WAC-Rapid

2:2 (1:1)

Auf der einen Seite eine engagierte Mannschaft mit schnellen direkten Spielzügen in die Spitze, auf der anderen Seite Rapid. Die Spielfreude schaute nicht nach einem höheren Ziel aus als dem vor dem Spiel von Didi ausgegebenen Motto, nämlich nach dem Spiel in der Tabelle nicht hinter dem WAC stehen zu wollen. Betrachtet man es pragmatisch, war es ohnehin nur ein 1,5-Punkte-Spiel, von dem wir nach der Punktehalbierung 0,5 Punkte mitnehmen werden. Aber es war auch für den WAC nur ein 1,5-Punkte-Spiel.

Die Mitgliederversammlungen im März und April sind abgesagt. Am Montag 18. Mai begrüßen wir um 19:00 Martin Bruckner, Michael Krammer, Gerry Wilfurth (Gäste willkommen). Wenn Du als Nichtmitglied teilnehmen möchtest, rufe bitte 0677-1899 5070 (Franz).

Beginnen wir mit dem Positiven: Was man Rapid zugute halten muss, dass man nicht aufgegeben hat, und trotz späten Rückstands noch den Ausgleich erzielt hat.

Rapid musste sich die meiste Zeit des Spiels mit Defensivaufgaben beschäftigen und fand zu selten in ein konstruktives Angriffsspiel. Zu viele Stationen machte der Ball, um dann durch technische Schwächen und zugestellt Räume wieder verloren zu werden. Besonders negativ bemerkbar machte sich Kelvin Arase, der in der ersten Halbzeit praktisch keinen Zweikampf gewonnen hat.

So war das beste am Spiel der Pausenstand und der Endstand und die beherzten aber wenig gefährlichen Weitschüsse des WAC.

Pässe ins Nichts

Eigenartige Pässe ins Nichts, deuten auf eine Art Übertrainiertheit hin, dass also Spieler einen eingelernten Spielzug wiedergeben, aber der dazu erforderliche Mitspieler nicht auf dem dafür vorgesehenen Platz steht. Man könnte es auch als eine Art Lustlosigkeit bezeichnen oder ein reaktionäres Sich-Zurückziehen auf das, was man trainiert hat. *)

Auf gefährliche Stürmer aufpassen

Wir sind ja nur Zuschauer, aber müsste sich bei den Strategen die Torgefährlichkeit der Nummer 9 des WAC nicht in der Vorbereitung herumgesprochen haben? Beide Gegentore fielen durch den unbeobachteten Stürmer vom langen Eck nach einer Standardsituation, also eine Szene, auf die sich beide Teams einstellen können.

Motivation

Der Eindruck ist immer wieder derselbe: Rapid spielt nicht wie eine Mannschaft, die es zu etwas bringen will. Der Kaderwert des WAC ist 14 und der von Rapid 32 Millionen Euro. Am Platz war das nicht zu sehen, im Gegenteil. Bei Rapid spielt man, weil man es zu etwas gebracht hat; beim WAC, weil man es noch zu etwas bringen will. Das muss natürlich nicht so sein, aber das ist der Eindruck.

Nachwuchsspieler

Nachwuchsspieler haben es schwer bei Rapid und noch schwerer bei Didi. Didi nimmt nur Spieler vom „Tifus“, den Eigenbauspielern traut er nicht recht.

Trainerbilanz

Der Tagebuchautor hat viel Zeit in der Messtechnik verbracht. Und messen bedeutet vergleichen. Es ist mir unerklärlich, wie unkritisch der Fanblock unserem aktuellen Trainer gegenübersteht. Grüne Vergangenheit genügt. Der Ausdruck „Wos wiegts des hots“, scheint sich bei Rapid noch nicht herumgesprochen zu haben.

Vor etwa einem Jahr, am 17. 3. 2019, nach dem Unentschieden gegen Hartberg wurde ein erster Vergleich zwischen dem unbedankten Trainer Gogo und seinem Nachfolger Didi gezogen.

Punkte Spiele Trainer
1,41   22     Kühbauer
1,73   67     Djuricin

Der, der alles verbessern sollte, schnitt damals deutlich schlechter ab als sein geschasster Vorgänger. Sein alleiniger Vorteil war und ist, der Kredit bei den Hardcore-Fans und damit eine von außen unbeeinflusste Entwicklung des Teams. Kritik seitens der Fans war zu spüren, richtete sich aber nicht wie früher gegen den Trainer, sondern gegen die Spieler. So ist es auch heute noch.

