Rapid-Admira

Ein ungewöhnliche Marschordnung zur Mannschaftsaufstellung wegen des Banners gegen Diskriminierung
Unser Sitznachbar Alexander ist Wappenträger…
…und Jasmin hat sich in alle Details für das Spiel vorbereitet:

2:0 (1:0)


Die Rückrunde beginnt wie die Hinrunde: mit einem Sieg gegen die Admira! Endlich entspricht einmal das Ergebnis eines Spiels auch auch der Erwartungshaltung der Buchmacher: 1,35 : 6. 

Wie bei jedem Spiel hätte alles auch ganz anders kommen können, denn bei einem Konter der Admira beim Stand von 1:0 fehlten nur Zentimeter zum Ausgleich. Aber die Überlegenheit von Rapid war dann doch zu groß und auch ein deutlicherer Sieg wäre möglich gewesen.

Es ist erwähnenswert, dass nicht die Stürmerkollegen ins Tor treffen sondern Old Man Sonni.

Alle freuen sich mit Sonni über das 1:0

Die wenigen Zuschauer gingen wohl ziemlich erleichtert nach Hause, ist man doch nach dieser Runde wieder an der Spitze der unteren Tabellenhälfte, also auf Platz 7 angelangt, und wäre in der Schlussphase noch ein Treffer gelungen – möglich wäre es gewesen – wären wir sogar auf Platz 6 gelandet. Kann aber alles noch werden – bei bisschen mehr “positiver Energie”.

Es war eine Runde für Rapid, denn durch die Ergebnisse der Konkurrenten konnte der Punkteabstand – außer zum ebenfalls siegreichen WAC – verringert werden.

Stimmen

Ernst Dokupil reklamierte etwas mehr Fußballkompetenz ins Präsidium, allerdings dürfte der Meistertrainer vergessen, dass es hier um die Führung eines Unternehmens geht und dass dabei Fußballkompetenz nicht die allererste Priorität hat, sonst könnte man ja die Führungsetage mit ehemaligen Meistertrainern besetzen. Aber das würde sich schwierig gestalten, denn Rapid hat mittlerweile gar nicht so viele Meistertrainer, um alle diese Positionen mit Fußballkompetenz zu besetzen.

Ich, zum Beispiel, wäre ein guter Kandidat für eine Führungsrolle im Manner-Vorstand, meine Expertise im Sortiment der süßen Verführungen ist als extrem zu bezeichnen. Genau so wie ich dort nichts verloren hätte, ist das auch für unsere Lieblings-Legenden der Fall. Als Präsidiumsmitglieder wären sie fachlich völlig unqualifiziert und bestenfalls als Maskottchen zu gebrauchen, als Legende bleiben sie uns dagegen in bester Erinnerung und sollten sich in eine sich seit ihren Tagen sehr stark veränderte Fußballwelt nicht mehr einmischen.

Das Präsidium leistet sich als Spezialisten einen Sportdirektor und dieser “kompetente” Fachmann war seinerzeit drauf und dran, den Spieler des heutigen Tages, Mario Sonnleitner aus dem Team zu stellen, einen Spieler, der uns schon so manches Spiel gerettet hat; einerseits durch seine heroische Verteidigungsbereitschaft und durch seine Torgefährlichkeit bei Standardsituationen.

Und Mario ist weder Ministrant noch Sängerknabe, ein Attribut, das zuletzt der aktuellen Rapid-Mannschaft ist zugeschrieben wurde.

Vielleicht waren ja die klaren Worte des Präsidenten genug Angst machend, dass sich die Spieler etwas mehr angestrengt haben. Klingt gut, aber wenig wahrscheinlich; es war einfach der Gegner. Ob es eine Leistungssteigerung war, werden wir in 10 Tagen beim Rückspiel gegen Villarreal sehen.

Zu diesem Spiel gegen Villarreal gibt es erstaunlicherweise nur noch wenige freie Plätze. Ob das Stadion aber wirklich ausverkauft sein wird, ist nicht sicher, denn beim Stammtisch erzählte Andy Marek, dass gleich nach Beginn des Verkaufs der Zweierabos eine große Zahl von Buchungen aus Schottland registriert wurde und diese Käufer zwar das Zweierabo kauften, aber nur das Glasgow-Spiel besuchen werden. Allerdings hat man seitens Rapid versucht, diesen Zweierabo-Käufern aus Schottland das Zweierabo gegen eine Einzelkarte zurückzukaufen. Wir werden ja sehen, ob das gelungen ist.

“Kein Platz für Diskriminierung”

Von Zeit zu Zeit gibt es bei Fußballspielen Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung. Mein Eindruck ist, dass diese Plakataktionen zu wenig klar zum Ausdruck bringen, was hier gemeint ist und daher nehme ich eine Anleihe aus einem Facebook-Posting, um das etwas populärer zu formulieren.

Niemand kann sich die Eltern, das Geschlecht, die Religion, die Hautfarbe, die Rasse, die Muttersprache, das Aussehen, eine Beeinträchtigung oder sexuelle Orientierung aussuchen. 


Aber wir alle können uns aussuchen, wie wir, die wir uns das eben alle nicht aussuchen können, mit einander umgehen; also, ob wir ein Arschloch sein wollen oder nicht.

Aus einem Facebook-Posting

Das betrifft nun nicht nur unseren Alltag, das betrifft auch das Auftreten des Blocks. Der größte Teile der Gesänge ist ohnehin in Ordnung aber speziell, wenn es gegen den Stadtrivalen geht, könnte eine gesteuerte Mäßigung dazu beitragen, dass auch die sonstigen Rassismen im Alltag der Fußballfans zurückgehen.

Was gerade noch oder eben gerade nicht mehr politisch korrekt gesagt werden darf, ist nicht immer leicht zu beurteilen. Etwa sagte Neo-Bürgermeister Michael Ludwig in einem Interview, die ebenso Neo-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner wäre “telegen” und diese Zuschreibung wurde von den Medien als “sexistisch” kritisiert.

Im Dienst von Rapid

Schwer bepackt zieht ein PopCorn- und Brezel-Verkäufer seine Runden:

Verkäufer im Dienste von Rapid

Neben ihm standen zwei junge Damen als Inkassantinnen für die Rapid-Mari€.

Foto und Abdruck von den beiden Damen erlaubt!

Man kann dieses tolle Bild natürlich kommentarlos hierher stellen, doch gibt es zufällig einen Zusammenhang zu der heute präsentierten Aktion “Kein Platz für Diskriminierung”. Ich habe die beiden gefragt, ob ich sie fotografieren darf und ob es ihnen etwas ausmachen würde, wenn ich ihr Bild für den Admira-Artikel verwenden würde. Sie haben spontan zugesagt.

Was hätte wohl der eine oder andere Rapid-Fan zu diesen beiden gesagt? Ob er eine Anspielung auf ihre Hautfarbe gemacht hätte? Wir sollten uns aber an diese Aktion erinnern und solche Anmerkungen unterlassen.

Dass die beiden aber “telegen” sind, das möchte ich mir denn doch nicht nehmen lassen, auch wenn es sich laut Medien sexistisch anhört. Immerhin hat es die so beschriebene Rendi-Wagner dem Bürgermeister erlaubt, also dürfen wir das auch. 

Choreografie

In englischen Wochen, noch dazu mit Auslandsfahrten, bleibt wenig Zeit für Choreografien, noch dazu bei einem Stimmungstief. Dennoch versucht man im Block darauf hinzuweisen, dass man “ergebnis-unabhängigen” Support betreibt. 

Ultras behaupten, ihr Support wäre “ergebnis-unabhängig”

So ganz kann man das nach den Attacken gegen Gogo nicht glauben. 

Autogramme vor dem Spiel

Eigentlich bräuchten wir Schobi dringend im Angriff. Er ist schon am Weg dorthin, aber von dem Frühjahr dürfte es nichts mehr werden. Er schreibt derzeit fleißig Autogramme für die jungen Fans.

Paul Gartler und Phillip Schobesberger schreiben Autogramme mit Unterstützung von Speedy, dem Rapid-Maskottchen

Bierbericht

Ich wollte schon nörgeln, weil ich das angekündigte Bier nicht gefunden habe, doch ein Bericht der Rapid-Seite zeigt uns den Weg zum Ottakringer “Wiener Original”:

Lageplan der Kioske mit dem “Wiener Original”

Werbung

Mit 400 Zetteln im A6-Format werben wir für unsere nächste Mitgliederversammlung mit Didi Kühbauer am 19.November.

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Stadlau – Rapid II

2:2 (1:2)

Die Spiele in Stadlau werden wegen der fehlenden Flutlichtanlage immer sehr früh angesetzt. Wir Zuschauer haben das kühle und regnerische Wetter als schlecht empfunden. Aber zum Fußballspielen muss es ideal gewesen sein.

Spielbeginn

Die Verkehrsverbindung nach Stadlau mit der S80 ist toll. Man ist aus Favoriten in einer Viertelstunde und aus Hütteldorf in einer halben Stunde in Stadlau. 

Es ist eine nette Eigenschaft der Kampfmannschaft von Rapid, “Tote” zum Leben erwecken zu können. Die hat in Rapid II einen perfekten Nachahmer gefunden.

Stadlau kam in der ersten Halbzeit kaum aus der eigenen Hälfte raus, bald stand es hochverdient 2:0 für Rapid II. Doch kurz vor der Pause konnte Stadlau aus einer schönen Kombination den Anschlusstreffer erzielen. Wegen der deutlichen Überlegenheit von Rapid II war das aber noch kein Grund zur Beunruhigung.

In der 56. Minute lässt sich Niklas Hedl auf ein Dribbling ein, verliert den Ball – vielleicht ist er im Rasen hängen geblieben – und der Stürmer kann den Ball unbedrängt ins leere Tor rollen)

Niklas schaut ungläubig auf seinen Schuh und fragt sich wohl, warum ihm dieser einen Streich gespielt hat.

Gleichzeitig mit dem Ausgleich kippt das Spiel, und Stadlau ist dem Führungstreffer näher als dass Rapid II das Spiel noch einmal für sich entscheiden könnte.

Eine oft gehörte Antwort: “Mia haum zum Fußboispün aufgheat!” ist dann aber doch etwas zu einfach; gespielt wurde schon, aber die Verunsicherung auf der Rapid-Seite war groß und der Hunger auf den ersten Sieg seit vielen Monaten bei Stadlau ebenso. Zum Glück für Rapid II konnte Stadlau die sich bietenden Chancen nicht verwerten.

Noch einen Aspekt möchte ich erwähnen: Ivan Mocinic spielte mit und wurde etwa zeitgleich mit dem Ausgleich ausgewechselt. Ich hatte den Eindruck, als hätte sich Ivan enorm im Spiel eingebracht, sogar eine gelbe Karte musste er einstecken. Für uns Fußballlaien ist es sehr schwer einzuschätzen, welchen Wert die Teilnahme eines bestimmten Spielers hat, ob er eine Verstärkung ist oder eine Schwächung. Es könnte durchaus sein, dass er in der zweiten Halbzeit gefehlt hat.

Arnold, Gerhard und Christian

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Rapidviertelstunde-169

(Präsentiert von IMMO-United)

Die sprechenden Rapid-Trikots

Gütesiegel für Vereinsmuseum

Der Präsident des Museumsbundes 
Mag. Dr. Wolfgang Muchitsch und die Direktorin des Jüdischen Museums Dr. Danielle Spera übergeben das Gütesiegel an den Koordinator des Rapideums Laurin Rosenberg

Rapid bietet Mobile Ticketing an

Sitzplatzauswahl am Handy

Vorschau Cup-Spiele gegen WAC

Die Mannschaft beim Training auf West 1

Ivan Mocinic kämpft sich zurück

Andy Marek im Gespräch mit Ivan Mocinic, der bei Rapid II schon regelmäßig mitspielt.

W24 Rapid-Viertelstunde im Tagebuch

Villarreal-Rapid

5:0 (3:0)

Der größte Feind von Rapid steht nicht am Platz, sondern ist das “System Rapid” selbst. Es sind Phantasien von Größe, symbolisiert durch den “Rekordmeister”, die die Handlungen der Akteure beeinflussen. Diese Phantasien befeuern die bewährte Schuldkultur und bezichtigen vordergründige Ursachen weil die wahren Ursachen die persönliche Eitelkeit verletzen.

Ein richtig Gläubiger, also ein solcher, der als Gute-Nacht-Gebet die Bibel – hier das Leitbild – zu Rate zieht, weiß – wie auch der Präsident in seinem offenen Brief versuchte darzustellen, dass wir eine Gemeinschaft sind, und dass Erfolg nur durch Zusammenhalt dieser Gemeinschaft entstehen kann. Es sind nicht einzelne schlechte Trainer oder schlechte Spieler, die uns vom Erfolg abhalten, wir selbst sind es, die den Sand ins Getriebe streuen.

