Unsere Spieler 2018/19

Es gibt in der neuen Saison viele neue Namen und viele neue Nummern. Wer, so wie ich, viele Spiele braucht, um sich all das zu merken, dem soll diese Tabelle im Visitenkartenformat dabei helfen,

Spieler von Rapid I

Spieler von Rapid II

Mitglieder des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ erhalten die Karte bei der Mitgliederversammlung, den Mitgliedern von „EwkiL:Rapid“ wird die Karte zugesendet. Weiters werden die Karten auf der Ost-Tribüne bei den Stehtischen zur freien Entnahme aufgelegt.

Wenn Du auch so eine Karte mit den Spielernamen und Rückennummern willst, sende uns eine Mail (franz{at}ewkil.at) mit Deiner Adresse.

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Admira-Rapid

0:3 (0:3), Harkam, 5200

Die Anspannung zu Saisonbeginn war groß, sicher nicht nur bei uns Zuschauern. Unangenehm war auch der angeschlagene Gegner, weil man erwartet, dass er Beton anrührt.

Doch es war erfrischend zu sehen, wie sich unsere Spieler im Strafraumgetümmel durchkombiniert haben. Insbesondere die linke Seite mit Ivan und Boli war sehr auffällig. Dass Knasi gleich zwei Assists auf sein Scorerkonto verbuchen konnte, zeigte seine Präsenz dort, wo es drauf ankommt. Daher führt er auch die Tabelle der Vorlagengeber an:

Dass die zweite Halbzeit nicht nach dem Wunsch des Publikums gelaufen ist, dürfte viele Ursachen haben. Einerseits mussten die Südstädter mehr fürs Spiel tun, den Rapidlern war es schon zu heiß und zum Glück stand es schon 3:0, sodass wir die vergebenen Top-Chancen der zweiten Halbzeit verkraften können. „Satte Löwen jagen nicht“, könnte man sagen.

Es war eine Einsermannschaft, die da aufgelaufen ist, aber eine mit einer starken Reserve, die wir in dieser Saison werden aufbieten können.

Dass sich der ersehnte Torjäger Deni Alar nicht in die Torschützenliste eintragen konnte, hing noch von kleinen Zufälligkeiten ab und auch davon, dass er ja nicht der einzige ist, der für die Tore zuständig ist, wie man gesehen hat. Diese Vielfalt an Torschützen ist – sofern es so bleibt – eine starke Waffe im Angriff von Rapid. Wir können gespannt sein, wie sich das Duell um die Stürmerstartplätze entwickelt, wenn erst Jeremy und Andria einsatzbereit sein werden.

Tabellensituation

Man soll die Feste feiern, wenn sie fallen, denn wer weiß, ob man später noch Gelegenheit dazu haben wird. Hier also die schöne Tabellensituation nach dieser ersten Runde:

Besuch

Mit 5200 Besuchern ist die Zuschauerzahl etwas unter dem Schnitt der Rapid-Auswärtsspiele in der Südstadt der letzten 10 Saisonen von etwa 6.000 pro Spiel . aber deutlich über dem Zuschauerdurchschnitt bei Admira-Heimspielen con 2300. Gefühlt waren es viel mehr Zuschauer, was aber auf die Warteschlangen bei den Kiosken zurückzuführen war.

Choreografie

Vor Spielbeginn zeigt der Block „Neues Ligaformat – weg mit den alten Leiden. Gemma Burschen, gemeinsam den Titelfluch vertreiben!“

Foto: Gerald Führich

Hervorragendes Fanservice

Als langjährige Kenner des Südstadt-Geländes fiel uns gleich nach dem Einlass ein gelber Schlauch auf, der sich durch die unbesetzten Plätze der Osttribüne schlängelte.

Bald wurde klar, dass auch unser Klubservice den Wetterbericht gelesen hat und von Zeit zu Zeit mit Hilfe dieses gelben Schlauchs für eine kühle Dusche gesorgt hat, die auch dankbar angenommen wurde.

Ausnahmsweise fühlten wir uns auf der Haupttribüne etwas vernachlässigt!

Rapid, ein Klub zum Angreifen

Dass sich in der Pause der Geschäftsführer zu den mitgereisten Fans setzt und bereitwillig erklärt, dass W24 mit seinen Sendungen erst wieder im September zu sehen sein wird, ist auch so ein Detail, das nicht selbstverständlich ist und zeigt, wie verbunden die Rapid-Familie doch ist. Der Grund für diese Verschiebung des Beginns der bisherigen Rapid-Viertelstunde war eine teilweise Überschneidung mit dem geplanten Format „Dein Verein“ bei Sky. Dass es die Rapid-Viertelstunde dennoch weiter zu sehen sein wird, ist sehr erfreulich.

Ambiente

Die Kartenpreise sind wieder etwas gesunken. Der obere Rang kostet nunmehr 25,- Euro und 19,- Euro ermäßigt. Im Frühjahr waren es noch 35/29 Euro.

Es gibt bei diesen Spielen immer viel Polizei. Warum sich diese Leute nicht darum kümmern, dass man für die Ausfahrt vom Südstadtparkplatz die Ampelphase länger freigibt, ist unklar. Unser mit Arnold, Christian, Florian, Franz und Mario voll besetztes Stadion-Taxt wartete bei voll aufgedrehter Klimananlage geduldig auf die Ausfahrt. Rot, obwohl es gar keinen Querverkehr gab. Könnte man leicht ändern und würde einigen Ärger ersparen.

Links

 

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Rapid-TV

Ab sofort kann man alle Bundesliga-Spiele von Rapid im Rapid-TV sehen, nicht in Echtzeit, sondern ab drei Stunden nach dem Spiel; re-live nennt sich das. Allerdings benötigt man dazu entweder ein Basic-Abo (für Mitglieder) oder ein Premium-Abo (für alle anderen).

Einstiege ins Rapid TV

Jetzt aber der Einstieg ins Rapid-TV. Hier geht’s zur Presseaussendung zum Rapid-TV. In dieser Presseaussendung gibt es folgende Links mit Informationen für das neue Angebot:

Man sieht, es gibt kostenlose Angebote und zahlungspflichtige Angebote.

Aber schon das bisherige kostenlose Angebot kann sich sehen lassen. Lasst Euch von der folgenden schlichten Gliederung nicht täuschen. Es ist der Start in eine mächtige Videothek, die jetzt schon bis 2012 zurückreicht. Die meisten Videos in diesem Angebot können alle sehen. Wenn ein Video ein Abo benötigt, ist es mit einem Schloss markiert:

Die Startseite zeigt ausgewählte Kapitel der VideoThek, jeweils eines pro Zeile. Derzeit:

  • Abschied von Steffen Hofmann (11 Video, davon 3 nur für Premium-User)
  • Sommervorbereitung 2018/19
  • Saison 2017/18
  • Pressekonferenzen
  • Wordraps
  • Rapid II
  • Historisches
  • Nachwuchs

Inhalt von tv.skrapid.at

Bundesliga

  • 2017/18 Zusammenfassungen aller Spiele inklusive Interviews
  • 2016/17 Zusammenfassungen aller Spiele inklusive Interviews

Im Gespräch

Hautnah

Verein

Einkaufen

Hier ist der Leistungsumfang dieser Zusatzangebote:

Um also alle Rapid-Spiele drei Stunden nach Spielende sehen zu können, benötigt man zumindest das Paket „Rapid TV Basic“ und das gibt’s nur für Mitglieder und Abonnenten. Bucht man es ganzjährig, kostet es 1,41 € pro Monat (16,90 € pro Jahr). Das Paket „Rapid TV Premium“ kostet 34,- € pro Jahr. (Unklar ist, warum das Premium Paket für Mitglieder 16,90 € kostet, also eben so viel wie das Basic-Paket).

