Podiumsdiskussion

Am Montag, 16.4. lud ballesterer zur Podiumsdiskussion

„Fußball und Nationalismus in Europa“

mit

Nächste Mitgliederversammlung 28.Oktober. Eingeladen wurden Grahovac, Greiml, Murg, Sonnleitner. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)
  • KidPex – Journalist (KOSMO Magazin) und Rapper, u.a. Hymne für das Frauennationalteam bei der EM 2017, aktiv gegen Nationalismus
  • Dario Brentin – Wissenschaftler, forscht zu Fußball und Nationalismus
  • Bernhard Wastyn – Obmann und Vorsänger der Hurricanes – Fanklub des Österreichischen Nationalteams

Moderation: Georg Spitaler – ballesterer, Politologe, Historiker

„Das einzige, das Europa vereint, ist der Fußball“, das war ein Zitat aus den einleitenden Worten von Georg Spitaler. Und tatsächlich ist es ein ganz wesentlicher Unterschied zu den USA, dass es in Europa nicht nur einen Klubbewerb sondern auch einen Nationenwettbewerb gibt. Eine Abschaffung der Nationen hätte zur Folge, dass es ein Europa-Team aber keine einzelnen Nationalmannschaften mehr gäbe. Interessant ist daher der Umstand, dass Fußball Gegnerschaft braucht und dass aus diesem Grund die FIFA-Länderliste länger ist als jene der UNO. 

Die beiden Diskussionsteilnehmer mit Migrationshintergrund zeigten, wie rasch eigentlich eine solche Integration über die Bühne gehen kann. Praktisch kann das eine Generation bewältigen. Bemerkenswert war, dass Dario, der Forscher, bei einer Begegnung zwischen Kroatien und Österreich seinen Kroaten die Daumen hält, obwohl er mit allen anderen Aspekten des Alltags in Österreich verwurzelt ist. KidPex wieder, der als 9-jähriger nach Österreich kam, ist schon mehr Anhänger von Österreich als Anhänger seiner alten Heimat; das vor allem deshalb, weil er den Fußball als starken Integrationsfaktor sieht. Als Beispiel wurde angeführt, dass insbesondere die Spieler mit Migrationshintergrund (Arnautovic, Harnik, Alaba…) eine starke Identifikationsmöglichkeit für Migranten darstellen, jedenfalls eine stärkere als es in der Zusammensetzung von Vertretungsgremien der Fall ist. 

Bernhard, der Obmann und Vorsänger der Hurricanes beschreibt die Philosophie seiner Fangruppierung als eine klar Pro-Österreich orientierte und dass es keine Statements gäbe, die gegen den jeweiligen Gegner gerichtet sind. Obwohl man einzelne Aktionen des ÖFB kritisch betrachtet (zum Beispiel Kartenpreise), wird Aktivismus gegen den ÖFB eher vermieden. Interessant ist der Umstand, dass die Fanszene des österreichischen Nationalteams etwa 40 Gruppierungen umfasst, die sogar im internationalen Vergleich einzigartig ist. 

Wer sich mit diesem Thema näher beschäftigen möchte, der kann sich die Diskussion über den Link „EwkiL-Tonaufzeichnung“ in voller Länge nachhören. (1h 54′, 52 MB).

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