GRÜNZEUG-613

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 48. JAHRGANG / Juni 2020 / Nr. 613 / Versand 22.6.2020

CORONA, CORONA, CORONA, ABER WIR SIND DOCH NOCH DA!

Nachdem bereits die für 23.3. angesetzte Mitgliederversammlung dem unsäglichen Virus zum Opfer gefallen war, konnte natürlich auch die diesjährige Generalversammlung mit Neuwahl des Vorstands (geplant waren der 18.5. sowie die Ehrengäste Martin Bruckner, Gerry Willfurth und Michael Krammer) nicht stattfinden; sie musste notgedrungen um ein Jahr verschoben werden.

Ebenso unmöglich sind bis auf weiteres leider unsere „normalen“ Mitgliederversammlungen, weil wir im Klublokal noch nicht 50 bis 60 Personen empfangen dürfen.

Trotzdem gibt es den Klub der Freunde des S.C. Rapid weiterhin, wie dieses erste „Grünzeug“ seit dem vergangenen März beweist.

Wir appellieren hiemit an alle Mitglieder, uns auch bzw. gerade in diesen schweren Zeiten weiterhin die Treue zu halten, verbunden mit der Hoffnung, dass das tückische Virus früher oder später besiegt werden kann.

Danke für Ihre verständnisvolle Geduld, sehr verehrte Damen und Herren!

Aus obigen Gründen verschieben sich auch die Ehrungen nachstehender Jubilare, denen wir aber schon jetzt gratulieren: Gustav Baumgartner, Alfred Fürtler, Theresia Schlegel, Friedrich Sorna (alle seit 50 Jahren Mitglied); Johann Rührig, Franz Würzl, Josef Ziniel (alle seit 40 Jahren Mitglied); Christian Balog, Rene Klampfer (beide seit 20 Jahren Mitglied). Selbstverständlich wird es in der „regulären“ Generalversammlung auch aktuelle Jubilare geben.

In diesem Sinne wünschen wir sämtlichen Mitgliedern, Leserinnen und Lesern bis dahin und überhaupt für immer beste Gesundheit. Und Sie wissen ja: „Egal, wos kummt in Lern, Rapid(ler) wird’s imma gern!“

WIR TRAUERN UM JOSEF LISKA

Josef Liska (68) musste in den letzten sechs Wochen seines gottesfürchtigen Lebens einen dramatischen Leidensweg durchstehen, ehe er im AKH aus diesem erlöst wurde: Geschwür am linken Ellbogen, das aber nicht bösartig war. Dafür bestand Herzinfarktgefahr. Trotz zweier Stents folgten ein zweiter Infarkt und der Fall in Bewusstlosigkeit, aus der er niemals mehr erwachen sollte. Dazu erlitt er eine Hirnblutung plus Hirntod. Bis er am frühen Morgen des 7.5. aus diesem Leben schied. Sein letzter Weg führte ihn am 22.5. ins Familiengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Man kannte den Josef oder Pepi, wie wir ihn nannten, als kauzigen bis gelegentlich querulantischen Menschen, der von einer vorgefassten Meinung so gut wie nie abwich. Aber wahrscheinlich beruhte seine absolute Zuverlässigkeit ja gerade auf dieser Eigenart. Wie auch immer, Josef Liska gehörte unserem Vorstand über 30 lange Jahre als Schriftführer an und versäumte in dieser Zeit kaum jemals eine Sitzung; nur das Protokoll jener vom 24.2.2020 konnte er uns nicht mehr übergeben…

Niemandem wird Josef Liska mehr fehlen als unserem Obmann, Gerhard Niederhuber, pflegte er mit diesem doch über mehr als 40 Jahre eine treue Freundschaft, die am besten mit dem Wort ambivalent zu beschreiben ist. Unter dem Strich darf Niederhuber sagen: Das Unikat Josef Liska wird unerreicht bleiben, wer auch immer ihm als Schriftfuhrer(in) des Klubs der Freunde des S.C. Rapid folgen wird. Privat ist einer wie er sowieso kein zweites Mal zu finden.

Danke für alles, alter Schwarzseher, und werde da oben glücklicher, als du es auf Erden nicht immer sein konntest!

HAPPY END DER 43. AKTION „WEIHNACHTSFEIER FÜR DEN NACHWUCHS“: 4.310,99 EURO!

Diesen beachtlichen Gesamtbetrag verdanken wir und die grün-weißen Jungkicker auch diesen nachträglichen Spender(innen): Fachinsp. Franz Gugerell, Johann und Moritz Koller sowie Ludwig und Margaretha Kubin.

Natürlich ist er der SCR-Jugendleitung bereits zur Gänze zugegangen.

VERLETZUNGS-HORROR IN SALZBURG, ABER: JETZT ERST RECHT!

In diesem Artikel wollen wir uns (fast) nur mit Fußball befassen. Den Kampf gegen Covid-19, der oft tödlichen Folge des aus China importierten Coronavirus, hat Rapid ’20 zumindest bis zu unserem Redaktionsschluss erfolgreich bestritten. Der Horror war aber trotzdem kein geringerer, schieden doch gleich zum Re-Start der Meisterschaft nicht weniger als drei Schlüsselspieler in noch nie gesehener, weil rascher Folge für mehr oder weniger lange Zeit mehr oder weniger schwer verletzt aus (vgl. „Spiele, Tore, Kommentare“).

Die Folgen dieses Dreifachschocks ausgerechnet in Salzburg?

Vorerst wurde die anschließende Partie gegen Sturm Graz im leeren Allianz-Stadion (dank Christoph Pescheks Einladung durfte der Verfasser zum handverlesenen Häuflein der Augenzeugen zählen) erstaunlich sicher mit 4:0 bezwungen. Die jungen Herren um Kapitän Stefan Schwab und die paar anderen erfahreneren Kollegen agierten sichtlich unter dem Motto „Jetzt erst recht“ (Leo Greiml, der bärenstarke Zentralverteidiger, zählt 18, Doppelpacker Kelvin Arase „schon“ 21 und das bereits ganz schön ausgebuffte Küken Yusuf Demir gar erst 17 zarte Jährchen). Somit schrumpften die Abstände zwischen dem WAC, Rapid und dem „bösen“ LASK auf Babyelefantengröße. Die Roten Bullen liegen allerdings um jene eines ausgewachsenen Elefantenbullen voran. Aber immerhin: Der SCR hat sehr gute Aussichten, demnächst wieder einmal im Europacup mittun zu dürfen. Falls es überhaupt einen geben wird und falls Didis Burschen die zahllosen Ausfälle ähnlich verkraften können wie etwa gegen Sturm. Und das in einer wahren Hetzjagd bis 5.7. (an darauf folgende Play-off-Matches wollen wir gar nicht denken).

Wie’s mit unserem Anhängerklub weitergehen soll sowie mit dem „Grünzeug“, darüber berät der Vorstand am 22.6.

tipico-Bundesliga, Meisterrunde (Stand vom 7.6.):

1.Salzburg 24/30 (82:26)
2.WAC      24/23 (55:31)
3.Rapid    24/23 (51:28)
4.LASK     24/22 (54:25).

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

22.RUNDE (7.3.): WAC (A) 2:2 (1:1)

Man sollte Didis Truppe niemals vorzeitig abschreiben, nicht einmal bei Partien im ungeliebten Wolfsberg, auch wenn die Darbietung hinten (Probleme mit Old Boy Liendls Freistößen und den Kopfbällen des 174-Zentimeter-Mannes Weissman) wie vorne (weitestgehend harmlos) absolut nicht gut ist und selbst dann ebenfalls nicht, wenn die Leistungsträger Dibon (Rissquetschwunde) und Fountas (Gehirnerschütterung nach Brutalo-Check Rnics, des „Vorbereiters“ von Taxis 14. Tor) verletzt werden. Unter dem alten Kämpfer Kühbauer gab Rapid auch beim starken WAC dennoch nie auf: zuerst in der turbulenten, slapstick-artigen Verlängerung der ersten Halbzeit und erst recht in jener der zweiten. Damit gelangen die Verlängerung der niederlagenlosen Serie (nun schon neun Matches) und die Verteidigung des dritten Platzes, bevor es mit halbierten Punkten in die Meisterrunde ging. In der ja nicht jedesmal ein Weissman lauert, dem in 21 Spielen sagenhafte 22 Tore gelangen.

SCR: Strebinger; Stojkovic, Dibon (42.Hofmann), Barac, Ullmann; Petrovic, Schwab; Murg (62.Schick), Knasmüllner, Arase; Fountas (70.Kitagawa).- Tore: Weissman (45.Z+3, 73.); Fountas (45./+1), Hofmann (90./+1).- Gelbe Karten: Holzer; Petrovic– LavanttalArena, Ciochirca, 5.718.

Wegen der Corona-Krise folgte nun eine Zwangspause bis 3.6. Sämtliche weiteren Partien sollen bis 15.7. durchgepeitscht werden – falls das Virus nicht zurückkommt…

MEISTERSCHAFTSRUNDE (3.6.): RED BULL SALZBURG (A) 0:2 (0:1)

Angesichts der unglaublichen Verletzungsschocks war gewiss nicht nur der Verfasser bei diesem Geisterspiel so entgeistert, dass die bittere Niederlage gegen die nach der Pause klar überlegenen Bullen für ihn fast zur Nebensache geriet. Barac (Oberschenkel) fehlte von Haus aus, aber dann wurde es sehr bald noch viel schlimmer: Minute 2: Abwehrchef Nummer 1, der ewige Pechvogel Dibon, fiel mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus. Minute 27: Abwehrchef Nummer 2, Dibis Vertreter Sonnleitner, zog sich eine Oberschenkelverietzung zu, sodass D.Ljubicic als insgesamt vierter Innenverteidiger ins Abwehrzentrum übersiedeln musste. Und schließlich die Minute 72: Murg, kurz zuvor eingewechselt, humpelte quasi postwendend auch vom Feld (Sprunggelenk). Weil damit das Austauschkontingenz erfüllt war, mussten die tapferen Rapidler zu zehnt das 0:2 hinnehmen. Dabei hatten sie vor der Pause mit den sorgenfreien Hausherren durchaus mitgehalten und zwei große Ausgleichschancen vorgefunden (Fountas, Hofmann). Spätestens in der Nachspielzeit platzten die grün-weißen Träume vom 33. Meistertitel wie Seifenblasen. Unter diesen bitteren Voraussetzungen eigentlich nur zu verständlich…

SCR: Strebinger; Stojkovic, Dibon (7. Sonnleitner, 27.Grahovac), Hofmann; Arase (72.Schick), Petrovic, D.Ljubicic, Schwab, Ullmann; Knasmüllner (72.Murg), Fountas (72.Kitagawa).- Tore: Daka (9.), Okafor (90./+!).- Gelbe Karten: Daka; Trainer Kühbauer, Stojkovic.- Bes.Vorkommnis: Rapid war ab der 77. Minute nur mehr zu zehnt.- Red-Bull Arena, Eisner.

