Führung durch Rapideum und Rapid-Röhre

Das Interesse an Stadionführungen ist groß, allein am Samstag Nachmittag waren drei Führungen angesetzt, von denen zwei der Kurator des Rapideums, Thorsten Leitgeb und eine der Rapideum-Koordinator Laurin Rosenberg geleitet haben.

Rapideum

Vor dem Stadion

Eine Führung beginnt vor dem Stadion, mit Erzählungen über den „Gschropp“, wie Mitspieler den späteren Diplomingenieur Gerhard Hanappi nannten, bei der Bronzestatue von Dionys Schönecker vorbei, bei dem die Bedeutung dieser ersten Jahre für unsere Gegenwart deutlich wird,  in den großen Empfangsraum der Röhre und von dort ins Rapideum.

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Im Bild Thorsten Leitgeb während seiner Ausführungen über die Geschichte von Rapid.

Im Rapideum

Das Rapideum kann man in mehrfacher Hinsicht strukturiert verstehen.

  • Einmal ist das Rapideum in drei Bereiche, „Gemeinsam“, „Kämpfen“, „Siegen“ unterteilt.
  • Das Jahrhundert-Team ist in insgesamt 11 drehbaren Spielersäulen, aufgeteilt in diesen drei Bereichen dargestellt.
  • Gleichzeitig kann man das „weiße Band“, das das Museum durchzieht, als eine Chronologie der Ereignisse verstehen. Ganz am Beginn die Anfangszeit unter Schönecker, über die Kriegsjahre bis zur Gegenwart.

Besonders eindrucksvoll die Viktoria, der Cup-Pokal und die Providentia.

Im Bereich „Gemeinsam“ sind die Stadionmodelle der Pfarrwiese und des Gerhard-Hanappi-Stadions zu sehen, im Bereich „Kämpfen“ gibt es eine Original-Sitzbank von der Pfarrwiese.

Eine ganze Wand im Bereich „Siegen“ ist dem Hanappi-Stadion gewidmet. Dort werden interessante Zahlen zu diesen fast 40jährigen Abschnitt der Rapid-Geschichte gezeigt.

Diese Führung in einer größeren Gruppe kann eigentlich nur der Einstieg für weitere Besuche im Rapideum sein. Man kann ja das Rapideum zu den Öffnungszeiten der Fanshops jederzeit besuchen. Dabei kann man die Geheimnisse der Laden erkunden und in Ruhe die Texte an den Wänden lesen und das eine oder andere Video anschauen.

Die Röhre

Das Hanappi-Stadion war – verglichen mit der heutigen Stadion-Struktur – ein Stadion des kleinen Mannes. Ja, es gab einen VIP-Bereich, aber wer hätte damals in den 60er Jahren daran gedacht, dass der Erfolg von Fußballvereinen so stark geldabhängig werden würde.

Diese „Röhre“ ist im Verbund mit dem als Logo gestalteten Eingang tatsächlich – wie Thorsten das gut erklärt hat – ein Alleinstellungmerkmal, das diesen Bau ganz deutlich von anderen Stadien unterscheidet. Diese Anordnung ist ebenso einmalig wie es seinerzeit der Bau des Weststadions durch einen Spieler des Vereins war.

Die Röhre ist aber auch ein Symbol für die Bedeutung des Geldes im modernen Fußball. Wie der Wiener sagt: „Ohne Geld, ka Musi“ oder – wie es der berühmte Ferenc Puskás ausgedrückt hat: „Kleines Geld, kleiner Fußball; großes Geld, großer Fußball.“  Man hat in Wien der 50er Jahre dafür noch kein Ohr gehabt; man war mit dem Wiederaufbau beschäftigt und schon damals begann in Westeuropa eine neue Ära, zu der Rapid jetzt, 2016 aufschließt.

Unsere Stadionführung

Unsere Weg war folgender (kann bei anderen Anlässen auch anders verlaufen):

Andachtsraum – Presseraum – Spielerkabine – am Rasen – Ersatzbänke – Aufgang in den zweiten Stock – Rapid Loge – zurück zum Eingang.

Gerade an unserem Besuchstag hat im Andachtsraum die erste Taufe stattgefunden.

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Die Spielerkabinen sind schlicht eingerichtet. Motivierende Schriften zieren die Wände.

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Der Besuch der Rapid-Loge in der ersten Logen-Etage war schon sehr eindrucksvoll. Mir hat gefallen, wie aufgeräumt alles ist. Bei mir ist das ganz anders. Diese Loge soll den besten Blick bieten. Ja, ist schön aber gemütlicher ist es in Sektor 11, Reihe 13!

Was ich  mir gemerkt habe

  • Welche Kategorie hat das Weststadion? Was macht eigentlich unser Stadion zu einem Kategorie 4-Stadion?
  • Welches Finale könnte dort gespielt werden; (Europa-League-Finale oder/und Champions-League-Finale)?
  • Welche Besonderheit haben die Firmenlogos der Sponsoren im Bereicht der Tribünen?
  • Was könnte der Grund für die Wahl der Vereinsfarben gewesen sein?
  • Woher kommt die Rapid-Viertelstunde?
  • Kannst Du die Jahrhundert-Elf von Rapid nennen?
  • Wie sind die Jahrhundert-Rapidler im Rapideum dargestellt?
  • Wie wird Steffen Hofmann im Rapideum präsentiert?
  • Auf der Pfarrwiese konnte man die Spiele auf Rasenhöhe verfolgen, also wie ein Maulwurf. Wie war das möglich?
  • Welchen Beruf hat Michael Konsel erlernt und wie konnte er diesen beim Fußball ausnutzen?
  • Was sind die „mixed-zone“ und die „flash-zone“?
  • Wer hat den Vorschlag gemacht, den Fußballverein auf „SC Rapid“ umzubenennen; was war Servus,m Fspäter sein Schicksal?
  • Was ist die Providentia und wo steht in Wien ein Denkmal, das sie symbolisiert?
  • Was ist das Besondere an den Fußballschuhen von Steffen Hofmann?
  • Welche Spieler sind in der flash-zone abgebildet?
  • Was ist der Unterschied zwischen den grünen Recaro-Sitzen der Heimmannschaft und der Gastmannschaft?
  • Wie hat man früher die Flutlichtmasten am Hanappi-Stadion genannt?
  • Warum verwendete man in der Anfangszeit der „Tramway“ Muster und Farben zur Kennzeichnung der Linien?

Links

Beiträge über die Rapid-Geschichte

Domenicos Geschichte von Rapid

Domenico Jacono kennt die Geschichte von Rapid wie kein anderer, und wenn er über Rapid erzählt, dann hat man das Gefühl, als hätte er seine Erzählungen alle erlebt, auch wenn sie sich vor Hundert Jahren ereignet haben. Das liegt an seiner genauen, wissenschaftlichen Arbeitsweise.

Domenico ist auf den Geschichte-Seiten des Wien-Web sehr aktiv und arbeitet dort unter anderem auch an den Fußballseiten über Rapid. Seine Artikel über das Gerhard-Hanappi-Stadion und über die Pfarrwiese wurden hier schon vorgestellt. Heute ist ein Artikel über die Geschichte von Rapid dazugekommen, den ich Euch, wie auch die beiden anderen als Lektüre empfehle. Hier eine Zusammenfassung von Artikeln, die alle die Geschichte von Rapid zum Thema haben:

Wir brauchen diesen ständigen historischen Rückblick, denn nur dadurch wird unseren Spielern bewusst, was unser Anspruch ist. Dort wollen wir hin, wo unsere Vorfahren durch ihre Erfolge den Weg vorgezeichnet haben. Durchschnitt genügt nicht.

Ich möchte Euch daher nicht einfach nur den Link zu dem Rapid-Artikel von Domenico weitergeben sondern seine Artikel durch einen grafischen Eindruck von 118 Jahren Fußballgeschichte ergänzen. Dazu wurden alle Mannschafts-Bilder aus der Rapid-Chronik und aus anderen Publikationen ausgeschnitten und zu einem Gesamtbild geformt, das einen Eindruck vermittelt, was diese nunmehr 118 Jahre Rapid-Geschichte bedeuten. Jedes Bild entspricht einem Jahr (manche Jahre sind mit zwei Bildern vertreten, die letzten 6 Jahre sind unvollständig).

