Finanzkennzahlen der Bundesligaklubs

Die Bundesliga präsentierte die Finanzzahlen der Bundesligaklubs. In den folgenden Tabellen sind die einzelnen Kenngrößen nach der Größe gereiht.

Die Zahlen sind in Tausend Euro und gelten für die Saison 2018/19 per 30.6.2019. Die Originaldokumente sind am Ende des Berichts zu finden.

Die Platzierung in diesen Tabellen

2 - 3 - 2 - 2 - 2 - 2 - 4 - 2 Rapid
1 - 2 - 5 - 1 - 3 - 3 - 2 - 1 Austria

Bilanzdaten

Anlagevermögen

70.837  Austria
61.248  Rapid
33.349  RB
 6.542  Mattersburg
 5.419  Sturm
 4.530  Altach
 4.416  LASK
 3.644  WAC
 1.929  Admira
 1.198  Hartberg
   546  St. Pölten
   345  Wattens

Umlaufvermögen

32.113  RB
19.192  Austria
10.164  Rapid
 5.969  Mattersburg
 5.687  Sturm
 3.714  LASK
 2.423  Altach
 2.281  St. Pölten
 1.963  Admira
 1.182  WAC
   832  Wattens
   359  Hartberg

Eigenkapital

44.045  RB
15.106  Rapid
 5.978  Mattersburg
 5.362  Sturm
 4.309  Austria
 1.801  Altach
   393  Wattens
   390  WAC
   213  LASK
   -33  Hartberg
  -886  St. Pölten
-1.148  Admira

Fremdkapital

76.175  Austria
45.109  Rapid
24.323  RB
 7.715  LASK
 5.576  Mattersburg
 4.777  Admira
 4.294  Sturm
 3.748  St. Pölten
 2.805  WAC
 2.631  Altach
   832  Wattens
   543  Hartberg

Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge

119.061  RB
 50.745  Rapid
 38.763  Austria
 18.940  Sturm
 15.303  LASK
 11.341  Mattersburg
  8.374  St. Pölten
  8.337  WAC
  7.386  Altach
  6.716  Admira
  4.308  Hartberg
  4.017  Wattens

Personal

51.750  RB
22.278  Rapid
14.576  Austria
10.757  Sturm
 7.704  LASK
 7.493  Mattersburg
 5.270  St. Pölten
 4.663  WAC
 4.699  Altach
 4.597  Admira
 2.693  Hartberg
 2.801  Wattens

Jahresergebnis nach Steuern

23.726  RB
 2.286  Austria
 1.252  LASK
   180  Rapid
   101  Wattens
    89  Sturm
    71  Hartberg
    28  Altach
    19  St. Pölten
   -44  Mattersburg
  -141  WAC
  -389  Admira

Agenten und Spielervermittler

1.502  Austria
1.391  Rapid
  967  RB
  859  Sturm
  405  LASK
  179  WAC
  123  Altach
  102  Admira
   79  St. Pölten
   67  Hartberg
   25  Mattersburg
    -  Wattens    

Sortierbare Exceltabelle

Kommentare

Krone DerStandard

Ausdrucken

Ungleiche Welten

Da kommen Spieler aus dem Olymp des europäischen Fußballs nach Wien und sagen, dass sie einen solchen Rasen nicht gewöhnt wären, Spieler einer Mannschaft mit 300 Millionen € Umsatz und einem Mannschaftswert von 600 Mio € , also 10-20 mal des Mannschaftswerts von Rapid.

Wir wissen aber, wie viel der Verein in die Rasenverbesserung investiert hat und wie dringend das Geld sicher anderswo hätte verwendet werden können.

Diese Unterschiede waren nie so groß wie heute. Und daher sind auch historische Vergleiche nicht gerade angebracht.

Top-20-Fußballvereine der Welt

Der Umstand, dass Rapid mit Inter gegen einen der Top-20-Vereine gespielt hat, ist doch bemerkenswert. Nach einer Publikation von Deloitte hat keiner dieser Vereine unter 200 Millionen Euro Umsatz und verfügt über eine Mannschaft, deren Marktwert etwa 50% über dem Umsatz liegt.

Auffällig ist, dass die Marktwerte der Mannschaften nicht stetig den Budgets folgen. Das dürfte daran liegen, dass man die Entwicklung der Spieler schwer voraussagen kann. Verletzungen, Abgänge, Formkurve, Tabellenplatz des Teams, das alles wirkt sich auf den Marktwert der Spieler aus und ist größeren Schwankungen unterworfen als das Budget.

Untersucht man den Zusammenhang zwischen dem UEFA-Platz und dem Budget findet man große Unterschiede. Alle Vereine über der Linie erreichen mit einem „vergleichsweise“ niedrigeren Budget einen besseren Platz und bei den Vereinen unter der Linie ist es genau umgekehrt.

Während in dieser Top-20-Gruppe die Budgets zwischen 200 und 800 Millionen (1:4) schwanken, liegen die Vereine im Bereich 1…87 und nicht – wie man vermuten könnte 1..20.

Besonders die Ausreißer nach unten, also AC Milan, Inter, Everton und WestHam sind interessant, die im UEFA-Ranking sogar hinter Rapid liegen. Dazu muss man wissen, dass die beiden italienischen Vereine zwei, bzw. drei Jahre lang nicht im internationalen Bewerb vertreten waren und daher weniger Punkte sammeln konnten. Wegen der sehr ausgeglichenen Ausschüttung der Fernsehgelder bei englischen Klubs, kann jeder Verein in der Premier-League mit einem 200 Millionen-Euro-Budget rechnen. 100 Millionen kommen aus den Fernsehgeldern und die anderen 100 Millionen von den sonstigen Einnahmen. Und diese Einnahmen hängen wenig von internationalen Begegnungen ab. Westham und Everton spielten seltener internaional und daher sind sie im UEFA-Rankung weiter unten.

Insgesamt zeigt uns die Streuung, dass auch mit viel Geld sich die Plätze „an der Sonne“ nicht automatisch einstellen und das ist auch der Grund, warum Fußball so populär ist.

Österreichische Bundesliga

In der österreichischen Bundesliga werden kleinere Semmeln (bei uns gibt’s keine „Brötchen“) gebacken. Schon allein die Mitteilungsfreude ist in der Liga nicht sehr ausgeprägt. Höchst selten verirrt sich eine Statistik in eine Zeitung, jedenfalls nicht mit einem aktuellen Datum.

In Österreich haben die Fernsehgelder, um die gerade gerungen wird, nur bei den kleinen Vereinen einen großen Einfluss auf das Budget, und auch nur dann, wenn man sie gleichmäßig verteilen würde. Es ist aber in ganz Europa üblich, verschiedene Leistungsschlüssel anzuwenden.

Würde RB in einer großen Liga angehören,.wäre das Rose-Team automatisch unter den europäischen Top-20-Teams, weil die finanzielle Grundausstattung mit 100 Millionen Umsatz gegeben ist und die Fernseheinnahmen vernachlässigbar sind.

RB das mit Abstand reichste Team. Die folgende Vierergruppe, Rapid, Austria, LASK und Sturm ist so etwas wie das Mittelfeld im Budget-Ranking.

Die beiden folgenden Diagramme bringen Kaderwert (entspricht etwa dem Budget) und die Platzierung in Zusammenhang. Es gilt, dass die Vereine links von der Trendlinie eher überdurchschnittlich und jene rechts von der Trendlinie unterdurchschnittlich abschneiden.

Zunächst das Saisonergebnis des Vorjahres, Austria unter Wert geschlagen, Sturm dagegen schneidet besser ab,

Hier folgt die Situation Ende Februar 2019. LASK, St.Pölten und Wolfsberg gehören zu den Gewinnern, Rapid und Austria zu den Verlieren.

Nach dem Wunder vom Sonntag gegen RB hofft die ganze Rapid-Familie auf eine Wiederholung am kommenden Samstag gegen St.Pölten.

Links

Ausdrucken

Rapid-Finanzen

Der Geschäftsbericht ist einerseits sehr erfreulich, weil er insgesamt einen Gewinn ausweist, allerdings ist dieser Gewinn mit sehr viel Mühe und auch Einschränkungen, insbesondere im Sportbereich erzielt worden.

Ohne Transfers, wäre es düster

Rapid braucht in Jahren ohne internationale Spiele Überschüsse aus den Transfers, um positiv bilanzieren zu können; zumindest lese ich die Zahlen so. In der Saison 2017/18 ist das Geschäftsergebnis -5 Millionen. Gleichzeitig gibt es ein Transferplus von 7,5 Millionen, was eben insgesamt das Jahresergebnis von +2,3 Millionen erklärt. Wäre der Wöber-Transfer nicht zustande gekommen, hätte wohl der Sparstift gewütet.

