GRÜNZEUG-600

GRÜNZEUG, INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951); 47. JAHRGANG / JÄNNER 2019 / Nr. 601 / Versand 25.2.2019, Postamt 1120

Unsere nächste MITGLIEDERVERSAMMLUNG findet am
MONTAG, dem 11. MÄRZ 2019, um 19 Uhr in unserem KLUBLOKAL statt.

Eingeladen haben wir diesmal die Herren

  • Stephan AUER,
  • Andrei IVAN,
  • Tobias KNOFLACH und
  • Manuel MARTIC.

Einlass um 18.30 Uhr! Wir ersuchen um zahlreichen Besuch! Gäste herzlich willkommen!

WIE JEDEN JÄNNER: HALTEN SIE UNS BITTE WEITERHIN AM LEBEN!

Auch heuer wieder: Um unseren nicht gerade wenigen finanziellen Verpflichtungen auch in Zukunft nachkommen zu können, ersuchen wir hiemit alle am Fortbestand des höchstwahrscheinlich ältesten Fußball-Anhängervereins der Welt Interessierte um möglichst umgehende Begleichung des Mitgliedsbeitrags plus etwaigem Rückstand. Der entsprechende Zahlschein liegt bei. Danke schon im Vorhinein! In Zeiten wie diesen erst recht!

Danke auch an all jene Damen und Herren, die sich an unserer 42. Aktion „Weihnachtsfeier für den Nachwuchs“ bereits beteiligt haben – und sich vielleicht doch noch beteiligen werden! Fehlende Zahlscheine sind bei uns erhältlich (siehe Impressum). Jede(r), der (die) uns bei dieser Unterstützung der SCR-Jugend geholfen hat, wird natürlich demnächst im „Grünzeug“ namentlich hervorgehoben.

HERBST 2018: VIELES SCHLECHT, ABER MANCHES DOCH GUT!

Herr Peter Österreicher, eines unserer ältesten Mitglieder, schrieb uns gleich nach dem 328. (Katastrophen-)Derby: Erschüttert bin ich über die jüngsten Ereignisse um unseren Lieblingsverein. Nicht das sportliche Tief oder das teilweise Fehlverhalten der Polizei machen mich zornig, sondern die wöchentlichen Schlagzeilen, die unsere unbelehrbaren Chaoten verursachen. Wenn schon die Vereinsführung nicht endlich munter wird und Maßnahmen setzt, dann müssten wir als alte, ehrliche Anhänger Taten setzen. Vor allem gehört der Öffentlichkeit und der Presse klar gemacht, dass echte Rapidanhänger anders sind als diese Hitzköpfe. Wir zusammen müssen beitragen, dass Rapid auch in dieser schlechten Zeit der beliebteste Verein in Österreich bleibt!

Soweit ein echter Österreicher. Dessen von grün-weißem Herzen kommenden, nicht gerade neuen Ansichten wir nur hinzufügen wollen: Welche Ziele der Klub der Freunde des S.C.Rapid verfolgt, ist der Presse und somit der Öffentlichkeit schon seit Jahren bekannt, ohne dass es sie groß interessiert, weil wir ja keinen für sie „attraktiven“ Radau machen. Und: Unser Obmann und Redakteur „erfand“ das „Grünzeug“, um über Fußball im engsten und weitesten Sinn zu schreiben, als Kriegsberichterstatter sah und sieht er sich aber absolut nicht. Während sich die Chaoten aller Schattierungen immer mehr und mehr für Rebellen gegen das Establishment halten, zu dem in ihren Augen natürlich die Polizei gehört, die sie durchwegs für „Bastards“ hält. Daher: „All Cops Are Bastards“ ist gleich „A.C.A.B.“, wie auch auf vielen Hauswänden zu lesen ist. Über jene Mitbürger, die nur allzu oft die eigene Gesundheit riskieren, im Bedarfsfall auch für solche Chaoten.

Apropos Gesundheit: Die der vielen an den kriminellen Attentaten auf die Tangente unschuldigen Frauen, Kinder und Medikamentenbedürftigen setzten hunderte Uniformierte aufs Spiel, als sie sie zusammen mit den Glumpert-Schmeißern stundenlang in der Kälte „einkesselten“. Darüber wurde natürlich heftigst diskutiert, auch von Michael Krammer, der einen „Sicherheitsgipfel“ anregte und am 10.1. mit Polizeipräsident Pürstl vereinbarte, dass vor Derbys künftighin keine Fanmärsche mehr genehmigt werden. Als hätte der SCR-Boss keine anderen Sorgen…

Nun werfen wir einen besorgten Blick auf die BL-Tabelle zur Winterpause, ohne sie weiter zu kommentieren: 1.Salzburg 18/48 (46:16).- 6.Sturm 18/26 (24:19).— 7.Hartberg 18/23 (29:37).- 8.Rapid 18/20 (17:25).

Trotzdem kamen immer noch die meisten Zuschauer zu SCR-Heimspielen, nämlich durchschnittlich 17.367; da konnten Sturm (10.672), der FAK (10.501) oder die Bullen (9.066) abermals nicht mithalten. Nicht auszudenken, wie das aussähe, hätten Schwab & Co. halbwegs gute Leistungen gebracht.

Wie sie das beispielsweise im ÖFB-Cup taten, in dem Rapid am 16. oder 17.2. daheim auf Hartberg trifft – da ist eine Revanche für das 0:3-Debakel in der Meisterschaft geradezu lebenswichtig. Auch wenn es im Erfolgsfalle noch das Semifinale und das Endspiel geben würde.

Von dem ist Rapid in der Europa League naturgemäß noch wesentlich weiter entfernt, zumal es im Sechzehntelfmale gegen einen ganz dicken Brocken geht: Inter am 14.2. in Hütteldorf und am 21.2. in Mailand, na bumm! Dessen ungeachtet ist das Abschneiden in der Gruppe G aller Ehren wert: 1.Villarreal 6/10 (12:5).- 2.Rapid 6/10 (6:9).- 3.Rangers 6/6 (8:8).-4.Spartak 6/5 (8:12).

Im Herbst gab es dank der überwiegend zufrieden stellenden Auftritte auf europäischer Bühne auch Positives zu sehen. Was man ebenfalls nicht vergessen sollte!

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

EL, GRUPPE G, 5.RUNDE (29.11.): SPARTAK MOSKAU (A) 2:1 (0:1)

Im Moskauer Eiskasten demonstrierten die Rapidler dem diesbezüglich inkompetenden LASK-Präsidenten Siegfried wer?, dass sie sehr wohl Charakter haben und das nach einem wie aus dem Nichts gefallenen 0:1 und trotz des Fehlens von Dibon, Pavlovic und Ivan (alle verletzt) sowie von Murg und auch noch Sonnleitner (beide erkrankt). Die 800 krisen- und kälteresistenten SCR-Fans sahen vom Start weg sehr initiative Hütteldorfer und durften am Ende über die Wiedergeburt der Rapid-Viertelstunde jubeln, was in erster Linie an den Jokern Schwab (Traumpass zum 2:1) und vor allem am grün-weißen „Scheißminix“ namens Schobesbergerlag, der das Kopfgoal des jungen türkischen Teamkickers Müldür per Corner vorbereitete und in der Nachspielzeit in für ihn typischer Manier für den verdienten Sieg sorgte.

SCR: Strebinger; Müldür, Hofmann, Barac, Potzmann; D.Ljubicic (65.Schwab), Martic; Berisha (81 .Thumwald), Knasmüllner, Bolingoli; Alar (65.Schobesberger).- Tore: Ze Luis (20.); Müldür (80.), Schobesbereger (90./+1).- Gelbe Karten: Gluschakow; Barac, Martic, Hofmann.- Spartak-Stadion, Moskau, Gil (Polen), 20.739.

BL, 16. RUNDE (2.12.): INNSBRUCK (A) 1:0 (0:0).-

Auswärtsschwäche, Zweikampfschwäche, Abspielfehler, Pech im Abschluss (Schwab köpfelte ans Aluminium, 29.) – alles zweitrangig, denn die Rapid-Viertelstunde lebte auch auf dem Tivoli wieder auf, obwohl der geschonte Schobesberger fehlte. Außerdem bewies Kühbauer erneut sein goldenes Händchen, indem er Berisha einwechselte, der auf Bolingolis Idealpass eiskalt für den Lucky Punch sorgte.

