Grüße aus Spanien

Unser Fanklub EwkiL:Rapid hat eine Grußkarte von Rapid-Spielern aus Spanien erhalten, die wir den Lesern des Tagebuchs nicht vorenthalten wollen. 

Lieber Fanklub des SK Rapid!

Mit voller Kraft und großem Engagement bereiten wir uns derzeit in Benidorm auf die Rückrunde vor. Wir hoffen, dass wir dadurch im Frühjahr gemeinsam mit Euch, viele erfolgreiche Spiele erleben dürfen und senden

grün-weiße Grüße aus Spanien

Boli Bolingoli, Thomas Murg, Louis Schaub, Stefan Schwab, Richard Strebinger

Ausdrucken

Verehrung und Verblödung

Verehrung

Die Zuneigung des Anhangs zu seinen Idolen ist bemerkenswert. Wenn man aufgerufen wird, sich für die Spieler des Vereins einzusetzen, geschieht das auch, und die Anhänger bringen sich ein, sei das Wahlverfahren noch so verzerrend. Die Ergebnisse beschreiben dann das Leserprofil des Veranstalters mehr als ihm vielleicht lieb ist. 

Die Geschmäcker des lesenden Publikums sind verschieden sogar auf dem Niveau des Boulevards.

sport24 (Österreich) berichtet „Totaler Austria-Triumph im oe24-Voting“ und präsentiert Raphael Holzhauser (und mit ihm viele andere Violette) auf Platz 1 in der Gunst ihrer Leser. In der Webausgabe der Zeitung gereicht es nur zu einer Art Erwähnung während man in der gedruckten Ausgabe die genauen Abstimmungs-Tabellen lesen konnte. 

Louis Schaub am 5.11.2016 beim Klub der Freunde

Die Krone-Leser küren Louis Schaub ein zweites Mal zum Kron-Fußballer des Jahres. krone.at titelt mit „Doppelpack! Rapids Schaub ist Fußballer des Jahres“ und bietet mit der Seite „Der Endstand bei den Herren“ eine tabellarische Darstellung der Endergebnisse. Weil diese Darstellung vollständig ist, können wir auch weitere Details aus der Tabelle ablesen.

Etwa gab es 678.086 abgegebene Stimmen und wenn man nun die Stimmen für Spieler der Vereine zusammenzählt, ergibt sich eine interessante Reihung:

Abgegeben Stimmen pro Verein (Krone-Fußballerwahl)

Verein Spielerzahl Stimmen
Rapid 19 140.985
Westham 1 112.652
Admira 13 107.302
Mattersburg 16 71.730
Austria 34 62.741
RB Salzburg 19 36.900
Bayern 2 28.196
Ried 8 20.019
Schalke 2 18.990
Leipzig 2 14.496
LASK 9 9.482
Sturm 22 9.264
Innsbruck 7 7.785
Brighton 1 4.256
Wolfsberg 10 4.084
Neustadt 7 3.537
Hartberg 14 2.891
Pölten 8 2.637
FAC 5 2.240
Altach 7 2.233
Kapfenberg 11 2.195
Bielefeld 1 2.081
BW Linz 12 2.002
Wattens 12 1.897

Eine weitere Auswertung zeigt uns, wie sich die 140.985 Stimmen für Rapid auf einzelne Spieler aufteilen

Spieler Stimmen
SCHAUB Louis 125.896
SCHRAMMEL Thomas 4.529
HOFMANN Steffen 3.542
SCHOBESBERGER P 2.127
SCHWAB Stefan 1.954
SONNLEITNER Mario 1.218
JOELINTON 1.006
STREBINGER Richard 168
LJUBICIC Dejan 162
WÖBER Maximilian 105
BERISHA Veton 90
GALVAO Lucas 72
MURG Thomas 43
BOLINGOLI Boli 37
KNOFLACH Tobias 27
MALICSEK Philipp 4
AUER Stephan 2
THURNWALD Manuel 2
DIBON Christopher 1

Noch etwas erfährt man aus der heutigen Krone (31.1.): mit diesem Zuspruch in der Gunst der Anhänger erreichte Rapid mit 26 ersten Plätzen (aus bisher 51 Fußballer-Wahlen) eine absolute Mehrheit aller dieser Wahlen.

Wert solcher Wettbewerbe

Man kann bei diesen Wahlen praktisch beliebig viele Stimmzettel abgeben. Letztliche zeigt die Menge der Stimmen für einen Spieler oder Trainer die Opferbereitschaft der Anhänger. Ich selbst habe an einigen Tagen drei Mail online abgestimmt aber mit unserem Karl kann ich mich nicht messen:

Karl Deix gibt 6.500 Stimmzettel für Louis Schaub ab!

Schon im Vorjahr sammelte Karl mehr als 5.000 Stimmzettel. Und heuer hat es diesen persönlichen Rekord mit 6.500 Stimmzettel noch übertroffen. Solltest Du Karl begegnen (er kommt auch zu Spielen von Rapid II) spendiere ihm ein Bier und erzähle ihm, dass wir uns durch diesen Bericht bei ihm und allen anderen, die sich ganz anonym für Rapid einsetzen! (Karl hat es nämlich nicht mit dem Internet.)

Verblödung

Spätestens seit „My Fair Lady“ wissen wir, dass man nicht als Prinzessin geboren wird; erst die Behandlung als solche macht die Prinzessin! Unsere Verehrung der Spieler wirkt sich also durchaus auf ihre Persönlichkeit aus und nicht jeder kann damit so souverän umgehen wie der Wunschschwiegersohn vieler Mütter, Louis Schaub. Bei vielen der Superstars kommt es zu einer oft bedenklichen Fehleinschätzung der eigenen Wichtigkeit. Aber die Reaktionen des Publikums auf solche Sager wie „Ich verdiene so viel, ich kann Dein Leben kaufen.“ (DiePresse vom 20.6.2012) können durchaus auch zu einem etwas verspäteten Reifungsprozess führen. 

Aber was war das? „25.000 Fans kommen wegen mir!“. (Heute vom 30. Jänner 2018). 

Stefan Stangl beim Abflug nach Lemberg am 24.8.2015

Es wäre uns in der Zeit als Stefan Stangl noch bei Rapid spielte, nicht aufgefallen, welch seltsame Gedanken sich in dem damals durchaus sympathisch wirkenden Stefan entfalten werden. In der Salzburger Versenkung abgetaucht, ist ihm die frühere Verehrung durch das Rapid-Publikum offenbar schwer abgegangen (Stefan bekam in der Krone-Wahl 51 Stimmen) und er hofft sie in seiner neuen Favoritner Heimat wiederzu erlangen. Allerdings wird er sich dort auf eine Verehrungs-Schmalkost gewöhnen müssen. 

Sollte ihn daher sein Trainer am Sonntag zum Einsatz bringen, dann kann er der kollektiven Ablehnung durch den Rapid-Anhang gewiss sein. Und nicht einer der Zuschauer wird „wegen ihm“ gekommen sein, weil sie alle Rapidler sind und solche finanziell motivierte Wechsel so gar nicht goutieren. 

Fußballer ist kein Beruf wie andere

Wer in einem Lohnberuf den Arbeitgeber wechselt, wird weder bejubelt noch ausgepfiffen, das gehört zum beruflichen Alltag. Nicht so bei einem Gewerbe, das eine so große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht  wie es der Fußball tut. Die emotionale Investition Tausender Menschen in die Beziehung zu den Spielern muss von diesen bei ihren Entscheidungen mitgedacht werden. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Spieler von einem Dorfklub zu RB wechselt oder ob es ein Rapid-Spieler ist. Denn ein Wechsel zu einem direkten Konkurrenten verletzt die Gefühle der Massen*) und die frühere Zuneigung schlägt in Abneigung und Hass um. Jeder Spieler weiß das und sollte das bei seinen Entscheidungen berücksichtigen. 

Diese für Rapidler nicht gut verdauliche Karriere von Stefan: Sturm -> Wiener Neustadt -> Rapid -> Salzburg -> Austria zeigt uns aber auch, dass wir dieselbe Person zu verschiedenen Zeiten verschieden sympathisch einschätzen obwohl sie ja immer dieselbe ist. Und auch wenn es beim Publikum im Augenblick gut ankommt, wenn Spieler wappenküssend zum Fanblock eilen, würde ich mir wünschen, dass sie das etwas ehrlicher und weniger theatralisch zelebrieren würden. Diese Beteuerungen einer Zugehörigkeit gehören zum Geschäft, aber für die Anhänger ist es kein Geschäft, für die Anhänger ist es ernst, todernst. 

