Gent-Rapid

2:1 (1:0)

Es wäre möglich gewesen! Andy Marek hätte beim „Auswärtsspiel in Hütteldorf“ vielleicht den besseren Riecher gehabt und Yusuf schon in der Halbzeit eingesetzt, denn Kelvin war bei diesem Spiel keine große Stütze. Der Kopfball von Leo Greiml in der Schlussminute ging nur knapp am Tor vorbei, aber so ist eben Fußball. Die Enttäuschung war bei allen groß. Und doch fragt man nach möglichen Ursachen.

Peter hat es auf den Punkt gebracht. Im Vorfeld hieß es doch, die Mannschaft könne unbeschwert spielen, denn das wichtige Etappenziel der EL-Gruppe war ja erreicht. Und so ist es dann vielleicht in den Köpfen: „wir sind ja schon dort, wo wo sein sollen“ und die letzte Motivation fehlt. Aber vielleicht gibt es auch andere Gründe:

Gent Rapid
  31    31 Kadergröße
  20    10 Legionäre
  26,1  24,6 Durchschnittsalter [Jahre]
  12     4 Nationalspieler
 +16,6   0 Transferbilanz [Millionen €]
  80    32 Kaderwert [Millionen €]

Diese Zahlen beziehen sich auf den gesamten Kader und genaugenommen müsste man beim Durchschnittsalter die Spieler der Startaufstellung auswählen. Mein Eindruck war, dass die Genter Spieler um wenigstens zwei Jahre reifer gewirkt haben. Man kann sich in Belgien offenbar mehr Legionäre leisten und kauft diese Spieler auch auf höherpreisigen Märkten. Es ist einfach mehr Geld da. Die Mannschaft steht bei der Nationalmannschaft mit 12 Spielern (4 Rapid) höher im Kurs.

Auf zu den nächsten Aufgaben, und hoffentlich bleibt die Mannschaft zusammen!

Ambiente

In Zeiten von Corona bot das „Auswärtsspiel in Hütteldorf“ mit den Gästen Patrick Jovanovic und Raimund Hedl sowie den Moderatoren Andy und Lukas Marek eine unterhaltsame und gleichzeitig informative Einstimmung in das Spiel über den Facebook-Kanal von Rapid. Das obligatorische Quizspiel, zusammengestellt aus dem Rapid-Archiv, ist gar nicht so einfach, auch nicht für die ganz alten Hasen! Alle Teile dieser Veranstaltung und auch das Spiel selbst in voller Länge gibt es auf Rapid-TV.

Bilder vom Auswärtsspiel in Hütteldorf (Bilder Erich)


Hier endet der (Kurz)bericht über das Gentspiel. Für die Ereignisse im Spital wollte ich keinen eigenen Beitrag verfassen, daher hier bitte nur weiterlesen, wenn es jemanden interessiert.

Ambiente-1

Ich selbst habe das Spiel im Spital mitverfolgt und bedanke mich bei allen, die mir per Telefon, SMS, Mail, WhatsApp, Messenger und Facebook so viel Positives übermittelt haben. Wen es interessiert, hier die Fortsetzung des Krankenberichts, Teil 1 beginnend am Donnerstag, 10.9.

Neues vom Franz*)

Seit meinem ersten Bericht über die Einlieferung in die Urologie hat sich Einiges getan und für einen Anfänger in Sachen „Spital“ war alles ziemlich dramatisch. Nach der Biopsie der Blase und Entfernung des Katheters begann sich die Krankheit erst so richtig zu entfalten mit täglichen Steigerungsraten.

Diagnose: Probenentnahmen aus der Blase ergeben am Donnerstag, dass überall im Körper vergrößerte Lymphknoten (=Lymphome) bestehen. Diese Lymphome sind teilweise sehr groß und drücken umliegende Organe ab, zum Beispiel Venen und ein ganz besonderes „Luder“ drückte auf den Harnleiter der rechten Niere und diese war daher „gestaut“. Würde man nichts unternehmen, wäre die Niere bald kaputt und man müsste sich einer lebenslangen Dialysebehandlung unterziehen. Wegen des offensichtlich sehr raschen Wachstums des Lymphoms war Eile in jeder Hinsicht geboten.

Meine erste Vorstellung, dass nach der Diagnose periodische Chemotherapien mit ungewissem Ausgang folgen würden, war zwar im Prinzip richtig, berücksichtigte aber nicht das Zerstörungswerk, das die Lymphome bereits im Körper angerichtet haben.

Symptome: Aus der Atemnot bei Anstrengung wurde zunehmend eine generelle Atemnot, auch im Ruhezustand; Flüssigkeit, die nicht ausgeschieden werden konnte staute sich im Körper (Lunge, Arme Beine, Augen); Atmen nur auf der rechten Seite liegend möglich.

Alles sagen sie Dir ja nicht, die Ärzte. Einerseits aus psychologischen Gründen aber auch aus didaktischen Gründen – man versteht alles höchstens modellhaft. Meine erste Station, die Urologie, diente eigentlich nur zur Diagnose. Die Gewebsentnahme war schon einige Tage vorbei und man wartete dringend auf das Ergebnis der Laboruntersuchung. Wegen der Atemnot schickte man mich nicht nach Hause und ich war einige Tage fast behandlungsfrei im Spital. Im Laufe dieser Tage vergrößerte sich die Atemnot immer mehr, Schlafen in der Nacht gab’s nicht.

Am Donnerstag früh, 10.9. 10:00 war der Laborbefund da, der Primararzt kam – ein Tiroler übrigens – erklärte, dass es sich um ein Lymphom handle, gegen das man sofort vorgehen müsse und dann wurde es eilig, sehr eilig. Es ging um 11:00 unverzüglich in die Onkologie auf ein Isolierzimmer, denn bei diesen Überstellungen müssen immer Coronatests gemacht werden.

Alle, die in mein Zimmer kamen, mussten Schutzkleidung tragen. Der Oberarzt erklärte mir, dass die Art der Chemotherapie von der Art des Lymphoms abhängig sei und dabei bis zu 80 Arten unterschieden werden. Daher war es eben notwendig, das genaue Laborergebnis zu kennen, um die richtigen Maßnahmen zu setzen.

Man wartete das Ergebnis des Coronatests nicht ab und verpasste mir gleich um 12:00 die ersten drei Infusionen: Cortison, Wasser und danach Chemie. Das alles war nur eine Vorstufe mit halber Dosis. Die erfahrene Krankenpflegerin war ob der Eile auch etwas verwirrt, denn normalerweise wartet man einfach das Corona-Testergebnis ab, es kam dann am Abend. Der Test war negativ und ich wurde auf ein Zweibettzimmer zum Dauerpatienten Kurt verlegt.

So, als würden sich alle Venen vor den zu erwartenden Stichen in Sicherheit bringen wollen, veränderte sich die Hautoberfläche auffällig, die Venen gingen in Deckung, Oft musste mehrmals ein Zugang gesucht werden.

Mein Allgemeinzustand war so, dass ich nur im Liegen konnte. Kaum stand ich auf, bekam ich Probleme beim Atmen. Mein Erklärungsmodell war immer noch jenes, das ich vom Lungenfacharzt mitgebracht hatte, das fehlende Hämoglobin kann den Sauerstoff der Lunge nicht ausreichend weiterleiten.

Um das Blutbild war man auch gleich sehr besorgt, eine Punktierung des Rückenmarks stand am Freitag am Programm. Da ich diese Prozedur schon einmal schmerzhaft in einer Ambulanz erlebt habe, hatte ich Panik, doch es sollte ganz anders kommen. Ein junger Arzt aus Siebenbürgen hatte in dieser Sache Erfahrung. Ohne eine Schmerzempfindung entnahm er aus dem Beckenknochen einen zwei Zentimeter langen Bohrkern, das Analyseergebnis wird in einer Woche erwartet.

Freitag und Samstag waren durch genau festgelegte Folgen von Cortison, Wasser, Antibiotika und Chemie geprägt. Keine Chemo-Flasche wurde verabreicht ohne eine Kontrolle des Namens und des Geburtsdatums.

Da die Chemie alle schnellwachsenden Zellen angreift, tut sie das auch in den Schleimhäuten des Rachens und um in diesem Bereich Entzündungen zu vermeiden, spült man nach den Mahlzeiten den Rachenraum man Glandomed mit Orangengeschmack.

Die Chemie ist so aggressiv, dass eine undichte Stelle beim Einlass in die Vene den ganzen Arm verätzen kann. Glücklicherweise ist das bei mir nicht passiert. Damit die Konzentration im Blut nicht zu groß werden kann, werden die Infusionen genau dosiert.

Ob und was dieses Chemo wirklich bewirkt, kann ich jetzt noch nicht sagen, weil ich noch keinerlei Nebenwirkungen bemerke.

Aber eine ständige Nebenfront macht mir laufend zu schaffen, die Atemnot. Beim Versuch, durch die Station zu gehen, gab ich am halben Weg auf und ging keuchend in mein Bett zurück. In der Nacht wirkte sich das so aus, dass ich nicht schlafen konnte, bestenfalls ruhen und das nur auf der rechten Seite liegend; links oder am Rücken ging gar nichts, keine Luft. Wenn die Lunge in „Flachatmung“ übergeht, reicht der Sauerstoff nicht aus und man schnappt nach Luft und kann daher nicht einschlafen.

Diese Liegeunsymmetrie habe ich schon jahrelang, allerdings nicht mit dieser nach Luft ringenden Begleiterscheinung. Natürlich wusste das Ärzteteam darüber Bescheid. Man wartete die letzte Chemo-Flasche ab. Am Samstag sind die Ambulanzen nicht besetzt. Das Lungenröntgen wurde nur für mich in Betrieb genommen. Das Bild zeigte einen Grauschleier, nur geht der nicht so einfach mit dem Weißen Riesen weg.

Die Ärzte bereiteten mich auf einen weiteren Eingriff vor, eine Punktierung der Lunge. Aber ich hätte doch gar nichts an der Lunge meinte ich, denn das hatte der Lungefacharzt festgestellt. Ja, aber das wäre vor zwei Wochen gewesen, die Situation habe sich aber dramatisch verschlechtert. Man ist Passagier. Samstag geht nichts mehr, aber Sonntag. Wieder wird eine Ambulanz hochgefahren, wieder ist ein junger Arzt am Werk, wieder mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Routine.

Mein Bett wird von einem erfahrenen Team von der Onkologie zur Ambulanz gefahren. Eine gemütliche „Jugo“-Partie und einer, der wegen seiner verdächtigen violetten Haarfarbe nicht so recht dazugepasst hat. Tatsächlich, ein Austrianer. Ich konnte mich mit ihm unterhalten, über die neue Saison, die neuen Abos. Und siehe da, trotz seines unverkennbaren Aussehens eines treuen Fans war er sehr verantwortungsbewusst. Nein, heuer nimmt er kein Abo, das wäre viel zu riskant für seinen Beruf im Spital, er würde kein Risiko eingehen und sich die Spiele nur am Fernseher anschauen. Hut ab, violetter Freund!

