„Grün-weiß unterm Hakenkreuz“ mit Laurin Rosenberg

Am 15.10.2019 lud die VHS-Penzing im Rahmen eines Schwerpunkts „Profi-Fußball abseits der Kameras“ zu einem Vortrag von Laurin Rosenberg ein.  Wir Rapidler kennen natürlich schon die wichtigsten Meilensteine der Rapid-NS-Geschichte, aber ich habe bisher noch keine so umfassende 90-minütige Schilderung gehört.

Laurin begann die Erzählung mit dem Finale der Deutschen Meisterschaft 1941 und spannte danach einen Bogen von den Anfängen von Rapid bis in die Gegenwart.

Laurin am Beginn des Vortrags, im Hintergrund die Viktoria un der Spielball von 1941

Das symbolträchtige Finale der Deutschen Meisterschaft 1941 ist voll von Mythen, die sich aber alle bei genaueren Betrachtung als unhaltbar erweisen. Eigentlich hätte das Finale wegen des Überfalls von Nazideutschland auf Russland an eben diesem 22. Juni 1941 abgesagt werden sollen, doch ließ man das Spiel schließlich doch austragen, um dem Volk Normalität vorzugaukeln. An dieses Spiel erinnert einerseits eine Kopie der Viktoria im Besitz des Rapideums (Original im deutschen Fußballmuseum in Dortmund) und der originale und inzwischen restaurierte Spielball, den der Dreifachtorschütze Franz Binder als Souvenir mitgenommen hatte und der von seinem Sohn, der viele Jahre als Manager bei Rapid tätig war, dem Rapideum gechenkt wurde.

Rapids Anfänge lagen in der Arbeiterschaft, mit Migranten aus Tschechien, dem Arbeiterbezirk im Westen und auch dem etwa 10%igen Anteil an Juden, die praktisch in jedem Fußballverein vertreten waren. In der Zeit nach 1938 beschrieb Laurin vier Typen: die Mitläufer, die Täter, die Opfer und die Oppositionellen.

Niemand in den Sportvereinen konnte sich den Forderungen der neuen Machthaber entziehen. Die Abschaffung des in Österreich praktizierten Profifußballs gehörte ebenso zu den Begleiterscheinungen der damaligen Zeit wie eine Vereinheitlichung der Satzungen und ein mindestens 50%igen Anteil von Parteigängern im Vereinsvorstand. Ohne diese Präsenz der Partei im Vorstand wäre der Sportbetrieb nicht möglich gewesen.

Das Gros bei Rapid und wohl auch in der Bevölkerung waren die Mitläufer, die Opportunisten, die ihre Haltung nach der Zeit ausrichteten. Dazu zählte wohl auch Karl Kochmann, der Besitzer der gleichnamigen Restauration, in der Rapid seine Vorstandssitzungen abhielt und Leopold Nitsch, dem damaligen Trainer und Schwager von Kochmann. Beide sind durch Vermittlung 1938 der NSDAP (als „Illegale“, obwohl sie das nie waren) beigetreten und beide versuchten bei Kriegsende diese Mitgliedschaft so zu begründen, dass sie diese für den Sportbetrieb benötigt hätten.

In der Mannschaft von 1945 fand sich mit Fritz Durlach auch ein Täter der letzten Kriegsjahre, er wurde auch verurteilt und zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt.

Zu den betrüblichen Verbeugungen vor den Nazi-Herrschern zählte neben dem obligatorischen Hitlergruß vor jedem Spiel auch die Abgabe einer großen Zahl von Pokalen, die dann zu Führers Geburtstag 1942 eingeschmolzen wurden. Der Chronik des FC Bayern kann man entnehmen, dass dort eine mutige Frau die Pokale des FC Bayern vor der Beschlagnahme an sich genommen hat und zuerst in ihrer Wohnung, später am Land versteckt hielt, sodass die Bayern ihre historischen Pokale – im Gegensatz zu Rapid – noch besitzen.

Praktisch alle Fußballvereine hatten einen der Zusammensetzung der Bevölkerung folgenden Anteil von Juden sowohl bei den Spielern als auch bei den Funktionären. Die Ausnahme war der Sportclub, denn dort wurden keine Juden aufgenommen, eine Haltung, die der heutige Sportklub längst abgeschüttelt hat.

Interessant ist auch die Haltung des „Mr. Rapid“, Dionys Schönecker, der 1938 in Zeitungsartikeln für die neuen Machthaber durchaus wohlwollende Worte fand. Schönecker verstarb im September 1938, eine Nagelprobe blieb ihm somit erspart. Sein Bruder Eduard, ein Architekt, ist aber der NSDAP beigetreten, nicht zuletzt, weil er als Unternehmer auf Regierungsaufträge angewiesen war. Man kann vermuten, dass wohl auch sein Bruder Dionys sich diesem Schritt nicht hätte verschließen können, wollte er seinen Verein, des S.C. Rapid weiterführen.

Der Namensgeber von Rapid, Wilhelm Goldschmid, fiel 1942 der Vernichtungsmaschinerie der Nazis zum Opfer. Seine Familie überlebte in Südamerika.

Opposition in den Kriegsjahren konnte fatal sein. Sie äußerte sich daher auch ziemlich subtil. Ein Beispiel dafür war der zeitlebens wenig angepasste Ernst Happel. Um als Jugendlicher bei einem Verein spielen zu können, musste man damals Mitglied der HJ sein und musste bei den dortigen Vereinsabenden gute Miene zum bösen Spiel machen. Die „Schlurfs“, wie man die aufmümpfigen Jugendlichen nannte, die nichts von den Naziparolen hielten und zu denen man den jungen Happel zählen konnte, bekamen die begehrte Mitgliedschaft zunächst nicht, und erst nach Interventionen des „Dietwares“ (eine Art Blockwart für Sportvereine) wurde die Mitgliedschaft an Happel erteilt.

Laurin führte uns auch weiter in die Gegenwart und verwies auf die Präsenz von Neonazis rund um Gottfried Küssel auf der Westtribüne in den 1980er-Jahren. Damals versuchte er dort Sympathisanten zu rekrutieren. Allerdings ist das nicht gelungen, vielmehr entwickelte der Block einen Kodex der politikfreien Kurve und stellt sich seither allen Versuchen der politischen Agitation klar in den Weg, eine Art Selbstreinigungsprozess.