Ich selbst habe nur die letzte Zeile der Bilder bewusst miterlebt, es gibt aber aktive Fans die die Mannschaftsaufstellungen der unteren Hälfte dieser Bilder aufsagen können.

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Dieses Bild symbolisiert also den Werdegang von Rapid und durch die 32 errungenen Meistertitel auch den ständigen Anspruch an die Mannschaft und die verantwortlichen Funktionäre und Trainer, diese Tradition fortzusetzen.

 

Eröffnung Rapideum

Heute gab es zwei Eröffnungen

  • „Gerhard-Hanappi-Platz“
  • Neues „Rapideum“

Die frühere „Garage Gerhard Hanappi-Stadion“ wurde schon früher in „SK Rapid Garage“ umbenannt.

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Der Wind machte Probleme. Das grüne Kuststofftuch drohte weggerissen zu werden aber Robert konnte schließlich das neue Schild ordentlich verhüllen.

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Wegen des drohenden Regens gab es nur kurze Ansprachen und Fotos für die Presse.

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Im Bild vlnr. Christoph Peschek, Michael Krammer,Andreas Müller, Steffen Hofmann und der Bezirksvorsteher-Stellvertreter von Penzing. So schaut die neue Ortsbezeichnung aus:

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Der Rest der Veranstaltung fand im Foyer der „Röhre“ statt:

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Im ersten Teil kamen neben dem Präsidenten und dem Geschäftsführer der Bezirksvorsteher-Stellvertreter von Penzing und Michael Hanappi, der Sohn unserer Fußball-Legende zu Wort. Allerdings konnte ihm Andy Marek nicht entlocken, wie sein Vater so als Privatperson war. Im Bild Michael Hanappi im Gespräch mit Andy Marek.

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Das Museums-Team mit Thorsten Leitgeb (im Bild links) und Laurin Rosenberg (im Bild rechts) erklärten die Philosophie des Rapideums.

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Das Museum versucht, die vielen kontroversiellen Aspekte bei Rapid zu zeigen. Ein mutiges und überaus sehenswertes Projekt. Auf einer fast doppelt so großen Fläche wird das Konzept des Architekten Eric Philipp, das weiße Band, das sich durch alle Räume zieht konsequent durchgezogen. Es sind nunmehr zwei frühere Stadien von Rapid im Modell zu sehen: die Pfarrwiese und das Gerhard-Hanappi-Stadion. Im Bild die Eröffnung des Rapideums durch Präsident Krammer:

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Zwei Eindrücke aus dem Museum:

Das Museums-Team beim Modell der Pfarrwiese:

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Die „Granden“ beim Modell von St. Hanappi:

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Schaut Euch die Bilder an!

Die Öffnungszeiten für Fancorner, Fanshop, Rapideum

Montag-Mittwoch: 10-18:00 Uhr
Donnerstag-Freitag: 10-20:00 Uhr
Samstag: 10-18:00 Uhr
An Spieltagen: 10:00 Uhr bis 1,5 Stunden vor Spielbeginn geöffnet.
(Stand Juli 2016. Bitte zur Sicherheit die Öffnungszeiten auf der Seite des Rapideums im Rapid-Web kontrollieren)

Links


Das Geheimnis der fehlenden Kette beim Weg von Bahnhof zum Station ist geklärt: sie wurde nicht wegen des Zuschauerandrangs abmontiert sondern weil sie frisch gestrichen wurde:

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Domenicos Blick zurück auf das Hanappi-Stadion

Immer, wenn die Zeit auf Umbruch steht, so wie jetzt, bei der Errichtung der neuen Rapid-Heimat am alten Standort, fragt man sich mehr als sonst, wie das damals war, als Rapid alte Heimstätten verließ, um in ein neues Heim zu ziehen. Wie war der Einfluss auf den sportlichen Erfolg? Kann sich das wiederholen?

domenico1Ein erster dieser Rückblicke waren Domenicos „Erinnerungen an die Pfarrwiese„, die vor einigen Tagen in diesem Blog erschien.

Gerade rechtzeitig zur Eröffnung des West-/Allianzstadions erschien auf den Seiten des „Wien Geschichte Wiki“ ein weiterer Artikel über das Gerhard-Hanappi-Stadion.

Du gehörst als Leser dieses Tagebuchs zu den ersten, die über diesen Artikel erfahren.  Wie auch beim ersten Artikel bitte ich Euch, den Text aus urheberrechtlichen Gründe im Original auf der Seite des „Wien Geschichte Wiki“ zu lesen, es lohnt sich.

Du findest den Artikel über das „Wien Geschichte Wiki“ -> Suchen „Hanappi“. Dabei findest Du auch einen  Artikel über Gerhard Hanappi und eben den über das Gerhard-Hanappi-Stadion (14). Der Autor ist Domenico Jacono, der frühere Kurator des Rapideums.

Im Artikel sind auch zwei interessante Fotos vom Eröffnungsspiel am 10. 5. 1977 zu sehen. Rapid spielte unter anderem auch mit Hans Krankl und Werner Walzer. Das Spiel wurde gewonnen, das Tor schoss Paul Pawlek. Ausverkauft war das Stadion mit 14.000 Zuschauern nicht.


Mein erstes Bild vom Hanappi-Stadion stammt vom 28. 4. 2001 vom Spiel Rapid-LASK, das Rapid 6:0 gewann. Es war die Zeit, als begonnen wurde, die Tribünen zu überdachen. Das Transparent der Ultras verweist darauf:

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Einer der Höhepunkte war wohl die Meisterfeier nach dem 3:0 gegen Altach am 20.4.2008:

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Schließlich der Abschied. Ein Bild, das diese Verbundenheit der Anhänger zum Hanappi-Stadion zeigt, ist jenes von der Abrissparty im Herbst 2014,

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gefolgt von dem Abriss, protokolliert von der Webcam

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Wer von Euch vermisst nicht die komfortable Tiefe der Hanappi-Sitzreihen?

Tschechen im Hanappi-Stadion

Es freut mich, etwas zu dem Artikel beitragen zu können. Es ist nicht bedeutend aber es ergänzt den Abschnitt „Nationalteam, Zeugen Jehovas und Wolfgang Ambros“, in dem die Mehrfachnutzung des Stadions durch die Gemeinde beschrieben wird.

logoSokol PRO VERUAuch der Verein SOKOL (deutsch: „Falke“) der  Wiener Tschechen nutzte das Gerhard-Hanappi-Stadion im Jahr 1982 für ihre internationale Turnveranstaltung „Mezinárodní slet“. Bis in die 1960er Jahre fanden diese Turnolympiaden (sofern sie in Wien abgehalten wurden) noch am Gelände der heutigen Generali-Arena (früher Horr-Platz, früher Tschechisches Herz Platz) statt. Wegen der insgesamt geringen Nutzung des Geländes in Favoriten verkauften die Wiener Tschechen den Platz dem Wiener Fußballverband und begnügten sich damit, fremde Stadien anzumieten, und im Jahr 1982 war es eben das Gerhard-Hanappi-Stadion.

Meine kürzlich verstorbene Tante (siehe Tagebucheintrag „Letzte Worte“) war eine sehr angesehene Vorturnerin dieses Vereins und hat an diesen Veranstaltungen als Mitorganisatorin mitgewirkt.

Hier im Bild einige Ansichten von dieser damaligen Veranstaltung im Jahr 1982:

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Domenicos Erinnerungen an die Pfarrwiese

Für uns, die Rapid-Anhänger, ist das Rapideum untrennbar mit Domenico Jacono, dem Kurator der ersten Stunde, verbunden. Er symbolisiert mit seinem Markenzeichen, dem 20er-Jahre-Kapperl und durch sein unerschöpflich scheinendes Wissen den Mister „History“ von Rapid. Im Bild Domenico bei der Hauptversammlung im November 2013.