Internationaler Bewerb

Dass durch die fehlenden internationalen Spiele sowohl das Ticketing als auch das Merchandising rückläufige Zahlen aufweisen, ist nicht weiter verwunderlich. 

Umso erfreulicher ist, das sowohl Hospitality und auch Sponsoring den Vorjahreswert fast halten konnten. 

Schwankungen

An den ziemlich schwankenden Zahlen der letzten Jahre kann man auch eine Besonderheit des Fußballgeschäft ausmachen, und das ist der große Einfluss von Zufälligkeiten aus dem Spielbetrieb.

Man könnte sich gut vorstellen, dass zum Beispiel die Transfers ein sich selbst finanzierender Teilbetrieb wären, dass also die Beträge, die der Sportdirektor durch Spielerverkäufe lukriert, ihm auch gleichzeitig für Neuverpflichtungen zur Verfügung stehen. 

Die aktuelle Situation ist aber die, dass der Entscheidungsspielraum des Sportdirektors sehr eingeschränkt ist und die Kompromisse, die er eingehen muss, durch den Finanzbedarf für Gehälter & Co. gegeben sind. 

Wie ist das Gehalt von Rapid-Mitarbeitern?

Es wird gerne darüber gesprochen, dass die Spieler sehr viel Geld bekämen und dass der Erfolg der Mannschaft mit diesen Gehältern nicht in Einklang ist. Der Personalaufwand bei Rapid (4,5+14 Mio) ist etwa so hoch wies der gesamte Umsatz von Sturm Graz (fast 19 Mio).

Bei verschiedenen Veranstaltungen wurde die Zahl der Mitarbeiter bei Rapid mit etwa 160 genannt. Wahrscheinlich sind das alle zusammen, also die Mitarbeiter für den Sportbereich die für „die Röhre“. Nehmen wir an, dass die beiden Teile etwa gleich groß sind. Wenn man annimmt, dass die Aufwendungen für einen Beschäftigten etwa dem doppelten Bruttogehalt entsprechen, bekommt ein durchschnittlicher Rapid-Mitarbeiter ca. 2.000,- Euro brutto, 14x im Jahr. (4,5E6 / (80*14)) = 4018,- Euro. 

Ob die Spielergehälter denselben Mechanismen folgen wie die für einen Angestellten, ist nicht bekannt, wenn es aber so ist, dann würde ein Beschäftigter im Bereich „Sport“ im Schnitt 7291,- Euro brutto 12x im Jahr verdienen.

Achtung: beachte die Annahmen (die nicht genau so stimmen müssen) und beachte vor allem „Durchschnitt“, denn es wird genug Personen in beiden Bereichen geben, die mit diesem Durchschnitt sehr zufrieden wären.

Wir können durchaus annehmen, dass der Personalstand für den Sportbetrieb in einem Top-Bundesliga-Verein etwa gleich groß sein wird. Es ist also für die Akteure durchaus erstrebenswert, für Rapid Tore zu schießen, besser gesagt: bei Rapid beschäftigt zu sein, denn das Vermögen, Tore zu schießen, scheint bei Rapid in Vergessenheit zu geraten (Beispiele: Joelinton, Alar, Knasmüllner). 

Vergleich 2014 bis 2018

Da uns auch die Geschäftsberichte der vergangenen Jahre zur Verfügung stehen, können wir die Entwicklung an Hand der Gewinn- und Verlustrechnung darstellen. Hier eine interaktive Tabelle:

Eine Sparkline-Grafik zeigt den Verlauf der einzelnen Zahlen grafisch. Diese Grafiken werden vollautomatisch erstellt und zeigen jeweils den Zuwachs (grün) oder die Abnahme (rot) und setzen dabei den geringsten Wert der Reihe auf Null (dünner Strich). 

Die Strafen zeigen in dieser Grafik eine steigende Tendenz. 

Mein Eindruck

Rapid braucht den internationalen Bewerb dringend. Einzelne Jahre kann man kompensieren, aber auf Dauer ginge das nicht.

Geschäftsberichte (auszugsweise Finanzteil)

Ausdrucken

Fußballblase durch Digitalisierung

Fernsehgelder im Fußball

In der Premier League wurden 2016 für 20 Vereine 2.3 Milliarden Euro für die Übertragungsrechte ausgeschüttet, das sind im Schnitt 115 Millionen pro Verein. In Österreich sind es zum Vergleich nur etwa 2 Millionen pro Verein.

Dazu kommt, dass in den meisten Ligen dieses Geld nicht gleichmäßig auf die Vereine ausgeschüttet wird. Ein höherer Tabellenplatz bedeutet auch mehr Geld, ebenso die Zuschauerzahlen. In Österreich wird ein solcher Verteilungsschlüssel beim nächsten Fernsehvertrag eingeführt werden.

Das kaufmännisch-organisatorische Problem ist für alle Vereine dasselbe, sie müssen aus ihren Einnahmen das Vereinsgeschäft und eben die Kampfmannschaft finanzieren.

Gewinne machen sie keine, alles fließt in den Sport. (So ganz genau wissen wir das nicht, weil es durchaus sein kann, dass die Eigentümer der Vereine der englischen Liga Geld abschöpfen und aus steuerlichen Gründen absichtlich negativ bilanzieren lassen.)

Nehmen wir nun an, dass dieses Fernsehgeld zur Finanzierung der Mannschaft zur Verfügung steht, dann kann ein englischer Verein in der Transferphase irgendwo in der Größenordnung von 100 Millionen einkaufen und ein österreichischer Verein etwa 2 Millionen. Da aber immer dieselbe Anzahl von Spielern benötigt wird und dabei keine Gewinne abgeschöpft werden (die eine gewisse Regulation bewirken würden, weil Vereine zwischen größerem sportlichen Erfolg und größerem Erfolg für ihre Aktionäre entscheiden müssten)  und gleichzeitig alle Weltmeister werden wollen, ist es klar, dass die Preise sonderbare Höhenflüge unternehmen und alles verfügbare Geld in diese paar Spieler investiert werden.

Wenn sich dann Scheichs und andere Zufallsreiche in dieses Geschäft einmischen, müssen sie in diesen Größenordnungen investieren, um die Besten der Besten zu bekommen, weil die Vereine der Premier-League schon in die Region der 100 Millionen mitbieten können. Wer also im Bieterzirkus um Neymar gewinnen will, muss überschüssiges Geld in dieser Größenordnung haben.

Ist ein Spieler so viel wert?

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob denn ein Spieler das wert sein könnte.

Im Kino läuft derzeit der Film „Tulpenfieber“ mit Christoph Waltz. Diese verfilmte erste historisch belegte Finanzblase, die „Tulpenmanie“ zeigt, wie irrational der Wunsch Einzelner nach etwas Einmaligem, damals eben eine besonderen Tulpe, sein kann. Damals wie heute fragt man sich, ob diese ganz besondere Zwiebel einen Wert von 10.000 Gulden haben kann.

Der Wert des Spielers ist nur für die Gruppe der Bieter gegeben. Dem PSG-Besitzer „Qatar Sports Investments“ ist Neymar diese 200 Millionen wert, denn er hat mit diesem Gebot die Mitbewerber aus dem Rennen geschlagen und wir haben gesehen, dass englische Vereine beim Bieten durchaus sehr weit mitgehen können.

Fußball ist eine Blase

So lange wir brav den PayTV-Sendern die Gebühren abliefern und bei Übertragungen der Champions-League brav den Fernseher aufdrehen, so lange füllen wir die Blase „Fußball“ mit Luft (=Geld) und sie ist stabil. Walter, unser langjähriger Begleiter auf Fußballplätzen, macht den Anfang und verweigert die Konsumation von Übertragungen der europäischen Ligen. Leider ist Walter noch allein auf weiter Flur. Wenn es aber einmal dazu kommt – warum auch immer, dass das allgemeine Interesse am Fußball schwindet, dann wird sich so mancher heutiger Fußballstar wünschen, überhaupt irgendwo als Spieler verpflichtet zu werden; so wie seinerzeit die Tulpenpreise in den Keller gerasselt sind, als jemand erkannt und gesagt hat: „…aber das sind doch nur Tulpen!“

Die Abbildung zeigt eine dieser damals so begehrten Tulpen, die „Semper Augustus“. (Von UnbekanntNorton Simon Museum, Gemeinfrei, Link)

Digitaltechnik ist mitverantwortlich

Mein gesamtes Berufsleben galt der Digitalisierung. Seit 30 Jahren verwalte ich einen Verein mit dem Motto „Wir begleiten Dich in die digitale Zukunft!“ Und in gewisser Weise ist die von uns Technikern getragene Disziplin der Digitaltechnik mitverantwortlich dafür, dass ein Fußballspieler um 200 Millionen den Verein wechselt.

