Finanzkennzahlen der Bundesligaklubs

Die Bundesliga präsentierte die Finanzzahlen der Bundesligaklubs. In den folgenden Tabellen sind die einzelnen Kenngrößen nach der Größe gereiht.

Die Zahlen sind in Tausend Euro und gelten für die Saison 2018/19 per 30.6.2019. Die Originaldokumente sind am Ende des Berichts zu finden.

Die Platzierung in diesen Tabellen

2 - 3 - 2 - 2 - 2 - 2 - 4 - 2 Rapid
1 - 2 - 5 - 1 - 3 - 3 - 2 - 1 Austria

Bilanzdaten

Anlagevermögen

70.837  Austria
61.248  Rapid
33.349  RB
 6.542  Mattersburg
 5.419  Sturm
 4.530  Altach
 4.416  LASK
 3.644  WAC
 1.929  Admira
 1.198  Hartberg
   546  St. Pölten
   345  Wattens

Umlaufvermögen

32.113  RB
19.192  Austria
10.164  Rapid
 5.969  Mattersburg
 5.687  Sturm
 3.714  LASK
 2.423  Altach
 2.281  St. Pölten
 1.963  Admira
 1.182  WAC
   832  Wattens
   359  Hartberg

Eigenkapital

44.045  RB
15.106  Rapid
 5.978  Mattersburg
 5.362  Sturm
 4.309  Austria
 1.801  Altach
   393  Wattens
   390  WAC
   213  LASK
   -33  Hartberg
  -886  St. Pölten
-1.148  Admira

Fremdkapital

76.175  Austria
45.109  Rapid
24.323  RB
 7.715  LASK
 5.576  Mattersburg
 4.777  Admira
 4.294  Sturm
 3.748  St. Pölten
 2.805  WAC
 2.631  Altach
   832  Wattens
   543  Hartberg

Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge

119.061  RB
 50.745  Rapid
 38.763  Austria
 18.940  Sturm
 15.303  LASK
 11.341  Mattersburg
  8.374  St. Pölten
  8.337  WAC
  7.386  Altach
  6.716  Admira
  4.308  Hartberg
  4.017  Wattens

Personal

51.750  RB
22.278  Rapid
14.576  Austria
10.757  Sturm
 7.704  LASK
 7.493  Mattersburg
 5.270  St. Pölten
 4.663  WAC
 4.699  Altach
 4.597  Admira
 2.693  Hartberg
 2.801  Wattens

Jahresergebnis nach Steuern

23.726  RB
 2.286  Austria
 1.252  LASK
   180  Rapid
   101  Wattens
    89  Sturm
    71  Hartberg
    28  Altach
    19  St. Pölten
   -44  Mattersburg
  -141  WAC
  -389  Admira

Agenten und Spielervermittler

1.502  Austria
1.391  Rapid
  967  RB
  859  Sturm
  405  LASK
  179  WAC
  123  Altach
  102  Admira
   79  St. Pölten
   67  Hartberg
   25  Mattersburg
    -  Wattens    

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Krone DerStandard

Rapid analog

Rapidler, besuchst Du den Fancorner, siehst Du dort einige gedruckte Werbekarten, die hier zusammengefasst sind.

Rapidviertelstunde-209

Inhalt

  • Andy Mareks Rücktritts-Erklärung
  • Rückblick Präsidenten-Wahlkampf
  • Der neue Präsident im Interview 1 (Martin Bruckner)
  • Rapid beim Vorlesetag (Mario Sonnleitner, Stefan Auer)
  • Der neue Präsident im Interview 2 (Martin Bruckner)

Link zum Video

Alle Folgen

Mister Rapid II

Die Wikipedia nennt Dionys Schönecker “Mister Rapid”. Die NÖN titelt “Mister Rapid, Andy Marek, hört auf”. Rapid kann nunmehr auf zwei “Mister Rapid” verweisen. Was diese beiden verbindet – würde der Apotheker Edlinger sagen – zeigt folgender Text.

Dionys Schönecker

Dionys Schönecker, 1938

Über Dionys Schönecker muss nicht viel gesagt werden. Rapid verdankt seiner Ära 12 Meistertitel und damit das Alleinstellungsmerkmal “Rekordmeister”, daneben 3 Cup- und einen Mitropacutitel. Seine Bronzestatue steht vor dem Block West, sein Bild ziert Fahnen des Blocks. Sein Leitspruch “Wer zusammenhält, gewinnt” ist die Grundlage des “Rapidgeists”. In der Schrift “Elfmal Meister” wird Dionys Schönecker auf Seite 10 als “Die Seele Rapids” abgesprochen. Aus der Festschrift “40 Jahre Rapid” aus 1939 stammt das nebenstehende Bild. Dieses Bild ist die Grundlage für den Trikot-Entwurf weiter hinten.

In früheren Jahren, als also Geld nicht die heutige Rolle gespielt hat. wären Top-Spieler – sofern sie die Wahl hatten – gerne zu Rapid gekommen. Heute folgen sie dem Geld und damit ist auch die frühere Dominanz am Spielfeld nicht mehr gegeben. Wie man es trotz fehlender Titel schafft, die Herzen der Menschen zu gewinnen, zeigte uns Andy Marek.

Andy Marek präsentiert die Mannschaft des SK Rapid Tag der offenen Tür, 9. Juli 2011

Andy Marek

Auch über Andy Marek muss nicht viel gesagt werden, er ist nicht nur Mister Rapid, auch Mister Niederösterreich oder Mister Waldviertel. Das nebenstehende Bild ist wegen dem typischen Kapperl aus dem Fanshop und Andis Handwerkszeug, dem Miro für den Trikot-Entwurf (eiter hinten) verwendet worden.

Anders als Dionys, ist Andy nicht unmittelbar für den Sport verantwortlich, aber Andy hat Rapid eine gesicherte Zukunft bereitet, indem er den Verein für Mitglieder geöffnet und Hütteldorf zu einem Publikumsmagneten gemacht hat. Die Mitglieder von Rapid sind ein wichtiges Standbein für die Finanzierung des Sportbetriebs. Der Zuschauer wurde zum Wirtschaftsfaktor, denn wir, die Mitglieder, sind bereits der zweitgrößte Sponsor im Verein.

Ohne Andy Marek könnte man sich die Entwicklung der Zuschauerzahlen bei Rapid ähnlich wie jene der Austria vorstellen, das wird eine spätere Grafik zeigen.

Andy Marek hat seit 1992 nachgeholt, was der Verein seit den 1960er-Jahren versäumt hat.

Für die Zukunft von Rapid sind die Titel des Dionys Schönecker ebenso wichtig wie der Publikumszuspruch, den wir Andy Marek zu verdanken haben.

In der Festschrift 1919 wird die damals 20-jährige Vereinsgeschichte in “Altertum”, “Mittelalter” und “Neuzeit” eingeteilt. Heute erscheint uns die Ära des Dionys Schönecker als “Altertum” und er selbst als der “Mister Rapid des Altertums”, und Andy Marek als der “Mister Rapid der Neuzeit”.

Mitgliederverein

Wir kennen heute unsere Geschichte besser als irgendeine Generation vor uns. Wir haben ein Leitbild, das uns hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen und interne Konflikte zu lösen. Wir sind ein Mitgliederverein. Letzteres hat Michael Krammer bei seinem Amtsantritt 2013 in Abgrenzung zu den Eigentümer-, Investor- und Marketing-Vereinen betont und seither ist Rapid um 10.000 Mitglieder gewachsen.

Nun war Rapid immer schon ein Mitgliederverein, der aber jahrzehntelang exklusiv und für die breite Masse geschlossen war. Laurin Rosenberg berichtete bei der Hauptversammlung 2019 über eine Mitgliederversammlung im Jahr 1969. Damals zählte man 123 anwesende Mitglieder. Und die waren handverlesen. Man brauchte die Fürsprache anderer Mitglieder, wollte man in diesem illustren Zirkel aufgenommen werden. Die damalige konservative Vereinsstruktur und das Anfangs zu große Stadion dürften die wesentliche Bremsen für wirtschaftlichen Erfolg gewesen sein.

Das eher Zugeknöpfte an Rapid war auch 1951 die Ursache für die Gründung des “Klub der Freude des S.C. Rapid”, der das Bedürfnis der Anhänger nach einer größeren Nähe zu den aktiven Rapidlern erfüllt hat. Der “Klub der Freunde des S.C. Rapid” war etwa das, was wir heute als Klubservice kennen. Jeder konnte Mitglied werden. Der Verein veranstaltete Weihnachtsfeiern für den Nachwuchs und für die Kampfmannschaft, Auswärtsfahrten, oft mehrtägige. Und in Notzeiten half der Verein sogar dem Rapid-Kassier mit Geldspenden aus.

Doch mit dem Einstieg von Andy Marek vollzog sich ein kontinuierlicher Wandel im Selbstverständnis des Mitgliedervereins “Rapid”. Agenden, die bisher der “Klub der Freunde” inne hatte, sind nach und nach vom wachsenden Mitgliederverein Rapid übernommen worden. Insbesondere wurde die Mitgliedschaft bei Rapid für alle geöffnet. Jürgen Hartmann hat beim Geburtstagsabend im Jänner 2019 erzählt, dass er sich in seinen ersten Jahren bei Rapid immer wieder um eine Mitgliedschaft beworben hat, aber erst mit dem Einstieg von Andy Marek erhielt er sie.

Andys erstes Spiel gegen den Sportklub

Es war an einem Tag der offenen Tür 1992 als der damalige Geschäftsführer Franz Binder jun. den Bewerber um den vakanten Posten des Stadionsprechers eingeladen hat, diese Rolle probeweise zu übernehmen. Die Generalprobe hat geklappt und am 24.7.1992 moderierte Andy das erste Heimspiel der Saison 1992/93 gegen den Sportklub vor 6.000 Zuschauern. Etwa 600 weitere Heimspiele sollten folgen, die Andy ohne Ausnahme bis zu seinem Ausscheiden bei Rapid moderiert haben wird. Noch genau zwei Spiele dürfen wir mit Andy erleben: das Derby am 8.12. und das Spiel gegen Wattens am 15.2.

Um die Bedeutung der Arbeiten von Andy Marek besser zu verstehen, wollen wir Zahlen sprechen lassen.

Titelvergleich

Für Rapid ist die Relation zum Stadtrivalen von besonderer Bedeutung, weil man praktisch im selben Teich der Fußballinteressierten und Sponsoren fischt.

Titel von Rapid und Austria in der Bundesliga

Betrachten wir daher zunächst den sportlichen Erfolg der Wiener Vereine. In der folgenden Grafik sieht man 11 Meistertitel von Rapid (R) und 19 der Austria (A) in den letzten 60 Jahren:

 RAAAR  RRAA     A AAAARRAAARR  AAA  R      A RA R   A 
 |....:....|....:....|....:....|....:....|....:....|....:....|
 1960      1970      1980      1990      2000      2010      2020

Für das rekord-verwöhnte Rapid ist das ein mageres Ergebnis, verglichen mit den 22 Meistertiteln in den 50 Jahren davor. Rapid hat an der Wende von Vereinsfußball zum Wirtschaftsfußball, die man vielleicht in den 1960er-Jahren ansetzen kann, “die Überfuhr verpasst”. Unser Stadtrivale scheint diese Transformation besser verkraftet zu haben, sei es, weil man dort die potenteren Sponsoren hatte, sei es, weil weniger Kosten für die Stadion-Infrastruktur angefallen sind. Denn wie wir aus den Geschichten rund um die Entstehung des Hanappi-Stadions wissen, fehlte dort immer schon ein VIP-Bereich und waren eventuell die Kosten für den Betrieb im Vergleich mit den anfangs geringen Zuschauerzahlen zu groß. Erst ab etwa 2000 stiegen die Zuschauerzahlen an und machten das Stadion wirtschaftlicher bespielbar.

