22 spielen, einer pfeift

Zwei spannende Stunden erlebten wir am 31.10.2019 in der VHS-Penzing – dank eines didaktisch sehr begabten Vortragenden, der es hervorragend geschafft hat, uns einen an sich trockenen Stoff mit Unterstützung durch Videos und vielen Beispielen näher zu bringen. 17 Regeln wurden uns vorgestellt, die es teilweise in sich haben, und wir mussten uns eingestehen, dass wir nicht so regelkundig sind wie wir glauben.

Ich wähle Details aus, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit. Tatsächlich wurden ziemlich spitzfindige Situationen an Hand von Videos besprochen, die ich mir leider nicht alle gemerkt habe. Bei den Bildern finden auch die Vortragsfolien. Die letzte Folie sind Fragen aus einem Test für Schiedsrichter, mit denen man sein Wissen überprüfen kann.

Die weißen Linien die das Spielfeld markieren und unterteilen sind immer Teil jenes Bereichs, den sie bezeichnen. In einem Video-Beispiel wurde gezeigt, dass ein Fouvergehen auf der Linie einen Strafstoß zur Folge hat

Ein Strafstoß ist übrigens etwas anderes als ein Elfmeter. Strafstöße (Penalty) werden während des Spiels aufgeführt, Elfmeter (Penaltyshootout) gibt es nur beim Elferschießen.

Der Fußball braucht „unmenschliche“ Schiedsrichter, das sind solche, die sich nicht irren, leider aber gilt „Irren ist menschlich“.

Was auch immer ein Schiedsrichter entscheidet: Elf sind dafür, elf dagegen.

Die Fußballregeln werden von der IFAB mit Sitz in Zürich erlassen. Das Gremium besteht aus 8 Personen, 4x FIFA, 1x England, 1x Schottland, 1x Wales und 1x Nordirland. Diese Besetzung geht noch auf Zweiten der absoluten Dominanz der Engländer im Fußball zurück, so etwa vor 110 Jahren. Vorher wurden die Regeln überhaupt nur in England bestimmt.

Müssen 11 Spieler bei einer Mannschaft das Spiel beginnen? Nein! Es müssen mindestens 7 sein. In den unteren Ligen oder in Schülerligen kommt es durchaus vor, dass bei Spielbeginn nicht alle Akteure versammelt sind. Aber es kann auch zu vielen Ausschlüssen kommen. In der 21. Runde der Saison 1936/37 spielte Rapid im Praterstadion gegen die Austria. Das Spiel wurde in der 83. Minute abgebrochen, weil nur mehr 6 Rapidler am Spielfeld waren. Das Spiel wurde 5:0 für die Austria gewertet.

Der Kapitän einer Mannschaft genießt keinen Sonderstatus, er ist für das Verhalten seines Temas verantwortlich und übernimmt die Auslosung bei Spielbeginn.

Kurios kann es werden, wenn fremde Personen in das Spiel eingreifen. Dabei muss man unterscheiden, ob es unbeteiligte Personen sind oder Funktionäre oder Ersatzspieler. In einem Video wurde gezeigt, wie ein Schuss beim Tor vorbeiging, aber ein Funktionär den Ball auf der Linie mit dem Fuß gespielt hat. Hätte er nichts gemacht und den Ball vorbei gelassen, hätte es einfach Abstoß gegeben. So aber gab es Elfmeter. Die vielen anderen Möglichkeiten habe ich mir einfach nicht gemerkt.

Die Ausrüstung der Spieler ist genau geregelt. Die Trikots dürfen zum Beispiel nicht ärmellos sein. Sollte ein Spieler den Schuh verlieren, darf er weiterspielen. Diese Regel ist neu und auf ein Spiel des SKN St.Pölten zurückzuführen, bei dem der Spieler ohne Schuh sogar ein Tor mit dem Socken geschossen hat.

Es wurden alle Handzeichen der Schiedsrichter SR und Schiedsrichterassistenten SRA besprochen. Es ist interessant, dass es eine Reihe von nicht dokumentierten Zeichen gibt, die die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Schiedsrichterassisten SRA betreffen.

Die Bewegungszone eines Schiedsrichters ist eine Diagonale zwischen den Ecken des Strafraums (siehe Bilder). Schiedsrichter betreten den Strafraum kaum.

Ein Schiedsrichter darf eine Entscheidung ändern, wenn zu dem Zeitpunkt das Spiel noch nicht fortgesetzt wurde, danach nicht mehr.

Die verordneten Nachspielzeiten gelten für die jeweilige Halbzeit und können nicht im Nachhinein in der zweiten Halbzeit verrechnet werden („Kompensationsverbot“). Die Nachspielzeit darf auch nicht verkürzt werden („Verkürzungsverbot“). Sollte in den letzten Minuten auf Strafstoß entschieden werden und durch die sich ergebenden Diskussionen auch die Nachspielzeit überschritten werden, muss der Strafstoß dennoch ausgeführt werden.

Man kann aus dem Anstoß direkt ein gültiges Tor erzielen, nicht aber ein Eigentor. in diesem Fall würde auf Eckstoß entschieden werden.

Dass auch Spieler und Teamchefs die Regeln nicht korrekt erklären können, zeigt ein Zitat aus dem Kurier.

Der Abseitsregel wurde weiter Raum gewidmet. Man muss unterscheiden zwischen Abseitsstellung, die an sich noch kein Vergehen darstellt. Wohl aber dann, wenn der Spieler den Ball von der eigenen Mannschaft bekommt oder wenn er den Gegner beeinflusst (also zum Beispiel dem Tormann die Sicht verstellt) oder wenn sich durch die Abseitsstellung einen Vorteil verschafft.

Kein Abseits gibt es bei einem Abstoß, bei Eckstoß und bei Einwurf. Es ist also erlaubt, dass ein Stürmer, der im Abseits steht einen weiten Ball seines Tormanns annimmt.

Ein kurioses Video zeigte einen Einwurf zurück zum eigenen Tormann, bei dem der Ball unglücklich ins Tor rollte. Nach der Regel, dass nach einem Einwurf kein Tor fallen kann, hätte das Spiel mit Eckstoß fortgesetzt werden können. Der Ball wurde aber vom Tormann beim Rettungsversuch berührt und daher wurde das Tor als Eigentor gezählt. Hätte der Tormann gar nichts gemacht, hätte das Tor nicht gezählt.

Beim Strafstoß muss der Schütze klar benannt werden, der Ball muss mit dem Fuß nach vorne gespielt werden und darf vom Schützen kein zweites Mal berührt werden. Ein Antäuschen des Schusses ist unzulässig. Die Spieler müssen sich außerhalb des Strafraums befinden, auf dem Spielfeld, hinter dem Ball. Der Tormann muss mit einem Fuß auf der Linie stehen.

Bei einem Einwurf muss der Spieler beidbeinig entweder außerhalb des Spielfeldes oder mit beiden Füßen auf der Linie stehen. Die gegnerischen Spieler müssen sich 2 Meter von der Seitenoutlinie entfernen.

Schließlich wurde auch über die Schiedsrichterbewertung und die Schiedsrichterbezahlung gesprochen. Schiedsrichter der unteren Ligen können maximal 8,4 Punkte, minimal 6 Punkte erhalten. Unser Vortragender hatte eine Bewertung ganz knapp am möglichen Maximum von 8,4 Punkte, so etwa 8,35. Für die Leitung wichtiger Spieler ist die Maximalnote 9. Die Bewertung eines Schiedsrichters setzt sich aus drei Komponenten zusammen: den Spielbewertungen, den regelmäßigen Regeltests und dem Absolvieren eines regelmäßigen Trainings.

Ein Regionalligaschiedsrichter erhält für die Leitung des Spiels 115 Euro, die Assistenten 70 Euro. In den unteren Ligen gehen diese Beträge auf bis zu 30 Euro zurück.

Abschließend wurde demonstriert, dass auch die Lautstärke des Pfiffs durch die Trillerpfeife über die Schwere eines Vergehens Aufschluss gibt.

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Ebenfalls in dieser Reihe der VHS-Penzing waren:

Vortragender

MMag. Michael Heiling ist Betriebswirt und Politikwissenschafter in der Abteilung Betriebswirtschaft in der AK Wien mit den Schwerpunkten Branchenanalysen, Betriebsräteberatung und -ausbildung (insbesondere ArbeitnehmervertreterInnen im Aufsichtsrat in den Branchen Metallindustrie, Bildung/Forschung und Gewerbe) sowie Digitalisierung und Mitbestimmung.

