MV Barthold, Grahovac, Greiml, Murg, Sonnleitner

Am 28.10.2019 fand eine Mitgliederversammlung der Extraklasse statt.

Am Beginn der Versammlung gab es eine Gedenkminute für unser völlig überraschend verstorbenes Mitglied Walter Bauer. Siehe auch unseren Nachruf.

  • Vier aktive Rapid-Spieler im neuesten Rapid-Outfit: Srdjan Grahovac, Leo Greiml, Thomas Murg, Mario Sonnleitner
  • Ein Überraschungsgast: Peter Barthold
  • Ein motivierter Moderator: Gerhard Niederhuber
  • 62 aufmerksame Besucher
  • Peter & Co in der Küche
Srdjyn Grahovac, Leo Greiml, Gerhard Niederhuber, Mario Sonnleitner, Thomas Murg, Peter Barthold

Gerhard Niederhuber begrüßte Peter Barthold als hätte er erst gestern gespielt. Da aber die meisten von uns Peter Barthold nicht als aktiven Spieler kennen, hier einige Daten:

  • Position: Tormann
  • Details: EwkiL . Rapidarchiv . Transfermarkt
  • Von 1973 bis 1980 bei Rapid
  • Spiele: 77
  • Während alle Spiele mit Beteiligung von Peter Barthold hat Rapid 271 Tore erzielt und 110 Gegentore bekommen. Das sind 1,28 Tore pro Spiel (In der Zeit von Richard Strebinger sind es 1,32 Tore pro Spiel).
  • Größter Erfolg von Peter Barthold war der Cuptitel von 1975/76

Seine Jahre bei Rapid sind – was den fehlenden Erfolg anlangt – durchaus mit dem Heute vergleichbar, denn die aktive Zeit von Peter Barthold fiel in eine lange Durststrecke, auch ganz ohne RedBull, der letzte Meistertitel war 1968 und daher noch vor seiner aktiven Zeit bei Rapid, und er sollte auch keinen solchen erleben.

Peter Barthold

Gespannt lauschte das Auditorium den Erzählungen über längst vergangene Zeiten.

Oft wird heutzutage gerne erzählt, dass früher alles besser gewesen wäre. Peter stellt das in Abrede. Er erinnert sich an ein Duell mit dem AC Milan in seinem ersten Jahr bei Rapid. Das Auswärtsspiel im San Siro-Stadion endete 0:0 und Milan war gewarnt. Peter schilderte Details aus der Ankunft der Mailänder auf der Pfarrwiese. Er nennt Gianni Rivera den damaligen Superstar der Mailänder, der in den Holzbaracken der Pfarrwiese gelandet ist und sich gefragt haben muss, wo es hier eigentlich hier ins Stadion geht. Das Heimspiel ging 0:2 verloren, der Europacup der Cupsieger war für Rapid beendet.

Peter warnte eindringlich davor, die Spieler verschiedener Epochen miteinander vergleichen zu wollen; zu groß sind die Unterschiede. Er spielte in einer Zeit des vergleichsweise langsamen Fußballs, in der man sich Bälle noch “herrichten” konnte.

In seiner Zeit begann auch die Karriere von Funki Feurer und es stellte sich bald heraus, dass Funki der bessere Tormann war. Zwar ließ der Trainer die beiden Torleute – unabhängig vom Ergebnis – abwechselnd spielen, aber Peter meinte, dass das keine gute Idee gewesen wäre.

Peter zur Präsidentenwahl

Er richtete einen Appell an die anwesenden stimmberechtigten Mitglieder, anspielend auf die bevorstehende Präsidentenwahl, nicht auf die Wirksamkeit großer personeller und organisatorischer Veränderungen zu vertrauen, denn ein sportliches Tief wie es Rapid in den letzten Jahren erlebt hat, durchlaufen Mannschaften immer wieder, auch ganz große.

Man solle sich der gelungenen Maßnahmen des letzten Jahres bewusst sein. und dass mit diesen Maßnahmen ein deutlicher Aufwärtstrend zu beobachten ist. Rapid habe mit DIdi, Zoki und Steffen ein sehr gutes sportliches Management, auf dem man aufbauen könne.

Auch die “Liebe” zu Rapid, die darin besteht, mit dem Einsatz großer Geldsummen eine bestimme Personalie durchzusetzen, habe einen eigenartigen Beigeschmack, der impliziert, dass es für diese Leistung dann auch ein Gegenleistung wird geben müssen, die aber mehr den “besonderen” Bedürfnissen des Spenders entsprechen muss als jenen von Rapid. Rapid als Katalysator für die Geschäfte Dritter?

Was einen konstruktiven Sportbetrieb ermöglicht, ist Kontinuität. Welche Wirkung Veränderungen bedeuten können, haben wir in den letzten Jahren nur zu gut erleben müssen. Natürlich kann eine Veränderung gut sein, wissen tut es niemand. Alle Veränderungen der letzten Jahre waren davon getragen, dass man etwas verbessern wollte. Dass diese Irrwege schmerzhaft sein können, haben wir alle erfahren.


Den Ehrengästen gemeinsam ist, dass sie alle derzeit nicht im Einsatz sind.

Srdjan Grahovac

Srdjan durchlebt derzeit seine allererste Verletzung in seiner immerhin schon zehnjährigen Karriere. Zugezogen hat er sich die Verletzung beim Auswärtsplayoff gegen Sturm. Unbedrängt. Der Rasen wäre zwar schlecht gewesen, aber schuld war eigentlich niemand so wirklich.

Wir erinnern uns noch an eine Rapid-Viertelstunde, in der die damals neuen Spieler Srdjan und Robert Beric gemeinsam Deutsch gelernt haben. Und Srdjan konnte die Fragen von Gerhard Niederhuber schon fließend beantworten.

Bemerkenswert ist, dass Srdjan der einzige Spieler bei Rapid sein dürfte, der auf einen Meistertitel zurückblicken kann. Unter Trainer Canadi wurde ihm signalisiert, dass er nur zweite Wahl wäre, und daher nahm er das Angebot von Astana in Kasachstan an und wurde dort Meister. Durch einen Trainerwechsel wäre er auch dort nicht mehr erste Wahl gewesen und er entschied sich, als Leihspieler zu Rijeka zu wechseln, von wo ihn dann Rapid wieder zurückgeholt hat.

Leo Greiml

So ganz zufällig wurden die Spieler nicht ausgesucht. Mario Sonnleitner und Leo Greiml verbindet die gemeinsame Position und auch ein gemeinsames Schlüsselspiel, nämlich das Heim-Playoff gegen Sturm. Einerseits war das jenes Spiel, in dem Mario Sonnleitner sich verletzt hat und seither noch nicht in die Startelf aufgerückt ist, und anderseits Leo Greiml ein sehr gutes Debüt gegeben hat – immerhin hat er alle seine Zweikämpfe gewonnen – aber gleichzeitig durch ein Eigentor und durch ein Elferfoul zum tragischen Held des Spiels geworden ist.

MARIO SONNLEITNER

Mario Sonnleitner ist zu einem außergewöhnlich wichtigen Spieler avanciert; zu einem Top-Rapidler. Durch seine Beharrlichkeit in schlechten Zeiten als ihn der damalige Sportdirektor Müller auf die Tribüne verbannt hat und durch das fulminante Comeback und seine wichtigen Tore wurde er zum Zentrum des Spiels und das obwohl ihm die Kapitänsschleife versagt geblieben ist. Das derzeitige Präsidium honorierte seine Leistungen für den Verein, indem man ihm angeboten hat, auch nach seiner aktiven Laufbahn als Spieler – ähnlich wir bei Steffen Hofmann – in irgendeiner Form beim Verein zu bleiben. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Mario bereits die B-Lizenz für Trainer und arbeitet bereits bei den Jugendmannschaften mit: er nannte es “schnuppern”.

Thomas Murg

Thomas Murgs Karriere begann in der Steiermark beim GAK, und er kam über die Austria (ca. 16 Spiele) und die SV Ried zu Rapid. Interessant dabei ist, dass man beim Verhalten des Blocks keine auffälligen Aversionen wahrgenommen hat.

Thomas fühlt sich in Wien wohl und es müsste schon ein Top-Angebot vorliegen, dass er sich zu einem Wechsel ins Ausland entschließen würde.

Gag des Tages

Christine, eine sehr treue Fanin, stehend im Block-West, hat sich ohne Feindeinwirkung und auch nicht bei einem Fußballspiel einen Muskelfaserriss zugezogen. Krankenhausaufenthalt, Operation und – Krücken. Zwei Stück.

Sie wollte trotz der Krücken auf ihren Platz im Block, aber sie durfte nicht. Man könnte meinen, dass eben Krücken nicht erlaubt seien. Weit gefehlt, es war die violette Farbe der Krückenoberteile, die beanstandet wurden. Neuzeitliche selbsternannte Blockwarte haben ihr den Zutritt zur Tribüne verweigert. Christine musste das Spiel von einer wenig attraktiven Seitenposition mitverfolgen.

Man kann alles übertreiben.

Nächste Mitgliederversammlung

Unsere nächste Mitgliederversammlung findet eine Woche nach der Generalversammlung am 2. Dezember statt. Gäste werden sein

  • Zoran “Zoki” Barisic
  • Christoph Peschek

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EwkiL: Bericht · Bilder

RB-Rapid

3:2 (2:1)

Ich glaube nicht, dass man sich daran gewöhnen kann, das Spiel gegen einen starken Gegner 90 Minuten lang offen zu halten und dann in der Nachspielzeit zu verlieren. Wir kennen das ja schon vom Cup. Und es war wieder eine zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung, die den Ausschlag gegeben hat. Und eben weil sich diese Zufälligkeiten so auffällig wiederholen, ist man leicht geneigt, Methode dahinter zu vermuten, “Verschwörung” sozusagen.

War das überhaupt ein Foul in der letzten Minute an der Strafraumgrenze? War die Nachspielzeit nicht zu lang? Rapid hat einen Spieler weniger getauscht, daher wären 2,5 Minuten richtig gewesen, weil üblicherweise für einen Wechsel eine halbe Minute veranschlagt wird. Die Behandlung eines Spielers könnte die zusätzliche halbe Minute gewesen sein, also drei Minuten. Gegeben wurden aber vier.

Den Unterschied zum Cup-Spiel machte ein Spieler aus: Erling Håland. Beide Tore in der ersten Hälfte waren sein Werk, Eines direkt, eines indirekt. Håland hat ein außergewöhnliches Durchsetzungsvermögen, aber nicht nur wegen seiner Größe, er ist auch extrem schnell und technisch exzellent. Nur durch ein Foul konnte er gestoppt werden.