MEISTERSCHAFTSRUNDE (7.6.): STURM GRAZ (H) 4:0 (2:0)

Dibon? Definitiver Kreuzbandriss plus Zwangspause bis Jahresende! Sonnleitner? Muskelfaserriss im Oberschenkel! Murg? Blessuren des linken Knies und des Sprunggelenks! Vielleicht können diese beiden in die laufende Meisterschaft noch einsteigen. Was hoffentlich auch für Barac und Strebinger (Rücken) gilt. Wohl kaum aber für Schobesberger. Trotz allem legte Kühbauers „Rumpftruppe“ gegen Sturm eine bemerkenswert gute Leistung hin, für die vier Akteure hauptverantwortlich waren: Leo Greiml war ein souveräner Abwehrchef, Dejan Ljubicic regierte im Mittelfeld, Kelvin Arase war fast nicht zu halten und Taxi Fountas gar nicht (zwei Assists, Elfer herausgeholt, das 4:0 selbst erzielt, zu dem übrigens Teenie Demir die geschickte Vorarbeit leistete). Wie auch immer, die klar unterlegenen Gäste wären sicher noch deutlicher geschlagen worden, wäre Rapids Chancenverwertung besser gewesen. Aber bei einem 4:0 und unter den gegebenen Umständen sollte man wirklich nicht meckern!

SCR: Knoflach; Stojkovic, Greiml (72.Grahovac), Hofmann; Schick (77.Auer), D.Ljubicic, Schwab (77.Demir), Ullmann; Knasmüllner (65.Petrovic); Fountas, Arase (46.Kitagawa).-

Tore: Arase (26., 28.), Schwab (70., Elfer), Fountas (78.).- Gelbe Karten: Greiml; Trümmer, Despodov, Spendlhofer.- Allianz-Stadion, Gishammer.

„MR. GRÜNZEUG NR. 613“: DEJAN LJUBIC1C

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat.

Corona, Corona, Corona… Deswegen erstreckt sich unsere Zensierung über einen Zeitraum von exakt drei Monaten. Am 7.3., in Wolfsberg, war Hochwürden Pelczars Liebling nicht mit dabei (und mit den Gedanken in Chicago?), aber beim 0:2-Schock in Salzburg agierte Dejan Ljubicic als perfekter (Not-)Abwehrchef, und zuletzt brillierte er – wie so oft in dieser seiner besten Saison – im Mittelfeld. Wie gut, dass aus dem Wiener (noch?) kein „Ami“ geworden ist!

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

BL-Spiel: Richard Strebinger 125. (Salzburg).- BL-Tor: Wie es ihm als Kapitän zusteht, erzielte Stefan Schwab gegen Sturm vom Elferpunkt Rapids diesjährigen 50. Meisterschaftstreffer.

WAS BIS ZUM RE-START (NICHT) GESCHAH

Einst wurde über Belanglosigkeiten nonchalant gesagt: „Das ist so uninteressant, wie wenn in Peking ein Fahrrad umfallt.“ Oder bis vor wenigen Monaten: „Wurscht, wenn sie in Wuhan Fledermäuse essen und daher krank werden.“ Das hat sich nicht zuletzt durch die ausufernde Globalisierung und den vehementen Tourismus weltweit dramatisch verändert: Ausgehend von dieser chinesischen Provinz verbreitete sich ein oft tödliches Virus auf der ganzen Welt, erreichte natürlich auch unsere „Insel der Seligen“ und legte hier so gut wie alles lahm. Auch den Fußball.

Am 10.3. wurde die Fortsetzung der BL-Meisterschaft vorerst auf Anfang April erstreckt, möglich schien aber auch der totale Abbruch.

Nahezu gleichzeitig erlitt unser Mario Sonnleitner im Training erhebliche Kieferverletzungen, verlor drei Zähne und fiel für einige Wochen aus, doch „dank“ Corona versäumte er eigentlich gar nichts. Das umso weniger, als das Ende der BL-Pause um einen weiteren Monat verschoben wurde. Über einen Neustart würde laut Vorstand Christian Ebenbauer die Regierung entscheiden. Mitte März wurde bereits von Geisterspielen gesprochen. Dazu Christoph Peschek: „Rapid droht bis Ende Juni ein Minus von sechs Millionen Euro.“ Er und Zoki Barisic (trotz allem: Gratulation zum „50er“!) sowie die zur Zwangspause verurteilten Kicker verzichteten auf wesentliche Teile ihrer Gehälter, um den unversehens finanziell angeschlagenen Verein zu unterstützen. Dazu der große Kämpfer Sonni: „Das Virus bricht uns nicht. Wir müssen zusammenstehen und das durchziehen, dann werden wir schnell ins Leben zurückfinden.“

Wie es in der großen Rapid-Familie üblich ist, ließen und lassen sich auch viele Fans nicht lumpen: Nicht nur, dass die grün-weißen Schutzmasken reißenden Absatz finden, ein erheblicher Teil der Abonnenten erklärte sich sogar spontan bereit, auf die Refundierung jenes Betrages zu verzichten, den sie für die Spiele bezahlt hatten, die sie nun nicht mehr im Stadion werden sehen können.

Ebenfalls Zeichen der Verbundenheit: Kelvin Arose verlängerte seinen Vertrag bis Sommer 2022 und die Herren Stefan Schwab, Stephan Auer, Paul Gartier, Tobias Knoflach sowie Marko Bozovic die ihren (zumindest?) bis zum letzten Spiel dieser einzigartigen Saison im Juli.

Ins Kleingruppentraining waren insgesamt 30 Rapidler am 21.4. gestartet, für welches die Crew um Didi Kühbauer von Zeljko Radovic und Walter Knaller unterstützt wurde. Die strengen Sicherheitsauflagen: Schutzmasken, Desinfektionsmittel, eigene Trinkflaschen, zwei Garnituren Trainingsbekieidung, Kontrollen der Körpertemperatur, duschen erst daheim.

Inzwischen ordnete die Bundesliga an, dass bei Geisterspielen nur maximal 200 Personen in den Stadien sein dürfen, aber keine Zuschauer. Da schlug die „Krone“ am 2.5. Alarm: „Im Horror-Szenario überleben nur drei!“ Nämlich Salzburg, LASK und Sturm. Dagegen verblassten die Meldungen von den Verletzungen der Youngster Nici Wunsch (Kniearthroskopie) und Lion Schuster (Mittelfußbruch) oder von Junggoalie Nikolaus Polsters Abgang justament zum LASK:

Ab 15,5. war – selbstverständlich auch unter jeder Menge Auflagen – endlich normales Mannschaftstraining erlaubt, zudem würde nur ein erkrankter Spieler isoliert, dabei hatte es zuvor noch geheißen, die ganze eigene sowie die gegnerische Mannschaft müssten in diesem Fall in Quarantäne geschickt werden. Und dass die Saison endgültig abgebrochen würde. Um die allgemeine Verunsicherung weiter zu erhöhen, meldete sich ein Gynäkologe namens DDr. Christian Fiala zu Wort: Die Panik gefährde Existenzen, Gesundheitssystem sowie sozialen Frieden und: „Als Arzt trete ich dem mit Fakten entgegen. Wir befinden uns am Ende einer eher harmlosen Grippe-Saison.“ Was sollte man davon als Nicht-Studierter halten? „Drei Ärzte, vier Meinungen“ – stimmt das wirklich?

Wie auch immer, die Meisterschaft wurde am 2.6. (Quali-Gruppe) bzw. 3.6. (Meister-Gruppe) fortgesetzt und soll inklusive Play-off am 15.7. beendet werden – vorausgesetzt, das Virus lässt uns endlich so einigermaßen in Ruhe…

Für einen Paukenschlag sorgte der LASK unter seinem oftmals verhaltensauffähigen Präsidenten Siegmund Gruber, indem er auf die Vorgaben der Regierung pfiff, schon vor dem 15.5. (mindestens?) vier normale Teamtrainings durchführte und sich so irreguläre Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffte. Die für viele zu milden Sanktionen: 75.000 Euro Geldstrafe, sechs Minuspunkte und Verlust der Tabellenführung. Über die zu erwartenden Proteste der Linzer und damit über den definitiven Ausgang der Meisterschaft wird wohl erst nach deren Ende entschieden werden. Wozu man zur zähneknirschend sagen kann: Corona, Corona, Corona!!!

Übrigens haben sich Gruber & Co. viele Sympathien verscherzt, indem sie die anderen Bundesligisten vernaderten, weil die angeblich ebenfalls verfrühte und daher verbotene Mannschaftstrainings absolvierten. Echte Beweise dafür konnten die feinen Herren aber nicht vorlegen.

Für uns jedenfalls ist die „eher harmlose Grippe“ erst dann wirklich überwunden, wenn der allgegenwärtige (und gewiss notwendige) Mummenschanz vorüber ist und kein Babyelefant mehr auf unseren Nerven herumtrampelt. Übrigens: Elefanten werden erst mit 25 Jahren erwachsen.

EIN BLICK ZU RAPID II

18.RUNDE (6.3.): NEUSIEDL (A) 2:2 (1:2)

Die Heimischen machten aus ihren wenigen Chancen zwei schnelle Tore, aber der „kleine“ SCR, die beste RLO-Auswärtsmannschaft (nunmehr sieben Partien und 15 Zähler), kam durch Bozics Kopfgoal ebenso schnell heran. Jetzt wurden die Jungrapidler immer spielbestimmender, konnten von ihren zahlreichen Chancen leider aber nur eine verwerten. Jedenfalls bewies die Aufholjagd die hohe Moral der Rado-Boys.

SCR II: Hedl; Sulzbacher, Greiml, Gobara, Hajdari; Schuster, Bozic, Ibrahimoglu (46.Bosnjak); Oppong (72.Kocyigit), Fuchshofer, Savic (64.Strunz).- Tore: Steinacher (3.), Buljubasic (14.); Bozic (17.), Gobara (39.).- Neusiedl, Fluch, 340.

Christian, Arnold, Florian, Franz (Danke an Markus für das Foto)

Nach dieser Runde wurden sämtliche Meisterschaften unterhalb der 2. Liga abgebrochen, dem verdammten Virus sei „Dank“! Zeljko Radovics hoffnungsvolle Youngster belegten mit 37 Punkten Rang 2 hinter Carsten Janckers Mannsdorfem (42 Zähler) und vor dem Titelverteidiger Ebreichsdorf (34), der sich aber aus der Regionalliga zurückzieht. Da Rapid II als einziger Ostligist um eine Lizenz für die 2. Liga angesucht hatte, wären die Aufstiegschancen durchaus gut gewesen. Doch weil aus der 2. Liga niemand absteigen wird, müssten die Jungrapidler nicht nur Zweiter bleiben, sondern auch darauf hoffen, dass irgendein Zweitligist die – wegen Corona aufgeweichten – Lizenzbestimmungen nicht erfüllen kann.

