Admira-Rapid

Admira-Rapid

2021-12-12, 1:2 (1:1), 18. Runde, BSFZ-Südstadt, 3.000, Gishamer

In der ersten Halbzeit gab die Admira den Ton an, Rapid konnte sich aus der Einschnürung nicht befreien, und der Zuschauer fragt sich, ob das tatsächlich die Kräfteverhältnisse waren – immerhin hatte Rapid am Donnerstag wieder ein schweres Auswärtsspiel zu bestreiten – oder man die Heimmannschaft gewähren lässt und alles auf eine Gelegenheit zu einem Konter wartet. Und so war es auch! Hundertprozentige Effizienz in der ersten Halbzeit: ein Schuss, ein Tor. Aber die Admira glich nach wenigen Minuten aus. Dass Rapid das Spiel noch gewinnen könnte, war zur Pause ziemlich unwahrscheinlich.

Doch die Kabinenansprache von Trainer Ferdinand Feldhofer dürfte geholfen haben, und wir sahen in der zweite Halbzeit eine offensiver eingestellte Mannschaft. Weil aber immer noch kein Tor gelang, kamen in der 57. Minute Kara und Petrovic statt Knasmüllner und Ljubicic. Es dauerte nur 6 Minuten, und Ercan Kara gelang das entscheidende Tor zur Führung nach einer Maßflanke von Taxi Fountas.

Die Admira machte in Folge mächtig Druck, und bei einem Konter rettete die Stange, allerdings gab es auch für Rapid einen Stangenschuss zu vermelden. Ein weiteres Tor für Rapid wurde wegen Abseitsstellung aberkannt. Der starke Druck der Admira eröffnete weitere Konter-Chancen für Rapid, die aber allesamt ohne Torerfolg blieben.

Bei den Gelbe Karten liegt Rapid bei diesem Spiel klar mit 6:1 voran. Andi Herzog merkte nach dem Spiel an, dass es für manche Einlagen der Rapidler eine Rote Karte hätte geben müssen.

Trainerwechsel

Für uns war der Trainerwechsel überraschend und erschien zuerst nicht zwingend. Wahrscheinlich gab es dafür Gründe, die auch der Presse nicht bekannt waren. Umso aufmerksamer beobachteten wir die Reaktion der Mannschaft und die Maßnahmen des neuen Trainers. Aufgefallen ist die frühe Einwechslung von Kara in der 57. Minute, die tatsächlich den entscheidenden Impuls gebracht hat.

Was aber noch mehr beeindruckt hat, ist die freundschaftliche Nähe, die sich “der Ferdl” in diesen erst drei Spielen bei den Spielern erarbeitet hat. Schon beim Spiel gegen Genk gab es eine sehr herzliche Szene, als Aiwu den Trainer spontan umarmt hat. Es erinnert an Szenen, die wir zuletzt bei Zoki gesehen haben, und das ist schon lange her. Ein Bild davon wurde in Facebook gepostet, ist aber leider in dessen Tiefen verschwunden. Und diese Szene wiederholte sich mit Stojkovic nach dem heutigen Admira-Spiel. Dass wir das überhaupt sehen konnten, lag daran, dass der Trainer mit der Mannschaft zur Haupttribüne kam, und da ist ebenfalls ein Novum. Weiters ermunterte er die Mannschaft, länger zu verweilen. Ein neuer, freundlicher Stil! Möge das neue Team Erfolg haben!

Ambiente

An diesem Sonntag durften überraschenderweise 4.000 Zuschauer teilnehmen, und wir können froh sein, dass es ein nahegelegenes Auswärtsspiel war, denn es gab kein Problem, Karten zu bekommen. Bei einem Heimspiel wäre man auf Losglück angewiesen gewesen. Schließlich kamen 3.000 Besucher in die Südstadt. Nach Favoriten verirrten sich auch nicht mehr Zuschauer. Auch in Klagenfurt wurde die erlaubte Höchstzahl mit 850 Zuschauern nicht ausgeschöpft.

Mit Glühwein konnte man die winterlichen Temperaturen gut bekämpfen.

Bild

Hannes und der “Grüne” Franz aus Purgstall
Verabschiedung (beachte ganz links den Trainer)
Aufwärmen
Freistoß in der zweiten Halbzeit (beachte den Ball vor dem Tormann)
Arnold, Christian und Florian

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Rapid-Altach

Rapid-Altach

1:0 (0:0), Allianz-Stadion, 8.900, Manuel Schüttengruber

Immer wenn ein Trainer geht, schaut man gebannt auf das Verhalten der Mannschaft. Man erwartet eine positive Veränderung, gemessen am Ergebnis. Doch es war nicht so. Kein besonderer Unterschied zu den Spielen mit Didi. Keine auffälligen Torchancen in der ersten Halbzeit und wenn, dann waren es Chancen der Gäste.

Wahrscheinlich spielt unsere Erwartungshaltung uns einen Streich. Die Statistiken der Bundesliga zeigen nämlich eine klar dominante Heimmannschaft: Ballbesitz 72:28, Torschüsse 8:1, Passquote 85:66, Eckbälle 5:2.

Am Beginn der zweiten Halbzeit, eine Premiere. Ausgerechnet der Defensivspieler Filip Stojkovic erzielte das spielentscheidende 1:0 aus spitzem Winkel. Irgendwie erinnerte das auch an unseren heutigen Gast, Markus Heikkinen. denn auch dieser war nicht gerade ein Goalgetter.

Das Publikum vermisste den letzten Willen der Mannschaft, durch ein zweites Tor den Sieg abzusichern. So musste man bis zur Nachspielzeit bangen, ob nicht durch einen Last-Minute-Treffer des Gegners der Erfolg verloren geht, ähnlich wie bei der Niederlage im Hinspiel, wo gegen

Der durch eine rote Karte dezimierte Gegner – ein Bischof sah Rot – stand sehr diszipliniert in einer 4-4-1-Formation und machte es den grün-weißen Angreifern schwer. Die Überlegenheit in den Statistiken konnte nicht auch in Tore verwandelt werden. Kara verschoss einen Elfer.

Mit diesem Sieg landete Rapid vorläufig am 5. Tabellenplatz, wird aber einem bei einem Sieger im Spiel Klagenfurt-Austria von diesem überholt. Nur bei einem Unentschieden in dieser Begegnung würde Rapid diesen 5. Platz behalten.

Wir wünschen dem neuen Trainerteam Steffen Hofmann und Thomas Hickersberger viel Erfolg in den kommenden Wochen.

Ambiente

2-G-plus-Regel

Am Spieltag galt in Wien die 2G-plus-Regel, d.h. man brauchte einen Grünen Pass und zusätzlich einen PCR-Test. Wir gingen bereits am Freitag früh in eine nahegelegene Apotheke. Die Tests langten erst am Samstag 15:00 am Handy ein. Es war zwar nicht die Regel, aber bei unserem Eingang wurde das Test-Zertifikat gar nicht verlangt, 2G hat genügt.

Diese 2-G-plus-Regelung vor dem 3-wöchigen Lockdown führte zu der ziemlich geringen Zuschauerzahl von nur 8.900. Zum Vergleich waren die Zuschauerzahlen der Heimspiele gegen Altach vor der Corona-Pandemie: 12.800, 13.500, 15.200, 21.600, 16.174.

Einladung aller Fanklubmitgleder

Bei diesem Spiel wurden den Fanklubs Freikarten für jene Fanklubmitglieder eingeladen, die selbst kein Abo haben. Seitens EwkiL:Rapid beteiligten sich Elnaz, Saeed, Ferdinand und Miguel.

Ultras, wieder an Bord

Die Ultras beendeten ihren Maßnahmen-Protest und beteiligten sich wieder aktiv am Spiel und titelten

“Ein Jahrzehnt Geschichte, Werte und Inspiration – ois Guade, Rapideum”

“Echte Rapidler sind bei uns immer willkommen! Danke für alles, Didi

Transparent “Curva Nord Matteo Bagnaresi”

Am 30. März 2008 starb Matteo Bagnaresi mit 28 Jahren auf einem Autobahnrastplatz in der Nähe von Asti. Er war mit seinen Boys Parma auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Turin und wurde von einem Reisebus überfahren. Ihm zu Ehren heißt die Kurve “Curva Nord Matteo Bagnaresi”.

70 Jahre “Klub der Freunde de SCR”

Stellvertretend für den “Klub der Freunde des SCR” nahmen Janine und Martin die Ehrung aus Anlass des 70. Geburtstags des Vereins von Christoph Peschek und Martin Bruckner entgegen. Unser Transparent wurde mit einem “70-er”-Aufkleber versehen. Details zur Entwicklung des Klubs siehe Beitrag “70 Jahre ‘Klub der Freunde des S.C. Rapid'”.

Markus Heikkinen

Lukas begrüßte Markus Heikkinen unterstützt vom Sprechchor des Blocks als Gast bei diesem Spiel. Sein letztes Spiel für Rapid war am 26.5.2013 ein 3:0 gegen Ried (Torschützen: Louis Schaub, 2 und Terrence Boyd; Rote Karte für Markus Heikkinen in der 90. Minute). Rudi Edlinger ehrte Markus bei Spielbeginn für seine 84 Spiele und 5 Tore für Rapid, assistiert von Ivica und Martina. Markus war zwei Mal Gast beim Klub der Freunde, am 13. Februar 2012 und am 8. April 2013. Wir amüsierten uns über seinen “trockenen Humor”. Er konnte die lustigsten Anmerkungen mit todernster Mine vortragen.

Unsere heutigen Trainer Thomas Hickersberger und Alexander Steinbichler waren auch damals schon im Betreuerteam.