In der Reportage über die Erfolge der Annemarie Moser-Pröll (in der Vorwoche in ORF III) wurde berichtet, dass sie bei der Ankündigung des Karriereendes Morddrohungen erhalten hat und ihr Wohnhaus einige Zeit bewacht werden musste. 

*) „Religiöse Gefühle“

Grundsätzlich bin ich ja ein entschiedener Gegner, einem „Gefühl der Massen“ Gewicht oder gar Recht zuzuweisen. Aber Fußball ist ein Spiel und eine Spielwiese für solche Phänomene und anders als bei den klassischen Religionen sollten solche Gefühle beim Spiel ausgelebt werden können, weil wir sie im sonstigen Alltag so gar nicht brauchen können. 

Materialien zum Download

Ausdrucken

Testspiele

Ich strenge mich an, bei den Testspielen zu erkennen, welche Schlüsse ein Trainer aus der Vorstellung ziehen kann, allein, ich bin kein Trainer, ich wüsste es nicht. Wir Zuschauer sind sehr ergebnisorientiert. Einen Sieg interpretieren wir als „gutes Spiel“, eine Niederlage und sehr oft auch schon ein Unentschieden als ein „schlechtes Spiel“. Dabei muss das ja gar nicht zutreffen, denn man kann – wie wir aus vielen leidvollen Erfahrungen wissen, auch im Grunde „gute Spiele“ verlieren (und umgekehrt). Die vielen Spieldetails und Zufälligkeiten, die uns, Zuschauern, vermeintlich die Qualität der Spieler und der Mannschaft diagnostizieren, sind es wahrscheinlich nicht, die den Trainer bewegen. 

Die mangelhafte Chancenauswertung stört mich – anders als das sonstige Publikum – relativ wenig, denn es liegt in der Natur des Fußballspiels, besser gesagt in der Art, wie die Regeln – insbesondere die Abseitsregel – austariert sind, dass möglichst wenige Tore fallen, was zur Folge hat, dass man nur äußerst selten ein Torfeuerwerk erlebt. So gingen auch beide Testspiele am Trainingsplatz salomonisch 1:1 aus, obwohl es natürlich auf beiden Seiten zahlreiche hochkarätige Torchancen gab. 

Sparringpartner aus den Nachbarländern

Es dürfte kein Zufall sein, dass beide Rapid-Teams (aber auch der Stadtrivale) Mannschaften aus den östlichen Nachbarländer nach Wien bringen und nicht umgekehrt, Rapid dorthin fährt, weil es wahrscheinlich für die dortigen Klubs attraktiv ist, einen Tag in Wien zu verbringen. Ob unsere Gäste aus Tschechien auch ins Tullnerfeld kommen würden? Insbesondere beim letzten Testspiel gegen Slovácko waren mehr Tschechische Anhänger vor Ort als Rapidler – hatte man zumindest akustisch den Eindruck. Aber vielleicht erleben wir auch einmal einen Gegenbesuch und können zu einem kleinen Auslandsspiel fahren. 

Durch diese starke Präsenz der Gäste musste man sich mit Plätzen in den hinteren Reihen begnügen und würde es daher praktisch finden, wenn es eine Testspiel-Anlage gäbe, die wenigstens über eine kleine Tribüne verfügen würde. 

Rapid II

Jedes halbe Jahr wird der Kader von Rapid II durch die aus der U18 nachdrängenden Spieler neu gebildet. So fehlten bei den neuen Spielern noch die Schriftzüge für die Namen und wir recherchierten eifrig die Namen von der Homepage. Dabei fällt auf, dass auf der Rapid-Homepage die Daten der Nachwuchsspieler sehr unvollständig angegeben sind. Aber es gibt ja noch den Transfermarkt, der mehr über die Spieler zu sagen weiß. Hier das Beispiel von Daniel Markl. Unter dem grünen unvollständigen Feld das vorbildlich ausgefüllte Datenblatt vom Transfermarkt.

 

Was ich glaube, dass mir als „Amateurtrainer“ aufgefallen ist, war der Umstand, dass die neuen Spieler nichts von dem spüren ließen, was man „Anlaufschwierigkeiten“ nennt. Die jungen Spieler trugen sich auch gleich zahlreich in der Torschützenliste ein.

Im folgenden Bild sieht man Trainer Akagündüz mit den nominierten Spielern bei einer letzten Besprechung vor Spielbeginn gegen Retz.

In der Ankündigung der Rapid-Homepage wurde ein Spiel Rapid II – Videoton angekündigt, und auf dieses Spiel war ich wegen des prominenten Gegners sehr neugierig. Doch es stelle sich bald heraus, dass es nicht die Einser-Mannschaft von Videoton war. Dennoch hatte man in den ersten Spielminuten den Eindruck, als würde das ein Debakel für Rapid II geben, denn nach wenigen Minuten stand es bereits 0:2; im Bild der zweite Treffer per Kopf aus einem unmöglich scheinenden Winkel. Bei dem Bild könnte man den Eindruck haben, dass es für die gut stehenden Verteidiger ein Leichtes sein müsste, den Ball abzuwehren, doch irgendwie ist es dem Ball gelungen, sich an ihren Köpfen vorbeizuschwindeln.

Doch schließlich  endete das Spiel 2:2, was über das ganze Spiel gesehen nicht unverdient war.

Die karge Fußballzeit ist aber jetzt vorbei und wir warten mit Spannung auf den ereignisreichen Fußball-Februar.

Ausdrucken

Dramaturgie eines Fußballspiels

Ein Fußballspiel bietet Spannung von der ersten Minute an. Der Verlauf ist statistisch – also in der großen Zahl betrachtet – keineswegs gleichförmig. Vielmehr nimmt die Zahl der Aktionen Fouls, Karten, Tore, Gegentore, Einwechslungen während eines Spiel zu. Um diese Dinge zu quantifizieren, unterteilen wir das Spiel in Abschnitte zu je einer Viertelstunde und daher gibt es sechs solcher Abschnitte. 

Die Seite Fußballösterreich bietet uns auf ihrer Statistikseite eine ganz tolle Statistik für diese Abschnitte und zwar zusammenfassend für alle Ligen in Österreich. Was auf der Seite fehlt, ist der Hinweis, auf wie viele Spiele und auf welchen Zeitraum sich diese Statistik bezieht aber das können wir leicht ermitteln. Es geht bei dieser Seite immer um den laufenden Bewerb also um alle Spiele seit Saisonbeginn. Und aus einer Abschätzung aus dem Vorjahr („Weißt Du wieviel Sternlein stehen?“) wissen wir, dass es insgesamt etwa 130.000 Spiele sind.  Hier sieht man die Auswertungen von Fußballösterreich in einer Tabelle:

Wenn wir nun diese Statistik grafisch darstellen, erhalten wir folgendes Bild:

Diese Grafik zeigt 

  • Wechsel (blau, ca. 130.000 Spiele)
  • Gelbe Karten (gelb, ca. 130.000 Spiele)
  • Gelb-Rote Karten (orange, ca. 130.000 Spiele)
  • Rote Karten (rot, ca. 130.000 Spiele)
  • Tore (grün, dünn, oben, ca. 130.000 Spiele)
  • Tore Rapid (grün dick, gesamt 10.122 Tore, seit 1900)
  • Tore Rapid (eigene und Gegentore) (dunkelgrün, gesamt 59, Saison 2017/18)
  • Tore Rapid eigene (hellgrün, gesamt 31, Saison 2017/18)
  • Tore Rapid Gegentore (schwarz, gesamt 28, Saison 2017/18)

Die Darstellung erfolgt in einem logarithmischen Maßstab, um die verschiedenen Größenordnungen auf einem Diagramm darstellen zu können. Das hat aber zur Folge, dass die Unterschiede der einzelnen Viertelstunden nicht ganz so deutlich sind wie in absoluten Zahlen. Wenn also im Diagramm eine Linie auch nur gering ansteigt, darf man das nicht vernachlässigen.

Alle dargestellten Größen nehmen im Verlauf des Spiels zu.

Einwechslungen

Bei den Einwechslungen (blau) sieht man eine sprunghafte Zunahme in der zweiten Halbzeit.

Verwarnungen

Schiedsrichter gehen es gemütlich an, zunächst nur mit Ermahnungen. Das sieht man deutlich  am Verlauf der Gelben Karten. Dass die Gelb-Roten Karten im Verlauf des Spiels stärker ansteigen, liegt auf der Hand, weil das zweite Vergehen zeitlich später erfolgt. 

