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In einem Artikel der Krone vom 23.5.2018 titelt man; „Krawall-Klub Rapid: Anzeigen haben sich verdoppelt“.

Es kommt halt immer drauf an, wie man die Zahlen liest und wie man sie dem Leser vorbereitet. Versuchen wir also, die Zahlen der Krone mit der Realität in Einklang zu bringen. Im Krone Artikel werden die Saisonen 2015/16 und 2016/17 dargestellt. Die erste Saison war die letzte im Happel-Stadion und die zweite Saison war die erste im Allianz-Stadion.

Ankündigung: Mitgliederversammlung am 25.2.2019. Die Ehrengäste: werden noch bekanntgegeben.
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Die Darstellung suggeriert, dass die Vorfälle bei Rapid „explodiert“ wären. Man sieht das am langen roten Balken und der Zahl 193. Daraus folgert also die Krone, dass Rapid ein „Krawall-Klub“ ist.

Ebenso wahr wie die Zahl der Vorfälle kolportiert durch die Krone ist, dass bei Rapid im Schnitt mehr Zuschauer anwesend sind als bei Sturm und Austria zusammen. Und jedes Kind weiß, dass 100 Einsätze der Sanität/Polizei an einem Sommertag im Gänsehäufel viel aber 100 Einsätze am Donauinselfest wenig sind. Der Grund ist einfach die Zahl der Besucher. Je mehr Besucher, desto mehr Vorfälle.

Außerdem wissen wir, dass bei den Vorfällen bei Rapid sehr genau geschaut wird, weil Krone & Co. damit die Auflagenzahlen in die Höhe treiben können – wenn dort etwas los ist. Wenn das anderswo ist, zum Beispiel

  • beim Südstadtspiel der Violetten lagen vor dem Fanblock eine Unmenge an Gegeständen am Spielfeld, aber gekümmert hat das niemanden.
  • bei Auswärtsspiel von Rapid beim LASK flogen ebenfalls Feuerzeuge gegen Strebinger aber das hat dort niemanden interessiert
  • ist die Haltung gegenüber Pyro-Shows alles andere als klar. Mal ist es in gewissen Bereichen toleriert, mal ist es wieder ein Verbrechen. Und da solche Pyro-Shows bei Rapid gerne verwendet werden, kann es da schon einmal zu einem Überschießen der Zahl der Vorfälle vorkommen, denn fast wie am Spielfeld sind diese Zahlen von „Vorfällen“ sehr stark vom zufälligen Verlauf der Spiele und der Saison abhängig.
  • beim Umzug vom Happel-Stadion ins Allianz-Stadion ist wahrscheinlich die Aufmerksamkeit gestiegen, vielleicht gibt es auch bessere Video-Überwachung
  • müssen wir bedenken, dass durch die große Nähe der Zuschauer zum Spielfeld auch die Möglichkeit für Vorfälle größer geworden ist.

Aber ganz unabhängig von dieser Einseitigkeit der Beobachtungen, die sich dann auch in der Zahl der Vorfälle niederschlägt, schlage ich vor, die Anzahl der Vorfälle auf die Anzahl der Zuschauer zu beziehen, denn absolute Zahlen haben bei verschieden großen Menschenmassen wenig Sinn.

Beispiel: Es ist einleuchtend, dass es im Burgenland aufgrund der Flächenverhältnisse weniger Verkehrsunfälle gibt als in Niederösterreich, dennoch könnte es gefährlicher sein im Burgenland zu fahren, wenn man die Unfälle auf die Anzahl der Fahrzeuge oder auf die gefahrenen Kilometer bezieht.

Normiert man also die Anzahl der Vorfälle auf die Zuschauerzahl, dann kommt man auf ein ganz anderes Ergebnis wie die Krone:

Zuschauer Vorfälle relativer Anteil
(Bundesliga) (Krone) %
2015/16
Rapid 18860 86 0,46%
Sturm 8495 84 0,99%
Austria 7163 87 1,21%
2016/17
Sturm 10530 93 0,88%
Rapid 21033 193 0,92%
Austria 7921 79 1,00%

In der letzten Happel-Saison 2015/16 war es so, dass die Vorfälle bei Rapid bezogen auf die Zuschauerzahl weniger als halb so viele waren als bei den beiden anderen Vergleichsvereinen.

In der ersten Allianz-Saison 016/17 hat Sturm Rapid in dieser Krawall-Disziplin knapp geschlagen.

Ist es aber nicht sonderbar, dass sowohl in der vorigen als auch in der heurigen Saison die Austria dieses Krawall-Ranking anführt?

Aber klar, Rapid ist ein Krawall-Klub und daher ist ebenso klar ist, dass die Krone ein Krawall-Blatt ist. Sie vermutet Krawall, wo keiner ist.

Hier ein tolles Bild vom „Krawall-Klub“ Rapid beim Abschiedsspiel von Steffen Hofmann. Vorfall oder nicht?.

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