Altach-Rapid

0:3 (0:3)

Bemerkenswert an diesem Spiel war der erstmalige Einsatz von Arase mit Spielbeginn. Und Arase hat das Vertrauen in ihn mehr als bestätigt. Nur durch ein Foul konnte ihn der Altach-Verteidiger in der 11. Minute stoppen, Schwab verwandelte souverän. Das 2:0 war eine schöner Stanglpass von Knasmüllner auf Murg. Ein Spielzug von der Kategorie “den hätte ich auch getroffen”*); schließlich das 3:0 von Arase nach einem tollen Lochpass von Thomas Murg.

Die zweite Halbzeit erinnert mich an den Umstand, dass satte Räuber nicht angreifen, vielleicht so wie im Lied “The lion sleeps tonigt”. Dass die Altacher angreifen mussten, ist klar. Warum man aber aus diesem Umstand nicht mehr Konterchancen kreieren konnte, weniger. So blieb das Spiel bis zum Ende spannend, weil man sogar mehrfach auf Strebingers Reflexe angewiesen war, um nicht ein Gegentor zu kassieren.

Bilder aus dem Stag’s Head

Links

*) Der Sager, dass ein Spieler ein einfach scheinendes Tor erzielt (oder aus derselben Position daneben schießt) führt zum üblichen Sager, dass man das selbst auch zusammengebracht hätte. Aber die Antwort ist natürlich, dass niemand im Stadion das zusammen gebracht hätte, denn um solche Fehler begehen oder Tore schießen zu können, muss man eben Fußballer sein und dazu noch gut genug, um bei Rapid spielen zu können. Und jeder, der sich diesere Mühe unterzogen hat, der weiß auch, dass alle diese einfach scheinenden Schüsse eben auch daneben gehen können. Und an dem Ort vor dem Tor in aussichtsreicher Position stehen zu können, erfordert großes Können, Kondition, Vorbereitung, Taktik, List und Hinterlist und auch Kreativität weil ja 11 Gegenspieler am Platz sind, die genau das verhindern wollen.

Rapid-Altach

2:1 (2:1)

“Wieder eine dieser unnötigen Niederlagen, viel Ballbesitz, engagiertes Spiel nach vorne, der Gegner wurde geradezu eingeschnürt. Dennoch, eine Niederlage.” So etwa könnte ein solches Spiel in der Ära Zoki kommentiert worden sein, wenn es Rapid damals verloren hätte. Aber die Rollen waren heute genau umgekehrt, die spielbestimmende Mannschaft war Altach (61% Ballbesitz), Rapid konnte phasenweise nur mehr reagieren und die Bälle wegdreschen. Wären da nicht die zwei “Taxi”-Tore zu Spielbeginn gewesen…

Ja, wenn wir dasselbe Spiel – sagen wir – gegen Salzburg abgeliefert hätten, also alles auf Defensive und auf Konter ausgerichtet, dann hätte es heute nach Spielende wohl eine gewaltige Verabschiedung gegeben. Da aber der Gegner “nur” Altach war, von dem man sich hat wie ein Abstiegskandidat hineindrängen lassen (das kann ja noch kommen), gab es am Ende wenig Freude.

Das heutige TItelbild haben wir daher den einzigen gewidmet, die sich nach dem Spiel gefreut haben (mit ihrer Erlaubnis).

Der Normalfall der bisherigen Spiele gegen Altach war eine überlegene Rapid-Mannschaft, die sich aber gegen eine starke der Defensive der Altacher nur selten durchsetzen konnte. Hier ein Vergleich der Ära Zoki mit den danach folgenden Spielen:

Sp S U N Pkte
13 3 6 4 1,15 Büskens, Canadi, Djuricin, Kühbauer
 8 3 2 3 1,38 Zoki

Diese Zahlen entsprechen unserer eigenen Empfindung. Wir hatten damals unter Zoki – auch wenn wir als Verlierer vom Platz gingen – den Eindruck der Feldüberlegenheit und nicht nur einmal dachte ich damals, dass uns die Gegner einfach das Feld überlassen, um dann umso fokussierter verteidigen zu können.

Heute sind wir als gefühlt schlechtere Mannschaft vom Feld gegangen und so war auch die Reaktion des Publikums nach dem Spiel. –

Wir können alle miträtseln, was der Grund dafür ist, dass gute Einzelspieler durch das System “Rapid” irgendwie korrumpiert werden. Wo ist der frühere Spielwitz von Schobi (wegen dem er zu Rapid geholt wurde), wo sind die Tore des Knasi (wegen derer er zu Rapid geholt wurde)? Unserem “Marketing-Kapitän” (wie er in einem Forum genannt wurde) blieb das heutige Spiel erspart und daher auch die 101. Erklärung, warum alles so war wie es war.

Ist das jetzt die Veränderung, die Didi (erstmals im vergangenen Dezember) angekündigt hat? Ich glaube, er hat von einer “anderen” Mannschaft gesprochen, nicht von einer “besseren” Mannschaft. Na, und damit hatte es nicht Unrecht! So eine Rapid-Elf haben wir wirklich noch nie gesehen! Die Frage ist nur, ob das so gewollt ist und wir uns un Zukunft daran werden gewöhnen müssen.

Wir hätten den richtigen Mann, allein er sitzt am falschen Posten. Wir kennen Zoki als integrativen Trainer, für den die Mannschaft spielt und nicht gegen den sie spielt. Die “Mannschaft” ist eine Instanz ohne Sprecher. Die Mannschaft drückt durch ihr Spiel das Klima im Team aus. Und aus unserer Zuschauersicht ist es nicht gut – dieses Klima.

Schiedsrichter scheinen sich ihre Karrierebewertung ganz besonders in Hütteldorf zu holen, indem sie ihre Unparteilichkeit gegenüber einem fordernden Publikum demonstrieren, indem sie tendenziell gegen die Heimmannschaft entscheiden. In diesem Spiel waren es das Gegentor nach einem Foul an Strebinger, ein nicht gegebener Elfer gegen Spielende nach einem Foul an Badji.

Links

Als Werbung für den “Klub der Freunde” wurden an diesem Spieltag 1000 Visitenkarten mit aufgedrucktem Kader auf der Nord- und Ost-Tribüne verteilt.

Rapid-Altach

1:2 (0:0)

Es ist nicht untypisch für Fußball, dass nach Erreichen eines Ziels, der letzte Nachdruck fehlt und Spiele nicht mehr gewonnen werden. Ein Nebeneffekt kann sein, dass dann diese Spiele mit geringerer Aufmerksamkeit die Meisterschaft verfälschen.

Eine solche Unsportlichkeit hat Didi Kühbauer aber vermieden. Wir Zuschauer hätten uns schon in Mattersburg den Einsatz der Nachwuchsspieler erwartet und waren sogar etwas enttäuscht, sie nicht eingesetzt zu sehen. Wenn man aber die Optik gegenüber Altach, das auch noch die Chance gehabt hätte, das Halbfinale am Dienstag zu erreichen, bedenkt, war diese Entscheidung sehr fair.

In diesem letzten und bedeutungslosen Meisterschaftsspiel konnten wir mit Kelvin Arase, Patrick Obermüller und Nicholas Wunsch gleich drei Rapid-Hoffnungsträger sehen. Es war mit Leo Greiml sogar ein vierter Debütant vorgesehen, doch dieser war nach der gelb-roten Karte beim Spiel gegen Mauerwerk gesperrt.

Kelvin Arase hat die Saison bei Horn sichtlich gut getan und es war kein Zufall, dass Gogo ihn nach Linz holen wollte. Besonders in der zweiten Halbzeit war Kelvin sehr auffällig und hat im Zusammenspiel mit Nicholas Wunsch sogar den Elfmeter herausgeholt, der schließlich zum Anschlusstreffer durch Andrija Pavlovic geführt hat. Auch Patrick Obermüller hat seine Sache an der Seite von Max Hofmann gut gemacht, wurde aber nach dem 0:2 durch Mario Sonnleitner ersetzt. Es könnte sein, dass der Trainer nach dem 2:0 durch Altach wieder mehr Stabilität in die Abwehr bringen wollte.

Eigentlich hat man sich nach dem 0:0 zur Pause schon auf dasselbe Ergebnis am Ende des Spiels vorbereitet, doch es sollte anders kommen. Gut, das erste Gegentor war sehenswert und wohl nicht zu halten, aber für das zweite Tor kann man Tobias schon mitverantwortlich machen. Auch seine Ausschüsse ins Out sind verbesserungsfähig.

Nach drei Unentschieden gegen Altach gab es nun sogar eine Heim-Niederlage. Wie kann man das erklären? Didis Antwort aus den letzten Interviews kennen wir schon: “Wir haben einfach mehr Tore bekommen, als wir selbst geschossen haben.”

Zuschauermotivation

Beobachten wir doch einfach uns selbst. Bei dem Spiel ging es um nichts, und wie ist es um unsere eigene Motivation bestellt? 13.500 waren wir, ein ziemlich schlecht besuchtes Saisonende. Man kann auf die Saisonauswertungen der Bundesliga gespannt, ob sich denn der Aufwand für das neue Spielschema insgesamt gelohnt hat. Meine Schätzung ist “nein”, denn ein eventuelles Zuschauerplus wäre in erster Linie durch Spiele in Hütteldorf zustande gekommen. Aber in diesen 5 Heimspiele in der Qualifikationsgruppe kamen deutlich weniger Zuschauer als früher:

  • Letzte 5 Heimspiele 2018/19: 11.600, 12.300, 13.100, 13.801, 13.500
  • Letzte 5 Heimspiele 2017/18: 15.000, 10.000, 18.000, 22.300, 21.600
  • Letzte 5 Heimspiele im Hanappi-Stadion 2013/14. 13.00, 15.800, 15.500, 17200 und 17200.

Und woher kam die Motivation von Altach? Für Altach war die Ausgangslage gleich, aber die Altacher hatten eine weite Anreise – für nichts. Und möglicherweise ist dieser Aufwand und die Gelegenheit, bei toller Kulisse zu spielen, eben jenes Quäntchen mehr, das zum Sieg gereicht hat.

Gladiatoren

Als die Mannschaft in der Pause und auch nach dem Spiel ausgepfiffen wurde, dachte ich ein bisschen an die Gladiatoren-Kämpfe in der Antike. Es gab damals auch einen Schiedsrichter, der auf die Einhaltung der Regeln zu achten hatte. Insbesondere musste er darauf achten, dass der Unterlegene von Sieger nicht einfach getötet wurde, denn dazu waren Gladiatoren zu wertvoll. Diese Entscheidung oblag dem Kaiser und da er sich der Gunst des Volkes versichern wollte, überließ er meist dem Volk die Entscheidung. Dass die damalige Geste für eine negative Entscheidung der nach unten gestreckte Daumen gewesen war, ist historisch nicht belegt, es könnte auch genau umgekehrt gewesen sein.

Was das mit einem Fußballspiel zu tun hat? Sehr viel, denn auch heutzutage nimmt sich das Publikum das Recht, die Darbietung der eigenen Mannschaft durch Pfiffe zu kritisieren. Aber angebracht waren die Pfiffe nicht, Applaus wäre für die Motivation der neuen Spieler die bessere Reaktion gewesen.

Anti-Böller-Aktion

Der Block-West hat eine sehr erfreuliche Aktion gegen Böller gestartet und man darf erwarten, dass die neue Haltung mehr Wirkung zeigen wird als frühere Ermahnungen. Die Aktion wurde über das Block-West-Echo (siehe EwkiL-Bilder) bekannt gegeben. Damit aber auch wirklich alle informiert sind, wurde eine vergrößerte Version des BW-Echo an den Bäumen in der Keisslergasse angeschlagen.

Kleinkrieg mit Herbert

Dass sich Rechts mangels eigener Größe gerne auf Minderheiten einschießt, ist bekannt; dass der frühere Innenminister Herbert die Minderheit der Fußballfans auserwählt hat, war wohl einer von vielen Einzelfällen, über die er – sehr zum Gaudium unseres Blocks – gestolpert ist, und man nicht ohne eine gewisse Genugtuung titelte: “Heast Herbert, bist haas?”

Wappenträger

Der “Klub der Freund des S.C. Rapid” ist optimistisch, dass Rapid das Halbfinale am kommenden Dienstag gewinnt und dann am Donnerstag, 30.5. zu Hause gegen den Fünften in der Meistergruppe antreten wird. Daher haben wir uns bei Andy Marek als Wappenträger für diesen Donnerstag gemeldet. Und in einer Art Generalprobe waren Erich und der Autor Franz schon bei diesem Spiel gegen Altach eingeteilt.

Treffpunkt war eine Stunde von Spielbeginn bei der Röhre. Jeder Wappenträger bekam von einer freundlichen Dame des Klubservice eine Akkreditierungskarte und durfte damit das Spielfeld betreten. Die Karte wurde nach der Zeremonie einbehalten, wir konnten uns aber die Karte als Andenken bei Kassa 1 abholen.

Die Wappenträger können das Aufwärmen und die diversen Interviews am Spielfeldrand aus der Nähe beobachten. Zum Beispiel hat Lukas Marek für Rapid-TV ein Interview mit unseren Präsidenten geführt und kamen Zoki Barisic und Georg Zellhofer zu einem Interview bei Sky.

Bildergalerie

Links

Altach-Rapid

2:2 (0:0)

Natürlich sind alle enttäuscht, die wegen dreier Liga-Siege in Folge bereits gemeint haben, Rapid würde einem Höhenflug erleben.

Der letzte Auswärtssieg in Altach stammt vom 10.5.2015 unter Zoran Barisic. Seither gab es in Schnabelholz 3 Niederlagen und 5 Unentschieden. Mit dem heutigen 2:2 gab es also ein durchaus erwartbares Ergebnis.

Betrachten wir dieses Spiel als eine Übung dafür, eine defensiv orientierte Mannschaft zu besiegen, dann ist diese Übung nicht gelungen.
Die Enge der Räume im gegnerischen Strafraum machte es dem Rapid-Sturm wirklich schwer. der Doppel-Blechtreffer von Rapid in der 2.HZ war von der Sorte “Großes Pech”. Natürlich kann man gerne die Last-Minute-Tore bejubeln (Esoteriker werden vom Geist der Rapid-Viertelstunde sprechen), aber nicht Rapid hat über die 90 Minuten die Akzente gesetzt sondern Altach war es (7:3 Torschüsse für Altach).

