Rapid-Mattersburg

3:1 (1:1)

Endlich zwei Heimsiege zur Verbesserung der Heimbilanz! Aber es war nicht nur ein Sieg, sondern auch ein gutes Spiel mit sehr vielen Chancen auf beiden Seiten, mit sehr vielen schönen Spielzügen und einem guten Ende für Rapid, denn wie so oft war es keineswegs ein Start-Ziel-Sieg, denn besonders in der Anfangsphase erlebten wir eine engagiert aufspielende Mattersburger Elf, gegen deren Angriffe sogar die Latte retten musste.

Für Rapid waren Stefan Schwab und Taxiarchis Fountas die Matchwinner. Kelvin Arase kann sich immer besser in Szene setzen.

Unser Eindruck als Zuschauer, dass verschiedene Angriffsaktionen wegen Abseits zu Unrecht abgebrochen geworden wären, wurden durch die Audiokommentatoren von Bundesliga-On-Ear nicht bestätigt, sodass man die Leistung des Schiedsrichterteams als “unaufgeregt” beschreiben kann.

Ambiente

Der Block hatte zu einer tollen Aktion gerufen, zu einem gemeinsamen Marsch von der Hütteldorferstraße zum Grab von Alfred Körner und dann zum Stadion. Auch die Choreogradie widmete man Alfred Körner mit dessen Spruch “Wir sind als Rapidler geboren und als Rapidler sterben wir”. Auch “Alfred Körner”-Sprechchöre hörte man während des Spiels. Die alte Hymne wurde zwei Mal gesungen.

Spruchband: “ÖFB&LIGA: Lasst Euch vom Hurensohn-Virus nicht infizieren. Gegen Kollektivstrafen & pro 50+1 in Ö, D & überall!”

Der Fußballplatz scheint einer der wenigen Orte zu sein, an dem die Legitimität der allgegenwärtigen Regentschaft des Geldes infrage gestellt wird; zwar nicht in den VIP-Klubs aber auf den Fantribünen. Hopp, der Eigentümer von Hoffenheim, sagt, dass er sich nicht erklären kann, warum die Fans ihn anfeinden. Auch in früheren Jahrhunderten hatten die damaligen Regenten eine so große Distanz zum Volk, dass sie sich deren Probleme nicht vorstellen konnten (siehe “Kuchen statt Brot”). Nicht nur, dass diese große Schere zwischen Arm und Reich besteht, Reich ist im Begriff, Arm das letzte Refugium streitig zu machen, das dieser sich in Stadien geschaffen hat. “Hopp” ist nur der gerade anwesende Eigentümer eines Fußballvereins. An seiner Stelle kann man viele Namen einsetzen wie den uns vertrauten Mateschitz (RedBull) oder auch Abramowitsch (Chelsea) oder Scheich Monsour Bin Zayed Al Nahyan (Manchester City) uvam. Fußball entartet zu einem Marionettenspiel der ganz Großen und ob wir das so wollen, sollten wir uns alle fragen; und nicht nur am Fußballplatz, sondern ganz generell.

Zuschauerzahl

Nur beim Spiel gegen Altach im Ferienmonat August kamen noch weniger Zuschauer als die 14.000 bei diesem Spiel gegen Mattersburg. Man kann gespannt sein, welche Erkenntnisse eine Evaluierung der reformierten Liga bezüglich der Zuschauerzahlen ergibt.

Wenn Andy Marek das letzte Mal das Mikro hält, kommen in Hütteldorf gleich um 8.000 Zuschauer mehr, denn beim Spiel gegen Wattens kamen 22.000 und gegen Mattersburg nur 14.000. Ein Popularitätsunterschied des Gegners kann es nicht gewesen sein. Aber die 8.000 hätten auch gegen Mattersburg kommen können, denn so ein Sprecherwechsel kommt ja nicht alle Tage vor.

Lk 1,1

“Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat.”

Gar nicht so schlecht, dass dieser Lukas vor 2000 Jahren schon gewusst hat, dass hier ein Bericht über das Geschehen verfasst wird! Dass wir die erste Moderation von Lukas Marek miterleben durften, hatte schon etwas Biblisches.

Perfekter kann eine erste Moderation nicht verlaufen. Es war kein kritisches Spiel, auch der Schiedsrichter war zum ersten Mal in Hütteldorf, Andy im Hintergrund sicher alles mit einer gewissen Anspannung beobachtend, aber Sorgen waren völlig unbegründet. Wer es nicht gewusst hat, hätte geglaubt, es hätte gar keinen Wechsel im Amt des Stadionsprechers gegeben, so perfekt war die Moderation von Lukas. Sogar bei der Ansage der Endstände der parallel verlaufenen Spiele, hat er gekonnt den Ausrutscher der Veilchen in Graz dramaturgisch richtig als Schlusspunkt angesetzt. Wir alle können höchst zufrieden sein mit diesem nahtlosen Übergang.

Auzeichnungen der Ansage von Lukas siehe Beitrag “Out Master’s Voice”.

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Mattersburg-Rapid

2:3 (1:1)

Vor dem Spiel

Die Bilanz gegen Mattersburg seit der Saison 2015/16 sind 61% Siege, 22% Unentschieden und 17% Niederlagen. Insgesamt (seit 1998) gab es 62 Spiele und die Bilanz waren 55% Siege, 23% Unentschieden und 23% Niederlagen. Rapid legt in den Duellen mit Mattersburg also leicht zu – oder in Mattersburg lässt die Fußballeuphorie nach, siehe auch weiter hinten. Aber leider bedeutet die Vergangenheit für das heutige Spiel nicht viel. Mit einem Sieg könnte Mattersburg Hartberg überholen, wenn gleichzeitig Hartberg gegen den LASK verliert. Mit einem Sieg könnte Rapid seinen Platz hinter dem Spitzentrio halten.

“Punkte, die wir am Sonntag verloren haben, nun wieder einfahren“. Mit diesem Sager versuchte sich Stefan Schwab für das Spiel gegen Mattersburg zu motivieren. Leider sind verloren Punkte unwiederbringlich weg und nichts kann sie uns wiederbringen, leider. Lassen wir aber Stefan in diesem Glauben, dass man das kann, vielleicht hilft es.

Das Spiel

Mattersburg zeigte vor, wie man mit wenigen Chancen ein Maximum an Toren herausholen kann und ging zwei Mal in Führung aber zwei Mal konnte Rapid ausgleichen. Während des Power-Plays von Rapid in der Schlussphase dachte man schon, dass man wohl nur mit einem Punkt die Heimreise antreten würde, doch der abgefälschte Schuss von Knasmüllner knackte schließlich den Abwehrriegel der Mattersburger. Das Cornerverhältnis von 16:1 charakterisiert am besten diese Druckphase.

Didi experimentiert weiter mit dem 3-5-2-System. Aber die Mannschaft dürfte sich dabei nicht wohl fühlen. Taxi wurde gegen Schobi getauscht aber daraus allein ergab sich keine auffällig Änderung. Erst der Wechsel zum 4-2-3-1 und insbesondere Kelvin Arase brachten eigentlich den Umschwung. Kelvin belebte das Angriffsspiel ungemein und man hatte den Eindruck, als wären es seine Ideen, die den kontinuierlichen Druck ermöglichen.

Der Schiedsrichter war weitgehend unauffällig.

Ambiente

Bei Rapid-Spielen waren schon mehr Zuschauer im Pappelstadion als die vom Stadionsprecher genannten 4.400. Die Fußballeuphorie ist im Burgenland irgendwie verflogen. Aber Wunder ist es keines, denn damit die Zuschauer auch wieder kommen, daran muss man arbeiten. Mit Hintergrundmusik allein, mit der man bis knapp vor Spielbeginn die Zuschauer berieselt, wird es nicht getan sein. Die einzige Ansprache des Platzsprechers Hannes in Richtung Publikum war die Mannschaftsaufstellung und während des Spiels der ziemlich peinlich wirkende Schrei “Tooor für Mattersbuuuuurg!”, dem das Publikum auch wenig euphorisiert gefolgt ist.

Jeder Verein hat 90 Minuten vor dem Spielbeginn Zeit, den Gästen den Verein und seine Aktivitäten näher zu bringen. Wenn ein Verein – so wie wir das in Mattersburg erlebt haben – diese Zeit nicht nutzt, muss man mit dem Eindruck nach Hause gehen, dass man an den Besuchern kein besonderes Interesse hat.

Die stattliche, aber unüberdachte frühere Gästetribüne wurde durch eine Miniaturausgabe mit einem “Fetzendachl” ersetzt. die Anordnung dürfte den formalen Bedingungen der Liga entsprechen, wirkt aber eher wie eine Verhöhnung der Gäste. Laut Wikipedia fasst das Stadion 15.700 Zuschauer. Sollte da nicht der Gästesektor für 1.570 Personen ausgelegt sein?

Das Online-Ticketing von Mattersburg ist nach wie vor gästefeindlich, weil man sich den Sektor nur sehr eingeschränkt auswählen kann. Die Sektoren E-H konnten online nicht gebucht werden. Außerdem stimmt die Stadion-Skizze nicht mit den Gegebenheiten überein. Die Mittellinie befindet sich nicht zwischen Sektor D und E – wie die Skizze glauben macht, sondern eher zwischen E und F.

Der Autor hat sehr fleißig fotografiert, doch leider war keine Speicherkarte in der Kamera, und sie hat sich darüber leider nicht beschwert. Daher gibt es heute nur drei Bilder, die mit dem Handy aufgenommen wurden.

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Nachtrag zu “Qual der Wahl”

Je weniger man über eine Sache weiß, desto einfacher die Entscheidung. Das hat schon Anselm Feuerbach trefflich formuliert: “Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.

Die Aspekte rund um den “richtigen” zukünftigen Präsidenten sind vielschichtig.

Trainingszentrum

Der Aspekt rund um das neue Trainingszentrum wurde von Rapid in Videos zusammengefasst:

Kontinuität

Spieler berichten in Interviews von einem neuen Teamgeist und man hat das Gefühl, als beginne sich eine gefühlte Negativspirale wieder langsam in die positive Richtung zu drehen. Die Bevorzugung von Eigenbau-Spielern, ihre überraschend positive Bewertung durch Didi lässt die Besucher hoffen. Die sportliche Leitung strotzt nur so von Kompetenz, etwas, das man vor einigen Jahren als “zu wenig” kritisiert hat.