Die eigene Wichtigkeit und Expertise zu überschätzen und mitregieren zu wollen – wie uns das der Block gezeigt hat – ist einer dieser Aspekte, die den Ideen des Leitbilds entgegenstehen. 

Es klingt gut, wenn uns die Legenden über den früheren Zusammenhalt der Mannschaft berichten. Aber es war damals auch kein Keil vorhanden, der bei einem positiven Spielstand von 2:0 beginnt, sich durch “Gogo raus”-Rufe zwischen Mannschaft und Trainer zu schieben.

Es gab damals auch keine 15.000 Mitglieder, die eine Hauptversammlung im Falle einer Negativspirale hätten zu einem Armageddon werden lassen können und daher das Präsidium schon zum zweiten Mal zur Notbremse eines Trainerwechsels veranlasst. 

Unsere Trainer sind nicht so schlecht wie sie da Publikum macht. Hier ein Blick auf die erreichten Punkte der verschiedenen Rapid-Trainer. Gogo bewegte sich mit 1,73 Punkten am Niveau von Zoki (1,76), genützt hat es ihm nichts.

Quelle Transfermarkt

Da der aktuelle Trainerwechsel in fataler Weise dem vor zwei Jahren ähnelt, kann man wegen der durchaus vergleichbaren Situation befürchten, dass auch Didis Ideen ähnlich wie die von Damir Canadi bei Rapid nicht fruchten könnten. Hoffen wir auf eine höhere Flexibilität und bessere Führungsqualitäten des neuen Trainers. 

Wir haben keine schlechten Spieler, sondern wir beobachten verunsicherte Spieler; Spieler, die vor lauter Veränderungen nicht mehr wissen, wo eigentlich ihr Platz am Spielfeld ist. Statt dass unser neuer Trainer für Ruhe und Stabilität sorgt, gibt es ein 4-1-4-1 mit Spielsituationen, in denen  Verteidiger eher sich selbst statt den gegnerischen Stürmer behindern. 

Die wahre Ursache für unsere Misere ist ein extrem erfolgreiches Marketing für ein durchschnittliches Produkt, wobei aber die Qualität des Produkts in unserm Kopf gebildet wird, als der Unterschied zwischen dem “Rekordmeister” und der Realität am Platz. Könnten wir diesen Unterschied ausblenden, würden wir ohne weitere Veränderung gleich ein viel besseres Produkt erleben.  Lassen wir doch Sprüche, wie “das ist Rapid nicht würdig” einfach beiseite und freuen wir uns auch darüber, dass wir in die Europa-League gekommen sind, dass wir im Cup weitergekommen sind und dass wir Mattersburg zwar knapp aber doch geschlagen haben. Mehr ist derzeit nicht drin. Sehen wir es positiv, kann daraus ein Aufwärtstrend entstehen. Wir sehen es aber so, dass es Schuldige gibt und wenn die nicht da wären, wäre alles gut. Diesen Negativtrend gilt es zu stoppen. 

Die Daheimgebliebenen haben sich das Spiel in freundlicher Umgebung der Rekordmeisterbar bei Flammkuchen und Rotem Zwickl angesehen, 

Gregor, Florian, Arnold in der “Minus-Rekord-Bas”

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Club 2×11 – Einladung

Eingesendet von Thomas Pöltl.

„Fußball ist zum Kotzen – manchmal“

Montag, 29.10.2018 | 19.00 Uhr

Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien)
Veranstaltungssaal (3. Stock)

Wer im Spitzensport Schwäche zeigt, verliert. Das gilt gerade in einer Sportart wie Fußball, wo „harte“ Männlichkeit als Norm gilt. Der Körper muss funktionieren, Verletzungen werden in Rekordzeit kuriert, Schmerzmittel gehören oft zur Grundnahrung. Fußballstars stehen im permanenten Licht der Öffentlichkeit, doch psychische Probleme werden gerne tabuisiert. Über Versagensangst und Depression wird selten gesprochen.

Der Club 2×11 fragt danach, wie Spieler und Trainer mit dem Leistungsdruck umgehen. Welche Rolle nehmen Vereine und Spielerberater dabei ein und welche Strategien und Hilfestellungen halten Sportpsychologie und Medizin bereit? Was muss sich ändern – und ist der Fußballbetrieb gesund?

Podiumsdiskussion mit

  • Wolfgang Pennwieser (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin; ballesterer-Kolumnist „Dr. Pennwiesers Notfallambulanz“)
  • Mirjam Wolf (Sportpsychologin, u.a. beim österr. Frauennationalteam)
  • Peter Hackmair (ehemaliger Fußballspieler und TV-Experte, der als Vortragender, Buchautor und Coach tätig ist)
  • Markus Geisler (Sportjournalist beim Sportmagazin; zusammen mit Helmut L. Kronjäger: „Das L steht für Leben – Warum das System Fußball krank machen kann“)

Moderation:
Jürgen Pucher
 (Mitbegründer des Podcasts BlackFM.at, Autor von „111 Gründe, den SK Sturm Graz zu lieben“, Kolumnist bei 90minuten.at)


Club 2×11 Spezial
Camilo Francka: „Matthias Sindelar. Eine Geschichte über Fußball, Nationalsozialismus und Mysterien“

Mittwoch, 7. November 2018 | 19.00 Uhr

Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien)
Veranstaltungssaal (3. Stock)

Fast 80 Jahre nach seinem Ableben bietet die Geschichte von Matthias Sindelar noch immer Stoff für Mythen. Der junge argentinische Autor Camilo Francka hat dem Fußballer aus Favoriten ein Buch gewidmet, das 2018 ins Deutsche übersetzt wurde. Im Gespräch mit dem Politologen und Historiker Georg Spitaler erzählt er, wie es zu dem ungewöhnlichen Projekt kam.

Wie lässt sich die Biografie Sindelars heute schreiben – zwischen historischen Fakten und der dauerhaften Anziehung einer teils widerlegten Geschichte von schönem Spiel, Nationalsozialismus und Tod?

Podium: tba


„Die schöne, neue Welt des Fußballs – China, Indien Katar“ –
Wie sehen die Machtverhältnisse im globalen Fußballzirkus aus?

Donnerstag, 22.11.2018 | 19.00 Uhr

Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien)
Veranstaltungssaal (3. Stock)

Die globalen Fußballverhältnisse sind in Bewegung: Golfstaaten wie Katar, Gastgeber der WM 2022, investieren in europäische Topklubs und das internationale Sportgeschäft. Die finanzstarke Liga in China zieht Stars aus aller Welt an, auch steht eine Bewerbung für die WM 2030 im Raum. Selbst in Indien gewinnt die Fußballliga an Bedeutung. Ist Europa noch der Mittelpunkt der Fußballwelt? Der Club 2×11 fragt danach, wie die Machtverhältnisse im globalen Fußballzirkus heute aussehen und beleuchtet die Szenerie in den aufstrebenden Fußballregionen.

Podium: wird rechtzeitig bekanntgegeben

MV Boli, Dibon, Knasmüllner

Leicht geschockt von der Hartberg-Niederlage trafen sich die “Freunde des S.C. Rapid” wie gewohnt an einem Montag im Klublokal.

Clemens Bachmayr, Christoph Knasmüllner, Christopher Dibon, Gerhard Niederhuber, Boli Bolingoli, Jamin Wallner

Schuldkultur

Wir sind es gewohnt, für Dinge, die uns unangenehm sind, einen Schuldigen zu suchen; auch dann, wenn zum Beispiel niemand Schuld trägt oder wenn es den Falschen trifft. Hauptsache, wir selbst sind aus dem Schneider!

Auch an diesem Abend ging es nicht ganz ohne das Schwarze-Peter-Spiel ab. Der frühere Hauptschuldige an der Misere kann es nun nicht mehr sein, der neue Trainer ist nicht antastbar, also sind auf einmal die Spieler als die nächsten Schuldigen dran. Eine gewisse Selbstkritik ist dann auch aus den Worten von Christopher Dibon herauszuhören.

Christopher erzählt, dass aus der Sicht der Spieler seit dem Abgang von Zoki sich diese damalige Spielfreude nicht wieder einstellen konnte. Zoki nannte die Spieler “seine Buam” und er war für sie tatsächlich eine Vaterfigur, für die man gerne spielt.

Natürlich spielen die Spieler für ihre eigene Karriere, dann aber auch für die, die ihnen am nächsten stehen, also Trainer, Fans und Verein.

Der Vorwurf an die Spieler, sie würden sich nicht ausreichend einsetzen, wurde durch ein interessantes Detail recht schnell entkräftet. Die Aktivitäten aller Spieler werden mit einer umfangreichen GPS-Sensorik vermessen. Und diese ist viel objektiver als wir das sein können. Wir beobachten immer nur die Szenen mit dem Ball, verlieren aber dann die Spieler aus den Augen. Hat daher ein Spieler zum Beispiel einen Zweikampf verloren, sprechen wir gerne von einer “schlechten Leistung”. Aber das ist der falsche Ausdruck. Marvin Potzmann hat beim Spiel gegen Hartberg 13 km zurückgelegt (Bericht von Gerhard Niederhuber) und da wir entsprechende Zahlen oft auch bei Champions-League-Spielen eingeblendet bekommen, die dann um 10 km liegen, sehen wir, dass Marvin eine beachtliche Leistung erbracht hat, die wir nicht ausreichend würdigen, weil alle Bewertungen unter dem Eindruck der Niederlage schuldhaft schlecht gemacht werden.Wir sind eine Schuldkultur!

Boli wurde von der charmanten Jasmin gedolmetscht.

Boli und Jasmin

Seine kreative Interpretation der Spiels, die auch eine gewisse Risikobereitschaft in sich trägt, wurde besonders erwähnt, auch der Umstand, dass er seinen Vertrag ohne Ausstiegsklausel verlängert hat.

Dass sich Boli ob seines sehenswerten Spielstils zum Publikumsliebling entwickelt hat, wurde ihm durch einen individuellen Applaus deutlich gemacht.

Gerhard Niederhuber bedankt sich bei Boli für den Besuch

Ich habe den Eindruck, dass er sich in der Runde sehr wohl gefühlt hat, nicht zuletzt wegen seiner Dolemetscherin Jasmin.

Die Fragen an den Spielmacher Christoph Knasmüllner zielten in die Richtung, warum er denn die Torquote, die er seinerzeit bei der Admira hatte, nun nicht mehr erbringt, ganz ähnlich die Deni Alar seit seinem Wechsel von Sturm. Eine klare Antwort hat das nicht, nur eine Reihe von Vermutungen, die von der Unbekümmertheit des Spiel “unter Ausschluss der Öffentlichkeit” bei der Admira, von den andersartigen Mitspielern usw. reichen.

Häuptling

Weil es eben derzeit nicht gut läuft, wurde auch die Frage aufgeworfen, ob nicht Stefan Schwab mit seiner Kapitänsrolle überfordert sein könnte. Auch die Frage nach fehlenden Führungsspielern wurde gestellt. 

Wenn wir das Spiel der Verteidiger Mario Sonnleitner und Christopher Dibon verfolgen, dann können wir doch einiges an Führungsqualitäten erkennen. Warum seinerzeit die Kapitänsschleife nicht von Steffen Hofmann zu Mario Sonnleitner gewandert ist, ist wohl auch ein ewiges Rätsel der Entscheidungsfindung. 

Die Spieler wurden traditionell mit Geschenkkörben verabschiedet.

Atmosphäre

Trotz der durchaus bedrohlichen Situation von Rapid im unteren Tabellenbereich waren alle Gespräche sehr freundschaftlich, wie es sich für einen “Klub der Freunde…” gehört. Ich habe daher einige Bilder zusammengestellt, die diesen Charakter zeigen. Es gab angeregte Gespräche zwischen Profi-Anhänger und Profi-Spieler. Der einzige Nachteil: man muss oft länger warten, bis man vom betreffenden Spieler ein Autogramm oder ein Foto bekommt.

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Vorankündigung

Unsere nächste Mitgliederversammlung findet am Montag, 19. November statt. Ehrengäste werden sein:

  • Didi Kühbauer
  • Manfred Nastl

Rapid II-Mauerwerk

1:2 (0:1)

Spielbeginn beim Spiel Rapid II-Mauerwerk

Rapid II, Österreicher mit einigen Ausländer mit einem türkisch-österreichischen Trainer gegen Mauerwerk, einem bunten Gemisch an Nationalitäten mit einem österreichischen Trainer und einem “Verwüster” als Tormann. Bunter geht es nicht mehr. Und friedlich war’s!

Mauerwerk (früher Karabakh) begann furios. Aber Rapid II verteidigte gut, aber nur bis zur 33. Minute, denn nach einem Corner streckte sich Christoph Haas vergeblich, der Schuss passte perfekt neben die Torstange. Rapid II hatte gute Chancen aber es sollte eben nicht sein.