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Wir sehen aber auch, was sich in den letzten Jahren rund um Rapid in atemberaubenden Tempo verändert hat. Die Kommerzialisierung ist allgegenwärtig und spart keinen Bereich aus, auch das Rapideum nicht. Wir Außenstehende sind nur Zaungäste; Idealisten wie Domenico sehen diese Entwicklung nicht nur positiv. Vielleicht auch daher wird kommende Woche das neue Rapideum ohne einen seinen Gründer in Betrieb gehen.

Das heißt aber nicht, dass Domenico jetzt arbeitslos wäre, denn „es gibt immer was zu tun“. Beispielsweise arbeitet er derzeit an einem Relaunch der Artikel zum Thema Wiener Fußball des offiziellen Regio-Wikis der Stadt Wien „Wien Geschichte Wiki“. Gemeinsam mit Alexander Juraske, dem Vienna-Historiker überarbeitet er 26 bestehende Artikel und erstellt 20 neue. Durch die Zusammenarbeit mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv entstehen dabei wissenschaftlich fundierte und belegte Texte, die an den Bestand des WStLA und die topographische Datenbank „Wiener Kulturgut“ angeknüpft sind. (Im Bild: Alexander Juraske bei einer Posiumsdiskussion der Club 2×11)

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Für uns Rapid-Anhänger ist der Artikel über die Pfarrwiese von besonderem Interesse und ich empfehle Euch, diesen tollen Artikel zu lesen.

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Pfarrwiese

Kopieren darf ich den Text leider nicht. Das folgende Bild vom Wien-Wiki zeigt uns die Szenerie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Im Text wird auf die ersten Spiele im Frühjahr 1912 auf der Pfarrwiese hingewiesen. Auch damals, 1911, gab es für Rapid bezüglich der Spieltermine eine Ausnahmeregelung, weil das Stadion erst im Frühjahr fertiggestellt wurde und daher alle Auswärtsspiele im Herbst 1911 absolviert wurden. Dann aber folgten 10 Heimspielsiege auf dem neuen Gelände, und der erste Meistertitel war erobert.

Auch im heurigen Jahr gibt es mit dem vorgezogenen Cupspiel eine solche Ausnahmeregelung; jetzt fehlen nur mehr die damaligen Erfolge im neuen Stadion. Seitens der Vereinsführung wäre ja alles angerichtet.

Weitere historische Hütteldorf-Themen

Wir haben in diesem Blog auch schon einen populär-historischen Ausflug in das frühere Hütteldorf unternommen. Den kannst Du hier nachlesen.

Auch die Homepage www.weststadion.at enthält einen lesenswerten Aufsatz über die Rapid-Geschichte mit zahlreichen interessanten Bildern. Zum Beispiel sieht man dort ein Bild vom Exerzierplatz auf der Schmelz, den ich nicht einmal im Bezirksmuseum gesehen habe.

Rapid – Wo alles begann

Zusammenfassung eines Vortrags von Mag. Philipp Huber am 13. März 2016 „Tag des Sports“ im Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus. Im Bild liest Philipp Huber eine Passage aus einem historischen Text.

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Der Vortrag umfast die Zeit zwischen Gründung 1897 und Beginn der Meisterschaft 1911 als dann Rapid nach Hütteldorf (damals 13. Bezirk) übersiedelte.

1897 Gründungsjahr

Gegründet wurde der SK Rapid 1897 als „I. Wiener Arbeiter Fußball Club“ (und nicht, wie im (übrigens lesenswerten) Wikipedia-Artikel 1898. Vor einigen Jahren hat Domenico Jacono bei Recherchen einen Zeitungsartikel entdeckt, in dem 1897 als Gründungsjahr dieses Rapid-Vorgängervereins genannt wird.

Rapid kommt ursprünglich aus dem 15. Bezirk

Man muss wissen, dass im Wien um 1900 die Bezirke 13, 14 und 15 anders aufgeteilt waren. Der 13. Bezirk war das heutige Hietzing und auch das heutige Penzing, der 14. Bezirk war Rudolfsheim und der 15. Bezirk war Fünfhaus. Die ersten Sportanlage von Rapid, die Schmelz und auch der Sportplatz Selzergasse liegen im 15. Bezirk.

Als Rapid 1912 nach Hütteldorf übersiedelt ist, wurde in den 13. Bezirk übersiedelt. Erst 1938 wurde Penzing von Hietzing als 14. Bezirk getrennt und Rudolfsheim und Fünfhaus zum 15. Bezirk zusammengelegt. Das ist auch nach 1945 so geblieben. Siehe „Mir san in Hütteldorf daham“.

Rapid hat jüdische Wurzeln

Der SK Rapid wurde hauptsächlich von Mitarbeitern der Hutfabrik Böhm in Ottakring gegründet. Die Hutfabrik Böhm wurde 1848 durch die Brüder Bernhard und Naphtali der jüdischen Familie Böhm gegründet. (Link, Link, Naphtali Böhm, Bernhard Böhm). Im Gründungsjahr 1897 hatte die verzweigte Firma in Prag etwa 1200 Mitarbeiter. Die Firma Böhm produzierte auch noch in den 1960er Jahren Hüte (siehe Links und das folgende Bild).

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Karl Schediwy berichtet in seinem Beitrag in der Festschrift „20. Jahre Rapid“, dass ein gewisser Lowe mit seinen Söhnen Fred, Harry und Arnold  federführend war. In den damaligen Fabriken waren viele englische Spezialisten beschäftigt, die für die Wartung, möglicherweise auch für die Einschulung zuständig waren. Sie brachten nicht nur die Technologie, sie brachten auch den Fußball nach Wien. Es ist kein Zufall, dass der erste österreichische Fußball-Verein, „Vienna“, einen englischen Namen hat. Fußball war durch Engländer hierher gebracht worden und statt einer umständlichen Übersetzung hat man die englischen Bezeichnungen für viele fußballerischen Belange beibehalten. (Corner, Penalty, Back, Half-Back, Forward, Captain usw.)

In einer Ausgabe des „Ersten neuen Wiener Abendblatts“ kann man entnehmen, dass der Verein begonnen hat, Mitglieder, wahrscheinlich auch Spieler zu werben. Die Einschreibgebühr für den Verein betrug eine Krone, der Wochenbeitrag wurde auf 10 Heller festgesetzt.

Aller Anfang ist schwer

Die erste Zeit war schwer, die sportlichen Misserfolge haben überwogen. Die ersten Spiele 1898 waren noch ausgeglichen aber Begegnungen mit den damaligen Spitzenmannschaften WAC und Viktoria endeten ziemlich ernüchternd 0:20 und 0:17. Weihnachten 1898 spielte man wieder gegen den WAC und verlor 0:12. Immerhin eine Steigerung gegenüber den Anfängen. Die Bilanz dieser ersten Zeit war sehr schlecht. Nur ein Sieg bei 19 Spielen, Torverhältnis 13:107.

So hat sie ausgeschaut, die älteste Mannschaft von Rapid aus 1898 (aus der Festschrift „20 Jahre Sportklub Rapid“).

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Stehend vlnr. Shires (zivil), Feldmüller, Kellner, Bieringer, Schediwy Karl, Tar, Wallisch, Goldschmidt. Sitzend vlnr. Imhof, Grasser, Kailich J. (Captain), Finzl, Kailich Alois.

Heimstätte Schmelz

Die Heimspiele in den ersten Jahren wurden am Exerzierplatz auf der Schmelz absolviert. Exerzierplatz gehört zur Radetzky-Kaserne. Das Spielfeld musste immer mit Pflöcken uns Seilen neu abgesteckt, Linien gezogen werden. Die Schmelz war eine wilde Gegend mit „Platten“ (=Gangs).  Das folgende Bild (Quelle Wikipedia) zeigt die Radetzky-Kaserne im Hintergrund und vermittelt einen Eindruck von der Gegend.