Aber die zweite Halbzeit gehörte auch Rapid. Wir erlebten einen aufopfernden Kampf und können stolz auf unser Team sein. Herausragend war aus meiner Sicht Kapitän Stefan Schwab, der beide Tore vorbereitet hat und selbst noch bei einem Rutsch-Schuss das Tor nur um wenige Zentimeter verfehlt hat.

Es reicht noch nicht für einen Platz ganz oben, aber die Saison dauert ja noch, die Moral stimmt, und auch “die Richtung stimmt”.

Rapid spielt überhart

Ein Vergleich der beiden Spiele zuletzt gegen den WAC und heute gegen RB zeigt, dass Rapid keineswegs eine hart spielende Mannschaft ist. Es gab nämlich heute überhaupt keine Karte gegen einen Rapid-Spieler. Nach unseres Lesart waren die gegen Rapid entschiedenen Fouls Teil des Spielkonzept des WAC – und der Schiedsrichter spielte mit.

Schiedsrichter

Da bei den letzten Heimspielen der Schiedsrichter einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis hatte, wollen wir und auch bei diesem Spiel die Resultate von Schiedsrichter Drachta in Erinnerung rufen. Schiedsrichter Drachta leitete seit 2008 43 Spiele von Rapid und gehört damit zu den erfahrensten Schiedsrichtern. Die Ergebnisse unter seiner Leitung lagen vor dem Spiel mit 2.00 Punkten deutlich über dem Durchschnittswert von 1,74 Punkten. Nach dieser Niederlagen sank die Punkteausbeute “unter Drachta” auf 1,95 Punkte/Spiel.

Wenn man dem Schiedsrichter vorwirft, dass er vier Minuten nachspielen ließ, ist das eher ein Hadern mit dem Schicksal als eine Fehlentscheidung. Eigentlich war seine Leitung unauffällig und korrekt.

Wir besuchten das Stags-Head:

Das Stags-Head war praktisch ausgebucht. Wegen des großen Andrangs gab’s keine Brote und keinen Salat.

Bildergalerie (von Hannes)

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Rapidviertelstunde-205

Inhalt

  • Rapidfans pflanzen 1.899 Bäume (Martin Bruckner, Christoph Peschek, Ulli Sima, Jürgen Czernohorszky, Steffen Hofmann)
  • Profivertrag für Dalibor Velimirovic
  • Rapidler unterstützen Pink Ribbon (Petra Gregorits, Renate Brauner)
  • Stadionmanagement stellt sich vor (Bernd Kreuzinger)

Link zum Video

Alle Folgen

Sportklub-Rapid II

0:4 (0:0)

Wenn ich nach der ersten Halbzeit hätte eine Prognose abgeben müssen, meine Antwort wäre gewesen: “wenn wir mit einem Punkt nach Hause fahren, können wir zufrieden sein”, denn die erste Halbzeit war zweigeteilt. Anfangs dominierte Rapid II, danach ist es aber dem Sportklub gelungen, sich in der Rapid-Hälfte festzusetzen und ein Gegentor wäre durchaus möglich gewesen. Aber es gab keins, vielmehr gab es eine zweite Halbzeit, die es in sich hatte.

Rapid kam deutlich später aus der Kabine, und wer weiß, was die Lagebesprechung genau ergeben hat, denn sie dürfte gewirkt haben. Gleich in der 47. Minute kam es zu einem Konter und die Hereingabe konnte von Marko Bozic zum 1:0 verwertet werden. Fünf Minuten später stellte Manuel Martic nach einem prächtigen Freistoß auf 2:0. Der eingewechselte Mustafa Kocyigit sorgte mit einem Doppelpack für den Endstand.

Dass Rapid II mit diesem Sieg auf den zweiten Tabellenrang vorgerückt ist, lässt die knappe Niederlage gegen den Spitzenreiter Mannsdorf schon wieder vergessen. Vielleicht ist ja in Laufe des kommenden Halbjahrs noch mehr möglich!

Der Verein wird diesem Erfolgslauf wohl mit gemischten Gefühlen verfolgen. Seit wir Rapid II begleiten, haben wir eine so tolle Saison nicht erlebt und ein Titel wäre möglich. Vielleicht genügt ja sogar ein zweiter Platz, wenn der Führende gar nicht aufsteigen kann oder will. Aber aus der Sicht der Rapid-Infrastruktur könnte dieser Erfolg zu früh kommen, weil man ja zuerst das Trainingszentrum in Betrieb sehen will. Auch muss man sich fragen, ob eine solche Teilnahme in der zweiten Liga leistbar ist.

Ambiente

Für Rapid II ist dieses Auswärtsspiel in Dornbach mit mehr als 3000 Zuschauen das Spitzenspiel der Saison. Es ist eine ausgesprochen gemütliche Umgebung mit einem nostalgischen Touch.

Vor dem Spiel machte sich der Dornbacher Redakteur “Sorgen um den Zgonc”, indem er auf die letzten Ergebnisse von Rapid II anspielte und meinte: “Verlieren die Rapid Amateure den Anschluss?”

Das geschlossene Auftreten von Verein und Anhängerschaft gegen Antisemitismus und Homophobie ist bemerkenswert. Die Friedhofstribüne titelte: “Aus unserer Geschichte gelernt, gegen jeden Antisemitismus”, die Mannschaften tragen das Banner “Wiener Fußball gegen Homophobie” auf das Spielfeld, jeder Spieler hat auch eine solche Tafel in der Hand.

Zum Glück war ich beim Vortrag “Grün-weiß unter dem Hakenkreuz” von Laurin Rosenberg in der VHS-Penzing und kann daher die Bedeutung des Anti-Antisemitismus-Transparents erklären: In der Zwischenkriegszeit waren etwa 10 bis 15 Prozent der Wiener Bevölkerung jüdischen Glaubens und die Kader der Wiener Fußballvereine hatten etwa diesebe Zusammensetzung – mit Ausnahme des Sportklub. Der Sportklub war in dieser Zeit dafür bekannt, dass er Spieler jüdischen Glaubens nicht in der Mannschaft duldete.

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Kader 2019/20 – Herbst

Im August wurde eine Tabelle mit dem damaligen Rapid-Kader zusammengestellt. Doch durch Abgänge und Zugänge – insbesondere von Rapid II – hat sich der Kader wieder verändert und umfasst derzeit 28 Spieler mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren.

 NR  Name                     Pos  Land Alter  WAC-Kader
  1  Strebinger     Richard     T  A    27  1  27
  4  Barac          Mateo       V  CR   25  1  25
  6  Sonnleitner    Mario       V  A    33    
  7  Schobesberger  Philipp     M  A    26    
  8  Schwab         Stefan      M  A    29  1  29
  9  Fountas        Taxiarchis  M  GR   24  1  24
 10  Murg           Thomas      M  A    25  1  25
 13  Schick         Thorsten    M  A    29    
 14  Grahovac       Srdjan      M  BIH  27    
 15  Martic         Manuel      M  A    24    
 17  Dibon          Christopher V  A    29  1  29
 18  Szántó         Tamás       M  H    24    
 20  Hofmann        Maximilian  M  A    26  1  26
 21  Knoflach       Tobias      T  A    26    
 22  Stojkovic      Filip       V  MNE  27  1  27
 24  Auer           Stephan     M  A    29  1  29
 25  Gartler        Paul        T  A    23    
 27  Badji          Aliou       S  SEN  22  1  22
 28  Knasmüllner    Christoph   M  A    28  1  28
 30  Greiml         Leo         V  A    18    
 31  Ullmann        Maximilian  V  A    23  1  23
 32  Kitagawa       Koya        S  J    23    
 36  Arase          Kelvin      S  A    21  1  21
 39  Ljubicic       Dejan       M  A    22  1  22
 42  Schuster       Lion        M  A    26    
 47  Velimirovic    Dalibor     M  A    19    
 48  Demir          Yusuf       S  A    16    
 49  Wunsch         Nicholas    M  A    19    
                                        25  14  26

Die letzte Spalte nennt alle Spieler, die beim letzten Spiel gegen den WAC zum Einsatz kamen. Diese Spieler sind im Schnitt um ein Jahr älter, weil wegen des Spielverlaufs keiner der Nachwuchsspieler zum Einsatz kam.

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Rapid II-Mannsdorf

2:3 (0:2)

Das Spiel begann fulminant und man hatte den Eindruck, als wäre es nur eine Frage der Zeit, dass Rapid II in Führung geht. Wie es aber so im Fußball ist, schießt dann der Gegner das erste Tor. Der Schuss aus einer Distanz von etwa 25 Meter war sehr gut, dass sich aber der Tormann – in diesem Fall Paul Gartler – so gar nicht bewegt hat, stimmt nachdenklich. Beim 0:2 hatte unsere Abwehr keine ausreichende Übersicht, denn ein Angreifer stand völlig ungedeckt und konnte unbedrängt einen scharfen Flachschuss abgeben. Kurz nach der Pause fiel sogar das 0:3 aus einer schnörksellosen Aktion der Mannsdorfer.

Eigentlich konnte man das Spiel an dieser Stelle als gelernter Pessimist schon aufgeben. Nicht so unsere Spieler! In vier Minuten wurden durch Melih Ibrahimoglu und Dragoljub Savic zwei Tore aufgeholt, vielleicht ebenso überraschend wie die vorige Führung von Mannsdorf. Leider reichte es trotz größter Anstrengung nicht, auch noch den Ausgleich zu erzielen.

Spielerisch muss sich Rapid II nichts vorwerfen lassen. Eventuell fehlende Routine und Abgebrühtheit wird durch Schnelligkeit und Kombinationsfußball sehr gut ausgeglichen. Ein Punkterichter hätte auf Punkteteilung entschieden. So aber ist Mannsdorf bereit 9 Punkte voran und aus eigener Kraft nicht mehr einzuholen.

Wir freuen uns auf das Freitag-Spiel gegen den Sportklub, denn mit dieser Spielstärke und ein bisschen Glück wäre sogar der zweite Tabellenplatz möglich.

Ambiente

Diese Spiele um 19:00 bieten die ideale Gelegenheit zu einem gemütlichen Besuch in der Rekordmeisterbar. Empfehlenswert!

Unsere kleine Gruppe des Klub der Freunde wurden vom Stadionsprecher Roman freundlich begrüßt. Friederike trumpfte mit einem interessanten Schal der “Sitzplatzschweine” auf. Eigentlich stand sie Anfangs mit dieser Gruppierung auf der West auf Kriegsfuß, doch das Kriegsbeil wurde begraben uns sie wurde zur Ehrenpräsidentin des mittlerweile sehr aktiven Fanklubs auf der West. In Bruck hatte man gleich drei Banner aufgezogen und bei diesem Spiel gegen Mannsdorf war man erstmals mit einem Banner präsent.