SCR: Strebinger; Müldür, Sonnleitner, Barac, Potzmann (38.Auer); Martic (61.D.Ljubicic), Schwab; Murg, Knasmüllner, Bolingoli; Ivan (79.Berisha).- Tor: Berisha (90./+2).- Gelbe Karten: Henning, Dieng, Dedic, Vallci; Sonnleitner.- Tivoli, Eisner, 7.665.

BL, 17.RUNDE (9.12.): STURM (H) 0:0)

Was verhinderte, dass aus einem intensiv geführten K(r)ampf ein richtiges Fußballspiel wurde: Miserabler Rasen, böiger Wind, harmlosen Angreifern überlegene Verteidiger, viele, nicht immer erzwungene, Ballverluste und daher nur je eine echte Torchance: Zuljs Stangentreffer (63.), Müldürs vor der Linie abgewehrter Schuss (73.).

SCR: Strebinger; Müldür, Sonnleitner (32.Barac), Hofmann, Auer; Martic, Schwab; Murg, Knasmüllner, Bolingoli (76.1van); Schobesberger (76.Alar).- Gelbe Karten: Schwab, Martic, Murg; Zulj, Lovric, Hierländer.– Allianz-Stadion, Schörgenhofer, 17.700.

Choreografie der Green Lions 2003

EL, GRUPPE G, 6.RUNDE (13.12.): GLASGOW RANGERS (H) 1:0 (0:0)

Strebinger? Herausragend wie fast immer und mit Glück bei Goldsons Lattenköpfler (22.). Die vermeintlich ersatzgeschwächte Verteidigung? Bis auf diese Szene kaum zu überwinden. Die Offensive? Wie alle anderen Manschaftsteile mit Löwenmut und Pferdelungen, sonst aber weitestgehend harmlos. Bis – ja bis Didis goldenes Händchen zuschlug: Joker Knasmüllner nahm das Zuspiel des Dauerläufers und -kämpfers Berisha auf und veredelte es zu einem Traumpass für Ljubicic, der das bisher wichtigste Tor in seiner noch so jungen Karriere erzielte. Und das schon wieder in der Rapid-Viertelstunde. Da konnten den Schotten auch ihre mehr als 3.000 Fans nicht mehr helfen, während die des SCR die längst nicht mehr kalte Arena in ein Tollhaus verwandelten. Denn ihre Mannschaft hatte sich ja für das Sechzehntelfinale gegen Inter Mailands Superstars (14./21.2.) qualifiziert, wer hätte das ursprünglich gedacht!

SCR: Strebinger; Müldür, Hofmann, Barac, Auer; Martic (78.D.Ljubicic), Schwab; Ivan (62.Schobesberger), Murg (46.Knasmüllner), Bolingoli; Berisha.- Tor: D.Ljubicic (84.).-Gelbe Karten: Ivan, Müldür, Martic; Jack, Goldson.- Allianz- bzw. (in der EL) Weststadion, Mazzoleni (Italien), 23.850 (ausverkauft).

Übergabe von 82.400 Euro durch die Ultras
1312, Choreografie des Blocks

BL, 18.RUNDE (16.12.): AUSTRIA (A) 1:6 (1:4)

Drei Tage zuvor war er noch der frenetisch umjubelte Goldtorschütze, aber im 328. Derby mutierte Dejan Ljubicic nach 33 guten Minuten seiner Rapid zum Unglücksraben: Weil seine Kollegen nach eigenem Corner den Ball verloren hatten, war er als plötzlich letzter Mann zum Rot-Foul an Edomwonyi förmlich gezwungen. Dass der anschließende Freistoß zum Abstauber-1:2 führte, gleich darauf ein weiterer FAK-Konter erfolgreich war und den Violetten plötzlich fast alles gelang und der spätere Torvorbereiter und -schütze Jeggo für ein Brutalo-Foul an Murg (3.) nur Gelb gesehen hatte, interessierte angesichts dieses historischen Debakels niemanden mehr (noch höher gewann der FAK zuletzt am 11.10.1969 ein Derby: 6:0 mit drei Hickersberger-Goals).

Fast ein Glück bei diesem Spielverlauf, dass die SCR-Chaoten wegen Ausschreitungen außerhalb des Stadions von der Polizei bis 21.45 Uhr festgehalten wurden…

SCR: Strebinger; Müldür, Dibon, Barac, Potzmann; D.Ljubicic, Schwab; Murg, Knasmüllner (46.Martic), Schobesberger (79.Bolingoli); Alar (46.Berisha).- Tore: Schoissengeyr (22.), Jeggo (35.), Monschein (37.), Klein (41.), Barac (58., Eigentor), Turgeman (78); Potzmann (29.).- Gelbe Karten: Jeggo, Sax, Schoissengeyr, Fitz, Edomwonyi; Schobesberger, Müldür, Dibon.- Rote Karte: D.Ljubicic (33., Torraub).- Generali-Arena, Lechner, 16.582.

„MR. GRÜNZEUG NR. 600“: RICHARD STREBINGER

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat. Auch wenn er beim Derby-Desaster sechsmal hinter sich greifen musste (und nullmal eine Abwehrchance hatte): Richie Strebinger, wer denn sonst?!

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

EC-Spiel: Dejan Ljubicic 10. (Rangers).
„Runde Tore“: Fehlanzeige.

WAS ENDE ’18 NOCH GESCHAH

SCR-Hauptversammlung vom 26.11.

Trotz der finanziellen Gesundung und der damit einhergehenden Aussicht auf die definitive Errichtung der Akademie sowie die Modernisierung der Trainingsplätze in Hütteldorf (25 Millionen Euro werden investiert) herrschte angesichts der sportlichen Krise in der Meisterschaft naturgemäß miese Stimmung, die sich vor allem gegen Sportchef Fredy Bickel richtete. Trainer Didi Kühbauer, der große Kämpfer, musste zugeben: „Wir haben richtig gute Fußballer, aber wir sind nicht Rapid.“ Präsident Michael Krammer kündigte urig an: „Wir werden Rapid wieder aus dieser Scheißgass’n führen.“ Wofür er persönlich noch bis November 2019 Zeit hat, weil er nach bisher fünf jedenfalls in kommerzieller Hinsicht sehr erfolgreichen Jahren (Stichwort: Stadionneubau!) nicht mehr kandidieren wird. Das hatte er seiner Gattin versprochen, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankt ist. Da relativieren sich Niederlagen auf dem sogar am Verteilerkreis immergrünen Rasen plötzlich sehr…

Plätze des zukünftige Trainingsgeländes

SCR-Weihnachtsfeier vom 17.12.

Auch an diesem Abend war die Stimmung alles andere denn super, hatte es doch tags zuvor das Derby-Debakel gegeben, welches die Freude über das Weiterkommen in der Europa League brutal zunichte machte. Andy Marek, der Organisator und Allesmacher, reagierte dementsprechend: Erstmals gab es keine lustig singenden Kicker, weil das die rund 900 Gäste hätte provozieren können. Immerhin zeigte sich Fredy Bickel trotz allem optimistisch: Didi wird einen anderen Charakter reinbringen!“

180-Grad-Panorama

EIN BLICK ZU RAPID II

Test

Am 2.12. auf dem Trainingsplatz des Happel-Stadions 3:0 (1:0) gegen BRÜNN Ul 9 3:0 (1:0), Tore: Sahanek, Ehmhofer, Eigentor.

29.Mercedes-Benz Juniorcup in Sindelfingen (5./6.1.)

Gruppe A: 3:0 (0:0) gegen Titelverteidiger HERTHA BSC BERLIN (Demir, Kucyigit, Hofer); 4:0 (3:0) gegen BAYERN MÜNCHEN (Ibrahimoglu, Moormann, Demir, Sulzbacher); 0:1 (0:0) gegen GLASGOW RANGERS; SCR Gruppensieger.- Zwischenrunde: 4:2 (3:1) gegen VfB STUTTGART (Markl 2, Kucyigit, Demir); 4:2 (2:1) gegen LIVERPOOL FC (Ibrahimoglu, Markl 3).- Semifinale: 4:3 (3:0) gegen GLASGOW RANGERS (Kapitän Schuster, Demir, Ibrahimoglu, Markl).- Finale: 2:3 (1:2) gegen LIVERPOOL FC (Kucyigit, Demir).

Turnier Tabelle: 1.Liverpool, 2.SCR, 3.Bayern, 4.Rangers, 5.Stuttgart, 6.Schalke, 7.Hertha, 8.Atlanta.