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1899 Geburtsstunde des Namens „Rapid“

Wenn wir die Geburtsstunde von Rapid mit „1899“ auf unseren Schals einweben, dann feiern wir die Geburtsstunde des Namens, denn den Verein hat es schon zwei Jahre lang gegeben.

Das Neue Wiener Abendblatt berichtete am 10. Jänner 1899: „Bei der Generalversammlung des I. Wiener Arbeiter Fußball Club  wurden Karl Palek, als Obmann, Wilhelm Goldschmidt als Sekretär, Captain J. Kailich und zweiter Captain Karl Schedivy gewählt. Der Antrag von Herrn Goldschmidt , den Vereinsnamen auf S.C. Rapid zu ändern, wurde angenommen.“

1900 Programmheft (20 Heller)

Programmhefte waren erste Einnahmen für den Verein. Eintrittsgelder zu kassieren war schwierig, weil es keinen abgesperrten Platz gab. Die folgende Abbildung aus der „Festschrift 20 Jahre Rapid“ zeigt uns, wie man sich den damaligen Fußball vorstellen muss. Auch die Spielregeln mussten abgedruckt werden, um dem Publikum diese Attraktion näher zu bringen.

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Rapid spielte in „blau-roth“. Der Tormann hieß noch „Thorhüter“.

1902 Erstes Auswärtsspiel gegen Austria Prag 1:1

Zu diesem ersten Auswärtsspiel kam es auf Grund einer Einladung eines Herrn Kohn. Es gab zu dieser Zeit viel prominentere Wiener Mannschaften. Der Grund, warum gerade Rapid zum Zug kam war, dass die Rapidler die einzigen waren, die bereits waren, dritter Klasse nach Prag zu fahren.

1903-1911 Rudolfsheimer Platz

Rapid pachtete 1903 den freien Platz entlang der Selzergasse zwischen der Hütteldorfer Straße und der Meiselstraße. Der Gemeindegrund war einerseits günstig, anderseits hatte er auch den Nachteil einer kurzen Kündigungsfrist. Eine heutzutage unvorstellbare Eigenheit des Platzes war der Höhenunterschied von zwei Metern zwischen den Toren. Viele weitere interessante Details finden sich in dem Blog von Brucki über „lost grounds“.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich gesehen habe, dass Brucki die Seite rapid.iam.at (=123.ewkil.at) zitiert hat und zwar, weil sich Rapid auf dieser neuen Anlage bedeutend steigern konnte, was man den zusammenfassenden Zahlen entnehmen kann.

Ein interessante Parallele zur heutigen Situation ist, dass der Rudolfsheimer Platz es dem Verein erlaubt hat, höhere Einnahmen zu erzielen. Ganz so wie unser neues Stadion dem Verein höhere Einnahmen ermöglichen wird.

Hier ist eine von zwei bekannten Aufnahmen dieses Platzes, entnommen aus der Festschrift „20 Jahre Rapid“.

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Leistungsvergleich Schmelz – Selzergasse

Das folgende Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Vergleich der Spielergebnisse zwischen der Zeit auf der Schmelz und der Zeit in der Selzergasse. grün=Sieg, gelb= Unentschieden und rot=Niederlage. Hier gehts zu der Gesamtdarstellung.

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Man sieht, dass es auf der Schmelz eine negative Gesamtbilanz gegeben hat aber in der Selzergasse bereits die Siege deutlich in der Mehrheit waren.

Rapid-Viertelstunde

Diese Eigenschaft, ein Spiel auch noch in der Schlusspahse „drehen“ zu können, war auch schon in der Frühzeit des Vereins bekannt. Es gibt sehr viele Andeutungen in frühen Spielberichten, die auf diese „berühmte Viertelstunde“ verweisen.

Es ist denkbar, dass die Rudolfsheimer Pfarrkirche eine Ursache für die Rapid-Viertelstunde war. Eine Fußballuhr, wie wir sie heute kennen, gab es nicht; auch das Publikum war nicht mit Taschenuhren ausgerüstet. Dass man die weithin sichtbare Kirchenuhr zur Messung der Spieldauer verwendet hat, ist ziemlich sicher. Und daher könnte es sein, dass das Schlagen der Kirchenglocken das Publikum zum Klatschen animiert hat. Nehmen wir zum Beispiel eine Beginnzeit von 15:30, dann ist die Pause um 16:15, der Spielbeginn der zweiten Halbzeit um 16:30 und die volle Stunde 17:00 gerade eine Viertelstunde vor Schluss. Ganz unlogisch wäre das nicht.

Heute wissen wir, dass es keine Erfindung von Rapid ist, dass am Spielende mehr Tore fallen, das trifft für alle Mannschaften zu. Es kann aber sein, dass man diesen Umstand bei Rapid durch besonders markannte Spiele entdeckt hat und als „Rapid-Viertelstunde“ schon früh benannt hat – auch mit der Unterstützung der Rudolfsheimer Pfarrkirche, die übrigens ähnlich alt ist wie Rapid, denn sie wurde im Jahr 1898 fertiggestellt.

1905 von rot-blau zu grün-weiß

Über den Wechsel der Vereinsfarben gibt es offenbar keine schriftliche Quelle, nur Vermutungen.

Die Frage ist, warum dieser Farbwechsel überhaupt notwendig war. Eine dieser Vermutungen ist, dass die Farben die vielen Wäschen nicht überstanden haben und dass das Rot und Blau sich an den Grenzen mischten. Mit der Vereinsfarbe der heutigen Austria dürfte das aber nichts zu tun haben, die Austria wurde erst 1911 gegründet.

Warum dann ausgerechnet grün-weiß?

Es könnte mit dem Bezirkswappen von Rudolfsheim zu tun haben aber so wirklich grün-weiß schaut das nicht aus. Link.

Es könnte auch mit der Farbkennzeichnung der Straßenbahnlinien zu tun haben. In der Frühzeit der Straßenbahnen gab es eine Kennzeichnung durch Farben und Muster. Hier ein Abbildung aus dem Jahr 1902 (Quelle Wikipedia und http://www.fpdwl.at/4images/image.php?image_id=20513).

Man ist geneigt zu glauben, dass dieses System kompliziert zu kommunizieren war. Es wurde auch Hieroglyphen-System genannt. Man muss aber bedenken, dass der Bildungsstand der Bevölkerung damals noch geringer und der Anteil der Analphabeten groß war. Diesen Bevölkerungsschichten kam das System der Farbkennzeichnungen entgegen.

1907 war aber Schluss mit den Hieroplyphen-Symbolen und es wurde das sehr systematische Zahlen/Buchstabensystem entwickelt, das wir bis heute kennen, das aber in der jüngeren Zeit nicht mehr so konsequent umgesetzt wird. Hier gibt es eine Darstellung des Wiener Liniensystems von 1907.

Im Jahr 1905 als der Wechsel der Vereinsfarben erfolgte, war dieses Farb-System noch im Einsatz und die Linien, die nach Rudolfsheim fuhr hatte die Farben grün-weiß. Es könnte daher für die Wahl der Farbe ausschlaggebend gewesen sein.

1911 Von Rudolfsheim nach Hütteldorf

Durch die Kündigung des Platzes in Rudolfsheim war Rapid in Zugzwang und musste sich um ein neues Zuhause umschauen. Wahrscheinlich war es Zufall, dass gleichzeitig mit dem Auszug auf Fünfhaus der Spielbetrieb der Wiener Meisterschaft begann. Jedenfalls wurde in der ersten Saison eine Sonderregelung für Rapid getroffen, dass nämlich Rapid in der Herbstsaison 1911 alle Auswärtsspiele absolvierte und gleichzeitig die Anlage der Pfarrwiese fertiggestellt wurde und dann im Frühjahr alle Heimspiele auf der Pfarrwiese. Das Ergebnis: der erste Meistertitel, dem noch 31 weitere folgen sollten.

Weitere Aktivitäten in Rudolfsheim

Auch nach dem Auszug von Rapid nach Hütteldorf war der 15. Bezirk weiterhin ein Organisationszentrum für den Verein.