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Rapid-WAC

1:1 (1:0)

Nach der gefühlten Dominanz geht die erste Hälfte an Rapid und die zweite an den WAC, die Tore folgen diesem Eindruck. Doch insgesamt sahen wir Rapid als die klar überlegene Mannschaft, die nur zu wenig Tore geschossen hat.

Die Kommentatoren berichten über “rustikales Spiel” von Rapid.

Aber in den Augen der Zuschauer spielen die jeweiligen Gegner in Hütteldorf “with a little help from the referee”. Nicht nur in diesem Spiel, auch schon im Spiel gegen Hartberg oder gegen den LASK. Für Rapid gestalten sich Auswärtsspiele erfolgreicher.

Diese “Heimschwäche” kann man auch zeigen:

  • Heim: NSNSUU = 8 Punkte/6 Spiele = 1.3 Punkte pro Spiel
  • Auswärts: USSSS = 12 Punkte/5 Spiele = 2,4 Punkte pro Spiel

Natürlich kann man sagen, dass bei dieser kleinen Anzahl von Spielen die Streuung noch sehr hoch ist. Aber es werden auswärts fast doppelt so viele Punkte geholt wie zu Hause und das spürt man. Genauer wird es natürlich mit einer größeren Anzahl von Spielen, derzeit aber ist Hütteldorf für die Gastmannschaften ein “gefundenes Fressen”.

Wir Zuschauer meinen, dass das kein Zufall ist, sondern mit der besonderen Situation in Hütteldorf zusammenhängt und mit der Art, wie Schiedsrichter damit umgehen. Es ist nicht nur für die Gastmannschaften ein saisonales Highlight, vor 21.000 Zuschauern spielen zu dürfen, auch für den Schiedsrichter ist die Situation mit einem starken Heimpublikum eine Besonderheit. Ein Schiedsrichter will ja auch “gewinnen”. Und sein “Sieg” ist eine gute Bewertung unter schwierigen Verhältnissen. Und dem Druck seitens des Publikums gilt es zu widerstehen. Und das wieder hat eine Tendenz, nur ja keine Vorteile für die Heimmannschaft zuzulassen, die man als ein Nachgeben interpretieren könnte.

Warum lässt der Schiedsrichter nach einem Foul gegen Rapid nicht den Vorteil gelten, obwohl Rapid im Ballbesitz bleibt und sich aus der Szene ein Vorteil entwickelt? Abpfeifen kann er ja immer noch! Das ist eine freie Entscheidung des Schiedsrichters, und er hat sich bei diesem Spiel gleich zwei Mal dazu entschieden, den sich abzeichnenden Vorteil für Rapid mit einem Pfiff abzubrechen.

Filip Stojkovic wurde im Strafraum gefoult und sogar verletzt, der Elferpfiff blieb aus, genauso wie beim Spiel gegen Hartberg.

Der Foulpfiff, der zum Gegentor geführt hat, müsste eigentlich einen Freistoß für Rapid zur Folge gehabt haben, weil der Ball durch den Angreifer gesperrt wurde.

Ich behaupte, dass die Gastmannschaften diese Mechanismen kennen und wissen, dass ein Liegenbleiben nach einem Foul in Hütteldorf “zieht”. Es wäre für den Spielfluss günstig, wenn dieses Spiel “Toter Mann” zurückgedrängt werden könnte, wenn Schiedsrichter diesen Versuchen, Foulpfiffe herauszuschinden, nicht folgen würden.

Es ist nicht so, dass sich bei Rapid Schiedsrichterfehler langfristig ausgleichen, weil die Situation in Hütteldorf durch das starke Heimpublikum systematische Fehler der Schiedsrichter hervorruft, Fehler, die sich bei den Heimspielen anderer Mannschaften mangels Support nicht in dieser Häufigkeit ergeben.

Die Ansicht im Block, dass man auf den Videoschiedsrichter leicht verzichten könnte (siehe Bilder), teile ich.

Schiedsrichter Harkam

Was können wir über Schiedsrichter Harkam noch vor Spielbeginn sagen? Die folgende Darstellung zeigt im Kopf die durchschnittliche Punktezahl aller 334 Spiele, die von den aktuellen Schiedsrichtern geleitet wurden. Rapid erreicht in diesen Spielen einen Punkteschnitt von 1,75. Die Spiele unter der Leitung von Alexander Harkam ergeben nur 1,57 Punkte. Wenn wir also wählen könnten, wäre Harkam nicht unsere erste Wahl.

Vergleich aktueller Schiedsrichter bei Bewerbspielen von Rapid

Aber es hätte mit Manuel Schüttengruber noch schlimmer kommen können, denn unter seiner Leitung erreichte Rapid nur 1,33 Punkte und das ist schon ein beachtlicher Unterschied. Rapid-freundliche Schiedsrichter wären – gemessen am erzielten Punkteschnitt Ouschan (1,82), Kolleger (2,29), Jäger (2,33) Drachta (2,0). (Schiedsrichter mit wenigen Spielen kann man nicht in den Vergleich einbeziehen).

Achtung: Es kann sein, dass die Spiele nicht zufällig zu den Schiedsrichtern zugeordnet werden, sondern man die Erfahrung der Schiedsrichter berücksichtigt. Das hieße, dass schwierigere Partien von erfahreneren Schiedsrichtern geleitet werden und diese schwierigeren Spiele auch eher verloren werden und damit den Punkteschnitt dieser Schiedsrichter senken. Ob das der Fall ist, müsste man bei den Spielen der einzelnen Schiedsrichter genauer analysieren. Auf der Webseite kann man alle Spiele der Schiedsrichter betrachten (Lupensymbol). Schiedsrichtervergleich (123.ewkil.at)

Jetzt, nach dem Unentschieden, ist der Punkteschnitt von Schiedsrichter Harkam von 1,57 auf 1,56 gesunken.

Den Schal, den Robert hochhält, kann man bis Anfang November in den Fanshops kaufen. Von den 15,- Euro kommt 10,- Euro der Kinderhilfe zugute.

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Rapidviertelstunde-204

Inhalt

  • Die Medien-Abteilung von Rapid stellt sich vor (Peter Klinglmüller)
  • Fußballmanager-Legende Willi Lemke in Wien
  • Die neue Sonderausstellung “Wir sind Rapid” (Laurin Rosenberg, Christoph Peschek, Mario Sonnleitner, Steffen Hofmann)
  • Autogrammstunde mit Murg, Badji & Kitagawa

Link zum Video

Alle Folgen

Fuhrpark

Die Begehrlichkeit des Publikums nach Titeln ist so groß, dass die Preise für Kicker jene für die größten Werke der Kunstgeschichte erreichen.

Die Top-Spieler in Europas Ligen sind begnadete Ballkünstler, das ist kein Zweifel. Dass sie dafür aber so viel Geld bekommen, wird von den meisten Anhängern abgelehnt, weil man meint, sie würden das nicht wert sein. Aber das wieder bestimmt ein Markt und bei einer Sache versagt der Markt nie, bei der Bestimmung des Werts einer Sache. Und der Wert hängt davon ab, wie viel Geld den Käufern zur Verfügung steht. Diese Beträge stellt die große zahlungswillige Öffentlichkeit – also wir selbst – zur Verfügung, oft noch mit zusätzlichem Fremdkapital potenter Eigentümer. Und die Fußballvereine investieren alle Einnahmen wieder in den Sport, also immer in dieselben etwa 30 Kicker. Die Vereine müssen keine Abwägung zwischen einer Dividende und Investitionen treffen. Also ja, die Spieler haben diesen Wert, weil jemand bereit ist – wir, diesen Preis zu bezahlen.

Können wir aussteigen? Ja, jederzeit, wir müssen nur das Sky-Abo zurückgeben. Kollektiv. Alle. Europaweit. Weltweit. Dann wäre der Spuk vorbei. Aber Fußball hat für seine Anhänger eine drogenähnliche Wirkung, man kann nicht genug davon kriegen, und daher wird sich der Spielermarkt nicht so schnell ändern.

Wir können an dieser Stelle gleich überlegen, ob es ethisch überhaupt vertretbar ist, einzelnen Menschen so viel Geld zur freien Verfügung zu überlassen, wenn wir gleichzeitig sehen, was damit geschieht. Das betrifft natürlich nicht nur den Fußball. Ob es also nicht so sein müsste, dass mit zunehmendem Vermögen auch eine zunehmende Mitverantwortung für die Gesellschaft gefordert werden muss, wie immer man diese dann formuliert. Steuern, die eben diese Verpflichtung sein könnten, werden – wie wir aus den Biografien der Akteure entnehmen können – gerne durch abenteuerliche Finanzkonstrukte hinterzogen und sind in der Regel viel zu gering.

Schauen wir einmal, was mit unseren Investitionen in den Fußball gemacht wird, vergleichen wir den Fuhrpark von zwei der ganz Großen:

Cristiano Ronaldo (Bild Wikipedia)

Ronaldos Fuhrpark

  • Mercedes-AMG GLE (115.000 Euro)
  • Range Rover Sport SVR (158.000 Euro)
  • Porsche 911 Turbo (250.000 Euro)
  • Lamborgini Aventador LP 700-4 (313.000 Euro)
  • Ferrari 599 GTO (317.000 Euro)
  • Ferrari F12 TdF (636.000 Euro)
  • Bugatti Veyron (2.300.000 Euro)
  • Bugatti Chiron (2.860.000 Euro)

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Ronaldo trotz dieses eigenartigen Hangs zu extrem teuren Fahrzeugen auch für soziales Engagement bekannt ist, wobei aber auch das Motto “Tue Gutes, und rede darüber” mitschwingt und die Marke CR7 durch das Engagement möglicherweise mehr an Wert gewinnt als das Engagement kostet.

Sadio Mané (Bild Wikipedia)

Manets “Fuhrpark”

Achtung, das folgende Zitat wurde in dieser Form im Internet verbreitet, und war eigentlich der Anlass für diesen Artikel, aber dieses Zitat ist ein Fake, wie Erich dankenswerterweise erkannt hat:

[FAKE]
“Wozu sollte ich 10 Ferraris, 20 Uhren oder zwei Flugzeuge haben wollen? Ich habe schwere Zeiten überlebt, habe barfuß Fußball gespielt, hatte keine Ausbildung. Aber heute kann ich meinem Volk helfen, Schulen, Stadien zu bauen und Kleidung und Nahrung zu kaufen. Ich ziehe es vor, zurückzuzahlen, was mir das Leben beschert hat.”
[/FAKE]

Die Suche nach einem Spieler mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen ist also noch nicht zu Ende.