Rapid hatte mehr Ballbesitz (68%), eine bessere Passquote (84:67%), mehr Eckbälle (8:1) aber viel davon war den defensiven Altachern zu verdanken. Die Rapid-Hälfte des Spielfeldes wurde von dern Altachern praktisch kampflos aufgegeben, die Konzentration galt allein der Abwehr. Und das ist praktisch über 90 Minuten sehr gut gelungen. Umgekehrt wurde die Rapid-Abwehr durch die vordergründige Dominanz des Gegners lange Zeit wenig gefordert. Und der Gegner weiß, dass man nicht viele Chancen für ein Tor braucht, eine genügt! Dass es sogar zwei geworden sind, verdankt Altach auch einer nicht besonders glücklichen Abwehr unseres immer-gesetzt-seienden Tormanns. Dass sich da nicht auch einmal ein Feldspieler für einen Wechsel ausspricht! Aber Fußball scheint ein sehr autoritäres System zu sein und Stimmen von unten dürften nicht viel zählen.

Ein solcher Wechsel hat schließlich dem Rapid-Sturm gut getan – wie wir gesehen haben.

Ambiente

Während die Immer-Fahrer noch im Autobus sitzen, darf ich bereits in meine Tastatur hämmern. Wir waren im gut besuchten Stag’s Head zu Gast. Anreise mit dem Fahrrad, perfektes Wetter.

Links

Altach-Rapid

Neuer Trainer, alte Schwächen

Bei Rapid war die Tugend des Kämpfens, besonders in der Schlussphase eines Spiels ein ganz charakteristisches Element. Die Betonung liegt auf “war”, denn genau das lässt Grün-Weiß zurzeit vermissen. Und dieses Spiel gegen Altach war ganz typisch für die Spiele dieser Saison. Es wäre wichtig, dass das Rapid-Betreuer-Team, den Ursachen für diesen Mangel auf den Grund geht. Bei der Diagnose sind wir gern behilflich. (Siehe weiter unten.)

So hoffnungsvoll die Partie begann, bekam das ohnehin noch nicht ausreichend gefestigte Selbstvertrauen schon einen leichten Knick als ein reguläres Tor wieder einmal nicht anerkannt wurde.

Dazu eine Anmerkung: Eine Szene, die so knapp ist, dass man erst in der Fernsehwiederholung mit Standbild erkennen kann, wer da den Fuß vorne gehabt hat, kann nicht gegen den Stürmer ausgelegt werden, weil der Linienrichter diese Sichtweise gar nicht hat und wegen dieser Unsicherheit immer für den Angreifer entscheiden müsste. Beim Treffen bei Rapid-Wirt Charly Wendtner kam dieser Umstand der tendenziell gegen Rapid gerichteten Entscheidungen zur Sprache und wurde durch Spieler bestätigt.

Wer genau den entscheidenden Fehler zum Ausgleich gemacht hat, ist eher eine theoretische Frage, denn es sind immer Fehler, die zu Toren führen und Fehler wären immer zu vermeiden gewesen. Schließlich hätte sich ja auch der Verteidiger (Sonnleitner war es) gegen den Altacher Stürmer durchsetzen können. Hat er aber nicht. So bleibt dieser entscheidende Fehler an Stefan Schwab hängen, der den an sich genauen Pass von Thomas Murg nicht hat annehmen konnte. Dieser Ballverlust führte in weiterer Folge zum Ausgleich.

Dann wieder der Führungstreffer von Rapid und auch nach der Pause eine dominante Rapid-Mannschaft und eine vergebene Riesenchance, die im Gegenzug zum Ausgleich durch Altach führte. Guter Pass, unerreichbar für Boli, Strebinger geht etwas zu wenig entschlossen zum Ball, daher kommt der Stürmer etwas früher dran, und schon ist es passiert.

Dieser dem Spielverlauf so gar nicht entsprechende Ausgleich passierte auch Rapid II beim Spiel gegen Stadlau. Und da wie dort dieselbe Wirkung: Der Gegner wittert Morgenluft und geht in die Offensive und das Selbstvertrauen ist dahin. Bis dahin unerklärliche Fehler machen den Gegner stark. 

Ob es nun die Psyche war, dass man nach einer sehr guten ersten Halbzeit, den Vorsprung verspielt hat oder die zu geringe Kondition, die den Altacher ein selbstbewusstes Auftreten ermöglichten. Jedenfalls rettete Rapid das Unentschieden über die Spielzeit und hatte sogar noch eine Chance auf den Führungstreffer, allerdings nicht den passenden Stürmer zu der Situation. Deni Alar schoss den Tormann an und nicht ins Tor; aus aussichtsreicher Position.

Die Homepage von Altach spricht von einer “bärenstarken zweiten Halbzeit”, allerdings ist die Stärke des einen immer auch die Schwäche des anderen, hier Rapid und diese Schwäche zieht sich wie ein roter Faden durch alle Ligaspiele. Und dafür ist typisch, dass wir die erste Halbzeit 2:1 gewonnen hätten, die zweite aber 0:1 verloren.

Ganz besonders erwähnenswert ist das fehlerhafte Spiel von Stefan Schwab, und ich glaube, dass es mehr die zu große Verantwortung und die zu große Zahl der Spiele ist als das, was unsere Sitzumgebung im Stags Head vermutete und das ich hier besser nicht erwähne.

Statistisch gesehen…

…entspricht das Ergebnis des heutigen Spiels den Erwartungen, nicht den Hoffnungen. Die letzten sechs Auswärtsspiele in Altach wurden nicht gewonnen. Es gab drei Unentschieden und drei Niederlagen. Dieses heutige Unentschieden war das dritte in Folge. Der letzte siegreiche Rapid-Trainer in Altach war Zoki

Die verflixte zweite Halbzeit

Die aktuelle Tabelle ist nicht einmal so hoffnungslos. 

Aktuelle Tabelle nach dem Altach-Spiel (Libe Ticker)

Die beiden Wiener Vereine dümpeln nebeneinander dahin. Auch das Torverhältnis und die dürftige Torausbeute sprechen für sich. Aber es sollte für Rapid kein Problem sein, den Sprung in die Gruppe der ersten sechs zu schaffen.

Die Seite Live Ticker wertet nun die Tabelle nach dem Verlauf der ersten und zweiten Halbzeit aus, und daraus ergibt sich:

Tabelle nach dem Ergebnis der ersten Halbzeit
Tabelle nach dem Ergebnis der zweiten Halbzeit

Würde also über die 90 Minuten eine eben solche Bilanz wie in der ersten Halbzeit vorweisen können, wäre die Unruhe unter den Gästen im Stags Head weit geringer. Einen dritten Platz zur Halbzeit des ersten Durchgangs würden wir nehmen.

Tore pro 15 Minuten

Noch schlimmer wird es, wenn man die Torfolge im Laufe der 90 Minuten, aufgeteilt auf sechs Viertelstunden-Minuten-Intervalle betrachtet:

Tore-Rapid und Tore-Gegner pro 15 Minuten-Spielabschnitt

Es sind erst 14 Rapid-Ligatore gefallen aber die Verteilung ist so, dass nur die ersten zwei der sechs Viertelstunden eine positive und die anderen Viertelstunden eine negative Tordifferenz haben.

Das mit Fortdauer des Spiels schwächer werdende Team von Rapid ist ein charakteristisches Merkmal in dieser Saison.

Ambiente

Die Rekordmeisterbar hatte an diesem Tag geschlossen und daher freute sich das Stags Head über ein volles Haus:

Rundimblick im Nichtraucherbereich des Stags-Head

Links

Rapid-Altach

1:1 (1:0), 15.200, Christian-Petru Ciochirca

Es ist schon auffällig, wie oft es vorkommt, dass unsere Mannschaft in der zweiten Halbzeit das Regiment aus der Hand gibt. Man ging mit 66% Ballbesitz mit einem bis zu diesem Zeitpunkt beruhigend überlegenen Gesamtbild in die Pause.

Man meinte als Zuschauer, die Teams hätten während der Pause die Trikots gewechselt, denn die Dominanz ging nun von Altach aus und man meinte zu sehen, dass man bemüht war, die knappe Führung über die 90 Minuten zu bringen. Da die eigenen Angriffsbemühungen mit einem Stangenschuss nicht von Erfolg gekrönt waren, kam es wie es – fast könnte man meinen – kommen musste: man passte auf den kurz zuvor eingewechselten Aigner nicht genug auf und der clevere Oldie zeigte unserer Abwehr, dass ein Führungstor nicht genügt.

Nur blöd, dass man nicht durch die ohnehin deutlichen Zahlen der Statistik lernen kann, sondern solche bitteren Momente der Punkteverluste braucht, um vielleicht einmal – wenn der Hut noch mehr brennt – dieses sonderbar überhebliche Verhalten abzulegen.

Ambiente

Wer auf Unentschieden getippt hat, bekam den 6-fachen Einsatz.

Wenn man also die eigenartige Einschätzung der Wettbüros ausnutzen will, sollte man bei Rapid-Spielen immer auf das Unmögliche tippen, zum Beispiel je 10 Euro auf Unentschieden und Sieg Altach. Man steigt jedenfalls als Gewinner aus, wenn sich der unangebrachte Optimismus nicht durchsetzt.

Denn am Spielfeld zählen leider unsere Zuschauerzahlen und die allgegenwärtige Begeisterung wenig; sie spielen nicht mit.

Hitzechoreografie

Neuerungen

Eine VIP-Fangruppe “Sitzplatzschweine” stellt sich vor:

Es fällt auch auf, dass man bemüht ist, die Allianz-Tribüne mit Werbung zu versorgen. Durch die Fernsehübertragung sind aber die Werbebanden unterbrochen.


Auf der Ost-Tribüne ist eben alles billiger, sogar die Werbung ist nicht ungestört.

Ob die Klappen in der Dachkonstruktion eine Verbesserung gebracht haben, müssen die in den oberen Reihen sitzenden berichten. Bei uns in der 13. Reihe war das nicht zu spüren. Es war ein ziemlich anstrengendes Spiel.

Die Budgeterstellung gestaltet sich mit einem zusätzlichen Großsponsor etwas einfacher als mit den Werbebemühungen um zusätzliche Abonnenten:

Ihr könnt daran ablesen, wie wichtig unser Beitrag in diesem ziemlich schiefen Wettbewerb um die Finanzierung ist. Folgt daher diesem Aufruf von Rapid und unterstützt unseren Verein durch Abo und Mitgliedschaft.

Wir unterstützen auch das örtliche Pub nach Kräften: vlnr,; Franz, Peter, Janine, Friederike, Clemens. Florian bringt Dieter zum Stadion und ist daher nicht am Bild.

Links

EwkiL: Bericht · Bilder · News vom Tage · Statistik
Weltfußball: Spielbericht

Rapid-Altach

4:1 (2:1)

Ein Hochamt für Steffen, zelebriert von Rapid

natürlich auch für Louis, Mario, Joe und Andreas

Prächtiges Wetter empfängt uns am Pfingstsonntag und bereits wenige Minuten nach Einlass um 15:00 ist der Block-West voll und das Transparent “Steffen Hofmann Fußballgott” ist an seinem Platz.

90 Minuten später, bei Spielbeginn präsentiert sich die Choreografie so:

Fast 400 Bilder finden sich im EwkiL-Bildarchiv.

Trotz Verletzungspechs und eines alles überschattenden Abschiedsspektakels war das Spiel eine klare Sache für Rapid. Der Ball zirkulierte und daraus ergab sich Chance um Chance. Nachdem gleich eine erste in der ersten Minute durch Joelinton vergeben wurde, traf dieser Nun-leider-nicht-mehr-Rapidler gleich zwei Mal und erhöhte damit seine Trefferzahl bei Rapid auf 21.

Es wurde zwar nicht viel darüber gesagt aber wahrscheinlich scheiterte eine Übernahme einfach am Geld. Spieler, die in Deutschland unter Vertrag stehen, sind für Rapid einfach unbezahlbar. Joelintons Marktwert ist bei seinem Wechsel zu Rapid auf 1,25 Mio gestiegen und ist seither konstant.  Der Marktwert von Louis Schaub ist seit 2012 kontinuierlich gestiegen und beträgt derzeit etwa 4 Mio Euro.

Der Anschlusstreffer fielt zu einem unangenehmen Zeitpunkt in der 45. Minute. Daher hieß es nach der Pause: nicht nachlassen und der Druck seitens Rapid hoch gehalten und Altach konnte sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien. Als dann das Kopfballtor zum 3:1 durch den Kapitän fiel, war alles klar, der letzte Einsatz von Steffen konnte stattfinden. Eine schöne Geste von Stefan war, dass er nach dem 3:1 ein Trikot von der Nummer 13, Giorgi Kvilitaia in die Höhe hielt!

Dieses Spiel in Richtung Fanblock kombiniert mit den Rufen “Wir wollen Steffen sehen” dürfte alle Spieler beflügelt haben. Als es dann in der 66. Minute soweit war, wurde aus dem West/Allianz-Stadion endgültig ein Tollhaus. Jede Ballberührung des “Fußballgottes” wurde mit tosendem Applaus begleitet. Steffen schoss in seiner kurzen Einsatzzeit insgesamt drei Eckbälle, und es war genau 18:08  im Jahre des Herrn 2018 am 20.5. als er seinen letzten Eckball von der linken Seite vors Tor beförderte. Dass Steffen in der 73. Minute auch noch ein Tor gelang, war der fast schon kitschige Gipfel des Tages.

Man sieht, eigentlich fand an diesem Tag eines jener Feste statt, für die Rapid berühmt ist. Der Tag stand ganz im Zeichen der tränenreichen Abschiede. Der letzte derartige Tag ist mir vom Abschied von Jimmy Hoffer in Erinnerung. Heute war Jimmy anwesend, und wurden ebenso heftig mit Applaus begrüßt wie Josef Hickersberger, dem zum 70. Geburtstag gratuliert wurde.

Wie sehr man die kleinen Details bei Rapid liebt, zeigt, dass als die Nummer 10, Louis Schaub auf der Anzeigetafel gezeigt wurde, auch zwei Blumensträuße im Bild eingeblendet wurden. Es wird nicht vielen aufgefallen sein aber es war schön zu sehen, dass sich wirklich alle bis zum Akteur am Regiepult Gedanken machen um eine würdige Inszenierung diese Abschiedstages.

Und es begann mit einer Überraschung für Steffen: als er beim Aufwärmen auf das Spielfeld kam, überraschten ihn die Spieler mit einem Spalier. Er umarmte jeden einzelnen von ihnen, eine eindrucksvolle Szene, begleitet von Sprechchören des Block West.