Tore

Den geringsten Anstieg verzeichnen die Tore und der Verlauf der Torhäufigkeit pro Viertelstunde ist bei den Toren der laufenden Saison (grün, dünn, oben) ganz ähnlich wie der aus den historischen Spielen von Rapid (grün, dick, Mitte). Die „Rapid-Viertelstunde“ ist bei den aktuellen Spielen deutlicher ausgeprägt als bei den historischen Rapid-Spielen.

Die folgende Tabelle zeigt die 10.122 Tore in den sechs Abschnitten für alle Rapid-Bewerbspiele seit Beginn der Aufzeichnungen:

Es gibt eine Unterteilung in alle Spiele, Siege, Unentschieden und Niederlagen und in jeder Kategorie werden alle Tore, die eigenen Tore und die Tore des Gegners getrennt ausgewertet. 

Man kann die Tore auch in einem Ein-Minuten-Intervall auswerten und bekommt dann folgenden Verlauf: 

 

Man beachte den Ausreißer in der 90. Minute, der durch die Ereignisse in der Nachspielzeit hervorgerufen wird, die alle in der 90. Minute summiert sind. 

Auch die Tore der laufenden Saison lassen sich in dieser Grafik gut darstellen, wenn man auch durch ihre geringe Zahl mit der Interpretation vorsichtig sein muss. Nach meiner Ansicht zeigt der Verlauf das, was wir als Zuschauer empfinden, das aber der Trainer bestritten hat, nämlich, dass Rapid in dieser Saison zu Einbrüchen in der zweiten Halbzeit neigt, denn tatsächlich zweit die Kurve der geschossenen Tore in der zweiten Halbzeit einen Einbruch. Es ist wegen der wenigen erfassten Tore statistisch bedeutungslos aber wenn wir das Spiel erleben, dann ist es das konkrete Ereignis, das wir empfinden (also eben die Torflaute in der zweiten Halbzeit) und nicht die hübsch begradigte Statistik über sehr viele Spiele.

„Der Sechs-Achtel-Takt eines Fußballspiels“

Man sieht aus den Kurven, dass die Dramatik des Spiels gegen Ende zunimmt, egal, ob man es an der Zahl der Verwarnungen oder Tore misst. Die Rapid-Viertelstunde kann man bei allen Fußballspielen beobachten. Nur hat der Rapid-Anhang diese Eigenschaft des Spiels schon in der Frühzeit des Fußballs erkannt und ihm auch einen Namen gegeben. 


Wer ein Musikinstrument erlernt, weiß, dass man im Sechs-Achtel-Takt das erste Achtel stark und das vierte Achtel etwas schwächer betont. Beim Fußballspiel betont man die einzelnen Achtel mit zunehmender Stärke und beendet das letzte Achtel als eine hoffentlich furiose Rapid-Viertelstunde. 

Zahlen zur Grafik

  WECHSEL GELB GELB-ROT ROT TORE TORE-RAPID RAPID 2017/18 +
Min.  1 – 15 647 2529 5 52 9335 1447 1 0 1
Min. 16 – 30 1717 6460 59 105 10263 1574 8 6 2
Min. 31 – 45 2331 10721 193 167 11407 1525 10 7 3
Min. 46 – 60 21016 10897 352 193 11315 1783 13 8 5
Min. 61 – 75 28053 13622 663 305 11728 1819 12 3 9
Min. 76 – 90 30666 18405 1480 648 15010 1974 15 7 8

Links

 

Ausdrucken

Green-White-Greenkeepers

Am Weg zum perfekten Rasen

Nach dem Ball ist wohl der Rasen das wichtigste „Spielgerät“. Gerade eine technisch auf hohem Niveau spielende Mannschaft wie Rapid profitiert von einer gleichmäßigen Spielfläche. Wenn die Bewegung des Balls wegen vieler Unebenheiten nicht voraussagbar wird, profitiert ein technisch schwächerer Gegner. Spiele auf sehr strapazierten Fußballplätzen oder auch solche auf hartem Boden wie beim Spiel WAC-Rapid im Herbst zeigen, wie wichtig es ist, dass der Rasen auf Top-Niveau ist.

Ein Blick nach England

Bei Fußballfahrten zwischen 2007 und 2009 nach England ist uns aufgefallen, dass man dort ein engeres Verhältnis zum Spielfeldrasen hat. Drei Dinge waren es, die das gezeigt haben:

  • Der Guide bei der Stadiontour hat unmissverständlich klar gemacht, dass er sofort die Polizei holen würde, wenn ein Besucher seinen Fuß auf den Rasen setzen sollte; und er meinte das ernst.
  • Der Rasen wurde nach dem Aufwärmen und in der Pause von acht Spezialisten mit Gabeln wieder in den bestmöglichen Zustand gebracht.

    Rasenpflege in der Pause des Spiels Chelsea-Westham (15.8.2009)
  • Für das Tormann-Training wird ein eigenes Trainingstor „Temporary Goalmouth“ aufgestellt, um den Rasen beim Spielfeldtor zu schonen.

    Trainingstor beim Aufwärmen vor dem Spiel Wigan-Bolton (1:3) am 7.4.2007 (mit Paul Scharner)
  • Im eigentlichen „Goalmouth“ darf nicht trainiert werden.
  • Wenn das Geld für ein Trainingstor nicht ausreicht, kann man sich behelfen:

    Behelfsmäßiges Trainingstor beim vom Spiel Millwall FC-Oldham Athletic (2:0) am 18.8.2009

Man wäre damals, vor 10 Jahren, geneigt gewesen zu sagen, dass in England auf einem „Rasen“ und in Wien auf einer „Wiese“ gespielt wird. Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass man dem Rasen in Wien nicht ganz so viel Beachtung schenkt wie das in England der Fall ist.

Rapid, Hausherr im eigenen Stadion

Dann kam aber die Saison 2012/13 und Rapid war nicht mehr nur Untermieter sondern der Hausherr im eigenen Stadion. In dieser Zeit übernahm Harry Gartler die Verantwortung über das Stadion und sorgt sich seither mit seinem Team um die Rasenqualität.

Harry Gartler, man of the green.


Harry Gartler am 4.4.2014 beim Spiel Rapid Amateure – Austria Amateure

Und schon damals berichtete das Tagebuch, dass sich etwas Revolutionäres am Rasen ereignet hat. http://klubderfreunde.at/2012/07/rapid-hausmeister-in-st-hanappi/

Sechs Rasen-Spezialisten, bewaffnet mit kleinen Gabeln beseitigten in der Pause die entstandenen Unregelmäßigkeiten.

Bild vom Spiel Rapid-Wacker Innsbruck am 21.7.2012

Rasen im Allianz-Stadion

Beim Einzug in das Allianz-Stadion absolvierten wir die für Mitglieder obligatorische Stadionführung und siehe da, auch im Allianz-Stadion wies der Führer ausdrücklich darauf hin, dass das Betreten des Rasens verboten sei. Allerdings war die Ausdrucksweise nicht ganz so rigoros wie in England, „Wienerisch abgefedert“, könnte man sagen.

Die Rasenspezialisten heißen nicht einfach „Platzwart“, denn der hat wieder andere Aufgaben. Sie heißen „Greenkeeper“.

Wenn man eine Stadionführung mitmacht, kann man eventuell diese konischen Behälter sehen, die an ein Gartenlicht erinnern. Es sind aber Niederschlagsmesser, die dabei helfen, die Bewässerung richtig zu dosieren.

Rasen-FAQ

Harry Gartler war so freundlich, dem Tagebuch Details über die Rasenpflege zu erzählen, und wir fassen seine Antworten im folgenden Dialog zusammen.