Die Ambulanz war völlig leer, nur das kleine Team war da. Alle für den Eingriff erforderlichen Dinge, die ich in der Aufregung gar nicht wahrgenommen habe, werden aus sterilen Behältnissen entnommen, einmal verwendet und dann entsorgt. Ängste waren völlig unbegründet, der Eingriff erfolgt im Sitzen und am Rücken, ich weiß also nicht, was die drei wirklich gemacht haben. Man muss sich aber vorstellen, dass ich immer keuchend geatmet habe. Es wird einfach ein Loch zwischen die Rippen gebohrt und über einen Schlauch Flüssigkeit abgesaugt. Im Zuge der Behandlung wurde das Atmen leichter und leichter. Fast zwei Liter Flüssigkeit wurden mir in wenigen Minuten aus der Lunge entfernt, und dass ich diese Zeilen schreiben kann, verdanke ich dieser Behandlung, denn vorher war sogar das Sitzen am Tisch sehr beschwerlich.

Wie neu geboren kam ich auf die Station zurück, alle Atemnot war verschwunden.

Warum das Wasser in die Lunge gekommen ist, hat folgenden Grund, den ich immer wieder bei den Visiten höre: meine rechte Niere sei gestaut. Man hätte bei der Biopsie versucht, den Harnkanal zur Blase zu öffnen, das sei aber nicht gelungen. Es bestand daher die Gefahr, dass die Niere irgendwann unter diesem Stress so beeinträchtigt wird, dass man zum Dialysepatienten wird. Das wollte man aber mit allen Mitteln zu verhindern versuchen.

Und von wo kommt diese Stauung? Das wieder hängt mit dem Lymphom zusammen, das sich in diesem Bereich ausgebreitet hat und den Harnleiter abdrückt und den Harntransport beeinträchtigt und das eben durch die Chemotherapie zurückgedrängt werden soll. Vorläufig aber sei seine schädigende Wirkung schon so weit fortgeschritten, dass eben die rechte Niere nicht mehr funktioniert.

Was tun? Ärzte sind erfinderisch. Würde man nichts tun und darauf hoffen, dass die Chemotherapie den Harnkanal irgendwann wieder freigibt, kann das für die Niere zu spät sein. Also bastelt man dem Patienten einen vorläufigen künstlichen Ausgang bei der beschädigten Niere. Und wieder wird Mensch angebohrt. Im Ultraschall wird die Niere lokalisiert, ein Loch dorthin gebohrt und ein Schlauch eingeführt, der den Harn nach außen ableitet. Ja, dann hat man einen ständigen Begleiter, eine Art Beule als Abdichtung des Abflusses und ein Sackerl fürs Lulu, wenn man das so sagen darf. Mit dieser Maßnahme wird der Stau in der Niere abgeleitet, das Wasser in der Lunge wird sich hoffentlich nicht wieder ansammeln. Die Niere wird durch die Ableitung geschützt und in der Zwischenzeit kann die Chemotherapie ihre Wirkung entfalten und das Lymphom verkleinern, womit dann – hoffentlich – der Harnkanal wieder frei werden kann. Nach einiger Zeit kann man den Notausgang wieder entfernen.

Der Eingriff war für Montag Nachmittag geplant, aber es kam ganz anders. Montag Vormittag stand der mich begleitende Oberarzt neben meinem Bett und verkündete höchst erfreut, dass man den künstlichen Nierenausgang nicht benötigen wird, weil sich die Nierenwerte im Blutbild bereits während des Wochenendes soweit verbessert hätten, dass man jetzt schon auf die Wirkung der Chemotherapie setzen kann.

Das Programm wurde also kurzfristig geändert: kein Nierenausgang, dafür Chemo Phase 1, volles Programm (doppelte Menge im Vergleich vom Vorphase). Ziel: Nieder mit dem Feind, dem Lymphom.

Was soll man da sagen, manchmal hat man eben auch Glück.

Eine Kleinigkeit bleibt noch, denn im Sitzen neigen die Beine noch dazu, sich immer noch etwas mit Flüssigkeit zu füllen. Dagegen hilft Füße hochlagern und die Tablette „Lasix“. Allerdings muss man danach einen halben Tag zu Hause bleiben, so viel Flüssigkeit kann man da im 20-Minuten-Takt verlieren,

Eineinhalb Tage noch, dann geht es nach am Freitag 18.9. nach fast drei Wochen Spitalsaufenthalt nach Hause. Eine kleine Hausübung muss ich täglich ausführen, nämlich muss ich mir weiße Blutkörperchen in den Oberschenkel spritzen. Man lernt eben nie aus.

Und siehe da, als ob die Venen die Botschaft mit dem „Nachhausegehen“ mitgehört hätten, sie sind wieder da. Offenbar haben die Maßnahmen schon so gut gegriffen, dass sich der Körper erholt hat. Auch die Hautfarbe beginnt das gespenstische Grau weder abzulegen.

Nach drei Wochen wird es die nächste Phase der Chemotherapie mit einem weiteren dreitägigen Spitalsaufenthalt geben. In dieser Zeit werden sich die Blutwerte durch die aggressive Chemie (unerwünscherweise) verschlechtern wie sich die Lymphome (erwünschterweise) zurückbilden – hoffentlich. Das wird wegen dem dann sinkenden Hämoglobinwert wieder Atemnot zur Folge haben und gleichzeitig könnte die Anfälligkeit gegen Infektionen steigen. In diesem Zusammenhang ist unser derzeit gemeinsamer Feind, das Coronavirus, eine kleine Hilfe, weil alle Menschen aufgefordert sind, Masken zu tragen und Abstand zu halten und daher werden auch die saisonalen Schnupfen- und Grippeviren abgehalten.

Spital, Ort der Integration

Dieses und andere Spitäler würden nicht funktionieren, gäbe es sie nicht; die zahlreichen Menschen mit Migrationshintergrund, die das Gesundheitswesen am Laufen halten. Ich versuche immer zu erraten, von wo die mich gerade behandelnden Menschen stammen. Und das ergibt tatsächlich ein sehr buntes Bild. Temesvar, Zagreb, Belgrad, Bratislava, Brno. Was ich anfangs etwas vermisst habe, waren Moslems, die einen sehr großen Bevölkerungsanteil in Wien stellen, doch auch hier wurde ich fündig, es gibt sie. Sehr gewissenhaft. Aber noch zu wenig.

Das Klima, das auf allen diesen Abteilungen herrscht, ist eigentlich schon ein Teil des Heilungsprozesses. Man bewundert die Logistik, die Hygienemaßnahmen, das perfekte Zusammenspiel der verschiedenen Zuständigkeitsebenen und die enorme Expertise des Ärzteteams; man ist (dankbarer) Passagier.

Man ist wie in einem Hotel, man kann zwischen drei Menüs auswählen, es gibt Obst, Fruchtsäfte, Tee, Kaffee. Ich plädiere für sechs Sterne, allerdings muss man einen Stern wegen der dauernden „Sticheleien“ abziehen. Und doch gibt es einen wichtigen Unterschied zu einem Hotel. Das Hotel will seine Gäste halten, das Spital will sie wieder gesund nach Hause schicken.

Dank an das Team der Onkologie im KFJ, Station D!

Und damit die Patienten trotz der guten Behandlung auch gehen, gibt es hier kein Bier.

Daher werden wir am Samstag das familiäre Wiedersehen im Schweizerhaus bei einem Krügel Budweiser, einer Prager Kuttelflecksuppe (dršťková polévka) und Rohscheiben feiern, einem Hauch von Freiheit nach dem „Hotel“ Spital. Ihr werdet fragen, warum denn keine Stelze? Nun, das hat mit Nostalgie zu tun. Eine meiner „Mütter“ – ich hatte gleich vier, alle Wiener Tschechinnen – verwendete viel Zeit auf die aufwändige Zubereitung dieser Suppe und der kleine František war zu dieser Köstlichkeit immer eingeladen. Schweizer Haus und Panoramaschenke bieten diese Spezialität heute noch an.

*)
„Neues vom Franz“ ist der Titel eines Kinderbuchs von Christine Nöstlinger aus der „Franz“-Serie. Wir hatten alle diese Bücher. Und es sind nicht nur Kinderbücher, sie unterhalten Erwachsene gleichermaßen.

Rapid-Admira

4:1 (2:0)

Mich erinnerte das Spiel unmittelbar an jene Zeit, in der Rapid immer eine gefühlte Überlegenheit zeigte, trotz dieser Feldüberlegenheit nicht immer gewann, es aber drei Mal zum Vizemeister gereicht hat. Ich hatte bei diesem Spiel das Gefühl, dass es unser sportliches Duo Didi und Zoki geschafft hat, an diese Zeiten nicht nur anzuknüpfen, sondern darüber hinaus eine sehr flexible Spielanlage zu entwickeln, die sich am jeweiligen Gegner und der Situation orientiert.

Es ist aber die Frage, ob der heutige Gegner Admira geeignet war, diese Tugenden aufzuzeigen. Mich erinnert dieses Spiel auch – wie so oft – an den Band 1 von Asterix, in dem die Römer meinen, den Zaubertrank zu besitzen und dabei diesen Umstand an einem sehr kleinen Stein messen. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße und das könnte „buffalo“-Gent sein. Doch für so naiv wie die karikierten Römer müssen wir unser Trainerteam nicht halten, die werden schon darauf schauen, dass wir auch gegen Gent die richtige Einstellung auf den Platz bringen.

Im Vorfeld wurden seitens der Admira viele Hoffnungen in das Stürmerduo MaierHoffer gesetzt, und einmal hätten die beiden tatsächlich fast zugeschlagen, denn nur die Latte rettete Rapid von einem Gegentreffer. Ansonsten fiel der Major eher durch Fouls auf, die allein durch sein großes Gewicht für den jeweiligen Gegner sehr schmerzhaft sein können.

Auch fragt man sich, was wohl gewesen wäre, wenn der eine oder andere hoffnungsvolle Spieler – wie eben die beiden genannten oder auch Louis Schaub und andere – sich zu einer Legende bei Rapid und nicht zu einem Bankerldrucker am Abstellgleis im Ausland entwickelt hätten.

Ist es nicht ein großer Wert, dass trotz Abgang von Stefan Schwab und ohne weitere Transfers es gelungen ist, das Team zusammenzuhalten und durch viele junge Spieler eine breite, verlässliche Spielerbasis zu schaffen? Man machte aus der Corona-Not eine Tugend, die sich sehen lassen kann. Eine hoffnungsvolle Botschaft an alle Nachwuchstalente von Rapid II. Um 120 Euro gibt es das Jahresabo für Rapid II. Außer bei einer Corona-Totalsperre hat man bei Rapid II die Chance, tatsächlich alle Spiele sehen zu können.