Wovor ich mich als Rapid-Mitglied fürchte, dass ein neuer Präsident auf die Idee kommt, alles ändern zu wollen – wie das in Zeitungsberichten kolportiert wurde. Dass also Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit wieder rückgängig gemacht werden könnten und die sich abzeichnende Kontinuität und Stabilität im Team wieder nur ein kurzer Hoffnungsschimmer gewesen sein könnte.

Kampfabstimmung

Sollte das Wahlkomitée mehr als eine Liste zur Wahl zulassen, dann steht uns ein spannender Monat November ins Haus, denn dann wäre die Reihe an den Mitgliedern, eine dieser Listen auszuwählen und dazu müssten sich diese Listen in ähnlicher Weise an uns Mitglieder wenden wie sie das schon vor dem Wahlkomitée getan haben. Wenn aber das Wahlkomitée den Usancen folgt, wird es wohl ein solches Szenario nicht geben.

Rapid-Mattersburg

2:0 (2:0)

Wie oft hat unsere Mannschaft schon stark begonnen, konnte aber die Chancen nicht verwerten und stand dann am Ende mit leeren Händen da. Bei diesem Entscheidungsspiel lief aber alles nach Plan: zwei schnelle Tore in der 8. und 13. Minute, und das Spiel fühlte sich gleich viel besser an.

Natürlich versuchte Mattersburg in der zweiten Hälfte seinerseits Tore zu erzielen, ermöglichte aber dadurch einige Konter. Wir konnten die vernebelten Chancen gnädig vergeben, stand es doch schon 2:0.

Negativrekord

Mit 10.601 Zuschauern erlebten wir einen Negativrekord bei einem der wichtigsten Spiele der Saison. Sogar beim Cup-Viertelfinale im Februar gegen Hartberg waren mit 12.700 mehr Zuschauer gekommen.

Schade, dass der Rapid-Anhang die Qualifikationsgruppe und das Playoff nicht so ernst nimmt. Am Donnerstag werden wir sicher besser besucht sein, das konnte man schon an den Schlangen an den Kassen ablesen.

Bildergalerie

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Mattersburg-Rapid

1:0 (1:0)

Die Bedeutung des Spiels für Rapid konnte man gut an den Zuschauerzahlen ablesen. Sind am 10. März bei der 1:2 Niederlage noch mehr als 10.000 Zuschauer gekommen, waren es heute nur mehr 4.200. Die beiden Spiele hatten eine gewisse Ähnlichkeit. In beiden Spielen gingen die Mattersburger in der Anfangsphase durch ein eigenartiges Tor in Führung und brachten diesen Vorsprung über die Runden. Mit diesem Sieg ist Mattersburg fix im Halbfinale am 28.5.

Nach meinem Empfinden ist das einzige Tor des Spiels etwas überraschend zustande gekommen, denn der Ball war abgelenkt und Schobersberger, der den Ball hätte abfangen können, stand zu nah am Stürmer, als dass er hätte reagieren können.

Rapid hatte aber im sonstigen Spielverlauf und besonders in der zweiten Halbzeit deutlich mehr vom Spiel, etwas Ballpech und viele unplatzierte Torschüsse, die kein wirkliches Problem für den gegnerischen Torhüter darstellten. Man hätte das Spiel fast wie ein Trainingsspiel interpretieren können, dem der letzte Nachdruck gefehlt hat.

Im Matchcenter der Bundesliga kann man die Überlegenheit von Rapid deutlich erkennen. Bezeichnend ist der Vergleich der Gelben Karten 5:0 für Mattersburg und die vielen spielzeitverkürzenden Behandlungspausen der Mattersburger.

Wir können nur hoffen, dass solche Zufallstore beim entscheidenden Halbfinale am 28.5. nicht ebenso spielentscheidend sein werden wie heute.

3.000. / 3.008. Ligaspiel

Das Spiel gegen Mattersburg wurde in der Vorankündigung als das 3.000. Ligaspiel und daher als eine Art Jubiläumsspiel angekündigt. In der Statistik 123.ewkil.at steht aber der Zählerstand 3.008 und das will erklärt werden.

In den vielen Jahrzehnten gab es fallweise Spielwiederholungen. Und als die Daten erfasst wurden, erschien das dem Datensammler egal zu sein, Spiel ist Spiel. Doch Chronisten wie zum Beispiel das Rapidarchiv zählen nur die anerkannten Spiele und nicht die anullierten. Daher sind die Zählerstände unterschiedlich. Bei einer Revision der Seite wird dieser Fehler behoben werden.

Von diesen Spielen wurden 55,4% gewonnen. Die Anzahl der Siege in der heurigen Saison liegt überraschender Weise genau in diesem Schnitt, aber es gab heuer etwas mehr Niederlagen und daher eben das Abrutschen auf den 7. Platz. Hier der grafische Vergleich der Saisonen seit 2010.

Spiele und Ergebnisse seit 2019/11

Kartenkauf in Mattersburg

In Mattersburg Karten zu kaufen, war immer schon ein Erlebnis! Nachdem man beim SVM heuer vom früheren System der vorgedruckten Karten zu einem Online-Buchungssystem übergegangen ist, hatten wir schon das Gefühl, dass sich die Lage für die Wiener Kartenkäufer verbessern würde, doch dem war nicht so.

Beim ersten Auswärtsspiel, am 10. März konnte ich über das Buchungssystem noch gute Karten in Tribünenmitte (Sektoren D und E) erwerben (Siehe Bilder), aber vor dem heutigen Spiel war alles anders.

14 Tage vor dem Spiel konnte man noch gar keine Karten kaufen, dann, am Montag vor dem Spiel wurden die zwei Sektoren F und G zum Verkauf freigeschaltet. Nach einer Urgenz beim Ticketsystem erklärte man, dass es einen technischen Fehler gebe, doch es blieb zunächst bei diesen beiden Sektoren. Am Nachmittag wurden auch die Sektoren B und C freigegeben, doch die Mittelsektoren E und D konnte man weiterhin nicht kaufen. Ein Anruf beim SVM ergab, dass es sich um eine Policy der Vereinsführung handelt, um offenbar den am Matchtag kaufenden Tagesgästen die besten Plätze bieten zu können.

Man bestellt so früh es eben geht – und bekommt nur Randplätze. Eigentlich ist das ärgerlich; nicht nur für Wiener, auch für alle anderen, die sich rechtzeitig mit Karten versorgen wollen. Man kann aber aus der Not eine Tugend machen. In diesem Fall war es ein Tagesausflug zur Commerzbank in Mattersburg, kombiniert mit einer Wanderung rund um die Stadt.

Plan und Wirklichkeit

Im Bild kann man sehen, wie einem Besucher des Ticketsystems der Stadionplan präsentiert wird. Die grünen Sektoren sind buchbar, die grauen nicht. Die besten Plätze verspricht der Plan in den Sektoren D und E, und da diese nicht freigeschaltet waren, haben wir sie bereits am Donnerstag vor dem Spiel in der Commerzbank gekauft. Den Sektor E haben wir gewählt.

Nach dem Stadionplan, müsste der Sektor E links von der Mittelauflage sein (vom Spielfeld betrachtet). Tatsächlich saßen wir aber rechts davon, was man am Bild vom Spielbeginn gut sehen kann.

Wo liegt der Fehler?

Der Plan ist falsch gezeichnet und der Grund ist, dass der Sektor A sich nicht im Bereich des Spielfeldes befindet, sondern außerhalb des Spielfeldes liegt. Innerhalb der Spielfeldlänge liegen die Sektoren B-H. Die Mittelauflage befindet sich also nicht zwischen den Sektoren D und E – wie das der Plan darstellt – sondern zwischen den Sektoren E und F.

Tipp

Wenn Du also in Mattersburg bei einem der sicher noch vielen Auswärtsspiele einen Platz in der Mitte haben willst, dann wähle entweder Sitz 20 aus dem Sektor E oder Sitz 1 aus dem Sektor F.

Ausgewählte Bilder

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Rapid-Mattersburg

2:1 (0:0)

Euphorie und Besucherzustrom halten sich derzeit in Grenzen. Aber der fußballerische Erfolg schließt sich diesem Rückgang an Interesse nicht an, denn Rapid setzt die Siegesserie fort und wäre nach Punkten derzeit auf Platz 3 in der Meistergruppe. Gering schätzen müssen wir diesen augenblicklichen Erfolg nicht, denn es waren gerade die vermeintlichen “Dorfklubs”, die uns in der Vergangenheit wertvolle Punkte gekostet haben. Die Spiele in der Qualifikationsgruppe bieten unerwartete Vorteile, weil Rapid nun verstärkt gerade jene Spielzüge ausprobieren kann, die geeignet sind, diese Abwehr der stark defensive Mannschaften zu knacken.

Und es gab auch in der ersten torlosen Hälfte sehenswerte Chancen, vor allem jene durch Aliou Badji, als er den Mattersburger Tormann sehr geschickt überhoben hat aber das Tor durch eine Rettungsaktion auf der Linie noch vereitelt werden konnte. Überhaupt ist Badji ein wirklicher Gewinn im Sturm und der Trainer bestätigt unsere Beobachtungen indem er Badji erstmals vom Beginn weg eingesetzt hat.

Es gab aber auch sehenswerte Hoppalas seitens unseres gesetzten Einsertormanns, und als ungelernter Fußballer fragt man sich, wie ein Trainerteam so inkonsequent bei der Besetzung des Tormannpostens sein kann. Ein Feldspieler muss um seinen Einsatz bis eine Stunde vor dem Spiel bangen, der Tormann ist gesetzt, er kann praktisch nach Belieben patzen, wie auch Strebinger in diesem Spiel. Etwas mehr Anspannung würde ihm doch auch in diesem Fall mehr Konzentration abverlangen.

Ambiente

Etwa 50 Mattersburger Anhänger verirrten sich nach Wien. Es ist offenbar einfacher, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen, als Fußball zu popularisieren.

Die ziemlich unqualifizierte Wortwahl des Herrn ÖFB-Präsidenten in Richtung Rapid-Anhang blieb nicht ohne Reaktion. In einem “Aufwischen” wurde er gemeinsam mit der Austria-Szene – wie ich meine – fast ein bisschen zu sanft angesprochen: “Kraetschmer, Pürstl, Windtner: Eure Sorgen möchten wir haben!” gefolgt von einer Botschaft nach Favoriten: “Dank Ostblock und Polizei bleibt Favoriten stimmungsfrei.”

