GRÜNZEUG-618

GRÜNZEUG

INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951) 49.JAHRGANG/JÄNNER 2021/Nr.618/Versand 25.1.2021, Postamt 1120

ES GEHT UM UNSERE EXISTENZ!!!

Nach unserer Mitgliederversammlung vom 17.2.2020 mit Steffen Hofmann als Ehrengast schlug das Corona-Virus unbarmherzig zu: Seither durften wir keine Veranstaltung durchführen, um von einigen Sitzungen des, auch wegen dieser Scheiß-Pandemie reduzierten, Vorstands abzusehen. Immerhin konnten bis dato insgesamt sieben Ausgaben unseres Informationsblattes erscheinen und das trotz Gerhard Niederhubers Schlaganfall im Juni, an dessen Nachwirkungen er gelegentlich noch leidet. Trotzdem: Ob in der deprimierenden Atmosphäre der Neurologiestation des „Göttlichen Heilands“ oder daheim in einer Art Corona-Quarantäne kreisten die Gedanken des Obmanns und Redakteurs immer wieder um Rapid und wie es mit dem Klub der Freunde des S.C. Rapid weitergehen würde. Im Zusammenhang mit dieser unvermuteten Erkrankung möchte Niederhuber sich hier bei seiner „Grünzeug“-PC-Schreiberin Christine Ibesich bedanken, die sich sehr um ihn bemüht(e).

Wobei wir wieder beim „Grünzeug“ bzw. dem Klub der Freunde sind: Dieser Ausgabe liegt, wie immer am Jahresbeginn, ein Zahlschein zur Begleichung des Mitgliedsbeitrags bei. Uns ist bewusst, dass sich nicht jeder so viele Gedanken um den Fortbestand des nun 69-jährigen Anhängerklubs macht wie Niederhuber und dessen Gleichgesinnten, aber gerade der heurige Zahlschein muss quasi als „Testlauf“ angesehen werden. Klar ist auch, dass viele Damen und Herren mangels weiterer Aktivitäten mehr oder weniger gedankenlos das Weite gesucht haben könnten. Obwohl wir daran überhaupt keine Schuld haben und sowieso inbrünstig darauf hoffen, dass 2021 endlich ein Zugang zur Normalität gefunden werden könnte. Das gilt selbstverständlich auch für den SK Rapid selbst und dessen Spielen vor Publikum.

Kurz und gut: Wer jetzt auf uns pfeift und keinen Euro für den Beitrag 2021 mehr übrig hat, der legt uns den Gedanken an keine (auf 2021 verschobene) Generalversammlung ferne, sondern nur an eine „außerordentliche“, in welcher wir die Traditionsklubs zu beschließen hätten. Denn ohne Mitgliedsbeiträge und den Einkünften aus Versammlungen wäre die finanzielle Pleite unausbleiblich.

Denken Sie bitte daran, bevor Sie den Zahlschein sorglos wegschmeißen.
In diesem Sinne: Prosit Neujahr wünscht
der Vorstand

CORONA-HERBST MIT HÖHEN UND TIEFEN

Vorweg: Dieser Artikel wurde am 15.12. geschrieben und das in der Hoffnung, er möge die Leserschaft trotz ständigen Fortsetzungen des Lockdowns erreichen.

Nach dem 1:2 gegen Arsenal und dem 3:1 über Altach eroberte Rapid in der Liga 16 Punkte aus sechs Partien (Schnitt: 2,67). Später nach Fountas‘ und D.Ljubicics schwerwiegenden Verletzungen ging es einige Male bergab, eigentlich auch im Derby, weil die gesamte grünweiße Offensive mit Ausnahme von Schicks schickem Tor einzig und allein an FAK-Keeper Pentz scheiterte – zwei verlorene Punkte! 1:4 einer „B-Formation“ in London, 3:1 in Hartberg, 2:2 gegen Molde mit dem Out aus der Europa League, 0:3-Blamage daheim gegen die WSG Tirol. Und dann war es wieder einmal so wie ein Termin beim Zahnarzt: empfindliches 2:6 in Salzburg, somit war die eh nur vage Hoffnung auf einen Cupsiegertitel ebenfalls im A…

