Bruck-Rapid II

1:2 (1:1)

Bruck ist uns in unangenehmer Erinnerung, denn in der vorigen Saison gingen wir als Verlierer vom Platz. Eine Revanche wäre die richtige Reaktion. Der Stadionsprecher sprach auch von einer besonderen Leistung, die seine Mannschaft abrufen müsste, um gegen die favorisierten Grün-Weißen zu bestehen. Und ich finde, dass die Brucker sich sehr gut geschlagen haben, denn ein Ausgleich nach dem Führungstreffer von Rapid II wäre durchaus möglich gewesen.

Die Verteidigung von Rapid II war am Beginn etwas unorganisiert und ließ sich von der Brucker Offensive in der 5. Minute überrumpeln und lief danach diesem Rückstand hinterher.

Wie verschieden wir doch auf dieselbe Situation reagieren. Sind wir auf der Siegerstraße, soll der Schiedsrichter das Spiel möglichst rasch beenden, sind wir aber im Hintertreffen, dann kann die Nachspielzeit nicht lang genug sein. In dieser ersten Spielhälfte wurde nachgespielt, ausreichend lang, denn der Ausgleich gelang in der allerletzten Minute durch Daniel Markl, gleich danach gab’s den Pausenpfiff.

Und der Führungstreffer gelang gleich in der ersten Minute der zweiten Halbzeit durch Raphael Strasser. Man kann also sagen, dass Rapid II das Spiel in nur zwei Minuten gedreht hat. Zwar hatte man danach auch noch weitere Chancen auf einen Ausbau der Führung, doch da das nicht gelang, mussten wir noch eine ganze Halbzeit lang vor Standardsituationen bangen, aber es bliebt bei der knappen Führung!.

Durch den Last-Minute-Sieg des Sportklub gegen Neusiedl und die Punkteteilung im Spitzenspiel Ebreichsdorf-Mannsdorf bleibt Rapid II auf dem vierten Tabellenplatz aber in Tuchfühlung mit dem Spitzentrio. Wir können gespannt auf die Ergebnisse des Nachtragsspiels gegen Mannsdorf und des kommenden Duells gegen den Sportklub sein.

Ambiente

Eine treue Truppe des „Klub der Freunde“ begleitet Rapid II. Bei diesem Spiel stießen die „Sitzplatzschweine“ von der Westtribüne dazu und präsentierten gleich drei Banner. Auch Steffen Hofmann beobachtete seine Schützlinge und es kann durchaus sein, dass der „Nachschub“ junger Talente in die Kampfmannschaft auch auf seine sehr individuelle Betreuung zurückzuführen ist. Mehlis Eltern begleiten ihren Sohn bei Spielen von Rapid II, auch in Bruck waren sie dabei.

Links

Roma-Cagliari

1:1 (1:1)

Gefühlt war es wie ein Rapid-Heimspiel gegen einen „Dorfklub“. Und warum soll es in Italien so viel anders sein als in Österreich. Weder ist Roma dort, wo es die Fans und der Verein sehen wollen – auf Platz 5, noch ist der Dorfklub ein solcher, denn er ist in Schlagdistanz auf Platz 7.

Der Underdog ging in Führung und zwar nach einer für uns ungewöhnlichen Entscheidung des Videoschiedsrichters, der auf Foul (oder Hands) im Strafraum entschieden hat, mit der dazugehörigen relativ langen Spielunterbrechung. Roma gelang aber noch vor der Pause der Ausgleich.

Nach der Pause ein Powerplay der Römer, allein, es wollte kein Tor gelingen – bis zu 90. Minute, das Tor war da, der Spielstand 2:1 wurde schon angezeigt. der Tormann von Cagliari lag aber verletzt am Boden, wieder wurde der Videoschiedsrichter bemüht und danach das Tor – aus unserer Sicht zurecht – aberkannt.

„Bufone“ hallte es durch das Stadion, eine in Italien übliche Schiedsrichterbeschimpfung.

Panorama-Ansicht des Stadio Olimpico

Stadion

Dass man sich einem 72.000 Zuschauer fassenden Stadion nähert, kann man nicht erkennen. Eine weiße, eher unscheinbare Dachkonstruktion ist zu sehen. Das Stadio Olimpico, Baujahr 1927 (!) ist offenbar teilweise eingegraben, sodass es sich unauffällig in die Parklandschaft des Olympiageländes von 1960 einfügt.

Im italienischen Nationalstadion hat man – im Gegensatz zum Wiener Ernst-Happel-Stadion – die Modernisierungen irgendwie besser hingekriegt. Insbesondere die Dachkonstruktion vermittelt eine gewisse Leichtigkeit und Großzügigkeit. Es gibt eine Laufbahn und daher ist es für Fußballspiele nicht optimal geeignet.

Ambiente

Aber der Nutzungsgrad für Fußballspiele ist viel höher als in Wien, tragen doch dort drei Mannschaften ihre Spiele aus: Lazio, Roma und die italienische Nationalmannschaft. Und daher fehlen im Stadion stationäre Werbebotschaften wie wir sie von Allianz-Stadion kennen. Die Werbung beschränkt sich auf die Banner entlang des Spielfeldes, die freien Flächen der Tribünen gehören praktisch den Fans. Es gibt auch keine stationären Fanshops, dafür einige ambulante Fanshops rund um das Stadion und viele weitere in der Stadt.

Die Auswahl an Fanartikeln ist aber vergleichsweise bescheiden.