Anregungen

Anregung 1: Wählt man irgendeines dieser Kapitel an, sieht man das Startbild des jüngsten Videos. Gut. Aber wo befinde ich mich? Der Titel fehlt. Breadcrumb nennt man das, vielleicht in Anlehnung an Hänsel und Gretel. Oberhalb des Videos sollte stehen Verein -> Rapid II.

Anregung 2:

In diesem Bild sieht man die Auswahl bei den Spielen einer Saison, das ist OK, hinter dem Vorwärtspfeil findet man insgesamt 36 Videos.Aber in anderen Kapiteln sind video zurück bis in das Jahr 2012 zu finden.

Wenn aber, wie etwa bei der Rapid-Viertelstunde es bereits mehr als 165 Videos gibt, ist das Wandern mit dem Vorwärtspfeil eine etwas mühsame Angelegenheit. Eine zusätzlich Auswahl der Jahre wäre praktisch, dann bliebe die derzeitige Zeile auf die Ereignisse eines Jahres beschränkt.

Anregung 3: Eine Suche fehlt!

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Stammtisch

Die Bedeutung der Bundesliga-Neu wird auch durch den einheitlichen Spielball „Telstar“ symbolisiert:

Andy Marek begrüßte Christoph Peschek, der besonders die Balance zwischen wirtschaftlichem und sportlichem Erfolg betont. Bereits 12.500 Abos wurden verkauft

Unterhaltsam war die Runde mit Boli Bolingoli und dem neuen Mittelstürmer Jeremy Guillemenot. Beiden gemeinsam ist, das Französische und so wurde manchmal übersetzt. Aber als Schweizer versteht Jeremy natürlich auch Deutsch, wenn auch noch nicht in der Wienerischen Version. Jeremy war bis zu seinem 18. Lebensjahr bei Servette Genf und ging dann zu Barcelona II, das in der 3. spanischen Liga spielt. Dass er zu Rapid kam, verdanken wir dem Umstand, dass es bei Barcelona noch um eine Größenordnung schwerer ist als bei Rapid, sich in die Kampfmannschaft zu spielen. Da Jeremy als schnell bekannt ist, wird er eine gute Verstärkung unserer Stürmerreihe darstellen.

Wir können an allen Transfers eine einheitliche Linie feststellen, die durch die finanziellen Rahmenbedingungen vorgezeichnet ist. Alle verpflichteten Spieler passen in den Finanzrahmen von Rapid und alle hatten so etwas wie einen Karriereknick und waren daher für Rapid leistbar. Der Wechsel zu Rapid soll ihnen wieder neuen Auftrieb gaben. Das ist ihre Chance und die von Rapid.

Sehr aufschlussreich war auch das Gespräch mit dem Trainer und Kapitän. Man will aufgrund der neuen Möglichkeiten in Zukunft auch variantenreicher sein, aber aus einer Bemerkung von Stefan Schwab konnte man ablesen, wie schwierig eine solche Umstellung sein kann. Er meinte, dass etwa eine Dreierkette in der Verteidigung enorm viel an vorbereitenden Übungen benötigt, etwas, das uns Zuschauern nicht bewusst ist. Es geht ja nicht um die konkreten Fertigkeiten eines Einzelnen sondern um das Zusammenspiel in der Mannschaft und diese Mechanismen aufzubauen, ist eben – wie Stefan erklärte – sehr arbeitsintensiv.

Es fehlte auch nicht der Hinweis auf das atemberaubende Abschiedsspiel für Steffen Hofmann als ein Zeichen an alle Spieler von Rapid, dass sich eben Treue lohnt. Der Zusammenhalt der Spieler dürfte auch durch den Faktor Kameradschaft und Betreuung durch den Verein sehr gut sein.

Ganz Rapid geht mit hohen Erwartungen in die neue Saison. Nächster Termin: Sonntag in der Südstadt.

Geburstagswünsche

Nicht vergessen wurde von den anwesenden Mitgliedern, dass Andy Marek am Vortag seinen 56. Geburtstag gefeiert hat. Wir bedanken uns bei ihm, dass er uns Zugang zu einer großartigen Gemeinschaft ermöglicht.

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Rapid – Steffen & Friends

2:4 (2:2), 25.300, Mag. Harald Lechner

Was war das für ein magischer Abend! Zu außergewöhnlich war der Anlass, dass nämlich ein Spieler 16 Jahre bei demselben Verein verbringt und noch dazu in so einem außergewöhnlichen Status des Kapitäns, als dass man so ein Ereignis wiederholen könnte. Ich habe einen solchen Abend noch nicht erlebt und so etwas wird sich vermutlich nicht mehr wiederholen.

Eine Chance sehe ich aber doch, bedenkt man die Gründe für Steffens Karriere bei Rapid. Bei ihm war es die Bindung an Kinder und Familie, die ein solches Fußball-Wunder ermöglicht hat. Und wenn das der Schlüssel zu einer längeren Bindung einer Fußballers an einen Verein ist, dann ergeht hiermit die Einladung an alle bodenständigen Mädeln, einen der heutigen Shooting-Stars an die Angel zu nehmen und an Rapid zu binden! „Los geht’s“, wie Andy Marek gerne sagt!

Hans Krankl hat einmal in einem Interview gesagt, dass sich jeder Spieler bei den heutigen Besucherzahlen zerfetzen müsste für den Verein und die Fans und dass das eben zu wenig der Fall wäre.

Ja, die Zeiten haben sich geändert. Man hat auch zu Zeiten von Hans Krankl gefeiert aber gemessen an den heutigen Zuschauerzahlen und dem seit seinen Tagen entwickelten Fan-Support war der damalige Zuspruch dem Massen eben geringer. Das alles ist in den Zeiten des Rapid-Klubservice entstanden. Er werden viel weitere Bevölkerungsschichten angesprochen. Gar nicht auszudenken, wie sich die Zuschauerzahlen entwickeln würden, wenn auch nur ein Teil der Erfolgs früherer Jahrzehnte zurückkehren würde.

Einerseits erkennen wir leicht in anderen Bereichen den Kitsch, auf den Käufer hereinfallen, fallen aber natürlich selber darauf rein, einfach, weil wir betroffen sind. So titelte laola1.at „Himmel weint, Fußballgott hört auf“ und die Krone „Tränen und vier Tore von Hofmann bei Mega-Abschied“. Vieles war inszeniert, vieles passierte zufällig und machte die Show perfekt.

An den Eingängen wurden Steffen-Masken verteilt. Insgesamt 26.000 Masken waren aufgelegt. Bei Spielbeginn wurden sie dann aufgesetzt, um Steffen gleichzeitig mit der Choreografie zu überraschen.

Schon im Spiel des „Special Needs Team“ gegen das Team „Kicken ohne Grenzen“ stand es bis kurz vor dem Ende 0:0 mit Vorteilen für die Gäste und es ist in den Schlussminuten doch gelungen, das Spiel noch mit 2:0 zu gewinnen. Es war schön zu sehen, wie die beiden Teams diese große Öffentlichkeit genossen haben und auch der Fanblock auf die Verabschiedung perfekt eingegangen ist.

Dass Steffens Töchter im Ensemble der Volksoper aktiv sind, ist bekannt, dass aber zufällig Carousel im aktuellen Programm steht mit dem wohl berühmtesten Lied „You’ll never walk alone“, das zu dieser Verabschiedung bestens passt, ist auch so einer dieser kitschigen Zufälle, die man nicht planen kann. Steffens Töchter sangen diese Hymne begleitet von weiteren Sängern des Volksopern-Ensembles.