Außerdem verweist der Block wieder darauf, dass Fußball für die Menschen da ist, die ihn brauchen, nicht für die, die ihn eventuell missbrauchen: “Football ist for rui and me, not for fucking industry – free Pinto”. Allerdings wissen wir nicht, wer “rui” ist. Die Wikipedia sagt uns, dass es eine Koseform des portugiesischen “Rodrigo” wäre, aber damit wissen wir auch nicht mehr. Der Spruch ist bekannt und griffig und reimt sich halt. Ob er allerdings eine genauere Prüfung besteht, ist eine andere Frage.

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Mattersburg-Rapid

2:1 (1:1)

“Unsere Mannschaft muss in Mattersburg eine bittere 1:2-Niederlage verkraften.”, titelte Rapid-TV. Doch nach meiner Ansicht war es für die Mannschaft einfach eines von 15 verlorenen Spielen in der Saison. Sie sind es gewöhnt, zu verlieren. Doch wirklich bitter war die Niederlage für die Fans und den Verein. Für den Verein, weil sie möglicherweise gravierende finanzielle Konsequenzen durch geringere Zuschauerzahlen im unteren Play-Off, einen weiteren Ausfall internationaler Spiele, von den verlorenen UEFA-Punkten ganz abgesehen.

Dabei kann dem Trainerteam kaum etwas vorwerfen. Wir spielten in einer optimalen Besetzung, aber wie soll man gewinnen, wenn die Motivation, die für einen Sieg notwendig ist, eher auf der Seite der Mattersburger lag – wenigstens bis zum Führungstor meinte man das zu beobachten. Kaum war das Tor erzielt, zogen sich die Mattersburger zurück und in der Folge dominierte rot-blau das Spiel.

So, wie der Treffer der Mattersburger aus einem ziemlich glücklichen Tausendguldenschuss, unterstützt durch einen verdatterten Tormann hervorging, war auch der Ausgleichstreffer von der Marke “Zufall”. Beim Siegestreffer aber hat die Rapid-Verteidigung den optimal startenden Stürmer zu spät erkannt – und schon ist es passiert.

Hätti-Wari

Ein Unentschieden bei diesem Spiel hätte für die letzte Runde des Grunddurchgangs den Vorteil gehabt, in Schlagdistanz zu St.Pölten zu sein und damit eine dritte Optionen auf einen Top-6-Platz zu haben. So aber lebt die letzte Hoffnung von einem (ziemlich unwahrscheinlichen) Sieg der Austria gegen Sturm oder einem (hohen) Sieg der Admira gegen den WAC. Bei einem Unentschieden der Grazer gegen die Austria müsste Rapid gegen Hartberg mit 6:0 gewinnen, um vor Sturm zu landen – ziemlich utopisch.

Die Prognose, dass Rapid nach der Runde 21 auf dem 7. Platz verbleibt, ist zugetroffen. Siehe Tagebucheintrag “Restprogramm-21”.

Tormanfrage

Was mich wundert, seit ich Fußballspiele beobachte: Feldspieler unterliegen einem Ranking, der Trainer wählt die jeweils optimale Besetzung aus. Beim Tormann erfolgte diese Wahl ein einziges Mal, nämlich beim Cup-Spiel 2017/18 gegen Schwaz, und seit diesem Datum wird über die Besetzung zwischen den Pfosten nicht nachgedacht. Richard Strebinger ist gesetzt, egal, welche Patzer passieren. Wo, frage ich mich, bleibt da der Wettbewerb? Früher wurden dem Zweiertormann wenigstens die Cup-Spiele übertragen, weil aber diese Spiele auch hohe Priorität haben, kommt es heute nicht einmal dazu. Ein einziges Mal konnten wir Tobias Knoflach erleben und zwar bei der heurigen Auswärtsniederlage gegen Salzburg. Wer hätte nach dem Spiel sagen können, dass der Zweiertormann gespielt hat? Tobias war einfach großartig – und wird dafür mit dem ziemlich tristen Dasein eines Zweiertormanns bestraft. Unsere beiden Torleute sind ähnlich gut, sie sollten beide spielen; entweder alternierend oder bis zum nächsten gravierenden Patzer. Nach diesem Spiel wäre so ein Wechsel fällig. Dass ein Schuss aus 27 Meter Entfernung durch eine Fehleinschätzung nicht gehalten werden kann, ist ein gravierender Fehler, daher sollte Tobias eine Chance bekommen. Ja, es war ein ungewöhnlicher Schuss, aber wir brauchen eben einen wachen Tormann und nicht einen, der unabhängig vom Ergebnis beim nächsten Spiel gesetzt ist.

Gefühlt müssen die 10.400 Besucher die höchste Zuschauerzahl in Mattersburg in dieser Saison gewesen sein. Der Schnitt ist dort nämlich nur 2.399 Zuschauer pro Spiel.

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Rapid-Mattersburg

1:0 (1:0)

Dem ungeschulten Laien sind Umstellungen wie sie Didi Kühbauer gleich beim ersten Spiel durchgeführt hat, nicht so ohne weiteres sichtbar. Rapid spielte nicht das gewohnte 4-2-3-1 sondern mit einer Mittelfeldraute mit Dejan Ljubicic als Sechser, Thomas Murg (rechte), Stefan Schwab (links) und Christoph Knasmüllner in der Spitze der Raute. Ob das etwas mit dem Sieg zu tun hat? Ein Sieg hilft immer! Und Chistoph Knasmüllner vermerkt sein erstes Bundesligator.

Rapid war zwar die spielbestimmende Mannschaft (68% in der ersten Halbzeit), aber gegen Ende des Spiels drängten ziemlich auf den Ausgleich, und der hätte durchaus auch gelingen können. So aber war diese Runde eine Runde für Rapid, denn alle anderen Mannschaften in den oberen Plätzen mit Ausnahme von Salzburg haben in dieser Runde Punkte angegeben. In der Tabelle tauschen Mattersburg und Rapid ihren Platz, Rapid steht wieder an der Spitze (der unteren Tabellenhälfte).

Wie sehr sich die Spieler verausgabt haben, merkt man an den Krämpfen von Boli und Schwab beim Spielende.

Die Spieler nutzen die kurze Unterbrechung. Freund und Feind bedient sich aus den Trinklaschen.

Ein paar ruhigere Tage werden wohl der Mannschaft gut tun.

Support

Der Block-West war – wie wir alle – noch im Banne des Auswärtsspiels in Glasgow und verzichtete auf eine Choreografie und sonstige Aktionen.

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Unter dem Titel “Wer regiert Rapid” fand um 18:00 in “Sport am Sonntag” eine Diskussion mit Christoph Peschek, Fredy Bickel, Peter Pacult, Michael Hatz und Helmut Mitter (Rechtshilfe Rapid) statt. Wer keine Zeit hatte, diese Sendung zu sehen, kann sie in den nächsten Tagen in der TvThek anschauen.

Mattersburg-Rapid

2:4 (1:4)

Das letzte Auswärtsspiel gegen Mattersburg war denkbar knapp ausgegangen und die Mattersburger waren in den letzten Spielen im Aufwind, in der Frühjahrstabelle sogar auf Platz 2. Und die ersten Minuten gehörten denn auch den Gastgebern, aber in der 17. Minute wendete sich das Blatt und nach weiteren 20 Minuten stand es 0:4! Murg 2x, Schwab und Schaub waren die Torschützen.

Die Beute war erlegt, der Hunger gestillt, die Raubkatze ging es ab sofort ruhiger an. Zum Pausenpfiff gab es das 4:1 und nach einer zweiten Halbzeit auf Halbdampf kassierte man noch in der 85. Minute das 4:2. 

Insgesamt ein höchst erfreuliches Ergebnis und ein schönes Ostergeschenk für alle Rapidler!

Aber es wäre nicht die Volksseele, hätte sie nicht etwas zu bemängeln. Es galten mehr negative Worte der gemächlichen zweiten Halbzeit als positive Worte dem souveränen Gesamtergebnis. 

Spieler und Trainer drückten es in Interviews ähnlich aus; beide Teile ärgerten sich über diese zweite Halbzeit; der Trainer über die Spieler und die Spieler über sich selbst. Niemand ist sich einer Schuld bewusst, denn natürlich war nicht ausgemacht, einen Gang zurückzuschalten. Aber so ist es eben, wenn man mit einem klaren Vorsprung führt, man macht nur das Notwendigste. Einen satten Löwen kann man streicheln, der tut nichts.

Anreise

Beim Treffpunkt im Schwechat testeten wir unser neues Banner vom “Klub der Freunde”, dar erstmals beim Spiel gegen St. Pölten eingesetzt werden wird. Arnold, Christian und Florian halten das Banner in die Höhe.

Die Anreise war gemütlich und unser Parkplatz in der Rosengasse war auch noch frei. Heribert Weber, der sich als Experte  am Weg zu seinem Arbeitsplatz befand, war ob des Spielergebnisses ebenso im Unklaren wie wir. Auch die Buchmacher wussten nicht so recht, wie sie die Chancen bewerten sollen und entschieden sich für ein 3.4 : 3.1 : 2.05, sahen also Rapid leicht im Vorteil.

Im Mattersburg-Cafe zeigte man die Spiele des Vortags und wir konsumierten die noch warmen Schnitzelsemmeln. 

Choreografie

Während des Spiels flaute der Westwind ab aber zu Spielbeginn flatterten die Fahnen der Choreografie noch ziemlich heftig.

Um den ersten April gedenken Fußballfans Matteo Bagnaresi (genannt Bagna). Bagna, Mitglied der “Boys Parma” wurde am 30. März 2008 von einem Bus überfahren und getötet. Link, Bei diesem Spiel in Mattersburg wurde folgendes Spruchband gehisst: “Se vuoi ribellarti, diventa ulrà. Se non vuoi, rispettaci.” Matteo nel cuore.  (Google-Translate + Fiala-Translate: “Wenn Du rebellieren willst, werde ein Ultrà. Wenn Du nicht willst, respektiere uns.” Matteo im Herzen.)

Bundesligatauglich?