Die Anordnung der Sektoren kann man gut mit dem Allianz-Stadion vergleichen. Die Ost-Tribüne ist wie in Hütteldorf die allgemeine Fantribüne, das Zentrum der Südtribüne gehört den Hardcore-Fangruppen, die Nordtribüne gehört den Familien und die West-Tribüne ist VIP-Zone, wobei es schmale Sektoren an der Seite der VIP-Tribüne gibt, die etwas teurer abgegeben werden (75,- Euro für einen Sitzplatz). Einziger Unterschied zum Allianz-Stadion: die Gästefans sind nicht zwischen Nord- und Ost-Tribüne sondern zwischen West und Nord-Tribüne. Der Vorteil ist, dass der Block der Heimfans nicht unterbrochen ist.

Der Hardcore-Fanblock erscheint etwas weniger gut organisiert zu sein wie jener in Hütteldorf. Ich zählte etwa 20 Banner von Fanklubs. Ob es eine Choreografie gab, weiß ich nicht, wir kamen leider wegen verschiedener ungeplanter Verzögerungen erst zu Spielbeginn ins Stadion. Pyrotechnische Einlagen gab es keine.

Die Fußballbegeisterung in Rom ist deutlich größer als in Wien, die Zuschauerzahl mit 35.000 etwa doppelt so groß, wie bei einem durchschnittlichen Heimspiel in Hütteldorf. Sehr interessant ist aber die Ost-Tribüne, die geradezu ein Abbild der Allianztribüne ist, denn beide werden erbarmungslos von der Sonne aufgeheizt. Der sehr auffällige Unterschied zu Hütteldorf ist aber die große Zahl von Transparenten von Fangruppierungen. Ich zählte 103 (!) Banner. In Hütteldorf gibt es vielleicht drei, zählt man die Süd-Ost-Ecke dazu, vielleicht 10.

Der Weg zum Stadion ist ein „Walk of Fame des italienischen Fußballs“.

Sicherheit

Das Stadion ist von zwei Absperrringen umgeben. Die Eingänge durch diese Ringe umfassen je eine Ticketkontrolle und Personalkontrolle. Man ist dann aber noch immer nicht im richtigen Sektor wie wir schmerzlich erfahren mussten. In die höher gelegenen Ränge gelangt man nicht über Stiegen sondern langgezogene Aufgangsrampen, unbeschriftet, versteht sich, sodass die Wahl für einen Anfänger in Sachen „Stadio Olimpico“ schwer fällt und man – so wie wir – die falsche Rampe wählt. Wieder 100 Meter zurück an der Start.

Alle diese Maßnahmen führen dazu, dass es weder beim Zugang noch beim Abgang zu großen Staus kommt. Wegen der Größe des Areals ist das Gedränge weit weniger spürbar als in Hütteldorf.

Kulinarik

Vor dem Stadion findet man Kioske wie auch im sonstigen Stadtbild bei touristischen Zentren. Sandwiches in allen Variationen. Wir haben viele probiert, aber eine Qualität wie die einer Käsekrainer, Schnitzelsemmel oder auch nur Wurstsemmel haben wir nicht entdeckt. Der Preis für einen Sandwich und ein Getränk liegt bei etwa 10 Euro.

Reisetipps

Wir waren von Sonntag bis Donnerstag in Rom. Als Quartier wählten wir über booking.com eine kleine Pension in der Nähe des Hauptbahnhofs. Da sich am Hauptbahnhof die zwei U-Bahnlinien A und B kreuzen hat man von diesem Standort die besten Verbindungen in alle Richtungen. Die Wahl der Pension hat sich als optimal herausgestellt. Valentino heißt der Betreiber des Hotels „Hotel Valentino Palace“ und auch der „Trattoria da Giovanni“ neben dem Eingang, in dem auch das Frühstück serviert wird. Das Doppelzimmer kostet pro Nach etwa 120,- Euro inklusive Frühstück. Das Frühstück besteht aus Kaffee, Zwieback mit Marmelade, ein großes Plundergebäck, Fruchtcocktail und Orangensaft. Die Zimmer sind modern ausgestattet und sehr ruhig (unser Zimmer schaute zum Innenhof.) Am Abend kommen Musikanten zum Lokal und auch der Wirt unterhält seine Gäste mit der Gitarre. Die Atmosphäre ist sehr freundschaftlich, man hat den Eindruck in eine italienische Familie aufgenommen worden zu sein.

Wer sich ohne weitere Vorbereitung das Colosseum, die Peterskirche oder die Vatikanischen Museen anschauen will, muss sehr fit sein, denn die Warteschlangen sind lang und man muss mit jeweils mehreren Stunden Wartezeit rechnen. Wir haben daher über die Plattform https://www.getyourguide.de/ eine Kombiführung für Petersdom und Vatikanische Museen sowie eine Führung durch das Kapitol und das Colosseum gebucht. In beiden Fällen gab es (fast) keine Wartezeit und wir haben durch die sehr engagierten Führer Antonella und Rene sehr viel gelernt.

Einen ganzen Tag verbrachten wir in Pompei, das man in etwa 2-stündiger Bahnfahrt von Rom erreicht. Man fährt zuerst nach Salerno (mit etwa 250 km/h) und danach mit einem Regionalzug zurück nach Pompei. Wer das Leben in einer antiken Stadt erleben will, sollte diese Fahrt unbedingt einplanen. Nicht ganz enträtseln konnten wir den Umgang mit dem Abwasser. In einer Quelle steht, dass man das einfach auf die Straße geschüttet hat. Das steht etwas in WIderspruch mit dem sonstigen Anspruch an Lebensqualität.