Er betrieb seine Tätigkeit als Schiedsrichter als Ausgleich und in den unteren Ligen. Seit einem halben Jahr macht er das aus familiären Gründen nicht mehr.

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Verschleierungstaktik

Betrachtet man die Entwicklung der Fußballregeln, bemerkt man, dass seitens der FIFA viel Wert darauf legt, dass das Publikum im Stadion und am Fernseher die Entscheidungen gut nachvollziehen kann. Klare Handzeichen von Schiedsrichter und Linienrichter zeigen den Grund von Entscheidungen gut an. Kartenvergehen werden mit deutlich sichtbaren gelben und roten Karten angezeigt. In der Zeit des Schwarz-Weiß-Fernsehens konnte der Zuschauer zu Hause die Farbe der Karte zwar nicht sehen aber je nachdem, ob sie der Schiedsrichter aus der Brusttasche oder Gesäßtasche gezogen hat, wusste man auch die Farbe der Karte.

Ankick oder Platzwahl? (Bild: Pixabay)

Los entscheidet über Ankick und Platzwahl

Zu Spielbeginn wirft der Schiedsrichter eine Münze und einer der beiden Mannschaftsführer entscheidet sich für Kopf oder Adler. Wenn er gewonnen hat konnte er die Spielrichtung bestimmen, die andere Mannschaft hatte den Ankick.

Als Zuschauer konnte man diesen Losentscheid zwar nicht mitverfolgen, aber wenn eine Mannschaft den Ankick hatte, dann war klar, dass die andere Mannschaft die Platzwahl gewonnen hat.

Wir wissen, dass Rapid bei einem Gewinn der Platzwahl sich normalerweise für das Spiel auf das Nord-Tor entscheidet, um in der wichtigen zweiten Halbzeit zum Block West spielen zu können.

Wichtig kann die Platzwahl bei ungünstiger Sonneneinstrahlung werden, wenn man dadurch vermeiden kann, dass der eigene Tormann gegen die Sonne spielen muss.

Das war bisher eindeutig und für den Zuschauer nachvollziehbar.

Alles neu 2019

Ab der laufenden Saison ist es mit dieser Klarheit aber vorbei, denn die Mannschaft, die das Los gewinnt, kann ab sofort zwischen Platzwahl und Ankick wählen. Wenn wir also beobachten, dass eine Mannschaft den Ankick vornimmt, wissen wir nicht, ob sie sich dafür entschieden hat, weil die den Losentscheid gewonnen hat und sich für den Ankick entschieden hat oder ob sie den Losentscheid verloren hat und die andere Mannschaft die Platzwahl beansprucht hat.

Dieser Umstand ist zwar für das spätere Ergebnis wahrscheinlich ohne Bedeutung, widerspricht aber der sonst üblichen Transparenz bei Entscheidungen.

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Spielzeitanzeige in der Nachspielzeit

Bei so manchem knappen Spiel, das man im Patschenkino verfolgt, blickt man in den Minuten der Nachspielzeit oft mehr auf die mitlaufende Uhr als auf das Spielgeschehen, entweder, weil man noch dringend ein Tor bräuchte oder, weil man keines mehr bekommen darf. Die Rapidviertelstunde wird in diesen letzten Minuten eines Spiels ihrem Namen voll gerecht.

Und im Bezug auf die Information am Ende eines Spiels ist die Fernsehdarbietung dem Stadionbesuch klar überlegen, was die Anzeige der Schlussminuten anlangt.

Was hat es mich schon geärgert, dass bei Rapid die Stadionuhr bei der 90. Minute einfach stehen bleibt, obwohl diese Schlussminuten sehr oft spielentscheidend sind und man bei der Ansage „Fünf Minuten Nachspielzeit“ kontrollieren möchte, wie viele bange Minuten noch zu überstehen sind.

Schon in den Zeiten des Hanappi-Stadions wandte ich mich an Andy Marek, ob man die Uhr nicht dahingehend umprogrammieren könnte. Weil es damals schon die letzten Jahre im Hanappi-Stadion waren, bin ich dieser Kleinigkeit nicht mehr nachgegangen, weil im neuen Stadion ja doch alles anders werden würde.

Dann kam die Zeit im Happel-Stadion, und dort gehen die Uhren anders, dort wird nämlich die Nachspielzeit angezeigt, so wie wir das von den Fernsehübertragungen gewöhnt sind.

Zurück im Allianz-Stadion ist es wieder wie früher, die Uhr bleibt mit der Anzeige der 90. Minute stehen.

Das Querlesen des Bundesliga-Handbuchs hat einen unscheinbaren Paragrafen ans Tageslicht gebracht, nämlich den Punkt „2.c.2.$12 Stadionuhren“. Dort steht: „Die Stadionuhren müssen nach Ablauf der regulären Spielzeit von 45 bzw. 90 Minuten angehalten werden.“ (Auch in Deutschland scheint das Anhalten der Uhr nach 45 bzw. 90 Minuten vorgeschrieben zu sein.)

Dieser Paragraf erklärt das Verhalten der Stadionuhr im Allianz-Stadion. Dass die Uhr stehen bleibt, ist also kein technischer Mangel, sondern eine Vorschrift der Liga.

International dürfte es aber üblich sein, die Zeit genau anzuzeigen, denn im Happel-Stadion finden vorzugsweise internationale Spiele statt. Genaugenommen müsste sich im Happel-Stadion die Uhr bei nationalen Spielen anders verhalten. Außerdem schert sich das Fernsehen offenbar überhaupt nicht um eine solche Regel und zeigt die Nachspielzeit an, was für den Zuschauer durchaus informativ ist. Ein Anhalten der Uhr im Fernsehen würde ganz sicher zahlreiche Proteste nach sich ziehen, die Stadionbesucher dürfte das weniger stören.

Die Nachspielzeit wird von den Stadionuhren nicht angezeigt, aber warum nicht?

Was könnte also der Grund für diese Bestimmung sein, sie Stadionuhr anzuhalten?

In den internationalen IFAB-Regeln wird darüber nichts ausgesagt, die Regel wird vom der Bundesliga festgelegt.

Im Grunde ist die Uhrzeit nach Ablauf der Spielzeit irrelevant, denn der Schiedsrichter bestimmt das Ende. Egal, wann genau der Schiedsrichter ein Spiel für beendet erklärt, bei knappen Partien wird es für die eine Partei zu früh, für die andere vielleicht schon zu spät sein. Unmut seitens des Publikums ist sicher und ohne Anzeige der genauen Uhrzeit gibt es den zusätzlichen Unmutsfaktor „Zeit“ nicht.

Eine in diesem Zusammenhang wichtige Regel besagt aber, dass der Schiedsrichter die angezeigte Nachspielzeit verlängern aber nicht verkürzen darf (siehe IFAB, Dauer des Spiels, Nachspielzeit). Nehmen wir nun an, die Uhrzeit würde auch nach der 90. Minute angezeigt, und der Schiedsrichter pfeift zu früh ab. Dann wäre das ein sichtbarer Regelverstoß des Schiedsrichters, und der unterlegene Verein könnte wegen diesem formalen Fehler eventuell erfolgreich Protest einlegen. Das könnte daher ein Grund für die Nicht-Anzeige der Nachspielzeit sein.

Allerdings bleibt die Frage, warum die Zuschauer am Fernseher etwas sehen können, was dem Stadionbesucher vorenthalten wird.

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Schiedsrichterzeichen

ZeichenBedeutung
Indirekter Freistoß
Direkter Freistoss
Vorteil (1)
Vorteil (2)
Strafstoß
Gelbe und rote Karte
Abstoß
Eckstoß
Videosichtung
Videoüberprüfung
Tor (Torrichter)
Abseits
Abseits in der entfernten Spielhälfte
Abseits in der Mitte des Spielfeldes
Abseits in der Nähe des Linienrichters
Abstoß
Auswechslung
Eckstoß
Einwurf angreifende Mannschaft
Einwurf verteidigende Mannschaft
Freistoß angrefende Mannschaft
Freistoß verteidigende Mannschaft
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Neue Saison, neue Regeln

Rechtzeitig vor dem Beginn der neuen Fußballsaison wurden neue Regeln für den Fußball veröffentlicht.