Umso wichtiger war das – viel zu niedrige – 1:0 in der Südstadt, auch weil sich die Abwehr keinerlei Patzer wie zuvor leistete. Das also war das Ende einer Berg- und Talfahrt, vor allem nach den Ausfällen der zuvor wichtigsten Stützen Fountas (bei seinen Comebacks behinderte ihn der Handbruch wesentlich mehr als den offenbar robusteren Stojkovic, den die Bullen in der Meisterschaft die gleiche Verletzung zufügten) sowieso, und das vor allem: Mit D.Ljubicic eroberte Rapid 16 Zähler aus nur sechs Ligapartien, ohne ihn jedoch nur mehr acht Zähler aus sechs Spielen. Dejans Vertrag endet im Sommer, dennoch müssten die Verantwortlichen scharf nachdenken, wie gut oder schlecht wäre es, ihn jetzt schon (mit Ablöse) gehen zu lassen. Gleiches gilt für Fountas (Vertrag bis 2023).

Trotz der Flops gegen Molde (Rang drei hinter Arsenal und den Norwegern in der Gruppe) und Salzburg sowie den peinlichen Vorstellungen in Ried und gegen Tirol steht Rapid in der Bundesliga so hervorragend da wie seit dem Herbst 2004 (31. Meisterjahr, 27 Punkte nach zwölf Matches): 1.Salzburg 25., 2.Sturm 24 (ein Spiel weniger), 3.LASK und 4.SCR mit je 24 Punkten. Neue Hoffnung auf die Erfüllung der „Mission 33“? Bitte nicht verschreien, zumal bis zum Erscheinen dieser Nummer zwei Heimspiele anstanden: Sturm plus St.Pölten, also ebenso viele harte Gegner.

Wie dem auch sei, für die 24 Punkte nach zwölf Runden dürfen wir den mit allen möglichen Problemen fertig gewordenen Didi-Schützlingen und ihren restlichen Betreuern gratulieren. Wie sich der weitere Verlauf dieser Corona-geschädigten Meisterschaft auch immer gestalten würde…

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

EL, 6.RUNDE (10.12.): MOLDE FK (H) 2:2 (1:1).

Knasmüllner eröffnete das so wichtige „Finale“ um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale mit einem knappest danebengegangenen Distanzschuss, aber bis zur 30. Minute fand Rapid leider kaum statt. Dann sorgte Ritzmaier per herrlichem Schuss fürs 1:1 und für positivere Stimmung im leeren Stadion, aber bereits 20 Sekunden nach Seitenwechsel hieß es 1:2, dagegen half auch die Verstärkung der Offensive nichts, zumal Moldes Keeper ein Meister seines Fachs war. Immerhin brachte Ibrahimoglus ins Kreuzeck abgefälschter Schuss für ein Remis plus 190.000 Euro als Prämie – ein schwacher Trost…

  • SCR: Gartler; Stojkovic, Hofmann, Barac, Ullmann; Grahovac, Ritzmaier (61.Ibrahimoglu); Schick, Knasmüllner (46.Fountas), Arase (46.Demir); Kara (78.Kitagawa).
  • Tore: Ritzmaier (43.), Ibrahimoglu (90.); Eikrem 12., 46.).
  • Gelbe Karten: Barac, Stojkovic, Fountas; Risa, Sinyan, Aursnes.
  • Weststadion, Guida (Italien).
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BL, ll.RUNDE (13.12.): WSG TIROL (H) 0:3 (0:2).

Am Tag, als Otto Baric starb, mussten wir auch über den Zustand der augenblicklichen Rapid-Elf trauern. Sie wurde von den Tirolern dermaßen dominiert, dass einem die Haare zu Berge standen. Natürlich auch beim 0:1 und 0:2 (Ex-Rapidler Petsos schien sich gar nicht richtig zu freuen) nach kurz abgespielten Cornern – so dilettantisch hatte sich Rapids „Verteidigung“ noch selten benommen, und das will schon was heißen. Die Frage, ob Gartler Petsos‘ 25-Meter-Schuss hätte halten können, blieb unwesentlich, denn der Pauli verhinderte ansonsten fast im Alleingang eine noch größere Blamage. Wäre Herr Hameter aus dem nahen Tulln bei vielen Tiroler Fouls auch so streng gewesen wie bei Stojkovics Tätlichkeit? Das zu hinterfragen erübrigte sich angesichts der Hütteldorfer Schwäche vermutlich ohnehin.