Unser Programm

2019-10-06 07:30 ab Wien
           08:30 an Bologna
           11:30 ab Bologna
           12:30 an Roma Fiumicino
           13:30 an Roma Termini, Hotel, Taxi zum Stadion
           15:00 Roma-Cagliari
           17:00 entlang dem Tiber, Piazza del Popolo, Spanische Treppe, Quirinal
           20:00 Abendessen bei Valentino
2019-10-07 07:30 mit Metro A zum Vatikan
           08:30 Führung Vatikanische MUseen, Sixtina, Petersdom
           12:00 Imbiss bei der Engelsburg
           13:30 Bootsfahrt auf dem Tiber (weniger empfehlenswert)
           14:00-16:00 Pause im Hotel
           17:00 Trevi-Brunnen, Quirinal
2019-10-08 08:00 Frühstück
           09:00 Santa Maria Maggiore, San Pietro in Vincoli
           11:30 Führung Forum Romanum, Colosseum
           15:00 Circus Maximus, Teatro Marcello, Campo de' Fiori, Piazza Navona, Pantheon, Kapitol
           19:00 Abendessen bei Valentino
2019-10-09 08:00 Frühstück
           09;00 Roma-Salerno-Pompei
           11:30 Mittagessen am Bahnhofsrestaurant
           12:30 Besichtigung Pompei
           17:00 Pompei-Salerno
           17:30 Hafenrundgang, Abendessen
           19:00 Salerno-Roma
2019-10-10 08:00 Frühstück
           09:00 Mit Metro B zu Circo Massimo -> Caracalla Thermen
           11:00 Mit Big Bus eine 2-stündige Stadtrundfahrt
           15:00 Roma-Fiumicino-Wien

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Mattersburg-Rapid

2:3 (1:1)

Vor dem Spiel

Die Bilanz gegen Mattersburg seit der Saison 2015/16 sind 61% Siege, 22% Unentschieden und 17% Niederlagen. Insgesamt (seit 1998) gab es 62 Spiele und die Bilanz waren 55% Siege, 23% Unentschieden und 23% Niederlagen. Rapid legt in den Duellen mit Mattersburg also leicht zu – oder in Mattersburg lässt die Fußballeuphorie nach, siehe auch weiter hinten. Aber leider bedeutet die Vergangenheit für das heutige Spiel nicht viel. Mit einem Sieg könnte Mattersburg Hartberg überholen, wenn gleichzeitig Hartberg gegen den LASK verliert. Mit einem Sieg könnte Rapid seinen Platz hinter dem Spitzentrio halten.

„Punkte, die wir am Sonntag verloren haben, nun wieder einfahren„. Mit diesem Sager versuchte sich Stefan Schwab für das Spiel gegen Mattersburg zu motivieren. Leider sind verloren Punkte unwiederbringlich weg und nichts kann sie uns wiederbringen, leider. Lassen wir aber Stefan in diesem Glauben, dass man das kann, vielleicht hilft es.

Das Spiel

Mattersburg zeigte vor, wie man mit wenigen Chancen ein Maximum an Toren herausholen kann und ging zwei Mal in Führung aber zwei Mal konnte Rapid ausgleichen. Während des Power-Plays von Rapid in der Schlussphase dachte man schon, dass man wohl nur mit einem Punkt die Heimreise antreten würde, doch der abgefälschte Schuss von Knasmüllner knackte schließlich den Abwehrriegel der Mattersburger. Das Cornerverhältnis von 16:1 charakterisiert am besten diese Druckphase.

Didi experimentiert weiter mit dem 3-5-2-System. Aber die Mannschaft dürfte sich dabei nicht wohl fühlen. Taxi wurde gegen Schobi getauscht aber daraus allein ergab sich keine auffällig Änderung. Erst der Wechsel zum 4-2-3-1 und insbesondere Kelvin Arase brachten eigentlich den Umschwung. Kelvin belebte das Angriffsspiel ungemein und man hatte den Eindruck, als wären es seine Ideen, die den kontinuierlichen Druck ermöglichen.

Der Schiedsrichter war weitgehend unauffällig.

Ambiente

Bei Rapid-Spielen waren schon mehr Zuschauer im Pappelstadion als die vom Stadionsprecher genannten 4.400. Die Fußballeuphorie ist im Burgenland irgendwie verflogen. Aber Wunder ist es keines, denn damit die Zuschauer auch wieder kommen, daran muss man arbeiten. Mit Hintergrundmusik allein, mit der man bis knapp vor Spielbeginn die Zuschauer berieselt, wird es nicht getan sein. Die einzige Ansprache des Platzsprechers Hannes in Richtung Publikum war die Mannschaftsaufstellung und während des Spiels der ziemlich peinlich wirkende Schrei „Tooor für Mattersbuuuuurg!“, dem das Publikum auch wenig euphorisiert gefolgt ist.

Jeder Verein hat 90 Minuten vor dem Spielbeginn Zeit, den Gästen den Verein und seine Aktivitäten näher zu bringen. Wenn ein Verein – so wie wir das in Mattersburg erlebt haben – diese Zeit nicht nutzt, muss man mit dem Eindruck nach Hause gehen, dass man an den Besuchern kein besonderes Interesse hat.

Die stattliche, aber unüberdachte frühere Gästetribüne wurde durch eine Miniaturausgabe mit einem „Fetzendachl“ ersetzt. die Anordnung dürfte den formalen Bedingungen der Liga entsprechen, wirkt aber eher wie eine Verhöhnung der Gäste. Laut Wikipedia fasst das Stadion 15.700 Zuschauer. Sollte da nicht der Gästesektor für 1.570 Personen ausgelegt sein?

