mit wenigen Chancen ein Maximum an Toren herausholen kann und ging zwei Mal in Führung aber zwei Mal konnte Rapid ausgleichen. Während des Power-Plays von Rapid in der Schlussphase dachte man schon, dass man wohl nur mit einem Punkt die Heimreise antreten würde, doch der abgefälschte Schuss von Knasmüllner knackte schließlich den Abwehrriegel der Mattersburger. Das Cornerverhältnis von 16:1 charakterisiert am besten diese Druckphase.

Didi experimentiert weiter mit dem 3-5-2-System. Aber die Mannschaft dürfte sich dabei nicht wohl fühlen. Taxi wurde gegen Schobi getauscht aber daraus allein ergab sich keine auffällig Änderung. Erst der Wechsel zum 4-2-3-1 und insbesondere Kelvin Arase brachten eigentlich den Umschwung. Kelvin belebte das Angriffsspiel ungemein und man hatte den Eindruck, als wären es seine Ideen, die den kontinuierlichen Druck ermöglichen.

Der Schiedsrichter war weitgehend unauffällig.

Ambiente

Bei Rapid-Spielen waren schon mehr Zuschauer im Pappelstadion als die vom Stadionsprecher genannten 4.400. Die Fußballeuphorie ist im Burgenland irgendwie verflogen. Aber Wunder ist es keines, denn damit die Zuschauer auch wieder kommen, daran muss man arbeiten. Mit Hintergrundmusik allein, mit der man bis knapp vor Spielbeginn die Zuschauer berieselt, wird es nicht getan sein. Die einzige Ansprache des Platzsprechers Hannes in Richtung Publikum war die Mannschaftsaufstellung und während des Spiels der ziemlich peinlich wirkende Schrei „Tooor für Mattersbuuuuurg!“, dem das Publikum auch wenig euphorisiert gefolgt ist.

Jeder Verein hat 90 Minuten vor dem Spielbeginn Zeit, den Gästen den Verein und seine Aktivitäten näher zu bringen. Wenn ein Verein – so wie wir das in Mattersburg erlebt haben – diese Zeit nicht nutzt, muss man mit dem Eindruck nach Hause gehen, dass man an den Besuchern kein besonderes Interesse hat.

Die stattliche, aber unüberdachte frühere Gästetribüne wurde durch eine Miniaturausgabe mit einem „Fetzendachl“ ersetzt. die Anordnung dürfte den formalen Bedingungen der Liga entsprechen, wirkt aber eher wie eine Verhöhnung der Gäste. Laut Wikipedia fasst das Stadion 15.700 Zuschauer. Sollte da nicht der Gästesektor für 1.570 Personen ausgelegt sein?

Das Online-Ticketing von Mattersburg ist nach wie vor gästefeindlich, weil man sich den Sektor nur sehr eingeschränkt auswählen kann. Die Sektoren E-H konnten online nicht gebucht werden. Außerdem stimmt die Stadion-Skizze nicht mit den Gegebenheiten überein. Die Mittellinie befindet sich nicht zwischen Sektor D und E – wie die Skizze glauben macht, sondern eher zwischen E und F.

Der Autor hat sehr fleißig fotografiert, doch leider war keine Speicherkarte in der Kamera, und sie hat sich darüber leider nicht beschwert. Daher gibt es heute nur drei Bilder, die mit dem Handy aufgenommen wurden.

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Nachtrag zu „Qual der Wahl“

Je weniger man über eine Sache weiß, desto einfacher die Entscheidung. Das hat schon Anselm Feuerbach trefflich formuliert: „Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.

Die Aspekte rund um den „richtigen“ zukünftigen Präsidenten sind vielschichtig.

Trainingszentrum

Der Aspekt rund um das neue Trainingszentrum wurde von Rapid in Videos zusammengefasst:

Kontinuität

Spieler berichten in Interviews von einem neuen Teamgeist und man hat das Gefühl, als beginne sich eine gefühlte Negativspirale wieder langsam in die positive Richtung zu drehen. Die Bevorzugung von Eigenbau-Spielern, ihre überraschend positive Bewertung durch Didi lässt die Besucher hoffen. Die sportliche Leitung strotzt nur so von Kompetenz, etwas, das man vor einigen Jahren als „zu wenig“ kritisiert hat.

Wovor ich mich als Rapid-Mitglied fürchte, dass ein neuer Präsident auf die Idee kommt, alles ändern zu wollen – wie das in Zeitungsberichten kolportiert wurde. Dass also Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit wieder rückgängig gemacht werden könnten und die sich abzeichnende Kontinuität und Stabilität im Team wieder nur ein kurzer Hoffnungsschimmer gewesen sein könnte.

Kampfabstimmung

Sollte das Wahlkomitée mehr als eine Liste zur Wahl zulassen, dann steht uns ein spannender Monat November ins Haus, denn dann wäre die Reihe an den Mitgliedern, eine dieser Listen auszuwählen und dazu müssten sich diese Listen in ähnlicher Weise an uns Mitglieder wenden wie sie das schon vor dem Wahlkomitée getan haben. Wenn aber das Wahlkomitée den Usancen folgt, wird es wohl ein solches Szenario nicht geben.

Rapid-Hartberg

3:3 (1:1)

Der Spielbeginn entsprach den Erwartungen. Druckvolles Spiel von Rapid Chance folgt auf Chance, dann das Tor durch Taxi Fountas und man meinte, so würde es weiter gehen. Doch das Gegenteil passierte, Hartberg glich aus und so ging es in die Pause.

Nach der Pause änderte sich die Rollenverteilung und Hartberg ging in Führung, Rapid glich aus – wieder durch Taxi – und wieder ging Hartberg in Führung. Beim Spielstand von 3:2 für Hartberg schaute schon alles nach einer Niederlage aus, doch nach einer Flanke von der linken Seite konnte Kapitän Stefan Schwab den Ausgleich zum 3:3 erzielen.

Schiedsrichter tun sich schwer, Entscheidungen für die Heimmannschaft zu treffen, auch wenn diese gerechtfertigt wären. Zu groß ist ihre Angst, dass der Eindruck entstehen könnte, sie würden den Forderungen des lautstarken Publikums folgen. Stefan Ebner war keine Ausnahme.

Das Publikum tut sich schwer mit der Erkenntnis, dass auch in Hartberg guter Fußball gespielt wird. Es spielen ja in Hartberg ebenso wenig Hartberger wie in Hütteldorf Penzinger spielen. Diese fehlende Einsicht verleiht den Wettquoten eine bizzare Schieflage 1,25 : 5,5 : 8.0 und eine völlig verzerrte Erwartungshaltung, die sich in dem wenig freundlichen „Bauernschweine“ ausdrückt. Ein Blick auf die bisherigen Spiele zeigt keine besonderen Vorteile für Rapid. Von 7 Spielen wurden 3 gewonnen und je 2 waren unentschieden und gingen verloren.