Wer verfasst die Regeln?

Die weltweit geltenden Fußballregeln werden von der IFAB (International Football Association Board) erlassen. Es gibt eine PDF-Version 2019/20, die man in deutscher Sprache downloaden kann.

Wie viele Regeln gibt es?

Fußball ist ein Sport mit wenigen Regeln. Es sind nur 17, und die kennen wir:

  1. Spielfeld
  2. Spielball
  3. Mannschaften
  4. Spielerausrüstung
  5. Schiedsrichter
  6. Weitere Spieloffizielle
  7. Spielbeginn und -dauer
  8. Beginn und Fortsetzung
  9. Ball im und aus dem Spiel
  10. Spielausgang
  11. Abseits
  12. Fouls
  13. Freistoß
  14. Strafstoß
  15. Einwurf
  16. Abstoß
  17. Eckstoß

Das Problem liegt im Detail. So einfach die Regeln auch sind, so vielfältig sind ihre Details und ihre Auslegung. Wie oft haben wir uns schon über Schiedsrichterentscheidungen geärgert. Aber war es wirklich ein Fehler des Schiedsrichters oder gibt es nicht doch dann und wann eine Regelauslegung, die wir nicht kennen?

Neue Regeln ab 2019/20

Es gibt eine Reihe neuer Regeln (in der obigen Liste sind die geänderten Regeln hervorgehoben) und wir können gespannt sein, ob und wie unsere Schiedsrichter diese in der Bundesliga auch umsetzen werden. Hier eine Kürzestfassung:

  • neu: Verwarnung oder Verweis von Teamoffiziellen bei Intervention bei den Video-Schiedsrichtern
  • neu: Bei Auswechslungen muss der Spieler das Spielfeld über die nächste Begrenzungslinie verlassen
  • neu: Unterhemden dürfen mehrfarbig sein, wenn sie exakt dieselben Muster/Farben wie die Trikotärmel haben
  • neu: ein Schiedsrichter darf eine Entscheidung zur Spielfortsetzung nicht mehr ändern, wenn das Spiel wieder aufgenommen wurde.
  • neu: Teamoffizielle können bei unsportlichem Betragen die gelbe oder rote Karte bekommen, Wenn man sie nicht ausforschen kann, wird der höchstrangige Trainer bestraft.
  • neu: verletze Strafstoßschützen dürfen am Spielfeld behandelt werden
  • neu: Unterschied zwischen „Kühlpause“ und „Trinkpause“
  • neu: das Team, das den Münzwurf gewinnt, darf wählen, ob es den Anstoß ausführt oder die Spielrichtung bestimmt
  • neu: Schiedsrichterball erfolgt an der Stelle, an der der Ball zuletzt berührt wurde. Abstand der Spieler: mindestens 4 m.
  • neu; wenn der Ball einen Schiedsrichter berührt und danach ins Tor geht, danach der Ballbesitz wechselt oder ein Angriff zustande kommt, gibt es Schiedsrichterball
  • neu: ein Torhüter kann kein Tor erzielen, indem er den Ball ins gegnerische Tor wirft
  • neu: überarbeitete Handspielregel
  • neu: eine Verwarnung wegen übertriebenen Torjubels bleibt gültig, auch wenn das Tor aberkannt wird.
  • neu: alle verbalen Vergehen werden mit einem indirekten Freistoß geahndet.
  • neu: Treten eines Gegenstands ist gleich zu ahnden wie das Werfen eines Gegenstands
  • neu: bei Freistößen im eigenen Strafraum muss der Ball den Strafraum nicht verlassen
  • neu: Bei einer Mauer mit mindestens drei Spielern müssen alle Spieler des angreifenden Teams mindestens 1 m Abstand zur Mauer einhalten. Andernfalls wird mit einem indirekten Freistoß geahndet.
  • neu: bei eine, Strafstoß dürfen sich die Torpfosten und die Querlatte und das Tornetz nicht bewegen und der Torhüter darf sie nicht berühren
  • neu: mindestens ein Fuß des Tormanns muss sich bei einem Strafstoß auf der Linie befinden
  • neu: bei einem Einwurf muss der Gegner 2 m Abstand einhalten
  • neu: bei einem Abstoß ist der Ball im Spiel sobald er mit dem Fuß gespielt wurde. Der Ball muss den Strafraum nicht verlassen

Regelentwicklung

Wer sich für die historische Entwicklung der Regeln interessiert, kann eine Chronik auf dieser Seite nachlesen: „Regelentwicklung„.

Handzeichen der Schiedsrichter

Wer kennt alle Handzeichen der Schiedsrichter? .

IFAB-App

Es gibt eine deutsche Handy-App, die für den Alltags-Gebrauch praktisch ist, man führt sie immer bei sich. Einfach im Google PlayStore nach „ifab spielregeln“ suchen. Diese App erklärt in einem eigenen Punkt auch die aktuellen Änderungen (in der obigen Liste der 17 Regeln wurden geänderte Regeln hervorgehoben).

Die IFAB App

Links

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Systematik der Rückennummern

Nachdem Max Entrup die Rückennummer 99 ausgefasst hat, es aber dazu, außer der leichteren Erkennbarkeit, keinen besonderen Grund gibt, schlage ich etwas mehr System in der Nummerierung der Spieler vor.

Einige Spieler bei Rapid haben Rückennummern, die einen Rückschluss auf ihre Position zulassen: 1 Ján Novota, 3 Christoph Schößwendter, 10 Louis Schaub und 9 Matej Jelic. Aber alle anderen Nummern zeigen keinerlei Systematik und das ist auch nicht möglich, weil es dazu kein Konzept gibt.

Man muss sich daher derzeit die Zuordnung zwischen Nummer und Spieler wie ein Gedicht merken, das keinerlei Reim hat.

Nummer 17? Wer ist das? Bei Rapid gehts ja noch, den Chritopher Dibon merke ich mir mittlerweile aber wer ist das dann bei Salzburg, Austria oder Sturm? Keine Ahnung!

Mein Vorschlag ist, dass man die Nummern nach Gruppen vergibt, die etwas mit der Position des Spielers zu tun haben. Kleinere Zahlen hinten, größere Zahlen vorne. Endziffer 0-4 linke Seite, Endziffer 5-9 rechte Seite, (oder gerade Ziffer linke Seite, ungerade Ziffer rechte Seite).

Je defensiver ein Spieler eingesetzt ist, desto kleiner die Ziffer der Zehnerstelle.

Hier ein Beispiel für die Nummerngruppen

 1.. 9 Torleute
10..14 Innenverteidiger links
15..19 Innenverteidiger rechts
20..24 Außenverteidiger links
25..29 Außenverteidiger rechts
30..34 Defensives Mittelfeld links
35..39 Defensives Mittelfeld rechts
40..44 Offensives Mittelfeld links
45..49 Offensives Mittelfeld rechts
50..54 Flügelstürmer links
55..59 Flügelstürmer rechts
60..64 Mittelstürmer links
65..69 Mittelstürmer rechts

Wenn man also einen Zwanziger sieht, weiß man sofort, dass es ein Außenverteidiger ist. Auch sieht man, ob eventuell die Seiten gewechselt wurden.

Wenn die links-rechts-Zuordnung weniger zutreffend ist (zum Beispiel im defensiven oder offensiven Mittelfeld), kann man auf diese Gruppierung verzichten und einfach nur die ersten Nummern in der Zehnergruppe 3 und 4 vergeben.

Mit einem solchen System könnte man sich bei unbekannten Gegnern besser orientieren, wie Spieler mit einer taktischen Position sich am Spielfeld bewegen.

Man kann jede Position 5-fach besetzen und dennoch sind alle Spieler dieser Position eindeutig zuzuordnen.

Natürlich kann man auch ein anderes System entwickeln aber egal, wie es ausschaut, es wäre besser als das derzeitige Nummern-Chaos.

Aktuelle Nummerierung der Spieler von Rapid im Vergleich mit der „Nummerierung neu nach Position“

 1  1 Novota
 3 10 Schößwendter
 4 20 Schrammel
 6 12 Sonnleitner
 7 50 Schobesberger
 8 33 Schwab
 9 60 Jelić
10 43 Nutz
10 55 Schaub
11 40 Hofmann
13 62 Kvilitaia
15 31 Grahovac
16 45 Malicsek
17 15 Dibon
18 42 Szántó
20 16 HofmannM
21  3 Knoflach
22 25 Pavelic
23 56 Traustason
24 29 Auer
26 30 Močinić
27 44 Kuen
28 64 Tomi
29 41 Murg
30 11 Wöber
30  2 Strebinger
34 61 Joelinton 
37  4 Gartler
99 63 Entrup

Rapid-Spieler geordnet nach der neuen Nummerierung.