Ambiente

Bei der Zahl „10.000“ wird einem Beobachter schlecht, vor so wenig Verständnis der Politiker für die Probleme der Fußballvereine. Eine bedeutend fairere Lösung wäre es doch gewesen, dass man in Veranstaltungen – so wie übrigens bei den Salzburger Festspielen – einfach jeden zweiten Platz freigehalten hätte? Dann wären die Kräfteverhältnisse zwischen den Vereinen gleich geblieben. So aber trifft Rapid diese Beschränkung außergewöhnlich härter als die anderen Mitbewerber. Und auch wenn jetzt jemand meint, man müsse diese Obergrenze noch weiter nach unten bewegen, hätte man in einem wettbewerbsneutralen Modell gesagt: „nur ein Viertel der Gesamtkapazität“ und es wäre wenigstens im Wettbewerbsinn fair gewesen. So aber treffen diese Maßnahmen immer nur Rapid, und der Mitbewerb lacht sich ins Fäustchen.

Auch ist das Argument, dass größere Veranstaltungen automatisch auch steigende Fallzahlen bedeuten, durch die Salzburger Festspiele längst widerlegt.

Der Tagebuchautor konnte das Spiel nur über Sky-X mitverfolgen. Gleich zwei Ex-Rapidler kommentierten das Spiel und auch das nachfolgende Spiel LASK-Austria. Es waren Hans Krankl und Andy Herzog. Ausnahmsweise waren die Kommentare durchaus wohlwollend. Schmunzeln musste ich als in der Pause des Spiels in Linz eine Zusammenfassung des Rapid-Spiels gebracht wurde und die Besprechung des laufenden Spiels eher zweitrangig war. Man sieht an diesen Details und aus der eigentlich sehr unausgewogenen Auswahl der Experten, welches Gewicht Rapid bei den Medien hat.

Noch vor Spielbeginn erreichten mich zwei Bilder von Dominik (Tornados), und ich füge hier meinen Facebook-Text ein: „Als ich dieses Transparent der Tornados sah, war ich ein paar Minuten nicht ansprechbar. Danke an Dominik, Martin, Walter, Gerhard und die Vielen, die ich nicht namentlich kenne, die einen Außenstehenden und oft auch Kritiker als einen von Ihnen adoptiert haben.“ Danke auch an Hannes und Florian für ihre Eindrücke vom Spiel.

Wegen der seht eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten hier im Spital, müssen die Links entfallen und werden später an dieser Stelle eingesetzt. Krankenberichte werden jeweils nach einer weiteren Behandlungsetappe folgen. (Erster Krankenbericht) Und es wird viele geben, etwa in einmonatigen Abständen, jeweils nach der nächsten Chemotherapie. Und die vorläufige Entlassung am Dienstag bedeutet nichts. Stellt Euch vor, gemeinsam mit mir sind viele andere – sagen wir 100 – auch von so einem Tumor befallen. Unser gemeinsames Schiff sinkt, aber es gibt nur Rettungsboote für 60. Und niemand weiß, wer diese 60 sind.

Ich bedanke mich für die außerordentlich vielen und einfühlsamen Wünsche, die mich über Telefon, SMS, Mail, WhatsApp, Messenger und Facebook erreicht haben. Als Osttribünen-Sitzer ist man nicht wirklich in einen Verband eingebunden wie das im Block der Fall ist. Dass man mir aber das Gefühl gegeben hat, dieser großartigen Rapid-Familie und sogar einer Block-Gruppierung angehören zu dürfen, ist eine große Ehre für mich. Daaanke!

Buffalo

Einen interessanteren Gegner hätten wir uns gar nicht wünsche können. Die Fans von KAA Gent nennen ihren Verein „Buffalo“. Es gibt den „Buffalo Kids Club“ und das „Buffalo TV“. Aber woher kommt das?

Die Herkunft des Namens „Buffalo“

Der Sportverein Gent wurde schon 1864 gegründet, Fußball wurde ab 1900 gespielt. Und in diesen Jahren kam William Frederic Cody, genannt „Buffalo Bill“ mit seiner Wild West Show bereits zum zweiten Mal nach Europa. Diese Show hinterließ bei den Gentern einen so nachhaltigen Eindruck, dass die Rufe „Buffalo, buffalo“ sich im Gedächtnis so eingeprägt haben, dass der Indianerkopf als Symbol für die damalige Show bis heute das Wappen des Vereins darstellt.

Wappen von KAA Gent
Sitting Bull und Buffalo Bill um 1895
Bild Wikipedia

Die Indianer fanden in Buffalo Bill einen Fürsprecher. In den Anfängen der Show um 1885 war noch der legendäre Häuptling Sitting Bull ein Star dieser Show. Sitting Bull, Sieger der Schlacht am Little Big Horn, bei der General Custer und seine Brüder ums Leben kamen, erhoffte sich durch die große Popularität der Show, beim Publikum auch Verständnis für die Lage der Indianer zu wecken. Aber die Teilnahme an der Europatournee lehnte Sitting Bull ab. Im Dezember 1890 wurde er bei einer Polizeiaktion im Bett erschossen. Man wird irgendwie an das heutige Amerika erinnert.

Sitting Bull sah also Europa nicht. Wohl aber etwa 100 Indianer und noch mehr Cowboys, Büffel, die tollkühne Reiterkunststücke vorführten. Die Vorstellungen waren sehr gut besucht, bis 20.000 Zuschauer waren keine Seltenheit.

Buffalo Bill kam in zwei Tourneen 1890 und 1905 nach Europa. In Wien war er vom 8. Mai -29. Mai 1890 und vom 26. Mai-14. Juni 1906 bei der Rotunde. In Gent war er nur zwei Tage, am 20. und 21. September 1906 und an diesen Tagen hinterließ die Show einen bis heute anhaltenden Eindruck.

Sogar das das Karl-May-Wiki erwähnt Buffalo Bill mit einem Zitat des phantasiebegabten Karl May: „Buffalo Bill kenne ich persönlich; er war Spion und guter Führer, sonst nichts. Zu den Westmännern à la Old Firehand wurde er nicht gerechnet.“ (K. May an Carl Jung2. XI. 1894)

Links „Buffalo Bill“

Unser Gegner „Buffalo“

FIFA Weltrangliste

 1 Belgien
26 Österreich

UEFA-Ländervergleich

 8 Belgien
10 Österreich

Der Ländervergleich zwischen Belgien und Österreich ist dem zwischen Kroatien und Österreich (Spiele gegen Lok Zagreb) nicht unähnlich. Belgien hat viele Spieler in den Top-Ligen und seine Nationalmannschaft liegt daher an der Spitze der Weltrangliste. Im Vergleich der Ligen aber ist Österreich fast auf Augenhöhe, was ein gewisse Hoffnung für die Qualifikationsrunde darstellt.

UEFA Klubvergleich

52 Gent
93 Rapid

Kaderwert (Transfermarkt)

80 Mio Gent
31 Mio Rapid

Rapid – St.Johann

5:0 (2:0), 1250 Zuschauer

Rapid spielte in Bestbesetzung, und die Torschützen vom Dienst, Taxi (3) und Kara (1), sorgten für eine frühe Führung. Nach der Pause kamen Yusuf Demir und Koya Kitagawa zum Einstz. Prompt erzielte Yusuf sein erstes Tor in einem Bewerbspiel und fixierte damit den Ednstand von 5:0. Koya zeigte in einzelnen Aktionen gute Technik, aber im Zusammenspiel und in der Initiative kann er mit seinen Mitspielern noch nicht mithalten.

Gegner aus der Regionalliga können ganz schön schwer zu besiegen sein. Die grundlegenden Techniken des Verschiebens der Verteidigungsketten hat hohes Niveau und daher ist das Überwinden dieser Ketten auch für eine Profimannschaft nicht leicht. Das hat man am Spiel des LASK gegen Siegendorf (0:0 zu Pause) und der Austria gegen Retz (1:0 in der 44. Minute) gesehen. Diese beiden Mitbewerber haben die Gegner über ihre bessere Kondition in die Knie gezwungen. Die gegnerische Aufstellung war in allen diesen Begegnungen ein 5-4-1, mit der Hoffnung, damit die Null lange halten zu können.

An dieser Stelle kann man doch eine stärkere Offensive von Rapid orten. Wären da nicht die vielen zweifelhaften Abseitspfiffe und ein verschossener Elfer, wäre der Spielstand schon zu Pause 5:0 gewesen.

Ambiente

Disziplin

Ich habe keinen Zuschauer gesehen, der nicht bis zum Platz mit Mund-Nasenschutz gegangen wäre. Eine Ausnahme kenne ich, das war ich selbst, ich habe nach dem Spiel die Maske in den Tiefen Rucksacks nicht gefunden. Coronabedingt gibt es auch keine Mannschaftsaufstellung.

Das Spiel findet nicht wie sonst bei Spielen der ersten Cuprunde üblich beim Regionalligisten sondern bei Bundesligisten statt, um das Ansteckungsrisiko durch die bessere räumliche Trennung und die einfachere Einhaltung der Abstandsregeln zu minimieren. Die Einnahmen verbleiben aber beim Regionalligisten.

Prominente Nachbarn

Durch die neue Sitzordnung war alle anders und wir freuten uns über die prominenten Sitznachbarn Maria, Jürgen und Hans. Was uns aber noch mehr aufgefallen ist, war ihr sehr positiver Support.

Stadt Wien wirbt

Die Gemeinde stellt sich mit einer Werbefläche ein.

Bier

Der Wechsel der Biermarke wird einhellig als sehr positiv empfunden. Es hat aber auch Auswirkungen auf die Trinkbecher, weil der frühere Aufdruck auch ein Ottakringer-Logo enthalten hat.

10.000?

Man wird wohl die Becher zunächst nicht bedrucken, denn dass wir bei allen Spielen im Herbst mit 10.000 Zuschauern werden rechnen können, wird wohl von der Ampelfarbe in der jeweiligen Region abhängen. Hier sind die Wiener Fußballfans von der Disziplin der Wiener abhängig. Steigen die Fallzahlen, wird möglicherweise auch diese Obergrenze von 10.000 verringert. In der nächsten Woche wird das klargestellt werden. Aber mit ein bisschen Pech könnte das heutige Spiel mit 1.250 Besuchern auch das letzte für das heurige Jahr gewesen sein, wenn zum Beispiel die Wiener Ampel von gelb auf orange springen würde.

Links

EwkiL: Bericht · Bilder · Spielbericht ·

Rapid: Bericht · Vorbericht · Vorbericht

Lokomotiva Zagreb – Rapid

0:1 (0:1)

Das Wie ist – eigentlich immer im Fußball – im Nachhinein ziemlich egal. Wenn auch das Spiel nicht gerade eine Glanzleistung und eine Augenweide war, der Verlauf des Spiels entspricht eigentlich sehr gut den Voraussagen.