Spielfeld

  • Welche sind die Abmaße des Rasens, welche des Spielfeldes?
    • 68×105 m, die Innenmaße des Stadions sind 80x120m
  • Aus welchem Material sind die weißen Markierungen für das Spielfeld? Kalk?
    • Weiße Lebensmittelfarbe

Herstellung

  • Wer ist der Hersteller des Rasens?
  • Was würde eine Neuverlegung kosten?
    • Ca. €180.000.-
  • Wie lange dauert es, bis ein neu verlegter Rasen wirklich gut angewachsen ist?
    • Ca. 6-8 Wochen, je nach Witterung und Verlegezeitpunkt

Personaleinsatz

  • Wie viele Personen werden für die Rasenpflege eingesetzt?
    • Zwei Mitarbeiter ständig, auch für die beiden Rasentrainingsplätze und den Kunstrasen
  • Sind es an Spieltagen mehr?
    • Ja – zur Vorbereitung und auch zum Einhaken nach dem Aufwärmen und in der Halbzeit sind es 5-6 Personen
  • Kann man die Kosten des Rasens pro Jahr abschätzen? Das Wesentliche dürften ja die Personalkosten sein, oder?
    • Bitte um Verständnis das ich darüber keine Auskunft geben kann
  • Muss man Gärtner sein, um da mitarbeiten zu können?
    • Nein – Gärtner ist ein Vorteil aber viel Leidenschaft und die Bereitschaft in Seminaren die Kenntnisse auszuweiten sind das Wichtigste

      „Green-White-Greenkeepers“, Aufnahme Harry Gartler vom 29.11.2017

Pflege

  • Worin besteht eigentlich die Pflege, abgesehen vom Schnitt?
    • Da gehört sehr viel dazu: Düngen, Besanden, Topdressen, Airifizeiren, Vertikutieren, Belichten, Belüften, auf Krankheiten überprüfen usw.
  • Gibt es einen Pflegeplan?
    • Natürlich, dieser wird für das ganze Jahr erstellt und den Notwendigkeiten, Spielterminen bzw. dem Wetter permanent adaptiert
  • Was sind die Pflegemöglichkeiten neben dem Bewässern und dem Schnitt?
    • Besanden, Düngen, Airifizieren, Vertikutieren,
  • Welche Geräte werden für die Rasenpflege eingesetzt?
    • Rasenmäher, Düngewagen, Besandungsmaschinen, Airifizierer, Vertikutierer
  • Wie oft wird gedüngt?
    • Das ist unterschiedlich von Monat zu Monat, hier kommt es auch auf die Temperaturen und das Wetter an
  • Wie wird der Rasen belichtet?

Was sehen wir als Laien?

  • Wie kann man erkennen, ob der Rasen in einem guten Zustand ist? (Als Laie schaut man, ob bei einer Beanspruchung durch die Spieler, der Rasen dem Druck der Schuhe widersteht, dass also der Rasen gut mit dem Untergrund verwachsen ist.)
    • Man überprüft den Rasen ständig auf Scherfestigkeit, auf Krankheiten usw. – sollte dies alles passen dann funktioniert der Rasen auch
  • Kann man als Laie vom Sitzplatz aus erkennen, ob der Rasen in Ordnung ist?
    • Eher nicht, nur wenn große Rasenteile herausgerissen werden, kann man annehmen das etwas sein könnte, als Laie ist es aber sehr schwer erkennbar
  • Sagt es etwas aus, wenn die Rasenstruktur unregelmäßig gefärbt ist?
    • Jeder Rasen hat verschiedene Grassorten in sich, daher kann es zu unterschiedlichen Färbungen kommen, ist aber grundsätzlich eher ein unwesentliches und optisches Thema

Bewässerung

  • Wir wird das Wetter und die Außentemperatur in den Gießrhythmus berücksichtigt?
    • Natürlich werden die Regenmangen kontrolliert und so der Wasserbedarf für den Rasen abgestimmt
  • Wird über die eingebauten Regendüsen bewässert oder werden diese nur vor dem Spiel eingesetzt?
    • Immer über die gesamte Beregnungsanlage, dies ist aber mehr als nur die mittleren Regner die Sie am Spieltag sehen
  • Wie wird die natürlich Regenmenge gemessen?
    • Mittels eigenen Plastiktrichtern mit Anzeigen die in den Rasen gesteckt werden
  • Das Bewässern vor dem Spiel: gibt es da Vorschriften? Kann sich das der Trainer wünschen? Mögen das die Spieler? Kann das auf die Spielweise einen Einfluss haben?
    • Die Spieler werden gefragt, wann sie den Platz bewässert haben wollen. Einfluss hat es sehr wohl, da der Ball bei feuchtem Rasen schneller zirkuliert
  • Eine Zeitlang war der Rasen in einem sehr schlechten Zustand, hat sich aber erfreulicher Weise erholt. Was wurde gemacht?
    • Wir haben die Bearbeitung des Rasens selbst übernommen – im Herbst 2016 haben wir nach dem Pflegeanleitungen der Strabag Sportstättenbau gearbeitet. Die Bewirtschaftung wurde umgestellt, das Wetter war im März 2017 sehr gut, die Temperaturen haben gepasst, wir hatten 4 Wochen kein Heimspiel, das alles hat zusammen gepasst.
  • Man hört, dass manchmal Sand in den Rasen eingebracht wird (in Wiener Neustadt war das im Winter der Fall). Warum macht man das? Wie bringt man den Sand wieder raus?
    • Der Sand ist wichtig für die Stabilität und die Lüftung des Rasens, dieser wird aufgebracht und dann mittels Airifizierens mit Vollspoons in den Boden eingearbeitet. Das was Sie meinen in Wr. Neustadt hatte eher den Sinn, den Boden im Winter weicher zu machen da keine Rasenheizung vorhanden war, auf die Dauer aber macht es keinen Sinn so zu agieren.
  • Der Rasen wird wegen des Stadiondachs nicht gleichmäßig beleuchtet. Das hat man durch ein durchsichtiges Dach stark verbessert. In welcher Form berücksichtigt man diese ungleiche Belichtung?
    • Wir haben in der Planung eben darauf geachtet, dass wir sehr viel transparentes Makrolon verwendet haben, um so viel wie möglich natürliches Licht im Stadion zu haben. Der Rasen ist südseitig vor dem Block West mehr im Schatten und dadurch auch sensibler. Dazu haben wir uns jetzt einen Lichtbalken angeschafft, wo wir zumindest die Strafräume mit LED Licht künstlich beleuchten, um das Rasenwachstum zu fördern. Denn Licht und Luft sind das Lebenselixier des Rasens.
  • Gibt es so etwas wie eine Lebensdauer des Rasens?
    • Nein – hier kommt es wirklich darauf an wie das Stadion konzipiert ist und der Rasen auch beansprucht wird
  • Wann müsste der Rasen getauscht werden?
    • Sicher wäre es gut, den Rasen – wenn er gesund ist – trotzdem so alle 3 Jahre zu tauschen, ist aber nur notwendig wenn Probleme entstehen. Die Strafräume (5er Bereich) werden in der Regel 1-2x Jährlich getauscht.
  • Wenn man den Rasen benotet; welche Kriterien wendet man dabei an? Wann ist also der Rasen erstklassig?
    • Natürlich muss er scherfest sein, die Farbe satt grün, aber eigentlich ist es wichtig, dass die Spieler und der Trainer zufrieden sind.
  • Was macht man mit Schadstellen? Kann man dort Rasensamen einfügen, damit sich wieder ein Grün bildet?
    • Es wird ein Sand/Erde Gemisch eingestreut damit wieder Rasen nachwächst – ab Oktober auf Grund der Temperaturen wächst aber nichts mehr nach, daher ist es wichtig, schon vorher die Basis für die Wintermonate in der Bewirtschaftung des Rasens zu legen

Rasenheizung

  • Ab welcher Außentemperatur schaltet man die Rasenheizung ein?
    • Nach Bedarf – ca. eine Woche vor dem Spiel ja nach Temperaturentwicklung
  • Welche Vorlauftemperatur hat diese Heizung? In welchem Abstand sind die Rohre?
    • Ca. 80 Grad – Abstand ca. alle 20cm
  • Wie ist der Rasenuntergrund geschichtet? Wie dick ist der Untergrund?
    • Die Rasentragschicht ist ca. 15 cm hoch
  • Gibt es außer der Rasenheizung und der Beregnung noch etwas unter dem Spielfeld? (Außer der Schatzkiste natürlich.)
    • Die Drainage

Krankheiten und Schonung

  • Muss man vorsorglich Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen oder macht man das nur im Anlassfall?
    • Wir verwenden zur Vorsorge jetzt einen UV-C Lichtbalken, der schon vorsorglich die Krankheiten bekämpfen soll aber auch bei Auftreten einer Krankheit eingesetzt wird
  • Gibt es so etwas wie einen Rasen-Doktor, wenn der Rasen eine Beschädigung hat?
    • Ja es gibt Experten die wir kontaktieren, wenn etwas auftritt, von dem wir keine Kenntnis haben
  • Gibt es typische Rasen-Krankheiten?
    • Ja, z.B. Dollarspot oder Pythium (Wurzelfäule)
  • Ein sehr interessanter Aspekt des Betretungsverbots ist die Möglichkeit, Schädlinge einzuschleppen. Ist das schon vorgekommen?
    • Ja und zwar dann, wenn zum Beispiel die Profis in anderen Stadien spielen, wo eine Krankheit besteht, kann das schon übertragen werden
  • Vor Spielbeginn befinden sie viele Leute am Rasen. Wir dort der Rasen nicht sehr stark beeinträchtigt? Sollte man dort nicht temporär etwas zum Schutz auflegen?
    • Ja auch hier gibt es natürlich die Möglichkeit von Krankheiten. Das mit den Matten ist halt vor dem Spiel sehr aufwendig – aber eine Möglichkeit

Wir danken Harry Gartler für die Beantwortung der Fragen!