“Mattersburg”, das ist die Kunst, mit einem absoluten Minimum an Kundenbetreuung ein Maximum sportlichen Erfolgs zu erreichen. Der Satz erinnert ein bisschen an den sehr ähnlich klingende Motto von Christoph Peschek, allerdings an dessen von Marketing-Grundsätzen*) befreite und ziemlich kundenunfreundliche Version. Dass diese Version überhaupt anwendbar ist, hängt damit zusammen, dass im Fußball Einnahmen auch dann fließen, wenn gar keine Besucher da sind. 

Es bleibt bei dem Satz unausgesprochen, dass Christoph natürlich die Kundenzufriedenheit an die erste Stelle setzt und das bedeutet, einen erheblichen Aufwand betreiben zu müssen, bevor dann etwas für den sportlichen Erfolg überbleibt. Dass 7.000 Zuschauer ins Pappelstadion gekommen sind, erinnert an bessere Zeiten und kommt nur dadurch zustande, weil Rapid diesen erheblichen Aufwand betreibt, den Zuschauern ein Fußballerlebnis zu bieten. Der Zuschauer-Schnitt in Mattersburg ist nämlich 3.148. (Bundesliga-Statistik) So beschert fast jedes Auswärtsspiel von Rapid dem jeweiligen Gastgeber einen Rekordbesuch. 

Die Bundesliga weiß genau, dass man keine Feuerzeuge wirft, aber sie weiß offenbar nicht, was die Minimalanforderungen sind, die man vom Kartenverkauf im 21. Jahrhundert erwarten darf und die man auch einfordern können muss. Bei der Verurteilung von Rapid und dessen treuen Anhangs ist man ja ziemlich schnell und rigoros. Weit weniger wichtig ist es für die Bundesliga, wie Fußballinteressierte betreut werden, als etwa zu ihren Karten kommen können.

In Mattersburg geht das auf zwei Arten: entweder mit einer Postnachnahme oder mit Selbstabholung. Beides probiert, nur Zweiteres funktioniert. Die Postnachnahme hat neben der erheblichen Gebühr den “Vorteil”, dass die Zustellung manchmal auch erst nach dem Spiel erfolgt und man die Karten mühsam und verfolgt von einer ungeduldigen Warteschlange vor Ort reklamieren muss. Die Selbstabholung ist extrem aufwändig und dauert für Wiener zwei bis drei Stunden. Wer also die Karten rechtzeitig vor dem Spiel haben will, kommt um einen Auflug ins Burgenland nicht herum.

Der Aufwand für den Kartenverkauf: praktisch Null. Ein Schild…

…ein Stapel vorgedruckter Karten…

…und ein kooperierender Sponsor, die lokale Commerzbank:

Wer als Rapid-Anhänger mit anderen Bundesliga-Vereinen zu tun bekommt, hat immer wieder den Eindruck, als wäre der Gast eher ein Störfaktor. Einen Plan der Tribüne gibt es nicht, wir sitzen im Sektor E. 

Links

EwkiL: Bericht · Bilder · News vom Tage · Statistik

*) Marketing wird als ein sozialer und betriebswirtschaftlicher Prozess definiert, durch den Einzelne und Gruppen das erhalten, was sie benötigen und wollen, durch die Schaffung und den Austausch von Produkten und Werten mit anderen. (Kotler/Armstrong 1998, S. 3)

Rapid-Mattersburg

2:2 (0:0)

Die Ausgangssituation ist klar, drei Punkte mussten her, und Gogo hat bereits unmissverständlich klar gemacht, dass das Ziel, den dritten Platz zu halten, bis zur Winterpause erreicht werden muss, immerhin lauert die Admira nur zwei Punkte hinter Rapid. Soweit das Wunschkonzert. Die allgemeine Erwartungshaltung war groß, wie man an den Quoten sieht. Der Rapid-Anhang hungert nach Siegen!

Anders als das sonstige Publikum im Stadion habe ich nicht gesehen, dass Rapid in irgendeiner Art schlecht gespielt hätte. Die Statistik spricht eine klare Sprache.

Es gab zum Teil sehenswerte Kombinationen, eine hohe Ballsicherheit (eine Statistik nennt 80% Passquote) und Einsatzbereitschaft, Dinge also, die man trainieren kann. Dass bei Spielern und Zuschauern die Enttäuschung am Ende groß war, kann man an der allgemeinen Erschöpfung der bis zu letzt toll kämpfenden Rapidler sehen. Für mich war es hingegen eine sehenswerte Partie.

Dass die fehlenden Tore den Spielern als “Unvermögen” angelastet werden, empfinde ich als völlig verfehlt, weil hier eine Verwechslung von Leistung und Können mit Erfolg und Glück vorliegt. Ersteres ist klar trainierbar, und das konnte man auch erkennen. Zweiteres unterliegt Unwägbarkeiten, deren Gründe schwer bis gar nicht fassbar sind. Es kann an der Team-Psyche liegen, an der besonderen Stellung der Spieler von Rapid liegen, die speziell in der Vorweihnachtszeit von Kirtag zu Kirtag herumgereicht werden und aufgrund der großen Zuwendung der Rapid-Familie glauben, bereits dort zu sein, wo sie sich erst hinkämpfen müssen.  Es kann also schon sein, dass es eine Ursache dafür gibt, aber klar erkannt und angesprochen wurde diese noch von niemandem. An fehlendem Können liegt es ganz sicher nicht!

Zudem muss man bedenken, dass der Gegner klar weiß, dass er in Hütteldorf die defensive Rolle übernehmen muss und dass ihn nur Konter und Zufall retten können. Und wie schwer eine Festung auch mit einer Übermacht einzunehmen ist, weiß man ja aus der Geschichte – spätestens seit den Türkenbelagerungen.

Es ist bemerkenswert, dass Rapid in den letzten Jahren damit aufgefallen ist, keinen markanten Torschützen in seinen Reihen zu haben.  In der Liste der Torschützen rangiert kein Rapidler unter den ersten acht.

Dass man im Publikum meint, es müsse doch möglich sein, bei so vielen Chancen, mehr Tore zu erzielen, dem kann man durchaus beipflichten, aber die Betonung liegt auf “möglich”.  Doch dass es ebenso passieren kann, dass es diese Tore eben nicht gibt, das kann man dem Zufallscharakter des Geschehens anlasten. Wir haben uns ja auch nicht beschwert, als wir vier Spiele mit einem knappen 1:0 gewonnen haben, was ebenso ein Masl war wie es jetzt eben ein Pech ist.

Mehr über die Rolle des Zufalls in den Weihnachtsferien.

Gogos Wunsch nach einem dritten Platz zur Winterpause wurde beim Fußballgott erhört, denn der LASK hält mit einem Heimsieg die Admira auf einem Drei-Punkte-Abstand zu Rapid und ist zurzeit selbst drei Punkte vor der Austria. Danke LASK!

Ambiente

Der Block erscheint immer gut gefüllt, auch wenn nur 13.000 Zuschauer im Stadion sind. Das ist der Vorteil der Stehplatztribüne.

Das Highlight des Nachmittags kam in der Pause mit der Übergabe von 65.000,- Euro an die Aktion Kinderhospiz Netz durch eine Abordnung der Ultras in der Aktion “Wiener helfen Wienern”. Ein beachtliche soziale und vor allem auch organisatorische Leistung des Blocks!

Erwähnen sollte man auch, dass es bis 22.00 45 Meldungen über dieses Spiel gegeben hat aber keine diese doch ziemlich einmalige Aktion erwähnt hat; zumindest nicht in den ersten Sätzen.
Nachtrag: Weltfußball berichtet: “Rapid-Fans spenden ein Vermögen.”

Julians Hauptberuf ist Fan.

Und als hauptberuflicher Fan braucht man mehr als nur ein Eisen im Feuer. Julians Eisen sind die Edlseer, der Circus Safari – und Rapid. Dass Julian heute doch zu Rapid gekommen ist, liegt daran, dass die Edlseer in Bad Tatzmannsdorf spielen.

Bei Heimspielen werden üblicherweise an der Osttribüne Fahnen der beiden Vereine und Fahnen der Bundesländer gehisst. Sehr konsequent wird das heuer nicht durchgezogen:

Manchmal sind sie da, manchmal nicht. Vielleicht hängt das vom Wind ab?

Links

Rapidviertelstunde vom 8.12.

  • Forza Rapid über Ultras Rapid
  • Schönecker Statue gewandert
  • Neues vom Green White Walk
  • Peter Pacult Wordrap
  • Link zum Video

Nachtrag

Die besinnliche Rapideumführung ist bereits ausgebucht.

Mattersburg-Rapid

0:1 (0:1)

Drei (zurecht) aberkannte Abseitstore von Mattersburg und ein (zurecht) mit der Hand erzielter Treffer von Rapid. Nehmen wir aber an, das Spiel wäre genau andersherum verlaufen. Na, das wäre ein Skandal gewesen! Aber unsere (Tribünen-)Gegner, die Mattersburger, trugen die Niederlage mit Fassung; sie sind es etwas mehr gewöhnt als Rapid. Und die Mattersburger sind nicht ganz zu unrecht über die Schiedsrichter-Entscheidungen ungehalten – wir wären es an ihrer Stelle auch; auch, wenn alles regelkonform war.

Über die Statistik auf dem folgenden Bericht von spox kann man den Charakter des Spiels gut nachvollziehen. Rapid war demnach aufgrund der Passquote die Mannschaft mit dem besseren Zusammenspiel aber gleichzeitig hat Mattersburg deutlich mehr Zweikämpfe gewonnen und gegnerische Bälle abgefangen.

Wurde bisher für das eine oder andere Ungemach in der Rapid-Bilanz das Schiedsrichterteam verantwortlich gemacht, war dieses Auswärtsspiel von der Sorte der so oft zitierten ausgleichenden Gerechtigkeit. Man könnte fast sagen “die Macht war mit uns”. Ein (unabsichtliches) Hands-Tor für uns und drei aberkannte Abseitstore für Mattersburg, da kann man schon fast ins Grübeln kommen und meinen, der Schiedsrichter sei im Rapid-Bus gekommen, und wäre dort präpariert worden.

Die Mattersburger erschienen uns zweikampfstark aber ebenso stark war die Rapid-Abwehr, die praktisch keinen gefährlichen Angriff zugelassen hat.