 1  1 Novota             Tormänner
30  2 Strebinger
21  3 Knoflach
37  4 Gartler
 3 10 Schößwendter       Innenverteidiger
30 11 Wöber
 6 12 Sonnleitner
17 15 Dibon
20 16 HofmannM
 4 20 Schrammel          Außenverteidiger
22 25 Pavelic
24 29 Auer
26 30 Močinić            defensives Mittelfeld
15 31 Grahovac
 8 33 Schwab
11 40 Hofmann            offensives Mittelfeld
29 41 Murg
18 42 Szántó
10 43 Nutz
27 44 Kuen
16 45 Malicsek
 7 50 Schobesberger
23 56 Traustason
10 55 Schaub
 9 60 Jelić              Stürmer
34 61 Joelinton 
13 62 Kvilitaia
99 63 Entrup
28 64 Tomi

Warum Rapid die Rückennummern in der nächsten Saison so ändern sollte?

  • Man erkennt die Spielerposition an der Rückennummer. Insbesondere vorteilhaft bei weniger bekannten Mannschaften.
  • Es gibt ausreichend (Nummern)Spielraum für neue Spieler.
  • Das Spiel wird für den Zuschaer verständlicher.
  • Es ist ein innovatives Konzept, das eine bedeutende Änderung im Fußball auslösen könnte – ausgehend von Rapid, natürlich.
  • Keine Kosten, große Wirkung!

Mannschaftsaufstellung nach Position (aktuelle Nummerierung)

spieler

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Gegen die Abseitsregel

Die Torarmut der Vorrunde der aktuellen EURO ist der Anlass, eine Regel in Frage zu stellen, die für diese geringe Anzahl von Toren mit verantwortlich ist: die Abseitsregel.

Was ist das Abseits?

Ein Abseits ist eine Stellung eines Angreifers, bei der sich zwischen ihm und dem gegnerischem Tor weniger als zwei gegnerische Spieler befinden aber nicht der Spielball. Ein Angreifer darf dort zwar stehen (passives Abseits) aber er darf nicht aktiv ins Spiel eingreifen. Genau wird das Abseits in der Wikipedia erklärt. (Bild Wikipedia)

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Vereinfacht gesagt, ist es einem Stürmer nicht erlaubt ist, sich vor das gegnerische Tor zu stellen und sich den Ball zuspielen zu lassen. Sich hinter die gegnerischen Linien zu postieren und auf einen „langen Ball“ zu warten, gilt – salopp gesagt – als unsportlich und daher wird diese Spielsituation als Vergehen geahndet und der Ballbesitz geht durch einen Freistoß zum Gegner über.

Historisches

Das „Abseits“ war immer schon Begleiter der Fußballspiels. In den Anfängen war die Abseitsregel viel restriktiver als sie es heute ist. Hintergrund war die damalige Auffassung von Fairness. Es galt als unsportlich, Tore kampflos (nur über einen zugepassten Ball) zu erzielen. Im Laufe der Entwicklung des Fußballsports wurde aber die Abseitsregel in ihrer Wirksamkeit reduziert. Bis heute. Immer wieder.

Schauen wir zunächst, wie sich unsere heutige Abseits-Regel entwickelt hat.

1863 Nur Rückpässe nach hinten sind erlaubt

Am Anfang des Fußballs, bis 1866, war jeder Spieler, der sich vor dem jeweils Ballführenden befand, im Abseits und daher durfte er nicht angespielt werden. Man musste jeden Verteidiger aus eigener Kraft überwinden und durfte Pässe nur nach hinten spielen.

1866 „Drei-Spieler-Regel“ für Abseits statt der bis dahin geltenden Rückpassregel

Pässe in den Angriff waren also nunmehr erlaubt aber nur solange noch drei Spieler bis zum gegnerischen Tor gestanden sind, also in der Regel der Tormann und zwei Feldspieler.

1907 Abseits nach Einwurf
1907 Kein Abseits in der eigenen Spielhälfte
1907 Kein Abseits nach Abstoß oder Eckstoß
1920 Kein Abseits beim Einwurf

Wenn wir diese drei Regelergänzungen zusammenfassend betrachten, erkennt man eine Lockerung der Abseitsregel nach Standardsituationen. Man muss sich fragen, warum man das so entschieden hat.

Nach meiner Ansicht ist der Grund, dass bei einer Standardsituation sich alle Spieler positionieren können und der Verteidiger auf eine Abseitsstellung des Angreifers eingehen kann und ohne Zeitdruck etwas dagegen unternehmen kann, man ihm also nicht auch noch zusätzlich die Abseitsstellung als Vorteil einräumen muss.

Es ist nicht ganz konsequent, dass die Abseitsregel nicht auch bei Freistößen ausgesetzt wurde. Der Grund dürfte sein, dass bei einem Freistoß nicht noch ein zusätzlicher Vorteil für die angreifende Mannschaft geschaffen werden sollte.

1925 Änderung der Abseitsregel von einer „Drei-Spieler-Regel“ auf eine „Zwei-Spieler-Regel“

Diese Regeländerung brachte uns das Spiel, das wir heute kennen. Im Hintergrund stand wohl die Absicht, den Angriff weiter zu begünstigen und mehr Tore zu ermöglichen. Tatsächlich fielen (bei Rapid) in dieser Zeit ab den Zwanziger Jahren pro Spiel 4 Tore und mehr. Das war eine Folge der gelockerten Abseitsregel.

Wenn man die Tendenz der Auswirkung dieser Regel betrachtet, dann stellt man fest, dass diese Regel im Laufe der Entwicklung des Fußballs an Schärfe verloren hat. War es am Anfang des Fußballs überhaupt verboten, Pässe nach vorne zu spielen, wurde daraus eine Regel, die besagt, dass die letzte Verteidigungslinie vor dem Torwart gewissermaßen „aus eigener Kraft“ zu überwinden ist und nicht durch einen Pass auf einen im Raum vor dem Tormann stehenden Angreifer.

1990 Keine Abseitsstellung, wenn Verteidiger und Stürmer auf derselben Höhe sind

Man sieht an dieser Spezifikation, dass man versucht, Tore zu begünstigen und den Angreifern den einen oder anderen Vorteil einzuräumen.

Man kann vielleicht sogar sagen, dass die Schärfe der Abseitsregel die Menge der Tore regelt. Je weniger Tore fallen, desto mehr muss man die Abseitsregel „entschärfen“.

Wie viele Tore fallen?

Es gibt mächtige Datenbanken von Fußballspielen, mit denen man die Anzahlt der Tore genauer beschreiben kann. Wir haben hier nur die Tore von Spielen von Rapid aber das sind auch ziemlich viele, nämlich fast 10.000 und die folgende Grafik zeigt die Tore pro Saison seit 1911:

tore

Wir sehen, dass ab den 1920er Jahren die Anzahl der Tore gegenüber den Anfängen zugelegt hat, wohl eine Folge der Änderung der Abseitsregel im Jahr 1925. Diese hohe Anzahl von Rapid-Toren von etwa 4 (und darüber)  pro Spiel hielt bis in die 1960er Jahre an. Wenn man unsere Legenden erzählen hört, dann kann man diesen Umstand der hohen Torquote aus ihren Erzählungen nachvollziehen; aber auch den Umstand, dass man damals als Rapid deutlicher gewonnen hat, weil mehr Tore gefallen sind.

Heute ist die Anzahl der Tore pro Spiel auf zwei (und darunter) gefallen.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Verteidiger immer besser gelernt haben, diese Regel zu ihrem Vorteil auszunutzen und den Stürmer in eine „Abseitsfalle“ zu locken und dann auf einen aufmerksamen Linienrichter zu hoffen. Diese Abseitsfalle war schon in den 1960er-Jahren bei Rapid unter dem Stopper Walter Glechner im Einsatz und wurde in den 1970er Jahren bei Ajax Amsterdam perfektioniert.

