GRÜNZEUG-618

GRÜNZEUG

INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951) 49.JAHRGANG/JÄNNER 2021/Nr.618/Versand 25.1.2021, Postamt 1120

ES GEHT UM UNSERE EXISTENZ!!!

Nach unserer Mitgliederversammlung vom 17.2.2020 mit Steffen Hofmann als Ehrengast schlug das Corona-Virus unbarmherzig zu: Seither durften wir keine Veranstaltung durchführen, um von einigen Sitzungen des, auch wegen dieser Scheiß-Pandemie reduzierten, Vorstands abzusehen. Immerhin konnten bis dato insgesamt sieben Ausgaben unseres Informationsblattes erscheinen und das trotz Gerhard Niederhubers Schlaganfall im Juni, an dessen Nachwirkungen er gelegentlich noch leidet. Trotzdem: Ob in der deprimierenden Atmosphäre der Neurologiestation des „Göttlichen Heilands“ oder daheim in einer Art Corona-Quarantäne kreisten die Gedanken des Obmanns und Redakteurs immer wieder um Rapid und wie es mit dem Klub der Freunde des S.C. Rapid weitergehen würde. Im Zusammenhang mit dieser unvermuteten Erkrankung möchte Niederhuber sich hier bei seiner „Grünzeug“-PC-Schreiberin Christine Ibesich bedanken, die sich sehr um ihn bemüht(e).

Wobei wir wieder beim „Grünzeug“ bzw. dem Klub der Freunde sind: Dieser Ausgabe liegt, wie immer am Jahresbeginn, ein Zahlschein zur Begleichung des Mitgliedsbeitrags bei. Uns ist bewusst, dass sich nicht jeder so viele Gedanken um den Fortbestand des nun 69-jährigen Anhängerklubs macht wie Niederhuber und dessen Gleichgesinnten, aber gerade der heurige Zahlschein muss quasi als „Testlauf“ angesehen werden. Klar ist auch, dass viele Damen und Herren mangels weiterer Aktivitäten mehr oder weniger gedankenlos das Weite gesucht haben könnten. Obwohl wir daran überhaupt keine Schuld haben und sowieso inbrünstig darauf hoffen, dass 2021 endlich ein Zugang zur Normalität gefunden werden könnte. Das gilt selbstverständlich auch für den SK Rapid selbst und dessen Spielen vor Publikum.

Kurz und gut: Wer jetzt auf uns pfeift und keinen Euro für den Beitrag 2021 mehr übrig hat, der legt uns den Gedanken an keine (auf 2021 verschobene) Generalversammlung ferne, sondern nur an eine „außerordentliche“, in welcher wir die Traditionsklubs zu beschließen hätten. Denn ohne Mitgliedsbeiträge und den Einkünften aus Versammlungen wäre die finanzielle Pleite unausbleiblich.

Denken Sie bitte daran, bevor Sie den Zahlschein sorglos wegschmeißen.
In diesem Sinne: Prosit Neujahr wünscht
der Vorstand

CORONA-HERBST MIT HÖHEN UND TIEFEN

Vorweg: Dieser Artikel wurde am 15.12. geschrieben und das in der Hoffnung, er möge die Leserschaft trotz ständigen Fortsetzungen des Lockdowns erreichen.

Nach dem 1:2 gegen Arsenal und dem 3:1 über Altach eroberte Rapid in der Liga 16 Punkte aus sechs Partien (Schnitt: 2,67). Später nach Fountas‘ und D.Ljubicics schwerwiegenden Verletzungen ging es einige Male bergab, eigentlich auch im Derby, weil die gesamte grünweiße Offensive mit Ausnahme von Schicks schickem Tor einzig und allein an FAK-Keeper Pentz scheiterte – zwei verlorene Punkte! 1:4 einer „B-Formation“ in London, 3:1 in Hartberg, 2:2 gegen Molde mit dem Out aus der Europa League, 0:3-Blamage daheim gegen die WSG Tirol. Und dann war es wieder einmal so wie ein Termin beim Zahnarzt: empfindliches 2:6 in Salzburg, somit war die eh nur vage Hoffnung auf einen Cupsiegertitel ebenfalls im A…

Umso wichtiger war das – viel zu niedrige – 1:0 in der Südstadt, auch weil sich die Abwehr keinerlei Patzer wie zuvor leistete. Das also war das Ende einer Berg- und Talfahrt, vor allem nach den Ausfällen der zuvor wichtigsten Stützen Fountas (bei seinen Comebacks behinderte ihn der Handbruch wesentlich mehr als den offenbar robusteren Stojkovic, den die Bullen in der Meisterschaft die gleiche Verletzung zufügten) sowieso, und das vor allem: Mit D.Ljubicic eroberte Rapid 16 Zähler aus nur sechs Ligapartien, ohne ihn jedoch nur mehr acht Zähler aus sechs Spielen. Dejans Vertrag endet im Sommer, dennoch müssten die Verantwortlichen scharf nachdenken, wie gut oder schlecht wäre es, ihn jetzt schon (mit Ablöse) gehen zu lassen. Gleiches gilt für Fountas (Vertrag bis 2023).

Trotz der Flops gegen Molde (Rang drei hinter Arsenal und den Norwegern in der Gruppe) und Salzburg sowie den peinlichen Vorstellungen in Ried und gegen Tirol steht Rapid in der Bundesliga so hervorragend da wie seit dem Herbst 2004 (31. Meisterjahr, 27 Punkte nach zwölf Matches): 1.Salzburg 25., 2.Sturm 24 (ein Spiel weniger), 3.LASK und 4.SCR mit je 24 Punkten. Neue Hoffnung auf die Erfüllung der „Mission 33“? Bitte nicht verschreien, zumal bis zum Erscheinen dieser Nummer zwei Heimspiele anstanden: Sturm plus St.Pölten, also ebenso viele harte Gegner.

Wie dem auch sei, für die 24 Punkte nach zwölf Runden dürfen wir den mit allen möglichen Problemen fertig gewordenen Didi-Schützlingen und ihren restlichen Betreuern gratulieren. Wie sich der weitere Verlauf dieser Corona-geschädigten Meisterschaft auch immer gestalten würde…

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

EL, 6.RUNDE (10.12.): MOLDE FK (H) 2:2 (1:1).

Knasmüllner eröffnete das so wichtige „Finale“ um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale mit einem knappest danebengegangenen Distanzschuss, aber bis zur 30. Minute fand Rapid leider kaum statt. Dann sorgte Ritzmaier per herrlichem Schuss fürs 1:1 und für positivere Stimmung im leeren Stadion, aber bereits 20 Sekunden nach Seitenwechsel hieß es 1:2, dagegen half auch die Verstärkung der Offensive nichts, zumal Moldes Keeper ein Meister seines Fachs war. Immerhin brachte Ibrahimoglus ins Kreuzeck abgefälschter Schuss für ein Remis plus 190.000 Euro als Prämie – ein schwacher Trost…

  • SCR: Gartler; Stojkovic, Hofmann, Barac, Ullmann; Grahovac, Ritzmaier (61.Ibrahimoglu); Schick, Knasmüllner (46.Fountas), Arase (46.Demir); Kara (78.Kitagawa).
  • Tore: Ritzmaier (43.), Ibrahimoglu (90.); Eikrem 12., 46.).
  • Gelbe Karten: Barac, Stojkovic, Fountas; Risa, Sinyan, Aursnes.
  • Weststadion, Guida (Italien).
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BL, ll.RUNDE (13.12.): WSG TIROL (H) 0:3 (0:2).

Am Tag, als Otto Baric starb, mussten wir auch über den Zustand der augenblicklichen Rapid-Elf trauern. Sie wurde von den Tirolern dermaßen dominiert, dass einem die Haare zu Berge standen. Natürlich auch beim 0:1 und 0:2 (Ex-Rapidler Petsos schien sich gar nicht richtig zu freuen) nach kurz abgespielten Cornern – so dilettantisch hatte sich Rapids „Verteidigung“ noch selten benommen, und das will schon was heißen. Die Frage, ob Gartler Petsos‘ 25-Meter-Schuss hätte halten können, blieb unwesentlich, denn der Pauli verhinderte ansonsten fast im Alleingang eine noch größere Blamage. Wäre Herr Hameter aus dem nahen Tulln bei vielen Tiroler Fouls auch so streng gewesen wie bei Stojkovics Tätlichkeit? Das zu hinterfragen erübrigte sich angesichts der Hütteldorfer Schwäche vermutlich ohnehin.

  • SCR: Gartler; Stojkovic, Sonnleitner (46.Barac), Greiml, Ullmann; Schuster, Ritzmaier (62.Grahovac); Schick, Demir (46.Kara), Ibrahimoglu (46.Arase); Fountas
  • Tore: Schnegg (5.), Petsos (30.), Fredriksen (90.)
  • Gelbe Karten: Ibrahimoglu, Schuster, Greiml, Schick; Petsos, Rieder, Smith, Gugganig, Yeboah
  • Rote Karte: Stojkovic (49., Tätigkeit)
  • Allianz-Stadion, Hameter.
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ÖFB-CUP, SECHZEHNTELFINALE (16.12.): SALZBURG (A) 2:6 (1:3)

Ohne den für zwei Spiele gesperrten Stojkovic setzte Rapid leider genau dort fort, wie sie gegen die WSG Tirol aufgehört hatte, und das war gegen die spielfreudigen Bullen natürlich tödlich. Neben Fountas‚ Penalty war eigentlich nur Ullmanns Granate ein Lichtblick. Sonst? Überhaupt nichts Positives…

  • SCR: Gartler; Schick, Greiml, Hofmann, Barac, Ullmann; Knasmüllner (75.Demir), Grahovac (80.Schuster), Ritzmaier (75.Petrovic); Kara (85.Sonnleitner), Fountas (80.Kitagawa)
  • Tore: Szoboszlai (16.), Berisha (19.), Koita (22.), Daka (74.), Camara (83., Elfer), Kristensen (87.); Fountas (45., Elfer), Ullmann (78.)
  • Gelb-Rote Karte: Hofmann (82., Foul)
  • Red-Bull-Arena, Altmann.
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BL, 12.RUNDE (19.12.): ADMIRA (A) 1:0 (1:0)

Neu verletzt: Arase, Grahovac, am Ende Kara. Erstes Zu-null für Gartler. Letzter Auftritt für Rapid: Fountas, wenn es nach seinen Management geht. Und sonst? Gegen den Letzten, der kürzlich Salzburg mit 0:1 heimgeschickt hatte, agierte Rapid viel konzentrierter als bei den vorherigen Enttäuschungen, speziell in der Abwehr. Vorne gelang das nach der Pause nicht mehr ganz so gut, der Sieg war nach Alutreffern von Schick und Kara sowie 22:3 Torschüssen aber trotzdem hochverdient.

  • SCR: Gartler; Schick, Hofmann, Barac, Ullmann; Schuster, Petrovic; Fountas (86.Greiml), Knasmüllner (61.Demir), Ritzmaier; Kara (75.Kitagawa)
  • Tor: Kara (20.)
  • Gelbe Karten: Hjulmand, Kerschbaum, Aiwu, Maier; Fountas, Trainer Kühbauer, Schuster
  • BSFZ-Arena, Schüttengruber
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„MR. GRÜNZEUG NR. 618“: PAUL GARTLER

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat

Als Paul Gartler für Rapid II spielte, erhielt er vom Verfasser oft den „Auftrag“, kein Goal zu kassieren, woran er sich weitestgehend hielt. In den letzten Profi-Spielen musste er vor dem 1:0 gegen die Admira aber elfmal hinter sich greifen, ohne Schuld zu haben. Kurz und gut, der Pauli war ein guter Vertreter von Richi Strebinger.

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

Christof Knasmüllner bestritt gegen die Admira sein 75. Spiel. Ansonsten gibt es nichts Derartiges zu erwähnen.

EIN BLICK ZU RAPID II

13.RUNDE (11.12.): YOUNG VIOLETS (A) 1:1 (1:1)

  • Hedl; Hajdari, Querfeld, Dijakovic, Gobara (9.Obermüller); Sulzbacher, Petrovic (46.Felber), Strunz (67.Fuchshofer), Oda, Savic; Zimmermann (67.Bozic)
  • Tore: El Moukhantir (14., Elfer); Strunz (25., Elfer).
  • Generali-Arena, Grobelnik.
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RESÜMEE: Unerfreulicher Beginn des nicht gerade niveauvollen kleinen Derbys: Gobara erlitt erneut eine Verletzung (Knöchel), dann beschenkte Referee Grobelnik den FAK II mit einem (Nicht-)Foulpenalty, aber Rapid II kriegte trotz eines klaren violetten Hands im Strafraum keinen zweiten. So kam es zum 1:1, und das war für die Hofmann-/Maresch-Truppe allerdings etwas glücklich. Sodass beide Teams über den Winter in der unmittelbaren Abstiegszone blieben: 15.Young Violets 13/8 (13:23), 16.Rapid II 13/6 (15:28); auf einem gesicherten Platz: 13.Kapfenberg 13/15 (19:23).

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubdcrfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“-„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

Am 13.12. verstarb Otto Baric an der Corona-Erkrankung. Mit ihm verbanden unseren Anhängerklub zahlreiche positive Erinnerungen und Freuden: „Otto Maximale“, wie er genannt wurde, bescherte dem SK Rapid drei Meistertitel, vier Pokalsiege, fünf Gewinne des Supercups sowie den Aufstieg ins Finale des Europokals der Pokalsieger Anno 1985, um seine Verdienste bei anderen Klubs nur so ganz am Rande zu erwähnen. Wie auch immer, wir werden ihn niemals vergessen! Vor jedem noch so aussichtslosen EC-Match sagte er immer: „Wir gehen weiter!“ Und nun ist er selbst nach ganz, ganz oben gegangen…

Wie wir aus berufenem Munde erfuhren, ist die Finanzlage des SCR trotz der zuschauerlosen Pandemie gar nicht so übel, wofür auch der 2-Millionen-Zuschuss aus dem Fördertopf verantwortlich ist. Letzterer umfasste insgesamt 2,7 Millionen, doch der Zuschauerschwund traf den SK Rapid wie sonst keinen Verein, sodass die Höhe des Betrages völlig außer Streit war; der Rest wurde auf die anderen Bundesligisten aufgeteilt.

Erstes Testmatch nach dem Trainingsauftakt am 4.1.: 2:1 (2:1) gegen den Leader der 2.Liga, Lafnitz, nach Toren von Demir und Sulzbacher. Es kamen 23 Spieler zum Einsatz, darunter auch D.Ljubicic, der wegen Übelkeit aber nur 25 Minuten mitwirkte.

Immer wieder Zores mit Taxi Fountas: Permanente Transfergerüchte, nun leistete sich der Grieche im letzten Test vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft gegen die Admira in der 16. Minute eine Tätlichkeit und wurde ausgeschlossen. Rapid durfte dennoch zu elft weiterspielen und gewann nach Toren von Kara (auch Transfergerüchte?), Hofmann sowie D.Ljubicic (detto) mit 3:1 (2:1). Fragt sich nur, welche Akteure Kühbauer im Frühjahr zur Verfügung stehen werden…

Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller

KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID, 1120 Wien
Telefonservice: 01-8170035
Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
E-Mail-Adresse: rapid @ klubderfreunde . at
Offenlegung: Grundlegende Richtung von “Grünzeug“ ist die umfassende Information der Freunde des S.C.Rapid.
Medieninhaber: KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID (Vorstand: Obmann: Gerhard Niederhuber, Obmannstellvertreter: Martin Reiser, Kassier: Clemens Bachmayer).
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Homepage-Autor: Franz Fiala · franz @ ewkil.at · 0677-1899 5070

„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-617
  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
  • Alle Ausgaben des GRÜNZEUG seit den 1970er Jahren stehen unseren Mitgliedern oder Fußballhistorikern auf Anfrage im PDF- Format zur Verfügung

Geschützt: Spiel oder Stimme?

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GRÜNZEUG-617

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 48. JAHRGANG / Dezember 2020 / Nr. 617 / Versand 14.12.2020

IN EIGENER SACHE

Am Ende eines total beschissenen Jahres melden wir uns zu Wort, um zu dokumentieren, dass es zumindest den Vorstand bzw. dessen „Grünzeug“-Team (in chronologischer Reihenfolge des Arbeitsablaufs: Gerhard Niederhuber als Verfasser, Christine Ibesich als PC-Schreiberin, die Familie Rakousky für die Kopien, Peter Nowotny für den Versand) nach wie vor noch gibt. Wie viele (zahlende!) Mitglieder es weiterhin sein werden, merken wir, wenn wir die Zahlscheine für die Beiträge 2021 zugesendet haben und endlich wieder zu einer Versammlung eingeladen hatten. Denn irgendwann kann dieser Corona-Albtraum ja zu Ende sein!

Das hofft natürlich auch der Klub der Freunde des S.C. Rapid!

BEI REDAKTIONSSCHLUSS: ALLE AUGEN AUF DAS MOLDE-MATCH!

Darauf richteten sich auch die vom Kühbauer-Didi. Denn laut UEFA-Mathematik wäre es vollkommen bedeutungslos gewesen, ob Rapid bei Arsenal 1:4 oder 4:1 gespielt hätte, weil lediglich die Duelle zweier punktegleicher Konkurrenten für die Endplatzierungen maßgeblich sind. Daher genügt Rapid ein 1:0 oder ein Sieg mit zwei Toren Unterschied zum Überwintern in der Europa League; ob das am 10.12. gelang, darauf können wir in dieser Nummer leider nicht mehr eingehen – auf Wiederlesen im Jänner 2021!

Nicht gelungen war der Sprung auf Tabellenplatz 1, weil sich die Mannschaft in Ried eine fußballerische Auszeit erlaubte, wo sie mit dem im Sommer umworbenen U21-Teamstürmer Grüll und dessen Offensivkollegen nichts anzufangen wusste (Ersterer steht nun auf Salzburgs Wunschliste, obwohl er blond ist). In der Liga folgten dann die Partien gegen den FK Pentz, sprich die ansonsten wehrlosen Austrianer, die lediglich von Rapids schon legendären Standardschwächen profitierte. Um von Pentz‘ Wahnsinnsparaden nicht zu reden – zwei verschenkte Punkte, gar keine Frage!

Davon konnte beim Auftritt unserer zweiten Garnitur bei Arsenal keine Frage sein (siehe oben). Dass der SCR sich um das Weiterkommen in der EL Gedanken machen konnte, lag an den – nicht durchwegs glanzvollen Duellen mit den irischen Halbprofis von Dundalk.

Nochmals zurück zur heimischen Meisterschaft: Beim viel niveauvolleren 1:1 gegen die Bullen zeigte Rapid (trotz zwei Ruhetagen weniger) in Halbzeit 2 sehr guten Fußball und das auch ohne Kapitän Dejan Ljubicic, den der natürlich schuldlose, laut Medien ohnehin vor der Heiligsprechung stehende Junuzovic mit einem Tritt auf den Knöchel verfrüht in die Winterpause geschickt hatte. Nun aber, nach dem souveränen 3:1 in Hartberg, liegt Didis Truppe nur um einen Punkt hinter den Mozartstädtem, die sich tags zuvor ein 0:1 bei der letztplatzierten Admira erlaubt hatte.

Ganz vome steht urplötzlich aber der zurzeit offenbar unschlagbare LASK, wie ein Blick auf die Tabellenspitze beweist (Stand vom 6.12.):

1. LASK     10/23 (22: 6)
2. Salzburg 10/22 (34:11)
3. Rapid    10/21 (25:14)
4. Sturm     9/18 (16: 5)

Am Ende zurück zum SCR vor dem Entscheidungskampf gegen Molde: Wir wünschten Kelvin Arase ein Dakapo seines Torriechers (in Hartberg gelangen ihm erstmals zwei Tore in einem BL-Spiel), Ercan Kara ebensolchen Biss wie sonst immer, obwohl er in Hartberg anderthalb Zähne verlor, dem jeweiligen grün-weißen Tormann endlich einmal ein Zu-null sowie allen anderen nur das Beste. Ob es am 10.12. tatsächlich so war, wird die nächste Zukunft gezeigt haben…

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

EL, 3.RUNDE (5.11.): DUNDALK FC (H) 4:3 (1:1)

Ohne Ritzmaier (verkühlt, aber nicht Corona), natürlich Fountas und nach 54 Minuten auch ohne Barac (nach Zusammenprall mit dem diesmal unglücklichen Gartler Verdacht auf Nasenbeinbruch) lieferte Rapid gegen den irischen, keineswegs angenehmen Underdog eine der Trauer um die Opfer des islamistischen Terrors vom 2.11. entsprechende (Un-)Leistung. Zumal dem die ähnlich schwachen maltesischen Schiris wichtige Starthilfe gaben: Der Vorbereiter des 0:1 stand knapp vorm Assistenten im Abseits; und an diesem daher irregulären Tor „kiefelte“ Rapid lange Zeit herum, bis D.Ljubicic 25-Meter-Harpune den Weg ins Netz fand. Dennoch war auch die zweite Halbzeit mehr als dürftig, ehe sie in einer turbulenten Rapid-Viertelstunde ausartete. Immerhin gab sie uns doch noch Hoffnung auf ein Weiterkommen in diesem Bewerb und stellte der SCR-Jugendabteilung ein gutes Zeugnis aus, denn neben Dejans Kracher kommen auch Arase (Flugkopfball), Hofmann (Kopfball) und dem aus dem Coronabett entstiegenen Demir (platzierter Schuss ins „Lange“) dem Hütteldorfer Hasenstall. Dass Cann („Yes he can“) noch einen Foulelfer gegen Rapid aus dem Ärmel zog, war in Minute 96 eh schon wurscht. Dem bevorstehenden Schlager gegen Salzburg sahen wir alle aber mit Besorgnis entgegen…

  • SCR: Gartler; Stojkovic, Hofmann, Barac (54.Sonnleitner), Ullmann; D.Ljubicic, Petrovic (71.Grahovac); Schick, Knasmüllner (72.Demir), Arase; Kara.
  • Tore: D.Ljubicic (22.), Arase (79.), Hofmann (87.), Demir (90.); Hoban (7.), McMillan (81., Elfer, 90./+6, Elfer).
  • Gelbe Karten: Hofmann, Stojkovic, Sonnleitner, Schick; Hoare, Cleary, Dummigan
  • Weststadion, Cann (Malta)
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BL, 7.RUNDE (8.11.): RED BULL SALZBURG (H) 1:1 (0:1)

Zwei Tage weniger Pause nach den EC-Partien, dafür viel mehr Ausfälle, darunter die erkrankten Petrovic und Ritzmaier sowie Stojkovic (auch Mittelhandknochenbruch), außerdem erlitt D.Ljubicic bei Junuzovics Foul eine schwere Knöchelverletzung. Doch Rapid (mit Maskenmann Barac 70 Stunden nach seinem Nasenbeinbruch) ließ es sich nicht verdrießen, startete gut und hielt dann dem zunehmenden Druck der Gäste stand, wofür speziell der bärenstark haltende Gartler verantwortlich war. Und ab Minute 61 sah es nach den Einwechslungen des jungen Irrwisches Demir und des unbeugsamen Kara plötzlich ganz anders aus: Nachdem Letzterer zwei Salzburger Verteidiger den Ball abgenommen hatte, als wären sie Schulbuben, und perfekt auf Knasmüllner passte, erzielte der das hochverdiente 1:1 auf europäische Weltklassemanier (O-Ton Sonnleitner) -so möchten wir dich öfter vorm Tor sehen, Knasi!