Als Beispiel für einen solchen Lernprozess in der Kurve zeigte uns Laurin ein mit Nazisymbolik beschriftetes Heft eines Fans, das in dessen Jugendjahren als Sammelalbum für Eintrittskarten diente. Später absolvierte dieser Fan aber einen Lehrgang im KZ Mauthausen und meldete sich zum Zivildienst. Es hat seine Haltung um 180 Grad geändert und stellte das Heft als Zeitdokument dem Rapideum zur Verfügung.

Selbstreinigungsprozess im Block West

Auch in den letzten Jahren gab es einen Versuch seitens des Identitären-Akteurs Martin Sellner, die aber seitens der Kurve rasch abgewehrt wurden.

Der „Ausrutscher“ der Grün-weißen Hornissen bei einem kleinen Derby auf West 1 wurde im Vortrag auch erwähnt, aber nicht als rechtsextrem eingestuft, sondern eher als ein Ausdruck des Unwissens. Nach einer „Nachschulung“ im Rapideum und im KZ Mauthausen wurde die Gruppierung wieder im Block integriert.

Mehr noch, die Rapid-Kurve wirkt an der Aufarbeitung der Vergangenheit aktiv mit und demonstrierte das durch ein Spruchband beim ersten Derby im neuen Stadion, in dem des ermordeten Wilhelm Goldschmid gedacht wurde, etwas, das vor 10 Jahren in dieser Form nicht denkbar gewesen wäre, weil damals das Wissen rund um die Geschehnisse in der Nazizeit und die Personen in der Gründungszeit von Rapid zu wenig bekannt war. Und dazu trugen die Arbeiten rund um das Rapideum und das Buch von Jakob Rosenberg und Georg Spitaler „Grün-Weiß unterm Hakenkreuz“ (ein Muss für für Rapidler) wesentlich bei.

Danke an Laurin für den klar strukturierten Vortrag und für diese Aktivität der VHS-Penzing.

Links

Kommende Veranstaltungen der VHS-Penzing

Do 31. Oktober 2019 18:30-20:00, 6,- €
Schiedsrichterwissen: Wie man entscheidet

Kalender erzählt Geschichte(n)

Wenn wir „Kalender“ sagen, meinen wir in der Regel eine zusammenfassende Vorschau auf unsere Termine. Wenn wir die benutzen Kalender nicht wegwerfen, können wir mit ihrer Hilfe unser Leben nachzeichnen. Wir sprechen von einer Chronik. Der heutige Tag verwandelt die Termine in Chronik.

Bei dem hier vorgestellten Kalender*) geht es um Fußballereignisse von Rapid und der österreichischen Nationalmannschaft, dargestellt in einer Terminansicht (Vorschau) und in einer Chronik (Rückschau) zum Blättern.

Der Kalender hat mehrere Ansichten, je nachdem, ob man in die Zukunft schauen will (Termine) oder in die Vergangenheit (Chronik). Die ersten Aufrufversionen zeigen Termine ohne weitere Bediengungselemente an, geeignet für die Einbettung in anderen Seiten, zum Beispiel auf der Seite „Alle Termine„.

Terminkalender

http://ewkil.at/kalender.htm

Dieser Link führt zum immer aktuellen Kalender, beginnend immer beim heutigen Tag. Hier das Bild vom 8. Juli. Da am Montag (8.) und Dienstag (9.) keine Termine vorliegen, unterdrückt der Kalender diese Tage, um Platz zu sparen.

Vorschau auf die 28. Kalenderwoche. Spieltermine sind eingerahmt).

Dieses Bild ist nur der Anfang aller Termine, die zu diesem Zeitpunkt bekannt sind. Man kann bis zum Juni 2020 vorwätsscrollen. Wenn eine Änderung oder ein neuer Termin bekannt wird, ändert sich auch die Terminvorschau.

Geburtstage, Gedenktage

http://ewkil.at/kalender.htm?m=ged

Statt der Ereignisse rund um den Fußball kann man auch die kommenden Gedenktage anzeigen lassen.

dunkelblau: Geburtstage von Fanklubmitgliedern, blau: Geburtstage aktiver Spieler/Funktionäre und Legenden, hellblau: besondere Gedenktage

Ein Programm im Hintergrund versendet Geburtstagswünsche an unsere Mitglieder.

Kombinierter Termin- und Geburtstagskalender

http://ewkil.at/kalender.htm?m=kom

In einer weiteren Ansicht kann man Termine und Geburtstage gemeinsam darstellen.

Gemeinsame Ansicht von Terminen und Gedenkstagen.

Elemente der Vorschau

  • Die Vorschau hat einen grünen Hintergrund und der heutige Tag (der erste Tag) ist braun.
  • Tage ohne Termine oder Gedenken werden ausgeblendet
  • Spiele von Rapid I, Rapid II (hellgrün, eingerahmt), der österreichischen Nationalmannschaft (hellrot, eingerahmt). Die Fixierungen werden nach Bekanntgabe nachgetragen.
  • Termine von Rapid-Veranstaltungen (hellgrün)
  • Gedenktage. Das können Geburtstage von Spielern und Funktionären sein (blau), wichtige Jahrestage wie zum Beispiel die Vereinsgründung und Top-Spiele (hellblau).
  • Geburtstage von Mitgliedern (dunkelblau).

Chronik Fußball

http://ewkil.at/kalender.htm?m=fus

Pfeilnavigation

Die Chronik Fußball ist ein Kalender für den Zeitraum 1890 bis 2020. Dargestellt wird ein Monat, beginnend mit dem aktuellen Monat. Man kann verschiedene Kalendereinträge ein- und ausblenden. Die Navigation erfolgt über Vorwärts-Rückwärtspfeile. Über das Punkt-Symbol dazwischen kehrt man wieder zum aktuellen Monat zurück.

An jedem Tag finden sich Pressemeldungen zu diesem Tag, zum Beispiel am 1. Juli 595 Sportmeldungen und 18 Meldungen über Rapid. „GRÜNZEUG 605“ ist eine Publikation des Tagebuchs an diesem Tag. Spiele werden dunkelgrün eingerahmt. Bei den Spielen werden Links zu weitergehenden Informationen angegeben.

Blättern man weiter nach unten, findet man auch den heutigen Tag, den 8. Juli, der braun hinterlegt ist. Die Zukunft ist hellgrün.

