Orden für Aufdecker?

Es ist ein unverhältnismäßig kalter Freitag, der 17. Mai 2019, Rapid II verliert im Schwechater Stadion gegen Mauerwerk 2:0. Im Publikum wird über ein Video gesprochen, das in den darauffolgenden Tagen die österreichischen Politlandschaft auf den Kopf stellt und uns wohl noch Jahre beschäftigen wird. Der Öffentlichkeit ist es ziemlich egal, wer das Video gedreht hat und warum, die Empörung über das Sittenbild zweier Politiker überwiegt die Detailfragen. Der eigentliche Gottseibeiuns des Geschehens, der Politiker, wird uns mit seiner zweifelhaften Moral noch lange beschäftigen.

Ziemlich genau ein Jahr später, am 14.5.2020 berichtet die Bundesliga über ein Video, das unerlaubtes Training beim LASK zeigt. Die Verhandlung vor dem Strafsenat führt (vorläufig) zu einem Abzug von 6 Punkten und nunmehr zu Tabellenplatz 2 für den LASK. Auch dieser Umstand wird uns noch lange beschäftigen. Der Öffentlichkeit ist es ziemlich egal, wer das Video gedreht hat und warum, die Empörung über das Sittenbild der LASK-Führung überwiegt die Detailfragen. Der eigentliche Gottseibeiuns des Geschehens, der LASK-Präsident, wird uns mit seiner zweifelhaften Einstellung zum Sport noch lange beschäftigen.

In beiden Fällen liegt vieles im Dunkeln, zum Beispiel die Herstellung des Videos und die Motivation dazu.

Von nicht befolgten Befehlen

Maria-Theresien-Orden
(Bild Wikipedia)

Beim Militär ist ein Befehl so etwas wie ein gesprochenes Gesetz. Darüber nachdenken und dann anders zu handeln ist nicht erwünscht und kann gefährlich sein. Sich also einem Befehl zu widersetzen ist keine gute Idee.

In den Zeiten der Monarchie gab es den berühmten Maria-Theresien-Orden für eine besondere Art von Tapferkeit im Krieg. Ausgezeichnet wurden Offiziere – genaugenommen – dafür, dass sie gegen den Wortlaut eines Befehls gehandelt haben – und damit Erfolg hatten. Der Originalwortlaut ist “…Waffentaten, die ein Offizier von Ehre hätte ohne Tadel auch unterlassen können“.

Der Wappen im Orden ist mit dem Schriftzug FORTITUDINI (=Der Tapferkeit) umschlungen.

Nicht jeder, der einen Befehl anderswie ausgeführt hat, bekam auch einen Orden, es hätte auch eine Kugel sein können, der Unterschied lag im Erfolg oder Misserfolg der Aktion.

Die Verweigerung des “Trümmerbefehls” vom 23. August 1944 (Paris sollte den Alliierten nur als Trümmerfeld in die Hände fallen) durch den Stadtkommandanten von Paris Dietrich von Choltitz bewahrte die Stadt vor Zerstörung.

Von gebrochenen Gesetzen

Im zivilen Alltag regeln Gesetze das Miteinander und es ist erstaunlich, wie gut das trotz aller individuellen Bedürfnisse funktioniert. Als es Gesetz wurde, Masken zu tragen, dann machten wir das, und es war ermutigend, wie gut die Umsetzung der ungewohnten Regeln gelungen ist und wie es uns als Kollektiv gelungen ist, die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Manchmal ist aber die Einhaltung von Gesetzen und Regeln für betroffene Personen so unerträglich, dass sie von ihnen nicht mehr eingehalten werden und dass die Zivilgesellschaft – anders als vielleicht Justizbehörden dafür Verständnis zeigt. Die in einer Grauzone der Legalität operierenden Whistleblower unserer Tage erweisen der Zivilgesellschaft einen großen Dienst – wenn sie Erfolg haben.

In der Regel sind es Journalisten, die sich investigativ betätigen. Im Erfolgsfall erhalten sie dafür Publizistikpreise – wie zum Beispiel Alfred Worm 1981 den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis für die Aufdeckung des AKH-Skandals.

Die Ausforschung von Sachverhalten durch Journalisten und ihre Informanten wird nicht immer legal sein, doch eine eventuelle Straftat verwandelt sich in eine Auszeichnung – im Erfolgsfall.

Whistleblower informieren die Öffentlichkeit über Vorgänge, die sie in ihrer beruflichen Funktion geheimhalten müssten. Es stehen einander also eine Straftat und öffentliches Interesse gegenüber. Kronzeugen wird bei einer der Auflärung dienlichen Aussage eine Strafminderung zugesichert. Das Rechtswesen bewertet Straftaten, die zur Aufdeckung anderer, möglicherweise größerer Straftaten führen, also entsprechend.

Cui bono (Wem nützt es?)

Die Motivforschung bei Straftaten ist ein wichtiges Element bei ihrer Aufklärung. Das auf Cicero zurückgehende Zitat Cui bono (Wem nützt es?) spielt dabei eine wichtige Rolle. Aber die Antwort auf diese Frage kann auch in die Irre führen. Einerseits ist diese Frage durchaus hilfreich bei der Ausforschung der Motive. Anderseits kann es auch der Ausgangspunkt von Verschwörungstheorien sein, wenn nämlich zwischen Ereignissen ein Zusammenhang hergestellt wird, der aber gar nicht besteht.

Wenn jemand von der Corona-Krise profitiert – zum Beispiel die Hersteller von Schutzmasken oder Impfstoffen – dann ist er nicht a priori auch der Verursacher der Pandemie. Auch dafür haben die Lateiner einen passenden Spruch parat: Cum hoc ergo propter hoc (Fehlschluss durch Scheinkausalität). Man muss also bei der Ursachenforschung mit “Cui bono” immer auch im Auge behalten, dass ein beobachteter Zusammenhang auch rein zufällig sein kann.

Aktueller Anlass

Das Ibiza-Video vom Mai 2019 und das Video von unerlaubten Trainings beim LASK vom Mai 2020 haben eine verblüffende Ähnlichkeit (wenn auch nicht dieselbe Dimension) und berühren die hier skizzierten Aspekte. Wir können uns also die Fragen stellen

  • Wem nützen diese Videos?
  • Wer hat sie mit welchem Motiv angefertigt?
  • Gibt es Hintermänner?
  • Wollen wir diese Dinge angesichts der Erkenntnisse überhaupt wissen?
  • Sind die kompromittierten Personen in ihren Ämtern tragbar?
  • Sollten erfolgreiche Aufdecker nicht mehr Anerkennung bekommen?

…und den unbekannten Kameramännern einen Orden im Namen der zivilen Fußball-Community verleihen.

PS: Bitte bei der Einordnung der hier publizierten Artikel immer auf den Autor schauen. Die Artikel in diesem Tagebuch stammen bisher von Gerhard Niederhuber (Obmann des “Klub der Freunde des S.C.Rapid”, Verfasser des Grünzeug) und Franz Fiala (alles andere). Während Gerhard Niederhuber die Meinung des Vorstands des “Klub der Freunde” vertritt, sind die anderen Artikel eine persönliche Sicht auf das Fußballgeschehen.