Ich selbst erinnere mich mit einer gewissen Wehmut an unsere damaligen privilegierten Sitzplätze auf der Südtribüne, die es erlaubten, sehr schöne Bilder von den Spielen zu machen. Mehr noch, mein Eindruck ist, dass wir es im neuen Haus immer noch nicht geschafft, haben das Flair der alten Hütte “Gerhard-Hanappi-Stadion” nachzubilden.

Bilder

Janine und Martin und die Gratulanten Christoph und Martin zum “70er” des “Klub der Freunde des SCR”
Fanklub-Gäste Saeed und Elnaz
Transparent mit “70er”-Aufkleber
Rudi Edlinger verabschiedet Markus Heikkinen (26.5.2013)

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Rapid-LASK

Rapid-LASK

3:2 (1:1), 11.900, Alan Kijas

Nach 30 Minuten dachten wir weniger an einen Sieg, sondern eher an die Höhe der Niederlage angesichts der vom LASK vergebenen Chancen, einem LASK, der sehr zielstrebig zu Werke ging. Doch es blieb beim 0:1 durch Goiginger bis Ercan Kara nach einem Traumpass von Marco Grüll den Ausgleich erzielen konnte. Mit diesem Treffer bekam Rapid wieder Mut und konnte das Spiel mit zwei weiteren Treffern, per Kopf durch Ercan Kara und per Traumfreistoß durch Marco Grüll in Richtung Sieg drehen.

Die aggressive Strategie des LASK, die mit 1:5 Verwarnungen aufgefallen ist, ging nicht auf. Schiedsrichter Alan Kijas machte auf uns keinen sicheren Eindruck. Das war erst sein 5. Spiel, das er mit Rapid-Beteiligung geleitet hat. Von diesen 5 Spielen wurden 4 gewonnen und nur eines – gegen Altach, heuer in der 4. Runde – verloren. Sehr auffällig war, dass er einen Elfer gegen Rapid gegeben hätte, bei dem das ganze Stadion klar gesehen hat, dass die Abwehr von Filip Stojkovic nur dem Ball aber nicht dem Gegner gegolten hat. An dieser Stelle rettete uns ein Rückblick auf den Bildschirm des VAR. In einer anderen Situation hätte es nach einem Foul an Marco Grüll einen Strafstoß für Rapid geben können. Unklar ist, warum das der VAR nicht überprüft hat, beziehungsweise, warum eine erfolgte Prüfung dem Publikum nicht angezeigt wurde. Die rote Karte an Robert Ljubicic nach Spielende ist eine ziemlich harte Strafe, bedenkt man dass der zweite “Streithansl” aus Linz, René Rinner, nur Gelb bekommen hat. Robert wird wohl wenigstens ein Spiel pausieren müssen. Taxi Fountas musste humpelnd vom Feld. Man muss den kommenden Spielen wegen der Personalknappheit mit einer gewissen Sorge entgegensehen.

Dieser Sieg brachte einen Sprung von Tabellenplatz 10 auf Tabellenplatz 5, was zeigt, dass die (Rest-)Liga ziemlich ausgeglichen und daher spannend ist.

Wenn i wos z’reden hätt’… würde ich die Bundesliga auflösen und unter den Aspekten eines genauer zu definierenden Austrian Financial Faiplay neu gründen. Dem steht entgegen, dass die kollegial aufgestellte Bundesliga das auch wollen muss. Das scheitert derzeit aber daran, dass es der Mehrheit der schwächeren Vereine ziemlich egal ist, wer der österreichische Meister ist und dass die stärkeren Mannschaften durch Leihgaben von RB-Spielern eine wohltuende Stärkung erfahren. Eventuell könnte die dadurch ziemlich langweilig werdende Liga weniger Fußballinteressierte anlocken, und das könnte längerfristig zu einem Umdenken führen.

Ambiente

Bereits vor dem Stadion gab es das Spruchband “vila i frid spjuvern 1897-1899”, das es nicht bis ins Stadion geschafft hat. Google Translate meint dazu, dass es Schwedisch ist und “Ruhe in Frieden Spjuvern 1897-1899 bedeutet. Man kann nur hoffen, dass die anderen Passanten mehr als ich verstehen, wer oder was damit gemeint sein kann.

Ján ist mit seinem Werbespruch dem Allerheiligen-Tag besser angepasst: “Bitte kaufe eine Augustin-Zeitung oder freie Spende für einen Platz am Friedhof mit grün-weißem Sarg!”

Dass der Block immer noch trutzt, stört das Publikum nicht so sehr als mich der Umstand, dass die Spiele und die aktive Teilnahme an den Choreografien und Gesänge für viele der dortigen “Insassen” ein wichtiger Teil ihres Lebens sind und durch die Geiselhaft der durch eine vermeintliche Freiheitsberaubung durch die Wirkungen eines Virus gekränkten Capos an der Teilnahme an diesem Erlebnis gehindert werden.

Man könnte diesen wortlosen Protest auch so interpretieren, dass man sich im Block darüber befremdlich zeigt, dass in Österreich Politiker straffrei eine Position vertreten können, die zum Schaden der ungeimpften Menschen ist. Die Toten der letzten Wochen gehen zu einem hohen Prozentsatz auf diese Haltung, und das wäre ein Protest, an dem man sich tatsächlich beteiligen könnte, dazu bedarf es keiner Schädigung von Rapid.

Mir erspart der inaktive Block die Übersetzung fremdsprachiger Sprüche. Der LASK titelte auf der anderen Seite “Dressen nur in den Farben, die uns die Gründerväter gaben”.

Die bisher präsentierte VARTA-Werbung zu Spielbeginn fehlte diesmal.

Verständliche und weniger verständliche Botschaften; Ein Blick von der Cossmanngasse auf das Stadion; Peter und Janine im Stags Head; Bis zu vier Handys kann man am VARTA-Automaten aufladen; Arnold und Andy

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Rapid-Dinamo Zagreb

Rapid-Dinamo Zagreb

2:1 (2:1), 22.400, Kateryna Monzul (UA)

Eine kurze Drangphase der Gäste zu Spielbeginn konnte Rapid abwehren und ging in der 9. Minute nach toller Vorarbeit von Kelvin Arase durch Marco Grüll in Führung. Dinamo glich in der 24. Minute aus und 10 Minuten später konnte Maxi Hofmann nach Vorarbeit von Marco Grüll per Kopf die Führung wiederherstellen. Das Spiel in der zweiten HZ war noch dynamischer, doch wollten keine weiteren Tore fallen. In der Schlussphase wurde es noch hektisch und die Schiedsrichterin aus der Ukraine hatte Mühe, Ordnung zu schaffen.

Gefühlt war dieses Spiel das beste Heimspiel in der heurigen Saison. Mit dieser Leidenschaft könnte Rapid jede andere Mannschaft in Österreich schlagen, wenn, ja wenn es nur will – oder besser – wenn unsere Spieler es wollen. Könnte es nicht sein, dass die Spieler auf dieser großen europäischen Bühne zeigen wollen, was sie drauf haben? Marco Grüll hat sich wieder einmal in bester Form gezeigt – leider, man wird ihn wohl nur schwer halten können.

Vergleich

Wert      FIFA-Rang
325 Mio € 18 Kroatien
213 Mio € 32 Österreich
          UEFA-Rang 
255 Mio € 15 1.HNL
329 Mio €  8 Bundesliga
          Platz
110 Mio €  3 Dinamo 
 30 Mio €  4 Hajduk 
          Platz
154 Mio €  1 RB 
 35 Mio €  8 Rapid

Österreich liegt in der Weltrangliste deutlich hinter Kroatien, offenbar gelingt es Kroatien besser, seine Spieler in den großen Ligen zu platzieren. Dagegen erreicht unsere Bundesliga einen deutlich besseren Platz als die 1.NHL, weil der österreichische Platzhirsch RB mehr Punkte einfährt wie der kroatische Dinamo und gleichzeitig Österreich mit 4 (von 5) mehr Vereine in den internationalen Bewerben halten konnte als Kroatien mit 1 (von 4).

Beide Ligen haben mit RB und Dinamo einen extrem dominanten Verein. Rapid hat also gewissermaßen gegen das kroatische “RB” gewonnen. Dinamo ist ebenso wie Rapid Rekordmeister, seine aktuelle Mannschaft hat einen fast vierfachen Marktwert wie der nächste Verein, Hajduk und den dreifachen Marktwert von Rapid.

Im Wettrennen um den besseren UEFA-Startplatz sehen wir die Niederlande klar vor Österreich, Schottland und Russland.

Rang Teams Punkte Land
   7 5(5)  38.10  Niederlande
   8 4(5)  34,05  Österreich
   9 2(5)  32,10  Schottland
  10 3(5)  31,68  Russland

Die Niederlande sind wohl nicht einzuholen, es ist aber auch unwahrscheinlich, dass Österreich von Schottland überholt wird, weil Österreich doppelt so viele Chancen hat, zu punkten. Es winken also gute internationale Startplätze für Österreich in der Saison 2022/23.

Ambiente

Augustinverkäufer Ján (Johann) hat sein Angebot an Rapidler einige Meter abseits der der Röhre ausgebreitet. Er stellt einen traurigen Kontrast zu den illustren VIP-Gästen dar, die allesamt achtlos bei ihm vorbeigehen. Wenn auch nur jeder Hundertste Stadionbesucher einen Euro für Ján abgeben würde, wäre das ein toller Tag für ihn.