Bester Spieler: Rapids Yusuf Demir (Jahrgang 2003!); Schützenkönig: Rapids „Ein-Mann-Panzerarmee“ Daniel Markl (6 Tore).

Gratulation an diese beiden jungen Burschen, natürlich aber auch an die gesamte Mannschaft, in der neun Kaderspieler der „Zweiten“ standen, für ihre besonders am 5.1. herausragenden Leistungen, die von deutschen TV-Kommentatoren „Zauberfußbai 1“ genannt wurden. Schade, dass dieser nicht mit dem Tumiersieg belohnt wurde!

Trainingsstart: 7.1.2019.

Lukas Sulzbachers Vertrag wurde bis Sommer 2021 verlängert.
Test: Auch wenn die „Krone“ am 20.1. unter „Sport Wien“ – in eh nur winziger Schrift – ein 0:0 meldete, gewann Rapid II tags zuvor auf dem Gelände des Happel-Stadions gegen den NÖ-Landesligisten ASV SPRATZERN trotzdem mit 2:0 (1:0), Tore: Kirim, P.Malicsek.

SCR-NACHWUCHS-WEIHNACHTSFEIER: EIN FEST DER FREUDE

Zuerst gab Noch-Präsident Michael Krammer seiner Freude über diese Veranstaltung Ausdruck: „Die schönste Weihnachtsfeier, weil so viel Herz dabei ist, auch seitens der Eltern und Großeltern.“ Denen er für ihre Unterstützung bei der sportlichen Betätigung ihrer Sprösslinge dankte. Freuen konnten sich auch die Geschäftsführer Christoph Peschek und Fredy Bickel, ganz speziell über das bevorstehende Trainingszentrum.
ann jubelten die „Herren Buam“ den Profis Mario Sonnleitner, Paul Gartler und Mert Müldür (Letztere seit 2012 bzw. seit der U7 beim SCR) sowie beim anschließenden Showblock mit Spielern und Trainern der U8, U9 und Ul 5.

Willi Schuldes und Mag.Peter Grechtshammer, die Sportlichen Leiter der Nachwuchsakademie, durften sich ebenfalls freuen, vor allem über den tollen Tumiersieg der Ul9 in Dortmund am Jahresbeginn und dass so viele Kicker in ihrer schulischen Ausbildung weitergekommen sind: So konnte der Peter gleich sieben Spieler der 2. Mannschaft präsentieren, die 2018 die Matura oder Lehren erfolgreich absolviert haben. Dazu übrigens passend: Paul Gartler darf sich Maturant nennen, und Mert Müldür steht vor dem Ende seiner Bürokaufmannslehre.

Als sich Steffen Hofmann, der Talentemanager, seinen Weg zur Bühne bahnte, kannte die Freude speziell der Allerjüngsten überhaupt keine Grenzen mehr, da wollte jeder Fußballknirps mit dem „Fußballgott“ abklatschen, als hätte der soeben das Siegestor im Europacupfinale geschossen. Wie seine Vorredner wies auch Steffen auf die Wichtigkeit einer zweigleisigen Ausbildung hin.

Freude verbreitete auch Anhängerklub-Obmann Niederhuber mit dem seit Jahrzehnten üblichen 2.500-Euro-Akonto als Beitrag zur Nachwuchs-Weihnachtsfeier hinausgehende Differenzbetrag nach dem Ende unserer Sammelaktion an die Jugendleitung überwiesen werden wird. Obendrein übergab er dem Kapitän des Special Needs Teams erneut 1.000 Euro eines anonymen Gönners.

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubderfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“-„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

Für „Wiener helfen Wienern“ sammelte der „Block West“ auch heuer wieder zugunsten der „Aktion Kinderherz“ und kam dabei auf den Rekordbetrag von 82.300 Euro, der vor dem Rangers-Match symbolisch übergeben wurde.

Elias Felber, der hochtalentierte Kapitän von Rapid II, verlängerte seinen Vertrag bis 30.6.2022.

Videoanalyst Stefan Oesen kehrte mit 1.1.2019 zu Rapid zurück, von der er sich wegen Differenzen mit dem damaligen Trainer Damir Canadi getrennt hatte. Der bisherige Analyst Fabrizio Zoccola wurde Chefscout.

Beachtliche 5,8 Millionen Euro nahm Rapid in den bisherigen Europa-League-Spielen ein.

Dejan Ljubicic muss nach seiner „Roten“ im Derby ein Spiel aussetzen, während Co-Trainer Manfred Nastl wegen Nichtbefolgung einer Verbandsanordnung nur ermahnt wurde.

Mario Sonnleitner („Ich bin zum echten Erz-Rapidler geworden“) band sich bis Sommer 2021 an den Rekordmeister.

Vorstandsmitglied Elfriede Gager befindet sich nach ihrer Knie-OP (11.12.) auf dem Weg der Besserung und wird sich nach der Reha hoffentlich wieder bei uns sehen lassen.

In der Sitzung vom 7.1. wurde Frau Janine Kreipl in den Vorstand kooptiert. Herzlich willkommen und gute Zusammenarbeit!

Einen unvergesslichen Abend erlebten 1.000 Mitglieder am 8.1. anlässlich Rapids 120. Geburtstag gemeinsam mit dem Präsidententrio Kaltenbrunner/Edlinger/Krammer sowie zahlreichen Legenden wie z.B. Skocik, Flögel, Feurer, Hickersberger, Herzog, Nuske, Payer, Jancker oder Hofmann in der Ebene 1 des Allianz-Stadions. Andy Marek, der mit seinem Team für die perfekte Organisation sorgte, bat nach Roman Gregory („Wir trinken auf Rapid“) die Fan-Vertreter Niederhuber, Holzinger, Hartmann, Kresa und Pohle auf die Bühne. Neben tollen Videos aus alten, ruhmreichen Tagen gab es Speis‘ und Trank und am Ende mit Fredi Körner (in Bälde 93) die Rapidhymne. Und: Nicht nur Geschäftsführer Peschek ließ keinen Zweifel am Bewahren der stolzen Tradition wie auch am Glauben auf eine erfolgreiche Zukunft.

Das Geburtstagsbild, das uns das ganze Jubiläumsjahr begleiten wird

Zwischen dem Trainingsstart am 8.1 im „Happel“ und dem ersten diesjährigen Test am 15.1. am selben Ort gegen HORN, der nach Toren von Ivan, Berisha, Knasmüllner (2) und Müldür 5:0 (2:0) endete, holte Rapid Srdjan Grahovac (26) ablösefrei vom kasachischen Meister FK Astana zurück und gab ihm einen Vertrag bis Sommer 2022. Wir heißen den Bosnier herzlich willkommen, der zwischen August 2014 und Februar 2017 bereits 86 Pflichtspiele mit vier Toren für den SCR bestritt und schon gegen Hom sein Comeback feierte.

Dem Vernehmen nach 500.000 Euro an Ausbildungsentschädigung soll Rapid aus Maxi Wöbers Transfer von Ajax Amsterdam zum FC Sevilla (man hörte von bis zu elf Millionen) erhalten.

Der FAC wird immer mehr zu „Rapid III“: Zahlreiche Hütteldorfer Kooperationsspieler, Andy Heraf neuer Trainer, seit kurzem Osarenren Okungbowa als Mittelfeld-Stütze. Gegen diese ambitionierte Mannschaft gewann Rapid I am 19.1. auf einem Trainingsplatz des Happel-Stadions bei bitterer Kälte mit 1:0 (1:0), wofür Pavlovic sorgte, während die nicht fitten Sonnleitner, Hofmann und Alar fehlten und Dibon ein Cut an der Wange erlitt. Vier Tage später erfolgte der Abflug nach Belek, wo bis 2.2. ein Trainingslager stattfindet.

Weiterer Erfolg für Rapids Teenies: Die Ul7 gewann den Lilien-Cup in Wiesbaden (19./20.1.) durch ein Final-4:1 über den FC AUGSBURG. Bester Spieler: Wie schon in Sindelfingen Yusuf Demir (15).

Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller

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Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
E-Mail-Adresse: klubderfreundef @ aon.at
Offenlegung: Grundlegende Richtung von “Grünzeug“ ist die umfassende Information der Freunde des S.C.Rapid.
Medieninhaber: KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID (Vorstand: Obmann: Gerhard Niederhuber, Obmannstellvertreter: Martin Reiser, Kassier: Clemens Bachmayer).
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Homepage-Autor: Franz Fiala · franz @ ewkil.at · 0677-1899 5070

„Grünzeug“ im Tagebuch

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Vor 120 Jahren

Aus Anlass des 120-Jahr-Jubiläums von Rapid werfen wir einen Blick auf Wien um 1899 und die Situation der damaligen Spielstätten und versuchen danach so etwas wie das Lebensgefühl in dieser Stadt nachzuempfinden.