Und wie es 2020/21 weitergehen wird, in welcher Liga auch immer, das weiß noch kein Mensch…

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubderfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“-„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

Vor dem Gastspiel in Wolfsberg vermeldete der SK Rapid einen neuen Rekord: 16.804 Mitglieder! Zum Vergleich: Im Oktober hatte der Serienmeister Red Bull Salzburg 22 (in Worten: zwanzigundzwo); ob es inzwischen schon 23 oder gar 24 sind, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wegen Corona wurden die Ergebnisse der „Krone“-Wahlen erst am 5.4. bekannt: Fussballer des Jahres 2019 wurde LASK-Keeper Alexander Schlager mit 139.423 Stimmen vor Rapids kleinem, großen Torjäger Taxi Fountas (122.390), während bei den Trainern Didi Kühbauer (112.443) hinter Teamchef Franco Foda (118.905) und Valerien Ismael vom LASK (114.676) als Dritter einlief.

Vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft durfte jeder Klub nur ein einziges Testspiel bestreiten und das natürlich ohne Publikum. Rapid schlug aus diesem Anlass den SV HORN am 28.5. im leeren Allianz-Stadion dank Fountas, Murg (Freistoß) und Kara souveräner als es das Resultat zeigt mit 3:0 (2:0).

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Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
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„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-612
  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
  • Alle Ausgaben des GRÜNZEUG seit den 1970er Jahren stehen unseren Mitgliedern oder Fußballhistorikern auf Anfrage im PDF- Format zur Verfügung

Kinder und Eltern

Hier soll es um dieses sexistische Spruchband gehen.

Egal, ob Sitznachbar im Stadion, Medienvertreter oder Fußball-Analyst im Fernsehen, die Ablehnung des sexistischen Spruchbandes ist einhellig. Also muss man nicht viele Worte darüber verlieren – oder doch?

Versuchen wir, den Dingen auf den Grund zu gehen, und daraus Handlungsalternativen abzuleiten. Die folgende Kurzfassung erspart die mühsame Lektüre:

Kurzfassung

Der Block darf und soll seine Neigungen bis zu einem gewissen Grad ausleben, nämlich soweit, als es durch die anderen Zuschauer im Stadion toleriert wird. Und in dieser Grenzziehung ist der Verein gefordert, sie findet zu wenig statt.

Hätte es in der Frage des Transparents im Vorfeld eine Einigkeit zwischen Verein und Block gegeben, würde das den eigentlichen Motiven des Blocks geradezu widersprechen. Eine solche Provokation kann ja nur am Verein vorbei ins Stadion geschmuggelt werden, anders geht das ja nicht.

Rapid muss sich darüber klar werden, dass es nicht das Wesen des Blocks ist, Abmachungen, wie etwas das Leitbild, einzuhalten. Es sind gerade die Übertretungen, die den Block zu einer so festen Gemeinschaft machen. Aber ohne Konsequenzen und ohne klare Linie gegenüber dem Block, verletzt Rapid sein eigenes Leitbild, weil eben zugelassen wird, dass Rapidler im Stadion das Leitbild verletzen. Und es kann nicht dabei bleiben, dass man das Spruchband nur entfernt. Vielleicht sollte man die Ethik-Kommission in allen diesen Fragen einbeziehen. Vielleicht sollte es einen Maßnahmenkatalog, um nicht zu sagen einen Strafenkatalog geben, der bei Verfehlungen aller Art interfamiliär angewendet wird.

Tut man alles das nicht, dann droht dem Verein Rapid wegen seines verhaltensauffälligen Blocks eine Strafe seitens der Bundesliga oder des ÖFB, die dann eine Kollektivstrafe sein wird – zum Beispiel ein Punkteabzug oder eine Geldstrafe sein wird, und beides, Punkte und Geld, haben wir nicht in ausreichendem Ausmaß, unter der wir alle leiden. Wäre es da nicht nachhaltiger, im eigenen Haus klare Verhältnisse zu schaffen? Der Anlass wäre da, und es wäre nicht der erste seiner Art.


Beginnen wir bei unserem Rundkurs mit interessanten Interpretationen:

Fragen über Fragen

Jede dieser fragwürdigen und teilweise nicht nur gegen die guten Sitten sondern auch gegen Gesetze verstoßenden Aktionen des Blocks, lässt immer wieder dieselben Fragen hochkommen.

  • Warum werden solche Sprüche überhaupt getextet?
  • Warum gibt es für den Block keine Eingangskontrollen für Spruchbänder?
  • Wozu braucht Rapid ein Leitbild, wenn man sich nicht daran orientiert?
  • Warum wird der Block anders behandelt als alle anderen?
  • Regiert der Block Rapid?
  • Wer muss sich bewegen, um Rapid in Einklang mit dem Leitbild zu bringen: der Block, Rapid, wir?

Alle müssen sich bewegen!

  • Der Block muss das erfahren, was er sucht: Grenzen.
  • Rapid muss das Lavieren aufgeben, sich klar positionieren und Grenzpflöcke einschlagen, die dem Leitbild folgen. Bisher diente das Leitbild nur für Sonntagsreden und vor einem Publikum, das dem Leitbild ohnehin vollinhaltlich zustimmt. Zeigt der Verein diese Grenzen nicht auf, werden es andere tun.
  • Wir selbst sollten nicht nur entrüstet sein, wir sollten uns klarer gegen solche Handlungen aussprechen und gegebenenfalls – so wie es der Block gerne tut, wenn er sich schlecht behandelt fühlt – dem Stadion fern bleiben. Ich kenne tolle Rapid-Fans, die das bereits getan haben, sie haben ihr Abo aus Protest nicht verlängert. Hier geht der großen Masse leider etwas ab: der Zusammenhalt, etwas, das man durchaus vom Block lernen kann, aber es wird noch viel passieren müssen, um diese Einigkeit zu schaffen, die der Block bereits jetzt hat. Mein erste Reaktion auf das sexistische Spruchband war ein Anti-Spruchband, etwa unter dem Motto „Wir sind nicht so…“. Selbstverständlich legte ich es vor der Anfertigung bei Rapid zur Genehmigung vor – und es wurde prompt nicht genehmigt. **) Wieder was gespart . und gelernt!

Esoterik und Chaos

Esoterisch Angehauchte (Meindl-Reisinger verhöhnt Rapid nach Debakel) finden, dass mit dem 2:7 gegen RB die Strafe auf dem Fuß gefolgt wäre. Für solche Wirkungszusammenhänge muss man nicht in die religiös-esoterische Trickkiste greifen, denn es gilt, dass alle, auch noch so geringfügigen Ereignisse unsere Zukunft beeinflussen, auch wenn wir deren Wirkung nicht bemerken, übersehen oder vernachlässigen. Der Zusammenhang „Hätte es das sexistische Plakat nicht gegeben, hätten wir Hartberg geschlagen und wäre das Ergebnis gegen Salzburg ganz anders ausgefallen“. ist natürlich an den Haaren herbeigezogen – aber eine der vielen Möglichkeiten für eine Entwicklung. Was verrückt klingt, ist eine hochangesehene wissenschaftliche Theorie, die unser Leben mehr beeinflusst als wir das annehmen. *)

Eigene Erlebnisse

Wenn ich selbst mit dem bescheidenen Spruchband „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ ins Stadion will, muss ich jedesmal das Banner ausrollen und es wird begutachtet und meist für OK empfunden. Und das, obwohl mich die Damen und Herrn der Security schon kennen und das Transparent sich nicht verändert. Wenn das also auf der Ost funktioniert, warum dann nicht auf der Süd?

Meinungsfreiheit

Die erste Reaktion von Rapid über den sexistischen Schriftzug war, dass es sich hier um demokratische Meinungsfreiheit handeln würde. Und es mag auch sein, dass das bei großzügiger Bewertung stimmt. Was ist aber mit dem, der die Bühne für eine solche Meinungsäußerung bietet; kann sich der so einfach aus der Verantwortung ziehen? Wenn wir nämlich „Meinungsfreiheit“ als wichtigen Grundsatz für die Koexistenz der verschiedenen Fangruppen im Stadion definieren, dann muss dieser Grundsatz natürlich für alle gelten.

Meinungsfreiheit 1

Wenn man Aufsehen erregen will, dann muss man entsprechende Aktionen setzen. Künstler wissen, wie das geht. Auch sie provozieren die Gesellschaft, die mit einem „unerhört“ reagiert, und Salzburgs Alt-Bürgermeister Schaden formulierte anlässlich der Enthüllung eines überdimensionalen Penis durch die Künstlergruppe Gelatin: „Man tut der Kunst nichts Gutes, wenn man für jede Unsinnigkeit die Freiheit der Kunst beansprucht“. In Abwandlung könne man also für den Text des Spruchbandes sagen: „Man tut der Meinungsfreiheit nichts Gutes, wenn man sie für jede Provokation beansprucht“.

Meinungsfreiheit 2

Stellen wir uns vor, unser sehr unfreundlich entlassener Trainer Gogo hätte gegen Salzburg 2:7 verloren… Damals gab es neben den unüberhörbaren „Gogo raus“-Rufen auch ein unterstützendes Spruchband, nämlich „Go, Gogo, go„. Es hing nicht lange und wurde von Vertrauten des Blocks abmontiert und gestohlen – anders kann man das nicht nennen.

Meinungsfreiheit 3

Bei seinem ersten Auftreten im Bullen-Dress in Hütteldorf wurde der Ex-Rapidler Wöber vom Block heftig beschimpft. Aus den Reihen der West-Tribüne wurde versucht, dieser Aggression mit dem Spruchband „Wir sind nicht so, Familie Wöber“ entgegenzutreten. Der Block verschaffte sich Zugang zur Loge und entfernte das Spruchband.

Es gab zu diesen Vorfällen praktisch keine Reaktion des Vereins. Man hat im Fall 2 das Spruchband wieder gefunden und sich im Fall 3 bei den Gästen auf der West entschuldigt. Ich habe den Eindruck, als wäre das keine ausreichende Reaktion gewesen, denn es handelt sich um die kriminelle Straftat des „Hausfriedensbruchs“:

Hausfriedensbruch

Zitat Wikipedia: „Der Hausfriedensbruch ist die vorsätzliche Verletzung des verfassungsrechtlich geschützten Gutes der Unverletzlichkeit befriedeter Besitztümer. Der Hausfriedensbruch ist in Deutschland ein Straftatbestand, der ausschließlich das individuelle Hausrecht schützt.“ Dass das keine Kleinigkeit ist, zeigt ein Blick in das österreichische Strafgesetzbuch, das für eine solche Tat bis zu einem Jahr Haft vorsieht. §109 StGB

Es ist also nicht weit her mit der Meinungsfreiheit im Stadion des SK Rapid, es kommt darauf an, wer eine Meinung vertritt.

Alltagsrassismus

Wer irgendwie anders ausschaut, ist potenziell Aggressionen ausgesetzt und zwar nicht nur von jenen, die Rassismus als Weltbild kultivieren, sondern von praktisch jedem in mehr oder weniger versteckter Form.