Ján präsentiert auf einigen Quadratmetern sein Angebot, etwas abseits vom Eingang zur Röhre. Er hat seit Jahren oder gar schon Jahrzehnten ein unverwechselbares Corporate Design “Grüne Großbuchstaben auf weißem Grund”. Man kann bei ihm eine Ausgabe des Augustin kaufen aber auch Postkarten, CDs, Bücher und Schallplatten. Manchmal gibt es auch Disco-Musik von einer akkubetriebenen Sound-Anlage. Gegen einen kleinen Beitrag spielt Ján eine Runde Schach mit Dir. (Ich spiele nicht gut genug für Ján, ich spende nur.) Auf einem Plakat fallen Rapid-Bomben auf die Generali-Arena. Auf einem zweiten Blatt wünscht Ján – als einer der ersten – schöne Weihnachten und viel Glück im Neuen Jahr. Ján beklagt den schlechten Geschäftsgang. Früher, im Hanappi- und Happel-Stadion, konnte sich Ján nach einem solchen Nachmittag eine Eintrittskarte zusammensparen, um dann im Stadion durch Sammeln von Bechern für die nächsten Tage vorzusorgen oder – wie im Bild – für die neue Dress zu sammeln. Diese Zeiten seien vorbei, die Spendenfreudigkeit des Rapid-Anhangs sei rückläufig, klagt Ján.

Ján Klimesch sammelt Becher für ein T-Shirt, Happel-Stadion, 2014

Bereits zwei Stunden vor Spielbeginn konnte man ins Stadion. Viele kommen aber erst kurz vor Spielbeginn, und das ist einfach zu spät. Wenigstens das erste Tor von Rapid haben viele in der Warteschlange “erlebt”.

Laurin bereitete uns über eine Videobotschaft auf das Spiel vor und gab einem Rückblick auf die Berührungspunkte zu Dinamo Zagreb. Wir zählen nur zwei Bewerbspiele 1971 im UEFA-Cup, die beide unentschieden endeten und einige Freundschaftsspiele. Die Erinnerung an Zlatko Kranjcar war auch für die kroatischen Fans von Interesse; 132 Tore in 270 Spielen für Rapid, eine Bilanz die sich sehen lassen kann.

Der Block war ziemlich voll und doch wieder nicht, der Support war – wie angekündigt – ausgesetzt. Diese eigenartige Aktion zu Lasten von Rapid sorgt bei den Besuchern für Kopfschütteln. Die Freiheit der Impfgegner, sich nicht impfen lassen zu wollen führt zur Unfreiheit aller anderen.

Wir erlebten statt einer Vorstellung des Block West eine tolle Stimmung im Auswärtsblock, die durch Böller getrübt war.

Das Benehmen des Block-West in London hat wieder einmal Auswirkungen auf das Renommee unseres Vereins und auf alle, die an Auswärtsspielen teilnehmen wollen. Wenn die Meldung in laola1.at zutrifft, dürfen wegen der Ausschreitungen von Rapid-Fans in London beim Auswärtsspiel gegen Dinamo keine Gästefans teilnehmen. Da aber Rapid Protest gegen das UEFA-Urteil eingelegt hat, könnte es sein, dass die Sperre erst das Auswärtsspiel gegen Genk betreffen wird. So nebenbei muss Rapid 60.000,- Euro Strafe zahlen. Etwas anschaulicher ist es, wenn man es in bezahlte Eintrittskarten im Block West umrechnet. Diese Summe entspricht dem Gegenwert von 2.500 Sitzplätzen im Block.

Das Polizeiaufgebot rund um das Spiel war groß. Vor dem Stadion stand ein Kastenwagen der Polizei mit der grünen Leuchtschrift “TKF Polizei”. Ich fragte, was denn das bedeutet – PolizistInnen waren ja genug da. Der Polizist, den ich gefragt habe, wusste es nicht, doch aus dem Hintergrund meldete sich eine Stimme: “TiefKühlFach”. Es geht bei diesem Fahrzeug darum, dass man über die nach allen Seiten sichtbare Leuchtschrift Informationen an Menschenansammlungen weitergeben kann. Übrigens heißt dieses “TKF” “Taktisches Kommunikations-Fahrzeug“.

Für Verpflegung ist gesorgt; TKF-Kastenwagen der Polizei; Jáns Bauchladen; Das Stadion wird von der kroatischen Fans dominiert

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Rapid-Wattens

Rapid-Wattens

5:2 (1:1), Allianz-Stadion, 10.400, Christopher Jäger

Der Spielverlauf war nicht untypisch. Rapid dominierte, das erste Tor schoss aber der Gegner, der Spielstand nach der ersten Halbzeit wurde durch VAR-Interventionen massiv beeinflusst.

Durch den furiosen Beginn nach der Pause konnte aber das Spiel zugunsten von Rapid gedreht werden. Über die Entscheidungen in der zweiten Halbzeit gab es keine Diskussionen mehr.

Mit dem frisch getankten Selbstvertrauen könnte ein weiterer Sieg im letzten Spiel der Hinrunde die Tabellensituation deutlich verbessern.

Dominanz der Schiedsrichter

Der VAR ist eine Zumutung für Zuschauer, Spieler und Vereine.

Bereits in den Spielen gegen Salzburg und gegen Altach wurden VAR-Entscheidungen getroffen, die spielentscheidend waren und in einem Fall auch zum Eingeständnis der Schiedsrichter führten, dass eine Fehlentscheidung getroffen wurde. Wozu also der Aufwand?

Der VAR kostet Punkte, und ebenso Motivation der Spieler. Da diskutiert man, ob der Trainer gekündigt werden soll; mit einem gerechten Unentschieden in Salzburg, wäre diese Diskussion gar nciht erst aufgekommen. Die Zuschauer fragen sich, ob die VAR-lose Zeit trotz der eventuellen Fehlentscheidungen nicht die bessere gewesen ist.

  • Situation 1: Kara schießt ein Tor. Die Zuschauer jubeln und fallen sich in die Arme. Minutenlange Pause. Schiedsrichter Jäger muss sich die Szene noch einmal anschauen und entscheidet auf Foul am Tormann.
  • Situation 2: Rapid bekommt ein Gegentor, das durch den Schiedsrichter aberkannt wird. Der VAR “überredet” den Schiedsrichter, das Tor wird anerkannt.

Gefühlt waren das sehr lange Unterbrechungen, die mit den vier Minuten Nachspielzeit nicht kompensiert waren.

Mittlerweile beschäftigen sich bei einem Spiel 9 Schiedsrichter mit der Richtigkeit der Entscheidungen. Bei diesem Spiel waren es:

  • Am Feld: Christopher Jäger, Jasmin Sabanovic, Markus Reichholf, Arnes Talic
  • In Meidling: Rene Eisner, Christian-Petru Ciochirca, Robert Sedlacek, Thomas Steiner, Matthias Wohlfahrt

Der VAR dient nicht der Wertsteigerung der Ware des Fußballs, der Emotion, denn die zerstört er gekonnt; er dient allein zur Beruhigung der Geldgeber, deren Millionen auf dem Spiel stehen und die durch den VAR die Illusion erleben, dass alles korrekt bewertet wurde.

Was auch aufmerksame Beobachter am Spielfeld wegen der Schnelligkeit und Komplexität der Abläufe nicht erkennen können, sollte nicht spielentscheidend sein. Wenn man eine Zeitlupe braucht, um festzustellen, dass ein Stürmer um eine Fußbreite vor dem Verteidiger stand und danach ein Tor aberkannt wird, dann ist das nicht die Realität, die man als Zuschauer wahrnimmt.

Ambiente

Wie bereits angekündigt blieben die organisierten Fans dem Spiel fern. Ebenso die Gästefans, denn der Gästesektor war leer. Allerdings könnten die mitgereisten Tiroler auch in einem anderen Sektor untergebracht gewesen sein.

Die Zuschauerzahlen bei den bisherigen Liga-Heimspielen waren:

12.200 Hartberg
13.100 WAC
14.400 Ried
16.600 Admira
16.900 Sturm

Im Mittel kamen 14.640 Zuschauer, viele davon aber angelockt durch besondere Aktionen.

Bei diesem Spiel gegen Wattens kamen 10.400. Es fehlten also etwa 4.000 Ungeimpfte und deren Sympathisanten.

Gegen wen genau sich dieser Protest gerichtet hat, ist nicht ganz klar, denn Rapid kann in dieser Sache nichts machen. Rapid ist allein der Leidtragende. Beim Rathaus-“Vickerl” wäre ein Protest abzuladen, denn dort wurden diese Regeln verabschiedet.

Falsch verstandene Solidarität

Solidarität wäre in dieser Sache gefragt. Nicht die mit den Impfverweigerern, sondern die Solidarität aller. Etwa wie in Portugal, wo mehr als 90% der Bevölkerung geimpft sind und dort alle Maßnahmen aus dem Alltag verschwunden sind. Da wir das aber hier “in Bagdad” nicht schaffen, müssen wir wie kleine Kinder mit der Maske um den Mund nachsitzen, während die anderen längst draußen spielen.

Bild

Der Block von seiner “dunklen Seite”

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West Ham-Rapid

West Ham-Rapid

2:0 (1:0), London Stadium, 56.000, Tobias Stieler (D)

Bilder

Bilder aus den Facebook-Profilen von Charly, Florian, Janine, Martin, Rapid, Robert

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Rapid-Sturm

Rapid-Sturm

Die letzten Spiele

Das letzte Spiel in Graz wurde 4:1 verloren, davor blieb Rapid 8 Spiele ungeschlagen und davor war Sturm 8 Spiele ungeschlagen. (Miss-)Erfolg kommt irgendwie in Wellen. Rapid ist in einem Wellental, und ob der Cupaufstieg eine Trendwende war, werden wir ja heute sehen. Es ist so etwas wie ein “Gesetz der Serie”.

Der Schiedsrichter

Schiedsrichter Gishamer hat 10 Spiele von Rapid geleitet. Nur ein Spiel wurde dabei verloren. Man kann also sagen, dass Gishamer “gut für Rapid” ist. In Punkten hat Rapid einen Schnitt von 1,72 Punkten, gemittelt über alle Schiedsrichter. Bei der Spielen unter der Leitung von SR Gishamer erzielte Rapid 2,30 Punkte.