Die Stadt Wien erlebte im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ein atemberaubendes Wachstum. Jemand im Alter des damaligen Bürgermeisters Karl Lueger (*1844, †1910) kannte als Kind die Stadt noch mit der Stadtmauer wie in der Zeit der Türkenbelagerung mit etwa 400.000 Einwohnern. Im Laufe seines Lebens wurde Wien sechs Mal erweitert und wuchs bis zu seinem Tod auf das Fünffache.

  • 1855 als er 11 Jahre alt war, wurden die Stadtmauern geschleift, und die inneren Bezirke wurden der Stadt angeschlossen, Wien hatte 8 Bezirke
  • 1861 wurden die Bezirke 4 und 5 voneinander getrennt, Wien hatte 9 Bezirke.
  • 1874 wurde die „Siedlung vor der Favorita-Linie“ aus der der Verwaltung des 4. Bezirks herausgelöst (man sprach vom „10. Hieb“, weil dessen Grenzen geradlinig wie aus einer Torte ausgeschnitten entstanden sind); Wien hatte 10 Bezirke.
  • 1892 kamen alle Vorstädte von Meidling bis Döbling woei Simmering zur Stadt, Wien hatte 19 Bezirke.
  • 1900 wurden der 2. und der 20. Bezirk voneinander getrennt, Wien hatte 20 Bezirke.
  • 1904 wurden die heutigen Bezirke Donaustadt und Floridsdorf als 21. Bezirk eingemeindet.

Spinåtwåchter

Mit 1894 ist die hier dargestellte Karte datiert und bis 1894 bestand der Linienwall, eine Befestigung im Verlauf des heutigen Gürtels. Errichtet wurde der Linienwall nach 1700 als Schutz gegen plündernde Kuruzen, diente aber danach als Steuergrenze, die „Linie“. Jeder, der Waren nach Wien brachte, musste diese an der Linie verzollen. Die grün gekleideten Beamten wurden geringschätzig „Spinåtwåchter“ genannt, die Abgabe war die unbeliebte „Verzehrungssteuer“. Sie hatte die Wirkung, dass das Leben außerhalb der Linie billiger war und sich daher Neuankömmlinge eher in den Vorstädten angesiedelt haben.

Spielorte um 1900

Die hier abgebildete Karte der „Wiener Tramway Gesellschaft“ ist genau aus dieser Zeit und daher sieht man entlang des Gürtels eine im Zick-Zack der früheren Befestigung gezogene Bezirksgrenze.

Kartenausschnitt Wien 1894

Die Stadtbahn gibt es noch nicht, die wird erst 1898 eröffnet werden. Auch das Technische Museum wird erst 1918 eröffnet. Man sieht den Wasserbehälter auf der freien Fläche der Hütteldorferstraße, wo sich heute der Meiselmarkt befindet.

Spielort „Schmelz“

In den Gründungsjahren von Rapid spielte man auf der Schmelz auf improvisierten Plätzen. Folgt man den Bezirksgrenzen der Karte, erkennt man, dass dieses Areal auf die Bezirke 13, 14 und 15 aufgeteilt war. Und in welchem Bezirk Rapid gespielt hat, das hing wohl ein bisschen damit zusammen, wo halt gerade Platz war.

Spielort „Selzergasse“

Ab 1903 spielte Rapid auf dem Grundstück entlang der Selzergasse, und man sieht auch schon auf dieser Karte aus 1894, dass die Wohngebiete die restlichen freien Flächen mehr und mehr einschnüren. Diese Spielstätte war im damaligen 14., heutigen 15. Bezirk.

Spielort „Hütteldorf“

Mit der Übersiedlung auf die Pfarrwiese 1912 nach Hütteldorf, spielte man bis 1938 im 13. Bezirk. Hier ein Blick auf die damalige Bebauung in Hütteldorf:

Hütteldorf, 1894

20 Jahre später hat sich dann Fußball in Hütteldorf etabliert.

Hütteldorf, 1925

Man kann die Pfarrwiese erkennen und den vergleichsweise riesigen Sportplatz des W.A.F. entlang der Bahnhofstraße.

Lebensgefühl

Was waren aber die Ursachen für diese Entwicklungen?

Im Hintergrund steht eine Agrarrevolution, die schon seit dem 18. Jahrhundert ein konstantes Bevölkerungswachstum von etwa 0,5 Prozent pro Jahr ermöglicht hat. Doch die Menschen wurden durch die Leibeigenschaft in den ländlichen Regionen gehalten. Verehelichungsverbote wirken wie eine Geburtenregelung.

Mit 1848 verabschiedete man sich vom System „Metternich“ und die Schleifung der Stadmauern von Wien symbolisiert den Aufbruch in die Gründerzeit. Der junge Abgeordnete Hans Kudlich bringt einen Gesetzesentwurf ein, der schließlich die Bauern aus der Leibeigenschaft befreit, mit der Folge, dass die verarmte Landbevölkerung sich in einem kontinuierlichen Strom in Richtung der Großstädte in Bewegung setzt. Etwa 4 Millionen gehen nach Übersee.

Diese Freiheit hatte ihre Schattenseiten, weil der damalige Staat, den man als „Nachtwächterstaat“ bezeichnet, zwar für Recht und Ordnung sorgte und vor allem den Besitz garantierte, es aber völlig verabsäumt hat, den Arbeitermassen so etwas wie eine soziale Minimalausstattung mitzugeben. Also wirkten sich marktwirtschaftliche Prinzipien sowohl auf die Arbeitssituation als auch auf die Wohnungssituation ungebremst aus.

Am Arbeitsmarkt bedeutete der ständige Zustrom neuer Arbeitskräfte, dass die Arbeiter alle Bedingungen akzeptieren mussten, weil vor den Toren jederzeit andere warteten, dieselbe Arbeit unter denselben Bedingungen zu übernehmen. Extrem waren die Verhältnisse für die Ziegelarbeiter außerhalb der Stadt, die erst durch einen solidarischen Streik 1895 gemildert wurden.

Am Wohnungsmarkt bedeutete die Gründerzeit, dass die Hausherrn von der überaus großen Nachfrage nach Wohnungen profitiert haben. Minderwertige Wohnungen wurden zu überhöhten Preisen vermietet und die Folge waren Untervermietungen und Bettgeher. Zwei Bettgeher pro Bett, versteht sich; einer am Tag und einer in der Nacht.

Wilhelm Wiesberg, schrieb das Couplet „D’Hausherrnsöhnl’n“ und einer seiner Fans soll Kronprinz Rudolf gewesen sein.

Das ist also genau die Zeit, in die Rapid hineingeboren wurde.

Wien ist anders

Die Landflucht ist ein europaweiter Prozess, und doch erzeugte er in Wien etwas Besonderes: den extremen Nationalismus.

Die folgende Europakarte zeigt den Zuzug zu den Hauptstädten. In allen Metropolen strömen die Menschen aus dem agrarischen Umland in die Städte. Dieser enorme Zuzug, der die Städte explodieren lässt, wird aber nirgendwo als besorgniserregend empfunden, außer in Wien, weil hier der Zuzug in erster Linie aus fremdsprachigen Gebieten erfolgte.

Wie sich das angefühlt haben muss, kann man jederzeit am Victor Adler Markt (oder anderen ähnlichen Hot-Spots) erleben. Der Wiener fühlt sich durch die Zuwanderer-Massen an den Rand gedrängt, dabei ist die heutige Zuwandererzahl nur ein Bruchteil dessen, was man damals erlebt hat.

Die Volkszählungen der Jahrhundertwende zeichnen Wien als eine deutschen Stadt mit einem Anteil von etwa 10% Tschechen. Aber die gefühlte Realität war die, dass manche Autoren davon sprechen, dass Wien die größte tschechische Gemeinde überhaupt war. Diese Diskrepanz liegt an der Schwierigkeit, festzustellen, wer Wiener und wer Nicht-Wiener ist. Wir erleben dasselbe ja auch heute, nur sind es halt Türken, die in diesem Konflikt als Feindbilder herhalten müssen.