Bildauswahl

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Wattens-Rapid

0:2 (0:0)

Das Spiel vermittelte von Anfang an ein Gefühl, das wir schon sehr, sehr lange vermisst haben, dass nämlich Rapid die klar spielbestimmende Mannschaft ist; über die gesamte Spielzeit. Wenn auch die Tore anfangs gefehlt haben und auch wenn wir schließlich eventuell nur 0:0 gespielt hätten – es war so ähnlich wie in Zokis Zeiten.

4-2-3-1, da fühlt sich die Mannschaft wohl. Es ist fast bisschen ein „Glück“, dass sich sowohl Sonnleitner als auch Hofmann verletzt haben. Dieser Umstand hat das schon bei Canadi gescheiterte 3-5-2 verunmöglicht.

Für den Star des Spiels, Kelvin Arase, können wir nur hoffen, dass man ihn nicht wieder „abschiebt“, wenn wieder alle Verletzen an Bord sind, zu sehr hat er dem Spiel von Rapid nach seiner Einwechslung Schwung gegeben und schließlich auch das Tor erzielt; weitere Chance waren vorhanden. Immer wieder wird erwähnt, dass Kelvin ja nur 60 kg schwer wäre und er sich gegen die 90 kg-Verteidiger nicht durchsetzen könne. Und wie er das kann! Man weiß ja, dass auch Messi in jungen Jahren nicht gerade zu den Schwergewichten gezählt hat.

Die Kommentare der Zuschauer über das Spiel und die Spieler bis zu Halbzeit erspare ich mir, es verrät nichts über das Spiel aber alles über die Kommentatoren. Immerhin hatte Rapid in dieser Halbzeit 70 % Ballbesitz. Ja, es gab den einen oder anderen Ballverlust nach Pässen von Stefan Schwab. Aber dieser Stefan Schwab war auch der Assistgeber zum erlösenden 1:0. Wir müssen bedenken, dass Stefan Schwab ein Spieler mit extrem vielen Ballkontakten ist. Er scheint in allen Statistiken in den vorderen Rängen auf. (siehe Bild unten, Auszug aus der Bundesliga-Statistik).

In der gefühlten Erfolgskurve (BIld unten) sieht man alle Bewerbspiele seit dem Beginn des unteren Play-Off. Es geht wieder aufwärts!

Ambiente

Wir geben es zu: wir waren nicht in Innsbruck. Stattdessen habe ich mehrere Berichte geschrieben und wir unternahmen eine herrliche Radfahrt über den Wiental-Radweg nach Hütteldorf ins Stags Head; die Rekordmeisterbar war leider geschlossen. So eine Fahrt macht hungrig – könnte man sagen. Aber das Bild war von Nachbartisch.

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Rapid-Admira

5:0 (1:0)

So langsam kommt Rapid in Fahrt. wir sind etwa dort, wo wir Anfang 2016 waren. Damals, beim ersten Spiel im neuen Stadion gewann man im ersten Spiel gegen Ried mit 5:0. Wir alle glaubten, den Anfang einer neuen großen Rapid-Ära zu erleben. Aber Fußball scheint ein sehr sensibles Metier zu sein, und es ist mehr Psychologie im Spiel als man glauben würde. Das hat jedenfalls der Altach-Trainer nach deren heutigem 6:0-Sieg gegen St.Pölten erklärt. Seit den ersten Tagen im Weststadion/Allianz-Stadion ist Rapid um Stabilität bemüht und nach einem Verbrauch von drei Trainern und zwei Sportdirektoren war dieses Jahr der Ruhe rund um den Trainerposten endlich jene Konsolidierungsphase, die wieder eine gewisse Lockerheit in das Spiel von Rapid bringt, die für Erfolg nötig ist.

Erst nach dem 2:0 nach der Pause wurde allmählich klar, warum sich die Admira bis zum Pausenpfiff überhaupt behaupten konnte. Die Admira spielte mit ziemlich aggressivem Zweikämpfen. Zwei versteckte und ungeahndete Fouls führten zu blutenden Wunden bei Dibon und Ljubicic. Dazu kamen andere zweifelhafte Entscheidungen von Schiedsrichter Heiß, die allesamt hätten dazu führen können, dass Rapid auch in Rückstand hätte geraten können. Ja, nach unserer Ansicht gibt es eine Schiedsrichterschwäche bei Spielen in Hütteldorf, Und die besteht in einer klaren Bevorzugung der Gäste.

Nach dem 2:0 nach der Pause was es den Gästen klar, dass hier nichts mehr zu holen sein wird und sie verzichteten danach auf harte Einlagen und beschränkten sich auf das Spielen. Und solches Verhalten kam den technisch besseren Rapidlern zugute und gleich schaute das Spiel anders aus. Nicht, weil Rapid plötzlich so gut gespielt hätte, nein, der Gegner hat sich mit der Niederlage abgefunden und stieg nicht mehr mit vollen Einsatz ein.

Wir freuen uns über ein Sieg in einer Höhe wie man ihn nur von Testspielen kennt. Schon beim Derby fragten wir, ob das jetzt der Durchbruch gewesen wäre. Nun, die Frage wird wohl weiter gestellt werden dürfen. Siege dürfen keine Eintagsfliegen bleiben und müssen zu einem verlässlichen Begleiter werden, vielleicht, so wie in früheren Jahren. Warum nicht? Wir wären bereit dazu!

Choreografie

Die Spirits feierten ihr 20-jähriges Jubiläum mit einer sehenswerten Darbietung, und wir schließen uns als Gratulanten an! Schon vor dem Einlass konnte man sehen, wie man die Utensilien zur Choreografie ins Stadion gebracht hat und gleich nach dem Einlass wurden die letzten Vorbereitungen getroffen.

Ján muss weg!

Ján kam mit einer Rodel vollgepackt mit seinen Utensilien wie Audio-Anlage, Augustin-Ausgaben, Werbebotschaften. Wenn er kommt, reicht sein Geld oft nicht für eine Eintrittskarte und die will er bis Spielbeginn verdienen. Meist gelingt ihm das auch. Er ist ein Marketing-Talent. Er weiß genau, was einen guten Standplatz ausmachen kann und wie ungünstig „ein paar Meter weiter weg“ sein können. Daher parkte Ján seinen „Bauchladen“ möglichst nah am Röhreneingang. Und manchmal kann er dort auch bleiben. Heute wird ihm dieser Platz aber verwehrt und er muss etwas weiter Aufstellung nehmen.

Während des Spiels sammelt er Becher, um Startkapital für das jeweils nächste Event zusammen zu bekommen. Ján liebt alle grün-weißen Mannschaften aber auch Heavy Metal und das alles ist nicht immer billig.