0:3 (0:1), 16.900, Gishamer, Bundesliga, 9. Runde

Das Hoch in dem sich Sturm derzeit befindet und das Tief von Rapid zeigen sich in aller Klarheit in diesem Ergebnis.

Das Ergebnis ist viel deutlicher als unser Empfinden. Was auch immer man bei dem Admira-Cup-Spiel nörgelnd angemerkt hat, war an diesem Nachmittag nicht zu sehen. Wir sahen Einsatzbereitschaft, Kampfgeist, schöne Kombinationen und auch vielen Chancen, doch die Tore machte Sturm. Man ist geneigt, den abgedroschenen Spruch “Wenn’s (net) laft, dann laft’s (net)” abzuwandeln. Die Spielstatistik der Bundesliga zeigt in den meisten Belangen ein Übergewicht von Rapid. Die dortige Statistik verzeichnet je drei Schüsse auf das Tor für Sturm und für Rapid, nur wurden die von Rapid geblockt.

Wir Stadion-Zuschauer sind ein bisschen die Stiefkinder der Berichterstattung. Wir bezahlen nicht nur für ein Fußball-im-Fernsehen-Abo, sondern auch für die Plätze im Stadion. Aber viele Entscheidungen werden uns vorenthalten. Zum Beispiel wird uns unzureichend kommuniziert, warum ein tolles Rapid-Tor von Aiwu nicht gegeben wurde. Die Reaktion des Linienrichters können wir nicht sehen (das liegt an der Enge des Stadions), es gibt keine Wiederholung der Szene, obwohl dieses Videoschnipsel durch den VAR aufbereitet worden ist. Ach ja, der Mann hinter dem VAR war Manuel Schüttengruber und der dortige Supervisor war Robert Sedlacek.

Das Tor zum 1:0 war beim ersten Hinsehen ein klares Abseits, aber nach einer Nachbetrachtung nicht, weil der ins Abseits laufende Yeboah beim entscheidenden Pass nicht an den Ball gegangen ist und daher das Spielgeschehen nicht beeinflusst hat. Man kann aus diesem Tor auch eine Taktik für das eigene Konterspiel ableiten. Einer von zwei Stürmern läuft ins Abseits und führt dadurch die Verteidigung in die Irre, weil er danach gar nicht angespielt wird, sondern der nachrückende zweite Stürmer. Und erst dieser zweite überwindet die letzten Verteidigungslinie, während der erste Stürmer, der in der Zwischenzeit weit in der gegnerischen Hälfte gelaufen ist und auf das letzte Zuspiel wartet.

Nun wartet in der nächsten Runde ein echtes Entscheidungsspiel auf Rapid. Und es geht nicht um einen Platz an der Sonne, sondern es geht um die Rote Laterne, die wir uns noch vor der Länderspielpause einhandeln können. Also das wollen wir nun wirklich nicht hoffen!

Wo liegt der Wurm?

Eine Elfer-Frage! Als ich nach dem 0:3 einen aufgeregten Nachbarn wütend “Kühbauer raus” schreien hörte, hatte ich den Eindruck, dass der Trainer die Rolle eines Buhmanns mit einem vereinbarten Schmerzensgeld hat, weil man der Mannschaft die Bemühung nicht absprechen konnte, und für Millimeter-Entscheidungen sind weder Spieler oder Trainer und auch nicht die Schiedsrichter verantwortlich. Das “Vergehen” eines Spielers, wenn sein Kopf über den des letzten Verteidigers um Zentimeter hinausragt, und der Linienrichter auf Abseits entscheidet; das kann man nicht wirklich trainieren, das ist reiner Zufall. Denn wenn das Rapid-Tor gezählt hätte, könnten wir auch mit einem umgekehrten Endstand, nämlich mit 3:0 nach Hause gegangen sein. Aber das wolle eben heute nicht sein.

Das Problem ist die Häufung dieser Ausrutscher; möglicherweise sind es gar keine, sondern es ist vielleicht die neue Normalität bei Rapid!

Aber es muss doch einen Grund geben, warum eine im Wesentlichen unveränderte Mannschaft in der heurigen Saison nicht so frisch erscheint. Nun hat uns Didi schon Gründe genannt; das Programm von Rapid mit englischen Wochen seit Mitte Juli war wirklich herausfordernd, auch das liebe – und nie ausreichend vorhandene – Geld spielt eine Rolle. Die Transfers waren preiswert, mir gefallen die neuen Spieler sehr gut, allen voran Marco Grüll. Aber das Bessere ist der Feind des Guten. In dieser Disziplin der Transfers wird das Präsidium unseren Zoki vielleicht belobigen, aber Andreas Schicker dürfte mit seinen Neuerwerbungen Rapid ausgestochen haben. Das Halten von Spielern um jeden Preis hat in den ersten Spielen möglicherweise einen gewissen Einfluss auf die Spielfreude gehabt.

Was mich bedenklich stimmte, war ein Satz von Didi, den er schon einmal, damals beim Abdanken als Trainer beim WAC gesagt hat, dass er nämlich im Falle einer Abberufung, eine funktionierende Mannschaft hinterlassen würde. Soweit dürfte es noch nicht sein, denn Rapid ist wahrscheinlich derzeit finanziell nicht so gut ausgestattet, um noch ein zweites Top-Gehalt für einen Nachfolger von Didi zahlen zu können.

Die Niederlagen schmerzen! Sportlich sowieso, aber auch die Einnahmensituation wird sich mit rückläufigen Zuschauerzahlen verschlechtern. Da kommt die 2G-Regel gerade recht, weil man die Motive, warum jemand nicht ins Stadion kommt, nur schwer zuordnen kann.

Ambiente

Hinter der Tribüne sah man viele Grazer Schlachtenbummler. Die “Stammtischrunde Lassing” hatte sogar ein zweiseitig bedrucktes T-Shirt mit hinten “mir kumma heid sicha nid niacht hoam” und vorne “Stammtischausflug 26.9.2021 zum Match RAPID : STURM” (siehe EwkiL:Bilder).

Bereits unmittelbar nach dem Einlass, 90 Minuten vor Spielbeginn, meldeten sich vom Block laute Sprechchöre. Es waren dies offenbar befreundete Fangruppen aus Griechenland, die mit dem Banner “20 Years Brothers” begrüßt wurden.

Lukas berichtete über bereits 220 offizielle Rapid-Fanklubs. Zwei Fanklubs wurde von Geschäftsführer Christoph Peschek für ihre langjährige Zusammenarbeit gedankt; für 25 Jahre den “Green White Styrian Panthers” und für 40 Jahre dem “Fanklub Speising” besonders Johann Janda und Thomas Jackelbauer.

Auf der anderen Seite sahen wir den wohl zweitgrößten Fanblock aus Graz. Kein zweiter Anhang kann den Auswärtsblock in Hütteldorf derart füllen. Es ist schon Tradition, dass der Block die Grazer mit “Anti-Graz” begrüßt und die Grazer das mit einem baugleichen Doppelhalter “Pro-Graz” quittieren.

Die Tornados spotten Richtung Graz: “Sturm erntet derzeit, was sie gesät haben. Wien dankt seinen Bauern für Getreide, Obst und Kernöl!”, die Ultras schimpfen Richtung Politik: “Unser G an die Politik: Geht’s in Oasch!”, andere wieder mit einer nur für Insider verständlichen Botschaft Richtung Sturm: “Stadt… Tankstelle… Dampflok; nächster Halt Nordkurve?”, schließlich titelt “GWS?: “VAR entsorgen, besser heut’ als morgen!”

Die Rapidviertelstunde wurde gebührend mit Fackeln beleuchtet.

Nach dem 0:3 verließen die Zuschauer scharenweise unsere Tribüne, der Block sang mit dem Rücken zum Spielfeld, nach Spielende lief ein aufgebrachter Zuschauer aufs Spielfeld und wurde von zwei Mitarbeitern des Klubservice nach draußen eskortiert, statt einer Verabschiedung gab’s Pfiffe.

Eine Trendwende ist vielleicht am nächsten Sonntag möglich, doch nach dem gestrigen 4:1 der Tiroler sind die im Aufwind und Rapid noch weiter im Keller, also auch noch keine “gmahde Wiesn”.

Kopf hoch, Rapidler! Lasst die Köpfe nicht hängen und bitte auch nicht rollen.

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Tolles Spiel, ernüchterndes Ergebnis

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Admira-Rapid

Admira-Rapid

1:2 (0:1, 1:1, 1:1), 4.333, SR Schüttengruber, 2. Runde Österreichischer Cup

Bei prächtigem Fußballwetter erlebten wir eine Rapid-Elf, die nicht und nicht in die Gänge kommen will. Es war zwar letztlich ein Sieg, aber als Rapid-Anhänger erwartet man mehr. Das Wort “Arbeitssieg” will mit nicht gefallen, weil es den Gegner abwertet. Was uns derzeit abgeht, ist das gefestigte Kollektiv, die Motivation, etwas, das wir eher bei den Gegnern wahrnehmen.

Dass man üblicherweise die Schuld allein am Trainer festmacht, ist eine typische Tragik des Fußballs. Während wir Zuschauer meinen, dass doch die Spieler mit “Rapid” ohnehin schon den Olymp des österreichischen Fußballs erklommen haben, zieht es viele Spieler in größere Ligen und wenn dann solche Transfers von einem standhaften Sportdirektor vereitelt werden, kann es schon passieren, dass die Motivation der betroffenen Spieler absinkt und dieser Unmut andere mitreißt. Ob es wirklich so ist, wer weiß das schon.

Was aber den Spielern – so oder so – zu denken geben müsste, ist das sinkende Interesse von Scouts an ihren Künsten, weil die Defizite, die wir als Laien wahrnehmen, auch den Profis nicht verborgen bleiben – ihr Marktwert und das Interesse anderer Vereine sinkt. Abwanderwillige hoffen nur mehr auf das Auslaufen des Vertrags und – spielen entsprechend.