Vordergründig werden durch die Digitaltechnik großartig anzuschauende Bilder verkauft. Die Digitaltechnik kann aber mehr als nur hohe Bildqualität vermitteln, sie kann diese Informationen auch verschlüsseln und damit nur den zahlenden Zuschauern zur Verfügung stellen. Darüber spricht die Werbung weniger, das ist aber der fast wesentlichere Teil der Digitalisierung.

Die Digitaltechnik verunmöglicht es dem Endverbraucher sogar, von einem Film, von einer Sportübertragung usw. eine weiterverwendbare Aufnahme herzustellen, auch wenn er bezahlt hat. Der Schlüssel dazu ist die HDMI-Schnittstelle, die zwar eine höhere Qualität bietet (das wird als Feature verkauft),  gleichzeitig aber Kopien verunmöglicht (das wird nicht explizit gesagt, ist aber so).

Die Genies vom Marketing verkaufen uns ein Medium mit einem geringeren Leistungsumfang als Feature zu einem höheren Preis. Unsere Schränke ist immer noch voll mit VHS-Kassetten, die des Überspielens auf einen digitalen Datenträger harren. Digitale Nachfolger haben sie aber keine, weil eben die Digitaltechnik eine Aufnahme verunmöglicht, wobei sie das rein technisch viel besser (ohne Qualitätsverlust) könnte als die frühere Analogtechnik.

Links

Ausdrucken

Sesselkönige

Die starke Abhängigkeit von einem einzelnen fußballbegeisterten Sponsor brachte die Vienna in große Schwierigkeiten und das spontane Angebot von Rapid, in Form eines Benefizspiels in der Länderspielpause zu helfen, zeigte, wie sehr solche Abhängigkeiten auch beim größten österreichischen Anhängerverein bekannt sind und daher bei Rapid solidarische Reaktionen auslösen.

Wir, die Anhänger, werden daher bei diesem Spiel dabei sein und natürlich auch zu einem höheren Eintrittspreis. Klar!

Die Situation bei der Vienna erinnert an einen Anleger, der sein gesamtes Vermögen in die Aktie eines einzigen Betriebs investiert. Das kann gut gehen, kann aber auch einmal daneben gehen. Und darum raten alle Vermögensberater dringend zu einer Streuung der Anlageformen.

Uns es fällt schwer, den Vienna-Verantwortlichen Vorwürfe zu machen. Es gibt nicht so viele Investoren, die bereit wären, wegen der paar Hundert Besucher in Döbling, Geld in das Fußball-Umfeld zu investieren. Das muss schon mit Fußballbegeisterung einher gehen wie das beim verstorbenen Martin Kristek der Fall war (und wie wir das auch bei vielen Rapid-Sponsoren erleben).

Dass in diesem Fall ein Verein nicht wegen sportlichen Misserfolgs „absteigen“ müsste sondern wegen dem unerwarteten Tod des 44-jährigen Hauptsponsors, der übrigens laut Bild auch HSV-Sponsor war und seine Firma die dortigen Sponsorverträge erfüllen wird, zeigt die starke Abhängigkeit des Fußballs von der Wirtschaft und man stellt sich die Frage nach den verschiedenartigen Mechanismen für Auf- und Abstieg in Sport und Wirtschaft.

Sesselkönig (1)

Der Sesselkönig ist ein so populäres Kinderspiel, dass man es fast als eine Art gesellschaftliche Grundübung betrachten muss. Man scheidet immer irgendwo aus, und nur einer kann Sieger sein. Ein Glück, dass man diesen „Sesselkönig“ – anders als im Leben – immer wieder neu starten kann, sodass immer auch andere Kinder eine Chance bekommen, zu gewinnen.

Sesselkönig der Wirtschaft (3)

Das Ausscheiden eines Mitbewerbers in der Wirtschaft ist wie eine Runde im Spiel des „Sesselkönigs“. Dieses Ausscheiden liegt durchaus im Interesse der jeweils verbleibenden Mitspieler (und Mitbewerber in der Wirtschaft). Wie das Spiel der Kinder einen Sieger, kürt der Wettbewerb in der Wirtschaft den Monopolisten.

Da aber mit Monopolen der fehlende Wettbewerb keine kundenfreundliche Preisbildung zulässt und auch keine Motivation zur Entwicklung neuer Produktideen fördert, versuchen Kartellbehörden Monopole möglichst zu verhindern.

Die „Schmerzgrenze“ der Kartellbehörden im Sinne der Erhaltung eines ausreichenden Wettbewerbs für ausreichende Preissenkung und Innovation. scheinen „drei Sesseln“ zu sein. Weitergehende Fusionen werden nicht erlaubt. Telekom-Provider: A1, Drei, T-Mobile. Nahrungsversorgung: Hofer, Rewe, Spar.

Ungeregelt, sich selbst überlassen, würden sich wahrscheinlich diese letzten drei irgendwann auf eine Fusion oder weitere Scheinkonkurrenzen (wie etwa bei Media-Markt und Saturn) einigen und der Markt ist verschwunden.

Der Staat muss also durch (künstliche) Regeln für ein gewisses Minimum an Mitspielern sorgen.  Sollte einer der drei letzten „Spieler“ straucheln, müsste man ihn fast im Interesse eines ausreichenden Wettbewerbs künstlich am Leben erhalten.

Sesselkönig des Fußballs (9)

Im Fußball ist dies Erhaltung der Vielfalt geradezu eine Grundbedingung für ausreichende sportliche Konkurrenz. Die oberste Fußballliga hat in Österreich neun „Sesseln“. Diese Regelung sorgt dafür, dass immer neun Vereine im Rennen bleiben. Die Sessel ermitteln allerdings nur den Absteiger. Der Meister wird anderswie ermittelt. Das wissen wir.

Es ist erwünscht, dass allein das sportliche Geschehen über Auf- und Abstieg entscheidet.

Aber durch die Lizenzauflagen einer Liga gibt es finanzielle Rahmenbedingungen, die spielberechtigte Vereine erfüllen müssen.

Würde man den Fußballsport dem freien Spiel der Kräfte überlassen, könnten Vereine mit einem Zuschauerschnitt unter 5.000 wahrscheinlich finanziell gar nicht überleben, weil die Konzetration der verfügbaren Gelder auf die populären Großvereine die Kleinen wie beim Sesselkreis der Kinder verschwinden ließe.

Dass die Kleinen aber dennoch überleben können, liegt an der Art der Verteilung der Werbeeinnahmen der Liga. Würden diese nämlich – wie in der Wirtschaft (und teilweise in Deutschland) – leistungsorientiert verteilt werden, hatten wir in Österreich vielleicht gar keine 10 Vereine, die die Lizenzauflagen der Bundesliga erfüllen könnten.

Wenn also beim Sesselkönig der Wirtschaft (3) davon gesprochen wurde, dass man im Sinne der Erhaltung des Wettbewerbs einen eventuell schwächelnden Mitbewerber in einer Dreierkonstellation stützen müsste, dann ist das im Fußball längst der Fall, indem nämlich die Einnahmen aus Werbung seitens der Bundesliga höchst leistungsfeindlich gleichmäßig und nicht der Popularität und damit der Einschaltquote entsprechend verteilt werden.

Wie könnten solche leistungsgerechten Relationen ausschauen?

Man könnte zum Beispiel eine Ausschüttung proportional zur Anzahl der Aussendungen im ORF erwägen. Dann würde Rapid auf 24 Prozent der Werbemittel kommen (17(72) Aussendungen) und die kleinen Vereine auf 3-4 Prozent (2-3(72) Aussendungen). Siehe Artikel „Bundesliga im ORF“.

Durch die derzeitige Gleichverteilung der Ausschüttung machen die Werbegelder aus der Liga bei den Großen nur einen kleinen Teil ihres Budgets aus, während sie bei den Kleinen überlebenswichtig sind.

Natürlich werden die populären Vereine in der nächsten Fernseh-Verhandlungsrunde in dieser Angelegenheit Gas geben aber ebenso sicher ist, dass die Bundesliga an diesem gleichmäßigen Verteilungsschlüssel aus einer Art Selbsterhaltungstrieb wird festhalten wollen.