Lokomotiva war durch verschiedene Veränderungen nicht gerade auf einem Leistungshoch, wusste das und nahm die Rolle des Außenseiters an. Man beteiligte sich in der ersten Halbzeit wenig am Spiel, stand tief und hoffte auf Standards und Konter, und tatsächlich konnte man an einem theatralischen Umfaller erkennen, dass eine solche Szene – als Elfmeter geahndet – eine Spielentscheidung herbeiführen hätte können. Doch Rapid konnte das entscheidende Tor durch seine starke Präsenz in der gegnerischen Hälfte noch vor der Pause erzielen. Zwei Schüsse konnten vom gegnerischen Tormann noch abgewehrt werden, doch der dritte von Kara war schließlich unhaltbar.

Dass sich die zweite Halbzeit ganz anders angefühlt hat, liegt an den verstärkten Offensivbemühungen der Zagreber, insbesondere der eingewechselte Jorge Samir brachte Schwung in den gegnerischen Angriff. Leider konnte Rapid die sich bietenden Konterchancen nicht nutzen. Auch hat der Trainer die Spielerwechsel eher Richtung „defensiv“ und Halten des Ergebnisses angelegt.

Betrachtet man den Spielverlauf mit der Anzahl der Torschüsse und Corner, ist darin die Überlegenheit von Rapid klar dokumentiert, auch wenn es am Ende nur ein 1:0 war.

Papierform

Wie alle Trainer richtig bemerken, sind Statistiken „für die Würscht“, wenn es um das nächste Spiel geht. Statistiken können langzeitliche Stärkeverhältnisse darstellen, aber auch wenn ein Team alle Spiele gegen einen Gegner gewonnen haben sollte, sagt uns das nichts über das jeweils nächste Spiel. Ein solcher Blick zurück kann sogar dazu führen, dass man der Meinung ist, man hätte den Sieg schon in der Tasche. Aber Vergleiche sind nun einmal das einzige Kriterium, um eine Ausgangssituation zu beschreiben. Wie das Spiel ausgeht kann eine Statistik nicht voraussagen, nur eine Wahrscheinlichkeit dafür angeben.

Die „Papierform“, gemessen am UEFA-Ranking sprach schon klar für Rapid, obwohl man der Meinung sein könnte, dass ein Spiel gegen eine Mannschaft aus dem Land des Vizeweltmeisters keine leichte Sache sein werde.

FIFA-Weltrangliste

Die besten kroatischen Spieler findet man im Ausland und das sieht man an der FIFA-Weltrangliste:

 6 Kroatien
26 Österreich

Kroatien hat die klar bessere Nationalmannschaft.

UEFA-Länderranking

Hier geht es um den Leistungsvergleich der Klubmannschaften, d.h. Österreich hat die stärkere Liga.

10 Österreich
19 Kroatien

UEFA Team-Ranking

 99 Rapid
252 Lokomotiva Zagreb

Das ist ein 5-Jahres-Schnitt der Punkte, die die Mannschaft in internationalen Bewerben erkämpft hat. Rapid ist wegen des Fehlens in der letzten Saison weit hinter dem angepeilten Ziel der „Top-50“ abgefallen.

Ambiente

Abgezählte 200 Gäste – und ebenso viele Babyelefanten – erlebten das Spiel in den VIP-Räumen von Rapid zum Ticketpreis von 18,99 € inklusive Würstel. Als Nachtisch gab’s Krapfen vom Ströck. Jeder Teilnehmer erhielt einen Fanschal von dieser Begegnung.

Etwa 75 Minuten von Spielbeginn, startete die amüsante und informative Podiumsdiskussion „Auswärtsspiel in Hütteldorf“ mit Andy und Lukas Marek, Karl Brauneder und Martin Hiden.

Neben den Interviews gab es auch ein mehrteiliges Rapid-Quiz. Leicht war das Quiz nicht, aber unterhaltsam.

Genau 60 Minuten vor Spielbeginn, präsentierte Lukas die Mannschaftsaufstellung. Unser Eindruck war, dass hier kein Risiko eingegangen wurde, denn es war die Bestaufstellung.

Die optimistischen Tipps am Podium: 1:2, 0:1, 0:2, 1:3. Karl Brauneder hat das Ergebnis erraten.

Der Jubel nach dem Tor und nach dem Ende des Spiels hätte auch bei vollen Saal nicht größer sein können. Rapid-Hymne und „Rapid-Wien, Lebenssinn“ wurden anhaltend gesungen.

Am Ende der Veranstaltung gab es eine Tombola, bei der Fankleidung gewonnen werden konnte, die es in dieser Form im Fanshop nie gegeben hat.

Danke an Rapid für diese gelungene Veranstaltung!

Die nächsten Gegner

Wie es Karl Brauneder am Podium bemerkt hat, war Lok Zagreb ja nur der Anfang, leichter wird’s nicht, und bei den kommenden Gegnern darf man Chancen wie gegen Lok nicht so vernebeln.

Gent (Belgien)

Gegen Gent hat Rapid noch nie gespielt, dafür 4 Spiele gegen die Bergwerkstadt Genk mit ausgeglichener Bilanz: S : U : N = 1 : 2 : 1. In der abgelaufenen Saison war Gent am zweiten Tabellenplatz und Genk auf Platz 7.

Dynamo Kiew (Ukraine)

Gegen Dynamo Kiew gab es bisher zwischen 1986 und 2013 8 Pflichtspiele mit einer leicht negativen Bilanz: S : U : N = 3 : 1 : 4. Zuletzt konnte zu Hause ein Unetschieden erreicht werden, auswärts gab es eine 1:3-Niederlage.

Benfica Lissabon (Portugal)

Gegen Benfica gab es nur zwei Spiele 1961: S : U : N = 0 : 1 : 1 im Semifinale im Europacup der Meister, wobei das Auswärtsspiel klar mit 0:3 verloren wurde und das Heimspiel wegen eines Platzsturms erzürnter Fans über eine skandalöse Schiedsrichterleistung in der 89. Minute abgebrochen wurde.

Es gibt zwar auch den überraschenden Erfolg über Sporting Lissabon aus 1995, denn man hat das Auswärtsspiel mit 0:2 verloren, aber die Begegnungen gegen Porto, die beide glatt verloren wurden, zeigen, dass Benfica „a schware Partie“ wäre.

Links

Rapid 2019/20

Zusammenfassung

 Gesamt       H      A
     32      16     16 Spiele
Ergebnis
     17       7     10 Siege 
      7       4      3 Unentschieden
      8       5      3 Niederlagen
    53%     44%    63% Siege Anteil
    22%     25%    19% Unentschieden Anteil
    25%     31%    19% Niederlagen Anteil
Serien
      9       6      5 keine Niederlage 
      4       4      4 Siege Siege
      2       2      2 Unentschieden
      2       2      - Niederlagen
      3       5      3 kein Sieg 
Tore
     64      31     33 Tore erzielt
     43      24     19 Tore erhalten
   2,0ø    1,9ø   2,1ø Tor erzielt pro Spiel
   1,3ø    1,5ø   1,2ø Tor erhalten pro Spiel
    0/5     0/5    0/4 erzielt Minimum/Maximum
    0/7     0/7    0/3 erhalten Minimum/Maximum
Zuschauer
303.349 212.400 90.949 Zuschauer 
   9.8ø   13.3ø   5.7ø pro Spiel
    200     200    200 Minimum
 26.100  26.100 17.200 Maximum

Verlauf

Gegner

S U N Gegner
3   1 LASK
    4 RB
1 2 1 WAC
  1 1 StP
1 2 1 Hartberg
2     Admira
1 1   Austria
2     Altach
3 1   Sturm
2     Mattersburg
2     Wattens

Ergebnisse

Ergebnis Spiele Prozent
     2:2      4 12,5
     3:1      3 9,4
     1:0      3 9,4
     1:1      2 6,3
     0:1      2 6,3
     0:2      2 6,3
     2:0      2 6,3
     2:1      2 6,3
     3:2      2 6,3
     4:0      2 6,3
     3:0      2 6,3
     5:0      1 3,1
     3:3      1 3,1
     2:3      1 3,1
     2:7      1 3,1
     1:2      1 3,1
     1:3      1 3,1

Gleich vier Mal gab es ein 2:2-Unentschieden.

Tore

Tordifferenz

Diff Spiele Prozent
   0      7 21,9
   1      7 21,9
   2      5 15,6
  -1      4 12,5
  -2      3  9,4
   3      2  6,3
   4      2  6,3
   5      1  3,1
  -5      1  3,1

Die meisten Spiele enden als Unentschieden oder mit einem Sieg mit einem Tor Vorsprung (44 %).

Gesamtzahl der Tore pro Spiel

Tore Spiele Prozent
   4     10 31,3
   2      6 18,8
   3      5 15,6
   1      5 15,6
   5      4 12,5
   6      1 3,1
   9      1 3,1

Bei Rapid-Spielen fielen immer Tore, vorzugsweise vier Stück.

Tore Rapid

Tore Spiele Prozent
   2     10 31,3
   3      8 25,0
   1      7 21,9
   0      4 12,5
   4      2 6,3
   5      1 3,1

Rapid schießt am häufigsten zwei (1/3) oder drei Tore (1/4).

Tore Gegner

Tore Spiele Prozent
   0     10 31,3
   1      9 28,1
   2      9 28,1
   3      3 9,4
   7      1 3,1

Dass unsere Gegner in einem Drittel der Spiele kein Tor schießen, spricht für unsere Verteidigung und war ein wichtiger Aspekt dür diesen zweiten Platz.

Tore pro 15 Minuten

01-15 16-30 31-45 46-60 61-75 46-90
   11     7     12    8     9    17 Rapid
    3     5     17    4    10     5 Gegner

Es gibt sie, die Rapidviertelstunde, die meisten Rapid-Tore fallen in den letzten Minuten. Es gibt aber auch eine Drangphase der Gegner am Ende der ersten Halbzeit.

Spieler/Torleute/Trainer

Es kamen insgesamt 35 (!) Spieler zum Einsatz.