Links

Erwähnungen von Ronaldo im Tagebuch

Ergänzung

Erich schreibt, dass ich da auf einen Fake hereingefallen bin: “Das Mané Zitat kursiert zur Zeit zwar durchs Internet,ist aber ein Fake. Mané hat u. a. einen Audi RS8, einen Bentley Continental, einen Land Rover Sports (und ein schönes Louis Vuitton Tascherl) usw.” Hier eine Ansicht davon.

Ich gestehe, dass mir ein solches Verhalten echt imponiert hätte. Und wahrscheinlich war ich damit genau die richtige Zielgruppe für den Autor des Fake. Der aufkeimende Optimismus, dass es doch Menschen geben könnte, die ihr überschüssiges Geld sinnvoll verwenden, ist damit auch begraben.

Rapid II – Wiener Linien

1:1 (1:1)

In diesem Spiel konnte Rapid II seine deutliche Überlegenheit im Spiel nicht in Tore umlegen. Wir gingen zwar durch einen Foulelfmeter in Führung, doch kurz danach konnte die Verteidigung den Ball nicht aus der Gefahrenzone bringen und die Straßenbahner konnten ausgleichen. Dabei blieb es bis zum Spielende.

Rapid II liegt weiter auf Platz vier in der Tabelle der Regionalliga Ost und hätte mit einem Sieg beim Nachtragsspiel gegen Mannsdorf am kommenden Dienstag die Möglichkeit, bis auf drei Punkte zum Spitzenreiter Mannsdorf aufzuschließen und den Sportklub und Ebreichsdorf zu überholen.

Der Wechsel der Besten zur Kampfmannschaft (Melih Ibrahimoglu und Dalibor Velimirovic) hinterlässt natürlich Lücken bei Rapid II, aber das ist eben das Los der Zweiermannschaft, dafür konnte Manuel Martic seine Qualitäten als Passgber im Mittelfeld unter Beweis stellen.

Ambiente

Ein Blick auf den Rasen zeigt, warum gegen Ebreichsdorf am Hauptfeld gespielt wurde, und warum sogar eine Verlegung auf den Elektra-Platz diskutiert wurde.

Links

GRÜNZEUG-608

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 47. JAHRGANG / Oktober 2019 / Nr. 608 / Versand 14.10.2019

Einladung zur Mitgliederversammlung

Unsere Gäste am 28. Oktober 2019

Unsere nächste MITGLIEDERVERSAMMLUNG findet am

MONTAG, dem 28. Oktober 2019, um 19 Uhr

in unserem KLUBLOKAL statt.

Eingeladen haben wir diesmal die Herren

  • Srdjan Grahovac,
  • Leo Greiml,
  • Thomas Murg und
  • Mario Sonnleitner

Einlass um 18.30 Uhr! Wir ersuchen um zahlreichen Besuch! Gäste herzlich willkommen!

DIDIS MENTALITÄTSMONSTER

Ein solches war Dietmar, von allen nur Didi genannt, Kühbauer schon als aktiver Spieler, in dessen nicht gerade übergroß geratenem Körper das Herz eines Löwen steckt, also das eines echten Rapidlers. Egal, wo auch immer er nach seiner höchst erfolgreichen Zeit in Hütteldorf kickte oder trainierte, er bekannte sich überall zu seiner Liebe für den SCR. Und nun ist er endlich dessen Cheftrainer, wo er übrigens einen Sportchef an seiner Seite hat, mit dem er nicht nur als „Daltons“-Komplize schon seit Jahrzehnten befreundet ist: Zoran Barisic. Der gewiss mit Wohlgefallen registriert, wie viel der Didi von seiner Mentalität in die aktuelle Mannschaft hineingebracht hat.

So zuletzt bereits gegen die Admira zu sehen gewesen. Früher gab es mehr als ein Spiel, in dem unsere Hütteldorfer zumindest die Nerven, wenn nicht gar den einen oder anderen Punkt weggeworfen hätten, wenn es lange zu keinem Tor gereicht hatte. Gegen die Südstädter ließ ein solches 47 Minuten auf sich warten, dem dann noch weitere vier folgten. Ähnlich lief es dann bei der WSG Tirol, wo es jedoch „nur“ zu einem 2:0 reichte, auch weil dieser Gegner um einiges stärker war als die so arg gebeutelte Admira. Jedenfalls verlor der SCR auch hier nicht die Geduld – auch ein Zeichen für (gewonnenes) Selbstvertrauen.

An diesem mangelte es gegen die favorisierten Salzburger ebenfalls nicht. Wir wollen hier nicht betonen, was unter „Spiele, Tore, Kommentare“ ohnehin zu lesen ist, allerdings sollte darauf hingewiesen werden, dass das alles entscheidende 1:2 in der 121. Minute wahrscheinlich nur deswegen möglich war, weil ein vor ihm im Abseits stehender Bulle Strebinger regelwidrig die Sicht nahm. Nicht auszudenken, elf Rapidler hätten einen Sieg über neun Salzburger auf eine solche Art ermurkst, was hätten die „Experten“ im TV oder in den Zeitungen da nicht alles an Schmähungen ausgepackt! Speziell „Krone“-Sportchef Peter Frauneder, der nach dem zugegeben tollen 3:4 der Bullen in Liverpool alle Salzburg-Kritiker aufforderte, nun aber endlich die Lästermäuler zu halten. Steht der Herr etwa auf Didi Mateschitz‘ Gehaltsliste?

Zurück zu diesem historischen Cupschlager, nach dem Rapid dermaßen gefeiert wurde, als wäre sie soeben bereits Pokalsieger geworden. Dadurch bewiesen auch die Anhänger echte Rapid-Mentalität.

Diese Charaktereigenschaft war auch gegen Hartberg (nunmehr sechs Spiele, je zwei Siege, Remis und Niederlagen bei unglaublichen 17:16 Toren) gefragt, zumal Schiri Ebner (28) vorm 2:3 ein spielentscheidender Fehler unterlief (seine nachträgliche Entschuldigung beim im Strafraum gefoulten Fountas war sehr nett, brachte aber null). Geduld + Selbstvertrauen + Mentalität = Ausgleich in Minute 96, immerhin. Vielleicht am bemerkenswertesten: Nicht einmal Rückstände werfen die Kühbauer-Truppe um. Das war vor Didi nicht immer so.

In Mattersburg folgte der nächste Thriller, der trotz zweimaligem Rückstand dank jeweils späten Toren doch noch gewonnen wurde. Die Stichworte: Siehe oben + Glück. Weil das 3:2 ja ein halbes Eigentor war, wir aber schreiben es dem Knasi – wie auch später die Bundesliga – zu , der sich schon vor der Pause gegen den ausgezeichneten Küster einen Treffer verdient hätte.

Unter dem Strich können wir nur hoffen, dass Didis Mentalitätsmonster auch in Zukunft auf dieser so positiven Schiene bleiben!

tipico-Bundesliga (Stand vom 6.10.):

1.Salzburg 10/28 (46:9) 
2.LASK     10/23 (18:6)
3.WAC      10/22 (27:10) 
4.Rapid    10/20 (22:13).

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

BL, 7.RUNDE (15.9.): ADMIRA (H) 5:0 (1:0)

Von den sich gegen Rapids Überlegenheit lange und mit allen Mitteln wehrenden Gästen erhielt nur einer (viel) Applaus: Jimmy Hoffer, noch immer ein Liebling des Hütteldorfer Anhangs. Doch auch er, in der 61. Minute eingewechselt, war gegen die grün-weißen Dauerangriffe ohne Chance. Besonders sehenswert: Baracs Kopftor und Ullmanns 3:0. Am Ende war die Admira mit dem Resultat sogar noch gut bedient, nicht nur wegen Schobis Lattenkreuztreffer.

SCR: Knoflach; Auer, Dibon, Barac, Ullmann; D.Ljubicic, Schwab; Fountas (67.Murg), Knasmüllner, Schobesberger (78.Arase); Kitagawa (60.Badji).- Tore: Schobesberger (45./+2), Barac (54.), Ullmann (64.), Badji (65.), D.Ljubicic (81.).- Gelbe Karten: Fountas, Ullmann; Bakis, Hjulmand.- Allianz-Stadion, Heiß, 15.100.

Choreografie “20 Jahre Spirits”

BL, 8.RUNDE (21.9.): WSG TIROL (A) 2:0 (0:0)

Ähnlich wie gegen Admira brauchte Rapid auch gegen den lange Zeit kompakt verteidigenden Aufsteiger Geduld, um am Ende einen wenig glanzvollen, aber trotzdem souveränen Sieg, übrigens den dritten en suite, zu feiern. Positiv: Strebingers (relativ ruhiges) Comeback, Baracs erneut starke Leistung, die des „Quirls“ Arase, der für den oft gefoulten Murg kam, und Schwabs toller Assist-Doppelpack. Eine Schande für die SCR-Fans: der feige Idiot in ihrer Mitte, der Gugganig mit dem Verschluss eines Pyros genau auf dem Kopf traf; zum Glück reagierte der Tiroler wie ein richtiger Sportsmann und blieb nicht liegen.

SCR: Strebinger; Auer, Dibon, Barac, Ullmann; D.Ljubicic, Schwab; Murg (50.Arase), Knasmüllner (65.Fountas), Schobesberger; Badji (76.Kitagawa).- Tore: Arase (54.), Barac (71.).- Gelbe Karten: Cabrera, Gugganig.- Tivoli, Drachta, 5.240.

Rafahren mach hungrig

ÖFB-CUP, 2.RUNDE (25.9.): RED BULL SALZBURG (H) 1:2 (1:1, 0:0) n.V.

Nach dieser gleichermaßen unglücklichen wie unverdienten Last-Second-Niederlage waren (und sind) wir auf unsere Rapidler aus vielen Gründen sehr stolz, ganz besonders aber auf jene neun, die sich den Salzburger Angriffen in der Verlängerung bravourös entgegenstemmten. Mit Murg („Andenken“ an die WSG Tirol, welche am frühen Abend des 25.9. die Austria mit 5:2 vom Platz fegte) bzw. Haaland (krank) und Wöber (vorsichtshalber nicht mitgekommen) fehlten beiderseits wichtige Akteure, dennoch lieferten der Mitgliederverein Rapid und die Firma Red Bull einander eine vom Start weg mitreißende Cupschlacht, in der Ersterer speziell zu elft den Dosenmillionären absolut gleichwertig war. Schwabs Ausschluss (nach allerdings unberechtigter erster „Gelber“) wäre sicher unmöglich gewesen, hätte Velimirovics Stangenknaller den Weg ins Netz gefunden (65.). Um vom Ausgang des Fights gar nicht zu reden, wäre es durch das später ebenfalls des Feldes verwiesene SCR-Talent zum 2:1 für dessen überragend kämpfendes Team gekommen! Wie heroisch sich das Bollwerk um den lange Zeit nicht mehr rund laufenden Barac verteidigte, das wird gewiss noch lange in Erinnerung bleiben. Und die Standing Ovations nach dem bitteren Ende ebenso.