Mit Rapid-Outfit auszugehen ist in diesen Tagen schon fast wie ein Spießrutenlauf. Dass mich die Nachbarn im Haus und Freunde aus dem beruflichen Umfeld ziemlich deutlich und durchaus rassistisch auf einen „sexistischen Rapidler“ reduzieren, den sie hinter der bürgerlichen Fassade vermuten, zeigt, dass auch die „Guten“ nicht frei von verdeckten Rassismen sind, auf die sie gerne moralisierend hinweisen.

Wenn man sich in Sozialen Netzen herumtreibt, dann bekommt man auch einen gewissen Anteil an rassistischen und sexistischen „Weisheiten“ unaufgefordert übermittelt. Manchmal schaut es fast wie ein Wettbewerb aus, unter Motto „Geht’s noch tiefer?“. Die Poster stammen aber nicht aus den Reihen des Blocks, die Poster können auch jene sein, die sich über die Sprüche des Block entrüsten.

Solange diese Alltagsrassismen nicht aus der Mitte der Gesellschaft verschwinden, sollte man bei Verurteilungen des Blocks etwas weniger laut sein. Als Abonnent auf der Ost wünscht man sich, dass man sich nicht dafür entschuldigen muss, Anhänger von Rapid zu sein. „Wir sind nicht so…“. Und nicht wir sind es, die in dieser Frage nachgeben werden, eher werden wir das Stadion verlassen.

Die Medien

Die Vorstellung beginnt, wenn sich der Vorhang hebt und nicht am Schminktisch oder bei einer Reparatur eines schadhaften Kostüms hinter der Bühne.

Das Theater „Stadion“ hat keinen Vorhang zu bieten, der sich hebt, wenn das Spektakel beginnt. Wer vor Spielbeginn da ist, sieht den Schminktisch, die Sprechproben und auch das schadhafte Kostüm, das noch schnell entfernt werden muss. Das Spruchband war bei der Übertragung nicht zu sehen, es war nur zu sehen, als der „Vorhang noch unten war“. Es ist dem Verein gerade noch gelungen, es zu entfernen.

Bei Fernseh-Übertragungen werden Spruchbänder von Fans nur zufällig von den Kameras gestreift, die Aktionen auf den Rängen bleiben den Zuschauern zu Hause meist verborgen. Wenn es aber etwas Aufsehenerregendes zu lesen gibt, dann wird ganz entgegen der sonstigen Zurückhaltung dem Spruchband mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Spiel.

Wenn es dagegen Anti-Medien-Plakate gab – zum Beispiel gegen ungünstige Beginnzeiten, dann versuchte bei diesen Anlässen der Kameramann gemeinsam mit der Bildregie den Blickwinkel so einzustellen, dass man dieses Spruchband gerade nicht sehen konnte.

Man sieht an diesen Beispielen, dass die Medien uns viele Bilder ins Haus liefern, aber objektiv sind sie dabei nicht, weil sie eben Teil des Spiels sind und durch Ihre Sucht nach den Bad News das Bild verzerren. Darüber hinaus spielt der Nutzen für das Medium eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Bildmaterials.

Warum ist Rapid so populär?

Weil niemand ausgeschlossen wird. Niemand. Nach Paragraf 4 des Leitbildes. Und alle Besucher des Stadions sollen auf ihre Rechnung kommen, und es wird seitens des Vereins versucht, allen diesen Wünschen zu entsprechen. Und dabei kommt es immer wieder zu Interessenskonflikten zwischen dem Block und dem Verein. In Schilderungen solcher vergangener „Heldentaten“ des Blocks wurde uns vermittelt, wie sehr sich die Vereinsführung immer bemüht hat, dass Fanprojekte umgesetzt werden können, auch wenn sie manchmal beim Nicht-Block-Publikum Kopfschütteln bis Ablehnung hervorgerufen haben.***)

Fans gegen Rassismus

Seit ich Spiele von Rapid besuche, wünsche ich mir, dass der Ton der Fangesänge und die Texte der Spruchbänder weniger diskriminierend sein mögen. Illusorisch ist es nicht, denn im Laufe der Jahre konnte ich in Hernals und Döbling zwei Fankurven erleben, die sich gemeinsam mit ihrem Verein klar gegen Diskriminierung und Rassismen aller Art aussprechen. Vielleicht haben es diese Kurven aber leichter, so verlesene Fans zu rekrutieren, denn es geht dort nur um ein paar Hundert und nicht um ein paar Tausend wie bei Rapid. Aber vielleicht erlebe ich es noch, dass der Block das Spruchband „Gegen Rassismus in der Kurve“ hisst und nicht nur der Verein einmal im Jahr – weil er muss.

Dass aber ein Banner mit einer Regenbogenfahne gezeigt wird, das geht dann schon wieder zu weit**), da halten wir uns lieber einen sexistisch angehauchten Block – der bringt mehr, und der könnte an einem solchen Regebogenstatement keine Freude haben, und das wollen wir doch vermeiden, oder?

Motivforschung

Warum tun sich das die Leute an, dass sie von dem Spiel selbst nur wenig mitbekommen, weil Fahnen geschwungen werden, weil sie keinen Sitzplatz haben, weil sie von Rauchtöpfen eingenebelt werden. Nur weil’s leiwand is‘ und billiger als die anderen Tribünenplätze? Sicher nicht, da steckt mehr dahinter! Und es sind eine Menge verschlungener Motive wirksam, und man wird dem Block nicht gerecht, wenn auch nur eines weglässt.

Der Urgrund

Der Kern des Blocks ist eine grenzsuchende Gemeinschaft. Dieses Bedürfnis nach Grenzerfahrungen haben eigentlich wir alle, aber während der Sozialisierung erleben Jugendliche Grenzen, die ihnen durch ihre Eltern vorgegeben werden. Und wenn solche Grenzerfahrungen gemacht werden, ist dieser Lernprozess abgeschlossen. Man hat die Fähigkeit erworben, die eigenen Bedürfnisse mit den Bedürfnissen anderer abzugleichen.

Aber nicht alle konnten solche Erfahrungen in ausreichendem Maß machen. Und es geht hier nicht nur um ein eventuell problematisches Elternhaus, es geht um ganze Generationen von Eltern, beginnend bei der 68er Generation, die einen anti-autoritären Erziehungsstil pflegen. Wir kennen sie alle, sozial unverträgliche Kinder, die schon in der Sandkiste eine Belastung für den Frieden zwischen den Familien sind.

Kinder, die drohen, den Eltern über den Kopf zu wachsen, wollen ohnehin nur das eine: sie wollen wissen, wie weit sie gehen können. Leider erfahren sie das aber wegen des Erziehungsstils oder wegen der fehlenden Stabilität in den Familien nicht immer in ausreichendem Maß. Daher ist dieser Aspekt der Grenzerfahrung in der Jugend nicht ausreichend erlernt worden, aber die Sehnsucht nach der Wahrnehmung der Grenzen bleibt für den jungen Erwachsenen ein lebenslanger Wunsch.

Neben einer natürlichen Geborgenheit dürften natürliche Grenzerfahrungen im Kreis der Familie die wichtigste Orientierungshilfe für Kinder und Jugendliche sein. Erlernen Kinder die Rechte der anderen während ihrer Sozialisation, sitzen sie auf Ost, West oder Nord. Wenn nicht, dann sind sie lebenslang nach Grenzen Suchende und versuchen auszuloten, wie weit sie mit ihren Aktionen gehen können. Aber es gibt kein korrigierendes Elternhaus mehr, die Korrektur erfolgt durch die Gesellschaft, in erster Linie vertreten durch die Polizei. Aber auch der Verein „Rapid“ und wir, die anderen, könnten ein solches Korrektiv sein, wir sind es aber offenbar zu wenig.

Es findet also eine Art lebenslanger Lernprozess statt, von dem wir ein Teil sein können, indem wir eben zu diesen Überschreitungen (aller Art) „nein“ sagen, wie Eltern das üblicherweise tun. In den Überschreitungen außerhalb des Stadions haben wir keinen Einblick und Einfluss und sind erstaunt über die heftige Frontstellung des Blocks gegenüber der Polizei.

Tolerieren wir aber das eigentlich Nicht-Zu-Tolerierende, dann werden wir zu Komplizen, zu Eltern mit einem allzu lockeren Erziehungsstil und müssen auf die nächste dieser Eskapaden warten, bis wir wieder die Gelegenheit haben, zu handeln. Je länger wir uns damit Zeit lassen, desto schmerzlicher wird diese dann zu treffende Entscheidung sein.

Grenzüberschreitungen

Das sexistische Spruchband ist ja noch eine Kleinigkeit im Vergleich zu den sonstigen Aktionen innerhalb und außerhalb des Stadions wie zum Beispiel Graffiti, Schlägereien, Drogen, Alkohol, Sexismus, Rassismus. Punktuell werden solche Aktionen aufgedeckt und landen bei der Justiz. Über diese Dinge weiß man offiziell nichts, und für Fußballvereine – nicht nur für Rapid – ist es besser, da nicht zu viel nachzufragen.

Verschworene Gemeinschaft

Gerade das teilweise illegale Handeln ist ein gemeinsam zu hütendes Geheimnis und dadurch die Grundlage für eine verschworene Gemeinschaft, der man als Mitglied einerseits viel verdankt, aber anderseits auch ausgeliefert ist. Der Zusammenhalt ist durch die äußeren Feinde Polizei, Presse, Politik und natürlich durch den jeweiligen Gegner am Platz verstärkt. Der Verein fehlt in dieser Liste, ist er doch in vielen Einzelfällen Ermöglicher und kein Gegner.

Heterogenität

Das bisher vorgestellte Modell von „Grenzerfahrungs-Suchern“ ist nun keineswegs auf alle im Block anwendbar, sondern beschränkt sich auf einen vergleichsweise kleinen Kern von „Auskennern“ und Eingeweihten, die ihre Talente dazu nutzen, eine viel größere Zahl von Sympathisanten anzuziehen. Ein viel größerer Teil des Blocks sind Stadion-Aktivisten, die tatsächlich nur um des Fußballs willen, sich an den Aktionen beteiligen, die durch die Kerngruppen des Blocks organisatorisch vorgegeben werden. Das ist sozusagen die große Gruppe der „Follower“, die die Stadion-Aktionen mittragen, aber mit den sonstigen Grenzüberschreitungen innerhalb und außerhalb des Stadions nichts zu tun haben, also auch selbst vom Inhalt des Spruchbandes überrascht werden.

Nach meiner Einschätzung ist es für die Kerngruppen des Blocks eine große Motivation für ihre oft aufwändigen Arbeiten, dass sie damit nicht nur das Stadion und die Öffentlichkeit ansprechen, sondern dass sie eben viele aus dieser zweiten Gruppe auf ihre Seite – in den Block – ziehen können, und darin besteht auch ein großer Nutzen für den Verein.