Kitagawa-Fans aus Japan

Ich durfte sie zwar nicht fotografieren, aber vielleicht haben sie mich nur nicht verstanden, die beiden Damen, Mutter und Tochter, beide mit „Kitagawa“-Trikots und offenbar wegen ihres Idols aus Japan (!) angereist. Das wieder hat mir eine andere Japanerin erzählt, die die beiden auch gesehen hat. Ein Foto von hinten ist mir dann doch gelungen.

Schön, dass sich Rapid wieder um Ivica bemüht hat und ihn ins Stadion geholt hat.

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Austria-Rapid

1:3 (1:1)

Ganz Rapid freut sich über diesen Auswärtssieg und über die gelungen Revanche für die Niederlage vom Dezember des Vorjahres.

Die Statistik der Bundesliga zeigt ein ziemlich ausgeglichenes Bild. Es ist also nicht schwer, sich vorzustellen, dass dieses Spiel hätte ganz anders ausgehen können. Auch die Austria hatte tolle Chancen, aber wir hatten Stephan Auer, der einen möglichen Ausgleich auf der Linie rettete. Er stand diszipliniert am langen Eck und konnte den Ball, den Knoflach zuerst verfehlt hatte, abwehren.

Erfreulicherweise gab es keinen der (von uns) gefürchteten Einbrüche in der zweiten Hälfte, sieht man von einzelnen Krämpfen ab.

Nicht einmal Didi (Spox) konnte nach dem Spiel ein Lob zurückhalten, denn die nachrückenden Ersatzspieler Kelvin Arase und Dalibor Velimirovic haben sich durchaus bewährt.

Rapid verschafft sich ein wenig Luft und etabliert sich am 6. Platz, in Schlagdistanz zu den Führenden.

Der einen Freud’…

Wohin die Reise bei Rapid geht, wissen wir nicht. Eventuelle Anmaßungen des Blocks – wie zuletzt bei Gogo – sind durch diesen Erfolg zunächst aufgeschoben. Wäre das Spiel aber verloren gegangen, hätte das kryptische Spruchband des Blocks: „Genug des Schweigens“ vielleicht auch noch ein weiteres, aufklärendes zur Folge gehabt.

Das Management von Fußballvereinen reduziert Misserfolge häufig auf die Trainerfrage. Dabei könnte man durch einen Blick zum Mitbewerber lernen – aber tut es nicht. Man hat weder Vertrauen, noch Geduld und vor allem meint man, dass ein woanders erfolgreicher Trainer diesen Erfolg mitbringen könnte. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Ein erfolgreicher Trainer (natürlich auch Spieler) ist Teil eines erfolgreichen Konzepts. Holt man ihn dort raus, kann er seine dortige Umgebung nicht mitnehmen. So war es bei Canadi (und vorher schon bei Zellhofer), so ist es jetzt bei Ilzer und vielen anderen. Wenn ein Verein erfolgreich ist, dann nicht allein wegen des Trainers. Es hätten nämlich die erfolgreichen Vereine nach dem Abgang ihrer Erfolgstrainer stark geschwächt sein müssen, aber sie sind es nicht. Der WAC spielt auch mit dem neuen Trainer hervorragend, ebenso der LASK und Salzburg sowieso.

Was sonst ist es, außer dem Trainer? Na, zum Beispiel die Spielerbeschaffungen, die man nicht so leicht verändern kann, zum Beispiel das Klima, das sich Änderungen hartnäckig widersetzen kann, Konzeptlosigkeit, Wohlfühloasen…

Ambiente

Schon in der Rapidviertelstunde-199 konnte man die Anspannung der Verantwortlichen vor dem Derby förmlich spüren. und auch im MatchdayUpdate von Lukas Marek war voll der bangen Vorfreude auf das Spiel.

Vor dem Spiel gab eine Gedenkminute an den ermordeten Austria-Fan Fritz Duras.

Eigentlich wollten wir gar nicht auf den Horr-Platz gehen, doch weil sich kein geeigneter Fernsehwirt angeboten hat, riskierten wir den Besuch. Was vor dem Spiel aufgefallen ist, dass der Rapid-Block einen sehr geschlossenen Eindruck vermittelte und die Austria-Kurve noch sehr schwach besetzt war und ohne „Anführer“ etwas unorganisiert gewirkt hat.

Die Ansage des Stadionsprechers, dass es keine pyrotechnischen Gegenstände geben dürfe, kontrastierte sonderbar mit der Eröffnungschoreografie der Ultras. Vielleicht sollte man bei diesen Ansagen erwähnen, dass es angemeldete Pyro-Shows gibt, damit nicht gleich das ganze Stadion auf die „bösen Rapidler“ losgeht.

Wie sich doch die Vereine ähneln. Sowohl Austria als auch Rapid werben um Mitglieder, beide versprechen, dass die Beträge voll dem Nachwuchs zugute kommen, beide versuchen mit Aktionen, Kinder und Jugendliche ins Stadion zu locken, zum Beispiel bei der Austria um 1,- Euro für Kinder beim nächsten Heimspiel.

Und wo liegt dann der Unterschied zwischen den Vereinen? Der Unterschied liegt darin, dass es Rapid besser gelingt. Rapid schafft stärkere und glaubhaftere Hinwendung zum Mitglied. Dieses ans Freundschaftliche grenzende Marketing wird durch Andy Marek verkörpert und es überträgt sich auf alle Rapid-Teams mit Fankontakt. Man kann alle dort Beschäftigte, also das Klubservice-Team, das Museums-Team und die uns bekannten Mitarbeiter der Organisation als außergewöhnlich engagiert bezeichnen, aber es ist mehr als das, es ist freundschaftlich.

Die dritte Halbzeit

Es geht ums Prügeln und um eine „würdige“ Kulisse dazu. Das Spiel selbst ist der Aufputz für die eigene vermeintliche Wichtigkeit. Berichtet wurde (in heute) über Rapidler, die über die Absperrungen geklettert sind und auf der Nordtribüne eine Raufereien angezettelt hätten, Austrianer, die versuchten zu stürmen, wobei unklar ist, ob sie das Spielfeld oder eh schon die Rapidler im Visier hatten, Rapidler, die bei der U-Bahn-Station Troststraße kampfbereit auf ihre violetten „Brüder im Geiste“ warteten. Die Bilder der Choreografien können gar nicht prächtig genug sein, um nicht durch die „dunkle Seite der Macht“ in Schieflage zu geraten.

Links

Rapid-LASK

1:2 (0:1)

Der fulminante Start von Rapid war viel versprechend, doch es kam anders.

Hier der Kommentar meines erfahrenen Sitznachbarn nach der ziemlich rüden Gangart der LASK-Spieler, die allesamt ohne Folgen geblieben sind: „Wiast sehn, die erste Gelbe kriegen wir“. Und so war es, in der 64. Minute wurde Christopher Dibon mit Gelb verwarnt, und die zahllosen gravierenden Vergehen der ersten Halbzeit, die den Spielfluss von Rapid unterbrochen haben, blieben gänzlich ohne Folgen.

