Schiedsrichterzeichen

ZeichenBedeutung
Indirekter Freistoß
Direkter Freistoss
Vorteil (1)
Vorteil (2)
Strafstoß
Gelbe und rote Karte
Abstoß
Eckstoß
Videosichtung
Videoüberprüfung
Tor (Torrichter)
Abseits
Abseits in der entfernten Spielhälfte
Abseits in der Mitte des Spielfeldes
Abseits in der Nähe des Linienrichters
Abstoß
Auswechslung
Eckstoß
Einwurf angreifende Mannschaft
Einwurf verteidigende Mannschaft
Freistoß angrefende Mannschaft
Freistoß verteidigende Mannschaft
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Neue Saison, neue Regeln

Rechtzeitig vor dem Beginn der neuen Fußballsaison wurden neue Regeln für den Fußball veröffentlicht.

Wer verfasst die Regeln?

Die weltweit geltenden Fußballregeln werden von der IFAB (International Football Association Board) erlassen. Es gibt eine PDF-Version 2019/20, die man in deutscher Sprache downloaden kann.

Wie viele Regeln gibt es?

Fußball ist ein Sport mit wenigen Regeln. Es sind nur 17, und die kennen wir:

  1. Spielfeld
  2. Spielball
  3. Mannschaften
  4. Spielerausrüstung
  5. Schiedsrichter
  6. Weitere Spieloffizielle
  7. Spielbeginn und -dauer
  8. Beginn und Fortsetzung
  9. Ball im und aus dem Spiel
  10. Spielausgang
  11. Abseits
  12. Fouls
  13. Freistoß
  14. Strafstoß
  15. Einwurf
  16. Abstoß
  17. Eckstoß

Das Problem liegt im Detail. So einfach die Regeln auch sind, so vielfältig sind ihre Details und ihre Auslegung. Wie oft haben wir uns schon über Schiedsrichterentscheidungen geärgert. Aber war es wirklich ein Fehler des Schiedsrichters oder gibt es nicht doch dann und wann eine Regelauslegung, die wir nicht kennen?

Neue Regeln ab 2019/20

Es gibt eine Reihe neuer Regeln (in der obigen Liste sind die geänderten Regeln hervorgehoben) und wir können gespannt sein, ob und wie unsere Schiedsrichter diese in der Bundesliga auch umsetzen werden. Hier eine Kürzestfassung:

  • neu: Verwarnung oder Verweis von Teamoffiziellen bei Intervention bei den Video-Schiedsrichtern
  • neu: Bei Auswechslungen muss der Spieler das Spielfeld über die nächste Begrenzungslinie verlassen
  • neu: Unterhemden dürfen mehrfarbig sein, wenn sie exakt dieselben Muster/Farben wie die Trikotärmel haben
  • neu: ein Schiedsrichter darf eine Entscheidung zur Spielfortsetzung nicht mehr ändern, wenn das Spiel wieder aufgenommen wurde.
  • neu: Teamoffizielle können bei unsportlichem Betragen die gelbe oder rote Karte bekommen, Wenn man sie nicht ausforschen kann, wird der höchstrangige Trainer bestraft.
  • neu: verletze Strafstoßschützen dürfen am Spielfeld behandelt werden
  • neu: Unterschied zwischen „Kühlpause“ und „Trinkpause“
  • neu: das Team, das den Münzwurf gewinnt, darf wählen, ob es den Anstoß ausführt oder die Spielrichtung bestimmt
  • neu: Schiedsrichterball erfolgt an der Stelle, an der der Ball zuletzt berührt wurde. Abstand der Spieler: mindestens 4 m.
  • neu; wenn der Ball einen Schiedsrichter berührt und danach ins Tor geht, danach der Ballbesitz wechselt oder ein Angriff zustande kommt, gibt es Schiedsrichterball
  • neu: ein Torhüter kann kein Tor erzielen, indem er den Ball ins gegnerische Tor wirft
  • neu: überarbeitete Handspielregel
  • neu: eine Verwarnung wegen übertriebenen Torjubels bleibt gültig, auch wenn das Tor aberkannt wird.
  • neu: alle verbalen Vergehen werden mit einem indirekten Freistoß geahndet.
  • neu: Treten eines Gegenstands ist gleich zu ahnden wie das Werfen eines Gegenstands
  • neu: bei Freistößen im eigenen Strafraum muss der Ball den Strafraum nicht verlassen
  • neu: Bei einer Mauer mit mindestens drei Spielern müssen alle Spieler des angreifenden Teams mindestens 1 m Abstand zur Mauer einhalten. Andernfalls wird mit einem indirekten Freistoß geahndet.
  • neu: bei eine, Strafstoß dürfen sich die Torpfosten und die Querlatte und das Tornetz nicht bewegen und der Torhüter darf sie nicht berühren
  • neu: mindestens ein Fuß des Tormanns muss sich bei einem Strafstoß auf der Linie befinden
  • neu: bei einem Einwurf muss der Gegner 2 m Abstand einhalten
  • neu: bei einem Abstoß ist der Ball im Spiel sobald er mit dem Fuß gespielt wurde. Der Ball muss den Strafraum nicht verlassen

Regelentwicklung

Wer sich für die historische Entwicklung der Regeln interessiert, kann eine Chronik auf dieser Seite nachlesen: „Regelentwicklung„.

Handzeichen der Schiedsrichter

Wer kennt alle Handzeichen der Schiedsrichter? .

IFAB-App

Es gibt eine deutsche Handy-App, die für den Alltags-Gebrauch praktisch ist, man führt sie immer bei sich. Einfach im Google PlayStore nach „ifab spielregeln“ suchen. Diese App erklärt in einem eigenen Punkt auch die aktuellen Änderungen (in der obigen Liste der 17 Regeln wurden geänderte Regeln hervorgehoben).

Die IFAB App

Links

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Fußball-Kalender

Der Kalender wurde neu überarbeitet und kann als http://ewkil.at/kalender.htm?m=bas benutzt werden. Es gibt auch eine aktuelle Beschreibung. Der folgende Text trifft nicht mehr zu.

Unser Fußball-Kalender wurde neu programmiert.

http://ewkil.at/kalender.htm

Grundeinstellung

Der Kalender zeigt Ereignisse zwischen 1900 bis 2020 (Ende der jeweils kommenden Saison) an. Die Grundeinstellung zeigt Spiele von Rapid, Rapid II und der österreichischen Nationalmannschaft sowie Rapid-Termine. Da die häufigste Nutzung eines Kalenders die einer Vorschau ist, ist das auch die Grundeinstellung. Beim Aufruf sieht man die laufende Woche. Mit den gelben Navigationspfeilen kann man blättern.

Die Farbe der zukünftigen Termine ist ein helleres Grün, die Farbe der Vergangenheit, der Chronik ist ein dunkleres Grün. Bei Ereignissen der Vergangenheit gibt es Zusatzinformationen und Links.

Das Symbol schaltet die Darstellung auf den heutigen Tag zurück, das Symbol aktiviert den Expertenmodus.

Bestimmtes Datum anzeigen

Man kann über den Parameter d auch ein konkretes Datum direkt aufrufen, zum Beispiel die letzten Saisonwoche meines Geburtsjahres 1948:

http://ewkil.at/kalender.htm?d=1948-06-01

Bei Spielen den Kampfmannschaft wird auch die Aufstellung eingeblendet. Mit einem Unentschieden gegen die Austria wurde Rapid zum 16. Mal österreichischer Fußballmeister.

Die Navigationspfeile werden immer am Montag (erste Zeile) und bei einem Monatswechsel auch am ersten des Folgemonats.

Kalender verknüpfen

Wer sich die Mühe ersparen will, die Rapid-Termine händisch in seinem Handy-Kalender einzutragen, kann den Kalender auch verknüpfen, weil die Daten auch im ics-Format abrufbar sind. Diese Verknüpfung wird im eigenen Webkalender (calendar.google.com, calendar.live.com oder Outlook-Desktop) angelegt und dann werden die Termine automatisch am eigenen PC und/oder Handy sichtbar. Die zu verknüpfende Adresse ist

http://ewkil.at/kalender.aspx?out=ics

Wenn Du mit dem Handling der Verknüpfungen nicht vertraut bist, kann ich Dir das für ein Android-Handy mit Google-Konto gerne zeigen.

Expertenmodus

Die eigentliche Aufgabe des Kalenders ist aber die Darstellung einer Chronik. Um alle Möglichkeiten des Kalenders zu aktivieren, ruft man ihn über den Parameter m=expert im Experten-Modus auf:

http://ewkil.at/kalender.htm?m=expert

(oder aktiviert diesen Modus über das Symbol ). In diesem Modus kann man in 120 Jahren Fußballgeschichte navigieren und kann Informationen aus derzeit 10 Datenquellen ein- oder ausblenden. Zur Illustration dient die ereignisreiche Woche des heurigen Saisonendes.

Ganz oben sieht man die dreizeilige, grüne Datumsnavigation (Dezenium, Jahr, Monat) und darunter die abschaltbaren Chroniken. Jeder Tag beginnt mit einem Link zum Archiv des Standard, gefolgt von den beiden Links zum Pressearchiv (schwarz=Sportmeldungen, grün= Meldungen über Rapid), danach berichte aus dem Tagebuch, falls vorhanden.

Der nächste Eintrag ist aus der Österreichchronik, falls etwas Bemerkenswertes aufgetreten ist. In diesem Beispiel sind es das Misstrauensvotum gegen die Regierung. Die Spiele und sonstigen Ereignisse sind mit Informatioen und vor allem mit Links angereichert.

Menü

Im Menü kann man den gesuchten Zeitpunkt über Dezenium, Jahr, Monat auswählen. Angezeigt wird die erste Woche in diesem Monat. Die angezeigten Datenquellen können ein- oder ausgeschaltet werden. Über den Button „Details“ kann man eventuell verfügbare Details zu den Einträgen ausblenden, über den Button „Woche“ kann man zu einer Monatsansicht wechseln.

Hilfe

Über den „Hilfe“-Button werden die im Kalender integrierten Datenquellen angezeigt.

 K von     bis      Anzahl Kanal
 1 1900-07 2020-05    4048 Rapid I (Spiele der Kampfmannschaft)
 2 2014-08 2019-06     149 Rapid II (Spiele von Rapid II)
 3 1902-10 2019-11     783 Österreich (Spiele der österreichischen Nationalmanschaft)
 4 1900-10 2019-06    1644 Dokumente (Stadionzeitungen, Eintrittskarten, Vereinspost...)
 5 1881-01 2017-04    1030 Geburtstage (von Rapid-Spielern und - Funktionären sowie von Fanklubmitgliedern)
 6 1897-07 2019-09    1312 Rapid (Termine rund um den grün-weißen Fußball)
 7 2019-01 2019-12     229 Jahrestage (Erinnerung an besondere Ereignisse der Rapid-Geschichte)
 8 2003-02 2019-06    2113 Presse (Links zu einem Archiv mit Pressespiegel)
       -       -    637925 Presselinks (Kurzfassungen von Sportberichten mit Links zur jeweiligen Medium)
   1945-08 1989-04   15944 Arbeiterzeitung (Links zu den Ausgaben der Arbeiterzeitung [Archiv der Arbeiterzeitung])
   1919-00 1938-09    7224 Sporttagblatt  (Links zu den Ausgaben des Wiener Sporttagblatts [anno]) 
   1905-01 1944-09   14487 Kronenzeitung  (Links zu den Ausgaben der Illustrierten Kronenzeitung [anno]) 
   2007-01 2019-05    4512 DerStandard (Links zu den Ausgaben des Standard [Standard-Archiv])
 9 2007-07 2019-06    1111 EwkiL (Links zu den Berichten des "Rapid-Tagebuchs")
10 1900-01 2019-05    5505 Chronik (Ereignisse in Österreich und Wien [Wikipedia-Chronik])
 Σ 1881-01 2020-05  698016 Einträge und Links 

Rohdaten

Bei einem Aufruf des Kalenders werden alle Daten des aktuellen Monats geladen. Bewegt man sich über die Navigationspfeile über die Monatsgrenzen hinaus werden die Daten durch die des jeweils nächsten Monats ersetzt. Über den Button „Rohdaten“ kann man die JSON-Daten kontrollieren.