  • SCR: Gartler; Stojkovic, Sonnleitner (46.Barac), Greiml, Ullmann; Schuster, Ritzmaier (62.Grahovac); Schick, Demir (46.Kara), Ibrahimoglu (46.Arase); Fountas
  • Tore: Schnegg (5.), Petsos (30.), Fredriksen (90.)
  • Gelbe Karten: Ibrahimoglu, Schuster, Greiml, Schick; Petsos, Rieder, Smith, Gugganig, Yeboah
  • Rote Karte: Stojkovic (49., Tätigkeit)
  • Allianz-Stadion, Hameter.
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ÖFB-CUP, SECHZEHNTELFINALE (16.12.): SALZBURG (A) 2:6 (1:3)

Ohne den für zwei Spiele gesperrten Stojkovic setzte Rapid leider genau dort fort, wie sie gegen die WSG Tirol aufgehört hatte, und das war gegen die spielfreudigen Bullen natürlich tödlich. Neben Fountas‚ Penalty war eigentlich nur Ullmanns Granate ein Lichtblick. Sonst? Überhaupt nichts Positives…

  • SCR: Gartler; Schick, Greiml, Hofmann, Barac, Ullmann; Knasmüllner (75.Demir), Grahovac (80.Schuster), Ritzmaier (75.Petrovic); Kara (85.Sonnleitner), Fountas (80.Kitagawa)
  • Tore: Szoboszlai (16.), Berisha (19.), Koita (22.), Daka (74.), Camara (83., Elfer), Kristensen (87.); Fountas (45., Elfer), Ullmann (78.)
  • Gelb-Rote Karte: Hofmann (82., Foul)
  • Red-Bull-Arena, Altmann.
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BL, 12.RUNDE (19.12.): ADMIRA (A) 1:0 (1:0)

Neu verletzt: Arase, Grahovac, am Ende Kara. Erstes Zu-null für Gartler. Letzter Auftritt für Rapid: Fountas, wenn es nach seinen Management geht. Und sonst? Gegen den Letzten, der kürzlich Salzburg mit 0:1 heimgeschickt hatte, agierte Rapid viel konzentrierter als bei den vorherigen Enttäuschungen, speziell in der Abwehr. Vorne gelang das nach der Pause nicht mehr ganz so gut, der Sieg war nach Alutreffern von Schick und Kara sowie 22:3 Torschüssen aber trotzdem hochverdient.

  • SCR: Gartler; Schick, Hofmann, Barac, Ullmann; Schuster, Petrovic; Fountas (86.Greiml), Knasmüllner (61.Demir), Ritzmaier; Kara (75.Kitagawa)
  • Tor: Kara (20.)
  • Gelbe Karten: Hjulmand, Kerschbaum, Aiwu, Maier; Fountas, Trainer Kühbauer, Schuster
  • BSFZ-Arena, Schüttengruber
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„MR. GRÜNZEUG NR. 618“: PAUL GARTLER

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat

Als Paul Gartler für Rapid II spielte, erhielt er vom Verfasser oft den „Auftrag“, kein Goal zu kassieren, woran er sich weitestgehend hielt. In den letzten Profi-Spielen musste er vor dem 1:0 gegen die Admira aber elfmal hinter sich greifen, ohne Schuld zu haben. Kurz und gut, der Pauli war ein guter Vertreter von Richi Strebinger.

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

Christof Knasmüllner bestritt gegen die Admira sein 75. Spiel. Ansonsten gibt es nichts Derartiges zu erwähnen.

EIN BLICK ZU RAPID II

13.RUNDE (11.12.): YOUNG VIOLETS (A) 1:1 (1:1)

  • Hedl; Hajdari, Querfeld, Dijakovic, Gobara (9.Obermüller); Sulzbacher, Petrovic (46.Felber), Strunz (67.Fuchshofer), Oda, Savic; Zimmermann (67.Bozic)
  • Tore: El Moukhantir (14., Elfer); Strunz (25., Elfer).
  • Generali-Arena, Grobelnik.
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RESÜMEE: Unerfreulicher Beginn des nicht gerade niveauvollen kleinen Derbys: Gobara erlitt erneut eine Verletzung (Knöchel), dann beschenkte Referee Grobelnik den FAK II mit einem (Nicht-)Foulpenalty, aber Rapid II kriegte trotz eines klaren violetten Hands im Strafraum keinen zweiten. So kam es zum 1:1, und das war für die Hofmann-/Maresch-Truppe allerdings etwas glücklich. Sodass beide Teams über den Winter in der unmittelbaren Abstiegszone blieben: 15.Young Violets 13/8 (13:23), 16.Rapid II 13/6 (15:28); auf einem gesicherten Platz: 13.Kapfenberg 13/15 (19:23).