Ausnahmsweise folgte das Ergebnis des Spiels den Erwartungen der Buchmacher (1,25 . 4,5 : 7). Wenn man aber die Erwartungen von dem letzten Heimspiel gegen Altach am 29.11.2017 vergleicht, waren die damals ganz ähnlich (1,4 : 4 : 6,5) und was das damals für ein Katastrophenspiel war. Ich selbst tippe nicht, auch nicht nach der jetzt laufenden Werbung mit Franco Foda für Tipp 3, aber eine sehr nervenschonende Wett-Strategie muss ich unbedingt anbringen: man setze bei einem Derby 100 Euro auf Violett. Wäre nächste Woche ein Derby, wären die Quoten sicher etwa 1,5 : 10. Verliert Rapid, dann gibt’s jede Menge Cash, eine Art Trostpflaster für die Niederlage; gewinnt Rapid, tun die verlorenen 100 Euro nicht so weh, denn es war ja ein Derby!

An diesem Tag wurde wieder einmal zelebriert, wozu Fußball da ist: für die Zuschauer. Wir bekommen zwar Jahr für Jahr vorgeführt, dass man mit viel Geld auch etwas Ähnliches auf die Beine stellen kann, was man aber auch mit viel Geld nicht kann, ist Begeisterung erzeugen, das gibt’s nur bei Rapid, vielleicht noch bei Sturm. Natürlich steigt mit jedem höheren Tabellenplatz auch die Zahl der Zuschauer, die eben nur deshalb kommen, aber bei einem Spiel gegen Altach fast 22.000 Zuschauer anzulocken, das ist schon eine tolle Leistung. Es war am 20.4.2008 als das Heimspiel gegen Altach den 32. Meistertitel fixierte, damals mit Toren von Branko Boskivic, Stefan Maierhofer und Jimmy Hoffer. Es kamen 18.400 Zuschauer in Erwartung des Meistertellers, eigentlich mehr, als im Hanappi-Stadion zugelassen waren. Diese Zuschauerzahl von damals wurde heute weit überboten.

Verabschiedung der Mannschaft mit “Danke für Eure Unterstützung in dieser Saison”

Ein vorbildlicher Block

Den Aufrufen, pünktlich ins Stadion zu kommen, wurde Folge geleistet und der Block war schon lange vor Spielbeginn bis auf den letzten Platz besetzt. Während auf der Ost-Tribüne die ersten Zuschauer den Heimweg antraten, blieben die Fans im Block-West (und natürlich auch wir auf der Ost) am Platz, um die Verabschiedung der Mannschaft und danach die Ovationen für den scheidenden Ehrenkapitän mitzuerleben. Es war eine großartige, disziplinierte Vorstellung, die man nur mit großer Bewunderung beobachten kann. Die freundschaftliche Verbindung zwischen den Capos der Ultras, Tornados, Lords und Steffen wurde in Ansprachen deutlich gemacht.

Als dann doch irgendwann alles vorbei war, wurde wieder “Wir wollen Steffen sehen” gerufen und Steffen kam mit seiner Familie noch einmal aufs Spielfeld und absolvierte noch eine letzten Ehrenrunde. Und noch immer war nicht Schluss, denn eine heftige Umarmung dreier Generationen erklärte uns Andy Marek, denn es war Steffens Vater, der nach Wien angereist war und der seinem Sohn ebenso beglückwünschte wie vorher die Fans.

Aber es ist ja nicht vorbei…

…denn Steffen setzt seine Tätigkeit als Talente Manager fort und wir können nur allen raten, die ihren Steffen wiedersehen wollen, die Spiele von Rapid II zu besuchen, denn das wird seine zukünftige Wirkungsstätte sein.

Zum Abschluss kam Steffen noch einmal aufs Spielfeld und hisste einen Doppelhalter. Ein kleines ideologisches Hoppala, denn da es heißt “Rapid wird’s immer gebn”, ist der Spruch auf dem Doppelhalter “Lang lebe Rapid” entbehrlich, aber was soll’s, wir wissen, wie’s gemeint ist: die viel Mühe, die hinter allem steckt, soll nicht umsonst gewesen sein, Rapid soll wieder mit vereinten Kräften ganz oben stehen.

Ein stimmungvoller, trauriger, imposanter Tag geht zu Ende. “Imposant” wegen dieser Geschlossenheit des Fanblocks. Es braucht solche Momente, die man mit dem Ort in Verbindung bringt, wo man sie erlabt hat, in dem Fall im West/Allianz-Stadion. ein wirklich großer Moment, vielleicht ein Beginn für weitere ähnlich eindrucksvolle Erlebnisse, sodass wir schließlich im neuen Zuhause so heimisch sein werden wie im alten.

Ein letztes…

…Spiel

Die letzte Einwechslung

Der letzte Corner um 18:08

Das letzte Tor in der 73. Minute

Ein Spalier der Mannschaft bei Spielbeginn

Das letzte Einlaufen zu einem Bewerbspiel im Heimstadion.

Drei Hofmänner, Steffen mit Vater und Sohn

Die letzte Auswechslung, Steffen übergibt Stefan die Kapitänsscheife. Zu diesem Zeitpunkt sind nur mehr 9 Rapidler am Feld, weil das Wechselkontingent erschöpft ist und Steffen und Louis das Feld stürmisch bejubelt verlassen.

Ein Fußballgott mit Familie

Steffen mit Doppelhalter “Lang lebe Rapid”

Unklar bleibt das weitere Schicksal von Thanos Petsos, der eigentlich auch hätte zu den zu Verabschiedenden gehören sollen. Wir erwarteten Andys Ansage mit einer gewissen Sorge, weil sich der Block aus wenig sachlichen Gründen gegen Thanos eingeschworen hat. Dazu zitiere ich aus dem letzten Grünzeug: “Thanos hat im Spiel gegen den LASK beide Tore mit öffnenden Pässen eingeleitet und kanonierte in der 28. Minute aus über 30 Metern an die Latte.” 

Links

Altach-Rapid

0:0

Es war nicht das befreiende Spiel, das wir schon seit vielen Runden sehnlichst erwarten.

Zur Frustaufbau von Rapid tragen bei Aluminiumtreffer (Freistoß Murg), nicht gesehene Elfer (in der zweiten Halbzeit Foul gegen Schobesberger) und nicht gegebene Fouls (2.HZ gegen Joelinton), nicht gegebene gelbe Karte gegen Zwischenbrugger (es wäre die zweite gewesen). Natürlich wäre das alles kein Problem, würde man 3:0 in Führung liegen; so aber… Altach stellt sich auch nicht – so wie zuletzt Salzburg – in einer Art “offenen Schlacht”, sondern hat eine starke Defensive kultiviert, um im Reigen der Großen bestehen zu können. Und sie können das perfekt, die Altacher. Auch Salzburg hat in Schnabelholz nur durch einen Last-Minute-Sieg durch einen abgefälschten Schuss gewonnen; man sieht daher: es ist nicht leicht.

Und schon hagelt es Verurteilungen für das Trainerteam, doch sollte man damit vorsichtig sein und sich besinnen auf das, was auch vermeintlich bessere Trainer bisher aus Vorarlberg mitgebracht haben.

Altach-Auswärtsbilanz

Insgesamt gab es gegen Altach bisher 14 Auswärtsspiele unter Pacult, Barisic, Büskens, Canadi und Djuricin, die allesamt eine negative Bilanz zeichnen:

Punkte pro Trainer

Punkte Trainer
1,2    Pacult
1,0    Barisic
1,0    Djuricin
0,0    Büskens
0,0    Pacult

Es besteht kein besonderer Grund zur Aufregung, denn die Mannschaft setzt nur etwas fort, was man in Hütteldorf gerne hat: Tradition. Und bei Auswärtsspielen gegen Altach besteht diese darin, dass man nur sehr selten gewinnt. Insgesamt gesehen, ist also die ausgeglichene Bilanz von Goran gar nicht so übel. Denn “es geht auch anders”, wie man an den Details aller Spiele sieht:

2017/18 26. Runde U 0:0 Djuricin
2017/18 8. Runde U 2:2 Djuricin
2016/17 20. Runde N 1:3 Canadi
2016/17 2. Runde N 0:1 Büskens
2015/16 26. Runde U 0:0 Barisic
2015/16 8. Runde N 0:2 Barisic
2014/15 32. Runde S 3:1 Barisic
2014/15 14. Runde N 0:2 Barisic
2008/09 30. Runde U 1:1 Pacult
2008/09 6. Runde S 7:2 Pacult
2007/08 25. Runde N 1:2 Pacult
2007/08 3. Runde S 1:0 Pacult
2006/07 32. Runde N 1:2 Pacult
2006/07 14. Runde N 1:3 Pacult

3 Siege, 4 Unentschieden und 7 Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache. Und es liegt nicht am Trainerteam oder an einzelnen Spielern. Es ist einfach nicht leicht, in Altach zu punkten – auch im historischen Vergleich.

Natürlich fragt man sich, was mit Schobi los ist und warum ein so unauffälliger Spieler wie Berisha es in die Startelf schafft. Aber man fragt sich das alles nur, weil eben nicht gewonnen wurde. Sonst wäre das alles viel weniger wichtig. 

Ambiente

Es war der erste Frühlingstag des Jahres; in Favoriten hat ein neuer “Gefrorenen”-Salon geöffnet und war überraschenderweise sehr gut besucht. Wir besuchten mit Fußballfreunden den Flughafen und erlebten dort eine fast ganztägige Führung, die uns viel Wissenswertes aus dem Alltag eines Flughafens offenbarte, inklusive eines Besuchs der Besucherplattform im Tower und der Multimediashow für Besucher. Bildersammlung (143). Danke an Andy!

Das Spiels selbst sahen Arnold, Florian, Franz und Hannes im Stags Head (weil die Rekordmeisterbar wegen Umbaus geschlossen hatte).

Links

EwkiL: Bilder · News vom Tage · Statistik

Rapid-Altach

1:2 (0:0)

So sprachlos die Niederlage laut Rapid-Homepage auch macht, einen Elfer kann man sich immer “einfangen”, auch zwei. Das Spiel wurde daher – so wie viele andere auch – durch die schon nicht mehr nur als Pech einzustufende Torflaute im Angriff verloren. Das Mittelfeld ist OK, sehr sogar, und die Anzahl der Tore der Mittelfeldspieler dürfte über dem Ligaschnitt liegen. Aber die Torquote der Stürmer erinnert an die eines Tormanns.

Genauso auffällig wie die Torflaute der Rapid-Stürmer ist die Freude der Schiedsrichter, Rot gegen Rapid zu zeigen. Jetzt sogar schon zwei rote Karten in einem Spiel, damit zwei gesperrte Spieler in Wolfsberg. Man muss schon Nehmerqualitäten haben, wenn man das alles wegstecken kann, ganz abgesehen von dem Gefühl des “Hut-Draufhauens”, das sich breitmacht, wenn zu einer solchen Niederlage bei großer spielerischer Überlegenheit, zusätzlich gleich drei Stangenschüsse zu verzeichnen waren.

Wer sich aufgrund der diversen Statistiken informiert, muss den Eindruck haben, als wäre Rapid mit rekordverdächtigen sieben roten Karten eine ziemlich brutale Truppe oder einfach so schwach, dass sich Mannschaft nur mit Notbremsen zu helfen weiß.

Des Zuschauers Eindruck ist, dass die seit 2016 neue Regel, dass der Schiedsrichter bei Foul im Strafraum auch Gelb und Elfer geben kann, das geradezu Gegenteil bewirkt hat, dass sich nämlich die Schiedsrichter auf den Beisatz der Regel, dass Gelb nur dann gegeben werden kann, wenn der Ball gespielt wurde. Ich habe den Eindruck, als hätte man früher in diesen beiden Elfersituationen einfach Strafstoß gegeben und jetzt, die neue Regel fast als genüssliche Strafverschärfung anwendet, weil “letzter Mann” bei einem Gedränge im Strafraum wohl schon öfter vorgekommen ist, ohne dass der Übeltäter gleich mit Rot vom Platz hätte müssen.

Einfach den Ball in das Getümmel in den Strafraum fetzen, könnte eine gute Methode sein, ein Hands-Vergehen herauszuholen. Es funktioniert nicht, wenn man einen Salzburger anschießt – wie wir im letzten Spiel gesehen haben, aber es funktioniert gegen Rapid. Es ist schon bemerkenswert, wo überall bei Rapid ein letzter Mann gefunden wird, dem man dann die rote Karte zeigen kann; umgekehrt – wie wir beim Salzburg-Spiel gesehen haben – ist das nicht so der Fall. Das hat wahrscheinlich auch mit dem Zeitpunkt des Vergehens zu tun, weil in der Anfangsphase die Schiedsrichter eher zurückhaltender agieren.

Der Blickwinkel

Der Blickwinkel eines Stadionbesuchers ist eine Art “Totale”, bei der die Details nicht so klar erkennbar sind wie in einer Nahaufnahme, die etwa dem Blickwinkel des Schiedsrichters entspricht. Um die Elfersituationen einschätzen zu können, muss man als Zuschauer die Daheimgebliebenen anrufen und die berichten dann: “ja, den kann man geben” oder eben nicht. Unser “Tribünenurteil” ist also getrübt durch den großen Betrachtungsabstand und daher ist auch unsere instinktive Haltung gegen den Schiedsrichter auf diesem Blickwinkel zurückzuführen.

Es ist kurios, dass wir 15.000, die das Stadion dem warmen Wohnzimmer vorgezogen haben, weniger gut informiert sind als die Zuschauer vor den Fernsehgeräten. Die zukünftige Regelung, dass die Spiele nicht mehr im Free-TV gezeigt werden, könnte daher auch dazu beitragen, dass die Zuschauerzahlen in den Stadien steigen. Ganz besonders begrüßenswert ist, dass wir als Rapid-Mitglieder und -Abonnenten die Spiele von Rapid in voller Länge werden nachschauen können!

Ich würde mir wünschen, dass Entscheidungen, die ein Zuschauer im Stadion nicht nachvollziehen kann, vom 4. Schiedsrichter in einem Video-Insert dem Publikum erklärt werden.

Protestentscheidungen

Blickwinkel hin oder her; was die Schiedsrichter nicht gesehen haben, das ist eben Glück des einen oder Pech des anderen. Das ist eben Fußball. Wir hatten daher das Pech, dass ein Hands im Strafraum gesehen wurde und dass man es nicht als “unabsichtlich” eingestuft hat. Wenn wir aber das Glück haben, dass es nicht gesehen wurde, dann dürfen Proteste nicht dazu führen, dass ein bereits durch das Schiedsrichterteam anerkanntes Tor wieder aberkannt wird – wie zuletzt beim Spiel gegen Salzburg; nicht einmal dann, wenn es tatsächlich ein Tor mit der Hand war.