Zur Technik

Der Vorläufer dieses Artikels hat bei jedem Aufruf alle diese Datenbanken geöffnet und war daher sehr langsam. In dieser Version werden die Datenbankinhalte in einem Cache aufbereitet. Die Kalender-Daten werden als JSON-Daten zum Client geschickt und durch ein JavaScript-Programm dargestellt. Als Formatierungshilfe kommen jQuery und Bootstrap 4 zur Anwendung.

Vorschau

Der Kalender soll nach Fertigstellung ein Bild von der Zeit geben, in dem die Spiele stattgefunden haben. Dazu werden chronikale Ereignisse aus Wien und Österreich erfasst werden.

Ereignisse rund um Rapid, die in der Publikation „Grünzeug“ von Gerhard Niederhuber dokumentiert sind werden bis 2021, zum 70-jährigen Jubiläum im Kalender aufgenommen.

Mit dem Erscheinen des neuen Ergänzungsbandes der Rapid-Chronik werden auch alle Freundschaftsspiele in die Fußball-Chronik aufgenommen.

Nachträge

Erweiterter Datumsbereich (2019-06-11)

Die Geschichte von Rapid beginnt ja nicht um 1900 sondern schon 1897, als der erste Wiener Arbeiter Fußballklub gegründet wurde. Daher wurde der Beginn des Kalenders auf 1.1.1880 zurückversetzt.

Erweiterung chronikaler Daten (2019-06-12)

Ursprünglich wurden in den chronikalen Ereignissen nur solche aus Österreich und Wien aufgenommen. Diese Einschränkung wurde fallen gelassen. Man findet daher – grau hinterlegt – mehr als 150.000 Daten im Kalender. Eine große Zahl davon sind Geburts- und Sterbetage. Im Expertenmodus können die chronikalen Daten ausgeblendet werden.

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Von Optimisten und Pessimisten

Einen fußballerischen Terminkalender zu erstellen, ist – wie das Fußballspiel selbst – ein ziemlich unsicheres Unterfangen. Kommt man ins PlayOff und wenn ja, übersteht man die erste Runde gegen Mattersburg und wenn ja, kann man im Hin- und Rückspiel gegen Sturm bestehen? Und von all dem hängt ab, ob man ins internationale Geschäft einsteigen kann. Und ob man dann in die Gruppenphase kommt, hängt wieder von insgesamt drei Qualifikationsrunden im Sommer mit Hin- und Rückspiel ab.

Die Optimisten sagen, „wir schaffen das“, die Pessimisten, „wir schaffen das nicht“! Aber was genau? Die folgende Tabelle zeigt den Terminplan für den optimistischen Fall, dass Rapid das Bundesliga-Play-Off erfolgreich übersteht und daher auch in den Qualifikationsrunden im Sommer wird antreten können. Die Gruppenphase lassen wir noch beiseite, das wäre fast zuviel des Optimismus. (Die ausdruckbare Version befindet sich weiter hinten.)

2019

22. Woche
Mo 27.Mai Club 2x11 Podiumsdiskussion
Di 28.Mai Liga H Mattersburg
Do 30.Mai Finale H Sturm
Fr 31.Mai Sportklub-Rapid II 
Sa 01 Jun Rechtshilfe GV
So 02.Jun Finale A Sturm

23. Woche
Fr 07.Jun Rapid II-Admira A.
          Österreich-Slowenien

24. Woche
Mo 10.Jun Mazedonien-Österreich

25. Woche
Sa 22.Jun Klosterneuburg-Rapid

26. Woche
Mo 24.Jun Mitgliedertreffen 2019
Di 25.Jun Leobendorf-Rapid 

28. Woche
Fr 12.Jul Open House
Sa 13.Jul Jubiläumsspiel "120 Jahre Rapid"

29. Woche
Di 16.Jul Pinkafeld-Rapid 
Sa 20.Jul Cup: 1. Runde

30. Woche
Do 25.Jul EL: 2. Runde
Sa 27.Jul Liga: 1. Runde

31. Woche
Do 01.Aug EL: 2. Runde
Sa 03.Aug Liga: 2. Runde

32. Woche
Do 08.Aug EL: 3. Runde
Sa 10.Aug Liga: 3. Runde

33. Woche
Do 15.Aug EL: 3. Runde 
Sa 17.Aug Liga: 4. Runde

34. Woche
Do 22.Aug EL: 4. Runde
Sa 24.Aug Liga: 5. Runde

35. Woche
Do 29.Aug EL: 4. Runde
Sa 31.Aug Liga: 6. Runde

36. Woche
Fr 07.Sep Österreich-Lettland
Sa 07.Sep Feier "15 Jahre Lords Rapid"
So 09.Sep Polen-Österreich

37. Woche
Sa 14.Sep Liga: 7. Runde

38. Woche
Sa 21.Sep Liga: 8. Runde

39. Woche
Di 24.Sep Cup: 2. Runde
Sa 28.Sep Liga: 9. Runde

40. Woche
Sa 05.Okt Liga: 10. Runde

41. Woche
Do 10.Okt Österreich-Israel
So 13.Okt Slowenien-Österreich

42. Woche
Sa 19.Okt Liga: 11. Runde

43. Woche
Sa 26.Okt Liga: 12. Runde

44. Woche
Di 29.Okt Cup: Achtelfinale
Sa 02.Nov Liga: 13. Runde

45. Woche
Sa 09.Nov Liga: 14. Runde

45. Woche
Sa 16.Nov Österreich-Mazedonien

46. Woche
Di 19.Nov Lettland-Österreich

47. Woche
Sa 23.Nov Liga: 15. Runde

48. Woche
Sa 30.Nov Liga: 16. Runde

49. Woche
Sa 07.Dez Liga: 17. Runde

50. Woche
Sa 14.Dez Liga: 18. Runde

2020

6. Woche
Sa 08.Feb Cup: Viertelfinale

7. Woche
Sa 15.Feb Liga: 19. Runde

9. Woche
Di 25.Feb Liga: 20. Runde
Sa 29.Feb Liga: 21. Runde

10. Woche
Di 03.Mär Cup: Halbfinale
Sa 07.Mär Liga: 22. Runde

11. Woche
Sa 14.Mär Liga: 1. Runde

12. Woche
Sa 21.Mär Liga: 2. Runde

14. Woche
Sa 04.Apr Liga: 3. Runde

15. Woche
Sa 11.Apr Liga: 4. Runde

16. Woche
Sa 18.Apr Liga: 5. Runde

17. Woche
Di 21.Apr Liga: 6. Runde
Sa 25.Apr Liga: 7. Runde

18. Woche
Fr 01.Mai Cup: Finale
Sa 02.Mai Liga: 8. Runde

19. Woche
Sa 09.Mai Liga: 9. Runde

21. Woche
Mo 18.Mai Liga: 10. Runde
Mi 20.Mai Liga: Halbfinale
Sa 23.Mai Liga: Finale H

22. Woche
Di 26.Mai Liga: Finale R

Eine aktuelle Version aller Rapid-Termine inklusive Beginnzeiten findest Du laufend aktualisiert auf http://klubderfreunde.at/rapid/alle-termine/

Rahmenterminplan als PDF-Dokument

Terminkalender am Handy

Natürlich könnte man diese Termine in einen Handy-Kalender übertragen; viel einfacher ist es, die Web-Version dieses Kalenders mit einem Google- oder Microsoft-Online-Kalender zu verknüpfen, dann sind alle diese Fußball-Termine am Handy eingeblendet. Auch spätere Fixierungen und die Namen der Gegner werden nach Bekanntwerden automatisch aktualisiert. Wie das funktioniert, kannst Du hier nachlesen.

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Fans schreiben für Fans

Der Club 2×11, bestehend aus der Abteilung „Fußball“ der Hauptbibiothek, ballesterer, fairplay und tipp3 stellen regelmäßig Fußballliteratur im Rahmen von Podiumsdiskussionen vor. Bei der folgenden Veranstaltung geht es gleich um vier Bücher, jedes für einen der vier großen Wiener Traditionsvereine Austria, Rapid, Sporklub und Vienna. Hier der unveränderte Einladungstext von Thomas Pöltl, dem Leiter der Fußballbibliohtek:

Einladungstext

Liebe Freundinnen und Freunde gepflegter Fußballkultur,

Anfang Mai erscheinen in der neuen Buchreihe „Bibliothek des österreichischen Fußballs“ – Fans schreiben für Fans, die ersten vier Bände mit den Wiener Traditionsvereinen FK Austria Wien, First Vienna FC, Wiener Sport-Club und SK Rapid Wien.

Am 27.05.2019 findet in der Hauptbücherei am Gürtel die Präsentation der Bücher in Anwesenheit der Autoren statt:

„Austria, Rapid, Sport-Club & Vienna – Die Bibliothek des österreichischen Fußballs startet“

„Fans schreiben für Fans“ – Unter diesem Motto erscheinen seit 2015 die Fußballfibeln im Berliner Verlag Culturcon. Mit diesem subjektiven Zugang werden fernab der klassischen Vereinschroniken Fußballklubs unter anderen Perspektiven porträtiert. Mittlerweile umfasst die „Bibliothek des deutschen Fußballs“ 22 Klubgeschichten – vom FC Bayern über Borussia Dortmund bis zu Wismut Gera und Waldhof Mannheim.

2017 trafen sich Herausgeber Frank Willmann und Thomas Pöltl bei einem internationalen Autorenfußballturnier auf Nordzypern und beschlossen bei einem Getränk nach dem Spiel, die Fußballfibeln auch in Österreich herauszugeben. Nach zwei Jahren Arbeit sind nun die ersten vier Bände der „Bibliothek des österreichischen Fußballs“ erschienen: Sie widmen sich der Austria, Rapid, dem Sport-Club und der Vienna. Im Club 2 × 11 Spezial werden die Bücher erstmals präsentiert. Die Autoren sprechen dabei mit ballesterer-Chefredakteur Jakob Rosenberg über vier unterschiedliche Herangehensweisen an den Wiener Fußball – und natürlich auch über die Vereine selbst, die den österreichischen Fußball prägten, sich international großes Ansehen erspielten und wieder verspielten.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Pöltl

Am Podium

  • Christian Bunke, Autor „Wiener Sport-Club“
  • Alexander Juraske, Autor „First Vienna FC“
  • Thomas Lanz, Autor „SK Rapid Wien“
  • Clemens Zavarsky, Autor „FK Austria Wien

Moderation

  • Jakob Rosenberg, ballesterer

Wann und wo?