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubdcrfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“-„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

Am 13.12. verstarb Otto Baric an der Corona-Erkrankung. Mit ihm verbanden unseren Anhängerklub zahlreiche positive Erinnerungen und Freuden: „Otto Maximale“, wie er genannt wurde, bescherte dem SK Rapid drei Meistertitel, vier Pokalsiege, fünf Gewinne des Supercups sowie den Aufstieg ins Finale des Europokals der Pokalsieger Anno 1985, um seine Verdienste bei anderen Klubs nur so ganz am Rande zu erwähnen. Wie auch immer, wir werden ihn niemals vergessen! Vor jedem noch so aussichtslosen EC-Match sagte er immer: „Wir gehen weiter!“ Und nun ist er selbst nach ganz, ganz oben gegangen…

Wie wir aus berufenem Munde erfuhren, ist die Finanzlage des SCR trotz der zuschauerlosen Pandemie gar nicht so übel, wofür auch der 2-Millionen-Zuschuss aus dem Fördertopf verantwortlich ist. Letzterer umfasste insgesamt 2,7 Millionen, doch der Zuschauerschwund traf den SK Rapid wie sonst keinen Verein, sodass die Höhe des Betrages völlig außer Streit war; der Rest wurde auf die anderen Bundesligisten aufgeteilt.

Erstes Testmatch nach dem Trainingsauftakt am 4.1.: 2:1 (2:1) gegen den Leader der 2.Liga, Lafnitz, nach Toren von Demir und Sulzbacher. Es kamen 23 Spieler zum Einsatz, darunter auch D.Ljubicic, der wegen Übelkeit aber nur 25 Minuten mitwirkte.

Immer wieder Zores mit Taxi Fountas: Permanente Transfergerüchte, nun leistete sich der Grieche im letzten Test vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft gegen die Admira in der 16. Minute eine Tätlichkeit und wurde ausgeschlossen. Rapid durfte dennoch zu elft weiterspielen und gewann nach Toren von Kara (auch Transfergerüchte?), Hofmann sowie D.Ljubicic (detto) mit 3:1 (2:1). Fragt sich nur, welche Akteure Kühbauer im Frühjahr zur Verfügung stehen werden…

Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller

KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID, 1120 Wien
Telefonservice: 01-8170035
Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
E-Mail-Adresse: rapid @ klubderfreunde . at
Offenlegung: Grundlegende Richtung von “Grünzeug“ ist die umfassende Information der Freunde des S.C.Rapid.
Medieninhaber: KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID (Vorstand: Obmann: Gerhard Niederhuber, Obmannstellvertreter: Martin Reiser, Kassier: Clemens Bachmayer).
Homepage: http://klubderfreunde.at

Newsletter: http://klubderfreunde.at/newsletter-anmeldung/
Homepage-Autor: Franz Fiala · franz @ ewkil.at · 0677-1899 5070

„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-617
  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
  • Alle Ausgaben des GRÜNZEUG seit den 1970er Jahren stehen unseren Mitgliedern oder Fußballhistorikern auf Anfrage im PDF- Format zur Verfügung

Spiel oder Stimme?

Ich weiß oft nicht, was genau mich zu Rapid zieht: das Spiel oder die Stimme. Jedenfalls begleite ich unseren Sohn Florian und versuche, ihm ein einigermaßen gleichwertiger Gesprächspartner zu sein. Als er etwa 10 Jahre alt war, begann er sich für Fußball zu interessieren. Es war ein theoretisches Interesse, ein solches von dem Fernseher. Es waren die Jahre von Sturm Graz und FC Tirol. Rapid war damals für uns kein Thema und spielte nur eine untergeordnete Rolle.