Auch die 3-Punkte-Regel ist für die geringere Anzahl von Toren verantwortlich. Damals, 1995 sollte mit drei (statt zwei) Punkten für einen Sieg die damals weit verbreitete salomonische „Punkteteilung“ bekämpft werden. Man hoffte auf mehr Tore und mehr eindeutige Ergebnisse.

Aber es ist genau das Gegenteil davon eingetreten, denn an die Stelle der Motivation für die Angreifer, das Spiel für sich zu entscheiden, tendierten die Mannschaften eher zu einer Verstärkung der Defensive, um sich ja kein Tor einzufangen und mit einem gelegentlichen Konter das Spiel zu eigenen Gunsten zu entscheiden. Knapp aber gewonnen. Der „Catenaccio“ war geboren.

Man kann das auch bei den Spielen von Rapid nachvollziehen, allerdings ist für ein allgemeine Aussage die Anzahl der Spiele zu klein.

Gemessen an 100 Spielen vor und 100 Spielen nach 1995 fielen vorher 3.2 Tore pro Spiel und nach 1995 nur mehr 2.8 Tore, das entspricht ziemlich genau den internationalen Werten. Link.

Aber sogar von den Torquoten der 1990er Jahre sind wir heute weit entfernt, Rapid liegt derzeit bei etwa 2.

Das liegt daran, dass die Verteidigung gegenüber den Angreifern durch die Handhabung der Abseitsregel immer mehr im Vorteil ist. Der Verteidiger bestimmt mit seiner Position am Spielfeld die höchste Position der Angreifer und der Linienrichter unterstützt ihn dabei. Man hat diese Position durch die Regel-Ergänzung im Zweifel (gleiche Höhe) kein Abseits zu werten, etwas abgeschwächt, wenn man aber die Entscheidungen mit den Fernsehbildern vergleicht, wird diese Regel gefühlsmäßig eher für den Verteidiger ausgelegt.

Dabei wird die Regel in den meisten Fällen nur formal angewendet; einen entscheidenden Vorteil für den Angreifer gibt es gar nicht. Meist sind das Zentimeterentscheidungen.

Eine weitere moderne Regelspezifizierung ist die, dass für ein Abseits der Zeitpunkt der Ballabgabe wesentlich ist und nicht, ob dem Stürmer aus seiner Position ein Vorteil erwächst. Es passiert daher sehr häufig, dass ein Stürmer aus dem Abseits zurück, hinter letzte Verteidigungslinie zurückläuft aber ein Pass dennoch als Abseits gewertet wird, weil er eben bei der Ballabgabe im Abseits stand.

Den Erzeugern der Regel (IFAB) muss man zugute halten, dass der Schiedsrichter und sein Team für die Exekution einer Regel eine klare Entscheidungsgrundlage brauchen und dafür ist eben der Zeitpunkt der Ballabgabe gut geeignet obwohl in manchen Situationen das zu skurrilen Entscheidungen führt.

Ich möchte an dieser Stelle einen Vergleich mit dem Skisport bringen: wenn ein Fahrer ein Tor nicht korrekt passiert, kann er durch Zurückgehen diesen Fehler rückgängig machen. Er hat zwar viel Zeit verloren aber in manchen Fällen, wie zum Beispiel bei der Kombination, kann es doch noch für Weltcuppunkte reichen.

Beim Fußball bedeutet eine Abseitsstellung einen unerlaubten Vorteil eines Stürmers gegenüber dem Verteidiger, weil er durch seine Stellung näher zum Tor steht, ohne sich diese Stellung erkämpft zu haben. Wenn nun aber der Stürmer diesen Vorteil durch Zurücklaufen hinter den letzten Verteidiger aufgibt, also keinen Vorteil mehr hat, dann ist es sinnlos, ihn eines Abseits-Vergehens zu beschuldigen, weil er ja seine Stellung aufgibt und – so wie der Skifahrer – den Fehler rückgängig macht.

Was haben wir stattdessen?

Es wird in den meisten Abseitsentscheidungen in Fernsehbildern darüber diskutiert, ob der Angreifer sein Bein um einige Zentimeter zu weit vorne hatte und wenn ja, wird der Angriff abgepfiffen. Die Regel aus dem Jahr 1990, dass im Zweifel für den Angreifer zu pfeifen ist, kann man nur selten erleben und wenn, dann wird sie von dem Kommentator gleich dazu benutzt, zu bemerken, dass da doch der Stürmer etwas weiter vorne war, eine Situation, die der Linienrichter beim besten Willen nicht sehen konnte; das ist physiologisch unmöglich. Das Wacheln des Linienrichters wird durch ein im Nachhinein ermitteltes Zeitlupenbild beurteilt; sehr unfair gegenüber dem Linienrichter.

Was bewirkt eigentlich die Abseitsregel?

Die Wirkung dieser Regel war immer schon, dass weniger Tore fallen als ohne diese Regel fallen könnten.

Ist das gut?

Ja, das ist das Wesen des Fußballs und die Abseitsregel hat einen wesentlichen Anteil daran. Wenige Tore geben dem schwächeren Team eine realistische Chance, zu gewinnen und genau das ist interessant, denn wenn immer der Stärkere gewinnen würde, müsste man sich das Spiel ja nicht unbedingt anschauen. Es ist gerade das Ungewisse, das Fußballspiele so spannend macht.

Es gibt dazu Studien, die das Fußballspiel mit dem Handballspiel vergleichen und sich fragen, warum Handball nicht die Popularität des Fußballs erreicht. Ein Grund ist, dass beim Handball ungleich mehr Tore fallen. Nach wenigen Runden ergibt sich beim Handball in der Tabelle ein Oberhaus und ein Unterhaus und ein Spiel zwischen zwei Teams dieser Zonen ist viel leichter vorhersagbar als das beim Fußball der Fall ist; beim Handball gewinnt mit größerer Sicherheit das spielstärkere Team.

Wenn aber nur mehr weniger als zwei Tore pro Spiel fallen ist auch die Rolle des Schiedsrichters eine immer bedeutendere, weil er ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. Und das darum, weil es für den Angreifer immer schwieriger wird, Tore zu erzielen.

Warum wurde aber die Abseitsregel so oft verändert?

Nach meiner Ansicht waren die Veränderungen das Ergebnis der Entwicklung dieses Sports. Je professioneller Spieler ausgebildet wurden und sich den taktischen Auflagen folgen konnten, desto besser konnten sie auf die Aktionen der Gegner reagieren und desto besser konnten Verteidiger auf die Aktionen der Stürmer eingehen und daher konnte man die Abseitsregel schrittweise abbauen, weil die Verteidiger auch ohne diese Unterstützung erfolgreich Angriffe abwehren konnten.

Man hat daher schon früh typische Standardsituationen nach Abstoß und Einwurf und Stellungen innerhalb der eigenen Hälfte aus der Abseitsregel ausgenommen, weil die Verteidiger sich die Stellung der Stürmer in Ruhe anschauen und sich darauf einstellen können. Warum daher die Abseitsregel nach einem Freistoß immer noch gilt, ist eigentlich unlogisch.

Es kommt im modernen Spiel kaum und eher nur zufällig vor, dass ein Stürmer sich in einer Position befindet, in der er wegen seiner Abseitsstellung einen klaren Vorteil gegenüber dem Verteidiger hat. Ist nämlich der Stürmer zum Beispiel ganz deutlich innerhalb der gegnerischen Hälfte nach dem letzten Verteidiger, dann kümmert sich der Verteidiger gar nicht um ihn, weil er weiß, dass er den Ball nicht annehmen kann. Der Verteidiger verlässt sich in diesem Fall voll auf den Linienrichter.

Ist dagegen der Stürmer auf der Höhe der letzten Verteidigungslinie, dann spielen die Verteidiger oft auf „Abseitsfalle“, indem sie zum Zeitpunkt der Ballabgabe etwas völlig Unlogisches tun, in dem sie sich einen Schritt vom eigenen Tor wegbewegen, um den Stürmer ins Abseits zu stellen, in dem dieser vorher gar nicht war. Manchmal geht die Rechnung auf, manchmal „schläft“ aber einer der Verteidiger und die Abseitsfalle misslingt.

Die Regel wird also etwas pervertiert, denn ein Schritt ist ja kein bedeutender Vorteil des Stürmers aber wird zu einem eher formalen Grund für den Linienrichter, den Angriff abzubrechen.