Gedenken an Ernst Happel

Ernst Happel kannte sogar ich, obwohl ich in der damaligen Zeit das Geschehen bestenfalls als Zeitungsleser verfolgt habe. Was für ein Gigant des Fußballs dieser Mann aber war, das habe ich erst durch meine Beschäftigung mit Rapid erfahren. Dass in einer Person ein solcher Kontrast zwischen Fußballgenie einerseits und Alltagsprolet mit selbstmörderischem Lebensstil bestehen kann, zeigt, dass man mit seinen Urteilen über Menschen sehr sparsam sein soll.

Die Choreografie der Ultras titelte “In Gedenken an die Legende Ersnt Happel”. Während der Eröffnungszeremonie enthüllte der Block zu einem Lied über Ernst Happel nach jeder neuen Liedzeile einen Spruch von “Aschyl”:

“Ich will immer alles gewinnen und wenn ich alles gewinne, will ich den Rest noch gewinnen.”

“Ich lebe mit dem Risiko, ich liebe Risiko, das ist mein Naturell”

“I brauch kane Spüler, die wos an Beistrich in da Unterhosn ham”

“Da derfst ned rauchen, des halt i ned lang durch”

“Ich liebe Fußball, ich bin geboren für Fußball”

“Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag”

“Der Fußball muss ein Volkssport bleiben”

“Je mehr Sie verbieten, desto schlechter.”

Und so als wollten sie dem  “Wödmasta” ein Ständchen bringen, sangen sie praktisch das ganze Spiel ohne Unterbrechung durch. Dieser Einsatz hat mich sehr beeindruckt.

Bayern-Fan, Arnold, Florian, Herbert vor dem Spiel.

Links

Altach-Rapid

2:2 (0:0)

Ich hatte den Eindruck, als hätte das Mentale das Spiel entschieden hat und nicht die gefühlte Spielstärke, denn in der gesamten ersten Hälfte schien es nur eine Frage der Zeit, wann das erste Tor für Rapid fallen würde. Und dann war es ausgerechnet die erste Minute nach der Pause, dass unser Kapitän seine Abschlussqualitäten unter Beweis gestellt hat.

Und ob es nicht uns genau so wie der Mannschaft gegangen ist: “endlich”, das alles erlösende Tor ist gefallen. Während wir uns in unsere Sessel zurückfallen ließen (im Stags-Head hatten sie leider keine Lehne), tat die Mannschaft dasselbe: “gwunna hamma”, schienen sie zu denken. Die Anspannung ließ nach und den Altachern gelangen plötzlich Spielzüge, die sie die ganze erste Halbzeit vermissen ließen. Man könnte sagen, die Altacher hätten sich mehr angestrengt. Ich meine, dass Rapid sich schon als Sieger gewähnt hat.

Und die Strafe folgte auf dem Fuß. Dass die aufrückenden Flankenspieler – so wie beim Ausgleichstor – am Strafraum so ungedeckt stehen können, ist ein grober Fehler. Der Fuchs Aigner ferselte den Ball in den leeren Raum und der ungedeckte Altacher Matthias Honsak verwertete problemlos.

Das zweite Gegentor schien dem Sky-Experten Michael Konsel haltbar und diesen Eindruck hatten wir auch. Aber der Schuss war wirklich extrem gut platziert, exakt am Pfosten. Wir müssen uns immer verinnerlichen, dass auf unserer Seite der Schuss von Louis Schaub ebenso perfekt platziert war aber leider nur die Latte getroffen hat. Es ist also – wie so oft – jede Menge Zufall im Spiel.

Dass Rapid in der letzten Minute noch den Ausgleich geschafft hat, fällt genau so in die Kategorie “kitschig” wie der Ausgleich von RB von der Vorwoche.

Die liebe Not mit Altach

Unsere Altach-Statistik zählt 13 Auswärtsspiele, davon 3 Siege, 3 Unentschieden und 7 Niederlagen, also ziemlich verbesserungswürdig, und ebenso viele Heimspiele, davon 9 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen. Insgesamt ist also die Bilanz positiv aber auswärts ist Altach ein schwieriges Pflaster, das sieht man.

Immerhin erlebten wir gegenüber den zwei Auswärtsniederlagen des Vorjahres eine Verbesserung.

Unentschieden-Serie

2:2 (1:0) H Mattersburg
2:2 (1:0) H Austria
2:2 (0:0) A RB
2:2 (0:0) A Altach

Ein 2:2 ist ein beliebtes Ergebnis im ersten Quartal dieser Saison, wobei sich dieses letzte Unentschieden genau andersherum angefühlt hat als die ersten drei, denn erstmals war es Rapid, das über den späten Ausgleich gejubelt hat, und das, obwohl über weite Strecken des Spiel gar kein Zweifel über das Ergebnis bestand, so überlegen hat die Mannschaft das Spiel im Griff gehabt, insbesondere in der ersten Halbzeit.

Rapid, das Team mit den meisten Unentschieden

Ich bin ein Gegner der Drei-Punkte-Regel.

Der Grund für die Einführung dieser Regel war, dem Sieg mehr Gewicht zu geben und die Mannschaften zu motivieren auf Sieg zu spielen. Doch das Gegenteil war der Fall, die Torquoten gingen zurück und die Mannschaften verstärkten eher die Defensive. (3-Punkte-Regel ->Umschalten auf “Tore”)

Die Punkte sind der Preis, um den gespielt wird. Dass der Preis nicht vollständig ausgeschüttet wird und ein Punkt einbehalten wird, ist angesichts der Leistungen auch unentschiedener Spiele nicht einzusehen. Alle vier oben genannten Unentschieden gehörten zur Sorte der spannenden Spiele (auch wenn sie für Rapid unvorteilhaft geendet haben).

Aus der Zeit der Zweipunkte-Regel stammt auch noch der beliebte Reporter-Sager, “die Punkte würden geteilt”. Heute wäre richtiger zu sagen: “ein Punkt bleibt liegen”.

Betrachten wir die Tabelle zum jetzigen Zeitpunkt, sieht man die Wirkung der Drei-Punkte-Regel sehr deutlich:

          Siege   Remis   3-Punkte 2-Punkte
Sturm       6       0        18       12
RB          4       2        14       10
LASK        3       3        12        9
Admira      4       0        12        8
Austria     3       2        11        8
Altach      3       2        11        8
WAC         3       2        11        8
Rapid       2       4        10        8
Mattersburg 1       2         5        4
St.Pölten   0       1         1        1

Die Mannschaften rücken bei der Zwei-Punkte_Regel enger zusammen und es ist einfacher, den Tabellenführer einzuholen. Bei der Drei-Punkte-Regel braucht man dafür drei Siege, bei der Zwei-Punkte-Regel nur zwei.

In der aktuellen Situation ergibt sich kein großartiger Platzgewinn für Rapid aber durch das Zusammenrücken der Teams sind die Chancen auf einen Platzwechsel größer, wodurch einzelne Spiele wichtiger werden und es weniger häufig zu Spielen ohne besonderen Wert kommt. Am Ende der Saison werden die Abstände größer und daher sind eventuelle Aufholjagden bei der Drei-Punkte-Regel weniger erfolgversprechend.

Die Einführung der Drei-Punkte-Regel beruhte auf einer typischen Milchmädchenkalkulation, die sich durch die Entwicklung defensiver Spielstrategien als falsch herausgestellt hat.

Und warum wird das nicht geändert? Der Grund ist ähnlich dem, dass der Papst in Glaubensfragen unfehlbar ist. Man gibt Fehler nicht gern zu, gleichzeitig sind die Fußballgremien ziemlich konkurrenzbefreit.

Arnold, Franz, Florian und Mario im Stags-Head.

Links

Die Mitgliederversammlung des “Klub der Freunde des S.C. Rapid” am Montag, zu dem der Sportdirektor und das Trainerteam geladen sind, wird jede Menge an Diskussionsstoff bieten.

Ob wir so viele Sesseln haben als es jetzt schon angemeldete Besucher gibt…

Rapid-Altach

3:0 (2:0)

Endlich lagen die Buchmacher einmal richtig: Rapid-Altach: 1.55 – 3.8 – 5.0. Für das erratene Endergebnis 3:0 hätte es den 8-fachen Einsatz gegeben.

Dass Steffen Hofmann die Mannschaft auf das Spielfeld geführt hat, war Anlass für einen tosenden Begrüßungsapplaus.

Und es war geradezu kitschig, dass Steffen gleich zwei Tore beigesteuert hat. Wir sollten ihm mit “Steffen Hofmann.., der Beste auf der Welt” bei noch möglichst vielen Spielen verabschieden, ganz egal, wie uns das jeweilige Spiel zusagt.

Ein Elfmeter für Rapid, das ist schon etwas Besonderes. Abgesehen davon, dass Schiedsrichter solche Vergehen gerne vor forderndem Publikum übersehen (das war auch in diesem Spiel der Fall, denn Joelinton wurde kurz nach dem 2:0 im Strafraum zu Boden gerissen aber der Pfiff blieb aus. Der Grund dürfte sein, dass Schiedsrichter Fouls an nicht ballführenden Spielern wenig bis gar nicht ahnden). Das Besondere an einem Elfmeter ist natürlich auch, dass man sich überhaupt erst einmal im Strafraum befinden muss, und das war im letzten halben Jahr nicht sehr oft der Fall.

“Wenn ihr den Oidspotz ned hätt’s…”

Das waren die Worte von Josef, einem Mitarbeiter der Securitas, die für die Sicherheit im Stadion verantwortlich ist.  Josef war an diesem Abend ganz im Gegensatz zum letzten halben Jahr ziemlich kurz angebunden als wir ihn vor unserer Haustüre eingeholt haben (wir wohnen im selben Haus).  Sein Verhalten  ist sehr stimmig, denn Josef ist Austrianer… Und wie schon Alexander Grünwald in einem Interview erwähnt hat: einen Sieg wünscht man dort Rapid nicht.

4-2-3-1

Damir Canadi meinte, dass sein 3-5-2-System eine Art “Stein der Weisen” sei, welches man nur anwenden müsse, um zum Erfolg zu kommen. Blöderweise haben aber die Rapid-Spieler all die Jahre vorher ein ziemlich erfolgreiches 4-2-3-1 praktiziert. Wie sehr dieses Zoki-System noch in den Köpfen war, konnten wir bei diesem Spiel gegen Altach sehen.

Der frisch gebackene Cheftrainer Gogo hat die Probleme mit dem Damir-System sicher schon lange beobachtet und ist kurzerhand auf das von der Mannschaft früher praktizierte System zurückgegangen – und hatte damit Erfolg. Warum die Cotrainer das dem Cheftrainer Damir nicht schon viel früher nahegelegt haben, dürfte an der ansonsten nur noch beim Militär praktizierten strengen Hierarchie liegen, die beim Fußball eben üblich ist. Bei einem solchen wenig demokratischen System kommen Kritik und Selbstkritik vielleicht doch ein wenig zu kurz. Die einzige Kritik scheint der Erfolg des Gegners zu sein; sehr zum Leidwesen aller anderen Beteiligten.

Die Mannschaft wirkte trotz des schweren Gegners gegenüber den letzten Spielen befreit und fühlte sich insgesamt wohler. “Uns ist ein Damir-Stein vom Herzen gefallen”, könnte man sagen.

Gehorsam, wie beim Militär

Ich habe die Gelegenheit, von Zeit zu Zeit mit einem ständigen Gast des Rapid.VIP-Klubs in einem kleinen Café zu plaudern. Durch die größere Nähe zu Informationen aus “erster Hand”, erfuhr ich, dass die wenig schmeichelhaften Zeitungsmeldungen betreffend unseren beurlaubten Cheftrainer Damir Canadi alle stimmen sollen, mehr noch, dass sie eher untertrieben, vielleicht sogar für den Druck beschönigt seien. Noch erstaunlicher war aber die Information, dass Spannungen zwischen Trainer und Mannschaft schon nach dem Trainingslagers im Winter aufgetreten seien.

Eine gute Beobachtung von Gregor möchte ich in diesem Zusammenhang nicht vorenthalten: “Was haben wir da für Spieler – inbesondere die älteren sind gemeint, die nicht imstande sind, ihrem Sportdirektor oder dem Präsidenten über ein Unbehagen im Team zu berichten.”

Wir Außenstehenden sehen natürlich nur die Ergebnisse, aber man hat aufgrund der sehr großen Geduld der Verantwortlichen den Eindruck, dass auch sie sich nur an den Ergebnissen, nicht aber an intimeren Informationen orientieren, vielleicht, weil sie sie nicht haben?

Was allein ich mir vorstellen kann, dass der Sportbetrieb eine ziemlich undemokratische und hierarchische Struktur ist, die eben nur einen “Dienstweg” kennt. Was hätte es uns aber erspart, wenn man schon im Februar geahnt hätte, dass die Chemie im Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer nicht stimmt. Alle die frustrierenden Ergebnisse des Frühjahrs wären dann schon viel früher in einem anderen Licht erschienen.

Nun, wir sind ja alle aufgefordert lebenslang zu lernen…

Wir können rätseln…

…was nun der Grund für diese “Wiederauferstehung” ist, wie die Krone titelt. War es der Umstand, dass die Ultras der Mannschaft auf einem Parkplatz “ins Gewissen geredet” haben, war es der Umstand, dass ein (offenbar ungeliebter) Trainer nicht mehr das Sagen hat, oder war darüber hinaus die ruhige Art von “Gogo und Buitre” ein guter Motivator? Bleiben wird der Umstand, dass diese Wende einmal mehr den Trainereffekt bestärkt. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir schon im Oktober diesen Effekt gerne erlebt hätten, es sollte aber nicht sein.

Egal, wir freuen uns und hoffen, dass die Mannschaft mit neuem Elan in die letzten Spiele dieser Saison geht. Wenn wir uns einen Sieg in den beiden kommenden Partien wünschen könnten, dann bitte im Cup aber wir haben alle das Gefühl, als könnte Rapid auch das Derby für sich entscheiden.

Aus den Sozialen Netzen

Der Ostergag 2017 ist wohl die in den Netzen kursierende Grafik: “Die Bibel wird umgeschrieben: nicht Jesus, sondern Rapid ist wiederauferstanden.” (Danke, Hannes!)

Bei diesem Spiel…

…wurde die neue Ausgabe “Fan Special” von Forza Rapid verkauft. Im Bild Jürgen Zacharias, Chefredakteur und Julian.

Ján, der Augustinverkäufer hat eine Stunde vor Spielbeginn trotz unserer Spende das Geld für eine Eintrittskarte noch nicht beisammen. Ján ist sehr engagiert. Er verkauft nicht nur den Augustin, auch CDs, Comics und einen Kalender und sorgt mit seiner mobilen Disco für Unterhaltung.