Schaltbare Elemente der Chronik Fußball

  • Rapid: Ereignisse rund um Rapid (hellgrün hinterlegt)
  • Rapid I: Spiele der Kampfmannschaft (hellgrün hinterlegt)
  • Rapid II: Spiele von Rapid II (hellgrün hinterlegt) (seit 20
  • Nati: Spiele der Nationalmannschaft (hellrot hinterlegt) (seit 1902)
  • *† geboren, verstorben (schwarz hinterlegt) (seit 1890)
  • Doku: Dokumente, zu, Beispiel Rapid-Korrespondenz, Geschäftsberichte, Grünzeug, Mitgliedskarten, Eintrittskarten (graublau hinterlegt), Downlaods stehen für Mitglieder zur Verfügung) (seit 1901)
  • Presse: tägliche Pressemeldungen über Sportereignisse und über Rapid (seit 2015)
  • *†☆ Geburtstag, Todestag oder Gedenktag (blau hinterlegt)

Menü der Chronik Fußball

  • Hilfe (türkis) zeigt eine Übersicht über alle Chronik-Einträge an
  • Kalender (blau) schaltet die Kalendernavigation ein und aus

Navigation durch 130 Jahre Fußballgeschichte

Beim ersten Blick auf den Kalender besucht man meist die Monate des aktuellen Jahres und dazu reicht die Pfeilnavigation aus. Um das Jahr oder das Jahrzehnt zu wechseln, klickt man auf die blaue Schaltfläche mit dem Kalendersymbol. Damit wird eine Schaltfächennavigation sichtbar. Die erste Zeile sind die 13 Jahrzehnte (189. 190.-199. 200.-202.), die zweite Zeile die Jahre im ausgewählten Jahrzehnt (2010-2019) und die dritte Zeile die Monate mit dem ausgewählten Monat im ausgewählten Jahr. Dieses Menüs ist am Handy gut bedienbar und wenn es nicht mehr gebraucht wird, kann man es wieder ausblenden. Die Pfeilnavigation ist nach wie vor verwendbar.

Hier ein Blick zurück in die letzten Tage des Hanappi-Stadions:

Juli 2014, Abschiedsspiel gegen Celtic im Hanappi-Stadion

Im Kalenderblatt um den Juli 2014 sieht man zuerst einige Dokumente (sollten blaugrau sein) und dann am Sonntag, 6. Juli das letzte Spiel im Hanappi-Stadion gegen Celtic mit einem Link zum EwkiL-Bericht und einigen Dokumenten, die zu diesem Spiel gehören, etwa die Stadionzeitung, die Einladung und Eintrittskarten.

Inhalt der Chronik Fußball

  • alle 3.992 Bewerbspiele von Rapid (seit 1897)
  • alle 775 Spiele der österreichischen Nationalmannschaft (seit Oktober1902)
  • 149 Spiele von Rapid II (seit Mai 2014)
  • 1.685 Vereinsveranstaltungen von Rapid seit 1897 (gesammelt von Gerald Pichler, mit Adressangaben)
  • 798 Geburts- und Todestage von Rapid-Spielern und -Funktionären
  • 1.644 Dokumente über Rapid, davon 604 Ausgaben des „Grünzeug“ (die Dokumente stehen für Mitglieder des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ zur Verfügung.
  • 613.000 Links zu Berichten aus 60 Medien aus dem Bereich „Sport“ seit 2014, erreichbar über einen Link pro Tag
  • 34.000 Links zu Berichten über Rapid seit 2014, erreichbar über einen Link pro Tag

Wenn man schon einen Kalender hat, kann man auch andere als nur Fußballdaten eingeben. Genau das wurde auch bei diesem Kalender gemacht. Man kann den Kalender auch als Österreich-Chronik, ganz ohne Fußball-Ereignisse aufrufen.

Chronik Österreich

http://ewkil.at/kalender.htm?m=oes

Achtung: „Chronik Österreich“ sollte die Eintragungen im Kalender auf Ereignisse beschränken, die für Österreich von Bedeutung sind. In Wahrheit haben aber diese Eintragungen einen viel weiteren Geltungsbereich, weil sie überwiegend aus der Wikipedia stammen. Um die Ereignisse mit Österreich-Bezug besser sichtbar zu machen, wurden diese Einträge mit einer rot-weiß-roten Flagge und die Ereignisse mit Wien-Bezug mit dem Wiener Wappen gekennzeichnet.

Die Chronik Österreich zeigt – wie die Chronik Fußball – immer einen ganzen Monat und startet im aktuellen Monat. Sie zeigt grundsätzlich nur Vergangenes, die dargestellten Tage sind daher dunkelgrün hinterlegt, der heutige Tag ist braun hinterlegt. Über die Pfeilschaltflächen kann man kann monatsweise durch die Chronik blättern. Die Checkboxen erlauben es, Inhaltsteile ein- oder auszublenden.

Chronik Österreich am 8. Juli 2019

Warum ist dieses Bild so langweilig? Ganz einfach, die chronikalen Angaben sind nur bis Anfang Juni 2019 durchgeführt, daher gibt es in diesem Monat lediglich Presse-Links.

Die Navigation ist aber in der Chronik Österreich identisch mit der Chronik Fußball und man kann daher zu einem für Österreich ziemlich aufregenden Monat, den Mai 2019 zurückblättern und der schaut (auszugsweise) so aus:

Chronik Österreich im Mai 2019

18.5. Ende der Koalition, Ankündigung Neuwahlen; 20.5. Basiseinheiten werden von Naturkonstanten abgeleitet; Niki Lauda stirbt.

Die sonstigen Todestage betreffen bei uns weniger bekannte Persönlichkeiten. Man kann diese Angaben im Menü auch wegschalten. Am Ende jeder Zeile kann man sehen, von wo diese Meldung stammt (in der Mehrzahl aus der Wikipedia).

Schaltbare Elemente der Chronik Österreich

  • Presse (grau hinterlegt) (seit 1906)
  • Chronik (grau hinterlegt) (seit 1890)
  • *† geboren, verstorben (grau hinterlegt) (seit 1890)
  • Österreich (Infokasten über den gewählten Monat)

Infokasten Österreich

Im Unterschied zu Ereignissen lassen sich Zustände in einer Chronik weniger gut darstellen. Daher wurde in der Chronik Österreich ein „Österreich Button“ vorgesehen, der in einem Infokasten die politischen Verhältnisse in Österreich und Wien beschreibt und auch auf Bauwerke und den öffentlichen Verkehr miteinbezieht. Hier ein Blick auf die Verhältnisse in Österreich im Gründungsjahr von Rapid:

Österreich 1899

Sowohl der alte Gulden und die neue Krone sind als Zahlungsmittel in Verwendung. Bürgermeister Lueger lenkt die Geschicke der Stadt, und der öffentliche Verkehr von Pferdebetrieb auf elektrischen Betrieb umgestellt wird.