  • SCR: Gartler; Greiml (46.Sonnleitner), Hofmann, Barac; Schick, D.Ljubicic (50.Schuster), Grahovac, Ullmann; Knasmüllner; Arase (61.Demir), Kitagawa (61.Kara).
  • Tore: Knasmüllner (85.); Koita (29.).
  • Gelbe Karten: Hofmann, Greiml; Okafor, Ashimeru, Vallci.
  • Allianz-Stadion, Drachta.
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BL, 8.RUNDE (22.11.): RIED (A) 3:4 (1:2)

Mit einem Sieg hätte Rapid, u.a. auch ohne den erkrankten Trainer Kühbauer, die Tabellenspitze übernommen – in Ried, wo es zuletzt drei Schlappen en suite gegeben hatte! So war es leider auch diesmal. Ohne Schiri Eisner (Kara stand vorm leeren Tor, der Steirer bzw. sein Assistent sahen ein Abseits, dem 3:3 ging ein Ullmann-Foul voran, das keines war) seine Inferiorität vorzuwerfen: Rapids nominell stark besetzte Offensive profitierte fast ausschließlich von Rieder Abwehrfehlern, und Rapids Hintermannschaft machte bei Standards sowie vor allem bei den Aktionen Grülls (ein Wunschspieler nach Murgs Abgang) aber einen noch schwächeren Eindruck. Bei dieser Gelegenheit: Seit dem 3:0 über den LASK (4.10.) musste sie in acht Pflichtspielen nicht weniger als 16 Verlusttore hinnehmen, ohne dass es ein Zu-null gegeben hatte. Auch darüber dürfte Didi sich gewisse Gedanken machen.

  • SCR: Gartler; Schick (90.Kitagawa), Hofmann, Barac, Ullmann; Grahovac, Ritzmaier; Demir (58.Stojkovic), Knasmüllner, Fountas; Kara (85.Alar).
  • Tore: Grahovac (25., Eigentor), Gschweidl (40.), Reiner (71.), Grüll (87.); Knasmüllner (14., 51.), Reiner (65., Eigentor)
  • Gelbe Karte: Hofmann.
  • Ried, Eisner
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EL, 4.RUNDE (26.11.): DUNDALK FC (A) 3:1 (2:0)

Leiwand: Knasmüllners unhaltbarer 28-Meter-Schuss ins Kreuzeck, Karas erstes EL-Tor auf Schicks leiwander Flanke per Kopf sowie sein Schlenzer vom Sechzehner. Und natürlich auch die Möglichkeit als EuropaLeague-Teilnehmer zu überwintern. Nicht leiwand: die unzähligen Ballverluste, die sich gegen stärkere Mannschaften als Dundalk gewiss rächen würden. Manchmal leiwand, kurz nach dem Seitenwechsel aber gar nicht: Mateo Barac, sonst ein leiwander Verteidiger, ritt wieder einmal der Teufel, trickste nach Gartlers kurzem Abstoß vorm eigenen Fünfer und musste seinen Ballverlust mit einem Foul „bereinigen“ – nicht auszudenken, wie der Didi daraufhin in seinem Krankenbett reagierte, mit Sicherheit nicht so gelassen wie sein „Co“, Manfred Nastl

  • SCR: Gartler; Stojkovic, Hofmann, Barac; Schick, Grahovac, Ibrahimoglu (55.Arase), Knasmüllner (81.Demir), Ullmann; Kara (66.Kitagawa), Fountas (66.Schuster).
  • Tore: Shields (63., Elfer); Knasmüllner (11.), Kara (37., 58.).
  • Gelbe Karten: Dummingan, Cleary; Grahovac
  • Bes.Vorkommnis: Oduwa schießt Elfer daneben (49.).
  • Aviva Stadium, Dublin, Bognar (Ungarn)
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BL, 9.RUNDE (29.11.): AUSTRIA (H) 1:1 (1:1)

Das 331. Derby, dank Corona vor leeren Rängen ausgetragen, hieß eigentlich nur Rapid gegen Pentz, denn der FAK-Tormann bewahrte seine Farben mit unglaublichen Reflexen vor einem Debakel, während seine Vorderleute speziell nach der Pause den Rapidlem extrem unterlegen waren: insgesamt 65 Prozent grün-weißer Ballbesitz und 35:6 Schüsse, von denen lediglich Schicks frühes Tor auf Ullmanns Flanke im Netz landeten, zumal Demir noch die Außenstange traf. Außerdem konnten auch die Veilchen von Rapids bereits legendärer Schwäche bei Standards profitieren: Bei Sarkarias Freistoßflanke düpierte Wimmer den größeren Kara und netzte per Kopf ein – nur eine von zwei gefährlichen Austria-Möglichkeiten. Kurzum, es war so sehr zum Verzweifeln, dass Schick, sonst einer der Ruhigsten, nach Spielschluss mit Fountas einen heftigen Disput begann – ebenso abzuhaken wie die Derbybilanz im Allianz-Stadion: sieben Partien und kein einziger Heimsieg! Nicht abzuhaken aber war, dass Hofmann, Rapids aktuell Bester, wegen der 5. „Gelben“ in Hartberg fehlen wird…

EL, 5.RUNDE (3.12.): ARSENAL (A) 1:4 (0:3).

Terminhatz und die viel wichtigere Abschlusspartie gegen Molde (10.12.) – da sah Kühbauer keine andere Wahl, als gegen den englischen Spitzenklub (aktuell allerdings nur 14. in der Premier League) eine B-Formation zu nominieren, die absolut keine Chance hatte und mit dem Resultat noch recht gut bedient war. Dass es nicht noch deftiger ausfiel, lag an Strebinger, einem der Comebacker: Beim Flatterball zum 0:1 sah er nicht wirklich gut aus, aber in weiterer Folge verhinderte er zusätzliche Arsenal-Tore. Dass Demir angesichts der grün-weißen Unterlegenheit Bauchweh kriegte und Rapid zu zehnt weiterspielen musste, war nicht unverständlich…

  • SCR: Strebinger; Arase, Sonnleitner, Hofmann (46.Barac), Greiml, Ullmann (46.Schick); Demir, Schuster, Ritzmaier (66.Knasmüllner); Kitagawa (65.Kara), Alar (77.Sulzbacher
  • Tore: Lacazette (10.), Pablo Mari (18.), Nketiah (44.), Smith-Rowe (66.); Kitagawa (47.)
  • Gelbe Karten: Elneny, Mustafi; Ullmann, Sonnleitner
  • Arsenal Stadium, Petrescu (Rumänien), 2.000
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BL, 10.RUNDE (6.12.): HARTBERG (A) 3:1 (2:0)

Fountas (nun auch noch erkrankt) und Hofmann (Gelbsperre), den Grahovac als Kapitän vertrat, fehlten, dessen ungeachtet führte Rapid zur Pause mit 2:0 und geriet sogar in Überzahl. Dennoch stand die zweite Halbzeit hauptsächlich im Zeichen des extrem schwachen Schiri-Trios: Der eine „Outwachler“ sah Rotters Hands beim Hartberger Anschlusstor, „natürlich“ nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld nicht, der andere hingegen ein SCR-Abseits nach dem anderen, obwohl es keine waren. Na wurscht, es war der dritte Auswärtssieg, ohne dass unsere Mannschaft sich groß ausgeben musste – Molde, wir kommen!

  • SCR: Gartler; Stojkovic, Greiml (46.Sonnleitner), Barac, Ullmann; Grahovac, Ritzmaier; Schick (62.Demir), Knasmüllner (62.Schuster), Arase; Kara (82.Kitagawa)
  • Tore: Rotter (66.); Arase (2., 76.), Kara (35.)
  • Gelbe Karten: Heil, Swete, Rep, Trainer Schopp; Greiml
  • Gelb-Rote Karte: Nimaga (44., Foul)
  • Hartberg, Gishamer
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„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

„Runde“ Spiele: jeweils 25 absolvierten Srdjan Grahovac (EC gegen Dundalk, H), Thorsten Schick (BL in Ried), Maximilian Hofmann (EC gegen Dundalk, A)

BL-Tore: Christoph Knasmüllners 1:1 gegen RBS war das 150. Tor in dieser Meisterschaft; Kelvin Arase erzielte aus etwa 20 Zentimeter Entfernung in Hartberg Rapids 25. diesjähriges Tor.

„MR. GRÜNZEUG NR. 617“: MAXIMILIAN ULLMANN

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat. Maximaler Kampfgeist, maximale Fitness, auch wenn es da oder dort zwickt und zwackt: Maxi(mal) Ullmann! Drei Tage nach dem 1:4 in London, wo er das einzige Mal zur Pause ausgetauscht wurde, bewies der Ex-Linzer einmal mehr, dass er längst ein echter Rapidler ist, nicht nur bei der maximalen Vorbereitung des 2:0.

EIN BLICK ZU RAPID II

9.RUNDE (6.11.): HORN (A) 2:3 (2:1)

13.11.: TEST gegen ADMIRA-PR0FIS 3:2 (0:2)

Tore: Savic, Zimmermann, Zahirovic; Maierhofer, Hausjell

10.RUNDE (22.11.): GAK (H) 1:2 (0:1)

  • Hedl; Sulzbacher, Eggenfellner (56.Dijakovic), Gobara (60.Hajdari), Moormann (79.Kanuric); Querfeld, Sattlberger; Savic, Tepecik, Zimmermann (60.Zahirovic); Fuchshofer (79. Oda)
  • Tore: Tepecik (48.); Gantschnig (28.), Harrer (56.)
  • Allianz-Stadion, Jäger
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11.RUNDE (27.11.): WACKER INNSBRUCK (A) 1:2 (1:1)

  • Hedl; Zwickl (82.Fuchshofer), Querfeld, Dijakovic, Gobara; Tepecik (82.Bozic), Hajdari (85.Kanuric), Sattlberger, Savic; Zimmermann, Oda (85.Zahirovic)
  • Tore: Zaizen (25.), M.Wallner (51.); Joppich (11., Eigentor)
  • Gelb-Rote Karte: Grujcic (82., Hands)
  • Tivoli, Altmann
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12.RUNDE (4.12.): KAPFENBERG (H) 0:3 (0:1)

  • Unger; Hajdari (90.Kanuric), Querfeld, Eggenfellner, Gobara; Sattlberger (63.Strunz), Felber (46.Bozic); Tepecik (46.Zwickl), Oda, Savic; Fuchshofer (57.Zimmermann)
  • Tore: Steinlechner (14.), Mikic (80.), Komolafe (88.)
  • Allianz-Stadion, Jandl
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Tabelle (Stand vom 6.12.)

 l.Lafnitz  12/28 (22:10)
l0.Rapid II 12/5  (14:27)

RESÜMEE

Gute Vorzeichen: Frühes 1:0, dann 1:1 und 2:1,in Überzahl ab 47. Minute, doch am Ende gab es auch in Horn eine Niederlage, dagegen half kein „Fußballgott“ auf der Bank…. Das tat der auch beim 1:2 gegen den fünftplatzierten GAK, der Einstimmung auf einen besonders freudlosen Sonntag (3:4 der indisponierten Profis in Ried), leider nicht. Nun, nach einem Drittel aller Zweitligaspiele, musste man leider feststellen, dass Rapid II mit ihrer Jugendformation (so sind Tepecik, Querfeld oder Sattlberger erst 16 Jährchen alt) in höchster Abstiegsgefahr schwebt, sollten keine echten, fitten Verstärkungen zurückkehren. Nach zehn Runden lag der grün-weiße „Kindergarten“ jedenfalls auf Rang 16…

Daran konnte auch der Auftritt in Innsbruck nichts ändern, wo sich der Wacker mit seinen zahlreichen BL-erfahrenen Kickern weiterhin Hoffnungen auf den Aufstieg macht. Rapids Ängste vor einem Abstieg wären hingegen wesentlich geringer, hätte sie mit eigenen Führungstoren besser umgehen können: Fünfmal lag sie mit 1:0 sowie in Horn auch mit 2:1 voran, es gab aber nur ein Unentschieden (1:1 in Steyr), sodass insgesamt 14 Zähler weniger heraussprangen; nicht auszudenken, wie die jungen Hütteldorfer mit auch nur der Hälfte dieser Punkteverluste in der Tabelle dastünden. Und mit etwas weniger Gegentoren: 24 Stück in elf Matches waren LigaRekord!

Im Heimspiel gegen Kapfenberg, einen vermeintlichen Gegner auf Augenhöhe, musste man keine Führung verteidigen, vielmehr ging der Gast bald in Führung und baute diese im Finish sogar noch auf 3:0 aus.

Fazit: Rapid II liegt nun als „Schießbude der Liga“ (27 Verlusttore in 12 Spielen) unangefochten auf dem letzten Platz und um sieben Punkte hinter dem ersten Nicht-Abstiegsrang. Tja, so ist es halt, wenn zu viele Halbwüchsige gegen Männer spielen, aus welchen Gründen auch immer!

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubdcrfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“-„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

Zwei unliebsame Souvenirs aus Salzburg bzw. vom allseits beliebten Zladdi Junuzovic: Zuerst stieg er Filip Stojkovic auf die Hand (auch ein Mittelhandbruch), dann Dejan Ljubicic auf das rechte Sprunggelenk (keine OP, aber out bis zur Winterpause), beides „natürlich“ unabsichtlich – fragt sich nur,
wie das umgekehrt gewesen wäre, auch ohne Medienwirbel?

Länderspiele: Dem 3:0 (0:0) im Test in Luxemburg am 11.11. (Trauner, Grbic, Wiesinger) folgten zwei Matches in der Nations-League in Wien: Am 15.11. 2:1 (0:0) gegen Nordirland (Schaub, Grbic) sowie am 18.11. 1:1 (0:0) gegen eine dank Corona bunt zusammengewürfelte norwegische B-Auswahl mit dem starken Veton Berisha; erneut scorte der beim SCR ausgebildete Grbic (94.). Daher wurde Österreich Gruppensieger vor den Skandinaviern und stieg in die A-Liga auf. Gratulation, obwohl kein einziger aktueller Rapidler daran Anteil hatte, denn auch unter Teamchef Foda spielen die keine Rolle.

In der U21-Auswahl tut das immerhin der eine oder andere. Sie bezog am 13.11. in Istanbul ein unnötiges 2:3 (1:0), wobei Arase das 1:0 schoss, dem Wolf ein Freistoßtor folgen ließ (Demir war verletzt), aber das reichte ebenso nicht wie das 4:0 (3:0) am 17.11. in Ried (Wolf 2, 1 Elfer, Grüll, Wöber per Elfer), bei dem Greiml debütierte, jedenfalls gewann England die Gruppe 3 klar vor Gregoritschs Team.

Der nächste personelle Tiefschlag: Dejan Petrovic erkrankte am Pfeiffer’sehen Drüsenfieber und fällt somit bis auf weiteres aus.

Die vom SCR initiierte Spendenaktion zugunsten der Verletzten und Angehörigen der Todesopfer des Terroranschlags vom 16.11. brachte 26.000 Euro ein, die den Initiativen „Weißer Ring“ und „Die Boje“ zugute kamen.

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„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-616
  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
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GRÜNZEUG-616

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 48. JAHRGANG / November 2020 / Nr. 616 / Versand 9.10.2020

CORONA, CORONA, CORONA – WIE LANGE DENN NOCH?

Vor fast acht Monaten bereicherte das Vokabel „Corona“ unseren Wortschatz ungemein und das von der „Pandemie“ übrigens ebenfalls, beides so ausdauernd, dass es überhaupt kein Ende zu nehmen scheint. Kein Ende? Um von den Schäden, welche diese Seuche nicht nur in Österreich an der Wirtschaft oder den Körpern und Seelen von uns allen gar nicht zu reden, konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf den SK Rapid sowie auf uns, dessen seit 1951 treuestem Anhängerklub: Dass die zuletzt auf nur mehr 1.500 Zuschauer und, um es in der Hektik nicht zu vergessen, Zuschauerinnen geschrumpfte, behördlich vorgeschriebene Zahl auch keinen Bestand haben würde, war ja zu erwarten. Jedenfalls dürfen überhaupt keine Zuschauer oder Zuschauerinnen die Spiele besuchen – bis wann? Vielleicht bis Dezember, aber wer weiß das schon so genau?

Seit März 2020 tat sich unglaublich viel: Unser Schriftführer, Josef Liska, verstarb, unser Obmann, Gerhard Niederhuber, musste einen Schlaganfall überwinden, nicht nur deswegen gab es wochenlang weder „Grünzeug“, sondern auch sonstiges Klubleben, sieht man von gelegentlichen Vorstandssitzungen ab; ganz ähnliches passiert(e) auch beim SCR selbst. Kurzum, es gab achtmonatige Scheiße, um es ganz ehrlich und voller Verbitterung auszusprechen, nur Corona blieb und blieb, das sogar in zunehmender Stärke, weshalb es seit 2.11. den nächsten Lockdown gibt. Warum der ganze Schmarrn ständig mit englischen Ausdrücken kommuniziert wird, ärgert den Verfasser ebenso wie die Auslassungen der Corona-und Masken-Verweigerer…

So weit, so schlecht, ein bisschen soll ja auch heute der Fußball zu Wort kommen: Rapid 1 legte gegen den LASK (3:0), im Cup in Wr.Neustadt (5:1), beim unglücklichen 1:2 gegen Arsenal in der Europa League, in Wolfsberg (hochdramatisches 4:3) und – unter Nachsicht aller Taxen gegen Altach (3:1) mehr oder weniger starke Leistungen hin, nur das ziemlich erbärmliche 0:1 in Molde haken wir halt ab… Rapid II: Weil sich die vielen Burschen aus der „Zweiten“ um das Erreichen des zweiten Endranges sehr verdient gemacht hatten, war zumindest der Chronist der Meinung, sie würden sich auch in der für sie neuen 2. Liga bewähren – ein Irrtum, wie es zumindest bisher aussieht. Aber noch ist ja gar nichts entschieden.

Entschieden ist auch nicht, ob, wann und worüber das nächste „Grünzeug“ erscheinen wird. Daher rufen wir unseren Mitgliedern und sonstigen Lesern bzw., eh klar, Leserinnen zu: Lassen Sie es sich nicht verdrießen, ob Corona oder nicht Corona!!!

Rapid und ihre Mannschaft würden sich Ihre Treue, wenn auch nur mehr vor dem Bildschirm, sehr wohl verdienen, wie ein Blick auf die Tabelle (Stand 1.11.) beweist:

1. Salzburg 6/18 (24:4)
2. Rapid    6/16 (17:7)
3. LASK     6/13 (11:5)

Im Achtelfinale des Cups muss Rapid erneut in Salzburg antreten (16.12.); fehlte gerade noch, dass der Schiedsrichter wiederum Eisner heißt…

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

BL, 4.RUNDE (4.10.): LASK (H) 3:0 (2:0)

Inmitten einer bravourös kämpfenden grünweißen Einheit zeigten D.Ljubicic, Murg und Fountas, wie schwerwiegend ihre Abgänge zu verkraften wären. „Wenn einer geht, wäre es mehr als fatal“, dachte nicht nur Kühbauer. Jedenfalls hatten es die ohne Abwehrchef Trauner hinten sehr matten Linzer EC-Triumphatoren (zuletzt 4:1 bei Sporting Lissabon) auch vorne keine Chancen gegen Hofmann, Barac & Co. und Glück, „nur“ 0:3 verloren zu haben. Am Ende bewies Demir erneut hohe Fußballkunst und bestätigte Kara, dass er nicht nur ein unverdrossener Kämpfer ist, sondern auch treffen kann.

SCR: Strebinger; Stojkovic, Hofmann, Barac; Arase (70.Schick), Grahovac, D.Ljubicic, Ullmann; Murg (77.Demir), Fountas (81.Kitagawa); Kara.
Tore: Murg (7.), Fountas (22.), Kara (90./+3).
Gelbe Karten: Kara, Schick; Holland, Wiesinger, Gruber, Filipovic.
Rote Karte: Ramsebner (66., Foul).
Allianz-Stadion, Hameter, 3.000 (ausverkauft).

ÖFB-CUP, 2.RUNDE (17.10.): WR.NEUSTADT (A) 5:1 (3:1)

Ohne Fountas und den erkrankten Demir schlug Rapid den Vorletzten der RLO in einem seriösen Test, aus dem Murg-Nachfolger Ritzmaier mit zwei herrlichen Treffern herausragte.
SCR: Strebinger; Stojkovic (61.Arase), Sonnleitner, Hofmann (61.Barac), Ullmann; Petrovic, D.Ljubicic (61. Grahovac); Schick, Knasmüllner (74.Ibrahimoglu), Ritzmaier; Kara (46.Kitagawa).- Tore: Weidinger (22.); Knasmüllner (18.), Ritzmaier (32., Freistoß, 70.), Kara (45./+1), Arase (78.).- Wr.Neustadt, Ciochirca, 1.250.