Titel von 1992 bis heute

13 Salzburg 
 4 Austria
 3 Innsbruck
 3 Rapid
 3 Sturm
 1 GAK

Zählt man die Meistertitel in der Ära Andy Marek liegt Rapid ex aequo mit Sturm und Innsbruck am dritten Platz. Wäre die Zahl der Titel allein die treibende Kraft für die Zuschauerzahlen im Stadion, müssten die Zuschauerzahlen bei der Austria deutlich höher sein (es kommen dort noch viele Cupsiege dazu).

Bis in die 1990er Jahre gab es zwischen den beiden Wiener Vereinen eine Art Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst des Publikums. Manchmal war bei den Zuschauerzahlen die Austria voran, manchmal war es Rapid. Ein Titelgewinn hatte nur einen kleinen Einfluss auf die Zuschauerzahlen.

Zuschauermittelwert pro Spiel zwischen 1974 und 1991

Austria    Rapid
6.119      6.832 

Auch seit 1992 gab es für die Austria mehr Titel als für Rapid, aber mit dem Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Zuschauerzahlen war es seit dem Amtsantritt von Andy Marek vorbei. 2002/03 war die letzte Saison, bei dem die Zuschauerzahl am Verteilerkreis über der in Hütteldorf lag. Seit 2007 liegt Rapid konstant an erster Stelle in der Publikumsgunst. Und wir wissen, dass es am Erfolg nicht liegen kann, denn der ist inzwischen in Salzburg zu Hause.

Zuschauermittelwert pro Spiel zwischen 1992 und 2019

Mit dem Einstieg von Andy Marek als Stadionsprecher änderte sich die Relation der Zuschauerzahlen der Wiener Vereine. Rapid konnte die Erfolge bis zum Europacup-Finale sehr gut in Zuwächse an Zuschauern umsetzen. Der sportliche Tiefpunkt im Trainerjahr mit Lothar Matthäus ließ die Zuschauerzahlen kurzzeitig einbrechen.

Austria    Rapid
6.832     12.709 

Der Schlüssel zur Stabilisierung der Zuschauerzahlen auf hohem Niveau war die Gründung des Klubservice im Jahr 1998. Die ersten Mitarbeiter waren: Clemens Pieber, Heimo Kraus und Sonja Pendl.

Heute arbeiten 19+ Personen für das Klubservice: Clemens Pieber, Michal Moser (Allianz Stadion FS mit seinem Team), Patrick Kaiser (Stadioncenter FS mit seinem Team), Nicole Withalm (Fanshop St. Pölten), Eduard Arnold (Lager), Otto Weichselbaumer (Lager), Veronika Haubenwallner (Lager und FS St. Pölten), Hannes Haubenwallner (Lager), Laurin Rosenberg (Rapideum). Fancorner, Events, VIP, Mitglieder, Tickets, Telefon und Empfang: Martina Mosovsky, Birgit Gartner, Robert Racic, Lukas Kain, Christopher Sonnleithner, Gernot Haigl, David Wagner, Mario Bily, Astrid Salzer, Jennifer Faltin

Dieses Team ist die Schnittstelle zu den Mitgliedern, zu den Besuchern, ein Service, das seinesgleichen sucht.

Rapid ist eine Familie

Dieses Motto, “Rapid ist eine Familie”, wird nicht nur plakatiert, es wird gelebt. Und auch wenn es “Bröseln” gegeben hat wie zum Beispiel beim Platzsturm 2011 oder bei antisemitischen Parolen 2017, ist es immer gelungen nach temporären Ausschlüssen, die Gruppen wieder ins Boot zu holen. In den letzten Jahren ist es gelungen, 10.000 Zuschauer zu Mitgliedern zu machen. Rapid ist zukunftsfit.

Mister Rapid

Wer ist nun “Mister Rapid”? Wir haben deren zwei. Den Begründer des “Rekordmeisters” und den Begründer des “Mitgliedervereins”. Beide haben vielen Präsidenten gedient:

Dionys Schönecker

Jahre
 1 Karl Palek Obmann 1899
 2 Karl Wiener Obmann 1899-1900
 2 Franz Chytil Obmann 1900-1902
 3 Hermann Gößnitzer Obmann; später Ehrenpräsident 1902-1904
 2 Franz Chwojka Obmann; Präsident 1904-1905
 5 Adolf Waller Präsident; später Ehrenpräsident 1905-1909
 5 Alois Hoisbauer Präsident 1909-1913
 8 Franz Pokorny Präsident 1913-1920
 3 Leo Deutsch Präsident 1920-1922
 4 Willibald Pekarz Präsident; später Ehrenmitglied 1922-1925
 3 Hans Fischer Präsident; später Ehrenmitglied 1925-1927
12 Johann Holub Präsident; später Ehrenpräsident 1928-1939

Andy Marek

Jahre 
 4 Anton Benya Präsident; später Ehrenpräsident 1990-1993
 2 Helmut Böhmert Vizepräsident (geschäftsführend) 1993-1994
 2 Karlheinz Oertel Vizepräsident (geschäftsführend) 1994-1995
 5 Günter Kaltenbrunner Präsident 1995-1999
 3 Peter Weber Vizepräsident (geschäftsführend) 1999-2001
13 Rudolf Edlinger Präsident; später Ehrenpräsident 2001-2013
 7 Michael Krammer Präsident 2013-2019
   Martin Bruckner Präsident ab 2019

Beide haben die Zukunft Rapids gesichert, Dionys durch Titel, Andy durch Öffentlichkeit.

Ich habe versucht darzustellen, dass wir in diesen Jahren mit Andy eine Umwälzung historischer Dimension erlebt haben, und da es uns durch den evolutiven Charakter der kleinen Veränderungen zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, dass 2.500 Mitglieder zu Wahl des Präsidenten im Stadion erscheinen, behaupte ich, dass wir Andy ebenso viel zu verdanken haben wie Dionys Schönecker.

Mister Rapid im Bild

Wenn der Kummer groß ist, greife ich zur Tastatur und Maus. Obwohl ich weder Journalist, Fotograf, Programmierer oder Grafiker bin, versuche ich mit diesen Handwerken eine Stimmung einzufangen. Und diese heißt “Mister Rapid”.

Die Grafik kommt auf ein T-Shirt und wird bei unserer Mitgliederversammlung am Montag erstmals getragen.

Man kann davon natürlich andere Versionen anfertigen, zum Beispiel kann man Andy allein oder Andy mit einem Foto von sich selbst darstellen, Blickrichtung sollte so wie die von Dionys Schönecker sein. Mail an mich, ich versuche das hinzukriegen.

Links

Hauptversammlung

Welchen Einfluss das Ergebnis des Spiels gegen Sturm auf die Wahl gehabt hat, wissen wir nicht. Peter Linden meinte in seinem Blog, dass nur ein Sieg der Liste Bruckner geholfen hätte, ein Unentschieden oder eine Niederlage aber der Liste Schmid. Das Ergebnis war denkbar knapp und Bruckners Sieg wohl auf den “Klubzwang” der Ultras zurückzuführen, der Wunsch der titelhungrigen Mitglieder nach Veränderung war groß. Wenn aber die Ursachen für den fehlenden Erfolg bei uns selbst liegen, wie es Herbert Kretz bei seinem tollen Eingangsstatement postuliert hat, dann würden wir mit Veränderungen im Verein vielleicht gar an den falschen Schrauben drehen.


Das alles war aber an diesem Abend zweitrangig, sogar, wer von beiden Listen schließlich das Rennen gemacht hat, denn alles war überschattet von der Nachricht von Andy Marek, dass er seine Tätigkeit bei Rapid krankheitsbedingt beenden muss. Dieses Aus wird uns in den nächsten Jahren noch viel mehr beschäftigen als die Frage, wer Präsident ist, denn bisher galt die Regel: “Präsidenten kommen und gehen, doch was Rapid wirklich ausmacht, ist seine Stimme, ist Andy Marek. Und jetzt wird das anders. Ihn zu ersetzen ist nicht möglich, und die Gestaltung der Zeit nach Andy Marek wird eine wirkliche Herausforderung sein, vielleicht bereits ein Teil der Brücke, die man gedenkt nach der Wahl zu bauen.

Alle Rapid-Anhänger können eine Geschichte darüber erzählen, wie sie zu Rapid gekommen sind. Unsere war eng mit dem charismatischen und uns damals unbekannten Sprecher verbunden.

Das erste Mal

An das “Erste Mal” erinnert man sich gut und gerne, bei uns war es der 28.4.2001, als wir das erste Mal ein Spiel in Hütteldorf besucht haben. Florian las das Rapid-Magazin, die Gemeinde Wien spendierte damals anlässlich der 100-Jahr-Feier des Vereins – mit etwas Verspätung – ein neues Dach und der Block titelte daher “24 Joar Wind und Schnee, doch für uns woas immer schee.” Das Spiel gegen den LASK endete 6:0, gespielt haben unter anderen Michael Hatz, Ladi Maier, Dejan Savicevic, Roman Wallner und Andi Ivanschitz, der Trainer war Ernst Dokupil. Auffälligster Akteur für uns: der Stadionsprecher. Wir kannten noch nicht einmal seinen Namen, doch dass hier eine besondere Atmosphäre herrscht, das merkte man trotz der nur 4.000 Zuschauer. In Sachen “Fußballzuschauer” waren wir schon versiert, hatten wir doch in dieser Saison alle Stadien der Bundesliga besucht, nur eben nicht Hütteldorf. Hier fühlten wir uns sofort persönlich angesprochen. Es war nicht einfach eine Ansage, die wir hörten, der Mann sprach mit uns und lud uns ein, dieser Gemeinschaft anzugehören. und wir sind seiner Einladung gefolgt.

Und seit diesem Tag folgen wir mit zunehmender Intensität der Stimme Rapids. Es hat noch Jahre der schrittweisen Annäherung gebraucht, bis wir – auch durch einen schönen Zufall – zu Abonnenten geworden sind. Unser Tombola-Los am Tag der offenen Tür wurde gezogen und wir gewannen ein Abo für die Südtribüne. Seither zähle ich etwa 3.500 Bilder von Andy Marek ich in meiner Sammlung, so viel wie sonst von keiner anderen Person mit Ausnahme von Florian.

Andy, der Rapid-Turbo

Bei seiner Abschiedsrede sagte Michael Krammer sinngemäß, dass es nicht die sportlichen Erfolge waren, die den Höhenflug von Rapid bewirkten, sondern dass es die kontinuierliche Arbeit von Andy Marek war, die das ermöglich hat.