Sieben auf einen Streich

Der Erfinder des Beerjet ist nicht ganz märchenfest, sonst hätte er wohl einen 7-fach Beerjet konstruiert.

Support

Der Block-West war – wie in seinem Rundschreiben angekündigt – positiv motiviert und riss mit seinen Gesängen auch große Teile der Osttribüne mit.

Der Block verlangt “12,- Euro Einheitspreis für alle Auswärtssektoren – auch im Weststadion”.

“Von Vorstand bis Spieler, nur noch die Marie im Schädl. Begreift’s endlich, es geht um Rapid – ned nur um’s Knedl! Drum zeigt’s jetzt Eier – aber prompt. Auch wenn der Hase erst nächste Woche kommt”

Mit dem lieben Geld hat der Block ein Problem. Rapid ist – für österreichische Verhältnisse – ein Riesenverein. Er beschäftigt viele Spezialisten im Sportbereich, deren Namen noch nicht über die Nennung auf der Homepage hinausgedrungen sind, die aber alle am sportlichen Erfolg mitwirken. Das kostet viel Geld. Man kann sich gerne “Football-old-style” wünschen, muss aber immer auch dazu sagen, wie man das im verhassten modernen Fußball notwendige Personal bezahlen würde.

Auf der anderen Seite gibt es eine Vermarktungsmaschinerie, die dafür sorgt, dass genug Geld da ist.

Wo ist genau das Problem? Sollte man das Merchandising einstellen und Rapid-Mobil kündigen? Warum sollte man das tun? Ein “Vorteil”, der sich daraus ergibt, wäre, dass wir auf der anderen Seite Sport-Kompetenz verlieren, weil wir Sport-Spezialisten kündigen müssten, weil ja dann für sie weniger Geld da ist.

Eine Rückkehr in die Zeiten des alten Fußballs bedeutet einen Abstieg in eine untere Liga. Dort kann man solche masochistischen Wünsche ausleben; eine Art fußballerisches Fegefeuer. Fußball-old-style ist ja nicht aus der Welt und dazu muss man nicht eigens zu Rapid kommen, ein Besuch beim einem Wiener-Liga-Verein genügt.

Hier eine vollständige Auflistung des Personals für den Sportbereich laut Homepage (ca. 100 Personen, Willi Schuldes kommt mehrmals vor). Ach ja, eine Rapid-Ikone hat angemerkt, dass es bei Rapid zu wenig sportliche Kompetenz gäbe.

Sportmanagement

Fredy BICKEL Geschäftsführer Sport
Stefan EBNER Direktor Sportmanagement
Willi SCHULDES Sportlicher Leiter Rapid II, Akademie und Nachwuchs
Mag. Peter GRECHTSHAMMER Leiter Sportmanagement Rapid II, Akademie und Nachwuchs
Kurt DERINGER Team-Manager Profis
Edi WIEBOGEN, BSc, BEd Team-Manager Rapid II, Turnierkoordinator
Mag. David GRUBER Sportmanagement Rapid II, Akademie U18 – U13
Michael SOCHOR, B.A.
Sportmanagement Nachwuchs Akademie U12 – U6, TMAKA, SNT
Mag. Harald MÖSSLER Ausbildungskoordinator

Betreuerteam Profis

Damir CANADI Cheftrainer
Martin BERNHARD Co-Trainer
Goran DJURICIN Co-Trainer
Helge PAYER Tormanntrainer
Alexander STEINBICHLER, MAS
Fitnesstrainer
Maurizio ZOCCOLA Videoanalyse
Dr. Thomas BALZER Teamarzt
Dr. Benno ZIFKO Unfallchirurg
Dr. Andreas MONDL Unfallchirurg
Wojtek BURZEC Physiotherapeut
Wolfgang FREY Masseur
Wolfgang SKALSKY Masseur
Andreas LORBEK Utensillien Manager

Betreuerteam Rapid II

Willi SCHULDES Sportlicher Leiter
Muhammet AKAGÜNDÜZ Cheftrainer
Patrick JOVANOVIC Co-Trainer
Klemens WINDBACHER, BSc Tormanntrainer
Roland RINNHOFER Sportwissenschafter, Athletiktrainer
Dr. Andreas MONDL Teamarzt
Stefan LAMPRECHT, BSc Physiotherapie
Peter ELSTNER Medientraining
Dominik FINSTER Utensillien Manager

Betreuerteam Akademie U18-U13

Willi SCHULDES Sportlicher Leiter
Zeljko RADOVIC Cheftrainer AKA U18
Rainer HANNBECK Co-Trainer AKA U18
Michael STEINER Cheftrainer AKA U16
Mark DOBROUNIG Co-Trainer AKA U16
Walter KNALLER Cheftrainer AKA U15
Mag. David GRUBER Co-Trainer AKA U15
Jürgen KERBER Cheftrainer U14
Mag. Josef JANSKY Co-Trainer U14
Mag. Bernd SCHREINER Cheftrainer U13
Gerd BAUER Co-Trainer U13
Mag. Tilo MORBITZER Individualtrainer
Roland RINNHOFER, MSc Sportwissenschafter / Athletiktrainer
Mag. Michael GRÄTZ, MSc Fitnesstrainer
Samir NAFFATI Fitnesstrainer
Klemens WINDBACHER, BSc Tormanntrainer
Dr. Andreas MONDL Teamarzt und Unfallchirurg
MMag. Alexander PFEIFER Sportpsychologe
Mag. Gerald KEMMER, BSc Physiotherapeut
Stefan LAMPRECHT, BSc Physiotherapeut
Jasmin VALLANT, BSc Physiotherapeutin
Oliver FILIP Physiotherapeut
Andreas GRECHTSHAMMER Utensilienmanager
Lukas HEGER Utensilienmanager

Betreuerteam U12- U6

Willi SCHULDES Sportlicher Leiter
Mag. Tilo MORBITZER Stv. sportlicher Leiter NWAKA
Mag. Florian FORSTER Trainer U12
Andreas GRECHTSHAMMER Trainer U12
Manuel HATOS Trainer U11
Thomas GOTTSBACHNER Trainer U11
Anton DORFMEISTER Trainer U10
Mag. Michael LUNGENSCHMID Trainer U10
Lukas JAROSCH Trainer U9
Dominik MARKSTEINER Trainer U9
Lukas KLINGER, BSc Trainer U8
Matias COSTA Trainer U8
Andreas SIMETH Trainer U7
Peter BENINGER Trainer U7
Manfred NEUMÜLLER Trainer U7
Peter BENINGER Trainer U6
Matias COSTA Trainer U6
Manfred NEUMÜLLER Trainer U6
Roland RINNHOFER, MSc Sportwissenschafter / Athletiktrainer
Mag. Michael GRÄTZ, MSc Fitnesstrainer
Samir NAFFATI Fitnesstrainer
David STAUDNER, BSc Tormanntrainer
Dr. Andreas MONDL Teamarzt und Unfallchirurg
Mag. Gerald KEMMER, BSc Physiotherapeut
Jasmin VALLANT, BSc Physiotherapeutin
Lukas HEGER Utensilien Manager
Andreas GRECHTSHAMMER Utensilien Manager

Scouting

Maurizio ZOCCOLA Leiter Scouting und Analyse
Mathias RINGLER Leiter Scouting
Anton HERZOG Scout Profis
Fritz RIEDMÜLLER Scout Profis
Harald SCHALLER Scout Profis
Mag. Vinzenz JAGER Scoutingkoordinator Nachwuchs
Michael KITTENBERGER Scout Nachwuchs
Mag. Nino RAUCH Scoutingkoordinator Nachwuchs
Milan SPRECAKOVIC Scout Nachwuchs
Manuel WEBER Scout Nachwuchs
Andreas MEJAVSEK Scout Nachwuchs

Trainer Special Needs Team-Manager

Jürgen KERBER Trainer
Matias COSTA Trainer
Lukas HEGER Trainer
Mario RAUSCH Trainer
Michael SOCHOR, B.A. Trainer

Links

Rapid-Viertelstunde vom 14.5.2017

  • Das neue Trainerduo
  • ÖFB-Cup gegen LASK
  • Special Needs Derby
  • Hilfe für Mandreko
    Konto: AT46 1200 0006 9727 5600, SK Rapid, Verwendungszweck “Sergej”
  • Rapid im Club 2×11

 

 

Altach-Rapid

3:1 (1:0)

Canadi kann gegen Canadi nicht gewinnen! Oder: Egal, wie das Spiel Altach-Rapid ausgeht, Canadi siegt immer!

Bei einem seiner ersten Interviews sprach Damir Canadi über seine Trainerlaufbahn und auch über seine Trainerkollegen und immer, wenn es um ein konkretes Spiel ging, sagte er nicht, die Mannschaft A habe gegen die Mannschaft B verloren. Nein, er sagte Trainer A habe gegen Trainer B verloren. Er sah ein Spiel als eine Leistung der jeweiligen Trainer an, die eine Mannschaft zur Verfügung haben und diese Mannschaft zum Sieg führen müssen. Gelingt es, nicht, wäre das die Schuld der Trainer.

Das ist eine sehr trainerzentrierte Sicht und erinnert an die Sichtweise von Militärs. Canadi übernimmt Verantwortung für ein Geschehen, das er nur strategisch aber nicht in der konkreten Situation beeinflussen kann.

Am besten trifft es der Kommentar der Bundesliga “Rapid im Niemandsland”.

Links

Altach ist einfach zu weit…

…aber nicht, wenn man es geschickt anstellt, Zeit (und Geld) hat. Folgendes Programm “der Gärtner” war nur durch das Ergebnis getrübt:

  • Samstag per Flug nach Innsbruck
  • Stadtbesichtigung, Berg Isel und Christkindlmarkt; Übernachtung
  • Sonntag mit dem Leihauto nach Vorarlberg
  • Bewirtung im VIP-Klub
  • Aufwärmphase (im Bild Didi, Andi und Pepi)
  • Klare Niederlage in Schnabelholz
  • Rückfahrt nach Innsbruck
  • Montag Heimflug nach Wien
  • Ohne große Verzögerungen zur Weihnachtsfeier

Alternativprogramm im Waldviertel

Andy Marek veranstaltet nun schon zum dritten Mal in Waidhofen seine Weihnachtsshow für seine Freunde aus dem Waldviertel. Wir, Hannes, Peter, Florian und Franz waren bisher immer dabei. (Im Bild Hannes und Peter am Stehtisch in der Sporthalle Waidhofen.)

Es begann 2014 mit einer Aufführung im Standsaal, der 2015 zwei Aufführungen folgten. Wegen großer Nachfrage wurde die Feier in die Sporthalle verlegt, wo gestern mehr als 1000 Zuschauer dem Geschehen folgten.

Und es gab tolle Gäste. Es war eine bunte Mischung aus jugendlichen Talenten, Akrobatik und den Spitzen der Unterhaltungsbranche mit Jazz Gitty, Robert Palfrader, Tricky Nicky und Flowrag (“Helden”). Einige davon werden wir auch bei der Rapid-Weihnachtsfeier sehen können.

Es gab auch eine Versteigerung von Essen mit zwei Rapid-Spielern, die wir, die Wiener für uns entscheiden konnten. Wir freuen uns auf ein Treffen

Wie jedes Jahr wird der Reinerlös der Veranstaltung einer caritativen Organisation im Bezirk übergeben. Details dazu in der NÖN.

Mittagessen in Mörtersdorf

Ich fahre gern zur Graselwirtin nach Mörtersdorf. Aber nicht nur wegen des guten Essens. Dieses Gasthaus sollte ein Pflichtbesucht für alle angehenden Richter und sonstwie Juristen sein, der an dem Beispiel des Vernehmungssprotokolls des Johann Georg Grasel genau beschreibt, dass Straftaten immer auch eine gesellschaftliche Komponente haben und bei jedem Verfahren, bei dem jemand verurteilt wird immer auch die Gesellschaft am Pranger steht. In vielen Fällen – vielleicht auch in jenem des “Räuberhauptmanns Grasel” – muss jemand für eine Gesellschaft büßen, die ihre Hände laufend in Unschuld wäscht aber zu wenig dazu beiträgt, dass Menschen in so prekäre Situationen geraten. Hier also der Text von der Speisekarte, den ich mir bei keinem meiner Besuche bei der Graselwirting entgehen lasse:

“Hätte mich damals die Herrschaft zu eienem rechtschaffenen Manne in die Erziehung gegeben, der mit etwas hätte lernen lassen, so wär ich in mein gegenwärtiges Unglück nicht gekommen, denn ich hätte das böse Beyspiel meines Vaters, meiner anderen Anverwandten und Kameraden nicht gesehen; so aber bin ich ganz in meiner Erziehung vernachlässigt worden, denn mein Vetter in Serowitz war nicht im Stande mir irgendeinen Unterricht in der Religion, im Lesen, Schreiben und dgl. zu ertheilen, sondern ich mußte mit ihm und seine Mehm betteln herumgehn, so wie ich dieses mit meiner Mitter that.”  Johann Georg Grasel bei seinem Verhör am 20.2.1816.

Eine Ermahnung an alle, die nach noch strengeren Strafen rufen.

Andy Marek, Botschafter von Rapid

So ganz nebenbei fiel die Bemerkung, dass Andy Marek an etwa 200 Tagen im Jahr eine Veranstaltung moderiert und dabei sind Fußballspiele nur ein kleiner Teil. Ein bedeutender Teil sind Veranstaltungen in Niederösterreich, etwa “NÖN sucht das größte Talent” .

Warum ich das schreibe? Wir wissen, dass ein wichtiger Teil der Anhänger von Rapid aus den östlichen Bundesländern kommt. Wer diese Weihnachtsshow aufmerksam verfolgt hat, der hat den Namen Rapid sicher 20 Mal, wenn nicht öfter gehört. Beispielsweise bekam Robert Palfrader eine Rapid-Schneekugel, wurden die Altenburger Sängerknaben zum Heimspiel gegen RB am 4. März eingeladen, gab es nach dem Spiel Rapid-Schals gegen eine Spende zum Mitnehmen, gab es während der Veranstaltung mehrere Verlosungen (wie auch das Abendessen mit zwei Rapid-Spielern) und viele andere Kleinigkeiten. Jetzt beachte man, dass die Moderation landauflandab vor überwiegend jungem Publikum stattfindet, dem besten Zielpublikum für Fußballvereine.

Im Rahmen dieser Moderationen wird unglaublich viel Werbung für grün-weiß gemacht, Werbung, die sich in den Zuschauerzahlen im Stadion niederschlägt. Marketing-Profis werden berechnen können, welche Aufwändungen man ohne diesen Rapid-Botschafter in Ostösterreich tätigen müsste.

Andy Marek, ein Botschafter für grün-weiß!