Ligakorsett passt nicht immer

Stell Dir vor Rapid wird Meister und will freiwillig nicht in der Champions-League spielen! Undenkbar!

Aber drei Ligen weiter unten ist das fast der Normalfall. Der Burgenland-Meister hat kein Interesse am Aufstieg in die Regionalliga. Und man kann es nachvollziehen, und das Schicksal der Vienna gibt den Burgenländern irgendwie Recht.

Dass Vereine die Bedingungen einer Liga nicht erfüllen können, haben wir in der jüngsten Vergangenheit mehrfach erlebt.

Beispielsweise beim Abstieg von Grödig aus der Bundesliga in die Regionalliga, die Erste Liga überspringend, weil man aus den Einnahmen des Grödiger Umfeldes bei den stark reduzierten Werbeeinnahmen in der Erste Liga den Vereinsbetrieb nicht ausfinanzieren könnte.

Aber auch der Übergang von der Landesliga in die Regionalliga zeigt, dass eine Meistermannschaft eines Vereins mit lokaler Bedeutung nicht in die Regionalliga aufsteigen kann, weil die Bedingungen der höheren Liga nicht mit dem Sponsor-Profil aus der Region zusammenpasst. Beispiel Burgenlandliga im Vorjahr.

Regionalliga besonders schwierig

Die Regionalliga mit ihrer Stellung zwischen dem Amateur- und dem Profifußball hat mit gleich zwei Problemen zu kämpfen. Einerseits gibt es schon Spielerverträge, die zu erfüllen sind, anderseits gibt es noch keine kontinuierlichen Fernseheinnahmen; es fehlt also ein gabzes Finanzierungsstandbein. Der Kampf ums Budget könnte fast noch ein bisschen größer sein als in den Zonen der Mitfinanzierung durch das Fernsehen.

Die von der Bundesliga vorgezeigte Sorge um die Kleinen, könnte also ein Vorbild für die Regionalligen sein.

Sorgen der Liga

Eine Liga-Organisation muss dafür sorgen, dass sie mit Vereinen bestückt ist, die alle Lizenzauflagen erfüllen. Wegen der wirtschaftlichen Konzentrationseffekte ist das aber gar nicht so leicht. Die Bundesliga trägt dazu bei, indem sie die Gelder hin zu den finanzschwachen Vereine verlagert, damit diese die Ligakriterien erfüllen können.

Wenn nun ein Verein in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und ihm der Konkurs droht, könnte man es auch als eine Aufgabe der Liga (Kollektiv der beteiligten Vereine) ansehen, in solchen Krisenfällen auszuhelfen, sofern die sportliche Situation nicht dagegen spricht.

Rapid hat spontan nichts anderes getan, als eine solche Hilfe anzubieten; aber so eine Vorsorge für Krisenfälle könnte auch eine Aufgabe der Liga sein.

Links

Ausdrucken

Rapid und die Top 50

Es ist nicht das erste- und wohl auch nicht das letzte Mal, dass wir uns Gedanken machen über Geld im Fußballsport.

Geld-Erfolgs-Diagramm

Wir tragen die ersten Hundert Vereine der UEFA-Rangliste in ein Koordinatensystem ein, mit dem Kaderwert (aus Transfermarkt) auf der vertikalen Achse und dem UEFA-Platz (oder den UEFA-Punkten, siehe spätere Abbildung) auf der horizontalen Achse. Wir erhalten eine Punktewolke, die man durch eine Trendgerade beschreiben kann. Die Gerade verläuft tendenziell von links oben (reich und erfolgreich) bis rechts unten (arm und weniger erfolgreich). Alle, die sich in der Nähe dieser Geraden befinden, deren Erfolg entspricht in etwa dem investieren Geld und dem erwartbaren Platz. Alle die darüber sind, wenden mehr Mittel auf und erreichen den Platz nicht, der ihnen gemäß Trend zugesprochen werden könnte und die darunter sind die Underdogs – und dazu zählt auch Rapid, denn sie erreichen einen viel besseren Platz als man von ihnen kraft ihres Budgets erwarten könnte.

Spielt also Geld Fußball? Und die Antwort: „im Prinzip“ ja. Die Reichsten des europäischen Fußballs stehen auch ganz oben im Ranking. Und die Unterschiede sind noch viel größer als es diese Darstellung vermittelt. Die Darstellung wurde nämlich etwas optimiert, damit eben alle Vereine einigermaßen gleichmäßig am Bild verteilt sind.

Da sich die Unterschiede zwischen reich und arm über drei Zehnerpotenzen ziehen, wurde die Euro-Achse logarithmisch dargestellt. Tut man es nicht, werden die ärmeren Vereine unleserlich im unteren Bildteil zusammengedrängt.

Rapid steht auf UEFA-Platz 71 von 453 gelisteten Vereinen. In unserer Grafik wurden die ersten 100 dieser Liste dargestellt.

Reiht man die Vereine nach dem Wert der Mannschaft, liegt Rapid auf Platz 87. Rapid erreicht daher mit weniger Geld einen besseren Platz als es der „Geldreihung“ entspricht. Rapid hat etwa 20 Plätze gegenüber der Trendlinie aufgeholt.

Eine senkrechte und waagrechte Linie durch den Punkt „Rapid“ ergibt vier Quadranten. Wir wollen mit Rapid nach links, also erfolgreicher sein; nicht unbedingt nach oben, denn würde bedeuten, dass wir mehr Geld brauchen. Wir sehen auch, dass es durchaus Vereine gibt, die das schaffen.

7 Vereine im rechten unteren Quadranten haben weniger Kapital und erreichen auch nicht den Platz von Rapid.

21 Vereine im rechten oberen Quadranten setzen mehr Kapital (bis zu zehnmal so viel, wie zum Beispiel Everton) und sind schlechter gereiht als Rapid. Der Grund: es ist den großen Ligen, insbesondere in England auch für seht potente Klubs schwierig, alljährlich in die Ränge mit internationalem Startplatz vorzudringen.

65 Vereine im linken oberen Quadranten sind reicher und sind besser gereiht als Rapid.

5 Vereine im linken unteren Quadranten schaffen einen besseren Platz als Rapid mit weniger Kapital. Hier (und bei der ganzen Grafik) muss man aber aufpassen, denn es handelt sich bei allen diesen Vereinen um solche aus Ländern mit einem geringeren BIP als in Österreich und daher sind dort Löhne (und damit wahrscheinlich auch die Vertragssummen von Fußballern) geringer.

Unsere Vorbilder müssen Vereine sein wie Sparta Prag, Basel, Celtic oder die belgischen Klubs. Sie sind in sportlicher Reichweite aber sie sind konstanter in den Leistungen und erreichen dadurch einen besseren UEFA-Platz.

Probleme der Kaderwerte

Es macht einen großen Unterschied, ob ein Verein in einer englischen, belgischen oder österreichischen Liga bestehen muss.

Die Lebenshaltungskosten sind sehr verschieden. Beispielsweise sind Einkommen in der Schweiz etwa doppelt so hoch als in Frankreich. Die Kaufkraft in den Ländern unterscheidet sich auch um bis zum Faktor 3. Die Fernsehgelder unterscheiden sich um noch viel größere Faktoren, d.h. zum Beispiel, dass englische Klubs allein durch die Teilnahme an der Premier-League mit einer Art Fernseh-Füllhorn gleichmäßig zugeschüttet werden, führt dazu, dass alle diese Klubs über eine gleichmäßig hohe Finanzkraft verfügen. Diese Einflüsse auf die Kaderwerte sind auch die Ursache für die große Streuung im Geld-Erfolgs-Diagramm.

Die folgende Skizze zeigt das Geld-Erfolgsdiagramm für verschiedene Länder. Es wurde eine Linie um die am UEFA-Ranking beteiligten Länder gezogen.

Man sieht, dass diese Bänder praktisch parallel verschoben sind. Nur Spanien und Frankreich (hier nicht eingezeichnet) „überqueren“ das Finanzband einiger anderer Länder. Der Grund ist, dass die dortigen Verhältnisse stark Madrid-Barcelona-oder PSG-zentriert sind und die weiter hinten in der Tabelle ungleich weniger Finanzkraft haben.

Weiters wurden Länder wie Russland nicht berücksichtigt, weil dort der Einfluss von Oligarchen-Geldern eine andere Realität vorgaukelt. Man könnte sich aber mit etwas Geduld auch an die Darstellung aller Länder heranwagen.