Spiele der Meistergruppe

Mi 3. Jun 20:30RB – Rapid: Liga, Meistergruppe,  1. Runde, Red Bull Arena; Geisterspiel, sky, ORF-1; Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
So 7. Jun 19:30Rapid – Sturm: Liga, Meistergruppe, 2. Runde, Allianz-Stadion; Geisterspiel, sky; Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
Mi 10 Jun 20:30LASK – Rapid: Liga, Meistergruppe, 3. Runde, Waldstadion; Geisterspiel, sky; Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
So 14 Jun 17:00Rapid – WAC: Liga, Meistergruppe, 4. Runde, Allianz-Stadion; Geisterspiel, sky, ORF-1; Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
Mi 17 Jun 18:30Hartberg – Rapid: Liga, Meistergruppe, 5. Runde, Stadion Hartberg, Geisterspiel, sky
Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
So 21 jun 17:00Rapid – Hartberg: Liga, Meistergruppe, 6. Runde, Allianz-Stadion, Geisterspiel, sky, ORF-1. Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
Mi 24 Jun 20:30Rapid – RB: Liga, Meistergruppe, 7. Runde, Allianz-Stadion, Geisterspiel, sky, ORF-1. Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
So 28 Jun 19:30Sturm – Rapid: Liga, Meistergruppe, 8. Runde, Merkur-Arena, Geisterspiel, sky. Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
Mi 1 Jul 20:30Rapid – LASK: Liga, Meistergruppe, 9. Runde, Allianz-Stadion, Geisterspiel, sky, ORF-1. Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht
So  5 Jul 17:00WAC – Rapid: Liga, Meistergruppe, 10. Runde Wolfsberg; Geisterspiel, sky. Bundesliga: Spielbericht · EwkiL: Spielbericht · Weltfußball: Spielbericht

Babyelefant

Fußball strukturiert unser Leben.

Angesichts der Corona-Krise gehen dem Fußball bald die Themen aus, man könnte fast sagen, der Lebensnerv. Nur die allwöchentliche Rapidviertelstunde ist eine Erinnerung an bessere Zeiten. Und auch die hartgesottensten Anhänger müssen an den Wochenenden ungewohnten Dingen nachgehen. Die Fialas entdecken die Stadt, ihre Umgebung, und wir werden darin bestätigt, dass wir nicht nur Anhänger des besten Fußballklubs der Welt sind – so wie das auch beim Heimfilmabend im Anschluss an das unglücklich verlorene Finale einer der Fans im Interview ausgedrückt hat – sondern dass wir auch in einer der lebenswertesten Städte der Welt leben.

Dass wir alle eine Fortsetzung des Spielbetriebs herbeisehnen, ist klar. Aber die Rahmenbedingungen sprechen eher gegen eine Fortsetzung des Ligabetriebs – auch in Form von Gesterspielen – und gegen volle Zuschauerränge natürlich sowieso. Es sei denn, die Bundesliga schafft es, dem Gesundheitsminister akzeptable Bedingungen vorzuschlagen.

Bei einem Termin im Gesundheitsministerium wurde folgendes vereinbart:
“Hinsichtlich der Quarantänemaßnahmen wurde festgehalten, dass positiv getestete Personen und deren Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.”

Regel und Ausnahmen

Regel: Babyelefant

Der Fortsetzung des Spielbetriebs steht die Abstandsregel entgegen, nach der ein Babyelefant zwischen zwei Personen Platz haben soll, natürlich auch zwischen Fußballspielern. Daher findet derzeit auch der Trainingsbetrieb in Kleingruppen statt.

Laut Wikipedia ist der Babyelefant bei der Geburt ohne Rüssel tatsächlich gerade einen Meter groß. Und der soll in jeder Alltagssituation zwischen zwei Personen passen. Wenn diese Distanz eingehalten wird, sind Ansteckungen unwahrscheinlich. Aber es gibt Ausnahmen:

Ausnahme 1: Schutzkleidung

Da aber gewisse persönliche Dienstleistungen wie zum Beispiel in der Pflege und der Medizin, nicht möglich wären, kann diese Regel durch das Tragen von Schutzkleidung umgangen werden.

Ausnahme 2: PCR-Test mit Quarantänepflicht

Und wenn eine Schutzkleidung nicht möglich ist, müssen such die Akteure einem PCR-Test unterziehen. Ist dieser Test negativ, können sie Körperkontakt haben. Die Sache hat allerdings einen Haken, denn wenn beim nächsten Test jemand positiv getestet wird, werden in einem Contact Tracing (Rückverfolgung von Infektionsketten) die Kontaktpersonen der letzten Tage erfasst, und diese Personen müssen sich dann in Quarantäne begeben.

Ausnahme 3: Quarantänebetrieb

Einige wichtige Institutionen wie zum Beispiel die Energieversorger und das Fernsehen haben einen schichtweisen Betrieb unter Quarantänebedingungen eingeführt, der sicherstellt, dass eine kasernierte Besatzung den Betrieb störungsfrei aufrecht erhalten kann – auch ohne die ansonsten geltende Abstandsregel.

Fußball und Kunst

Die seltsamen Parallelen zwischen Fußball und Kunst waren immer schon für einen Artikel gut, und wenn dieser Artikel nur dazu gedient hätte, meinem ungläubigen Fußballfreund Arnold diese Gemeinsamkeiten aufzuzählen. Dass ein Virus dieses gemeinsame Schicksal so verschiedener Welten aufzeigt. ist fast schon kitschig dramatisch.

Fußball und darstellende Kunst befinden sich in einer seltsamen Allianz, denn beide leben von großen Zuschauerzahlen und beide benötigen in der Darstellung körperliche Nähe der Akteure und beides widerspricht der Abstandsregel mit dem Babyelefanten. Wendet man die Ausnahme 2 “PCR-Test” an, besteht die Gefahr, dass eine Ansteckung diagnostiziert wird und dadurch der Betroffene und mit ihm alle Kontaktpersonen in Quarantäne gehen müssen. Beim Fußball bedeutet das praktisch das vorzeitige Saisonende für den betroffenen Verein, und – wenn in der unmittelbaren Vergangenheit ein Spiel stattgefunden hat, was bei englischen Wochen der Fall wäre – auch des gegnerischen Vereins.

Aus diesem Dilemma scheint es keinen Ausweg zu geben, außer eben dieses Risiko auf sich zu nehmen und als Vorsichtsmaßnahme die betroffenen Akteure zu einer extremen Isolation zu verpflichten. Aber allein durch unvermeidbare familiäre Kontakte wird auch dadurch das Risiko nicht auf Null reduziert.

Christian Ebenbauer hat in einem Interview von Russischem Roulette gesprochen, das man bei Durchführung der Playoffs eingehen würde. Aber wie wahrscheinlich wäre ein solcher Abbruch?

Wie groß ist das Risiko eines Abbruchs?

Das Folgende ist eine “Milchmädchenrechnung”, der für alle Österreicher eine gleiche Chance auf Infektion zugrunde legt. Das ist in der Realität nicht der Fall. Wer allein zu Hause lebt, kann nicht angesteckt werden. Auch nicht jemand, der die Abstandsregeln einhält und Menschenansammlungen meidet. Spieler werden dazu angehalten, sich so zu verhalten.