Nach der Pause konnte Christoph Haas einen Schuss nur abprallen lassen und der Nachschuss war leider ein Treffer.

Mehr als ein Anschlusstreffer war für Rapid II nicht drinnen.

So mancher Zuschauer fragte sich, warum – wenn wir schon verlieren – wir nicht den jungen Spielern wie Niklas Hedl eine Chance im Tor geben? Die Antwort gibt die kommende Woche, wenn Rapid mit drei Torleuten nach Villarreal fährt. Da muss auch der dritte Tormann Spielpraxis haben, und die kriegt er eben bei Rapid II.

Ebenfalls Spielpraxis sammelten Ivan Mocinic und Philipp Malicsek in der ersten Halbzeit und wurde in der zweiten Halbzeit durch Eddi Jusic und  Daniel Markl ersetzt.

200 Zuschauer kamen zum Spiel, darunter eine kleine Delegation des “Klub der Freunde des S.C.Rapid”. 

Ümit Korkmaz (heute gesperrt, Jasmin-Luise, Friedrike

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Hartberg-Rapid

3:0 (2:0)

“Hoffentlich spielt Hartberg nicht so gut, wie man in Hartberg isst” war das Lob mit dem sich Andy für das Service im VIP-Nord bedankte.

Blick in das Zelt des VIP-Nord

Wer hätte zu dem Zeitpunkt gedacht, dass das zutreffen würde! Es war ja von einem Pflichtsieg die Rede!

Die Rapid:Mannschaft wirkte so, als würde sie unter der Last der bald 120 Jahre auf den Schultern laufen. Die Abläufe waren schön einstudiert aber so ausreichend langsam dargeboten, dass es dem spritzigen Gegner ein Leichtes war, sich in die durchschaubaren Aktionen einzuschalten.

Rapid war wie ein Klavierschüler, der sein Programm nicht ausreichend schnell geübt hat und beim Konzert, bei vollem Haus, ins Schleudern kommt.

Übertrainiert? Auch das hat man in den Reaktionen gehört! Training muss enorm fordernd sein. Es muss mehr beanspruchen als es die Realität des Spielens kann. Kein Hösche! Oder besser: nicht nur Hösche!

Der Jahrhundertsportler Emil Zatopek, “die Lokomotive”, entwickelte einen später nach ihm benannten Trainingsplan mit dem er 1952 in Helsinki den 5.000-, 10.000-Meter- und den Marathonlauf gewann und mit dem er im 10.000-Meter-Bewerb während 38 aufeinanderfolgenden Rennen unbesiegt blieb. Aber abgesehen von der Trainingsmethode ist von ihm überliefert, dass er Trainings unter außergewöhnlich belastenden Bedingungen absolviert hat, also zum Beispiel durch Gewichte, die er beim Laufen mit sich schleppte. Überliefert sind Trainingstage, an denen er 40-mal 400 Meter (in 70 bis 80 Sekunden) in Militärstiefeln lief. Sein Leitspruch (der auch der von Rapidlern sein könnte): “An athlete cannot run with money in his pockets. He must run woth hope in his heart and dreams in his head.”

Statistiken

Die Seite der Bundesliga im Punkt Matchcenter zeigt uns ein nicht untypisches Bild. Über 60% Ballbesitz von Rapid aber im Punkt “Abwehr” deutlich geringere Anzahl gewonnener Zweikämpfe und in der Offensive eine deutlich schlechtere Schussgenauigkeit.

Mannschaften bei Spielbeginn

Auffällig war, dass Andrei Ivan nach der Pause doch einigen Schwung in das Angriffsspiel von Rapid gebracht hat, und dass Boli seine Rolle als Außenverteidiger deutlich ausgebaut hat. Er war einfach nicht an der Seite zu halten und hat sich ob des offensichtlichen Debakels in die Mitte des Spielfeldes begeben, um den Druck erhöhen zu können. 

Kein Trainereffekt

Wenn eine Mannschaft mit einem Trainer nicht kann, dann bewirkt ein Wechsel eine gewisse Aufmerksamkeit, Erleichterung gepaart mit Hoffnung, sodass mit einer vorher nicht gekannten  Leichtigkeit gespielt wird und wir gewonnene Spiele eines neuen Trainers oft mit einem “Trainereffekt” erklären. Nicht einmal so etwas wurde uns nach dem Trainerwechsel beschert. Die Mannschaft wirkte müde wie schon lange nicht.

Wenn durch den Trainerwechsel eine Last von der Mannschaft abfällt und sie danach befreiter spielt, wäre das ein Hinweis auf die Richtigkeit dieser Personalentscheidung. Doch da so etwas nicht beobachtbar ist, spricht das deutlich für die Arbeit von Gogo (oder wenigstens nicht dagegen) und dafür, dass die eigentliche Wirkung des Trainerwechsels zu Didi ist, eine nahezu unangreifbare Ikone auf der Trainerbank zu haben. Wir können nur hoffen, dass sich die Meisterschaft nicht wie unter Canadi entwickelt. Auch Canadi wurde ob seiner Erfolge bei Altach von Block nie angegriffen. 

Wir erlebten fast so etwas wie einen “negativen Trainereffekt”, denn unter Gogo haben wir so hoffnungslose Spiele eigentlich nicht erlebt.

Kommentatoren meinen, es würde viel Arbeit auf Didi warten. Ich meine, dass nicht mehr Arbeit auf Didi wartet als jedem anderen Trainer in seiner Lage auch. Das Mehr an Arbeit liegt weniger an der Trainingszeit, denn die kann man nicht beliebig steigern, es ist vielmehr das Rapid-Umfeld, das den Trainerjob doch etwas anders gestaltet als der Job anderer Trainer. Zum Beispiel gab’s am Mittwoch den Stammtisch, gefolgt vom gemeinsamen Frühstück mit Claudia Stöckl, und das sind nur die Termine, die wir kennen.

Rapid als Sprungbrett

Jede Mannschaft inmitten der “fußballerischen Nahrungspyramide” *) braucht hungrige Spieler, Spieler, die es noch zu etwas bringen wollen. Und Rapid ist ihre Bühne, vor der weg sie engagiert werden wollen. Das waren Andy Ivanschitz, Jimmy Hoffer, Stefan Maierhofer, György Garics, Nikica Jelavic, Robert Beric, Veli Kavlak und Robert Kainz uvam. Rapid konnte sie zwar nicht halten, aber sie haben Rapid weitergeholfen und Rapid war der Steigbügelhalter für eine größere Karriere.

*) Die ganz großen “Endverbraucher” wie Real, Barca, Bayern, Manchester usw. bekommen zwar Top-Spieler, die keine weitere Veränderung anstreben, aber auch dort wird deren Motivation ein nicht unwichtiges Problem sein.

Peter-Prinzip

Was keine Mannschaft braucht, sind Spieler, die in ihr eine Art Endstation sehen, eine Art Ruhekissen, etwas erreicht zu haben, das man immer schon gewollt hat. Ein fußballerisches Peter-Prinzip. 

Und es gibt solche Beispiele. Warum etwa ist Marvin Potzmann zu Rapid gekommen? Es war für ihn aus familiären Gründen vorteilhaft, in Wien sein zu können. Warum ist Deni Alar zu Rapid zurückgekehrt? Weil er hier einen besseren Vertrag bekommen hat. Aber beide haben keine weiteren Ambitionen. Ich will nicht unterstellen, dass sie das so handhaben, aber wir sehen ihr Spiel und immerhin ist es eine mögliche Erklärung für manche engagement-befreite Aktionen.

Es gibt natürlich auch jede Menge Gegenbeispiele von Spielern, die sich zu Stützen der Mannschaft entwickelt haben und die nicht unbedingt auf eine Auslandskarriere warten, wie beispielsweise Mario Sonnleitner.

Und Hartberg?

Hartberg hat ebenso wie Rapid eine Sprungbrett-Funktion, und das Spiel, das wir gesehen haben, hatte zur Folge, dass die Namen Florian Sittsam, Dario Tadic und Florian Fleckner, die Torschützen, in den Notizbüchern von Scouts Eingang gefunden haben und vielleicht schon in der nächsten Saison in der Karriereleiter weiter oben zu finden sein werden, denn Spieler, die Tore schießen können, sind eine begehrte Handelsware. Der Rapid-als-Gegner-Effekt, nämlich voll motiviert das Spiel des Jahres gegen den “Rekordmeister” bei ausverkauftem Haus antreten zu können, beflügelt die kleinen Mannschaften zu großen Leistungen und alles das macht Spiele gegen vermeintliche Dorfklubs so schwer.

Choreografie

Der Block-West präsentierte eine Standard-Choreografie zu Beginn…

Choreografie bei Spielbeginn

…und grüne und rote Fackeln nach der Rapid-Viertelstunde. Der Block hat trotze der Pleite durchgehalten. Nach seinen Gesängen zu urteilen, hätte man meinen können, das Spiel wäre 3:0 für Rapid ausgegangen.

Was mir ein bisschen abgegangen ist, waren Rufe. “Gogo raus”-Rufe zum Beispiel. Warum? Sie hätten in selbstironischer Weise gezeigt, dass es nicht an einem abgründig schlechten Trainer gelegen haben kann, dass Rapid am 7. (jetzt 8.) Tabellenplatz liegt, sondern dass es etwas anderes sein muss, was Rapid-Spieler mit zu geringer Kampfkraft ausstattet. “Didi raus”-Rufe wird es wohl jetzt und in der Zukunft wegen des quasi Heiligenstatus der Ikone nicht geben, man könnte sie daher durch “Gogo rein”-Rufe prächtig ersetzen.

Da wir nunmehr einen Trainer mit sehr viel Kredit bei den Fans auf der Trainerbank sitzen haben, verlagerte sich die Kritik in den Massenmedien sofort in Richtung der Spieler, etwas, das unter Gogo nicht der Fall war. Aber es sind dieselben Spieler, und wenn sie heute für die Niederlage verantwortlich waren, dann waren sie es auch unter Gogo.

Die beiden Trainer im Interview vor dem Spiel

Ambiente

Hartberg ist in der Bundesliga, das Umfeld noch irgendwo anders. Aber es ist beachtlich, was man hier aus dem Boden gestampft hat.

Blick von der Haupttribüne auf das Spielfeld. Links das VIP-Nord, rechst die Hartbarg Fantribüne, gegenüber der Gästesektor

Alles irgendwie improvisiert, aber es ist vorhanden. Man hat sich bemüht, den Nachteil eines Stadions mit Laufbahn zu einem Vorteil zu verwandeln, indem man die neuen Tribünen auf die Laufbahn gestellt hat.

Behelfsmäßige Tribünen auf der Laufbahn

Der VIP-Bereich hat sogar ein Parkhaus. Es ist die Parkgarage des Spar-Kaufhauses.

Blick auf das das Zelt des VIP-Nord mit angeschlossener Tribüne, dahinter das Spar-Parkhaus

Als wir zum Eingang kamen, wurde unsere Karte eingescannt und wir bekamen ein grünes Armband.

Grünes Armband des VIP-Nord

Die Hartberger wissen, was sie ihren Gästen schuldig sind. Wahrscheinlich haben sie auch einen Satz violetter Bänder aber dem sind wir nicht weiter nachgegangen.

Der VIP-Bereich war ein Zelt mit einem Buffet und einer Getränkebar. Hungrige wären dort in ihrem Element gewesen. Es war nicht unbedingt das Fußballpublikum zu sehen, das wir in Wien kennen, die ländliche Umgebung bildete sich auch im Publikum ab. Aber alles das ist kein Nachteil, die Atmosphäre war entspannt und gemütlich. 

Das Highlight des Tages waren die Teller, die symbolisch für die allgegenwärtige Improvisation stehen. “Aus jedem Dorf ein Teller”, könnte man sagen. 

Tellersortiment wie bei der Großmutter. Gemütlich halt.

Glücklicherweise haben sich unsere “Gärtner” auf der Heimreise von eine Kur in Villach auch als VIP-Gäste eingekauft und wir konnten bei ihnem am Tisch sitzen.

Dieses Nord-VIP, in dem wir gelandet sind, hat kein WC, man muss im Bedarfsfall zur Haupttribüne pilgern, das grüne Band war beim Rückweg ein Sesam-Öffne-Dich.

Eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn hat es uns aber nicht mehr im Zelt gehalten und wir wollten das Aufwärmen mitverfolgen. Unsere Reihe war die Nummer 6, Plätze 15 und 16. Die Reihe 6 gab es aber nur die Plätze 1-10 und 23-33, dazwischen war nichts. Auch einen Ordner gab es nicht. Also zurück an den Eingang, mit der Frage, wo wir denn unsere Plätze finden würden. Es stellte sich heraus, dass wir im falschen VIP-Zelt gelandet sind, unsere Plätze wären im “VIP der Präsidentin” wie das Nadine, die Ordnerin genannt hat. Das grüne Band wurde uns abgenommen und wir pilgerten zur Haupttribüne und bekamen dort ein blaues Band.