In diesem internationalen Konzert der Vereine ist Rapid ein unbedeutender Player. Geht es um den Platz, so um die derzeitige Nummer 70, sind es Vereine wie Bern, Borisov, Gent, Machakala, Betis, Newcastle, Krasnodar und Everton und von allen diesen Vereinen rund um den 70. Platz verfügt Rapid über das geringste Kapital.

Vergleichen wir Vereine mit etwa demselben Kapital wir Rapid (so um die 25 Millionen), gibt es solche, die im Ranking besser abschneidend (Levante, Bukarest, Kopenhagen Pilsen und Sparta Praha) und davon Pilsen und Prag bereits in jenem Bereich, in dem Rapid gerne wäre, nämlich unter den Top 50. Aber es gibt auch Vereine, die hinter Rapid liegen, wie zum Beispiel Dinamo Moskau, Legia Warschau, Tel-Aviv, Hannover.

Aber es gibt genug prominente Vereine mit weit mehr Kapital als es Rapid hat und die dennoch hinter Rapid liegen, wie zum Beispiel Zagreb, Tranzonspor, Stuttgart, Feyenoort, Main, Lok Moskau, Swansea, Southhampton,  und andere.

Salopp ausgedrückt kann man sagen, dass man eben in Österreich auch mit weniger Geld etwas erreichen kann.

Rapid in den Top 50

Es klingt einerseits gut, wenn man in den „Top 50“ ist, hat man es aber erreicht, dann ist man in der Runde von RB, Pilsen, Braga, Genk, Celtic, Kazan Besiktas oder Sporting Lissabon. Alles Gegner, von denen wir auch jetzt schon annehmen, dass sie schlagbar sind. Aber die Herausforderung ist nicht ein punktueller Sieg, denn das hat Rapid schon wiederholt geschafft; das Problem ist die jährlich aufs Neue bewiesene Konstanz. Sollte es zum Beispiel passieren, dass wir als Rapid im nächsten Jahr nicht international punkten können, sind wir schon wieder meilenweit von dem gesteckten Ziel entfernt. Unter den Top 3 in Österreich zu sein, ist ein Muss für das angepeilte Ziel des Platzes unter den Top-50 in Europa. Es ist eine Ironie des Schicksals, wenn Rapid mit dem Unentschieden gegen Bilbao für Österreich einen fünften Startplatz erkämpft hätte (leider erst 2018) und dann diesen Startplatz selbst nicht nutzen könnte.

Rapid ist ein Underdog

Betrachtet man das „Geld-Erfolg-Diagramm“, liegt Rapids Kaderwert weit unter jenem, über den andere Mannschaften an diesem UEFA-Rang verfügen. Würde Rapid um 20 Plätze schlechter stehen, würde das auch nicht besonders auffallen, man läge immer noch im Trend. Es gibt nur ganz wenige Mannschaften mit noch weniger Kapital aber die kommen aus Ländern mit einem geringeren BIP und wahrscheinlich noch geringeren Anteil an Fernseh- und Werbegeldern.

Brauchen wir mehr Geld?

Schaden kann es nicht, aber was nützt das Geld, wenn es nicht richtig investiert wird (wie wir in der heurigen Saison schmerzlich erfahren müssen)? Im internationalen Vergleich ist Rapid unterdotiert. Clubs wie Everton, Leicester und Krasnodar liegen im UEFA-Ranking etwa im Bereich von Rapid, verfügen aber über den 10-fachen Mannschaftswert.

Nicht nur Rapid ist unterdotiert, unsere ganze Liga ist unterdotiert.

Die fehlende Dotierung des österreichischen Fußballs kommt vom geringeren Werbewert für die Sponsoren auf dem kleinen österreichischen Markt und den gleichzeitig geringeren Einnahmen aus den Fernsehverträgen. Und die geringen Zuschauerzahlen in den Stadien tragen auch nicht gerade zur Hebung des Werbewerts bei.

Ich sehe für eine Verbesserung dieser Situation nur die eine Abhilfe (nicht eine Behübschung des Formats, wie das die Bundesliga plant) einer Art mitteleuropäischen Liga mit allen Vereinen, die da mitmachen wollen, von Prag bis Laibach und von Genf bis Košice. Zurück zu einstiger Größe in Zeiten des Mitropa-Cup mit größeren Reichweiten für die Sponsoren und mehr Fernsehgeld für die Vereine.

Platz und UEFA-Punkte

Die Vereine wurden in dem obigen Diagramm nach dem UEFA-Rang gereiht. 1 ist Real Madrid (ganz links, ganz oben), 2 ist Bayern usw. Wenn man statt des UEFA-Rangs die UEFA-Punkte aufträgt, dann vergrößert sich der Unterschied zwischen den Spitzen und der großen Masse der Vereine ganz gewaltig. Im folgenden Bild wurde das gemacht. Man sieht, dass die Unterschiede bei Top-Plätzen sehr viel größer ist als weiter hinten.

Der UEFA-Platz wurde durch die UEFA-Punkte ersetzt. Daher liegen die erfolgreichsten Vereine ganz rechts und man sieht, dass dort „oben“ die Abstände zu jeweils nächsten Verein viel größer sind als beim großen Rest ganz links.

Tragen wir die Punkte-Differenzen von Nachbarn in der UEFA-Rangliste in einem Diagramm ein, sieht man diesen Trend ganz deutlich. Je erfolgreicher der Verein ist, desto mehr Punkte kann er gegenüber seinem Nachfolger lukrieren.

Was ist der Grund?

Ganz einfach, es ist die Art, wie die Punkte vergeben werden. Es fällt normalerweise niemandem ein, bei einem Cup-System Punkte zu verteilen, denn es ist ja evident, dass jeder Verein, der eine Runde weiterkommt auch automatisch mehr Punkte haben muss. Daher zählt man die Punkte im Cup nicht. Die UEFA tut es schon.

Wir haben in den internationalen Bewerben drei Spielphasen: eine Qualifikationsphase, eine Gruppenphase und eine KO-Phase. In der Gruppenphase können alle Vereine punkten und tun dies auch mehr oder weniger. Das sind die Vereine links von der Mitte. In die KO-Phase kommen aber vorzugsweise die besten Vereine und zwar mit großer Regelmäßigkeit. Und in dieser Phase können nur diese besten Vereine punkten, die Ausgeschiedenen natürlich nicht mehr. Und daher können die jeweils Besten weiter Punkte sammeln und alle anderen Vereine gehen leer aus. Diese Art der Punkteermittlung vertieft die Kluft zwischen den Top-Vereinen und allen anderen.

Es ist unklar, warum sich die große Masse der Vereine diese Bewertung gefallen lässt. Vielleicht ist ihnen diese Ungerechtigkeit noch gar nicht aufgefallen.

Ich war lange Lehrer und ein zentrales Element beim Umgang mit Klassen ist Fairness. Wie immer man Noten ermittelt, es muss ein System sein, das die Schüler als gerecht akzeptieren. Jedes Kriterium, das zur Leistungsfeststellung herangezogen wird, beispielsweise Mitarbeit, Schularbeit oder mündliche Prüfung, muss immer gleichmäßig gegenüber allen Schülern angewendet werden.

Stelle man sich folgende Leistungsfeststellung vor. Bei Schularbeiten werden alle Schüler benotet (das wäre die Gruppenphase im europäischen Bewerb). Das ergibt ein Notenbild mit sehr guten bis sehr schlechten Erfolgen. Nach dieser Auswertung der Schularbeiten kommen aber nur mehr die bestbenoteten zu einer mündlichen Prüfung. Die mit den schlechteren Noten bekommen keine weitere Chance. In einem Schulumfeld würden Schüler und Eltern eine solche Vorgangsweise nie dulden, denn es muss bei einem Bewertungsverfahren sichergestellt sein, dass alle dieselbe Chance erhalten.

Bei fairen Bewertungssystemen im Fußball müssten alle Vereine spielen und alle müssen die Chance zum Punkten haben. In einer Meisterschaft ist das der Fall und die Punkte der Meisterschaftstabelle werden von allen als fair akzeptiert. Diese Tabelle wird auch wöchentlich in Zeitungen abgedruckt.

Das UEFA-Ranking ist ein System, dass die Kluft zwischen den Top-Vereinen und dem Rest der Fußballwelt enorm verstärkt, weil die Vereine, die nicht in die KO-Phase kommen auch keine weitere Chance auf Punkte bekommen. Im Gegensatz zu den Meisterschaftstabellen werden die UEFARankings nicht groß herumgereicht und werden daher auch weniger wahrgenommen.