Kelvin Arase kann man durchaus den Titel “Man of the Match” verleihen, hatte er doch in der ersten HZ einige tolle Dribblings und eine gute Kopfballchance zu verzeichnen. Schließlich entschied aber ein Foulelfmeter nach seinem schnellen Vorstoß in den Strafraum das Spiel.

Schiedsrichter Schüttengruber, dessen Spielleitung im Tagebuch schon öfter kritisiert wurde, war “verhaltensunauffällig”. Zwei Admira-Tore wurden aberkannt, eines in der ersten Spielhälfte nach einem Corner (offenbar wegen eines Fouls im Strafraum) und ein zweites in der zweiten Spielhälfte (wegen eines Abseits, das man von den Rängen wegen der Nähe der Spieler zum Tor nicht hat erkennen können).

Rückpass

Wir haben schon viele Rückpässe eines Feldspielers zum Tormann gesehen, bei denen der Tormann den Ball mit der Hand gefangen hat und der Schiedsrichter diesen Regelverstoß nicht mit einem Freistoß geahndet hat. Umso bemerkenswerter war es, dass SR Schüttengruber eine solche Situation im Admira-Strafraum durch einen Freistoß für Rapid aus unmittelbarer Tornähe fortsetzen ließ. Rapid war nicht clever genug, die Mauer durch einen indirekt ausgeführten Freistoß zu umgehen. Der direkte Schuss aufs Tor wurde von der Mauer abgewehrt.

Zuschauer

Für Südstädter-Verhältnisse gab es mit etwa 4.300 Zuschauern so etwas wie einen vorläufigen Saisonrekord, denn die letzten Zahlen der letzten Bundesliga-Spiele waren Hartberg (1.427), Sturm (2.590), RB (3.049), Austria-Klagenfurt (1.637).

Unsere Plätze waren auf der Südseite des oberen Rangs, ganz in der Nähe der Rapid-Delegation auf der VIP-Tribüne, bestehend aus Martin Bruckner, Gerry Wilfurth, Gerhard Höckner und Jochen Lehner.

Motivation

Im Sturm kämpfen derzeit Taxi und Ercan mit der Form; sie sind meilenweit von ihrer vorjährigen Performance entfernt.

Ich habe den Eindruck, als würde man bei einem Erfolg nur das Ergebnis sehen und bei einer Niederlage nur die Fehler während des Spiels. Wie wir aber wissen, hängen die Bemühungen der Aktiven während eines Spiels nur teilweise mit dem Ergebnis zusammen. Man kann – wie wir leidvoll wissen – verlieren, obwohl man eigentlich gut gespielt hat und gewinnen, obwohl man eigentlich schlecht gespielt hat. Manchmal passen Leistung und Erfolg auch zusammen. In der Südstadt verließen wir das Stadion mit einem Sieg aber gleichzeitig mit einem Frust über das Gebotene.

Das Problem des häufigen Misserfolgs ist die Rückwirkung auf die Psyche von uns allen, besonders natürlich auf die Spieler. Geht man davon aus, dass gut trainiert wird und auch die Bemühung beim Spiel selbst unübersehbar ist, dann belohnt eine Niederlage diese Bemühungen nicht, und das wirkt – leider in die von uns nicht gewünschte falsche Richtung.

Natürlich kann eine drastische Veränderung – zum Beispiel ein Trainerwechsel – zu einer Verbesserung führen, weil ein Ruck durch die Mannschaft geht und ein Zeichen gesetzt wurde. Ob das Zeichen aber auch langfristig erfolgreich bleibt, hängt davon ab, ob tatsächlich der Trainer die Ursache war.

Da sich an der Mannschaft keine wesentlichen Veränderungen zur Vorsaison ergeben haben, muss man die Gründe für die Erfolglosigkeit woanders suchen. Und wenn sich diese Gründe in die Vergangenheit verschoben haben werden, wird wohl der fußballerische Erfolg wiederkehren, sowohl mit dem alten als auch mit einem neuen Trainer.

Der letzte Trainerwechsel von Gogo zu Didi brachte kurzfristig gar nichts und beruhigte nur den Block. Der Punkteschnitt war bei Didi sehr lange unter dem von Gogo, die Erholung setzte erst in der letzten Saison ein. Nun sind wir wieder soweit, dass der Punkteschnitt (mit Berücksichtigung des überdurchschnittlichen Vorjahres) wieder weit (1,68) unter dem von dem deswegen gekündigten Gogo (1,73) liegt, und es ist die Frage, ob man sich einen neuen Messias wünscht oder ob man Didi die Chance gibt, dieses Tal zu durchschreiten. Ich plädiere eher für Zweiteres, um nicht die seinerzeitigen Fehler beim Abgang von Gogo zu wiederholen. Damals hat es nichts gebracht.

Ambiente

Wir waren etwas früher vor Ort und besichtigten das neu gestaltete Süd-Stadt-Zentrum. Nachdem uns im ersten Atrium die Speisekarte des “So & So” nicht gefallen hat und die Fleischhauerei Radatz schon geschlossen hatte, landeten wir in der “Café-Konditorei Südstadt” im zweiten Atrium. Was uns gewundert hat, war, dass wir dort ohne Gedränge einen Platz bekommen haben und praktisch niemand aus dem Anhang der Südstädter sich in diese schöne Umgebung verirrt hat.

Laden während des Fußballspiels

Ein Fußballspiel ist ein idealer Zeitpunkt für das Laden von Elektroautos. In den Köpfen der EVUs ist das noch nicht angekommen, eine Ausnahme ist die Südstadt.

Das Elektroauto hat unseren Alltag und sogar den den Besuch der Fußballspiele verändert. Mehr als beim Verbrenner ist es vorteilhaft, das Laden des Elektroautos in den Tagesablauf einzuplanen und Standzeiten zum Laden zu nutzen. Ein Fußballspiel in der Südstadt ist ein idealer Ladezeitpunkt. Gegenüber der EVN-Zentrale, am Parkplatz vor dem Südstadt-Zentrum, befinden sich 11 Ladepunkte zwischen 3,7 bis 50 kW. Der Ladepunkt mit 11 kW war unser Ziel und unser Parkplatz. Warum nicht 50 kW und warum nicht 3,7? Mit 50 kW wäre der Ladevorgang zu früh beendet und die restliche Standzeit muss man die Gebühr weiterzahlen, auch wenn das Auto gar nicht mehr geladen wird. Und am 3,7 kW-Ladepunkt (=Schukosteckdose) dauert es zu lange, das ist etwas für das nächtliche Laden.

Ankunft mit einem Ladestand von 30% (das sind 17 kWh der 58 kWh der Batterie), es waren also 41 kWh zu laden. Mit 11 kWh ist das in 3,7 Stunden erledigt. Ankunft 18:30, Ende des Ladevorgangs also etwa um 22:15. Die Zeit bis zum Spielende um etwa 23:00 muss man wegen der Zeitvergebührung auch bezahlen und das ergibt ein Körberlgeld für die EVN. Wegen der etwas längeren Heimreise sank der Ladestand von 100% auf etwa 90% und wird am nächsten Tag weiter auf 80% reduziert, und mit diesem geringeren Ladestand kann der Wagen dann längere Zeit batterieschonend geparkt bleiben.

Die Verrechnung ist gewöhnungsbedürftig. Wieviel genau man zahlt, hängt von der verwendeten Ladekarte ab. Man nutzt für die Preisberechnung am besten die Seite https://ladepreise.at. Günstig ist es hier mit der Mobiflex-Ladekarte der Stadtgemeinde Judenburg und mit der Ladekarte des EMC. Mit beiden zahlt man für diesen Ladevorgang 9,74 €. Mit anderen Ladekarten können die Preise auch höher sein und sogar ein Mehrfaches betragen. Die Rechnung bekommt man erst am Monatsende.

Wie viel “Liter” man nun auf 100 Kilometer verbraucht? Die Liter sind hier Kilowattstunden. Wie weit man damit kommt, hängt von der Fahrweise, der Strecke ab, also ganz ähnlich wie bei Verbrenner. Beim E-Auto kommt aber die Temperatur als wichtiger Faktor dazu. Ich komme mit meinm VW iD.3 im Stadtverkehr mit wenig Autobahn mit einer 100%-Ladung von 58 kWh etwa 380 Kilometer weit, also 15 kWh/100 km; im Hochsommer etwas weniger, Winter deutlich mehr. Das ist aber nur ein Rechenwert. In der Praxis fährt man nicht bis der Akku leer ist, sondern lädt so ab 20% Ladung. Und aufgeladen wird normalerweise nur auf 80%. um die Batterieermüdung hintanzuhalten. Auf 100% wird nur geladen, wenn man gleich weiter fährt und das Auto nicht abstellt.

Und was kostet das dann? Würde man immer an einer 11 kW-Ladesäule der EVN laden, bezahlt man 0,22 € pro kWh, und 3,30 € pro 100 Kilometer. Wenn man dann aber bei Hochleistungsladestellen an den Autobahnen lädt, bezahlt man das etwa das Vierfache.

An diesem Abend waren alle Ladepunkte am Parkplatz des Südstadt-Zentrums belegt, ein Zeichen, dass unsere Ladestrategie nicht unüblich ist. Zum Vergleich: In Hütteldorf ist die Zahl der Ladepunkte an einem Matchtag viel zu gering. Im Parkhaus gibt es nur zwei Ladepunkte und zwei weitere in der Keisslergasse beim “Hotel an der Wien”. Rapid ist dabei in guter/schlechter Gesellschaft praktisch aller Spielstätten. Extrem ungünstig ist die Ladesituation in Salzburg – es gibt keine. Und Hochleistungslader wie sie etwa am Verteilerkreis in Wien zu finden sind, sind für einen längeren Aufenthalt ungeeignet.