Was normalerweise ein Sturm sein sollte, ist derzeit noch ein laues Lüfterl. Egal ob Giorgi Kvilitaia oder Philipp Prosenik, die Einbindung der Stürmer in das Rapid-Spiel ist verbesserungswürdig. Das Zusammenspiel von Boli mit Veton in der ersten Halbzeit war stellenweise schon recht gut. Wenn sich unser Neuzugang aus Norwegen ähnlich steigert wie Boli, dann können wir uns noch auf etwas freuen. Die Einwechslung von Philipp Schobesberger brachte gleich frischen Wind ins Angriffsspiel.

Besucherzahlen in Mattersburg

2017-07-20 3.100 WAC
2017-08-06 3.900 Sturm
2017-08-20 4.500 Austria
2017-09-09 2.200 Admira
2017-09-17 2.200 RB
2017-09-30 7.800 Rapid

Die Zuschauerzahlen sprechen für sich. Zwar hat das Spiel gegen Rapid die meisten Zuschauer aber es könnte mehr sein, denn im vergangenen Jahr verzeichnete das Pappelstadion im Mai beim Spiel gegen Rapid 9500 Zuschauer.

Ambiente

Stimmungsvoll präsentiert sich der imposanten Bahnviadukt am Abend:

und bietet auch vor dem Spiel schöne Fotomotive. Im Bild Arnold und Florian bei einem Stadtspaziergang.

An der Attraktivität des Standortes kann man noch sehr viel verbessern. Man spricht viel von der Zulassung von Stadien für eine bestimmte Liga, dass man aber das jeweilige Fanservice nicht in solche Zulassungsmodalitäten einbezieht, zeigt, wie wenig man vom Dienst am zahlenden kunden hält. Wie kann es sein, dass das SVM-Ticketing von der Bundesliga in dieser Form akzeptiert wird! (Immerhin hat heute schon die Bankomat-Kassa funktioniert.) Dass es nur einen einzigen Vorverkaufstag gibt, nämlich den Freitag vor dem Spiel, ist ein Witz. Und dass man sich als Nicht-Mattersburger die Karten nur per Nachnahme (und rund 6,- Euro Nachnahmegebühr) zusenden lassen kann, ist in Zeiten des Internet eine Zumutung. Wenn man zum Beispiel rechtzeitig – sagen wir drei Wochen vor dem Spiel – die Karten bestellt, bekommt man sie trotzdem erst unmittelbar vor dem Spiel zugeschickt; aber nur wenn man Glück hat, denn wie uns berichtet wurde, kommen manche dieser Last-Minute-Zusendungen nicht an und man muss die Karten mühsam an der Kassa reklamieren.

Warum ist das so? Es ist viel billiger – für den SVM – und es bleibt mehr Geld im Börserl – für den Sportbetrieb. Aber Fußball ist nicht nur der Sportbetrieb allein und es wir höchste Zeit, dass die Qualität der Fanbetreuung in der Verteilung der Fernsehgelder mitberücksichtigt wird.

Das SVM-Cafe

Warum das gemütliche SVM-Cafe an Spieltagen nicht schon vor dem generellen Einlass geöffnet sein kann, versteht man nicht. Im Bild der Rapid Hard-Core-Corner mit Mitgliedern von Speising, Stehtisch Grün-Weiß, Klub der Freunde, Ewkil:Rapid.

Choreografie

Fast wie bei einem Heimspiel präsentiert sich die bei anderen Spielen nur recht dürftig besetzte Gäste-Tribüne:

Die Slogans auf den Doppelhaltern geben Einblicke in die Lebensart verschiedener Block-Gruppierungen,

wie zum Beispiel “TR96 Sezione “Deppat einesaufen” oder dieses “Sezzione Ganja”, das wieder unseren Wortschatz bereichert. Die Wikipedia erklärt, dass “Ganja” die indische Bezeichnung von Marihuana ist.

Links

 

Rapid-Mattersburg

2:2 (1:0)

Die lange Spielpause hat eine große Erwartungshaltung bei den Fans aufgebaut und damit auch die folgenden Quoten 1,4 : 4,2 : 6,5. Das später Ergebnis, ein Unentschieden, noch dazu gegen den vermeintlichen Zwerg Mattersburg, zeigt uns, was eigentlich die Realität am Platz ist.

Und es ist alles nicht gerade optimal: Erwartungshaltung, Hitze, Rote Karte, Schiedsrichter vor vollem Stadion; keine optimale Kombination.

Fußball wird gerne als einfache Sportart bezeichnet, doch so etwas wie “dosierbare Aggressivität” ist etwas, das man in diesem Alter nicht unbedingt schon im Repertoire haben muss. Das Foul des Mattersburgers war mehr als gelb-würdig aber diese Karte ließ der Schiedsrichter stecken, stattdessen zeigte er Rot für ein eher wohlwollendes Nachtreten (gesehen in der Fernsehzusammenfassung). Der aufgebrachte Joelinton wurde von Steffen an den Spielfeldrand eskortiert, damit nicht noch mehr passiert und er mit einer einfachen Sperre davon kommt. Dass allerdings auf der Gegenseite Fouls ganz ohne Karte davonkamen, wie etwa jene von Stefan Maierhofer, das fällt unter das Kapitel “selektive Wahrnehmung des vermeintlich Unparteiischen”.

Dabei würde ich das Spiel gar nicht wegen des Ergebnisses als sehr negativ einschätzen. Rapid hat den fehlenden Stürmer locker weggesteckt und sehenswerte Angriffe gezeigt. Ein gutes Spiel von Eren Keles und Stephan Auer waren echte Lichtblicke. Ein sehr platzierter Schuss von Stefan Schwab wurde vom Mattersburger Tormann gerade noch zur Ecke abgelenkt. Viele solcher Situationen machen Mut und man kann sagen: das wird schon!

Wir, auf der Tribüne, präferieren Knoflach vor Strebinger. Wir kennen das Training nicht aber wir kennen das Auftreten der beiden am Platz. Wir haben da ein Bauchgefühl. Gogo sagte beim Stammtisch, dass man die beiden Torleute wie 48% zu 52% bewertet. Das ist dann aber auch nicht mehr als ein Bauchgefühl. Tobias strahlt große Sicherheit aus, aufgrund der wir ihn als Nummer Eins setzen würden. Ja, wenn… Man ertappt sich dann dabei, wegen dieser persönlichen Präferenz das erste Gegentor dem Stellungsspiel von Richard Strebinger zuzuschreiben aber folgt man den Berichten, war er offenbar an diesem Treffer unschuldig.

Aber so wie wir aus unserer Position die Details nicht immer klar erkennen können, so ergeht es den Spielern bei Querpässen. Zwei- oder dreimal ist es in der Schlussphase passiert, dass ein Querpass vom Gegner gefährlich abgefangen wurde. Man muss aber dabei bedenken, dass wir auf den Tribünen alles im Nachhinein beurteilen und die Spieler einen ganz anderen Blickwinkel haben, unter dem sie die Gefahr nicht so gut erkennen wie wir.

Es war kein schlechter Start, auch wenn wir das Unentschieden fast wie eine Niederlage empfinden. Wir müssen noch warten bis die geforderte “Wiedergutmachung – gemma” auch am Spielfeld zu sehen sein wird.

Ambiente

Der Support des Blocks war grandios. Steffen Hofmann erhielt am Beginn einen modifizierten Ausschnitt aus “Der Schöpfung Adams” von Michelangelo mit dem Untertitel “Rekordspieler” im Design der Ultras.

Der Block titelt: “Dein grünes Blut brachte Dir den Rekord nach Haus. Ganz Hütteldorf feiert Dich unter tosendem Applaus! Deine Fahne weht jetzt hier im Block. Steffen Hofmann Fußballgott.”

Jubiläen und Geburtstage

120 Jahre Hackler-Fußballer

Dass wir genau am 22. Juli den Geburtstag der “Hackler-Fußballer” feiern, verdanken wir den Recherchen von Domenico Jacono, der den Eintrag ins Vereinsregister in einem Archiv entdeckt hat, denn vor diesem Fund wurde das Gründungsjahr mit 1898 angenommen

68 Jahr Edmund Hübner

60 Jahre Johann Janda

Chef des Rapid-Fanklubs Speising. Wir hatten schon mehrmals die Gelegenheit, in dieser lustigen Runde mitzufahren und danken Hans für die freundliche Aufnahme und wünschen alle Gute zum Jubiläum.

56 Jahre Jürgen Hartmann

Das Pendant von Steffen auf der Tribüne: Uneinholbarer Rapid-Rekordfan. Jürgen besucht jedes Spiel, egal, ob Heim oder Auswärts, egal, ob National oder International und egal, ob Bewerbspiel oder Testspiel. Jürgen wird am 11. November im Stadion sein zweites “Ja”-Wort sprechen. (Das erste hat er schon vor vielen Jahren an Rapid gegeben aber im November wird es erst so richtig ernst.)

55 Jahre Andy Marek

(hier wird es am Dienstag einen eigenen Tagebucheintrag geben)

36 Jahre Robert Racic

Wir bedanken uns bei Robert für seine immer freundliche Unterstützung ungeduldiger Fans. Alles Gute zum Geburtstag!

Roland Nickles

Roland ist VIP-Besucher und Immer-Auslands-Auswärtsfahrer. Als Stadlauer hat er auch noch den zweiten Herzensklub Stadlau.

25 Jahre Andy Marek für Rapid

(zu diesem Jubiläum wird es einen eigenen Tagebucheintrag geben)

Sensationen am Rande des Spiels

  • Sensation 1: Friederike hat ein Smart-Phone (Danke an Clemens für die Einrichtung un Betreuung!)
  • Sensation 2: Friederike hat damit auch eine E-Mail-Adresse
  • Sensation 3: Friederike ist jüngste Tagebuch-Leserin
  • Sensation 4: Friederike ist derselbe Jahrgang wie ich, und wie wir alle wissen, sind die alten Weine die besten.
  • Sensation 5: Einer der besten Eisköche von Wien, Tizian Gavaz in der Laxenburgerstraße, kommt mit uns ins Stadion, allerdings erst im Oktober, nach der Eissaison. Das haben wir nach dem Spiel vereinbart. Wer ein Freund von Nougat-Eis ist, sollte unbedingt “Etna” versuchen.