Lebenshilfe

Schließlich gibt es aber auch eine Gruppe, für die der Block eine Art Lebenshilfe ist. Wenn also benachteiligte Menschen in dem komplexen Gewurl auf Ost und Nord keine ausreichende Ansprache finden, bietet ihnen der Block sowohl Anerkennung für ihr Engagement als auch eine Orientierungshilfe durch strenge Blockregeln.

Hierarchie

Aus diesem Kern entwickelt sich die nach außen wahrnehmbare Hierarchie der Capos, die ihre Führungsqualitäten ausleben können. Sie sind wahrscheinlich auch die Ideologen, die den Mechanismus zum Zusammenhalt verinnerlichen.

Es greift also zu kurz, wenn man sich auf den Ausgangspunkt, auf die fehlenden Grenzerfahrungen, beschränkt, denn das wäre nun eine zu kleine Gruppierung. Diese Gruppierung übt aber wegen ihres großen Einsatzes für Rapid eine große Anziehungskraft aus, und bringt viele weitere Rapid-Aktivisten in den Block, deren große Zahl und damit Erfolg wieder auf sie selbst motivierend zurückwirkt, vielleicht so wie ein Sieg auch Motivation für das nächste Spiel sein kann.

Moderner Ablasshandel

Betrachten wir die Eskapaden des Blocks als eine klassische „Sünde“, dann wären wir nicht in einem katholischen Land, wenn es dazu nicht auch einen „Ablass“ geben würde. In logischer Tradition zum mittelalterlichen Ablasshandel hat auch der Block der „Kirche“ etwas zu bieten: Neben seiner Funktion als Stimmungsmacher tritt der Block auch als Unterstützer im Rahmen karitativer Projekte auf, und die Summen, die seine Vertreter den anderen Stadionbesuchern entlocken, sind beachtlich. Nicht zu vergessen seine durchaus soziale und sinnstiftende Funktion an sich. Natürlich wird der Block dazu vom Verein vor den Vorhang gebeten, gelobt und in einem Gesamtkalkül hoffen seine Protagonisten, dass „am jüngsten Tag“ das Positive überwiegen möge. Und ein solcher „jüngster Tag“ könnten die Diskussionen zwischen Verein und Block vor Spielbeginn des Hartberg-Spiels gewesen sein.

Niveaulos

Wir sehen einen niveaulosen Spruch und neigen dazu, aus dem Text auf die geistige Verfassung der Autoren zu schließen. An diesem Punkt muss man sehr vorsichtig sein, denn die Gemeinschaft, von der vorher die Rede war, hat nichts mit einer bestimmten (unteren) Schicht zu tun und es wäre eine grobe Fehleinschätzung, vom Niveau des Spruchs auf das Niveau der Verfasser zu schließen.

Abgewandelt nach Michael Niavarani: „Wer eine Sprache wie in diesem Spruchband spricht, ist kaum in der Lage, das Spruchband logistisch und orthografisch herzustellen und ins Stadion zu bringen.“ Das müssen schon andere für ihn besorgen. ****)

Die Texter benutzen also wahrscheinlich die Sprache der von ihnen Vertretenen, um ihnen damit eine ansonsten nicht erlebte Wichtigkeit zukommen zu lassen. Aber sie benutzen diese Sprache auch, um eben eine dieser Überschreitungen auszuleben. Denn die Spruchbänder der Heimspiele gegen Sturm und WAC zielten in dieselbe Richtung, hatten diese „Qualität“ nicht.

Den Textern der anstößigen Texte geht es weniger um gelebten Sexismus, sondern darum, die Gesellschaft zu provozieren. Und das geht nicht mit einem sachlichen Protest gegen „Unbekannt“ wie man an den Sprüchen der beiden ersten Heimspiele gesehen hat. Daher hat man ein „Schäuferl nachgelegt“ und siehe da, es hat gewirkt; und wie.

Und es ist nicht allein die Provokation, es ist wieder einmal ein Test dafür, wie sehr der Schwanz mit dem Hund wedeln kann, bis dieser sich wehrt. In diesem Fall hat sich der Hund gewehrt – zu spät wie viel meinen.

Da es aber sonst keine weiteren Konsequenzen gab, werden wir auf noch unappetitlichere Spruchbänder warten müssen, die dann vielleicht irgendeine Reaktion in Form einer klaren Regel bewirken werden. Vielleicht wird Rapid auch dann nichts unternehmen, sondern die Bundesliga oder der ÖFB, was auch schon heute im Raum steht.

Die Eltern des Blocks

Der Block beansprucht für sich Freiheiten, die andere in dieser Form nicht brauchen. Man muss niemanden herabwürdigen, um aufzufallen oder um dadurch bedeutender zu sein. Der tiefere Grund für diese Ansprüche des Blocks ist die Grenzsuche von Erwachsenen und die Gründe, die dazu geführt haben, dass es zu diesem kollektiven Bedürfnis geführt hat, sind eigentlich gleichgültig.

In den ständigen Versuchen, rote Linien zu übertreten gleicht der Block einem Kind, das nach Grenzen sucht und diese von den Eltern vorgelebt bekommt.

Der Rapid-Vorstand handelt leider allzu oft nach einem antiautoritären Verhaltensmuster, versucht also die Unarten des „Kindes“ zu übersehen und erntet damit immer wieder, was gesät wurde: das „Kind“ ist immer schwerer zu ertragen, es tanzt den Eltern auf der Nase herum.

Wir alle sind Teil dieses Sozialisierungsprozesses, und wenn wir die Situation als unerträglich empfinden – wie etwa Gustav Starek, der in diesen Tagen seine Mitgliedschaft bei Rapid eben wegen dieser ständigen Eskapaden zurückgelegt hat, dann ist das eine dieser Maßnahmen, die in diesen Angelegenheiten zu setzten wären.

Erwachsen ist der Block nicht, der Block ist ein ewiges Kind. Ältere Kampfgenossen werden erwachsen, verlassen die Kurve und bevölkern die an den Block angrenzenden Tribünen. Nachschub bekommt der Block in ausreichender Zahl durch Jugendliche, die aus vielschichtigen Gründen dort finden, was sie zu Hause nicht ausreichend erlebt haben.

So günstig es für die konstruktive Zusammenarbeit ist, dass im Rapid-Vorstand auch Blockversteher vertreten sind, so schwierig ist deren Situation im Konfliktfall, weil sie es jedem Recht machen wollen. Der Block hat seitens des Vereins leider zu wenig Grenzerfahrungen, und es ist zu befürchten, dass eine höhere Instanz, also die Bundesliga oder der ÖFB diese Grenzen ziehen wird müssen, weil Rapid selbst dazu nicht in der Lage ist.

Also nicht nur der Block missachtet das Leitbild durch sexistische Sprüche, auch Rapid selbst ignoriert das Leitbild, weil auf dessen Einhaltung nicht ausreichend geachtet wird.

Der Block sucht die Grenze, aber Rapid zieht sie nicht, und daher wird es für uns anderen immer unerträglicher. Muss es erst soweit kommen, dass langjährige Abonnenten oder Sponsoren sich von Rapid abwenden, um ein Umdenken zu bewirken?


*) Chaostheorie

Wenn jemand die Unwichtigkeit eines Aspekts zum Ausdruck bringen will, zitiert er oft das „in China umfallende Fahrrad“. Doch ist das nicht so, denn in den schier endlosen Wirkungsketten des Unbedeutenden kommt es eventuell zu einem gravierenden Einfluss auf praktisch alles.

Die Chaostheorie fasst das Sprichwort „Kleine Ursachen, große Wirkungen“ in ein wissenschaftliches Modell.

Beispiele

  • Cleopatra’s nose theory: die hübsche Nase der Ägypterin hatte einen großen Einfluss auf die damalige Weltpolitik
  • Schmetterlingseffekt: Ein kleiner Luftwirbel, sogar der Flügelschlag eines Schmetterlings, kann sich durch chaotische Entwicklungen nach einigen Tagen oder Wochen zu einem Sturm hochschaukeln. Natürlich kann man deshalb nicht alle Schmetterlinge aus dem Verkehr ziehen, weil diese Wirkungskette nur eine zufällige keine wiederholbare ist. Nicht jeder Schmetterling kann von sich behaupten, einen Sturm ausgelöst zu haben.
  • Besonders für Rapidler: der Kaffee im Wirtshaus im Waldviertel im Jahr 1992, bei dem Andy Marek ein „Täglich alles“ mit dem Inserat „Suchen Stadionsprecher“ gelesen hat. Ein Zufall mit Folgen, wie wir wissen. Wir wissen es aber nur im Nachhinein, nicht jeder, der einen Kaffee trinkt, kann darauf eine Karriere aufbauen.

Wäre das Transparent ein anderes gewesen, hätte Rapid gegen Hartberg gewonnen! Normalerweise würde man eine so sinnlose Behauptung nicht aufstellen, aber in der Welt der Zufälle sind die Ursachen-Wirkungs-Ketten nicht vorhersagbar und doch können sie letztlich einen wesentlichen Einfluss auf Tore und Siege haben.

Um ein Spiel zu gewinnen, muss alles passen, darf nichts Ablenkendes das Geschehen beeinflussen. Wenn im Verein Ruhe herrscht, überträgt sich diese Ruhe auch auf die Spieler. Wenn aber im Vorfeld eines Spiels eine hektische Aktivität wegen eines Transparents die Spieler ablenkt, kann das einer dieser winzigen Faktoren sein, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden.

**) Das Anti-Transparent-Transparent

Statt sich nur über die unerfreuliche Allianz zwischen dem Verein und dem Block aufzuregen, wollte ich ein Transparent im Stadion anbringen, welches den Paragraf 4 des Leitbilds „Rapid ist offen“ darstellt. Und das, nachdem Rapid zugegeben hat, dass der sexistische Banner eben diesem Leitbild widerspricht. Dieser Paragraf 4 lautet:

Menschliche Vielfalt war und ist der Motor unseres Erfolgs. Deshalb und aufgrund unserer
sozialen Verantwortung für eine offene Gesellschaft, kann jeder Mensch, der das Wohl
Rapids in den Vordergrund seines Denken und Handelns stellt, Rapidler sein. Egal welchen
Geschlechts, egal welcher Herkunft oder Schicht, und unabhängig von seiner Lebensweise.
Unsere Ursprünge in der Arbeiterbewegung verpflichten uns, insbesondere sozial Benachteiligte zu unterstützen.

Herausgekommen ist folgendes:

Die Regenbogenfarben (violett fehlt) stehen für die Lebensart, die verschiedenfarbigen Personen für die Hautfarbe und Herkunft, dass beiderlei Geschlecht gleichermaßen und gleichrangig vertreten sein sollen, die paarweise Darstellung. Die Symbole für verschiedene Weltanschauungen darüber stehen dafür, dass es eben egal ist, welches Weltbild man mit sich herumträgt. Das „EwkiL“ ist ein Akronym für „Egal woe kummt im Lebn“.