EL, 1.RUNDE (22.10.): ARSENAL (H) 1:2 (0:0)

Dass Arsenals Kader 19-mal teurer ist als der Rapids, war bis Minute 70 nicht erkennbar, denn die grün-weiße Abwehr stand bombensicher, während die Offensive wesentlich besser agierte als die der Gäste. Aber leider verflog sich Strebinger bei einer Freistoßflanke, und Luiz stellte Fountas‘ Tor nach Leno-Patzer per Kopf ein. Wenig später fixierte Superjoker Aubameyang den unverdienten Sieg der Londoner, der ohne das in diesen Szenen blinden Schiritrio kaum möglich gewesen wäre: Zwei ausschlussreifen Ellbogenchecks sowie ein Strafraumhands wurden von Kralovec & Co. negiert. Schade um Rapids möglichen Sensationssieg!

SCR: Strebinger; Arase (79.Schick), Stojkovic, Hofmann, Barac, Ullmann; D.Ljubicic, Grahovac, Ritzmaier (88.Knasmüllner); Kara (76.Kitagawa), Fountas.
Tore: Fountas (51.); Luiz (70.), Aubameyang (74.).- Gelbe Karten: Grahovac, Arase, Kara, Ritzmaier; Lacazette, Partey, Nketiah, Leno.
Weststadion, Kralovec (Tschechien) 3.000 („ausverkauft“).

BL, 5.RUNDE (25.10.): WAC (A) 4:3 (2:0)

An seinen 35. Geburtstag wird Michael Liendl noch lange denken, wir aber auch! Gegen die ohne Fountas (Mittelhandknochenbruch) angetretenen, aber trotzdem sehr torgefährlichen Rapidler stellten er mit seinen immer noch gefürchteten Standards und Baumgartners Kopfballstärke unversehens auf 2:2, dem folgte ein Kontertor zum 3:2 für die Wolfsberger, sodass es beim nächsten Debakel der Wiener an dieser Stätte so aussah, wo es seit März 2015 keinen SCR-Sieg mehr gab. Damals war’s ein 5:0 mit Berics Hattrick und Schaubs Doppelschlag, aber dieses 4:3 war fast noch epochaler: Rapid bäumte sich auf, wie es eine vom Didi gecoachte Mannschaft öfter tun sollte. Und Kara zeigte sich als Mann ohne Nerven – was für ein Wahnsinnsmatch!

SCR: Strebinger; Stojkovic, Hofmann, Greiml (56.Barac); Grahovac, D.Ljubicic; Schick (71.Arase), Ritzmaier (76.Knasmüllner), Ullmann; Kara, Kitagawa (76.Alar).
Tore: Baumgartner (47., 52.), Dieng (67.); Schick (25.), Kitagawa (35.), Kara (77., 90./+3).
Gelbe Karten: Liendl, WAC-Trainer (und SCR-Legende) Feldhofer, Leitgeb, Baumgartner; Hofmann.
Lavanttal-Arena, Ebner, 1.500 (nun ,,Corona“-ausverkauft…).

EL, 2.RUNDE (29.10.): MOLDE FK (A) 0:1 (0:0)

Ein Spiel mit Vorentscheidungscharakter? Zu lange tatenlos im Hotel gefangen? Ungewohnter Kunstrasen? Noch schwerer bespielbarer Gegner? Jedenfalls lahmte Rapids Umschalt- und Offensivspiel so sehr wie lange nimmer. Was diesmal sicher auch an Fountas‘ Fehlen lag. Eigentlich setzte nur ein Hütteldorfer den auf dem ganzen Feld kompakt auftretenden Norwegern wirklich ernsthaften Widerstand entgegen, und das war der überragende Strebinger-Vertreter Pauli Gartler in seinem ersten EC-Einsatz, ohne den die Niederlage viel empfindlicher ausgefallen wäre. Auch wenn der Knackpunkt in Minute 43, als Ritzmaiers Distanzschuss vom gegnerischen Keeper an die Innenstange gedreht wurde, hätte sein können. Trotzdem weiß man ja nicht, ob Molde nach einem 0:1 nicht mehr so dominant gewesen wäre – oder ob sich der SCR erfangen hätte. Wir werden es nie erfahren…

SCR: Gartler; Stojkovic, Greiml, Barac, Ullmann; Grahovac (77.Ibrahimoglu), D.Ljubicic; Schick (46.Arase), Kitagawa (58.Knasmüllner), Ritzmaier; Kara.
Tor: Owoijuanfo (65.)
Gelbe Karten: Wingo, Haugen, Aurenes; Stojkovic, Greiml.
Aker-Stadion, Molde, Ardeleanu (Tschechien), 600.

BL, 6.RUNDE (1.11.): ALTACH (H) 3:1 (1:0)

Allein Kitagawa hätte für ein absolutes Schützenfest der ohne ihre Topscorer angetretenen Rapidler sorgen können. Nachdem Ritzmaier bald nach Karas Stangenknaller mit einem wahren Traumtor für so viel Begeisterung sorgte, dass die eigentlich chancenarmen Gäste zum unerwarteten Ehrentreffer kam – zwei Schüsse aufs von Gartler wieder gut gehütete Gehäuse! Nachmachen, Rapid (nur zwei Treffer bei 30 Schüssen)!

SCR: Gartler; Stojkovic, Hofmann, Barac (82.Sonnleitner); Petrovic, D.Ljubicic (75.Grahovac), Ullmann; Schick (61 .Ritzmaier), Knasmüllner (73.Ibrahimoglu), Arase; Kitagawa (61.Kara).
Tore: Knasmüllner (22.), Kitagawa (54.), Ritzmaier (81.); Stefel (83.)
Gelbe Karten: Kara; Edokpolor, Wiss, Netzer, Bumberger.
Allianz-Stadion, Kijas, 1.500 (zuletzt!).

„MR. GRÜNZEUG NR. 616“: ERCAN KARA

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat.

Im Oktober teilte Ercan Kara unseren Titel ohne Mittel mit Maxi (Hofmann) und Taxi (Fountas). Diesmal aber gewann er ihn ganz alleine, obwohl er wieder starke Konkurrenten hatte: Hofmann, Dejan Ljubicic, Maxi Ullmann oder den „Neuen“ Marcel Ritzmaier. Fountas fiel aus der Wertung, weil er lediglich zwei Spiele bestritt.

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

Diesmal gibt es weder das eine noch das andere zu vermelden.

EIN BLICK ZU RAPID II

4.RUNDE (30.9.): DORNBIRN (A) 2:1 (2:1)

Hedl; Sulzbacher, Eggenfellner, Dijakovic, Hajdari (65.Obermüller); Bosnjak (79.Kanuric), Felber (58.Schuster); Savic, Kocyigit (65.Softic, Zimmermann; Fuchshofer (80.Strasser).
Tore: Dornig (65.); Savic (6.), Kocyigit (45., Elfer).
Birkenwiese, Dornbirn, Talic, 500.

5.RUNDE (3.10.): LAFNITZ (H) 2:3 (1:0)

Hedl; Sulzbacher, Eggenfellner, ,Dijakovic, Hajdari; Bosnjak (61. Schuster), Felber (73.Kanuric); Zimmermann (61. Kocyigit), Ibrahimoglu (84.Strasser), Savic (73.Wunsch); Fuchshofer.
Tore: Fuchshofer (1., 90.); Siegl (47.), M.Kröpfl (69., Elfer), C.Kröpfl (90./+3).
Allianz-Stadion, Pfister, 400.

6.RUNDE (23.10): VORWÄRTS STEYR (A) 1:1 (1:0)

Hedl; Sulzbacher, Eggenfellner, Dijakovic, Gobara; Schuster, Felber; Savic (74.Strasser), Wunsch (74.Tepecik), Zimmermann (90./+2 Moormann); Strunz (46.Softic).
Tore: Strunz (20., Elfer); Drga (58.).
Steyr, Weinberger, 910.

7.RUNDE (26.10.): AUSTRIA LUSTENAU (H) 1:2 (0:1)

Hedl; Sulzbacher, Eggenfellner, Gobara (46.Querfeld), Obermüller; Zimmermann, Bosnjak (24.Schuster), Ibrahimoglu (61.Softic), Felber, Strasser (85.Oda); Wunsch (61.Tepecik)
Tore: Schuster (53.); Wallace (45.), Maak (72.).
Allianz-Stadion, Fluch, 750.

8.RUNDE 31.10.): BW LINZ (A) 1:3 (0:2)

Hedl; Sulzbacher, Eggenfellner, Querfeld, Dijakovic (77.Moormann); Schuster, Felber (77.Oda); Zimmermann (82.Strasser), Wunsch, Savic; Softic (82.Budimir).
Tore: Janeczek (33.), Schubert (42., Elfer), Gemicibasi (72., Elfer); Dijakovic (47.).
Linzer Stadion, E.Ristoskov, 850.

RESÜMEE

Hart erkämpfter, erster Sieg in Liga 2, sowie nach einer knappen Stunde endlich das Comeback des lange verletzt gewesenen Lion Schuster! Sonderlob für Niklas Hedl, der bei 1:0 einen Penalty des Dornbirner Spezialisten Fridrikas super entschärfte.— Höchst unglückliche Niederlage bei Nicholas Wunschs spätem Comeback gegen die vor der Pause mit dem 0:1 sehr glimpflich davongekommenen Lafnitzer Routiniers in einem wahren First-und Last-Minute-Festival – Wahnsinn!

Allmählich kommen immer mehr Dauerverletzte zurück: Nach Schuster, zuvor gegen Lafnitz und nun waren es Gobara, Strunz, der sein Comeback mit einem Elfmetertor krönte, sowie ganz am Ende des abwechslungsreichen Spiels in Steyr war es Moormann.

Weil dem SCR vorne ein echter Stürmer fehlte und seinem Mittelfeld die konstruktiven Ideen, blieb er gegen Lustenau in einem niveauarmen Match ziemlich wirkunsgslos.

Nach dieser Partie wollte sich Steffen Hofmann auf sein Amt als SCR-II-Trainer konzentrieren (siehe auch „Splitter“).

Da willst du trotz des Fehlens unzähliger Leistungsträger Fußball spielen, aber da kommt einer um die Ecke, steckt sein ein Pfeiferl in den Mund und verhängt gleich zwei fragliche bis erfundene Foulelfmeter gegen dich, sodass Rapid II nach dem 1:3 bei BW Linz immer mehr in Abstiegsgefahr schlittert. Was sich der Verfasser so nicht ausgemalt hätte. Schwacher Trost: Nur die Young Violets sind mit drei Zählern bei 8:15 Toren noch schlechter platziert als SCR II mit fünf und den zweitmeisten Gegentoren (10:17). Und: Die gesicherten Tabellenplätze sind (noch?) nicht zu weit entfernt.

SPLITTER

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Angst und Entwarnung um Antonin Panenka! Einer der besten und sympathischsten Rapidler war nach positivem Corona-Test auf der Intensivstation, aber nach erstaunlich kurzer Zeit wurde er samt Lungenentzündung nach Hause entlassen. Merke: Auch wenn der „Tonda“ ein Tscheche ist, einen echten Rapidler, und das war und ist er fürwahr, haut nicht so bald etwas um!

Länderspiele: In Klagenfurt trafen Ex-Rapidler Grbic und Baumgartner zum 2:1 (0:0) gegen Griechenland, an dem am 7.10. nur ein Hütteldorfer mitwirkte, nämlich unser Taxi Fountas, der das 0:1 vorbereitete.

Im Rahmen der National League traf Gregoritsch am 11.10. zum 1:0 (0:0) gegen Nordirland in Belfast, und am 14.10. sorgte Schöpf für das 1:0 (0:0) gegen Rumänien in Ploiesti (Ullmann stets Ersatz). Mit Demir sowie Arase (ab 61.) gewann die U21mit dem genesenen Trainer Gregoritsch sen. Das EM-Quali-Match gegen den Kosovo in Pristina dank Grüll mit 1:0 (0:0).

Am 11.10. stieg das 8. VARTA-U15-Tumier diesmal nur als „Final three“ (Corona!) und wurde von Sturm Graz mit 3:0 gewonnen (SCR-Coach Walter Knaller fairerweise: „Das reifste Team“ und: „Toll, das Turnier überhaupt ausgetragen zu haben!“). Dritter wurde Admira hinter den Steirern und den Gastgebern Rapid.

Corona und die vielen Länderspiele hatten den schreibenden Miesmachern die Rede verschlagen, obwohl sie das Abwehrtalent Leo Greiml ja auch gerne in die Feme hätten expedieren wollten, um vom möglichen Karriereende ganz zu schweigen. Jedenfalls erfuhren wir erst m 13.10., dass der Ex-St.Pöltner nach dem 19.9. (Graz) an einer Schambeinentzündung laboriert hatte, die schon so manchen ums Kicken gebracht hatte, bevor er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnte.

Nach Stefan Schwab wechselte auch Thomas Murg unmittelbar nach seinem 1:0 gegen den LASK zu PAOK Saloniki – viel Glück euch beiden!

Zoki Barisic zog sofort einen Ersatz aus dem Hut: Marcel Ritzmaier (27), uns aus seiner Tätigkeit beim WAC bestens bekannt, wurde aus Barnsley importiert und schlug sofort ein, wird aber wohl nur ein Jahr in Hütteldorf bleiben.

Stephan Auer kehrte zu seinem Ex-Klub Admira zurück, während Tobias Knoflach bis dato noch ohne neues Engagement blieb.

Trotz des vom ORF am 23.11. vermeldeten nächsten Corona-Falls wurde Rapids Programm für Training und Spielbetrieb nicht gefährdet.

Wohl aber ging der Klub vor Corona in die Knie: Die für 23.11. vorgesehene Hauptversammlung wurde auf quasi „irgendwann“ im nächsten Jahr verschoben. Wie lange wird der aus China importierte Albtraum noch dauern bzw. wird er überhaupt jemals ein Ende haben?

Rapids neuer U14-Trainer trägt einen bekannten Namen: Muhammet Akagündüz! Der neue Talente-Manager ist uns mit Martin Hiden aber auch: Martin Hiden folgt Steffen Hofmann in dieser Funktion, weil der sich nun auf seine Aufgabe als Trainer von Rapid II voll konzentrieren will. Zuvor war Hiden als Scout tätig.

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„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-615
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GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 48. JAHRGANG / Oktober 2020 / Nr. 615 / Versand 5.10.2020

CORONA UND KEIN ENDE, ABER DAS ENDE VON VIELEM???

Zuerst zum Klub der Freunde des S.C. Rapid!

Kürzlich rief ein Herr Stefan S. dessen Obmann an: Er habe Angst, sich in einer unserer Versammlungen mit Corona anzustecken, aber andererseits gebe es solche ja ohnehin nicht. Aus diesen Gründen bräuchten wir ihm kein „Grünzeug“ mehr zuzusenden. Sollten weitere Mitglieder ebenso denken, müssten wir 2021 keine (wegen Corona verschobene) Generalversammlung mehr abhalten, sondern nur eine Außerordentliche Generalversammlung zwecks Auflösung des seit 1951 bestehenden Klubs, dessen Fixkosten ja weiterhin zu berappen wären. Vorausgesetzt, es würde sich alles in eine positive Richtung bewegen, doch dafür spricht immer weniger und weniger – Corona und kein Ende!

In eine Sackgasse steuert naturgemäß auch der SK Rapid! Bevor sich die „China-Seuche“ (O-Ton von US-Präsident Trump) auch hierzulande immer weiter und weiter ausbreitete, war der SCR finanziell bestens aufgestellt, aber wer statt rund 19.000 Zuschauer ins Stadion nur mehr 3.000 begrüßen kann (oder demnächst womöglich gar keine?), der hat mit bisher ungeahnten finanziellen Problemen zu kämpfen. Daher gilt auch für seine Angestellten in kurzen Hosen diese Stelle der Klubhymne nicht mehr so richtig: „Egal, wos kummt in Lern, Rapid wird’s imma gern.“ Um die Kosten zu senken, wurde Kapitän Stefan Schwab schon vor Wochen nach Griechenland verabschiedet, bevor Thomas Murg in St.Pölten angeblich seine letzte Partie in Grün-Weiß absolvierte, Dejan Ljubicic, Schwabs junger Nachfolger als Spielführer, und Taxi Fountas, Rapids erfolgreichster Scorer in letzter Zeit, ebenfalls „Pfüat euch Gott mit Rosenwasser“ sagen könnten. Der SCR ohne solche Leistungsträger? Ob das die Starlets aus dem eigenen Nachwuchs abfedern könnten, ohne dass die Mannschaft nicht entscheidend verstärkt würde, das fragt sich sicher nicht nur der Verfasser. Und das nach dem durchaus guten Start ins Corona-Jahr 2020/21, wobei er das 1:1 in Graz trotz verschlafener erster Halbzeit als gar nicht sooo schlecht darstellen möchte. Denn Fußball ist ja ein Ergebnissport. Und: Solchen Ergebnissen könnten wir ja noch nachtrauem, sogar trotz der Qualifikation für „nur“ die Euro-League statt der EC-Gruppenphase…

Speziell in den weiteren Corona-Jahren.

tipico-Bundesliga (Stand vom 27.9.2020)

Die ungebremst finanzstarken Salzburger an der Spitze:

1. Salzburg 3/9 (10:3)
2. Rapid    3/7 ( 7:3)
3. LASK     3/7 ( 5:2)

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

CL-QUALI, 2.RUNDE (26.8.): LOKOMOTIVA ZAGREB (A) 1:0 (1:0)

In puncto Spielanteile, Eckbälle und vor allem Torschüsse war Österreichs Vizemeister, angeführt vom Jung-Kapitän Ljubicic, dem Kroatiens eindeutig überlegen, sodass ein Sieg hundertprozentig gerechtfertigt blieb. Lok Zagreb mauerte speziell vor der Pause, dennoch hätte es fast 0:1 geheißen, doch Strebinger vereitelte das, und wenig später erzielte Kara das Tor des Tages, wobei es bis zum Happy End auch blieb, weil der Ex-Homer und auch Ullmann nicht mehr trafen.


SCR: Strebinger; Stojkovic, Hofmann, Greiml, Ullmann; Petrovic, D.Ljubicic; Arase (75.Schick), Fountas (86.Kitagawa), Murg (66.Grahovac); Kara.- Tor: Kara (32.).- Gelbe Karten: Drei für Lok; für Rapid D.Ljubicic, Hofmann, Greiml, Trainer Kühbauer.-Kranjceviceva, Zagreb, SR Martinez (Spanien).

Andy, Karl, Martin und Lukas am Podium

ÖFB-CUP, 1. RUNDE (30.8.): ST.JOHANN/PONGAU (H) 5:0 (2:0)

So forsch der Regionalligist auch einstieg, so chancenlos war er gegen die nicht immer zielgerichtet agierenden Rapidler (Fountas schoss sogar einen Elfer drüber (30.). Am Ende der Chancenschluderei in Grün-Weiß war der Didi aber doch zufrieden.

SCR: Strebinger; Stojkovic (46.Schick), Greiml (71.Sonnleitner), Hofmann, Ullmann; Petrovic (46.KnasmüIlner), D.Ljubicic; Murg (59.Demir), Fountas, Arase; Kara (70.Kitagawa).- Tore: Fountas (12., 48., 50.), Kara (22.), Demir (89.).- Gelbe Karten: Zwei für St.Johann.- Allianz-Stadion, Lechner, 1.250 (Corona!).

Maria und Jürgen

BL, l.RUNDE (11.9.): ADMIRA (H) 4:1 (2:0)

Spiel mit Corona-bedingtem Rekordbesuch gegen die mit den Altrapidlem Hoffer (bejubelt) und Maierhofer (ausgepfiffen) angetretenen Admiraner, die gegen Murg (super 1:0) und Konsorten keine echte Chance hatten. Auf der Fahrt zum ersten Auftritt seit 1.3. mit Zuschauern (3:1 gegen die aufgelösten Mattersburger) querte der Verfasser die Reindorfgasse, wo sich Tausende zu einem Straßenfest zusammenfanden, bei welchem kein einziger Mensch mit Maske zu sehen war. In Anbetracht dieser Denkungsart wundert es keinen mehr, dass es ab Runde 2 nur mehr 3.000 Fans geben darf- ein besonders für den SK Rapid extrem schmerzlicher Verlust. Fragt sich nur: Wie geht es weiter?

SCR: Strebinger; Stojkovic, Greiml, Hofmann, Ullmann; D.Ljubicic, Petrovic (82.Grahovac): Murg, Fountas (82.Savic), Demir (68.Knasmüllner); Kara (76.Kitagawa).-Tore: Murg (8.), Fountas (43., 73.), Kitagawa (90./+2); Hausjell (80.).- Gelbe Karten: Murg, Fountas, Stojkovic; Meierhofer, Maier.- Allianz-Stadion, Jäger, 10.000 (Corona-Rekord).

CL-QUALI, 3.RUNDE (15.9.): KAA GENT (A) 1:2 (0:1)

17:9 Torschüsse beweisen Rapids Gleichwertigkeit mit dem belgischen Vizemeister. Sie begann sehr stark, aber ein Fehler auf der rechten Abwehrseite erbrachte das Kopfball-0:1. Nun kam Gent deutlich auf, bis Greiml ein Strafraumfoul beging, das nicht notwendig war. Anschließend ereignete sich das Geschehen fast nur in Gents Hälfte, das überfällige 1:2 gelang Demir per tollem Schuss jedoch erst in der Nachspielzeit. Trotzdem hätte Greimls Kopftor geradezu fallen müssen, aber der Ball strich knappest vorbei – Greiml war also die tragische Figur dieser unglücklichen Niederlage. Welche Rapid um die Qualifikation zur Play-off-Runde brachte: Fünf Millionen hätten der coronageschädigten Klubkasse mehr als nur gut getan. Und nun wird man als Europa-League-Starter („nur“ mehr drei Millionen) über Verkäufe nachdenken müssen…

SCR: Strebinger; Stojkovic, Hofmann, Greiml; Arase (73.Demir), Petrovic (82.Grahovac), D.Ljubicic (86.Kitagawa), Ullmann; Murg; Kara, Fountas.- Tore: Dorsch (36.), Yaremtschuk (59., Elfer); Demir (90./+3).- Gelbe Karten: Hofmann, Arase, Greiml, Fountas, Demir.- Ghelamco Stadium, Ekberg (Schweden).