Im folgenden Bild wird er ereignisreiche Mai 2019 dargestellt, bei dem gleich drei Regierungschefs im Amt waren.

Österreich Mai 2019

In der Webversion gelangt man über die blauen Links zu Wikipedia-Seiten, die alle Regierungschefs, Staatsoberhäupter und Bürgermeister angeben. Infoblasen zeigen auch die jeweiligen Regierungszeiten an.

Inhalt der Chronik Österreich

  • ca. 137.000 chronikale Einträge über lokal- und weltpolitische Ereignisse, viele Geburts- und-Sterbedaten berühmter Persönlichkeiten, gewonnen durch Umgestaltung der 366 Wikipedia-Seiten über jeden Tag des Jahres (Beispiel), ergänzt durch chronikale Angaben aus dem Deutschen Haus der Geschichte.
  • ca. 1.366 Angaben zu Österreich und Wien (Staatsform, Staatsoberhaupt, Regierungschef, Wiener Bürgermeister, Einwohnerzahl von Wien, Wohlstand im europäischen Vergleich, Bauwerke und öffentlicher Verkehr). Diese Angaben sind im Aufbau.
  • ca. 50.000 Links zu Archiven von Tageszeitungen (Arbeiterzeitung (1945-1989), Wiener Sporttagblatt (1918-1938, aus anno), DerStandard (seit 2007), Illustrierte Kronenzeitung (1905-1944 aus anno), Neue Kronenzeitung (seit 1998), Kurier (seit 1993)

Aktuelle Presselinks

Jeder Kalendertag enthält neben dem Bleistiftsymbol Links zu den Archiven der Tageszeitungen „DerStandard (2), Krone und Kurier“. Drei dieser Links führen zu einem Archiv deutscher Zeitungen, welches alle Artikel eines Tages mit einem kurzen Text kostenlos anzeigt. Als eine Erstinformation sind diese kurzen Texte geeignet, für den Volltext muss man bezahlen. Der zweite Link zu DerStandard führte bis von wenigen Tagen zum kostenlosen öffentlichen Archiv, das bis zum Jahr 2007 zurückreicht. Mit der Umstellung des Layouts sind diese Seiten offline. Ob diese Links wieder ein Ziel finden werden, ist nicht bekannt, eine Anfrage wurde nicht beantwortet.

Chronik Österreich und Fußball

Das eigentliche Ziel dieses Kalenderprojekts ist aber die gleichzeitige Darstellung von Ereignissen rund Fußball und Alltag. Es soll sichtbar werden, was die Fußballer in ihrer Zeit bewegt hat, worüber sie möglicherweise in der Kabine diskutiert haben. Die folgenden Einstiege sind die universellsten, weil alles, was in den vorigen Aufrufvarianten gezeigt wurde, ist in diesen folgenden Varianten enthalten.

Start mit den Terminen

http://ewkil.at/kalender.htm?m=ter

Start mit den Terminen, ein Blick in die Zukunft

Diese Ansicht kennen wir schon vom ersten Einstieg, doch gibt es hier drei Bedienungselemente:

Menü der Termine Fußball

  • >> Chronik (schwarz): Hier geht es zur Chronik Fußball+Österreich
  • Linksymbol (rot): hier erfährt man, wie man den Kalender abonnieren kann
  • Tortensymbol (blau): hier kann man die Gedenktage einblenden
Start mit den Terminen, eingebende Gedenktage und Hinweise zur Verknüpfung

Man kann nur die Termine verknüpfen, also die Zukunft. Tut man das, hat man dieselbe Termine auch auf seinem PC oder auf seinem Handy.

>> Chronik: Wenn man den Kalender in der Terminansicht öffnet, gelangt man über diese Schaltfläche „>> Chronik“ zur Chronikansicht. Ebenso kann man den Kalender in der Chronikansicht öffnen (folgendes Beispiel) und dann über die Schaltfläche „>>Termine“ zur Terminansicht umschalten.

Start mit der Chronik Fußball+Österreich

http://ewkil.at/kalender.htm?m=chr

Chronik Fußball und Österreich

Der Titel sagt uns schon, dass wir in diesem Kalender sowohl Fußball-Chronik als auch Österreich-Chronik gleichzeitig anzeigen können. Neu sind die Schaltflächen rechts:

Menü der Chronik Fußball+Österreich

  • >> Termine (schwarz): Hier geht es zu den Terminen Fußball
  • Hilfesymbol (türkis): zeigt eine Übersicht über alle Chronik-Einträge an
  • Fußballsymboll (grün): schaltet alle Elemente der Chronik Fußball ein und aus
  • Globussysmbol (blau): schaltet alle Elemente der Chronik Österreich ein und aus
  • Kalendersymbol (hellblau): schaltet die Kalendernavigation ein und aus.

Schaltbare Elemente der Chronik Fußball+Österreich

  • Die ein- und ausschaltbaren Inhaltselemente entsprechen den bereits vorgestellten Ansichten des Kalenders „Chronik Fußball“ und „Chronik Österreich“.

Fußball und Gesellschaft

Eine Chronik nennt Ereignisse zu einem gegebenen Zeitpunkt. Diese Ereignisse hängen meist gar nicht miteinander zusammen, sie finden nur gleichzeitig statt. Es ist etwa wie eine Tageszeitung, auch in dieser stehen Artikel nebeneinander, die keinen direkten Zusammenhang haben, aber gemeinsam eine bestimmte Zeit charakterisieren.

Fußball findet unter wechselnden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen statt und genau dieser Umstand sollte mit dieser Chronik illustriert werden. Wie muss man sich die Lebensbedingungen der jeweiligen Zeit vorstellen, in der die Fußballspiele von Rapid stattgefunden haben?

Die chronikalen Details sind die Schnipsel eines Puzzles, die wir zu einer Geschichte formen und die Summe dieser Geschichten ist das Geschichtsbild, das uns diese Chronik vermitteln kann.

Geschichte über den April 1912 und über die erste Meistersaison

Blättern wir zurück in die Anfänge des österreichischen Ligafußballs, in das Jahr 1912. Rapid musste das Gelände in der Selzergasse verlassen. Aber das neue Gelände auf der Pfarrwiese war noch nicht fertiggestellt. Rapid bekam von der neu gegründeten Liga die Erlaubnis, alle Auswärtsspiele im Herbst 1911 auszutragen und alle Heimspiele im Frühjahr 1912.