Würde es also diese Regel nicht geben, wären solche taktische Mätzchen nicht möglich und der Verteidiger müsste sich auf sein Hauptgeschäft, die Verteidigung konzentrieren und nicht auf ein taktisches Manöver.

Mehr oder weniger Einflussnahme durch den Schiedsrichter?

Wir Zuschauer empfinden ein Spiel ohne viele Spielunterbrechungen als interessanter als umgekehrt und Schiedsrichter, die das Spiel „laufen lassen“, tun dem Spiel oft gut. Wenn es also eine Möglichkeit gibt, die Anzahl der Spielunterbrechungen ohne Qualitätsverlust zu reduzieren, müsste das ein Vorteil für den Fußball sein.

Nehmen wir an, in einem Spiel würden 8 Abseitsentscheidungen geahndet, dann sind das 8 Spielunterbrechungen, die ohne Abseitsregel nicht erfolgen würden.

Man hat ein bisschen den Eindruck, als wären die verteidigende Mannschaft und die Linienrichter durch diese Regel gegen die Angreifer „verbündet“.

Würden ohne die Abseitsregel mehr Tore fallen?

Ich behaupte „ja“, aber nicht viel mehr. Immerhin genug mehr, um das Spiel interessanter zu machen, vielleicht so wie in der 50er Jahren.

Schauen wir einmal eine gewöhnliche Corner-Situation an. Wenn die angreifende Mannschaft alle Spieler im Strafraum versammelt, tritt der Schütze den Corner allein. Stellt aber die angreifende Mannschaft einen zusätzlichen Spieler zur Cornerfahne, um eine zusätzliche Abspielvariante zur Hand zu haben, wird dieser zweite Mann automatisch durch einen der Verteidiger gedeckt, was den Vorteil des Angreifers kompensiert.

Ich will mit dieser Szene illustrieren, dass jede taktische Maßnahme des Angreifers auch gleichzeitig eine taktische Reaktion des Verteidigers zu Folge hat und sich daher Vor- und Nachteil der jeweiligen Situation ausgleichen.

Genau so wäre es beim Abseits.

Wenn die Verteidigung nicht mit einem Abseitspfiff rechnen kann, dann positioniert sie sich zum offensivsten Stürmer und muss diesem Spieler aktiv begegnen ohne sich auf eine Abseitsfalle verlassen zu können.

Moderne Verteidiger hätten wahrscheinlich mit einem abseits stehenden Stürmer kein Problem.

Die Rolle von Verteidigung und Sturm dreht sich um

Derzeit bestimmen die Verteidiger, wo ein Stürmer regelkonform stehen kann. Stehen sie „hoch“, also etwa auf der Mittellinie, zwingen sie den Stürmer auch auf diese Höhe, laufen aber bei kleinen Unachtsamkeiten Gefahr, sich einen gefährlichen Konter einzufangen.

In einem abseitsfreien Spiel kann sich der Stürmer hinstellen, wohin immer er will. Die Reaktion wird sein, dass er von ein oder zwei Verteidigern begleitet wird. Das ist auch heute der Fall, nur bestimmen die Verteidiger diese Position, ohne Abseits aber der Stürmer.

Schiedsrichter entscheidet das Spiel

Fußballspiele sind torarm. Wir wissen, dass das dem Fußball gut tut. Was wir aber gar nicht wollen, dass ein Ergebnis durch eine Schiedsrichterentscheidung zustande kommt. Bei Fouls wird man natürlich den Schiedsrichter immer brauchen aber die Abseitsentscheidung könnte man ihm getrost abnehmen.

Die Linienrichter müssen unablässig diese eine Szenerie des Abseits im Auge behalten. Sie stehen auf der Höhe des letzte Mannes und müssen gleichzeitig mit dem Auge zum abspielenden Spieler schielen. Dieses Kunststück ist physiologisch ohnehin undurchführbar und es ist erstaunlich, wie oft Linienrichter dennoch mit ihrer Entscheidung richtig liegen.

Die Entscheidung pro oder kontra Outeinwurf oder pro oder kontra Foul ist für den weiteren Spielverlauf weit weniger gravierend als ein abgepfiffener Angriff wegen eines Abseits, oft sogar wegen eines vermeintlichen Abseits, wie dann im Nachhinein eine Kamera aufdeckt.

Was ändert sich am Spiel?

Das Spiel wird weniger oft unterbrochen; das steht fest. Es wird flüssiger und dadurch spannender.

Derzeit bestimmen die Verteidiger, wo ein Stürmer stehen kann. Der Rest ist eine Art gegenseitige Überrumpelungstaktik, in der entweder die Verteidiger durch eine Abseitsfalle oder der Stürmer durch einen Start zum richtigen Zeitpunkt die Situation für sich entscheidet.

Ohne Abseits gibt es kein Taktieren für die Verteidiger. Wo immer der Stürmer steht, man muss mit ihm rechnen und kann ihn nicht in eine taktische Falle locken.

Die Linienrichter, die derzeit hauptsächlich diese eine Situation im Auge haben müssen, können sich ohne Abseitsregel mehr auf das Spiel konzentrieren. Eventuell könnte der Linienrichter den Torrichter zu Gänze ersetzen, weil er nicht auf Ballhöhe sein muss und bei Torraumsituationen auch im Torraum präsent sein könnte.

Fallen mehr oder weniger Tore?

Ob durch den Wegfall der Abseitsregel mehr oder weniger Tore fallen würden, kann man nicht wirklich voraussagen. Für eine Zunahme spricht, dass kein Angriff aufgrund einer Stellung angepfiffen werden muss. Dagegen spricht, dass Verteidiger nicht taktieren können (und dadurch manchmal selbst in eine Falle laufen, weil nicht alle Verteidiger den entscheidenden Schritt nach vorne gleichzeitig ausführen und ihnen der Stürmer entwischt) und sich dadurch ausschließlich auf die Verteidigung einer Situation konzentrieren müssen und nicht auf das taktische Gegenteil, die Abseitsfalle.

Die Zeit ist reif für einen Fußball ohne Abseits

Die Abseitsregel wurde im Laufe der Jahrzehnte immer etwas zurückgenommen. Unser heutiges Spiel wird im wesentlichen durch die Abseitsregel aus dem Jahr 1925 geprägt, flankiert durch die Abfederungen, dass es bei Einwürfen, in der eigenen Hälfte, nach Ausschüssen und einem Corner keine Abseitsstellung gibt.

Warum ist das so? Man kann da nur vermuten.

Dass nach Ausschüssen, einem Corner und nach Outeinwürfen keine Abseitsstellung gegeben ist,  könnte man so interpretieren, dass es sich um „ruhende Bälle“ handelt und die verteidigende Mannschaft genug Zeit hat, sich auf die Situation einzustellen und es daher ein bisschen sonderbar wäre, dass diese No-Na-Situation auch schon ein Abseits nach sich ziehen würde.

Nach meiner Ansicht wäre das auch nach einem Freistoß der Fall – ist es aber nicht. Auch ein Freistoß ist eine Art definierter Spielbeginn, auf den sich alle Beteiligten gut einstellen können, bei der sie also nicht taktieren müssen.

Etwas mehr Tore würden uns gut tun

Der Fußball lebt von den Toren. Gibt es einmal ein 0:0, mag dieses durchaus spannend sein, ein 2:2 wäre uns als Zuschauer lieber. Dass ein wenig mehr Tore irgendwas verschlechtern, kann ich nicht sehen, denn vor 50 und 80 Jahren zählte man doppelt so viele Tore und die Fußballwelt war damals auch in Ordnung.

Die derzeitige Konzeption stärkt eindeutig die spielschwächere Mannschaft in einem diskussionswürdigen Ausmaß. Man hatte 90 Jahre Zeit, mit dieser Abseitsregel zu leben und im Laufe der Jahrzehnte hat die Anzahl der Tore stetig abgenommen, weil die Fußballstrategen die Abseitsregel immer besser für Verteidigungszwecke auszunutzen verstehen.  Es wäre an der Zeit, dass wieder einmal dem Angreifer mehr Räume gegeben werden und man wieder mehr Tore sieht im Fußball.