Das Online-Ticketing von Mattersburg ist nach wie vor gästefeindlich, weil man sich den Sektor nur sehr eingeschränkt auswählen kann. Die Sektoren E-H konnten online nicht gebucht werden. Außerdem stimmt die Stadion-Skizze nicht mit den Gegebenheiten überein. Die Mittellinie befindet sich nicht zwischen Sektor D und E – wie die Skizze glauben macht, sondern eher zwischen E und F.

Der Autor hat sehr fleißig fotografiert, doch leider war keine Speicherkarte in der Kamera, und sie hat sich darüber leider nicht beschwert. Daher gibt es heute nur drei Bilder, die mit dem Handy aufgenommen wurden.

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Nachtrag zu „Qual der Wahl“

Je weniger man über eine Sache weiß, desto einfacher die Entscheidung. Das hat schon Anselm Feuerbach trefflich formuliert: „Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.

Die Aspekte rund um den „richtigen“ zukünftigen Präsidenten sind vielschichtig.

Trainingszentrum

Der Aspekt rund um das neue Trainingszentrum wurde von Rapid in Videos zusammengefasst:

Kontinuität

Spieler berichten in Interviews von einem neuen Teamgeist und man hat das Gefühl, als beginne sich eine gefühlte Negativspirale wieder langsam in die positive Richtung zu drehen. Die Bevorzugung von Eigenbau-Spielern, ihre überraschend positive Bewertung durch Didi lässt die Besucher hoffen. Die sportliche Leitung strotzt nur so von Kompetenz, etwas, das man vor einigen Jahren als „zu wenig“ kritisiert hat.

Wovor ich mich als Rapid-Mitglied fürchte, dass ein neuer Präsident auf die Idee kommt, alles ändern zu wollen – wie das in Zeitungsberichten kolportiert wurde. Dass also Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit wieder rückgängig gemacht werden könnten und die sich abzeichnende Kontinuität und Stabilität im Team wieder nur ein kurzer Hoffnungsschimmer gewesen sein könnte.

Kampfabstimmung

Sollte das Wahlkomitée mehr als eine Liste zur Wahl zulassen, dann steht uns ein spannender Monat November ins Haus, denn dann wäre die Reihe an den Mitgliedern, eine dieser Listen auszuwählen und dazu müssten sich diese Listen in ähnlicher Weise an uns Mitglieder wenden wie sie das schon vor dem Wahlkomitée getan haben. Wenn aber das Wahlkomitée den Usancen folgt, wird es wohl ein solches Szenario nicht geben.

Rapidviertelstunde-203

Inhalt

  • Verteidiger Mateo Barac im Interview
  • Tickets für die Hauptversammlung
  • Rapid bei Langer Museumsnacht
  • Rapid bleibt Superbrand
  • Die Marketing-Abteilung des SK Rapid (Sebastian Perhaupt)

Link zum Video

Alle Folgen

Rapid II – Ebreichsdorf

0:0

Die Bilanz der Spiele gegen Ebreichsdorf seit 2015 sind 2 Siege, 2 Unentschieden und 4 Niederlagen.

Zwar war Ebreichsdorf insgesamt die reifere Mannschaft, doch die besseren Chancen fand Rapid II vor. Zwei „knapp daneben“ von Yusif Demir und Mario Sonnleitner und ein prächtiger Schuss von Daniel Markl, der vom gegnerischen Tormann gerade noch zur Ecke geklärt werden konnte. Auf der Gegenseite waren die gefährlichsten Szenen aus Standards. Man muss gegen diesen starken Gegner mit einem Unentschieden zufrieden sein.

Rapid II bleibt am vierten Platz der Tabelle und hat mit nur fünf Gegentoren gemeinsam mit Ebreichsdorf die beste Verteidigung. Bei den erzielten Toren hinkt Rapid II ein bisschen hinter dem Spitzentrio hinterher.

Ambiente

Wegen Rasenproblemen auf West 1 musste das Spiel am Hauptfeld ausgetragen werden, was für die 300 Zuschauer wegen der guten Beleuchtung und der besseren Sicht ein besonderes Highlight war. Sehr viele Spieler von Rapid II, die an diesem Tag nicht zum Einsatz gekommen sind, waren ebenfalls auf unserer Tribüne, zum Beispiel Melih Ibrahimoglu und Paul Gobara.

Von der sportlichen Leitung sahen wir Zoki Barisic, Manfred Nastl und Jürgen Macho. Die VIP-Loge besetzten wie immer Ehrenpräsident Rudolf Edlinger, Gerhard Niederhuber, Obmann des Klubs der Freunde und Gerhard Höckner, Sponsor von Rapid II. Leo Gartler nahm auf einer Betreuerbank Platz.

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Michael Krammer, Rapid-Präsident 2013-2019

Der Präsident

Wir erinnern uns noch, dass man Präsident Edlinger als „Sparefroh“ tituliert hat und er damals die Wortschöpfung des „negativem Eigenkapitals“, also Überschuldung, mehrfach anwenden musste. Damals war der Finanzbedarf größer als der durch die Einnahmen gegebene Spielraum. Der wichtigste Grund war, dass das Hanappi-Stadions keine ausreichenden Möglichkeiten zur Vermarktung bot. Die Gründe dafür reichen bis in die Planungszeit des Hanappi-Stadions zurück wie uns das Buch „Gerhard Hanappi, Fußballer Architekt“ verrät. (Details im Artikel „Legendenabend“.)

Nach planerischen Vorarbeiten während der Präsidentschaft Edlinger wurde in zwei Amtsperioden von Michael Krammer durch den Stadionneubau und vor allem durch die Restrukturierung der Geschäftsstelle ein solides Fundament für Rapid geschaffen.