Schon eher geplant war das von Schmiedl & Slama komponierte und vorgetragene Lied „Steffen Hofmann Fußballgott“, das ebenfalls den Rührungsfaktor um ein paar Grad nach oben getrieben hat. Hier ein Bild der YouTube-Seite von Max Schmiedl:

Und dann das Wiedersehen mit all den Größen vergangener Tage, die alle unter Nennung aller ihrer Verdienste für Rapid einzeln aufs Feld kamen und stürmisch begrüßt wurden unter dem Oberkommando des Meistertrainers Pacult. Die Ansage der einzelnen Spieler wurde als Audio-Datei konserviert. Steffen & Friends spielte in den neuen Auswärtsdressen und jedes Trikot war korrekt mit den historischen Rückennummern und den jeweiligen Namen versehen. Die Freunde waren: Payer (22. Novota, 46. Novota, 62. L. Maier); Dober (46. Trimmel, 62. Sturm), Eder (22. M. Hiden, 62. Pichler), Patocka (46. Feldhofer, 62. Valachovic), Katzer (22. Garics, 70. Hargreaves); Heikkinen (22. Kulovits, 62. A. Hofmann), Hlinka (22. R. Wagner, 46. Bönig); Boskovic (22. Alar, 62. Jancker); S. Hofmann, Hoffer (46. Salihi), Korkmaz (46. Kincl);

Bevor es schließlich losging, noch eine Ehrung für den ältesten Rapidler aus Retz, Otto Filipsky, der in einigen Wochen seinen 106. Geburtstag feiern wird. Auch auf Ivica wurde nicht vergessen, Ivica nahm an dem Spiel in der Ehrenloge von Rapid teil.

Zwei Spruchbänder leiteten die Choreografie ein: „The one and only – Danke für alles“ und „Danke dem Fußballer und Menschen Steffen Hofmann“.

Es gab seitens der Fangruppierungen Geschenke für Steffen, die dieser vor Spielbeginn entgegennahm. Einen besonderen Schlusspunkt bildete der Abschluss, als Steffen gebeten wurde, sich umzudrehen und die Pixel-Choreografie „Danke Steff“ über der ganzen Südtribüne zu lesen war.

Kleiner Hinweis des Beobachters: Das „Danke“ wäre besser lesbar, wenn der Schriftzug weiß statt schwarz dargestellt gewesen wäre aber die Hersteller werde sich das im Nachhinein auch gedacht haben.

Aber damit nicht genug,  bei Spielbeginn wurde ein fast 20 Meter hohes Porträt von Steffen vor der Tribüne hochgezogen und leitete dieses geschichtsträchtige Spiel ein.

Den offenen Brief von Steffen stelle ich an das Ende dieses Berichts.

Der Ankick erfolgte durch Ehrenpräsident Edlinger (er holte Steffen Hofmann zu Rapid) und Präsident Krammer begleitet von Moritz, Steffens Sohn, der schließlich der eigentliche Ankicker war.

Rapid hat an nichts gespart und mit Mag. Harald Lechner den prominentesten Schiedsrichter geholt, den der ÖFB zu bieten hat. Mag. Harald Lechner hat bisher 10 Parteien für Rapid geleitet und seine Bilanz ist aus der Sicht von Rapid mit 5 Siegen, 2 Unentschieden und 3 Niederlagen insgesamt positiv.  Der Grund, warum es nur 10 Spiele sind, ist, dass Schiedsrichter Lechner Wiener ist und daher – wie Schiedsrichter Grobelnik –  nur das Wiener Derby aber keine anderen Begegnungen mit Bundesländermannschaften leiten darf. Aber auch Schiedsrichter Lechner hat nur eine Partie im Allianz-Stadion mit mehr Zuschauern erlebt, die Niederlage vom 23. Oktober 2016 mit 26.000 Zuschauern. Mit 25.300 Zuschauern zählt dieses Abschiedsspiel zu den am besten besuchten Spielen im Allianz-Stadion überhaupt, und die sind:

26200 27.11.2016 sturm
26100 23.04.2017 austria
26000 06.08.2017 austria
26000 23.10.2016 austria
25600 04.02.2018 austria
25300 26.11.2017 rb
25300 28.08.2016 rb

Keines dieser Spiele wurde übrigens von Rapid gewonnen. Das ist übrigens ein statistisches Merkmal von Spielen mit hoher Zuschauerzahl, unter dem Motto: „Sag mir die Zuschauerzahl und ich sage Dir, wer gewinnt.“

In der Pause sahen wir ein Video mit den 11 Lieblingstoren von Steffen Hofmann.

Dass in diesem Spiel Rapid gegen Steffen&Friends Steffen Hofmann alle vier Tore geschossen hat, ist auch so ein Kitschfaktor und kann so nicht geplant gewesen sein, denn dazu sind zu viele Bälle so knapp neben das Tor gegangen, dass auch andere Spieler Torschützen hätten werden können, aber wenn’s lauft, mit dem Kitschig-sein, dann lauft’s.

Eine sonderbare Durchsage ließ uns aufhorchen, denn sie war direkt an Schiedsrichter Lechner gerichtet. Andy Marek teilte mit, dass das Team Steffen Hofmann & Friends mit 12 statt nur 11 Feldspielern am Platz steht. Da weder Trainer Pacult noch der Schiedsrichter Lechner darauf reagierten und ich rasch nachgezählt hatte, musste es wohl einen besonderen Grund haben und der wurde uns klar, als langsam begonnen wurde, das Stadionlicht abzudrehen. 11 Minuten vor Ende des Spiels war es klar, dass Steffen jetzt gehen wird. Und so war es auch; die Kamera verfolgte Steffens letzen Weg in die Kabine und wir hörten seine Abschiedsworte an sein Publikum über die Lautsprecher. „Danke und Servus“

Inzwischen war es ganz finster geworden, nur die Handy-Taschenlampen gaben ein schwaches Licht.

Rapid und Steffen’s Friends bildetenn ein Spalier vor dem Tunnel und Steffen kam wieder aus der Kabine, eine grüne Fackel in der Hand stand er – solange eben eine solche Fackel brennt – vor dem Block West  und drehte unter anhaltendem Applaus von den Rängen unter den Klängen von „Time to say Goodbye“ seine letzte Runde im Stadion.

Diese Szene des Steffen mit der brennenden Fackel machte den Eindruck, einer extremen Einsamkeit unter 25.000 mitfühlenden Freunden.

Nach dem Wiedereinschalten der Scheinwerfer verabschiedeten sich noch alle Akteure…

…und Steffen drehte noch eine allerletzte Runde.

Ist das nicht eine Parabel auf das Leben? Jeder muss sich verabschieden, egal, wie bedeutend er gewesen sein mag. Und es werden wieder welche kommen, die folgen; nicht genau so wie Steffen, anders, aber sie werden kommen und wir werden sie lieben. Und es zählt letztlich weder die Vergangenheit, noch die Zukunft, es zählt nur das Jetzt

Wir fragen uns, ob es solche Abschiede auch anderswo gibt. Na, bei den Millionen Fußballvereinen wird es wohl welche geben, die es mit Rapid aufnehmen können, aber hier in der Welt des österreichischen Fußballs war dieser Abend wohl etwas Einmaliges, auch im Lichte der 120 Jahre, die Rapid im kommenden Jahr gebührend feiern wird. Wie heißt es in der Rapid-Hymne: „für mi gibt’s nur Rapid und sunst nix anders“.