Links

Arnold und Florian in der “Café-Konditorei Südstadt”
Die Delegation der “Sitzplatzschweine”
Florian, Erich, Arnold, Franz, Robert
Herbert, Erich

Rapid-Genk

Rapid-Genk

0:1 (0:0), 18.400, Kristo Tohver (EST)

Der “Stadion-Dress-Code” (Fahnen am Stadiondach) enthält auch die Fahne “Respect”, eine Aktion der UEFA, die alle Beteiligten, auch die Zuschauer, zur gegenseitigen Achtung auffordert. Unser Mannschaft nahm in der ersten Halbzeit das Wort allzu wörtlich und brillierte eher in der Defensive und konnte sich nur wenig von den gegnerischen Angriffen befreien.

Doch in der zweiten Halbzeit, etwa ab der 55. Minute, wachte Rapid auf, legte den anfänglichen Respekt ab, konnte das Spiel offen gestalten und auch einige Torchancen herausarbeiten. Nach einem Corner kam es dann aber doch zu einem Treffer für Genk. Doch der VAR entschied auf Abseits – die Freude auf den Rängen war groß.

Bei diesem Spiel stand die Verteidigung im Rampenlicht, allen voran Leo Greiml. Bei einer seiner heroischen Verteidigungsaktionen in der 82. Minute wurde er wegen einer Verletzung durch Kevin Wimmer ersetzt und bekam für die Attacke auch noch eine gelbe Karte.

Etwa in der 90.Minute kam es zu einer Großchance für Rapid, die aber unsere Stürmer leider – wie so oft in letzter Zeit – verstolpert haben. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Rapid war in der Verteidigung “unsortiert” und fing sich einen Konter ein und der baumlange Mittelstürmer von Genk, von dem bis zu diesem Zeitpunkt eher keine besondere Gefahr ausging, konnte die Situation ausnutzen und erzielte das “Golden Goal”, das uns wenige Augenblicke vorher versagt blieb.

Stimmung

Es lief schon einmal besser. Nach der erfolgreichen Vorsaison konnte Didi den Punkteschnitt über den seines Vorgängers Gogo (1,73) heben. Doch nach dem verpatzten Auftakt in der aktuellen Saison sank der Punkteschnitt auf 1,68 Punkte pro Spiel (vor dem Spiel gegen RB), ein Wert, bei dem sein Vorgänger längst gehen musste. Doch unser Didi hat viel Kredit bei den Fans und seine Stellung scheint einzementiert.

In einem Interview mit laola1.tv sagt Filip Stojkovic “Für mich selbst steht der Spaß mit der Mannschaft, speziell mit einer jungen Mannschaft, im Vordergrund. Es muss gute Stimmung herrschen, damit dann am Platz alle hundert Prozent geben können”. Könnte das indirekt bedeuten, dass derzeit eben keine gute Stimmung herrscht, und was wäre der Grund dafür?

Wir bemerken eine gewisse Lustlosigkeit der früheren Leistungsträger und Torgaranten und Didi meint, man müsse der Mannschaft Zeit lassen! Wir Zuschauer können das nicht ganz verstehen, hat sich doch die Mannschaft dank der Bemühungen des Sportdirektors praktisch nicht geändert. Es sind fast dieselben Spieler. Die Wechsel waren Grüll statt Ritzmaier und Ljubicic statt Ljubicic, beide sind aber positive Ausnahmen vom allgemeinen Leistungstief. Der Neue, Marco Grüll, stellt seine Nebenspieler in den Schatten.

Und es gab durchaus abwanderungswillige Spieler, doch die Transfers wurden durch hohe Ablösesummen abgewehrt, in der Hoffnung, dass ein unverändertes Team auch in der neuen Saison eine gute Leistung abliefern würde. Beim Stammtisch wurden Zoki für diesen Schachzug gelobt. Doch konnte man durchhören, dass darunter die Motivation der betroffenen Spieler (gemeint waren wohl Ullmann, Kara und Fountas) gelitten hat. War das etwa ein Pyrrhussieg, bei dem der Sportdirektor etwas gut gemeint hat, es sich aber im Nachhinein als gravierender Nachteil erweisen sollte? Eine Saison mit einer unmotivierten Mannschaft, bei der sich der Unmut einiger Spieler auf die ganze Mannschaft übertragen hat?

Ambiente

Diesen Donnerstag könnte man als den letzten Sommertag 2021 bezeichnen; während der Abendstunden änderte sich der Wettercharakter, Regen setzte ein, es ist mit einem deutlichen Temperaturrückgang zu rechnen.

Es ist auffällig, dass der Kiosk von Tipp-3 seit der Corona-Pause nicht mehr gesichtet wurde.

Sichtlich erleichtert meldete sich Lukas wieder zurück am Stadionmikro. Lukas erzählte, dass sich die Infektion – dank der Impfung – wie eine Verkühlung angefühlt hat.

Sowohl der VIP-Flieger als auch der Eintagesflieger nach London wären bereits ausgebucht sind und im 2-Tages-Flieger nur noch Restplätze erhältlich.

Der Auswärtssektor war durchaus gut besetzt. Die belgischen Gäste meldeten sich lautstark an.

Der Block-West zeigte sich von seiner besten Seite und leitete das Spiel mit einer eindrucksvollen Fahnenchoreografie ein. Ein nicht weiter erklärtes griechisches Spruchband wirkte eher verwirrend und deplatziert.

Lange nicht mehr Ähnliches gehört wie die “Leo”-Rufe bei der Auswechslung von Leo Greiml.; für uns der beste Spieler am Feld, und – wer weiß – vielleicht wäre mit ihm in der Schlussphase das Gegentor gar nicht gefallen.

Bilder

Leider sind alle 100 Bilder dieses Tages Opfer einer defekten SD-Karte geworden, und die wenigen Bilder stammen aus den Facebook-Profilen von Helmut Hasenburger und Jochen Lehner.

Foto Helmut Hasenburger

Links

Rapid-Admira

Rapid-Admira

1:2 (1:0), 16.600, Eisner

Nach 9 Siegen gegen die Admira in Folge setzte es heute die erste Niederlage seit Februar 2018.

Wir erlebten ein ausgeglichenes Spiel mit zwei Stangenschüssen von Rapid – bezeichnend für das Spiel. Die Tore fielen nach Standards, zwei direkt verwandelte Freistöße und ein Tor nach einem Eckball. Rapid war feldüberlegen; es ergaben sich einige Möglichkeiten, die – wie so oft – nicht in Tore umgemünzt werden konnten.

In verschiedenen Interviews mit Rapid-Verantwortlichen meint man, den Kader mit der höheren Qualität zu besitzen. Das nützt aber so wenig wie 500 PS auf Glatteis, wenn also die Spieler ihre PS nicht auf den Rasen bringen – warum auch immer. Der beste Spieler am Platz war nicht etwa ein Stammspieler, sondern der aus Ried geholte Marco Grüll. Seine Stürmerkollegen sind nur mehr eine Light-Version bezogen auf das Vorjahr.

Schiedsrichter

Über Schiedsrichter Ebner kann man noch nicht viel sagen. Er leitete bisher vier Spiele, die Bilanz ist ausgeglichen S : U : N = 1 : 2 : 1. Bei der Bewertung seiner Spielführung darf man sich nicht von der Reaktion des Heimpublikums beeinflussen lassen, aber natürlich war das Foul, das zum Ausgleich der Admira durch einen Freistoß führte, etwas, das der VAR hätte überprüfen müssen, aber solche Überprüfungen werden nicht angezeigt, sodass man als Zuschauer den Eindruck hat, dass der VAR in dieser Situation nicht aktiv war.

Tor der Admira aberkannt

Ein weiter Out-Einwurf der Admira führte zu einem Tor, weil der Ball über den falsch postierten Strebinger sprang. Aber das Tor wurde nicht gegeben, weil ein Tor nach einem Einwurf nicht zählt.

Tor zum 1:2 nach VAR-Entscheidung

Das Tor zum 1:2 wurde vom Linienrichter zunächst als ein Abseitstor bewertet, die Überprüfung durch den VAR ergab aber keine Abseitsstellung. Man muss nicht lange raten, wer am VAR gesessen ist: Manuel Schüttengruber.

Einige Minuten danach wurde ein Foul an Grüll im Strafraum der Admira nicht weiter geprüft (oder wurde die Prüfung nicht angezeigt). Das Publikum wäre beruhigt, wenn das Ergebnis auf der Stadionanzeige kommuniziert werden würde.

Ambiente

Fanfreundschaft

Der Block-West feierte 20 Jahre Fanfreundschaft mit Venezia Mestre mit dem Spruchband. “20 anni Venziamestre e Rapid Vienna” und “Seit 20 Jahren… Fratelli” (Brüder).

Roman vertritt Lukas

Wegen einer Corona-Erkrankung von Lukas kam Roman Dallamassl (Sprecher bei Radio 88,6 und Stadionsprecher von Rapid II), zu seinem “ersten Einsatz” bei einem Spiel der Kampfmannschaft und nach dem – wie er selbst sagte – Abschütteln der ersten Nervosität, hat er das Spiel bravourös angesagt. Lukas meldete sich per Video-Schaltung aus dem Waldviertel von der Vidiwall und verkündete im Dialog mit dem Publikum die Mannschaftsaufstellung.

Wir wünschen Lukas eine rasche Genesung!

Tag der Mitglieder

Jedes Mitglied konnte für diese heutige Begegnung zwei Freikarten erwerben. Wir, (Franz, Florian, Silvia, Marcel und Ferdinand) begrüßten Karl, Ingrid, Tina, Ferdinand, Miguel, Joachim, Georg, Elnaz, Saeed und Gerhard als Gäste dieser Mitgliederaktion.