SCR: Strebinger; Stojkovic (91.Auer), Hofmann, Dibon, Barac, Ullmann; Velimirovic, D.Ljubicic (110.Arase), Schwab; Fountas (68.Schuster), Kitagawa (60.Schobesberger).-Tore: Kitagawa (56.); Szoboszlai (49., Freistoß), Minamino (120./+1). Gelbe Karte: Marsch (RBS-Trainer).- Gelb-Rote Karten: Schwab (65., Foul), Velimirovic (90./+3, Foul).-Allianz-Stadion, Eisner, 20.400.

Nach dem Spiel motivieren Jakub und Oliver den Block

BL, 9.RUNDE (29.9.): HARTBERG (H) 3:3 (1:1)

Hartbergs Defensive (mit der SCR-Leihgabe Obermüller) agierte speziell in der ersten halben Stunde reichlich unsicher, Rapid nutzte das aber nur einmal, obwohl wesentlich mehr Chancen vorhanden waren. Dafür versuchten sich Schobi & Co. in erfolglosen Kunststückchen, so auch vorm überflüssigen Konter-1:1. Das baute die Steirer auf, und am Ende mussten sich die Grün-Weißen sogar noch über das (sehr) späte Kopftor ihres Kapitäns freuen. Vermutlich hätten sie trotz allem gewonnen, wäre der Schiri-Azubi beim Strafraum-Foul an Fountas, dem besten Rapidler, nicht blind gewesen, denn nur deswegen gelang den bekannt unbequemen Gästen Sekunden später die erneute Führung. Fazit: Selber schuld! Und: Auf die ständigen, torreichen „Thriller“ gegen Hartberg können wir jedenfalls getrost verzichten.

SCR: Strebinger; Auer, Dibon, Barac, Ullmann; D.Ljubicic (49.Velimirovic), Schwab; Fountas, Knasmüllner, (84.Ibrahimoglu), Schobesberger; Badji (57.Arase).- Tore: Fountas (17., 72.), Schwab (90./+6); Dossou (45.), Cancola (51.), Tadic (83.).- Gelbe Karten: D.Ljubicic, Schwab; Kainz, Cancola, Huber, Swete.- Allianz-Stadion, Ebner, 15.500.

Last-Minute-Ausgleich durch Stefan Schwab

BL, 10.RUNDE (5.10.): MATTERSBURG (A) 3:2 (1:1)

Mattersburgs Torszenen sind schnell aufgezählt: 30-Meter-Freistoßkracher Raths an die Latte (3.), Grubers 1:0 via Innenstange nach Tiefschlaf der gesamten SCR-Dreierkette, Kuens Traumtor aus 23 Metern – und aus, denn mehr gab’s nicht. Weil die Vorderleute des ebenso macht – wie ansonsten beschäftigungslosen Richi umso weniger anbrennen ließen, je länger die Partie dauerte. In der Schlussviertelstunde zogen sie sogar ein echtes Powerplay um und im SVM-Strafraum auf, dem sich einzig nur mehr Keeper Küster widersetzte. Total chancenlos war dieser natürlich bei Knasis unhaltbar abgefälschtem Schuss ins Hütteldorfer Glück. So kurios und spät dieser Treffer auch fiel, so hochverdient war Rapids Sieg.

SCR: Strebinger; Hofmann (72.Arase), Dibon, Barac; Stojkovic, D.Ljubicic; Knasmüllner, Schwab, Ullmann; Fountas (61.Schobesberger), Badji.- Tore: Gruber (28.), Kuen (47.); Fountas (45./+3), Dibon (69.), Knasmüllner (90.).- Gelbe Karten: Miesenböck, Malic.-Pappelstadion, Ciochirca, 4.400.

“Rapid fährt BLAGUSS”

„MR. GRÜNZEUG NR. 608“: STEFAN SCHWAB

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat.

Sein Ausschluss-Foul im Cupkrimi gegen die Bullen war natürlich nicht der Grund für obige Auszeichnung, außerdem kritisierte Stefan Schwab es ja selbst. Sonst aber war er ein echter Kapitän, der seiner aus wahren Mentalitätsmonstern bestehenden Mannschaft voranging. Schwabis persönliches Highlight: das in allen Belangen (Durchsetzungsvermögen, Sprunghöhe, Genauigkeit) herrliche Kopftor zum späten 3:3 gegen Hartberg.

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

BL-Spiele: Philipp Schobesberger 125. (SVM); Aliou Badji 25. (Hartberg).

BL-Tor(e): Stefan Schwab erzielte gegen Hartberg Rapids 100. Tor im Allianz-Stadion, zudem war es sein insgesamt 50. (33 davon für Rapid).

„MV“ VOM 23.9.: MIA WOATN AUF’N TAXI, ABER…

…er kummt ned, kummt ned. Weil Taxiarchis Fountas‘ Gattin hochschwanger war – eine plausible Entschuldigung des absenten Griechen, eh klar!

Sehr wohl erschienen zwei Tage nach dem Sieg in Innsbruck bzw. zwei vor dem Cuphit gegen Salzburg hingegen der vom Herzflimmem genesene Richard Strebinger sowie der wie er äußerst beredsame Thorsten Schick (Grazer mit den Stationen Sturm, Admira, abermals Sturm und zuletzt Young Boys Bem, wo er binnen drei Jahren zu mehr als 100 Pflichtspieleinsätzen kam und sogar Schweizer Meister wurde), den auch eine mächtige Beinschiene nicht am Kommen hindern konnte. Neben ihm war der gebürtige Paschinger Maximilian Ullmann der zweite Debütant im Klublokal. Dieser zog Rapid dem Europacupfighter LASK dank Ausstiegsklausel und dem Bemühen des SCR um seine Person vor. Maxi schwärmte von der eindrucksvollen Kulisse in Wien-Hütteldorf, während Schicki es für sehr positiv befand, Didi Kühbauer schon zu gemeinsamen Admira-Zeiten kennen gelernt zu haben. Darüber hinaus lobten beide Neulinge die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft.

Mit welcher sie ebenso wie der Richi noch Großes vorhaben, egal, wie oft und auf welchen Positionen sie zum Einsatz kommen sollten. Was beim knieoperierten Schicki leider noch geraume Zeit benötigen wird.

Ob Großes (auch) am 25.9. gegen die an und für sich natürlich favorisierten Bullen gelungen war, das finden Sie, sehr verehrte Leser(innen), an anderer Stelle dieser Ausgabe. Unsere besten Wünsche hiefür begleiteten Richi, Maxi und auch den Daumendrücker Schicki, das stand selbstverständlich außer Frage…

Das Podium, moderiert von Gerhard Niederhuber

EIN BLICK ZU RAPID II

6. RUNDE (6.9.): MANNSDORF (H)

Das Spitzenspiel wurde wegen des 7.VARTA-U15-Tumiers (siehe „Splitter“) auf den 22.10. verschoben.

7. RUNDE (13.9.): DRASSBURG (A) 5:1 (4:0)

Hedl; Sulzbacher, Greiml, Gobara, Hajdari; Schuster; Markl (63.Savic), Bozic, Ibrahimoglu, Strasser (67.Pehlivan); Fuchshofer (56.Kocyigit).- Tore: Weber (65.); Ibrahimoglu (8., Elfer), Markl (30.), Strasser (31.), Sulzbacher (39.), Savic (86.).- Draßburg, Lenz, 550.

Stadionsprecher und Florian

8. RUNDE (20.9.): MAUERWERK (H) 1:1 (1:1)

Gartler; Sulzbacher, Greiml, Gobara, Hajdari; Schuster; Markl (88.Moormann), Bozic (71. Strasser), Ibrahimoglu, Savic (71.Demir); Fuchshofer.- Tore: Fuchshofer (31.); Sallam (1.).- Allianz-Stadion, West 1, Dyulgerov, 150.

9. RUNDE (28.9.): WR.NEUSTADT (A) 1:0 (0:0)

Hedl; Sulzbacher, Greiml, Moormann, Hajdari; Schuster; Kanuric (46.Demir), Bozic; Markl, Pehlivan (75.Wunsch), Savic (46.Strasser).- Tor: Markl (49.).- Wr.Neustadt-Arena, Jäger (Salzburg), 1.950.

Ankündigung

10. RUNDE (4.10.): Ebreichsdorf (H) 0:0

Gartler; Sulzbacher, Sonnleitner, Greiml, Hajdari; Schuster, Bozic; Markl, Demir (69.Pehlivan), Savic (60.Strasser); Fuchshofer (63.Wunsch).- Allianz-Stadion, Hauptfeld, Erdem, 300.

Spielbeginn

RESÜMEE

Gegen den RLO-Neuling Draßburg fiel die Entscheidung zugunsten der souveränen Radovic-Truppe in der in die erste Halbzeit vorverlegten Rapid-Viertelstunde. Nach einer längeren Kunstpause setzte Savic den sehenswerten Schlusspunkt unter die einseitige Partie.

Extrem früher wie vermeidbarer Schock, begünstigt durch Gartlers seltsamen Ausflug, schlechter Rasen (Folge des U15-Tumiers vor zwei Wochen bei Starkregen?), körperbetonter bis derber Stil des nun von Norbert Schweitzer trainierten FC Mauerwerk (Durchschnittsalter der Startelf 25,55 Jahre gegenüber 19,27 von SCR II) – alles Erklärungen für das doch etwas enttäuschende 1:1? Tja, immer können selbst die größten Talente nicht gewinnen. Dazu Ibrahimoglu sen. zum Chronisten: „Gut! Wieder nicht verloren!“

Dank Markls schönem Goldtor verdarb Rapid II (ohne Kapitän Gobara und Topscorer Fuchshofer) den Neustädter Routiniers die Festivität anlässlich der Eröffnung ihres neuen Stadions.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte lenkte Ebreichsdorfs Keeper einen gefährlichen Kopfball Mario Sonnleitners (erstes Spiel seit 30.5.) um die Stange – eine der wenigen Großchancen in diesem heftig umkämpften, von überragenden Defensivreihen dominierten Schlager mit leichten Vorteilen für die wie Rapid II weiterhin ungeschlagenen Gäste.

RLO-Stand vom 6.10.