2012 erstellte anlässlich von Andys Fünfziger eine Grafik aus Zahlen der Bundesligaseite. Die Grafik zeigt Zuschauerzahlen. Die blaue aufsteigende Linie ist der Trend der Zuschauerzahlen seit 1990. Die braune Kurve ist der Zuschauerschnitt der Bundesliga.

Zwar haben die Titel die Zuschauerzahlen punktuell ansteigen lassen, doch konnte Rapid den Zuwachs bei den Heimspielen halten während der Bundesligatrend nach abwärts gezeigt hat.

Der blaue Pfeil links unten markiert den Einstig von Andy Marek bei Rapid. Ein Kuriosum dieser Jahre war, dass die Auswärtsspiele von Rapid besser besucht waren als die Heimspiele, aber mit Andys Einstieg hat sich das umgedreht. Beachtet auch den Zuschaueranstieg nach Gründung des Rapid-Klubservice 2001. Niemand kann uns sagen, wo Rapid ohne diesen kleinen blauen Pfeil heute stünde aber als Interpret dieser Zahlen erlaube ich mir zu behaupten, dass dieses Mehr an Zuspruch, das eben Rapid vom Mitbewerb unterscheidet, die Handschrift von Andy Marek trägt.

Abschiedsvortrag Michael Krammer

Die Abschiedsrede von Michael Krammer war eines jener rhetorischen Highlights, die wir in Zukunft vermissen werden.

Wertschätzung, Lernbereitschaft, Inklusion und Dankbarkeit, das waren die Zutaten der Präsidentschaft Krammer und obwohl dabei keine Titel gewonnen werden konnten, sind hier Maßstäbe gesetzt worden, an denen jedes folgende Präsidium gemessen werden muss.

Besonders hervorgehoben werden sollen die bisher nicht öffentlich ausgesprochenen Dankesworte von Michael Krammer an Zoki für seine Aufbaujahre in der Jugend und seine drei sehr erfolgreichen Trainerjahre bei der Kampfmannschaft.

Erfolg kann man nicht versprechen!

Ich finde, dass das Versprechen von Erfolg ein Widerspruch in sich ist, oder wie die Lateiner sagen eine contradiction in adiecto. Man könnte auch sagen “Erfolg is a Vogerl”. Wenn Verletzungen, Zentimeter, Schiedsrichter(fehl)entscheidungen, Spielereinkäufe und sonstige Unwägbarkeiten für Tor, Sieg und Titel, also für Erfolg, die entscheidenden Faktoren sind, dann sind eben Tore, Siege und Titel nicht planbar. Es ist so, wie Christoph Peschek seit seinem Amtsantritt nicht müde wird zu erklären, dass es die Aufgabe des Vereins ist, alles zu tun, um die Wahrscheinlichkeit für Tore, Siege und Titel zu erhöhen, aber ob sie dann stattfinden, allein das weiß niemand, so wie niemand weiß, wie am kommenden Sonntag das Spiel gegen den LASK ausgehen wird.

Nehmen wir an, Du möchtest Deine Kinder erfolgreich sehen – wobei es hier viel komplexer als im Fußball ist, den Erfolg zu definieren. Was kannst Du tun? Du vermittelst den Kindern (D)ein Weltbild, Du wählst die für sie passende Ausbildung, unterstützt sie ideell, materiell und beratend und Du widmest ihnen Zeit. Das alles kannst Du tun, aber ob sich Erfolg einstellt, den Du Dir vorstellst, das kann Dir niemand garantieren. Auch wenn Du alles – nach Deiner Ansicht – richtig gemacht hast. Allein wir wissen es nicht, man kann Erfolg nicht planen.

Dass man Erfolg aber versprechen kann und die erfolgshungrigen Mitglieder das glauben, ist ein Phänomen, das nun schon ziemlich alt und uns aus der Tagespolitik vertraut ist.

Eine Ultras-Präsidentschaft

Der Block war keineswegs so geschlossen wie das in seinem Statement “für Bruckner” zum Ausdruck gebracht wurde. Man kann das von Gesprächen mit Block-West-Stehern ableiten aber mehr noch an der Parteinahme von Sabine Karl und Roland Kresa für die Liste Schmid.

Roland Schmid hat angeklopft…

… und das nicht leise. Ein denkbar knappes Ergebnis von der Ultras Gnaden brachte Martin Bruckner den Sieg. Ob ein Roland Schmid bei einer zukünftigen Wahl aufzuhalten sein wird, werden die Ergebnisse am Platz bestimmen und wohl auch die Art, wie Andy Mareks Rolle in Zukunft ausgefüllt wird, denn der Umgang mit den Rapid-Anhängern trug seine Handschrift.

Wahlmodus

Die bisherigen Präsidentschaftswahlen bei Rapid waren immer nur die Bestätigung einer Vorauswahl des Wahlkomitees durch die Mitglieder. Ob bei diesem eher formalen Akt alle Mitglieder anwesend waren, war egal. Die Präsidentenrolle hatte damals auch noch nicht die heutige Attraktivität.

Wenn sich diese Praxis der Kampfabstimmung fortsetzt, sollte man die Art der Wahl überdenken. Rapid ist kein Kleingartenverein, bei dem die Mitglieder tatsächlich alle die Möglichkeit haben, dabei zu sein. Denn dass Rapid-Mitglieder an einem Montag aus allen Bundesländern zu einer Präsidentschaftswahl nach Wien anreisen, kann man nicht verlangen. Das hat zur Folge, dass nur ein wirklich “harter Kern”, also Wiener, die dem Verein auch nahe stehen, jene Mitglieder sind, die wählen, aber Mitglieder in den Bundesländern aber eher nicht.

Würde man daher die derzeitige Wahl durch die Anwesenden durch eine Briefwahl oder eine elektronische Wahl (zum Beispiel über die Rapid-App) erwägen, an der sich viel mehr Mitglieder beteiligen könnten, würde das Ergebnis ein ganz anderes gewesen sein.

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Bei den Bildern findet sich auch ein Audio.Mitschnitt der Hauptversammlung.

Rapid-Sturm

1:1 (1:0)

Dieses Unentschieden ist ein klarer Erfolg für die Gäste und eine nahtlose Fortsetzung der Heimschwäche unserer Mannschaft, begleitet von einer neuerlichen Serie eigenartiger Entscheidungen von Schiedsrichter Altmann, gekrönt von einem nicht gegebenen Elfer wegen Handspiels in der zweiten Hälfte, in Anlehnung an eine gleichartige Szene im vorjährigen Playoff gegen Sturm.

Die Verletztenliste wuchs um gleich drei Spieler an: Barac, Auer und Stojkovic.

Rapid im oberen Mittelfeld

Die Tabelle zeigt ein deutlich zweigeteiltes Feld, weil der Abstand zwischen der Meistergruppe und der Qualifikationsgruppe schon 8 Punkte beträgt. Die Meistergruppe ist mit 15 Punkten Abstand zwischen Erstem und Letztem mehr gespreizt als die Qualifikationsgruppe, die nur einen Abstand von 6 Punkten aufweist.

Ambiente

Das “Go West” kündigte ein Treffen mit dem Team “Grün-Weiß” an; viele Gäste waren aber um 15:30 nicht vor Ort.

Die Buchmacher waren mit Alfred Tatar einer Meinung: klarer Favorit ist Rapid, unter dem Motto: “irgendwann muss doch den Grün-Weißen der Knopf aufgehen.”

Kurz nach Einlass um 15:30 finden sich immer zwei Spieler auf der Nordtribüne ein, um Autogramme zu geben. Heute waren es die Angeschlagenen Leo Greiml und Dalibor Velimirovic

Zunächst verabschiedeten sich die Spieler mit einem Spruchband von Präsidenten Michael Krammer.

Bei Spielbeginn erlebten wir eine Solidaritätsaktion mit dem schwer verletzten Philipp Schobesberger. Alle Spieler trugen ein grünes Trikot mit dem Text “Gute Besserung, Schobi!” und auf der Rückseite die Rückennummer 7.

Dann startete die Choreografie mit dem Untertitel “Aus den Steinen, die man uns in den Weg legt, haben wir unsere Kathedrale errichtet.” Ein tribünengroßes Bild wurde bis zum Stadiondach hochgezogen. Es zeigte eine Mauer mit zwei Jugendstilsäulen, deren Kapitell mit dem goldfarbenen Schriftzug “ACAB” versehen war. Zwischen den Säulen und an den Rändern befanden sich drei riesige durchscheinende Glasfenster mit den Motiven “Emoji Grober Spaß”, “Ultras-Indiander” und “Rapid-Wappen”. Sehenswert war, wie es gelungen ist. die Glasfenster in prächtigen Farben und durchscheinend erscheinen zu lassen, ganz im Stil gotischer Kathedralen. In der Nahaufnahme des Schriftzugs “ACAB” konnte man die Pinselstriche der Gestalter erkennen. Sehenswert!

Mit dem Banner “Danke für alles, groda Michl!” verabschiedete der Block Präsidenten Michael Krammer.

In der Rapidviertelstunde titelte man “Alle zur Hauptversammlung!”.

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Rapid wird erwachsen

Seit wir in unser neues Stadion eingezogen sind, wollen sich nachhaltige Erfolge nicht einstellen, und wir fragen uns alle, warum Rapid mit dem zweithöchsten Budget der Liga nicht um den Titel mitspiel; wobei, die Saison ist ja noch nicht um, da kann ja noch etwas kommen.

Gründe werden dafür viele genannt und wir kennen sie alle. Mir scheint aber, dass etwas hinter diesen Gründen liegt. Meine These: “Rapid ist in einer Art Pubertät”, und in einer solchen Entwicklungsphase kann es schon eine zeitlang dauern, bis die ersten Hoppalas mit den neuen Kräften überwunden sind.

Folgende Aspekte wirken sich besonders aus:

  • “Rekordmeister”, ein historischer Rucksack. Das durch das Rapideum erlangte Geschichtsbewusstsein erhöht den Druck auf alle Akteure.
  • Wachstum: Das Erlernen des Umgangs mit der neuen Größe ist ein schmerzhafter Prozess – vielleicht wie in der Pubertät.
  • Nivellierung: Man kann in diesen Jahren auch mit weniger Budget, eine konkurrenzfähige Truppe auf die Beine stellen.

Rekordmeister

Kein Kommentator verzichtet auf das Attribut “Rekordmeister”. Was dem Marketing ein Alleinstellungsmerkmal ist, ist für die Spieler am Platz eine Belastung. Immer wieder wird ihnen vor Augen geführt, welche Verpflichtung sie eigentlich zu erfüllen haben. Wenn die Ziele gar so unerreichbar sind wie die eines Rekordmeisters, kann es sein, dass man sie irgendwann aus den Augen verliert.

Dazu kommt unser zunehmendes Bewusstsein über den Rucksack einer großen Vergangenheit, getragen durch das Rapideum, das uns den Erfolgsverlust noch deutlicher vor Augen führt.