  • In den Zwanziger Jahren war das Hotel Fuchs in der Mariahilferstraße 105 Ort der Mitgliederversammlungen und der Weihnachtsfeier.
  • Bis in die 1950er Jahre war das Cafe Holub in der Hütteldorfer-Straße das Vereinsheim von Rapid.
  • Bis 1970 gab es ein Sekretariat (einen „Fancorner“) am Urban Loritzplatz.

Das Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus erinnert mit einer eigenen Rapid-Vitrine an diese Zeit:

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Links

Wir bedanken uns bei der Museumsleitung für die freundliche Begrüßung und beim Vortragenden für den interessanten Vortrag.

Sport in Wien

Tag des Sports

Am 13. März haben Sportinteressierte die Qual der Wahl, denn in allen Bezirksmuseen findet gleichzeitig der „Tag des Sports in Wien“ statt.

Alle Termine der Bezirksmuseen finden sich hier (man findet auf dieser Seite auch alle Adressen und Öffnungszeiten über den Links der einzelnen Bezirke).

Speziell in den Außenbezirken und in Bezirken mit berühmten Fußballplätzen 2016-03-13 Tag_des_Sports (Beispiel Döbling) wird Fußball immer auch ein Thema sein. Die beiden folgenden Veranstaltungen beziehen sich besonders auf Fußball:

  • Sport im 2. (E-Rolli-Fußball)
  • Sport im 15. (11:00 Sigi Bergmann im Gespräch mit Hans Orsolics; 14:00 Rapid-Wo alles begann, Vortrag von Mag. Philipp Huber)

Hier die Titelseite vom Einladungsfolder:

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Nostalgieabend „Fußball“

Dienstag 15. März, 19:00
Bezirksmuseum Döbling, Döblinger Hauptstraße 96

Hans Huber (Ex-ORF-Sportchef) moderiert ein Gespräch mit Hans Buzek (ehemaliger Nationalspieler, Vienna-Spieler aber zwischen 1970 und 1972 auch bei Rapid) und Wolfgang Winheim (Kurier).

Historische Tondokumente

Die österreichische Mediathek publizierte heute eine große Zahl historischer Tondokumente, die in Stadtplan von Wien verortet wurden. Da kann man etwa beim Schoss Schönbrunn Kaiser Franz Josef hören, wie er 1915 für den Militär-Witwen- und Waisenfonds wirbt und wenige Schritte daneben die Worte einer Zeitzeugin, die sich daran erinnert, dass 1938 dort ein Schild mit der Aufschrift „Juden und Hunden Eintritt verboten“ stand.

http://www.mediathek.at/stadtplan

Rapid mit Pepi Uridil

Einige Kilometer westlich, in der Keisslergasse unmittelbar bei unserer Baustelle (eigentlich sollte die Datei im Bereich der ehemaligen Pfarrwiese verortet sein) kann man das von Hermann Leopoldi getextete und von Oskar Steiner und Oskar Virag komponierte Lieg „Heute spielt der Uridil“ hören (1922). Pepi Uridil war der erste große Fußballstar, und in den Zwanziger-Jahren entstand geradezu ein Kult rund um seine Person.

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Auch auf unserer EwkiL-Homepage kann man sich die Noten ansehen und ein Tonbeispiel anhören: http://ewkil.at/Rapid.aspx?Id=anthem -> „Ältere Hymnen“

Nationalteam mit Heribert Meisel

Eine typische Radioreportage von Heribert Meisel aus dem Jahr 1952 anlässlich eines Länderspiels gegen Deutschland, das 0:2 verloren wurde, findet man an der Stelle des damaligen Praterstadions.

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Mir san in Hütteldorf daham

Jeder kennt seine Wohnumgebung aber wer kennt schon Hütteldorf? Um in Hütteldorf „daham“ zu sein, wie es in der Hymne heißt, muss man sich ein bisschen mehr mit Hütteldorf auseinander setzen. Und es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt dafür als die fußballfreie Zeit im Juni.

Hütteldorf kommt von den „Hütteln“

Wer in die Gegend von Wolfersberg, Satzberg oder Hadersdorf kommt und den durch die „Hütteln“ verursachten „Landschaftsfraß“ beobachtet, meint, dass „Hütteldorf“ ein treffender Name für diese Gegend ist; „nomen est omen“.

Im Eintrag „Hütteldorf“ in der Wikipedia erfährt man aber, dass sich der Name nicht von den vielen „Hütteln“ am Stadtrand ableitet, sondern auf das Geschlecht der „Utendorfer“ (11.Jahrhundert) zurückgeht. Die Utendorfgasse (westlich von der Keisslergasse) erinnert an diesen Namensgeber.

Wie war Hütteldorf früher, vor den heutigen „Hütteln“?

Hütteldorf vor 1900

In dieser Zeit ist Hütteldorf noch ziemlich ländlich. Von allzu vielen „Hütteln“ keine Spur. Satzberg und Wolfersberg sind – wie das Bild zeigt – noch naturbelassen.
Die Westbahn bestand schon (seit 1860) aber die Stadtbahn und die Wien-Fluss-Regulierung gab es noch nicht.

Dafür floss schon der Gerstensaft im Hütteldorfer Brauhaus. Hütteldorf war damals ein beliebtes Ausflugsziel der Wiener. Im Saal des Brauhauses spielten Josef Lanner und Johann Strauß.

Hütteldorf 1872

Und genau nordöstlich des Brauhausgeländes wird 1911 der Fußballplatz „Pfarrwiese“ entstehen.

Blick auf das Hütteldorfer Brauhaus, rechts dahinter das Gebiet der Pfarrwiese
Gastgarten im Hütteldorfer Brauhaus, wahrscheinlich um 1900
Koloriertes Bild aus der Zeit um 1900. Links die Brauerei, rechts die Bahnhofstraße und in den Wiesen dazwischen der Platz für die spätere Pfarrwiese und den Platz des W.A.F.

Dort, wo 1911 die Pfarrwiese entstehen wird, sind noch Wiesen. Am Gebiet des Zeitschriften-Versands Morawa gibt es eine Leder-Fabrik. Das Baumgartner Kasino besteht schon (Kartenbezeichnung „Schloss“). Die spätere Deutschordenstraße ist eine unbebaute Allee-Straße. Die Badeanstalt an der Utendorfgasse besteht schon.

Hütteldorf ist im 14. Bezirk

Ja, heute, aber nicht immer, denn vor 1938 war Hütteldorf Teil des 13. Bezirks und erst mit der Schaffung von Groß-Wien entstand das heutige Penzing mit den Bezirksteilen Penzing, Baumgarten, Breitensee, Hütteldorf und Hadersdorf.

In einem Plan von Wien aus dem Jahr 1890 sieht man, dass es damals einerseits nur 19 Bezirke gab und dass der 14. Bezirk Rudolfsheim war. Penzing, Baumgarten und Hütteldorf waren Teil des 13. Bezirks

Diese Bezirkseinteilung sieht man auch am Plan der Tramway-Gesellschaft von 1894. Der 13. Bezirk ist gelb eingefärbt.

Gustav Freytag, Plan der Reichshaupt- & Residenzstadt Wien. Verlag & Druck von G. Freytag & Berndt in Wien. 1894/1895.Maßstab 1 : 25.000.Farblithographie auf Papier, ca. 70 x 83 cm.

In einem Planausschnitt kann man sehen, dass die heutige Deutschordenstraße damals Hackinger Allee hieß. Die spätere Utendorfgasse heißt noch Mühlgasse.

Ausschnitt „Hütteldorf“ aus dem Wien-Plan 1894

Rapid spielte immer schon im 14. Bezirk

Die ersten beiden Spielstätten von Rapid, auf der Schmelz und in der Selzergasse liegen heute im 15. Bezirk, waren aber damals im 14. Bezirk, der aber damals „Rudolfsheim“ umfasste.