Die erste Rückmeldung war, dass religiöse Symbole nicht erlaubt seien. Gut, ich habe sie entfernt, obwohl damit schon eine wesentliche Aussage des §4 des Leitbilds verloren geht.


Ich musste aber erfahren, dass auch das Regenbogensymbol im Stadion nicht erwünscht ist, auch wenn die violette Farbe klarerweise nicht vertreten war. Also jenes Symbol, das zum Ausdruck bringe, dass jede Lebensweise in Stadion willkommen ist, und dieser Umstand Teil des Rapid-Leitbildes ist, sind diese Farben im Stadion nicht erlaubt.

Was symbolisiert diese Regenbogenfahne? Wikipedia: „Die Regenbogenfahne 🏳️‍🌈 ist eine Form des Regenbogens als Symbol. Sie steht in zahlreichen Kulturen weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden, und sie gilt als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung und der Sehnsucht.“


Was überbleibt ist ziemlich nichtssagend, daher wurde das Banner nicht hergestellt.


Etwas überspritzt gesagt: es ist nicht erlaubt, den Inhalt des § 4 des Rapid-Leitbilds symbolhaft darzustellen, weil das Regenbogensymbol ein politisches Statement wäre und weil die symbolische Darstellung religiöser Symbole nicht erlaubt ist, auch wenn die Darstellung keinerlei Werbung für eine dieser Weltanschauungen ist.

Zur Ehrenrettung von Rapid muss man aber einräumen, dass Rapid eine schwierige Phase durchlebt.

***) AntiViola-Plakat

Andy Marek hat bei seinem Abschiedsabend aus diesen grenzwertigen Erlebnissen erzählt. Es wurde mit dem Block eine Choreografie vereinbart und eher durch einen Zufall hat Andy den Inhalt des Textes erfahren, die so nicht hat gezeigt werden dürfen. Die Texter versprachen eine Änderung, doch dieser neue Text stand dem vorigen an Heftigkeit um nichts nach. Siehe Abschiedsabend Andy Marek.

****) Batman-Kostüm

Michael Nivarani erzählte folgende Begebenheit: In einem Batman-Kostüm aus amerikanischer Fertigung stand zu lesen: „Mit diesem Kostüm kann man nicht fliegen„. Nias Schlussfolgerung: „Wenn jemand glaubt, dass man mit einem Batman-Kostüm fliegen kann, der kann das sicher nicht lesen.“

Link

Rapidviertelstunde-230

Rapidviertelstunde-230

  • Beim Auswärtsspiel in Hütteldorf (Jan Novota, Christopher Drazan, Bernd Querfeld, Alfred Körner jun.)
  • Rapid-Youngster Yusuf Demir im Wordrap
  • Jugendcamps mit Übernachtungs-Option
  • Fanshops wegen Inventur geschlossen
  • Die Rapidwein-Taufe (Christoph Pelczar, Christoph Peschek, Martin Bruckner)
  • Geschichten aus Hütteldorf – Der 12te Mann (Andy Marek)

Link zum Video

Alle Folgen

Rapidviertelstunde-229

Rapidviertelstunde-229

  • Rapid-Youngster Leo Greiml im Interview
  • Digitale Stadionzeitung
  • Rapideum neu eröffnet (Laurin Rosenberg)
  • Andachtsraum geöffnet
  • Rapidfan ersteigert Hofmann-Kirchenfenster (Thomas Lamp, Steffen Hofmann, Martin Bruckner)
  • Geschichten aus Hütteldorf – Starek & Marek

Link zum Video

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Rapid-WAC

2:1 (1:0)

Die Sensation des Tages war wohl das Führungstor durch Koya Kitagawa, dem wir zu seinem ersten Bundesligator gratulieren, noch dazu zu einem so schönen, nach Flanke von Taxi Fountas.

Eigentlich hätte es beim 1:0 bleiben sollen. Glaubt man den WAC-Spielern, stand beim Tor zum 2:1 Kelvin Arase im Abseits und griff in das Spiel ein. (Da sich Kelvin aber nicht bewegt hat, wurde das vom Schiedsrichter als erlaubte passive Abseitsstellung gewertet.) Beim Tor des WAC zum Ausgleich wurde Max Hofmann, der auf Shon Weißmann aufpassen wollte, zu Boden gerissen, daher wäre dieses Tor nicht zu geben gewesen.

Rückblick

Bis vor dem heutigen Spiel war die Bilanz der Spiele zwischen Rapid und WAC exakt ausgeglichen. 9 Siege. 10 Unentschieden und 9 Niederlagen. Mit dem heutigen Sieg liegt Rapid in dieser Bilanz um drei Punkte voran.

Rapid sichert 2. Platz ab

Rapid führt das Reanking der Fußballvereine in der Meistergruppe an. Der Verwalter des Zaubertranks liegt 7 Punkte voran, der Verfolger WAC liegt 6 Punkte zurück. Die Plätze 3 bis 6 liegen nur 4 Punkte auseinander.

Ambiente

Christoph Peschek und Pascal

Es wurde bekannt, dass Pascal und seine Mutter Natascha die von Rapid eingeladenen „Edel“-Fans waren. Herzlichen Glückwunsch und baldige Besserung an Pascal, der im St. Anna Kinderspital behandelt wird.

Während die Sitzplatz-Fanklubs „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ und die „Sitzplatzschweine“ ihre Banner an der Längsseite platzieren (Dank an Robert Racic!), verzichten die Fanklubs des Blocks auf die Präsentation derselben. Dafür unterhielten sie das Publikum mit dem Spruch: „Ein Match, das ohne Fans bestritten, kennt man nur aus Favoriten.“.

Links

Rapidviertelstunde-228

Rapidviertelstunde-228

  • Lebenslange Mitgliedschaft zum Hochzeitstag
  • Geisterspiel-Premiere im Allianz Stadion (Wolfi Frey, Peter Klinglmüller, Bernd Kreuzinger)
  • Geschichten aus Hütteldorf mit Andy Marek

Link zum Video

Alle Folgen

LASK-Rapid

0:1 (0:0)

Wenn man in der Pause erleichtert ist, dass es noch immer 0:0 steht, dann weiß man: es ist ein schweres Spiel. Irgendwie schielt man mit Fortdauer des Spiels auf einen eventuellen Punktgewinn, denn ja, der LASK war spielerisch überlegen und hatte auch Chancen, aber die Defensivschlacht von Rapid war auch nicht ohne. Das Stürmerduo Arase-Kara konnte sich nicht in Szene setzen, zu gut wurden sie von der LASK-Verteidigung bewacht, zu schlecht kamen die Pässe bei ihnen an.

Es war insgesamt ein packender Kampf, und die Vorgabe von Didi, mit wenigstens einem Punkt nach Hause zu fahren, wurde durch unseren Taxi Fountas um zwei Punkte überboten.

Unser letzter Stürmer mit diesem Torinstinkt war Robert Beric. Hier ein Vergleich:

Spiele Minuten Min/ Tore Minuten/ Spieler
              Spiel           Tor
    49    3901   53   33      118 Robert Berič
    24    1723   71   17      101 Taxiarchis Fountas 

   450   39725   86  339      117 Hans Krankl
    88    5182   58   51       99 Hamdi Salihi         

Bezogen auf die Minuten/Tor liegt Fountas bereits vor Berič und auch vor der Legende Hans Krankl. Aus de jüngeren Vergangenheit kann nur Hamdi Salihi mithalten.

Hätte man’s nicht gewusst, spätestens in der 96. Minute war klar, dass Schiedsrichter Schörgenhofer die Partie leitet. Die 5 Minuten Nachspielzeit schienen uns schon sehr lang, doch es gab am Anfang der zweiten Halbzeit eine Behandlungspause. Gut. Wir hatten aber nicht den Eindruck, als würde Rapid in der Nachspielzeit das Spiel so verzögert haben, dass, man auch die Nachspielzeit auf 6 Minuten verlängern muss. Genau an dieser Stelle, beim allerletzten Freistoß für den LASK hat bei uns eine Leitungsunterbrechung den Video-Stream gestoppt, und danach muss man das Programm neu starten, und das dauert einige Zeit. Es blieb beim 0:1.

Punkte gegen den LASK im Vergleich mit dem Liga-Schnitt
(keine Spiele zwischen Mai 2011 und August 2017)

Ambiente

Ich weiß nicht, was die anderen Vereine in dieser Richtung machen, aber ein so umfassendes Informationsangebot auf der Homepage, jetzt noch verstärkt durch die Sendung „Auswärtsspiel in Hütteldorf“ in Rapid TV ist sensationell. Man muss nur konzentriert zwischen dem Sky-X-Kanal und dem Rapid-Video umschalten, dann hat man den allerbesten Kommentar: Lukas und Andy Marek, Ing. Raimund Hedl, Michael Hatz und Michael Krammer.

Links

Keine Abo-Rückforderungen

Wir sind nicht reich, aber wir sind viele. Und wir können Rapid helfen, in dem wir einfach nichts tun und keine Forderungen stellen. Ähnlich wie beim Virus, als wir durch Zuhausebleiben zu potenziellen Lebensrettern wurden.

Ein Fußballfreund fragte mich, ob ich mir von Rapid die restlichen fünf Heimspiele zurückzahlen lassen würde. Meine spontane Antwort war „natürlich nicht“. Aber so wirklich überlegt habe ich mir das damals nicht, es war eher eine spontane Reaktion.

Aber es gefährdet unser gemeinsames Anliegen „Rapid“, wenn wir etwas zurückfordern, daher:

Bitte keine Rückforderungen an Rapid!

Keine Regel ohne Ausnahme: Wer selbst in dieser großen Krise persönlich existenziell gefährdet ist, muss natürlich um jeden Euro kämpfen. Diese selbst stark betroffenen Personen sollen natürlich ausgenommen sein. Aber alle anderen sollen weiterlesen.

Hans vom Fanklub Speising in Purbach

Videobotschaften

Bei einem Besuch bei Hans in Purbach zeigte mir dieser ein selbstgemachtes Video mit einer Aufforderung an alle Abonnenten, keine Rückforderungen an Rapid zu stellen. Hans war früher Gewerkschafter und ist ein geübter Redner. Ich bin eher ein geübter Schreiber, daher erspare ich Euch ein schlechtes Video.

Aber bitte schaut Euch die Videos mit den Botschaften an, die Rapid-Fans an uns richten.

Ich skizziere hier einige Aspekte der aktuellen Situation. Und das ist – wie bei allen Einträgen in das Tagebuch – eine sehr persönliche Sicht und muss sich nicht mit dem Standpunkt des Vorstands des „Klub der Freunde“ decken.

Trügerische Ruhe

Das Rapid-Umfeld erscheint uns wie früher, außer dass eben Fußball nicht vor Publikum gespielt wird.

Aber Rapid in der uns bekannten Form funktioniert nur bei konstanter Zufuhr von (Geld-)energie. Alle Einnahmen sind weggebrochen. Personal- und Kreditkosten laufen aber weiter. Spieler und Führung haben auf bedeutende Gehaltsbestandteile verzichtet, weil sie die Bedrohung noch viel klarer sehen als wir Außenstehende.