Damals herrschte ein großer Anpassungsdruck. Kaum angekommen, wurde der Name eingedeutscht. Wollte man etwas erreichen, musste man als Wiener auftreten und sich um den begehrten Wiener Heimatschein bewerben. Und hatte man ihn, wurde man automatisch als Deutscher gezählt. Aber der gefühlten Realität entsprach das nicht.

Böhmische Schwalben

Noch ein Zähltrick: Sowohl die Ziegeleiarbeiter als auch das mit ihnen verbundene Baugewerbe waren saisonal. Im Herbst fuhr man zurück in die Heimatdörfer, im Frühling kehrte man wieder zurück. Aber die Volkszählungen waren aus taktischen Gründen im Dezember, was zu Folge hatte, dass man weniger Menschen erfasst hat als normalerweise hier lebten und der Anteil der Tschechen war deutlich kleiner.

So, wie im folgenden Bild sah man die Situation nach einer Volkszählung in Wien:

Kikeriki, Jänner 1912

Obwohl die Ergebnisse der Volkszählung ganz anders lauteten, werden in diesem Bild der Tscheche und der Jude riesig im Vergleich zum Deutschen Michel dargestellt. Von einer österreichischen Identität ist hier nichts zu sehen.

Das Kaiserhaus kämpfte vergeblich gegen diese unheilvollen Strömungen an. Lueger, der die populistische Nationalistengeige virtuos beherrschte, wurde vom Kaiser vier Mal wegen dessen „Radau-Antisemitismus“ die Bestätigung als Bürgermeister verweigert, mit dem Effekt, dass er mit jeder dieser Ablehnungen populärer wurde.

Lueger nannte sich „Christlich-Sozial“, doch verband man mit diesem Begriff eher die Verbindung von Altar und Thron als eine solche mit den arbeitenden Menschen. Wie konnte er aber dann Bürgermeister werden ohne die Stimmen der Arbeiter?

Das Kurienwahlrecht machte das möglich. Die zu vergebenden Stimmen waren in vier Kurien aufgeteilt und in jeder Kurie waren nur die dort Zugehörigen wahlberechtigt. Die vier Kurien waren: Großgrundbesitz; Städte, Märkte, Industrieorte; Handels- und Gewerbekammern; Landgemeinden. 1896 kam eine fünfte Kurie dazu, die der über 24-jährigen Männer, die mehr als ein Jahr an einem Ort gearbeitet haben. Erst 1907 kommt ein allgemeines gleiches Wahlrecht für Männer und 1918 für alle.

Dieses Wahlrecht ermöglichte Lueger als Bürgermeister.

Die arbeitende Bevölkerung hatte längst jede Verbindung zur Kirche verloren und wandte sich den neuen Idealen des Sozialismus zu. Die Enzyklika des Papstes, die heute als „Christliche Soziallehre“ verkauft wird, kam viel zu spät.

Für uns, die wir 120 Jahre später leben, ergibt sich die verblüffende Parallele, dass wieder ein, sich „christlich-sozial“ nennender Bundeskanzler weit aus dem rechten Fenster lehnt, so als würde er dort den Geist Luegers einatmen wollen.

In diesem Biotop von Armut, Nationalismen, Fremdenhass und Antisemitismus wuchs ein junger Mann auf, unauffällig und alle diese Ideen zu einem krausen Weltbild verarbeitend: Adolf Hitler, atemberaubend zusammengefasst von Brigitte Hamann in „Hitlers Wien“.

Deutsch-Nationalismus

Warum es Piefkes gibt, warum am Akademikerball immer wieder deutsche und nicht österreichische Schärpen präsentiert werden hat seine Wurzeln im Ausschluss von Österreich aus dem Deutschen Bund durch die Preußen nach 1866.

Es war zwar noch keine Rede von einem unabhängigen Österreich wie wir es heute kennen, aber der Anschlussgedanke wurde damals geboren. Und noch 1923 als alles längst entschieden war, bekannten sich alle parlamentarischen Parteien dazu, einen solchen Anschluss anzustreben, auch wenn ein solcher durch den Friedensvertrag von st. Germain ausdrücklich verunmöglicht war.

Warum sie das tun konnten (also für einen Anschluss sein)? Diese Anschluss-Idee wusste damals noch nicht, wie sich die Geschichte weiter entwickeln würde. Heute hat diese Anschlussidee durch den Zweiten Weltkrieg eine weitere Facette bekommen, die es schwer macht, der Idee etwas Positives abzugewinnen, speziell in einem vereinigten Europa.

Analphabetismus

Böhmen und Mähren hatten etwa eine gleich hohe Alphabetisierungsrate wie Wien oder Niederösterreich von fast 98 %. Doch unter den Zuwanderern war der Anteil der Analphabeten deutlich höher. Aus diesem Grund kennzeichnete man die Straßenbahnen anfangs nicht mit Buchstaben und Zahlen, sondern mit Farbsignalen.

Diese Signalfarben galten in Wien bis 1907

Die Linie nach Rudolfsheim und Penzing waren grün. Vielleicht war diese Farbkennzeichnung der spätere Grund für die Wahl von grün-weis als Vereinsfarbe.

Freizeit

Fußball gab es ja gerade noch nicht. Freizeit – sofern es so etwas gab – verbrachte man angesichts der beengten Wohnverhältnisse in den Gasthäusern, bei so genannten 5-Kreuzer-Tänzen.

Wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit wurde 1886 in Wien das Verbot öffentlicher Tanzveranstaltungen erlassen.

Dieses Verbot und auch die geringere Besteuerung waren ein Grund, warum Veranstaltungen außerhalb der Stadt an Beliebtheit gewannen. Eines dieser Gebiete war der „Böhmische Prater“. Er lag günstig zu den Bezirken Favoriten und Simmering, zum Arsenal mit seinen Soldaten und auch zu den Ziegeleien am Laaerberg. Das wichtigste aber, der Laaer Wald gehörte zu Oberlaa und das wieder zur Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha und lag außerhalb der Zuständigkeit der Stadt. Aus diesen Randbedingungen entwickelte sich ein gut besuchtes Freizeitzentrum, vor allem eben der Tschechen.

„die ärmsten Sklaven, welche die Sonne bescheint“

So beschrieb Victor Adler die Menschen, die am Wienerberg schufteten und unter entsetzlichen Bedingungen hausten. Seine Recherchen und Publikation in der „Gleichheit“ führten 1889 zur Gründung der SDAP in Hainfeld. Aber erst im April 1895, also wieder in den Jahren der Gründung von Rapid, kam es zu einem Generalstreik der Ziegelarbeiter und zu einer Art ersten Arbeitsvertrag, der lautete:

  • 11-Stunden-Tag
  • arbeitsfreier Sonntag
  • arbeitsfreier Erster Mai
  • Abschaffung des Prämiensystems
  • Abschaffung des Trucksystems (Blechgeld)

Der Erste Mai 1895 war der erste arbeitsfreie Tag für die Ziegelarbeiter und sie marschierten von Inzersdorf mit Musikkapellen in die Biergärten des Böhmischen Praters. Aus dieser Zeit gibt es wohl eines der berühmtesten Fotos mit Victor Adler:

Das Sperrsechserl, Šesták

„Das Sperrsechserl“ ist der Titel einer Operette von Robert Stolz. Das berühmteste Lied daraus: „A klane Drahrerei“. Der Titel zeigt uns die Bedeutung dieses kleinen Geldstücks für die damalige Zeit. Jeder, der nach 22 Uhr nach Hause kam, musste beim Hausbesorger dieses Sperrsechserl bezahlen.

Es war ein lebenslanges Anliegen von Victor Adler, dass jeder Mieter einen Haustorschlüssel haben sollte und man sollte nicht glauben, woran das gescheitert ist. Dieses Recht, Geld einheben zu dürfen, gab dem Hausbesorger Macht und die regierende christlich-soziale Fraktion wollte sich durch die Beibehaltung des Sperrgeldes die Stimmen der Hausbesorger sichern.

Erst 1923, also nach dem Tod von Victor Adler wurde das Sperrgeld abgeschafft, doch kann ich mich erinnern, dass in meiner Kindheit die Hausbesorgerin immer noch mit einem Sperrgeld gerechnet hat, wenn man sich einmal verspätet hat.

6 Kreuzer waren ein kleines Geldstück und die ärmere Bevölkerung hat nur mit kleinen Geldstücken bezahlt, zum Beispiel auch die Favoritner. Viele waren Tschechen und daher nannte man Favoriten damals auch den Šesták-Bezirk.