Die Frühjahrsrunde begann am 21. April 1912, Rapid hatte in dieser Runde ein Freilos, wohl auch mit Rücksicht auf die Fertigstellungsarbeiten auf der Pfarrwiese. Das erst Heimspiel auf der Pfarrwiese war am 28. April gegen den WAC und wurde 2:1 gewonnen.

Beachte den späten Meisterschaftsstart: Mitte April. Wahrscheinlich waren damals die klimatischen Verhältnisse und der Rasenzustand in den Wintermonaten einfach zu schlecht. In Österreich sind die mittleren Temperaturen seit 1912 um 2 Grad (!) gestiegen, das Doppelte des Weltmittelwertes. (siehe Klimawandel -> Lufttemperatur (ZAMG)).

Was war aber sonst los in dieser Zeit? Worüber unterhielt man sich in der Kabine? Nun kann uns die Chronik nicht direkt eine Geschichte erzählen, aber sie kann uns Anhaltspunkte geben, um die herum (eine) Geschichte entsteht.

Über den Button „Österreich“ erhalten wir eine grobe Übersicht über die politische und wirtschaftliche Situation.

Österreich 1912
  • Es war die Zeit der Monarchie,
  • Staatsoberhaupt war Kaiser Franz Joseph I.
  • Der Regierungschef war Karl Graf Stürgkh, ein Vorfahre der Opernball-Organisatorin Desirée Treichl-Stürgkh. Der Regierungschef wurde vier Jahre später, 1916 von Friedrich Adler dem Sohn von Victor Adler im Parlament erschossen.
  • Der Wiener Bürgermeister war Josef Neumayer, er folgte dem 1910 verstorbenen Karl Lueger nach. Wien hatte über 2 Millionen Einwohner. Der allgemeine Wohlstand war unterdurchschnittlich und betrug 80 Prozent des europäischen Durchschnittsniveaus.
  • Die Straßenbahnlinie TR wurde eingestellt, dafür die Linien 17 und 32 in Betrieb genommen. Der Triebwagen K wurde erstmals verwendet. Er war bis 1971 im Einsatz.
  • Das Cafe Drechsler wurde eröffnet.
  • Die Währung war die Krone (=100 Heller) sie war bis 1926 in Verwendung und wurde danach durch den Schilling abgelöst.

Zurück zum April 1912 in dem der Grundstein zum ersten Meistertitel gelegt wurde. Aus der Chronik erfahren wir:

  • Auf dem Markusplatz in Venedig wird vor über 150.000 Menschen der originalgetreu wieder aufgebaute Glockenturm „Campanile“ eingeweiht. Das Wahrzeichen der Stadt war zehn Jahre zuvor eingestürzt.
  • Der Verein VfB Stuttgart wird gegründet (Verein für Bewegungsspiele)
  • Auf Grund einer königlichen Anordnung gründet das britische Militär das Royal Flying Corps (RFC), aus dem sich 1918 die Royal Air Force entwickelt. 
  • In einem BlériotEindecker überquert die erste Frau den Ärmelkanal. Die Amerikanerin Harriet Quimby gelangt in einem 59 Minuten dauernden Flug von Dover an einen 40 km von Calais entfernten Strand in Frankreich.
  • Ein zaristisches Regiment verübt in Bodaibo das Lena-Massaker an streikenden Arbeitern. Mindestens 150 Tote und 100 Verwundete bleiben zurück.

Der Fortschrittsglaube dieser Zeit muss enorm gewesen sein. Nichts – so meinte man – könnte die Errungenschaften der Wissenschaften und der Technik bremsen. Einer übertraf den anderen. Gigantomanie wohin man schaute. Mit der Rotunde (108 m Durchmesser, abgebrannt 1937) stand in Wien seit 1873 der größte Kuppelbau der Welt aus Stahl und Glas. Paris überbot das 1889 mit dem Eiffelturm, dem damals höchsten Bauwerk der Welt. Und die Schiffbauer durften dem natürlich nicht nachstehen, die White Star Line baute mit der Titanic den damals größten Passagierdampfer der Welt.

Das Ereignis, das Menschen bis in die heutigen Tage bewegt war der Untergang der Titanic am 15. April 1912. Wer die Umstände dazu studieren will, sollte den Wikipedia-Artikel „Titanic“ lesen, der zur Liste der lesenswerten Artikel gehört. Dieses Ereignis fällt genau in die Zeit der Beginns der Frühjahrsmeisterschaft 1911/12. In der Chronik lesen wir:

Untergang der Titanic am 15.4.1912, dokumentiert in der Chronik Österreich

Wir erfahren in der Chronik nicht nur das Ereignis sondern auch gleichzeitig einen Auszug aus der Liste der prominenten Opfer der Katastrophe. Beachte in der ersten Zeile den Link zur Ausgabe der „Illustrierten Kronenzeitung“ dieses Tages (Bleistiftsymbol). Erst zwei Tage später, am 17. April 1912 berichtete dann die Zeitung auf der grafisch gestalteten Titelseite über diese Katastrophe.

Titelblatt der Illustrierten Kronenzeitung vom 17.4.2012

Eindrucksvoll wird ein Größenvergleich des Schiffes mit der Größe der Wiener Innenstadt gezogen. Wenn sich das Heck am Stephansplatz befindet, ragt der Bug beim Hotel Sacher noch aus der Kärntner Straße hinaus. Stellt man das Schiff auf, überragt es den Turm des Stephansdoms um das Doppelte.

Wenn sich nun die Spieler nach der langen Winterpause im April wieder trafen, wird durch dieses Ereignis wohl auch ihr Fortschrittsglauben einen Dämpfer bekommen haben. Wahrscheinlich werden die überwiegend aus der Arbeiterschaft stammenden Spieler selbst wohl weniger an diesem Fortschritt beteiligt gewesen sein.

Wir widmen uns jetzt dem weiteren Geschehen am Spielfeld, schalten alle Ereignisse der Österreich-Chronik aus, um uns auf die Ereignisse im Fußball zu konzentrieren und erfahren für den April 1912, dass Rapid das Eröffnungsspiel auf der Pfarrwiese gegen den WAC 2:1 gewonnen hat.

Beginn der Frühjahrssaison 1912

Beachtet an der Mannschaftsaufstellung einerseits Richard „Rigo“ Kuthan, der 18 Jahre lang (!), von 1911 bis 1928 zur Mannschaft gehörte und auch Kapitän war. Interessant ist auch Heinrich Krczal (Körner). Wahrscheinlich erleben wir hier eine Eindeutschung des ursprünglich tschechischen Krčal -> Krzal -> Körner.