Der Rapid-Rasen

Rapid hat die Rasenpflege in den letzten Jahren auf ein hohes Niveau gehoben. Kleine Unterschiede gibt es noch zu den englischen Verhältnissen:

Es gibt viele Seiten, die sich der Pflege von Sportplätzen widmen, zum Beispiel Eurogreen.

Ausdrucken

Rapid II, Zweiter

Sagen wir es kurz: Rapid II würde sich mehr Aufmerksamkeit verdienen, immerhin ist es jenes Reservoir, aus dem die Kampfmannschaft jederzeit Spieler rekrutieren kann. Etwas mehr Wertschätzung für das eigene Potenzial würde Rapid II und vielleicht auch Rapid gut tun. Dass diese Aufmerksamkeit fehlt, erleben wir bei Kleinigkeiten, zum Beispiel bei der

Ansetzung von Spielterminen

Es betrifft Bewerbspiele und Testspiele gleichermaßen. Es wurde schon bei sehr vielen Gelegenheiten von den Verantwortlichen versprochen aber es passiert immer wieder, dass Spiele von Rapid und Rapid II zu selben Zeitpunkt ausgetragen werden. Kommenden Samstag finden die ersten Testspiele von Rapid und Rapid II statt. Zeitgleich!

  • 2018-01-13 14:00 Rapid II – Stockerau
  • 2018-01-13 14:30 Rapid – Zlín

Mit einigem Geschick hätte man es auch zustande gebracht, beide Spiele „unter einen Hut“ zu bringen. Unter der Annahme, dass Rapid mit seiner Testspiel-Fixierung früher dran war, zum Beispiel als einen Leckerbissen für Testspielbesucher etwa so:

  • 2018-01-13 12:30 Rapid II – Stockerau
  • 2018-01-13 14:30 Rapid – Zlín

Ja, es gibt sie; die Anhänger, die beide Mannschaften sehen wollen. Es sind nicht viele, das stimmt, und sie bringen nicht das große Geld, auch das stimmt. Aber sie sind ein wirklich „harter Kern“, der es sich verdienen würde, dass man ihn mehr berücksichtigt als das zurzeit der Fall ist.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei den Veranstaltungen, die nicht die „Bringer“ sind  (im Sinne von „mehr Mitglieder“, „mehr Einnahmen“, „mehr Besucher“), ein Organisator fehlt, der auch bisschen auf das Ganze schaut, weil er ja mit Rapid II Teil dieses Ganzen ist. 

Es kann ja sein, dass manchmal eine Fixierung wirklich nicht anders möglich ist. In diesem Fall wäre Kommunikation ein guter Lösungsansatz. Wenn man die Gründe kennt, muss man nichts vermuten.  

Kleinigkeiten

Warum wurden anfängliche Pläne nicht umgesetzt?

Anfängliche Pläne zur Überdachung der Zuschauertribüne auf West II wurden ebenso wenig umgesetzt wie die Verlegung der kleinen Derbys auf das Hauptfeld. Insgesamt wirkt das Gesamtpaket eines Spiels auf West II nicht einmal regionalliga-tauglich. Wir fahren lieber zu Auswärtsspielen von Rapid II, weil man dort weniger den Eindruck eines Übungsspiels hat. 

Warum fehlt das Testspiel von Rapid II im Terminkalender der Rapid-Homepage? 

Man muss, um das Spiel vom kommenden Samstag zu finden, auf die Seite des Wiener Fußballverbandes gehen. Warum zwingt uns die Rapid-Seite, dass man Informationen, die zur Sache gehören, anderswo suchen muss? Es müsste ja ein wichtiges Ziel sein, dass man einen Besucher so lange wie möglich auf der Rapid-Seite hält, weil er dort alles über Rapid findet, nicht zuletzt, um den Besuchern die verkaufte Werbung anzubieten.

Warum sind die Frühjahrs-Spiele von Rapid II nicht im Terminkalender der Rapid-Homepage eingetragen?

Schon beim ersten Spiels von Rapid II gegen Bruck gibt es eine Kollision, wenn es bei den derzeit überwiegende genannten Termin kommt. An diesem Wochenende findet auch das Spiel Rapid-LASK am Sa, 24.2. 18:30 statt. Über das Spiel von Rapid II an diesem Wochenende gibt es folgende Informationen:

Nach meiner Schätzung wird das Spiel am Freitag, 23.2. um 19:00 stattfinden, aber das ist nur eine Vermutung! 

Warum gibt es keine klarere Zielsetzung für Rapid II?

Nach dem guten Herbst von Rapid II spielt die Mannschaft ganz vorne mit. Aber geht da nicht mehr? In dieser Saison besteht eine außergewöhnlich gute Gelegenheit, in die Erste Liga aufzusteigen. Neben den wirtschaftlichen Nebenaspekten, die unseren Geschäftsführer weniger freuen werden, müsste es doch eine klare Direktive geben, oder? 

In einem Interview mit dem Nachwuchsverantwortlichen Willi Schuldes meinte dieser schon, das es schön wäre, auch Erste Liga zu spielen, dass aber die Ausbildung die oberste Priorität hätte. Aber so eine günstige Gelegenheit für einen Aufstieg gibt es nur in dieser Saison. Sollte man diese Chance nicht erhöhtem Einsatz stärken?

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Chancen von Rapid II auf einen Aufstieg viel besser sind, als jene der Kampfmannschaft auf den Meistertitel:

Motivation ist alles!

Wenn Rapid-II-Spieler auf West I einlaufen, lautet die Botschaft: „was wir da tun interessiert niemanden“. Aber zu einem erfolgreichen Aufstieg werden wohl mehr als nur gefühlte Testspiele notwendig sein. Und dazu gehört auch das Gefühl, dass man für jemanden spielt und nicht nur für einen guten Platz in einer Tabelle. Derzeit scheinen alle Kräfte Richtung Trainingszentrum konzentriert aber diese Aufstiegschance gibt es nur einmal!

Rapid II oder doch besser Rapid Amateure?

Anfangs schien es mir bedeutungslos, wie die zweite Mannschaft von Rapid heißt; verkauft wurde es uns als eine Aufwertung. Aber man kann es auch anders sehen, etwa als Analogie zur Frage: „Willst Du bei der Wahl eines Hotelzimmers das schlechteste in einem teuren Hotel oder das beste in einem billigeren Hotel beziehen?“ 

Das „Amateure“ kennzeichnet die Mannschaft als die beste aller Amateurmannschaften – als die beste im „billigeren Hotel“ und „II“ ist eben die zweite Mannschaft, der erste Verlierer, der ewige Zweite; und vielleicht sieht sich auch die Mannschaft so. Als „Amateure“ hatte sie nicht mehr erwartet aber als „II“ sollte es eben nicht passieren, dass – mit dem Sponsor Wien Energie“ im Rücken – Spiele verschoben werden, weil das Flutlicht nicht funktioniert. 

Ausdrucken

119 Jahre Rapid

Wenn man sich auf eine Automatik verlässt… Hätte mich nicht mein treuer Julian schon in der Früh ganz aufgeregt angerufen, ich hätte den Termin übersehen und ihn morgen Dienstag aus meinem eigenen Rapid-Pressespiegel erfahren! Dann wäre es aber zu spät gewesen. Dank Julian konnte ich aber wenigstens die beiden ersten Erzählungen im Kreise von etwa 50 unentwegten Rapid-Anhängern miterleben.