BL, 2.RUNDE (19.9.): STURM GRAZ (A) 1:1 (0:0)

Sturm erwartungsgemäß mit Schaum vor dem Mund und Rapid lange Zeit hinten wie vorne ohne Mumm, sodass wir mit dem Pausenstand hochzufrieden sein konnten. Was Kühbauer seiner lethargisch wirkenden Truppe in der Kabine gesagt hat, ob die Grazer ihrem eigenen Tempo Tribut zollen mussten, ob der in Gent zurückgelassene Mumm wieder in den grün-weißen Hirnen und Körpern aufgetaucht war, oder ob es erneut an Teenie Demirs Auftritt lag? Man weiß es nicht, jedenfalls gelang dem 17-Jährigen auf Karas raffiniertes Ferserl-Zuspiel das 1:1, und nun hätte es durchaus einen SCR-Sieg geben können, aber Siebenhandl verhinderte zwei großartige Fountas-Tore.

Fazit: Nach einseitiger erster Halbzeit sah das naturgemäß spärliche, jedoch enthusiasmierte Grazer Publikum eine dramatische zweite, in der jeder Ausgang möglich gewesen wäre.

SCR: Strebinger; Stojkovic, Greiml, Hofmann, Ullmann; Petrovic, D.Ljubicic; Murg (88.Grahovac), Fountas, Arase (53.Demir); Kara (70.Kitagawa).- Tore: Gorenc-Stankovic (52.); Demir (68.).- Gelbe Karten: Hierländer, Kiteishvili; Arase, Kitagawa.- Merkur Arena Altmann, 2.812.

BL, 3.RUNDE (25.9.: SKN ST.PÖLTEN (A) 2:1 (2:1)

Die zuletzt erfolgreichen Gastgeber gingen zwar schnell in Führung, aber noch schneller in einen letztlich entscheidenden Rückstand, den Kara mit einigen sehr guten Chancen noch deutlich höher hätte gestalten können. Allerdings hatten auch die Niederösterreicher einige Möglichkeiten und das in einer Partie, die Rapid nicht unverdient gewann, aber den Kapitän kostete (D.Ljubicic ging mit Leistenbeschwerden vom Platz). Sowie einen „neuen“ Innenverteidiger brachte, nämlich Barac nach langen Muskelbeschwerden.

SCR: Strebinger; Stojkovic, Hofmann, Barac, Ullmann; Petrovic, D.Ljubicic (50.Grahovac); Murg (80.Sonnleitner), Fountas (80.Kitagawa), Arase (62.Demir); Kara.-Tore: Hugi (6.); Fountas (15.), Kara (17., Elfer).- Gelbe Karten: Muhamedbegovic, K.Schulz, R.Ljubicic; Hofmann, Stojkovic, Ullmann.- NV-Arena, Ciochirca, 1.563.

„MR. GRÜNZEUG“ NR. 615: HOFMANN, FOUNTAS, KARA!

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat. „Uralt-Rapidler“ Maxi Hofmann, der hinten ohne Rücksicht auf gelbe Karten absicherte, sowie die Jungen“ Rapidler Taxi Fountas und Ercan Kara als gut harmonierendes Stürmertrio, so hießen unsere ex-aequo-Sieger, also ein selten gesehener Tripel.

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

BL-Spiele: Koya Kitagawa und Filip Stojkovic jeweils 25. (Admira).-„Runde“ Tore: Fehlanzeige.

EIN BLICK ZU RAPID II

Wie schon sein Vorgänger Muhammet Akagündüz verließ Zeljko Radovic den SCR II, um ein anderes Betätigungsfeld zu entdecken. Bei aller Enttäuschung über das Ende ausgerechnet vor dem Aufstieg in die 2. Liga: Herzlichen Dank für deine tollen Erfolge mit dem Nachwuchs – und herzlich willkommen, Steffen Hofmann, als Interimstrainer der Zweiten!

1. RUNDE (13.9.): LIEFERING (A) 0:3 (0:1)

Hedl; Sulzbacher (46.Fallmann), Eggenfellner, Obermüller, Dijakovic; Hajdari (85.Kanuric), Felber (85.Oswald), Kocyigit (61.Markl), Ibrahimoglu, Savic (51.Zimmermann); Fuchshofer.- Tore: Adamo (11.), Sesko (49.), Major (71.).- Grödig, Ebner, 236.

2. RUNDE (18.9.): JUNIORS OÖ (H) 1:1 (1:1)

Hedl; Hajdari, Eggenfellner, Barac, Dijakovic; Zimmermann, Kocyigit (87.Strasser), Felber, Ibrahimoglu, Savic (63.Markl); Fuchshofer (75.Fallmann).- Tore: Fuchshofer (27.); Plojer (15.).- Gelb-Rote Karten: Wimmer (79., Foul), Boller (85., Foul).- Rote Karte: Hajdari (73., Foul).- Allianz-Stadion, Muckenhammer, 550.

3. RUNDE (27.9.): FAC (H) 2:3 (1:1)

Unger; Sulzbacher, Eggenfellner, Dijakovic, Obermüller; Zimmermann (67.Savic), Felber, Ibrahimoglu (85.Softie), Bosnjak (62.Kanuric), Kocyigit (85.Strasser); Fuchshofer.- Tore: Fuchshofer (26.), Dijakovic (90./(+3); Sahanek (31., 69.), Dos Santos (77.).- Allianz-Stadion, Sadikovski, 750.

RESÜMEE

Kein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Steffen Hofmann, den Interimstrainer, der war ja vor vier Tagen 40 geworden! Sieht man von seinem Patzer beim 0:1 ab, war Hedl der einzige Rapidler, der mit den deutlich überlegenen Lieferingem mithalten konnte.

Barac feierte nach langer Verletzungspause ein gelungenes Comeback, und Fuchshofer gelang Rapids erstes Tor in der zweithöchsten Liga. Nach ausgeglichenem Beginn mit Vorteilen für die LASK-Dependance Juniors steigerten sich die Jungrapidler bis zum Ende, aber alle Kontermöglichkeiten wurden vergeben. Daher sorgte schließlich nur Herr Muckenhammer für Farbe im Spiel.

Rapid II ging durch Fuchshofer (Vorarbeit: Ibrahimoglu, Obermüller) in Führung, aber die währte nur wenige Minuten. Anschließend hatte die Mannschaft von Trainer Steffen Hofmann und Lizenzinhaber Franz Maresch kaum mehr etwas zu melden, so überlegen waren die Pressballkönige des FAC auch puncto Kombinationsfußball. Kurz und (un)gut: Es wird ein hartes Jahr für unsere Jünglinge!

Stand der 2.Liga (27.9.)

 l. Liefering 3/9 (9:2)
15. SCR II    3/1 (3:7)
    Lustenau

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubderfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“-„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

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Erneut verließen uns zwei Uralt-Mitglieder: Ludwig Kubin (88, seit 14.10.1962 ein Rapidfreund) verstarb am 20.8.2020, Gleiches geschah mit Dr.Johann Niedl (er dürfte sogar ein Gründungsmitglied gewesen sein, weil er am 3.12.1951 eintrat), sein Todestag wurde der Redaktion leider nicht bekannt, jedenfalls danken wir beiden Herren für die jahrzehntelang bewiesene Treue und trauern mit ihren Familien.

Nations League: Am 4.9. 2:1 (1:0) gegen Norwegen in Oslo (Gregoritsch, Sabitzer per Elfer) und am 7.9. 2:3 (1:1) gegen Rumänien in Klagenfurt (Baumgartner, Onisiwo).— U21-EM-Quali unter Interim-Trainer Peter Schöttel: Am 4.9. 1:5 (0:2) gegen Albanien (Wolf per Elfer), Arase und Demir (ab 69.) spielten; erneut in Ried am 8.9. 0:2 gegen England (P.Schmidt), wobei beide oben genannten Rapidler ebenfalls mitwirkten (Kelvin bis 90., Yusi ab 64.).

Noch ein Langzeit-Rapidfreund: Bei KR Peter Frigo bedanken wir uns auch heuer für seine großzügige Spende.—… und noch ein treuer „Greaner“: Gratulation zum Achtziger, den Walter Skocik am 6.9. feierte; Kurt Garger ist mit seinen 60. Lenzen (15.9.) ja noch ein Jüngling, dennoch unsere besten Wünsche auch an ihn.

Weil er im Lauf der Zeit extrem hitzeempfindlich wurde, konnte der Verfasser Rapids Tag der offenen Tür (9.9.) leider nicht besuchen, sodass es keinen diesbezüglichen Kommentar geben wird.

Gleiches trifft auf Roland Schmid zu, der noch vor wenigen Monaten Anwärter auf Rapids Präsidentschaft war, jetzt aber – von einem Plakat mehr oder weniger dummer Buben im Allianz-Stadion („schiache Oide“ etc.) – zur Vienna vertriebenen Sponsor. Danke!

Ein persönliches „Danke“ sagt Obmann Niederhuber dem Rapid-Präsidenten Martin Bruckner, dessen Vorgänger Michael Krammer sowie dem treuen Mitglied Peter Österreicher für ihre Genesungswünsche – spät, aber umso herzlicher!

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„Grünzeug“ im Tagebuch

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  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
  • Alle Ausgaben des GRÜNZEUG seit den 1970er Jahren stehen unseren Mitgliedern oder Fußballhistorikern auf Anfrage im PDF- Format zur Verfügung

GRÜNZEUG-614

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 48. JAHRGANG / September 2020 / Nr. 614 / Versand 31.8.2020

CORONA, CORONA, CORONA… TROTZDEM: IN EIGENER SACHE!

Nach dem unseres Erachtens überragenden Abschluss, der ohne viele Stützen angetretenen Rapid-B-Elf müssen wir leider mit einer Bitte um Beachtung vor unsere Mitglieder treten: Manchen Exemplaren der vorliegenden Nummer liegen ein Zahlschein über eventuell noch offene Mitgliedsbeiträge bei, für deren umgehende Begleichung sich unser Kassier herzlichst bedankt. Sollte der jeweilige Rückstand bereits bezahlt worden sein, möge der Zahlschein als gegenstandslos betrachtet werden. Erstens, weil Corona zumindest bisher alles andere denn als gegenstandslos betrachtet werden kann und zweitens, weil Gerhard Niederhuber, der Obmann plus Redakteur darauf hofft, seine nicht gerade unerhebliche Krankheit überwunden zu haben, könnten die weiteren Nummern unseres Informationsblattes endlich wieder im ursprünglichen Zustand und Umfang
erscheinen! Irgendwann… Und dass uns in diesem unglaublichen Sommer 2020 nur die allerwenigsten Mitglieder
verlassen haben!!!

WAS CORONA ERLAUBTE

Als der Verfasser den „Göttlichen Heiland“ nach dreiwöchigem Aufenthalt wegen eines Schlaganfalls (besten Dank an Frau Christine Ibesich, unsere „Grünzeug“-PC-Schreiberin, für die weitaus mehr als lediglich Genesungswünsche umfassende Betreuung sowohl inner- als auch außerhalb des Spitals!) verließ, um wieder so halbwegs ins Leben einzutreten, war dieses
alsbald noch beschissener als vor dem Insult am 27.6.

Stichwort: Corona! Ohne dem Ergebnis der Vorstandssitzung vom 31.8. vorzugreifen: Wie auch immer die „chinesische Seuche“ (O-Ton US-Präsident Trump) verlaufen wird, ein normales Jahr wird 2020 weiterhin nie mehr zu nennen sein; natürlich auch im Fußball nicht.

SCR-Kapitän Stefan Schwab hat sich nach sechs „berührenden“ Jahren in Hütteldorf erstens um einen Stammhalter vermehrt und wenig später nach Griechenland, ein noch schwerer als Österreich leidendes Corona-Land, abgesetzt. Kühbauer auf die Frage, wer Schwab ersetzen könnte: „Keiner.“ Viel Glück bei PAOK Saloniki, Schwabi! Gleiches gilt auch für Tobias
Knoflach
sowie Stephan Auer, allerdings wissen wir bei der Abfassung dieses Artikels noch nicht, wo die beiden tätig sein werden.

Apropos Kühbauer: Der Trainer, unter dem Rapid mit durchwegs schrumpfendem Personal einen Zugang zur CL-Qualifikation schaffte, wird sich auch ohne den umtriebigen Kapitän durchsetzen, jedenfalls ist das mit den vielen Youngsters durchaus denkbar! Obwohl von denen viele in der 2. Mannschaft aktiv sein werden, zumal die ja erstmals in dieser Spielklasse vertreten wird – keine Corona-Folge, sondern nur eine von jahrzehntelangen kriminellen Umtrieben rund um Mattersburgs „Gönner“ Martin Pucher und dessen Bank. Damit die 2. Liga wieder mit 16 Klubs starten konnte, wurde am 13.8. dem Antrag der Bundesliga vom ÖFB-Präsidium stattgegeben. Und das nach dem mit Sicherheit besten Jahr in der Geschichte von Rapid II! Macht es gut, Burschen. Und dass ihr es könnt, haben die Jungrapidler um Leo Greiml bereits mehrfach bewiesen.

Zurück zur „Ersten“: Vor dem Test gegen Draßburg war ein Rapidler positiv getestet worden, und am 6.8. gab es einen zweiten „Fall“, weshalb das Camp in Tatzmannsdorf abgebrochen wurde. Siehe hiezu unter „Splitter“!

SPLITTER

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Im Rahmen des burgenländischen Trainingslagers gab es am 1.8. ein 4:1 (3:1) in DRASSBURG (Kara 2, Knasmüllner, Kitagawa), bevor es wegen des zweiten Coronafalles einen Abbruch gab.

Zwischendurch: Trotz allem (und trotz frauenfeindlichen Transparenten vorm Hartberg-Match!) und trotz Corona steigerte sich Rapids Sympathisanten-Gruppe auf den höchsten Wert gegenüber des Vorjahres: plus 6 Prozent. Zwischen jungen Fans (16 bis 29 Jahre) gaben 52 Prozent Rapid als ihren Herzensklub an, und in Wien waren es insgesamt 63 (FAK: 10 Prozent).

Schützenfest gegen SCF OPAVA mit miserabler erster und völlig anderer zweiter Halbzeit am 12.8. in Bad Erlach: 5:3 (0:2). Da stand es bis Minute 52 0:3, bevor Greiml, Kitagawa, Kara (2) und Knasmüllner die Partie grundlegend änderten.

Dalibor Velimirovic fehlte: Er erlitt in Draßburg Risse des vorderen Kreuzbandes und des Meniskus im linken Knie. Lion Schuster, ebenfalls ein Hütteldorfer Eigengewächs, bleibt bis 2023 dortselbst.

Wegen, eh klar, Corona gibt es in der Quali nur ein Spiel, welches in Runde 2 am 26.8. beim kroatischen Vizemeister Lokomotiva Zagreb stattfinden soll – oder sollte? In Anbetracht der dortigen Zahlen sprach Österreichs Regierung
am 16.8. eine Reisewamung nach Kroatien aus. Wie das in zwei Wochen aussieht, weiß kein Mensch…

Am 15.8. wurde SLOVAN LIBEREC (Tschechiens Fünfter) im Allianz Stadion klar mit 3:0 (2:0) besiegt, Tore: Kara, Greiml, Fountas. Natürlich fand auch dieses Spiel ohne Zuschauer statt.

Quasi noch viel weniger gab es am 19.8. auch in Hütteldorf: Dieser letzte Test vorm Auftritt in Zagreb verlief dermaßen geheim, dass von ihm nicht mehr als das Resultat bekannt wurde: 7:0 (2:0) gegen die OÖ JUNIORS aus der 2. Liga.

Etwas klarer verlief der bisher einzige Zugang: Tormann Bernhard Unger zählt 21 Jahre, kam vom Konkursklub SV Mattersburg und unterschrieb bis Sommer 2022.

Ob Taxi Fountas auch in Zukunft für den SCR aktiv sein wird, das brachte den so ruhigen Zoki Barisic fast zum Rasen: Das Management des Griechen bietet ihn via Social Media europaweit an, als wäre er ein Artikel auf dem Basar. Dennoch gab es laut Zoki kein konkretes Angebot.

Rapid II startet zwischen 11. und 13.9. in Liefering in die 2. Liga.

Mit dem Heimspiel gegen Admira mit Neuzugang Maierhofer am 13.9. begann Rapid I das Rennen um die Meisterschaft. Dass z.B. Sturm Graz in einem Stadion für 15.000 Zuschauer ebenfalls 10.000 davon empfangen darf, sorgt für Kopfschütteln; jedenfalls dürfen 10.000 Anhänger wie Schachfiguren im Allianz-Stadion Platz nehmen, erst danach dürfen sie ihre Masken von Nase und Mund nehmen. Viel Spaß, auch beim Erwerb der bis Jahresende gültigen Tickets!

Nach 26-jährigem Zusammenwirken mit „Ottakringer“ hat Rapid mit dem (ebenfalls grün-weißem) Marktführer „Gösser“ einen neuen Partner.

Test am 22.9.: SCR II – Traiskirchen 0:2.

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„Grünzeug“ im Tagebuch

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Ausfälle

Einerseits leidet der Fußball im Allgemeinen und Rapid im Besonderen unter dem Corona-Virus, und es fühlt sich an, als hätte bisher die Fußballmaschine die beiden Fußballkommentatoren Gerhard Niederhuber und seinem Grünzeug und Franz Fiala und seinem Tagebuch bei Gesundheit gehalten. Vielleicht durch den Wegfall des „Motors“ hat es beide Autoren „erwischt“ und beide sind im Spital gelandet. Gerhard Niederhuber ist wieder zu Hause, beim Tagebuchautor liegt dieser Zeitpunkt noch in weiter Ferne.

Die bisherigen 11 Tage im KFJ dienten ausschließlich der Diagnostik. Morgen wird es ernst und die Chemotherapie kann in der Onkologie beginnen. Ausgang ungewiss.

Mit einer bescheidenen portablen EDV-Ausrüstung kann der tägliche Pressespiegel weiterhin gesendet werden, Berichte sind schwieriger und werden wohl länger ausfallen.

Einen Bericht über die Erkrankung wurden an Freunde gesendet aber dabei wurde doch die eine oder andere Adresse vergessen. Daher hole ich das hier nach und sende den Text vom Samstag auch im Tagebuch:

Liebe Freunde!

Ich bin kein großer Redner, aber schreiben tu ich gern, und wir sind alle in einem Alter, wo Erkrankungen jederzeit möglich sind. Ich möchte mir mit diesem Bericht selbst ein bisschen Klarheit verschaffen und mir die eigene Ohnmacht in solchen Fragen von der Seele schreiben. Es ist kein Endbericht, keineswegs, es ist ja noch nicht einmal klar, was genau der Fall ist. Außerdem kann man in Sachen des Lebens selbst keine Endberichte schreiben, man muss das vorher machen. Also jetzt.

Sollten es noch ein paar Jahre werden, die mir die Ärzte ermöglichen, freut das natürlich, und wenn nicht, ist doch eine Verabschiedung netter als ein Partezettel im Briefkasten.

Ich hatte einfach das Bedürfnis, diese für mich so überraschenden und existenziellen Erlebnisse, die den Alltag von einem Tag auf den anderen auf den Kopf stellten, mitzuteilen. Dass ich Euch das alles schreibe, soll auch einen Preis haben. Wenn ich da wieder draußen bin, reden wir übers Wetter, über Primzahlen, über den PC oder über Fußball. Aber wenn ich in der nächsten Zeit mit einer Glatze herumlaufen werde, möchte ich nicht dasselbe immer wieder erzählen.

Bitte auch keine Tipps, ich bin in bester medizinischer Betreuung.

Dass ich heute, am Samstag Kalbfleisch bekomme und als Nachspeise ein Fru-Fru wie in Kindertagen, dass ich einen Panoramablick über Wien von Hütteldorf bis zum Hauptbahnhof habe, wäre allein schon berichtenswert. Ein kleiner Schönheitsfehler ist, dass ich die diese Zeilen vom 4. Stock der Urologie im KFJ schreibe.

Noch vor 10 Tagen war ich in Bratislava, um die aktuelle Ausgabe der PCNEWS abzuholen und zu versenden, doch danach verschlechterte sich meine Leistungsfähigkeit von Tag zu Tag.

Die bereits seit zweieinhalb Jahren – auch hier im KFJ – in Untersuchung befindliche Grunderkrankung ist ein sich ständig verschlechterndes Blutbild. Die Hämatologen haben aber nichs von Leukämie gesagt, vielmehr suchten sie nach der Ursache vom Blutverlust und das mit dem vollen Programm also Ganzkörper-Ultraschall, Gastroskopie, Coloskopie, alles ohne Ergebnis. Auch eine Punktierung brachte keinen Aufschluss über die mögliche Ursache der Blutbildveränderung. Da mir das Blutbild aber keine Beschwerden verursacht hat, änderte sich am Alltag gar nichts.

Dann kam der Juli 2020. Und etwa in Monatsmitte fiel mir spontan das Lied „Brüderlein fein“ ein, mit der Zeile „es muss geschieden sein“. Nie hatte ich mich alt gefühlt, doch mit dem Juli 2020 schien sich die Jugend ziemlich abrupt zu verabschieden.