Dagegen sind Menschen in Arbeitsprozessen oder mit Kundenkontakt deutlich mehr exponiert. Sicher gehören auch Fußballspieler mit ihren zahlreichen Terminen im Fernsehen und bei Sponsoren zu diesem exponierten Personenkreis.

Alles das wird hier nicht betrachtet, alle sollen dieselbe Wahrscheinlichkeit zur Ansteckung haben, und daher das Ergebnis höchstens als Anhaltspunkt zu betrachten.

An einem Tag

An einem Tag werden in Österreich zwischen 50 und 100 Neuinfektionen registriert, sagen wir 80. Die Wahrscheinlichkeit, dass man einer dieser Betroffenen ist, ist sehr gering: 80/8000000 = 0,00001 oder 0,01 Promille.

In 60 Tagen

Die Spiele der Bundesliga wären für den Zeitraum Juni-Juli geplant, also für 60 Tage.

In einem Zeitraum von 60 Tagen gibt es ca. 6000 Infektionen, sagen wir 8.000 (die Fallzahl wird wegen der aktuellen Lockerungen zunehmen). Die Wahrscheinlichkeit, sich in diesem Zeitraum zu infizieren, liegt bei etwa 1 Promille.

Menschengruppen

Betrachtet man eine Gruppe von Menschen, dann addieren sich die Wahrscheinlichkeiten der Einzelpersonen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand aus einer dreiköpfigen Familie in 60 Tagen infiziert liegt daher bei 3 Promille. Diese Personen müssen bei der Ansteckung eines Einzelnen Familienmitglieds in Quarantäne, um die Infektionskette zu unterbrechen.

Bundesliga Playoff

Wie ist das beim Fußball?

In zwei Monaten (Juni und Juli) sollen die restlichen Spiele der Bundesliga gespielt werden. Es gibt 12 Teams. Die Kadergröße eines Teams sei 25. Die betroffene Personengruppe umfasst 300 Personen (25×12). Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine irgendeine Person dieser Gruppe in einem Zeitraum von 60 Tagen ansteckt, liegt bei 300 Promille oder 30 Prozent.

Wenn nun Spieler durch besonders disziplinierte Umgangsformen das 60-tägige Ansteckungsrisiko von 1 Promille senken, würde das natürlich die geschätzten 30 Prozent ebenso stark absenken, aber ein Restrisiko bleibt dennoch.

Ausweg: Quarantäne

Ein Ausweg könnte sein, dass man die Spieler – ähnlich wie das bei RB-Leipzig praktiziert werden wird (Bericht Bild-Zeitung) – in einer Quarantäne kaserniert, ähnlich wie das beim ORF und den Wiener Netzen der Fall war. Eine solche drastische Einschränkung der Lebensart könnte die Geisterspiele realistischer machen, weil natürlich die Ansteckungswahrscheinlichkeit – zumindest theoretisch – auf Null reduziert werden könnte.

Aber auch wenn eine solche Abwicklung gelingen könnte, wäre das höchstens eine Lösung für den Rest der Saison aber kein realistisches Modell für die zukünftige Meisterschaft.

Ein historischer Rückblick

Die Auswirkungen der spanischen Grippe in Österreich 1918 waren verheerend. Die Wiener Zeitung berichtet in einem Nachdruck von 900 Toten in einer Woche im Oktober 1918 und insgesamt 6500 Toten zwischen 1918 und 1920.

Es ist bemerkenswert, dass man damals ganz ähnliche Maßnahmen wie heute getroffen hat, also zum Beispiel Schulschließungen, aber so konsequent, dass man auch den Fußballbetrieb eingestellt hätte, war man damals nicht.

Links

Finanzkennzahlen der Bundesligaklubs

Die Bundesliga präsentierte die Finanzzahlen der Bundesligaklubs. In den folgenden Tabellen sind die einzelnen Kenngrößen nach der Größe gereiht.

Die Zahlen sind in Tausend Euro und gelten für die Saison 2018/19 per 30.6.2019. Die Originaldokumente sind am Ende des Berichts zu finden.

Die Platzierung in diesen Tabellen

2 - 3 - 2 - 2 - 2 - 2 - 4 - 2 Rapid
1 - 2 - 5 - 1 - 3 - 3 - 2 - 1 Austria

Bilanzdaten

Anlagevermögen

70.837  Austria
61.248  Rapid
33.349  RB
 6.542  Mattersburg
 5.419  Sturm
 4.530  Altach
 4.416  LASK
 3.644  WAC
 1.929  Admira
 1.198  Hartberg
   546  St. Pölten
   345  Wattens

Umlaufvermögen

32.113  RB
19.192  Austria
10.164  Rapid
 5.969  Mattersburg
 5.687  Sturm
 3.714  LASK
 2.423  Altach
 2.281  St. Pölten
 1.963  Admira
 1.182  WAC
   832  Wattens
   359  Hartberg

Eigenkapital

44.045  RB
15.106  Rapid
 5.978  Mattersburg
 5.362  Sturm
 4.309  Austria
 1.801  Altach
   393  Wattens
   390  WAC
   213  LASK
   -33  Hartberg
  -886  St. Pölten
-1.148  Admira

Fremdkapital

76.175  Austria
45.109  Rapid
24.323  RB
 7.715  LASK
 5.576  Mattersburg
 4.777  Admira
 4.294  Sturm
 3.748  St. Pölten
 2.805  WAC
 2.631  Altach
   832  Wattens
   543  Hartberg

Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge

119.061  RB
 50.745  Rapid
 38.763  Austria
 18.940  Sturm
 15.303  LASK
 11.341  Mattersburg
  8.374  St. Pölten
  8.337  WAC
  7.386  Altach
  6.716  Admira
  4.308  Hartberg
  4.017  Wattens

Personal

51.750  RB
22.278  Rapid
14.576  Austria
10.757  Sturm
 7.704  LASK
 7.493  Mattersburg
 5.270  St. Pölten
 4.663  WAC
 4.699  Altach
 4.597  Admira
 2.693  Hartberg
 2.801  Wattens

Jahresergebnis nach Steuern

23.726  RB
 2.286  Austria
 1.252  LASK
   180  Rapid
   101  Wattens
    89  Sturm
    71  Hartberg
    28  Altach
    19  St. Pölten
   -44  Mattersburg
  -141  WAC
  -389  Admira

Agenten und Spielervermittler

1.502  Austria
1.391  Rapid
  967  RB
  859  Sturm
  405  LASK
  179  WAC
  123  Altach
  102  Admira
   79  St. Pölten
   67  Hartberg
   25  Mattersburg
    -  Wattens    

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Kommentare

Krone DerStandard

Rapid ON EAR

Dieter ist blind. Bei jedem Heimspiel von Rapid begleiten wir Dieter an seinen Platz und holen ihn nach dem Spiel auch wieder ab und fahren mit ihm gemeinsam nach Hause. Viele Details des Spiels, die wir selbst nicht so gut gesehen haben, erfahren wir von Dieter. Manchmal ist die Zeit der gemeinsamen Heimfahrt zu kurz, um alle Aspekte des Spiels zu verarbeiten inklusive der obligaten Seitenhiebe auf den Schiedsrichter.