Sitznachbarn

Das „einleitende“ Foul von Marwin Potzmann erinnerte an so etwas wie an eine erste „Heldentat“, mit der man sich in der neuen Gemeinschaft als zugehörig anmelden will.

Es gibt Spiele – so wie dieses – in dem man den Eindruck nicht los wird, dass der Schiedsrichter eine Spielweise einreißen lässt, die im Fußball unüblich ist und die wir nicht sehen wollen. Und wenn eine Mannschaft wie heute der LASK versucht, auf diese Weise zum Erfolg zu kommen, wäre es am Schiedsrichter, das zu unterbinden.

Am besten gefiel mir der esoterische Kommentar unseres Trainers, der meinte, dass wir zu elft nicht verloren hätten. Man kommt mit solchen Aussagen ins Fantasieren, denn da fielen uns allen viele gute Entscheidungsalternativen ein, für die niemand einen Wahrheitsbeweis antreten muss. Im Kaffeesudlesen sind wir stark!

Flaggenparade

Fans Im Sektor 12 versuchen, mit National-Flaggen, die Legionäre zu motivieren. Als Badji einen Ball behauptet und einen Corner herausgeholt hat, schwenkt man Flaggen des Senegal. Der Sektor 13 begrüßt Koya Kitagawa mit der japanischen Militärflagge (Kyokujitsuki).

Choreografie

Die Lords feiern in diesen Tagen ihr 15-jähriges Bestandsjubiläum und sie wählten das LASK-Spiel für eine großartige Show. In einem Facebook-Kommentar meinte ein Insider, das Spektakel hätte mehrere Zehntausend Euro gekostet. Mit diesen Choreografien ist Rapid national einsame Spitze und auch international muss man keinen Vergleich scheuen. Und der Verein weiß, was er an diesen Organisationstalenten im Block hat.

Ich besuchte die Nord-Tribüne, um ein Transparent abzumontieren. Die vielen Familien haben einen prächtigen Blick auf die West und die Kinder, die dort noch in der Obhut ihrer Eltern das Spiel verfolgen, sind – das kann man an ihrer Begeisterung ablesen – wohl die nächste Generation, die die Reihen des Block- West füllen wird.

Botschaften

„Wer die traditionellen Vereinsfarben ignoriert, überschreitet eine rosa Linie. Da gibt es keine Toleranz! Wir sind ja nicht der LASK!“ (Tornados)

„Pudl Di ned auf Grubinettenbärm Du Heisl bist jo irgendwer!“ (Lords)

„Wer feig mit Polizei direkt zum Gästesektor fährt, weiß wohl nicht: Wien ist stets empfehlenswert!“ (Lords)

„Al tardini solo il Parma!“ (Tornados)

Links

Sturm-Rapid

0:1 (0:1)

Es war schon wieder ein Sieg von der Sorte, bei der man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Aber die Mitfahrer im Rapid-Bus waren sich darüber einig, dass die drei Punkte das Wesentliche sind. Doch mit zufälligen Siegen wird es nicht leicht sein, sich an der Spitze zu halten.

Spielbeginn bei 33 Grad

Wir Zuschauer wollen natürlich immer mehr – oder besser weniger, nämlich weniger Fehlpässe. Und dabei meinen wir nicht jene, die in einer Situation der Bedrängnis zustande kommen oder dadurch, dass ein gut gemeinter Pass von einem schnell schaltenden Gegenspieler abgefangen wird, etwas, das sehr schwer vorauszusehen ist. Es sind Situationen, in denen Zeit genug wäre, den nächsten Spielzug zu überlegen. Warum in solchen Situationen Bälle auffällig oft genau zum Gegner gespielt werden, ist ein Rätsel, mit dem sich Psychologen beschäftigen sollten. Es kann ja sein, dass wir uns zu wenig in die Fußballer hineinversetzen können, denn immerhin rinnt uns das Wasser eher nur die Kehle hinunter und nicht am ganzen Körper.

Warum es schon wieder einreißt, dass die zweite Spielhälfte zu einer gefühlten Zitterpartie wird und dass man die Stärken einer guten Kondition nicht ausspielen kann, macht Rapidler, die die Rapid-Viertelstunde einklatschen etwas ratlos, liegt aber vielleicht auch an den extremen Temperaturen.

War die erste Spielhälfte etwas ereignisarm, hätte die zweite ruhig auch so verlaufen können. In der Schlussphase ist noch dazu die Stadionuhr ausgefallen und die gefährlichen Angriffe der Sturmler machten uns ziemlich nervös.

Ambiente

Das Spiel in Graz hat doppelt so viele Zuschauer angelockt wie das Spiel am Verteilerkreis, nämlich 14.500. Der Sturm-Fanblock gab sich alle Mühe, eine Glanzleistung zu präsentieren, und das ist auch gelungen.

Der Sturm-Fanclub „Brigata“ feierte mit großem Aufwand sein 25-jähriges Jubiläum. Wir konnten von unseren schattigen Plätzen den dicht besetzen Stehplatzsektor gut beobachten. Das Motto: „Wir sind die schwarz-weißen Brigaden“. *)

In Graz ist der einzige Fanblock, den man mit unserem Block-West vergleichen kann. Großes Engagement, viele Aktivisten. An einer Stelle meinte man in einem Transparent sogar: „Woits tauschen?“ Man war sich des Eindrucks der Darbietung durchaus bewusst. Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahren Brigata.

Ein Glückwunsch kam auch von der Nord-Tribüne: „1994 begannen Eure Taten, auf viele weitere Jahre, ahoi Piraten“ und „25 Jahre die Hände am Steuer, Seite an Seite gemeinsam durch jedes Abenteuer.“

Nach der Pause titelte man: „Im Übrigen sind wir der Meinung, dass Liebenau das Sturmstadion werden muss.“

Fahrt

Die Fahrt mit dem Rapid-Bus war wie immer – bestens organisiert, Reiseleiter war Hans. Die „Kerntruppe“ bildet sein Fanklub „Speising“, aber es waren auch „Rapid Wien Lebenssinn“, „Stehtisch Grün-Weiß“, versprengte „Ultras“ und auch der „Klub der Freunde“ vertreten. Maria versorgte uns mit Wurstsemmeln, Knacker und Getränken.

Die Fahrt stand unter dem Motto „40 Jahre ‚Panzer rollen…'“, denn etwa vor 40 Jahren betätigte sich Jürgen bei einer seiner ersten Auswärtsfahrten – es war am 12.10.1979 nach Linz – als (trauriger) Dichter. Auch damals wurde nicht alles gewonnen. Es war die 9. Runde der Meisterschaft, man spielte gegen VOeSt Linz – und verlor 4:0. Jürgen musste damals die Nacht in Linz verbringen und diese Nach bescherte und das „Panzer rollen…“

Wer sie noch nicht hat, die neue Ausgabe von Forza Rapid, sollte sich den 6-seitigen Artikel über Jürgen Hartmann nicht entgehen lassen. Verkauf vor und nach dem Spiel gegen den LASK vor dem Stadion.