Ich kam mit der U-Bahn am Bahnsteig wartete Viktor! Im Bild Viktor im Gespräch mit Josef Hickersberger:

Wer kennt Viktor nicht! Ich kenne ihn so lang ich Rapid-Veranstaltungen besuche aber es bedurfte einiger Biere am Tisch von Peter und Janine, dass ich ihn näher kennen lernen durfte. Da noch ein bisschen Zeit bis zum Beginn um 16:00 war, lud er mich zu einem Achterl zum Peschta ein. Ich erzählte ihm, dass ich eigentlich ein Tscheche wäre und er erzählte mir, was für tolle Tschechen er schon bei Rapid erlebt hätte, allen voran Antonín Panenka. Ich habe ihn zu unserem nächsten Treffen beim Klub der Freunde eingeladen. Er wird unsere Runde durch seine sehr freundschaftlichen und manchmal auch erheiternden Wortmeldungen bereichern.

Didi Kühbauer

Pünktlich um 16:00 ging es aufwärts in die Players Lounge, einem Bereich, in dem die Spieler nach einem Spiel zusammentreffen. Der abgetrennte Raum befindet sich auf Ebene II. Didi Kühbauer erzählte über die Umstände seines Transfers von der Admira zu Rapid, Anekdoten aus der Zeit mit dem Trainer Gustl Starek, das Highlight Europacup und die Gründe für seinen Abgang. 

Zwei Dinge habe ich mir besonders gemerkt:

  • Didi hat angemerkt, dass man gewisse Ereignisse rund um ein Spiel nicht durch Können oder Nicht-Können erklären kann, sie passieren einfach zufällig. Positive Zufälle (Glück) können sich zu einem „Lauf“ aufschaukeln können, ebenso wie negative Zufälle (Pech) eine Negativspirale auslösen können (ganz im Gegensatz zu einem reinen Glücksspiel, bei dem ein Ergebnis mit vorherigen Ergebnissen in keinerlei Zusammenhang steht). Der psychologische Grund ist, dass der Mensch den Zufall nicht als solchen wahrnimmt sondern das Glück oder Pech bei uns Spuren hinterlässt und damit nachwirkt und daher eine ganze Saison beeinflussen kann. Dass diese Zufälligkeiten nicht nur Ausreden für Misserfolg herhalten müssen, zeigt die Serie der Erfolge, am Weg in das Europacupfinale. Was es ausmachen kann, dass ein sehr starker Gegner wie es Lissabon war, und der sich schon als sicherer Aufsteiger wähnt, dennoch aus dem Bewerb geschossen werden kann, wurde als Beispiel für positive Zufälligkeiten genannt.
  • Didi hat – angesprochen auf einen Konflikt mit Andy Ogris während eines Derbys – einen Umstand wiederholt, den ich in einer ähnlichen Form schon oft gehört habe: er sagte, dass er diese Konflikte seinerzeit als wirklich existenziell betrachtet hat, so, als ginge es um Leben und Tod. Das sei kein Spaß gewesen, es war Ernst. Ähnliches kann man auf der EwkiL-Seite nachlesen, einen Spruch von Bill Shankly, eine, schottischen Spieler und Trainer. Dieses Zitat ist sogar in der Wikipedia verewigt. 

Im Laufe des Interviews gesellten sich auch Präsident Krammer und Geschäftsführer Peschek zur Runde der Zuhörer. 

  

Josef Hickersberger

Wir wechselten den Standort in die Rapid-Loge in Ebene 3, wo uns Josef Hickersberger schon erwartete. Auch Rudi Flögel und Alfred Körner waren bereits anwesend und warteten auf ihr Interview.

Josef Hickersberger hat durch seinen Meistertitel natürlich einen ganz besonderen Stellenwert und eine wichtige Frage war daher, warum er den hoch dotierten Posten in Katar zugunsten des zwar ehrenvollen aber weniger einträglichen Job bei Rapid aufgegeben hat. Die Antwort war einfach. Es war weniger Rapid, das den Ausschlag gegeben hat, es war eher seine Enkeltochter, mit der er dadurch mehr Zeit verbringen konnte. 

Und auch er nannte den Zufall als einen ständigen Begleiter des Fußballs. Wie viel anders hätte die Gruppenphase in der Championsleague verlaufen können, hätte Jozef Valachovic den Elfer versenkt; derselbe Jozef, der im Spiel in Moskau der Matchwinner war. 

Auch bei seiner Station als Bundestrainer hatte er das Pech, dass der Torschützenkönig Marc Janko verletzt war und dem Team beim Bewerb nicht helfen konnte. Es war keine Ausrede aber er wollte – ähnlich wie beim ersten Interview Didi – zeigen, dass Zufälle den Fußball maßgeblich beeinflussen.

Auch sehr interessant sein großes Lob für die Gastfreundschaft seiner nunmehr arabischen Freunde. Josef hat betont, wie freundlich er von den dortigen Vereinen behandelt worden war und wie er auch heute noch gerne dort empfangen wird.

Josef war sehr zuversichtlich, dass es Rapid im Sommer noch bis ganz hinaus schaffen könne, immerhin spräche dafür, dass man ihn zu seinem 60er auf den Rathausplatz zur Meisterfeier einladen konnte und das heurige Jahr, in dem er seinen 70er feiert, würde sich für eine Wiederholung anbieten.

Ausdrucken

Täglicher Rapid-Pressespiegel

Ab sofort können alle Pressemeldungen über Rapid, die über das Tagebuch versendet werden. in einem einfachen Arbeitsgang verarbeitet werden! Bisher war es immer eine Kombination aus Automatik und Handarbeit. Dank eines tollen Geburtstagsgeschenks von Rapid an den Autor wurde das ermöglicht!

Ein Dankeschön an Stefan und Lorenz für die drei tollen Rapid-News-Feeds!

Hier die Details dazu:

Die Geschichte der Rapid-News

Um über Rapid informiert zu sein, kann man regelmäßig die Rapid-Homepage besuchen, oder den Rapid-Facebook-Kanal. Aber richtig interessant wird es, wenn man liest, wie andere über Rapid denken und schreiben. Dazu muss regelmäßig alle Medien lesen. Aber wie weiß man, wo was steht?

Um diesen Suchaufwand zu reduzieren, braucht es eine Automatik; ein Programm, das alle relevanten Seiten im Internet besucht und die Meldungen sammelt. Gesagt, getan! Das Programm wurde formuliert und in der alten Homepage zum täglichen Download angeboten. Die angewendete Technik sind so genannte „News-Feeds“, das sind elektronische Nachrichten-Kanäle, die auf genormten Formaten aufbauen. Diese Formate sind RSS, ATOM und RDF. Praktisch alle Tageszeitungen und Internet-Seiten bieten solche News-Feeds an. An dem folgenden RSS-Symbol kann man (manchmal) erkennen, ob eine Seite einen Newsfeed anbietet. 

Es begann 2014 mit etwa 20 Nachrichtenkanälen im RSS-Format. Leider halten sich nicht alle diese Quellen an die Normen und lassen sich nicht ohne weitergehenden Programmieraufwand „in den Griff kriegen“, und nach Überwindung dieser Hindernisse ist die Zahl dieser Nachrichtenquellen auf derzeit etwa 60 Nachrichtenquellen angewachsen. 

Anfangs wurden diese News über einen Link in einem Kalender auf der Webseite sichtbar gemacht, später dann als eigene Aussendung über das Tagebuch verbreitet. 

Die im September 2015 aus der Taufe gehobene Rapid-Homepage war ein ganz großer Wurf aber sie hatte gegenüber ihrer Vorgängerin einen Schönheitsfehler, sie bot keinen solchen News-Feed an. Kein Problem, es wurden kurzerhand alle Meldungen der Rapid-Seite händisch in die Nachrichtensammlung über Rapid eingefügt. Das dauert zwar nur ein paar Minuten pro Meldung, aber man muss  es täglich machen, und wenn man das über das Jahr mit mehreren Hundert Meldungen hochrechnet, ist das ziemlich viel Handarbeit.

Geburtstagsgeschenk von Rapid

Eigentlich werden wir von Rapid bei jedem Spiel, bei jeder Veranstaltung beschenkt. Mitglieder bekommen auch einen persönlichen Geburtstagsgruß vom Clubeservice. Aber ein so persönliches Geschenk habe ich in den vielen Jahren noch nicht bekommen wie dieses: 

Bei einer Begegnung mit Stefan Kjaer (Geschäftsführer von ixolit) bei einer der Rapid-Veranstaltungen im Sommer 2017 erwähnte ich diese Kleinigkeit, dass es keinen RSS-Feed gibt, als etwas, was der Seite gut tun würde, und Stefan versprach, dieses Detail zu implementieren. Bei einem Spiel Anfang November traf ich Stefan wieder im Stadion und erinnert ihn an sein Versprechen und er meinte, dass ich ja noch nicht Geburtstag hätte und ich mich noch gedulden solle. (siehe Bericht „Ein Fußballtag“). Und tatsächlich, kurz nach meinem Geburtstag bekam ich von Lorenz Kirchschlager (Stv. Direktor Sponsoring & Marketing, Kommunikation) folgende Mail: 

Lieber Franz!