Dieter “schaut” ein Spiel an. Kopfhörer sind absichtlich etwas verrutscht, um den Stadionsound mitzuhören.

Der Schlüssel zu Dieters Informationen ist der Service “Bundesliga ON EAR”. Zwei Sprecher kommentieren das Spiel in allen Details speziell für Blinde. Am ehesten können sich das die älteren unter uns vorstellen, wenn sie sich an die spannenden Rundfunk-Kommentare des Heribert Meisel*) erinnern.

Der heutige “Heribert” heißt Johannes Kloiber-Karner. Johannes hat das Fach Musical an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien studiert und ist Teil des Kommentatoren-Teams bei “Bundesliga ON EAR – das Stadion Radio”. Johannes ist in der Blindenszene besonders populär. weil er auch als Audiodeskripteur bei ORF und ZDF arbeitet. Auch bei Theatervorstellungen, die speziell für Blinde durch eine Audiodeskription begleitet werden, haben wir Johannes schon erlebt.

Johannes bei dem Spiel Rapid-St.Pölten (von der Facebook-Seite)

Die Kommentatoren von Bundesliga ON EAR kommentieren das Spiel von der Pressetribüne und sie haben dazu auch einen Monitor mit dem Fernsehbild vor sich – etwas, das uns Stadionbesuchern fehlt. Daher sind die Kommentatoren besser informiert und können strittige Szenen wegen der Wiederholungen im Fernsehbild besser kommentieren.

Dieter weiß – dank Johannes und uKW 96,5 MHz – mehr über das Spiel als andere Stadionbesucher.

Rapid ON EAR

Man kann diesen Audiokommentar im Allianz-Stadion auf folgende Arten empfangen:

An alle, die normalerweise einen Live-Ticker als Text verfolgen. Aktiviert die Seite der Bundsliga ON EAR oder wählte die Telefonnummer 01-225 0001, dort findet Ihr einen viel besseren Live-Kommentar.

Den Audio-Kommentar gibt es bei Rapid, Austria, RB und Sturm.

Sowohl auf der Webseite als auch in der App sieht man auf der Seite eines Spiels “ON EAR”, wenn es einen Audiokommentar gibt. Start des Audio-Streams mit dem eingeblendeten Audioplayer.

Ticketinformation für Blinde

Blinde können Heimspiele von Rapid kostenlos besuchen, die Begleitperson bezahlt 10 €.

Links

*) Heribert Meisel wurde zum Gegenstand der Promifrage der Sendung “Was gibt es Neues?” Gestellt hat sie der 92-jährige Hugo Portisch. Sie lautete “Warum wurde eine Ausgabe des Kurier im Jahr 1966 in zwei Versionen gedruckt?”

Heribert Meisel hatte damals eine eigene Kolumne im Kurier. Schwer erkrankt landete er im Krankenhaus uns schrieb auch vom Krankenbett an seiner Kolumne. Unter dem Einfluss von Medikamenten ist ihm sein letzter Artikel aber nicht mehr so gelungen, dass man ihn hätte abdrucken können. Chefredakteur Portisch korrigierte den Artikel in eine druckreife Version, doch da er wusste, dass Heribert diese Kolumne im Spital lesen würde und die Korrekturen bemerkt hätte, legte der Kurier eine zweite Auflage (einige Dutzend Stück) auf, die den Artikel im Originaltext enthalten hat. Und diese zweite Auflage verteilte man im Spital, um den Autor nicht zu kränken.

Bundesliga Handbuch 2019/20

Zeitgleich mit dem Bundesliga-Journal für Fans, das sich Rapid-Mitglieder kostenlos bei Fancorner abholen können, erschien das Buch “Bundesliga Handbuch 2019/20”. Viele Inhalte entsprechen den Inhalten der Seite https://www.oefbl.at/. Die mit dem Web korrespondierenden Abschnitte sind in dem folgenden Inhaltsverzeichnis verlinkt.

Bundesliga Handbuch 2019/20

1 ÖSTERREICHISCHE FUSSBALL- BUNDESLIGA… 
  a LEITBILD DER BUNDESLIGA
  b RAHMENTERMINPLAN 
  c GESCHÄFTSSTELLE DER BUNDESLIGA 
  d GREMIEN DER BUNDESLIGA 
  e STÄNDIGES NEUTRALES SCHIEDSGERICHT
  f BESTIMMUNGEN DER BUNDESLIGA 
2 TIPICO BUNDESLIGA 
  a SPIELPLAN 2019/20 TIPICO BUNDESLIGA 
  b KLUBS DER TIPICO BUNDESLIGA 
  c BESTIMMUNGEN DER TIPICO BUNDESLIGA 
    l STADIONBESTIMMUNGEN
        §1 Geltungsbereich
        §2 Allgemeines
        §3 Spielfeld / -bereich
        §4 Räumlichkeiten Spielbetrieb
        §5 Zuschauerbereich 
        §6 Sicherheit 
        §7 Technische Einrichtungen
        §8 Medien
        §9 TV-Produktion
        §10 Außenbereich
    2 SPIELBETRIEBSRICHTLINIEN
        §1 Geltungsbereich
        §2 Bewerb der höchsten Spielklasse der BL
        §3a Spielmodus Grunddurchgang
        §3b Spielmodus Finaldurchgang
        §3c Spielmodus Europa League-Play-off
        §4 Spieltermine
        §5 Spielverschiebungen
        §6 Spielabbruch / -absage aufgrund höherer Gewalt
        §7 Run-Down-Spielbetrieb
        §8 Bespielbarkeit des Spielfelds
        §9 Spielfeldbereich
        §10 Flutlicht
        §11 Stadionsprecher/Lautsprecherdurchsage
        §12 Stadionuhren
        §13 Medizinisches Personal
        §14 Schiedsrichter/-beobachter
        §15 Spielberechtigung
        §16 Online-Spielbericht
        §17 Spielorganisation
        §18 Eintrittskarten
        §19 Beglaubigung
        §20 Strafwesen
        §21 Fair-Play-Wertung
        §22 Dressen
        §23 Übertritte 
        §24 Kooperationsverträge für Spieler der BL
        §25 Ausbildungs- und Förderungsentschädigung 178
        §26 Unzulässige Sportwetten
        §27 Politische Aktionen 
    3 SICHERHEITSRICHTLINIEN
        §1 Geltungsbereich
        §2 Platz-/ Hausordnung
        §3 Sicherheitsverantwortlicher
        §4 Fanbeauftragter
        §5 Sicherheitstopf
        §6 Spielbeobachter 
        §7 Risikospiele und Beobachtungsspiele
        §8 Verpflichtungen des Gastklubs
        §9 Zuschauertrennung im Stadion
        §10 Maßnahmen in Verbindung mit Eintrittskarten
        §11 Maßnahmen im Stadion
        §12 Zuschauerkontrolle
        §13 Verbotene Gegenstände
        §14 Erlaubte Gegenstände
        §15 Ausnahmeregelung Pyrotechnik
        §16 Maßnahmen im Zusammenhang mit Anhängern
        §17 Fanchoreografien 
    4 ORDNERRICHTLINIEN
        §1 Geltungsbereich
        §2 Rechtsgrundlage
        §3 Bekleidung/Ausrüstung
        §4 Schulung
        §5 Allgemeines Verhalten 
        §6 Einsatzleiter
        §7 Durchsuchung von Personen bei der Einlasskontrolle
        §8 Abnahme verbotener Gegenstände
        §9 Kartenkontrolle
        §10 Vollzug von Stadionverboten
        §11 Eingreifen bei gerichtlich strafbaren Handlungen
        §12 Eingreifen bei Missbrauch von Pyrotechnik
        §13 Löschen von pyrotechnischen Gegenständen
        §14 Eingreifen bei sonstigen Verstößen gegen die Hausordnung
        §15 Auswärtsordner
        §16 Platzsturm
        §17 Schutz besonderer Einrichtungen 
        §18 Schutz der TV-Produktion
        §19 Auftragserteilung und Dokumentation
        §20 Ablaufschema/Situierungsplan
        §21 Aufgaben bei Evakuierung/Bombendrohung
        §22 Videoüberwachung
    5 FINANZRICHTLINIEN
        §1 Geltungsbereich
        §2 Zahlungsplan
        §3 Ab-/Verrechnungsmodalitäten 
        §4 Nenngelder
        §5 Verbandsabgaben
        §6 Anmelde- und Profibewerbsgebühr
        §7 Reise- und Verpflegungskosten 
        §8 Verfahrenskosten
        §9 Förderrichtlinien
        §10 Absteiger-Ausgleichszahlung
    6 MEDIENRICHTLINIEN
        § 1 Geltungsbereich
        §2 Medienverantwortlicher
        §3 Akkreditierungen
        §4 Zugangsbereiche 
        §5 Mannschaftsaufstellungen
        §6 Interviews
        §7 Interviewzonen
        §8 Pressekonferenzen
        §9 Haftung
        §10 Signalproduktion
        §11 Akkreditierungen für TV-Verwerter
        §12 Produktionspositionen/Arbeitsbereiche
        §13 Stadion-/Klub-TV
        §14 Hörfunk
        §15 Schreibende Presse
        §16 Fotografen
    7 MARKETINGRICHTLINIEN
        §1 Geltungsbereich
        §2 Bewerbslogo
        §3 Spielereinzelwerbung
        §4 Vidiwalls 
        §5 Sponsorenbank
        §6 Kommerzielle Rechte der BL
        §7 Marketingleistungen Bewerbssponsor
        §8 Marketingleistungen TV-Partner 
        §9 Klubeigene mediale Rechte
        §10 Public Viewing
        §11 Meisterfeier 
        §12 Meisterteller 3 HPYBET2.LIGA 
  a SPIELPLAN 2019/20 HPYBET2.LIGA 
  b KLUBS DER HPYBET 2. LIGA
  c BESTIMMUNGEN DER HPYBET 2.LIGA