Das Spiel war eine Werbung für Fußball der Extraklasse, etwas, das es tatsächlich nur bei Rapid zu geben scheint. Es gab keinen Gratis-Eintritt. Man musste dafür bezahlen. Viele sind von weit her angereist. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass unsere Facebook-Freundin Martina eigens aus Lech am Arlberg zu diesem Abschiedsspiel angereist kam. Sie schreibt: „Bin da, im schönsten Stadion der Welt!“. Dass wir im Laufe vielen Jahre zum Teil dieser großen Gemeinschaft geworden ist hat doch auch etwas Kitschiges. Es genügt ja nicht, irgendein Spiel zu besuchen. Man muss Hunderte Spiele besucht haben und immer wieder mit dem einen oder anderen Nachbarn ein Bier getrunken haben, um irgendwann auch in dieser Gemeinschaft akzeptiert zu werden und nicht in allen Fällen gelingt das, trotz aller Bemühungen.

Dass ich das doch etwas abwertende Wort „Kitsch“ verwendet habe, hatte doch nur den Sinn, dass nicht allzu viele Tränen über die Wangen kullern, weil uns eben alle dieses schmerzliche Abschiedsgefühl ergreift, das hier, beim Abschied eines aktiven Fußballers noch Übungscharakter hat, bevor es dann irgendwann bei jedem von uns Ernst wird.

11 Minuten vor Spielende ging langsam das Licht aus und nur die Handy-Taschenlampen beleuchten das Stadion. Ob wir einen solchen Abend je wieder erleben werden? Der Abschied von Steffen Hofmann wurde von Andy Marek und Rapid auf eine unnachahmliche Weise inszeniert. Praktisch zwei Meistermannschaften zu Gast und vier Tore von Steffen.

Aber es ist ja nur ein Abschied vom Rasen. Wer bei Rapid II dabei ist, wird Steffen in seiner neuen Rolle begleiten können. Wer Steffens weiteren Weg mit Rapid verfolgen will, den laden wir an dieser Stelle ein, die Spiele von Rapid II zu besuchen. Das ist Steffens zukünftige Wirkungsstätte und wir freuen uns schon auf die Spiele der kommenden Saison bei Rapid II. Bei Rapid II kann man schon vorfühlen, wer die Arases, Kostics, Müldürs und Ljubicics von morgen sein werden und Steffen wird uns vielleicht den einen oder anderen Aspekt verraten.

Ambiente

Dass die ÖBB Großereignisse in ihren Planungen berücksichtigt, kann man nicht behaupten. Die S80, der ideale Zubringer nach Hütteldorf aus Transdanubien, Favoriten, Meidling und Speising war total überfüllt. Der Grund: die (auch ansonsten viel) zu geringe Zugfolge (Intervall eine Stunde) und die als Kurzzug geführten Garnituren, nehmen auf Großveranstaltungen keine Rücksicht. Das Wageninnere war voll, also bleibt nur die Plattform und auf dieser Fläche gibt es keine Haltegriffe, nur seitlich bei den Türen gibt es Griffe.

Nun, wen stört das, wenn es zum Abschiedsspiel von Steffen geht!

Die Drängerei im Zug setzte sich in der Keisslergasse fort. Man konnte spüren, dass heute das Stadion voll sein würde, sehr zu Freude der Besucher der umliegenden Gastwirtschaften.

Aber der Hürden waren. Da war einmal unser Transparent, das der neue Herr Security nicht kannte und das genau begutachtet wurde, bis es schließlich passieren durfte.

Da war aber dann auch das Problem mit der Eintrittskarte, denn im Laufe der vielen Wochen seit dem Kauf und dem Ausdruck der Karten, hat sich im Kopf des Autors die Ansicht eingebrannt, dass die Tickets auf der Abokarte aufgebucht wären, was aber der Automat am Eingang verneint hat. Und beim Herumkramen in der Erinnerung ist mir dann auch eingefallen, dass sich die damals ausgedruckten Eintrittskarten noch im Vorzimmer bei allen anderen Karten befunden haben.

Aber wozu gibt es ein Klubservice. In wenigen Augenblicken hat mir das Team meine vergessenen Tickets nachgedruckt, wobei mein fortgeschrittenes Alter irgendwie als Entschuldigung herhalten konnte. Jedenfalls bedanke ich mich herzlich für die problemlose und freundliche Erledigung.

Schon nach diesen wenigen Minuten war die Höhle hinter der Tribüne extrem voll und das Spiel des Special-Needs-Teams hatte schon begonnen.

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Offener Brief von Steffen Hofmann anlässlich seines Abschieds:

Liebe Rapid-Fans!

Ich bin und war immer ein Fußballer, der das Spiel liebt und das wird auch immer so bleiben. Nun kommt aber die Zeit für die nächste Phase in meinem Leben. Eine wunderschöne Ära endet, aber ich freue mich auf die Herausforderungen der Zukunft! Emotional ganz besonders, dass ich diese bei meinem Herzensverein, dem SK Rapid, in einer sehr verantwortungsvollen Position meistern darf!

Heute möchte ich noch einmal danke sagen! Allen voran meiner Familie: Meiner Frau Barbara, die ich wenige Wochen nach meinem Umzug nach Wien kennen und lieben lernte, und unseren drei Kindern. Meinen Großeltern und meinen Eltern, ohne die ich es nie hätte schaffen können, meinen Traum vom Profifußball zu verwirklichen! Aber auch danke allen anderen Familienmitgliedern in Deutschland und Österreich sowie vielen guten Freunden in meinen mittlerweile zwei Heimatländern!

Ohne meine Wurzeln in Bayern wäre der Sprung nach Hütteldorf nie gelungen, meinen ehemaligen Vereinen in Kirchheim, Würzburg und München bringe ich große Dankbarkeit entgegen. Ganz besonders auch den zahlreichen Wegbegleitern in meinen fast 16 Jahren, die ich hier verbringen durfte. Mitspieler, Trainer, Betreuer, Mitarbeiter und Funktionäre, die vielfach auch zu Freunden wurden! Ich habe eine zweite Familie gefunden, die Rapid-Familie! Und diese wird entscheidend von Euch, den Fans und Mitgliedern dieses großen Vereins getragen. Daher ein herzliches Danke an Euch und ganz besonders an jene, die uns in den Stadien in ganz Europa immer so großartig unterstützen!

Schon das letzte Bundesliga-Match, das ich vor Euch am 20. Mai bestreiten durfte, war eigentlich der perfekte Abschluss meiner aktiven Laufbahn. Es wird mir unvergessen bleiben, das Drehbuch war fast kitschig. Über das Tor und den Sieg gegen Altach habe ich mich unglaublich gefreut, die Ovationen und Jubelstürme von Euch haben mich schier überwältigt!

Heute wird es mit vielen Freunden und Wegbegleitern sicher wieder emotional,ich freue ich mich auf das Wiedersehen mit ihnen und mindestens genauso darüber, dass so viele von Euch heute nach Hütteldorf kommen! Es wird mir heute noch einmal eine Freude und Ehre sein, für unseren Klub und Euch spielen zu dürfen, das war es mir bei jedem einzelnen Match. Ich danke Euch, freue mich auf meine neue Aufgabe bei unserem Herzensverein und möchte abschließend nur noch sagen: LANG LEBE RAPID!

Euer Steffen

 

 

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Die sind gar nicht so verrückt

Ronaldo arbeitet mit großem Einsatz an seiner eigenen Marke und schraubt dadurch seinen Marktwert in die Höhe und wurde für 100 Millionen von Real – trotz seines bereits fortgeschrittenen Fußballeralters von  33 Jahren –  an Juve verkauft.

Ikone Ronaldo

Es kommt nicht so oft vor, dass ein junger Mann von seiner Heimatgemeinde in Bronze gegossen wird. Hier Ronaldo in Bronze auf Madeira:

(Bild von pixabay.com)

Während es die monatliche Aufgabe des Privatfriseurs von Ronaldo ist (war), die Frisur des Ronaldo im Wachsfigurenkabinett in Madrid am aktuellen Stand zu halten, muss Ronaldo die Frisur der Bronzestatue auf Madeira wohl oder übel hinnehmen wie sie eben ist.