Links

*) Es fällt auf, dass die zur Großschrift neigenden Texter statt des Großen ß (ẞ) immer noch „SS“ schreiben. Das Große ß erzeugt man mit der Tastenkombination Umschalt + Alt Gr + ß und man erhält: . Dieses relativ neue Zeichen erlaubt die eindeutige Umwandlung von Klein- in Großschreibweise durch einen Computer und vermeidet die mehrdeutigen Umschreibungen mit „ss“ oder „sz“ (Schweiz).

Rapid-Altach

2:1 (2:1)

„Wieder eine dieser unnötigen Niederlagen, viel Ballbesitz, engagiertes Spiel nach vorne, der Gegner wurde geradezu eingeschnürt. Dennoch, eine Niederlage.“ So etwa könnte ein solches Spiel in der Ära Zoki kommentiert worden sein, wenn es Rapid damals verloren hätte. Aber die Rollen waren heute genau umgekehrt, die spielbestimmende Mannschaft war Altach (61% Ballbesitz), Rapid konnte phasenweise nur mehr reagieren und die Bälle wegdreschen. Wären da nicht die zwei „Taxi“-Tore zu Spielbeginn gewesen…

Ja, wenn wir dasselbe Spiel – sagen wir – gegen Salzburg abgeliefert hätten, also alles auf Defensive und auf Konter ausgerichtet, dann hätte es heute nach Spielende wohl eine gewaltige Verabschiedung gegeben. Da aber der Gegner „nur“ Altach war, von dem man sich hat wie ein Abstiegskandidat hineindrängen lassen (das kann ja noch kommen), gab es am Ende wenig Freude.

Das heutige TItelbild haben wir daher den einzigen gewidmet, die sich nach dem Spiel gefreut haben (mit ihrer Erlaubnis).

Der Normalfall der bisherigen Spiele gegen Altach war eine überlegene Rapid-Mannschaft, die sich aber gegen eine starke der Defensive der Altacher nur selten durchsetzen konnte. Hier ein Vergleich der Ära Zoki mit den danach folgenden Spielen:

Sp S U N Pkte
13 3 6 4 1,15 Büskens, Canadi, Djuricin, Kühbauer
 8 3 2 3 1,38 Zoki

Diese Zahlen entsprechen unserer eigenen Empfindung. Wir hatten damals unter Zoki – auch wenn wir als Verlierer vom Platz gingen – den Eindruck der Feldüberlegenheit und nicht nur einmal dachte ich damals, dass uns die Gegner einfach das Feld überlassen, um dann umso fokussierter verteidigen zu können.

Heute sind wir als gefühlt schlechtere Mannschaft vom Feld gegangen und so war auch die Reaktion des Publikums nach dem Spiel. –

Wir können alle miträtseln, was der Grund dafür ist, dass gute Einzelspieler durch das System „Rapid“ irgendwie korrumpiert werden. Wo ist der frühere Spielwitz von Schobi (wegen dem er zu Rapid geholt wurde), wo sind die Tore des Knasi (wegen derer er zu Rapid geholt wurde)? Unserem „Marketing-Kapitän“ (wie er in einem Forum genannt wurde) blieb das heutige Spiel erspart und daher auch die 101. Erklärung, warum alles so war wie es war.

Ist das jetzt die Veränderung, die Didi (erstmals im vergangenen Dezember) angekündigt hat? Ich glaube, er hat von einer „anderen“ Mannschaft gesprochen, nicht von einer „besseren“ Mannschaft. Na, und damit hatte es nicht Unrecht! So eine Rapid-Elf haben wir wirklich noch nie gesehen! Die Frage ist nur, ob das so gewollt ist und wir uns un Zukunft daran werden gewöhnen müssen.

Wir hätten den richtigen Mann, allein er sitzt am falschen Posten. Wir kennen Zoki als integrativen Trainer, für den die Mannschaft spielt und nicht gegen den sie spielt. Die „Mannschaft“ ist eine Instanz ohne Sprecher. Die Mannschaft drückt durch ihr Spiel das Klima im Team aus. Und aus unserer Zuschauersicht ist es nicht gut – dieses Klima.

Schiedsrichter scheinen sich ihre Karrierebewertung ganz besonders in Hütteldorf zu holen, indem sie ihre Unparteilichkeit gegenüber einem fordernden Publikum demonstrieren, indem sie tendenziell gegen die Heimmannschaft entscheiden. In diesem Spiel waren es das Gegentor nach einem Foul an Strebinger, ein nicht gegebener Elfer gegen Spielende nach einem Foul an Badji.

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Als Werbung für den „Klub der Freunde“ wurden an diesem Spieltag 1000 Visitenkarten mit aufgedrucktem Kader auf der Nord- und Ost-Tribüne verteilt.

St.Pölten-Rapid

2:2 (1:1)

Von den bisher 12 Pflichtspielen gegen St. Pölten wurde nur eines verloren und das war jenes Spiel, das den Trainerwechsel bei Rapid zur Folge hatte. Zwei Spiele je eines unter Canadi und Büskens waren unentschieden. Die neue Saison beginnt also so wie auch die alte sich angefühlt hat. Wir wissen zwar, dass sich mit Siegen rasch etwas verändern kann, aber derzeit schaut das Spiel unserer Mannschaft nicht so aus.

Christopher Jäger, den Schiedsrichter der Partie haben wir vom verlorenen Spiel gegen Hartberg noch in schlechter Erinnerung, denn nach unserer Ansicht hatte er damals einen bedeutenden Anteil an der Niederlage. In der ersten halben Stunde des Spiels hatte man fast den Eindruck, als würde der Schiedsrichter besonders wohlwollend gegenüber Rapid entscheiden. Auch bei einem ziemlich heftigen Foul von Max Hofmann befürchteten wir schon eine rote Karte, doch begnügte er sich mit Gelb.

Dass sich St.Pölten als ebenbürtiger Gegner präsentiert hat, sollten wir mit Respekt quittieren. Gute Arbeit! Doch stellt das umgekehrt den Rapid-Aktiven ein eher schlechtes Zeugnis aus, bedenkt man den insgesamt größeren Aufwand, und besonders die größere Erwartungshaltung, hoch gehalten durch Durchhalteparolen, Ankündigungen, die die Fans beruhigen und „bei der Stange halten“ sollten. Stimmen des Präsidenten, der im Frühjahr deutliche Leistungssteigerungen gesehen haben will. Stimmen des Trainers, der im vorigen Dezember meinte, wir würden nach der Wintervorbereitung eine andere Mannschaft sehen. Und wie anders die war, die Meistergruppe wurde verfehlt. Der Spruch wiederholte sich nach verlorenem Cup und verlorenem PlayOff gegen Sturm. Jetzt wäre eigentlich die Zeit, in der wir Veränderungen hätten sehen sollen. Aber so wirklich können wir sie nicht sehen. Und wegen dieser übersteigerten Erwartungshaltung wird bei einem Unentschieden gegen St.Pölten gepfiffen. So ganz klar ist es noch nicht, gegen wen sich die Pfiffe richten. Es scheint eher die Mannschaft zu sein, denn der Trainer dürfte noch Schonfrist haben.