Das Buch beschreibt Bestimmungen und Teilnehmer der beiden obersten Spielklassen in Österreich. Adressaten sind Profis im Fußballgeschäft wie Funktionäre, Journalisten, Exekutive. Viele Abschnitte sind aber auch für Capos der Fanblocks von Interesse. Interessierten Fans scheint das Buch nicht zugänglich zu sein.

Cover des Bundesliga-Handbuchs 2019/20

Unterschiede zur Webversion

Die meisten Inhalte sind auch im Internet auf der Seite https://www.oefbl.at/ verfügbar. Drüber hinaus findet man im Buch praktische Steckbriefe aller Vereine und einheitlich dargestellte Stadionpläne.

Verbesserungspotenzial

Was man nicht findet, sind Hinweise auf die Spielregeln. Die sucht man auch im Web vergebens. Auch die Seite des OeFB bietet nur das eigene Regulativ zum Donwnload an, nicht aber die Fußballregeln, die uns ja am meisten interessieren.

Hier kann man sich das aktuelle Regelwerk der IFAB downloaden: Regeln 2019/20 (PDF-Dokument). Die neuen Regeln ab 2019/20 wurden hier vorgestellt.

Es ist unklar, warum man sich dieses nützliche Werk nicht über die Internet-Seite als PDF-Dokument downloaden kann. Wenn Du als Leser dieses Tagebuchs Interesse an dieser Print-Version hast, wende Dich an rapid @ ewkil.at.

Halbe Liga, halbes Interesse

Jeder Verein spielt seit fünf Runden nur mehr in einer Sechser-Liga. Und es dürfte egal sein, in welcher der beiden Gruppen, der Meistergruppe oder der Qualifikationsgruppe sich die eigene Mannschaft befindet: das Interesse an den Spielen der Runde ist einfach halb so groß.

Heute zum Beispiel finden die drei Spiele der Meistergruppe statt, und die interessieren die Anhängern eines Vereins der Qualifikationsgruppe nicht. Kein Ergebnis der Meistergruppe ist von irgendeiner Bedeutung.

Im klassischen Ligabewerb war das keineswegs so. Auch wenn die eigene Mannschaft schon am Samstag gespielt hat, waren die Sonntagsspiele fast immer wichtig, weil sie die gesamte Tabellensituation betrafen. Man hätte sich also früher auch ein “fremdes” Sonntagsspiel im Fernsehen angeschaut. Aber heute? Uninteressant!

Bundesliga im Fernsehen

Dazu kommt, dass die Bundesliga praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt wird. Die frühere Präsenz im ORF mit Zuschauerzahlen um 400.000 für das Sonntagsspiel wurde den Mehreinnahmen durch das Privatfernsehen geopfert, allerdings um den Preis, dass der durchschnittlich interessierte Fußball-Anhänger, der weder ins Stadion geht und der auch nicht bereit ist, das Sky-Abo zu bezahlen, überhaupt kein Spiel mehr sieht. Das wird einen einzelnen Verein wegen der Mehreinnahmen kurzfristig nicht stören, sollte aber wenigstens beim ÖFB die Alarmklingeln schrillen lassen, weil der Fußball insgesamt darunter leidet.

Zuschauerzahlen

Vergleichen wir die Besucherzahlen der aktuellen 27.Runde des Vorjahres und des heurigen Jahres. Die gesamte Zuschauerzahl heuer ist 28.400 (6 Spiele, Rapid auswärts, 4.733 pro Spiel) , im Vorjahr waren es 34.650 (5 Spiele, Rapid heim, 6.930 pro Spiel); in der Runde danach 22.575 (5 Spiele, Rapid auswärts, 4.515 pro Spiel).

Einen genaueren Vergleich über alle Runden wird uns die Bundesliga berechnen, aber eine auffällige Zunahme der Zuschauerzahlen kann man nicht erkennen. Im Vorjahr wurden darüber hinaus noch vier weitere Runden gespielt, die die gesamte Zuschauerzahl noch weiter erhöhen.