Staatliche Unterstützung wird sicher gewährt, wenn es um die Aufrechterhaltung der Beschäftigungsverhältnisse geht. Aber der laufende Kapitalbedarf eines Großklubs ist beträchtlich und das Stadionprojekt erfordert diesen kontinuierlichen Geldfluss. Bleibt dieser aus, drohen die Kreditraten zu einer existenziellen Falle zu werden.

Die Einnahmen sind bereits drei Monate lang weggebrochen Wir wissen vieles nicht, etwa wie lange Reserven reichen, und was passiert, wenn die fälligen Kreditraten nicht zurückgezahlt werden werden können.

Und zu all den Problemen kommen die Geisterspiele, die möglicherweise mehr Kosten verursachen als sie an Einnahmen bescheren. Insbesondere dann, wenn Abonnenten auf die Idee kommen, den Gegenwert der Spiele von Rapid zurück zu verlangen.

Um welche Summe geht es da?

Sagen wir, eine Abokarte kostet 300 Euro und etwa ein Drittel von insgesamt 16 Heimspielen kann nicht besucht werden, dann müsste Rapid – wenn alle ihre anteiligen 100 Euro zurückfordern – bei 15.000 Abos 1.500.000 Euro zurückzahlen. Wahrscheinlich ist es viel mehr, weil man die VIP-Abos berücksichtigen muss.

Und jetzt stellen wir uns vor – so genau wissen wir es ja nicht – dass sich die Kassa zunehmend leert und im Juli eine Rate für das Stadion fällig wird und diese Rate in dieser Größenordnung liegt. Die Bank stimmt einer Stundung nicht zu, Rapid wäre insolvent.

Stark vereinfacht könnte man sagen: „Rapid wird insolvent, weil seine Mitglieder ihr Abo von Rapid zurückfordern“.

Roman Gregory „Wir sind Rapid“

Wir sind Rapid!

Wie tickt eigentlich Rapid? Wem gehört Rapid?

Die Antwort auf diese Frage wurde bei vielen Hauptversammlungen gegeben.

Rapid ist ein Mitgliederverein, Rapid gehört den Mitgliedern.

Wenn Rapid wirtschaftlich nicht mehr weitergeführt werden kann, sind wir alle „den Stolz von Wien“ los. Und wer kann das wollen? Keiner von uns!

Und um die Mitglieder und Abonnenten nicht zu verunsichern, wird das wahre Ausmaß des Schadens nicht in aller Deutlichkeit kommuniziert, wir können es derzeit nur erahnen. In Interviews von Zoki konnte man aber heraushören, dass Rapid nicht nur eine Krise durchlebt, sondern dass diese Krise eine existenzielle ist.

Und in dieser Situation sind wir als ideelle Eigentümer gefordert, alles zu unternehmen, dass Geld beim Verein verbleibt. Und dazu gehört, dass wir den Anteil der nicht für Besucher zugelassenen Spiele, nicht zurückfordern.

Bild Pixabay

Rapid ist besonders betroffen!

Die Größe ist es, die ein längeres Überleben ohne Einnahmen erschwert! Wer wird eine länger dauernde Dürre in der Savanne eher überleben, die Maus oder der Elefant? Eben! Und genauso könnte es bei Fußballvereinen sein, denn der Fußball lebt genau genommen von der Hand in den Mund mit einem kleinen Vorrat, nämlich den jährlichen Vorauszahlungen der Abonnenten, Mitglieder und Sponsoren. Und genau diese drohen wegzubrechen, wenn jemand auf die Idee kommt, sie zurückzufordern.

Der Weiterbestand von Rapid ist schwieriger zu bewerkstelligen ist als jener des WAC oder der Admira. Das liegt einfach an der zu erhaltenden Größe des Vereins oder besser gesagt der GmbH, denn der Verein ist es ja gar nicht, der die Personalkosten zu tragen hat, es ist die GmbH (im Eigentum des Vereins).

Wer sich alt Teil von Rapid sieht, fordert kein Geld zurück.

Was ist eigentlich ein Kauf bei Rapid?

Wenn Du ein Rapid-Trikot erwirbst oder eine Eintrittskarte kaufst, was ist das eigentlich? Ist das ein faires Geschäft? Seien wir ehrlich, alle Produkte, die man bei Rapid erwirbt, erwecken nur den Eindruck eines normalen Kaufs, denn hier verkauft jemand nicht allein ein Produkt, das nach den Regeln eines ordentlichen Kaufmanns kalkuliert wurde, hier werden Produkte an uns Anhänger verkauft, die wir von genau dieser Marke abhängig sind und nicht wie bei einem Waschmittel zu einem billigeren Geschäft oder Anbieter wechseln können. Rapid ist ein Emotionsmonopolist. Wir wollen nicht irgendein Kleidungsstück, wir wollen eines mit dem Rapid-Wappen, eines aus der aktuellen Kollektion. Und wir sind bereit, viel dafür zu bezahlen. Und es kommt uns nicht einmal teuer vor, denn es ist ja letztlich für unseren Herzensverein. Genau so ist das mit den Eintrittskarten, weil es uns nicht um Fußball im Allgemeinen geht, sondern nur um den grün-weißen in Hütteldorf.

Wir sollten daher die Geschäfte mit Rapid weniger als einen normalen Kauf betrachten, bei dem man durch die persönliche Auswahl zur Preisbildung beiträgt. Ein Kauf bei Rapid ist eine Investition in die Idee „Rapid“ bei der man eine Ware als eine Art „Geschenk des Hauses“ dazu bekommt. Mit jedem Kauf stärken wir die Marke „Rapid“ und ermöglichen eine größere finanzielle Beweglichkeit in sportlichen Belangen.

Mit dem Kauf einer Abokarte investieren wir in Rapid, sind wir am Projekt „Rapid“ ein bisschen beteiligt. Der Preis ähnelt eher den Preisen, den umgekehrt Vereine bereit sind für Spieler zu bezahlen oder Kunstsammler für Kunstobjekte.

Wenn wir als Eigentümer von Rapid in dieser Krise Geld aus der Rapid-Kassa abziehen, riskieren wir, dass es Rapid in der von uns geschätzten Form nicht mehr geben wird. Und das wollen wir alle nicht.

Bild aus Pixabay

Krisenmodus

Wenn freie Wirtschaft nicht möglich ist, muss ein Staat / eine Firma in einen Krisenmodus umschalten, und das passiert auch zum Teil. Es geht ums Überleben aller, vor allem jener, die ohne Einkünfte sind und das sind eben vor allem Veranstaltungsbetriebe. Genaugenommen muss man die Wirtschaftsform von „frei“ auf „Kloster“ oder auf „Kibbuz“ umschalten und wenn alles vorbei ist, wieder auf „Wirtschaft“. Das heißt, während der Krise müssen die geringen vorhandenen Mittel so verteilt werden, dass allen ein Überleben möglich ist. Der Markt wird temporär außer Kraft gesetzt.

Bei einem normalen Geschäftsfall ist es klar, dass bei Ausfall der Leistung alle Vorauszahlungen zurückzuzahlen sind. Es gibt einen Schuldigen am Nicht-Zustandekommen des Geschäfts.

Im Falle einer Epidemie gibt es keinen Schuldigen, nur Betroffene. Und betroffen sind wir alle. In einem solchen Zustand – also in einem Krisenmodus – müssen andere Regeln angewendet werden als in einer freien Wirtschaft. In diesen Tagen müssen wir leben wie in einem Kloster; Gewinn und Verlust werden zum Zwecke des Überlebens aller auf alle verteilt.

Wesentlich ist die Verteilung des Schadens auf möglichst viele Schultern. Wenn Rapid überleben soll, dürfen wir nicht etwas zurückfordern, das nicht schuldhaft ausgefallen ist.

2.1.2020 Kabarett Simpl

Kunst und Sport

Kunst- und Sportbetriebe sind in einer seltsamen Allianz. Beide leben von Publikum und das ist derzeit ausgesperrt. Während aber Teile des Kunstbetriebs staatlich finanziert werden, ist das beim Fußball nicht so. Praktisch alle Verdienstmöglichkeiten von Rapid sind weggebrochen.

Zwei der am meisten betroffenen Bereiche, Kabarett und Fußball, gemeinsam mit der Ursache und der „Ursache“ der Ursache auf einem Bild.

Nicht Rapid, wir sind krank

Die meisten von uns sind ja gesund, und das ist gut. Aber wir sind potentiell krank. Die Weltgemeinschaft ist potenziell erkrankt und daher können wir Spiele derzeit nicht persönlich besuchen, egal ob in Wien, Paris oder Rom, Rapid selbst kann rein gar nichts dafür, dass seine Anhänger potenziell krank sind. Aber Rapid leidet wegen des großen Finanzbedarfs mehr unter dieser Krise als jeder Einzelne von uns.

Diese Situation ist durch höhere Gewalt entstanden, und dafür gibt es keinen wirklich Schuldigen. Die Last muss auf möglichst viele Schultern verteilt werden und ein Verzicht auf Ansprüche aus dem Abo-Vertrag entspricht einer solchen Übernahme eines Teils der gemeinsamen Verantwortung für den Verein.

Niemand von uns hat Schuld an Corona, die Bundesregierung nicht, Rapid nicht und auch jeder Einzelne von uns nicht. Rapid brechen alle Verdienstmöglichkeiten weg (außer Merchandising). Spieler verzichten auf große Teile ihres vertraglich festgesetzten Gehalts, die Geschäftsführer tragen ebenso vorbildhaft dazu bei; und wir?

Wir sind nicht reich, aber wir sind viele. Unser kleiner Anteil an der Krisenbewältigung könnte sein, dass wir unsere nicht konsumierten Spiele nicht zurückfordern. Kein Aufwand für uns, eine große Hilfe für Rapid.

Stell‘ Dir vor, Du wärst krank.

Das kann wohl jedem passieren, in jedem Alter. Sagen wir, Du wärst in der zweiten Märzwoche in einem Krankenhaus gelandet und wärst erst jetzt, Mitte Mai wiederhergestellt worden. Du hättest alle Heimspiele von Rapid in der Meistergruppe verpasst und Rapid hätte Dir die Karte nicht ersetzt. Du hättest die Karte an andere weiterverkaufen können, aber wem genau? Alle Deine Freunde und Bekannten sind ja auch Abonnenten.

Ist das nicht jetzt auch der Fall? Wir alle sind krank! Nicht ein Einzelner, die Gesellschaft als Ganzes. Eine übertragbare Erkrankung ist die Erkrankung des Kollektivs und daran kann man auch gut sehen, dass nur kollektive Maßnahmen gegen das Virus etwas bewirken können. Eine dieser Maßnahmen ist der Verzicht auf Großveranstaltungen und das ist ein Teil der Heilbehandlung.

Und weil wir nun alle (potenziell) erkrankt sind, können wir das Stadion nicht besuchen und sollen daher auch nichts zurückfordern.