Dass wir heute so viel über die Rapid-Vergangenheit wissen, verdanken wir der Entwicklung des Rapideums. Es hatte mit der Seite 123.ewkil.at zu tun und dem Wunsch von Domenico Jacono, ein Buch über die Anhänger von Rapid zu schreiben und – ich sag’s nicht gern – auch damit dass vor etwa 10 Jahren die Austria ihre neue Osttribüne mit einem Museum bezogen hat. Damals, am 9.3.2010 schrieb ich einen Brief an Andy Marek. Leider habe ich diesen Brief nicht mehr, nur mehr die Beilage, die Grundlegendes zu einem Museum zusammengefasst hat. Sinngemäß stand dort Andy, Rapid braucht ein Museum. Man kann nicht immer nur davon reden, dass es da große Titel gegeben hat, die Menschen müssen das ‘begreifen'” können. Dann auch noch einen Hinweis darauf, dass die Austria ja schon ein solches habe. Vielleicht war diese letzte Anmerkung ausschlaggebend. Das Rapideum startete schon 6 Jahre vor dem Stadionprojekt und entwickelte sich seither zu einer Visitenkarte von Rapid und zu einem Publikumsmagnet.

Wir wissen heute mehr über Rapid als alle Rapid-Generationen vor uns. Das ist ein Vorteil aber auch ein Nachteil. Der Nachteil liegt am historischen Maßstab, den wir an alles anlegen, was wir an Spielerischem erleben. Unsere – ohnehin schon große – Erwartungshaltung wird durch unser historisches Wissen noch verstärkt. Die aktuelle Rapid-Mannschaft hat es schwer, weil sie immer wieder mit ihren Vor- und Vorvorgängern verglichen wird. Kleinere und jüngere Vereine haben es da leichter. Sie erleben mit ihrer Präsenz in der Bundesliga einen Höhepunkt ihrer Geschichte und bauen Selbstvertrauen auf, während Rapid im historischen Vergleich selbiges verliert.

Rapid, ein unterdotierter Verein

Eigentlich besteht in der Rapid-Geschichte seit den 50er- und 60er-Jahren ein Entwicklungsknick, etwa seit der Zeit als Rudi Flögel Kapitän war. Rapid dürfte den Übergang vom Verein zum Wirtschaftsbetrieb schon damals nicht ausreichend geschafft haben. Rapid war ein Verein mit großen Aufgaben und mit zu geringen Einnahmen. Die Anzahl der Meistertitel zeigt das ganz deutlich. Zwischen 1912 und 1961 errang Rapid 22 Meistertitel, aber zwischen 1962 bis heute nur mehr 10.

Es könnte sein, dass sogar die Konzeption des Weststadions durch Gerhard Hanappi ein Grund für das sportliche Nachhinken der letzten 50 Jahre war, weil eben für die Aufgaben des großen Vereins Rapid aus der Stadion-Infrastruktur zu wenig Geld erwirtschaftet werden konnte, und das seit den Anfangsjahren des Stadions. Auf Seite 176 des Buchs “Gerhard Hanappi – Fußballer, Architekt” beschreibt Christoph Lechner, dass der spätere Ehrenpräsident Holzbach schon damals einen VIP-Bereich eingeplant haben wollte und sich Gerhard Hanappi diesem Wunsch aus weltanschaulichen Gründen widersetzte. Der VIP-Bereich wurde nicht gebaut und Gerhard Hanappi hat sich schließlich aus allen Ämtern bei Rapid zurückgezogen und sogar seinen Sohn Michael in der Austria-Jugend trainieren lassen. Die Langzeitfolge war wahrscheinlich eine chronische Unterfinanzierung in Zeiten der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs, die sich bis zur Präsidentschaft von Rudolf Edlinger hinzog.

In den 50 Jahren zwischen 1960 und 2010 errang Rapid 11, die Austria aber 17 Meistertitel. Das ist ein deutlicher Unterschied, der darauf hindeutet, dass der Stadtrivale die Zeichen der Zeit besser gedeutet hat. Erfolge der letzen 50 Jahre (->Ausblick)

Auch das zuerst “Weststadion” genannte Hanappi-Stadion war nicht gleich der große Bringer. Bis zum ersten Meistertitel, den man 1981/82 feiern konnte dauerte es immerhin fünf Jahre.

Gerhard Niederhuber erzählte beim 120-Jahre-Gedenkabend, dass der Rapid-Kassier kein Geld zur Auszahlung der Gehälter hatte und der “Klub der Freunde” in dieser Notlage eingesprungen ist und sein Guthaben für diesen Zweck verwendet hat. (Siehe Tagebucheintrag “Geburtstagsabend“)

Eine Szene aus einer Mitgliederversammlung unter Präsident Anton Benya illustriert die schlechte Finanzlage des Rekordmeisters.
http://klubderfreunde.at/2017/02/anton-und-franz-football-old-style/ Bei eine Mitgliederversammlung wurde der damalige Präsident Anton Benya gefragt, warum die Mitgliedskarten noch nicht versendet worden seien. Anton Benya wusste das nicht so genau und ging auf die Frage zunächst nicht ein. Währenddessen schrieb der neben ihm sitzende Franz Binder jun. ein paar Worte und schob den Zettel Anton Benya zu. Dieser las einfach vor, dass „man die Rechnung für die Mitgliedskarten des Vorjahres noch nicht bezahlt habe und daher die Druckerei den neuen Auftrag noch nicht bearbeitet hat“. (Siehe Tagebucheintrag “Anton und Franz, Football oldstyle“)

Die finanziell angespannte Lage fand mit den Ereignissen rund um die Rapid-Aktie ihren Höhepunkt und erst allmählich allmählich erholte sich Rapid aus der Finanzdauerkrise, vor allem Dank des Sponsoring der Bank Austria/Zentralsparkasse.

Ich erlebte Rapid seit der Präsidentschaft von Rudolf Edlinger, dessen Beiname “Sparefroh” uns noch in guter Erinnerung ist. Auch in dieser Phase litt Rapid unter chronischer Unterfinanzierung. Trotz des großen St. Hanappi-Stadions erschien der Verein eher wie ein Container-Klub. so bescheiden wirkte die Infrastruktur für die fast an einer Hand abzählbaren Mitarbeiter des Vereins.

Eine Szene ist mir besonders in Erinnerung. Es war beim ersten Qualifikationsspiel gegen Aston Villa als ich beim Süd-Ost-Eingang einen aufgebrachten Aston-Villa-Fan nach dem “Manager” schreien hörte. Weil er gar so auffällig war, habe ich die Szene im Bild festgehalten. Man hatte ihn mehrmals in die falsche Richtung gelotst und die Damen und Herrn der Securitas waren tatsächlich nicht ausreichend eingeweiht, wohin die exotischen Gäste zu dirigieren wären. Der Personalstand von Rapid war damals überschaubar, und der einzige, den man als “Manager” hätte bezeichnen können, war Andy Marek und der stand am Spielfeldrand mit dem Mikrofon. Der Gast war die Organisation englischer Vereine gewöhnt und wunderte sich über “den Balkan”.

Rapid war damals so, wie man heute gerne “Dorfklubs” bezeichnet, im städtischen Umfeld vielleicht “Containerclub”.

Woher kommen die letzten Titel?

Die drei letzten MeistertItel, die Rapid erringen konnte, waren ein Produkt des Zufalls und nur nicht irgendeiner genialen Planung, eines genialen Sportdirektors oder Trainers. Michael Konsel schilderte bei der 120-Jahr-Feier wie leicht es hätte passieren können, dass man bereits in der ersten Runde (gegen Petrolul Ploiesti hätte ausscheiden können). Sowohl Josef Hickersberger als auch Peter Pacult profitierten jeweils von einem Spielerduo, das für die ausreichende Punktezahl sorgte. 2004/05 waren es Steffen Hofmann und Andreas Ivanschitz, 2007/08 waren es Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer.

Wie sehr Meistertrainer von der Qualität einzelner Akteure abhängig sind, zeigt der Wechsel von Josef Hickersberger zur Nationalmannschaft. Er hat – bei einem Interview mit Andy Marek – darüber berichtet, dass er das Pech hatte, dass gerade in der Phase der EURO 2008 sich der Top-Torjäger Marc Janko verletzt hat. In der Finanzsituation bis 2016 konnte Rapid also nur zufällig Meister werden.

Rapid in der Pubertät

Was wir in den letzten drei Jahren miterleben durften, ist – auch gemessen an anderen historischen Meilensteinen von Rapid – einmalig. Hier ein Vergleich einiger Zahlen vor und nach der Präsidentschaft Krammer:

20132019
5.20016.540Mitglieder inklusive Greenies
ca. 20ca. 80Vollzeitmitarbeiter
9 Millionen79 MillionenAktiva/Passiva
-1,5 Millionen15 MillionenVereinskapital
23,6 Millionen46,2 MillionenErträge aus nationalem und internationalen Bewerb

Rapid ist von einem “Containerclub” zu einem – für österreichische Verhältnisse ziemlich großen Unternehmen gewachsen. Die Wirtschaftskammer nennt 0,4% aller Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten als “Großunternehmen” und 2,1% mit 50-249 Beschäftigten als “mittlere Unternehmen” . Rapid ist also – gemessen an der Beschäftigtenzahl – am Sprung zum Großunternehmen. An Matchtagen steigt die Anzahl der Beschäftigten in diese Bereiche.

So wie man es bei pubertierenden Jugendlichen beobachten kann, erging es auch Rapid. Der Umgang mit den neu gewonnenen finanziellen Möglichkeiten will erst erlernt werden und prompt unterschätzte man die Wichtigkeit der Kontinuität im Fußballbetrieb und meinte, mit Veränderungen rasch zu einem Titel kommen zu können. Und es war eine schmerzhafte Phase, die wir durchleben mussten, bis wieder so etwas wie ein ruhiges Fahrwasser angesteuert werden konnte.

Die letzten drei Saisonen waren für das zukünftige Präsidium ein Lehrbeispiel dafür, was Veränderungen anstellen können.

Wer kennt ihn nicht, den stets Kaugummi kauenden Ex-Trainer von Manchester United, Sir Alex Ferguson. Er war zwischen 1986 und 2013 Trainer und wurde 13 Mal Meister mit Manchester United. Aber Achtung: es dauerte 7 Jahre (von 1986 bis 1993!) bis er tatsächlich den ersten Meistertitel errang. Man stelle sich das bei Rapid vor, dass wir jetzt eine solche Zeitspanne auf den ersten großen Erfolg von Didi warten sollten. Diese Karriere zeigt uns aber, wie wichtig es ist, einen eingeschlagenen Weg nicht zu verlassen und – so wie beim Börsengeschäft – nicht bei den ersten Niederlagen gleich die Nerven zu verlieren.

Der richtige Einsatz von Kapital im Fußball will auch gelernt sein. Auch Salzburg wurde nicht gleich von Beginn an Serienmeister. Hier eine Darstellung (fett: Salzburg ist Meister): 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Nivellierungen – aber nicht bei RB

In der Bundesliga gibt es eine Tendenz zur Nivellierung, die Größenunterschiede zwischen Vereinen ausgleicht. Finanziell schwächere Vereine werden gestärkt, um einen möglichst interessanten und nicht einseitigen Wettbewerb zu gewährleisten. Davon sind alle größeren Vereine betroffen – mit Ausnahme von RedBull, weil die Salzburger nicht auf die Einnahmen aus dem Ligabetrieb angewiesen sind.