Wir haben das RSS Feature online.

http://www.skrapid.at/de/rss/ => News der deutschen Version
http://www.skrapid.at/en/rss/ => englische News
http://www.skrapid.at/at/rss/ => Dialekt-News

Es werden (pro Sprache) immer die letzten 100 Newsartikel ausgegeben – das Feed wird einmal am Tag aktualisiert.

Ich hoffe, Stefan und ich haben dir damit eine Freude gemacht. Wir sind schon gespannt, wenn das RSS Feed das erste Mal bei dir im Einsatz ist.

GwG, Lorenz

Das war Mitte November. Doch der Einbau erwies sich nicht als ganz trivial. Das Hauptproblem war der Umstand, dass der Feed „einmal am Tag“ upgedatet wird.

Alle bisher erfassten Nachrichtenquellen publizieren neue Meldungen praktisch ohne besondere Verzögerung. Wenn man also in den Abendstunden die Meldungen des Tage zusammengefasst hat, dann waren das (praktisch) alle. Diese Versandart „einmal am Tag für denselben Tag“ hatte aber auch schon früher den Mangel, dass Meldungen, die später am Tag eingelangt sind, nicht im Verteiler waren und auch am nächsten Tag nicht erfasst worden sind. Doch durch den Umstand, dass Rapid seinen Newsfeed nur einmal am Tag (ich glaube es ist am Vormittag) aktualisiert, musste die Versandart von „einmal am Tag“ auf „alles, was noch nicht gesendet wurde“ geändert werden, weil immer auch Meldungen berücksichtigt werden müssen, die vom Vortag stammen. Wozu, wenn nicht für solche Sachen sind die Weihnachtsfeiertage erfunden worden? Mit dieser Mail möchte ich mich für das tolle Geburtstagsgeschenk bedanken und gleichzeitig die Benutzung der „Rapid-News neu“ als Weihnachtsgeschenk an die Väter der Rapid-Homepage übergeben:

Weihnachtsgeschenk an Rapid

Heute ist es soweit, es ist gelungen, das Programm so weit umzubauen, dass auch die drei Rapid-Kanäle automatisch erfasst werden und es ab sofort auch egal ist, wann eine Versendung stattfindet, weil alles, was danach dazu kommt, wird bei der jeweils nächsten Versendung erfasst, auch wenn es nicht am selbst Tag war. 

Wir haben mit diesem täglichen Pressespiegel bei Rapid ein ziemlich mächtiges Werkzeug zur Verfügung, das nicht nur tagesaktuelle Informationen liefert sondern auch einen Rückblick auf das gespeicherte Material zulässt.

Nutzung über den Newsletter „Rapid-Presse“

Um diesen Pressepiegel zu abonnieren, geht man auf die Seite  http://klubderfreunde.at/newsletter-signup/, gibt Namen und E-Mail-Adresse an und bekommt tägliche Zusammenfassungen über den besten Verein der Welt auf den Schreibtisch geliefert.

Online-Nutzung

Als Bezieher des Pressespiegels kannst Du die Meldungen überfliegen und danach die Mail löschen. Alle Meldungen bleiben gespeichert. Um weiter zurück liegende Informationen zu suchen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Auf dieser Seite „Meldungsarchiv“ gibt es einen Kalender, mit dem man ein beliebiges Datum auswählen kann und die Meldungen über Rapid studieren kann. Die Checkbox „Alle Nachrichten“ zeigt nicht nur die Nachrichten über Rapid sondern alle gespeicherten Nachrichten.

Diese Unterseite zum Meldungsarchiv bietet eine Übersicht über alle erfassten Kanäle, und man kann im Inhalt eines jeden Nachrichtenkanals stöbern. Erklärungen zu den Symbolen gibt’s über den Button 

Statistik der gespeicherten Meldungen

Zwischen 2004 und heute wurden 339.834 Meldungen (bis 6.1.2018) gespeichert. Fünf Prozent davon (16.134) sind Meldungen über Rapid. Man darf sich das aber nicht so vorstellen, dass sich diese Meldungen gleichmäßig über die Jahre verteilen, vielmehr erfolgten die Aufzeichnungen seit 2014 und es Meldungen aus den Jahren davor gibt, dann deshalb, weil die Nachrichtenkanäle diese Meldungen immer noch anbieten und daher gespeichert worden sind.

Alle 64 Nachrichtenkanäle (2004..2017)

Nachrichtenkanal Meldungen davon über
Rapid
 –gesamt– 337924 16025
12terMann 252 5
90minuten 1973 315
abseits.at 2103 323
Admira 10 0
ASB-Rapid 191 191
Austria 541 2
AustrianFootball 79 41
Ballesterer 362 15
Brucki 485 222
Bundesliga 2795 607
DerStandard 19280 1768
DiePresse 8738 259
EwkiL 847 847
FIFA 3320 0
FIFA-Ö 179 2
Forza-Rapid 86 86
Heißeliga 74 8
Heute 3489 419
Kicker 53125 156
Kicker-BL 23047 17
Kicker-BL2 9845 6
KickitPedro 90 31
Kleine Zeitung 3175 49
Krone 26305 1772
Kurier 8211 777
Laola1 41270 2313
NÖN 370 4
ÖFB 1835 35
ÖFB-Newsletter 13 0
OÖ-Nachrichten 1936 35
ORF-Sport 0 0
Österreich 12476 1817
Plinden 558 158
Pressebüro 74 6
Rapid 711 711
Rapid-Englisch 100 100
Rapidhammer 15 14
Rapid-Wienerisch 6 6
Rapid-Youtube 30 30
RB 252 10
Rechtshilfe 10 10
SN 3815 124
SportLive 72 31
sportreport.biz 1322 83
Spox-Media 24986 470
SVM 253 17
Tiroler Tageszeitung 2542 19
T-Online 2756 4
Transfermarkt-A 0 0
UEFA 10534 175
Ultras-Rapid 110 110
Verband-Burgenland 15 0
Verband-Kärnten 14 0
Verband-Niederösterreich 7 0
Verband-Oberösterreich 15 0
Verband-Salzburg 10 0
Verband-Steiermark 15 0
Verband-Tirol 8 0
Verband-Wien 14 0
W24 148 148
Weltfußball 62215 1611
Weststadion 15 15
WienEnergie 182 3
WienerZeitung 618 48

Interessant ist nun, wie intensiv ein solcher Kanal über Rapid berichtet. Man muss unterscheiden zwischen Kanälen, die ausschließlich über Rapid berichten (jede Nachricht bezieht sich auf Rapid) und anderen Kanälen.

Exklusive Rapid-Kanäle

Das sind: ASB-Rapid, EwkiL/Klub der Freunde, Forza-Rapid, Rapid, Rapid-Englisch, Rapid-Wienerisch, Rapid-YouTube, Rechtshilfe, Ultras-Rapid, W24, Weststadion. Für den Zeitraum 2017 ergibt sich:

Kanal Meldungen 2017
Rapid 450
EwkiL 215
ASB-Rapid 106
Rapid-Englisch 64
Ultras-Rapid 62
W24 40
Forza-Rapid 35
Rapid-Youtube 30
Weststadion 12
Rechtshilfe 6
Rapidhammer 4

Der „Klub der Freunde/EwkiL“ hat mit etwa halb so vielen Meldungen wie Rapid einen Top-Platz belegt!

Medien außerhalb des direkten Rapid-Umfeldes

Kanal Alle Meldungen Rapid-Meldungen Rapid-Anteil
%
AustrianFootball 32 17 53
SportLive 72 31 43
Brucki 299 122 41
Plinden 558 158 28
KickitPedro 45 11 24
abseits.at 1548 245 16
Österreich 4322 686 16
Heute 2450 359 15
90minuten 1376 195 14
Bundesliga 1578 219 14
Heißeliga 74 8 11
DerStandard 7094 613 9
Pressebüro 74 6 8
WienerZeitung 618 48 8
SVM 253 17 7
Krone 9911 644 6
Laola1 17825 1058 6
sportreport.biz 1322 83 6
RB 252 10 4

Die Tabelle wurde nach dem Anteil der Rapid-Meldungen gereiht. Man muss bei allen diesen Zahlen sehr vorsichtig sein, denn was ein solcher Prozentsatz bedeutet, hängt vom Charakter des Nachrichtenkanals ab. Bei großen Zeitungen ist es möglich, die Meldungen auf den Sachbereich „Fußball“ zu beschränken, daher ist dort der Anteil an Rapid-Meldungen relativ groß. Sind dagegen die Meldungen in einem allgemeinen Sport-Kanal, dann ist natürlich der Anteil kleiner. Man kann aber diese Details auf der Seite http://ewkil.at/channels.aspx recherchieren. Wenn man das RSS-Symbol anklickt, öffnet sich der RSS-Feed und man kann an der Adresse erkennen, ob es sich um allgemeine Sportmeldungen oder um reine Fußballmeldungen handelt.