Michael führte Rapid in der letzten Saison im Hanappi-Stadion und in den zwei Saisonen im Happel-Stadion. Wer hätte gedacht, dass gerade diese ersten drei Saisonen, die wir alle eher als Übergang zu einer besseren Zukunft bezeichnet haben, schon diese bessere Zukunft waren – wenigstens über diesen Zeitraum betrachtet? Drei Mal den zweiten Platz zu erreichen, darüber haben wir damals die Nase gerümpft, und irgendwie wurden wir für diesen Hochmut bestraft. Es fühlt sich wie ein kitschig-belehrendes Märchen an, aber die Moral aus der Geschichte könnte lauten „Undankbarkeit wird bestraft“.

Des Kitschs nicht genug, hat das Märchen auch noch einen Schluss nach dem vermeintlichen Schlussstrich, denn Zoki kehrte zurück, und dafür kann man Michael Krammer nur die höchste Anerkennung aussprechen. Wenn Rapid im Märchen zuerst bestraft wurde, wäre es für den unsichtbaren Drehbuchautor „Fußballgott“ an der Zeit, auch diesen Schritt entsprechend zu würdigen, zum Beispiel mit einem Titel in der kommenden Saison, er wäre auch und vor allem Michael Krammers Verdienst.

Zum Ende der Präsidentschaft Krammer verfügt Rapid mit Didi Kühbauer, Zoki Barisic, Martin Hiden und Steffen Hofmann über eine sportlich kompetente Führung, die uns in bessere Zeiten führen wird. Präsidenten, die nach Michael Krammer kommen, werden auf diesen wirtschaftlichen und sportlichen Grundlagen aufbauen können und wir werden uns in späteren Jahren an diese Aufbaujahre in Dankbarkeit erinnern können.

Der Präsident und Mitglieder

Zusammenkünfte zwischen dem Präsidium in den Mitgliedern erfolgen meist im Juni und November. Im Tagebuch wurden alle Mitgliederversammlungen mit kurzen Berichten und in Bildern dokumentiert:

  • 2013-09-24 Außerordentliche Hauptversammlung (Messe Kongress Center) Bilder
  • 2013-11-18 Hauptversammlung (Gasometer) Bilder
  • 2014-11-27 Hauptversammlung (Messe Kongress Center) Bericht Bilder
  • 2015-06-22 Mitgliederversammlung (Arcotel Wimberger) Bericht Bilder
  • 2015-11-23 Hauptversammlung (Gasometer) Bericht Bilder
  • 2016-06-20 Mitgliederversammlung (Gasometer) Bericht Bilder
  • 2016-11-19 Hauptversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2017-06-19 Mitgliederversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2017-11-27 Hauptversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2018-06-18 Mitgliederversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2018-11-26 Hauptversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder
  • 2019-06-24 Mitgliederversammlung (Allianz-Stadion) Bericht Bilder

Der Präsident und der „Klub der Freunde des S.C. Rapid“

Niemand weiß besser, ob eine Rapid-Führung Traditionen weiterführt oder mit diesen bricht, als der „Klub der Freunde“. Es ist seit der Gründung des Vereins 1951 üblich, dass der jeweilige Rapid-Präsident bei der alljährlichen Generalversammlung teilnimmt und in amikaler Umgebung der „Freunde“, Einblicke in die Kommandobrücke des SK Rapid gibt. So erlebte ich es mit Rudolf Edlinger und so war es dann auch nahtlos mit Michael Krammer. Hier die Chronik der Besuche des Präsidenten beim „Klub der Freunde“:

  • 2014-05-26 Edlinger, Krammer Bilder
  • 2015-05-18 Klinglmüller. Krammer, Peschek Bericht
  • 2017-05-15 Gregorits, Krammer, Peschek Bericht
  • 2018-05-07 Kuhn, Krammer, Peschek Bericht
  • 2019-05-20 Krammer, Peschek Bericht

Ganz besonders freuen wir uns aber, dass diese Liste kein Schlusspunkt ist, sondern wir bereits die Zusage dafür haben, dass Michael Krammer auch in Zukunft Gast beim „Klub der Freunde“ sein wird.

Der Präsident und „EwkiL:Rapid“

Die Jahre mit Präsident Krammer waren auch jene Jahre in denen sich die vorliegende Publikation von einem sporadischen Blog (seit 2007) zu einem regelmäßigen Rapid-Tagebuch entwickelt hat. Mitte 2014, beim Auszug aus dem Hanappi-Stadion wurde der Rapid-Anhängerverein EwkiL:Rapid gegründet und die Berichte rund um Rapid wurden intensiviert. Über die Bedeutung dieses Akronyms „EwkiL“ siehe Seite EwkiL-Motto. 2015 wurde der Versand der Tagebucheinträge über einen Newsletter begonnen. Erst 2016 wurde das Tagebuch zur Seite des „Klub der Freunde“, EwkiL trat als Supportseite in den technischen Hintergrund. In diesen Jahren ist das Tagebuch auf etwa 1.200 Beiträge und 1.500 Newsletter angewachsen, die zugehörige Webseite umfasst etwa 100 Seiten.

Der Arbeitsaufwand für dieses Tagebuch, die Webseite und die Datenbanken ist nicht zu vernachlässigen und belastet nicht nur den Geldbeutel. sondern auch die Familie. Es ist sicher mehr als ein Halbtagsjob. Diese Dauerbelastung hätte normalerweise zur Folge, dass man sie langsam wieder einstellt, um vielleicht wieder mehr Zeit für andere Dinge zu haben und in eine geruhsamere Pensionsphase überzuwechseln.