  • 27. Mai 2019 19:00
  • Hauptbibliothek, Urban Loritzplatz, 1070 Wien 3. Stock

Links

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Halbe Liga, halbes Interesse

Jeder Verein spielt seit fünf Runden nur mehr in einer Sechser-Liga. Und es dürfte egal sein, in welcher der beiden Gruppen, der Meistergruppe oder der Qualifikationsgruppe sich die eigene Mannschaft befindet: das Interesse an den Spielen der Runde ist einfach halb so groß.

Heute zum Beispiel finden die drei Spiele der Meistergruppe statt, und die interessieren die Anhängern eines Vereins der Qualifikationsgruppe nicht. Kein Ergebnis der Meistergruppe ist von irgendeiner Bedeutung.

Im klassischen Ligabewerb war das keineswegs so. Auch wenn die eigene Mannschaft schon am Samstag gespielt hat, waren die Sonntagsspiele fast immer wichtig, weil sie die gesamte Tabellensituation betrafen. Man hätte sich also früher auch ein „fremdes“ Sonntagsspiel im Fernsehen angeschaut. Aber heute? Uninteressant!

Bundesliga im Fernsehen

Dazu kommt, dass die Bundesliga praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt wird. Die frühere Präsenz im ORF mit Zuschauerzahlen um 400.000 für das Sonntagsspiel wurde den Mehreinnahmen durch das Privatfernsehen geopfert, allerdings um den Preis, dass der durchschnittlich interessierte Fußball-Anhänger, der weder ins Stadion geht und der auch nicht bereit ist, das Sky-Abo zu bezahlen, überhaupt kein Spiel mehr sieht. Das wird einen einzelnen Verein wegen der Mehreinnahmen kurzfristig nicht stören, sollte aber wenigstens beim ÖFB die Alarmklingeln schrillen lassen, weil der Fußball insgesamt darunter leidet.

Zuschauerzahlen

Vergleichen wir die Besucherzahlen der aktuellen 27.Runde des Vorjahres und des heurigen Jahres. Die gesamte Zuschauerzahl heuer ist 28.400 (6 Spiele, Rapid auswärts, 4.733 pro Spiel) , im Vorjahr waren es 34.650 (5 Spiele, Rapid heim, 6.930 pro Spiel); in der Runde danach 22.575 (5 Spiele, Rapid auswärts, 4.515 pro Spiel).

Einen genaueren Vergleich über alle Runden wird uns die Bundesliga berechnen, aber eine auffällige Zunahme der Zuschauerzahlen kann man nicht erkennen. Im Vorjahr wurden darüber hinaus noch vier weitere Runden gespielt, die die gesamte Zuschauerzahl noch weiter erhöhen.

27. Runde 2018/19 (Rapid auswärts)

Meistergruppe

8.000 Austria-St.Pölten
6.200 Salzburg-WAC
5.800 LASK-Sturm
6.666 pro Spiel, 20.000 gesamt

Qualifikationsgruppe

4.000 Hartberg-Rapid
2.800 Innsbruck-Altach
1.600 Admira-Mattersburg
2.800 pro Spiel 8.400 gesamt

6.666 Meistergruppe pro Spiel
2.800 Qualifikationsgruppe pro Spiel
4.733 pro Spiel, 28.400 gesamt

27. Runde 2017/18 (Rapid heim)

15.414 Rapid-WAC
7.154 Sturm-Altach
6.826 RB-Austria
3.993 LASK-Mattersburg
1.267 St.Pölten-Admira
6.930 pro Spiel 34.650 gesamt

28. Runde 2017/18 (Rapid auswärts)

7.182 Mattersburg-Rapid 
6.017 Austria-Altach
4.828 Salzburg-Wolfsberg
2.300 Admira-LASK
2.248 St.Pölten-Sturm
4.515 pro Spiel 22.575 gesamt

Mir gefällt die Zweiteilung nicht so gut, denn

  • dadurch unterscheidet sich unsere Liga von den Ligen, die wir gerne als Vorbild sehen;
  • reduziert sich das Interesse am Fußball von vorher fünf auf heute drei Spiele pro Woche.
  • die Zuschauerzahlen sind nach einer Stichprobe nicht deutlich höher.
  • der Abstiegskampf hat es in sich*)

Für Rapid ist die Situation dabei gar nicht so schlecht, haben wir doch trotz Qualifikationsgruppe immer noch zwei reelle Chancen auf einen internationalen Platz, und wer weiß, ob wir diese Chance in der Meistergruppe gehabt hätten (die Chancen auf einen internationalen Platz für den Stadtrivalen schwinden von Runde zu Runde).

*) je mehr Mannschaften in einem Bewerb sind, desto geringer ist die Abstiegswahrscheinlichkeit für ein Team.

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Restprogramm-21

Trotzdem nur mehr zwei Runden anstehen und Rapid mit den beiden Siegen gegen RB und St.Pölten gute Voraussetzungen für einen Platz unter den ersten sechs geschaffen hat, ist noch nichts entschieden, Voraussagen sind schwierig; immer noch ist Rapid nur auf Platz 7.

6 Mannschaften für 4 Plätze

Sechs Mannschaften befinden sich im Wettbewerb um eine Top-6-Platzierung: St. Pölten, WAC, Sturm, Austria, Hartberg und Rapid. LASK und Salzburg sind unbeteiligt. Nach den heutigen Siegen von Austria und Mattersburg hat sich einerseits die Austria abgesetzt und anderseits müsste man sogar Mattersburg berücksichtigen, da Mattersburg bei zwei Siegen in den kommenden Runden auf 29 Punkte kommen könnte. Weil dieses Ergebnis aber erst spät feststand, wird es hier nicht berücksichtigt.

Derzeit sind der WAC und Sturm die Mannschaften, die überholt werden könnten.

Tabelle            21. Runde     22. Runde
-----------------------------------------------
3. 30 +4 Austria H-Altach A-Sturm
4. 30 -1 Pölten A-Admira H-Mattersburg
5. 28 +1 WAC A-Hartberg H-Admira
6. 27 +2 Sturm A-Salzburg H-Austria
-----------------------------------------------
7. 26 -2 Rapid A-Mattersburg H-Hartberg
8. 24 -10 Hartberg H-WAC A-Rapid

Aus allen möglichen 283 Ergebniskombinationen*) der 21. Runde für die Plätze 3 bis 8 ergeben sich für Rapid folgende Platzierungsmöglichkeiten: (die zugehörige Excel-Tabelle wird wegen ihrer Größe hier nicht dargestellt)

Rapid nach der 21. Runde

Platz Anzahl Erwartungswert 
5 18 7%
6 45 19%
7 126 52%
8 54 22%

Aus der Menge der möglichen Spielergebnisse bliebe es also auch in der nächsten Runde beim 7. Platz. Es ist egal, wie die Austria und St.Pölten spielen, weil sie in dieser kommenden Runde zu weit vorne liegen als dass sich in der Reihung etwa ändern könnte. Für die verbleibenden vier Mannschaften gibt folgende Szenarien:

Rapid verliert in Mattersburg

Es ist dann zwar noch nicht alles verloren, aber dann sollte Sturm in Salzburg nicht gewinnen, um in Schlagdistanz zu bleiben, sollte Hartberg nicht gewinnen, um Rapid nicht wieder zu überholen, sollte auch der WAC nicht gewinnen, weil dann noch weniger Mannschaften in Schlagdistanz wären. Da Hartberg gegen den WAC spielen wird, sieht man, wie diese Ergebnisse voneinander abhängig sind. Ein Sieg von Hartberg schiene mir aber besser als ein Sieg des WAC, denn Hartberg könnte man aus eigener Kraft in der letzten Runde überholen und den WAC, der nicht gepunktet hätte, dazu.

Rapid remisiert in Mattersburg

Wenn uns Sturm die Freude macht, in Salzburg zu verlieren, wären wir dann zwar punktegleich mit Sturm, doch wegen der schlechteren Tordifferenz doch noch hinter Sturm.

Rapid gewinnt in Mattersburg

Ein Sieg gegen Mattersburg würde die Wahrscheinlichkeit für eine Top-6-Platzierung weiter erhöhen, aber der schließlich erreichte Platz hängt von den Ergebnissen der Mitbewerber ab. Wenn also in Runde 21 gleichzeitig Sturm (gegen Salzburg) und der WAC (gegen Hartberg) gewinnen, bleibt es auch bei einem Sieg in Mattersburg immer noch bei Platz 7. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit für einen Auswärtssieg von Sturm in Salzburg nicht sehr groß, aber grundsätzlich ist ja bei einem Spiel alles möglich.

Auch wenn also Rapid in Mattersburg gewinnt, kommt Rapid nur in 19% aller (gleichwahrscheinlichen) Spielausgänge auf Platz 6.

Rapid auf Platz 5?

Rapid und Hartberg müssen gewinnen, Sturm muss in Salzburg verlieren. Dann läge Rapid nach der 21. Runde sogar auf Platz 5. Das ist aber nur in 7% aller möglichen Spielausgänge der Fall. Wenn Sturm in Salzburg remisiert, fällt Rapid trotz Punktegleichheit wegen der schlechteren Tordifferenz auf Platz 6 zurück, außer Rapid gewinnt in Mattersburg mit 5:0.

22. Runde

Am kommenden Sonntag um 19:00 sind wir gescheiter, dann stehen uns nur mehr überschaubare 81 verschiedene Spielausgänge bevor, und man wird die möglichen Szenarien für die 22. Runde genauer beschreiben können.

*) Ergebniskombinationen

Betrachtet man sechs Mannschaften, die alle 0, 1 oder 3 Punkte bekommen können, gibt es 3^6 = 729 verschiedene Ergebniskombinationen. Da es noch zwei Runden gibt, gibt es für jede diese 729 Ergebniskombinationen der Runde 21 ebensoviele der Runde 22, also insgesamt 729×729 = 531.441 mögliche Kombinationen.

In Runde 21 spielen aber zwei dieser Mannschaften gegeneinander (WAC – Hartberg), daher reduziert sich die Anzahl der Ergebniskombinationen um den Faktor 3 auf 243; in Runde 22 sogar um den Faktor 9, weil es zwei solcher Paarungen gibt (Rapid – Hartberg und Austria – Sturm) auf 81.

Und daher ist die Anzahl der Ergebniskombinationen in den verbleibenden Runden statt 531.441 nurmehr 19.683, was die Sache zwar einfacher aber auch nicht wirklich übersichtlich macht. Mehr als eine Runde kann man praktisch nicht vorausschauen.

Problem Tordifferenz

Um die Platzierung einer Mannschaft voraussagen zu können, müssen die Punktezahlen verschieden sein. Sind die Punktezahlen gleich, hängt die Platzierung von der Tordifferenz ab. Daher kann es bei diesen Einschätzungen des Tabellenplatzes zu Fehlern kommen, Es können also zwei Mannschaften auf Platz 4 und 5 liegen, dabei aber dieselbe Punktezahl haben. Durch die Tordifferenz kann aber die Reihenfolge aber verschieden sein..