Wie sich der Ronaldo-Transfer rechnet

Welcher Beobachter der Fußball-Szene findet es nicht abartig, wenn für einen – zugegebenermaßen guten – Kicker 100.000.000 Euro über den Ladentisch wandern? Diese Fehleinschätzung kommt von unserer Inkompetenz in Sachen Wirtschaft. Es ist nämlich belanglos, ob Ronaldo diesen Betrag fußballerisch wert ist und weiter eine Tormaschine bleibt oder ob er bei Juve seine Karriere einfach nur ausklingen lässt, denn die Finanzabteilung von Juve freut sich jetzt schon über die wahrscheinlich sportlich viel wertvolleren Transfers, die man aus dem Gewinn des Ronaldo-Geschäfts wird tätigen können.

Wie das funktioniert? Während man bei Rapid praktisch jeden Namen auf ein Trikot aufdrucken lassen kann, gibt es bei noch größeren Clubs diese Möglichkeit nicht, dort gibt es nur Trikots mit den Namen der Spieler. Ganz abgesehen von den sonstigen indirekten Werbegeschäften oder den gesteigerten Zuschauerzahlen, liegt der Schlüssel zum finanziellen Erfolg im Verkauf des Produkts mit der Warennummer „Codice prodotto: CF3493“.

Was ist schon ein Trikot?

So ein Trikot mit „Ronaldo“-Beflockung kostet 147,45 Euro.

In nur 24 Stunden nachdem die Nummer 7 im Juve-Store verfügbar war, hat Juventus das Trikot mit dem Schriftzug „Ronaldo“ 500.000 mal online verkauft. Man kann annehmen, dass in einer weiteren Woche die Millionengrenze erreicht sein wird und bei Saisonbeginn in Italien vielleicht sogar 1,5 Millionen.

Das wären dann nach Adam Ries(e) 1.5*106*147,45 = 221 Millionen Euro an Einnahmen.

Welche gleichzeitige Wertsteigerungen der Marken Juventus, Jeep und Fiat sich aus diesem Deal ergeben, sowie die Steigerung der Anziehungskraft für neue Sponsoren noch gar nicht eingerechnet.

Kritik

Die Gewerkschaft meint nun, dass es ungerecht wäre, das Geld nur in einen Menschen statt in Tausend Menschen zu investieren. Leider diskutiert man hier auf verschiedenen Ebenen, die man nicht gegeneinander ausspielen sollte. Wir erleben diese Diskussion auch bei Rapid in einer „etwas“ verkleinerten Version.

Die obige Milchmädchenrechnung zeigt, dass die Rechnung des Vereins voll aufgeht und dass man sich als Mitarbeiter von Fiat eigentlich über diesen Deal freuen müsste, sichert er doch indirekt durch zu erwartende Verkaufssteigerungen die Arbeitsplätze der Mitarbeiter.

Die jährliche Sponsorsumme von 17 Millionen Euro, die Fiat an Juve bezahlt, nimmt sich im Vergleich mit dem 100-Millionen-Deal ohnehin bescheiden aus. Eigentlich sollte bei Fiat ein dreitägiger Firmenfeiertag ob des Deals und nicht ein drei-tägiger Streik ausgerufen werden.

Dass natürlich auf die Mitarbeiter aller Industriekonzerne ein Lohndruck lastet, soll damit nicht bestritten werden, doch der Ronaldo-Deal erscheint dazu ein ganz schlechtes Beispiel zu sein, weil er ja die Firma stärkt und nicht schwächt. Der Lohndruck wird viel stärker ausgeübt durch Web 4.0, IoT, Industrie 4.0, weltweiten Wettbewerb, sinkende Absatzzahlen, alternative Mobiliätskonzepte und Sozialdumping in Gegenden, die sich nicht an Mindeststandards halten – und natürlich auch die Regierungs-Konstellationen, denen die Arbeitnehmer nicht so sehr am Herzen liegen.

Der Ronaldo-Deal ist für alle Beteiligten rund um Juve und Fiat auf der Habenseite anzusetzen, auch wenn uns das als Anhänger eines Vereins mit viel geringeren Möglichkeiten nicht so gefällt. Aber wir, die Anhänger sind es, die diese Geschäfte überhaupt erst ermöglichen – solange wir das Trikot „CF3493“ um 147,45 Euro kaufen.

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Erste Cup-Runde

Kufstein-Rapid 0:5 (0:3)

Rapid befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Die zahlreichen neuen Spieler fügen sich vom ersten Spieltag gut in das System, weil unser Spielerstamm das Gogo-Pressing bereits gut verinnerlicht und die Neuen in ein gut zusammengespieltes Betreuerteam kommen. Soweit man sich umhört, gibt es durchwegs Lob für die Rochaden von Fredy Bickel.

Die beiden Bilder hat uns dankenswerterweise Hannes zur Verfügung gestellt.

Einerseits will es niemand, anderseits kommen aber alle, um es zu erleben: das Pyro-Spektakel des Rapid-Anhangs, perfekt inszeniert, genau gegenüber der Haupttribüne.

Das Salto von Ivan nach dem 1:0 war ein Ausdruck echter Freude, denn normalerweise ist es nicht ein so großartiges Ereignis, gegen einen Regionalligisten ein Tor zu schießen, aber derjenige zu sein, der das erste Tor in einem Bewerb schießt, noch dazu sein erstes für Rapid, eine Art Einstandsgeschenk, zeigt, dass er sich wohl fühlt, wenn er das so spektakulär zum Ausdruck bringt – oder besser – bringen kann, denn diese Körperbeherrschung muss man ja erst einmal mitbringen.

Das Spiel von Rapid war wie eine Werbung für Fußball und das sollen diese ersten Cup-Runden auch sein: Spitzenfußball in den Regionen.


Aber die Sensationsmeldung an diesem Tag war wohl die Nachricht, dass Aleksandar Kostic nunmehr Österreicher ist und daher damit seinen Einsatz im Team vereinfacht.


Ambiente

Es ist nicht Jedermanns Sache, bis in die Morgenstunden im Auto zu sitzen und damit sich und die anderen zu gefährden. Wir haben daher beschlossen, die Rekordmeisterbar aufzusuchen. Doch daraus wurden nichts, weil dort Harry Gartler einen Liederabend gab und wir hätten zwar ein Bild gesehen, aber es konnte kein Ton aufgedreht werden. Und auch beim Stags Head spielte ein Country Musiker groß auf, doch die dortige Raumteilung ermöglichte den Fußballkonsum mit Kommentar und der Gitarre als Hintergrundmusik. Das Lokal war insgesamt schwach besucht, wohl, weil das Spiel in ORF-Sport übertragen wurde. Im Bild Arnold und Florian im ziemlich leeren Hinterzimmer des Stags-Head.

Links

EwkiL: Bilder · News vom Tage · Statistik  ·  2018-cup-1 (Excel-Sheet)
Kufstein: Bericht
Rapid: Bericht · Vorbericht · Vorbericht

Weil an diesem Wochenende gleich 32 Spiele in allen Bundesländern stattgefunden haben, wollte ich genauer wissen, wie diese Spiele besucht sind und in welchem Bundesland die meisten Zuschauer gekommen sind.

Erste Cuprunde

Besucherzahl

Insgesamt kamen zu 32 Spielen 23.800 Zuschauer, das sind 743 pro Spiel. (Beim Abschiedsspiel von Steffen kamen 25.300.)