Arbeiter-Fußball

So etwa war die Zeit, als in Wien die ersten Fußballvereine entstanden sind. Fußballvereine aus dem Arbeitermilieu standen unter misstrauischer Beobachtung der Polizei – wie uns Laurin Rosenberg beim Geburtstagsabend am 8.1.2019 erzählt hat. Das war mit ein Grund, warum man den 1897 gegründeten 1. Wiener Arbeiter Fußball Club im Jahr 1899 in S.C. Rapid umbenannt hat.

Rapid-FAC

1:0 (1:0)

Stell‘ Dir vor, Du bist Fußballer, es hat -2 Grad, es geht um nichts und 300 wenig enthusiasmierte Zuschauer wollen „Rapid sehen“, bringen es aber nicht einmal zu einem ordentlichen Begrüßungsapplaus.

Man spielt auf Sparflamme, alle Spieler mit langen Ärmeln und Handschuhen, einige auch mit lange Hosen, der Boden ist holprig. Genau so war dann auch das Spiel. Der arme Trainer, was er wohl aus den vielen Fehlern im Spielaufbau heraus gelesen hat?

Es gilt eben der weise Satz von Ferenc Puskás, dass man um wenig Geld auch nur mäßigen Fußball zu sehen bekommt.

Diese Bedingungen machten den etwas motivierteren Gegner mit einigen Ex-Rapidlern in den Reihen so stark, dass er nach der Pause mit Elan auf Ausgleichskurs war, doch Tobias Knoflach war immer gut auf dem Posten, wirkliche Gefahr bestand nicht. Auch hat unser Tobias durch rasche Auswürfe das Spiel schnell gemacht – wahrscheinlich war ihm so kalt wie uns.

Unsere letzte Begegnung mit Rapid war dar Geburtstagsabend. Dort wurden die Helden und ihre vergangenen Heldentaten gebührend gefeiert und die Erwartungshaltung in große Höhen geschraubt. Und dann gibt es ein 1:0 gegen einen Zweitligisten!

Aber auch dieses 1:0 muss man erst zustande bringen, denn wir erinnern uns noch gut an den 15. Jänner 2016, als Rapid vor demselben Gegner und einem einzelnen Spieler – Entrup war’s – 1:3 kapitulierte und das Unglück seinen Lauf nahm und Entrup vom FAC zu Rapid geholt wurde.

Ich glaube ja, dass das Heldenhafte in der Vergangenheit erst entsteht, wenn etwas gelingt, egal warum. Rapid war ja vor 25 Jahren keineswegs mit Geld gesegnet und dennoch fand sich ein Team, das mit zunehmendem Erfolg immer mehr an sich glaubte und dann einen historischen Erfolg eingefahren hat. Und einen solchen Erfolg kann man eben wegen der Einzigartigkeit nicht wiederholen, und jede Generation muss es auf’s Neue versuchen.

Ich finde, dass jede Mannschaft das Potenzial hat, eine Heldentat zu vollbringen, allerdings muss eben vieles passen, das niemand voraussagen und planen kann. Und plötzlich werden aus Kickern Helden.

Eigentlich sind wir unbescheiden, denn unsere Mannschaft ist trotz des Rückstands in der Liga international sensationell unterwegs. Gegen Mannschaften zu bestehen, die ein vielfaches Budget haben, sich selbst nur am Markt der „Sonderangebote“ und „Aktionen“ bedienen zu können und dann trotzdem in Moskau einen Weltklasse-Pass von Stefan Schwab an einen Schobi in Höchstform zu erleben, da hat doch was! Vielleicht ist ja das eine Tugend, die wir zu wenig schätzen, dass nämlich die Mannschaft durchaus über sich hinaus wachsen kann.

Ich denke, dass Trainingsspiele der Helden von gestern unter den heutigen Bedingungen auch nicht so heldenhaft gewesen sein werden. Nur vergisst man die Testspiele, aber die Heldentaten bleibt.

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Geburtstagsabend

Es war ein Abend der Superlative. Seit wir die Veranstaltungen von Rapid besuchen (etwa seit 2005) haben wir keine so tolle Veranstaltung erlebt. Dazu trägt natürlich der Rahmen im neuen Stadion, die präzise Planung und das Pyro-Spekakel am Ende des Abends bei.

72 rote Fackeln zeichnen „120“ auf die Tribüne des Fanblocks

Die folgende Bilderfolge zeigt alle Diskussionsrunden, alle Bilder findet Ihr über den Link am Ende des Beitrags. Bei den Bildern sind auch drei Videos aus dem Stadion.

Besonders hervorheben möchte ich die Collage mit Roman Gregory mit seiner ausdrucksstarken Mimik.

Es wurden viele Gags an diesem Abend erzählt, den von Rudi Edlinger habe ich mir gemerkt: Ein Journalist fragte ihn einmal, welcher Job schwieriger sei, der des Finanzministers oder der des Rapid-Präsidenten. Die Antwort war überraschend, der des Rapid-Präsidenten, denn ein Finanzminister weiß, wo er sich das Geld beschaffen kann, wenn es in der Kassa fehlt, der Rapid-Präsident weiß das nicht.

Es gab auch eine – für mich – echte Premiere, denn noch nie war Oliver Pohle in einer Talkrunde zu Gast und er und Roland Kresa gaben uns interessante Einblicke in „wie alles begann“.

Gerhard Niederhuber schilderte Rapid in den Nachkriegsjahren als einen elitären Zirkel, der nur ausgewählte Personen als Mitglieder aufnahm. Dieser Engpass war die Geburtsstunde des „Klub der Freunde des S. C. Rapid“. Der Verein konzentrierte sich seit jeher auf die Unterstützung der Nachwuchsmannschaften, denn der Kampfmannschaft „könne man nicht helfen“. (Ziemlich zweideutig in diesen Tagen:-) Es gab Situationen finanzieller Engpässe, in denen der Geschäftsführer von Rapid vom Klub der Freunde Geld für Gehälter bekam.

Interessant war auch die Schilderung, wie es dazu kam, dass der auf Meisterkurs liegende Walter Skocik im April 1982 überraschend auf Weisung des damaligen Präsidenten Holzbach von Rudi Nuske abgelöst wurde und damit der Titel „Meister 1982“ gleich zwei Trainern angerechnet werden kann.

Wer hat Andy Marek erfunden?

Auch diese Frage wurde beantwortet: es war Franz Binder jr. der 16 Jahre lang Geschäftsführer bei Rapid war.

Alle Experten waren sich einig, dass die Mannschaft der 1950er Jahre, die unter anderem auch vom Star der 1920er-Jahre Pepi Uridil trainiert wurde, zu den Spitzenmannschaften in Europa gezählt hat. Videos von den Erfolgen gegen Real Madrid haben das eindrucksvoll gezeigt.

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Einladung zur Mitgliederversammlung

Am Montag, 11. Februar 2019 um 19:00 findet die nächste Mitgliederversammlung des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ statt. (Bitte früher kommen!)

Am 8. Februar ist das letzte Testspiel (Gegner noch unbekannt) und drei Tage später, am 14.2. ist das Heimspiel gegen Inter, für Spannung ist also gesorgt. Eingeladen sind:

Max Hofmann

Max Hofmann bei einem Treffen von Grün-Weiß Favoriten (© EwkiL;Rapid)

Mert Müldür

Mert Müldür bei der Vertragsverlängerung im Mai 2018 (© Presse Rapid)

Philipp Schobesberger

Phillip Schbesberger bei eine Autogrammstunde auf de Nord (© EwkiL:Rapid)

Richard Strebinger

Richard Strebinger bei einer Mitgliederversammlung des Klub der Freunde des S.C. Rapid
(© EwkiL:Rapid)

120 Jahre „Rapid“

Wir wissen wenig über die Zukunft, können aber in der Vergangenheit vieles über uns selbst entdecken. Wer sich mit den Ereignissen der Jahre um und nach 1900 beschäftigt, stellt mit einem gewissen Schrecken Parallelen zum Heute fest, die man sich vor 10 bis 20 Jahren so nicht
hätte vorstellen können. Wahrscheinlich, weil die Menschen sich nicht vorstellen wollen, wie schlecht Menschen zu Menschen sein können.