Ich bekam Bauchschmerzen, etwa in der Periodizität 2 Tage Schmerzen, 1 Tag schmerzfrei. Es fühlte sich an wie ein permanenter Harndrang. Ich tippte auf alles Mögliche, wegen der Großflächigkeit der Schmerzen auch auf Nierensteine. Bei Niere fiel mit ein, das es gut wäre, viel zu trinken, und ich tat das dann auch und trank etwa zwei Liter zusätzlich, mit der Folge, dass ich vor Schmerzen nicht schlafen konnte. Wasser, dass sich normalerweise ganz natürlich wieder verflüchtigt, blieb vollständig im Körper – wie die Waage bestätigte. Mein Verdacht wurde auf eine volle Harnblase gelenkt, die aus irgendeinem Grund nicht entleert werden konnte. Damit ging ich zur Hausärztin und die schickte mich mit der Frage „Harnverhalt“ zur Urologie. Und die schickten mich wieder nach Hause, denn die Harnblase sei leer, doch die Schmerzen waren da. Man empfahl mir ein paar Mexalen zu nehmen, was ich ohnehin tat, um etwas schlafen zu können.

Bei einem meiner Besuche im KFJ wegen der Blutwerte ist im Juli der Wert für das Hämoglobin auf 10 gesunken (normal wäre 13-17). Da der diensthabende Arzt nicht sonderlich beunruhigt war, war ich es auch nicht.

Ab Mitte August stellte ich eine früher nie gekannte Atemnot beim Stiegensteigen und einfachen Tätigkeiten fest. Die Selbsteinschätzung war, dass es etwas mit dem Herzen zu tun haben könnte und ich meldete mich bei einem Herzspezialisten an, der mir empfahl, vorher zu einem Lungentest zu gehen. Das tat ich auch. Ich wählte als Wiener Tscheche die Ordination am Wienerberg geführt von Frau Dr. Vesely („Lustig“). Der behandelnde Arzt war ein Dr. Kos („Amsel“). Ich habe beide befragt, aber keiner der beiden wusste um die Bedeutung ihrer Namen. Aber bei der Lunge kannten sie sich aus. Es bestand kein Lungenfehler. Aber Dr. Kos hat mir einen wertvollen Hinweis gegeben als er meinen Blutbefund sah. Das Hämoglobin transportiert den von der Lunge erzeugten Sauerstoff. Ist zu wenig Hämoglobin da, wird auch zu wenig Sauerstoff verfügbar gemacht und man fühlt sich als wäre man auf einem Fünftausender; auch dort bekommt man zu wenig Luft.

Mein endlich vom Urlaub zurückgekehrter Urologe stellte eine verhärtete Prostata mit Verdacht auf einen bösartigen Tumor fest. Er erstelle einen professionellen Befund und schickte mich damit wieder auf die Urologische Ambulanz, und ich ging auf dieselbe, die mich schon einmal nach Hause geschickt hat. Diesmal war eine gewissenhafte Ärztin am Werk, die die Diagnose des Urologen bestätigte. Sie verpasste mir gleich für den nächsten Tag (!) eine Computertomografie für den ganzen Bauchraum. Das war am vorigen Freitag.

Wir besuchten am Wochenende noch den Silbersee bei Kritzendorf und die Umrundung des kleinen Gewässers machte mir – ebenso wie der nachfolgende Einkauf – erhebliche Schwierigkeiten.

An dieser Stelle muss ich anmerken, dass die im Juli beobachteten Bauchschmerzen verschwunden waren und bis heute sind. Ob sie überhaupt irgendwie mit der Erkrankung zusammenhängen, weiß ich nicht, weil ich sie in ähnlicher Form auch schon im vergangenen Jahr hatte, sie aber im Zuge der Darmentleerung vor der Coloskopie wieder verschwunden sind.

Die Befundbesprechung war am Montag. Die ersten Worte des diensthabenden Arztes waren: „Können’s gleich dableiben?“ Er erklärte darüber hinaus, dass sich der Tumor schon an vielen anderen Stellen eingenistet hat, wie zum Beispiel in den Lymphknoten und der Leber, dass also zum Beispiel eine Strahlentherapie für den Prostata-Tumor allein nicht sinnvoll wäre, man muss alles auf einmal „angreifen“. Dazu müsse man aber wissen, welcher Art dieser Tumor ist, da gäbe es viele Möglichkeiten.

Ich holte mir noch meinen PC von zu Hause – und gut war’s, denn damit kann ich jetzt diesen Brief schreiben – dafür habe ich die Schlapfen vergessen…

Zuerst hieß es das KFJ, Kaiser Franz Josef Spital oder auch Triesterspital, dann bis 2020 SMZ Süd und jetzt nennt man es Klinik Favoriten. Die Anlage empfindet man verwirrend, weil die Gebäude in einem Winkel von 45° zu neuen Haupteinfahrt angelegt sind. Der frühere Haupteingang ist geschlossen, aber ich habe noch zwei Erinnerungsbilder von der damaligen Cafeteria, die Speisekarte und das junge Kaiserpaar Sisi und Franz. Damals, im 19. Jhdt. wurde es als Epidemie-Spital errichtet und damals wäre man froh gewesen, mehr gegen die Blattern und Pocken machen zu können. Heute verweigern viele die Impfung. Der Grund dürfte sein, dass wir keine Pockenkranken kennen und daher meinen, dass uns das alles nichts anginge. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Klinik_Favoriten

Ich kam in die Abteilung 42 im vierten Stock. Da war doch was mit dieser Zahl 42? Ja, das ist die berühmte Antwort auf eh alles, die ein Computer nach langwierigen Berechnugen im Roman „Per Anhalter in der Galaxis“ ausgibt. Mein isoliertes Einzelzimmer 14 schaute nach Westen. Nach dem negativen Corona-Test wurde ich verlegt und ich dachte, jetzt kommst in ein Massenquartier. Weit gefehlt! Ich bekam das Zimmer mit der Nummer 7, wieder ein Einzelzimmer. Dieses Zimmer wurde wahrscheinlich für besondere Patienten angelegt oder makabrerweise für Patienten mit weniger guten Aussichten, damit sie wenigstens auf den letzten Stationen eine gute Aussicht auf Wien haben mögen.

Fensterfronten nach Nord und West, je ca. 3 Meter hoch und 8 Meter lang. Schaue ich rechts, sehe ich die Hauptbahnhof-City, also die Gegend, wo ich wohne. Schaue ich nach vorne, sehe ich etwa das AKH; das Fernheizwerk Spittelau, meine frühere Arbeitsstätte, das TGM, die Votivkirche, im Vordergrund den Esterhazy-Flakturm, im Hintergrund die Hausberge mit unserer Lieblingswanderung vom Leopoldsberg zum Kahlenberg und runter nach Nussdorf. Schaue ich aber nach links, sehe ich das Schloss Wilhelminenberg, den Flötzersteig, die Schwegler-Kirche und ganz links unsere zweite Heimat Hütteldorf.

Mein Outfit: blaues Nachthemd.

Am Operationstag ändert sich der Dresscode, das Hemd ist rot und ist vorne zu und hinten offen. Eigentlich war das alles keine Operation, sondern nur eine Gewebsentnahme, allein mir hat’s gereicht. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose, aufwachen tut man mit einem Schlauch in der Harnröhre. Über ein ausgeklügeltes Ventilsystem wird die Blase von außen mit Salzwasser gespült, ich schätze dass es insgesamt 15-20 Liter sind, die den zuerst blutig-roten Harn wieder zur Normalfarbe werden lassen.

Man hat an der Prostata herumgeschnipselt und die Analyse des Tumors wird am Montag in einem multidisziplinär besetzten Gremium besprochen. Im Prinzip geht es um die Art der Chemo-Therapie, die man mir in der Onkologie verpassen wird, ob stationär oder ambulant. Aus den Erzählungen unseres verstorbenen Freundes Ferdinand de Cassan können das auch lange Aufenthalte auf Isolationsstationen sein wegen des heruntergefahrenen Immunsystems und der ohnehin schlechten Blutwerte.

Wenn man dann als gelernter Feigling mit diesen vielen unangenehmen Eingriffen konfrontiert wird, findet man es schade, dass die Eltern das Kind zu wenig indianisch erzogen haben. Wir haben versucht, kleine Wehwehchen bei Florian nicht allzu viel aufzubauschen und mit ihm regelmäßig zum Arzt und besonders auch zum Zahnarzt zu gehen. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Florian ist furchtlos und steckt solche Situationen viel besser weg als der Vater.

Die erste Nacht nach dem Eingriff habe ich bestens geschlafen. Die zweite Nacht „woa a schware Partie fia mi“, in 10- bis 20-minütigen Intervallen gab’s allerfeinste Krämpfe, so als wolle der Körper diesen Plastikschlauch loswerden. Aber glücklicherweise sind diese Schläuche jetzt wieder weg und ich kann am Tisch sitzend schreiben.

Damit ich die Prozedur wegen der schlechten Hämoglobin-Werte (von 10 im Juli bereits auf 8 im August gesunken) besser überstehe, bekam ich vor dem Eingriff zwei Blutkonserven, und wahrscheinlich hat das schon sehr geholfen. Derzeit ist es allerdings so, dass ich nach einem normalen Waschgang mich für ein paar Minuten ausruhen muss. Gerade gab es eine Ultraschall-Untersuchung auf Restharn. Der Weg dorthin ca. 30 Meter. Dort angekommen, kann ich nur keuchend sprechen. Auch nach dem Abendessen (zwei Topfenbrote) muss ih mich ausruhen. Ich kann jetzt schon fast durch so einfache Handlungen meinen Hämoglobinwert einschätzen.

Eigentlich hätte ich heute nach Hause gehen können. Da aber meine Schwäche erheblich ist und ich am Montag wieder einrücken werde müssen, habe ich mich entschlossen, das großzügige Angebot des Oberarztes anzunehmen, auch am Wochenende hier bleiben zu können.

Bis zum Juli 2020 war es bei keiner Blutprobe ein Problem, eine Vene anzubohren. Jetzt im August waren alle Venen wie in einem Geheimversteck. Entweder ist das schon die Folge des schlechten Blutbilds oder eines zu geringen Blutdrucks. Einmal stechen war oft zu wenig.

Keiner der Ärzte bis hinauf zum Primar, der auch bei der ersten Visite im Team war, hat die Wörter „Krebs“ oder „Metastasen“ verwendet. Ich fand das bemerkenswert, weil das sind die negativ besetzten Ausdrucksmittel in Medien. Ich nehme an, dass die Sprachregelung im Krankenhaus sehr optimistisch gewählt ist, praktisch auch schon ein Teil der Heilungsprozesses. Man hat bemerkenswerter Weise die Krankenkassen in Gesundenkassen umbenannt und könnte das durchaus bei den Krankenhäusern tun. Die neue Erfindung „Klinikum“ wird zwar von allen Fachleuten zurecht kritisiert, weil ein Klinikum eine universitäre Einrichtung für Ausbildung und Forschung ist, aber immerhin ist das Wort „Krankenhaus“ verschwunden. Hier, an der Triesterstraße nennt man sich gern KFJ, weil dieser Name in der Forschung gut bekannt ist.

Ich finde es sehr professionell, dass niemand irgendwelche Prognosen abgibt, schließlich ist jede Erkrankung sehr individuell. Allein an dem Tempo, mit dem alle Akteure die Sache angegangen sind, kann man ablesen, dass es ernst ist, sehr ernst.

Wäre da nicht das Blutbild mit der Atemnot gewesen, man wäre vielleicht gar nicht auf diese Tumore draufgekommen. Diese kommen aber ohnehin nicht über Nacht, die entwicken sich möglicherweise über Jahre und das völlig unbemerkt und auch dann, wenn man durchaus alle klassischen Vorsorgeuntersuchungen macht. Es ist also anzunehmen, dass ich diese Tumore schon mehrere Jahre herumtrage.

Es gibt ein Indiz dafür und das hat mir eine Ärztin erklärt: Der Laie meint, dass Flüssigkeiten alle zur Niere wandern und über die Harnblase ausgeschieden werden. Daher auch meine Vermutung, ich könnte einen Harnverhalt haben. Nein, sagte sie, es gibt im Bauchlappen (oder so ähnlich) eine Art Verteilzentrum für Flüssigkeiten, das entscheidet, was damit geschieht. Wenn in dieser Schaltzentrale eine Störung vorliegt – zum Beispiel durch einen Tumor, bleibt – so wie in meinem Fall – das Wasser irgendwo vagabundierend im Körper. Da ich diesen Effekt schon länger beobachte, deutet das darauf hin, dass der Krebs sich schon längere Zeit eingenistet hat.

Die Frage ist nun, ob die sinkenden Blutwerte und der Krebs zusammenhängen oder ob es verschiedene Erkrankungen sind. Eine Chemotherapie bekämpft schnell wachsende Zellen, also auch Haare, aber auch Blutzellen. Wenn der Krebs bekämpft wird, zerstört man gleichzeitig auch die Blutzellen und es kommt zu einer Immunschwäche. Wenn aber das Blutbild ohnehin schon „am Boden“ ist, was dann? Dann muss die Therapie auf Isolierstationen stattfinden und kann nicht ambulant erfolgen. Einer der Ärzte meint, dass das Blutbild und die Tumore zusammenhängen. Man bekämpft mit der Chemo beides. Es ist also eine Art Leukämie mit bereits ausgebildeten „Filialen“.

Es schaut so aus, als würde die Onkologie im KFJ zu meinem zweiten Zuhause werden, zumindest in der nächsten Zeit, und man kann sich natürlich fragen, wie lange das so geht, und vor allem, wie lange das gut geht. Da die Ärzte auf solche Fragen eher nicht antworten, habe ich eine andere Frage gestellt: „Weihnachten, geht noch?“ Das hat eine freundliche Ärztin sehr optimistisch und voll Vertrauen in das Können der Ärzte bejaht.

Das KFJ ist keine Privatklinik, sie ist ein Spital des Krankenanstaltenverbundes. Man ist also eine Nummer, irgendwer. Es ist aber erstaunlich, wie positiv die Ausstrahlung aller hier arbeitenden Menschen ist. Von der Reinigung (eine Serbin), den Essensträgern (geschätzt Roma), den Pflegern (Philipinos, auch Inländer), den Ärzten (eine Russin hat mir perfekt die Bluttransfusion verabreicht. Es muss vorher mit einem chemischen Test die Verträglichkeit überprüft werden). Es ist ein bunter Haufen, der wie in einem Uhrwerk die Vorgänge fehlerfrei ablaufen lässt. Tausende Male geübte Vorgänge geben Vertrauen in das Geschehen. Ich habe keine Sonderkasse und ich kann mir auch nicht vorstellen, was dann anders wäre. Ich werde wie ein König behandelt.

Bis hierher kann ich Euch sachlich berichten, wenn es aber um die Prognose geht, dann fällt mir das Schreiben schwer. Ich mach’s daher kurz:

Was passiert mit dem Franz?

Ich werde sicher wieder nach Hause kommen und wir werden noch das eine oder andere gemeinsam erleben. Wer kennt nicht das schöne Lied von STS? Kehren wir die Bedeutung um und meinen statt „Griechenland“ das „KFJ“: „Und irgendwann bleib i dann dort, lass alles liegn und stehn, geh von daheim für immer fort. Darauf geb i dir mein Wort, wieviel Jahr a noch vergehn, irgendwann bleib i dann dort.“

Nun, die klassischen Beerdigungsformen haben wenig Nutzen, ich spendiere daher meinen Körper der Uni: koerperspenden@meduniwien.ac.at

Servus an alle
Franz

Rapid-Mitglied werden!

Rapid fordert die Fanklubs auf an der 1. „Fanklub-Mitglieder-Challenge“ teilzunehmen und neue Mitglieder aus ihren Reihen zu werben. Wir schließen uns diesem Aufruf natürlich an und bitten alle Leser des Tagebuchs, sich zu beteiligen.

Werde Rapid-Mitglied oder finde weitere Interessenten für die Rapid-Familie! Benutze das Anmeldeformular unten.

Rapid ist ein Mitgliederverein!

Nicht Firmen oder Einzelpersonen sind Eigentümer von Rapid, sondern wir alle sind es. Die große Zahl der Rapid-Protagonisten ist das Gegengewicht zur scheinbaren Allmacht des Kapitals.

Rapid kann man nicht kaufen, aber man kann als Mitglied Teil der Rapid-Familie werden und die Geschicke des größten Sportvereins des Landes mitgestalten.

Vorteile einer Mitgliedschaft

Rapid bietet den Mitgliedern eine ganze Reihe von Vorteilen, die hier zusammengefasst sind.

15% Rabatt auf deine Saisonkarte im Allianz Stadion

Vorkaufsrecht auf Top-Tickets bei Cup- & Meisterschaftsspielen

Teilnahme an der OHV sowie den Mitgliedertreffen

Treuebonus: 1×2 Freikarten bei Verlängerung (ausgenommen Kat.A Spiele)

Vorkaufsrecht auf Top-Tickets bei Europacup-Heimspielen

kostenlose Zusendung des offiziellen Rapid Magazins

exklusives Rapid TV-Upgrade

Paten-Option für Greenies und Jugendmitgliedschaften

10% Ermäßigung auf Fanartikel im Fanshop

Doppeltes Datenvolumen bei einem Rapid-Mobil Tarif

Teilnahme an der Wappen-Zeremonie vor dem Spiel

ermäßigter Eintritt ins Rapideum

Anmeldeformular

Gegen Rassismus und für Toleranz

Ausnahmsweise soll es nicht um Rapid gehen, sondern um die Art, wie bei anderen populären Vereinen mit Rassismus und Toleranz umgegangen wird.

Aktionen gibt es auch bei uns, aber sie sind immer nur punktuell und – vor allem – die Fans können sich nicht daran beteiligen.

Die Frage soll sein, wie sehr ein Verein gegen Rassismus und für Toleranz eintritt. und ob ein Verein seinen Mitgliedern die Gelegenheit gibt, sich durch Fanartikel gegen Rassismus und für Toleranz zu deklarieren. Bei folgenden Vereinen wurde ich fündig:

Bayern München

Borussia Dortmund

Liverpool FC

FC Barcelona

St. Pauli

Schalke 04

Der Verein bietet selbst keine einschlägigen Fanartikel an, es gibt aber einen Fanklub Regenbogenknappen e.V.

Hertha BSC

Der Verein bietet selbst keine einschlägigen Fanartikel an, es gibt aber eigenständige Aktionen, in denen sich der Verein positioniert.

Geschützt: Geisteshaltung

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anschauen zu können, bitte das Passwort eingeben:

Logo-Projektor x 2

Logoprojektoren für Wohnung und Auto

Während der Corona-Langeweile stöberte ich im Angebot von Aliexpress und fand die folgenden Logoprojektoren für ein Leben mit Rapid.

Diese Projektoren funktionieren wie ein Dia-Projektor und projizieren einen winzigen runden Film. Das Produkt wird als „Logoprojektor“ angeboten, Rapid hat aber kein Logo, sondern ein Wappen, wie Walter richtig bemerkt. Logos sind aber häufiger als Wappen, daher der Name.

Rapid-Logo-Projektor 1

Dieser Logo-Projektor wird in eine klassische Glühlampenfassung an Stelle der Glühlampe eingeschraubt. Mit dem Schwanenhals kann man den Projektor auch auf die Wand ausrichten.

Über diesen Projektor wurde hier schon berichtet (Bericht vom 7.3.2018), doch ist damals die Bestellseite wieder aus dem Netz verschwunden.

Der erste Leser/Leserin des Newsletters, der sich bei rapid {at} ewkil.at meldet, kann einen solchen Projektor mit Rapid-Logo kostenlos erhalten (Bitte um eine Versendeanschrift und „Logo-Projektor-1“)

Rapid-Logo-Projektor-2

Dieser Logo-Projektor besteht aus zwei baugleichen Projektoren, die mit je drei 1,5-Volt-Batterien betrieben werden (nicht im Lieferumfang). Ein Kunststoffkästchen enthält eine Lampe, die das Logo beim Öffnen der Tür auf den Boden strahlt (ist natürlich nur in der Nacht  gut sichtbar).

Anwendung Auto: Das Kästchen klebt man von innen an die Autotür unten. Auf den Türrahmen klebt man in 1 cm Abstand einen kleinen Magneten. Der Magnet ist der berührungslose Ein- und Ausschalter. Achtung beim Montieren: der Kleber ist wirklich ein solcher.

Anwendung Badezimmer: Wir haben den Logo-Projektor aber am Alibert montiert. Immer, wenn man die Türen öffnet erscheint das Logo am Plafond.

Man muss keine Angst haben, dass das Licht brennen bleibt. Sollte das dennoch der Fall sein, schaltet sich das Licht automatisch nach zwei Minuten aus. Das Licht schaltet sich automatisch ein, wenn man das schwarze Gehäuse vom Magneten wegbewegt und schaltet sich in der umgekehrten Richtung wieder ein.

Der erste Leser/Leserin des Newsletters, der bei rapid {at} ewkil.at sich meldet, kann einen solchen Projektor mit Rapid-Logo kostenlos erhalten (Bitte um eine Versendeanschrift und Logo-Projektor-2)

Wenn Du nicht er Erste warst, kannst Du den Projektor aber auch bekommen.

Selbst bestellen

Man registriert sich auf der Seite https://www.aliexpress.com und sucht dort folgende Bestellseiten auf:

Bei der Bestellung muss man darauf achten, nicht die billigste Variante zu wählen, sondern die mit dem personalisierten Logo. Dieses muss man dann über den Chat mit dem Hersteller uploaden.

Sammelbestellung

Wer sich die Bestellung nicht selbst antun will, kann sich einer Sammelbestellung anschließen. Lieferzeit ca. 8 Wochen. Bitte um einen Namen und eine Anschrift.

  • Logo-Projektor 1
    30,- Euro
  • Logo-Projektor-2
    20,- Euro

Logo-Variante

Ich habe bei meiner Probebestellung die weiße Variante gewählt. Es könnte sein, dass die Variante mit dem schwarzen Hintergrund noch besser wirkt, weil der weiße Kreis verschwindet. Muss man ausprobieren.