Die Übersiedlung nach Hütteldorf im Frühjahr 1912 hatte daher einen Bezirkswechsel zur Folge – etwas, das heute auf allergrößten Widerstand seitens der Anhängerschaft führen würde, denn Hütteldorf gehörte damals zum 13. Bezirk und der Platz in der Selzergasse zum 14. Bezirk. Wenn also damals gegen den W.A.F. oder gegen die Amateure (später Austria) gespielt wurde, dann waren das nicht nur Stadt-Derbys sondern sogar Bezirks-Derbys.

Daher spielte Rapid vor 1911 im 14. Bezirk, zwischen 1912 und 1938 im 13. Bezirk und danach wieder im 14. Bezirk, denn durch die neue Bezirkseinteilung des „Groß-Wien“ in 26 Bezirken wurden die Ortschaften nördlich des Wienflusses dem neuen 14. Bezirk, Penzing zugeordnet. Und so ist es trotz einer Neuorganisation der Bezirke nach 1945 bis heute geblieben.

Man hat also nach 1945 die Änderungen des „Groß-Wien“ nur teilweise wieder zurückgenommen. Das heutige dynamisch wachsende Wien würde ebenso dynamische Stadtgrenzen gut brauchen können, um die heutigen Steuer- und Wirtschaftsscharmützel zwischen Erwin und Michael an den fixen Stadtgrenzen zu vermeiden (Auhof-U4-Verlängerung, Stronach-Rothneusiedl, G3-Gerasddorf, Vösendorf-Shopping.City).

Die Pfarrwiese I

Die frühere Spielstätte von Rapid in der Selzergasse entsprach wegen seinem Gefälle von Tor zu Tor von fast 2 Metern nicht den Erfordernissen des zukünftigen Ligabetriebs und daher war die Rapid-Führung gezwungen, sich um einen neuen Platz umzusehen. Die Fertigstellung der Anlage in Hütteldorf erfolgte noch im Herbst 1911 und daher konnte Rapid in der ersten Liga-Saison im Herbst keine Heimspiele austragen. Es wurden also im Herbst alle Auswärtsspiele angesetzt und dann im Frühjahr alle Heimspiele in der neuen Anlage.
Diese ursprüngliche Anlage der Pfarrwiese fasste etwa 8.000 Zuschauer und hatte keine Laufbahn. (Bild aus der Chronik „20. Jahre Rapid“)
Pfarrwiese 1912, gesehen vom westlichen Tor. Rechts die kleine überdachte Tribüne. (Quelle Wikipedia)
Das zunehmende Interesse an Fußball erforderte einen Ausbau der Anlage. Was vor allem fehlte, war das, was auch heute fehlt: VIP-Plätze! Nur ging es damals nicht um VIP-Logen heutigen Maßstabs sondern einfach um überdachte Sitzplätze. Außerdem war das Spielfeld zu wenig breit.

Die Pfarrwiese II

Diese Vorhaben des Ausbaus der Pfarrwiese wurde etwa 1922 durchgeführt. Schon in der Festschrift zum 20jährigen Bestandsjubiläum ist der Plan der zukünftigen Erweiterung enthalten. Nach dem Ausbau verfügte die Pfarrwiese über 20.000 Plätze und das Spielfeld auch über eine Laufbahn. Die Breite des Spielfeldes entsprach damit auch den Anforderungen. Die Längsseiten der Laufbahn wurden auch zum Fußballspielen benutzt und mussten daher bei Bedarf von „Laufbetrieb“ auf „Fußballbetrieb“ umgebaut werden.
Anlage der Pfarrwiese nach dem Ausbau 1922 (Bild aus der Chronik „20. Jahre Rapid“)
Die kleine Tribüne auf der Süd-West-Seite verschwand und wurde durch eine größere auf der Nord-Ost-Seite ersetzt. Aber ganz so wie im obigen Plan aus dem Jahr 1919 ist die Anlage dann doch nicht geworden, denn die Stehplatzreihen vor der überdachten Tribüne gab es nicht.
Pfarrwiese II, Blick auf die neue überdachte Tribüne.
Die Pfarrwiese verfügte mit dem angrenzenden Brauhaus auch über ein überaus großzügig dimensioniertes „Rapid-Dorf“. Der Besitzer der Brauerei Alois Brusatti war in den 1920er Jahren auch Ehrenmitglied von Rapid.

Hütteldorf in den 1920er Jahren

Hütteldorf 1925

Die Pfarrwiese wird im Süden von der Stockhammergasse und im Norden von der Isbary-Gasse begrenzt. Südwestlich, dort wo heute der Merkur ist, befand sich das Hütteldorfer Brauhaus.

Deutlich größer, weil mit Laufbahn, ist der Fußballplatz des W.A.F. („Wiener Associations Footballclub“) zwischen der Rettichgasse und der Bahnhofstraße. Dieser Sportplatz wurde 1924 eröffnet. Aber 1934 musste der W.A.F. wegen der Februar-Unruhen das Stadion verlassen. Details zur Geschichte des W.A.F.

Der Hugo-Breitner-Hof ist noch nicht zu erkennen. Diese Anlage wurde erst 1947 gebaut. An dieser Stelle findet sich 1925 im Osten eine Fahrrad-Fabrik und eine Wäscherei. Die Häuserzeile entlang der Deutschordenstraße in Richtung Hanappi-Stadion waren damals Holzbaracken, das „k.u.k. Kriegsspital III Baumgarten“.

Interessant sind die Planungen, die quer durch das spätere Areal des Hanappi-Stadions eingezeichnet sind.

Der Wien-Führer „Baldass“ aus dem Jahr 1928 nennt die Badeanstalt in der Utendorfgasse 3. Und noch ein interessantes Bad ist am westlichen Rand zu erkennen: mitten im Stauraum des Hochwasser-Überschwemmungsgebiets befindet sich ein städtisches Kinderfreibad.

Am Gebiet des heutigen Morawa-Zeitschriftenvertriebs befand sich eine Färberei.

Im Bereich des Bahnhofs Penzing kann man zwei Heizhäuser erkennen. So etwa muss man sich das vorstellen:

Heizhaus Penzing

Die Hütteldorfer Brauerei bestand bis 1937. Näheres über die Brauerei erfährt man im Wien Geschichte Wiki.
Die Pfarrwiese bestand bis 1981.

Das folgende Bild könnte ebenfalls in den 1920er Jahren entstanden sein. Der Fotograf war offenbar kein Rapid-Fan, denn er hatte nur den Bahnhof Hütteldorf im Visier.

Bahnhof Hütteldorf, gesehen vom Himmelhof. Hinter dem Bahnhof sieht man die Anlage des W.A.F., westlich der Bahnhofstraße. Die Pfarrwiese befindet sich links hinten, außerhalb der Abbildung.

Warum wurde die Pfarrwiese eigentlich abgesiedelt?

Domenico hat uns das einmal erzählt.

Es war geplant, die Westeinfahrt in zwei Ästen zu führen; den bekannten und bestehenden über das Wiental und einen zweiten Richtung Flötzersteig. Und diese zweite Trasse wäre über die Flächen des ehemaligen Hütteldorfer Brauhauses und der Pfarrwiese verlaufen und daher erfolgten damals in den 1970er Jahren die Absiedelungen. Doch die Bürgerproteste gegen diese Autobahn waren so stark, dass dieses Projekt nicht zustand kam und an der Stelle der alten Pfarrwiese Tennisplätze errichtet wurden.

Aus der Sicht der Entfaltungsmöglichkeiten für Rapid war aber der neue Standort besser geeignet, denn die mit dem Stadionneubau verbundenen zusätzlichen vier Fußballfelder hätten in der Nähe der Pfarrwiese nicht geschaffen werden können.

Hütteldorf heute

Der User Duke of Woodquart hat in Panoramio ein prächtiges Panorama von Hütteldorf publiziert, noch mit dem alten Hanappi-Stadion.