Man wird das Gefühl nicht los, als würden viele Akteure bei Rapid landen, weil es der eigenen Eitelkeit schmeichelt, der Mannschaft oder dem Trainerteam des besten Vereins des Landes anzugehören, dass man aber dem hier herrschenden rauen Klima nicht gewachsen ist. Didi hat es bei einem Interview schon angedeutet, dass er sicher sei, dass nach der Sommervorbereitung bergauf gehen würde und wenn nicht, dann müsse er wohl gehen. Wir sind zwar noch nicht so weit und wir sollten uns nicht an einzelnen Ergebnissen orientieren, obwohl in der Praxis genau das geschieht. Die kritischen Spiele sind dann jene punktuellen Misserfolge, die das Fass sprichwörtlich zum Überlaufen bringen und die den Trainer den Job kosten.

Schauen wir also, was Trainer in den letzten 20 Jahren an Punkten erreicht haben. Nur Bewerbspiele wurden gewertet.

Rapid-Trainer

 37 1,59 Kühbauer D.
 67 1,73 Djuricin G.
 25 1,64 Büskens M.
 17 0,88 Canadi D.
151 1,77 Barisic Z.
 10 1,40 Barisic Z.
 82 1,61 Schöttel P.
210 1,79 Pacult P.
 23 1,09 Zellhofer G.
154 1,61 Hickersberger J.
 32 1,13 Matthäus L.
 51 1,75 Dokupil E.
 98 1,84 Weber H.

Bemerkenswert in der Liste ist gleich der Erste, Heribert Weber, der bei einem Punktemittel von 1,84 gehen musste, ein Ergebnis, das seither nicht übertroffen werden konnte. Wir sehen, dass Didi den Punkteschnitt seines Vorgängers noch nicht erreicht hat und mit diesen Ergebnissen auch nicht so schnell erreichen wird. Ist es nicht eigenartig, dass wir gute Trainer kündigen und uns danach freuen würden, auch nur ihren Punktestand zu erreichen. Das war bei Zoki so und ist auch bei Gogo der Fall.

Noch eine Zahl, die illustriert, was geschehen muss, damit Didi punktemäßig die Punktezahl von Gogo überholt. Ganz einfach: die folgenden fünf Spiele müssen gewonnen werden, also Altach, Sturm, LASK, Austria und .Admira (37*1,59 + 5*3)/(37+5) = 1,75. Da das natürlich ziemlich unrealistisch ist, wird sich eine solche Verfolgungsjagd noch einige Zeit hinziehen bis wir das erreicht haben, was wir unter Gogo schon hatten; nur eines hatten wir damals nicht: Geduld.

Nun, wie sich die Qualifikationsgruppe anfühlt, das wissen wir ja schon und würde uns freuen, auch den zweiten Wiener Verein dort begrüßen zu dürfen, damit die Gruppe nicht so fad ist.

Ambiente

Wir buchten den All-inclusive-Bereich auf der Westtribüne, denn Sonne haben wir in Hütteldorf auf der Ost-Tribüne selbst genug. Zumindest die Hälfte der Besucher dort sind Rapidler. Warum eine Eintrittskarte 50,01 € kostet ist auch eines der Rätsel der Provinz.

Der frühere St.Pöltner Biersponsor, die Brauerei Egger ist zwar in St.Pölten heimisch, doch der Geldhunger im Fußball ist groß und wahrscheinlich war das der Grund zum Wechsel zu Ottakringer. Aus dem früheren Egger-Biercorner wurde der Spusu-Corner.

Der Stadionsprecher forderte mehrmals einen St.Pöltner Autofahrer erfolglos auf, zu seinem Wagen zu kommen. Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, fügte er hinzu, dass ein Bagger versehentlich das Auto beschädigt hätte.

Die St.Pöltner sind ein gemütliches Publikum, und man kann daran auch sehen, wie schwer es ist, aus einem Event-Publikum ein stimmungsvolles Fußballpublikum zu machen,

Die vier im Hyundai waren: Gregor (Fahrer), Florian, Mario und Franz (der Autor).

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Rapid-RB

0:2 (0:1)

Schlimmer als die Niederlage selbst ist wohl, dass die Karten bei Begegnungen mit Red Bull ziemlich gezinkt sind, dass Rapid lediglich zu einer tollen Kulisse beiträgt und Werbung für die Bundesliga und für den Fußball macht, am Spielfeld aber eine Statistenrolle einnimmt und wenig Chancen auf einen Erfolg hat. Siege sind möglich – wie wir im letzten Heimspiel erleben durften – aber ziemlich unwahrscheinlich.

Einzug der Mannschaften

Die Wahrscheinlichkeit, für einen Sieg gegen RB liegen bei 23%, hochgerechnet aus bisher 56 Bewerbspielen, und da sind die Spiele der ersten Jahre ab 2005 dabei, bei denen diese Bilanz noch freundlicher war. Betrachtet man aber nur die letzten 20 Begegnungen, wurden nur drei gewonnen, was einer Siegwahrscheinlichkeit von 15 % entspricht.

Dabei war alles angerichtet. Die Motivation der Spieler dürfte gut gewesen sein, der Trainer hat mutig aufgestellt, denn alle Neuen waren im Einsatz, das neue System schien man schon gut verinnerlicht zu haben, allein, der Effektivität des Gegners hatte man wenig entgegenzusetzen. Die Chancen waren da, wenn aber gegen einen so starken Gegner gespielt wird, muss auch das Glück mit von der Partie sein.

Publikum

Auch das Publikum war motiviert, man spürte die Chance auf einen Erfolg. Guter Besuch, 24.200 Besucher. Hier sind fünf Spiele mit den höchsten Zuschauerzahlen der bisher 26 Heimspiele gegen Red Bull:

1. 26.800 3:3 2016-04-12 Ernst-Happel-Stadion
2. 25.300 2:3 2017-11-26 Allianz-Stadion
3. 25.300 0:0 2016-08-28 Allianz-Stadion 
4. 25.300 1:2 2014-09-28 Ernst-Happel-Stadion
5. 24.200 0:2 2019-07-26 Allianz-Stadion 

Das Spiel war eine gute Werbung für Fußball, das Publikum stand geschlossen hinter Rapid. Die Gäste konnten zwar drei Punkte mitnehmen, aber eine vergleichbare Atmosphäre können sie bestenfalls kopieren.