27. Runde 2018/19 (Rapid auswärts)

Meistergruppe

8.000 Austria-St.Pölten
6.200 Salzburg-WAC
5.800 LASK-Sturm
6.666 pro Spiel, 20.000 gesamt

Qualifikationsgruppe

4.000 Hartberg-Rapid
2.800 Innsbruck-Altach
1.600 Admira-Mattersburg
2.800 pro Spiel 8.400 gesamt

6.666 Meistergruppe pro Spiel
2.800 Qualifikationsgruppe pro Spiel
4.733 pro Spiel, 28.400 gesamt

27. Runde 2017/18 (Rapid heim)

15.414 Rapid-WAC
7.154 Sturm-Altach
6.826 RB-Austria
3.993 LASK-Mattersburg
1.267 St.Pölten-Admira
6.930 pro Spiel 34.650 gesamt

28. Runde 2017/18 (Rapid auswärts)

7.182 Mattersburg-Rapid 
6.017 Austria-Altach
4.828 Salzburg-Wolfsberg
2.300 Admira-LASK
2.248 St.Pölten-Sturm
4.515 pro Spiel 22.575 gesamt

Mir gefällt die Zweiteilung nicht so gut, denn

  • dadurch unterscheidet sich unsere Liga von den Ligen, die wir gerne als Vorbild sehen;
  • reduziert sich das Interesse am Fußball von vorher fünf auf heute drei Spiele pro Woche.
  • die Zuschauerzahlen sind nach einer Stichprobe nicht deutlich höher.
  • der Abstiegskampf hat es in sich*)

Für Rapid ist die Situation dabei gar nicht so schlecht, haben wir doch trotz Qualifikationsgruppe immer noch zwei reelle Chancen auf einen internationalen Platz, und wer weiß, ob wir diese Chance in der Meistergruppe gehabt hätten (die Chancen auf einen internationalen Platz für den Stadtrivalen schwinden von Runde zu Runde).

*) je mehr Mannschaften in einem Bewerb sind, desto geringer ist die Abstiegswahrscheinlichkeit für ein Team.

Restprogramm-21

Trotzdem nur mehr zwei Runden anstehen und Rapid mit den beiden Siegen gegen RB und St.Pölten gute Voraussetzungen für einen Platz unter den ersten sechs geschaffen hat, ist noch nichts entschieden, Voraussagen sind schwierig; immer noch ist Rapid nur auf Platz 7.

6 Mannschaften für 4 Plätze

Sechs Mannschaften befinden sich im Wettbewerb um eine Top-6-Platzierung: St. Pölten, WAC, Sturm, Austria, Hartberg und Rapid. LASK und Salzburg sind unbeteiligt. Nach den heutigen Siegen von Austria und Mattersburg hat sich einerseits die Austria abgesetzt und anderseits müsste man sogar Mattersburg berücksichtigen, da Mattersburg bei zwei Siegen in den kommenden Runden auf 29 Punkte kommen könnte. Weil dieses Ergebnis aber erst spät feststand, wird es hier nicht berücksichtigt.

Derzeit sind der WAC und Sturm die Mannschaften, die überholt werden könnten.

Tabelle            21. Runde     22. Runde
-----------------------------------------------
3. 30 +4 Austria H-Altach A-Sturm
4. 30 -1 Pölten A-Admira H-Mattersburg
5. 28 +1 WAC A-Hartberg H-Admira
6. 27 +2 Sturm A-Salzburg H-Austria
-----------------------------------------------
7. 26 -2 Rapid A-Mattersburg H-Hartberg
8. 24 -10 Hartberg H-WAC A-Rapid

Aus allen möglichen 283 Ergebniskombinationen*) der 21. Runde für die Plätze 3 bis 8 ergeben sich für Rapid folgende Platzierungsmöglichkeiten: (die zugehörige Excel-Tabelle wird wegen ihrer Größe hier nicht dargestellt)

Rapid nach der 21. Runde

Platz Anzahl Erwartungswert 
5 18 7%
6 45 19%
7 126 52%
8 54 22%

Aus der Menge der möglichen Spielergebnisse bliebe es also auch in der nächsten Runde beim 7. Platz. Es ist egal, wie die Austria und St.Pölten spielen, weil sie in dieser kommenden Runde zu weit vorne liegen als dass sich in der Reihung etwa ändern könnte. Für die verbleibenden vier Mannschaften gibt folgende Szenarien:

Rapid verliert in Mattersburg

Es ist dann zwar noch nicht alles verloren, aber dann sollte Sturm in Salzburg nicht gewinnen, um in Schlagdistanz zu bleiben, sollte Hartberg nicht gewinnen, um Rapid nicht wieder zu überholen, sollte auch der WAC nicht gewinnen, weil dann noch weniger Mannschaften in Schlagdistanz wären. Da Hartberg gegen den WAC spielen wird, sieht man, wie diese Ergebnisse voneinander abhängig sind. Ein Sieg von Hartberg schiene mir aber besser als ein Sieg des WAC, denn Hartberg könnte man aus eigener Kraft in der letzten Runde überholen und den WAC, der nicht gepunktet hätte, dazu.

Rapid remisiert in Mattersburg

Wenn uns Sturm die Freude macht, in Salzburg zu verlieren, wären wir dann zwar punktegleich mit Sturm, doch wegen der schlechteren Tordifferenz doch noch hinter Sturm.

Rapid gewinnt in Mattersburg

Ein Sieg gegen Mattersburg würde die Wahrscheinlichkeit für eine Top-6-Platzierung weiter erhöhen, aber der schließlich erreichte Platz hängt von den Ergebnissen der Mitbewerber ab. Wenn also in Runde 21 gleichzeitig Sturm (gegen Salzburg) und der WAC (gegen Hartberg) gewinnen, bleibt es auch bei einem Sieg in Mattersburg immer noch bei Platz 7. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit für einen Auswärtssieg von Sturm in Salzburg nicht sehr groß, aber grundsätzlich ist ja bei einem Spiel alles möglich.

Auch wenn also Rapid in Mattersburg gewinnt, kommt Rapid nur in 19% aller (gleichwahrscheinlichen) Spielausgänge auf Platz 6.

Rapid auf Platz 5?

Rapid und Hartberg müssen gewinnen, Sturm muss in Salzburg verlieren. Dann läge Rapid nach der 21. Runde sogar auf Platz 5. Das ist aber nur in 7% aller möglichen Spielausgänge der Fall. Wenn Sturm in Salzburg remisiert, fällt Rapid trotz Punktegleichheit wegen der schlechteren Tordifferenz auf Platz 6 zurück, außer Rapid gewinnt in Mattersburg mit 5:0.

22. Runde

Am kommenden Sonntag um 19:00 sind wir gescheiter, dann stehen uns nur mehr überschaubare 81 verschiedene Spielausgänge bevor, und man wird die möglichen Szenarien für die 22. Runde genauer beschreiben können.

*) Ergebniskombinationen

Betrachtet man sechs Mannschaften, die alle 0, 1 oder 3 Punkte bekommen können, gibt es 3^6 = 729 verschiedene Ergebniskombinationen. Da es noch zwei Runden gibt, gibt es für jede diese 729 Ergebniskombinationen der Runde 21 ebensoviele der Runde 22, also insgesamt 729×729 = 531.441 mögliche Kombinationen.

In Runde 21 spielen aber zwei dieser Mannschaften gegeneinander (WAC – Hartberg), daher reduziert sich die Anzahl der Ergebniskombinationen um den Faktor 3 auf 243; in Runde 22 sogar um den Faktor 9, weil es zwei solcher Paarungen gibt (Rapid – Hartberg und Austria – Sturm) auf 81.