Rapid war immer schon ein ziemlich eigenständiger Verein, getragen vom Zuspruch seiner Anhänger. Diese Eigenständigkeit bedeutet, dass der Verein viele Projekte aus eigener Kraft finanziert, die anderswo von Gemeinde oder Land oder vom Eigentümer zur Verfügung gestellt werden. Dazu kommt, dass die Aufgaben des Sportklubs Rapid über den Fußballbetrieb weit hinaus gehen und dadurch das Budget für den Spielbetrieb schmälern. Ein Vergleich der Vereine an Hand der Budgets ist also nicht so einfach. Diese Eigenständigkeit hat seinen Preis, denn es nicht soviel “im Körberl” wie es die Budgetzahlen versprechen.

Trotz kompetitiver Regeln, die die Vereinsgröße berücksichtigen, begünstigt die Ausschüttung der Fernsehgelder kleinere Vereine. Man kann das gut an der Attacke des LASK gegenüber Rapid ablesen, bei der – wieder einmal – Rapid nachgegeben hat und ursprünglich vereinbarte Verteilungsschlüssel zugunsten der kleineren Vereine geändert wurden. Rapid verdient das Geld, ausgeben tun es andere.

Einen interessanten nivellierenden Aspekt haben wir in Form der heute praktizierten Videoanalyse kennengelernt. Die Grundlage der Planung für eine kommende Begegnung beruht auf Vorarbeiten des Video-Analysten. Das zugrunde liegende Video-Material wird aber für alle Kontrahenten von der Bundesliga zur Verfügung gestellt. Rapid beschäftigt mit Dr. Stefan Oesen einen Video-Analysten. Jeder andere Bundesliga-Verein ebenfalls. Alle haben dieselben Zahlen.

Es ist – nach meiner Ansicht – kein Zufall, dass Rapid im eigenen Stadion nur halb so viele Punkte erreicht wie auswärts. Es soll nicht behauptet werden, dass es in der Zunft der Schiedsrichter eine “Lex-Rapid” gebe, die das absichtlich herbeiführt. Aber der starke Heimsupport im neuen Stadion hat in der heimischen Liga eine Sonderstellung. Sich nicht von außen beeinflussen zu lassen, ist wahrscheinlich eine Grundtugend eines jeden Schiedsrichters und in dieser Spannungssituation fallen Entscheidungen – unbewusst natürlich – zuungunsten der Heimmannschaft, womit der Schiedsrichter seiner Rolle des “Unparteiischen” glaubt, besonders zu entsprechen.

RedBull zementiert seine Dominanz durch verschiedenste Methoden ein. Mit RedBull hat die Restliga keinen Verein als Konkurrenten, sondern einen Fußballkonzern. RB kann Spieler durch hohe Gehälter länger binden und kann den Spielern auch zusätzliche Perspektiven bietet (Leipzig, New York). RB stärkt Rapids Konkurrenz durch strategisches Verleihen von Spielern an die weniger konkurrenzfähigen Bundesliga-Vereine. Das sind Spieler mit einem Ausbildungsniveau, die sich diese niemals leisten könnten. Und wenn es passt, kauft man dem direkten Konkurrenten einen Spieler ab, ob man ihn später einsetzt oder nicht. Da das Geld für den Fußballbetrieb nicht aus dem Fußballgeschäft erwirtschaftet wird, muss man sich mit gemeinsamen Ligaregeln wie zum Beispiel der Ausländerquote nicht auseinandersetzen.

Ausblick

Es ist ein Schock für uns alle, dass der mit dem Einzug ins neue Stadion erlangte Zaubertrank “Geld” nicht gleich gewirkt hat und man ihn in den ersten Jahren eher verschüttet hat als ordentlich genutzt. Wenn wir aber aus den Fehlern der ersten Jahre mit positivem Vereinskapital lernen, können wir doch zuversichtlich in die Zukunft blicken, aber nur, wenn wir die Fehler nicht wiederholen.

GRÜNZEUG-609

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 47. JAHRGANG / November 2019 / Nr. 609 / Versand 18.11.2019

Einladung zur Mitgliederversammlung

Unsere Gäste am 2. 12. 2019

Unsere nächste MITGLIEDERVERSAMMLUNG findet am

MONTAG, dem 2. Dezember 2019, um 19 Uhr

in unserem KLUBLOKAL statt.

Eingeladen haben wir diesmal die Herren

  • Zoran BARISIC (Geschäftsführer Sport des SK Rapid) und
  • Christoph PESCHEK (Geschäftsführer Wirtschaft des SK Rapid)

EINLASS UM 18.30 UHR! WIR ERSUCHEN UM ZAHLREICHEN BESUCH! MITGLIEDER UND DEREN BEGLEITUNG SIND HERZLICH WILLKOMMEN!

ACHTUNG AUF DIE 43. AKTION „WEIHNACHTSFEIER FÜR DEN NACHWUCHS“!

Dalibor Velimirovic, Melih Ibrahimoglu oder Nicholas Wunsch, das sind nur die Namen von drei Eigenbauspielern, denen Didi Kühbauer die Chancen gab und geben wird, ihr Talent bei den Profis zu zeigen. Und sie alle sowie viele andere waren Gäste in grün-weißen Nachwuchs-Weihnachtsfeiern, die von uns Rapidfreunden bereits seit Jahrzehnten (mit)finanziert wurden und hoffentlich auch in Zukunft werden. Dafür braucht es natürlich die Spendenbereitschaft unserer Mitglieder bzw. Leser(innen).

Stellen Sie alle diese bitte auch heuer ganz nach Selbsteinschätzung unter Beweis! Hiefür liegt dieser Nummer ein Zahlschein bei – wenn Sie ihn nicht wegwerfen, sondern widmungsgemäß verwenden, scheint ihr Name ebenso sicher demnächst im „Grünzeug“ auf wie Ihnen der Dank der gesamten SCR-Nachwuchsabteilung gewiss ist. Dass kein einziger Euro sinnlos verschleudert wurde und wird, beweisen aus Rapids Jugend hervorgegangene Herren wie Andi Herzog oder Peter Schöttel bis zu Maxi Hofmann oder Dejan Ljubicic, um nur einige wenige von unzähligen zu nennen.

AUSWÄRTS IST RAPIDS NEUES DAHEIM

„I steh auf Kühbauerbuam“, würde der Verfasser in Abwandlung eines Melissa-Naschenweng-Hits gerne und ehrlich singen, könnte er es. Jedenfalls spürt er diese tiefe Zuneigung vornehmlich dann, wenn besagte „Buam“ möglichst weit weg vom an und für sich natürlich heiß geliebten Hütteldorf antreten müssen, aktuell besser dürfen.

Denn die dort erreichte Bilanz liest sich geradezu erbärmlich an: 7 Spiele, 2 Siege, 2 Unentschieden, drei Niederlagen, 8 Punkte bei 12:10 Toren. Ja, ja, da waren Duelle mit Salzburg, dem LASK oder dem Wolfsberger AC dabei. Aber auch welche mit Hartberg und St.Pölten – Mannschaften, die ein SK Rapid vor gar nicht allzu langer Zeit sozusagen „in der Pfeife geraucht“ hätte.

In der Fremde schnitt Grün-Weiß bzw. Rot-Blau (die vom Vorgänger, dem Arbeiterfußballklub, übernommenen Traditionsfarben) ungleich besser ab: Ebenfalls 7 Spiele, 5 Siege, 1 Unentschieden, eine Niederlage, 16 Punkte, 16:8 Tore.

Was, zum Teufel, ist da los in unserer, ha, ha, „grünen Hölle“? Als das Allianz- oder West- oder Was-weiß-ich-Stadion im Sommer 2016 mit viel Pomp und vor 28.000 Zuschauern eröffnet wurde (2:0 gegen Chelsea) gab es in den darauf folgenden BL-Heimspielen etliche klare Siege, worauf die an sich ja wirklich tolle neue Heimstatt des stolzen SK Rapid scheinbar zu Recht so genannt wurde.

Doch im Lauf der Jahre sah und sieht es immer öfter so aus, als würden sich hier viel weniger die Gastmannschaften von der meist großartigen Kulisse beeindrucken lassen als die Akteure des SCR selbst. Warum? Der Chronist hat deswegen schon etliche Gespräche mit diversen Hütteldorfer Kickern geführt, aber keiner von ihnen gab zu, mit der enormen Erwartungshaltung der eigenen Anhänger, speziell mit der des „Block West“, die bekanntlicherweise ja flugs in Hass umschlagen kann, mental nicht fertig zu werden. Eigentlich eh klar, denn so ein Sensibelchen müsste sofort das Weite suchen, und wer will das schon, wo Rapid ja doch so ein cooler Klub ist! Aber nur in der Fremde?

Das Problem mit einem eigenen neuen Stadion haben sie kurioserweise auch am Verteilerkreis. Aber der dort ansässige Klub verliert im Herbst 2019 ja überall. Was man im schönen Hütteldorf Beheimateten zum Glück nicht vorwerfen kann, der gewann jüngst sogar in Altach!

Was also tun mit diesem Allianz-Stadion? Ein Abriss kommt natürlich nicht in Frage. Vielleicht sollten sich die Entscheidungsträger an Rapid-Hochwürden Pelczar wenden: Gibt es in der katholischen Kirche immer noch Teufelsaustreibungen? Wenn ja, können sie auch an Bauwerken vorgenommen werden? Wenn diese möglicherweise verhext bzw. verflucht sind? Alles natürlich Quatsch, unheimlich sind Rapids Auftritte in Hütteldorf aber allemal.

Um das Thema zu wechseln: Klar ist selbstverständlich, dass man zum 23. bis 25. Mann eines Fußballspiels fair sein sollte, also zum Schiedsrichter und seinen Assistenten. Aber manchmal schien es gerade in den letzten Wochen so, als hätten böse Geister von ihnen Besitz ergriffen. Herr Harkam wurde nach seinem (Nicht-)Gepfeife im Match SCR-WAC für drei Ligaspiele suspendiert, während sein schon seit einigen Jahren auffälliger Kollege Schüttengruber überhaupt völlig daneben lag: Bei Rapids Heimmatch gegen St.Pölten, das vormalige Schlusslicht, hätte er für jede der beiden Parteien so ungefähr ein bis zwei Elfmeter geben können, ja müssen, bevor er und sein Mitarbeiter mit dem Fähnchen total übersahen, dass beim einzigen Tor zwei Gegner störend und verbotenerweise vor Strebinger im Abseits standen. Natürlich kann man sagen, das 0:1 hätten sich die vor Heimschwäche geradezu triefenden Rapidler redlichst verdient, trotzdem hätte uns ein Punkt ganz gut getan. Und ähnliche Benachteiligungen der unerklärlichen Art selbstverständlich ebenfalls.

Exorzismus bei Referees? Auch Blödsinn, was denn sonst. Strengere Seh- und Reaktionstests täten es wahrscheinlich schon.

Und (noch mehr) Gespräche mit Rapidspielem vor Heimspielen wären vielleicht auch sachdienlich. Auf dass man auch nach solchen singen kann: „I steh auf Kühbauerbuam!“ Statt mit Lade bei Fuß heimzuschleichen. Oder zu randalieren.

tipico-Bundesliga (Stand vom 10.11.)