Links

Vorschau

  • Nachtrag zum kleinen Wiener Derby im Mai
  • Über den “Klub der Freunde des S. C. Rapid”
  • 25/55 AM, ein tolles Jubiläum

Mattersburg-Rapid

1:3 (1:1)

Es ist schon lange her, dass Rapid ein Auswärtsspiel gewonnen hat (29.10. Admira), und dass Rapid zwei aufeinander folgende Meisterschaftsspiele gewonnen hat, war nur zwei Mal der Fall  (7.8. Austria, 13.8. Admira und 3.12. St. Pölten, 11.12. Ried). Für uns, die wir mit der Mannschaft mitfühlen, war das schon eine außergewöhnliche Wohltat, dieses Spiel in Mattersburg.

Mit jedem dieser Erfolge steigt das Selbstvertrauen und kehrt wieder Ruhe ein. Dazu hat auch die weise Entscheidung des Sportdirektors beigetragen, der Mannschaft nicht noch eine weitere Veränderung anzutun. Die Mannschaft kann sich ohne weitere Umstellung auf den kommenden Donnerstag vorbereiten. Rapid-Herz was willst Du mehr.

Als Beitragsbild verwende ich ein Bild vom Beginn der Aufwärmphase, weil es ein Spiel war, bei dem Steffen Hofmann die Mannschaft aufs Spielfeld führte und auch 90 Minuten spielte. Wer weiß, wie lange wir das noch genießen können.

Gegen Mattersburg hatten wir in dieser Saison mit 8 Punkten die beste Bilanz von allen Gegnern. Am Sonntag könnten wir das mit einem Sieg gegen St. Pölten noch egalisieren.

Eindrucksvoll ist die Anzahl der 100 Ballkontakte von Stefan Schwab (siehe Statistik im Bericht von der Mattersburg-Homepage).

Wenn Du nichts zu sagen hast, dann schrei es hinaus!

Das scheint das Motto der provinziellen Stadionsprecher zu sein. Unser Hannes (nicht der aus Wien, der aus Mattersburg! Und “unserer” ist es, weil wir ihn schon jahrelang genießen dürfen), beschränkt seine Ansagen auf die Aufstellung. Als in der zweiten Spielhälfte vor uns auf einmal Traustason auftaucht, wird uns bewusst, dass er das mit keinem Wort erwähnt hat, auch die Nachspielzeit  ist für ihn keines Kommentars wert, dafür lassen seine alles übertönenden Schreie alle Lautsprecher hoffnungslos übersteuern.

Aber angesichts der positiven Ausbeuten nach diesem Spiel, nehmen wir diese Ohrenbeleidigungen gerne mit nach Hause.

Ambiente

Lange Schlangen vor den Kassen schon zwei Stunden vor Spielbeginn lassen einen guten Besuch dieses Spiels vermuten. Es sind dann schließlich 9.500 Besucher. Diese 9.500 Zuschauer sind aber immer noch deutlich unter dem Besucherschnitt aller bisherigen 27 Rapid-Auswärtsspiele in Mattersburg und der liegt bei 11.050 (Aktuelle Gegner Zuschauerzahlen pro Spiel).

Das gemütliche Sport Cafe unter der Tribüne bietet neben dem üblichen Fußball-Tratsch auch eine Rückschau auf die letzte Runde. Es wird uns bewusst, dass es noch eine Weile dauern wird, bis Rapid wieder “Rapid” ist, denn der letzte Sturm-Sieg war doch eine ziemliche Glücksache.

Support

Der Nordwestwind ließ zu Spielbeginn die Fahnen eindrucksvoll flattern.

Es sind immer wieder neue Fangruppen dabei. Gesehen haben wir die “Grüne Szene Weinviertel” und “Silberfüchse Hütteldorf”.

Lesestoff bieten die verschiedenen Fangruppen auf Transparenten und Doppelhaltern. Das Angebot liegt zwischen extremer Zuwendung zur eigenen Mannschaft bis zur extremen Verächtlichmachung des Gegners. Nicht alles, was da zu lesen steht, muss man unbedingt aufschreiben und in die Höhe halten aber irgendwo zwischen diesen Extremen zwischen Innen und Außen, Kollektiv und Individualismus, zwischen Freund und Feind zwischen Inklusion und Abgrenzung spielt sich unser aller Leben ab.

Auf einem Fiat-Doblo liest man: “Deutscher Meister 1941”, “Rotterdam 85 Bartl, Hermann, Franz und Leo waren dabei”, “Bremse auch für Austrianer und Salzburger”.

Bei dieser Fahrt wurden Christian und Florian durch Mario verstärkt, der sich bemüht hat, für gute Laune zu sorgen; manchmal auch ein bisschen viel.

Beim Nachhauseweg stellt uns Christian(rechts) in seiner unnachahmlichen Direktheit Brucki vor, dessen Blog mich immer schon beeindruckt hat, weil seine Erlebnisse in der Fußballwelt weit über den grün-weißen Tellerrand hinaus gehen und er seine Berichte mit eindrucksvollen Bildern dokumentiert. Schaut Euch in Bruckis Blog um. Bruckis Posts sind auf der Seite EwkiL:Rapid -> News -> nach Kanal -> Brucki zu finden.

Links

Rapid-Mattersburg

1:1 (1:1)

Der Einsatz von Steffen Hofmann war wohltuend. Er eroberte mit aggressivem Pressing so manchen Ball in der gegnerischen Hälfte. Ganz versteht man nicht, warum er bisher so wenig zum Einsatz kam.

Extrem viele Abspielfehler von Stefan Schwab im Mittelfeld sind uns Laien nicht erklärlich. Ich neige dazu, unsere Mannschaft vor unseren Sitznachbarn zu verteidigen, doch in diesem Fall bekam ich bei jedem diese Fehler einen Hinweis meines Nachbarn; und es waren wirklich viele solcher Hinweise…

Das Spiel war gut, engagiert. Die Besucherzahl und der Support waren gut. Nur das Ergebnis will uns nicht behagen. Gerald Baumgartner hat es in der Pressekonferenz nach dem Spiel konkret so gesagt: “für uns war es wie in Sieg”. Und er begründete auch die Aufstellung von Stefan Maierhofer, dass man mit allen Mitteln versuchen musste, Rapid zu verunsichern; und wenn es nur der Frust des Publikums ist, den man damit in die Höhe treibt, mit dem Effekt, dass Zeit vergeht, während die Feuerzeuge weggeräumt werden.

Dass Damir Canadi schon ziemlich entnervt auf diese Dauerkrise reagiert, kann man verstehen, denn bei ihm geht es um viel; um den Job aber auch um den Ruf, denn warum beim Matchball von Kvilitaia ein Bein in der Schusslinie sein muss, dass hat nichts mit Können oder Nichtkönnen zu tun. Das ist reiner Zufall. Und wäre es gelungen, alle 19600 Besucher wären mit einer gewissen Erleichterung nach Hause gegangen. So aber bestaunen wir alle einen doch recht ungewohnten 7. Tabellenplatz – und es sind noch 10 Runden zu spielen und der Abstand zum Tabellenende beträgt nur mehr 7 Punkte.

Man fragt sich, warum zu einem weniger attraktiven Spiel doch erstaunlich viele Zuschauer gekommen sind. Es geht ihnen allen wahrscheinlich so wie uns: man will es einfach miterleben, wenn Rapid der Befreiungsschlag gelingt. Aber es waren jetzt schon viele Spiele, bei denen man sich das erhofft hat und es will und will nicht eintreten.

Dass hier viel Pech mit im Spiel ist, zeigt aber auch ein genauerer Blick auf die Tabelle: trotzdem Rapid extrem wenige Tore schießt (1,4 pro Spiel), sind es doch die meisten der Vereine in der unteren Tabellenhälfte (36) und gleichzeitig die wenigsten erhaltenen Tore (30) in dieser unteren Hälfte. Unsere Verteidigung steht also nach RB und Sturm auf Platz 3 bezogen auf die kassierten Tore.

Bei dem Video im Vortrag von Damir Canadi am Donnerstag spielte Dimitri Oberlin eine wichtige Rolle, war er doch im vorigen Juli der Matchwinner im Spiel von Altach gegen Rapid. Damir hatte mit Oberlin einen Spieler außerhalb der sonstigen finanziellen Reichweite von Altach zur Verfügung (2,3 Mio). Interessanterweise war im heutigen Spiel gegen Mattersburg wieder so ein Leihspieler der Matchwinner, nämlich David Atanga.

Der Schlusskreis der Rapid-Akteure – eine relativ neue Einführung, wie mir scheint – erschien mir wie ein Trauerkranz…

Spiel in Zahlen

Spieldaten
16 Torschüsse 6
58% Ballbesitz (Anteil Zuspiele) 42%
47% Zweikampfquote 53%
74% Passquote 64%
10 Ecken 3
20 Flanken aus dem Spiel 5
5 Abseits 11
3 Fouls am Gegenspieler 14
Top-Spieler
G. Kvilitaia (4) Torschüsse S. Maierhofer (2)
T. Schrammel (2) Torschussvorlagen D. Atanga (3)
M. Hofmann (91) Ballkontakte Jano (79)
T. Schrammel (75%) Zweikampfquote T. Mahrer (75%)
T. Schrammel (8) Flanken aus dem Spiel D. Atanga (2)

Zufall?

Wenn etwas Auffälliges, Unwahrscheinliches passiert, gibt es auch gleich Verschwörungstheorien. Manche Menschen neigen dazu, solche Situationen auch gleich als “Wink von oben” zu verstehen. Dass das auch im Fußball vorkommt, ist ganz normal.

Aus der Liste aller Spiele von Stefan Maierhofer für Rapid können wir entnehmen, dass er am 18.3.2008, also vor exakt 9 Jahren taggenau sein 7. Spiel für Rapid absolvierte. (Sein damals 6. Spiel war übrigens gegen Mattersburg und das haben wir 0:1 verloren.) Es war ein Heimderby gegen die Austria vor 16.800 Zuschauern, gepfiffen hat Schiedsrichter Drabek.

Stefan Maierhofer spielte wegen eines Nasenbeinbruchs mit einer Maske und schoss damals zwei Tore.