Rapid-Viertelstunde vom 16. Dezember 2016

  • Fredy Bickel ist neuer Sportdirektor
  • Fans sammeln für guten Zweck
  • Hofmann-Kirchenbild im Stadion
  • Auszahlung an Rapid-Investoren
  • Autogrammalbum fürs Rapideum
  • Zum Video

Rapid-Altach

1:1 (0:1)

d15a1864

Das Spiel erinnerte mich vom Charakter her an meine Schulzeit (übrigens auch schon die Spiele gegen Mattersburg und Ried). Am Anfang des Spiels (des Schuljahres) ist alles noch nicht so wichtig, man hat ja Zeit genug aber in der Schlussphase, insbesondere wenn der Gegner (der Lehrer) vorlegt und beginnt, “der Hut zu brennen”, dann wird “sich angestrengt”.

Es gab Elemente im Spiel, über die man sich als Zuschauer hat aufregen können. Am meisten haben mich die zahlreichen Umfaller und Verzögerungen der Altacher gestört, die schließlich auch zum Ausschluss von Srdjan Grahovac geführt haben.

altach

Aber man muss fast sagen, dass der Zeitpunkt des Ausschlusses eigentlich der Schlüssel zum späteren Ausgleich war, weil dadurch die Mannschaft die Dringlichkeit der Situation demonstriert bekam und man den Eindruck hatte, dass sich nach diesem Ausschluss die Mannschaft trotz Unterzahl gehörig ins Zeug gelegt hat.

Aber alle diese Mätzchen der Altacher waren kein Grund, das Spiel nicht zu gewinnen.

Wäre dieses Spiel ein kleiner Hänger in einer Folge ordentlicher Partien, wäre das alles keine Malheur. So ähnlich würde ich die Aussetzer in der Ära Zoki beschreiben. Aber in den letzen zwei Monaten ist der von Spiel zu Spiel deutlicher werdende Qualitätsabfall auch schon als Tendenz ablesbar.

Zwar gibt es Rückendeckung des Herrn Präsidenten, der meint, man könne einen Trainer nach wenigen Spielen nicht endgültig beurteilen (immerhin waren es aber schon 19 Bewerbspiele)  aber wenn wir diese letzten Spiele von Rapid betrachten, dann würde ich sagen, dass die weit weniger hoch dotierte Mannschaft des gekündigten Trainers Zoki jederzeit die heutige Mannschaft des Trainers Mike geschlagen hätte. Wir hatten damals auch nicht das Gefühl, dass es derartig an Spielwitz fehlen würde, auch nach verlorenen Partien. Das kann man auch daran ablesen, dass der Block sich nie in den letzten Jahren derart klar wie bei dem Spiel gegen Altach gegen die Mannschaft gestellt hat. Die Kritik ist angebracht aber sie trifft nur einen der Beteiligten aber nicht ins Schwarze.

Alles, was uns da aus der Führungsetage erzählt wird, sind reine Schutzbehauptungen, die noch dazu den Charakter von Eigentoren haben.

Was solle man etwa davon halten, wenn Andy Müller meint, die Mannschaft wäre keine Einheit? Nachzulesen in einem laola1-Bericht. Von wo kommt es, dass sie keine Einheit ist? Was ist davon zu halten, dass die Spieler, allen voran Stefan Schwab, das in Abrede stellen?

Gegen wen richtet sich diese Kritik? Gegen die Spieler? Das glaube ich nicht, denn ob eine Gruppe von Menschen eine Einheit bildet, hängt nicht allein von ihnen selbst ab. Da müssen schon die Rahmenbedingungen so sein, dass sie diese Einheit sein können. Warum auch immer; durch Druck, durch gemeinsame Ziele usw. Und wenn diese Rahmenbedingungen nicht gegeben sind, dann eben nicht. Aber für eine solche Einheit ist das Trainerteam verantwortlich. Und es dürfte kein Zufall sein, dass bei einem Trainerwechsel oft das ganze Trainerteam ausgetauscht wird, denn betrifft der Wechsel nur den Cheftrainerposten, dann hat der gleichzeitig zwei Baustellen: er muss Vertrauen zur Mannschaft aber auch gleichzeitig zum Trainerteam aufbauen, und wenn er Pech hat – so wie es offenbar bei Rapid der Fall ist – hat er beide gegen sich. Denn sowohl dem Trainerteam als auch der Mannschaft wurde durch den Trainerwechsel etwas genommen, nämlich eine bisher durchaus funktionierende Beziehung zu einem kumpelhaften Trainer Zoki.

Wie ist es, wenn man uns etwas nimmt? Gehen wir nicht instiktiv in Opposition? Hat sich eigentlich jemand aus der Führungsetage um das bisherige Verhältnis des Trainers zur Mannschaft gekümmert? Aus den Interviews zu schließen: nein. Denn die Spieler sagten übereinstimmend, dass sie vom Trainerwechsel total überrascht worden sind.

Eine Gruppe von Menschen bildet nicht einfach so eine Einheit. Es ist wie eine Schulklasse. In der Klasse (am Spielfeld) formt der Lehrer (der Gegner) die Einheit. Im sonstigen Alltag (ist der Gegner weg) macht die Klasse, was sie will. Da wäre dann der Trainer gefragt, eine Vertrauensbasis herzustellen und wenn möglich auch den Wunsch in den Spielern zu wecken, dass sie für ihn spielen – oder, dass sie aus Angst vor ihm spielen – je nach Führungsstil. Uns als Zuschauer kann das letztlich egal sein, warum sie eine Einheit sind, ob aus Angst oder aus Zuneigung. Aber diese Einheit muss bereits im Training gegeben sein, damit sie später, im Spiel abgerufen werden kann.

Es ist eine erstrangige Aufgabe des Trainer, ein Team, eine Einheit zu formen. Für ihn, der irgendwie zum Team gehört aber doch nicht unmittelbar etwas zum Spiel beitragen kann, außer dieser Einheit, einem Zusammengehörigkeitsgefühl. Wie er das tut, ob autokratisch, charismatisch, bürokratisch, autoritär, kooperativ oder im Laissez-Faire-Stil, das ist völlig gleichgültig. Was zählt, ist, dass wir alle das Gefühl haben, dass sich die Spieler einsetzen. Egal, ob sie das für sich selbst, für den Trainer oder für die Zuschauer oder – wie viele meinen – wegen des Geldes machen. Aber es ist die Aufgabe des Trainers, diese Motivation vermitteln zu können. Mike ist das bisher nicht gelungen und daher zielen die Spruchbänder auf das Symptom und nicht auf die Ursache.

Spieler beschuldigen sich vor dem Mikrofon, dass man zu wenig nach vorne spielen würde oder sonstige Details. Es ist einfach so, dass sie es selbst so erleben aber offenbar dennoch nichts dagegen tun können, dass es so ist. Das kommt daher, dass sie im Interview ein Verhalten der Gruppe beschreiben, es aber als Einzelne nicht ändern können.

Präsident Krammer sieht in einem Laola1-Bericht “keinen Notstand bei Rapid”, weil man einem Trainer mehr Zeit geben müsse.

Aber die Situation des neuen Trainers ist eine ganz andere, wenn ein Team zum Beispiel am letzten Platz ist und tatsächlich irgendwas mit der Chemie nicht mehr stimmt und niemand mehr weiter weiß, trotz bestem Willen aller Beteiligten. (Das war möglicherweise beim WAC der Fall, als Heimo Pfeiffenberger unseren Didi Kühbauer beerbt hat und danach – auch ganz ohne eine großzügige “Schonzeit” – sich Erfolge gleich eingestellt haben.) In diesem Fall ist die Mannschaft für diesen Wechsel möglicherweise sogar dankbar, weil sie einem Neubeginn geradezu entgegenfiebert, denn wer steigt schon leichtfertig ab.

Aber so war das bei Rapid nicht. Die Mannschaft hat sich trotz eines alljährlichen Aderlasses und Ersatz der abgegebenen Spieler weit unter dem vorigen Wert unter Zoki immer wieder bis an die Spitze herangekämpft und es ist uns Zuschauern verdammt egal, wie er das geschafft hat. Gefühlt war er ein Trainer, der immer hinter seiner Mannschaft gestanden ist, der sie immer in Schutz genommen hat. Und die Mannschaft hat es ihm gedankt. Mein Gefühl war, dass die Mannschaft für Zoki gespielt hat, dass es eine gute Vertrauensbasis gegeben hat. Und der Lohn für diese Kooperation war ein undankbarer zweiter Platz und sehr gute Ergebnisse im europäischen Bewerb.

Niemandem bei Rapid ist das genug und auch dem Präsidium nicht. In praktisch jeder Saison hatte man das Gefühl, dass da mehr möglich gewesen wäre. Und man war der Meinung (viele Gesprächspartner haben das so oder so ähnlich ausgedrückt und wahrscheinlich meinte man das auch in der Führungsetage), dass dem Zoki nur die notwendige Härte gegenüber der Mannschaft gefehlt hätte.

Und in dieses funktionierende Gefüge kommt aus heiterem Himmel ein Trainerwechsel mit einem sonderbaren Beigeschmack. Es war ein Wechsel ohne Not und hatte vordergründig nur ein Ziel, nämlich noch besser und schließlich Meister zu werden, etwas, was man Zoki nicht zugetraut hat. Andere Gründe sind uns nicht zugänglich aber es gibt sie, weil das “einvernehmlich” eigentlich eine klare Kündigung war, eine fristlose sogar.

Man kann alle Randbedingungen im Fußball planen aber mit allen diesen Mosaiksteinchen kann man nur die Wahrscheinlichkeit für einen Titel erhöhen. Aber auch wenn man sehr viel mehr von allem als der jeweilige Gegner hat, so wirklich gelingen kann es nur, wenn auch Unwägbarkeiten zu seinen Gunsten “ausschlagen”: Dazu gehört das Klima in den verschiedenen “Beziehungen”; zu jener zum Trainer, zu jener zum Verein zu auch zu den Fans. Also das, was Andy Müller als “fehlende Einheit” beschreibt. Aber das ist eine Bringschuld des Trainers uns sogar der Vereinsführung und nicht der Mannschaft.

Spätestens nach dem Trainerwechsel war das Vertrauen der Mannschaft zur Vereinsführung nicht gegeben und zwar wegen des Führungsstils. Es wurde einfach über die Mannschaft hinweg etwas verfügt und ein bestehendes Vertrauensverhältnis gestört.

Rapid kauft sich eine deutsche Führungsgarnitur ein, um dem “Kamerad Schnürschuh” auf Vordermann zu bringen. Also mehr Disziplin und mehr Ordnung usw. Aber eben weil wir dieses Lehrmeisterhafte unserer Nachbarn schon seit den Zeiten des Ersten und dann auch des Zweiten Weltkriegs kennen, haben wir es lieber, wenn sie das Lehrmeisterhafte unter sich ausleben aber nicht auf uns Österreicher anwenden mögen. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Vereinsführung sehr auf diese deutsche Mentalität setzt und auch auf die Kompetenz von Fachleuten aus dem Land des Fußballweltmeisters. Was die leider all zu wenig bedenken, ist die “österreichische Seele”, denn in Deutschland arbeiten sie mit Spielern die sie verstehen, hier aber müssen sie, die Fachleute, erst den Umgang mi dieser “österreichischen Seele” erlernen. Und das scheint so schwierig zu sein wie der hiesige Dialekt. Und im Grunde gelingt es nie.

Abschließend erinnere ich an eine Begebenheit, die Max Merkel zugeschrieben wird, dem als Trainer zugetragen wurde, dass ein Teil der Mannschaft zu feucht-fröhlichen Festen geneigt hat. Unschlüssig, wie er sich verhalten solle, ließ er kurzerhand die Bösen gegen die Guten spielen. Die Trinker haben 7:1 gewonnen, worauf er meinte “sauft’s weiter”. Diese Anekdote fällt mit immer ein, wenn man heutzutage meint, dass ein Spieler oder Trainer einerseits ein untadeliger, herzeigbarer Mensch des Typs “Sängerknabe” sein soll und anderseits in einem Spiel Aggressivität an den Tag legen soll. Das scheint fast unvereinbar.

Ambiente

Wir verbringen vor und nach dem Spiel einige Zeit “im Bauch” des Stadions. Und die Statistiken in der Rapid-Viertelstunde vom 14.10. hat uns gezeigt, dass wir ein Vielfaches von dem konsumieren, was wir im Happel-Stadion und auch im Hanappi-Stadion je konsumiert haben. Bei Liga-Spielen sind es im Schnitt 8 Euro pro Besucher pro Spiel, im Hanappi-Stadion waren es zwei Euro pro Spiel und Besucher.

Dass die Vergabe der Sitze bisherige Gruppierungen ziemlich “zerfleddert” hat, bewirkt, dass wir eben vor und nach dem Spiel beim Imbiss treffen. Hier die Gruppe der”Heryneks”.

d15a1841

Wegen dieser Diskussionen rund um Rapid vor dem Spiel ist uns entgangen, dass der Block bereits während der Aufwärmphase eine Botschaft Richtung Mannschaft gerichtet hat und wir das übersehen haben. Ein freundlicher Video-Filmer ließ mich sein Display fotografieren, sodass ich auch eine Erinnerung daran mitnehmen konnte.

d15a1848

“Der Block ruft seine Leistung ab, ob auswärts oder heim
Eure Auftritte in der Provinz dagegen sind zum Speib’m!
Durch Kampf und Zusammenhalt wird jeder Gegner g’wetzt,
reißt’s Euch den Orsch auf – und zwar jetzt!”

Nach meinem Empfinden enthält der Spruch einige Fehleinschätzungen:

Es ist mit diesem Spiel gegen Altach (aber auch schon gegen Mattersburg, damals war das Glück beziehungsweise die Schiedsrichterentscheidungen ziemlich auf unser Seite) die orientierungslose Spielweise (zum Beispiel ohne einen lenkenden Spieler wie Steffen Hofmann) nicht mehr nur auswärts sondern auch zu Hause schwer auszuhalten.

Bei jedem Fußballspiel – egal, ob es uns gefällt oder nicht – besteht eine ordentliche Leistung (im Wortsinn); dazu wird ja all wöchentlich trainiert. Was im Spruch gemeint ist, dass man mit dieser Leistung keinen Erfolg hat. Aber Leistung ist da, das ist unbestreitbar; 60-70 kg 10 Kilometer in 90 Minuten bewegen. Mehr ist Leistung nicht.