Von den restlichen Spielen in dieser Frühjahrssaison hat Rapid hat nur zwei Spiele verloren, gegen Simmering (3:4) und gegen Rudolfshügel (1:2). Wer den „Rudolfshügel“ sucht – die gleichnamige Mannschaft gibt es nicht mehr – findet ihn bei der Endstation der Straßenbahnlinie O in der „Rudolfshügelgasse“ verewigt. Dieser unscheinbare Name „Rudolfshügel“ gibt uns auch einen Eindruck von den Zeiträumen, in denen sich die Geschichte von Rapid abspielt. Rapid bestritt in 23 Jahren 45 Pflichtspiele gegen Rudolfshügel zwischen 1911 und 1934. Zum Vergleich: Red Bull Salzburg gibt es seit 2005, da sind erst 14 Jahre. Dass wir schon mehr Spiele gegen RB Salzburg bestritten haben, liegt an der Häufigkeit der Begegnungen, die in der Anfangszeit nur 14tägig waren.

Das letzte Meisterschaftsspiel 1912 war am 29. Juni, Rapid wird erster österreichischer Fußballmeister. Das folgende Mannschaftsfoto mit dem später erfolgreichsten Trainer der Rapid-Geschichte, Dionys Schönecker, stammt aus der Festschrift 20 Jahre Rapid (1919), in dem dieser Abschnitt bereits als „Neuzeit“ tituliert wird.

Zeitgleich beginnt auch die Olympiade in Schweden und Österreich gewinnt zum Auftakt gegen Deutschland 5:0 und verliert am nächsten Tag gegen die Niederlade 1:3. Man beachte die Termindichte.

Ende der Meisterschaft 1911/12, Rapid ist erster österreichischer Fußballmeister.

Zum Feiern blieb keine Zeit, die Rapid-Spieler im Nationalteam mussten nach Schweden (Fußballturnier der 5. Olympischen Spiele 1912 in Stockholm). Die Hauptversammlung am 6. Juli fand wohl ohne die Olympioniken statt.

Olympiade in Schweden, erste Meisterfeier in Hütteldorf

Die zugehörige Meisterfeier ist in unserer Chronik ebenfalls eingetragen, sie fand erst einen Monat nach dem letzten Spiel, am Samstag, 27. Juli 1912 im Klubheim im Hütteldorfer Brauhaus (heute Merkur-Markt) statt. Hier ein Blick auf die damalige Anlage, ebenfalls aus der Festschrift 1919. Wir blicken etwa aus der Richtung des „Hotel an der Wien“ Richtung Hadersdorf. Links steht die einzige Holztribüne an der Stockhammerngasse. Auf der anderen Straßenseite befand sich das Hüttteldorfer Brauhaus. Wenn wir also oben lesen, dass die Meisterfeier im „Hütteldorfer Brauhaus“ stattfand, mussten die damaligen „VIPs“ nur über die Straße ins Brauhaus gehen.

Und auch von diesem Brauhaus können wir uns an Hand einer alten Ansichtskarte ein Bild machen:

Der Besitzer des Brauhauses, Alois Brusatti, war auch Ehrenmitglied von Rapid

Man sieht, dass man sich durch die vielen unterstützenden Links gut in die die jeweilige Zeit von glorreichen Siegen und den weniger glorreichen Niederlagen hineinversetzen kann. Es ist wie eine kleine Zeitreise, eine Chronik, die Geschichte(n) erzählt.

Aufrufvarianten

Die folgenden Links fassen die möglichen Aufrufe des Kalenders zusammen:

http://ewkil.at/kalender.htm       Termine Fußball ohne Menü
http://ewkil.at/kalender.htm?m=nom Termine Fußball ohne Menü 
http://ewkil.at/kalender.htm?m=ged Gedenktage Fußball ohne Menü 
http://ewkil.at/kalender.htm?m=kom Termine und Gedenktage Fußball ohne Menü 
http://ewkil.at/kalender.htm?m=fus Chronik Fußball mit Navigation
http://ewkil.at/kalender.htm?m=oes Chronik Österreich mit Navigation  
http://ewkil.at/kalender.htm?m=ter Termine Fußball mit Navigation 
http://ewkil.at/kalender.htm?m=chr Chronik Fußball+ Österreich mit Navigation
http://ewkil.at/kalender.htm?m=1912-04-01 Chronik Start bei Datum 

Hilfe

In den Aufrufen mit Navigation gibt es in jedem Menü einen Hilfebutton (Fragezeichen, türkis). Dort wird die Gesamtheit der Daten dargestellt, die über diesen Kalender vermittelt werden. Diese Datenmenge ist in ständiger Bewegung, einerseits, weil nach jedem Tag „Geschichte geschrieben“ wird und sich die Termine in chronikale Einträge verwandeln und weil auch durch eine „Sammelwut“ immer weitere historische Daten Einzug in den Kalender halten. Nach dem Stand vom Juli 2019 gibt es insgesamt mehr als 850.000 Einträge und Links.

Inhalte und Links in der Chronik Fußball+Österreich nach Dezenien, Stand Juli 2019

Programmierung

Eine erste Version dieses Kalenders verwaltete ausschließlich Fußball-Daten und war durch die Art der Programmierung sehr langsam und daher unattraktiv in der Bedienung. Dieses Konzept wurde verworfen.

Für die Einträge im Kalender wurden 12 verschiedene Tabellen in zwei Datenbanken verwendet. Die Inhalte der Tabellen wurden im Format JSON in einem Cache abgelegt, der von der Webseite rasch abgerufen werden kann. Die chronikalen Einträge stammen vom Tagesarchiv der Wikipedia, und teilweise auch vom deutschen Haus der Geschichte.

Die Webseite besteht aus einem JavaScript-Programm mit jQuery-Unterstützung. Das JavaScript-Programm ruft die JSON-Daten bei jedem Monatswechsel ab. Das Programm selbst muss nicht neu geladen werden.

Für die automatische Anpassung der Darstellung an verschiedene Bildschirmgrößen („responsive„) wird die Bibliothek bootstrap 4 eingesetzt. Einige Symbole stammen von Font-Awesome.