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Ungleiche Welten

Da kommen Spieler aus dem Olymp des europäischen Fußballs nach Wien und sagen, dass sie einen solchen Rasen nicht gewöhnt wären, Spieler einer Mannschaft mit 300 Millionen € Umsatz und einem Mannschaftswert von 600 Mio € , also 10-20 mal des Mannschaftswerts von Rapid.

Wir wissen aber, wie viel der Verein in die Rasenverbesserung investiert hat und wie dringend das Geld sicher anderswo hätte verwendet werden können.

Diese Unterschiede waren nie so groß wie heute. Und daher sind auch historische Vergleiche nicht gerade angebracht.

Top-20-Fußballvereine der Welt

Der Umstand, dass Rapid mit Inter gegen einen der Top-20-Vereine gespielt hat, ist doch bemerkenswert. Nach einer Publikation von Deloitte hat keiner dieser Vereine unter 200 Millionen Euro Umsatz und verfügt über eine Mannschaft, deren Marktwert etwa 50% über dem Umsatz liegt.

Auffällig ist, dass die Marktwerte der Mannschaften nicht stetig den Budgets folgen. Das dürfte daran liegen, dass man die Entwicklung der Spieler schwer voraussagen kann. Verletzungen, Abgänge, Formkurve, Tabellenplatz des Teams, das alles wirkt sich auf den Marktwert der Spieler aus und ist größeren Schwankungen unterworfen als das Budget.

Untersucht man den Zusammenhang zwischen dem UEFA-Platz und dem Budget findet man große Unterschiede. Alle Vereine über der Linie erreichen mit einem „vergleichsweise“ niedrigeren Budget einen besseren Platz und bei den Vereinen unter der Linie ist es genau umgekehrt.

Während in dieser Top-20-Gruppe die Budgets zwischen 200 und 800 Millionen (1:4) schwanken, liegen die Vereine im Bereich 1…87 und nicht – wie man vermuten könnte 1..20.

Besonders die Ausreißer nach unten, also AC Milan, Inter, Everton und WestHam sind interessant, die im UEFA-Ranking sogar hinter Rapid liegen. Dazu muss man wissen, dass die beiden italienischen Vereine zwei, bzw. drei Jahre lang nicht im internationalen Bewerb vertreten waren und daher weniger Punkte sammeln konnten. Wegen der sehr ausgeglichenen Ausschüttung der Fernsehgelder bei englischen Klubs, kann jeder Verein in der Premier-League mit einem 200 Millionen-Euro-Budget rechnen. 100 Millionen kommen aus den Fernsehgeldern und die anderen 100 Millionen von den sonstigen Einnahmen. Und diese Einnahmen hängen wenig von internationalen Begegnungen ab. Westham und Everton spielten seltener internaional und daher sind sie im UEFA-Rankung weiter unten.

Insgesamt zeigt uns die Streuung, dass auch mit viel Geld sich die Plätze „an der Sonne“ nicht automatisch einstellen und das ist auch der Grund, warum Fußball so populär ist.

Österreichische Bundesliga

In der österreichischen Bundesliga werden kleinere Semmeln (bei uns gibt’s keine „Brötchen“) gebacken. Schon allein die Mitteilungsfreude ist in der Liga nicht sehr ausgeprägt. Höchst selten verirrt sich eine Statistik in eine Zeitung, jedenfalls nicht mit einem aktuellen Datum.

In Österreich haben die Fernsehgelder, um die gerade gerungen wird, nur bei den kleinen Vereinen einen großen Einfluss auf das Budget, und auch nur dann, wenn man sie gleichmäßig verteilen würde. Es ist aber in ganz Europa üblich, verschiedene Leistungsschlüssel anzuwenden.

Würde RB in einer großen Liga angehören,.wäre das Rose-Team automatisch unter den europäischen Top-20-Teams, weil die finanzielle Grundausstattung mit 100 Millionen Umsatz gegeben ist und die Fernseheinnahmen vernachlässigbar sind.

RB das mit Abstand reichste Team. Die folgende Vierergruppe, Rapid, Austria, LASK und Sturm ist so etwas wie das Mittelfeld im Budget-Ranking.

Die beiden folgenden Diagramme bringen Kaderwert (entspricht etwa dem Budget) und die Platzierung in Zusammenhang. Es gilt, dass die Vereine links von der Trendlinie eher überdurchschnittlich und jene rechts von der Trendlinie unterdurchschnittlich abschneiden.

Zunächst das Saisonergebnis des Vorjahres, Austria unter Wert geschlagen, Sturm dagegen schneidet besser ab,

Hier folgt die Situation Ende Februar 2019. LASK, St.Pölten und Wolfsberg gehören zu den Gewinnern, Rapid und Austria zu den Verlieren.

Nach dem Wunder vom Sonntag gegen RB hofft die ganze Rapid-Familie auf eine Wiederholung am kommenden Samstag gegen St.Pölten.

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120 Jahre „Rapid“

Wir wissen wenig über die Zukunft, können aber in der Vergangenheit vieles über uns selbst entdecken. Wer sich mit den Ereignissen der Jahre um und nach 1900 beschäftigt, stellt mit einem gewissen Schrecken Parallelen zum Heute fest, die man sich vor 10 bis 20 Jahren so nicht
hätte vorstellen können. Wahrscheinlich, weil die Menschen sich nicht vorstellen wollen, wie schlecht Menschen zu Menschen sein können.

Das heutige Österreich kommt mir vor wie ein Block-West, der zur Findung der eigenen Identität Gegnerschaft so dringend braucht wie andere Menschen Freunde. Aber dazu ist der Block da, es gehört zum Spiel. Aber soll so unsere Gesellschaft funktionieren? Es geht uns offenbar nicht mehr darum, solidarisch Fairness für uns selbst einzufordern, es geht nur mehr darum, dass es Menschen gibt, über die man sich stellen kann. Die Feindbilder von 1900, Juden oder Tschechen, sind heute so marginalisiert, dass sie sich unter der Wahrnehmungsschwelle befinden. Aber Migranten gibt es viele und gemeinsam mit den zahlenmäßig starken Türken geben sie ein prächtiges Feindbild ab.

Um 1900 ging es darum, die Juden gering zu schätzen, 1920 ging es darum, ihre Rechte zu beschneiden, 1930 darum, ihren Besitz zu konfiszieren und 1940 ging es um ihre Existenz. Zuerst in Deutschland. Wien war damals bis 1938 fast eine Insel der Seligen, doch traf es die verbliebenen Juden, zu denen auch Wilhelm Goldschmidt, der Namensgeber des SK Rapid, zählte, umso überraschender.

Stolperstein für Wilhelm Goldschmidt , Große Schiffgasse 22

Man hat heute den Eindruck, als würden wir wieder vor einer so „großen“ Epoche stehen. Egal, ob es die Anderen sind oder ob es Europa ist, Zerstörung ist ihr Programm, nicht Konstruktion, zu der es Kompetenz brauchen würde. Und es ist wie bei Lego, z’sammenghaut ist schneller als errichtet.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie hat einen fraktalen Charakter, von dem man meint, alles schon einmal erlebt zu haben. Alle heutigen Abschiebungen beruhen auf Recht; auch die von Auschwitz beruhten auf Recht. Wer will wissen, was genau jemanden erwartet, der par Flug abgeschoben wird? Fundamentalistische Staaten haben darauf eine klare Antwort. Ein fahnenflüchtiger Moslem hat sein Leben verwirkt, wie man am Schicksal der Rahaf Mohammed al-Kunun ablesen kann. Und weil wir die Folgen solcher Abschiebungen im Einzelfall nicht wissen können, müsste die Regel lauten „im Zweifel gegen die Abschiebung“. Aber die mehrheitlich beklatschten Entscheidungen von türkis-blau schauen anders aus.

Wobei: was, wenn dann schließlich alle abgeschoben worden sind, was dann? Wer ist der Nächste?

Daher ist der Stolperstein ein wichtiges Symbol dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholen möge, und wenn wir spüren, dass die Politik wieder so unheilverkündende Richtungen einschlägt, wir rechtzeitig auf eine Bremse steigen – solange diese noch funktioniert, denn die Demontage der Bremsleitungen hat schon voll eingesetzt.

Oder könnt ihr damit etwas anfangen, dass die Caritas eine gewinnorientierte Organisation wäre? Dass Exekution und Rechtsberatung nunmehr in einer Hand sein sollen? Bei Polizei und Justiz könnte es ähnlich laufen wie man an verschiedenen Urteilen gegen Fußballanhänger gut ablesen kann. Ach ja, die Fußballanhänger! Auch so eine praktische Minderheit, die unter großem Beifall der Wähler und Medien in die Politzange genommen wird.

Wie hieß es so schön: „Wehret den Anfängen!“

Wer hätte gedacht, dass Künstler, Fußballer und Ngos wie die Caritas und sich selbst zerstörende Oppositionsparteien jener Strohhalm sein werden, an den sich der verbleibende Rest der Demokratie wird klammern müssen.

Heute hat die Vereinsspitze von Rapid diesen Stolperstein eingeweiht. Er ist eine Erinnerung an Unvorstellbares – und doch ist es passiert. Daher ein Danke an Rapid für dieses kleine Mahnmal!

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Dürfen’s denn des?

Vor genau 170 Jahren protestierte die Bevölkerung von Wien gegen den Metternich’schen Polizeistaat. Eigentlich sollte dem damaligen Kaiser Ferdinand eine Petition überbracht werden, doch es wurde ein Feuerbefehl gegeben, dem zahlreiche Demonstranten zum Opfer fielen. Dem Kaiser wird zugeschrieben, in diesen Tagen die Frage „Dürfen’s denn des?“  gestellt zu haben. 

Seither wurden nach und nach, mit dramatischen Unterbrechungen, letztlich aber doch in der Verfassung verankerte Bürgerrechte etabliert, an prominenter Stelle die Meinungsfreiheit. 

1312

Die Rechtshilfe Rapid berichtet über Anzeigen der Polizei und Urteile der Justiz gegen einzelne Rapid-Anhänger. Es ging um Doppelhalter mit der Aufschrift „A.C.A.B“. Die Verurteilung erfolgte wegen „Verletzung des öffentlichen Anstands (WLSG §1 Abs.1 Z1)“. Vor diesem Hintergrund muss man die Choreografie beim gestrigen Spiel gegen die Rangers sehen.  Die Rechtshilfe bekämpft das Urteil und ich plädiere dafür, sie in diesem Vorhaben zu unterstützen.

Offene Gesellschaft

Dass wir in diese österreichische Welt hineingeboren wurden, gilt schlechthin als eine Art existenzieller 10fach-Jackpot. Dass es sich hier gut leben lässt, haben wir vielen Generationen zu verdanken, die uns vorangegangen sind. Aber es ist nicht nur das materielle Gut, auf dem wir aufbauen, es ist vielmehr ein ziemlich zerbrechliches Etwas, dessen wir uns immer wieder aufs Neue bewusst werden müssen, eine Art Wanderpokal, den man nur dann besitzt, wenn man daran arbeitet. Und dieses komplexe Ding nennen wir Demokratie und als idealisiertes Ziel darf die von Sir Karl Popper definierte „Offene Gesellschaft“ dienen.