Die Qualifikationsrunden sind ebenfalls ein Element, das – kurioserweise genau gegenteilig – unfair ist, denn es begünstigt ausnahmsweise die schwächeren Vereine. Alle diese schwächeren Vereine müssen bis zu vier Qualifikationsrunden spielen und erhalten die halbe Punkteanzahl eines Bewerbspiels. Der UEFA dürfte das wohl bewusst sein, denn alle Vereine, die es in die Gruppenphase schaffen oder überhaupt schon dort gesetzt sind, erhalten einen 2- beziehungsweise 4-Punktebonus, ohne überhaupt gespielt zu haben, vielleicht als ein Trostpflaster für die entgangene Chance, bei der Qualifikation Punkte sammeln zu können.

Warum ist der Wert der Fußballer so astronomisch hoch?

Das Tagebuch hat schon darüber berichtet: weil so viel Geld da ist und ein Sportverein keine andere Aufgabe hat, außer eben der Finanzierung des Kaders. Wo Geld ist (oder Monopole), steigen die Preise. Das kann man an einem Rennwochenende in Kitzbühel leicht überprüfen oder bei einer Übernachtung ebendort oder in den Emiraten oder in St. Moritz.

Fußballvereine als echte Aktiengesellschaften

Wären Fußballvereine gewinnorientierte Unternehmen und die Mitglieder der Vereinen die Aktionäre, dann wären die Mitglieder (oder eben Investoren) auch an einer Ausschüttung von Überschüssen interessiert, und der Verein müsste entscheiden, wie viel man in den Sport und wie viel in die Gewinnausschüttung investiert.

Würde die Vereins-AG – so wie jetzt – alles in den Sport investieren, würden die ertragshungrigen Aktionäre zu anderen Vereinen, die Gewinne ausschütten, abwandern; investiert aber die Vereins-AG zuviel in die Dividende, kommt der sportliche Bereich zu kurz. Eine solche Balance zu halten, das müssen börsennotierte Unternehmungen Jahr für Jahr tun. Und eine solche Gebarung würde gleich einmal diese Phantasiesummen für Transfers und Gehälter reduzieren, weil es nicht nur den sportlichen Erfolg zu maximieren gilt sondern auch die Interessen der Anleger zu befriedigen.

Da es aber derzeit nicht um Gewinn sondern nur um sportlichen Erfolg geht, werden alle zur Verfügung stehenden Mittel diesem Ziel untergeordnet, mit dem Effekt, dass der Spielerwert in kuriose Höhen steigt und Mannschaften viele (Hundert) Millionen an Wert haben.

Würde Fußball aber eine Gewinnkomponente haben müssen, würden sich nicht nur Fans sondern auch Investoren an Vereinen beteiligen und jeder Verein müsste diese wichtige Entscheidung treffen, wo er seine Gelder investiert.

Leider wird der beschauliche Vereinsbetrieb jetzt schon durch Großinvestoren gestört, die durch Quersubventionierung ihres Hobbys eine Liga zu ihrer eigenen Spielwiese umfunktionieren und den fairen sportlich-wirtschaftlichen Wettbewerb – wie etwa in England oder Russland – ad absurdum führen.

Als Außenstehender meint man, mit Leicester-City eine Art „Robin Hood des Fußballs“ entdeckt zu haben, bis man dann drauf kommt, dass auch dort potente Geldgeber die Hand in Spiel haben – wie übrigens bei praktisch allen englischen Vereinen. Das Tagebuch hat darüber berichtet, siehe „Was bringen die Reichen?“

Warum die UEFA an diesem kranken System fest hält und es offenbar weiter ausbaut, liegt wahrscheinlich in ihrem eigenen Nutzen aus der Konzentration auf wenige Top-Klubs, aus deren Auftritten mehr zu verdienen ist als aus Spielen aller anderen Vereine.

Was eigentlich wünschenswert wäre, sind europaweit einheitliche Regulative zum Betrieb von Fußballvereinen, bei denen der Name „Verein“ auch noch im Wortsinn gültig ist, denn die meisten englischen Top-Klubs müssen als Firmen im Besitz einzelner Personen verstanden werden. Oder aber als gewinn- und gleichzeitig erfolgsorientierte Aktiengesellschaften.

Fazit

In diesem Beitrag wurde gezeigt, dass dass das UEFA-Ranking ein Verfahren ist, das die reichsten Vereine überproportional begünstigt. Dazu kommen neue Regulative in den kommenden Saisonen, die diesen Trend noch weiter verstärken werden. Das ist für allen Vereine unterhalb der Top-Ligen ziemlich unbefriedigend.

Was sich daraus ergeben könnte? Zum Beispiel der Effekt, dass sich niemand mehr für die Spiele im Frühjahr interessiert und dadurch das erhoffte Mehr an Einnahmen für die UEFA und die Top-Klubs ausbleibt.


Als ich das obige Diagramm von „Arm und Reich“ im Fußball gesehen habe, erinnerte mich das an an die folgende Darstellung der Milchstraße (Bild aus Wikipedia):

Es ist ernüchternd, dass unsere vielgeliebte und uns riesig erscheinende Sonne ein unbedeutender, kleiner Stern in einem unbedeutenden Spiralarm unserer Milchstraße ist.

Und ebenso ernüchternd ist es zu sehen, das unser vielgeliebtes Rapid im Konzert der 100 besten europäischen Fußballklubs eine vergleichsweise ebenso untergeordnete Rolle spielt.

Allerdings ist alles auch eine Sache der Darstellung. Hätten wir alle 470 Vereine aufgezählt, die im Ranking der europäischen Klubs der UEFA enthalten sind, hätte unsere Position viel besser ausgeschaut.

Ausdrucken

Spray-as-spray-can

Sprayern ist nichts heilig, auch nicht unser Stadion. Sie sprühen alles nieder wie in dem Freistil-Spruch „catch-as-catch-can“, das so viel bedeutet wie „pack ihn, wie Du ihn eben packen kannst“.

Es ist eine Si­sy­phus­ar­beit, die Sprüche zu entfernen.

konz1

Kaum ist irgendwo eine neue Mauer errichtet, gibt es auch schon Menschen, die ihre Ideen gerade dort aufmalen müssen. Rapidler können das keine sein, denn sie beschädigen das eigene Domizil, schädigen den Verein und letztlich jeden von uns, der sein Geld zu Rapid trägt. Der Verein muss das Geschreibsel mühevoll und teuer wieder entfernen wie man auf dem folgenden Bild sieht. (Bild vom Montag nach dem Eröffnungsspiel.)

konz2

Der graue Anstrich wurde offenbar schon wohlweislich in Hinblick auf diese vorauszusehenden Aktionen ausgewählt. Die Entfernung geht rasch vor sich; billig wird es trotzdem nicht sein. Beauftragt ist übrigend Firma Bekis, eine Gebäudereinigungsfirma.

Das Ergebnis, ein „angewandter Arnulf Rainer“, kann sich sehen lassen. Nichts von der ursprünglichen Schrift ist zu sehen, alles perfekt übermalt.

„Gegen die Macht der Konzerne“

Dieser ideologische Rülpser ist nicht besonders überlegt. Wahrscheinlich war am Stadion nicht genug Platz, um das genauer auszuführen.

Natürlich, alles was groß ist und über viel Geld verfügt ist mächtig. Ein Konzern, eine Firma, der Staat, eine Ngo, ein Oligarch oder ein Ölscheich.

An sich ist ein Konzern nichts Böses, außer seine Aktivitäten richten sich gegen unsere Interessen. Das wollte der Sprayer wohl ausdrücken und meinte damit den Allianz-Deal.

Wenn aber der Spruch „Wir sind Rapid“ stimmt, dann haben wir, Rapid, diesen Vertrag geschlossen, die damit verbundenen Nachteile in Kauf genommen und werden mit der jährlichen Million den Kredit zurückzahlen. Unsere Gegenleistung ist es, dass man in den nächsten 10 Jahren das Stadion „Allianz-Stadion“ nennen darf.

Wenn wir der Meinung sind, Konzerne wären übel, dann werden wir sie nicht los indem wir keine Geschäfte mit ihnen machen und indem wir etwas auf Hausmauern malen. Auf dieser Ebene sicher nicht.

Wenn Rapid keine Partnerschaft mit der Allianz eingeht, wird sich die Allianz einen anderen Partner suchen und wir können die Verstärkungen der letzten Wochen nicht holen.