Nicht Rapid ist krank, wir sind krank. Wer also unbedingt auch Schuldige sucht: wir selbst sind es.

Unser Engagement

Wir alle haben schon so viel in Rapid investiert, dass wir unser Verhalten gegenüber dem Verein nicht mehr rational in einer Kosten-Nutzen-Überschlagsrechnung kalkulieren. Wir investieren, solange der Geldvorrat es zulässt. Ein sich Zurückziehen aus der Rapid-Beziehung bedeutet ein Eingeständnis, dass alle bisherigen Investitionen ein Fehler waren. Niemand würde das zugeben wollen.

Daher bleibt jeder von uns bei Rapid, auch wenn es einmal schlechter geht.

Eine Gefährdung der Existenz von Rapid bedeutet, dass alle bisherigen Investitionen – und die sind bei vielen Rapid-Anhängern tatsächlich lebenslang – verloren sind.

Rapid ist keine Aktiengesellschaft und unterliegt daher keiner Veröffentlichungspflicht bei schlechten Geschäftszahlen. Wir wissen also nicht, ob und wie schlecht es Rapid wirklich geht. Aber nehmen wir an, dass Abonnenten tatsächlich die Kosten für die nicht besuchbaren Spiele zurückfordern würden und dieser Umstand zu einer Insolvenz führen würde.

Durch eine Insolvenz würde alles, was seitens der Mitglieder bisher in Rapid investiert wurde, infrage gestellt.

siehe Too-much-invested-to-quit-Syndrom

„Ich hab‘ ja nichts zu verschenken…“

Von MacKrys - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63726672
Von MacKrys – Eigenes Werk,
CC BY-SA 4.0

Das ist einer der berühmtesten Aussprüche von Niki-Nazionale. Was wäre, wenn Niki Rapid-Anhänger gewesen wäre, wie hätte er wohl seinen Leitspruch angewendet? Wessen Geldbörse hätte er mit „ich“ gemeint? Seine eigene oder die seiner Airline (=seines Vereins)? Hätte er sich also im Fancorner angestellt und sein Geld zurückgefordert?

Hätte Niki gesehen, dass es seiner Airline an den Kragen geht und es auf jeden Cent ankommt, er hätte wohl alles unternommen, um die Vorauszahlungen seiner Kunden zum Schutz seiner Airline nicht zurückzahlen zu müssen. Und wenn er selbst einen Flug gebucht hätte, der nicht hätte stattfinden können, hätte er sein Ticket als einen Eigenkapitalzuschuss gesehen, der mitgeholfen hat, das Überleben seiner Airline zu sichern.

Und Rapid ist nicht irgendeine Airline, Rapid sind wir, Rapid ist unsere Airline. Wir selbst haben es in der Hand, ob Rapid überleben kann. Halten wir zusammen und sichern wir den Weiterbestand unserer gemeinsamen Idee, indem wir keine Forderungen an den Verein stellen.

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Rapid-Sturm

4:0 (2:0)

In der Anfangsphase des Spiels zeichnete sich der spätere Sieger nicht wirklich ab. Sturm war deutlich im Vorteil und verzeichnete – auch über das ganze Spiel betrachtet – mehr Ballbesitz, eine bessere Passquote und auch eine bessere Zweikampfquote.

Die oftmaligen Fehler im Aufbauspiel bei Rapid wurden durch das geschickte Spiel in die Spitzen mehr als wettgemacht. Den wesentlichen Unterschied machte wohl Taxi Fountas, flankiert von Kelvin Arase aus. Taxi war an allen Toren beteiligt und steuerte selbst das vierte bei.

Wer hätte gedacht, dass Leo Greimls Einsatz nach mehr als einem Jahr wieder gegen Sturm erfolgen wird. Das damalige Spiel haben wir alle in ziemlich schlechter Erinnerungen, und wir fragten uns, wie sich Leo in diesem Spiel profilieren wird. Wir wissen auch nicht, ob Didi diesen Wiedereinstieg absichtlich, also aus dramaturgisch-didaktischen Gründen, auf das Sturm-Spiel gelegt hat oder ob das nur ein Zufall war. Wie auch immer, es war ein sehr gelungenes Comeback mit tollen Einlagen des Nachwuchtsverteidigers.

Der eingewechselte Koya Kitagawa braucht dringend Erfolgserlebnisse, aber leider war es ihm auch in diesem Spiel nicht vergönnt, trotz zweier hochkarätiger Chancen zum Torerfolg zu kommen. Immerhin zeigte er das Potenzial, das in ihm steckt. Der Fernsehkommentator bewunderte zurecht wie er einen ziemlich scharf geschossenen Pass annahm, ohne dass ihm der Ball vom Fuß geprallt wäre.

Auch Yussuf Demir steuerte trotz nur kurzer Einsatzzeit einen tollen Torschuss und das Assist zum 4:0 bei.

Ambiente

Allzuviel können wir ja nicht berichten; Chips, Bier und Radler standen bereit. Sky-X-Gratisabo über den PC war aktiviert. Das Transparent des „Klub der Freunde“ war an ziemlich prominenter Stelle befestigt.

Über wenig Verständnis für die schwierige Situation des Fußballs zeigen die Texte auf den Transparenten der Fanblocks in vielen Stadien, und bei Rapid war das nicht anders. Statt dem Verein und den Akteuren Mut zuzusprechen, wurde etwas vorwurfsvoll getitelt, dass hier der Fußball „zerstört“ wird. Nur, wen meint man denn wäre der „Zerstörer“? Bill Gates? Oder ein Schuppentier? Niemand zerstört hier etwas absichtlich und soweit das in den Medien kommuniziert wurde, bestätigten alle Beteiligten größte gemeinsame Anstrengung unternommen zu haben, um diesen – sicher wenig erfreulichen – Notbetrieb zu ermöglichen. Immerhin gibt es ja auch Ligen, die nicht einmal diesen Notbetrieb nicht durchführen konnten. Viel wichtiger als sinnlose Meckerei „gegen Unbekannt“ wäre ein Bekenntnis zum Verein und ein Aufruf an alle, auf Rückzahlungen zu verzichten und die Abos für die kommende Saison zu verlängern. Aber vielleicht werden wir das schon beim nächsten Spiel lesen können. Fußballfans sind unverbesserliche Optimisten – in jeder Richtung.

Statistik

Die folgende Grafik zeigt den Verlauf der mittleren Punktezahl in der Liga im Vergleich mit den gegen Sturm erzielten Punkten. Nach einem Tief in den beiden letzten Jahren geht es wieder bergauf!

Links

Rapidviertelstunde-227

Rapidviertelstunde-227

  • Zu Besuch bei Andy Marek (Teil 1)
  • Rapideum öffnet wieder
  • SK Rapid Jugendcamps finden statt
  • Aktuelle News zum Mitgliedertreffen
  • Zu Besuch bei Andy Marek (Teil 2)
  • Vorschau auf das erste Geisterspiel (Wolfgang Frey; Bernd Kreuzinger)

Link zum Video

Alle Folgen

RB – Rapid

2:0 (1:0)

Um heutzutage beim Verein „mit den vollen Hosen“ zu gewinnen, muss schon viel passen. Allzuviel Pech darf nicht dabei sein – so wie in diesem Spiel.

Pech 1: Rapid beginnt unsicher. Schon in dieser Anfangsphase, kommt es zur schweren Verletzung von Christopher Dibon unmittelbar gefolgt vom 0:1.

Pech 2: Aber es geht nicht in dieser Tonart weiter. Rapid erspielt sich mehr Sicherheit und mehr Chancen – aber nichts Zählbares. Dafür schlägt das Pech erneut zu und der vor 20 Minuten eingewechselte Mario Sonnleitner muss nach einem Zusammenstoß mit einem Salzburger Stürmer ebenfalls vom Feld. Ausfall von zwei Innenverteidigern, mit Auswirkungen auf alle folgenden Spiele.

Pech 3: Die Regel, dass man nur drei Mal tauschen darf, zwingt Didi für die Schlussphase drei frische Stürmer aufzubieten. Bei ersten Ballkontakt verletzt sich der soeben eingewechselte Thomas Murg und Rapid muss mit einem Mann weniger auskommen. Dass Rapid dennoch bis zur 90. Minute den Spielstand halten konnte, ist schon fast wie ein Wunder, das aber in der 90. Minute aufgehört hat, ein Wunder zu sein.

Irgendwie scheint unseren Spielern das 3-5-2-System nicht zu liegen, habe ich das Gefühl. Es wird in kritischen Partien – so wie dieser – ausgepackt, aber man hat den Eindruck, als hätten es die Spieler nicht so gut verinnerlicht wie das 4-2-3-1, das häufiger zum Einsatz kommt. Aber das Pech hatte wahrscheinlich mehr Einfluss als das Spielsystem.

Es gab seitens Rapid durchaus einige Highlights mit Chance auf Torerfolg, und bei gutem Wind… So aber setzte sich die Mannschaft mit deutlich weniger Fehlern durch, klarer, als es das Ergebnis sagt. Leider.

Wer gegen Salzburg spielt, spielt nicht gegen einen gleichrangigen Verein, sondern gegen einen Fußballkonzern, etwas, das auch aus einer gesamteuropäischen Sicht ein Novum ist; einen Konzern, der frei von Nöten ist, auch in Krisenzeiten. Angesichts solcher frustrierender Spiele versteht man den Ruf nach dem „football old style“, als Fußball noch weniger professionell, dafür aber eine höhere Chancengleichheit geherrscht hat.

Statistik

Wie ein bestimmtes Spiel einzuordnen ist, kann man nur in der Folge aller Spiele erkennen. Die folgenden Bilder zeigen de Punktegewinn bei Liga-Spielen und bei Spielen gegen RB. Dargestellt wird jeweils der Punktemittelwert aus 10 aufeinander folgenden Spielen seit 2005.

Das langzeitliche Punktemittel gegen RB liegt bei 1, in den letzten Jahren aber weit darunter.

Das langzeitliche Punktemittel in der Liga liegt bei 1,7 und ändert sich nur wenig.

Der Verlauf der in der Liga und gegen RB erzielten Punkte zeigt, dass die Spielstärke von Rapid gesunken ist, sondern einfach der Abstand von RB zur Liga immer größer wird.

Ambiente

Der gut informierte Fernsehsprecher berichtete, dass zwei Präsidiumsmitglieder zugunsten von „Edelfans“ – wie er sie nannte – auf ihren Platz Autobus verzichtet haben. Wir gratulieren Jürgen und Brucki zu ihrer Nominierung.

Links

Kelvin Arase · Christopher Dibon · Taxiarchis Fountas · Srdjan Grahovac · Maximilian Hofmann · Koya Kitagawa · Christoph Knasmüllner · Dejan Ljubicic · Thomas Murg · Dejan Petrovic · Thorsten Schick · Stefan Schwab · Mario Sonnleitner · Filip Stojkovic · Richard Strebinger · Maximilian Ullmann