Warum war das nicht so?

Unser Präsident war einer der ersten Abonnenten des Newsletters. Aber nicht nur das, er kommentierte Berichte, sofern sie ihn betrafen, und er bedankte sich ausdrücklich für die Arbeit des „Klub der Freunde“. Wer den Autor kennt, funktioniert dieser am besten, wenn es ein positives Feedback gibt. Dieses positive Feedback – es kam später auch von anderen Core-Rapidlern – war ein wichtiger Grund dafür, dass es das Tagebuch mit Newsletter noch gibt.

Der Präsident – das Bildprojekt

Im EwkiL-Bildarchiv gibt es ca, 250.000 Bilder. In dieser Bilderflut wurden etwa 700 Bilder unseres Präsidenten gefunden. Die Bilder sind fototechnisch nicht aufregend und daher wird der Trick angewendet, Miniaturen zu einer Collage zusammenzufassen, in der die Unschärfe keine so große Rolle spielt. Das ergibt für unseren Präsidenten folgende Zusammenfassung der Jahre 2013-2019:

Aber wann wurden diese Bilder aufgenommen? Der sonst eher chaotische Tagebuchautor hat am PC eine erstaunliche Ordnung und daher konnte mit ein bisschen Programmunterstützung zu jeder Portraitminiatur auch das zugehörige Originalbild mit Datum und Anlass in einem Dokument dargestellt werden. Es sind etwa 1.400 Bilder auf 172 Seiten. Hier sind zwei Beispiele für eine Doppelseite A4:

Diese zweite Doppelseite zeigt links den Zieleinlauf beim 8. Rapidlauf, bei dem der Präsident die letzten Meter mit einem Buben mitläuft, eine besonders gelungene Szene.

Im August wurde dem Präsidenten eine gedruckte Version dieses Bildprojekts übergeben.

Daaanke!

Mit diesem Bildprojekt bedanken sich der „Klub der Freunde des S. C. Rapid“ und „EwkiL-Rapid“ für die freundliche Unterstützung bei allen unseren Aktivitäten.

Danke, alles Gute, Michael Krammer, und auf ein Wiedersehen bei den „Freunden“.


Bildprojekt online

Interessierte können das komplette Dokument in verschiedenen Versionen online betrachten und die PDF-Versionen downloaden.

Die Qual der Wahl

Dieser Text ist nach Gesprächen mit Rapidlern entstanden, sehr beeinflusst durch Hannes und Cornelius. Es geht um den neuen Präsidenten. Ich plädiere für Wien Energie. Da wir als interessierte Beobachter nur über stark eingeschränkte Informationen verfügen, kann natürlich alles ganz anders kommen.

Rapid ist auf Brautschau und sucht einen Präsidenten. Rapid hat einiges zu bieten und muss nicht jedes Angebot annehmen. War es vielleicht früher so, dass man froh war, überhaupt jemanden für dieses keineswegs einfache Amt zu finden, stellt sich heraus, dass Rapid im neuen Stadiongewand mit Österreichs größtem Business-Club eine „gute Partie“ ist; das sieht man schon an der Zahl der Bewerber. Bei dieser Brautschau scheint mir die Mitgift der Braut, also des zukünftigen Präsidenten, ein nicht unwesentliches Kriterium.

Um ein Unternehmen wie Rapid zu führen, ist Kompetenz in der Führung eines Wirtschaftsunternehmens gefragt. Präsidenten mit zusätzlicher Fußballkompetenz sind nicht wirklich notwendig, Fußballbegeisterung genügt schon, denn für das Geschäftsfeld „Fußball“ gibt es ohnehin Fachleute, die dieses Thema abdecken.

Da ein Fußballverein fast wie ein Fass ohne Boden ist, wäre es keine schlechte Randbedingung, dass unser neuer Präsident über die persönliche Qualifikation hinaus auch Hilfen für den Verein aufstellen kann.

Auch die Komponente der Tradition sollte man nicht außer Acht lassen. Rapid versteht sich als ein Fußballverein mit Wurzeln in der Arbeiterklasse und viele Anhänger – und durchaus auch der Autor – haben so ihre Probleme mit allzu dominantem Auftreten kapitalkräftiger Sponsoren.

Wer steht zur Wahl?

Rapid sucht also einen Präsidenten, und gleich drei Kandidaten stellen ein Angebot. Und der Verein hat die Qual der Wahl!

  • Es gibt den Millionär und Sponsor, der für Veränderungen eintritt, ein neuer Wind müsse bei Rapid wehen.
  • Es gibt den Vertreter des Stadion-Sponsors und bisherigen Finanzreferenten, der Bewährtes fortsetzen will.
  • Es gibt den Vertreter des Hauptsponsors, der die Gemeinde Wien gut kennt und dort angesehen ist.

Das Wahlkomitée

Die Präsidentenwahl bei Rapid folgt nicht den Gepflogenheiten einer politischen Wahl, wo jedes Mitglied zur Stimmabgabe aufgefordert ist und jede Stimme gleich viel zählt. Es können nur jene Rapid-Mitglieder mit entscheiden, die am Wahltag anwesend sind. Und zur Wahl werden nicht unbedingt alle oben genannten Kandidaten stehen, sondern nur jene, die das Wahlkomitée befürwortet, praktischerweise nur einer.