Ein Konzern ist beweglich. Er kann eine Niederlassung in Österreich eröffnen oder schließen. Er kann die Niederlassung groß oder klein dimensionieren. Wer sollte ihm das vorschreiben?

Es gibt aber doch eine Sache, die wir den Konzernen vorschreiben müssen, die auf unserem Staatsgebiet Geschäfte machen. Wir verlangen, dass diese Betriebe korrekt ihre Steuern zahlen und damit den Staat in dem sie ihre Geschäfte machen, anteilig mitfinanzieren und Mitverantwortung tragen.

Und hier ist auch schon das Problem!

Um mit globalen Konzernen auf Augenhöhe verhandeln zu können, genügt ein Kleinstaat wie Österreich längst nicht mehr. Wenn es für einen Konzern in Österreich wegen wachsendem Steuerdruck zu unwirtschaftlich wird, übersiedelt er seine Zentrale in ein benachbartes Land und wir verlieren auch noch diese bisherigen Arbeitsplätze.

Ausweichen kann der Konzern aber nur, wenn er im benachbarten Land billiger wegkommt. Das genau ist jetzt der Fall. Länder unterbieten sich geradezu darin, Konzerne ins Land zu holen, indem sie sich mit Steuerdumping zu Lasten der Steuerzahler konkurrieren. Irland hat in dieser Disziplin des Steuerdumping den Vogel abgeschossen.

Ich nenne solche Länder „Schurkenstaaten“; leider sind wir mitten drin. Unsere „Spezialität“ sind die geringen Vermögenssteuern. Hier eine Grafik, die einen internationalen Vergleich der Vermögensbesteuerung zeigt. Dargestellt werden die Einnahmen aus Vermögenssteuern in Prozent des BIP. Österreich wird mit seinen 0.5 Prozent nur von Estland, Tschechien und der Slowakei unterboten. Alle anderen Staaten liegen zum Teil deutlich über unserem Steuersatz von etwa 0.5 Prozent, USA, Großbritannien und Frankreich sind mit über 3 Prozent im Spitzenfeld.

vermoegensbesteuerungJPG

Den kompletten Bericht der AK mit dem Titel „Die Verteilung von Vermögen in Österreich“ findet man hier.

„Gegen Konzerne“ sein ist daher nicht der richtige Ausdruck. Fragt einmal jemanden, der zufällig bei der Allianz arbeitet, ob es ihm etwas ausmacht, wenn die derzeitige Zentrale in Hietzing ab dem nächsten Jahr zum Beispiel nach Bratislava übersiedelt.

Wir brauchen Konzerne in Österreich, wir brauchen die Arbeitsplätze und es ist dazu sogar notwendig mit dem zu punkten, was wir anzubieten haben: eine Stadt mit sozialem Frieden und einer hohen Lebensqualität. Denn wenn die sonstigen Bedingungen in allen Ländern gleich sind, dann entscheiden solche, ursprünglich eher nebensächliche Dinge, denn in erster Linie steht für die Konzerne natürlich der Gewinn.

Richtig wäre die Forderung, dass die Konzerne ihren fairen steuerlichen Anteil an den Staat abliefern, in dem sie ihre Gewinne machen. Nicht mehr und nicht weniger. Aber das geht nur in einem solidarischen Verbund der Staaten und der ist nur durch einen Schulterschluss zu erreichen und durch Harmonisierung von Steuergesetzen durch die EU.

Das wichtigste Mittel gegen diese Konzerne ist ein großes Wirtschaftsgebiet mit einheitlichen Regeln. Groß muss das Wirtschaftsgebiet deshalb sein, weil es der Konzern nicht einfach negieren kann (dazu ist er zu geldgierig) und einheitlich muss es sein, damit der Konzern nicht – so wie das jetzt der Fall ist – in jene Länder ausweicht, in denen ihm die (steuerliche) Gesetzgebung genehm ist. Beispiele: Luxemburg, Irland oder die Kanal-Inseln. Die Kanalinseln sind eine Art juristisches Reservat, das die Briten hegen und pflegen und in dem alle möglichen dubiosen Geschäftsleute uns Konzerne ihre Postkastenfirmen betreiben.

Das ist auch der Grund, warum separatistische Tendenzen in Europa ziemlich kurzsichtig sind, allein aufgemacht an dieser Aufschrift „Keine Macht den Konzernen“.  Ein zerteiltes Europa der Kleinstaaten ist ein Eldorado für Konzerne.

Ist nicht leicht, aber wenn wir das nicht schaffen, diesen großen einheitlichen Wirtschaftsraum, dann werden wir noch mehr für einige wenige Superreiche arbeiten und unser Staat verarmt.

Insofern war vielleicht die Botschaft des Sprayers nützlich, um sich wieder einmal bewusst zu machen, was genau an den Konzernen man bekämpfen muss. Nicht ihre Größe und nicht den Vertrag mit Rapid. Aber ihre Steuerflucht. (wobei große Versicherungen eher nicht das Problem sein dürften)

Ausdrucken

Florian Sturm, Dein Versicherungs-Partner

florian-sturm-foto.1024x1024Florian Sturm spielte von 2002 bis 2005 bei Rapid und war Teil der Meistermannschaft von 2005. Er beendete 2013 seine Fußballerkarriere beim SV Wörgl. Das Bild stammt von Florians XING-Profil.

Aber Florian bleibt Rapid verbunden. Er ist heute das Bindeglied zwischen dem Premiumpartner „Allianz“ und uns, den Anhängern von Rapid.

Florian ist Allianz-Berater geworden und berät uns, die Anhänger von Rapid wenn es um Versicherungsfragen geht; seine Produkte sind „grün-weiß verpackt“, denn sie nützen direkt dieser Partnerschaft zu Rapid. Bei Abschluss von Verträgen gehen zusätzlich 18,99 Euro an den Rapid-Nachwuchs.

Ich stelle Euch hier aktuelle Angebote vor, die besonders für Rapidler von Interesse sein können.

Allianz Drive im Rapid-Look

Es ist etwa so wie damals beim Sicherheitsgurt. Anfangs konnte man ihn optional einbauen, irgendwann wurde er Pflicht.

Für neuere Fahrzeuge wird ein im Auto fest verbautes Sicherheitssystem mit GPS und integriertem Handy verpflichtend, für alle anderen kann man den „Allianz Drive“ nachrüsten. Einfach in den Zigarettenanzünder stecken, fertig.

Der Vorteil für Rapidler: es gibt diesen „Drive“ im exklusiven Rapid-Design:

Rapid Allianz Drive

…und wenn ich es richtig verstanden habe, bis zum Jahresende ohne Gebühr.

Aber richtig spannend wird dieser Zusatz in Verbindung mit der Allianz Drive App, mit der alle Fahrten am Handy aufgezeichnet werden, natürlich auch eventuelle unautorisierte Fahrten. Mit einem SOS-Knopf kann man im Falle einer Panne auf Knopfdruck Hilfe anfordern. Weil ein Crashsensor eingebaut ist, wird bei einem Unfall ein Notruf ganz automatisch abgesetzt. Und anders als bei fest verbauten Geräten, kann man ihn einfach ausschalten: rausziehen, weg ist das Auto! Aber nicht ganz, denn der Drive hat einen Akku eingebaut und sendet auch dann, wenn der Drive zum Beispiel durch einen Aufprall aus der Steckdose geschleudert wird. Wenn man jede Aufzeichnung unterbrechen will, muss man den Drive schon Hause lassen)

Aktion bis Ende Juli

Drei moderne Versicherungsverträge nennen sich „Assistancen“, die noch bis Ende Juli für Rapidler kostenlos für ein Jahr erworben werden können. Man kann im nächsten Jahr ohne Probleme drei Monate vor Ablauf kündigen. Diese „Assistancen“ sind:

3 Monatsprämien geschenkt

… für Rapidler, die sich zum Erwerb vom TOP-Jahres-Reiseschutz entschließen. Florian betont, dass es besonders für Vielfahrer zu Auswärtsspielen und für Mehr-als-einmal-Urlauber interessant ist.


Das alles hat mir Florian Sturm bei einem Treffen im Columbus Center erzählt. Ich hoffe, alles richtig beschrieben zu haben. Wenn nicht, schaut auf diese Webseite, ich hänge eventuelle Korrekturen in einem Kommentar an.