Anzahl der Spiele der ersten Cuprunde pro Bundesland

6 OÖ
5 NÖ
4 Wien
3 Burgenland
3 Kärnten
3 Steiermark
3 Salzburg
3 Tirol
2 Vorarlberg

Durchschnittliche Zuschauerzahlen der ersten Cuprunde pro Bundesland

1.283 OÖ
  925 Vorarlberg 
  889 Wien 
  883 Tirol
  665 Steiermark
  800 Burgenland
  436 NÖ
  267 Kärnten
  217 Salzburg

Best besuchte Spiele

Wels-LASK (3.100), Austria XIII-Austria Wien (2.152), Oedt-Salzburg (2.112), Kufstein Rapid (2.000)

Ergebnisse

Es gab bei drei Spielen Verlängerung, dabei kam es einmal zum Elfemeterschießen.

Die meisten Tore

8 bei Reichenau-Kapfenberg (3:5) und 7 bei Hohenems-FAC (2:5)

Zur Auswertung

Das Spiel Stadlau-Gleisdorf wurde verschoben. Für die Zuschauerzahl wurde die mittlere Zuschauerzahl für Wien angenommen. Beim Spiel Maria-Saal-St. Pölten ist keine Zuschauerzahl bekannt; auch hier wurde die durchschnittliche Zuschauerzahl für Kärnten eingesetzt.

Zuschauerzahlen

Ausnahmsweise war nicht die Begegnung von Rapid der Spitzenreiter, sonder die des LASK, wohl begünstigt durch die kurze Anreise nach Wels. Überraschend der klare Sieg des GAK gegen Mannsdorf und ebenso erfreulich die hohe Zuschauerzahl in Graz. Die Rapid-Homepage berichtet, dass das Spiel in Kufstein ausverkauft gewesen wäre, was man aber den Fernsehbildern nicht entnehmen konnte. Was aber eventuell sein kann, dass aus Sicherheitsgründen eine Zuschauerobergrenze festgelegt wurde, die mit den zahlreichen mitgereisten Fans auf der Gegengeraden schon erreicht war und daher keine Karten mehr verkauft wurden.

„Eigene Regeln“ im Cup

Kaum ein Kommentator kommt ohne den ziemlich entbehrlichen Sager aus, der dem Cup „eigene Regeln“ zuschreibt. Die Besonderheit ist doch die, dass es durchaus vorkommen kann, dass ein haushoher Favorit seiner Rolle nicht gerecht wird und von einem unterklassigen Team, das in seinem „Spiel des Jahres“ kämpft und daher auch einmal Sieger sein kann. Es kommt nicht oft vor, aber doch. Rapid kann davon ein Lied singen. Kaum ist nicht die volle Konzentration vorhanden, warum auch immer, schon kann das passieren. Das interessante Element am Fußball ist aber gerade diese Möglichkeit, aber etwas Besonderes ist das nicht; es ist Fußball.

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Here, there and everywhere

Eines der schönsten Beatles-Lieder besingt auch das „überall“. Und in eben dort ist Rapid zu Hause: überall, in allen Bundesländern. Und das hat man ganz trefflich durch neun Bilder inszeniert, deren Aneinanderreihung ich mir nicht entgehen lassen will, sind doch die Bilder frei verwendbar.

Lasst uns aber im Zusammenhang mit der neuen Dressfarbe rot noch einmal zurückblicken in das Jahr, in dem die Farben von rot-blau nach grün-weiß geändert wurden. Ich weiß, dass der hier vorgestellt Grund nur eine Möglichkeit ist, aber mir gefällt die Geschichte sehr gut.

Schauen wir einmal in das Liniennetz der Straßenbahn um 1905. Man sieht sehr gut das weitläufige Grünland der Schmelz, wo Rapid noch einige Jahre zuvor gespielt hat. Weiters fällt auf, dass die Straßenbahnlinien zwar eingezeichnet sind, dass aber eine Nummerierung fehlt.

Die nach Wien strömende Landbevölkerung um die Jahrhundertwende 1900 war teilweise nicht alphabetisiert. Das war auch der Grund dafür, dass die Garnituren der Wiener Tramway in den Anfängen mit Farbsignalen und nicht mit Zahlen oder Buchstaben versehen war. Bei diesem Oldtimer sieht man die Signalscheibe mit einem weißen Querbalken. So muss man sich die damalige Farbkennzeichnung vorstellen.

Im folgenden Bild der spätere Zweier-Linie, sieht man, dass bei dieser Garnitur die Signalscheibe aus kreisförmig angeordneten Punkten besteht.

So schauten damals alle Signalscheiben aus:

Jeder kann selbst nachscheuen, mit welchen Farben die Straßenbahnen in seiner Wohngegend herumgefahren sind. Bei Hütteldorf ist es aber etwas komplizierter, denn damals bestand Hietzing aus dem heutigen Hietzing plus dem heutigen Penzing inklusive Hütteldorf. Damals war also ein Spiel gegen die Amateure (Vorläufer der Austria ab 1911) nicht nur ein Stadtderby sondern ein Bezirksderby. Eine Trennung von Hietzing in das heutige Hietzing und Penzing erfolgte erst 1938.

Wer also damals nach Hütteldorf fuhr, der fuhr nach Hietzing. Und die Linie, die dorthin führt war grün (vorne) und grün-weiß (hinten). Man findet die grüne und grün-weiße Signalscheibe in der Mitte der oberen Reihe.

Rapid spielte bis zum Jahr 1905 in den Farben rot-blau. Weil die Farben aber nach dem Waschen in eine Art violett übergingen, änderte man die Farben in grün-weiß und möglicherweise waren die damalige Kennzeichnung der Tramway ein Motiv dafür; es wäre nicht unplausibel.

Ich glaube nicht, dass man das damals dem Zufall überlassen hätte und es dürfte auch heute kein Zufall sein, dass die U4 eine grüne Leitfarbe hat, denn dazu gibt es einfach zu viele Rapidler an allen möglichen Schalthebeln.

Und so schauen sie nun aus, die neuen roten Auswärtstrikots, jeweils in einer der Landeshauptstädte aufgenommen.

Bregenz
Eisenstadt
Graz
Klagenfurt
Linz
Innsbruck
Salzburg
St.Pölten
Wien

Möge uns das Rot dieses neue Trikots auch ein bisschen Glück bringen!

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Rapid-HSV

1:2 (0:1)

19:00, Grobelnik, 10.700

Wir sahen ein flottes Spiel mit gutem Angriffspressing bei Rapid.

Die Altlasten aus Andy Müllers Zeiten sind Geschichte, das neue Team kann sich sehen lassen. Hoffentlich bleibt die Freude am Spiel so erhalten wie bei diesem Testspiel. Ich war selten so zuversichtlich nach einer Niederlage, denn die gebotenen Kombinationen und auch der Auftritt der Neuzugänge waren durchaus erfolgversprechend. Am auffälligsten waren für uns Ivan, Kostic, Knasmüllner und Potzmann. Berisha war sehr bemüht.

Ein Gegentor durch Überheblichkeit

Dass wir das Spiel schließlich mit 2:1 verloren haben, verdanken wir einem unerklärlichen Übermut von Richard Strebinger – und das nicht zum ersten Mal. Dass er bei massiver Präsenz des Gegners vor dem eigenen Strafraum versucht, mit einem kurzen Pass einen Mitspieler zu erreichen – unter dem Motto „des schoff ma scho“ – fühlt sich an, als hätten wir gegen Untersiebenbrunn gespielt (den Verein gibt es nicht mehr). Dieser Versuch ist prompt daneben gegangen und die Folge war ein schwer zu verteidigendes Gegentor bei Überzahl des Gegners.