Dass kein Zusammenhalt da ist, das kann sein, aber das liegt nicht im Bereich dessen, was man Spielern allein umhängen kann, denn dafür, dass es nicht läuft, dafür muss man schon weiter nach oben schauen. In diesem Fall sogar bis zum Präsidenten, denn was im Bereich Wirtschaft umgesetzt wurde, das ist das, was eben generalstabsmäßig planbar ist und das wurde auch – zumindest was uns die Zahlen so sagen – perfekt umgesetzt.

Aber Erfolg ist nicht in diesem Sinne planbar. Gleichzeitig man kann durch autoritäre Entscheidungen viel kaputtmachen, von dem man nicht einmal geahnt hat, dass es aufgebaut worden ist und mit einem Mal einfach weg ist.

Ich will nicht einmal sagen, dass es ein Fehler im klassischen Sinn ist. Es ist der Fehler, dass alle bis hinauf zum Präsidenten tatsächlich das Beste für den Verein und für den Erfolg wollen und dazu gehörte nicht nur ein neues Stadion, eine neue Vereinsstruktur, sondern auch ein neuer Trainer und neue, teure Spieler. Und damit müsse es wohl funktionieren, meinte man.  Aber man hat sich geirrt. Man hat ein bisschen die subtilen menschlichen Beziehungen vergessen, über die man nicht so einfach hinwegsehen kann.

Auch das Leben ist ein Fußballspiel. Und “gut gemeint” kann nicht selten das geradezu Gegenteil von “gut” sein.

Es gibt nur eines, das Zoki den Trainerposten gerettet hätte und das wäre ein Titel gewesen. Aber dieses Schicksal werden Andy und Mike mit Zoki teilen, halt nur ein Jahr später, denn so wie das jetzt ausschaut, werden sie nicht einmal den zweiten Platz schaffen.

Es wäre schön, wenn ich mich irren würde.

Links

Ankündigung “20 Jahre Tornados”

d15a1834

 

 

Dieses Tagebuch kannst Du auch als Newsletter zugesendet bekommen.
Zur Anmeldung

Altach-Rapid

1:0 (0:0)

Was das Titelbild sein soll? Wir waren ja an diesem Wochenende nicht unterwegs und daher haben wir auch keine Bilder von Spiel. Was bleibt ist ein “Bummerl”. Ob beim Schnapsen oder im Fußball.

640px-Schnapsen01

“Das hätten und haben wir mit der alten Besetzung, mit dem alten Trainer und ohne Millionenzugänge auch geschafft” (eigentlich spielten wir damals noch Unentschieden).  So oder so ähnlich haben das wohl viele gesagt. Immer, wenn etwas so läuft, wie das immer schon gelaufen ist (Fehlpässe, kein Durchkommen, Missverständnisse), denke ich an unseren zurückgesetzten Vizekapitän Mario Sonnleitner (bedenkt man die oft sehr kritischen Fehler der beiden Innenverteidiger) und an unseren “im Einvernehmen gegangenen” Zoran Barisic und es kommen mir Zweifel am sportlichen Management.

Dass man den dreimaligen zweiten Platz in Folge als einen Misserfolg gewertet hat und meinte, dass man ohne Zoki mehr erreicht, das muss man doch auch im Zuge der Ereignisse sehen.

Nach dem Abgang von Robert Beric kam im Vorjahr mit Matej Jelic ein Ersatz, der sich – laut Andy Müller – noch steigern werde. Was aber nicht eintrat. Anstatt durch diesen Transfer eine kollegial Mitverantwortung zu tragen (einer hat die etscheidenden Spiele verloren, der andere ungeeignete Spieler geholt), wird die Schuld am zweiten Platz vollständig auf den Trainer abgewälzt.

Jetzt, nach dem Abgang von Florian Kainz und Thanos Petsos, hat man keine halben Sachen (wie im Vorjahr) mehr gemacht sondern den neuen Trainer mit Traustason, Mocinic, Entrup und jetzt auch noch mit dem angekündigten Georgier ordentlichem Ersatz ausgestattet. Das sind Vorleistungen des Vereins für den neuen Trainer, mit denen wohl auch Zoki seine Freude gehabt hätte.

Noch nie hat Rapid so viel Geld in die Mannschaft investiert. Und dennoch fahren wir mit einem verdienten 0:1 ohne Punkte nach Hause. War die erste Halbzeit schon schlecht, wurde sie von der zweiten noch deutlich übertroffen. Ein Abseitstor, das man auch hätte geben können und ein nicht gegebener Elfer hätten die Altacher schon früher in Führung bringen können. Die Altacher haben uns gezeigt, wie man spielt. Diszipliniert und mit großem Einsatz. Die Ausnahmetechnik von Dimitri Oberlin noch gar nicht eingerechnet. Dem hatten wir wieder einmal nur unerklärliche Fehler entgegenzusetzen.

So sehr Sportdirektor und Trainer beteuern, sich in den 10 gemeinsamen Jahren nicht wirklich über den Weg gelaufen zu sein, so verdächtig gemeinsam ist ihre Vergangenheit. Es würde mich weniger stören, wenn eine solche Trainer-Entscheidung einfach getroffen werden muss – aber es bestand aus meiner Sicht überhaupt keine Veranlassung dafür.

Es gibt noch die Hoffnung, dass die Saison lang ist und dass sich langfristig alle Bemühungen und die seltsamen Entscheidungen doch gelohnt haben werden aber in den beiden letzten Spielen war nichts davon zu sehen. Und das erste Spiel gegen Ried? Nun, das dürfte eine Extraportion Adrenalin gewesen sein, die durch das Publikum die Mannschaft beflügelt hat. Wir haben eine starke Mannschaft aber leider weiß sie das auch, weil durch die enorme Erwartungshaltung von Verein, Medien und Publikum man meint, schon gewonnen zu haben. Die Medien fragen sich ja jetzt schon, ob das der neue Meister ist. Es dürfte schwer sein, da auch noch den erforderlichen Druck für ein Spiel aufzubauen. Wir können ja nur hoffen, dass unsere Kicker am kommenden Donnerstag und Sonntag das Tor finden. Gar nicht auszudenken, wenn das anders herum läuft.

Links

Gibt es nicht Erfreulicheres? Bei Rapid immer! Ein vorteilhaftes Los und ein positives Zeugnis für den Beliebtheitsgrad von Rapid.

Samsung-Cup 2. Runde

Rapid wurde dem Landesligisten SV Haas Leobendorf zugelost. Das Spiel ist am 20/21. September. Wir treffen dort auf Ex-Rapidler Mario Konrad. Unser Flug-Reisebüro Intertravel ist Sponsor von Leobendorf.

Rapid ist der beliebteste Fußballverein in Österreich

hier der Original-Pressetext:

SK Rapid MediaInfo 120/2016: Rapid bleibt beliebtester Fußballklub des Landes – Top-Medienwerte in der Saison 2015/16!

Vor einigen Tagen präsentierte Christoph Peschek, Geschäftsführer der SK Rapid GmbH, bereits im Rahmen der Saisonstart-Pressekonferenz einige interessante Fakten und Zahlen aus einer Umfrage von Repucom und einer Analyse von United Synergies zur Saison 2015/16. Die Zahlen sind für Grün-Weiß sehr erfreulich und erlauben wir uns, Ihnen, werte Medienvertreter, auf diesem Wege eine kleine Zusammenfassung zu übermitteln.

So konnte der SK Rapid laut einer Umfrage von Repucom sein Fanpotential im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern und bleibt der mit Abstand beliebteste Fußballklub Österreichs. Gleich 26 Prozent der Befragten (1200 fußballinteressierte Österreicherinnen und Österreicher zwischen 16 und 69 Jahren) nannten auf die Frage “welchen österreichischen Fußballverein mögen Sie am liebsten” den Rekordmeister aus Hütteldorf, es folgen mit je 13 Prozent der regierende Meister aus Salzburg sowie der steirische Landeshauptstadtklub Sturm Graz. In Wien und Niederösterreich gaben gar 48 Prozent, also fast die Hälfte der Befragten, den SCR als Lieblingsverein an, hier gefolgt vom Stadtrivalen aus Favoriten, der es auf 21 (Wien) bzw. 18 Prozent (NÖ) bringt. Die Repucom-Umfrage, durchgeführt im Mai 2016, weist den SK Rapid als einzigen Verein der Liga in allen Bundesländern unter den Top-3-Klubs aus, die Spitzenposition kann der mitgliederstärkste Sportklub der Republik (inklusive der “Greenies” derzeit mit Stichtag 19. Juli 2016 imposante 14.942 Vereinsmitglieder!) neben Wien und Niederösterreich auch im Burgenland behaupten! Auch die Zuschauerzahlen der abgelaufenen Bundesligasaison belegen diese landesweite Popularität. Jeder der neun anderen Ligaklubs hatte das bestbesuchteste Saison-Match bei einem Gastspiel des SK Rapid!

Interessant auch die Attribute, die dem Rekordmeister zugeschrieben werden. Gerade innerhalb der grün-weißen Community (Repucom weist 900.000 landesweite Fans und insgesamt rund 3,6 Millionen Sympathisanten aus!) stimmen teilweise weit mehr als 90 Prozent zu, dass der SK Rapid Tradition, Leidenschaft, Zusammenhalt, emotionale Verbundenheit und Sympathie verkörpert, für fast 80 Prozent davon steht Rapid auch für Innovation. Vermehrt steht für die grün-weißen Anhänger Rapid auch wieder, trotz des verpassten Titels, für Erfolg. Hier stimmen rund 78 Prozent zu, im Vorjahr waren dies “nur” 64 Prozent!

Bemerkenswerte Daten brachte die Umfrage auch in Zusammenhang mit den grün-weißen Sponsoren. So stimmen fast 90 Prozent der befragten Rapid-Anhänger der Aussage “Ich finde es gut, dass der SK Rapid Wien durch Sponsoring Gelder einnimmt, um z.B. neue Spieler zu kaufen” und drei Viertel der Behauptung “Unternehmen, die sich als Sponsor beim SK Rapid Wien engagieren, erwerben sich Sympathie beim Publikum”. Gleich die Hälfte der befragten Rapid-Fans gibt an, bei preislich und qualitativ gleichwertigen Produkten jene von Sponsoren, die sich beim Klub engagieren, vorzuziehen!

Rapid 370 Stunden in der Saison 2015/16 im TV bringt TV-Medienwert von fast 83 Millionen Euro!

Wie United Synergies errechnet hat, wurde über den SK Rapid in der abgelaufenen Saison insgesamt 370 Stunden und 28 Minuten im TV berichtet. Kumuliert wurde dabei eine TV-Reichwerte von 370.166.000 Zusehern erreicht, der TV-Medienwert beläuft sich auf 82.732.661 Euro! Durch die erfolgreiche Europacupsaison werden davon knapp 30,5 Millonen Euro den internationalen Bewerben zugerechnet, dort wurde der SK Rapid im Vorjahr auf Sky, Puls 4 und in der Qualifikation zur UEFA Champions League im ORF übertragen.

Konstant hoch bleibt auch die Quantität der Berichterstattung in Printmedien. Insgesamt wurde in der Saison 2015/16 laut dem Monitoring von United Synergies in 4.463 Printartikeln über den SK Rapid berichtet, was ein Plus von 5,2 Prozent und eine Summe von 735.634.705 Sportleserkontakte bedeutet.

Christoph Peschek, Geschäftsführer Wirtschaft der SK Rapid GmbH, meint zu den oben angeführten Zahlen: “Die Steigerung in allen relevanten Bereichen ist sehr erfreulich und ein Beleg, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Entscheidend ist und wird immer der sportliche Erfolg unserer Mannschaft bleiben, mein Team und ich werden weiter alles dafür tun, um wirtschaftlich die besten Voraussetzungen zu schaffen, dass dieser erreicht werden kann. Die vorliegenden Daten sind allerdings ein guter Beleg, dass der SK Rapid auch ohne einen gewonnenen Titel der attraktivste Fußballklub des Landes ist und bleibt, wiewohl unser Ziel natürlich ist, diese Rolle so rasch wie möglich durch das Erringen des 33. österreichischen Meistertitels oder 15. ÖFB-Cupsiegs zu untermauern bzw. auszubauen”, so der 32jährige Wiener!

Rapid-Altach

1:1 (0:1)

IMG_7471

Ein Tausendguldenschuss von Mario Pavelic brachte uns in Mattersburg in Führung. Ein Tausendguldenschuss brachte uns heute in Rückstand. Na und? So ist Fußball! In beiden Fällen war Rapid die klar tonangebende Mannschaft aber mit den Toren ist das so eine Sache: man kann sie nicht erzwingen. Mann kann den Druck erhöhen, man verzeichnet Stangenschüsse und andere tolle Chancen; alles Situation, die auf einer drückenden Überlegenheit beruhen, aber dass schließlich der Ball im Tor ist, darauf mussten wir 88 Minuten und eine Pause lang warten. Die Ungeduld war groß und die Pfiffe in der Pause unüberhörbar.

Hätte man den Siegestreffer der Altacher verhindern können? Aber ja, natürlich! Dazu hätte Strebinger nur einige Schritte weiter hinten stehen müssen. Ist er aber nicht. Und man kann es ihm nicht verdenken, denn jeden anderen Schuss hätte es wohl locker pariert aber wenn der Ball so präzise unter die Latte kracht… Man muss ja bedenken, dass die Spieler nicht jene Situation im Auge haben, die dann eintritt, denn es können viele Dinge passieren und für alle diese Eventualitäten muss sich der Tormann positionieren. Manchmal steht er eben nicht optimal.

Ich kenne einige, die das gewusst haben (die wissen es immer); das sind die Muppets hinter uns. Ihre Bemerkungen erinnern mich an Szenen mit unserer Oma bei gemeinsamen Fernsehabenden. Sagen wir, es gibt einen Krimi. Unsere Oma ist so in das Geschehen vertieft, dass sie meint, dass es doch blöd sei, was diese oder jene Figur gerade machte ohne zu bedenken, dass sie ein von einem Drehbuchautor genau geplantes Spiel erlebt. Sie will also das Drehbuch ändern. Genau das wollen die Muppets auch. “Spü noch links, der Thomas is frei!” “Net scho wieder hintere, fiare muasst spün, dort is des Tor”. Einem Spiel, dessen Drehbuch man nicht selbst schreibt, muss man sich hingeben wie einem Fernsehkrimi, andernfalls ist man ständig unzufrieden, so wie die Muppets hinter uns.

Hätten wir durch irgendeinen Messias wie seinerzeit beim Grödig-Spiel in letzter Minute gewonnen, die Kommentare wären allesamt ganz anders. Möglich wäre es ja gewesen. Die Chancen waren da; viele sogar.