Sp minø Joker Neu Tore Tormin G.GR.R 
24 58     9     2    5    282  2.0.0 Arase Kelvin
15 51     8     9    0      0  2.0.0 Auer Stephan
16 47     7     3    3    251  2.0.0 Badji Aliou
18 85     1     2    3    512  2.0.0 Barać Mateo
 6 30     5     3    0      0  0.0.0 Demir Yusuf
22 77     0     1    2    856  3.0.0 Dibon Christopher
27 71     4     4   19    101  5.0.0 Fountas Taxiarchis
 2 90     0     2    3     60  0.0.0 Gartler Paul (G)
 1 10     1     1    0      0  0.0.0 Paul Gobara
19 60     6     3    0      0  4.0.0 Grahovac Srdjan
 9 86     0     3    0      0  3.0.0 Greiml Leo
 2 44     2     2    0      0  1.0.0 Hajdari Adrian
18 80     2     3    1   1453  4.0.0 Hofmann Maximilian
 4 13     4     4    0      0  0.0.0 Ibrahimoglu Melih
 9 45     4     2    3    137  2.0.0 Kara Ercan
19 36    13     2    2    349  2.0.0 Kitagawa Koya
28 67     4     4    4    474  0.0.0 Knasmüllner Christoph
12 84     2     4   17     59  0.0.0 Knoflach Tobias (G)
32 90     0     0    0      0  0.0.0 Kühbauer Dietmar (T)
22 86     1     4    2    953  6.0.0 Ljubicic Dejan
 1 23     1     1    0      0  0.0.0 Martic Manuel
 4 90     0     1    1    360  1.0.0 Müldür Mert
20 65     5     2    3    434  2.0.0 Murg Thomas
14 66     5     1    0      0  3.0.0 Petrovič Dejan
 1 28     1     1    0      0  0.0.0 Savić Dragoljub
17 53     8     2    0      0  2.0.0 Schick Thorsten
11 67     4     1    2    371  0.0.0 Schobesberger Philipp
 1 10     1     1    0      0  0.0.0 Schuster Lion
30 87     0     2    8    329  6.0.0 Schwab Stefan
 7 58     3     2    0      0  1.0.0 Sonnleitner Mario
19 84     0     3    0      0  3.0.0 Stojković Filip
20 84     0     2   23     73  0.0.0 Strebinger Richard (G)
31 88     0     2    2   1375  3.0.0 Ullmann Maximilian
 6 54     2     5    0      0  1.0.0 Velimirovic Dalibor
 1 17     1     1    0      0  0.0.0 Wunsch Nicholas

Die Spieler mit den meisten Einsätzen Max Ullmann (31), Stefan Schwab (30), Christoph Kansmüllner (28) und Taxi Fountas (27). Häufigster Joker war Koya Kitagawa (13). Taxi Fountas schießt alle 101 Minuten ein Tor, Kara alle 137. Rote Karten gab’s keine, die meisten Gelb-Verwarnungen hatten Stefan Schwab (6), Dejan Ljubicic (6) und Taxi Fountas (5).

Jüngster eingesetzter Spieler war Yusuf Demir, ältester Spieler Mario Sonnleitner.

Rapid-WAC

2:1 (1:0)

Die Sensation des Tages war wohl das Führungstor durch Koya Kitagawa, dem wir zu seinem ersten Bundesligator gratulieren, noch dazu zu einem so schönen, nach Flanke von Taxi Fountas.

Eigentlich hätte es beim 1:0 bleiben sollen. Glaubt man den WAC-Spielern, stand beim Tor zum 2:1 Kelvin Arase im Abseits und griff in das Spiel ein. (Da sich Kelvin aber nicht bewegt hat, wurde das vom Schiedsrichter als erlaubte passive Abseitsstellung gewertet.) Beim Tor des WAC zum Ausgleich wurde Max Hofmann, der auf Shon Weißmann aufpassen wollte, zu Boden gerissen, daher wäre dieses Tor nicht zu geben gewesen.

Rückblick

Bis vor dem heutigen Spiel war die Bilanz der Spiele zwischen Rapid und WAC exakt ausgeglichen. 9 Siege. 10 Unentschieden und 9 Niederlagen. Mit dem heutigen Sieg liegt Rapid in dieser Bilanz um drei Punkte voran.

Rapid sichert 2. Platz ab

Rapid führt das Reanking der Fußballvereine in der Meistergruppe an. Der Verwalter des Zaubertranks liegt 7 Punkte voran, der Verfolger WAC liegt 6 Punkte zurück. Die Plätze 3 bis 6 liegen nur 4 Punkte auseinander.

Ambiente

Christoph Peschek und Pascal

Es wurde bekannt, dass Pascal und seine Mutter Natascha die von Rapid eingeladenen „Edel“-Fans waren. Herzlichen Glückwunsch und baldige Besserung an Pascal, der im St. Anna Kinderspital behandelt wird.

Während die Sitzplatz-Fanklubs „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ und die „Sitzplatzschweine“ ihre Banner an der Längsseite platzieren (Dank an Robert Racic!), verzichten die Fanklubs des Blocks auf die Präsentation derselben. Dafür unterhielten sie das Publikum mit dem Spruch: „Ein Match, das ohne Fans bestritten, kennt man nur aus Favoriten.“.

Links

LASK-Rapid

0:1 (0:0)

Wenn man in der Pause erleichtert ist, dass es noch immer 0:0 steht, dann weiß man: es ist ein schweres Spiel. Irgendwie schielt man mit Fortdauer des Spiels auf einen eventuellen Punktgewinn, denn ja, der LASK war spielerisch überlegen und hatte auch Chancen, aber die Defensivschlacht von Rapid war auch nicht ohne. Das Stürmerduo Arase-Kara konnte sich nicht in Szene setzen, zu gut wurden sie von der LASK-Verteidigung bewacht, zu schlecht kamen die Pässe bei ihnen an.

Es war insgesamt ein packender Kampf, und die Vorgabe von Didi, mit wenigstens einem Punkt nach Hause zu fahren, wurde durch unseren Taxi Fountas um zwei Punkte überboten.

Unser letzter Stürmer mit diesem Torinstinkt war Robert Beric. Hier ein Vergleich:

Spiele Minuten Min/ Tore Minuten/ Spieler
              Spiel           Tor
    49    3901   53   33      118 Robert Berič
    24    1723   71   17      101 Taxiarchis Fountas 

   450   39725   86  339      117 Hans Krankl
    88    5182   58   51       99 Hamdi Salihi         

Bezogen auf die Minuten/Tor liegt Fountas bereits vor Berič und auch vor der Legende Hans Krankl. Aus de jüngeren Vergangenheit kann nur Hamdi Salihi mithalten.

Hätte man’s nicht gewusst, spätestens in der 96. Minute war klar, dass Schiedsrichter Schörgenhofer die Partie leitet. Die 5 Minuten Nachspielzeit schienen uns schon sehr lang, doch es gab am Anfang der zweiten Halbzeit eine Behandlungspause. Gut. Wir hatten aber nicht den Eindruck, als würde Rapid in der Nachspielzeit das Spiel so verzögert haben, dass, man auch die Nachspielzeit auf 6 Minuten verlängern muss. Genau an dieser Stelle, beim allerletzten Freistoß für den LASK hat bei uns eine Leitungsunterbrechung den Video-Stream gestoppt, und danach muss man das Programm neu starten, und das dauert einige Zeit. Es blieb beim 0:1.

Punkte gegen den LASK im Vergleich mit dem Liga-Schnitt
(keine Spiele zwischen Mai 2011 und August 2017)

Ambiente

Ich weiß nicht, was die anderen Vereine in dieser Richtung machen, aber ein so umfassendes Informationsangebot auf der Homepage, jetzt noch verstärkt durch die Sendung „Auswärtsspiel in Hütteldorf“ in Rapid TV ist sensationell. Man muss nur konzentriert zwischen dem Sky-X-Kanal und dem Rapid-Video umschalten, dann hat man den allerbesten Kommentar: Lukas und Andy Marek, Ing. Raimund Hedl, Michael Hatz und Michael Krammer.

Links

Rapid-Sturm

4:0 (2:0)

In der Anfangsphase des Spiels zeichnete sich der spätere Sieger nicht wirklich ab. Sturm war deutlich im Vorteil und verzeichnete – auch über das ganze Spiel betrachtet – mehr Ballbesitz, eine bessere Passquote und auch eine bessere Zweikampfquote.

Die oftmaligen Fehler im Aufbauspiel bei Rapid wurden durch das geschickte Spiel in die Spitzen mehr als wettgemacht. Den wesentlichen Unterschied machte wohl Taxi Fountas, flankiert von Kelvin Arase aus. Taxi war an allen Toren beteiligt und steuerte selbst das vierte bei.

Wer hätte gedacht, dass Leo Greimls Einsatz nach mehr als einem Jahr wieder gegen Sturm erfolgen wird. Das damalige Spiel haben wir alle in ziemlich schlechter Erinnerungen, und wir fragten uns, wie sich Leo in diesem Spiel profilieren wird. Wir wissen auch nicht, ob Didi diesen Wiedereinstieg absichtlich, also aus dramaturgisch-didaktischen Gründen, auf das Sturm-Spiel gelegt hat oder ob das nur ein Zufall war. Wie auch immer, es war ein sehr gelungenes Comeback mit tollen Einlagen des Nachwuchtsverteidigers.

Der eingewechselte Koya Kitagawa braucht dringend Erfolgserlebnisse, aber leider war es ihm auch in diesem Spiel nicht vergönnt, trotz zweier hochkarätiger Chancen zum Torerfolg zu kommen. Immerhin zeigte er das Potenzial, das in ihm steckt. Der Fernsehkommentator bewunderte zurecht wie er einen ziemlich scharf geschossenen Pass annahm, ohne dass ihm der Ball vom Fuß geprallt wäre.

Auch Yussuf Demir steuerte trotz nur kurzer Einsatzzeit einen tollen Torschuss und das Assist zum 4:0 bei.

Ambiente

Allzuviel können wir ja nicht berichten; Chips, Bier und Radler standen bereit. Sky-X-Gratisabo über den PC war aktiviert. Das Transparent des „Klub der Freunde“ war an ziemlich prominenter Stelle befestigt.

Über wenig Verständnis für die schwierige Situation des Fußballs zeigen die Texte auf den Transparenten der Fanblocks in vielen Stadien, und bei Rapid war das nicht anders. Statt dem Verein und den Akteuren Mut zuzusprechen, wurde etwas vorwurfsvoll getitelt, dass hier der Fußball „zerstört“ wird. Nur, wen meint man denn wäre der „Zerstörer“? Bill Gates? Oder ein Schuppentier? Niemand zerstört hier etwas absichtlich und soweit das in den Medien kommuniziert wurde, bestätigten alle Beteiligten größte gemeinsame Anstrengung unternommen zu haben, um diesen – sicher wenig erfreulichen – Notbetrieb zu ermöglichen. Immerhin gibt es ja auch Ligen, die nicht einmal diesen Notbetrieb nicht durchführen konnten. Viel wichtiger als sinnlose Meckerei „gegen Unbekannt“ wäre ein Bekenntnis zum Verein und ein Aufruf an alle, auf Rückzahlungen zu verzichten und die Abos für die kommende Saison zu verlängern. Aber vielleicht werden wir das schon beim nächsten Spiel lesen können. Fußballfans sind unverbesserliche Optimisten – in jeder Richtung.

Statistik

Die folgende Grafik zeigt den Verlauf der mittleren Punktezahl in der Liga im Vergleich mit den gegen Sturm erzielten Punkten. Nach einem Tief in den beiden letzten Jahren geht es wieder bergauf!

Links

RB – Rapid

2:0 (1:0)

Um heutzutage beim Verein „mit den vollen Hosen“ zu gewinnen, muss schon viel passen. Allzuviel Pech darf nicht dabei sein – so wie in diesem Spiel.

Pech 1: Rapid beginnt unsicher. Schon in dieser Anfangsphase, kommt es zur schweren Verletzung von Christopher Dibon unmittelbar gefolgt vom 0:1.