Berechtigungsband für das VIP auf der Haupttribüne

Kommst Du einmal nach Hartberg zu einem Fußballspiel und möchtest eine VIP-Karte, dann nimm die im VIP-Nord. Es ist zwar etwas spartanischer aber dem Gedränge des VIP-Raumes der Haupttribüne kann man nur entgehen, indem man sich auf seinen Platz setzt. Eingekreist durch das fast komplette Rapid-Präsidium*) saßen wir da, flankiert rechts von Franco Foda

…und links von Geschäftsführer Christoph Peschek. Während man dem sehr aufmerksamen Franco Foda keine besondere Gefühlsregung anmerken konnte, war das bei den Präsidiums-Rapidlern natürlich ganz anders. Ein Tor gegen Rapid oder ein Fast-Tor für Rapid ist für sie ebenso niederschmetternd wie für uns. Ein Drama, das nicht hätte passieren dürfen. “Hätte doch der Spieler etwas anderes gemacht, aber eben nicht das, zu dem er sich entschieden hat.” Eine interessante Erfahrung!

*) Josef Kamper, Mag. Nikolaus Rosenauer, Dr. Erich Haider, Thomas Waldner. Peter Klinglmüller und Christian Bruckner arbeiteten in der benachbarten Presse-Tribüne.

Brucki bei der Arbeit
Abwehrschilde der Polizei, für alle Fälle
Verirrter Ball am zeltartigen Stadiondach

Links

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Rapidviertelstunde-168

Aus dem Inhalt der 168. Folge

(Präsentiert von IMMO-United)

Die Matchtagsführung des SK Rapid

Laurin Rosenberg begrüßt die Teilnehmer der Matchtagsführung

Rapid-Legende Jan Aage Fjörtoff im Interview

Andy Marek im Gespräch mit Jan Aage Fjörtoff

Link zum Video


W24 Rapid-Viertelstunde im Tagebuch


Stammtisch

Termine

Andy Marek kündigt wichtige Termine an und verweist darauf, dass es noch Karten für den Tagesflieger nach Villarreal gibt.

  • 2018-10-22 Kartenausgabe für die Teilnahme an der Hauptversammlung
  • 2018-11-26 Hauptversammlung
  • 2018-12-01 Weihnachtsfeier Kartenvorverkauf
  • 2018-12-17 Weihnachtsfeier
  • 2018-12-18 Weihnachtsfeier BusinessClub
  • 2018-12-22 Andy Mareks Weihnachtsshow

Beachtet bitte den neuen Fanartikelkatalog, der in den nächsten Wochen erscheinen wird. 

Didi bei Andy Marek

Für die alten Hasen waren die Stationen von Didi Kühbauer bekannt, für uns Frisch-Gfangte war es sehr spannend zu hören, wie sich die Karriere von Didi mit Rapid und außerhalb von Rapid entwickelt hat. Wer das Interview nachhören will, findet bei den Bildern einen Audio-Mitschnitt.

Didi bei Claudia Stöckl

Der Überraschungsgast des Abends war Claudia Stöckl, die ihren Interview-Partner Didi für die Sendung “Frühstück bei mir” am kommenden Sonntag beobachtet hat. Nicht vergessen, am Sonntag um 9:00 Ö3 einzuschalten!

Christoph Peschek berichet

…über das Trainingszentrum

Die größte Chance auf Realisierung hat ein Ausbau der Sportanlage am Elektra-Platz, kombiniert mit den bestehenden Platzen am Happel-Stadion. Genutzt wird das Gelände gemeinsam mit dem Stadtligisten ASK Elektra. Das Investitionsvolumen wird etwa 30 Millionen Euro betragen und umfasst die Erweiterung des Haupt-Spielfeldes auf 105×68 Meter und der Infrastruktur auf das Niveau der 2. Liga. Schaffung eines weiteren Spielfeldes am Ort des derzeitigen Tennisplatzes und Biotops, Erweiterung des Hauptgebäudes auf Unterbringung der Schüler, mit entsprechender Infrastruktur, Integration der bisherigen Büros die sich derzeit im Happel- und Dusika-Stadion befinden, Modernisierung der Trainingsplätze mit einer Rasenheizung uvam.

…über das Stimmverhalten in der Bundesliga

Die Offenlegung der Gebarung der Bundesligaklubs ist in Deutschland selbstverständlich, in Österreich eine Ausnahme. Allein der SK Rapid stellt seine Gebarung seinen Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Ein Antrag von Rapid, dass alle Bundesligaklubs eine solche Offenlegung praktizieren sollten, wird mit 11:1 Stimmen abgelehnt.

Als Laie fragt man sich, ob ein Verein das überhaupt darf, wenn für sein wirtschaftliches Überleben auch öffentliche Gelder verwendet worden sind (und das dürfte wohl für jeden der Bundesligavereine zutreffen, auch für RB).

Viele Hunde…

Ein Fußballspiel wird nur zum Teil am grünen Rasen gewonnen. Wer hätte gedacht, dass der schnelle “Hase” “Rapid” in Gefahr gerät, von einer angriffslustigen Meute von “Hunden” durch Punkteabzüge eingebremst zu werden. 

In Österreich gibt es einige Minderheiten: die Kroaten, die Slowenen, die Tschechen, die Ungarn, die Englisch und die Französisch Sprechenden. Und allen gemeinsam ist, dass sie in Österreich Schulen betreiben, etwas, über das man nicht abstimmen kann, denn würde man das, gäbe es diese Schulen nicht, die Mehrheit würde sie ablehnen.

So ähnlich einander Fußballvereine dieser Welt sind, es gibt große Unterschiede zwischen einem Verein mit 100 oder einem solchen mit 10.000 und mehr Mitgliedern. In Österreich gibt es viele kleine Vereine und einige wenige große und diese werden von Rapid deutlich übertroffen, besonders wegen seiner Mitgliederzahl. Der große Verein hat aber mit Problemen zu kämpfen, die den kleinen völlig unbekannt sind.

Und daher ist es unangebracht, die Mehrheit der kleinen Vereine über Probleme des großen Vereins zu befinden lassen. Diese Probleme sind in erster Linie “Fans”, die in der Anonymität der großen Kurve Deckung finden und dazu neigen, das System Fußball im Anlassfall wie Terroristen zu destabilisieren und den großen Verein in Misskredit zu bringen. 

Dieses Fanproblem entsteht allein durch die Größe und kann durch Methoden, die ein “Dorfklub” als “Medizin” empfiehlt, nicht beseitigt werden. 

Dennoch fühlen sich die kleinen Vereine bemüßigt, dem Großverein durch Androhung eines Punkteabzugs Verantwortung für Dinge zu geben, die dieser nicht in jedem Detail verantworten kann, weil alle diese Menschen in praktisch unkontrollierbarer Weise das Geschehen im Stadion mit beeinflussen. 

Es ist – ganz ähnlich wie im Schulsystem – nicht möglich, eine Mehrheit über ein Problem entscheiden zu lassen, das sie in dieser Form nicht kennt. Die Bevölkerungsmehrheit hat keinen Begriff davon, was es heißt, keine Schule zu haben und die Mehrheit der Vereine der Bundesliga hat keine Ahnung davon, was es heißt, mit einem gut organisierten Block mit 7000 Anhängern umzugehen, der noch dazu von nicht organisierten Personen als Deckung missbraucht wird. 

Die “Dorfklubs” sonnen sich in der Unschuld der Kinder, die die Verantwortung des Erwachsen-Seins noch nicht erlebt haben, sich aber wie Pubertierende theoretisierend über Erfahrungen der Erwachsenen hinwegsetzen. 

Und es ist nicht “die Bundesliga”, die so gerne als Buhmann genannt wird, es sind ganz konkret die Vereine Admira, Altach, Austria, Innsbruck, LASK, Mattersburg, RB, St.Pölten und WAC, die diesen Punkteabzug (für Rapid) fordern. Hartberg und Sturm haben sich der Stimme enthalten. 

Didi, Liebling der Fans

Unsere Runde

vlnr: Arnold, Vater Thomas, ?, Thomas. Thomas 2 (Stehtisch), Florian, Christian. Alle Klub der Freunde.

Links

GRÜNZEUG-597

GRÜNZEUG
INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID (GEGRÜNDET 1951)
46. JAHRGANG/SEPTEMBER 2018/Nr.597/Versand 8.10.2018, Postamt 1120

Unsere nächste MITGLIEDERVERSAMMLUNG findet am MONTAG, dem 22. Oktober 2018, um 19 Uhr in unserem KLUBLOKAL statt.

Eingeladen haben wir diesmal

die Herren

  • Boli BOLINGOLI,
  • Christopher DIBON,
  • Christoph KNASMÜLLNER und
  • Philipp SCHOBESBERGER.

Einlass um 18.30 Uhr! Wir ersuchen um zahlreichen Besuch! Gäste herzlich willkommen!

DAS ENDE EINER MENSCHENJAGD: GORAN DJURICIN IST BEURLAUBT!

Als der Chronist vor Jahren seinen leider längst verstorbenen Freund Peter Persidis zwecks gemeinsamen Essens beim Peschta vom Training abholte, warteten dort auch einige damalige „Ultras“, aber auf Cheftrainer Heri Weber, von denen einer, den Tschick wie weiland Humphrey Bogart, also irgendwie aggressiv wirkend, an den Mund führte und dabei zischte: „Wo is er denn, die Ratte?“ Jahre später wurde die halbe Keisslergasse mit „Pacult raus!“ beschmiert, warum auch immer. Und auf der Mauer hinter der Tankstelle neben dem Auer-Welsbach-Park ist noch immer groß und deutlich zu lesen: „Schöttel raus!“ Außerdem erinnert man sich, dass Josef Hickersberger, ebenfalls ein nachmaliger Meistertrainer des SCR, von den offenbar allerwichtigsten aller Fans und Anhänger seinerzeit keineswegs freundlich begrüßt worden war…

Warum wir diese alten Geschichten aufwärmen? Weil sie in der Gegenwart immer noch passieren, in Szene gesetzt von den Nachkommen der einstigen Krakeeler.

Wie dem auch sei, gegen die Unfreundlichkeiten gewisser Fans/„Fans“ dem bedauernswerten Goran „Gogo“ Djuricin gegenüber, sind jene, die seine oben aufgezählten Vorgänger hinnehmen mussten, kaum mehr als Lercherlschase. Ohne es mit rationalen Motiven zu wollen oder können, trieben die „Ultras“ diesen Trainer seit Monaten wie die letzte Sau durchs (Hüttel-)Dorf, worauf wir aus gegebenem Anlass gar nicht mehr näher eingehen wollen. Ja, die Leistungen wurden in letzter Zeit immer schwächer und erreichten gegen die von Selbstvertrauen strotzenden St. Pöltner, die im letzten Sommer nur dank einem juristischen Dreh in der Liga bleiben durften, den absoluten Tiefpunkt. Worauf die hartnäckigen „Gogo raus!“-Schreier sicher nur gewartet hatten und jene Journalisten, die deren Treiben kritiklos, ja geradezu wohlwollend kommentiert hatten, wohl auch.

Gogo konnte tun oder lassen, was er wollte oder nicht wollte, es wurde besonders von Herrn Bortenschlager (Kronen Zeitung) genüsslich breitgetreten, siehe das Glatzenkratzen jüngst in Mattersburg, wo man ihm auf der dortigen VIP-Tribüne schwerstens beleidigt hatte. Nicht auszudenken, wie etwa der heißblütige Starek-Gustl in Gogos Situation reagiert hätte! Der jedenfalls sagte zu den Feindseligkeiten, in einer Demokratie habe jeder das Recht, seine Meinung zu äußern.
Natürlich auch im Internet, unter dem Schutz der Anonymität schlug Djuricin sogar rassistischer Hass entgegen. Im „Block West“ genießen sie diesen Schutz ja auch weitgehend, andernfalls wären noch viel mehr Vereinsschädlinge ausgeforscht und bestraft worden. Zwischenbemerkung: Das unnötigerweise verloren gegangene Derby fand mit dem Platzsturm von zirka 30, teilweise vermummten Idioten sein „krönendes“ Ende, und die (x-te) Geldstrafe hiefür ist noch ausständig. Vielleicht sollten die „Ultras“ einmal nicht nur für – was selbstverständlich höchst lobenswert ist! – kranke Kinder sammeln, sondern auch für die Begleichung jener Schäden, die sie in unschöner Regelmäßigkeit zu Lasten des SK Rapid anrichten.