Ist es nicht verrückt, dass er exakt neun Jahre später wieder mit einer Maske spielt, diesmal gegen Rapid? Und die Merkwürdigkeit komplett zu machen, wären zwei Tore von Stefan angesagt aber dieser ganz besondere Kitsch hat der Zufall nicht angesagt. Es gelingt ihm heute keines.

Wie kann so etwas passieren? Zufall kann das – und viel mehr, eigentlich alles. Eine Pflichtlektüre für Verschwörungstheoretiker ist das Lincoln-Kennedy-Mysterium. Mit jeder Zeile dieser Übereinstimmungen in der Biografie dieser beiden Präsidenten ist man mehr verblüfft. Damit man aber keine voreiligen Schlüsse zieht, gibt es am Ende dieser Liste einen Link zu einer Interpretation, die das Mysterium aufklärt. Kurz gesagt ist es so, dass eine Liste von Vergleichsmerkmalen – je nach Genauigkeit einer solchen Recherche – zwischen zwei Personen viele Tausend Angaben ausmacht. Und die meisten dieser Vergleichsmerkmale sind natürlich nicht gleich. Wenn man aber die verbleibenden Übereinstimmungen aufzählt, meint man, etwas Besonderes entdeckt zu haben.

Ambiente

Der Zielpunkt-Parkplatz schottet sich ab…

… und der St. Hanappi-Imbiss wandert zum KIK. Einer der wenigen Würstelstände mit einer eigenen Facebook-Seite:
https://www.facebook.com/hanappiimbiss

Zwei Promis auf der Ost-Tribüne: Eva Maria Marold mit Arik Brauer.

Links

 

Spielverlagerung

Der SK Rapid hat am am 30. November 2016 einen kleinen Kreis von InvesTORen zum Private Viewing in die Ottakringer Brauerei eingeladen. In der ersten “Spielhälfte” stand eine Führung durch Wiens renommierteste*) Bier-Brauerei am Programm. In “Halbzeit zwei” hielt Markt- und Meinungsforschungs-Experte Veit Wolff einen Impulsvortrag mit dem Thema “Das Biersponsoring in der Fußball-Bundesliga im Benchmark – Investition, Implementierung, Aktivierung”.

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Nach einem tollen Abendessen, verlagerte sich das Spielgeschehen zum Private Viewing des SKY LIVE-Spiels SV Mattersburg vs. SK Rapid.

Es war schon eine tolle Sache, gemeinsam mit Andy und Lukas, Christoph Peschek, Stefan Schwab, Thomas Waldner, Stefan Kjaer, Sebastian Pernhaupt und Lorenz Kirchschlager an einem Tisch zu sitzen, leider auch zu sehen, dass wir alle unter dem Eindruck dieses Spielergebnisses gleichermaßen leiden und gewissermaßen “Passagiere” in dem Spielgeschehen sind.

Brauereiführung

Die Brauereiführung war ein erster Höhepunkt des Abends; schaut Euch die Bilder an!

Ottakringer, und nicht irgendein Bier!

Der erste Interviewpartner von Andy Marek an diesem Abend, der Vorstand der Brauerei Matthias Ortner, verwies mit nicht unberechtigtem Stolz auf vier Medaillen aus dem Jahr 2016.

Im Bild Matthias Ortner bei seiner Begrüßung, im Hintergrund zwei der vier Auszeichnungen.

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Aus einer Auswahl von über 2.000 Biersorten aus ganz Europa wurden von einer 124-köpfigen Fachjury gleich vier Biere der Ottakringer Brauerei prämiiert. Ottakringer ist also jene Brauerei, die 2016 weltweit das beste Märzenbier braut!

  • Gold: Ottakringer Helles und Gold Fassl Pils
  • Silber: Gold Fassl Dunkles und Hausmarke 3

Alle Details dazu hier:

Was man bei einer solchen Führung erfahren kann, zeigen folgende Fragen:

  • Was ist ein “Lager”-Bier?
  • Was ist ein “Märzen”-Bier?
  • Seit wann gibt es die Ottakringer Brauerei?
  • Von wo kommt das Wasser der Ottakringer Brauerei?
  • Wozu dient ein Biergarten?
  • Welchen ursprünglichen Zweck hatte das Oktoberfest?
  • Wie groß ist das Fassungsvermögen eines der großen Tanks am Geländer der Brauerei?
  • Was ist das?
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  • Was ist ein “Zapfer”?

Antworten am Ende des Textes.

Vortrag “Sponsoring”

Der Vortrag hat uns Werbelaien gezeigt, wie groß die Investitionen der deutschen Brauereien in die Fußballwerbung sind und wie viel Aufwand allein hinter diesen kurzen Werbespots auf den LED-Banden steckt. Alles ist genau geplant, nichts wird dem Zufall überlassen. Wir beobcahten ein Spiel und werden von diesen Botschaften unbewusst beeinflusst. (Alle Vortragsfolien bei der Bildersammlung).

Der Vortrag beleuchtete in seinem zweiten Teil auch die Situation von Rapid in Österreich und zeigte eine sehr positive Wahrnehmung von Rapid bei seinen Anhängern. Aussagen wie Rapid…

  • …ist regional verwurzelt,
  • …ist eine Gemeinschaft,
  • …leistet vorbildliche Nachwuchsarbeit
  • …ist innovativ
  • …handelt solide und wirtschaftlich effizient,
  • …ist familienfreundlich,

wurden in eine Umfrage im Mai 2016 weit jenseits der 80%-Marke positiv bewertet. Auch ist die Bekanntheit der Rapid-Partner bei den Anhängern von Rapid (Beispiele WienEnergie, adidas, Allianz, Ottakringer) weit höher als im Bevölkerungsschnitt.

Rapid ist beliebtester und unbeliebtester Verein gleichermaßen und hat in Österreich eine ähnliche Stellung wie Bayern-München in Deutschland.

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Quiz

Im Rahmen der Veranstaltung gab es auch ein ebenso einfaches wie schwieriges Quiz. Die Fragen betrafen Rapid und die Brauerei und waren im Prinzip leicht zu beantworten, allein den Spielausgang des Spiels gegen Mattersburg hat nur einer der Anwesenden erraten und gewann daher ein XPERIA-Handy mit der Wunschnummer 0677-1899-0815. Die weiteren Gewinne waren zwei VIP-Tickets für das Bilbao- oder Ried-Heimspiel sowie ein von Stefan Schwab signiertes Auswärts-Trikot.

Im Bild der Gewinner des ersten Preises mit Stefan Schwab und Sebastian Pernhaupt (Rapid-Marketing).

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Im Bild Stefan Schwab und Florian.

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Mattersburg-Rapid 1:1 (0:0)

Das Spiel selbst war weniger enttäuschend als es das Ergebnis ist. Gegen ein Tor (wie den präzise geschossenen Freistoß) machtlos zu sein, das kann schon passieren aber es wiederholt sich, dass unsere Mannschaft derzeit eine sehr geringe Torfreudigkeit hat, ganz unabhängig von Trainer, und das kostet Punkte – auch wenn man gefühlt die bessere Mannschaft ist.

Man fragt sich natürlich, ob die Entscheidung des Vorstands zu einem Trainerwechsel gerade zu diesem Zeitpunkt und dann auch die Entscheidung den neuen Trainers zu einer abrupten Änderung des Spielsystems richtig waren.

Sowohl der Trainerwechsel als auch die gleichzeitige Änderung der taktischen Aufstellung bringen nicht gerade mehr Stabilität in einem ohnehin verunsicherte Mannschaft – wie man sieht. Dass die sich ergebenden Abläufe alles andere als eingespielt sind, ist verständlich. Wäre es nicht besser gewesen, diesen Herbst einfach weiterspielen zu lassen und diese Systemumstellung auf die Winterpause zu verschieben?

Aber so sind sie, die Adabeis, sie müssen selbst nichts entscheiden, wissen aber alles besser. Außerdem: wenn gewonnen wird, fragt man sich solche Dinge nie.

Gleich von zwei Vereinen überholt, findet sich Rapid nun am ungewohnten siebenten Tabellenplatz. Wenigstens werden wir diesen Platz in der kommenden Runde nicht auch noch verlieren, weil zum achten Platz noch vier Punkte fehlen.

Links

Danke an Rapid für diese – wie so oft – tolle und sehr lehrreiche Veranstaltung. Hier unsere gewonnenen Erkenntnisse über das Bier. 

Wissenswertes über Bier

Was ist ein “Lager”-Bier?

Das Bier hatte früher eine nur geringe Haltbarkeit und auch kühle Umgebungen bis etwa 10 Grad gebunden. Etwa seit 200 Jahren kann man Biere auch außerhalb der kalten Jahreszeit trinken. Die Herstellkungsverfahren gehen auf Anton Dreher aus Schwechat zurück, der als Erfinder des Lagerbiers gilt. Alle untergärigen Biere (die wir überwiegend trinken) mit etwa 5% Alkoholgehalt und etwa 12% Stammwürze werden als Lagerbiere bezeichnet.

Was ist ein Märzen-Bier?

Märzenbier nennt man eine Biersorte mit einem höheren Alkoholgehalt, das in Österreich weit verbreitet ist. Es wurde früher im März gebraut.

In den vorindustriellen Zeiten war die Bierproduktion eng mit dem jahreszeitlichen Temperaturverlauf verknüpft. Nur etwa bis zum März konnte man die für die Herstellung des untergärigen Biers notwendige Temperatur von wenigen Grad erreichen. Daher braute man im März ein besonders lagerfähiges Bier mit mehr Hopfen mit einem höheren Alkoholgehalt, das über die Sommermonate verbraucht wurde.

Es gab auch einen zweiten Grund, warum man im Sommer kein Bier gebraut hat, denn es bestand bei höheren Außentemperaturen eine höhere Brandgefahr beim Biersieden.

Seit wann gibt es die Ottakringer Brauerei?

Die Ottakringer Brauerei wurde 1837 gegründet.

Von wo kommt das Wasser der Ottakringer Brauerei?

Eine Brauerei hat einen großen Wasserbedarf. Man braucht im Zuge der Produktion für einen Liter Bier etwa vier Liter Wasser. In der Ottakringer Brauerei kommt dieses Wasser aus einem Brunnen am Gelände, der vor mehr als Hundert Jahren in siebenjähriger Bauzeit in Handarbeit gegraben wurde. Der Brunnen ist 118 Meter tief und bis 30 Meter unter dem Straßenniveau mit Wasser gefüllt. Man könnte dem Brunnen viel mehr Wasser entnehmen als man tatsächlich benötigt.