Pech 2: Aber es geht nicht in dieser Tonart weiter. Rapid erspielt sich mehr Sicherheit und mehr Chancen – aber nichts Zählbares. Dafür schlägt das Pech erneut zu und der vor 20 Minuten eingewechselte Mario Sonnleitner muss nach einem Zusammenstoß mit einem Salzburger Stürmer ebenfalls vom Feld. Ausfall von zwei Innenverteidigern, mit Auswirkungen auf alle folgenden Spiele.

Pech 3: Die Regel, dass man nur drei Mal tauschen darf, zwingt Didi für die Schlussphase drei frische Stürmer aufzubieten. Bei ersten Ballkontakt verletzt sich der soeben eingewechselte Thomas Murg und Rapid muss mit einem Mann weniger auskommen. Dass Rapid dennoch bis zur 90. Minute den Spielstand halten konnte, ist schon fast wie ein Wunder, das aber in der 90. Minute aufgehört hat, ein Wunder zu sein.

Irgendwie scheint unseren Spielern das 3-5-2-System nicht zu liegen, habe ich das Gefühl. Es wird in kritischen Partien – so wie dieser – ausgepackt, aber man hat den Eindruck, als hätten es die Spieler nicht so gut verinnerlicht wie das 4-2-3-1, das häufiger zum Einsatz kommt. Aber das Pech hatte wahrscheinlich mehr Einfluss als das Spielsystem.

Es gab seitens Rapid durchaus einige Highlights mit Chance auf Torerfolg, und bei gutem Wind… So aber setzte sich die Mannschaft mit deutlich weniger Fehlern durch, klarer, als es das Ergebnis sagt. Leider.

Wer gegen Salzburg spielt, spielt nicht gegen einen gleichrangigen Verein, sondern gegen einen Fußballkonzern, etwas, das auch aus einer gesamteuropäischen Sicht ein Novum ist; einen Konzern, der frei von Nöten ist, auch in Krisenzeiten. Angesichts solcher frustrierender Spiele versteht man den Ruf nach dem „football old style“, als Fußball noch weniger professionell, dafür aber eine höhere Chancengleichheit geherrscht hat.

Statistik

Wie ein bestimmtes Spiel einzuordnen ist, kann man nur in der Folge aller Spiele erkennen. Die folgenden Bilder zeigen de Punktegewinn bei Liga-Spielen und bei Spielen gegen RB. Dargestellt wird jeweils der Punktemittelwert aus 10 aufeinander folgenden Spielen seit 2005.

Das langzeitliche Punktemittel gegen RB liegt bei 1, in den letzten Jahren aber weit darunter.

Das langzeitliche Punktemittel in der Liga liegt bei 1,7 und ändert sich nur wenig.

Der Verlauf der in der Liga und gegen RB erzielten Punkte zeigt, dass die Spielstärke von Rapid gesunken ist, sondern einfach der Abstand von RB zur Liga immer größer wird.

Ambiente

Der gut informierte Fernsehsprecher berichtete, dass zwei Präsidiumsmitglieder zugunsten von „Edelfans“ – wie er sie nannte – auf ihren Platz Autobus verzichtet haben. Wir gratulieren Jürgen und Brucki zu ihrer Nominierung.

Links

Kelvin Arase · Christopher Dibon · Taxiarchis Fountas · Srdjan Grahovac · Maximilian Hofmann · Koya Kitagawa · Christoph Knasmüllner · Dejan Ljubicic · Thomas Murg · Dejan Petrovic · Thorsten Schick · Stefan Schwab · Mario Sonnleitner · Filip Stojkovic · Richard Strebinger · Maximilian Ullmann

WAC-Rapid

2:2 (1:1)

Auf der einen Seite eine engagierte Mannschaft mit schnellen direkten Spielzügen in die Spitze, auf der anderen Seite Rapid. Die Spielfreude schaute nicht nach einem höheren Ziel aus als dem vor dem Spiel von Didi ausgegebenen Motto, nämlich nach dem Spiel in der Tabelle nicht hinter dem WAC stehen zu wollen. Betrachtet man es pragmatisch, war es ohnehin nur ein 1,5-Punkte-Spiel, von dem wir nach der Punktehalbierung 0,5 Punkte mitnehmen werden. Aber es war auch für den WAC nur ein 1,5-Punkte-Spiel.

Beginnen wir mit dem Positiven: Was man Rapid zugute halten muss, dass man nicht aufgegeben hat, und trotz späten Rückstands noch den Ausgleich erzielt hat.

Rapid musste sich die meiste Zeit des Spiels mit Defensivaufgaben beschäftigen und fand zu selten in ein konstruktives Angriffsspiel. Zu viele Stationen machte der Ball, um dann durch technische Schwächen und zugestellt Räume wieder verloren zu werden. Besonders negativ bemerkbar machte sich Kelvin Arase, der in der ersten Halbzeit praktisch keinen Zweikampf gewonnen hat.

So war das beste am Spiel der Pausenstand und der Endstand und die beherzten aber wenig gefährlichen Weitschüsse des WAC.

Pässe ins Nichts

Eigenartige Pässe ins Nichts, deuten auf eine Art Übertrainiertheit hin, dass also Spieler einen eingelernten Spielzug wiedergeben, aber der dazu erforderliche Mitspieler nicht auf dem dafür vorgesehenen Platz steht. Man könnte es auch als eine Art Lustlosigkeit bezeichnen oder ein reaktionäres Sich-Zurückziehen auf das, was man trainiert hat. *)

Auf gefährliche Stürmer aufpassen

Wir sind ja nur Zuschauer, aber müsste sich bei den Strategen die Torgefährlichkeit der Nummer 9 des WAC nicht in der Vorbereitung herumgesprochen haben? Beide Gegentore fielen durch den unbeobachteten Stürmer vom langen Eck nach einer Standardsituation, also eine Szene, auf die sich beide Teams einstellen können.

Motivation

Der Eindruck ist immer wieder derselbe: Rapid spielt nicht wie eine Mannschaft, die es zu etwas bringen will. Der Kaderwert des WAC ist 14 und der von Rapid 32 Millionen Euro. Am Platz war das nicht zu sehen, im Gegenteil. Bei Rapid spielt man, weil man es zu etwas gebracht hat; beim WAC, weil man es noch zu etwas bringen will. Das muss natürlich nicht so sein, aber das ist der Eindruck.

Nachwuchsspieler

Nachwuchsspieler haben es schwer bei Rapid und noch schwerer bei Didi. Didi nimmt nur Spieler vom „Tifus“, den Eigenbauspielern traut er nicht recht.

Trainerbilanz

Der Tagebuchautor hat viel Zeit in der Messtechnik verbracht. Und messen bedeutet vergleichen. Es ist mir unerklärlich, wie unkritisch der Fanblock unserem aktuellen Trainer gegenübersteht. Grüne Vergangenheit genügt. Der Ausdruck „Wos wiegts des hots“, scheint sich bei Rapid noch nicht herumgesprochen zu haben.

Vor etwa einem Jahr, am 17. 3. 2019, nach dem Unentschieden gegen Hartberg wurde ein erster Vergleich zwischen dem unbedankten Trainer Gogo und seinem Nachfolger Didi gezogen.

Punkte Spiele Trainer
1,41   22     Kühbauer
1,73   67     Djuricin

Der, der alles verbessern sollte, schnitt damals deutlich schlechter ab als sein geschasster Vorgänger. Sein alleiniger Vorteil war und ist, der Kredit bei den Hardcore-Fans und damit eine von außen unbeeinflusste Entwicklung des Teams. Kritik seitens der Fans war zu spüren, richtete sich aber nicht wie früher gegen den Trainer, sondern gegen die Spieler. So ist es auch heute noch.

Erfolge gab es nur allzu wenige, die wichtigen Ziele wurden in der vorigen Saison alle verfehlt, hier die gesammelte Pleitensammlung:

  • Aufstieg in die Meistergruppe
  • Cup-Aus
  • Playoff für den internationalen Startplatz
  • Glücklose Experimente mit einem 3-5-2-System, die auch Punkte gekostet haben

In der laufenden Saison wurde die Meistergruppe zwar erreicht, doch die große Freude kommt bei Spielen wie zuletzt gegen Hartberg und heute gegen den WAC nicht gerade auf. Ein Vergleich mit der Spielstärke und vor allem der Punkteabstand zum Spitzenduo ist ernüchternd. Es ist wieder an der Zeit einen Vergleich zu ziehen.

Punkte Spiele  S  U  N  Trainer
1,70   60     30 12 18  Kühbauer
1,73   67     34 14 19  Djuricin

Inzwischen hat Didi fast die Anzahl der von Gogo geleiteten Spiele erreicht und sein Punkteschnitt hat sich um 0,29 Punkte verbessert, es fehlt aber immer noch ein Alzerl auf Gogo. Immerhin wurde Gogo wegen dieses Punkteschnitts gekündigt und wir haben diesen Stand immer noch nicht erreicht. Nach 60 Spielen zeigt Rapid ein Bild, das wir vor 60 Spielen auch schon hatten. Zu durchschnittlich ist das Geschehen am Platz, und weit entfernt von dem, was am Ende eines Arbeitsabschnitts immer verlautbart wird, dass wir demnächst eine andere Mannschaft erleben werden. Nach dem heute Erlebten fehlt uns einfach der Glaube, dass da noch etwas kommen könnte.

Als ewiger Optimist könnte man sogar auf die Idee verfallen, dass man sogar eine Chance auf den Meistertitel hätte, aber die Spieler scheinen dieses Ziel zu wenig vor Augen zu haben.

Ambiente

Der Rapid-Fanbus wird von Maria, Jürgen und Hans von Fanklub Speising organisiert. Auch in einem ausverkauften Bus gibt es freie Plätze, weil einfach nicht alle kommen. Aber wenn man tatsächlich verhindert ist, wen sollte man verständigen? Rapid? Probiert das einmal, es hebt einfach niemand ab, und an einem Sonntag wäre auch niemand anwesend. Eine Telefonnummer der Busverantwortlichen kennt man nicht, sollte aber auf der Busreservierung stehen.

Wir lernen hier immer neue Fanklubs kennen. Heute war es „Grüner Stern Rapid Wien“. Die Truppe sorgte für Stimmung und ausreichend laute Disco-Musik im Bus. Es gab Schitzelsemmeln (Schwein, Sur und Huhn), Wurstsemmeln und Käsesemmeln.

„Superpublikum!“ „Scheißspreha!“ Das ist der wenigstens zur Hälfte zutreffende Dialog zwischen dem Stadionsprecher und den „Lafentalern“. Dass der Schiedsrichter für den Gegner pfeifft, die gegnerischen Spieler nur den toten Mann spielen und überhaupt alle „Schiaba“ sind, das ist der Grundtenor auf der Osttribüne. Wie in Hütteldorf, so im Lavanttal.

Links

*) Roland Düringer schildert in seinem „Regenerationsabend“ das Phänomen der „Vorreaktion“. Es handelt sich um eine automatisch und daher zu früh wiedergegebenen Text oder Handlung, ohne auf den Schauspielkollegen und auf die Abfolge der Situationen der Handlung Rücksicht zu nehmen.