Apropos Medien: Der bekannt rührig-umtriebige Rapidffeund, Herr Dipl.Ing. Franz Fiala, hat auf eigene Kosten Pro-Gogo-Banner anfertigen lassen…

…und vor der Allianztribüne platziert (zwischenzeitlich war eines gestohlen worden), aber darum kümmerte sich nur der „Kurier“ vom 29.9. Offenbar ist, zumindest im Zusammenhang mit Rapid, Negatives wesentlich attraktiver als Positives. Natürlich auch im Internet. An dieser Stelle muss man die Ex- Volkstheater-Direktorin Emmy Werner zitieren: „Meine ganze Aversion gilt den sozialen Medien, die ich für asozial halte. Der Pöbel hat ein Sprachrohr und damit auch Macht bekommen.“

Apropos Pöbel: Nach dem 327. Derby erhielten FAK-Goalie Pentz und seine Familie (sicher via Internet) Morddrohungen; und auf dem Stammersdorfer Friedhof wurde das Umengrab eines 2010 ermordeten Rapidfans mit „Viola“- und Hakenkreuzgeschmiere in Lila geschändet – verdammt nochmal, was sind denn das für „Menschen“, die so etwas tun?

Goran Djuricin wurde nach dem Desaster gegen St.Pölten beurlaubt, womit die gnadenlose Hetze gegen ihn hoffentlich zu Ende ist. Nicht aber unser Dank an den Gogo für die Rettung aus der Abstiegsgefahr, das Erreichen des Cupfinales und die Qualifikation zur EL- Gruppenphase. Wofür er als Cheftrainer natürlich ebenso verantwortlich war wie für die augenblickliche Misere, das können wir gar nicht schönreden. Wir können aber darauf hinweisen, dass Rapids Fußballer ja auch nur Menschen sind, an denen die Anti-Gogo-Kampagne nicht spurlos vorbei gehen konnte.

tipico-Bundesliga (Stand vom 30.9.2018)

1. Salzburg      9/27 (24:7)
2. St.Pölten (!) 9/20 (16:7)
3. LASK          9/20 (13:5)
8. Rapid (!)     9/9  (9:10).

ÖFB-Cup, Achtelfinale (30./31.10.)

Wolfsberger AC – Rapid. Ob wir da bessere Chancen auf einen internationalen Platz haben, bleibe dahingestellt…

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

BL, 7. RUNDE (16.9.): AUSTRIA (H) 0:1 (0:0)

Von wegen „hätti, wari“: Hätte der wie aus der Pistole geschossen startende SCR seine frühen Topchancen (Knasmüllner, Ivan) verwertet, wäre im zusehends hitziger werdenden 327. Derby der erste Sieg über die Austria im gar nicht mehr so neuen Allianz-Stadion gut möglich gewesen. Und auch als sich die zu vielen Provokationen (Pentz, Monschein) neigenden Gäste besser auf Rapid eingestellt hatten, gab es so manche gute grün-weiße Torgelegenheit. Es traf aber nur der lustigerweise „Grüni“ genannte violette Kapitän, dem die Kugel zufällig vors Schussbein gesprungen war. Noch blöder als die vermeidbare Niederlage war wieder einmal ein Auftritt einiger SCR-Chaoten, die nach Spielschluss zum FAK-Sektor marschieren wollten, wobei zwei Polizisten schwer verletzt und zwei Personen festgenommen wurden.

SCR: Strebinger; Müldür (58.Auer), Sonnleitner, Barac, Potzmann; Ljubicic, Schwab; Murg, Knasmüllner (68.Pavlovic), Ivan (73.Berisha); Alar.- Tor: Grünwald (57.).- Gelbe Karten: Müldür, Barac, Knoflach (auf der Bank), Schwab, Berisha; Friesenbichler, Schoissengeyr, Igor, Ewandro, Monschein, Madl.- Allianz-Stadion, Weinberger, 26.000.

EL, GRUPPE G, l.RUNDE (20.9.): SPARTAK MOSKAU (H) 2:0 (0:0)

Das Duell mit Russlands Rekordmeister brachte einen verdienten Sieg des österreichischen. Die ersten 45 Minuten verliefen in etwa ausgeglichen und relativ chancenarm, bevor Müldür, Rapids 19-jähriger türkischer Nationalspieler in spe, nach vorherigen Problemen mit den flinken gegnerischen Angreifern die wichtige Führung einleitete, indem der Murgs Corner per Kopf auf den Spartak-Goalie wuchtete, von dem der Ball via Vordermann ins eigene Netz hoppelte. Nun folgten großartige Szenen des SCR, die Dribblanski Murg auf Schwabs Superpass cool mit dem 2:0 krönte. Dass den Russen kein Tor gelang, lag nicht nur, aber ganz besonders am Dauerbrenner Sonnleitner. Der sich von Ex-Sportchef zum Glück nicht aus Hütteldorf hatte vertreiben lassen.

SCR: Strebinger; Müldür, Sonnleitner, Barac, Potzmann; Ljubicic, Schwab; Murg, Knasmüllner (86.Martic), Ivan (76.Berisha); Alar (71.Pavlovic).- Tore: Timofejew (50., Eigentor), Murg (68.).- Gelbe Karten: Ljubicic; Ze Luis, Lomowitski.- Allianz-Stadion, Bieri (Schweiz), 21.400.

BL, 8.RUNDE (23.9.): SALZBURG (A) 1:2 (0:1)

Djuricin rotierte geradezu todesmutig, indem er drei Tage nach dem Spartak-Match und drei Tage vor dem Cup-Gastspiel in Mattersburg gleich acht Mann aus Ersterem draußen ließ. Von ihnen fehlte ausgerechnet der überragende Strebinger am allerwenigsten, denn Knoflach, nach dem Derby wegen seiner Auseinandersetzung mit dem FAK-Dauergrinser Pentz noch der Buhmann für die Medien, vertrat den Richie nicht minder überragend, wie immer eigentlich, wenn er nach einer langen Pause aufgestellt wird – bravo, Knofi! Seine Vorderleute kamen in offensiver Hinsicht allerdings erst nach den Einwechslungen von Murg, Ivan und Alar einigermaßen auf Touren. Ärgerlich: Schwab bedachte offenbar nicht, dass sich die Bullen immer auf jemanden stürzen, der irgendwo auf dem Feld einen Ball führt, und verlor diesen an Wolf, dessen Pass Dabbur zum letztlich entscheidenen 2:0 nutzte, und das wohl unnötige Foul Marties an Samassekou vor Alars vermeintlichem 2:2 (90./+4), welches den großen Kampfgeist von „Rapid B“ belohnt hätte. Allerdings hatte der Sieg der Gastgeber trotzdem und trotz Pavlovics Stangenschuss (57.) seine Berechtigung.

SCR: Knoflach; Müldür, Sonnleitner, Hofmann, Auer; Martic, Schwab; Guillemenot (46.Ivan), Malicsek (46.Murg), Berisha; Pavlovic (68.Alar).- Tore: Minamino (36.), Dabbur (77.); Hofmann (89.).- Gelbe Karten: keine.- Red-Bull-Arena, Harkam, 15.973.

ÖFB-CUP, 2.RUNDE (26.9.): MATTERSBURG (A) 1:1 (1:1) n.V., Elferschießen 5:4.

Rapid wollte Fußball spielen, die robuste MSV-Abwehrmauer ließ das aber nur einmal wirklich erfolgreich zu, nämlich bei der schönen Coproduktion Potzmann/Knasmüllner. Die burgenländischen Offensivbemühungen profitierten von den zu vielen Ballverlusten der Gäste und waren dann keineswegs ungefährlich; besonders kritisch wurde es, wenn einige riskante Rückpässe den guten Richie zu bizarren Slapstickeinlagen zwangen. Wäre Murgs abgefälschter Weitschuss im Tor statt an der Latte gelandet (119.), hätte es den wahren Höhepunkt der untermittelprächtigen Partie nicht gegeben: das dramatische Penaltyschießen.

Und just nach Strebingers entscheidender Großtat begab sich der Hütteldorfer Fanblock auf das Niveau der vorherigen 120 Minuten: „Gogo raus! Gogo raus!“ Naja.

SCR: Strebinger; Auer (100.Müldür), Sonnleitner, Barac, Potzmann; Ljubicic, Schwab; Murg, Knasmüllner (66.Pavlovic), Berisha (46.Ivan); Alar.- Tore: Kvasina (45./+1, Elfer); Knasmüllner (38.).- Gelbe Karten: Gruber; Alar.- Elferschießen: Schwab 1:0, Pusic 1:1, Pavlovic 2:1, Hart 2:2, Barac 3:2, Renner 3:3, Murg gehalten, Jano 3:4, Alar 4:4, Kerschbaumer Latte, Ljubicic 5:4, Rath gehalten.- Pappelstadion, Chiochirca, 5.300.

BL, 9.RUNDE (29.9.): ST.PÖLTEN (H) 0:2 (0:1)

Schlusspunkt unter die menschenverachtende Dauer-Treibjagd auf Goran Djuricin! Seine nervlich sichtlich mitgenommene Mannschaft war deutlich schlechter als Kühbauers vorjährige Fast-Absteiger, heuer aber von Sensationserfolg zu Sensationserfolg eilende Truppe und bot eine schockierend schwache Gesamtleistung. Wonach der „Gogo“ prompt beurlaubt wurde – Gratulation „Block West“ & befreundete Medien!

SCR: Strebinger; Müldür (86.Berisha), Sonnleitner, Barac, Potzmann; Ljubicic, Schwab; Murg, Knasmüllner (58.Pavlovic), Ivan; Alar (72.Kostic).- Tore: Gartier (44.), Balic (64.).- Gelbe Karten: Müldür, Ljubicic; Haas, Drescher.- Gelb-Rote-Karte: Ivan (59., Foul).- Allianz-Stadion, Schörgenhofer, 15.800.

„MR. GRÜNZEUG NR. 597“: MARIO SONNLEITNER

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat.

Für das Duo Müller/Büskens seinerzeit untragbar gewesen, gehört Mario Sonnleitner, das SCR-Mitglied auf Lebenszeit, aktuell wieder zu den wichtigsten und besten Spielern, auch wenn die Mannschaft – wie z.B. zuletzt gegen St.Pölten tief in der Scheiße steckt. Tja, Steirerblut ist halt kein Himbeersaft. Souwiesou, „Sonni“!

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

EC-Spiel: Deni Alar 20. (Spartak Moskau).- ÖFB-Cupspiele: Mario Sonnleitner 25. (SVM); Deni Alar 10. (SVM).- BL-Spiel: Deni Alar 125. (St.Pölten).- „Runde“ Tore: Fehlanzeige, was auch sonst!

„MV“ VOM 24.9.: EIN „(FUSSBALL-)GÖTTLICHER“ ABEND

Steffen Hofmann, Rapids „Fußballgott“ und Inhaber eines „Abo-Sitzes“ in unserem Klublokal, war „als ganz besonderer Ehrengast“ unserer ersten Mitgliederversammlung in diesem Herbst angekündigt, und sehr viele kamen, um ihre Verbundenheit mit ihm zu dokumentieren.

Nach Obmann-Moderator Niederhubers Rückblick auf die Karriere dieses ganz besonderen Fußballspielers und Menschen stand er Ersterem und dem Auditorium gerne Rede und Antwort, gelegentlich in der für ihn spitzzüngigen, aber stets freundlichen Manier.

„Danke für 16 unvergessliche Jahre“ steht auf dem ihm, dem im Lauf der Jahre von allen möglichen Seiten hochdekorierten Rekordrapidler aus Franken, überreichten Ehrenteller.

In der darauf folgenden Diskussion ging es vorerst um seine aktuelle Position beim SCR: Als Talentmanager ist Steffen, der seinem Autogramm ins Gästebuch noch immer die Nummer 11 hinzufügt, die erst in elf Jahren wieder vergeben werden kann, für die Entwicklung der hoffnungsvollsten Jungkicker von der U15 bis zur U18 mitverantwortlich. Er fuhrt Gespräche mit ihnen, beobachtet zahlreiche Spiele, ist bei den Trainings anwesend und hat nun „weniger Zeit als früher“ für seine Familie. Deren fränkischen Teil er ebenso gerne besucht, wie er dann wieder nach Wien zurückkommt. Wo er sich wohl fühlt, als hätte er längst die österreichische Staatsbürgerschaft, welche ihm wegen diverser Versäumnisse des ÖFB nach wie vor fehlt. Doch was soil’s, ist Steffen Hofmann doch quasi ein Hütteldorfer Ehrenbürger! Apropos Familie: Steffens aufgeweckter Filius Moritz (6) ist am Fußball kurioserweise desinteressiert, was vermutlich daran liegt, dass ihn seine älteren Schwestern beim Gartenkickerl ziemlich rau attackiert haben. Erzählte jedenfalls der auf seinen Nachwuchs trotzdem hörbar stolze Herr Papa.