Es ist eine Gesellschaft, die eine Koexistenz verschiedenster Ideen ermöglicht und die Anhängern dieser Ideen durch die Meinungsfreiheit sowohl die Artikulierung ihrer eigenen Position als auch die Kritik der jeweils anderen ermöglicht. 

Diesem Modell stehen Gesellschaften gegenüber, die genau definieren, was in ihrem Staat geduldet wird und was nicht. Ein Paradies für die Follower solcher Staaten; für Andersdenkende ist es die Hölle bis hin zur Auslöschung. Wir, in Österreich kennen solche Zustände nur aus den Zeitungsberichten. Damit das so bleibt, müssen wir ständig Ereignisse im Auge behalten, die unser Gesellschaftsmodell infrage stellen könnten.  

Toleranz- und Kritikfähigkeit

Jeder Einzelne muss die Existenz von Ideen aushalten, die so gar nicht nach seinem Geschmack sind, er muss sie tolerieren. Ganz schön schwer für einen Rapidler, den Anblick eines Nicht-Grün-Weißen zu ertragen!

Der Preis für die Bürde der Toleranz der jeweils anderen ist, dass alle diese Ideen sich Kritik gefallen lassen müssen und diese Kritik im Rahmen der Meinungsfreiheit ausdrücklich erlaubt ist. Wenn also „Scheiß-Rapid“ (oder umgekehrt) gerufen oder geschrieben wird, dann ist das zwar nicht sehr freundlich, aber es hat keine weiteren Folgen, weil solche pauschalierenden Aussagen die Gruppe oder die Idee betreffend nicht einklagbar sind – Meinungsfreiheit eben. 

Der Preis für die Nicht-Einschränkung von Ideen, beginnend bei archaischen Religionen, modernen Parteien bis hin zu Fußballvereinen sind Toleranz der einen und Kritikfähigkeit der anderen. 

Person und Gruppe

Wir leben in einer Gesellschaft, die dem Einzelnen Schutz vor Übergriffen durch andere gewährt. Beleidigungen Einzelner wird nicht toleriert. 

Wir gehören persönlich immer auch Gruppen an; einer Religion (oder keiner Religion), einer Volksgruppe, einem Berufsstand, einer Schicht, einem Fußballverein usw. In dieser Rolle der Zugehörigkeit zu einer Gruppe sind wir der Kritik durch andere ausgesetzt und eine solche Kritik unserer Gruppe müssen wir tolerieren.

Den Schutz, den wir als Einzelpersonen genießen, können wir nicht auf die Gruppe ausdehnen. Die Gruppe genießt keinen besonderen Schutz  Kritik der anderen an unserer Gruppe ist es, die wir im Sinne der Funktion des Staates ertragen müssen.

Wenn es also heißt „Alle Politiker sind Arschlöcher“, „Bauernschweine“, „ACAB“… oder wenn Mohamedkarrikaturen gemalt werden, dann muss eine solche Kritik von der jeweiligen Gruppe ausgehalten werden. Es wird nicht ein einzelner ihrer Vertreter verunglimpft, sondern die Idee. 

Angriffe auf einzelne Personen, egal ob Polizisten oder Privatpersonen sind aber tabu. Ob ein amikales „Oida“ gegenüber einem Polizisten einen Tatbestand darstellt, kann man schwer beurteilen, die Variationen und Bedeutungsunterschiede von „Oida“ sind ja mannigfaltig.

Dürfen’s denn des?

Da in unserem Land das Obrigkeitsdenken noch immer stark verwurzelt ist, werden sich auch Zuschaer in einem Stadion beim Anblick von „1323“ die Frage stellen: „Dürfen’s denn des?“. Unsere Antwort sollte sein: „Ja, sie dürfen das! Und wir müssen sie sogar dabei unterstützen!“

Was, ich soll gegen die Polizei sein?

Natürlich nicht!

Ich persönlich habe alle Hochachtung vor den Damen und Herren der Polizei, die für uns Dinge erledigen, die alles andere als angenehm sind, und ich bedanke mich sicher nicht zu Unrecht auch im Namen der Leser dieses Tagebuchs für die Arbeit der Polizei im Allgemeinen und bei unseren Fußballveranstaltungen im Besonderen. 

Aber das ist nicht der Punkt. Es geht darum, ob jemand seine persönliche Aversion gegen die Polizei durch ein „Scheiß-Polizei“ zum Ausdruck bringen darf und ob er ein einschlägiges T-Shirt tragen darf und ob er einen Doppelhalter mit der Aufschrift „ACAB“ hochhalten darf und schließlich, ob er auch eine Choreografie mit einem überdimensionalen „1312“ gestalten darf. 

Und ganz unabhängig davon, was es an Gesetzen und juristischen Auslegungen gibt, sollten wir dafür sein, dass das sein darf. Es geht nicht um die Verunglimpfung eines einzelnen Polizisten, sondern um die Meinung einer Gruppe über eine andere. 

Kein Schutz für Ideen, jeder Schutz für den Einzelnen. Man kann einzelne Personen beleidigen, aber wer bitte soll konkret beleidigt sein, wenn gesagt wird „Scheiß Polizei!“? Doch wohl niemand! 

Freiheit in Krähwinkel

Leider ist unsere Gesellschaft nicht so „offen“ wie sich das Sir Karl Popper idealerweise vorgestellt hat. Die katholische Kirche hat in einem bedeutenden Teil des österreichischen Schulwesens das Sagen, wer eine Religion beleidigt, kann wegen des Blasphemieparagrafen („Herabwürdigung religiöser Lehren“) belangt werden, das politische Pendel ist dabei, die bereits ziemlich offene Tür zu einer offenen Gesellschaft wieder ein bisschen zugehen zu lassen. Und  gerade weil das so ist, muss Kritik möglich sein, auch wenn sie uns nicht unbedingt gefällt und auch wenn die Gründe für die vorgetragene Aversion gegen die Staatsgewalt immer irgendwo an den Grenzen der Legalität zu suchen sind. Aber das ist eine andere Geschichte. 

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Club 2×11 – Einladung

Eingesendet von Thomas Pöltl.

„Fußball ist zum Kotzen – manchmal“

Montag, 29.10.2018 | 19.00 Uhr

Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien)
Veranstaltungssaal (3. Stock)

Wer im Spitzensport Schwäche zeigt, verliert. Das gilt gerade in einer Sportart wie Fußball, wo „harte“ Männlichkeit als Norm gilt. Der Körper muss funktionieren, Verletzungen werden in Rekordzeit kuriert, Schmerzmittel gehören oft zur Grundnahrung. Fußballstars stehen im permanenten Licht der Öffentlichkeit, doch psychische Probleme werden gerne tabuisiert. Über Versagensangst und Depression wird selten gesprochen.

Der Club 2×11 fragt danach, wie Spieler und Trainer mit dem Leistungsdruck umgehen. Welche Rolle nehmen Vereine und Spielerberater dabei ein und welche Strategien und Hilfestellungen halten Sportpsychologie und Medizin bereit? Was muss sich ändern – und ist der Fußballbetrieb gesund?

Podiumsdiskussion mit

  • Wolfgang Pennwieser (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin; ballesterer-Kolumnist „Dr. Pennwiesers Notfallambulanz“)
  • Mirjam Wolf (Sportpsychologin, u.a. beim österr. Frauennationalteam)
  • Peter Hackmair (ehemaliger Fußballspieler und TV-Experte, der als Vortragender, Buchautor und Coach tätig ist)
  • Markus Geisler (Sportjournalist beim Sportmagazin; zusammen mit Helmut L. Kronjäger: „Das L steht für Leben – Warum das System Fußball krank machen kann“)

Moderation:
Jürgen Pucher
 (Mitbegründer des Podcasts BlackFM.at, Autor von „111 Gründe, den SK Sturm Graz zu lieben“, Kolumnist bei 90minuten.at)


Club 2×11 Spezial
Camilo Francka: „Matthias Sindelar. Eine Geschichte über Fußball, Nationalsozialismus und Mysterien“

Mittwoch, 7. November 2018 | 19.00 Uhr

Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien)
Veranstaltungssaal (3. Stock)

Fast 80 Jahre nach seinem Ableben bietet die Geschichte von Matthias Sindelar noch immer Stoff für Mythen. Der junge argentinische Autor Camilo Francka hat dem Fußballer aus Favoriten ein Buch gewidmet, das 2018 ins Deutsche übersetzt wurde. Im Gespräch mit dem Politologen und Historiker Georg Spitaler erzählt er, wie es zu dem ungewöhnlichen Projekt kam.

Wie lässt sich die Biografie Sindelars heute schreiben – zwischen historischen Fakten und der dauerhaften Anziehung einer teils widerlegten Geschichte von schönem Spiel, Nationalsozialismus und Tod?

Podium: tba


„Die schöne, neue Welt des Fußballs – China, Indien Katar“ –
Wie sehen die Machtverhältnisse im globalen Fußballzirkus aus?

Donnerstag, 22.11.2018 | 19.00 Uhr

Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien)
Veranstaltungssaal (3. Stock)

Die globalen Fußballverhältnisse sind in Bewegung: Golfstaaten wie Katar, Gastgeber der WM 2022, investieren in europäische Topklubs und das internationale Sportgeschäft. Die finanzstarke Liga in China zieht Stars aus aller Welt an, auch steht eine Bewerbung für die WM 2030 im Raum. Selbst in Indien gewinnt die Fußballliga an Bedeutung. Ist Europa noch der Mittelpunkt der Fußballwelt? Der Club 2×11 fragt danach, wie die Machtverhältnisse im globalen Fußballzirkus heute aussehen und beleuchtet die Szenerie in den aufstrebenden Fußballregionen.

Podium: wird rechtzeitig bekanntgegeben

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Liverpool Football

Dieser Bericht bezieht sich auf den Besuch des Meisterschaftsspiels von Everton FC gegen Southampton in Liverpool. Für mich ist bei diesen Groundhoppings das Spiel selbst fast nur Nebensache, viel interessanter ist, wie in England Fußball gelebt wird. Aber das ist eine sehr persönliche Sicht, denn wer am Flughafen Wien als Groundhopper Richtung England abhebt, wird ziemlich oft mit Roland Holziger, dem Autor der Rapid-Chronik 1999 zusammentreffen, der diese Fahrten nicht nur als Amateur-Soziologe, sondern als echter Verehrer des englischen Fußballs antritt. Wir sind Roland jetzt schon zum zweiten Mal auf diese Weise begegnet. Rolands Ziel war diesmal Edinburgh, unseres war Liverpool. Wir waren eine neunköpfige Gruppe, aber nur zwei waren an Fußballthemen interessiert: Florian und  Franz.

Musik- und Fußballstadt Liverpool

Unsere eigentliche Absicht war, eine Zeitreise in unsere eigene Vergangenheit, in die Zeit der 1960er Jahre anzutreten, als wir, Albert, Franz, Fritz, Gerhard und Karl in einer Band gespielt haben. Die folgenden zwei Bilder sollen das veranschaulichen:

1969, 5-Uhr-Tee in der Tenne, Annagasse (heute ein Mäc)

2018, vor der Beatles Statue in Liverpool

Unser Ziel waren vor allem die Wirkungsstätten der Beatles. Wen das interessiert, kann sich hier die Bilder dazu ansehen. Achtung, es sind ca. 900.