Und daher ist die Anzahl der Ergebniskombinationen in den verbleibenden Runden statt 531.441 nurmehr 19.683, was die Sache zwar einfacher aber auch nicht wirklich übersichtlich macht. Mehr als eine Runde kann man praktisch nicht vorausschauen.

Problem Tordifferenz

Um die Platzierung einer Mannschaft voraussagen zu können, müssen die Punktezahlen verschieden sein. Sind die Punktezahlen gleich, hängt die Platzierung von der Tordifferenz ab. Daher kann es bei diesen Einschätzungen des Tabellenplatzes zu Fehlern kommen, Es können also zwei Mannschaften auf Platz 4 und 5 liegen, dabei aber dieselbe Punktezahl haben. Durch die Tordifferenz kann aber die Reihenfolge aber verschieden sein..

Cuprunde wetterbedingt verschieben

Die Wetterprognose für die kommende Woche kündigt für den Westen Wiens Nachttemperaturen von -13 Grad und in Graz von bis zu -19 Grad an.

Wien-Weidlingau

Graz

Gestern berichtete die Kleine Zeitung über eine “längere Eiszeit” in der kommenden Woche mit Nachttemperaturen bis unter -20 Grad. Da sich zu den tiefen Temperaturen auch noch Wind dazugesellt, macht die Temperaturen noch weniger erträglich.

Bei solchen Bedingungen beginnt es am Fußballplatz ungemütlich zu werden, ganz egal, in welcher Rolle. 

Eine Rückfrage bei Andy Marek hat ergeben, dass er meine Befürchtungen teilt, dass es aber in dieser Sache keine Hoffnung gibt, dass der ÖFB einlenken könnte. Wahrscheinlich wäre es zuviel verlangt, dass der ORF sein Programm ändert, denn einen anderen Grund kann ich nicht so recht erkennen.

Die Austragung der Spiele der kommenden Cuprunde schaden angesichts der zu erwartenden Temperaturen den Spielern, dem Publikum und auch dem Cup-Bewerb. 

Wie ist es in der Regionalliga?

Da die Regionalliga nicht so seltsam unflexible Partner hat, ist es dort überhaupt kein Problem, die komplette 19. Runde des kommenden Wochenendes wetterbedingt abzusagen. Bericht Rapid

Wie ist es in Deutschland?

In Deutschland dürfte das dortige Fußballregelwerk schon etwas ausgefeilter sein, denn dort gibt es eine Minus-15-Grad-Regel, die Spielabsagen unter derartigen Bedingungen rechtfertigt: Siehe Bericht vom 2.2.2012, allerdings läge das dort im Ermessen der Schiedsrichter.

Die einschlägige Regel findet sich bei “zusätzlichen Erläuterungen des DFB” (Zitat aus weltfußball.at): Fußball soll bei Temperaturen ab minus 15 Grad, bei starkem Wind ab Temperaturen von minus 10 Grad nicht mehr gespielt werden. Bei starker Kälte muss der Schiedsrichter auf die angemessene Bekleidung der Beteiligten achten.

Wir könnten ja ein Bisschen von der ansonsten so angesehenen deutschen Fußballkultur in unser Regelwerk miteinfließen lassen. 

Ein Appell

Im Sinne der Gesundheit aller Beteiligter plädiere ich für eine Verschiebung der kommenden Cuprunde um 14. Tage. 

Sollte die Wetterlage bei den Verantwortlichen nicht Berücksichtigung finden, sollte man an tribünen- und stadionübergreifende Aktionen gegen die Verantwortlichen denken, die zwar im Fernsehen durch deren Kameraführung nicht zu sehen sein werden, über die aber in den sonstigen Medien durchaus berichtet werden würde; und ausnahmsweise wären einmal nicht nur Rapidler im Fokus.


Mindeststandards

In den Lizensierungsbestimmungen der Bundesliga wird darauf hingewiesen, wie vorteilhaft es für die Klubs wäre, ein gut ausgestattetes Stadion zu haben, also zum Beispiel steht im Punkt 7.3 “Vorteile für Klubs”, dass Komfort ein wichtiges Element sei, große Menschenmassen ins Stadion zu locken.

Ja, schön wär’s wenn, aber keinerlei Verpflichtung zu irgendwas. Lauter Kann-Bestimmungen.

Als Besucher der Stadien bemerkt man solche Bemühungen der Kundenfreunlichkeit nicht an allen Fronten. Und auch die Bundesliga optimiert diese Kundenorientierung nicht für den zahlenden Zuschauer als Kunden sondern eher für den (noch mehr) zahlenden Medienpartner und Sponsor als Kunden.

An den Beispielen der Fixierungen, des Ticketing und der Stadiongemütlichkeit soll das illustriert werden.

Fixierungen

Wir sind es gewohnt, Spiele mehrere Wochen im Voraus zu planen. Die Fixierungen der Bundesliga können mit dem Planungshorizont von Privatpersonen leider nicht mithalten, denn die Spieltermine werden nur vier Wochen im Voraus festgelegt. Wenn aber jemand zum Beispiel den Zug zur Anreise wählt, dann muss er – um einen günstigen Tarif zu bekommen – früh buchen, und die lakonische Angabe “Samstag” ist für den ÖBB-Ticket-Shop zu wenig. Da man solche Details bei der Bundesliga nicht kennen dürfte, hier ein Beispiel für die Preisgestaltung einer Zugfahrt nach Graz:

Wenn man keine Sparschiene erwischt, weil man zu spät dran ist, dann wird das ein teures Vergnügen!

Ob die Ausschaltung des ORF in der kommenden Saison eine Verbesserung bringen wird? Da dem Privatsender noch mehr Geld abverlangt wird, kann man das jetzt schon bezweifeln, das Fernsehen wird das Geschehen weiterhin diktieren, vielleicht noch mehr als bisher.

Ticketing

Das Ticketing findet in dem Lizensierungshandbuch keine Erwähnung, ist aber eine Schnittstelle, die ein erstes Bild von der Kundenorientierung eines Vereins zeichnet. Die Art, wie beim SVM Mattersburg oder beim LASK Karten verkauft werden, sind durch die Nicht-Erwähnung irgendeines Mindeststandards im Lizensierungshandbuch  durch die Bundesliga indirekt legitimiert, nicht aber durch den Wunsch, man solle irgendwelche “Zuschauermassen” durch ein besseres Service anlocken.

Fall Mattersburg

Über die (Un-)art, wie in Mattersburg Eintrittskarten verkauft werden, wurde in diesem Tagebuch schon genug geschrieben (Hier). Man kann in Mattersburg Karten nur vor Ort kaufen und dann nur am Freitag vor dem Spiel. Es gibt ein Zusendeservice per Nachnahme, das aber immer wieder versagt, weil Karten nicht rechtzeitig ankommen und dann mühsam reklamiert werden müssen. Außerdem ist der Service sehr teuer.