Natürlich wurde auch über Rapids momentan wieder einmal nicht durchwegs rosige sportliche Situation gesprochen. Dennoch: Als Talentmanager lemt(e) Steffen zahlreiche überaus begabte Spieler kennen, sodass er und wir auf eine schönere Zukunft hoffen dürfen, um nicht zu sagen, auf eine „göttliche“. So oder so, weitere Besuche unserer Versammlungen sind für Steffen Hofmann sicher eine Gewissheit. Daher dürfen wir zu Recht auf neue „(Fußball-)göttliche“ Abende hoffen.

EIN BLICK ZU RAPID II

6. RUNDE (7.9.): WR.LINIEN (H) wegen Teamabstellungen auf 18.9. verschoben; stattdessen stand am 6.9. ein Test in WR.NEUSTADT auf dem Programm, der 1:1 (0:0) endete. Tore: Reiter (53.); Ehmhofer (63., Freistoß). Dibon und Debütant Pavlovic spielten mit, während Marie verletzt ausschied und von Hedl vertreten wurde (19.).

7. RUNDE (14.9.): BRUCK/LEITHA (A) 0:1 (0:0)

Haas; Sulzbacher, Greiml (46.Sahanek), Obermüller, Hajdari; Wunsch, Felber, Ibrahimoglu, Schuster (67.Jusic); Weyermayr, Tomasevic (49.Kirim).- Tor: Majtan (47.).- Bruck/Leitha, Heiner, 300.

NACHTRAG ZUR 6.RUNDE (18.9.)

WR.LINIEN (H) 3:0 (1:0).- Haas; Hajdari, Dibon, Obermüller, Leovac; Weyermayr (67.Kirim), Wunsch (80.Nader), Felber, Ibrahimoglu; Jusic, Markl (70.Sahanek).- Tore: Weyermayr (25.), Jusic (49., 90./+4).- Allianz-Stadion, West 1, Hasanovic, 150.

8. RUNDE (22.9.): NEUSIEDL (H) 3:1 (2:0)

Hedl; Ehmhofer (54.Sahanek), Dibon, Gobara, Moormann; Wunsch, Felber, Ibrahimoglu; Markl, Tomasevic (59.Weyermayr), Jusic (78.Kirim).- Tore: Jusic (35.), Wunsch (44.), Markl (63.); Enguelle (87.).- Allianz-Stadion, West 1, Weiß, 155.

9. RUNDE (28.9.): TRAISKIRCHEN (A) 1:2 (0:2)

Hedl; Sulzbacher, Greiml, Obermüller, Moormann (64.Leovac); Wunsch, Felber, Ibrahimoglu; Weyermayr (25. Schuster), Guillemenot, Jusic (57.Tomasevic).- Tore: Fucik (8.), Stojiljkovic (30.); Wunsch (70.).- Traiskirchen, Kouba, 250.

RESÜMEE

Die erste Auswärtsniederlage fiel mit 0:1 in Bruck/Leitha denkbar unglücklich aus: Das Verlusttor entsprang einem misslungenen Rückpass, andererseits fehlte – wie bei Hajdaris Stangenfreistoß – das Abschlussglück.— Es war keine Glanzleistung gegen die nicht ungefährlichen „Tramwayer“, aber das Resultat stimmte, weil Dibon, Obermüller & Co. weitestgehend sattelfest agierten und vorne einer traf wie einst sein Vater Nermin, die SCR- Amateure-Legende: Eddi Jusic gelangen zwei tolle Tore und obendrein ein nicht minder schöner Schuss ans Lattenkreuz (82.).

Mit dem ungefährdeten 3:1 über Neusiedl setzte sich Rapid II auch ohne Stützen wie etwa Obermüller oder Leovac an die zweite Stelle der Tabelle, punktegleich mit Leader Ebreichsdorf.

Gegen den nun von Oliver Lederer trainierten FCM Traiskirchen verpassten die Hütteldorfer den möglichen Sieg in der deutlich schwächeren ersten Hälfte (Lattenschuss Sulzbacher, 22.). Die spätere Drangperiode brachte leider nur einen Treffer.

RLO-Stand vom 29.9.

l. Ebreichsdorf 9/21 (31:7)
2. Mauerwerk    9/21 (19:7)
3. Rapid II     9/18 (18:7)
4. WSC          9/18 (18:20)

SPLITTER

Unsere Homepage ist in einer auch für Smartphones geeigneten Version online (http://klubderfreunde.at). Mitglieder können sich auf der Homepage unter „Tagebuch“->„Tagebuch als Newsletter“ tagesaktuelle Berichte zu verschiedensten Themen rund um Rapid per Mail zusenden lassen. Wir bitten Euch, die Seiten kritisch anzusehen. Eure Hinweise können uns helfen, das Angebot zu verbessern.

Bruno-Gala vom 3.9.: Steffen Hofmann erhielt den Ehrenpreis der Saison und Dauer-Pechvogel Andi Kuen (nun SVM) jenen für das Comeback der Saison.

Zoran Barisic steht nun bis Mai 2021 beim slowenischen Doublegewinner Olimpija Ljubljana unter Vertrag.

Länderspiele ohne SCR-Beteiligung (Strebinger wurde von Foda zweimal als Bankdrücker getestet, Ljubicic hatte für die U21 abgesagt) zwischen 6. und 11.9.: A-Team: Freundschaftliches 2:0 (1:0) gegen Schweden in der violetten Generali-Arena (Eigentor, Alaba), aber ernüchterndes 0:1 (0:0) in Bosnien in der neuen Nations League, deren Modus nur für Gehirnakrobaten verständlich ist; U-21 in der EM-Quali in Ritzing gegen Armenien 2:1 (1:0) und in Gibraltar 5:0 (1:0), Tore: Kvasina, Ullmann bzw. Honsak (3), Ullmann und Ex-Rapidler Lienhart.

Herr Viktor Czaharnicki, 2371 Hinterbrühl, ließ sich in der „MV“ vom 24.9. einschreiben – herzlich willkommen bei den Rapidfreunden, „Vickerl“ (wie Ehrengast Steffen Hofmann ihn immer nannte)!

Unseren Glückwunsch, Herr und Frau Schwab! Rapids Kapitän heiratete am 24.9. in seiner Heimat Salzburg seine Chiara.

Zwei weitere ausnahmsweise positive Meldungen: Boli Bolingoli verlängerte seinen Vertrag vorzeitig und ohne Ausstiegsklausel bis Sommer 2021,und Christoph Peschek, der junge wie clevere Geschäftsführer Sport, bestritt dezidiert, mit Noch-SPÖ-Chef Kern von Hütteidorf nach Brüssel zu wechseln, denn bei Rapid gebe es (wie wahr!) „noch sehr viel zu tun“ (Stichwort: Akademie).

… und noch eine Vertragsverlängerung: Thomas Murg prolongierte seine Tätigkeit in Hütteldorf bis Sommer 2022.

Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller

KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID, 1120 Wien
Telefonservice: 01-8170035
Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
E-Mail-Adresse: klubderfreundef @ aon.at
Offenlegung: Grundlegende Richtung von “Grünzeug“ ist die umfassende Information der Freunde des S.C.Rapid.
Medieninhaber: KLUB DER FREUNDE DES S.C.RAPID (Vorstand: Obmann: Gerhard Niederhuber, Obmannstellvertreter: Martin Reiser, Kassier: Clemens Bachmayer).
Homepage: http://klubderfreunde.at
Newsletter: http://klubderfreunde.at/newsletter-anmeldung/
Homepage-Autor: Franz Fiala · franz @ ewkil.at · 0677-1899 5070

„Grünzeug“ im Tagebuch

Rapidviertelstunde-167

Aus dem Inhalt der 167. Folge

(Präsentiert von IMMO-United)

  • Lebenshilfe besucht Hofmann
  • Rapid-Nachwuchs im Stadion
  • Der Doppelpass des SK-Rapid
  • Weber und Panenka im Interview
  • Link zum Video

W24 Rapid-Viertelstunde im Tagebuch


Fehlerberichtigungen

Viele dieser kleinen Berichte entstehen am Ende eines Arbeitstages, bei “leicht” reduzierter Konzentration. Erfreulicherweise sind die Leser viel konzentrierter und melden diese Fehler zurück. Bereits ausgesendete Newsletter können nicht mehr korrigiert werden, die Online-Ausgabe aber schon. Das geschieht dann auch. Folgende gravierende Fehler sind in den letzten Berichten gefunden worden:

Rangers-Rapid

(1) Die Aufschrift auf den Schals während der Choreografie war nicht “Rapid-Wien” sondern “Come on You Bouys in Green”
(2) Im Test stand, dass wir “von Celtic-Fans umgeben” waren. Richtig ist natürlich “von Rangers-Fans umgeben”.

Danke an Gerhard für die Berichtigungen.

10 Jahre Rapidwirt

In diesem Beitrag wurde “Robert Beric” als Gast vorgestellt. Richtig ist natürlich “Robert Racic”. (So groß ist schon die Sehnsucht nach einem treffsicheren Stürmer.)

Danke an Gregor für die Berichtigung.

Man könnte natürlich behaupten, die Fehler dienten dazu, die Aufmerksamkeit der Leser zu testen:-) Es gibt aber tatsächlich absichtliche Fehler in Publikationen, die aber dazu dienen eine Raubkopie entlarven zu können. In Landkarten gibt es so genannte “Fallengassen”, die nicht wirklich existieren. Wenn jemand die Landkarte unerlaubter Weise für eigene Publikationen verwendet, kann man die Urheberschaft auf Grund solcher Fehler nachweisen.

10 Jahre Rapidwirt

Das folgende Foto ist vom Dezember 2009, Charly mit Steffen.

Und so erlebten wir Charly heute, als er gerade Steffen Hofmann, den Stargast angekündigt hat:

In nur zwei Jahren wurde aus einem rundlichen Charly ein drahtiger Läufer, und wir alle, die wir mehr oder weniger Übergewicht mit uns herumschleppen, bewundern Charly ob seiner Disziplin, das überschüssige Fett nicht nur abgebaut zu haben, sondern das Gewicht ohne Yo-Yo-Effekt stabil zu halten. Solltet Ihr ein solches Projekt planen, vergesst alle Ratgeber, fragt Charly. Eines weiß ich: vier Mal in der Woche 10 Kilometer laufen, gehören zu dem Programm dazu.


Es war in den Weihnachtsferien 2011 als ich auf einen Facebook-Eintrag mit dem Rapidwirt aufmerksam wurde, und da kein Schnee lag – wenigstens nicht genug, um Schi fahren zu können, unternahmen wir, aus Scheibbs kommend, eine kleine Reise in den äußersten Winkel Niederösterreichs, den Donauwinkel und lernten dort Charly Wendtner und seinen prächtigen Vierkanthof kennen.

Bei der darauffolgenden Mitgliederversammlung im Parkhotel Schönbrunn im Februar erkannte uns Charly gleich wieder und begrüßte uns sehr herzlich. Seit diesen Tagen versuchen wir unsere Reisen in den Westen so zu planen, dass wir nicht im Rosenberger in St. Valentin, sondern in den paar Kilometer entfernten Gasthof von Rapidwirt Charly eine Rast einlegen.

Bei unserem letzten Besuch im September wurden wir Mitglieder bei Charlys Fanklub “Grün-Weiß Enns-Donauwinkel” und Charly lud uns daraufhin ein, bei der Mitgliederversammlung anlässlich des 10-jährigen Bestandes seines Vereins dabei zu sein. Diese Einladung haben wir gerne angenommen und sind bei der Dammstraße Richtung Mauthausen gleich in den dort wohl täglichen Stau geraten. Der Grund ist die Verkehrsüberlasung durch den nach Mauthausen zurückfließen Verkehr nach Arbeitsschluss.

Wir kamen gerade recht, um den zum Fotografieren günstigen Einsertisch zu bekommen. Wir bestellten ein Bier und stellten fest, dass dieser äußerste Westen nicht mehr zum “Krügelgebie” im Osten Österreichs gehört. Den jungen Kellnerinnen musste man “ein großes Bier” ansagen, um ein Krügel zu bekommen.

Der Steffen-Hofmann-Festsaal im ersten Stock war bei Beginn der Versammlung bis auf den letzten Platz gefüllt,

wir zählten etwa 60 Besucher. Die Formalitäten des Finanzberichts waren rasch und unbürokratisch erledigt, der Vorstand wurde entlastet. Eine der Hauptaufgaben des Fanklubs sind organisierte Autobusreisen zu Rapid-Spielen in Wien, wie wir aus dem Bericht von Charly erfahren haben.