1.Salzburg 14/38 (56:12)
2.LASK     14/35 (29:8)
3.WAC      14/27 (34:16)
4.Rapid    14/24 (28:18)
5.Sturm    14/23 (23:16)

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

BL, ll.RUNDE (20.10.): WOLFSBERGER AC (H) 1:1 (1:1)

Nach diesem extrem spannenden und harten Kampf um Platz 3 gegen die auch in der Euroleague sensationell erfolgreichen Kärntner machten Edi Finger, der ewige Junior, und Frenkie Schinkels, also zwei in ihren Metiers abgehalferte Herren, in oe24.TV alles nieder, was Rapid heißt: Strebinger seit seiner Verletzung ein schlechter Tormann, überhaupt die ganze Mannschaft ohne Qualität, der Trainer detto, Barac ausschlussreif, Platzsprecher Mareks Wortgefecht mit WAC-Coach Struber auch indiskutabel usw. usf. Bis dahin hatte sich der Chronist „nur“ über die beiden verlorenen Punkte geärgert, denn an der kämpferischen, läuferischen und spielerischen Leistung des in puncto Feldüberlegenheit und Chancenaufkommen deutlich überlegenen SCR war nicht nur seiner Meinung nach nichts auszusetzen. Auch Kühbauer warf der Mannschaft lediglich vor, das zweite Tor nicht gemacht zu haben. Aber der ist laut dem „kleinen“, dicken Finger ja ahnungslos… Und Barac? Ja, der wollte dem vor ihm neben der Cornerlinie liegenden Schmid den Ball aus den Armen kicken; dass dieser den wie ein Tormann festhielt, entsprach keineswegs den Regeln. Wie auch das Foul von Schmitz an Stojkovic im Strafraum, ohne dass Harkam an einen Elferpfiff auch nur dachte. Doch darüber ereiferten sich Finger & Schinkels so gut wie gar nicht. Und ja, der „schlechte“ Strebinger hatte Liendls Freistoß leider wirklich passieren lassen – nur so kam der WAC zu seiner ersten echten Tormöglichkeit und dem kaum verdienten 1:1. Alles ärgerlich!

SCR: Strebinger; Hofmann, Dibon, Barac; Stojkovic (81.Auer), D.Ljubicic, Knasmüllner (68.Murg), Schwab, Ullmann; Fountas, Badji (58.Arase).- Tore: Fountas (31.); M.Leitgeb (64.).- Gelbe Karten: D.Ljubicic, Fountas, Badji, Murg, Hofmann, Schwab; Rnic, Novak, Struber (WAC-Trainer), Schmid, Sollbauer).- Rote Karte: Sahli (WAC-Co-Trainer, 31., Kritik).- Allianz-Arena, Harkam, 21.200.

Robert, die Nummer 1 von Wien!

BL, 12.RUNDE (27.10.): RED BULL SALZBURG (A) 2:3 (1:2)

Bis zu Knasis Kopfballtor auf Schwabs Vorlage ebenfalls per Kopf gab es keine SCR-Offensive. Da lag es vor allem am erneut ausgezeichneten Dibon sowie an Elferkiller Strebinger (33., gegen Hwang) und Barac, dass Rapid im Spiel blieb. Doch nach Wiederbeginn erstarkten Schwab & Co. gegen die nun nachlassenden CL-Fighter um einiges und machten dank ihrer schon bekannten hohen Moral aus dem 0:2 ein 2:2 (Assist: abermals Schwab, Vollstrecker: Barac, auch der köpfelte ein). Aber dann packten die Bullen zum x-ten Mal ihre vielleicht größte Spezialität aus: Ein extrem spätes, leider entscheidendes Tor – es war zum Heulen!

SCR: Strebinger; Stojkovic, Hofmann, Dibon, Barac, Ullmann; Velimirovic, D.Ljubicic, Schwab; Fountas (63.Badji), Knasmüllner (58.Arase).- Tore: Szoboszlai (31., Elfer), Haaland (38.), Junuzovic (90./+4, Freistoß); Knasmüllner (45./+1), Barac (87.).- Gelbe Karte: Haaland.- Red-Bull-Arena, Drachta, 17.218.

BL, 13.RUNDE (2.11.): ST.PÖLTEN (H) 0:1 (0:0)

Das macht Rapid kein anderer Klub nach: Erstens über 20.000 (erwartungsvolle) Zuschauer gegen das selbst für den eigenen Anhang nur wenig attraktive Schlusslicht, zweitens aber auch eine derart schwache Gesamtleistung des SCR, der den Gästen speziell in den Zweikämpfen und Laufduellen peinlich unterlegen war und daher verdient verlor. Obwohl das 0:1 irregulär war, weil bei Balics Schuss zwei Gegner vor Strebinger im Abseits standen. Jedenfalls waren Torgarant Fountas (Knie) und Schobesberger (Bauchmuskelzerrung, Weisheitszähneprobleme) vome nicht zu ersetzen, um von Kitagawa und Schick gar nicht zu reden. Das alles war den hörbar empörten Fans am Ende jedoch sch…egal.

SCR: Strebinger; Hofmann (62.Arase). Dibon, Barac; Stojkovic (75.Auer). D.Ljubicic, Schwab, Ullmann; Murg; Badji, Knasmüllner (79.Ibrahimoglu).- Tor: Balic (74.).- Gelbe Karten: Dibon, Auer; Hofbauer.- Allianz-Stadion, Schüttengruber, 20.400.

20.000 Zuschauer gegen St.Pölten. darunter 4.000 Feuerwehrleute

BL, 14.RUNDE (9.11.): ALTACH (A) 3:0 (3:0)

Routinier Sonnleitner erstmals seit 30.5. wieder dabei und wie auch noch! Arase erstmals überhaupt in der Startelf und wie auch noch! Er und Knasmüllner zwangen Altachs unsichere Verteidigung dermaßen zu Fehlem, dass es nach einer guten halben Stunde bereits 3:0 für Rot-Blau, sprich Rapid hieß. Diese Konsequenz zogen Schwab (verwandelte nach Foul an besagtem Arase Rapids ersten diesjährigen Penalty souverän) und seine Kollegen leider nicht durch, produzierten immer wieder unnötige Ballverluste und vertändelten etliche gute Kontermöglichkeiten. Dadurch machten sie die niemals aufsteckenden Heimischen immer stärker, aber sie konnten sich ja auf ihren Super-Richi verlassen, der die Null zweimal sensationell festhielt. Und damit auch den ersten Sieg in Altach nach acht Fehlversuchen. Was will man mehr?!

SCR: Strebinger; Dibon (35.Hofmann), Sonnleitner, Barac; Stojkovic, D.Ljubicic, Schwab, Ullmann; Murg (66.Schobesberger); Knasmüllner (76.Velimirovic), Arase.- Tore: Schwab (11., Elfer), Murg (12.), Arase (34.).- Gelbe Karten: Anderson; Hofmann.- Cashpoint Arena, Hameter, 5.104.

Die “Muppets” sind hier Stammgäste

„MR. GRÜNZEUG NR. 609“: CHRISTOPHER DIBON

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat.

Ein Jochbeinbruch gegen Sturm (18.8.)? Dann halt mit Maske gegen den LASK (24.8.)! Denn Christopher Dibon ist ebenso wenig „umzubringen“ wie Mario Sonnleitner, sein Bruder im (unbeugsamen Kampf-)Geist. Aber nun erlitt der Schwechater in Altach seine insgesamt bereits 16. Verletzung (Quelle: Sky), diesmal im Leistenbereich – hoffentlich nicht wieder einmal für längere Zeit! Bis zu diesem Augenblick war er in den im vorliegenden „Grünzeug“ kritisierten Partien übrigens fraglos Rapids Bester. Baldige Besserung, Dibi!

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

Diesbezüglich ist nichts zu vermelden.

„MV“ VOM 28.10.: 4 + 1 – 1

4? Ja, weil sämtliche eingeladenen Spieler am 28.10. im Klublokal erschienen. Plus 1? Ja, weil wir außerdem einen Überraschungsgast begrüßen konnten. Minus 1? Leider ja, weil wir des am 30.9. völlig überraschend verstorbenen Mitglieds Walter Bauer (76) gedenken mussten.

Mario Sonnleitner, Srdjan Grahovac, Thomas Murg und Leo Greiml trugen an der vortägigen, wieder einmal unglücklichen Niederlage in Salzburg keine Schuld, weil sie entweder noch rekonvaleszent oder in der 2. Mannschaft tätig waren. Wie auch immer, die Stimmung am und vor dem Ehrentisch wurde durch dieses extrem späte 2:3 keineswegs getrübt (Viktor Czamamicki: „Irgendwann wird’s gegen die Bullen klappen!“). Sonderapplaus gab’s für Sonni, dessen Hütteldorfer Weg auch nach der aktiven Laufbahn vorgezeichnet sein dürfte, und Murgi, der energisch zu Protokoll gab, niemals nach Salzburg wechseln zu wollen.

Der Ehrengast war Peter Barthold, ein Mitglied jener Mannschaft Rapids, die 1976 Cupsieger wurde sowie ein Erzgrüner mit Insiderwissen und Vergleichsmöglichkeiten zu früheren Situationen und Problemen des SCR. Vor diesem Hintergrund zog der von unserer „MV“ begeisterte Ex-Nachwuchs- und -Profitormann einen Monat vor der Wahl eines neuen Präsidiums dieses Fazit: Rapid 2019 sei in sportlicher wie wirtschaftlicher Hinsicht auf einem sehr guten Weg. Ob an diesem etwas zu ändern sei? Das entscheiden am 25.11. Rapids Mitglieder. Unter denen sich natürlich viele unseres Anhängerklubs befinden.

GRajovac, Greiml, Niederhuber, Sonnleitner, Murg, Barthold

EIN BLICK ZU RAPID II

RUNDE (11.10.): BRUCK/LEITHA (A) 2:1 (1:1)

Hedl; Sulzbacher, Greiml, Velimirovic, Dijakovic; Schuster; Strasser (81.Kocyigit), Bozic, Ibrahimoglu, Markl (75.Pehlivan); Fuchshofer (84.Binder).- Tore: Sara (5.); Markl (45.), Strasser (47.).-Bruck/Leitha, Kouba, 310.

hinten: Leo (80 Jahre!), Gerhard, Friederike, Hannes; vorne: David, Florian, Gregor, Christian

RUNDE (18.10.): WR.LINIEN (H) 1:1 (1:1)

Hedl; Sulzbacher, Greiml, Schuster, Hajdari; Martic, Wunsch (55.Kocyigit); Strasser, Bozic, Markl (68.Savic); Fuchshofer (82.Pehlivan).- Tore: Markl (18., Elfer); Alaca (27.).- Allianz-Stadion, West 1, Keser, 200.

Spielfeld-Detail

NACHTRAG ZUR 6.RUNDE (22.10.): MANNSDORF (H) 2:3 (0:2)

Gartler; Sulzbacher (80.Wunsch), Sonnleitner, Greiml, Hajdari; Bozic, Schuster; Savic (80.Pehlivan), Ibrahimoglu, Markl (46.Strasser); Fuchshofer.- Tore: Ibrahimoglu (64.), Savic (69.); Kriwak (15.), Markic (32.), Panic (50.).- Allianz-Stadion, West 1, Braunschmidt,300.