Bilder

Walter Zeman, eine Rapid-Legende

„Löwe von Mailand“, „Tiger von Paris“ und „Panther von Glasgow“

Walter Zeman besaß eine außergewöhnliche Körperbeherrschung und wurde mit der Östereichischen Nationalmannschaft zum „Löwen von Mailand“, „Tiger von Paris“ und „Panther von Glasgow“.

Originalzitat aus einer englischen Tageszeitung im Vorfeld zum Spiel gegen England am 28. 11. 1951, das schließlich 2:2 endete. Gemeint waren die Spiele gegen Italien (2.4.1950 1:0), Schottland (13.12.1950 1:0 und 27.5.1951 4:0) und Frankreich (1.11.1951, 2:2). Dazwischen lag unter anderem ein 8:1 gegen Belgien aber dabei war wohl nicht viel zu tun, für den „Tiger“.

Heute wäre Walter Zeman 88 Jahre alt geworden.

Walter Zeman

Er spielte von 1945 bis 1960 für Rapid. Sein letztes Spiel für die Österreichische Nationalmannschaft war aber bereits am 30.6.1954 das tragische 1:6 im Rahmen der Weltmeisterschaft in der Schweiz.

Um Näheres über des Spieler Walter Zeman zu erfahren, bitte im Rapid-Archiv nachschauen, besser kann man das nicht zusammenfassen. Link

Wenn man über alle diese verstorbenen Fußballer an ihrem Geburtstage berichten wollte, allein das würde einen eigenen Blog füllen. Warum ich es hier dennoch tue, weil mir dieser Walter Zeman näher steht als andere. Als Kind werde ich ihn wohl nicht gesehen haben. Meine Eltern kauften der ersten Fernseher zwar schon 1958 aber zu dem Zeitpunkt spielte Zeman nicht mehr in der Nationalmannschaft und Spiele der Vereine wurden damals nicht übertragen.

Mein besonderer Bezug zu ihm ist, dass er – so wie ich – aus der Minderheit der Wiener Tschechen stamme und dieselbe Schule besucht habe. Meine Tante, heute 87 Jahre, besuchte dieselbe Klasse in der tschechischen Schule am Sebastianplatz im dritten Bezirk. Sie erzählte, dass einige ihrer Schulkameraden täglich mit dem Bus aus dem Süden Wiens zur Schule gebracht wurden. Die Kinder waren Nachfahren der „Ziegelböhm“ des 19. Jahrhunderts, darunter auch der später berühmte Rapid-Tormann Walter Zeman (zeman = Edelmann). Er wohnte in Guntramsdorf, in der Triesterstraße 477, damals in den Kriegsjahren Groß-Wien, heute Niederösterreich.

Meine erste Begegnung mit der Legende Walter Zeman war erst am 16.4. 2010, die Eröffnung der „Walter-Zeman-Gasse“ in Donaustadt. Hier gibt es Bilder davon, hier gibts den damals aufgelegten Flyer.

Eröffnung der Walter-Zeman-Gasse in Donaustadt

Im Zuge der ersten Arbeiten für das Rapideum war ich bei einer Übergabe von Leihgaben der Tochter von Walter Zeman, die ebenso wie ihr Vater im Hugo Breitner Hof in der Deutschordensstraße wohnt, beteiligt.

Ein Brief an Walter Zeman, ein Wiener Tscheche aus dem Wohngebiet der „Ziegelböhm“

Was ist dran, an den „guten alten Zeiten“?

Vergleichen wir einmal die Bilanz unseres heutigen Einser-Goalies mit den Einser-Goalie der 50er Jahre:
                            Ján Novota Walter Zeman
Anzahl der Spiele               100           259
Tore Rapid                      182           982
Tore Gegner                     111           401
Tore pro Spiel (Rapid+Gegner)   2,9           5,3
Tore Rapid pro Spiel            1,8           3,8
Tore Gegner pro Spiel           1,1           1,6

Zwei erfahren Torleute. Was ist der Unterschied? Sie spielen in einer völlig anderen Fußball-Welt. Damals wurden pro Spiel 5,3 Tore geschossen, heute nur 2,9. Walter Zeman musste zwar deutlich häufiger einem Spiel den Ball aus dem eigenen Netz holen aber seine Vorderleute haben gleichzeitig fast doppelt so viele Tore geschossen als das heute der Fall ist.

Collage aus Bildern von Walter Zeman

Nachlese Legendentreff

Nachlese Legendentreff

Geändert am 2011-11-28 06:39 von Administrator — Kategorisiert als: Lustiges, Rapid

Erzählung Alfred Körner

Schiedsrichter und Spieler stammten oft aus derselben Gegend und kannten sich daher. Der Schiedsrichter, um den es hier ging, kam aus Ottakring.
Alfred Körner zum Schiedsrichter
„Heut‘ pfeifst wieder an Bledsinn!“
Schiedsricher zum Körner
„Du spielst aber auch nicht besser!“

Leopold Gernhardt über das Match gegen Schalke am 22.6.1941

Nach 20 Minuten stand es 2:0 für Schalke.
Gernhard zu seinem Nebenspieler: „Hast Du schon eine Ballberührung g’habt?“ –
„Nein!“ – „I a ned!“

Der Grund war der „Schalker Kreisel“: 

Alle Mannschaften der damaligen Zeit spielten mit demselben System, das man heute als 2-3-5 bezeichnen würde (5 Stürmer). Jeder Spieler hatte seinen Gegenspieler, auf den er aufzupassen hatte. Die Schalker tauschten aber dynamisch die Rollen (Schalker Kreisel), sodass die Gegner nicht im Bilde waren, auf wen sie eigentlich aufpassen sollten. 

Und auf die Frage von Andy Marek, was dann schließlich den Ausschlag für den Sieg gegeben hatte, die Antwort: „der Binder“, der mit seinen wuchtigen Freistößen für die entscheidenden Tore gesorgt hat.

Erzählungen von Ernst Dokupil

Mit einer gesunden Portion Selbstironie spielte er darauf an, dass er sich als Spieler zwar als guter Techniker sah aber dass er einfach zu langsam war.

Er schilderte eine Szene, bei der er eine Flanke vors Tor bringen sollte und sein Flügellauf schaute so aus, dass er (wegen seiner Langsamkeit) den Verteidiger gleich drei Mal überspielen musste, um dann schließlich jenen Mann in der Mitte zu suchen, der alle diese Flanken perfekt auswertete: den Goleador.

Und rückblickend auf seine Trainerkarriere meinte er ironisch, dass er sich selbst als Spieler nicht aufgestellt hätte.

Über das Spiel um die Deutsche Meisterschaft 1941

60 Jahre KdF

Gestern, am 11.11., am 60. Jahrestag der Gründung des KdF feierten die Freunde im Kreis der Rapid-Familie im Schutzhaus am Ameisbach.

Der Beginn war etwas verspätet, weil die am ersten Tisch reservierten Plätze für die Spiele zunächst leer waren. Dabei waren sie gar nicht verspätet, sie waren nur beim falschen Schutzhaus, bei dem auf der Schmelz. Aber dann kamen sie doch: Kapität Steffen Hofmann, Pichler, Nuhiu, Sonnleitner und Schramel. Seitens des Vereins kamen Präsident Edlinger, Manager Kuhn, Tormatrainer Raimund Hedl und Trainer Peter Schöttel. Aus dem Kreis der Legenden kamen Poldi Grausam, Rudi Flögel und Alfred Körner.

Durch das Programm führte Andy Marek.

Nach einem Rückblick über 60 Jahre „Klub der Freunde“, präsentiert von Gerhard Niederhuber im Interview mit Andy Marek, sprach der Präsident des SK Rapid die Grußworte an die Jubilare.

Das Highlight dieses Rückblicks auf 60 Jahre Rapid-Geschichte waren die Gespräche mit Rudi Flögel und Alfred Körner. Letzterer sang eine alte Rapid-Hymne. Eine Originalaufnahme wird auch im Archiv des Rapid-Museums zu finden sein.