Leider hat uns der “neue Besen” bei Rapid einen Strich durch die Besucher-Rechnung gemacht, denn die ebenfall eingeladenen Spieler Thomas Murg und Philipp Schobesberger waren nicht gekommen, weil sie bei einem kurzfristig angesetzten Teambuildung Anwesenheitspflicht hatten. Aber Robert Racic und Lukas Marek waren mit dabei und erzählten gemeinsam mit Steffen Hofmann über Details aus dem Rapid-Alltag.

So gab es dann auch die Frage, wie Steffen den neuen Trainer sieht: Didi war ein sehr guter Spieler und wir alle hoffen, dass er ein ebenso guter Rapid-Trainer wird.” Charly erzählte eine Anekdote von einem Spiel gegen Mattersburg, als Didi Steffen gefoult hat. Steffen hat sich danach seelenruhig die Socken gerichtet und Didi hat ihm etwas – offenbar weniger Nettes – ins Ohr geflüstert. Steffen wäre darauf aber nicht weiter eingegangen. “Ja, als Gegenspieler war Didi nicht der angenehmste…“, meinte Steffen.

Die Rolle der Medien kam immer wieder zur Sprache. Etwa gab es zuletzt in der Presse im Zusammenhang mit dem Vertragsende von Gogo eine Pressenotiz, die Reifen von Fredy Bickel wären aufgestochen worden. Wir alle haben diese Notiz so verstanden, dass ein Zusammenhang zur verspäteten Gogo-Kündigung bestünde. Steffen hat hier eine völlig irreführende Darstellung der Presse erklärt. Den Zwischenfall mit den Reifen gab es schon, allerdings lag er schon ein dreiviertel Jahr zurück und war damals beim Prater-Stadion und über den Täter könne man rein gar nichts sagen, es wäre sogar unwahrscheinlich, dass es sich um einen Rapidler gehandelt hat. Aber mit Gogo hatte diese Sache nichts zu tun.

Es gab viele weitere interessante Diskussionen mit Robert, Lukas und Steffen, und wir laden alle Leser ein, sich einem der Fanklubs anzuschließen, um im direkten Gespräch mit den Spielern die Menschen hinter den von der Presse gezeichneten Bilder kennen zu lernen. Dem Fanklub “Grün-Weiß Enns Donauwinkel” wünschen wir weitere erfolgreiche 10 Jahre. Auf ein Wiedersehen 2028!

Links

Doppelpass mit Matthias Horx

Diese Veranstaltung “Doppelpass” hatte viel mit Zukunft, Zukunftsängsten und Zukunftsoptimismus zu tun. Jedenfalls gilt: “Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen” (Mark Twain). Schon das Aufmacherfoto zur Einladung zum Doppelpass zeigt die Schwierigkeit von Planungen, die durch die Realität überholt werden.

Realität überholt Planung

Die Vorlaufzeiten für solche Veranstaltungen sind natürlich ziemlich lang und das Aufmacherfoto bei der Einladung (siehe weiter unten beim Einladungstext) zeigt Mario Sonnleitner im Interview mit Andy Marek. Die Ereignisse der letzten Woche waren aber so einschneidend, dass man dem Rechnung tragen musste und das Einladungsfoto kurzerhand durch ein Bild unseres neuen Trainers Didi Kühbauer ersetzt hat. Das Bild zeigt seinen allerersten Auftritt als Rapid-Trainer bei seiner ersten Pressekonferenz. Daher konnten wir als Programmergänzung auch ein kurzes Interview mit Didi erleben. Auf die Frage, was er denn gedenkt umzustellen, zeigte er sich zugeknöpft und meinte, dass es nicht klug wäre, das zu verraten. Es ist wohltuend, dass Didi auf die Fragen mit einer gewissen Ironie eingeht. Zum Beispiel, warum er den Co-Trainer Manfred Nastl mitgenommen habe, antwortete er zum Gaudium des Publikums: “damit wenigstens einer kleiner ist als er selbst”.

Antonín Panenka und Heribert Weber

Zwei außergewöhnliche Legenden werden über ihre erfolgreichen Zeiten bei Rapid befragt. Mit etwas Wehmut, denn eine Neuauflage solcher Erfolge scheint derzeit nicht in Reichweite zu sein. Dass wir gute Spieler in unseren Reihen haben, das betonen alle, aber sie müssen ihre Qualität auch mit einem gewissen Zukunftsoptimismus im Spiel zeigen, das meinen die Legenden.

Christoph Peschek, Heribert Weber und Andy Marek gratulieren Antonín Panenka zum 70. Geburtstag am 2. Dezember.

TÜV-Austria

Dass die Veranstaltung durch TÜV-Austria präsentiert wurde, wird die Kosten für Rapid überschaubar halten, nehme ich an. Direktor Dipl.-Ing. Dr. Stefan Haas, CEO der TÜV AUSTRIA HOLDING AG, erklärte die Zielsetzungen des bereits 1872 gegründeten Unternehmens.

„Anleitung zum Zukunfts-Optimismus”, Gastvortrag von Matthias Horx

Dass Menschen mit Symbolen arbeiten können, seht weit in die Menschheitsgeschichte zurück. Fußball ist auch so ein Symbol. Wir hauen einander nicht mehr die Schädel ein, sondern erleben durch das Fußballspiel, wie es denn wäre, wenn. Fußball wird durch drei Komponenten bestimmt:

  • durch Strategie
  • durch Können
  • durch Zufall

An dieser Stelle erinnere ich mich an den Vortrag von Damir Canadi, auch bei einem Doppelpass (siehe Links), in dem er meinte, es gäbe keinen Zufall. Das hat mich damals schon ziemlich stutzig gemacht, dass unser Trainer so etwas behaupten kann, doch es war so. Dass der Schuss von Christoph Knasmüllner im Sonntagsspiel gegen Mattersburg in der 11. Minute wieder an die Stange ging, wie die vier von ihm bereits nicht verwandelten Stangenschüsse zuvor, es sich der Ball dann aber anders überlegt hat und den Weg ins Tor fand. Das ist einer jener Zufälle, die eine ganz neue Zukunft begründen als ein nochmaliges Pech. Die Spieler verbringen die Vorbereitung auf Hartberg mit einem Erfolgserlebnis und haben das Gefühl, dass es aufwärts geht.

Vergleicht man den Zukunftsoptimismus und -pessimismus verschiedener Länder, stellt sich heraus, dass die reichsten Länder jene mit dem meisten Pessimismus sind, also zum Beispiel Österreich und Deutschland, während junge und vielleicht nicht so wohlhabende Länder wie China, Ghana und Estland viel optimistischer in die Zukunft blicken.

Die Welt ist besser als sie uns die Medien vermitteln. Während in den 1980er Jahren einer positiven Meldung zwei negative gegenüber gestanden sind, sind es 2017 15 negative Meldungen, die einer positiven gegenüber stehen. Und das hat auch einen Grund, denn hätten unsere steinzeitlichen Vorfahren nicht hinter jedem Geräusch eine Gefahr vermutet, würde es uns heute gar nicht geben. Wir leben also mit einem Verhalten, das uns seinerzeit das Überleben gesichert hat.

Wer würde bei den folgenden Meldungen nicht auf die Idee kommen, dass es sich um Fake-News handelt? Wir sind es gar nicht gewohnt, nicht mit Bad-News bombardiert zu werden.

  • Weniger Elend: die Zahl der Armen sinkt rapide
  • Behütete Natur: weltweit gibt es so viele Schutzgebiete wie nie zuvor
  • Mehr Gesundheit: Infektionskrankheiten verlieren weltweit ihren Schrecken
  • Bildung boomt: Ausgaben für Schüler und Studenten auf Allzeithoch
  • Globale Toleranz: Ehe für alle in immer mehr Staaten
  • Der Wald wächst weltweit
  • Es gibt mehr Bienen!
  • Goodbye CO2: Höhepunkt der CO2-Ausstöße schon 2025 möglich
  • Immer mehr Thunfische in den Weltmeeren
  • Jugendgewalt sinkt stetig
  • Staying Home: weniger Flüchtlinge verlassen ihre Heimat (0,6 % der Weltbevölkerung sind pro 5 Jahre auf Wanderschaft)
  • Energiewende: Erneuerbare überholen Kohle
  • Deutsche Kinder und Jugendliche fit und gesund
  • Die Lebenserwartung steigt auf allen Kontinenten
  • Es gibt nur mehr 20% Analphabeten
  • 92% aller Kinder weltweit besuchen eine Grundschule
  • Christliche Länder haben eine höhere Geburtenrate als islamische Länder. Beispielsweise ist die Geburtenrate im Iran geringer als in den USA. Der Grund ist die heute viel geringere Säuglingssterblichkeit
  • Die Welt war nie so friedlich wie eben jetzt

Diese Aussagen stehen in einem gewissen Kontrast zu den Aussagen in Medien und rechter Parteien. Uns erscheinen gute Zustände auch eher als Warnung davor, dass es schnell wieder schlechter werden kann.

Die Brexit-Panik beruht auf der völlig falschen Einschätzung der Bevölkerung auf Fragen, die schließlich zum Brexit geführt haben (Zahlen in Klammer sind die realen Zahlen):

  • Wie viel Prozent der staatlichen Sozialhilfe wird ergaunert? 20% (1%)
  • Wie viele Menschen ohne britischen Pass leben in GB? 31% (15%)
  • Wie viele Teenager-Schwangerschaften gibt es= 16% (0,5%)
  • Steigt die Gewaltkriminalität? 60% ja (-20%)
  • Wie groß ist der Anteil der Entwicklungshilfe am Haushalt? 25% (1,1%)
  • Wie groß ist das Verhältnis zwischen Arbeitslosenhilfe und staatlichen Aufwendungen für Renten? 1:1 (1:15)

Wir erlebten einen spannenden Vortrag, der unseren Zukunftsoptimismus heben sollte. Besucht aber auch die Wikipediaseite des Vortragenden (siehe Links), in dem der Spruch von Mark Twain auch punktuell bestätigt wird, dass eben Prognosen doch sehr schwierig sind.

Deni Alar, Mario Sonnleitner, Stefan Haas, Matthias Horx, Christoph Peschek, Christopher Dibon, Stefan Schwab und Andy Marek

Buffet und Weinverkostung

Eigentlich geht es bei dieser Veranstaltung ums Netzwerken. Nun, für Pensionisten ist das nicht mehr so wichtig. Dass wir dennoch dabei sein dürfen, verdanken wir dem Umstand, dass wir uns beim Crowd-Investing aus Anlass des Stadionbaus beteiligt haben. Ein Bonus dieser Beteiligung war eben eine Einladung zu dieser zwei Mal im Jahr stattfindenden Veranstaltung “Doppelpass” des Businessclub. Die Gastvorträge hatten bisher immer ein hohes Niveau und wegen der didaktischen Qualitäten der Vortragenden waren sie auch für alle gut verständlich.

Einladungstext zum Doppelpass

Sehr geehrter Herr Fiala,
der SK Rapid lädt Sie und die Mitglieder des SK Rapid Business Club zum zweiten Doppelpass im Jahr 2018 ein!

SK Rapid Doppelpass presented by TÜV Österreich

Mittwoch, 10. Oktober 2018
Beginn: 19:00 Uhr
Allianz Stadion, Business Lounge, Ebene 1

Im Fokus steht diesmal Matthias HORX, einer der renommiertesten Zukunftsforscher Europas. Er widerlegt den berühmten Satz von Mark Twain „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“, indem er Faktoren von Entwicklungen analysiert und intelligent kombiniert. Die Frucht dieser Arbeit sind spannende Einblicke in wahrscheinliche Szenarien unseres Zusammenlebens.

Aber auch die Geschichten zweier sehr erfolgreicher Rapid-Legenden, sollen diesen Abend bereichern! Der erste grün-weiße Ehrenkapitän Heribert WEBER und der Europameister von 1976 Antonin PANENKA stellen sich den Fragen von Andy Marek.

Dieser abwechslungsreichen und spannenden Veranstaltung werden auch die Geschäftsführung, Vertreter des Präsidiums, Direktoren und Spieler des SK Rapid beiwohnen. Neben spannenden Inhalten und Informationen, wird es auch wieder die Möglichkeit zum Kontakte knüpfen geben.

PROGRAMM

18:30 Uhr: Einlass und Aperitif
19:00 Uhr: Begrüßung durch Moderator Andy MAREK
19:10 Uhr: Interview mit dem Geschäftsführer Wirtschaft / CEO, Christoph PESCHEK
19:20 Uhr: Sport-Talk mit den Rapid-Legenden Antonin PANENKA und Heribert WEBER
19:50 Uhr: Vortrag von Matthias HORX „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus”
Warum die Welt nicht schlechter wird, wir das aber so schrecklich gerne glauben
20:50 Uhr: Gemeinsames Abendessen
21:30 Uhr: Verlängerung in der Wein Burgenland Bar, Ebene 1

Wir laden Sie ein und bitten um Rückmeldung bis spätestens Donnerstag, 4. Oktober 2018 unter business.events@skrapid.com.
Pro Teilnehmer steht ein Garagenplatz in der SK Rapid Garage (Zufahrt Keisslergasse) zur Verfügung.
Wir würden uns über Ihren Besuch sehr freuen.