1.Mannsdorf     9/27 (21:5)
2.WSC          10/24 (30:13)
3.Ebreichsdorf 10/24 (24:7) 
4.Rapid II      9/21 (18:5)

SPLITTER

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Am 6.9. gastierte Rapid mit einigen Spielern der „Zweiten“ sowie dem Debütanten Stojkovic, der 62 Minuten mit dabei war, in GÜSSING (100-Jahre-Jubiläum) und gewann mit 10:1 (3:1), wobei Barac, D.Ljubicic (3), Badji (2), Schuster (2) und Knasmüllner ebenso trafen wie nach Greimls Schuss ein Burgenländer ins eigene Netz.

Anlässlich von Altbundespräsident, Ex-ASV 13-Kicker und Erzrapidler Heinz Fischers 80. Geburtstag erschien ein bunter Mix von grün-weißen Nachwuchsspielern, eine Stunde durch Mentor Steffen Hofmann verstärkt, am 8.9. bei ASV 13 und verlor mit 2:3 (2:0), weil die Tore von St.Hofmann (Elfer) und Kocyigit einfach nicht reichten. Und weil von den angekündigten SCR-Profis keiner auf dem Feld stand. Ob das den hohen, sichtlich fullfitten Jubilar freute, wissen wir nicht. Jedenfalls kam der Erlös der gut besuchten Veranstaltung der Volkshilfe zugute.

Toller Erfolg Rapids beim 7.VARTA-U15-Tumier (6.-8.9. in Hütteldorf): 2:0 gegen STURM GRAZ, 4:1 gegen TEL AVIV sowie 3:1 gegen RANDERS (DK) in den Gruppenspielen und schlussendlich 2:1 im Finale gegen SCHALKE 04 – da konnte man nur gratulieren, zumal das schon der fünfte Gewinn dieses Turniers war!

EM-Qualifikationsspiele: A-Team: 6:0 (2:0) am 6.9. in Salzburg gegen Lettland (Amautovic 2, Sabitzer, Eigentor, Laimer, Gregoritsch) und 0:0 am 9.9. in Warschau gegen Polen; U21: 3:1 (2:1) am 5.9. in Andorra (Meister 2, Danso; Arase ab 72.) und 4:0 (2:0) am 9.9. in Albanien (Lovric 2, Raguz, Baumgartner; Arase bis 70.).

Minuten nach seinem ersten Tor für Rapid schied Koya Kitagawa im Cupkrimi gegen Salzburg mit einer Band- und Stauchungs-Verletzung im linken Sprunggelenk aus und muss wohl bis Jahresende pausieren. Sayonara und auf bald, Koya!

Im selben Spiel schmähten im Block West gezeigte Transparente die „Bullenschweine“ Max Wöber plus Vater, ein Polizist, auf übelste Weise. Daraufhin zeigte eine VIP-Loge beim Hartberg-Match ein völlig anderes Plakat: „So ist Rapid nicht. Sorry, Fam. Wöber!“ Aber nur so lange, bis zwei Ultras besagte Loge offenbar ungehindert stürmten, um es herunterzureißen. Welche Meinung „Grünzeug“ zu Max Wöbers Transfer zu Red Bull Salzburg vertritt, ist in Nummer 607 unter „Splitter“ nachzulesen, trotzdem fand und findet der Chronist solche Beschimpfungen zum Kotzen. Und Präsident Krammer kündigte ein Gespräch mit den beteiligten Parteien an, wozu man ihm nur alles Gute wünschen kann. Die Beziehung SK Rapid-Block West ist sowieso ein permanenter Tanz auf der Rasierklinge, die zwischen diesen Herrschaften und der Polizei erst recht…

Gegen Hartberg musste Dejan Ljubicic raus, doch seine Bänder blieben beim nicht geahndeten Foul an ihm zum Glück heil, ihm machte „nur“ ein Knochenmarködem zu schaffen.

Gratulation, Goleador! Am 2.10. wurde Hans Krankl im Wiener Rathaus mit dem begehrten Stern für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Manche von uns haben den Hansi noch als 15-jährigen, schwarzhaarigen „Reserve-Beatle“ in bester Erinnerung – und jetzt das ! Das Lebenswerk des Allrounders Johann K. (Weltklassestürmer, Sänger, Entertainer, TV-Analytiker, Schmähbruder, Familienmensch) ist jedenfalls längst noch nicht beim letzten Kapitel angelangt.

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„Grünzeug“ im Tagebuch

  • Vorige Ausgabe: GRÜNZEUG-607
  • Hier findest Du alle GRÜNZEUG-Ausgaben, die im Rapid-Tagebuch erschienen sind (seit Ausgabe 577) 
  • Alle Ausgaben des GRÜNZEUG seit den 1970er Jahren stehen unseren Mitgliedern oder Fußballhistorikern auf Anfrage im PDF- Format zur Verfügung

“Grün-weiß unterm Hakenkreuz” mit Laurin Rosenberg

Am 15.10.2019 lud die VHS-Penzing im Rahmen eines Schwerpunkts „Profi-Fußball abseits der Kameras“ zu einem Vortrag von Laurin Rosenberg ein.  Wir Rapidler kennen natürlich schon die wichtigsten Meilensteine der Rapid-NS-Geschichte, aber ich habe bisher noch keine so umfassende 90-minütige Schilderung gehört.

Laurin begann die Erzählung mit dem Finale der Deutschen Meisterschaft 1941 und spannte danach einen Bogen von den Anfängen von Rapid bis in die Gegenwart.

Laurin am Beginn des Vortrags, im Hintergrund die Viktoria un der Spielball von 1941

Das symbolträchtige Finale der Deutschen Meisterschaft 1941 ist voll von Mythen, die sich aber alle bei genaueren Betrachtung als unhaltbar erweisen. Eigentlich hätte das Finale wegen des Überfalls von Nazideutschland auf Russland an eben diesem 22. Juni 1941 abgesagt werden sollen, doch ließ man das Spiel schließlich doch austragen, um dem Volk Normalität vorzugaukeln. An dieses Spiel erinnert einerseits eine Kopie der Viktoria im Besitz des Rapideums (Original im deutschen Fußballmuseum in Dortmund) und der originale und inzwischen restaurierte Spielball, den der Dreifachtorschütze Franz Binder als Souvenir mitgenommen hatte und der von seinem Sohn, der viele Jahre als Manager bei Rapid tätig war, dem Rapideum gechenkt wurde.

Rapids Anfänge lagen in der Arbeiterschaft, mit Migranten aus Tschechien, dem Arbeiterbezirk im Westen und auch dem etwa 10%igen Anteil an Juden, die praktisch in jedem Fußballverein vertreten waren. In der Zeit nach 1938 beschrieb Laurin vier Typen: die Mitläufer, die Täter, die Opfer und die Oppositionellen.

Niemand in den Sportvereinen konnte sich den Forderungen der neuen Machthaber entziehen. Die Abschaffung des in Österreich praktizierten Profifußballs gehörte ebenso zu den Begleiterscheinungen der damaligen Zeit wie eine Vereinheitlichung der Satzungen und ein mindestens 50%igen Anteil von Parteigängern im Vereinsvorstand. Ohne diese Präsenz der Partei im Vorstand wäre der Sportbetrieb nicht möglich gewesen.

Das Gros bei Rapid und wohl auch in der Bevölkerung waren die Mitläufer, die Opportunisten, die ihre Haltung nach der Zeit ausrichteten. Dazu zählte wohl auch Karl Kochmann, der Besitzer der gleichnamigen Restauration, in der Rapid seine Vorstandssitzungen abhielt und Leopold Nitsch, dem damaligen Trainer und Schwager von Kochmann. Beide sind durch Vermittlung 1938 der NSDAP (als “Illegale”, obwohl sie das nie waren) beigetreten und beide versuchten bei Kriegsende diese Mitgliedschaft so zu begründen, dass sie diese für den Sportbetrieb benötigt hätten.

In der Mannschaft von 1945 fand sich mit Fritz Durlach auch ein Täter der letzten Kriegsjahre, er wurde auch verurteilt und zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt.

Zu den betrüblichen Verbeugungen vor den Nazi-Herrschern zählte neben dem obligatorischen Hitlergruß vor jedem Spiel auch die Abgabe einer großen Zahl von Pokalen, die dann zu Führers Geburtstag 1942 eingeschmolzen wurden. Der Chronik des FC Bayern kann man entnehmen, dass dort eine mutige Frau die Pokale des FC Bayern vor der Beschlagnahme an sich genommen hat und zuerst in ihrer Wohnung, später am Land versteckt hielt, sodass die Bayern ihre historischen Pokale – im Gegensatz zu Rapid – noch besitzen.

Praktisch alle Fußballvereine hatten einen der Zusammensetzung der Bevölkerung folgenden Anteil von Juden sowohl bei den Spielern als auch bei den Funktionären. Die Ausnahme war der Sportclub, denn dort wurden keine Juden aufgenommen, eine Haltung, die der heutige Sportklub längst abgeschüttelt hat.

Interessant ist auch die Haltung des “Mr. Rapid”, Dionys Schönecker, der 1938 in Zeitungsartikeln für die neuen Machthaber durchaus wohlwollende Worte fand. Schönecker verstarb im September 1938, eine Nagelprobe blieb ihm somit erspart. Sein Bruder Eduard, ein Architekt, ist aber der NSDAP beigetreten, nicht zuletzt, weil er als Unternehmer auf Regierungsaufträge angewiesen war. Man kann vermuten, dass wohl auch sein Bruder Dionys sich diesem Schritt nicht hätte verschließen können, wollte er seinen Verein, des S.C. Rapid weiterführen.

Der Namensgeber von Rapid, Wilhelm Goldschmid, fiel 1942 der Vernichtungsmaschinerie der Nazis zum Opfer. Seine Familie überlebte in Südamerika.

Opposition in den Kriegsjahren konnte fatal sein. Sie äußerte sich daher auch ziemlich subtil. Ein Beispiel dafür war der zeitlebens wenig angepasste Ernst Happel. Um als Jugendlicher bei einem Verein spielen zu können, musste man damals Mitglied der HJ sein und musste bei den dortigen Vereinsabenden gute Miene zum bösen Spiel machen. Die “Schlurfs”, wie man die aufmümpfigen Jugendlichen nannte, die nichts von den Naziparolen hielten und zu denen man den jungen Happel zählen konnte, bekamen die begehrte Mitgliedschaft zunächst nicht, und erst nach Interventionen des “Dietwares” (eine Art Blockwart für Sportvereine) wurde die Mitgliedschaft an Happel erteilt.