Links

 

 

 

 

 

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Neue Fußballregeln

Ab 2. Juni 2016, also gerade rechtzeitig zur EM, gibt es 95 neue Regeln oder abgeänderte Regeln. Hier die wichtigsten:

  • Bei Notbremse im Strafraum gibt es Elfmeter und Gelbe Karte (statt Rot, Platzverweis und Elfmeter)
  • Es ist dem Stürmer nicht erlaubt, bei einem Elfmeter komplett abzustoppen. Tut er es doch, gibt es Gelb und Freistoß für den Gegner. Eine solche Regel gab/gibt es schon in einem deutschen Bewerb.
  • Der Schiedsrichter kann einen Vorteil nur mit einer Hand anzeigen (statt bisher mit zwei Händen)
  • Ein Einwurf muss beidhändig erfolgen, eine Stützhand ist nicht erlaubt.
  • Beim Ankick darf der Ball auch nach hinten gespielt werden.
  • Trinkpausen sind nunmehr Teil des Regelwerks, müssen aber in der Nachspielzeit eingerechnet werden.
  • Spieler darf nach Verletzung am Feld bleiben, wenn die Behandlung nicht mehr als 20 Sekunden dauert.
  • Sichtbare Unterhosen müssen dieselbe Farbe wie das Trikot. Bei mehrfarbigen Trikots muss die gewählte Farbe einheitlich sein.
  • Bei einer Roten Karte vor Anpfiff darf die Mannschaft dennoch mit 11 Spielern beginnen.
  • Wurde ein Schuh verloren, darf der Spieler bis zur nächsten Unterbrechung ohne Schuh weiterspielen.

Weiters wurde bekannt, dass an den Vorbereitungen für den Video-Beweis gearbeitet wird.

Links

Es gibt zwar einiges ÖFB-Material zum Download aber ein Regelwerk speziell für den österreichischen Fußball konnte ich nicht finden.

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Mit der Kamera im Stadion

Ich bin ein Amateurfotograf und dokumentiere unsere Erlebnisse mit Rapid sowohl in Form kleiner Geschichten aber auch in Bildern. Die Bilder haben keinen kommerziellen Hintergrund und können von jedermann weiterverwendet werden. Man findet die Bilder hier.

Seit ich Spiele besuche, kommt es immer wieder vor, dass man bei den Stadionkontrollen nicht vorbei kommt. Wenn man den Ordner oder den Supervisor nicht überzeugen kann, muss man die Kamera in einem Depot abgeben oder eben nach Hause gehen. Zweiteres ist auch schon vorgekommen, wie mir Christian in seiner Mail schreibt.

Kleine Kameras sind nie ein Problem

Kein Ordner wird uns zurückweisen, wenn wir mit einem Handy oder mit einer Pocket-Kamera unterwegs sind. Aber je größer das Gehäuse, desto öfter wird man hören die Kamera wäre „zu groß“. Das ist ein sehr subjektives Kriterium des jeweiligen Ordners, der seine Aufgabe genau nimmt und dazu ist er ja da. Er stellt sich vor, dass jemand das Riesending als Wurfgeschoß benutzt und das wäre tatsächlich gefährlich, und das ist auch schon vorgekommen.

Wer aber das Fotografieren ernster nimmt, landet bald bei einer größeren Kompaktkamera oder bei einer Spiegelreflex und dann beginnen auch die Probleme.

Objektive kann man werfen

Ganz am Beginn unserer „Fußballkarriere“, am 1.9.2000 fand das Länderspiel gegen den Iran statt (es war das Abschiedsspiel für Toni Polster) und ich habe von diesem Spiel keine Bilder, weil die Kamera während des Spiels in einem Container aufbewahrt werden musste. In den Monaten vor dem Spiel gab es nämlich einen Vorfall, dass ein Fotograf aus Zorn über das Geschehen am Spielfeld ein Objektiv von seiner Kamera geschraubt hat und auf das Spielfeld geworfen hat. Darauf hin wurden kurze Zeit Spiegelreflexkameras verboten.

Heute darf man eine Spiegelreflexkamera in Österreich mitnehmen, meist aber nur mit einem Objektiv, damit sich das nicht wiederholt.

Kameras in Deutschland

Wir näherten uns dem Fußballgeschehen immer mehr an und stellten bei den Auslandsfahrten nach Deutschland fest, dass man dort etwas genauer schaut. Die Regel ist etwa folgende: Spiegelreflexkameras dürften generell verboten sein. Manchmal hatte der Ordner den Auftrag auf die Brennweite zu schauen. Alles über 100 mm wäre ein Tele und daher nicht zugelassen. Der Grund dürfte der Schutz der professionellen Fotografen sein, die verhindern wollen, dass Leute wir ich ihnen das Geschäft abgraben.

Zunächst zur Brennweite. Bei einem Spiel in Hannover wären wir fast mit der Kompaktkamera abgewiesen worden, weil diese Kameratypen mittlerweile auch schon ziemlich pompös erscheinen. Der Ordner hatte den Auftrag, auf die Brennweite zu schauen und dort stand 4,3-150 mm und er hat gnädig ein Auge zugedrückt, weil ihm als Obergrenze 100 mm genannt wurden. Allerdings bezieht sich diese Angabe 100mm auf das Chipformat eines Kleinbilds (24x36mm). Bei Kompaktkameras ist der Chip um ein Vielfaches kleiner und damit auch die Brennweite. Der Ordner ließ uns mit einem Tele passieren, das gut 650mm eines Kleinbildformats entspricht.

Etwas unprofessionell ist das Argument, dass man mit einer größeren Brennweite einem Profifotografen Konkurrenz machen könnte. Wer, so wie wir, im zweiten Rang des Happelstadions sitzt, ca. 60 Meter von der Mittelauflage, der kann über einen solchen Berufsschutz nur lachen. Diese Bilder sind absolut unverkäuflich.

Das alles ist nicht sehr wichtig, es zeigt aber auf welche Argumentationen man vorbereitet sein muss.

Wir nehmen daher bei Fahrten ins Ausland grundsätzlich nur eine Kompaktkamera mit.

Wie ist das bei Rapid?

Die routinierte Firma Securitas erledigte die Ordnerdienste in der Zeit als das Hanappi-Stadion noch im Gemeindebesitz war. Damals war die Mitnahmen einer Kamera eigentlich nie ein Problem. Einmal ging ich sogar mit mehreren Objektiven ins Stadion, die ich testen wollte.

Mit der Hausübergabe von der Gemeinde an Rapid im Jahr 2013 wurde aber von Rapid eine andere Firma beauftragt. „Neue Besen kehren gut“ und aus war es mit der problemlosen Kamera-Zulassung. Einige Male musste ich mir von den Rapid-Funktionären Hilfe beim Einlass holen. Dann wurde mir empfohlen, mich wegen einer Akkreditierung an die Presseabteilung zu wenden, was ich auch einmal erfolgreich probiert habe und beim Spiel am 2.11.2013 gegen die Admira bekam ich eine universelle Betretungserlaubnis für „Tribüne“, „Pressebereich“ und „Mixed-Zone“. Mir schien die Prozedur für das simple Fotografieren am Sitzplatz dann doch etwas kompliziert und ich bat Clemens Pieber um eine Bestätigung, die besagt, dass ich mit meiner Kamera ins Stadion darf. Bei Rapid-Heimspielen gibt es seither keine Probleme.

Ich würde daher allen Amateurfotografen raten, sich auch so eine Erlaubnis zu besorgen.

Wenn man aber mehr will, benötigt man eine Akkreditierung als Pressefotograf. Die richtige Adresse wäre Günter Bitschnau presse{at}rapid.at.

Auswärtsspiele in der Bundesliga

Es gibt aber auch Auswärtsspiele. Und alles hängt immer von den handelnden Personen ab. Meist wird man durchgewunken (zum Beispiel wenn der betreffende Ordner selbst ein Fotograf ist und ihm die Kamera nicht besonders auffällt), manchmal gibt es aber punktuelle Auflagen und man steht schon wieder bei einem Container und gibt die Kamera ab.

Bei einer unserer Fahrten nach Wolfsberg im Dezember 2014 war wieder einmal bei einem Ordner Endstation. Da las ich bei einem Fenster „Presse-Akkreditierung“. Man hat ja immer einen Presseausweis dabei. Ich zeigte den vor und konnte problemlos mit der Kamera ins Stadion. Man hätte mit der Berechtigung sogar aufs Spielfeld können aber das war nicht einmal meine Absicht. Hier ist der Bericht mit der damaligen Akkreditierungskarte und dem Presseausweis.