In diesen 1960er-Jahren war Liverpool das Epizentrum der Popmusik. Wenn man die Stadt heute besucht, nehmen wir nur mehr die Nachwirkungen dieser Zeit wahr, denn wenn auch der Cavern-Club noch unverändert existiert und dort immer noch während des ganzen Tags Musik gemacht wird, hat das Geschehen eher einen musealen Charakter.

Aber auch für den Fußball waren die 1960er Jahre außerordentlich erfolgreich. Für den Liverpool FC waren es goldene Jahre, getragen vom charismatischen Trainer Bill Shankly, der Liverpool zum Rekordmeister machte, ähnlich wie Dionys Schönecker es für Rapid geschafft hat. Und daher ist dieser Bill Shankly ebenso wie sein Wiener Vorläufer als Bronzestatue vor dem Anfield-Stadion verewigt. Über diesen Startrainer später mehr.

Doch während die Musikwelt von Liverpool durch andere Zentren abgelöst wurde, deutet der Fußball in Liverpool nach dem Neubau der West-Tribüne und durch das Engagement von Jürgen Klopp an, dass man sowohl national als auch international wieder ganz vorne mit dabei ist. Immerhin hat Liverpool im Vorjahr das CL-Finale erreicht und ist in der angelaufenen Saison an der Tabellenspitze.

Krieg und Fußball

Schauen wir einmal in die Anfänge des Fußballs in die Zeit des Ersten Weltkriegs, als einander Deutsche und Briten in Frankreich gegenüberstanden. Wer kennt sie nicht, die Erzählungen über die Unterbrechungen der Kampfhandlungen als Soldaten beider Armeen zu einem improvisierten Fußballspiel zusammentrafen. Festgehalten wurden diese Begebenheiten im Wikipedia-Artikel „Weihnachtsfrieden„. In Liverpool wurde diesen bemerkenswerten Geschichten ein Denkmal gesetzt. Am Gelände der im Zweiten Weltkrieg zerbombten und als Mahnmal konservierten Ruine der St. Lukes Church steht das Denkmal „Truce“, das an Fußballspiele zwischen den Soldaten der Kriegsparteien im Ersten Weltkrieg erinnert.

In der Zeit des Ersten Weltkriegs war Fußball in Deutschland und Österreich ein ganz neues Phänomen, während es in England schon 60 Jahre lang betrieben wurde. Dieses Denkmal zeigt, welche Bedeutung, die Engländer dem Fußball zuschreiben. Die vielen Analogien zwischen Fußball und Krieg lassen vermuten, dass Fußball einen Krieg abstrahiert, einen Krieg, bei dem aber niemand zu Schaden kommt und im Gegenteil durch den Abbau von Aggressionen im Publikum dazu beiträgt, schlimmere Konflikte zu vermeiden. Zu viel der Ehre für den Fußball? Ich glaube nicht!

Vielen Nicht-Fußballinteressierten wird der Stellenwert, der in der Presse den Fußballberichten eingeräumt wird, nicht gefallen, könnte man doch das Papier für Wichtigeres verwenden. Doch was ist wichtiger? Könnte es nicht dereinst so sein, dass man strittige Entscheidungen auf der Grundlage des Ergebnisses von Fußballspielen trifft und nicht in Form kriegerischer Auseinandersetzungen? Dazu müsste diese Art der Entscheidungsfindung so ernst genommen werden wie das bei Anhängern von Fußballvereinen der Fall ist. Beim Abschnitt über Bill Shankly und Didi Kühbauer wird das noch einmal zur Sprache kommen.

Merseyside Derby

Liverpool gehört zu jenen Regionen, die gleich zwei Fußballvereine in die oberste Spielklasse entsenden. Die meisten  Liverpool-Groundhopper haben das Anfield Stadion als Ziel und nur wenige verirren sich in den Goodison Park des Everton FC. Als ich mir die wechselvolle Geschichte der Everton FC und seines Stadions, dem Goodison Park durchgelesen habe, finde ich, dass der Everton FC eigentlich DER englische Vorzeige-Verein ist und dem Liverpool FC um nichts nachsteht. Er kann zwar nicht auf so viele Titel zurückblicken aber die Seite Everton Firsts zeigt, auf wie viele fußballerische Meilensteine dieser Traditionsverein gesetzt hat.

Das Derby in Liverpool wird auch als „Meseyside Derby“ bezeichnet. Merseyside ist der dem Festland zugewendete größere Teil der Stadt. Die Fähre über den Fluss wurde 1965 im Lied „The Ferry cross the Mersey“ von Gerry & the Peacemakers verewigt. Der Song wird auch bei Touren mit der Fähre angestimmt.

Beide Stadien liegen im Norden des Stadtzentrums und sind nur durch den Stanley-Park getrennt.

Das Anfield-Stadion liegt im Stadtteil Anfield (2). Goodison Park liegt interessanterweise in Walton (8) und nicht in Everton (11). Ursprünglich (1879) gab es nur einen Verein, den Everton FC, und dieser Verein spielte in Anfield. Nach einem Zerwürfnis innerhalb des Vereins entstand der neue Verein Liverpool FC aus dem Everton FC. Dieser neue Verein Liverpool FC blieb in Anfield und der Everton FC übersiedelte 1892 in den Goodison Park.

Und so ist das Stadion „Goodison Park“ in die typische Liverpooler Reihenhauslandschaft eingebettet:

Rot markiert ist die Kirche St.Lukas, die die Nordwestecke des Stadions vollständig ausfüllt und die auf eine Bindung des Everton FC zur anglikanischen Kirche hindeutet. In der Anfangszeit des Fußballs hat man den Räumen in den Ecken des Stadions noch wenig Beachtung geschenkt und daher war es damals nicht störend, wenn sich dort eine Kirche befand. Das Rätsel der Kirche wird etwas später aufgelöst. Was das Bild aber deutlich zeigt, dass es durch die große Nähe zu den Häuserreihen keine Ausbaumöglichkeiten gibt. Da ist auch der Grund, warum sich Everton seit vielen Jahren um einen neuen Standort bemüht. Wir werden aber am Ende des Beitrags sehen, dass es auch anders geht.

Bill Shankly

Bill Shankly schaffte es, 1962 den Liverpool FC aus der Zweitklassigkeit in die damalige First Division zu führen, holte mit den Reds 1964, 1065, 1966, 1973 und 1974 nationale Titel und 1973 den UEFA-Pokal. Wie er das geschafft hat, beantwortet er selbst durch sein Credo: „Im Sozialismus, an den ich glaube, arbeitet jeder für den anderen und alle bekommen einen Teil des Gewinns. So sehe ich Fußball, so sehe ich das Leben.“ Und das deckt sich ganz gut mit den Worten, die Dionys Schönecker zugeschrieben werden: „Gemeinsam. Kämpfen. Siegen.“ und „Wer zusammenhält, gewinnt.“

Dieses Credo des Bill Shankly findet man auf einem ziemlich abgelegenen Abfallcontainer an der Rückseite des Stadions:

1913 ist das Geburtsjahr von Bill Shankly. Ich frage mich, wie dieser Erfolgstrainer die heutige Welt des kommerziellen Fußballs gesehen hätte. Ob das, was in den 1960er Jahren noch ein Erfolgsrezept war, auch heute noch funktionieren könnte?

Ernst nehmen!

Im Bezug auf die Arbeitseinstellung meinte er: „Es gibt Leute, die denken, Fußball sei eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist.“ Sollte Euch das zweite Zitat überzogen vorkommen, erinnere ich an ein Interview von Andy Marek mit Didi Kühbauer am 8. Jänner 2018 aus Anlass des 119. Jahrestages der Gründung von Rapid, in der Didi die Duelle mit dem Lieblingsgegner Austria und seinem damaligen Gegenspieler Andi Ogris als einen an die existenziellen Grenzen gehenden Kampf bezeichnet hat. (Vollständiger Bericht siehe: „119 Jahre Rapid“. Leider hatte damals die Austria die bessere Mannschaft.) Ob es nun um Fußball geht oder etwas anderes, das wir tun; wir sollten es so ernst nehmen als ginge es um Leben und Tod – oder noch ernster.

Friendly Derby

Es hat uns gewundert, dass wir Everton-Anhänger in „voller Kriegsbemalung“ vor dem Anfield-Stadion, also dem Stadion von Liverpool FC beobachten konnten und sie in keiner Weise behelligt wurden. Das könnte ich mir in Wien nicht vorstellen. Dass das in Liverpool möglich ist, hat den Grund, dass dieses Merseyside-Derby traditionell sehr friedlich verläuft und als „Friendly Derby“ bezeichnet wird. Entsprechend fair (aber auch eher langweilig) ist der Support der Mannschaften durch ihre Anhänger. Vielleicht hängt es aber auch mit der gemeinsamen Vergangenheit der beiden Vereine zusammen und damit, dass eben ihre Anhängerschaft aus demselben Holz geschnitzt sind.

Everton FC

In Österreich ist Liverpool FC der populärere Verein, wohl wegen seiner vielen Meistertitel, und man kann Liverpool daher gut mit Rapid vergleichen.

Der ältere Verein ist aber der Everton FC, gegründet 1878, und auch er hat beachtliche Erfolge zu verbuchen, die bei uns nur weniger bekannt sind. Der Everton FC ist der historisch erfolgreichste Verein in England und hat nur zwei Saisonen nicht in der obersten Spielklasse gespielt. Zahlreiche andere Meilensteine wurden vom Everton FC gesetzt, wie zum Beispiel eine für die damaligen Verhältnisse einmalige Anlage des Stadions „Goodison Park“ und viele weitere Highlights, wie zum Beispiel den ersten Besuch eines Monarchen (König Georg V) in einem Fußballstadion 1913. Als ich das gehört hatte, dachte ich gleich daran, ob sich unsere eigene Geschichte nicht völlig anders entwickelt hätte, wäre das unserem damaligen Staatsoberhaupt, dem Kaiser Franz Josef, auch eingefallen. Aber zu so etwas reichte es nicht, der alte Herr war Neuem gegenüber nicht besonders aufgeschlossen.

Der Spitzname des Goodison Park Stadions ist „The Grand Old Lady“, denn die Anlage geht schon auf das Jahr 1892 zurück und die dortigen Tribünen sind nicht mit den heutigen Architekturen vergleichbar. Das Stadiondach der Tribünen ist weit nach unten gezogen und man sieht von den oberen Sitzreihen praktisch nur das Spielfeld wie durch ein Guckloch. Das hat auch den Vorteil, dass bei Sonnenschein nur die ersten Sitzreihen der Nord- und Ostseite von der Sonne beschienen werden, alle anderen Sitzreihen werden durch das tiefe Stadiondach beschattet. Hier ein Blick von den oberen Sitzreihen der Haupttribüne. Trotz Nachmittagssonne sind nur die ersten Reihen von der Sonne beschienen, alle weiter oben liegenden Sitzplätze liegen im Schatten. Allein die konstruktionsbedingten Stützen beeinträchtigen etwas die Sicht.