Logo-Projektor bei Rapid

Hinter dieser Aktivität steht kein kommerzielles Interesse. Das Angebot richtet sich die Mitglieder des „Klub der Freunde“. Wenn eine Firma oder Rapid diese Logo-Projektoren anbieten würde, vergessen wir natürlich diese Bestellerei.

Schon jetzt kann man bei Rapid um 50,- Euro einen leistungsfähigeren Projektor bestellen:
https://www.rapidshop.at/star-shower-slide-show.htm

Kein Grünzeug in der nächsten Zeit

Der Vorstand der „Klub der Freunde“ teilt mit:

Wir sind gerade im Meisterschaftsfinish und das ist normalerweise Hochsaison für den Redakteur des „Grünzeug“ Gerhard Niederhuber, der für uns durch seine regelmäßigen Berichte und Analysen mehr als ein Fixpunkt im Rapid-Jahr ist.

Wir müssen auf die nächste Ausgabe des „Grünzeug“ ausnahmsweise etwas länger warten, weil Gerhard am Samstag nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde und jetzt noch einige Zeit dort verbringen muss.

Mein Eindruck von seiner Fitness nach einem Gespräch mit ihm ist aber ein guter, und er wird sich dort nicht lange halten lassen.

Interessant ist, wie ich davon erfuhr: Gerhard ist Stammgast im Gasthaus „Quell“ in Reinsdorf (nicht zu verwechseln mit dem Rheindorf Altach). Es handelt sich um einen Altstadtkern in Rudolfsheim, eine fast dörflich anmutende Gegend mit Kirche und Dorfwirt, eben dem Gasthaus Quell. In Reinsdorf kennt jeder jeden, insbesondere kennt die Wirtin des Gasthauses alle ihre Gäste, und wenn jemand, der so regelmäßig zum Mittagessen kommt wie er das Grünzeug herstellt, einmal fehlt, dann muss etwas passiert sein. Die Dame recherchierte im Internet nach „Gerhard Niederhuber“. Man muss nicht lange suchen und findet dann die zahlreichen Erwähnungen im Tagebuch und dann auch die Telefonnummer, die auf jeder Seite zu finden ist. So erreichte mich das Gasthaus Quell gerade bei der Entsorgung einer alten Tür bei der MA48.

Wir wünschen unserem Obmann, dass er uns bald mit der nächsten Ausgabe den Saisonabschluss der ersten Corona-Saison schildern kann.

Bearbeitetes Bild aus Pixabay

Ein erster Gratulant soll hier genannt werden: Michael Krammer.

GRÜNZEUG-613

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 48. JAHRGANG / Juni 2020 / Nr. 613 / Versand 22.6.2020

CORONA, CORONA, CORONA, ABER WIR SIND DOCH NOCH DA!

Nachdem bereits die für 23.3. angesetzte Mitgliederversammlung dem unsäglichen Virus zum Opfer gefallen war, konnte natürlich auch die diesjährige Generalversammlung mit Neuwahl des Vorstands (geplant waren der 18.5. sowie die Ehrengäste Martin Bruckner, Gerry Willfurth und Michael Krammer) nicht stattfinden; sie musste notgedrungen um ein Jahr verschoben werden.

Ebenso unmöglich sind bis auf weiteres leider unsere „normalen“ Mitgliederversammlungen, weil wir im Klublokal noch nicht 50 bis 60 Personen empfangen dürfen.

Trotzdem gibt es den Klub der Freunde des S.C. Rapid weiterhin, wie dieses erste „Grünzeug“ seit dem vergangenen März beweist.

Wir appellieren hiemit an alle Mitglieder, uns auch bzw. gerade in diesen schweren Zeiten weiterhin die Treue zu halten, verbunden mit der Hoffnung, dass das tückische Virus früher oder später besiegt werden kann.

Danke für Ihre verständnisvolle Geduld, sehr verehrte Damen und Herren!

Aus obigen Gründen verschieben sich auch die Ehrungen nachstehender Jubilare, denen wir aber schon jetzt gratulieren: Gustav Baumgartner, Alfred Fürtler, Theresia Schlegel, Friedrich Sorna (alle seit 50 Jahren Mitglied); Johann Rührig, Franz Würzl, Josef Ziniel (alle seit 40 Jahren Mitglied); Christian Balog, Rene Klampfer (beide seit 20 Jahren Mitglied). Selbstverständlich wird es in der „regulären“ Generalversammlung auch aktuelle Jubilare geben.

In diesem Sinne wünschen wir sämtlichen Mitgliedern, Leserinnen und Lesern bis dahin und überhaupt für immer beste Gesundheit. Und Sie wissen ja: „Egal, wos kummt in Lern, Rapid(ler) wird’s imma gern!“

WIR TRAUERN UM JOSEF LISKA

Josef Liska (68) musste in den letzten sechs Wochen seines gottesfürchtigen Lebens einen dramatischen Leidensweg durchstehen, ehe er im AKH aus diesem erlöst wurde: Geschwür am linken Ellbogen, das aber nicht bösartig war. Dafür bestand Herzinfarktgefahr. Trotz zweier Stents folgten ein zweiter Infarkt und der Fall in Bewusstlosigkeit, aus der er niemals mehr erwachen sollte. Dazu erlitt er eine Hirnblutung plus Hirntod. Bis er am frühen Morgen des 7.5. aus diesem Leben schied. Sein letzter Weg führte ihn am 22.5. ins Familiengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Man kannte den Josef oder Pepi, wie wir ihn nannten, als kauzigen bis gelegentlich querulantischen Menschen, der von einer vorgefassten Meinung so gut wie nie abwich. Aber wahrscheinlich beruhte seine absolute Zuverlässigkeit ja gerade auf dieser Eigenart. Wie auch immer, Josef Liska gehörte unserem Vorstand über 30 lange Jahre als Schriftführer an und versäumte in dieser Zeit kaum jemals eine Sitzung; nur das Protokoll jener vom 24.2.2020 konnte er uns nicht mehr übergeben…

Niemandem wird Josef Liska mehr fehlen als unserem Obmann, Gerhard Niederhuber, pflegte er mit diesem doch über mehr als 40 Jahre eine treue Freundschaft, die am besten mit dem Wort ambivalent zu beschreiben ist. Unter dem Strich darf Niederhuber sagen: Das Unikat Josef Liska wird unerreicht bleiben, wer auch immer ihm als Schriftfuhrer(in) des Klubs der Freunde des S.C. Rapid folgen wird. Privat ist einer wie er sowieso kein zweites Mal zu finden.

Danke für alles, alter Schwarzseher, und werde da oben glücklicher, als du es auf Erden nicht immer sein konntest!

HAPPY END DER 43. AKTION „WEIHNACHTSFEIER FÜR DEN NACHWUCHS“: 4.310,99 EURO!

Diesen beachtlichen Gesamtbetrag verdanken wir und die grün-weißen Jungkicker auch diesen nachträglichen Spender(innen): Fachinsp. Franz Gugerell, Johann und Moritz Koller sowie Ludwig und Margaretha Kubin.

Natürlich ist er der SCR-Jugendleitung bereits zur Gänze zugegangen.

VERLETZUNGS-HORROR IN SALZBURG, ABER: JETZT ERST RECHT!

In diesem Artikel wollen wir uns (fast) nur mit Fußball befassen. Den Kampf gegen Covid-19, der oft tödlichen Folge des aus China importierten Coronavirus, hat Rapid ’20 zumindest bis zu unserem Redaktionsschluss erfolgreich bestritten. Der Horror war aber trotzdem kein geringerer, schieden doch gleich zum Re-Start der Meisterschaft nicht weniger als drei Schlüsselspieler in noch nie gesehener, weil rascher Folge für mehr oder weniger lange Zeit mehr oder weniger schwer verletzt aus (vgl. „Spiele, Tore, Kommentare“).

Die Folgen dieses Dreifachschocks ausgerechnet in Salzburg?

Vorerst wurde die anschließende Partie gegen Sturm Graz im leeren Allianz-Stadion (dank Christoph Pescheks Einladung durfte der Verfasser zum handverlesenen Häuflein der Augenzeugen zählen) erstaunlich sicher mit 4:0 bezwungen. Die jungen Herren um Kapitän Stefan Schwab und die paar anderen erfahreneren Kollegen agierten sichtlich unter dem Motto „Jetzt erst recht“ (Leo Greiml, der bärenstarke Zentralverteidiger, zählt 18, Doppelpacker Kelvin Arase „schon“ 21 und das bereits ganz schön ausgebuffte Küken Yusuf Demir gar erst 17 zarte Jährchen). Somit schrumpften die Abstände zwischen dem WAC, Rapid und dem „bösen“ LASK auf Babyelefantengröße. Die Roten Bullen liegen allerdings um jene eines ausgewachsenen Elefantenbullen voran. Aber immerhin: Der SCR hat sehr gute Aussichten, demnächst wieder einmal im Europacup mittun zu dürfen. Falls es überhaupt einen geben wird und falls Didis Burschen die zahllosen Ausfälle ähnlich verkraften können wie etwa gegen Sturm. Und das in einer wahren Hetzjagd bis 5.7. (an darauf folgende Play-off-Matches wollen wir gar nicht denken).

Wie’s mit unserem Anhängerklub weitergehen soll sowie mit dem „Grünzeug“, darüber berät der Vorstand am 22.6.

tipico-Bundesliga, Meisterrunde (Stand vom 7.6.):

1.Salzburg 24/30 (82:26)
2.WAC      24/23 (55:31)
3.Rapid    24/23 (51:28)
4.LASK     24/22 (54:25).

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

22.RUNDE (7.3.): WAC (A) 2:2 (1:1)

Man sollte Didis Truppe niemals vorzeitig abschreiben, nicht einmal bei Partien im ungeliebten Wolfsberg, auch wenn die Darbietung hinten (Probleme mit Old Boy Liendls Freistößen und den Kopfbällen des 174-Zentimeter-Mannes Weissman) wie vorne (weitestgehend harmlos) absolut nicht gut ist und selbst dann ebenfalls nicht, wenn die Leistungsträger Dibon (Rissquetschwunde) und Fountas (Gehirnerschütterung nach Brutalo-Check Rnics, des „Vorbereiters“ von Taxis 14. Tor) verletzt werden. Unter dem alten Kämpfer Kühbauer gab Rapid auch beim starken WAC dennoch nie auf: zuerst in der turbulenten, slapstick-artigen Verlängerung der ersten Halbzeit und erst recht in jener der zweiten. Damit gelangen die Verlängerung der niederlagenlosen Serie (nun schon neun Matches) und die Verteidigung des dritten Platzes, bevor es mit halbierten Punkten in die Meisterrunde ging. In der ja nicht jedesmal ein Weissman lauert, dem in 21 Spielen sagenhafte 22 Tore gelangen.

SCR: Strebinger; Stojkovic, Dibon (42.Hofmann), Barac, Ullmann; Petrovic, Schwab; Murg (62.Schick), Knasmüllner, Arase; Fountas (70.Kitagawa).- Tore: Weissman (45.Z+3, 73.); Fountas (45./+1), Hofmann (90./+1).- Gelbe Karten: Holzer; Petrovic– LavanttalArena, Ciochirca, 5.718.

Wegen der Corona-Krise folgte nun eine Zwangspause bis 3.6. Sämtliche weiteren Partien sollen bis 15.7. durchgepeitscht werden – falls das Virus nicht zurückkommt…

MEISTERSCHAFTSRUNDE (3.6.): RED BULL SALZBURG (A) 0:2 (0:1)

Angesichts der unglaublichen Verletzungsschocks war gewiss nicht nur der Verfasser bei diesem Geisterspiel so entgeistert, dass die bittere Niederlage gegen die nach der Pause klar überlegenen Bullen für ihn fast zur Nebensache geriet. Barac (Oberschenkel) fehlte von Haus aus, aber dann wurde es sehr bald noch viel schlimmer: Minute 2: Abwehrchef Nummer 1, der ewige Pechvogel Dibon, fiel mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus. Minute 27: Abwehrchef Nummer 2, Dibis Vertreter Sonnleitner, zog sich eine Oberschenkelverietzung zu, sodass D.Ljubicic als insgesamt vierter Innenverteidiger ins Abwehrzentrum übersiedeln musste. Und schließlich die Minute 72: Murg, kurz zuvor eingewechselt, humpelte quasi postwendend auch vom Feld (Sprunggelenk). Weil damit das Austauschkontingenz erfüllt war, mussten die tapferen Rapidler zu zehnt das 0:2 hinnehmen. Dabei hatten sie vor der Pause mit den sorgenfreien Hausherren durchaus mitgehalten und zwei große Ausgleichschancen vorgefunden (Fountas, Hofmann). Spätestens in der Nachspielzeit platzten die grün-weißen Träume vom 33. Meistertitel wie Seifenblasen. Unter diesen bitteren Voraussetzungen eigentlich nur zu verständlich…

SCR: Strebinger; Stojkovic, Dibon (7. Sonnleitner, 27.Grahovac), Hofmann; Arase (72.Schick), Petrovic, D.Ljubicic, Schwab, Ullmann; Knasmüllner (72.Murg), Fountas (72.Kitagawa).- Tore: Daka (9.), Okafor (90./+!).- Gelbe Karten: Daka; Trainer Kühbauer, Stojkovic.- Bes.Vorkommnis: Rapid war ab der 77. Minute nur mehr zu zehnt.- Red-Bull Arena, Eisner.

MEISTERSCHAFTSRUNDE (7.6.): STURM GRAZ (H) 4:0 (2:0)

Dibon? Definitiver Kreuzbandriss plus Zwangspause bis Jahresende! Sonnleitner? Muskelfaserriss im Oberschenkel! Murg? Blessuren des linken Knies und des Sprunggelenks! Vielleicht können diese beiden in die laufende Meisterschaft noch einsteigen. Was hoffentlich auch für Barac und Strebinger (Rücken) gilt. Wohl kaum aber für Schobesberger. Trotz allem legte Kühbauers „Rumpftruppe“ gegen Sturm eine bemerkenswert gute Leistung hin, für die vier Akteure hauptverantwortlich waren: Leo Greiml war ein souveräner Abwehrchef, Dejan Ljubicic regierte im Mittelfeld, Kelvin Arase war fast nicht zu halten und Taxi Fountas gar nicht (zwei Assists, Elfer herausgeholt, das 4:0 selbst erzielt, zu dem übrigens Teenie Demir die geschickte Vorarbeit leistete). Wie auch immer, die klar unterlegenen Gäste wären sicher noch deutlicher geschlagen worden, wäre Rapids Chancenverwertung besser gewesen. Aber bei einem 4:0 und unter den gegebenen Umständen sollte man wirklich nicht meckern!

SCR: Knoflach; Stojkovic, Greiml (72.Grahovac), Hofmann; Schick (77.Auer), D.Ljubicic, Schwab (77.Demir), Ullmann; Knasmüllner (65.Petrovic); Fountas, Arase (46.Kitagawa).-

Tore: Arase (26., 28.), Schwab (70., Elfer), Fountas (78.).- Gelbe Karten: Greiml; Trümmer, Despodov, Spendlhofer.- Allianz-Stadion, Gishammer.

„MR. GRÜNZEUG NR. 613“: DEJAN LJUBIC1C

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat.

Corona, Corona, Corona… Deswegen erstreckt sich unsere Zensierung über einen Zeitraum von exakt drei Monaten. Am 7.3., in Wolfsberg, war Hochwürden Pelczars Liebling nicht mit dabei (und mit den Gedanken in Chicago?), aber beim 0:2-Schock in Salzburg agierte Dejan Ljubicic als perfekter (Not-)Abwehrchef, und zuletzt brillierte er – wie so oft in dieser seiner besten Saison – im Mittelfeld. Wie gut, dass aus dem Wiener (noch?) kein „Ami“ geworden ist!

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

BL-Spiel: Richard Strebinger 125. (Salzburg).- BL-Tor: Wie es ihm als Kapitän zusteht, erzielte Stefan Schwab gegen Sturm vom Elferpunkt Rapids diesjährigen 50. Meisterschaftstreffer.

WAS BIS ZUM RE-START (NICHT) GESCHAH

Einst wurde über Belanglosigkeiten nonchalant gesagt: „Das ist so uninteressant, wie wenn in Peking ein Fahrrad umfallt.“ Oder bis vor wenigen Monaten: „Wurscht, wenn sie in Wuhan Fledermäuse essen und daher krank werden.“ Das hat sich nicht zuletzt durch die ausufernde Globalisierung und den vehementen Tourismus weltweit dramatisch verändert: Ausgehend von dieser chinesischen Provinz verbreitete sich ein oft tödliches Virus auf der ganzen Welt, erreichte natürlich auch unsere „Insel der Seligen“ und legte hier so gut wie alles lahm. Auch den Fußball.

Am 10.3. wurde die Fortsetzung der BL-Meisterschaft vorerst auf Anfang April erstreckt, möglich schien aber auch der totale Abbruch.

Nahezu gleichzeitig erlitt unser Mario Sonnleitner im Training erhebliche Kieferverletzungen, verlor drei Zähne und fiel für einige Wochen aus, doch „dank“ Corona versäumte er eigentlich gar nichts. Das umso weniger, als das Ende der BL-Pause um einen weiteren Monat verschoben wurde. Über einen Neustart würde laut Vorstand Christian Ebenbauer die Regierung entscheiden. Mitte März wurde bereits von Geisterspielen gesprochen. Dazu Christoph Peschek: „Rapid droht bis Ende Juni ein Minus von sechs Millionen Euro.“ Er und Zoki Barisic (trotz allem: Gratulation zum „50er“!) sowie die zur Zwangspause verurteilten Kicker verzichteten auf wesentliche Teile ihrer Gehälter, um den unversehens finanziell angeschlagenen Verein zu unterstützen. Dazu der große Kämpfer Sonni: „Das Virus bricht uns nicht. Wir müssen zusammenstehen und das durchziehen, dann werden wir schnell ins Leben zurückfinden.“

Wie es in der großen Rapid-Familie üblich ist, ließen und lassen sich auch viele Fans nicht lumpen: Nicht nur, dass die grün-weißen Schutzmasken reißenden Absatz finden, ein erheblicher Teil der Abonnenten erklärte sich sogar spontan bereit, auf die Refundierung jenes Betrages zu verzichten, den sie für die Spiele bezahlt hatten, die sie nun nicht mehr im Stadion werden sehen können.

Ebenfalls Zeichen der Verbundenheit: Kelvin Arose verlängerte seinen Vertrag bis Sommer 2022 und die Herren Stefan Schwab, Stephan Auer, Paul Gartier, Tobias Knoflach sowie Marko Bozovic die ihren (zumindest?) bis zum letzten Spiel dieser einzigartigen Saison im Juli.

Ins Kleingruppentraining waren insgesamt 30 Rapidler am 21.4. gestartet, für welches die Crew um Didi Kühbauer von Zeljko Radovic und Walter Knaller unterstützt wurde. Die strengen Sicherheitsauflagen: Schutzmasken, Desinfektionsmittel, eigene Trinkflaschen, zwei Garnituren Trainingsbekieidung, Kontrollen der Körpertemperatur, duschen erst daheim.

Inzwischen ordnete die Bundesliga an, dass bei Geisterspielen nur maximal 200 Personen in den Stadien sein dürfen, aber keine Zuschauer. Da schlug die „Krone“ am 2.5. Alarm: „Im Horror-Szenario überleben nur drei!“ Nämlich Salzburg, LASK und Sturm. Dagegen verblassten die Meldungen von den Verletzungen der Youngster Nici Wunsch (Kniearthroskopie) und Lion Schuster (Mittelfußbruch) oder von Junggoalie Nikolaus Polsters Abgang justament zum LASK:

Ab 15,5. war – selbstverständlich auch unter jeder Menge Auflagen – endlich normales Mannschaftstraining erlaubt, zudem würde nur ein erkrankter Spieler isoliert, dabei hatte es zuvor noch geheißen, die ganze eigene sowie die gegnerische Mannschaft müssten in diesem Fall in Quarantäne geschickt werden. Und dass die Saison endgültig abgebrochen würde. Um die allgemeine Verunsicherung weiter zu erhöhen, meldete sich ein Gynäkologe namens DDr. Christian Fiala zu Wort: Die Panik gefährde Existenzen, Gesundheitssystem sowie sozialen Frieden und: „Als Arzt trete ich dem mit Fakten entgegen. Wir befinden uns am Ende einer eher harmlosen Grippe-Saison.“ Was sollte man davon als Nicht-Studierter halten? „Drei Ärzte, vier Meinungen“ – stimmt das wirklich?

Wie auch immer, die Meisterschaft wurde am 2.6. (Quali-Gruppe) bzw. 3.6. (Meister-Gruppe) fortgesetzt und soll inklusive Play-off am 15.7. beendet werden – vorausgesetzt, das Virus lässt uns endlich so einigermaßen in Ruhe…

Für einen Paukenschlag sorgte der LASK unter seinem oftmals verhaltensauffähigen Präsidenten Siegmund Gruber, indem er auf die Vorgaben der Regierung pfiff, schon vor dem 15.5. (mindestens?) vier normale Teamtrainings durchführte und sich so irreguläre Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffte. Die für viele zu milden Sanktionen: 75.000 Euro Geldstrafe, sechs Minuspunkte und Verlust der Tabellenführung. Über die zu erwartenden Proteste der Linzer und damit über den definitiven Ausgang der Meisterschaft wird wohl erst nach deren Ende entschieden werden. Wozu man zur zähneknirschend sagen kann: Corona, Corona, Corona!!!

Übrigens haben sich Gruber & Co. viele Sympathien verscherzt, indem sie die anderen Bundesligisten vernaderten, weil die angeblich ebenfalls verfrühte und daher verbotene Mannschaftstrainings absolvierten. Echte Beweise dafür konnten die feinen Herren aber nicht vorlegen.

Für uns jedenfalls ist die „eher harmlose Grippe“ erst dann wirklich überwunden, wenn der allgegenwärtige (und gewiss notwendige) Mummenschanz vorüber ist und kein Babyelefant mehr auf unseren Nerven herumtrampelt. Übrigens: Elefanten werden erst mit 25 Jahren erwachsen.