Die Mannschaft wurde nach Spielende von Block freundlich verabschiedet, etwas, das die Burschen dringend brauchen, um diese Niederlage zu verarbeiten.

Spruchbänder

Manche Spruchbänder erfordern Erklärung. Ich bin nicht sicher, ob alle Stadionbesucher das Spruchband „Art. 10 EMRK – ACAB für immer!“ verstanden haben. Also das „ACAB“ war ja klar, aber wusstest Du, was mit „EMRK“ gemeint war? Für Nicht-Juristen: es heißt „Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention“ und dieser Artikel 10 liest sich im Original so:

(1) Jedermann hat Anspruch auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt die Freiheit der Meinung und die Freiheit zum Empfang und zur Mitteilung von Nachrichten oder Ideen ohne Eingriffe öffentlicher Behörden und ohne Rücksicht auf Landesgrenzen ein. Dieser Artikel schließt nicht aus, dass die Staaten Rundfunk-, Lichtspiel- oder Fernsehunternehmen einem Genehmigungsverfahren unterwerfen.

(2) Da die Ausübung dieser Freiheiten Pflichten und Verantwortung mit sich bringt, kann sie bestimmten, vom Gesetz vorgesehenen Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, wie sie in einer demokratischen Gesellschaft im Interesse der nationalen Sicherheit, der territorialen Unversehrtheit oder der öffentlichen Sicherheit, der Aufrechterhaltung der Ordnung und der Verbrechensverhütung, des Schutzes der Gesundheit und der Moral, des Schutzes des guten Rufes oder der Rechte anderer unentbehrlich sind, um die Verbreitung von vertraulichen Nachrichten zu verhindern oder das Ansehen und die Unparteilichkeit der Rechtsprechung zu gewährleisten.

https://www.jusline.at/gesetz/emrk/paragraf/artikel10

Choreografie

Die Tornados benutzten dieses Top-Spiel als Demonstration der historischen Dimension eines Traditionsvereins. Aufwändige Bilder der berühmten Pokale der Rapid-Vergangenheit wurden in den Ecken der Tribüne präsentiert. Was im Stadion nur einen kurzer Moment lang auf die Zuschauer einwirkt, verdient eine genauere Beschreibung.

Ein bisschen erinnern diese Choreografien an die Kreationen eines Haubenkochs; die Herstellung verläuft höchst aufwändig, die Speisen werden aber von den Gästen in wenigen Minuten aufgegessen, meist ohne den Aufwand dahinter auch nur zu erahnen.

Dem staunenden und fotografierenden Publikum ist weitgehend unbekannt, wie diese Darstellungen entstehen. Lasst uns daher etwas hinter die Kulissen blicken.

Für keinen Gegner würde sich eine Hommage an den „Traditionsfußball“ besser eignen als für die Gäste aus Salzburg, und die Objekte dazu fand man im Rapideum. Gemeinsam mit dem Museumsteam wählte Dominik – bekannt als Chronist der Choreografien des Block West, bei diesem Spiel aber auch Gestalter der Choreografie – die berühmtesten Pokale der Rapid-Geschichte aus und fertigte davon eine Fotomontage. Wer nun glaubt, man würde mit dem Bild in eine Druckerei gehen, die dann daraus ein großformatiges Bild erzeugt, der irrt. Die Bilder entstehen als eine überdimensionale Handmalerei in mehreren Wochen Arbeit. Mit bis zu acht verschiedenen Farben werden die Pokale nachgezeichnet.

Erinnert Euch daher an diese Mühen und Kosten und vergesst nicht, nach jedem Heimspiel den Becher für die Herstellung der Choreografien zu spenden!

Für einen Rundgang durch die Inszenierungen aller Spiele besucht die Homepages der Ultras Rapid und der Tornados.

Wappenzeremonie

Wieder war eine stattliche Delegation des Klub der Freunde des S.C. Rapid bei der Wappenzeremonie beteiligt. Insbesondere danken wir unserem Herbert und Erich, dass sie unsere Mitglieder motivieren, dabei zu sein.

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Sturm-Rapid

0:1 (0:1)

Über das Spiel muss nicht viel gesagt werden. In knappen Spielen entscheiden Kleinigkeiten. Dass beim Hinspiel ein Schubser zu einem Elfer wird, ein Abpraller zu einem Tor und beim Rückspiel ein mit der Hand abgewehrter Ball keinen Elfmeter zur Folge hat, sind das diese tragischen Dinge, die das Fußballspiel so unberechenbar machen. Was nützt schon die klare Überlegenheit, wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht.

Und es gab trotz dieser gegebenen und nicht-gegebenen Elfer weitere Chancen auf das 2:0. Zum Beispiel in der zweiten Halbzeit eine Maßflanke von Thomas Murg zu Mitte, die Andrija Pavlovic nicht annehmen konnte. Als ich die Szene sah, dachte ich:, dass es einfach so sein muss. Hätte er den Ball erreicht und eingeschossen, dann wäre er nicht bei Rapid, dann wäre er anderswo. So müssen wir aber mit allen diesen Unzulänglichkeiten leben.

Es war ja keineswegs nur diese – und andere – vergebenen Chancen. Es gab eine große Zahl völlig unerklärlicher Pässe ins Nichts. Unbedrängt. Unverständlich. Wie sich die Spieler und Trainer so etwas erklären, ist mir unklar. Da spielt man tolle Kombinationen, arbeitet sich nach vorne – und dann spielt man einen Ball dorthin, wo niemand steht. Wahrscheinlich sind diese Situation einstudiert, und wahrscheinlich sollte ja dort jemand in den leeren Raum hinsprinten, doch der hat entweder bei der letzten Übungseinheit gefehlt.

Mit der Fehlerquote in Graz hätte man man drei Spiele füllen können.

Ursachenforschung

Während im vorigen Sommer die Qualifikation für den Europacup geschafft wurde und auch die Gruppenphase auf Platz zwei beendet werden konnte, klappte es in der Meisterschaft nicht so recht. In neun Spielen setzte es vier Niederlagen und die letzte – gegen St. Pölten – besiegelte die Ära Gogo unter dem Druck des Blocks. Vergessen waren die Erfolge desselben Teams in Europa. Man hat den Eindruck, als würde sich unfaires Verhalten nicht bezahlt machen. Wie im Märchen. Und so war es auch.

Der Trainer konnte das Problem nicht sein. So etwas wie einen Trainereffekt konnte man nicht beobachten, es ging munter weiter mit den Niederlagen. In den nächsten neun Spielen gab es neuerlich vier Niederlagen. Das Tagebuch hat alle diese Ergebnisse verglichen; Verbesserung gab es keine.