Man stelle sich vor, man würde bei Rapid noch immer auf der Pfarrwiese spielen! Bundesligatauglich wäre diese Anlage wohl nicht. Umso bemerkenswerter ist, dass der Goodison Park ohne wesentliche Veränderungen bis heute bespielbar ist.

Religion und Fußball

In den Gründerjahren der englischen Fußballvereine hat auch die Religionszugehörigkeit eine gewisse Rolle gespielt. Beide Liverpooler Fußballvereine gehen auf eine Methodistische Gemeinde in Anfield zurück. Aber ansonsten sind die Anhänger in Liverpool nicht so religiös „gepolt“ wie das etwas in Glasgow der Fall ist.

Dennoch ist es auffallend, dass im Goodison Park Stadion des Everton FC eine Art Symbiose zwischen Kirche und Fußball besteht, befindet sich doch genau in der nordwestlichen Stadionecke die evangelische St.Lukas-Kirche.

Rechts von der Kirche sieht man die Westtribüne und genau an der Rückseite der Kirche ist die Nordtribüne angeschlossen.

Weil wir Kirchen in der Regel als alte Bauwerke einschätzen und Fußballstadien als ein jüngeres Phänomen, kann man den Eindruck haben, als wäre das Stadion so gebaut worden, dass die Kirche genau in diese Ecke passt, Aber es war genau umgekehrt. Der Grundstein zur Kirche wurde im Gründungsjahr von Rapid gelegt, also 1899, und zu diesem Zeitpunkt war das Stadion bereits „eingeweiht“ und in seinem siebenten Bestandsjahr. Es hat also die Kirche das Fußballrevier erobert, um ihre Anliegen besser an die Zielgruppe „Fußallfan“ bringen zu können, und tatsächlich gibt es an Matchtagen die Aktion „Teas for Fans“, bei der die Fans zu kostenlosen Getränken in der Kirche eingeladen werden. Vielleicht bliebt ja einer „hängen“!

Verbesserungsvorschlag: Aktion „Beer for Fans“.

Mit dem Bus nach Everton

Was den Österreicher gleich wundert, ist der Umstand, dass der Bus 19, der von Stadtzentrum nach Everton verkehrt, zwei Stunden vor Spielbeginn nicht voll mit Everton-Fans ist. Wir scheinen die einzigen gewesen zu sein, die beim Goodison-Park aussteigen wollten. Das heißt aber nicht, dass wir dort allein waren, denn die Gegend um das Stadion ist abgesperrt und voll von blau bekleideten Anhängern.

Der Bus gab uns auch andere Rätsel auf. Es dauerte mindestens fünf Minuten bis der letzte Fahrgast den Bus durch die einzige Tür (!) betreten hat. Der Grund: jeder einzelne von ihnen hat bar bezahlt. Kein einziger hatte eine Zeitkarte. Zum Vergleich: der „Balkan-Express 14A“ am Keplerplatz hat drei Türen und niemand zahlt beim Fahrer, alle haben eine Netzkarte. Warum das in Liverpool nicht genau so ist, verstehen nur die Engländer, die wollen das so.

Rund um das Stadion

Etwa zwei Stunden von Spielbeginn trafen die Mannschaftsbusse ein. Der von Southampton wurde von den Fans nicht beachtet, der von Everton wurde begeistert umlagert.

So präsentiert sich die Haupttribüne des Goodison Park Stadions:

Zwei Dinge sind bemerkenswert:

Der Leitspruch des Everton FC im Wappen auf der Stirnseite des Stand „Nil satis nisi optimum“, was soviel heißt wie „Nur das Beste ist gut genug“. Interessant ist auch die Bilderreihe, die rund um das ganze Stadion läuft und die alle Meilensteine seit der Gründung des Vereins zeigt. Wir haben das auch gleich kontrolliert und tatsächlich findet sich im Abschnitt um das Jahr 1980 die Erinnerung an das Europacup-Finale zwischen dem Everton FC und Rapid, das leider 3:1 für Everton endete:

Dass dieses Stadion 1892 eröffnet wurde, und heute im Grunde noch genau so betrieben wird, ist auch im konservativen England eine Besonderheit. Die blaue Außenhaut dient zur äußeren Behübschung, im Stadion selbst, ist alles so wie vor 120 Jahren.

An mehreren Stellen rund um das Stadion gibt es typische Kioske für Everton-Devotionalien:

So ein englisches Stadion ist im Prinzip ein Kasten mit winzigen Eingangstüren; und gibt es viele davon. Hier ein Blick auf die Turnstiles, die man passieren muss:

Vor diesen Drehkreuzen steht ein freundlicher Steward, kontrolliert die Karten uns ersucht mich freundlich, den Rucksack zu öffnen. Dann fällt ihm meine Kamera auf und ich ahne schon, was er kontrollieren will: ob das Objektiv abnehmbar ist. Nein, ist es nicht! Als leidgeprüfter Groundhopper verwende ich in England und Deutschland ausschließlich eine Kompaktkamera mit festem Objektiv. Und das war auch diesmal wichtig. Florian wurde überhaupt nicht kontrolliert. Diese Kontrollen sind in österreichischen Stadien wesentlich genauer. In England kennt man offenbar sein Publikum und vertraut den Besuchern.

Im Stadion

Eine echte Sensation sind die hölzernen Klappsessel, deren Rückenlehnen im Thonet-Stil gebogen sind. Wenn es Veränderungen gab (im Bild in der ersten Reihe) wurden dort Kunststoff-Sitze eingebaut, sonst sind aber alle Reihen im Originalzustand. Sehenswert!

Kommt die gegnerische Mannschaft zum Aufwärmen aufs Spielfeld,  gibt es überhaupt keine Reaktion, wenn dann die Spieler von Everton kommen, gibt es schwachen Applaus. Bei Spielbeginn werden vom ganzen Stadion Everton-Lieder gesungen und dann ist auch schon Schluss.

Die Choreografie ist ziemlich mickrig und einfallslos…

… und offenbar bei jedem Spiel dieselbe. Bevor dieses Transparent „EVERTON“ aufgezogen wird, hätte man nicht erkennen können, dass das eine Fantribüne ist, weil sich keine der Tribünen schneller füllt oder sich sonst irgendwie organisiert verhält.

Es gibt praktisch ausschließlich spielbezogenen Support. Alles wird beklatscht, auch Rückpässe und auch Outeinwürfe. Es kommt vor, dass die Auswärtsfans von Southampton ein Lied anstimmen, manchmal auch der Everton-Anhang.

Als das Spiel abgepfiffen wird, ist schon ein Viertel der Fans verschwunden, besonders auffällig ist es auf der Fantribüne. Eine Verabschiedung von den Fans gibt es nicht. Man könnte den Eindruck gewinnen, als gäbe es keine besondere Verbindung zwischen den Fans und ihrer Mannschaft. Dem widerspricht aber, dass das Stadion ausverkauft war.

Man muss Engländer sein, um das zu verstehen. Es ist einfach der für uns völlig ungewohnte englische Nicht-Support.

Man muss auch bedenken, dass die Kioske im Stadion unmittelbar nach der Pause schließen. Es gibt daher keinen Anreiz, nach Spielende im Stadion zu verweilen.

Im Stadion herrscht große Disziplin. Dass die Zuschauer aufstehen, wenn es eine brenzliche Situation gibt, dürfte die Stewards ziemlich beunruhigen.

Everton-Southampton

Das Spiel endete 2:1 für Everton und das Publikum war sichtlich zufrieden. Das spielerische Niveau war beachtlich. Unser Eindruck ist, dass Rapid gegen Everton in einem Bewerbspiel keine Chance hätte. Da es sich aber um Fußball handelt, muss diese Einschätzung natürlich nicht stimmen. Denn auch in diesem Spiel war der Sieg von Everton keineswegs eine klare Sache. Southampton verzeichnete einen Stangenschuss und einen nicht verwerteten Sitzer. Alles Dinge, die wir aus eigener Erfahrung mit Rapid nur allzu gut kennen.

Rund um das Anfield-Stadion

Man muss nur den Stanley-Park durchqueren, um vom Goodison Park zur Anfield Road zu gelangen und daher ließen wir es uns nicht nehmen, dem Neubau in der Anfield Road einen Besuch abzustatten. Wir waren schon zwei Mal in Liverpool und beide Male war die Anfield Road unser Ziel. Auch beim Liverpool FC hatte damals ein Stadion-Neubau hohe Priorität, doch es kam anders, man errichtete an der Stelle der historischen Haupttribüne eine gigantische neue Tribüne mit drei Rängen:

Wer die Situation vor diesem Neubau gekannt hat, weiß, dass an der Anfield-Road ebenso wenig Platz für Erweiterungen war wie derzeit beim Goodison Park Stadion. Die Umgebung der Anfield Road präsentierte sich vor etwa 10 Jahren in einem ziemlich verwahrlosten Zustand und die Gemeinde Liverpool hat ganze Häuserzeilen rund um das Stadion abgerissen, um so Platz für den Neubau zu schaffen.

Ein Bericht über Liverpool kann nicht enden, ohne den berühmten Fußballgesang „You’ll never walk alone“ zu erwähnen. Der Titel ist an einem Gittertor an der Rückseite des Anfield Stadions angebracht:

Dass dieses Lied an der Anfield Road vor jedem Spiel gesungen wird, ist einem Zufall zu verdanken. Bei einem der Spiele in der Zeit des Bill Shankly fiel vor einem Spiel die Soundanlage des Stadions aus; genau zu dem Zeitpunkt als dieses Lied gespielt wurde (die Interpreten waren damals Gerry & the Pacemakers, also dieselben, die auch das Lied über die Fähre komponiert haben) und das Publikum sang spontan weiter. Seit diesen Tagen wurde dieses Lied vom Anhang von Liverpool adoptiert.

Links

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WM-Spiele am Handy

Meine Fußballzeitschrift „ballesterer“ hat mir zwar einen Wandkalender mit allen Terminen zur Fußball-WM geschenkt und der Kalender hängt auch schon an der Wand. Und was ist unterwegs? Ja, es gibt unzählige Seiten, die alle diese Termine als Tabelle oder als Bild anbieten, aber ich möchte diese Spieltermine am Handy-Kalender haben, gemischt mit den sonstigen privaten Terminen. In den bestehenden Rapid/ÖFB-Fußballkalender (siehe Links) möchte ich die WM-Spiele nicht einblenden, weil sie mit Rapid und ÖFB nichts zu tun haben. Also muss man sich einen eigenen WM-Kalender aufs Handy holen. Und das geht auf einem Android-Handy so:

WM-Kalender am PC

Ausgangspunkt ist der PC und die Seite https://calendar.google.com. Einloggen mit dem Google-Konto, das man auch für das Handy verwendet. Man kann weitere Kalender anlegen und kann deren Inhalt auch am Handy anzeigen.