EIN BLICK ZU RAPID II

18.RUNDE (6.3.): NEUSIEDL (A) 2:2 (1:2)

Die Heimischen machten aus ihren wenigen Chancen zwei schnelle Tore, aber der „kleine“ SCR, die beste RLO-Auswärtsmannschaft (nunmehr sieben Partien und 15 Zähler), kam durch Bozics Kopfgoal ebenso schnell heran. Jetzt wurden die Jungrapidler immer spielbestimmender, konnten von ihren zahlreichen Chancen leider aber nur eine verwerten. Jedenfalls bewies die Aufholjagd die hohe Moral der Rado-Boys.

SCR II: Hedl; Sulzbacher, Greiml, Gobara, Hajdari; Schuster, Bozic, Ibrahimoglu (46.Bosnjak); Oppong (72.Kocyigit), Fuchshofer, Savic (64.Strunz).- Tore: Steinacher (3.), Buljubasic (14.); Bozic (17.), Gobara (39.).- Neusiedl, Fluch, 340.

Christian, Arnold, Florian, Franz (Danke an Markus für das Foto)

Nach dieser Runde wurden sämtliche Meisterschaften unterhalb der 2. Liga abgebrochen, dem verdammten Virus sei „Dank“! Zeljko Radovics hoffnungsvolle Youngster belegten mit 37 Punkten Rang 2 hinter Carsten Janckers Mannsdorfem (42 Zähler) und vor dem Titelverteidiger Ebreichsdorf (34), der sich aber aus der Regionalliga zurückzieht. Da Rapid II als einziger Ostligist um eine Lizenz für die 2. Liga angesucht hatte, wären die Aufstiegschancen durchaus gut gewesen. Doch weil aus der 2. Liga niemand absteigen wird, müssten die Jungrapidler nicht nur Zweiter bleiben, sondern auch darauf hoffen, dass irgendein Zweitligist die – wegen Corona aufgeweichten – Lizenzbestimmungen nicht erfüllen kann.

Und wie es 2020/21 weitergehen wird, in welcher Liga auch immer, das weiß noch kein Mensch…

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubderfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“-„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

Vor dem Gastspiel in Wolfsberg vermeldete der SK Rapid einen neuen Rekord: 16.804 Mitglieder! Zum Vergleich: Im Oktober hatte der Serienmeister Red Bull Salzburg 22 (in Worten: zwanzigundzwo); ob es inzwischen schon 23 oder gar 24 sind, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wegen Corona wurden die Ergebnisse der „Krone“-Wahlen erst am 5.4. bekannt: Fussballer des Jahres 2019 wurde LASK-Keeper Alexander Schlager mit 139.423 Stimmen vor Rapids kleinem, großen Torjäger Taxi Fountas (122.390), während bei den Trainern Didi Kühbauer (112.443) hinter Teamchef Franco Foda (118.905) und Valerien Ismael vom LASK (114.676) als Dritter einlief.

Vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft durfte jeder Klub nur ein einziges Testspiel bestreiten und das natürlich ohne Publikum. Rapid schlug aus diesem Anlass den SV HORN am 28.5. im leeren Allianz-Stadion dank Fountas, Murg (Freistoß) und Kara souveräner als es das Resultat zeigt mit 3:0 (2:0).

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KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID, 1120 Wien
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Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
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Offenlegung: Grundlegende Richtung von “Grünzeug“ ist die umfassende Information der Freunde des S.C.Rapid.
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„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-612
  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
  • Alle Ausgaben des GRÜNZEUG seit den 1970er Jahren stehen unseren Mitgliedern oder Fußballhistorikern auf Anfrage im PDF- Format zur Verfügung

Kinder und Eltern

Hier soll es um dieses sexistische Spruchband gehen.

Egal, ob Sitznachbar im Stadion, Medienvertreter oder Fußball-Analyst im Fernsehen, die Ablehnung des sexistischen Spruchbandes ist einhellig. Also muss man nicht viele Worte darüber verlieren – oder doch?

Versuchen wir, den Dingen auf den Grund zu gehen, und daraus Handlungsalternativen abzuleiten. Die folgende Kurzfassung erspart die mühsame Lektüre:

Kurzfassung

Der Block darf und soll seine Neigungen bis zu einem gewissen Grad ausleben, nämlich soweit, als es durch die anderen Zuschauer im Stadion toleriert wird. Und in dieser Grenzziehung ist der Verein gefordert, sie findet zu wenig statt.

Hätte es in der Frage des Transparents im Vorfeld eine Einigkeit zwischen Verein und Block gegeben, würde das den eigentlichen Motiven des Blocks geradezu widersprechen. Eine solche Provokation kann ja nur am Verein vorbei ins Stadion geschmuggelt werden, anders geht das ja nicht.

Rapid muss sich darüber klar werden, dass es nicht das Wesen des Blocks ist, Abmachungen, wie etwas das Leitbild, einzuhalten. Es sind gerade die Übertretungen, die den Block zu einer so festen Gemeinschaft machen. Aber ohne Konsequenzen und ohne klare Linie gegenüber dem Block, verletzt Rapid sein eigenes Leitbild, weil eben zugelassen wird, dass Rapidler im Stadion das Leitbild verletzen. Und es kann nicht dabei bleiben, dass man das Spruchband nur entfernt. Vielleicht sollte man die Ethik-Kommission in allen diesen Fragen einbeziehen. Vielleicht sollte es einen Maßnahmenkatalog, um nicht zu sagen einen Strafenkatalog geben, der bei Verfehlungen aller Art interfamiliär angewendet wird.

Tut man alles das nicht, dann droht dem Verein Rapid wegen seines verhaltensauffälligen Blocks eine Strafe seitens der Bundesliga oder des ÖFB, die dann eine Kollektivstrafe sein wird – zum Beispiel ein Punkteabzug oder eine Geldstrafe sein wird, und beides, Punkte und Geld, haben wir nicht in ausreichendem Ausmaß, unter der wir alle leiden. Wäre es da nicht nachhaltiger, im eigenen Haus klare Verhältnisse zu schaffen? Der Anlass wäre da, und es wäre nicht der erste seiner Art.


Beginnen wir bei unserem Rundkurs mit interessanten Interpretationen:

Fragen über Fragen

Jede dieser fragwürdigen und teilweise nicht nur gegen die guten Sitten sondern auch gegen Gesetze verstoßenden Aktionen des Blocks, lässt immer wieder dieselben Fragen hochkommen.

  • Warum werden solche Sprüche überhaupt getextet?
  • Warum gibt es für den Block keine Eingangskontrollen für Spruchbänder?
  • Wozu braucht Rapid ein Leitbild, wenn man sich nicht daran orientiert?
  • Warum wird der Block anders behandelt als alle anderen?
  • Regiert der Block Rapid?
  • Wer muss sich bewegen, um Rapid in Einklang mit dem Leitbild zu bringen: der Block, Rapid, wir?

Alle müssen sich bewegen!

  • Der Block muss das erfahren, was er sucht: Grenzen.
  • Rapid muss das Lavieren aufgeben, sich klar positionieren und Grenzpflöcke einschlagen, die dem Leitbild folgen. Bisher diente das Leitbild nur für Sonntagsreden und vor einem Publikum, das dem Leitbild ohnehin vollinhaltlich zustimmt. Zeigt der Verein diese Grenzen nicht auf, werden es andere tun.
  • Wir selbst sollten nicht nur entrüstet sein, wir sollten uns klarer gegen solche Handlungen aussprechen und gegebenenfalls – so wie es der Block gerne tut, wenn er sich schlecht behandelt fühlt – dem Stadion fern bleiben. Ich kenne tolle Rapid-Fans, die das bereits getan haben, sie haben ihr Abo aus Protest nicht verlängert. Hier geht der großen Masse leider etwas ab: der Zusammenhalt, etwas, das man durchaus vom Block lernen kann, aber es wird noch viel passieren müssen, um diese Einigkeit zu schaffen, die der Block bereits jetzt hat. Mein erste Reaktion auf das sexistische Spruchband war ein Anti-Spruchband, etwa unter dem Motto „Wir sind nicht so…“. Selbstverständlich legte ich es vor der Anfertigung bei Rapid zur Genehmigung vor – und es wurde prompt nicht genehmigt. **) Wieder was gespart . und gelernt!

Esoterik und Chaos

Esoterisch Angehauchte (Meindl-Reisinger verhöhnt Rapid nach Debakel) finden, dass mit dem 2:7 gegen RB die Strafe auf dem Fuß gefolgt wäre. Für solche Wirkungszusammenhänge muss man nicht in die religiös-esoterische Trickkiste greifen, denn es gilt, dass alle, auch noch so geringfügigen Ereignisse unsere Zukunft beeinflussen, auch wenn wir deren Wirkung nicht bemerken, übersehen oder vernachlässigen. Der Zusammenhang „Hätte es das sexistische Plakat nicht gegeben, hätten wir Hartberg geschlagen und wäre das Ergebnis gegen Salzburg ganz anders ausgefallen“. ist natürlich an den Haaren herbeigezogen – aber eine der vielen Möglichkeiten für eine Entwicklung. Was verrückt klingt, ist eine hochangesehene wissenschaftliche Theorie, die unser Leben mehr beeinflusst als wir das annehmen. *)

Eigene Erlebnisse

Wenn ich selbst mit dem bescheidenen Spruchband „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ ins Stadion will, muss ich jedesmal das Banner ausrollen und es wird begutachtet und meist für OK empfunden. Und das, obwohl mich die Damen und Herrn der Security schon kennen und das Transparent sich nicht verändert. Wenn das also auf der Ost funktioniert, warum dann nicht auf der Süd?

Meinungsfreiheit

Die erste Reaktion von Rapid über den sexistischen Schriftzug war, dass es sich hier um demokratische Meinungsfreiheit handeln würde. Und es mag auch sein, dass das bei großzügiger Bewertung stimmt. Was ist aber mit dem, der die Bühne für eine solche Meinungsäußerung bietet; kann sich der so einfach aus der Verantwortung ziehen? Wenn wir nämlich „Meinungsfreiheit“ als wichtigen Grundsatz für die Koexistenz der verschiedenen Fangruppen im Stadion definieren, dann muss dieser Grundsatz natürlich für alle gelten.

Meinungsfreiheit 1

Wenn man Aufsehen erregen will, dann muss man entsprechende Aktionen setzen. Künstler wissen, wie das geht. Auch sie provozieren die Gesellschaft, die mit einem „unerhört“ reagiert, und Salzburgs Alt-Bürgermeister Schaden formulierte anlässlich der Enthüllung eines überdimensionalen Penis durch die Künstlergruppe Gelatin: „Man tut der Kunst nichts Gutes, wenn man für jede Unsinnigkeit die Freiheit der Kunst beansprucht“. In Abwandlung könne man also für den Text des Spruchbandes sagen: „Man tut der Meinungsfreiheit nichts Gutes, wenn man sie für jede Provokation beansprucht“.

Meinungsfreiheit 2

Stellen wir uns vor, unser sehr unfreundlich entlassener Trainer Gogo hätte gegen Salzburg 2:7 verloren… Damals gab es neben den unüberhörbaren „Gogo raus“-Rufen auch ein unterstützendes Spruchband, nämlich „Go, Gogo, go„. Es hing nicht lange und wurde von Vertrauten des Blocks abmontiert und gestohlen – anders kann man das nicht nennen.

Meinungsfreiheit 3

Bei seinem ersten Auftreten im Bullen-Dress in Hütteldorf wurde der Ex-Rapidler Wöber vom Block heftig beschimpft. Aus den Reihen der West-Tribüne wurde versucht, dieser Aggression mit dem Spruchband „Wir sind nicht so, Familie Wöber“ entgegenzutreten. Der Block verschaffte sich Zugang zur Loge und entfernte das Spruchband.

Es gab zu diesen Vorfällen praktisch keine Reaktion des Vereins. Man hat im Fall 2 das Spruchband wieder gefunden und sich im Fall 3 bei den Gästen auf der West entschuldigt. Ich habe den Eindruck, als wäre das keine ausreichende Reaktion gewesen, denn es handelt sich um die kriminelle Straftat des „Hausfriedensbruchs“:

Hausfriedensbruch

Zitat Wikipedia: „Der Hausfriedensbruch ist die vorsätzliche Verletzung des verfassungsrechtlich geschützten Gutes der Unverletzlichkeit befriedeter Besitztümer. Der Hausfriedensbruch ist in Deutschland ein Straftatbestand, der ausschließlich das individuelle Hausrecht schützt.“ Dass das keine Kleinigkeit ist, zeigt ein Blick in das österreichische Strafgesetzbuch, das für eine solche Tat bis zu einem Jahr Haft vorsieht. §109 StGB

Es ist also nicht weit her mit der Meinungsfreiheit im Stadion des SK Rapid, es kommt darauf an, wer eine Meinung vertritt.

Alltagsrassismus

Wer irgendwie anders ausschaut, ist potenziell Aggressionen ausgesetzt und zwar nicht nur von jenen, die Rassismus als Weltbild kultivieren, sondern von praktisch jedem in mehr oder weniger versteckter Form.

Mit Rapid-Outfit auszugehen ist in diesen Tagen schon fast wie ein Spießrutenlauf. Dass mich die Nachbarn im Haus und Freunde aus dem beruflichen Umfeld ziemlich deutlich und durchaus rassistisch auf einen „sexistischen Rapidler“ reduzieren, den sie hinter der bürgerlichen Fassade vermuten, zeigt, dass auch die „Guten“ nicht frei von verdeckten Rassismen sind, auf die sie gerne moralisierend hinweisen.

Wenn man sich in Sozialen Netzen herumtreibt, dann bekommt man auch einen gewissen Anteil an rassistischen und sexistischen „Weisheiten“ unaufgefordert übermittelt. Manchmal schaut es fast wie ein Wettbewerb aus, unter Motto „Geht’s noch tiefer?“. Die Poster stammen aber nicht aus den Reihen des Blocks, die Poster können auch jene sein, die sich über die Sprüche des Block entrüsten.

Solange diese Alltagsrassismen nicht aus der Mitte der Gesellschaft verschwinden, sollte man bei Verurteilungen des Blocks etwas weniger laut sein. Als Abonnent auf der Ost wünscht man sich, dass man sich nicht dafür entschuldigen muss, Anhänger von Rapid zu sein. „Wir sind nicht so…“. Und nicht wir sind es, die in dieser Frage nachgeben werden, eher werden wir das Stadion verlassen.

Die Medien

Die Vorstellung beginnt, wenn sich der Vorhang hebt und nicht am Schminktisch oder bei einer Reparatur eines schadhaften Kostüms hinter der Bühne.

Das Theater „Stadion“ hat keinen Vorhang zu bieten, der sich hebt, wenn das Spektakel beginnt. Wer vor Spielbeginn da ist, sieht den Schminktisch, die Sprechproben und auch das schadhafte Kostüm, das noch schnell entfernt werden muss. Das Spruchband war bei der Übertragung nicht zu sehen, es war nur zu sehen, als der „Vorhang noch unten war“. Es ist dem Verein gerade noch gelungen, es zu entfernen.

Bei Fernseh-Übertragungen werden Spruchbänder von Fans nur zufällig von den Kameras gestreift, die Aktionen auf den Rängen bleiben den Zuschauern zu Hause meist verborgen. Wenn es aber etwas Aufsehenerregendes zu lesen gibt, dann wird ganz entgegen der sonstigen Zurückhaltung dem Spruchband mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Spiel.

Wenn es dagegen Anti-Medien-Plakate gab – zum Beispiel gegen ungünstige Beginnzeiten, dann versuchte bei diesen Anlässen der Kameramann gemeinsam mit der Bildregie den Blickwinkel so einzustellen, dass man dieses Spruchband gerade nicht sehen konnte.

Man sieht an diesen Beispielen, dass die Medien uns viele Bilder ins Haus liefern, aber objektiv sind sie dabei nicht, weil sie eben Teil des Spiels sind und durch Ihre Sucht nach den Bad News das Bild verzerren. Darüber hinaus spielt der Nutzen für das Medium eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Bildmaterials.

Warum ist Rapid so populär?

Weil niemand ausgeschlossen wird. Niemand. Nach Paragraf 4 des Leitbildes. Und alle Besucher des Stadions sollen auf ihre Rechnung kommen, und es wird seitens des Vereins versucht, allen diesen Wünschen zu entsprechen. Und dabei kommt es immer wieder zu Interessenskonflikten zwischen dem Block und dem Verein. In Schilderungen solcher vergangener „Heldentaten“ des Blocks wurde uns vermittelt, wie sehr sich die Vereinsführung immer bemüht hat, dass Fanprojekte umgesetzt werden können, auch wenn sie manchmal beim Nicht-Block-Publikum Kopfschütteln bis Ablehnung hervorgerufen haben.***)

Fans gegen Rassismus

Seit ich Spiele von Rapid besuche, wünsche ich mir, dass der Ton der Fangesänge und die Texte der Spruchbänder weniger diskriminierend sein mögen. Illusorisch ist es nicht, denn im Laufe der Jahre konnte ich in Hernals und Döbling zwei Fankurven erleben, die sich gemeinsam mit ihrem Verein klar gegen Diskriminierung und Rassismen aller Art aussprechen. Vielleicht haben es diese Kurven aber leichter, so verlesene Fans zu rekrutieren, denn es geht dort nur um ein paar Hundert und nicht um ein paar Tausend wie bei Rapid. Aber vielleicht erlebe ich es noch, dass der Block das Spruchband „Gegen Rassismus in der Kurve“ hisst und nicht nur der Verein einmal im Jahr – weil er muss.

Dass aber ein Banner mit einer Regenbogenfahne gezeigt wird, das geht dann schon wieder zu weit**), da halten wir uns lieber einen sexistisch angehauchten Block – der bringt mehr, und der könnte an einem solchen Regebogenstatement keine Freude haben, und das wollen wir doch vermeiden, oder?

Motivforschung

Warum tun sich das die Leute an, dass sie von dem Spiel selbst nur wenig mitbekommen, weil Fahnen geschwungen werden, weil sie keinen Sitzplatz haben, weil sie von Rauchtöpfen eingenebelt werden. Nur weil’s leiwand is‘ und billiger als die anderen Tribünenplätze? Sicher nicht, da steckt mehr dahinter! Und es sind eine Menge verschlungener Motive wirksam, und man wird dem Block nicht gerecht, wenn auch nur eines weglässt.

Der Urgrund

Der Kern des Blocks ist eine grenzsuchende Gemeinschaft. Dieses Bedürfnis nach Grenzerfahrungen haben eigentlich wir alle, aber während der Sozialisierung erleben Jugendliche Grenzen, die ihnen durch ihre Eltern vorgegeben werden. Und wenn solche Grenzerfahrungen gemacht werden, ist dieser Lernprozess abgeschlossen. Man hat die Fähigkeit erworben, die eigenen Bedürfnisse mit den Bedürfnissen anderer abzugleichen.

Aber nicht alle konnten solche Erfahrungen in ausreichendem Maß machen. Und es geht hier nicht nur um ein eventuell problematisches Elternhaus, es geht um ganze Generationen von Eltern, beginnend bei der 68er Generation, die einen anti-autoritären Erziehungsstil pflegen. Wir kennen sie alle, sozial unverträgliche Kinder, die schon in der Sandkiste eine Belastung für den Frieden zwischen den Familien sind.

Kinder, die drohen, den Eltern über den Kopf zu wachsen, wollen ohnehin nur das eine: sie wollen wissen, wie weit sie gehen können. Leider erfahren sie das aber wegen des Erziehungsstils oder wegen der fehlenden Stabilität in den Familien nicht immer in ausreichendem Maß. Daher ist dieser Aspekt der Grenzerfahrung in der Jugend nicht ausreichend erlernt worden, aber die Sehnsucht nach der Wahrnehmung der Grenzen bleibt für den jungen Erwachsenen ein lebenslanger Wunsch.

Neben einer natürlichen Geborgenheit dürften natürliche Grenzerfahrungen im Kreis der Familie die wichtigste Orientierungshilfe für Kinder und Jugendliche sein. Erlernen Kinder die Rechte der anderen während ihrer Sozialisation, sitzen sie auf Ost, West oder Nord. Wenn nicht, dann sind sie lebenslang nach Grenzen Suchende und versuchen auszuloten, wie weit sie mit ihren Aktionen gehen können. Aber es gibt kein korrigierendes Elternhaus mehr, die Korrektur erfolgt durch die Gesellschaft, in erster Linie vertreten durch die Polizei. Aber auch der Verein „Rapid“ und wir, die anderen, könnten ein solches Korrektiv sein, wir sind es aber offenbar zu wenig.

Es findet also eine Art lebenslanger Lernprozess statt, von dem wir ein Teil sein können, indem wir eben zu diesen Überschreitungen (aller Art) „nein“ sagen, wie Eltern das üblicherweise tun. In den Überschreitungen außerhalb des Stadions haben wir keinen Einblick und Einfluss und sind erstaunt über die heftige Frontstellung des Blocks gegenüber der Polizei.

Tolerieren wir aber das eigentlich Nicht-Zu-Tolerierende, dann werden wir zu Komplizen, zu Eltern mit einem allzu lockeren Erziehungsstil und müssen auf die nächste dieser Eskapaden warten, bis wir wieder die Gelegenheit haben, zu handeln. Je länger wir uns damit Zeit lassen, desto schmerzlicher wird diese dann zu treffende Entscheidung sein.

Grenzüberschreitungen

Das sexistische Spruchband ist ja noch eine Kleinigkeit im Vergleich zu den sonstigen Aktionen innerhalb und außerhalb des Stadions wie zum Beispiel Graffiti, Schlägereien, Drogen, Alkohol, Sexismus, Rassismus. Punktuell werden solche Aktionen aufgedeckt und landen bei der Justiz. Über diese Dinge weiß man offiziell nichts, und für Fußballvereine – nicht nur für Rapid – ist es besser, da nicht zu viel nachzufragen.