Das heutige Österreich kommt mir vor wie ein Block-West, der zur Findung der eigenen Identität Gegnerschaft so dringend braucht wie andere Menschen Freunde. Aber dazu ist der Block da, es gehört zum Spiel. Aber soll so unsere Gesellschaft funktionieren? Es geht uns offenbar nicht mehr darum, solidarisch Fairness für uns selbst einzufordern, es geht nur mehr darum, dass es Menschen gibt, über die man sich stellen kann. Die Feindbilder von 1900, Juden oder Tschechen, sind heute so marginalisiert, dass sie sich unter der Wahrnehmungsschwelle befinden. Aber Migranten gibt es viele und gemeinsam mit den zahlenmäßig starken Türken geben sie ein prächtiges Feindbild ab.

Um 1900 ging es darum, die Juden gering zu schätzen, 1920 ging es darum, ihre Rechte zu beschneiden, 1930 darum, ihren Besitz zu konfiszieren und 1940 ging es um ihre Existenz. Zuerst in Deutschland. Wien war damals bis 1938 fast eine Insel der Seligen, doch traf es die verbliebenen Juden, zu denen auch Wilhelm Goldschmidt, der Namensgeber des SK Rapid, zählte, umso überraschender.

Stolperstein für Wilhelm Goldschmidt , Große Schiffgasse 22

Man hat heute den Eindruck, als würden wir wieder vor einer so „großen“ Epoche stehen. Egal, ob es die Anderen sind oder ob es Europa ist, Zerstörung ist ihr Programm, nicht Konstruktion, zu der es Kompetenz brauchen würde. Und es ist wie bei Lego, z’sammenghaut ist schneller als errichtet.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie hat einen fraktalen Charakter, von dem man meint, alles schon einmal erlebt zu haben. Alle heutigen Abschiebungen beruhen auf Recht; auch die von Auschwitz beruhten auf Recht. Wer will wissen, was genau jemanden erwartet, der par Flug abgeschoben wird? Fundamentalistische Staaten haben darauf eine klare Antwort. Ein fahnenflüchtiger Moslem hat sein Leben verwirkt, wie man am Schicksal der Rahaf Mohammed al-Kunun ablesen kann. Und weil wir die Folgen solcher Abschiebungen im Einzelfall nicht wissen können, müsste die Regel lauten „im Zweifel gegen die Abschiebung“. Aber die mehrheitlich beklatschten Entscheidungen von türkis-blau schauen anders aus.

Wobei: was, wenn dann schließlich alle abgeschoben worden sind, was dann? Wer ist der Nächste?

Daher ist der Stolperstein ein wichtiges Symbol dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholen möge, und wenn wir spüren, dass die Politik wieder so unheilverkündende Richtungen einschlägt, wir rechtzeitig auf eine Bremse steigen – solange diese noch funktioniert, denn die Demontage der Bremsleitungen hat schon voll eingesetzt.

Oder könnt ihr damit etwas anfangen, dass die Caritas eine gewinnorientierte Organisation wäre? Dass Exekution und Rechtsberatung nunmehr in einer Hand sein sollen? Bei Polizei und Justiz könnte es ähnlich laufen wie man an verschiedenen Urteilen gegen Fußballanhänger gut ablesen kann. Ach ja, die Fußballanhänger! Auch so eine praktische Minderheit, die unter großem Beifall der Wähler und Medien in die Politzange genommen wird.

Wie hieß es so schön: „Wehret den Anfängen!“

Wer hätte gedacht, dass Künstler, Fußballer und Ngos wie die Caritas und sich selbst zerstörende Oppositionsparteien jener Strohhalm sein werden, an den sich der verbleibende Rest der Demokratie wird klammern müssen.

Heute hat die Vereinsspitze von Rapid diesen Stolperstein eingeweiht. Er ist eine Erinnerung an Unvorstellbares – und doch ist es passiert. Daher ein Danke an Rapid für dieses kleine Mahnmal!

Büro „Kaffeehaus“

Kaffeehaus-Literaten

Über die Literaten ist allseits bekannt, dass sie ihr Büro gerne im Kaffeehaus unterhielten. Wenn es nicht beengte Wohnverhältnisse waren, die die Menschen früher aus dem Haus getrieben haben, dann kann man sich gut vorstellen, dass Menschen der Feder Ideen brauchen, die sie in ihren Werken verwenden, und dazu wieder ist die Kommunikation im Kaffeehaus bestens geeignet. Egon Friedell schilderte eine solche Kaffeehaus-Begebenheit in der Kurzgeschichte „Die österreichische Seele“ und Otto Schenk erzählte sie bei seinen Lesungen immer wieder.

Kaffeehaus-Fußballer

Aber auch von prominenten Fußballern wird erzählt, dass sie ihre Freizeit lieber im Kaffeehaus als zu Hause verbringen. Was sollen Fußballer oder auch seine Anhänger tun, dersen Leben sich um das Spiel am Rasen dreht? Jemand, der Entzugserscheinungen bekommt, wenn das wöchentliche Hochamt am Rasen – wie eben jetzt in der kalten Jahreszeit – nicht stattfindet? Auch für ihn (oder sie) ist das Kaffeehaus eine gute Lösung. Dazu kommt die praktische Nähe zum Glückspiel, das in den Sportcafés beheimatet ist.

Café Annahof

Ein Beitrag über Kaffeehausfußball wäre unvollständig, würde man sich nicht der Zeit der Arisierungen im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme erinnern. Unweit von unserer Wohnung in Favoriten befand sich bis vor einigen Jahren das Café Annahof (Ecke Dampfgasse Laxenburgerstraße). Es war zwar lange nicht mehr bewirtschaftet, aber durchaus noch als klassisches Wiener Café erkennbar. Heute ist dort das AMS. Das Caféhaus wurde im Zuge der Enteignung seines damaligen jüdischen Besitzers Leopold Drill, dem Fußballstar Matthias Sindelar (Šindelář = Schindler) geschenkt. Um diesen Spieler ranken sich ob seines überraschenden Todes Mythen, die noch durch eine Verfälschung der Umstände in einem Gedichts von Friedrich Torberg verstärkt wurden. Am 7. November fand in der Hauptbibliothek ein Diskussion zur Persönlichkeit von statt. Einladung. Bilder und Audio.-Mitschnitt.

Café Holub

Das Wiener Geschichte-Wiki widmet dieser Alternative für den grünen Rasen den Artikel „Kaffeehausfußball“ und zeigt als Beispiel das berühmte Café Holub in der Hütteldorfer Straße 58 , das dem damaligen S.C. Rapid als Vereinslokal diente. Artikel und Bild stammen übrigens vom früheren Kurator des Rapideums Domenico Jacono.

Das frühere Rapid-Café Holub in der Hütteldorfer Straße (Quelle: Wien Geschichte Wiki) „Holub“ heitß übrigend „Taube“ auf Tschechisch.

Rapid in Wien

Auf unserer Seite „Spurensuche“ wird dargestellt, wo überall in Wien sich die Rapid-Familie getroffen hat. Und auch dort ist natürlich das Café Holub vertreten.

Rapid in Fünfhaus

Die interaktive Karte zeigt nicht nur die Standorte verschiedenster Rapid-Veranstaltungen sondern auch den Zeitpunkt und den Anlass. Man sieht in der Landkarte die Lage des Rudolfsheimer Platzes, der aber nur bis 1911 bespielt wurde. Aus den Veranstaltungsdaten zum darüber liegenden Kaffeehaus Holub (1) sieht man, dass man sich dort auch bis nach dem Krieg getroffen hat, obwohl man schon längst in Hütteldorf beheimatet war. Unser Alfred Körner muss dieses Lokal noch gekannt gekannt haben. Interessant ist auch der Ort östlich von der Seltzergasse. Das sind die „Stefaniensäle“ des Restaurants Kochmann. (Alle Daten stammen aus dem Rapid-Archiv und wurden punktuell durch Ereignisse aus der jüngeren Geschichte ergänzt. )

Café Ritter

Seine größten Erfolge feierte Ernst Happel im Ausland, aber wenn er nach Wien kam, war sein erster Weg in sein Kaffeehaus Ritter in der Ottakringer Straße zum Kartenspiel.

Café Ritter in Ottakring

Franz Hasil, Andy Herzog, Alfred Körner und Günter Netzer diskutierten in seinem Wohnzimmer über den „Wödmasta“. Erster Ernst-Happel-Kaffeehaus-Talk (Video)

Rund ums Stadion

Auf unserer Seite über Kulinarik rund um das Allianz-Stadion erfährt man, wo sich Rapidler vor und nach Spielen in Hütteldorf treffen können.