Geplante Ergänzungen

  • Freundschaftsspiele von Rapid (fehlen alle)
  • Rapid Social Events seit 1968, dokumentiert im „Grünzeug“
  • Integration von Links zum Bildarchiv (sehr wichtig!) Ziel: pro Eintrag ein Bild.
  • Bilder von den Mannschaften jeder Saison.
  • Literatur über Fußball nach dem Erscheinungsdatum
  • Verortung der Vereinsveranstaltungen auf einem Stadtplan (Link zu einer Google Landkarte)
  • Tabellarische Zusammenfassung einzelner Aspekte dieser Chronik

*) Dieser Kalender wurde schon Anfang Juni in einem Beitrag vorgestellt, doch stellte sich bei der Erprobung heraus, dass alles noch einfacher sein muss. Seit dieser Publikation am 10. Juni wurde ein weiteres Mannmonat in die Bedienbarkeit investiert.

120 Jahre „Rapid“

Wir wissen wenig über die Zukunft, können aber in der Vergangenheit vieles über uns selbst entdecken. Wer sich mit den Ereignissen der Jahre um und nach 1900 beschäftigt, stellt mit einem gewissen Schrecken Parallelen zum Heute fest, die man sich vor 10 bis 20 Jahren so nicht
hätte vorstellen können. Wahrscheinlich, weil die Menschen sich nicht vorstellen wollen, wie schlecht Menschen zu Menschen sein können.

Das heutige Österreich kommt mir vor wie ein Block-West, der zur Findung der eigenen Identität Gegnerschaft so dringend braucht wie andere Menschen Freunde. Aber dazu ist der Block da, es gehört zum Spiel. Aber soll so unsere Gesellschaft funktionieren? Es geht uns offenbar nicht mehr darum, solidarisch Fairness für uns selbst einzufordern, es geht nur mehr darum, dass es Menschen gibt, über die man sich stellen kann. Die Feindbilder von 1900, Juden oder Tschechen, sind heute so marginalisiert, dass sie sich unter der Wahrnehmungsschwelle befinden. Aber Migranten gibt es viele und gemeinsam mit den zahlenmäßig starken Türken geben sie ein prächtiges Feindbild ab.

Um 1900 ging es darum, die Juden gering zu schätzen, 1920 ging es darum, ihre Rechte zu beschneiden, 1930 darum, ihren Besitz zu konfiszieren und 1940 ging es um ihre Existenz. Zuerst in Deutschland. Wien war damals bis 1938 fast eine Insel der Seligen, doch traf es die verbliebenen Juden, zu denen auch Wilhelm Goldschmidt, der Namensgeber des SK Rapid, zählte, umso überraschender.

Stolperstein für Wilhelm Goldschmidt , Große Schiffgasse 22

Man hat heute den Eindruck, als würden wir wieder vor einer so „großen“ Epoche stehen. Egal, ob es die Anderen sind oder ob es Europa ist, Zerstörung ist ihr Programm, nicht Konstruktion, zu der es Kompetenz brauchen würde. Und es ist wie bei Lego, z’sammenghaut ist schneller als errichtet.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie hat einen fraktalen Charakter, von dem man meint, alles schon einmal erlebt zu haben. Alle heutigen Abschiebungen beruhen auf Recht; auch die von Auschwitz beruhten auf Recht. Wer will wissen, was genau jemanden erwartet, der par Flug abgeschoben wird? Fundamentalistische Staaten haben darauf eine klare Antwort. Ein fahnenflüchtiger Moslem hat sein Leben verwirkt, wie man am Schicksal der Rahaf Mohammed al-Kunun ablesen kann. Und weil wir die Folgen solcher Abschiebungen im Einzelfall nicht wissen können, müsste die Regel lauten „im Zweifel gegen die Abschiebung“. Aber die mehrheitlich beklatschten Entscheidungen von türkis-blau schauen anders aus.

Wobei: was, wenn dann schließlich alle abgeschoben worden sind, was dann? Wer ist der Nächste?

Daher ist der Stolperstein ein wichtiges Symbol dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholen möge, und wenn wir spüren, dass die Politik wieder so unheilverkündende Richtungen einschlägt, wir rechtzeitig auf eine Bremse steigen – solange diese noch funktioniert, denn die Demontage der Bremsleitungen hat schon voll eingesetzt.

Oder könnt ihr damit etwas anfangen, dass die Caritas eine gewinnorientierte Organisation wäre? Dass Exekution und Rechtsberatung nunmehr in einer Hand sein sollen? Bei Polizei und Justiz könnte es ähnlich laufen wie man an verschiedenen Urteilen gegen Fußballanhänger gut ablesen kann. Ach ja, die Fußballanhänger! Auch so eine praktische Minderheit, die unter großem Beifall der Wähler und Medien in die Politzange genommen wird.

Wie hieß es so schön: „Wehret den Anfängen!“

Wer hätte gedacht, dass Künstler, Fußballer und Ngos wie die Caritas und sich selbst zerstörende Oppositionsparteien jener Strohhalm sein werden, an den sich der verbleibende Rest der Demokratie wird klammern müssen.

Heute hat die Vereinsspitze von Rapid diesen Stolperstein eingeweiht. Er ist eine Erinnerung an Unvorstellbares – und doch ist es passiert. Daher ein Danke an Rapid für dieses kleine Mahnmal!

Historikertreffen – Bibliotheken

Etwa in jedem Quartal treffen sich bei der Bundesliga Fußball-Historiker mit verschiedensten Zugängen zum Thema Fußball. Manchmal sind es – wie heute – auch informative Treffen.

Mag. Thomas Pöltl lud die Historikergruppe in die Hauptbibliothek am Urban-Loritz-Platz und in sein Reich in die „Bücherei der Raritäten“ in der Zieglergasse 49 ein. Über die Ziele der Fußballsektion im Bereich der Wiener Bibliotheken berichtet der Kurier-Artikel „Der Fußballer und seine Fußballbibliothek“.

Fußball  in der Hauptbibliothek

Wie einfach es ist, in das Reich der Bücher hineinzuschnuppern, zeigt unser Besuch in der Hauptbibliothek.

Man betritt die Bibliothek und solange man kein Buch mitnehmen will, kann man in den Beständen nach Belieben stöbern. Es gibt keine besondere Zugangskontrolle. Wer sich Bücher ausleihen will, zahlt eine Jahresgebühr von 24 Euro und kann damit eine große Zahl von Büchern einen Monat lang ausleihen (und bei Bedarf zwei Mal verlängern) und darüber hinaus auch E-Books im Internet lesen.