Erfolge gab es nur allzu wenige, die wichtigen Ziele wurden in der vorigen Saison alle verfehlt, hier die gesammelte Pleitensammlung:

  • Aufstieg in die Meistergruppe
  • Cup-Aus
  • Playoff für den internationalen Startplatz
  • Glücklose Experimente mit einem 3-5-2-System, die auch Punkte gekostet haben

In der laufenden Saison wurde die Meistergruppe zwar erreicht, doch die große Freude kommt bei Spielen wie zuletzt gegen Hartberg und heute gegen den WAC nicht gerade auf. Ein Vergleich mit der Spielstärke und vor allem der Punkteabstand zum Spitzenduo ist ernüchternd. Es ist wieder an der Zeit einen Vergleich zu ziehen.

Punkte Spiele  S  U  N  Trainer
1,70   60     30 12 18  Kühbauer
1,73   67     34 14 19  Djuricin

Inzwischen hat Didi fast die Anzahl der von Gogo geleiteten Spiele erreicht und sein Punkteschnitt hat sich um 0,29 Punkte verbessert, es fehlt aber immer noch ein Alzerl auf Gogo. Immerhin wurde Gogo wegen dieses Punkteschnitts gekündigt und wir haben diesen Stand immer noch nicht erreicht. Nach 60 Spielen zeigt Rapid ein Bild, das wir vor 60 Spielen auch schon hatten. Zu durchschnittlich ist das Geschehen am Platz, und weit entfernt von dem, was am Ende eines Arbeitsabschnitts immer verlautbart wird, dass wir demnächst eine andere Mannschaft erleben werden. Nach dem heute Erlebten fehlt uns einfach der Glaube, dass da noch etwas kommen könnte.

Als ewiger Optimist könnte man sogar auf die Idee verfallen, dass man sogar eine Chance auf den Meistertitel hätte, aber die Spieler scheinen dieses Ziel zu wenig vor Augen zu haben.

Ambiente

Der Rapid-Fanbus wird von Maria, Jürgen und Hans von Fanklub Speising organisiert. Auch in einem ausverkauften Bus gibt es freie Plätze, weil einfach nicht alle kommen. Aber wenn man tatsächlich verhindert ist, wen sollte man verständigen? Rapid? Probiert das einmal, es hebt einfach niemand ab, und an einem Sonntag wäre auch niemand anwesend. Eine Telefonnummer der Busverantwortlichen kennt man nicht, sollte aber auf der Busreservierung stehen.

Wir lernen hier immer neue Fanklubs kennen. Heute war es „Grüner Stern Rapid Wien“. Die Truppe sorgte für Stimmung und ausreichend laute Disco-Musik im Bus. Es gab Schitzelsemmeln (Schwein, Sur und Huhn), Wurstsemmeln und Käsesemmeln.

„Superpublikum!“ „Scheißspreha!“ Das ist der wenigstens zur Hälfte zutreffende Dialog zwischen dem Stadionsprecher und den „Lafentalern“. Dass der Schiedsrichter für den Gegner pfeifft, die gegnerischen Spieler nur den toten Mann spielen und überhaupt alle „Schiaba“ sind, das ist der Grundtenor auf der Osttribüne. Wie in Hütteldorf, so im Lavanttal.

Links

*) Roland Düringer schildert in seinem „Regenerationsabend“ das Phänomen der „Vorreaktion“. Es handelt sich um eine automatisch und daher zu früh wiedergegebenen Text oder Handlung, ohne auf den Schauspielkollegen und auf die Abfolge der Situationen der Handlung Rücksicht zu nehmen.

Genau so empfindet man Spielzüge, die gut gelernt wurden, die aber ins Leere gehen, weil man nicht auf den Mitspieler achtet. Der Spielzug darf natürlich nur dann angewendet werden, wenn die Mitspieler auf ihren Plätzen sind, sonst schaut das alles ziemlich stümperhaft aus.

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  1. […] hätte gedacht, dass unsere Auswärtsfahrt nach Wolfsberg am 15.3. die letzte für lange Zeit werden würde. Und die nächste Auswärtsfahrt nach Salzburg […]

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