Ehrenpräsidentin der Sitzplatzschweine

RUNDE (25.10.): SPORT-CLUB (A) 4:0 (0:0)

Gartler; Sulzbacher, Greiml, Dijakovic, Strasser; Martic; Savic (70.Kocyigit), Bozic (80.Pehlivan), Ibrahimoglu, Markl (46.Wunsch); Fuchshofer.- Tore: Bozic (48.), Martic (52., Freistoß), Kocyigit (76., 81.).-WSV-Platz, Schilcher, 3.017 (!).

Spielbeginn

RUNDE (1.11.): STRIPFING (H) 1:0 (0:0)

Hedl; Sulzbacher, Schuster, Greiml, Dijakovic; Grahovac; Strasser, Wunsch, Demir (63.Moormann), Savic (64. Markl); Fuchshofer (46.Pehlivan).- Tor: Wunsch (88.).- Rote Karte: Grahovac (62., Beleidigung).-Allianz-Stadion, West 1, Katava, 300.

David und Christoph Pelczar

RUNDE (8.11.): MATTERSBURG AM. (A) 1:0 (0:0)

Hedl; Sulzbacher, Greiml, Dijakovic, Hajdari (62.Moormann); Demir, Schuster, Wunsch; Strasser (57.Markl), Fuchshofer, Savic (68.Pehlivan).- Tor: Pehlivan (81.).- Akademie Burgenland, Karner, 150.

Sehr alte Mattersburger (3.300 v. Chr.)

RESÜMEE

Hochinteressante Zwischenbilanz nach zehn von 30 Meisterschaftsmatches: Unter Zeljko Radovic kam Rapid II dank dem verdienten 2:1 in Bruck/Leitha zu den Zählern 22 bis 24. Mehr hatte es in der Regionalligahistorie dieser unserer Mannschaft zum gleichen Zeitpunkt noch nie gegeben, nicht einmal, als die Talente M.Hofmann, Behrendt, Grozurek, Knoflach, Pavelic, Wydra, Schaub & Co. 2011/12 hinter Aufsteiger Hom (64 Punkte) knapp Zweiter wurden. Damals gab es nach zehn Spielen lediglich 14 Punkte, in den restlichen 20 aber sagenhafte 48 – nicht auszudenken, würde Ähnliches 2019/20 gelingen.

Selbstverständlich ist die Zeit für Jubelstürme noch lange nicht angebrochen, aber träumen wird man ja wohl dürfen…

Beim chancenarmen Duell mit Herbert Gagers abwehrstarken Wiener Linien waren es allerdings keine sonderlich schönen Träume. Immerhin blieb Rapid II auch ohne Kapitän Gobara (hartnäckige Knieverletzung) und die zu den Profis hochgezogenen Velimirovic und Ibrahimoglu sowie trotz Kesers merkwürdigen Pfiffen auch im elften Match unbesiegt.

Was sich gegen die bis dahin ungeschlagenen Mannsdorfer mit Trainer Carsten Jancker allerdings änderte: Nach gutem Beginn mit zwei Torchancen stand es unversehens und ohne sonderliche Gegenwehr 0:3. Da drohte ein echtes Debakel, aber Bozic, Ibrahimoglu & Co. bäumten sich mächtig auf und hätten am Ende sogar den Ausgleich erzielen können, doch Pehlivans Kopfball ging daneben (88.).

Über 3.000 Fans sahen eine eher ausgeglichene erste Hälfte mit einem in der letzten Viertelstunde stürmisch drängenden Sport-Club, doch ab Beginn der zweiten waren die nun groß aufspielenden jungen Hütteldorfer die souveränen Könige von Dombach. Unter ihren vielen guten Akteuren besonders stark: der bombensichere Gartler, Greiml (18) als überragender Abwehrchef, Martic (Freistoß à la Panenka) und Superjoker Kocyigit. Auch überragend: die WSC-Anhänger, von deren unerschütterlichem Support sich viele grün-weißen Dauernörgler ein Scheibchen abschneiden sollten!

Gegen die grenzwertig attackierenden, bis zum Trainer (Erwin Cseh) hin mit Ex-Rapidlem gespickten Stripfinger Routiniers fand SCR II kaum jemals zu seinem normalen Spielstil, nach Comebacker Grahovac Ausschluss in einer unübersichtlichen Szene schon gar nicht. Trotzdem hätte es nach einem Foul an Wunsch im Fünfer Penalty geben müssen (73.), wofür Nicholas sich kurz vor Schluss „rächte“ (die perfekte Vorarbeit hatte Strasser geliefert).

Eine Woche vor Saisonende war Rang 2 nach Joker Pehlivans Goldtor gegen die SVM-Amateure abgesichert. Die Schlussoffensive der Burgenländer brachte ihnen nicht ein, dafür „gewannen“ sie bei den Gelben Karten mit 6:4 -ganz schön ruppig!

RLO-Stand vom 9.11.

1.Mannsdorf     15/38 (29:10)
2.Rapid II      15/34 (29:10)
3.Ebreichsdorf  15/30 (26:9)
4.WSC           15/28 (34:23)

SPLITTER

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Am 11.10. mühte sich Rapid mit dem durchspielenden Sonnleitner und etlichen blutjungen Nachwuchsspielern (neben dem verletzt ausgeschiedenen Wunsch waren das Demir, Kanuric und Fallmann von der U 18) auf einem Trainingsplatz des Happel-Stadions zu einem Test-2:1 (2:1) über den stark grün-weiß angehauchten FAC (Tore: Badji und Knasmüllner bzw. Prosenik).

EM-Qualifikationsspiele: A-Team: 3:1 (1:1) am 10.10. in Wien gegen Israel (Lazaro, Hinteregger, Sabitzer) und 1:0 (1.0) am 13.10. in Ljubljana gegen Slowenien (Posch); U21: Großes Treffen ehemaliger SCR-G’schroppen (Meister und Arase auf der einen, Miildür auf der anderen Seite) beim 3:0 (2:0) in Ritzing über die Türkei am 11.10. (Meister, Raguz, Lovric; Arase bis 74.) und leider 1:5 (0:4) in Milton Keynes gegen England (Baumgartner; Arase bis 55.), nach dem die Chance auf die Endrunde aber noch intakt ist

Zwei Fragen zum Gejammer über die geringen Zuschauerzahlen (gegen Israel erschienen nur 26.200 im Happel-Stadion): Welcher österreichische Klub hat die meisten Anhänger? Wie viele seiner Spieler werden und wurden von Foda und auch schon dessen Vorgänger Koller in den Teamkader berufen? Unser Kapitän Schwab hat jede Menge Spielpraxis, Ilsanker bei RB Leipzig gar keine, und beispielsweise Schobesberger stünde in der Nationalelf mutmaßlich hoch im Kurs, würde er bei irgendeinem ausländischen Verein auch nur auf der Ersatzbank sitzen. So aber zieht es nicht nur der unverbesserlich greane Niederhuber vor, sich die – gewiss enorm wichtigen – Länderspiele im Fernsehen reinzuziehen. Oder strömen unsere verehrten Leser(innen) in hellen Scharen in jenes Stadion, das wenigstens (noch?) den Namen einer RapidLegende trägt?

Dalibor Velimirovics (18) neuer Vertrag datiert bis Mai 2022.

Nach seinem Ausschluss im RLO-Spiel gegen Stripfing wurde Srdjan Grahovac für eine Partie gesperrt. So hätte er sich sein Comeback sicher nicht vorgestellt.

Bereits am 28.10. war Peter Pacult auch schon 60 geworden – tja, selbst für einen Meistertrainer bleibt die Zeit leider nicht stehen! Oder Gott sei Dank?

Wir trauern um ein weiteres Mitglied! Walter Trötzmüller ist am 5.11. von uns gegangen.

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„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-608
  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
  • Alle Ausgaben des GRÜNZEUG seit den 1970er Jahren stehen unseren Mitgliedern oder Fußballhistorikern auf Anfrage im PDF- Format zur Verfügung

Christoph “in action”

Wir kannten Christoph Pelczar bisher nur in “Nebenrollen”. Einmal war er unser Führer durch das Stadion (siehe “Inspirierende Stadionführung“), dann erlebten wir ihn als launigen Gast beim “Klub der Freunde” (“Mitgliederversammlung mit Christoph Pelczar”). Dass er es geschafft hat, der ganzen Rapid-Crew und auch seinem Bischof eine Audienz beim Papst zu verschaffen, zeigt seine einmalige Begeisterungsfähigkeit (“Treffen der Weltreligionen“).

Heute aber war Christoph “im Dienst” und abseits vom traurigen Anlass, dem Begräbnis von Walter Trötzmüller, konnten wir erleben, mit welchem Engagement Christoph sein Amt ausfüllt.

Dass Christoph der Rapid-Pfarrer ist, das zeigt er mit seinem prächtigen grün-weiß-gestreiften Messgewand.

Christoph verglich unser Leben mit einem Fußballspiel, dessen erste Spielhälfte auf Erden stattfindet. Walter war sozusagen “in der Pause” und begann ab diesem Tag seine zweite, bessere Spielhälfte. So wie Fußball sich als ein Auf-und-ab darstellt, tut das auch unser Leben.

Die ganze Ansprache von Christoph könnt Ihr bei den Bildern zu diesem Beitrag downloaden. Leider fehlen die ersten Sätze, weil der Autor des Recorder zu spät eingeschaltet hat. Bei den Links könnt Ihr auch die Abschiedsmusik “Air” von Johann Sebastian Bach nachhören.

Am Grab des Verstorbenen warf Christoph ein Freundschaftsband als Symbol der Verbundenheit mit seinem Lieblingsverein auf den Sarg. Dieses Freundschaftsband tragen auch die Spieler des SK Rapid als Zeichen der Zusammengehörigkeit.

Kaum waren die letzten Worte gesprochen, wartete schon die nächste Verpflichtung auf Christoph, er konnte also nicht bei der Zehrung im Gasthaus Brigitte beim Dritten Tor des Zentralfriedhofs teilnehmen.

Wenn Du Walter besuchen willst, hier seine “Adresse”: Gruppe 87 (A), Reihe 49 (am Hauptweg), Nummer 78. In der Verstorbenensuche der Friedhöfe Wien ist Walter bereits eingetragen.

Die Delegation des “Klub der Freunde des S.C. Rapid” bestand aus Erich, Herbert, Franz, Christine und Franz, dem Fotografen.

Links

Abschiedsabend von Michael Krammer

Es war keine Wahlveranstaltung und doch war die kommende Präsidenten-Wahl am Montag allgegenwärtig; bei den Gesprächen an den Tischen und in den Interviews.

Christoph Peschek schilderte in einer sehr emotionalen Rede, wie sich das derzeitige Präsidium damals, 2013 zusammengefunden hat und wie sich daraus eine Freundschaft zwischen den Akteuren entwickelt hat. Michael Krammer war damals Leiter der Reformarbeitsgruppe und seine Führungsqualitäten sind dort nicht unbemerkt geblieben. Es hat damals ein als “legendär” bezeichnetes Treffen im Café Landtmann gegeben, bei dem sich die Kandidatur von Michael Krammer als Präsidentschaftskandidat abgezeichnet hat.