Spielverlauf

Das Spiel hatte einen nicht untypischen Verlauf für ein Fußballspiel: ein eher gemächlicher Beginn, denn für Rapid ging’s ja um nichts mehr. Dann der Führungstreffer und danach nahm die Partie immer mehr Fahrt auf. Die Bemühung seitens Rapid, den Ausgleich herbeizuführen, nahmen von Minute zu Minute zu und führten zu zahlreichen Chancen. Während der Führungstreffer von Altach ein ziemlicher Zufall war, entstand der Rapid-Treffer eher konstruktiv aus diesem immer stärker werdenden Druck der Feldüberlegenheit, der schließlich doch belohnt wurde. Das heißt, zuerst landete der Freistoß von Stefan Nutz wieder einmal am Lattenkreuz aber der nachfolgende Kopfball von Stefan Schwab, der war perfekt.

Hier ein imposantes Beispiel für die Steigerung der Dramatik im Laufe der 90 Minuten eines Fußballspiel. Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der Tore in jeder Spielminute für alle je gespielten Rapid-Spiele. Es sind insgesamt etwa 9.000 Tore. Man sieht den deutlichen Trend in der Häufigkeit der Tore pro Minute, ein Effekt, den wir “Rapid-Viertelstunde” nennen, der aber für alle Fußballspiele gleichermaßen gilt, auch für den Gegner natürlich. Aber entdeckt wurde dieser Zusammenhang im Zuge spektakulärer Last-Minute-Siege von Rapid schon zu Beginn der Aufzeichnungen.

Torhaeufigkeit

Die Häufung der Tore in der 90. Minute liegt an den Toren das Nachspielzeit-Minuten, die in dieser Auswertung der 90. Minute zugerechnet werden.

Entnommen aus http://123.ewkil.at/default.aspx?id=goals&id1=minute1

Fazit

Ende gut, alles gut!

Ein durchschnittliches und nicht einmal so untypisches Heimspiel von Rapid. Ein mauernder Gegner mit fallweisen (und durchaus gefährlichen) Kontern ohne wirkliche Erlösung am Ende (wie etwa beim Spiel gegen Grödig, bei dem Matej Jelic in die Rolle des Messias geschlüpft war). Daher auch viele aufgebrachte Zuschauer, die sich “diesen Kick” nicht länger anschauen wollen.

Dasselbe Spiel mit einem krönenden Tor am Schluss (die Chancen waren da) und die Umsätze beim Würstelstand nach dem Spiel wären deutlich höher gewesen und der Frust wie weggeblasen.

Fußball ist das Verwechseln von Erfolg mit Leistung.

Dass Florian seinen Dienstvertrag im Juni verlängert bekommt, darauf hat man als Außenstehender Zuschauer keinerlei Einfluss. Man kann alles Mögliche dazu beitragen aber am Ende entscheidet ein Prozess, der nicht in unserer Hand liegt. Das ist wie Fußball.

Verabschiedung

IMG_7477

Rapid trennt sich von drei Spielern. Thanos Petsos (2013-2016), unser Mittelfeldmotor, war der Spieler mit den meisten Ballkontakten. Nun kann man sagen, dass das an seiner Rolle im defensiven Mittelfeld liege aber er hatte die bei weitem meisten Ballkontakte in der Liga, nicht nur bei Rapid. Wird schwer sein, für ihn einen Ersatz zu finden. Die Karriere von Michael Schimpelsberger (2011-2015) war von Verletzungspech geprägt. Sein letztes Spiel war das Cupspiel gegen Amstetten im September. Zuletzt kam er nur mehr bei Rapid II zum Einsatz. Deni Alar (2011-2016) hatte starke Phasen zu Beginn seiner Rapid-Karriere, doch die schwere Sehnenverletzung hat ihn ziemlich zurückgeworfen. Wir wünschen den Spielern bei ihren neuen Vereinen viel Erfolg.

Die Botschaften aus dem Fancorner-West

Der Spielbeginn wurde durch eine eindrucksvolle Fackelreihe untermalt.

IMG_7473

Wir, die Laien der Fanchoreografien, würden gerne wissen (zum Beispiel vom Verein) warum jetzt auf einmal diese Choreografien ohne weiteren Kommentar oder Protest gezeigt werden können, denn rein formal widersprechen sie diesem Pyro-Gesetz. Es geht mir keineswegs darum, etwas gegen diese Fackeln zu haben, im Gegenteil, das Publikum sieht diese Inszenierungen gern und versteht auch nicht ganz die Aufregung des Gesetzgebers darüber.

Es wird auch nicht mehr von den Stadionsprechern darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt wäre; früher schon. Dass diese Fackeln angemeldet gewesen wären, kann ich auch nicht glauben, denn da werden in der Regel Kübel vorgeschrieben, die man vor der Tribüne aufstellt. Auch müssten dort Ordner stehen, vermute ich.

Gibt es jetzt eine Art Stillhalteabkommen zwischen Bundesliga und Vereinen oder eine Art Wegschauen-Strategie? Oder werden die Bengalen von einem Spielbeobachter gezählt und der Verein zahlt? Also eine Strafe ohne irgend ein Ziel?

Mit den ziemlich am Spiel vorbeischrammenden Fangesängen müssen wir uns ein anderes Mal eingehender beschäftigen, zu interessant sind die Sprechblasen des Blocks, die mich immer wieder – insbesondere die Lieblingskreation “WESTSTADION” – an einen Spruch erinnern, der da heißt: “Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht”.

Warum mich diese Kollektivismen leicht nervös machen?

Sie erinnern an Religion, an Krieg, an eine Reduktion des Individuums auf ein Gruppenmitglied, auf eine Art Meinungsameise.

Die Spruchbänder verteilen die Rollen klar. Man sieht, wer hier den Ton angibt: die Fans natürlich.

“Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, Titel und Erfolge müssen her! Unsere Zielvorgabe für die nächste Saison: Cupsieger und Meister im Weststadion!”

IMG_7481

Leider ist es mit den Titeln so wie mit den Siegen und mit den Toren (in aufsteigender Häufigkeit). Ja es gibt sie, die Titel und wir wissen auch, wie oft: Alle 3.7 Jahre (=118/32) ist Rapid gut für einen Titel. Aber ebenso bekannt ist, dass es Durststrecken gibt, die durch Dinge beeinflusst werden, die nicht immer in unserer Macht liegen.

Ich erinnere mich an ein Interview, das Andy Marek anlässlich des Legendentreffs mit Hans Krankl im Parkhotel Schönbrunn am 23. April 2009 geführt hat (Bilder), in dem die Frage gestellt wurde, warum es damals eine Periode von 14 meisterlosen Jahren gegeben hat und das trotz des Jahrhundertfußballers Krankl. Allein, man weiß die Antwort ebenso wenig, wie man dann weiß, warum ein Titel schließlich doch und eigentlich gegen alle Erwartungen möglich ist, also gewissermaßen “passiert”.

IMG_6228

Das war 2004/05 so als der Titel dem Josef Hickersberger “passiert” ist (er hat ihn in erster Linie dem Traumduo Andras Ivanschitz und Steffen Hofmann zu verdanken), und das war auch 2007/08 so als der Titel dem Peter Pacult “passiert”  ist (er hat ihn in erster Linie dem Traumduo Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer zu verdanken). Das sind einfach glückliche Konstellationen, die man nicht wirklich planen kann; die passieren einfach. Wir hatten heuer so etwas nicht, aber wir hatten ein ungemein homogenes Team und es ist eine Freude, die Torschützenliste der Bundesliga ohne einen einzigen Rapidler zu sehen und dennoch einen abgesicherten zweiten Tabellenplatz zu besetzen. Das ist eine großartige Leistung des Teams und seiner Trainer.

Einen Titel zu fordern ist genau so sinnvoll, wie einen Sieg zu fordern oder ein Tor; insbesondere, wenn man Gegner hat. Präsidenten tun das gern, besonders in Zeiten zwischen den Saisonen, wo die fußballerische Nagelprobe noch nicht abgegeben werden muss. Ach ja, Fan-Gruppierungen tun das auch gern auf Transparenten, damit die Spieler wissen, wer hier das Sagen hat.

“Ihr solltet wieder nach unseren Werten streben und nicht für jeden Cent das Röcklein heben. Ohne Konzept von Saison zu Saison. Pläne gibt’s nur für das Weststadion. Das Wichtigste passiert noch immer am Feld. Denkt an den Sport und nicht nur an’s Geld!”

IMG_7483

Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere Spieler das tun, dem Geld nachzurennen. Sie haben aber – anders wie wir anderen – nur etwa 15 Jahre Zeit, sich mit anderen Spielern zu messen. Und wer talentiert ist, soll sein Glück in einer größeren Liga versuchen. Die meisten von uns würden das tun, wenn sie die Chance dazu bekämen.

Dass dieses Ballbesitzspiel von Rapid kein Konzept oder Plan hätte, darauf wäre ich nicht gekommen. Aber wahrscheinlich meint man mit “Plan” jenen, einen Meistertitel zu planen. Aber wie schon erwähnt, man kann solche Dinge nur begünstigen, d.h. die Wahrscheinlichkeit dafür zu erhöhen aber so wie eine Einrichtung kann man so etwas nicht planen, denn dann wäre es kein Spiel.

Im Grunde ist dem Fan egal, wie dominant Rapid spielt, Hauptsache, es wird gewonnen. Wir wissen zum Beispiel, dass unser Sturm den Namen nicht verdient. Der Spielaufbau von Rapid verlangt auch nicht unbedingt nach diesem Spielertyp. Daher ist das Ballbesitzspiel ein ganz wichtiges Standbein der Erfolgs. Es stellt alle Spieler gleichermaßen in den Mittelpunkt.

Ich erinnere mich an eine Zeit. als man sagte, es gäbe keine Pläne für eine Entwicklung des Standorts Hütteldorf. So, jetzt gibt es diese Pläne, jetzt ist das auch nicht recht. Ja, das Stadion wurde praktisch nur wegen des Geldes gebaut, weil eben zum Fußballspielen Geld nötig ist.

Ein Spieler denkt an seine Karriere. Und das ist gut so. Wir tun das auch. Und wenn sie an ihre Karriere denken, müssen sie sich ausreichend gut präsentieren, dass sie in der Karriereleiter höher kommen. Das nützt auch Rapid, das nützt uns. Manchmal gibt es einen Meistertitel, der dann den Marktwert noch um einiges steigern kann.

Dass das Emporklimmen der Karriereleiter auch ein Mehr an Geld bedeutet, das liegt in der Natur der Sache aber so wie in allen Berufen glaube ich, dass es die Leiter ist, die uns anspornt und nicht das Geld.

Aber der Spitzenspruch kam nach der Pause, in dem die Ultras meinen:

“Das neue Stadion holt weder Titel, noch schießt es ein Tor. Der Rapidgeist verschwindet, alles dreht sich um Anzug, Business und Sponsor.”

IMG_7485

  • Trainer schießen keine Tore
  • Torleute schießen praktisch keine Tore
  • Fans schießen keine Tore
  • Pressesprecher schießen keine Tore
  • Rapid-Fernsehen schießt keine Tore
  • Stadien schießen keine Tore
  • Schiedsrichter schießen keine Tore
  • Charakter allein schießt auch keine Tore
  • Geld schießt keine Tore
  • Tradition schießt keine Tore
  • BlockWest schießt keine Tore

… und doch, ohne diese Elemente geht es nicht. Wir brauchen alle diese Dinge, die den Fußball ausmachen. Alle diese Dinge beeinflussen den Fußball in dem Sinn, dass Spiele zu unseren Gunsten ausgehen – wenn alle an einem Strick ziehen.

Es ist ein Widerspruch, in einem Spruchband Titel zu fordern und in einem anderen, kein Geld dafür aufstellen zu wollen.

Es kann nicht zuviel Geld oder zuviel Fansupport geben. Man braucht beides. Und auch wenn man alles hat, ist das noch lange kein Grund, dass man sicher Meister wird. Es erhöht nur die Wahrscheinlichkeit dazu, nicht mehr.

Das Stadion war ein von uns allen akzeptiertes Ziel, welches eine kollektive Anstrengung erfordert. Ja, es wäre ein Tüpfelchen auf dem I gewesen, als Meister in das neue Stadion einziehen zu können, aber mit dem Störfaktor Mateschitz ist das nicht ganz so leicht.

Dass der Verein in diesem Jahr voll mit Planungen rund um das Stadion beschäftigt war, ist das ein Wunder? Es wird ja am 16. Juli eröffnet. Wo ist da ein Problem? Statt dem Team für die aufopfernde Tätigkeit zu danken (das wäre ja auch ein Spruchband wert gewesen, oder?) werden diese Grundsatzentscheidungen schon wieder infrage gestellt, obwohl sie einige Monate vorher euphorisch begrüßt wurden. Ich finde, dass in dieser kollektiven Kraftanstrengung des Stadionbaus jede Menge zu respektierender Rapidgeist steckt.

Fußballspielen kann so schön sein, wäre da nicht der Umstand, dass man Geld dazu braucht, viel Geld und dass dieses Geld irgendwo “wachsen” muss (um nicht zu sagen, dass man es jemanden “aus der Tasche” ziehen muss).

Aus der Not, dass sich kein Ölscheich für Rapid interessiert, machen wir daher eine Tugend und erklären Geld zu einer unerwünschten Nebensache.

Eine ganz grobe Berechnung ergibt, dass die wenigen Tausend Plätze der neuen Westtribüne mehr an Einnahmen bringen als alle anderen Plätze zusammen. Warum sollten wir das denn nicht tun, denen, die bereit sind, für diesen Platz “an der Sonne” (in diesem Fall eigentlich im Schatten) die geforderten Beträge Rapid zur Verfügung zu stellen und dem Sportdirektor zu übergeben? Und dass man dazu Personal abstellen muss, die das Platzangebot vermarktet, das ist doch klar.

Das ändert gar nichts daran, dass man selbst diese Art des Goldschürfens nicht goutieren muss – vor allem, weil man nicht zu jener Gruppe gehört, die sich das leisten will. “Man muss die Feste feieren, wenn sie fallen” und das Geld dort holen, wo man es bekommen kann.

Links

Letztes Heimspiel im Prater?

Ja, wenn die Bullen auch Cupsieger werden. Dann nämlich erbt Rapid den besseren Startplatz des Cupsiegers und steigt erst in der dritten Qualirunde der Euro-League am 28. Juli ein.

Wenn aber die Admira Cupsieger werden sollte, dann muss Rapid bereits in der zweiten Qualirunde antreten und das bedeutet ein Bewerbspiel am 14. Juli, welches aber ein Heimspiel oder auch ein Auswärtsspiel sein kann.

Es könnte daher sein, dass noch ein Spiel im Prater auf uns zukommt. (Siehe UEFA-Terminkalender)