Die Besucherzahl von 16.600 liegt daher auch etwas über dem Schnitt der letzten Heimspiele gegen die Admira. Nur die ersten vier Admira-Spiele im Allianz Stadion waren besser besucht.

Kreuz-Stehtische

Neu war, dass am Stadionvorplatz Kreuz-Stehtische zum Verweilen einluden und auch intensiv genutzt wurden. (siehe Bilder bei den Links).

Bild (Auswahl)

Margit, Marianne, Erich, Arnold; Viktor, Arnold, Herbert;
Choreografie “20 anni Veneziamstre Rapid Vienna”; TFWF, “The Green White Family”
Janine, Elnaz, Saeed; Facebook-Profil von Roman Dallamassl

Links

Rapid-Ried

Rapid-Ried

3:0 (1:0), 14.400, Christopher Jäger

Es brauchte viele Versuche und fast eine dreiviertel Stunde, bis mit einem akrobatischen Schuss von Marco Grüll das 1:0 gelang. Diese Akrobatik war auch nötig, denn Tormann Şahin-Radlinger war toll in Form und lenkte so manches gefährliches Geschoß über das Tor.

Danach schien es etwas leichter zu werden, denn Ried versuchte, den Ausgleich zu erzielen und Rapid konnte in die sich bietenden Räume vorstoßen. Mit zunehmendem Spielverlauf stellte sich auch eine höhere Ballsicherheit ein; die “Kugel rollte” besser. Die weiteren Tore erzielten Ercan Kara (ähnlich wie das erste Tor im Fallen erzielt) und Robert Ljubicic (Weitschuss, erstes Saisontor).

Sogar ein 4:0 hätte es noch geben können, doch sollte es nicht sein, und die Folge der 3:0-Heimsiege wurde daher fortgesetzt.

Schiedsrichter Christopher Jäger hat eine sehr rapid-freundliche Spielstatistik und mit diesem Sieg verbessert sich diese Statistik auch noch. Von 20 Spielen unter der Leitung von SR Jäger wurden 15 gewonnen, 2 waren unentschieden und nur 3 wurden verloren.

Ambiente

Das Spiel stand im Zeichen des Ablebens unseres Ehrenpräsidenten Rudolf Edlinger. Präsident Martin Brucker würdigte bei Spielbeginn die besondere Rolle von Rudolf Edlinger als den bedeutendsten Präsidenten der jüngeren Geschichte.

Gespielt wurde mit schwarzer Armbinde nach einer Gedenkminute und anhaltendem Applaus des Publikums.

  • Sitzplatzschweine: man bedeckte das Transparent in der ersten Halbzeit mit einer schwarzen Folie
  • Ultras: “Ruhe in Frieden, Rudi Edlinger – danke für alles!”
  • Tornados: “Danke, dass Du jahrzehntelang uneigennützig zum Ruhm Rapids beigetragen hast. Leb wohl, Ehrenpräsident Edlinger”
  • Lions: “Danke für alles, Rudi – Ruhe in Frieden”
  • Klub der Freunde: schwarzes Trauerband am Transparent.
  • (siehe EwkiL:Bilder)

Unzufrieden ist man mit dem Video-Schiedsrichter: “VARarscht wen anderen!”

Herzliche Grüße ins Erlauftal zu Franz und Claus, die sich sehr gefreut haben, mich wieder in alter Frische zu sehen.

Bilderauswahl

Video-Botschaft: “Ehrenpräsident Rudi Edlinger, Ruhe in Frieden”
Transparent des “Klub der Freunde” mit Trauerflor.
Julian und David vor dem Stadion
Verabschiedung, wieder mit den Kindern der Spieler.

Links

Rapid-Luhnask

Rapid-Luhansk

3:0 (1:0), 10.300, Sandro Schärer (CH)

Was mir bei diesem Spiel spontan einfällt, ist der Titel des Buchs des Physikers Metin Tolan: “Manchmal gewinnt der Bessere” und der Ärger von Ernst Dokupil über seinen Beruf: “Fußball ist ein Scheiß-Spiel”. Beides drückt aus, dass trotz aller Professionalität, die Anstrengungen nicht notwendigerweise zum Erfolg führen. Und was für die Akteure so frustrierend sein kann, ist das Erfolgsrezept des Fußballs.

Was hätten wir wohl gesagt, wären wir an Stelle der gut organisierten und athletischen Ukrainer gewesen? “Mehr Glück als Verstand!” hätten wir gesagt. Es ist eben der Zufall, der die unangefochtene Hauptrolle in diesem Spiel hat und sichtbarer als in unserem Alltag in jeder Szene die Fäden führt.

So gut das Ergebnis ist, “durch” ist Rapid noch nicht, insbesondere wegen der überheblichen Spielweise bei einem Vorsprung, die man etwa im Rückspiel gegen Famagusta nicht so gern gesehen hat. Und die Ukrainer werden beim Rückspiel ihre Qualitäten besser in Stellung bringen.

Alter Kad/Leg  Wert UEFA-Platz
 25,6  25/7   18Mio 92 Lugansk
 24,5  28/5   30Mio 97 Rapid

Foto

Erich und Arnold mit einem Museumsstück: Ein Schal vom Finale in Rotterdam 1985;
Florian, Arnold und Herbert. Was man hier nicht sieht: im ständigen Kampf mit dem Ordner, der meint, dass man da nicht stehen dürfe;
Keine Fahnen der Ukraine;
Tolle Choreografie der Tornados “Mit den schönsten Farben durch Europa – gebt alles für Grün-Weiß”.

Links

Rapid-WAC

Rapid-WAC

3:0 (1:0), 13.100, Harkam

Wenn uns jemand nach der ersten Viertelstunde des Spiels gesagt hätte, dass dieses Spiel gewonnen wird, hätten wir es nicht für möglich gehalten. Die Wolfsberger waren viel aggressiver, genauer im Passspiel und hatten in der Anfangsphase auch einige gefährliche Strafraumszenen zu verbuchen.

Als dann zu aller Überraschung Kelvin Arase ein Tor erzielte und nach quälender Wartezeit die unsichtbaren VAR-Akteure das Tor aberkannten, weil irgendwann vor diesem Tor ein Foul begangen worden sei, beflügelte diese gefühlte Ungerechtigkeit unsere Spieler derart, dass sie praktisch gleich in der Folgeminute mit der notwenigen Wut im Bauch in einem Energieanfall dieses 1:0 beim dritten Schussversuch nachholten. Schütze: Taxi Fountas.

Gewonnen war das Spiel natürlich noch nicht, doch in nur einer Minute erzielte wieder Taxi Fountas Treffer 2 und 3 und damit auch den Endstand.

Rapid spielte mit: Kelvin Arase · Jonas Auer · Taxiarchis Fountas · Srdjan Grahovac · Leo Greiml · Marco Grüll · Maximilian Hofmann · Benjamin Kanuric · Ercan Kara · Christoph Knasmüllner · Thorsten Schick · Lion Schuster · Richard Strebinger · Lukas Sulzbacher · Maximilian Ullmann · Kevin Wimmer

VAR

Das aberkannte Tor von Kelvin Arase war völlig korrekt. Aber dem Ballgewinn von Rapid an der Mittellinie dürfte ein Foul vorangegangen sein, das der Schiedsrichter übersehen hat, und erst bei einer Video-Wiederholung bestätigt hat.

Ambiente

Rapid ist eine Familie

Gleich drei Kinder von Spielern (Schick, Knasmüllner und Fountas) durften sich mit ihren Vätern verabschieden.

Für gute Fotos sind besondere Blickwinkel gefragt.

Daniel Widner (Red Ring Shots) ist erfinderisch bei der Suche nach den besten Blickwinkeln für seine Fotos. (Weitere Bilder auf https://www.facebook.com/redringshots/ und https://red-ring-shots.com/)

Janine, im Interview*)

RAPID-POST (aus der Stadionzeitung zum Spiel Rapid-WAC)

Warum bist du Rapid-Fan?

Mir wurde die Rapid-DNA bereits in die Wiege gelegt und seither gibt es für mich einfach keinen besseren Verein in Österreich.

Erstes Rapid-Spiel im Stadion?

An mein erstes Spiel kann ich mich noch sehr gut erinnern. Es war das Wiener-Derby 2009 im alten Weststadion.

Spieltags-Routine vor einem Heimspiel?

Wir treffen uns immer drei Stunden vor einem Spiel im Stags Head. Da wird gemeinsam gegessen, natürlich auch getrunken und das Spiel vorab besprochen. Dabei gehen wir auch immer mögliche Aufstellungs-Varianten durch.

Spieltags-Outfit?

Das ist bei mir immer das aktuelle Heimtrikot, Schals. Rapid-Ohrringe und ein Gummiarmband von Rapid. Bei Auswärtsspielen dann etwas dezenter (vor allem bei Spielen in Graz) – dennoch bin ich auch da immer in den Vereinsfarben gekleidet.

Schönster Rapid-Moment?

Mein schönster Rapid-Moment war bisher das Champions League-Qualiftkationsspiel in Lemberg. Die Stimmung war unglaublich, obwohl wir letztendlich leider verloren haben. Nach dem Schlusspfiff kamen dann auch mir die Tränen, weil die Mannschaft es sich einfach verdient gehabt hätte.

Rapid-Legende, die dich am meisten beeindruckt hat?

Da fällt mir sofort nur ein Spieler ein: Alfred Körner.

Aktueller Lieblingsspieler und warum?

Unser derzeitiger Kapitän Christopher Dibon. Weil er mittlerweile zu den arriviertesten Spielern im Kader gehört und in der Vergangenheit immer unter Beweis gestellt hat. dass er trotz einiger Rückschläge nicht unterzukriegen ist. Er ist ein unglaublich sympathischer Mensch, der zudem stets sehr ehrlich ist und sich kein Blatt vor dem Mund nimmt.