Genau so empfindet man Spielzüge, die gut gelernt wurden, die aber ins Leere gehen, weil man nicht auf den Mitspieler achtet. Der Spielzug darf natürlich nur dann angewendet werden, wenn die Mitspieler auf ihren Plätzen sind, sonst schaut das alles ziemlich stümperhaft aus.

Rapid-Mattersburg

3:1 (1:1)

Endlich zwei Heimsiege zur Verbesserung der Heimbilanz! Aber es war nicht nur ein Sieg, sondern auch ein gutes Spiel mit sehr vielen Chancen auf beiden Seiten, mit sehr vielen schönen Spielzügen und einem guten Ende für Rapid, denn wie so oft war es keineswegs ein Start-Ziel-Sieg, denn besonders in der Anfangsphase erlebten wir eine engagiert aufspielende Mattersburger Elf, gegen deren Angriffe sogar die Latte retten musste.

Für Rapid waren Stefan Schwab und Taxiarchis Fountas die Matchwinner. Kelvin Arase kann sich immer besser in Szene setzen.

Unser Eindruck als Zuschauer, dass verschiedene Angriffsaktionen wegen Abseits zu Unrecht abgebrochen geworden wären, wurden durch die Audiokommentatoren von Bundesliga-On-Ear nicht bestätigt, sodass man die Leistung des Schiedsrichterteams als „unaufgeregt“ beschreiben kann.

Ambiente

Der Block hatte zu einer tollen Aktion gerufen, zu einem gemeinsamen Marsch von der Hütteldorferstraße zum Grab von Alfred Körner und dann zum Stadion. Auch die Choreogradie widmete man Alfred Körner mit dessen Spruch „Wir sind als Rapidler geboren und als Rapidler sterben wir“. Auch „Alfred Körner“-Sprechchöre hörte man während des Spiels. Die alte Hymne wurde zwei Mal gesungen.

Spruchband: „ÖFB&LIGA: Lasst Euch vom Hurensohn-Virus nicht infizieren. Gegen Kollektivstrafen & pro 50+1 in Ö, D & überall!“

Der Fußballplatz scheint einer der wenigen Orte zu sein, an dem die Legitimität der allgegenwärtigen Regentschaft des Geldes infrage gestellt wird; zwar nicht in den VIP-Klubs aber auf den Fantribünen. Hopp, der Eigentümer von Hoffenheim, sagt, dass er sich nicht erklären kann, warum die Fans ihn anfeinden. Auch in früheren Jahrhunderten hatten die damaligen Regenten eine so große Distanz zum Volk, dass sie sich deren Probleme nicht vorstellen konnten (siehe „Kuchen statt Brot“). Nicht nur, dass diese große Schere zwischen Arm und Reich besteht, Reich ist im Begriff, Arm das letzte Refugium streitig zu machen, das dieser sich in Stadien geschaffen hat. „Hopp“ ist nur der gerade anwesende Eigentümer eines Fußballvereins. An seiner Stelle kann man viele Namen einsetzen wie den uns vertrauten Mateschitz (RedBull) oder auch Abramowitsch (Chelsea) oder Scheich Monsour Bin Zayed Al Nahyan (Manchester City) uvam. Fußball entartet zu einem Marionettenspiel der ganz Großen und ob wir das so wollen, sollten wir uns alle fragen; und nicht nur am Fußballplatz, sondern ganz generell.

Zuschauerzahl

Nur beim Spiel gegen Altach im Ferienmonat August kamen noch weniger Zuschauer als die 14.000 bei diesem Spiel gegen Mattersburg. Man kann gespannt sein, welche Erkenntnisse eine Evaluierung der reformierten Liga bezüglich der Zuschauerzahlen ergibt.

Wenn Andy Marek das letzte Mal das Mikro hält, kommen in Hütteldorf gleich um 8.000 Zuschauer mehr, denn beim Spiel gegen Wattens kamen 22.000 und gegen Mattersburg nur 14.000. Ein Popularitätsunterschied des Gegners kann es nicht gewesen sein. Aber die 8.000 hätten auch gegen Mattersburg kommen können, denn so ein Sprecherwechsel kommt ja nicht alle Tage vor.

Lk 1,1

„Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat.“

Gar nicht so schlecht, dass dieser Lukas vor 2000 Jahren schon gewusst hat, dass hier ein Bericht über das Geschehen verfasst wird! Dass wir die erste Moderation von Lukas Marek miterleben durften, hatte schon etwas Biblisches.

Perfekter kann eine erste Moderation nicht verlaufen. Es war kein kritisches Spiel, auch der Schiedsrichter war zum ersten Mal in Hütteldorf, Andy im Hintergrund sicher alles mit einer gewissen Anspannung beobachtend, aber Sorgen waren völlig unbegründet. Wer es nicht gewusst hat, hätte geglaubt, es hätte gar keinen Wechsel im Amt des Stadionsprechers gegeben, so perfekt war die Moderation von Lukas. Sogar bei der Ansage der Endstände der parallel verlaufenen Spiele, hat er gekonnt den Ausrutscher der Veilchen in Graz dramaturgisch richtig als Schlusspunkt angesetzt. Wir alle können höchst zufrieden sein mit diesem nahtlosen Übergang.

Auzeichnungen der Ansage von Lukas siehe Beitrag „Out Master’s Voice“.

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Rapid-Wattens

2:0 (2:0)

Rapid Wattens 
22800 22      Zuschauer
    1  9      Quoten
    6  3      Torschüsse
   65 35 %    Ballbesitz

Wäre da nicht die Verabschiedung von Andy Marek gewesen, wir hätten wohl einen 2:0-Sieg mit nachfolgendem Pfeifkonzert erlebt. Wir Zuschauer hatten den Eindruck, als würde die Mannschaft das Spiel nach einer guten ersten Halbzeit aufgeben. So unter dem Motto. „Heut‘ haben wir genug geleistet“. Ob die Wattener Drangphase in der zweiten Halbzeit durch ihre eigene Motivation oder durch unser „Wir tun nur das Notwendigste“ gegeben war, wir wissen es nicht. Immerhin war es der erste Heimsieg seit dem 5:0 gegen die Admira am 15. 9. 2019 und deshalb eigentlich Grund zur Freude. Aber das Publikum empfindet den Gegner etwa so wie es die Quoten zum Ausdruck bringen: 1,2 : 9, und neigt dazu, den Gegner zu unterschätzen und Rapid – verstärkt durch Marketingaussagen „Wir sind Rapid…“ – zu überschätzen; eine Art kollektiver Dunning-Kruger-Effekt.

Das Spiel ist jedenfalls knapper als es das Ergebnis vermuten lässt, gab es doch sehr viele gute Chancen für Wattens in der zweiten Halbzeit.

In diesem Spiel standen – unerfreulicherweise – 6 Legionäre am Platz und nur Arase aus dem Kreis der Eigenbauspieler.

Nebenschauplätze

Rapid gedachte an Beginn des Spiels an den Ultras-Mitbegründer Rudolf „Koby“ Koblovsky (1957-2020) und Alfred Körner (1926-2020). Für Alfred Körner gab es zu Spielbeginn eine Trauerminute, Rapid spielte mit Trauerflor.

Abgesehen von Glückwünschen zu Nachwuchs im Block, gab es nur ein Spruchband, das sich nicht auf Andy Marek bezog, und das hatte die Bundesliga im Visier und die Pseudoüberdachungen in der Provinz die durch die „wilde Sabine“ ziemlich zerzaust worden sind: „Bundesliga: Plan(en)loser Dachverband“

Die Aktion „Wiener helfen Wienern“ sammelte eine Summe von 83.000,- Euro, eine tolle Leistung!

Abschied Andy Marek

Die Choreografie stand ganz im Zeichen des Abschieds von Andy Marek. Großartige Bilder, Gesänge und Sprechchöre begleiteten das ganze Spiel.

Andy hat sich schon von diesem allerletzten Tag gefürchtet. Ja, seine Welt ist die Bühne und seine Hauptnahrung ist der Zuspruch seines Publikums. Dennoch erlebten wir ihn immer als sehr bescheidenen Menschen, der nicht wollte, dass ein Wirbel um seine Person gemacht wird.

Ein besonderer Abschied galt dem Block und während sich die anderen Tribünen schon zu leeren begannen, war der Block noch immer vollzählig versammelt. Andy und den Block verbinden die gemeinsamen Ziele: der Block will eine volle Westtribüne und Andy ein volles Stadion, und der Block ist ein wesentlicher Faktor des Publikumszuspruchs. Wir können nur hoffen, dass auch Andys Nachfolger diese Mechanismen nicht vergessen und auf Zusammenarbeit und nicht auf Ausgrenzung setzen.

Wir müssen an dieser Stelle nicht viel mehr über den Abschied von Andy sprechen, es gibt auch noch andere Tagebucheinträge darüber.

Ein letztes „Danke-Bitte“

Leider haben wir alle schon ein „Letztes Mal“ bei Begegnungen erlebt, von denen wir aber nicht wussten, dass es das letzte Mal sein würde. Zum Beispiel erlebten wir Alfred Körner ein letztes Mal bei der Hauptversammlung im November 2019.

Bei Andy Marek war es anders, es war ein „Letztes Mal mit Ansage“ und daher habe ich beim letzten Spiel gegen Wattens „das Stadion“ aufgezeichnet und daraus die letzten Erinnerungen festgehalten

Für Hartgesottene gibt es das ganze Spiel zum Nachhören (3h39’16“, 140 MB)

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Wr.Neutstadt-Rapid

1:4 (1:2)

Bei nasskalten Null Grad und gutem Besuch (ca. 1.000 Zuschauer) sahen wir praktisch alle Rapid-Spieler, aufgeteilt auf zwei Spielhälften. Rapid, spielfreudig, kombinationsstark, aber das erste Tor fiel für Wiener Neustadt. Danach erhöhte Rapid den Druck und ging noch knapp vor der Pause nach Toren von Schuster und Hofmann in Führung.

Viele Augen waren auf Koya Kitagawa gerichtet, aber leider war auch er unter jenen Spielern, denen ein Torerfolg verwehrt war, weil das Tor einfach an der falschen Stelle stand.

Insgesamt war es eine klare Angelegenheit, interessant war der Einsatz vieler junger Spieler bei Rapid:

1, Halbzeit2. Halbzeit
StrebingerKnoflach
StojkovicBarac
GreimlMartic
HofmannSonnleitner
HajdariHajdari
SchusterGrahovac
SchwabIbrahmoglu
DemirWunsch
KnasmüllnerFountas
BozicUllmann
KitagawaKitagawa -> Demir (78. Minute)

Kitagawa oder Demir?

Diese Frage kann man nach diesem Spiel nur mit Demir beantworten!

Kitagawa und Hajdari waren die einzigen, die in beiden Hälften zum Einsatz kamen. Wahrscheinlich wollte der Trainer dem Stürmer Einsatzminuten geben und beobachten, was er daraus macht. Kitagawa wirkte unsicher, war oft nicht im Bilde, konnte keine Akzente setzen. Er neigt dazu, im Falle einer Überforderung die Szene mit einem Foul zu beenden. So war es heute und so war es auch im letzten Spiel gegen die Admira.