Christoph Peschek
Geschäftsführer Wirtschaft / CEO


Fredy Bickel
Geschäftsführer Sport

Links

Bisherige Doppelpass-Veranstaltungen

Glasgow

Das Wichtigste an den Auswärtsfahrten ist natürlich das Spiel selbst, “Rapid auf der Insel”, aber die wichtigste Nebenrolle ist auch das fremde Land. Was, von dem, das wir gesehen haben, ist typisch englisch, was typisch schottisch und was ist eine Eigenheit von Glasgow? Man muss schon viel herumkommen, um das alles unterscheiden zu können. Wir sind auf dem besten Weg, das durch die Reisen mit Rapid vermittelt zu bekommen.

Glasgow

Glasgow ist die größte Stadt in Schottland, Regierungssitz ist aber das etwas kleinere Edinburgh im Osten.

Wie alle europäischen Metropolen wuchs Glasgow vor allem im 19. Jahrhundert durch Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten, aber auch während der Hungersnöte aus Irland aber auch aus Indien. Der Motor dieser Zuwanderung waren die Verdienstmöglichkeiten in den damals 40 Werften am Fluss Clyde. Glasgow zählt heute 600.000 Einwohner, aber wie bei allen Städten hängt diese Zahl von der Grenzziehung ab. Wählt man als Zählgrenze etwa die Gegend bis zur Entfernung des Flughafens, hat dieses Einzugsgebiet ca. 2,8 Millionen Einwohner und das ist mehr als ein Drittel der Bewohner von Schottland. Gemeinsam mit dem Ballungsraum Edinburgh im Osten beheimatet diese Region 4/5 der Einwohner Schottlands (ca. 5,3 Millionen).

Glasgow wird von Fluss Clyde von Ost nach West durchflossen. Der Fluss mündet in den Firth of Clyde am nördlichen Ende von Irland in den Atlantik.

Der Westen der Stadt ist eine reiche, von Protestanten bewohnte Gegend, während der Osten eine Region der katholischen irischen Einwanderer ist. Dieser Gegensatz spiegelt sich auch in der Tradition der beiden Fußballklubs, denn die Rangers sind der Verein dessen Spieler bis 1989 ausschließlich der protestantischen Religion angehörten, während die Celtic-Spieler ausschließlich Katholiken waren. Seither hat sich diese strikte Auswahl der Spieler gelockert, spielt aber immer noch eine Rolle.

Zwar wurde im Vorfeld unserer Reise Rapid mit den Rangers verglichen – wohl wegen des “Rekordmeisters” – doch scheint mir Rapid als Arbeiterverein eine größere ideologische Nähe zu Celtic zu haben.  Die Paarungen Rapid-Rangers und RB-Celtic bedeuten eigentlich “Kapital”-“Arbeit”.

Er war jedenfalls schön zu sehen, dass Rapid als durchaus ernst zu nehmender Gegner wahrgenommen wurde. Das Stadion war voll besetzt und eine fast wohltuende Welle der Aggression hat sich gegen den grün-weißen Gegner (das auch noch, dieselbe Farben wie die von Celtic) entladen.

Wohlstand

Das Preisniveau liegt in Großbritannien um 22 % über dem EU-Schnitt (Österreich 7 %). (Vergleichende Preisniveaus 2014, Spiegel).

Das Bruttomonatseinkommen liegt in Großbritannien bei 2.990,- Euro (Österreich 3.300,- Euro). (Länderdaten.info)

Aus dem Vergleich der beiden Zahlen sieht man, dass Engländer teurer leben. Das ist auch am Big-Mäc-Index ablesbar. Ein Big-Mäc kostete im Jänner 2016 in England 4,22 $ und in Österreich 3,76 $ (das aber bei einem höheren Einkommen in Österreich).

Was aber noch zu beachten ist, wie sich diese Einkommen, gemessen am Gini-Index verteilen. Dieser Index ist in Großbritannien 36 % (Österreich 26 %). Je höher dieser Index, desto größer die Ungleichverteilung des Einkommen zwischen Arm und Reich. (Einkommensverteilung Wikipedia)

Dieser Vergleich könnte auch die auffällige Zahl von Obdachlosen erklären, die man im Stadtzentrum von Glasgow sehen kann.

Baustoff

Das Zentrum von Glasgow besteht aus Sandstein. Ja nach Herkunft gibt es roten oder grauen Sandstein. Hier ein Bild von einem kleinen historischen Gebäude in rotem Sandstein.

Ein Caffè Nero ist in diesem historischen Gebäude untergebracht. Caffè Nero ist der Platzhirsch in Glasgow. Segafredo und Illy gibt es hier nicht.

Beide Steine, roter und grauer Sandstein haben die Eigenschaft, dass man sie – wie wir vom Stephansdom wissen – von Zeit zu Zeit putzen oder gar erneuern muss. Nicht jedes Bauwerk hat aber diese Popularität und daher machen die schönen Fassaden des 19. Jahrhunderts manchmal einen gealterten Eindruck.

In der Peripherie, speziell im ärmeren Osten, dominiert der Ziegel. Die aus England bekannten Reihenhaus-Siedlungen konnten wir bei unserer Rundfahrt nicht beobachten.

Bauordnung

Eine Altstadt im Sinne verwinkelter mittelalterlicher Gassen gibt es in Glasgow nicht. Die Straßenzüge sind streng regelmäßig angeordnet. Es ist eine jüngere Ansiedlung, deren Kern hauptsächlich im 19. Jahrhundert im viktorianischen Zeitalter entstanden ist. Um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, ist es am einfachsten, sich mit Google Street-View durch die Fußgängerzone zu bewegen. Start in der Fußgängerzone.

Bahnlinien durchziehen die Stadt. Warum aber die Häuser sich fugenlos bis an die Schienenstränge heran schieben, ist rätselhaft und bei uns in dieser Form unbekannt.

An dieser Stelle sieht man, dass hier eine Bahn fährt, aber die Häuser beiderseits der Straße schieben sich nahtlos bis an die Bahn heran. In den umgrenzenden Straßenzügen ist nichts von einer Bahnlinie zu sehen, alles mit Gebäuden zugebaut. Wenn am Bahngelände Hilfe benötigt wird, kann man die Gleise nur mit einem Zug erreichen nicht aber von der Straße. Auch unser Hotel, das motel one, macht von dieser Bauweise keine Ausnahme und nutzt jeden Quadratmeter bis zur Bahnlinie.

Spekulationsobjekte

Auffällig sind die zahlreichen ungenutzten, vor sich hin alternden Häuser, die sich kontrastierend von den intakten Gebäuden abheben. Hier vier Gebäude in Steinwurfweite von unserem Hotel, und dieses befand sich unmittelbar am Hauptbahnhof:



Diese Gebäude erinnern an gewinnbringenden Abriss von Gründerzeithäusern in Wien. Möglicherweise sind diese Ruinen Spekulationsobekte, deren Eigentümer auf einen reichen Käufer wartet. Vermutlich schützt auch hier die Kommune dieser Häuser durch Denkmalschutzauflagen vor dem Abriss, um das Stadtbild in der derzeitigen historisierenden Form zu erhalten.

Die Stadt ist sauber und man kehrt hier nicht, sondern man saugt:

Bauweise

Unsere bisherigen Fahrten auf die Insel führten uns nach England, Schottland war eine Premiere. England kennen wir als ein Land der praktischen “Außenverkabelung”. Schaut ein bisschen so aus wie in Bukarest. Glasgow ist anders! Keine Kabel an den Außenmauern von Gebäuden! Früher dürften die Straßenlaternen – wie bei uns in Wien – von den Häusern abgehängt worden sein, wie man am folgenden Bild sieht,…

…aber das ist vorbei, denn heute sind die Leuchten entweder auf selbständigen Säulen oder an den Hausmauern befestigt. Und das ist sehr vorteilhaft, denn man braucht das Licht am Gehsteig und nicht in der Straßenmitte! Es gibt keine Tragseile, die Straßen überspannen! Das wäre doch einen Versuch in Wien wert!

Wandmalereien

Es gibt immer wieder Stellen im Stadtbild, an denen Häuser abgerissen worden sind   und man daher auf eine triste Feuermauer schauen müsste. In Glasgow hat man aus der Not eine Tugend gemacht und sehr viele dieser Flächen attraktiv gestaltet. Hier ein Beispiel dafür…

…und es gibt sehr viele davon, besonders in der Peripherie.

Phantasievolle Gestaltung

Eine Toilettenanlage ist nicht unbedingt ein Blickfang, außer man macht einen daraus:

Die Anlage selbst ist ein unansehnlicher Betonklotz, wurde aber kunstvoll in schmiedeeiserne Ornamentik eingepackt. Nachahmenswert!

Phantasievolle Werbung

Das folgende Erinnerungsfoto mit Arnold und Florian stammt aus der mondänen Fußgängerzone.

Aber eigentlich geht es um den dahinter liegenden Apple Shop in einem viktorianischen Gebäude. Ein Mann mit einem Schild in der Hand bietet vor dem Apple-Shop “Cheaper Apple Repairs” um die Ecke an. Sooo muss Werbung!

Verkehr

Als Mitteleuropäer und England-Fahrer schien es uns angebracht, auch in Schottland bei einer roten Fußgängerampel stehen zu bleiben und auf Grün zu warten. Das taten wir aber nur zwei Ampeln lang, danach übernahmen wir die Gepflogenheit der Einheimischen, einfach auch bei Rot zu gehen, wenn es der Verkehr zulässt. Zwar gibt es auch Ampeln, die den Fußgängern die ganze Kreuzung freigeben, aber wir hatten den Eindruck, als wären die Grün-Phasen für Fußgänger so unpraktisch geschaltet, sodass man sich über die Signale hinwegsetzt. Sehr gemütlich!

Berühmte Schotten

…werden an ihren Wirkungsstätten durch eine blaue Plakette verewigt, so wie im Bildbeispiel Stan Laurel, ganz ähnlich wie das auch in Wien bei historischen Bauwerken der Stadt der Fall ist.

Ganz berühmte, bekommen ein Denkmal, wie zum Beispiel James Watt, dessen Name jedes Elektrogerät ziert.

Eigentlich verbindet man mit ihm die Erfindung der Dampfmaschine, wie uns aber unsere Führerin erklärt hat, war seine Erfindung eine Weiterentwicklung der Dampfmaschine, die zu einer höheren Effizienz beitrug.

Verpflegung

Der englische/schottische Würstelstand dürfte ein Fish&Chips-Kiosk sein und daher besuchten wir einen unter der Eisenbahnbrücke hinter unserem Hotel. Wir wählten diesen, weil man dort auch Sitzgelegenheiten hatte. Getränke gab es nur alkoholfrei, und das dürfte eine Frage der Konzession sein.

Will man ein Bier trinken, besucht man eines der prächtigen Pubs, so wie dieses hier:

340,000.000

Was wäre eine Schottlandfahrt ohne den Besuch einer Whisky-Brennerei! Also machten wir uns auf den Weg in den Westen der Stadt, wo in einem alten Pumphaus eine solche Brennerei gerade im Aufbau begriffen war. Seit einem Jahr wird dort gebrannt aber nicht verkauft, denn erst nach einer Lagerzeit von drei Jahren darf Whisky auch verkauft werden.

Das hindert das Unternehmen aber nicht, Touristen die Whisky-Erzeugung durch interessante Führungen näher zu bringen. Leider sind unsere Englisch-Kenntnisse zu mangelhaft, um alles verstanden zu haben aber wenigstens den Qualitätsunterschied zwischen einem Blended Whisky (Verschnitt mit gleichbleibendem Geschmack) und Single Malt Whisky (vorzugsweise aus einer Brennerei) glauben wir, verstanden zu haben.

340,000.000 Liter Whisky pro Jahr stellen die 111 schottischen Whiskybrennereien her, davon entfallen 10% auf Single Malt Whisky (reine Gerste als Ausgangsprodukt und nur aus einer Brennerei), der aber durch seinen höheren Preis 20% des Umsatzes ausmacht. Die restlichen 90% sind Blended Whisky, und das klingt besser als Verschnitt, ist aber genau das. Einerseits sind diese Sorten nur teilweise aus Gerste, oft auch aus Weizen oder Roggen und außerdem werden Produkte vieler Brennereien zu einem Blended Whisky gemischt, und auf eine immer gleichbleibenden Geschmack eingestellt, was bei den Single Malts nicht der Fall ist. Solche Produkte werden – ganz ähnlich wie beim Wein – mit dem Jahrgang versehen, oft sogar jede Flasche mit einer fortlaufenden Nummer.

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