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*) Janine ist Vorstandsmitglied beim “Klub der Freunde des S.C. Rapid”

Botschaften der Ultras

Die Ultras titeln “ΕΛΛΑΔΑ ΚΡΑΤΑ ΓΕΡΑ” (“Halte durch, Griechenland”) und drücken ihre Solidarität mit den unter den Bränden leidenden Griechen aus.

Google Translate versagte kläglich beim Versuch, den Text zu übersetzen. Die große Mehrheit der Stadionbesucher versteht diesen Spruch auch nicht, dient aber als Kulisse für dieses Spruchband. Vielleicht könnte man solche hierorts unverständlichen Botschaften erklären, entweder durch Untertitel oder durch einen Kommentar von Lukas.

Auf der Südtribüne wurde Ein “Block-West-Echo” verteilt; mit Berichten von den Spielen Rapid-Hartberg, Sparta Prag-Rapid, LASK-Rapid und Rapid-Famagusta. (siehe EwkiL:Bilder)

Links

Rapid-Famagusta

Rapid-Famagusta

3:0 (1:0), 11.400, Maurizio Mariani (Italien), 2021-08-05

Keiner unserer Spieler war beim Spiel im Jahr 2008 dabei, doch der Großteil der Zuschauer kann sich noch an die damalige Vorstellung der Neuerwerbung Georg Koch erinnern, der gerade einmal 9 Spiele für Rapid bestritt und mit dem ziemlich überraschenden Gegentor – Koch bewegte sich nicht und spielte auf “falscher Fuß” – die Champions-League-Teilnahme von Rapid schon nach dem ersten Qualifikationsduell beendete. Auch der ORF zeigte in einer Rückblende dieses verdächtige Tor. Die Vereinsführung hat damals seinem eigenen Tormann Raimund Hedl nicht vertraut, doch diese Entscheidung hat sich mit diesem Ausscheiden bitter gerächt.

In der Presse meinte man, dass man damals, 2008, die bessere Mannschaft gehabt hätte, doch auch unser heutiger Sturm mit Ercan, Taxi, Marco und Knasi kann sich sehen lassen; nicht zu vergessen den nachrückenden Oliver Strunz.

Alles das bewegte unser Team heute aber gar nicht. Die Statistik ist in den Köpfen der Zuschauer aber kaum in den Köpfen der Spieler, und das war gut so, denn abgesehen von fallweisen Kontern des Gegners war Rapid die klar dominierende Mannschaft. Rapid spielte mit Kelvin Arase · Jonas Auer · Taxiarchis Fountas · Srdjan Grahovac · Leo Greiml · Marco Grüll · Maximilian Hofmann · Ercan Kara · Christoph Knasmüllner · Thorsten Schick · Lion Schuster · Richard Strebinger · Oliver Strunz · Lukas Sulzbacher · Maximilian Ullmann. Die Tore: 1:0 Ercan Kara 35.; 2:0 Taxiarchis Fountas 64.; 3:0 Marco Grüll 83.

Vergleich

Famagusta landete 2020/21 auf dem vierten Tabellenplatz und verlor das Pokalfinale gegen Omonia Nikosia im Elfmeterschießen. Es fällt auf, dass man sich auf der Homepage nicht als Mitglied anmelden kann, also ähnliche Verhältnisse wie bei RB.

Kader Nati Alter Legio   Wert   UEFA      Liga
                                Klub Land
   29   10  27,8 55,2% 10,9 Mio  197   16    4 Famagusta
   27    4  24,7 18,5% 29,9 Mio   95   10    2 Rapid

Rapid ist die deutlich jüngere Mannschaft. Die Zyperer erhöhen das Niveau durch mehr Legionäre.

Rückspiel

Für das Rückspiel herrscht vorsichtiger Optimismus, und das ist nach dem 3:0 auch nicht verwunderlich.

Beim Duell im Jahr 2008 waren die beiden Spiele ziemlich ungleich. In Larnaca eine klare Niederlage, in Wien ein klarer Sieg für Rapid. Vielleicht wird die Temperatur als “Dreizehnter Mann” mitspielen. Für Zypern sind für kommenden Donnerstag 32 Grad angekündigt.

Ambiente

Ja, es ist Sommer, immer noch Corona-Restriktionen und das Spiel wurde auch im Fernsehen übertragen, aber 11.400 Zuschauer sind doch sehr enttäuschend, hing doch von diesem Spiel sehr viel ab. Zum Vergleich: Damals, am 6.8.2008 als Rapid gegen Famgusta 3:1 gewann, kamen immerhin noch 17.000 Zuschauer.

Der Block präsentierte sich von seiner besten Seite und mit einer imposanten Fahnen-Choreografie:

Die Ultras stehen mit der UEFA auf Kriegsfuß: “UEFA: Your intention ist useless; Ultras won’t stop!”

Der Klub der Freunde vermisst seinen Obmann und die Mitgliederversammlungen und tröstet sich mit Selfies.

1: Arnold, Florian; 2: Erich; 3: Florian, David, Erich; 4: Florian, Arnold; 5: Herbert; 6: Miguel, Ferdinand
Die Wäsch’ von Famagusta zeigte Auflösungserscheinungen

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LASK-Rapid

LASK-Rapid

1:1 (0:1), Eisner, 7.000

So sehr uns das elegante Zuspiel von Kara auf Fountas gleich in der 8. Minute gefallen hat, so unzufrieden waren wir mit der zunehmenden Abwehrschlacht im weiteren Verlauf des Spiels. Natürlich hätte es auch gut gehen können, aber die Wahrscheinlichkeit eines Tores bei der Daueroffensive des LASK war sehr hoch. Dass dann auch das 1:1 nur glücklich über die Spielzeit gebracht werden konnte, zeigt den fragwürdigen Sinn des VAR. Die Kommentatoren von Sky waren sich einig, dass es nach einer Attacke von Arase einen Elfer für den LASK hätte geben müssen. Nicht einmal nachgeschaut hat der Schiedsrichter. Zwar war das ein großer Vorteil für Rapid, solche Situationen erhöhen nicht gerade das Vertrauen in den VAR.

Geschichte der Spiele gegen den LASK

Seit 1940 gibt es das Duell zwischen dem LASK und Rapid, und es gab bisher 159 Begegnungen.

 von  bis Siege     Unentsch   Niederlagen
1940-2021 92 (59%)  30  (19%)  35  (22%) 
2016-2021 12 (75%)   1  ( 6%)   3  (19%) 

Die über den gesamten Zeitraum sehr positive Bilanz wird in der jüngeren Geschichte dieser Begegnungen noch übertroffen.

Spielt Rapid ohne Fans besser?

Die Bundesliga begrüßt die Besucher im aktuellen Bundesliga Journal mit dem Titel “Willkommen Daheim” und erzählt uns etwas über die Zeit der Geisterspiele. Spielt es eine Rolle, ob Publikum anwesend ist oder nicht? Dazu vergleicht man auf Seite 17 die Heimpunkte vor und während der Coronazeit. Und das Ergebnis ist aus der Sicht von Rapid überraschend. Der Zwölfte Mann wirkt! Allerdings anders als man vermuten würde. Rapid hat demnach in der Zeit vor Corona bei Heimspielen 1,65 Punkte pro Spiel erreicht, aber während der Zeit der Geisterspiele 2,0 Punkte.

Und was bedeutet das nun? Unser Trainer würde sagen, dass er nichts von diesen Zahlen hält, doch muss man dem entgegenhalten, dass – sofern es sich nicht um einen Rechenfehler handelt – man hier die gute Leistung der Mannschaft in der abgelaufenen Saison abgebildet sieht. Und diese Leistung muss natürlich nicht unbedingt mit den Zuschauern zusammenhängen. Aber so ganz wegwischen kann man einen Zusammenhang nicht.

Wenn Zuschauer einen Einfluss auf das Geschehen haben, dann betrifft dieser Effekt natürlich alle Mannschaften gleichermaßen, doch Publikumseinflüsse wirken sich bei Rapid ganz besonders aus. Rapid verzeichnet nicht nur den größten Einnahmenausfall der Liga, die Grabesstille im Stadion ist nirgendwo so einschneidend wie bei Heimspielen von Rapid.

Einfluss der Fans auf die Heimmannschaft

Bedenken wir, dass die Spieler in der abgelaufenen Saison – und wohl auch noch länger – keine Besuche bei Fanklubs und Sponsoren zu absolvieren hatten. Der Druck des Publikums fehlte, man spielte befreit. Den Effekt, dass man nicht für sondern manchmal sogar gegen ein forderndes Publikum spielen muss, entfällt, man spielt allein für den Verein und für seine eigene Karriere. Es gibt keine Rufe von der Tribüne, weder gute noch schlechte, die Einfluss auf die Spieler und damit auf das Spiel hätten haben können usw.

Einfluss der Fans auf die Auswärtsmannschaft

Es geht nicht allein um den Nachteil von Rapid durch die Heimfans, sondern um den Vorteil, den die Gastmannschaft durch eine ungewohnte und vielleicht sogar besonders motivierende Kulisse bei den Spielen in Hütteldorf hat. Die Kulisse könnte also für den Gegner sogar vorteilhaft sein und deren Wegfall hat dem Gegner der möglichen Motivation beraubt.

Bilder

Leider haben wir zu diesem Spiel keine eigenen Bilder. Umso mehr freut es mich, dass uns David Bilder von der Abfahrt unserer Mannschaft mit dem Rapid-Mannschaftsbus mit der Nummer W 9000 MW überlassen hat. (siehe EwkiL:Bilder)

Der Bus wird beladen, es geht nach Linz. (Foto von David Galko)

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