Verschworene Gemeinschaft

Gerade das teilweise illegale Handeln ist ein gemeinsam zu hütendes Geheimnis und dadurch die Grundlage für eine verschworene Gemeinschaft, der man als Mitglied einerseits viel verdankt, aber anderseits auch ausgeliefert ist. Der Zusammenhalt ist durch die äußeren Feinde Polizei, Presse, Politik und natürlich durch den jeweiligen Gegner am Platz verstärkt. Der Verein fehlt in dieser Liste, ist er doch in vielen Einzelfällen Ermöglicher und kein Gegner.

Heterogenität

Das bisher vorgestellte Modell von „Grenzerfahrungs-Suchern“ ist nun keineswegs auf alle im Block anwendbar, sondern beschränkt sich auf einen vergleichsweise kleinen Kern von „Auskennern“ und Eingeweihten, die ihre Talente dazu nutzen, eine viel größere Zahl von Sympathisanten anzuziehen. Ein viel größerer Teil des Blocks sind Stadion-Aktivisten, die tatsächlich nur um des Fußballs willen, sich an den Aktionen beteiligen, die durch die Kerngruppen des Blocks organisatorisch vorgegeben werden. Das ist sozusagen die große Gruppe der „Follower“, die die Stadion-Aktionen mittragen, aber mit den sonstigen Grenzüberschreitungen innerhalb und außerhalb des Stadions nichts zu tun haben, also auch selbst vom Inhalt des Spruchbandes überrascht werden.

Nach meiner Einschätzung ist es für die Kerngruppen des Blocks eine große Motivation für ihre oft aufwändigen Arbeiten, dass sie damit nicht nur das Stadion und die Öffentlichkeit ansprechen, sondern dass sie eben viele aus dieser zweiten Gruppe auf ihre Seite – in den Block – ziehen können, und darin besteht auch ein großer Nutzen für den Verein.

Lebenshilfe

Schließlich gibt es aber auch eine Gruppe, für die der Block eine Art Lebenshilfe ist. Wenn also benachteiligte Menschen in dem komplexen Gewurl auf Ost und Nord keine ausreichende Ansprache finden, bietet ihnen der Block sowohl Anerkennung für ihr Engagement als auch eine Orientierungshilfe durch strenge Blockregeln.

Hierarchie

Aus diesem Kern entwickelt sich die nach außen wahrnehmbare Hierarchie der Capos, die ihre Führungsqualitäten ausleben können. Sie sind wahrscheinlich auch die Ideologen, die den Mechanismus zum Zusammenhalt verinnerlichen.

Es greift also zu kurz, wenn man sich auf den Ausgangspunkt, auf die fehlenden Grenzerfahrungen, beschränkt, denn das wäre nun eine zu kleine Gruppierung. Diese Gruppierung übt aber wegen ihres großen Einsatzes für Rapid eine große Anziehungskraft aus, und bringt viele weitere Rapid-Aktivisten in den Block, deren große Zahl und damit Erfolg wieder auf sie selbst motivierend zurückwirkt, vielleicht so wie ein Sieg auch Motivation für das nächste Spiel sein kann.

Moderner Ablasshandel

Betrachten wir die Eskapaden des Blocks als eine klassische „Sünde“, dann wären wir nicht in einem katholischen Land, wenn es dazu nicht auch einen „Ablass“ geben würde. In logischer Tradition zum mittelalterlichen Ablasshandel hat auch der Block der „Kirche“ etwas zu bieten: Neben seiner Funktion als Stimmungsmacher tritt der Block auch als Unterstützer im Rahmen karitativer Projekte auf, und die Summen, die seine Vertreter den anderen Stadionbesuchern entlocken, sind beachtlich. Nicht zu vergessen seine durchaus soziale und sinnstiftende Funktion an sich. Natürlich wird der Block dazu vom Verein vor den Vorhang gebeten, gelobt und in einem Gesamtkalkül hoffen seine Protagonisten, dass „am jüngsten Tag“ das Positive überwiegen möge. Und ein solcher „jüngster Tag“ könnten die Diskussionen zwischen Verein und Block vor Spielbeginn des Hartberg-Spiels gewesen sein.

Niveaulos

Wir sehen einen niveaulosen Spruch und neigen dazu, aus dem Text auf die geistige Verfassung der Autoren zu schließen. An diesem Punkt muss man sehr vorsichtig sein, denn die Gemeinschaft, von der vorher die Rede war, hat nichts mit einer bestimmten (unteren) Schicht zu tun und es wäre eine grobe Fehleinschätzung, vom Niveau des Spruchs auf das Niveau der Verfasser zu schließen.

Abgewandelt nach Michael Niavarani: „Wer eine Sprache wie in diesem Spruchband spricht, ist kaum in der Lage, das Spruchband logistisch und orthografisch herzustellen und ins Stadion zu bringen.“ Das müssen schon andere für ihn besorgen. ****)

Die Texter benutzen also wahrscheinlich die Sprache der von ihnen Vertretenen, um ihnen damit eine ansonsten nicht erlebte Wichtigkeit zukommen zu lassen. Aber sie benutzen diese Sprache auch, um eben eine dieser Überschreitungen auszuleben. Denn die Spruchbänder der Heimspiele gegen Sturm und WAC zielten in dieselbe Richtung, hatten diese „Qualität“ nicht.

Den Textern der anstößigen Texte geht es weniger um gelebten Sexismus, sondern darum, die Gesellschaft zu provozieren. Und das geht nicht mit einem sachlichen Protest gegen „Unbekannt“ wie man an den Sprüchen der beiden ersten Heimspiele gesehen hat. Daher hat man ein „Schäuferl nachgelegt“ und siehe da, es hat gewirkt; und wie.

Und es ist nicht allein die Provokation, es ist wieder einmal ein Test dafür, wie sehr der Schwanz mit dem Hund wedeln kann, bis dieser sich wehrt. In diesem Fall hat sich der Hund gewehrt – zu spät wie viel meinen.

Da es aber sonst keine weiteren Konsequenzen gab, werden wir auf noch unappetitlichere Spruchbänder warten müssen, die dann vielleicht irgendeine Reaktion in Form einer klaren Regel bewirken werden. Vielleicht wird Rapid auch dann nichts unternehmen, sondern die Bundesliga oder der ÖFB, was auch schon heute im Raum steht.

Die Eltern des Blocks

Der Block beansprucht für sich Freiheiten, die andere in dieser Form nicht brauchen. Man muss niemanden herabwürdigen, um aufzufallen oder um dadurch bedeutender zu sein. Der tiefere Grund für diese Ansprüche des Blocks ist die Grenzsuche von Erwachsenen und die Gründe, die dazu geführt haben, dass es zu diesem kollektiven Bedürfnis geführt hat, sind eigentlich gleichgültig.

In den ständigen Versuchen, rote Linien zu übertreten gleicht der Block einem Kind, das nach Grenzen sucht und diese von den Eltern vorgelebt bekommt.

Der Rapid-Vorstand handelt leider allzu oft nach einem antiautoritären Verhaltensmuster, versucht also die Unarten des „Kindes“ zu übersehen und erntet damit immer wieder, was gesät wurde: das „Kind“ ist immer schwerer zu ertragen, es tanzt den Eltern auf der Nase herum.

Wir alle sind Teil dieses Sozialisierungsprozesses, und wenn wir die Situation als unerträglich empfinden – wie etwa Gustav Starek, der in diesen Tagen seine Mitgliedschaft bei Rapid eben wegen dieser ständigen Eskapaden zurückgelegt hat, dann ist das eine dieser Maßnahmen, die in diesen Angelegenheiten zu setzten wären.

Erwachsen ist der Block nicht, der Block ist ein ewiges Kind. Ältere Kampfgenossen werden erwachsen, verlassen die Kurve und bevölkern die an den Block angrenzenden Tribünen. Nachschub bekommt der Block in ausreichender Zahl durch Jugendliche, die aus vielschichtigen Gründen dort finden, was sie zu Hause nicht ausreichend erlebt haben.

So günstig es für die konstruktive Zusammenarbeit ist, dass im Rapid-Vorstand auch Blockversteher vertreten sind, so schwierig ist deren Situation im Konfliktfall, weil sie es jedem Recht machen wollen. Der Block hat seitens des Vereins leider zu wenig Grenzerfahrungen, und es ist zu befürchten, dass eine höhere Instanz, also die Bundesliga oder der ÖFB diese Grenzen ziehen wird müssen, weil Rapid selbst dazu nicht in der Lage ist.

Also nicht nur der Block missachtet das Leitbild durch sexistische Sprüche, auch Rapid selbst ignoriert das Leitbild, weil auf dessen Einhaltung nicht ausreichend geachtet wird.

Der Block sucht die Grenze, aber Rapid zieht sie nicht, und daher wird es für uns anderen immer unerträglicher. Muss es erst soweit kommen, dass langjährige Abonnenten oder Sponsoren sich von Rapid abwenden, um ein Umdenken zu bewirken?


*) Chaostheorie

Wenn jemand die Unwichtigkeit eines Aspekts zum Ausdruck bringen will, zitiert er oft das „in China umfallende Fahrrad“. Doch ist das nicht so, denn in den schier endlosen Wirkungsketten des Unbedeutenden kommt es eventuell zu einem gravierenden Einfluss auf praktisch alles.

Die Chaostheorie fasst das Sprichwort „Kleine Ursachen, große Wirkungen“ in ein wissenschaftliches Modell.

Beispiele

  • Cleopatra’s nose theory: die hübsche Nase der Ägypterin hatte einen großen Einfluss auf die damalige Weltpolitik
  • Schmetterlingseffekt: Ein kleiner Luftwirbel, sogar der Flügelschlag eines Schmetterlings, kann sich durch chaotische Entwicklungen nach einigen Tagen oder Wochen zu einem Sturm hochschaukeln. Natürlich kann man deshalb nicht alle Schmetterlinge aus dem Verkehr ziehen, weil diese Wirkungskette nur eine zufällige keine wiederholbare ist. Nicht jeder Schmetterling kann von sich behaupten, einen Sturm ausgelöst zu haben.
  • Besonders für Rapidler: der Kaffee im Wirtshaus im Waldviertel im Jahr 1992, bei dem Andy Marek ein „Täglich alles“ mit dem Inserat „Suchen Stadionsprecher“ gelesen hat. Ein Zufall mit Folgen, wie wir wissen. Wir wissen es aber nur im Nachhinein, nicht jeder, der einen Kaffee trinkt, kann darauf eine Karriere aufbauen.

Wäre das Transparent ein anderes gewesen, hätte Rapid gegen Hartberg gewonnen! Normalerweise würde man eine so sinnlose Behauptung nicht aufstellen, aber in der Welt der Zufälle sind die Ursachen-Wirkungs-Ketten nicht vorhersagbar und doch können sie letztlich einen wesentlichen Einfluss auf Tore und Siege haben.

Um ein Spiel zu gewinnen, muss alles passen, darf nichts Ablenkendes das Geschehen beeinflussen. Wenn im Verein Ruhe herrscht, überträgt sich diese Ruhe auch auf die Spieler. Wenn aber im Vorfeld eines Spiels eine hektische Aktivität wegen eines Transparents die Spieler ablenkt, kann das einer dieser winzigen Faktoren sein, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden.

**) Das Anti-Transparent-Transparent

Statt sich nur über die unerfreuliche Allianz zwischen dem Verein und dem Block aufzuregen, wollte ich ein Transparent im Stadion anbringen, welches den Paragraf 4 des Leitbilds „Rapid ist offen“ darstellt. Und das, nachdem Rapid zugegeben hat, dass der sexistische Banner eben diesem Leitbild widerspricht. Dieser Paragraf 4 lautet:

Menschliche Vielfalt war und ist der Motor unseres Erfolgs. Deshalb und aufgrund unserer
sozialen Verantwortung für eine offene Gesellschaft, kann jeder Mensch, der das Wohl
Rapids in den Vordergrund seines Denken und Handelns stellt, Rapidler sein. Egal welchen
Geschlechts, egal welcher Herkunft oder Schicht, und unabhängig von seiner Lebensweise.
Unsere Ursprünge in der Arbeiterbewegung verpflichten uns, insbesondere sozial Benachteiligte zu unterstützen.

Herausgekommen ist folgendes:

Die Regenbogenfarben (violett fehlt) stehen für die Lebensart, die verschiedenfarbigen Personen für die Hautfarbe und Herkunft, dass beiderlei Geschlecht gleichermaßen und gleichrangig vertreten sein sollen, die paarweise Darstellung. Die Symbole für verschiedene Weltanschauungen darüber stehen dafür, dass es eben egal ist, welches Weltbild man mit sich herumträgt. Das „EwkiL“ ist ein Akronym für „Egal woe kummt im Lebn“.

Die erste Rückmeldung war, dass religiöse Symbole nicht erlaubt seien. Gut, ich habe sie entfernt, obwohl damit schon eine wesentliche Aussage des §4 des Leitbilds verloren geht.


Ich musste aber erfahren, dass auch das Regenbogensymbol im Stadion nicht erwünscht ist, auch wenn die violette Farbe klarerweise nicht vertreten war. Also jenes Symbol, das zum Ausdruck bringe, dass jede Lebensweise in Stadion willkommen ist, und dieser Umstand Teil des Rapid-Leitbildes ist, sind diese Farben im Stadion nicht erlaubt.

Was symbolisiert diese Regenbogenfahne? Wikipedia: „Die Regenbogenfahne 🏳️‍🌈 ist eine Form des Regenbogens als Symbol. Sie steht in zahlreichen Kulturen weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden, und sie gilt als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung und der Sehnsucht.“


Was überbleibt ist ziemlich nichtssagend, daher wurde das Banner nicht hergestellt.


Etwas überspritzt gesagt: es ist nicht erlaubt, den Inhalt des § 4 des Rapid-Leitbilds symbolhaft darzustellen, weil das Regenbogensymbol ein politisches Statement wäre und weil die symbolische Darstellung religiöser Symbole nicht erlaubt ist, auch wenn die Darstellung keinerlei Werbung für eine dieser Weltanschauungen ist.

Zur Ehrenrettung von Rapid muss man aber einräumen, dass Rapid eine schwierige Phase durchlebt.

***) AntiViola-Plakat

Andy Marek hat bei seinem Abschiedsabend aus diesen grenzwertigen Erlebnissen erzählt. Es wurde mit dem Block eine Choreografie vereinbart und eher durch einen Zufall hat Andy den Inhalt des Textes erfahren, die so nicht hat gezeigt werden dürfen. Die Texter versprachen eine Änderung, doch dieser neue Text stand dem vorigen an Heftigkeit um nichts nach. Siehe Abschiedsabend Andy Marek.

****) Batman-Kostüm

Michael Nivarani erzählte folgende Begebenheit: In einem Batman-Kostüm aus amerikanischer Fertigung stand zu lesen: „Mit diesem Kostüm kann man nicht fliegen„. Nias Schlussfolgerung: „Wenn jemand glaubt, dass man mit einem Batman-Kostüm fliegen kann, der kann das sicher nicht lesen.“

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Geisterfußball

Auch wenn es jetzt eine Phase mit Geisterspielen gibt – vor allem deshalb, um dem Profifußball ein Überleben zu ermöglichen – hat Fußball in der Form wie wir ihn bis zum März 2020 gekannt haben, Pause. Und wie lange diese Pause dauern muss, kann niemand seriöser Weise sagen. Zu sehr hängt das von Zufälligkeiten der Infektionslage ab.

Aber nicht nur die Teilnahme an den Spielen, auch alle Veranstaltungen rund um den Fußball sind ausgesetzt, seien es die Stammtische, der Rapid-Lauf, der Tag der offenen Tür, die vielen Veranstaltungen in der Röhre und auch die Veranstaltungen der Fanklubs können nicht wie gewohnt stattfinden. Das ganze Fußballgeschehen wird „geisterhaft“.

Seit vergangener Woche ist bekannt, dass ab 29. Mai Veranstaltungen bis 100 Personen erlaubt sein werden. Wer würde nicht daran denken, wenigstens unsere beliebten Mitgliederversammlungen stattfinden zu lassen. Im Vorstand wurde diese Möglichkeit auch beraten, aber das Ergebnis ist, dass trotz der Weiterführung des Ligabetriebs wir uns nicht treffen können, dass also

keine Mitgliederversammlungen

stattfinden können.

Veranstaltungen ja, aber…

Hinter der Schlagzeile „Veranstaltungen bis 100 Personen ab 29, Mai“ verbergen sich folgende Zusatzbedingungen:

  1. Nur Sitzplätze
  2. Mindestabstand 1 Meter (die Regel 10m² pro Besucher gilt ab 1. Mai bis 29. Mai)
  3. Corona-Beauftrage*r als Ansprechpartner*in für Gesundheitsbehörden
  4. Verpflichtung zur Erstellung einer individuellen Risikoanalyse für jede Veranstaltung.
  5. Jedenfalls jedoch Maßnahmen zu 
    • Steuerung der Besucherströme bei Eingang, Ausgang, WC, Garderobe, Pause, zur Vermeidung von Menschenansammlungen
    • Bei 500-1000 BesucherInnen verpflichtende Abstimmung im Vorfeld mit lokalen Behörden über Verkehrsströme bei An- und Abfahrt.
    • Erhöhte Hygienemaßnahmen, Reinigung, im Publikumsbereich

Nächste Woche werden die Maßnahmen im Dialog mit den Kulturschaffenden aller Branchen und politischen Kulturverantwortlichen besprochen.  Ziel ist, bis 25.5. die entsprechende Verordnung vorzulegen.

Gäste aus dem Rapid-Umfeld

Dazu kommt, dass es auch nicht möglich ist, jemanden aus dem Rapid-Umfeld zu einer Mitgliederversammlung einzuladen. Derzeit sind alle Aktiven bei Rapid angehalten, Außenkontakte zu minimieren.

Hindernisse

  • Die 1-Meter-Abstand-Regel (Punkt 2) macht die Organisation schwierig, weil unsere übliche Sitzordnung geändert und die Teilnehmerzahl beschränkt werden müsste.
  • Außerdem müssen wir bedenken, dass viele unserer Mitglieder zur Risikogruppe zählen und die „individuelle Risikoanalyse“ (Punkt 4) zur Vorsicht mahnt.
  • Es können aus Sicherheitsgründen keine Gäste aus dem Rapid-Umfeld kommen

Virtuelles Zuschauen

Was bleibt, ist virtuelles Zuschauen über die Fernseh- und Internetkanäle

  • in einem Gasthaus
  • mit einem Sky-Vertrag (ab 19,90 pro Monat (derzeit ohne Anmeldegebühr),
  • eine eventuelle kostenlose Schmalvariante im ORF? (Link)
  • mit 3-stündiger Verspätung als Relive-Video in Rapid-TV (gegen eine kleine Gebühr hat man Zugriff auf alle Spiele der letzten Jahre in voller Länge)
  • Grauzone: Die Seite livetv.sx (Domäne von Sint Maarten) bietet Live-Übertragungen an, aber Achtung vor Schadsoftware! Ob man sich darauf verlassen kann, dass eine angekündigte Übertragung auf livetv.sx zu sehen sein wird, weiß ich nicht (ich konnte schon Spiele auf dieser Seite verfolgen, hatte aber auch schon Misserfolge). Hier ist der direkte Link zur Rapid-Seite: http://livetv.sx/dex/team/1_246_361_rapid_wien/ Man kann jedenfalls zusammenfassende Videos zu allen vergangenen Bundesliga-Spielen abrufen. Die kommenden Spiele ab 2. Juni werden wohl kurz vorher auf der Seite eingetragen, wenn seitens der Bundesliga die Beginnzeiten festgelegt worden sind.
    Größere Ligen genießen natürlich mehr Aufmerksamkeit. Der folgende Link zeigt 8 Videos des ersten Spiels der Deutschen Bundesliga Dortmund-Schalke, darunter das Spiel selbst in voller Länge: http://livetv.sx/dex/eventinfo/929606_dortmund_schalke_04/

Prognose Epidemie

Sehr plausibel war eine Einschätzung von Christian Drosten (Chefvirologe der Charité), der gemeint hat, dass der häufigere Aufenthalt im Freien während des Sommers und die höheren Temperaturen helfen könnten, die Ausbreitung des Virus zu bremsen, weil Feuchtigkeit in der Luft rascher abtrocknet. Die aber dadurch wachsende Sorglosigkeit könnte in der feuchten Jahreszeit zu einer Rückkehr des Virus führen. Diese als „Wellen“ bezeichneten Phasen einer Epidemie sind also nicht eine Eigenschaft des Virus. sondern eine Folge unseres Verhaltens. Distanz-Disziplin reduziert die Fallzahlen, Sorglosigkeit lässt sie wieder ansteigen.

Prognose Fußball

Sollte es zu einer Zulassung von Zuschauern im Stadion kommen, dann wird unser Stadionverhalten an die Ansteckungsgefahr angepasst sein müssen. Organisatorische Maßnahmen könnten sein

  • gestaffelte Eintrittszeiten für verschiedene Sitzreihen sein (Zutrittszeitpunkt auf der Eintrittskarte),
  • „Stehen verboten“ ,
  • Reduktion der Besucherzahlen,
  • kein Aufenthalt hinter den Tribünen,
  • gestaffelter Abgang aus dem Stadion,
  • Desinfektion und Mundschutz sowieso.
  • Unterstützung der Nachverfolgung von Infektionen durch eine App oder durch personalisierte Karten.
  • Wegen der großen Nähe in den Sitzreihen könnte eine App hilfreich sein, doch wird eine solche App von der Bevölkerung eher abgelehnt. Ebenso möglich wäre auch eine verpflichtende Personalisierung der Karten, was den Menschen aber ein ähnliches Unbehagen wie eine App bereitet.

Bei gleichzeitig geringen Fallzahlen könnten solche Maßnahmen schon eine Option für eine Zulassung von Zuschauern darstellen. Wenn allerdings die allgemeine Bereitschaft zur Einhaltung der Distanzregeln abnehmen sollte – mit der Folge steigender Fallzahlen, steuern wir auf eine längere Zwangspause zu.

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