Yusuf Demir hat bei dem Spiel dem japanischen Star irgendwie die Show gestohlen. Zwar haben beide kein Tor erzielt, aber Yusuf wirkte dynamischer ideenreicher und durchsetzungsfähiger. Interessant war, dass Yusuf in der zweiten Halbzeit zuerst durch Nicholas Wunsch ersetzt wurde, dann aber in der 78. Minte an Stelle von Kitagawa noch einmal aufs Spielfeld kam. Yusuf hat gleich mit einem sehenswerten Solo über das gesamte Spielfeld der Zuschauer Herz gewonnen.

Auch der nach Stefan Schwab eingesetzte Melih Ibrahimoglu zeigte, seine Qualitäten und konnte sich sogar in die Torschützenliste eintragen.

Mit den Einkäufen hat Rapid seine liebe Not. Konnte man bisher noch von „Altlasten“ des vorigen Sportdirektors sprechen, derer man sich entledigen müsse (was auch mit Badji gut gelang), scheint sich mit Koya ein weiterer teurer Fehlkauf anzubahnen.

Da in neue Spieler enorm viel Geld investiert wird (obwohl gleichwertige im Nachwuchs auf einen Einsatz warten), könnte man auch daran denken, nicht nur die fußballerischen Qualitäten sondern auch Persönlichkeitsprofile zu bewerten und dabei auch die kulturelle und sprachliche Distanz dieser Spieler, ihre Flexibilität und ihre Lernfähigkeit berücksichtigen. Spieler aus den umliegenden Ländern, speziell vom Balkan oder aus der Türkei fühlen sich in Wien fast wie zu Hause, hier gibt es für sie muttersprachliche Communities und sie haben auch im Team Ansprechpartner. Badji und und Kitagawa können vielleicht aus sozialen Gründen nicht Fuß fassen und zeigen das dann im Spiel.

Während wir uns in aller Ruhe das Spiel anschauen, sitzen einige Reihen hinter uns Stefan Oesen, mit seinem Laptop und Lukas Marek, mit Mikrofon in der Hand. Lukas kommentierte das ganze Spiel im Livestream. Wir können gespannt sein, ob Lukas seine Rolle auch nach dem 16.2. weiter inne haben wird oder sie sogar noch ausbauen kann?

Wir erleben in den letzten Jahren einen Aufstieg der Webplattform mit seinem Video-Kanal, vorangetrieben durch Lukas, einem jungen Talent der Extraklasse, Dass man allein zu einem Testspiel gleich vier Videos präsentiert bekommt, das ganze Spiel live und perfekt kommentiert mit verfolgen kann, das sind Errungenschaften der Ära Krammer; Hütteldorfer Fußballberichte auf einem bisher nicht bekannten Niveau.

Beachtet auch den Herrn rechts neben Lukas. Das ist Michael Tuerl, der seit einem Jahr im Team von Peter Klinglmüller ist. Er kam von Sky, und er ist hauptverantwortlich für die große Zahl an Videos, die uns Rapid zur Verfügung stellt.

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Admira-Rapid

0:3 (0:2)

Mit einer gewissen Erleichterung sahen wir die Mannschaft mit einem 4-2-3-1 auflaufen und das mit einem spielfreudigem Jung-Papa Taxi, der sich auch gleich zwei Mal in die Torschützenliste eingetragen hat. Man kann es drehen wie man will, Taxi macht derzeit den Unterschied.

Auf den Rängen konnte man vereinzelt hören, dass man gegen einen schwachen Gegner gewonnen hätte. Aber immerhin spielte die Admira zwei Mal Unentschieden gegen die Austria und in der Vorwoche auch gegen RB, und wenn man in der Südstadt etwas lernen kann, dann das, wie man es dort schafft, in dieser vergleichsweise tristen Umgebung immer wieder konkurrenzfähige Teams aufzustellen.

Im „Zweiersturm“, der in der Schlussviertelstunde aufgeboten wurde, konnte nur der Debütant Yusuf Demir seine Qualitäten aufblitzen lassen. Nach einem sehenswerten Dribbling bediente er den in der Mitte stehenden Badji, doch der musste zu lange nachdenken – und schon war die Chance vorbei. Kitagawa zeigte einen Fehlpass und ein Foul. Badji und Kitagawa wird die Wintervorbereitung gut tun. Hoffentlich!

Wenn man Rapid-Erfolge sehen will, muss man auswärts fahren! Die Kluft zwischen der Punktezahl bei Heim- und Auswärtsspielen vertieft sich nach dem Derby und dem Admira-Spiel weiter.

Kinder an die Macht!

Immer wieder freuen wir uns über gelungene Debüts, aber danach verschwinden die jungen Talente wieder und befinden sich bestenfalls auf der Reservebank. Manchmal haben wir den Eindruck, als würde man die Qualität im eigenen Haus nicht ausreichend erkennen und setzt – wahrscheinlich aus einer Art des Sicherheitsdenkens – auf die gekauften Spieler.

Wir Zuschauer haben leicht reden! Wir erleben persönlich nicht den Druck eines Trainers und würden uns wünschen, dass mehr junge Spieler zum Einsatz kommen. Natürlich wünschen wir uns auch gleichzeitig Erfolg; wahrscheinlich ein Widerspruch.

Admira-Derby

Zwar liegt das Derby zwischen Austria und Rapid mit bisher 330 Begegnungen an der Spitze aller Derbies, doch an zweiter Stelle folgt schon die Admira mit bisher 278 Begegnungen und dann mit 213 Sturm. Zum Vergleich die erreichte ewige durchschnittliche Punktezahl (3-Punkte-Regel) seit 1911:

1,46 Austria
1,83 Admira
1,75 Sturm

Auf den ersten Blick schaut es so aus, als würde man mit 1,46 weniger als die Hälfte der möglichen Punktezahl gegen die Austria erreicht haben, dass also die Austria im Langzeitschnitt voran wäre. Das ist aber nicht der Fall, und das kommt durch den bei einem Unentschieden nicht vergebenen Punkt zustande.

Spiele   S   U   N  PPS Punkte PPS Punkte
   330 136  75 119    2   1,05   3   1,46

Man sieht, dass Rapid um 17 Siege mehr verbucht hat und man das bei der Zweipunkteregel auch sieht (1,05>2/2), doch bei der Dreipunkteregel nicht (1,46<3/2). Der nicht vergebene Punkt bei einem Unentschieden ist dafür verantwortlich.

Ausnahmsweise wünschen wir also unserem härtesten Langzeitgegner, der Austria, für ihr morgiges Spiel gegen des WAC einen Punkt, um auf dem dritten Tabellenplatz überwintern zu können.

Schiedsrichter

In der Vorschau stand noch am Vormittag, dass Schiedsrichter Heiß das Spiel leiten würde, doch am Abend war es Dieter Muckenhammer. Es gab eigentlich keine Situation, bei der Rapidler sich hätten über ihn ärgern müssen. Der Ärger über vergebene Chancen war jedenfalls größer.

Unter seiner Leitung erreichte Rapid bisher 1,45 Punkte pro Spiel und das ist deutlich unter dem Schnitt von 1,74 Punkten. Muckenhammer leitete bisher 20 Spiele und ist damit im besten Schiedsrichteralter*). Mit diesem Sieg ist der Punkteschnitt bei Muckenhammer auf 1,52 gestiegen.

*) Die durchschnittliche Anzahl der Rapid-Spiele aller derzeit aktiven Schiedsrichter ist 19 Jahre. Die Oldies sind Drachta (44), Eisner (39), Harkam (43), Schörgenhofer (56) und Schüttengruber (28); Ouschan (22) und Muckenhammer (21) liegen im Durchschnitt, alle anderen leiteten deutlich weniger als 20 Rapid-Spiele.

Heimschwäche

Man könnte auch sagen „Auswärtsstärke“ und ob diese eigenartige Relation der Ergebnisse nur reiner Zufall ist oder doch mit dem Erwartungsdruck in Hötteldorf zu tun hat, wer weiß! Wer hätte gedacht, dass sich hinter der Auswärtsstärke sogar ein Rekord versteckt, denn es ist heuer erstmals seit 1987 gelungen, 12 Auswärtssiege in einem Jahr zu schaffen. Das ist doch erstaunlich! Jetzt fehlt es nur mehr am Überwinden der Heimschwäche!

Ambiente

Wie es die Admira schafft, mit diesem geringen Zuschauerzuspruch über die Runden zu kommen, ist bewundernswert. Dabei ist das Spiel gegen Rapid mit 4.000 Zuschauern schon ein Highlight. Gegen den Meister Salzburg kommen 2.500, gegen die Austria 3.476 Zuschauer, gegen alle anderen Vereine unter 2.000 Zuschauer.

Wie man bei der Admira auf die verpflichtende Überdachung für die Tribüne für die Auswärtsfans reagiert hat, ist bezeichnend für die Situation in der Südstadt. Kurzerhand wurde ein Teil der Haupttribüne für die Auswärtsfans abgetrennt und mit einem eigenen Zugang von der Ostseite versehen. Mit dem Effekt, dass die immer sehenswerte Choreografie unseres Blocks von niemandem gesehen werden kann, außer von einigen auf diese Bilder spezialisierten Fotografen.

Die Wiener Lokalbahnen gehen auf die punktuell erhöhte Fahrgastfrequenz an Spieltagen ein und stellen zusätzliche Garnituren zur Verfügung, etwas, das sich die ÖBB auf der S80 zwischen Hütteldorf und Aspern abschauen könnten, indem sie wenigstens rund um die Spielzeiten in Hütteldorf die Zuglänge verdoppeln könnten (keine Kurzzüge).

Über die Badner Bahn

Eine Fahrt mit der Badner Bahn ist immer ein schönes Erlebnis, bedenkt man aber, dass diese Verbindung ursprünglich ausschließlich für den Transport von Ziegeln vorgesehen war, kann man sich ausmalen, wie die Gegenden links und rechts von der Bahnstrecke bis in die 1960er Jahre ausgeschaut haben. Die Gemeindegebiete von Inzersdorf, Vösendorf, Brunn, Wiener Neudorf und Guntramsdorf waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts riesige Ziegelproduktionsgelände, auch das heutige Gelände des BSFZ in der Südstadt war bis etwa 1940 eine Ziegelei. An diese Zeiten erinnern heute zahlreiche kleine Paradiese. Sei es der Badeteich Ozean in Guntramsdorf, der Schinterteich in Brunn, die Blaue Lagune in der SCS, das Naherholungsgebiet Wienerberg oder im Bereich des Sportzentrums Südstadt ein kleiner Teich im Norden des Geländes.

Die damaligen überaus tristen Arbeitsbedingungen waren der Auslöser für die Gründung der SDAP (später SPÖ) 1889 in Hainfeld.

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