Die Frage ist, wie man zu so einem Presseausweis kommt. Bei mir ist das insofern einfach, als ich selbst eine Zeitung herstelle und aus diesem Titel alljährlich einen solchen Ausweis beim Kuratorium für Presseausweise beantrage. Es gibt aber auch andere Vereine, die berechtigt sind, solche Bestätigungen auszustellen.

Spiele des ÖFB

Länderspiele unterliegen anderen Zulassungsbedingungen und es kam immer wieder vor, dass ich mit der Kamera nicht eingelassen wurde. Im September des Vorjahres beim Spiel gegen Moldawien war es wieder soweit, meine Kamera wurde deponiert. Ich kramte auf der Webseite des ÖFB und wurde  fündig, denn in den ÖFB-Sicherheitsrichtlinien steht: „Funktionsfähige Fotoapparate, Film- und Videokameras oder sonstige Bild- und Tonaufzeichnungsgeräte (inkl. Batterien und Akkus) sind explizit gestattet.“

Mit diesem Argument wandte ich mich brieflich an den ÖFB und es wurde mit tags darauf bestätigt, dass ich eine Spiegelreflexkamera mitnehmen darf. Nur „große Objektive“ wären nicht erlaubt. Gut, das gibt wieder einen Interpretationsspielraum aber wahrscheinlich meint man die Super-Teleobjektive, die man bei den Profis am Spielfeldrand beobachten kann.

Mit dieser Mail im Gepäck habe ich bisher alle Ordner-Einwände überwunden, meist muss man sich das mit dem Supervisor ausmachen aber schließlich wird man eingelassen.

Empfehlung

Für Heimspiele von Rapid empfehle ich, sich eine Bestätigung seitens des Clubservice (2013-08 Rapid Fiala_Franz Kameraerlaubnis) zu besorgen. Für Spiele des ÖFB sollte die ausgedruckte Bestätigung (2015-09-08 Kraus_Heimo FialaFranz Genehmigung) gemeinsam mit der Anfrage (2015-09-07 Fiala_Franz ÖFB Anfrage Kamera mit Posteingangsstempel des ÖFB) genügen.

Man braucht die Bestätigung nur selten aber dann ist sie nützlich. Nützlich ist auch, wenn man freundlich zu den Ordnern ist; sich aufregen ist kontraproduktiv.

 

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Auswärtstorregel

Auswärtstorregel seit 1965

Die Auswärtstorregel gibt es seit 1965. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es bei Gleichstand in KO-Duellen die Notwendigkeit eines dritten Entscheidungsspiels. Diese Entscheidungsspiele waren aber durch die zunehmende Enge der Terminkalender schwer unterzubringen.

Rapid-Real, der Auswärtstor-Klassiker

Wie toll es für Rapid gewesen wäre, hätte es die Auswärtstorregel schon früher gegeben, kann man an folgender dramatischer KO-Runde ablesen.

Achtelfinale im Europacup der Meister 1956, Rapid-Real Madrid

1956-11-01 A 2:4 (Bernabeu, 125.000), drei Tore von Ernst Happel
1956-11-14 H 3:1 (Praterstadion, 53.000), Tore von Robert Dienst und Karl Gießer

Nach der heutigen Auswärtstorregel wäre also Rapid aufgestiegen. Da es diese Regel damals nicht gab, benötigte man ein Entscheidungsspiel, und dieses wäre normalerweise auf neutralem Boden ausgetragen worden. Aus Erzählungen ist mir bekannt, dass Rapid (wahrscheinlich) wieder irgendein Finanzloch zu schließen hatte. Rapid verkaufte daher das Recht, auf neutralem Boden zu spielen, an Real. Man spielte also nicht in der Schweiz sondern wieder im Bernabeu-Stadion

1956-12-13 A 0:2 (Bernabeu, 100.000)

und verlor damit das Achtelfinale.

Achtelfinale im Europacup der Meister 1965, Rapid-Real Madrid

Rapid spielte nach 1965 noch einmal gegen Real, wieder im Achtelfinale des Europacup der Meister
1968-11-20 H 1:0 (Praterstadion, 45.000)
1956-12-04 A 1:2 (Bernabeu, 80.000)

und stieg wegen der geltenden Auswärtstorregel auf, schied aber im Viertelfinale gegen Manchester United aus.

Vorteil im KO-Duell: zuerst das Heimspiel

Bei der Auslosung der Qualifikationsrunden fragt man sich, welche Reihenfolge vorteilhafter wäre: zuerst das Heimspiel oder zuerst das Auswärtsspiel? Meine Antwort: man sollte immer zuerst das Heimspiel bestreiten wollen, denn die Auswärtstorregel enthält in den meisten KO-Bewerben bei Verlängerungen einen nicht kompensierbaren gravierenden Nachteil für die Heimmannschaft.

Beispiel Deutsche Relegation

Wir wollten und das zweite Relegationsspiel Karlsruhe-HSV nicht entgehen lassen und verfolgten das Spiel auf der Großleinwand des Admiral-Wettcafes im Hauptbahnhof. Das erste Spiel endete bekanntlich 1:1 und das Auswärtsspiel für den HSV stand am Ende ebenfalls 1:1 und ging daher in die Verlängerung.
Ich staunte nicht schlecht, als der Sprecher davon sprach, dass die Auswärtstorregel auch bei Verlängerungen gelten würde. Die Folge wäre gewesen, dass bei einem neuerlichen 1:1 in der Verlängerung der HSV aufgestiegen wäre. Und es war knapp dran, denn der HSV ging in der Verlängerung in Führung und kurz darauf gab es auf der Gegenseite einen Elferpfiff. Der Elfer wurde aber gehalten, daher war das Ergebnis eindeutig. Aber auch wenn es zu einem 1:1 gekommen wäre, hätte das Karlsruhe wegen der auch in der Verlängerung geltenden Auswärtstorregel nichts genutzt.

Gleichbehandlung

Die Regeln im Fußball sind auf Fairness gegenüber beiden Kontrahenten ausgelegt. 
Um eventuelle Nachteile der Spielrichtung auszugleichen, werden zwei Halbzeiten gespielt. Um den Heimvorteil auszugleichen, spielt man in KO-Duellen zwei Begegnungen. 
Aber eine Verlängerung bei Gleichstand kann nur im zweiten Spiel erfolgen und daher sollte seitens der Regeln auch in dieser Verlängerung diese grundsätzliche Fairness eingerichtet werden. 
Genaugenommen müsste man die Verlängerung wegen der Gleichbehandlung beider Teams an beiden Spielorten austragen, was aber natürlich organisatorisch unmöglich ist. Da man das eben nicht kann, müsste man fairerweise in diesem Spielabschnitt die Auswärtstorregel außer Kraft setzen und beiden Teams wieder dieselben Chancen geben (man beginnt ja sozusagen wieder von vorn).
Aus der Sicht des Magazins „11 Freunde“ ist die Auswärtstorregel „die größte Ungerechtigkeit im Fußball“. Ich würde das einschränken darauf, dass die Auswärtstorregel in einer Verlängerung eine ziemliche Benachteiligung der Heimmannschaft darstellt.

Gilt die Auswärtstorregel in der Verlängerung immer?

In der Wikipedia erfährt man, dass verschiedene Bewerbe diese Auswärtstorregel in der Verlängerung verschieden handhaben. Aber die für uns interessanten Bewerbe wie Champions-League, Europa-League und auch die Relegation in Deutschland wenden diese Regel in dieser Form an, dass eben Auswärtstore auch in der Verlängerung bei Gleichstand mehr zählen. 
Da es aber Bewerbe gibt, wo bei Verlängerungen die Auswärtstorregel ausgesetzt ist, sieht man, dass es ja bei den Verbänden durchaus verschiedene Ansichten gibt.

Wie ist es in Österreich?

Es wäre interessant zu erfahren, wie der ÖFB diese Regel bei den Relegationsspielen anwendet. In den „Spielregeln aus 2012“ steht nicht viel darüber. Der einzige Hinweis lautet auf Seite 172:  
„Auswärtstore
Die Wettbewerbsbestimmungen können vorsehen, dass bei unentschiedenem
Spielstand nach Hin- und Rückspiel die Auswärtstore doppelt zählen.“
Da über eine Verlängerung nichts besonderes gesagt wird, muss man annehmen, dass das auch für eine Verlängerung gilt. 
Da im österreichischen Cup nur eine Begegnung gespielt wird, sollte es auch keine Auswärtstorregel geben. 
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