Café Hummel

Der älteste Rapid-Anhänger.Verein, der „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ hat seine Mitgliederversammlungen 25 Jahre lang im Café Hummel in der Josefstädter Straße abgehalten und dieses aus Platzgründen verlassen müssen. Noch immer schmücken Fotos aus dieser Zeit die Wände des Café, noch immer treffen sich Anhänger von Rapid gerne in diesen Räumlichkeiten. Sehr treffend bezeichnet sich das Café Hummel auf seiner Homepage als „Ihr zweites Wohnzimmer, seit 1935“.

Rapid in Favoriten

Ich habe eine große Freude mit der neuen Stadionjacke. Ich habe lange auf dieses Modell gewartet und streife damit durch dass winterliche Favoriten. Zwar ist es „Feindesland“, doch mit der letzten 1:6-Niederlage wird man mit dem Rapid-Outfit in den Lokalen des Bezirks geradezu freundlich empfangen, vielleicht ist auch ein bisschen Mitleid dabei.

Kurparkdiele

Der Anhängerverein „Grün-Weiß-Favoriten“ veranstaltet seine Treffen in der Kurparkdiele am Nordeingang der WIG.

Die Kurkparkdiele am Nordeingang der WIG

Wir durften schon einmal bei einem solchen Treffen dabei sein. Damals, am 25. April 2016 waren Deni Alar und Max Hofmann zu Gast. Ivica Viskup begleitete die beiden. Hier sind die Bilder.

Thomas, Obmann von Grün-Weiß-Favoriten und Ivica

Gasthaus Anningerblick

Wer hätte gedacht, dass einige Steinwürfe vom Verteilerkreis ein Rapid-Wirt residiert? Herr Šimeček bewirtschaftet mit seiner Familie das Gasthaus Anningerblick am oberen Rand des Erholungsgebiets „Heubergstätten“- Facebookseite. An seinem Namen ist unschwer zu erkennen, von wo er stammt. Und beim Fußball kennt er sich aus. Im Sommer ist die Terrasse ein beliebter Treffpunkt für Hundebesitzer.

Schutzhaus Döring

Am selben „Bergrücken“ (was man halt im Süden von Wien so als „Berg“ bezeichnet) aber weiter im Westen, am Wienerberg, findet man das grün-weiße Schutzhaus Döring.

Cafe Walther

Auch das Café Walther beim Amalienbad ist ein beliebter Treffpunkt von Rapidlern.

Z-Café, eine Odyssee

Das Domenig-Haus ist wohl eines der umstrittensten Bauwerke in Favoriten. Errichtet im Auftrag der Zentralsparkasse zwischen 1975 und 1979 steht es heute unter Denkmalschutz und daher nur mit Auflagen benutzbar. In diesem Haus befand sich das Z-Cafe, das auch noch nach dem Ende der Zentralsparkasse mit seinem Namen an diese Zeiten erinnerte.

Eine architektonische Besonderheit unter Denkmalschutz

Wer kennt sie nicht, die wahrscheinlich treueste Anhängerin des SK Rapid: Friederike. Seit mir bekannt wurde, das sie ihr Büro mitten in Favoriten im Z-Cafe aufgeschlagen hat, besuche ich sie manchmal, und wir plaudern über die Umstände, die uns verbinden: über Rapid. Auf einer Collage im Lokal (die ich zwar einmal fotografiert habe, aber ich kann das Bild nicht finden), die die Stammgäste des Lokals zeigt, fand man Friederike an prominenter Stelle.

Die Kurzlebigkeit der heutigen Zeit macht es den Gästen schwer, sesshaft zu werden. Etwa ein Jahr lang wurde nämlich das Z-Cafe durch eine Pizzeria abgelöst und Friederikes Ersatzquartier war ein Cafe in der Pernerstorfergasse. Doch die Pizzas verkauften sich nicht gut und daher kehrte Das Z-Café wieder an seinen alten Ort zurück.

Die Freude währte nicht lange, denn am 31.10.2018 schloss das Z-Café für immer seine Pforten.

Das letzte Bild im Z-Café am 30.Oktober 2018

Ersatz fand sich rasch und gleich am Montag den 5. November besuchte ich Friederike in ihrer neuen Heimat im Cafe Cactus I in der Senefeldergasse. (Es gibt auch ein Cactus II in der Waldgasse.)

Leider war auch dieses neue „Büro“ nur von kurzer Dauer, denn am nachfolgenden Dienstag wurde der Besitzer tot in seinem Lokal aufgefunden. Zwar wurde der Betrieb gleich weitergeführt, doch die geänderten Öffnungszeiten machten eine nochmalige Übersiedlung erforderlich.

Die vorläufig letzte Station von Friederike ist das Segafredo in der Favoritenstraße.

Gasthaus Seewiese

Dass man mit einer eindeutigen fußballerischen Deklaration seine Gäste auch vertreiben kann, zeigt das Beispiel des Gasthaus „Seewiese“ im südlichen Wienerwald. Das Gasthaus wurde früher vom legendären „Yeti“, nach seinem Tod durch seine Frau und die Kinder bewirtschaftet.

Gasthaus Seewiese an der Via Sacra nach Mariazell

Wir waren Stammgäste dort. Doch ein neuer Besitzer brachte eine ungewohnte Speisekarte und verunstaltete darüber hinaus die Gaststube mit einem Wappen des Stadtrivalen und das bedeutete das Ende unserer Ausflüge zur Seewiese.

Gasthaus Birner

So ein Wirt hat’s eben schwer. Kaum legt er sich auf einen Verein fest, verliert er möglicherweise die Gäste des Lokalrivalen. Im Gasthaus Birner an der Alten Donau hat man das pragmatisch gelöst. Auf diesem Bild aus dem Jahr 2010 findet man Fußball-Devotionalien aller Gäste: MANU, Rapid, Austria.

Wer allerdings insgeheim das Sagen hat, darauf deutet die eindeutige Farbe des Hauses hin: grün.

Links

Einmal was anderes…

Unsere Beziehungen zum Fußball und zum Computer sind nicht unähnlich. Man braucht eine gewisse Frustationstoleranz. Während wir aber beim Fußball dem Leidensdruck standhalten und auf bessere Zeiten hoffen müssen, können wir beim Computer etwas dagegen tun.

Haustier Computer

Die meisten Probleme bereitet nämlich weniger das Kastl selbst, sondern der davor Sitzende, und dem können wir weiterhelfen, indem wir unserem liebsten „Haustier“ gemeinsam etwas mehr Aufmerksamkeit schenken und zum Beispiel den einen oder anderen Vortrag zu einschlägigen Themen besuchen.

Der Verein, der diese Webseite hostet, lädt Euch jetzt, in der fußballosen Zeit, ein, an einem oder anderen der nachfolgenden Vorträge teilzunehmen. Als Vortragende laden wir Profis ein, die uns das jeweilige Thema aus ihrer Berufspraxis schildern.

Es geht bei uns eher gemütlich zu. Es gibt fallweise auch Themen abseits der Computerei, wie zum Beispiel „Ziaglbehm“ oder „Hochprozentiges“.

Im Keller des „Kulturschmankerl“ bei einem Vortrag

Die Abende beginnen um 18:00 mit einem gemeinsamen Abendessen und gemeinsamen Diskussionen. Die Vorträge beginnen um 19:00 und dauern etwa 60-90 Minuten. Kosten entstehen keine.

 Do 17.01.2019 Internet, aber sicher!  
Di 05.02.2019 Kreislaufwirtschaft  
Do 21.02.2019 Powershell  
Di 05.03.2019 Raspberry Pi Programme  
Do 21.03.2019 Ziaglbehm  
Di 02.04.2019 Reparatur und Herstellung von PCs  
Do 18.04.2019 Office 365  
Di 07.05.2019 Passwortsafe  
Do 23.05.2019 Instagram  
Di 04.06.2019 Smartmeter  
Di 03.09.2019 Virtuelle Computer  
Do 19.09.2019 Microsoft Azure  
Di 01.10.2019 MIDI  
Do 17.10.2019 Hochprozentiges  
Di 05.11.2019 Sprachkommunikation  
Do 21.11.2019 Cloud-Speicher  

Die Links in der obigen Tabelle führen direkt zur Anmeldeseite mit weiteren Informatioen. Voranmeldungen erleichtern uns und dem Gastgeber, das „Kulturschmankerl“ die Vorbereitungen sehr.

Die Veranstaltungen finden in Simmering statt: 

Kulturschmankerl, Simmeringer Hauptstraße 152, 1110 Wien
U3-Simmering, 71/6-Fickeysstraße
Parkgarage unter dem Lokal