Laurin führte uns auch weiter in die Gegenwart und verwies auf die Präsenz von Neonazis rund um Gottfried Küssel auf der Westtribüne in den 1980er-Jahren. Damals versuchte er dort Sympathisanten zu rekrutieren. Allerdings ist das nicht gelungen, vielmehr entwickelte der Block einen Kodex der politikfreien Kurve und stellt sich seither allen Versuchen der politischen Agitation klar in den Weg, eine Art Selbstreinigungsprozess.

Als Beispiel für einen solchen Lernprozess in der Kurve zeigte uns Laurin ein mit Nazisymbolik beschriftetes Heft eines Fans, das in dessen Jugendjahren als Sammelalbum für Eintrittskarten diente. Später absolvierte dieser Fan aber einen Lehrgang im KZ Mauthausen und meldete sich zum Zivildienst. Es hat seine Haltung um 180 Grad geändert und stellte das Heft als Zeitdokument dem Rapideum zur Verfügung.

Selbstreinigungsprozess im Block West

Auch in den letzten Jahren gab es einen Versuch seitens des Identitären-Akteurs Martin Sellner, die aber seitens der Kurve rasch abgewehrt wurden.

Der “Ausrutscher” der Grün-weißen Hornissen bei einem kleinen Derby auf West 1 wurde im Vortrag auch erwähnt, aber nicht als rechtsextrem eingestuft, sondern eher als ein Ausdruck des Unwissens. Nach einer “Nachschulung” im Rapideum und im KZ Mauthausen wurde die Gruppierung wieder im Block integriert.

Mehr noch, die Rapid-Kurve wirkt an der Aufarbeitung der Vergangenheit aktiv mit und demonstrierte das durch ein Spruchband beim ersten Derby im neuen Stadion, in dem des ermordeten Wilhelm Goldschmid gedacht wurde, etwas, das vor 10 Jahren in dieser Form nicht denkbar gewesen wäre, weil damals das Wissen rund um die Geschehnisse in der Nazizeit und die Personen in der Gründungszeit von Rapid zu wenig bekannt war. Und dazu trugen die Arbeiten rund um das Rapideum und das Buch von Jakob Rosenberg und Georg Spitaler “Grün-Weiß unterm Hakenkreuz” (ein Muss für für Rapidler) wesentlich bei.

Danke an Laurin für den klar strukturierten Vortrag und für diese Aktivität der VHS-Penzing.

Links

Kommende Veranstaltungen der VHS-Penzing

Do 31. Oktober 2019 18:30-20:00, 6,- €
Schiedsrichterwissen: Wie man entscheidet

Walter Bauer verstorben

Es war nach unserem Umzug ins Happel-Stadion, als wir Freunde für unsere Projekte “EwkiL:Rapid” und natürlich für den “Klub der Freunde” suchten und Ich kannte Walter Bauer damals schon als einen treuen Besucher der Heimspiele von Rapid. Ich lud ihn zu einer Mitgliederversammlung des “Klub der Freunde” ein, und seit diesem Tag hat er keine einzige dieser Versammlungen versäumt. Er war – so wie wir alle – sehr angetan von den freundschaftlichen Diskussionen mit Rapidlern und ich durfte bei jeder dieser Mitgliederversammlungen ein oder mehrere Bilder von ihm und unseren Gästen anfertigen. Aus dieser stolzen Bildersammlung “Walter” seht Ihr hier eine Zusammenfassung:

Walter Bauer

Das ist nun vorbei. Bei der letzten unserer Versammlungen im September konnte Walter nicht mehr kommen, er hat sich nicht wohl gefühlt. Und dann erreichte uns die Nachricht von Hans (Fanklub Speising), wo Walter regelmäßig eingekehrt ist, dass er verstorben war.

Wir, Fans, wissen viel über unser gemeinsames Anliegen, den grün-weißen Fußball, und es ist schade, dass wir am Ende zu wenig über die Menschen hinter dem Fan wissen. Während seines Berufslebens war Walter Fahrer bei Dr.Richard. Er war ein begeisterter Motorradfahrer und kam bei schönem Wetter mit seiner “Maschin” zu unseren Mitgliederversammlungen, obwohl das für ihn gesundheitlich gar nicht so einfach war. Diese körperlichen Beschwerden hat er sich nicht anmerken lassen. Was mir besonders imponiert hat, war seine Fürsorge für seine Familie.

Wir können uns von Walter am kommenden Montag verabschieden: 21. Oktober, 15:00, Maurer Friedhof.

Begräbnis

Bei herrlichem Herbstwetter fand sich eine beachtliche Trauergemeinde in der zu kleinen Aufbahrungshalle am Maurer Friedhof ein. Ein Kondolenzbuch war aufgelegt. Mitglieder des Fanklubs Speising unter der Leitung von Hans und zwei “Freunde”, Erich und Franz waren dabei. Rapid war durch einen Kranz mit grün-weißen Schleifen vertreten.

Walter war zeitlebens religionsfreier Sozialist, eine Trauerrednerin gestaltete die Abschiedsfeier. Ein Vertreter der SPÖ-Hietzing würdigte Walters Tätigkeit für die Partei und für die Kinderfreunde. Gesungen wurde der Gefangenenchor aus Nabucco und Sag’ zum Abschied leise Servus.

Walter wurde 1943 in Tschechien geboren, kam nach Wien und lernte in der Nachkriegszeit auch Russisch. Sein erlernter Beruf war Maler und Anstreicher. Es verschlug ihn während des Militärdienstes nach Oberösterreich, wo er seine Familie gründete. Zunächst arbeitete Walter in verschiedenen Berufen, doch dann faszinierte ihn das Busfahren. Er machte den Busführerschein uns war bis zu seiner Pensionierung beim Busunternehmen Dr. Richard als Busfahrer tätig.

Seine nebenberuflichen Leidenschaften waren die SPÖ-Hietzing, die Kinderfreunde und Rapid.

Walter war 40 Jahre lang Mitarbeiter bei der SPÖ-Hietzing und war wegen seiner selbstlosen Art bei seinen Kollegen sehr beliebt. In seiner Freizeit beförderte er Gruppen der Kinderfreunde kostenlos zu ihren Ferienzielen. Über ihn wird erzählt, dass er Kinder, die ohne Taschengeld unterwegs waren, immer wieder unterstützt hat. Er war wie eine Vaterfigur für seine Gschroppn.

Rapid war seine dritte große Leidenschaft. Seinen Sohn Walter begleitete er zu den Trainings, und er selbst hatte natürlich immer schon ein Rapid-Abo. Beim Umzug von Rapid ins Happel-Stadion schlug ich Walter vor, zu den “Freunden” zu kommen. Er kam und hat seither keinen der zahlreichen Mitgliederversammlungen versäumt.

Ich würde Euch gerne den berührenden Text vorlesen, den die Trauerrednerin zum Abschied vorgelesen hat. leider habe ich vergessen den Aufnahmeknopf am Handy zu drücken. Also bleiben nur Bilder zur Erinnerung an Walters Begräbnis, doch es ist sicher, dass er in unserem Kreis nicht in Vergessenheit geraten wird. Hier ist ein vier Jahre altes Bild, beim zufällig auch der Tagebuchautor zu sehen ist:

Franz Herynek, Walter Bauer, Franz Fiala bei der Mitgliederversammlung 2015 im Arcotel Wimberger

Bei Interesse können wir alle Bilder mit Walter Bauer im Kreise des Klubs der Freunde als gedrucktes Album zur Verfügung stellen (ca, 100 Bilder).

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EwkiL: Bericht · Bilder

Videoanalyse mit Dr. Stefan Oesen

Am 14.10.2019 lud die VHS-Penzing im Rahmen eines Schwerpunkts “Profi-Fußball abseits der Kameras” zu einem Vortrag von Dr. Stefan Oesen ein. Durch den Abend begleitete Miriam Labus, Moderatorin des Behindertensportmagazins „Ohne Grenzen“ in ORF SPORT+. Die etwa 70 Besucher im bis zum letzten Platz gefüllten Vortragssaal folgten den spannenden Ausführungen des Videoanalysten.

Dr. Stefan Oesen und Miriam Labus im Gespräch

Um die Eindrücke kurz zusammenzufassen: es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen den Vorstellungen des durchschnittlichen Stadion- und Fernsehpublikums und der fußballtaktischen Realität hinter den Kulissen. Dass man davon in den Interviews vor und nach dem Spiel nicht all zu viel erfährt, ist einleuchtend, weil ja immer auch der Gegner mithören kann. Umso interessanter war es, in diesen 90 Minuten Details zu den angewendeten Techniken und Planungen zu erhalten.

Vor einem Spiel…

…erstellt der Analyst eine Spielvorbereitung, die exakt auf den kommenden Gegner zugeschnitten ist. Die Spieler werden in zusammenfassenden Videos auf ihre Aufgabe vorbereitet, wobei offenbar “die Würze in der Kürze liegt”, denn allzu weit gehende Analysen können die Spieler praktisch nicht verarbeiten und daher dürfte es die Kunst des Analysten sein, das Wesentliche zu vermitteln. Wir haben auch erfahren, dass die Spieler ihren kommenden Gegenspieler sogar in kurzen Videosequenzen auf ihren Handys studieren können, eine Art “Hausübung”.

Das vorbereitende Training vor einem Spiel ist bereits auf den Ideen des Analysten aufgebaut und wird vom Trainerteam auf dessen Vorschlag umgesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen theoretischer Videoanalyse und praktischer Umsetzung ist so wichtig geworden, dass Trainer bereits – ähnlich wie bei den Co-Trainern – ihren Videoanalysten zu einem neuen Dienstgeber mitnehmen.

Während eines Spiels…

…schneidet der Videoanalyst von seinem Platz auf der Pressetribüne Spielszenen heraus, die er als Schwachstellen erkennt. Während wir in den Spielpausen zu einem Glas Bier greifen, bespricht er diese Szenen mit dem Trainer und nach etwa fünf Minuten, wenn sich die Spieler in der Kabine erholt haben, werden maximal zwei dieser Szenen mit den Spielern besprochen, um mit diesen Informationen Verbesserungen in der zweiten Halbzeit herbeiführen zu können.

Diese Szenenauswahl erfolgt über ein “Tagging”. Ein Videoschnitt wie wir ihn als Heimuser kennen, kommt nicht infrage, es muss ja alles sofort geschehen. Daher gibt es eine Vielzahl von Tastenkürzel, die der Videoanalyst auswendig kennen muss. Diese Tastenkürzel (Tags) erlauben ihm schon während des Spiels die richtigen Stellen herauszugreifen und auch gleich dem betroffenen Spieler zuzuordnen.

Erfassung der Spielerbewegung

Wir sehen oft beim Training und im Spiel, dass die Spieler einen GPS-Empfänger am Rücken tragen. Diese Messeinrichtung wird ausschließlich vom Athletik-Trainer ausgewertet, nicht aber durch den Videoanalysten. Dieser greift ausschließlich auf die Daten von Video-Kameras zu.