Meine Schlussfolgerung ist die, dass nicht der Trainer die Ursache gewesen sein kann. Es waren vielmehr ungeeignete Nachfolger für den ausgeschiedenen Kvilitaia, der uns in der vorigen Saison durch viele Tore in der Schlussphase der Saison geholfen hat, den dritten Tabellenplatz zu erobern.

Wir haben Didi, die anderen den Erfolg!

Der unbestreitbare Pluspunkt von Didi auf der Trainerbank ist die Ruhe, die eingekehrt ist, eine Ruhe, die auch Gogo bei seiner Arbeit gut getan hätte. Dafür bekamen wir von Didi den Sager zu hören. dass wir im Frühjahr „eine ganz andere Rapid-Elf“ sehen würden. Na, da haben wir aber geschaut! Es ist ja schön, wenn Spiele gewonnen werden – zum Beispiel in der Qualifikationsgruppe, was aber letztlich allein zählt, ist der Erfolg, und der hat sich in keinem der Etappenziele eingestellt.

  • Ein historisches 1:6 gegen die Austria leitete die Serie der Misserfolge ein
  • Ein spektakuläres Ausscheiden aus dem Europacup startet die Frühjahrssaison
  • Die Meistergruppe wurde nach einer Niederlage in Mattersburg verpasst
  • Der erste Matchball ging in der Niederlage im Cup-Finale verloren
  • Der zweite Matchball im heutigen Spiel beschert uns eine Saison zu Hause: kein internationaler Platz für die kommende Saison

Was denkt sich „der Block“ nach der vorliegenden Schlussbilanz zu der von ihm erzwungenen Entscheidung? Gar nichts, denn die Scherben müssen andere zusammenkehren. Statt konsequenter Aufbauarbeit, ein ständiger Neubeginn ohne irgendwelche Ansätze zu Verbesserungen.

Gemessen an der Erwartungshaltung des Vereins und des Anhangs wäre an dieser Stelle wohl wieder ein Trainerwechsel fällig, wenn aber die Chance besteht, dass ein Trainer kontinuierlich arbeiten kann, weil er Rückendeckung des Blocks genießt, dann wollen wir wenigstens diesen Vorteil in die nächste Saison mitnehmen.

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Rapid-Sturm

1:2 (0:0)

Dass dieses Ergebnis keine gute Ausgangslage für das Rückspiel am Sonntag darstellt, ist klar, aber es gab in der Rapid-Geschichte schon schwierigere Aufgaben zu bewältigen. Allerdings kennen wir nur die weniger erfolgreichen Rückspiele wie zum Beispiel die gegen Dresden, Kasan oder Birmingham. Über die anderen breiten wir unbewusst den Mantel des Schweigens – oder besser Verdrängens – wie zum Beispiel jenes gegen Famagusta, das uns ein Jahr mit vielen Stammtischen bescherte. Es steht uns möglicherweise wieder so ein Jahr ins Haus.

Tragischer Held, Leo Greiml!

Mich erinnerte diese Niederlage an ein Spiel in Graz, als der damalige Maxi Hofmann sein Debüt feierte. In der vierten Minute musste er die Notbremse ziehen und nicht nur, dass er mit einer Roten Karte vom Feld musste, gas es auch noch einen Elfmeter und Rapid war 0:1 im Rückstand. Details zu diesem Spiel.

Leider war Max Hofmann an diesem heutigen Tag verletzt (siehe Bild mit Andy Marek), Mario Sonnleitner musste verletzt vom Feld und Patrick Obermüller wird wahrscheinlich morgen bei Rapid II gegen den Sportklub antreten, sodass Leo Greiml die logische Wahl war.

Der noch 17-jährige Leo Greiml (im Juli wird er 18) spielte eigentlich sehr gut. Und doch verschuldete er – natürlich nicht mit Absicht – beide Gegentore. Sein Spiel hat gar nicht so gewirkt, dass man sagen könnte, er wäre nervös gewesen. Aber eines zeigte er indirekt mit diesen ungewollten Aktionen, dass er nämlich genau dort steht, wo es Probleme gibt, und das ist für einen Verteidiger eine sehr gute Eigenschaft.

Aber an noch etwas erinnern wir uns, wenn wir an das Debüt-Spiel von Maxi Hofmann denken, nämlich, dass wir dieses Spiel nicht etwa in Unterzahl verloren haben, nein, das damalige Spiel wurde 4:2 gewonnen! Und das ist symptomatisch für die damalige Spielphilosophie des Ballbesitzfußballs in der Zoki-Ära und auch für die heutige Suche nach Stabilität.

Solidarität und Hilfsbereitschaft

Eine eindrucksvolle Szene zu Spielbeginn zeigte, wie ähnlich und im Grunde verbunden Fangruppen sind, auch wenn es am Spielfeld heiß hergeht. Die Ultras Rapid übergaben unter anhaltendem Applaus des Publikums eine Spende an die Familie eines verstorbenen Capo der Grazer Fanszene und hissten dazu das Spruchband „Ruhe in Frieden, Heimo“.

Wappenträger

Eine 12-köpfige Delegation des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ meldete sich als Wappenträger an: Arnold, Erich, Florian, Franz, Franz, Franz, Gabriele, Hannes, Herbert, Janine, Jasmin-Luise, Robert. Der einheitliche Auftritt wurde sogar von Andy Marek angekündigt als „Vertreter des ältesten Rapid-Fanklubs“.

Wir bedanken uns bei Erich, der uns die feschen grünen Trikots mit dem Klub-Wappen besorgt hat. Wir bedanken und bei Barbara, die uns eingeschult und betreut hat und auch sehr viele Bilder für uns gemacht hat, sowie bei Lukas, der unsere Anmeldung administriert hat.

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Rapid-Mattersburg

2:0 (2:0)

Wie oft hat unsere Mannschaft schon stark begonnen, konnte aber die Chancen nicht verwerten und stand dann am Ende mit leeren Händen da. Bei diesem Entscheidungsspiel lief aber alles nach Plan: zwei schnelle Tore in der 8. und 13. Minute, und das Spiel fühlte sich gleich viel besser an.

Natürlich versuchte Mattersburg in der zweiten Hälfte seinerseits Tore zu erzielen, ermöglichte aber dadurch einige Konter. Wir konnten die vernebelten Chancen gnädig vergeben, stand es doch schon 2:0.

Negativrekord

Mit 10.601 Zuschauern erlebten wir einen Negativrekord bei einem der wichtigsten Spiele der Saison. Sogar beim Cup-Viertelfinale im Februar gegen Hartberg waren mit 12.700 mehr Zuschauer gekommen.

Schade, dass der Rapid-Anhang die Qualifikationsgruppe und das Playoff nicht so ernst nimmt. Am Donnerstag werden wir sicher besser besucht sein, das konnte man schon an den Schlangen an den Kassen ablesen.

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