Wenn ein Verein sich feiert, dürfen Ehrungen nicht fehlen. Geehrt wurden die ältesten Mitglieder, und die Mitglieder mit einem runden Mitgliedsgeburtstag. Es gab auch Geschenke seitens des Vereins. Für die Jugendarbeit wurde ein Betrag von 2.500 Euro an Rapid übergeben. Den Abschluss bildete ein Gruppenfoto des Vorstands.

Ein unterhaltsamer Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Kabarettisten und Schauspielers Andreas Steppan.

Das Festessen war eine Frittaten-Suppe, Wiener-Schnitzel mit Erdäpfelsalat und als Nachspeise Süßes aus dem Hause des Bäckers Felber.

Versteigert wurde ein Bild der Siegermannschaft aus dem Jahr 1941 und 1500 Euro.

Den Abschluss bildete eine große Tombola. Der Hauptpreis war eine Reise für zwei Personen nach Barcelona.

Ein tolles Fest in einem gemütlichen Rahmen.

PS: Die alte Rapid-Hymne wurde mit einem Handy aufgezeichnet und kann an Interessenten geschickt werden; ebenso Bilder von der Veranstaltung.

Museum

Definition „Museum“

Die in der Fachwelt weitgehend anerkannte Beschreibung der Museumsfunktionen stammt vom International Council of Museums (ICOM), das ein Museum bezeichnet als „eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienst der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt“


Gegenstand der Museologie ist nicht das Museum, auch wenn dies naheliegen mag. Museologie ist im echten Sinne eine Wissenschaft, die sich mit dem Phänomen der Musealität beschäftigt. Hierbei steht die Frage im Mittelpunkt, ob und in welchem Umfang ein Objekt Bedeutungsträger für seine Umwelt ist. Von zentralem Interesse ist dabei das Beziehungsgeflecht in dem ein Objekt wahrgenommen wird. Dies gilt sowohl für den Ursprungs- und Verbringungskontext des Objektes, wie auch für Konnotationen, die das Objekt bzw. dessen Bild durch den Wissens- und Erfahrungshintergrund des Betrachters erhält.

Von praktischer Relevanz sind die Erkenntnisse der Museologie vor allem für die Analyse und Ausgestaltung der objektgebundenen Kommunikation zwischen Ausstellungsmacher und Besucher. Als Begründer der wissenschaftlichen Museologie kann Zbynek Z. Stránský (Brno/Brünn) gelten. Fortgeführt und ausgeweitet wurden seine Arbeiten im deutschsprachigen Raum u.a. durch Friedrich Waidacher (Graz), dessen Handbuch für Allgemeine Museologie als eines der Standardwerke für die moderne Museologie gilt.

Museologie wird in Europa vor allem in Großbritannien, den Niederlanden, Finnland, der Tschechischen und Kroatischen Republik gelehrt. In der Schweiz gibt es einen Nachdiplomkurs „Museumspraxis“ mit dem Titel „Certificate of Advanced Studies“ an der Hochschule in Chur. Im Leipzig und Berlin gibt es einen Fachhochschulstudiengang.

Im Gegensatz zur Museologie im engeren Sinne beschäftigt sich die (z. B. an der FHTW Berlin gelehrte) Museumskunde mit museumspraktischen Fragen. Unter Museographie schließlich versteht man museale Inszenierungskunst. Hierbei handelt es sich um die Umsetzung der Szenographie auf die museale Ausstellung.

Museumsverband

Präsident Prof. Dr. Wilfried Seipel
General director Kunsthistorisches Museum
Burgring 5, A-1010 Wien
Austria
+43 1 525 24 – 4000 
E-Mail:wilfried.seipel@khm.at
http://icom.museum/natcom/austria.html

Membership Secretary

Direktor Mag. Heimo Kaindl
Dioezesanmuseum Graz, Mariahilferplatz 3, A-8020 Graz 
+43 316 713994 Fax +43 316 8041 – 18 895 
E-Mail:heimo.kaindl@graz-seckau.at

ICOM Deutschland
ICOM England
ICOM Österreich
ICOM Europa

Museen in der Schweiz

ICOM in der Wikipedia (englisch)
ICOM in der Wikipedia (deutsch)

International Sports Heritage Association (ISHA)

früher: International Association of Sports Museums and Halls of Fame (IASMHF)
auf Amerika orientiert aber vom NY Fußballmuseum kann man viel lernen,
nämlich, „je kürzer die Vergangenheit, desto größer das Museum“
http://www.sportsheritage.org/


Museumswissen

Museum
Muesologie

Museumsadressen

Museum des Österreichischen Fußballbundes

im Ernst-Happel-Stadion (Sektor A-F)
1021 Wien
Tel: 01/727180 

Fußballmuseum Springe

Sportsammlung Saloga e.V.
Hinter der Burg 1
31832 Springe
Tel: 05041/5560
http:/www.fussballmuseum-springe.de E-Mail:webmaster@sportsammlung-saloga.de

Deutsches Sport- und Olympia-Museum

Im Zollhafen 1
50678 Köln
Tel: 0221/33609-0
Fax: 0221/33609-99
http:/www.sportmuseum.info
http:/www.sportmuseum-koeln.de
http:/www.sportmuseum.info/
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Sport_%26_Olympia_Museum
http://www.rheinischemuseen.de/app/rama/detail.asp?MNr=220
E-Mail:info@sportmuseum.info

Scottish Football Museum

Hampden Park, Glasgow
+44(141)6166139
+44(141)6166101
http://www.scottishfootballmuseum.org.uk/

Sportmuseum Leipzig

Am Sportforum 10, 04105 Leipzig
+49-341-980 51 12
Fax +49-341 – 98 06 491
E-Mail:sportmuseum-leipzig@leipzig.de
http://www.sportmuseum-leipzig.de/

Sportmuseum Berlin

Hanns-Braun-Str. 1, 14053 Berlin
Geöffnet nur bei Sonderausstellungen und nach telef. Vereinbarung

Sportmuseum Frankfurt/Main

Moerfelder Landstrasse 362, 60528 Frankfurt
069/67804113

Ungarisches Sportmuseum

(mit interessanten Bildern aus der Frühzeit des Fußballs)
leider nur in Ungarisch
http://www.sportmuzeum.hu/

Sportmuseum Schweiz

Missionsstrasse 28, CH-4055 Basel
http://www.sportmuseum.ch/

Virtuelle Fußballmuseen

Anleihen für ein Museum

Ich habe den folgenden Satz irgendwo sinngemäß gelesen:

„Wenn alles weggeworfen wurde, wenn Brand, Krieg, Wasser alles zerstört haben, wenn Bagger alles planiert haben, wenn alles in alle Welt zerstreut wurde, was dann noch bleibt, das ist das Material für ein Museum.“
Wenn jemand Ideen für brauchbare Museums-Installationen hat, wäre dieser Thread ein guter Ort, sie zu sammeln. Nicht alles ist ja realisierbar, weil fürs Erste zu aufwändig oder zu teuer. Aber das macht nichts, Ideen kosten noch nichts und ein Museum ist ja ein ewiges Projekt und jede Idee, es zu bereichern ist willkommen.

Der Ball aus dem Jahr 1941, der am Heldenberg zu sehen war und der wahrscheinlich auch bei der 110-Jahr-Ausstellung zu sehen sein wird, ist übrigens im Besitz des SK RAPID und wird als Top-Relikt gehütet wie ein Schatz.

Es gibt auch ein paar Adressen, die auch ohne Reise kleine Einblicke gewähren:

Auch in Deutschland wird derzeit an einem gesamtdeutschen Fußballmuseum „gebastelt“. Es wird überlegt, ob es in Dortmund oder in Gelsenkirchen beheimatet sein wird.

Bei der gestrigen RAPID-Versammlung, hat Andy Marek den Zeitraum für das Museumsprojekt angegeben: es soll bis Ende 2010 fertiggestellt sein. Die geplante Ausstellung „110 Jahre RAPID“, die im Juli und August im Rathaus und danach im Goleador zu sehen sein wird, ist bereits ein erster Prüfstein zur Sondierung aller Artefakte, die es noch gibt.