Wir leben immerhin im 21. Jahrhundert, das Internet ist allgegenwärtig, natürlich auch im Ticketing und die Buchungstechnik des Online-Ticketing sollte nach der Meinung des Schreibers Eingangsvoraussetzung für einen Bundesliga-Verein sein. Nach diesem “Fiala”-Kriterium scheidet Mattersburg bei einer Lizensierung schon einmal aus und muss diese Hausaufgabe nachholen. Und das ist nicht allzu schwer, denn alle anderen Vereine können das. Es geschieht aber nicht, weil die Bundesliga nicht auf den Kunden schaut, so wie sie das von den Vereinen in ihrem Handbuch fordert.

Dass man das “Modell Mattersburg” noch überbieten kann, war bis heute nicht vorstellbar, aber schauen wir weiter zum LASK:

Fall LASK

Am kommenden Samstag, den 18. November ist das Auswärtsspiel gegen den LASK und heute ist Dienstag, 14. November. Erst heute, vier Tage vor dem Spiel ist es für einen neutralen Besucher möglich, Karten zu erwerben. Auf der Seite des LASK-Ticketing stand bis heute 10:00 Uhr, dass der Ticket-Shop eben um 10:00 öffnen würde.

Das ist aber nicht der Fall. Um 10:00 (bis jetzt um 13:00) ist hier zu lesen:

Das heißt: keine Karten für Besucher aus Wien! Wäre das vorher bekannt gewesen, wäre Gregor nur wegen der Karten nach Pasching gefahren, so aber hat man die Wiener durch Desinformation ausgetrickst. Es gibt keine Karten!

Diese Strategie, künstlicher Verknappung von Sitzplätzen durch Wahl eines kleinen Stadions und dazu solche Vorverkaufsmätzchen sind also das, was die Bundesliga “Komfort, ein wichtiges Element” nennt und von dem der LASK glaubt, sportliche Vorteile für die eigene Mannschaft herausschlagen zu können.

Dass es also erlaubt ist, dass ein Verein das genaue Gegenteil von dem macht, das die Bundesliga von ihm erwartet (Kundenorientierung) und das solche Umstände in den Lizensierungsbestimmungen gar keine Erwähnung finden, zeigt, dass man sich um die Kunden eigentlich nicht so viel kümmert als man es an anderen Stellen vorgibt.

Wir wollen aber nicht unerwähnt lassen, dass es auch sehr positive und nachahmenswerte Beispiele gibt:

Fall Rapid

Schauen wir einmal zu Rapid. Bei Rapid kann man für alle Spiele der laufenden Saison Karten erwerben, auch wenn der konkrete Spielzeitpunkt noch nicht feststeht. Das hat mit Kundenfreundlichkeit zu tun und kann bestens als Weihnachtsgeschenk verwendet werden. Man schenkt keinen Gutschein sondern bereits eine Eintrittskarte zu einem konkreten Spiel. Das funktioniert also in Hütteldorf genau so wie in Deutschland oder England.

Fall St. Pölten

Aber das ist nicht nur bei Rapid so, auch beim SKN St. Pölten konnte man für alle Heimspiele bis Dezember Tickets buchen, auch für das letzte Auswärtsspiel des Jahres am 16. Dezember gegen Rapid. Im Bild sieht man, dass man die Karten bereits kaufen kann, obwohl der Termin noch nicht fixiert ist.

Und wir haben diese Möglichkeit auch genutzt und haben eine Besonderheit in St. Pölten gebucht, die man als eine Art “VIP des kleinen Mannes” bezeichnen kann, den Egger Biercorner.

Gemütlichkeit

Die Bundesliga empfiehlt, dass Vereine auf das Ambiente achten sollen, um den Besuchern den Aufenthalt so gemütlich wie möglich zu machen (sinngemäß).

Verachtung der Gäste

Dass man in Altach, Mattersburg, Wolfsberg und Südstadt im Gästesektor den Launen des Wetters voll ausgesetzt ist und dass man auch nach vielen Jahren seitens der Bundesliga nichts unternommen hat, etwas in dieser Angelegenheit zu bewegen, ist auch so ein Missstand, dem man sich weniger widmet als den Fernsehverträgen.

Das Lizensierungshandbuch schreibt, dass man im Stadion “Bildschirme und Lautsprecher” aufstellen soll. Und das geschieht auch. In Mattersburg in Form des SVM-Café und bei Rapid durch Bildschirme hinter den Tribünen.

Fall Mattesburg

Man steht vor dem Spiel vor dem gemütlichen SVM-Cafe und wäre “konsumationswillig” und wäre auch neugierig, ein gerade laufendes Fußballspiel zu sehen. Es sind alle da: die Security, die BilleteurInnen, das Schankpersonal – aber das SVM Cafe ist geschlossen. Erst 90 Minuten vor Spielbeginn wird es geöffnet und man fühlt sich irgendwie nicht gut behandelt. Man will nicht ins Stadion, man will nur ins Café, das an Spieltagen einfach nicht früher öffnet, obwohl gerade an Spieltagen Bedarf besteht, das anderntags aber sehr wohl geöffnet hat.

Fall Rapid

Neues Stadion, überall  Monitore, überall Lautsprecher – so wie es sich gehört; aber hören kann man nichts. Der die Lautsprecher eingestellt hat, muss das eventuell im menschenleeren Stadion gemacht haben, denn wenn man bei einem Bier die Pressekonferenz verfolgen wollte, muss man Lippenleser sein, hören tut man nichts.

Fairerweise muss man sagen, dass das ein Jammern auf hohem Niveau ist, denn dass es in einem Stadion Monitore für Zuschauer gibt, ist anderswo ohnehin unbekannt.

Hier eine Tonaufzeichnung von einer Pressekonferenz nach dem Spiel am 22.7. 2017 (Rapid-Mattersburg)

Fall St. Pölten

In St. Pölten hat man sich etwas sehr Gemütliches einfallen lassen: in der linken Ecke auf der Seite der Haupttribüne kann man All-Inklusive-Tickets kaufen. 45,- Euro pro Ticket und Essen und Trinken sind frei. Ich finde, dass diese Lösung nachahmenswert ist und man könnte mit dem Prinzip dieses “Egger-Bier-Corners” auch in anderen Stadien die oft leeren Ecken füllen.

Zusammenfassung

Die Bundesliga schätzt die Großkunden mehr als das “Kleinvieh”. Die Sorge um den Stadionbesucher überlässt die Bundesliga den Vereinen und gibt gute Ratschläge. Die Mindeststandards, die den Zuschauer betreffen, beschränken sich auf die verpflichtenden Waschräume, alles andere ist optional und liegt im Ermessen der Vereine.

Wir, die Zuschauer würden uns erwarten, dass die Bundesliga an dieser Front ebenso verbindliche Standards vorschreibt, wie sie das zum Beispiel bei der Finanzgebarung macht. In der kommenden Saison wird es für solche unbefriedigenden Zustände für die Vereine Abschläge bei den Fernsehgeldern geben. Werden diese aber auch ausreichen, um die Veranstalter kundenfreundlichen handeln zu lassen?

Nach meiner Ansicht müsste die Bundesliga bei offensichtlichen Nachteilen für Zuschauer als ihr Anwalt gegen den veranstaltenden Verein auftreten. Dass Vereine versuchen, einen fairen Wettbewerb am Rasen durch einen unfairen Wettbewerb am Rücken der Zuschauer abzuhalten, ist dem Fußballsport nicht zuträglich.

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