In den Satzungen steht dazu;

Dem Wahlkomitée obliegt die Aufstellung des Wahlvorschlags für das Präsidium als Liste(n) zur Abstimmung en bloc und für die Mitglieder des Kuratoriums sowie den Abschlussprüfers bzw. der Rechnungsprüfer zur Einzelabstimmung. Nach Möglichkeit besteht der Wahlvorschlag des Wahlkomitées für das Präsidium aus einer Liste, das Wahlkomitée hat aber auch die Möglichkeit zu beschließen, dass mehrere Wahlvorschläge zur Wahl bei der Hauptversammlung zugelassen werden. Diese sind bis spätestens drei Tage vor der Hauptversammlung der Geschäftsstelle zu übergeben. Erfolgt dies nicht oder nicht rechtzeitig, so sind von der Geschäftsstelle die bisherigen Funktionäre in den Wahlvorschlag aufzunehmen und der Hauptversammlung vorzulegen. Kandidatenlisten sind ausschließlich vom Wahlkomitée zu erstellen.

Vereinssatzungen gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23.9.2013, Par. 12, Abs. 4.

Das Wahlkomitée soll also möglichst den geeignetsten und für Rapid günstigsten Wahlvorschlag wählen und die anderen ausscheiden.

Erinnern wir uns an die vorige Wahl. Damals kandidierten zwei Listen (Krammer, Kirisits), und nur die Liste Krammer wurde zur Wahl zugelassen, eine Entscheidung, die dann von den Mitgliedern mehrheitlich angenommen wurde,

Ob das Wahlkomitée 2019 wieder so vorgehen wird oder ob zwei oder gar drei Wahlvorschläge den Mitgliedern zur Auswahl stehen werden, wissen wir nicht. Allein aus der Formulierung in den Statuten könnte man aber ableiten, dass nur ein Wahlvorschlag gewünscht ist und die Option für mehr als einen Wahlvorschlag nur eine Möglichkeit „für alle Fälle“ ist.

Was würde passieren, wenn mehrere Kandidaten zur Wahl am 25. November zugelassen werden? Dann würden wahrscheinlich die Gruppierungen des Block West durch ihren hohen Organisationsgrad den von ihnen bevorzugten Kandidaten durchsetzen. Das kommt durch die Bestimmung zustande, dass nur die anwesenden Mitglieder wählen dürfen, und die allermeisten zuhause bleiben sowie durch das uniforme Wahlverhalten organisierter Gruppen. Die Mitglieder der Fanklubs im Block sind es gewöhnt und haben daher kein Problem damit, der Weisung der Capos zu folgen, also werden sie das auch bei einer solchen Wahl tun. Sie können in großer Zahl auftreten und damit ein Übergewicht für ihren Kandidaten herstellen.

An einem solchen Szenario kann man erkennen, dass eben das Wahlkomitée eine solche Kampfabstimmung durch eine Vorauswahl vermeiden soll.

Wen soll man wählen?

Dennoch können wir uns fragen, wen dieser drei Kandidaten wir mit unserem eingeschränkten Wissensstand bevorzugen würden. Was sollen wir uns wünschen? Natürlich das Beste für Rapid! Aber wer weiß schon, was das Beste ist?

Die Wurzeln

Rapid ist nach seinem historischen Selbstverständnis ein Arbeiterverein mit entsprechenden Bindungen zur Stadt und die in der Stadt 100 Jahre dominierende Kraft. Wir erinnern uns an die Präsidenten Benya und Edlinger, die in diesem Sinne als eine Art Idealbesetzung haben gelten können.

Rückblick

Mit Präsident Krammer erfolgte eine Hinwendung zur Wirtschaft. Der Arbeiterverein hat während der Präsidentschaft Krammer den Umsatz praktisch verdoppelt und das in erster Linie durch die Gelder aus dem VIP-Bereich. Als Immer-schon-begeisterter-Rapidler konnte Michael Krammer die für einen Präsidenten erforderliche Grundausstattung der Fußballbegeisterung sehr gut vermitteln. Synergien wie die von Rapid-Mobil sind Elemente, die sowohl für Rapid als auch für Krammers Telekom-Unternehmen ventocom von Vorteil waren und sind. Und auf solche Vorteile für Rapid wird man bei der Wahl des neuen Präsidenten auch schauen müssen.

Der Millionär

Roland Schmid (IMMO UNITED)

Ich kann beim Self-Made-Millionär solche Vorteile für Rapid nicht erkennen. Ein einfacher oder auch mehrfacher Millionär ist zu arm, um einem Fußballverein selbst aktiv unter die Arme greifen zu können. Und auch wenn er das könnte, wäre eine solche Abhängigkeit nicht das Ziel für einen Mitgliederverein.

Sein Geschäft, die Immobilienbranche, hat keine besondere Affinität zum Fußball. Ob er sein Engagement, Sponsoring einer VIP-Loge und der Rapidviertelstunde, noch mehr zu Gunsten von Rapid ausbauen würde, wissen wir nicht.

Dass er einschneidende Veränderungen herbeiführen will, wirkt populistisch. Dass Fans auf die Versprechungen von Veränderungen positiv reagieren, hat nur einen Grund: wir alle wollen den Erfolg im Fußball und meinen, dass die aktuelle Konstellation von Spielern, Trainern und eben auch des Präsidiums Schuld daran trägt, dass sich dieser Erfolg nicht einstellt. Wenn es andere Gründe für den fehlenden Erfolg gibt, Gründe die gar nicht in unserer Hand liegen oder die wir noch gar nicht erkannt haben, dann sind radikale Veränderungen eher eine ganz schlechte Idee. Wir alle erinnern uns mit Schrecken an gut gemeinte aber verunglückte Veränderungen und auch daran, wie lange es gedauert hat und immer noch andauert, die Folgen zu verarbeiten. Wir müssen uns nur umschauen, wie katastrophal sich Veränderungen bei anderen Vereinen auswirken können. Nur, wenn man langfristig Ruhe und Stabilität in den Verein bringt, kann man eventuell Früchte ernten. Auch Frank Stronach wusste ganz genau, wie man einen Fußballverein führt. Aber aus unseren eigenen Erfahrungen der letzten Jahre wissen wir, wie sensibel das Fußballgeschäft ist, insbesondere wie sensibel die Mannschaft auf Fehlentscheidungen reagiert.