Und so könnt Ihr Florian Sturm erreichen

Allianz Elementar Versicherungs AG
Kunden Center Wien VBR 3
Hietzinger Kai 101 – 105
1130 Wien
florian.sturm{at}allianz.at
059009-88736
+43-664-2231093

Präsentation bei einem Clubabend

Für Herbst ist eine Vorstellung des Allianz Drive im Rahmen eines Clubabends geplant. Wer sich also diesen „Allianz Drive“ vor dem Kauf anschauen will, kann an diesem Abend vorbeischauen. Der Termin steht noch nicht fest. Schaut auf diese Seite: https://clubcomputer.at. Derzeit ist dort der Abend für den 24. November eingetragen. Da aber an diesem Donnerstag eine Euro-League Runde stattfindet, bei der Rapid hoffentlich beteiligt sein wird, könnte dieser Abend auf einen Dienstag verschoben werden.

Persönliche Anmerkung

Unser Tagebuch soll keineswegs zu einem Werbemedium werden aber da über alles berichtet werden soll, das mit Grün-Weiß zu tun hat, gehören auch kommerzielle Belange dazu.

Ich selbst werde mir den Allianz Drive kaufen, weil ich insbesondere das automatische Fahrtenbuch verwenden will und ich doch für den Fall besorgt bin, dass einmal etwas passiert und alle panisch durch die Gegend rennen. Und weil ich noch ein paar Jahre mit meinem praktischen Auto fahren will.

Im Grunde sind wir alle Rapid-Mikro-Sponsoren. Angefangen von der Mitgliedschaft, den Abos, dem Würstel am Kiosk, dem Trikot aus dem Fanshop – und schließlich dem Versicherungsvertrag bei der Allianz. Die Kommerzialisierung greift immer mehr um sich, aber ohne sie wird es nicht gehen.

Da wir uns bezüglich der Eigentumsverhältnisse unseres Lieblingsvereins einig sind (Keinem Scheich, keinem Oligarchen, keiner Marketingabteilung gehört Rapid sondern uns, den Mitgliedern.), liegt es eben an uns, unternehmerisch zu handeln; einerseits durch unsere große Zahl und durch gleichzeitig rapid-bezogenes Einkaufsverhalten.

Es war immer so, dass der Fußball in das jeweilige politisch-wirtschaftliche System eingebunden war, denn dieses kann der Fußball nicht ändern. Er kann das System nur zu einem Vorteil optimal nutzen.

Wir wollen doch alle mit Rapid nach oben und nicht immer nur Zweiter sein. Jeder Rapid-Schal (sofern nicht als Plagiat am Viktor-Adler-Markt gekauft), jede Rapid-Torte (sofern vom Cafe Landtmann und nicht selbst gemacht), jede Versicherung (sofern durch Florian Sturm vermittelt), hilft Rapid auf diesem Weg nach oben. Helfen wir alle mit!

Ausdrucken

Rapid-Investor

1500 Rapidler investieren 3.000.000 Euro

1494 Investoren brachten insgesamt 3.000.000,- Euro auf, eine durchschnittliche Investitionssumme von 2.000,- Euro pro Investor.

Etwa 200 dieser Investoren trafen sich um 16:00 im Presseraum des Ernst-Happel-Stadions.

IMG_5301[1]

Andy Marek begrüßte die Gäste und erklärte in einem Interview mit Mag. Raphael Landthaler (Direktor Finanzen und Organisationsentwicklung) die Motive für dieses Investment.

IMG_5308[1]

Die Staffelung in drei Laufzeiten hat mit der Rückzahlung zu tun, die man dadurch besser bewältigen wird können. Interessant ist auch, dass zuerst die kürzeste, 5-jährige Variante vergeben war, dann die 9-jährige und erst zum Schluss die 7-jährige Variante.

Nach diesen Erklärungen übernahm Ján Novota die Übergabe der Investitionsbestätigung. Ján war überigens ganz sicher, dass wir die drei Punkte an diesem Tag holen würden, und er sollte recht behalten. Im Bild übergibt Ján das Dokument an Florian.

IMG_5317[1]

Im Bild meine Bestätigung mit einem leicht übertriebenen Investitionsbetrag.

IMG_5379a[1]

Jeder Investor bekam auch ein T-Shirt mit dem Investor-Logo.

IMG_5380[1]

Links

Verteilung der Investoren (Nachtrag am 9.2.)

So ganz genau weiß man das ja nicht aber die folgende Tabelle ist eine Schätzung der Investoren pro Investitionsstufe:

Schätzung der InvestorenzahlenGesamt
Betrag1005001000500010000500003038675
Investoren690358276143110141591

Ausgangspunkt ist die Menge der Anwesenden beim Event, ca. 200-250. Ich glaube, dass es jene waren, die 5.000 oder 10.000 investiert haben.

Die Annahme für die obige Tabelle ist, dass die Anzahl der Investoren mit sinkender Investitionssumme entsprechend (exponentiell) ansteigt und zwar um den Faktor 1.3 für eine Halbierung der Investitionssumme.

Dieser Faktor k=1.3 ergibt dann in Summe etwa die 3 Millionen Gesamtinvestitionssumme und etwa 1500 Investoren.

Damit aber das Gesamtbild auch passt, muss man auch noch annehmen, dass es 14 Investoren gibt, die 50.000 Euro investieren.

Wer sich mit diesen Zahlen weiter beschäftigen will, kann die das zugehörige Excel-Sheet downloaden: 2016-02-06 Investor.

 

Ausdrucken

2015-12-29 Rapidler investieren in Rapid

Rapid leiht sich Geld von seinen Mitgliedern. „Schwarmfinanzierung“ (Crowdfunding) nennt man das. Bisher (Stand 29.12.) haben 1.306 Personen 2,237.400,- Euro investiert, das sind durchschnittlich 1.713,- Euro pro invesTOR. Da die jeweils letzten Investoren auf der Webseite aufscheinen (man kann das für sich ausschalten) ist es interessant zu beobachten, wie rasch die Zahlungen aufeinander folgen.

Rapid hat noch 61 Tage Zeit, um 760.000,- Euro (von insgesamt 3.000.000,- Euro) einzusammeln. Wer also noch beim invesTOR mitmachen will, muss sich beeilen. Nicht, weil die Zeit knapp wäre, nein, weil das Geld knapp wird; das „Negativ-Geld“, man kriegt ja keins, man investiert; in Rapid.  Aber auch das kann knapp werden, weil das Crowdinvesting an das vorher vereinbartes Investitions-Maximum von 3 Millionen Euro gebunden ist.

Die 5-jährige Laufzeit ist überhaupt schon ausgebucht. Man kann sich aber noch beim 7-jährigen oder beim 9-jährigen Darlehen beteiligen.

investor0

Es funktioniert so: Hier ist die Startseite: https://skrapid.conda.at/

Man kann sich einmal rechts oben anmelden und einen Account erstellen. Mit dem Account legt man auch ein Anlegerprofil an.

Dann wählt man einen der beiden verbleibenden Modelle 7 oder 9 Jahre und legt den Investitionsbetrag fest. Man lädt zwei PDF-Dokumente (für Interessierte im Anhang) auf den eigenen Rechner und bestätigt danach sehr viele Risiken.

Zum Abschluss erfährt man die IBAN auf die man den gewünschten Betrag überweisen muss.

Schließlich bleibt die Investition im System gespeichert und man kann sie während der nächsten 5/7/9 Jahre einfach anschauen; und danach – hoffentlich nicht wie seinerzeit die Rapid-Aktie – bekommt man das Geld wieder zurück.

Es wird zwar im Anmeldevorgang nicht abgefragt, aber das Feld dazu ist vorhanden und man kann es auch ausfüllen: das eigene Konto. Denn irgendwohin müssen ja letztlich auch die Auszahlung und die Zinszahlungen erfolgen. Aber dazu ist noch Zeit.

Im heurigen Jahr liegen die Zinsen schon einmal ganz gut: 2,5% + 1% (Gruppenphase EL) + 0,5% (Valencia).

investor

Der Rapid-invesTOR ist zwar unübersehbar grün gestylt aber investieren kann natürlich jeder, nicht nur Mitglieder. Rapid weiß daher gar nicht, wie groß der Anteil der Mitglieder ist. Das liegt daran, dass es die Rapid-EDV nicht zustande bringt, einen Zusammenhang zwischen den sich anmeldenden Personen und der Rapid-Datenbank herzustellen. Das gilt nicht nur in diesem Fall sondern für alle anderen Arten von Mitglieder-Kleininvestments, seien es Tickets oder Merchandising. Na ja, es wird immerhin daran gearbeitet; seit Jahren…

Ausdrucken