Michael Krammer wurde von Andy Marek mit seinem 2013 präsentierten Arbeitsprogramm konfrontiert und es zeigte sich, dass die meisten der damals recht optimistischen Ansagen Realität geworden sind.

Spannend waren die Ausführungen über die Zeit des Stadionbaus, bei dem Anfangs noch gar alles so fest auf Schiene war wie es dann in der Stadthallte präsentiert worden ist, aber die eindrucksvollen 3D-Bilder vom Stadionmodell haben die letzten Zweifel bei den Behörden und Sponsoren ausgeräumt. Die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Häupl und Stadtrat Oxonitsch wurde hervorgehoben.

Dass es sportlich nicht ganz so erfolgreich war, lag auch daran, das Michael Krammer als “seinen größten Fehler” bezeichnet hat, nämlich die Abkehr vom eingeschlagenen Weg der kontinuierlichen Entwicklung unter Zoki Barisic als Trainer. Man meinte damals eine “Abkürzung” beim Weg zu einem Titel einschlagen zu können. Wie es weiterging wissen wir. Doch aus Fehlern soll man lernen, und daher wurde mit der Wiederberufung von Zoki, diesmal als Sportdirektor, Martin Hiden als Chefscout und Steffen Hofmann als Talentemanager eine sportliche Basis geschaffen, auf der man aufbauen kann.

Abschiedsworte

Es war 2013 im Café Eiles als sich der scheidende Präsident Edlinger und Michael Krammer zu einem Gedankenaustausch anlässlich der Übergabe der Präsidentschaft trafen. Edlingers Bitte an Krammer war dieselbe, die er selbst im Jahre 2001 von dem damals schon schwer erkrankten Anton Benya mit folgenden Worten übertragen bekam: “Pass mir auf meine Rapid gut auf”.

Diese Worte gab Michael Krammer an die Fanklubleiter weiter. Ganz egal, wie die Wahl am Montag ausfallen würde, sollte jeder einen Ziegelstein in die Hand nehmen und damit eventuell aufgerissene Gräben überwinden helfen.

Präsident Kammer erhielt für sein Engagement für Rapid minutenlange Standing Ovations.

Michael Krammer hat aber auch nicht vergessen, jenen Mann hervorzuheben, dessen Einsatz viele Dinge überhaupt erst ermöglicht hat: Andy Marek. Auch für ihn gab es anhaltenden Applaus.

Dankesworte

Oliver Pohle (Ultras), Gerhard Niederhuber (Klub der Freunde des S.C.Rapid) und Heinz Deutsch (1899fm – Heinz’ Rapid Podcast) bedankten sich im Namen der Mitglieder für die Aufbauarbeit von Michael Krammer. Ganz besondere Erwähnung fand der Einsatz von Michael Krammer und Andy Marek bei der Einkesselung von 1.500 Rapidfans bei der Südost-Tangente. Die beiden waren vor Ort bis auch der Letzte aus der Absperrung entlassen wurde. Diese Aktion wäre einmalig gewesen und ein wahrer Benchmark für jeden, der als Nachfolger als Rapid-Präsident nominiert wird.

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Österreich-Mazedonien

2:1 (1:0)

Wer hätte gedacht, dass wir einmal eine österreichische Nationalmannschaft erleben würden, von der ein prominenter Vertreter des Gegners Mazedonien*) (Ilčo Naumoski) meint, sie zähle zu den besten zehn Mannschaften der Welt? Wir zeigten modernes Angriffspressing, der Gegner verhielt sich sehr defensiv, wenigstens in der ersten Halbzeit. Es war erfrischend zu sehen, wie die Österreicher bei Ballverlust sofort versuchten ein Überzahlspiel herzustellen, sodass der Ball meist sehr rasch wieder zurückerobert werden konnte.

Wie so oft fragt man sich, wo denn die Tore bei dieser Feldüberlegenheit bleiben. Nun, Chancen gab es genug, die aber eben nur Chancen waren. Der oft hoch aufgerückte Hinteregger hat sich in die Herzen der Fans gespielt, es gab Sprechchöre Hinteregger, Hinteregger, hey, hey”. Marco Arnautovic wurde mehrfach aus aussichtsreicher Position wegen versteckten Foulspiels zurückgepfiffen.

Ambiente

Für Gesprächsstoff sorgten die Farben des neuen Auswärtstrikots, das bei diesem Spiel präsentiert wurde. Man hatte den Eindruck, als würde eine Mannschaft der ÖVP (türkis-schwarz) gegen eine der SPÖ (rot) antreten. Der Block meinte. man dürfe nur in den Farben rot-weiß-rot spielen. Gut, was macht man aber mit den Auswärtstrikots? Ob sich der Designer von der Leitfarbe des derzeit politischen Klassenprimus leiten ließ? Auf zackzack.at liest man, das die Nähe des Präsidenten Windtner zur ÖVP durchaus eine Rolle gespielt haben kann. Zufall war das wahrscheinlich keiner. Die UEFA sieht die türkise Farbe der Trikots aber als keine politische Botschaft.

Vor Spielbeginn wurde Marc Janko verabschiedet. Er bekam ein Trikot mit der Rückennummer 70 für 70 Spiele für die österreichische Nationalmannschaft.

Das Spielfeld im HappelStadion war früher bei den Cornerfahnen wegen der Laufbahnen etwas abgerundet. Neuerdings wird dort Rasen angestückelt, offenbar ist das eine Forderung des Regelwerks. Siehe letztes Bild. Ein etwas dünkleres Rasenstück liegt auf der Laufbahn.

Choreografie

Die Hurricanes gestalteten eine grandiose Pixel-Choreografie unter dem Motto “Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome”. Sie ließen ein Schiff über Wellen tanzen und Traktoren Äcker pflügen.

Bildergalerie

Links

*) Dass sich dieses Land “Nord-Mazedonien” nennen muss, weil die Bezeichnung “Mazedonien” den Griechen missfällt, daran müssen wir uns nicht halten. Wir wissen, was gemeint ist, eine Verwechslungsgefahr mit der gleichnamigen griechischen Gegend besteht nicht.

Admira Juniors-Rapid II

1:1 (0:1)

Dass hier eine der führenden Mannschaften gegen einen Nachzügler in der Regionalliga Ost gespielt hat, konnte man am Spiel nicht ablesen. Zu dominant war unser Gegner, die Admira Juniors.

Schon der Pausenstand 0:1 (Torschütze Denis Pehlivan) war schmeichelhaft für Rapid II, weil die Admira Juniors viel Spielanteile und einen Lattenschuss zu verzeichnen hatten. Nach der Pause schnürten die Admiraner unsere Mannschaft regelrecht ein und der Ausgleich war schließlich die logische Folge. Dass es bei diesem Spielstand blieb, verdanken wir dem Torpfosten. Bei Spielende gab es noch Konterchancen für Rapid II, aber ein Sieg wäre etwas zu viel “Masl” gewesen.

Man hatte den Eindruck, als hätten Spieler schon genug von der anstrengenden Saison. Wir wünschen ihnen eine ausreichende Regeneration und freuen uns schon auf das erste Spiel Ende Februar gegen Traiskirchen auf West I.

Da unsere Kontrahenten Ebreichsdorf und Mannsdorf verloren haben, konnten wir einen Punkt gut machen. Der Abstand zum Tabellenführer Mannsdorf beträgt nur noch drei Punkte und Rapid II hat die bessere Tordifferenz.

Ambiente

Das Spiel konnte kostenlos besucht werden, es gab keinen Stadionsprecher und keine Anzeigetafeln für die Auswechslungen und für die Nachspielzeit.

Links

Walter Trötzmüller 1948-2019

Walter Trötzmüller

Im März 2015 war Andy Marek gemeinsam mit Harry Gartler bei den “Freunden” zu Gast. Vor dem Eintreffen der beiden Ehrengäste erzählte mir Walter – er saß an unserem Tisch – dass er Andy Marek noch aus Jugendtagen kenne, stammt er doch ebenfalls aus Groß-Siegharts, und er besuchte auch dieselbe Schule, wenn auch ein paar Jahre früher. Von diesem Tag gibt es auch ein schönes Foto:

Aber bald zog Walter nach Wien, war im Springer-Verlag beschäftigt. Er war zeitlebens begeisterter Rapid-Anhänger und vor etwa 10 Jahren wurde er Mitglied beim “Klub der Freunde”.

Sein Platz im Sektor 10, Reihe 16, Platz 112 wir leer bleiben. Wir vermissen ihn als gemütlichen und immer freundlichen Rapid-Anhänger.

Wir verabschieden Walter am kommenden Freitag, 22.11. um 12:00 in der Halle 3 am Zentralfriedhof. Rapid-Pfarrer Christoph Pelczar sowie die “Freunde” Christine, Erich, Franz und Herbert werden Walter auf seinem letzten Weg begleiten.

Nachbesprechung in der Rekordmeisterbar. Christoph und Herbert.

Bericht über die Beerdigung mit Christoph Pelczar

Altach-Rapid

0:3 (0:3)

Bemerkenswert an diesem Spiel war der erstmalige Einsatz von Arase mit Spielbeginn. Und Arase hat das Vertrauen in ihn mehr als bestätigt. Nur durch ein Foul konnte ihn der Altach-Verteidiger in der 11. Minute stoppen, Schwab verwandelte souverän. Das 2:0 war eine schöner Stanglpass von Knasmüllner auf Murg. Ein Spielzug von der Kategorie “den hätte ich auch getroffen”*); schließlich das 3:0 von Arase nach einem tollen Lochpass von Thomas Murg.

Die zweite Halbzeit erinnert mich an den Umstand, dass satte Räuber nicht angreifen, vielleicht so wie im Lied “The lion sleeps tonigt”. Dass die Altacher angreifen mussten, ist klar. Warum man aber aus diesem Umstand nicht mehr Konterchancen kreieren konnte, weniger. So blieb das Spiel bis zum Ende spannend, weil man sogar mehrfach auf Strebingers Reflexe angewiesen war, um nicht ein Gegentor zu kassieren.

Bilder aus dem Stag’s Head

Links

*) Der Sager, dass ein Spieler ein einfach scheinendes Tor erzielt (oder aus derselben Position daneben schießt) führt zum üblichen Sager, dass man das selbst auch zusammengebracht hätte. Aber die Antwort ist natürlich, dass niemand im Stadion das zusammen gebracht hätte, denn um solche Fehler begehen oder Tore schießen zu können, muss man eben Fußballer sein und dazu noch gut genug, um bei Rapid spielen zu können. Und jeder, der sich diesere Mühe unterzogen hat, der weiß auch, dass alle diese einfach scheinenden Schüsse eben auch daneben gehen können. Und an dem Ort vor dem Tor in aussichtsreicher Position stehen zu können, erfordert großes Können, Kondition, Vorbereitung, Taktik, List und Hinterlist und auch Kreativität weil ja 11 Gegenspieler am Platz sind, die genau das verhindern wollen.