Der Stadion-Sponsor

Martin Bruckner (Allianz)

Beim Vertreter des Stadion-Sponsors können wir damit rechnen, dass die Dinge so bleiben wie sie sind und dass die aktuell für den Sport Verantwortlichen weiter arbeiten können. Allerdings fehlen weiter gehende Perspektiven. Der Vertrag über den Stadionnamen ist bis ca. 2026 gültig. Da müsste sich die Versicherung schon sehr viel einfallen lassen, das dann als Mitgift für diese Heirat ausreichen könnte.

Bleibt der pensionierte Vorstand des Hauptsponsors, und erstaunlicherweise scheint diese Option die vorteilhafteste zu sein.

Der Hauptsponsor

Robert Grüneis (ASCR, früher Wien Energie)

Wien Energie ist eine ausgelagerte Firma der Gemeinde Wien. Und Rapid ist in Wien beheimatet und unser erster Ansprechpartner ist immer die Gemeinde. Egal ob es seinerzeit beim Bau des Hanappi-Stadions, seiner zweiten Überdachung, die Eigenbewirtschaftung des Stadions oder der heutige Neubau war und auch das Trainingszentrum so ein Projekt sein wird: ohne Zusammenarbeit mit der Gemeinde geht nichts. Gar nichts. Und derzeit ist diese Beziehung eher getrübt.

Wir können das an den Entwicklungen rund um das Trainingszentrum ablesen. Rapid kündigte ein 30-Millionen-Projekt an, und man fragte sich, von wo dieses Geld wohl hätte kommen sollen. Es gab nicht einmal einen Versuch, durch Mitgliederkredite einen Teil aufzustellen. Also musste Rapid wohl an einen Kredit gedacht haben. Aber wer borgt schon einem Fußballverein Geld, dessen Immobilienvermögen derzeit einer Bank gehört. Dazu braucht man schon einen gewichtigen Bürgen. Und das – so wird man sich das vorgestellt haben – könnte die Gemeinde sein. Doch die Gemeinde spielte da offenbar nicht mit, möglicherweise war ihr das Risiko zu groß und jetzt stehen wir mit dem Torso eines Trainingszentrum da. Rapid, der größte Fußballverein des Landes, wird ein kleines Trainingszentrum haben, der Ausbau wird hauptsächlich die Spielfelder und den Ausbau auf Bespielbarkeit in der 2. Liga enthalten aber die wesentlichen baulichen Elemente für die Akademie werden nach wie vor fehlen.

Desinteresse am Fußballsport seitens Gemeinde hat sich auch schon in der Haltung zu einem Nationalstadion gezeigt und findet beim Trainingszentrum von Rapid nur seine Fortsetzung. Warum auch immer das so ist, ein Präsident mit Verbindungen zur Baustelle „Gemeinde“ könnte Rapid echt helfen, auch wenn er selbst – ähnlich wie seine prominenten Vorgänger Benya und Edlinger – seine ursprüngliche Funktion bei Wien Energie nicht mehr wahrnimmt, sich aber gerade deshalb viel mehr auf die Präsidentschaft bei Rapid konzentrieren kann.

Was ich mir wünsche

Eine Kampfabstimmung bietet organisierten und teilweise auch radikalen Fangruppen unverhältnismäßige Vorteile, daher bitte keine Kampfabstimmung! Das Wahlkomitée verfügt über Informationen, die wir alle nicht haben und wir müssen diesen sechs Personen vertrauen, dass sie die richtige Vorauswahl treffen. Das Wahlkomitée sollte den geeignetsten und für Rapid vorteilhaftesten Kandidaten zur Wahl vorschlagen.

Ein neuer Rapid-Präsident sollte nicht ohne „Mitgift“ kommen. Der neue Präsident sollte auch das Potenzial mitbringen, dem Verein helfen zu können. Dazu scheint der Kandidat des Hauptsponsors, die besten Perspektiven zu bieten.

Links

Nachtrag

Je weniger man über eine Sache weiß, desto einfacher die Entscheidung. Das hat schon Anselm Feuerbach trefflich formuliert: „Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.

Trainingszentrum

Die Aspekte rund um den „richtigen“ zukünftigen Präsidenten sind vielschichtig. Der Aspekt rund um das neue Trainingszentrum wurde von Rapid in Videos zusammengefasst:

Kontinuität

Spieler berichten Interviews von einem neuen Teamgeist und man hat das Gefühl, als beginne sich eine gefühlte Negativspirale wieder langsam in die positive Richtung zu drehen. Die Bevorzugung von Eigenbau-Spielern, ihre überraschend positive Bewertung durch Didi lässt die Besucher hoffen. Die sportliche Leitung strotzt nur so von Kompetenz, etwas, das man vor einigen Jahren als „zu wenig“ kritisiert hat.

Wovor ich mich als Rapid-Mitglied fürchte, dass ein neuer Präsident auf die Idee kommt, alles ändern zu wollen – wie das in Zeitungsberichten kolportiert wurde. Dass also Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit wieder rückgängig gemacht werden könnten und die sich abzeichnende Kontinuität und Stabilität im Team wieder nur ein kurzer Hoffnungsschimmer gewesen sein könnte.