1. Linke Menü-Spalte -> „Weitere Kalender hinzufügen“ -> Neuer Kalender

Als Name wählt man „WM 2018“, damit erscheint in der Spalte der Kalender der mit der roten Kalenderfarbe (kann man ändern)

 

-> Kalender erstellen

2. Linke Menü-Spalte -> „Weitere Kalender hinzufügen“ -> Importieren

Hier wählt man die Datei WM-2018.ics, die man über diesen Link auf den eigenen Rechner downloadet:

„Zum Kalender hinzufügen“: Und als Kalender wählt man den soeben angelegten Kalender WM 2018. Dieser Punkt ist wichtig, denn damit ist man in der Lage, den Kalender auszublenden und diesen Fußballterminen eine eigene Farbe zu geben, was nicht der Fall ist, wenn man ihn in den persönlichen Kalender hineinkopiert.

„Importieren“ klicken.

Jetzt sieht man im Google-Kalender die roten Termine. Im folgenden Bild sieht man die Finalwoche der WM mit dem Finale am Sonntag, 15.7.

WM-Kalender am Handy

Am Handy ist nichts weiter zu tun. Der Kalender erscheint auch am Handy, man muss nur etwas bis zu nächsten automatischen Aktualisierung warten oder über die Einstellungen auf „Aktualisieren“ klicken. Damit werden die Termine auch am Handy sichtbar und man kann – wenn sie störend wären – über die färbige Schaltfläche ausblenden.

Im folgenden Bild sieht man, dass der Kalender „WM 2018“ am Handy ebenfalls in roter Farbe sichtbar ist und man ihn ein- oder ausschalten kann.

Die Kalenderansicht der ersten Spielwoche mit dem Eröffnungsspiel Russland-Saudi Arabien am 14.6.

Die Kalenderansicht der letzten Spielwoche mit dem Finale am 15.7. Am 14.7. ist das internationale Testspiel von Rapid (noch nicht fixiert).

Bereits publizierte Kalenderbeschreibungen

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Podiumsdiskussion: Russland und die WM 2018

Die neueste Ausgabe Nr. 132 des ballesterer hat das Thema „WM in Russland“ und bietet konzentrierte Information über das Großereignis inklusive einem Reiseführer und einem tollen Spielplan im A2-Format.

Als bereits langjähriger Abonnent des ballesterer werde ich zu den Podiumsdiskussionen in der Hauptbibliothek am Urban-Loritz-Platz mit einem Newsletter eingeladen. Diese Veranstaltung wurde von ORF Sport + live übertragen und ist noch bis Dienstag in der TvThek verfügbar (siehe Links).

Georg Spitaler – ballestererfm, Politologe, Historiker diskutierte mit

  • Felix Jaitner (Politologe, Universität Wien)
  • Evgenij Milevskij (ehemaliger Fußballprofi u.a. Spartak Moskau, Austria Wien. Managing Director Russia, Ukraine & Baltic States bei Soravia Real Estate Ltd.)
  • Ingo Petz (Autor, Journalist und Russlandexperte, Fan-Projekt fankurve-ost.de, Berlin)
  • Alfred Tatar (ehemaliger Fußballspieler und –trainer, u.a. Co-Trainer bei Lokomotive Moskau und Amkar Perm, Experte bei Sky-Sport-Austria)
  • Hans Peter Trost (ORF Sportchef)

darüber, was von der Fußball-WM 2018 in Russland zu erwarten ist.

Nun, ich habe mir nicht alle Details der interessanten Diskussion gemerkt. Für einen gelegentlichen Zuschauer mag das Spiel am grünen Rasen den Eindruck erwecken, als wären die Randbedingungen für alle Teams gleich. Die Diskussion hat aber gezeigt, dass die Art, wie Fußball gespielt wird und die Chancen, die ein Team dabei hat, von den Bedingungen des jeweiligen Landes abhängig ist. Länder mit wenigen Legionären zeigen den Fußball ihres Landes mehr als Länder mit einem hohen Anteil an Spielern im Ausland. Typische Länder mit einem sehr geringen Legionärsanteil sind Russland und England. In beiden Ländern verdient man in der obersten Spielklasse sehr gut, daher gibt es eine geringe Motivation, ins Ausland zu wechseln.

Anders ist es im klassischen Fußballland Brasilien. Wer etwa erwartet, dass Brasilien typisch brasilianischen Fußball demonstrieren wird, wird enttäuscht sein, denn die wichtigsten Spieler dieses Teams wurden in Europa zu den Stars, die sie jetzt sind und haben diesen europäischen Fußball-Stil übernommen.

Der russische Fußball kann nicht verstanden werden ohne seine Vergangenheit in der Sowjetunion, nicht ohne die Zeit nach der Wende 1989, nicht ohne die Oligarchen, den Ölreichtum der Nuller-Jahre und den Rückgang der Einnahmen durch der Ölpreisverfall, aber auch nicht ohne die riesigen Räume des Landes und die klimatischen Bedingungen mitzudenken.

Fußball ist in Russland Volkssport aber erst die Nummer zwei, nach dem Eishockey. Was in allen Nachfolgestaaten der Sowjetunion und wahrscheinlich auch des Ostblocks fehlt, ist eine Gesellschaft, die Dinge wie die Organisation von Fußball (und natürlich auch vieler anderer Belange des täglichen Lebens) selbst übernimmt. Ingo Petz aus Berlin berichtete über Projekte, die russische Fußballenthusiasten nach Deutschland bringen, um dort zu lernen, wie in Westeuropa Fußball gelebt wird, sowohl auf Vereinsebene als auch auf der Ebene der Fans. Mich hat das etwas an den Film der Ultras Nürnberg Großer Bruder erinnert, der einen solchen Lernprozess auf der Ebene der Fankuven dokumentiert.

Die finanzielle Grundausstattung der höchsten Spielklasse wird durch Geldgeber sicher gestellt, allerdings gilt das nicht unbedingt für die darunter liegenden Ligen und dort gäbe es noch großen Aufholbedarf.

Was in Russland nur im Ballungsraum Moskau funktioniert, sind Fans, die mit ihrer Mannschaft mitreisen; dazu sind die Entfernungen einfach zu groß. Es bedeutet auch, dass der Osten Russlands um Wladiwostok mit mehr als 7 Stunden Flugzeit vom Ligabetrieb ausgeschlossen ist und dortige Spieler – sofern sie sich als Fußballprofis betätigen wollen – als Legionäre im eigenen Land ins europäische Russland übersiedeln müssen.

Die Besucherzahlen reichen nicht an die der großen westeuropäischen Ligen heran, und (rechts-)radikale Gruppen von Hooligans machen sich unter den Besuchern unangenehm bemerkbar. Man ist sich aber bei den Diskutanten einig, dass die Veranstaltung sicher ablaufen wird, weil die Behörden diese Gruppen von den Stadien fernhalten wird.

Etwas ins ideologische Abseits hat sich Alfred Tatar gestellt, als er die „Parteienlandschaft“ in Russland als den nach seiner Meinung „fragwürdigen westlichen Demokratien“ gleichwertig gegenüber gestellt hat. Was aber seine sonstigen sehr fachkundigen Kommentare zum Fußball in Russland nicht abwerten soll, war er doch selbst Trainer in Russland und hat dadurch eine andere Sichtweise auf dieses uns eher fremde und ferne Land.

Hans Peter Trost beruhigte die Fragesteller, dass die bisherigen Vorarbeiten des ORF in den Spielorten in keiner Weise durch bürokratische oder polizeiliche Tätigkeiten behindert wurde. Er erwartet daher, dass die WM reibungslos über die Bühne gehen werde.

Den Optimismus von Evgenij Milevskij, dass Russland die Gruppenphase und das Achtelfinale überstehen werde, teilten die anderen Diskussionsteilnehmer nicht, man ortet eher einen Rückstand der Russen hinsichtlich der Ausbildung.

Natürlich hatte die Diskussion auch noch viele weitere Facetten, die ich Euch bitte in der TvThek oder im Audio-Mitschnitt (siehe Link EwkiL:Bilder) nachzuhören. Die nächste Podiumsdiskussion wird im Herbst stattfinden. Der Termin wird im EwkiL:Kalender zu finden sein. Es erwartet Euch eine Fußball-Diskussion auf hohem Niveau und ein Freigetränk, gespendet von der Hauptbibliothek – und viele Gleichgesinnte.

Links

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Podiumsdiskussion

Am Montag, 16.4. lud ballesterer zur Podiumsdiskussion

„Fußball und Nationalismus in Europa“

mit

  • KidPex – Journalist (KOSMO Magazin) und Rapper, u.a. Hymne für das Frauennationalteam bei der EM 2017, aktiv gegen Nationalismus
  • Dario Brentin – Wissenschaftler, forscht zu Fußball und Nationalismus
  • Bernhard Wastyn – Obmann und Vorsänger der Hurricanes – Fanklub des Österreichischen Nationalteams

Moderation: Georg Spitaler – ballesterer, Politologe, Historiker

„Das einzige, das Europa vereint, ist der Fußball“, das war ein Zitat aus den einleitenden Worten von Georg Spitaler. Und tatsächlich ist es ein ganz wesentlicher Unterschied zu den USA, dass es in Europa nicht nur einen Klubbewerb sondern auch einen Nationenwettbewerb gibt. Eine Abschaffung der Nationen hätte zur Folge, dass es ein Europa-Team aber keine einzelnen Nationalmannschaften mehr gäbe. Interessant ist daher der Umstand, dass Fußball Gegnerschaft braucht und dass aus diesem Grund die FIFA-Länderliste länger ist als jene der UNO. 

Die beiden Diskussionsteilnehmer mit Migrationshintergrund zeigten, wie rasch eigentlich eine solche Integration über die Bühne gehen kann. Praktisch kann das eine Generation bewältigen. Bemerkenswert war, dass Dario, der Forscher, bei einer Begegnung zwischen Kroatien und Österreich seinen Kroaten die Daumen hält, obwohl er mit allen anderen Aspekten des Alltags in Österreich verwurzelt ist. KidPex wieder, der als 9-jähriger nach Österreich kam, ist schon mehr Anhänger von Österreich als Anhänger seiner alten Heimat; das vor allem deshalb, weil er den Fußball als starken Integrationsfaktor sieht. Als Beispiel wurde angeführt, dass insbesondere die Spieler mit Migrationshintergrund (Arnautovic, Harnik, Alaba…) eine starke Identifikationsmöglichkeit für Migranten darstellen, jedenfalls eine stärkere als es in der Zusammensetzung von Vertretungsgremien der Fall ist. 

Bernhard, der Obmann und Vorsänger der Hurricanes beschreibt die Philosophie seiner Fangruppierung als eine klar Pro-Österreich orientierte und dass es keine Statements gäbe, die gegen den jeweiligen Gegner gerichtet sind. Obwohl man einzelne Aktionen des ÖFB kritisch betrachtet (zum Beispiel Kartenpreise), wird Aktivismus gegen den ÖFB eher vermieden. Interessant ist der Umstand, dass die Fanszene des österreichischen Nationalteams etwa 40 Gruppierungen umfasst, die sogar im internationalen Vergleich einzigartig ist. 

Wer sich mit diesem Thema näher beschäftigen möchte, der kann sich die Diskussion über den Link „EwkiL-Tonaufzeichnung“ in voller Länge nachhören. (1h 54′, 52 MB).

Links

Bisherige Diskussionen im club 2×11

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