Für die Videoanalyse sind die Fernsehbilder, mit ihren Nahaufnahmen und Wiederholungen ungeeignet. Diese Fernsehbilder sollen die Wirkung beim Zuseher verstärken, unterschlagen aber für die Analyse wichtige Aspekte, weil sie nicht alle Spieler erfassen. Auf allen Spielorten der Bundesliga ist speziell für die Analyse ein Kamerasystem aus zwei Kameras aufgebaut, welches automatisch alle 20 Feldspieler erfasst, egal, wohin sich das Spielgeschehen gerade verlagert. Aus den beiden Bildern dieser Kameras wird elektronisch ein einziges Gesamtbild errechnet. Diese Daten stehen den Vereinen zur Verfügung- Durch die optische Erfassung des Spielgeschehens kennt man nicht nur die Bewegungsdaten der eigenen Mannschaft (wie bei den GPS-Empfängern), sondern auch die des Gegners.

Aus diesen Bewegungsdaten können alle gewünschten statistischen Daten jedes einzelnen Spielers bestimmt werden. Wir haben die Datenausgabe auf der Leinwand mitverfolgen können. Es sind technisch ganz einfache CSV-Dateien, die durch eine eine Datenanalyse hinsichtlich der gesuchten Größen ausgewertet werden. Für die Auswertung steht bei Rapid auch ein Mathematikstudent unterstützend zur Verfügung.

Spielphilosophie

Wir können davon ausgehen, dass die uns vorgestellten Details kein besonderes Rapid-Geheimnis darstellen, etwa der Umstand, dass in einer Zone rund um das Tor die meisten Tore erzielt werden, erscheint jedem klar und ebenso, dass im Spielaufbau jeder Spieler das gemeinsame Ziel verfolgt, den Ball genau dorthin zu bringen, wo die Chance auf ein Tor besonders groß ist. Blöderweise wissen das die Gegner auch, und haben auch dieselben Hilfsmittel. Fast, denn in Salzburg dürfte man schon einen Schritt weiter sein und kann eine Videosequenz in Form von 3D-Bildern in ein reales Spielfeld einblenden. An eine Realisierung mit 3D-Brillen wird bereits gearbeitet.

Andere Länder…

Während bei Rapid mit dem Einstieg von Stefan Oesen 2013 die Ära der Videoanalyse begann, ist diese anderswo sicher schon viel früher angewendet worden und wird auch heute viel intensiver betrieben als das bei Rapid der Fall ist. Etwa meldete sich bei einer Datenanfrage ein englischer Verein bei Rapid und der Kontaktmann war der “Chief of Opponent Video Analysis”, also jemand, der sich ausschließlich um die Video-Analyse des Gegners kümmert. Und da er der Leiter einer ganzen Gruppe ist, kann man sich leicht vorstellen, mit welchem Aufwand man in den reichen Ligen auf der Suche nach Vorteilen im Spiel auf der Spur ist.

50% aller Tore entstehen zufällig

Fußball ist so populär, weil nur “manchmal der Stärkere gewinnt” – wie es Metin Tolan in seinem gleichnamigen Buch beschreibt. Daher ist für den Taktiker das Ergebnis nur von sekundärer Bedeutung. Die Mannschaft kann hervorragend gespielt haben und dennoch verlieren. Ein solche Spielverlauf, kann den Zuschauer zur Verzweiflung bringen, kann aber gleichzeitig für die Mannschaft und die Betreuer durchaus motivierend sein, weil sie das Spiel weniger vom Ergebnis sondern eher von der Wirksamkeit ihrer taktischen Maßnahmen beurteilen.

Ein Tor entsteht dann durch einen Zufall, wenn vom Zeitpunkt des Wechsels der Ballbesitzes es an irgendeiner Stelle des Spielaufbaus zu einem ungeplanten Verhalten des Balls gekommen ist. Ballglück, Ballpech, abgefälschter Schuss, Stangenschuss, der ins Tor geht – oder eben nicht, oder auch Eigentore. 42% der Tore – also fast de Hälfte – fällt rein zufällig.

Was allein die taktisch gute Schulung der Spieler bewirken kann, ist eine Erhöhung der Torwahrscheinlichkeit und eine Reduktion der Wahrscheinlichkeit für Gegentore. Aber einen Sieg erzwingen kann auch die ausgefeilteste Taktik nicht. “Wo der (Fußball)Hergott net wü, nutzt des gar nix…”

Die Taktik des Taktikers

Ein VIdeo-Analyst arbeitet eher zurückgezogen und wird von den Zuschauern wenig beachtet. Er hat aber einen großen Einfluss auf die Art, wie gespielt wird. Durch diese Arbeit im Hintergrund blieb ein Umstand fast unbemerkt, nämlich der Wechsel von Stefan Oesen von Rapid zu Salzburg und wieder zurück, etwas, das bei einem Spieler beim Block weniger gut angekommen wäre. Stefan Oesen ist im Jänner 2014 bei Rapid eingestiegen, hat dann aber zwischen Juni 2017 und Ende 2018 bei Red Bull Salzburg gearbeitet und ist erst seit der vorigen Saison wieder bei Rapid tätig. Was nun der Grund für diesen zurückgenommenen Wechsel ist, kann man nur raten, denn es wird ja im Fußball nicht jede Frage auch beantwortet. Er hat also Rapid verlassen, nachdem Gogo das Traineramt von Damir Canadi geerbt hat und ist erst wieder eingestiegen, als Didi zum Trainer ernannt wurde. Ob die Trainerkonstellation der Grund für den Wechsel war? Dafür könnte sprechen, dass eine Video-Analyse nur bei einer guten Zusammenarbeit mit dem Trainerteam möglich ist. Ganz Raffinierte könnten meinen, dass man bei Rapid auf diese Weise Interna aus Salzburg in Erfahrung bringen konnte.

Erfolgshunger

Das Publikum verlangt nach Erfolgen. Es scheint derzeit bei Rapid zwar aufwärts zu gehen, doch ganz traut man dem Trend noch nicht, weiß man doch um den großen Zufallsanteil der Ergebnisse.

Eine der Fragen an den Vortragenden betraf den Umstand, dass Rapid derzeit weit davon entfernt ist, die aus den Zeiten des St. Hanappi bekannte Heimstärke zu zeigen. Allein, auch darauf wusste er keine Antwort, weil er sich nicht mit solchen historischen Vergleichen beschäftigt. Und die nicht vorhandene Heimstärke hat keine unmittelbare Erklärung.

Es ist aber interessant, dass genau in die Zeit der Stadionbaus auch der Beginn der Video-Analyse bei Rapid und – wie wir erfahren haben – auch bei den anderen Bundesliga-Klubs fällt. Alle Vereine arbeiten mit denselben Daten. Wenn nun die Video-Analyse zu einer deutlichen Verbesserung der taktischen Disziplin in den Teams geführt hat, dann verringerte dieser Umstand den Abstand der Großen von den Kleinen und die Chancen der kleineren Vereine haben sich enorm erhöht, weil die technische Infrastruktur offenbar von der Bundesliga zur Verfügung gestellt wird, und das wirkt nivellierend. Das könnte eine Antwort auf die Frage sein, dass Rapid die Heimstärke nicht mehr so klar ausspielen kann, weil sich durch die Analyse alle Vereine praktisch gleich gut auf den jeweiligen Gegner einstellen können. Und wie wir sehen, benötigt man dazu praktisch nur eine Person.

Wir bedanken uns beim Vortragenden für die interessanten Einblicke in sein Arbeitsgebiet, als “Stratege hinter dem Trainer”.

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Kommende Veranstaltungen der VHS-Penzing

Di, 15. Oktober 2019 18:30-20:00, 6,- €
Grün-Weiß unterm Hakenkreuz, Laurin Rosenberg

Do 31. Oktober 2019 18:30-20:00, 6,- €
Schiedsrichterwissen: Wie man entscheidet

Phänomen Foda

Österreich ist zwar noch nicht endgültig für die EM-2020 qualifiziert aber dass man aus den kommenden zwei Spielen gegen Nordmazedonien und Lettland nicht einen Punkt holen würde, glaubt niemand. Hier sind alle Spiele der österreichischen Nationalmannschaft unter Franco Foda:

Die Ergebnisse der Spiele unter Franco Foda

Zählen wir die Ergebnisse zusammen, ergeben sich 13 Siege, 2 Unentschieden und 5 Niederlagen oder 2,05 Punkte pro Spiel. Aber was bedeutet das?

Die österreichische Nationalmannschaft unter Trainer Franco Foda erlebt derzeit den größten Erfolgslauf ihrer Geschichte. Das kann man an einer vergleichenden Darstellung der Ergebnisse aller Trainer ablesen:

Vergleichende Darstellung der Ergebnisse der österreichischen Nationalmannschaft, gereiht nach der mittleren Punktezahl, die ein Trainer erreicht hat. Trainer mit einem Punkteschnitt von unter 1.1 werden nicht dargestellt. In der Tabelle sind wirklich alle Trainer enthalten, also auch jene, die nur ganz wenige Spiele geleitet haben. Daher bitte besonders die erste Spalte “Spiele” beachten. Der Spitzenreiter “Robert Lang” hat einen Punkteschnitt von 3,0, weil er nur ein Spiel geleitet und dieses gewonnen hat. Relevant sind daher nur Trainer, die eine ausreichende Anzahl von Spielen bestritten haben.

1,8 erzielte Tore pro Spiel wie in der Ära Karl Stotz und nur 0,8 Gegentore pro Spiel, ein bisher unerreichter Wert, kennzeichnen die Spiele unter Franco Foda. Der Anteil der eigenen Tore (35) an der Gesamtzahl der Tore (35+15) erreicht mit 70% 35/(35+15) einen noch nie beobachteten Wert.

Aber Achtung, das ist nur eine Momentaufnahme, beruhend auf den letzten 20 Spielen!

Was ein solcher Punkteschnitt wert ist, hängt natürlich von den jeweiligen Gegnern ab. Wir wissen, dass Hugo Meisl die großen Erfolge gegen die damals stärksten europäischen Mannschaften erzielt hat; für eine solche Bewährungsprobe müsste die heutige österreichischen Nationalmannschaft auch einmal über eine Gruppenphase hinauskommen. Es wird interessant sein, zu sehen, ob dieses Ranking auch nach der EM und am Ende der Ära Foda immer noch dieses optimistische Bild zeigen wird. Heute jedenfalls, kann man sich über diesen Erfolg freuen und Franco und uns wünschen, dass es so weitergehen möge!

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