Die Hauptbibliothek verfügt über eine große Auswahl an Fußballliteratur auch auf DVD. Darüber hinaus gibt es auch Fußball-Schwerpunkte in anderen Zweigstellen in Wien. Näheres dazu findet Ihr über einen Downloadlink bei unserem letzten Bericht über das Historikertreffen.

Fußball  in der „Bücherei der Raritäten“

Aber die Zentrale der Sammlung von Fußballliteratur befindet sich in der „Bücherei der Raritäten“ in der Zieglergasse 49, wo wir auch sehr seltene alte Bücher finden, etwa die Broschüre, die anlässlich der Eröffnung des Praterstadions 1931 herausgegeben wurde und viele andere bemerkenswerte Druckwerke.

Man sieht: hier hat jemand seinen Traumberuf entdeckt und versucht, die Idee „Fußball“ am Umweg über Bücher zu verbreiten.

45football.com

Ein kleines Detail, das wir bei unserem Besuch kennengelernt haben, ist die Web-Plattform 45football.com. Das ist eine Sammlung von Tonträgern über das Thema Fußball mit Hörproben. Aus Österreich kommen 14 Tonträger, vier von der Wiener Austria, zwei CDs von Rapid, beide von Hans Krankl.

Vielleicht wäre es eine gute Idee für das Marketing-Team von Rapid, dem Sammler Pascal Claude die vielen CDs von Rapid zu schenken und um die Aufnahme in die Sammlung zu ersuchen? (E-Mail: knappdaneben{at}gmail.com)

Das Ordnungsschema der Fußballbibliothek erfahren wir über einen aufgeklebten Hinweis:

Anders als in den öffentlichen Bibliotheken, werden hier in der Zieglergasse keine Werke aussortiert und sind bleibender Teil der Sammlung historischer Fußballbücher.

Wenn jemand aus dem Kreis der Leser Bücher über Fußball besitzt, die nicht mehr benötigt werden, dann bitte nicht in den Altpapier-Container sondern in die Zieglergasse zu Thomas Pöltl bringen.

Links

Historikertreffen

In unregelmäßigen Abständen finden im Haus der Bundesliga Treffen von Fußballhistorikern statt.

Ich wurde etwa vor zwei Jahren von Herwig Gatterwe, Fanklubleiter von Grün/Weiß Nagelberg und Fußball-Chronist zu dieser Runde eingeladen. Herwig führt schon seit den 1960er Jahren genaue Aufzeichnungen über Spiele der obersten Spielklassen und der Nationalmannschaft und arbeitet mit einigen anderen Spezialisten  an einer gemeinsamen Fußballdatenbank der Bundesliga, zum Beispiel auch mit Gerald Pichler, der  Euch als Datenpfleger des Rapid-Archivs bekannt ist.

Neu: Fußballbibliothek

Thomas Pöltl stellte die Erste österreichische Fußballbibliothek der Büchereien Wien vor. Spezialisierte Standorte sind die Bücherei Philadelphiabrücke (500), Hauptbücherei am Gürtel (700), Bücherei der Raritäten (500), Bücherei Liesing (300). (In Klammer die ungefähre Anzahl der Fußballtitel.)

Thomas fährt per Fahrrad durch die Stadt aber nicht, ohne auch gleichzeitig Werbung für sein Projekt zu machen.

Hier ist der Bericht von Uwe Mauch aus dem Kurier vom 3. März 2017 „Der Fußballer und seine Fußballbibliothek“.

Neues Ligaformat

Ein spannender Tagesordnungpunkt über das neue Ligaformat ab 2018/19 wurde von David Reisenauer (Bundesliga) vorgetragen. Es gibt ja dazu zahlreiche Meinungen, die in andere Richtungen als die gerade beschlossene gehen aber David hat uns deutlich gemacht, dass diese Entscheidung auf einer breiten Grundlage alles Beteiligten (auch der Bundesligavereine) getroffen wurde und ihr eine gründliche und fundierte Evaluierung vorangegangen ist.

Ein wichtiges Motiv für das neue Ligaformat ist der Wunsch, das Interesse am Besuch der Stadien durch eine größere Anzahl spannender Spitzenspiele zu heben.

Ein weiteres Motiv sind die Finanzierungsschwierigkeiten von derzeit 20 Profivereinen, die durch die neue zweite Leistungsstufe (der Name für die neue zweite Leistungsstufe wird noch gesucht) als eine Mischform aus Profi- und Amateurelementen abgemildert werden. Durch Anreizsysteme soll das Ausstattungsniveau der Stadien erhöht werden.

Die österreichische Bundesliga folgt damit einer Reihe anderer Ligen, die alle bereits das Format in die Form einer zweistufigen Top-Liga geändert haben. Diese Länder sind: Schottland, Belgien, Dänemark, Polen, Ukraine, Griechenland, Cypern, Serbien, Bulgarien, Rumänien. Andere, etwa die Schweiz und die Tschechoslowakei dürften folgen.

Dass in Österreich 12 und nicht – wie in Dänemark – 14 Vereine in der obersten Liga sind, liegt an der Unterausstattung der österreichischen Vereine mit geeigneten Stadien.

Österreichisches Fußballmuseum

Weil der Autor zu den fußballhistorischen Fragen nicht viel beitragen kann (die Daten unserer Statistikseite sind Kopien des Rapid-Archivs), wurde er beauftragt, „Sondierungsarbeiten“ für ein zukünftiges Fußballmuseum zu beginnen. Schau ma amoi. 

Ohne Rapid geht nix

Dass sich in diesen Tagen Fußballinteressierte treffen und nicht über Rapid sprechen, das gibt es praktisch nicht. Über alle Klubgrenzen hinweg wird über Fehler der Vergangenheit und über Zukunftsszenarien diskutiert. Der Tenor ist, dass Rapid schließlich doch nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. (Vielleicht will man zu den anwesenden Rapidlern einfach nur nett sein.) Wie die Stadien der Erste Liga mit einem eventuellen Fanansturm aus Wien zurecht kommen würden, will man eigentlich gar nicht ernstlich überlegen. Eines ist jedenfalls sicher: sollte doch das Unaussprechliche passieren, wird deshalb die Liga auch nicht vorzeitig aufgestockt.

Wenn Autoren Kicken

Einladung zum Fußballmatch der Autoren (15:00) Eibesbrunnergasse und zur Buchpräsentation (19:00) in der Hauptbibliothek am 18. Mai.

Wir freuen uns auf das nächste Treffen im Juni in den Räumen der Bücherei der Raritäten.