Wenn das in Kufstein passiert und die Kufsteiner danach auf Beton umstellen, dann schau ma wieder blöd. Gut, Kufstein wird kein so freches Angriffspressing spielen, aber irgendwie werden ja die Spiele doch verloren, die verloren werden.

Richard und sein Kollege Tobias leisten sich auch immer wieder Ausschüsse, die postwendend zu Angriffen des Gegners führen, weil sie ziemlich ungenau sind, etwa so ungenau wie der Schussversuch von Martic in die Wolken.

Der Übermut sollte doch vom Sturm Richtung Verteidigung abnehmen – sollte man meinen – hat aber bei Rapid beim Tormann-Spiel unerklärliche Höhen. Vielleicht ist das einfach deshalb, weil die Torleute zu wenig beschäftigt sind und zeigen wollen, dass sie doch auch etwas können.

Rückblick auf den 17.9.2009

Eine der Fragen beim Rapid-Quiz beim Tag der offenen Tür waren die Torschützen beim legendären 3:0 gegen den HSV von 9 Jahren. Es waren Jelavic, Hofmann und Drazan und der Kandidat hat es gewusst. Keiner der Spieler von damals war aber heute dabei, Steffen Hofmann hätte es fast geschafft. Mario Sonnleitner hätte dabei sein können, war aber damals noch bei Sturm unter Vertrag. Aber wir werden sicher am kommenden Sonntag einige begrüßen können, die damals dabei waren, etwa Branko Bošković oder Stefan Kulovits.

Viele HSV-Fans

Nicht nur im Gästesektor, sondern auch in den Reihen der Allianz-Tribüne konnte man beachtlich viele HSV-Fans sehen, jedenfalls mehr Auswärtsfans als bei so manchem unserer Bundesliga-Gegner.

Kleines Rapid-Dorf

Das kleine Rapid-Dorf hinter der Allianz-Tribüne wurde schon gut angenommen. Schön gemacht!

Lüftungen von der Fertigstellung

Auch die Lüftungen im Dach sind schon im Werden:

Werbebande bei Testspiel

Wenn man – wie bei diesem Testspiel – Herr im eigenen Stadion ist, kann man auch Richtung Allianz-Tribüne Werbebanden aufstellen und das ist bei diesem Spiel auch geschehen:

Massive Polizeipräsenz, dezent untergebracht

Man weiß ja nie, wie Fans sich verhalten und daher sorgte man vor:

Wir wünschen unserem Gegner eine gute Heimfahrt und natürlich einen raschen Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse!

Achtung Rapid-Mari€ umbuchen

Als Muffel von Einkaufskarten habe ich es begrüßt, dass man die Rapid-Mari€ auch auf die Abo-Karte laden kann. Aber nach der Zusendung der neuen Karte muss man sich den Geldbetrag von der alten auf die neue Karte umbuchen lassen, sonst verdurstet man im Stadion! Daher nicht vergessen, die alte Karte für den Übertrage mitzunehmen.

Links


Nachtrag

Links (Tag der offenen Tür)

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Tag der offenen Tür

Zum 25. Mal seit 1992 begrüßt Andy Marek die Rapid-Fans zum Tag der offenen Tür (im Jahr der Stadioneröffnung ist dieses Event ausgefallen),

und wie in allen vorangegangenen Jahren haben sich sehr viele Rapid-Fans eingefunden, um die Mannschaft zu begrüßen. Im Bild vlnr. Christian, Thomas und Florian.

Uns kommt der Kader mit 30 Spielern riesig vor und wir würden uns natürlich wünschen, immer alle Spieler zu sehen, doch ebenso sicher ist, dass es für viele Spieler eine schwere Geduldsprobe sein wird, um zu einem Einsatz zu kommen.

Geschäftsführer Christoph Peschek berichtet von 12.000 verkauften Abos und Sportdirektor Fredy Bickel steht jetzt, nach dem Abschluss einer intensiven Transferperiode offenbar unmittelbar vor seinem Urlaub.

Eine besondere Überraschung war, dass Steffen Hofmann eigens vom Trainingslager von Rapid II nach Wien kam, um für die Fans für ein Foto-Shooting zur Verfügung zu stehen. Dass bei seinem Abschiedsspiel  mehr als 20.000 Besucher kommen werden und damit mehr als bei den allermeisten Bundesliga-Spielen, das musste natürlich auch gesagt werden.

Mannschaft (speziell für Ferdinand in Großschrift)

 1 T Richard Strebinger
 3 V Mert Müldür
 4 V Mateo Barac
 5 V Boli Bolingoli
 6 V Mario Sonnleitner
 7 M Philipp Schobesberger
 8 M Stefan Schwab
 9 S Veton Berisha
10 M Thomas Murg
13 S Giorgi Kvilitaia
15 M Manuel Martic
16 M Philipp Malicsek
17 V Christopher Dibon
18 M Tamás Szántó
19 V Marvin Potzmann
20 V Maximilian Hofmann
21 T Tobias Knoflach
22 S Andrija Pavlovic
23 V Manuel Thurnwald
24 V Stephan Auer
25 M Aleksandar Kostic
26 M Ivan Mocinic
28 M Christoph Knasmüllner
29 S Deni Alar
32 T Christoph Haas 
36 S Kelvin Arase
37 T Paul Gartler
39 M Dejan Ljubicic
43 S Alex Sobczyk
97 S Andrei Ivan

Der Fanklub EwkiL:Rapid bedankt sich beim Klubservice, dass für unseren Dieter eine tolle Lösung für seinen Platz auf der Allianz-Tribüne gefunden werden konnte.

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Fußball, Impfstoff gegen Nationalismus

oder „Warum Österreich so selten Fußballweltmeister wird“

Wie wird man Fußballweltmeister?

Um Fußballweltmeister zu werden, oder überhaupt, um einen großen Titel zu gewinnen, muss vieles zu einem bestimmten Zeitpunkt passen. Am besten hat man eine „goldene Generation“, ein „bisschen“ Glück und eine „fußballverrückte Nation“ im Rücken. Insbesondere diesem letzten Punkt wollen wir hier unsere Aufmerksamkeit schenken.

Nationalismus, eine Kinderkrankheit

Albert Einstein meinte: „Nationalismus ist eine Kinderkrankheit. Es sind die Masern der menschlichen Rasse.“

Nun ist aber unser aller Bestreben, Krankheiten zu bekämpfen, besonders die epidemischen. Vielleicht ist „Fußball“ jener Impfstoff, mit dem diese Kinderkrankheit „Nationalismus“ bekämpft werden kann, ohne dass sie sich lebensbedrohlich ausbreitet.

Wie alle Impfstoffe ist auch der Fußball ein Stückchen von der Krankheit selbst Aber in kleinen Dosen verabreicht, lässt es den Organismus lernen, und sich gegen die eigentliche Erkrankung, den Nationalismus wehren. Bei den Krawallen in der Ottakringerstraße sehen wir, dass hier etwas ausgelöst wird, das man in der Gesellschaft eigentlich nicht braucht. Und es wird nicht nur jenen gezeigt, die ohnehin nichts von Fußball halten und es immer schon gewusst haben, sondern auch den direkt Beteiligten, die an den Auswirkungen ihres Tuns sehen können, dass solche Exzesse nicht einmal in diesem punktuellen Ausnahmezustand von irgendjemand gewünscht sein können.

Nach der Impfung mit dem Impfstoff „WM-2018“ gibt es also eventuell die eine oder andere kleine Reaktion aber dann kann es schon weiter gehen: „business as usual“ und wieder ist man für vier Jahre bis zur nächsten „Auffrischungsimpfung“, mit dem Impfstoff „WM-2012-Katar“ immunisiert.