Welchen ursprünglichen Zweck hatte das Oktoberfest?

Das im März zuletzt gebraute Bier wurde kalt gelagert und während der Sommermonate verbraucht. Das Oktoberfest diente dem Verbrauch der Restbestände um danach wieder mit dem Brauen den jungen Biers beginnen zu können.

Wozu dient eigentlich ein Biergarten?

Bier muss kat gelagert werden (4…8 Grad). In der vorindustriellen Zeit benötigte man dazu Bierkeller, bei denen man das Bier kühl halten konnte. Um die Außentemperatur zu senken, pflanzte man über diesen Bierkellern vorzugsweise Kastanien, die Flachwurzler sind und daher den Keller nicht beschädigen, die aber gleichzeitig eine große schattige Krone haben, die kühlend auf das Erdreich wirkt und daher hilft, das Bier kühl zu halten.

Das Bier wurde dann in diesen Umgebungen ausgeschenkt ähnlich wie das beim Wein die Heurigen sind; der Biergarten war geboren.

Wie groß ist das Fassungsvermögen eines der großen Tanks am Geländer der Brauerei?

Einer dieser Tanks fasst 200.000 Liter. Ok, das ist eine große Zahl. Aber wie kann man sich diese Zahl veranschaulichen? Wenn jemand pro Tag ein Kiste Bier trinkt (und am Sonntag zwei Kisten),  dann braucht er 50 Jahre, um diese Menge zu verbrauchen. 0,5 Liter * 20 (pro Kiste) * (7+1) Tage * 52 Wochen * 50 Jahre = 208.000 Liter.

Was ist das?

Es ist ein Blick in ein historisches Bierfass. Aber ganz so historisch ist das Fass gar nicht, denn es wurde immerhin bis 1989 darin Bier gebraut. Ein solches Fass hatte ein Fassungsvermögen von 4.000 Litern. In dem Bierkeller der Brauerei konnten etwa 50.000 Liter Bier verarbeitet werden. Man vergleiche mit den heutigen 8 Tanks zu je 200.000 Liter.

Interessant auch, dass es bei Bier – anders als beim Wein – nicht gewünscht ist, dass sich der Biergeschmack durch das Holzaroma anreichert. Daher wurden diese Fässer von Zeit zu Zeit innen gereinigt und dann mit einem Schutzanstrich versehen. Diesen Anstrich haben besonders kleinwüchsige Lehrlinge durchgeführt. Sie waren die einzigen, die durch das Fassloch ins Innere des Fasses klettern konnten.

Was ist ein “Zapfer”?

Das dürfte eine von vielen Wortschöpfungen der Ottakringer Kreativabteilung sein und reiht sich ein in die Reihe der Begriffe 16er Blech, XVI, Ottarocker und andere. Es ist einfach derjenige, der das Bier ausschenkt. Es gibt auch eine “Zapferin”.

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Rapid-Mattersburg

3:0 (0:0)

Das Ergebnis ist nicht auffällig und hätte auch höher ausfallen können. Auffällig an diesem Abend waren die Veränderungen in der Mannschaft. Einerseits rückte Mario Sonnleitner wegen der Verletzung von Christopher Dibon in den Kader auf, anderseits spielte Thomas Murg statt Ingvi Traustason vom Beginn und Ivan Mocinic bekam eine Pause, statt ihm spielte Srdjan Grahovac.

Die 70 % Ballbesitz hat man vermutet, die Mattersburger ließen sich kaum aus ihrer konsequenten 4-4-2-Formation rauslocken. Und es mangelte auch an Chancen in der ersten Halbzeit. Aber nach der Pause ging ein Ruck durch die Mannschaft und in der 62. Minute war es soweit, Louis Schaub erzielte das erlösende 1:0. Tamás Szántó (65.) und Mario Pavelic (83.) komplettierten das Ergebnis.

Dramaturgisch optimal in der 74. Minute, kurz vor der Rapid-Viertelstunde kam Steffen Hofmann für Tamás Szántó. Dieser Tausch des “Fußballgotts” vor der Rapid-Viertelstunde könnte fast zu einem Ritual im heurigen Jahr werden.

Nach dem 3:0 erfolgte ein Doppeltausch und damit die eigentliche Sensation des Abends. Giorgi Kvilitaia kam für Joelinton zu seinem Kurzeinsatz und statt Louis Schaub kam der erst 17jährige Spieler der U18, Kelvin Arase aus Nigeria, mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Und sein selbstverständliches Auftreten in diesen Minuten lässt auf eine erfolgreiche Karriere hoffen.

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Ganz anders wird das Spiel von Mattersburg betrachtet, denn tatsächlich fielt trotz größter Feldüberlegenheit in der 36. Minute ein Treffer für Mattersburg, den aber Schiedsrichter Schüttengruber nicht gelten lassen wollte. Aus meinem Blickwinkel habe ich auch nichts Regelwidriges sehen können. Weiters reklamieren die Mattersburger einen Elfer wegen Foulspiel von Maximilian Hofmann. Das haben wir nicht so gut gesehen, wir haben daher durchgeatmet.

Diese doppelte Sichtweise auf dasselbe Spiel kommt auch in den Pressestimmen zum Ausdruck (siehe Links).

Betrachtet man aber die Statistik, war ein Sieg tatsächlich nur eine Frage der Zeit, wenn aber diese beiden strittigen Szenen gegen Rapid entschieden worden wären…

Bei der vorhandenen Spielfreude von Rapid kann man sich kaum vorstellen, dass bei den kommenden Heimspielen für Altach und die Austria irgendetwas zu holen wäre.

Fansupport

Eine solide Leistung legte auch der Block-West hin. Ein Seitenhieb auf die leere VIP-Tribüne wurde auch in einem Transparent zum Ausdruck gebracht.

"Sekt schlürfen ist nicht schwer, am Platz zu sitzen scheinbar sehr!"

“Sekt schlürfen ist nicht schwer, am Platz zu sitzen scheinbar sehr!”

Ausnahmsweise einmal ein Transparent, das allgemeinen Anklang findet.

Unser Freund Gregor war beim Spiel gegen Genk Gast auf der VIP-Tribüne. Er war Gewinner bei einem Facebook-Wettbewerb und der Preis war eben eine VIP-Karte.

Das erinnerte mich an die Zeit, als Florian und ich erstmals Abonnenten waren. Es muss etwa 2004 gewesen sein und auch bei uns war der Auslöser ein Preis bei der Tombola am Tag der offenen Tür. Es gab damals noch nicht die Zuschauerzahlen von heute und Andy Marek versuchte, durch Verlosung von Aboplätzen mehr Anhänger zu diesem Schritt zu motivieren. Wenn man die späteren Tage der offenen Tür verfolgt, also etwa 2007 oder 2008, gab es danach solche Preise nicht mehr, weil die Auslastung dann schon sehr gut war.

Vielleicht entwickelt sich der VIP-Bereich ähnlich. Das wäre dann aber abhängig von der allgemeinen Auslastung. Steigt diese in Zukunft weiter an, könnte es doch mehr Interessenten in den VIP-Bereich verschlagen.

Schließlich war der Besuch der VIP-Tribüne beim Mattersburg-Spiel etwas besser als zuletzt gegen Genk, wofür vermutlich der günstigere Preis eine Rolle gespielt haben dürfte. Vielleicht muss man ja bei Rapid die Preispolitik noch einmal überdenken oder die VIP-Zone zu Gunsten billigerer Standard-Abonnenten verkleinern.

Koalas Besuch bei der Ost erinnert an die Zeiten als wir noch Südtribünen-Sitzer waren

Koalas Besuch bei der Ost erinnert an die Zeiten als wir noch Südtribünen-Sitzer waren

Der Vorsänger wendet sich zu Beginn der Rapid-Viertelstunde auch an die Ost-Tribüne

Der Vorsänger wendet sich zu Beginn der Rapid-Viertelstunde auch an die Ost-Tribüne

Rituale

Rituale haben etwas Verbindendes. Das kann man sich bei den Kirchen abschauen, die haben in dieser Disziplin 2000 Jahre Erfahrung.

Aber Rapid ist auch gut unterwegs. Die Banner-Parade und das Absingen zweier Hymnen zu Beginn des Spiels sind bereits wichtige Elemente eines Bundesliga-Spiels geworden.

Dass der Block-West sein gesangliches Repertoire durch das Absingen der alten Hymne im Anschluss an die Rapid-Viertelstunde erweitert hat, geht ebenfalls in Richtung Ritualisierung.

Einmalig in der Welt der sonst eher emotionsarmen österreichischen Fußballstadien.

Abschließendes von der Kamera-Front

Kurzfassung: ich habe von Harry Gartler eine Kameraerlaubnis bekommen, mit der Auflage, dass meine Fotos nicht gewerblich verwendet werden dürfen. Bitte beachtet die prompte Reaktion: am Donnerstag gab’s die Schwierigkeiten mit der Kamera, am Freitag sandte ich meine Anfrage an Clemens Pieber, der sie mit postwendend bestätigt und an Harry Gartler weitergeleitet hat und heute, Sonntag um 12:36 kommt die Erlaubnis von Harry Gartler. Nicht schlecht! Danke, Rapid!

Natürlich habe ich die Erlaubnis heute nicht gebraucht – wie könnte es anders sein, denn der Zerberus vom Donnerstag war offenbar anderswo eingeteilt.

Neues von der Kette

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Am Donnerstag wurde die Kette um 17:00, also zwei Stunden vor Spielbeginn, von vier Mann (!) abmontiert, etwa unter dem Motto: einer montiert, drei schauen zu.

Heute ist nichts davon zu sehen, die Kette hängt etwa eine Stunde vor Spielbeginn noch immer ein bisschen schlampig am Pfosten. Aber nach dem Spiel war sie dann doch korrekterweise abmontiert.

Löblich, dass die S80 um 17:34 offenbar wegen des Spiels in einer Doppelgarnitur geführt wurde.

Links

Angebot

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Wer sich für einen Vortrag über die Wikipedia begeistern könnte, kann das am kommenden Donnerstag ausleben. Heinz Egger wird uns über die Interna der Wikipedia berichten und darüber, wie man sich als Autor einbringen kann.

Details und Anmeldung