Es wurde mir klar, dass man dieses große Interesse für Fußball fördern müsse, aber wie? Ich selbst wusste nichts über Fußball, Florian war mir mit seiner Detailkenntnis weit voraus. Für uns, als Favoritner, war es naheliegend, zum nächstgelegenen Bundesliga-Verein zu gehen, und im Jahr 2000 besuchten wir tatsächlich einige Spiele am Verteilerkreis. In der Folge planten wir Reisen so, dass wir möglichst immer auch ein Fußballspiel besuchen konnten. Graz, Salzburg, Innsbruck, Bregenz und Klagenfurt waren unsere Ziele.

Schließlich fehlte uns noch ein Verein in unserer Sammlung: Rapid. Wir wählten das Spiel Rapid-LASK am 28.4.2001. Es war die Zeit, als das Hanappi-Stadion ein neues Dach bekommen sollte und es gab auf der West aus diesem Anlass auch ein Spruchband. Rapid war Zweiter in der Tabelle, der Trainer Ernst Dokupil. Umso betrüblicher die Zuschauerzahl von nur 6.850.

Dennoch war es nicht ein Spiel wie alle anderen, die wir gesehen haben. Es war der uns damals unbekannte Mann mit dem Mikro, der den Unterschied ausmachte. Ich hatte den Eindruck, als würde er mich und mit mir auch alle anderen im Stadion persönlich ansprechen. Hier war jemand, der nicht nur eine Mannschaftsaufstellung aufsagt. Die Stimme appellierte an eine Gemeinschaft, sprach von einer Familie, und der größte Wunsch des Sprechers war, dass sich diese Familie vergrößern möge.

Mein erstes Bild des charismatischen Sprechers

Man muss Florian eher die Wünsche von den Augen ablesen als dass er sie aussprechen würde. Umso mehr hat mich verblüfft, dass er bei der Heimfahrt von unserem ersten Spiel in Hütteldorf von sich aus vorgeschlagen hat, ab jetzt nur mehr Spiele von Rapid in Hütteldorf zu besuchen. Vielleicht war es die interessante Stadionzeitung, vielleicht hatte auch ihn diese Stimme fasziniert, jedenfalls war es bemerkenswert,

Und so war es! Zwar waren diese Stadionbesuche bedingt durch schulische Verpflichtungen nicht immer möglich, aber wir tasteten uns an den grün-weißen Fußball schrittweise an; zunächst mit Einzelkarten, dann mit einem Frühjahrsabo auf der Nord, natürlich ergänzt durch Mitgliedschaften. An einem „Tag der offenen Tür“ gewann Florian ein Abo auf der Südtribüne. Das war der Startschuss für eine immer enger werdende Bindung an Rapid. Aus diesem einen Abo wurden im Laufe der Jahre vier und wir begannen, an allen Veranstaltungen, die den Mitgliedern angeboten wurden, teilzunehmen, wurden zu fallweisen Auswärtsfahrern, auch international.

Und so, wie unsere Beziehung zu Rapid sich intensivierte, so wuchs auch die Rapid-Euphorie bei den Gleichgesinnten gleichermaßen. Wir alle wurden vom charismatischen Sprecher angezogen; es war magisch, wenn „Hier kommt Rapid!“ aus den Lautsprechern schallte.

Während unserer 20 Jahre mit Rapid stiegen die Zuschauerzahlen bei Rapid viel stärker als bei den Mitbewerbern. Es ist unschwer zu erraten, dass der Grund für diese große Popularität einen Namen hat:

Andy Marek

Die folgenden Grafiken zeigen im Vergleich die Entwicklung der Zuschauerzahlen bis 1991 und ab 1992 – ohne weiteren Kommentar.

Links

2001-04-28 Rapid-LASK (Weltfußball)
2020-02-17 Abschiedsabend Andy Marek
2020-02-12 Unsere Zeit mit Andy Marek
2020-02-12 Andy Marek in Zahlen
Andy Marek 50
2017-07-24 Andy Marek 55
2017-07-24 Andy Marek 25/55
Andy Marek 45
2019-11-28 Mister Rapid 
2020-03-08 Making of
2017-12-19 Rapid-Botschafter
2017-12-21 Der Rapid-Turbo

Bildprojekte

2007 Andy Marek 45
2012 Andy Marek 50
2017 Andy Marek 55
2020-02 Andy Marek Abschied