Kleines Land, ganz groß

Wenn auch Vereine der kleinen Fußballnationen selten die Champions-League gewinnen, können diese Länder bei der WM beachtlich weit kommen, weil ihre gut ausgebildeten Spieler in die großen Ligen drängen und dort zur Weltspitze aufschließen können. Österreich ist auf einem guten Weg, zu Schweden und Schweiz aufzuschließen. Es fehlt noch ein bisschen die Kontinuität aber das kann noch werden.

„Fußballverrückt“

Aber in einem Ranking der „fußballverrückten Nation“ würden wir nicht so gut abschneiden, ich fürchte fast, dass wir in diesem Ranking zu den Schlusslichtern gehören.

Bei einem Spiel, das Uruguay in den letzten Minuten gewonnen hat, zeigte ein Amateurfilmer das Verhalten einer Schulklasse in Montevideo. Die Kinder starrten fasziniert auf den Fernseher (ein eher langweiliges Spiel) und als das Tor fiel, kannte die Freude keine Grenzen, alle Kinder liefen ins Freie, um der ganzen Welt den Sieg zu verkünden. Ich kann mir eine solche Szene in Österreich nicht gut vorstellen, denn es genügt ja nicht, dass die Kinder fußballbegeistert sind, auch die Lehrerin muss es schon sein, um eine solche Szene überhaupt erst ermöglichen.

Vergleicht man die EURO 2004 in Portugal mit der EURO 2008 in Österreich, und dort insbesondere die Anzahl der gebauten oder adaptierten Spielstätten, dann hat man den Eindruck, als wäre Portugal das reichere Land. Hier sehen wir schon einen Grund, warum Österreich nicht Weltmeister werden kann: weil in Österreich die einzigartige Chance einer Europameisterschaft nicht genutzt wird, um dem Fußball weiter zu helfen. Alle Bemühungen der Fußballprotagonisten genügen nicht, wenn nicht der Staat den Fußball in dieser Zeit priorisiert.

Aber warum ist das so? Warum nutzt Österreich den Fußball zu wenig, seine nationale Indentität zu stärken, so wie das etwa in Belgien oder in Kroatien der Fall ist? Die kurze Antwort ist, dass eine solche nationale Identität aus historischen Gründen in Österreich zu wenig ausgebildet ist.

Österreich ist zuwenig Nation

Bei einer Nation dürfte es darum gehen, dass Menschen sich zu der Idee eines Landes bekennen. Das kann auf der Basis einer gemeinsamen Sprache sein, einer gemeinsamen Geschichte oder es entsteht einfach willkürlich durch Grenzziehung. Daher sind neuerdings die Burgenländer zu Österreichern und die Ödenburger zu Ungarn geworden.

Warum nun das „Österreich“ bei den Österreichern eine zu wenig anerkannte Größe ist, hat historische Gründe. Um das zu erklären, muss man die Entstehung unseres Landes als Teil von Österreich-Ungarn betrachten. Im 19. Jahrhundert gab es in allen Ländern des Österreichisch-Ungarischen Kosmos Unabhängigkeitsbestrebungen, wie Kroatien, Böhmen, Italien usw., die sich in nationalistischen Bewegungen zeigten. Das deutschsprachige Gebiet unserer heutigen Bundesländer war aber anders. Auch hier gab es einen Nationalismus aber keinen Österreich-Nationalismus, sondern einen Deutsch-Nationalismus. Und der Grund war der Ausschluss Österreichs aus dem Deutschen Bund nach 1866. Niemand in Österreich hatte eine Idee von einem Staat Österreich, nur die Idee einer Vereinigung mit Deutschland wurde als denkmöglich angesehen. Während also alle späteren Nachfolgestaaten an der Idee ihrer jeweiligen Nation arbeiteten, gab es in Österreich nur die Idee vom Anschluss. Daher nannte man 1918 die Erste Republik auch „Deutsch-Österreich“, was später durch die Siegermächte zur „Republik Österreich“ umbenannt wurde.

In der Zweiten Republik hat sich vieles zum Besseren gewendet, hat man mit der Ankunft von Karl Schranz aus Japan, den Siegen von Annemarie Moser-Pröll, Franz Klammer, Hermann Maier, Jochen Rindt mit einem Kulturkitt aus Mozartkugel und Sängerknaben eine doch ziemlich unverwechselbare Marke geschaffen, die durch „Insel der Seligen“ auch noch einen Heiligenschein bekommen hat. Aber der Fußball scheint in dieser Liste der Austriazismen nicht auf, wenigstens nicht weit vorne.

Wenn man sich umschaut, ist so etwas wie ein klares Bekenntnis zu Österreich weniger zu erkennen, als ein Meckern über die hiesigen Zustände. Helmut Andisch betitelt sein 1989 erschienenes Buch mit „Der Staat, den keiner wollte“. Und dieses Gefühl war in weiten Teilen der Bevölkerung genau in dieser Form präsent.

Nationenbildender Fußball

Eigentlich war das erste österreichische Wunderteam unter Hugo Meisl eine beachtliche Reaktion auf den Bedeutungsniedergang des Staates. Die Erfolge der Nationalmannschaft sagten so etwas wie „man zählt wieder etwas in Europa – und wenn es nur im Fußball ist“. Es erinnert an die heutigen Erfolge der Kroaten, die mit dem Fußball die zähe Aufholjagd in der Wirtschaft vergessen machen.

Das zweite Wunderteam 1954 wurde dann schon in einer – aus heutiger Sicht – unverständlichen Selbstüberschätzung teilweise verhöhnt, weil man „nur den dritten Platz“ in der Weltmeisterschaft in der Schweiz erreicht hat. Und jemandem, der den dritten Platz bei der WM nicht schätzt, ist wohl der fußballerische Niedergang im Zuge der weiteren östereichischen Fußballgeschichte ein Beweis, dass der österreichische Fußball nichts wert sei und damit auch die österreichische Nation, die es – blickt man auf das 19. Jahrhundert zurück – gar nicht hätte geben sollen.

Und daher fehlt dem österreichischen Fußball dieser nationale Rückhalt, weil sich die Menschen zu wenig mit ihrem Land und zu wenig mit ihren Fußballern identifizieren. Es geht dabei nicht um die begeisterten Fans, die das Stadion füllen; das genügt heute nicht mehr, jenes Kollektiv zu bilden, aus dem Weltmeister gemacht werden; da braucht es einen Rückhalt, ähnlich wie er in Belgien oder Kroatien gegeben ist, einen Rückhalt durch das ganze Land.

Dazu kommt, das Österreich bei Begegnungen gegen die Türkei, Kroatien, Serbien und sogar gegen Albanien im Happel-Stadion wie in einem Auswärtsspiel antritt, weil wir diesen Nationalismen der jeweiligen Gegner, die ihrerseits schon langsam langweilig werden (aber das ist wieder ein anderes Thema), wenig Gleichwertiges entgegenzusetzen haben als eben den Radetzkymarsch vor Beginn des Spiels. Und von diesem Radetzkymarsch erzählte man, dass leichter gewesen wäre, bei diesen Klängen im Kampf zu sterben.

Für einen WM-Titel muss eben alles passen, auch der nationale Rückhalt. Ob es ein Aspekt im Ausscheiden der deutschen Mannschaft ist, kann natürlich niemand sagen, aber die These der gut integrierten Migranten-Kinder bei der WM-2006 ist im Vorfeld der WM-2018 durch dir Aktion von Özil und Gündogan in Wanken geraten und wer weiß, ob solche Nationalismen nicht auch der Nährboden für ein verändertes Klima im Nationalteam sind, die dann jene Spielweise bewirken, mit der auch gegen Südkorea nicht gewonnen werden kann.

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