Kommandozeilenversion

Wenn Du rasch die Meldungen eines bestimmten Tages kontrollieren willst, gib in der Adressezeile des Browsers ein:

http://ewkil.at/news.aspx?yyyy-mm-dd

Meldungen vom 2. November 2017

rapid=1 Nur Meldungen über Rapid

link=1 nur die Titelzeilen

header=1 mit Umschaltemöglichkeit zwischen diesen Versionen

Wenn ein Kanal fehlt

Schreib‘ an den Autor, wenn Dir ein interessantes Medium aufgefallen ist, das in der Liste fehlt.

Fehler und Ergänzungen

Es gelingt derzeit zum Beispiel noch nicht, den News-Feed des ORF zu lesen, weil man dort ein ziemlich neues Format verwendet, dem meine selbstgebastelten Programme nicht verstehen.

Beim Erstellen der obigen Statistik ist mir aufgefallen, dass viele Meldungen im Jahr 2016 verloren gegangen sind und weil die Backups nur etwa ein halbes Jahr zurückreichen, konnte ich diese Meldungen nicht rekonstruieren. 

Am Einbau einer Suchmöglichkeit wird gearbeitet.


 

Links und Namen 

Ausdrucken

Halbzeit-Bilanz

Die Rapid-HP zieht Bilanz für 2017 und zählt 42 Pflichtspiele mit 19 Siegen im Jahr 2017. Das ergibt einen Sieganteil von 45%.

Allerdings helfen uns Siege im Frühjahr nichts mehr. Wenn man nur den Sommer/Herbst betrachtet, verzeichnen wir 22 Spiele, davon 11 Siege, 7 Unentschieden und 4 Niederlagen, also 50% Siege.

Interessant ist auch ein Vergleich der letzen Saisonen, und da liegen wir nicht so schlecht. Betrachten wir die erreichten Punkte, ergibt sich folgendes:

2010/11 1,55 Punkte 53 Spiele
2011/12 1,74 Punkte 39 Spiele
2012/13 1,50 Punkte 50 Spiele
2013/14 1,66 Punkte 47 Spiele
2014/15 1,87 Punkte 45 Spiele
2015/16 1,81 Punkte 52 Spiele
2016/17 1,42 Punkte 52 Spiele
2017/18 1,82 Punkte 22 Spiele bis Dezember

Man sieht, die erste Saison mit Gogo läuft gut an. Nur die Saison 2014/15 lief noch ein bisschen besser. Aber die laufende Saison könnte auch noch zulegen!

Grafik

http://123.ewkil.at/default.aspx?id=perf&id1=season&omode=2&perf=201&comp=&pmode=0&pview=2

Titelbild: Pixabay

Ausdrucken

Gedenkjahr 2018

Dieses Jahr 2018 wird voll von Gedenken sein. Bei Rapid werden die Ultras ihr 30-jähriges Bestehen feiern, aber auch der Tagebuchautor, wird rund an Jahren; 70. In erster Linie wird der Staat dem Ende des Endes des Ersten und des Beginns des Zweiten Weltkriegs gedenken, sowie der Gründung der Republik vor 100 Jahren.

Fast wichtiger erscheinen mir aber die Gedenken an das Konzil von Konstanz vor 600 Jahren und den Beginn des 30-jährigen Kriegs vor 400 Jahren sowie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 70 Jahren. Warum? Eigentlich dachten wir – zumindest in der Städten, dass man im Sinne eines friedlicheren Zusammenlebens Religion zunehmend klein oder zumindest kleiner schreiben könnte und diese Spielart einer weltanschaulichen Interessensgemeinschaft allmählich dem Strom der Geschichte übergeben werden könnte. Doch mit den Neu-Österreichern aus den verschiedensten Weltregionen ist religiös motiviertes Handeln wieder zu einem aktuellen Thema geworden. Und daher sind Erinnerungen an das, was Religion in der Lage ist, Menschen anzutun, wichtig, um unser Zusammenleben auch von einem allgemeineren Standpunkt zu betrachten.

Am Weg zu einer Offenen Gesellschaft

Eine „geschlossene Gesellschaft“ gibt die Weltanschauung vor, egal ob durch Religion oder durch einen sonstigen „starken Mann“. Viele fühlen sich in solchen Gesellschaften wohl, bieten sie doch eine gewisse Geborgenheit – aber nicht für alle, denn sie fordern auch gleichzeitig Anpassung – von allen.

Mit dem Auftreten von Jan Hus vor 600 Jahren und Martin Luther vor 400 Jahren und den Reaktionen der damals geschlossenen Gesellschaft, wurde auf dramatische Weise gezeigt, wie geschlossene Gesellschaften sind. Dass wir uns heute auf einem Weg zu einer Offenen Gesellschaft bewegen können, verdanken wir auch diesen sehr leidvollen historischen Meilensteinen. Wer sich – wie Jan Hus oder später Giordano Bruno – dem Weltanschauungsdiktat widersetzte, wurde beseitigt. Dass der Kaiser Karl V. am Reichstag in Worms Martin Luther als „vogelfrei“ entließ, bereute er zeitlebens.

Was macht die Offene Gesellschaft aus?

Der Begriff der „Offenen Gesellschaft“ geht auf Karl Popper*) zurück. Kurz gefasst beschreibt Sir Charles die Funktionsweise einer demokratischen Ordnung, mit dem Ziel, Regierungen auf friedliche Weise „loswerden“ zu können. Die Grundlage der Offenen Gesellschaft sind die Menschenrechte, aus 1948 die im Artikel 18 die Freiheit der Weltanschauung sichern, gleichzeitig im Artikel 21, „sich friedlich zu versammeln“ und Artikel 22 „sich frei zusammenzuschließen“. In einer solchen Gesellschaft darf man sich zu beliebigen Gruppen zusammenschließen. Zwischen Gruppierungen für Weltanschauung, Partei, Verein (auch Fußballverein) sollte (zumindest in einer Idealvorstellung) kein grundsätzlicher Unterschied bestehen.

Diese Freiheit bekommt man aber nicht geschenkt; ihr Preis ist die Toleranz, die von uns, die wir jeder in einer bestimmten Weltanschauung sozialisiert wurden, gegenüber allen anderen aufzubringen haben, damit ein friedliches Miteinander möglich wird. Es ist nicht immer einfach, die oft (aus der eigenen Position empfundenen) skurrilen Behauptungen anderer Ideologien zu ertragen, erinnern wir uns nur einmal an die Anhänger der Austria Wien:-) Allein die gleichzeitige Existenz vieler Weltanschauungen ist Kritik an jeder einzelnen von ihnen und daher muss jede von ihnen Kritik zulassen und darf nicht erwarten, dass der Staat besondere Rücksicht auf sie nimmt.

Dass wir heute einer zunehmend „Offenen Gesellschaft“ (gemeint ist nicht die Rechtsform OG sondern die Weltanschauung)  angehören, ist einerseits ein Feature, anderseits verlangt es uns ab, dass wir diese Gesellschaftsform in unseren Handlungen und Reaktionen immer wieder bestätigen und uns in Erinnerung rufen, warum diese Gesellschaftsform gerade für ein Land mit starker Migration so wichtig ist, und was die Grundlage dafür ist, dass so verschiedene Gruppen friedlich nebeneinander existieren können.

Nach den Idealvorstellungen einer Offenen Gesellschaft haben Gruppierungen keine zusätzlichen Privilegien. Wir wissen zwar, dass das – gerade in Österreich – nicht gegeben ist, denken wir nur etwa an die Konkordate, muslimische Schulen und andere Sonderstellungen, aber wir sind ja auch erst auf dem Weg zu einer Offenen Gesellschaft.

Was also eine Gruppierung und ihr Weltbild nicht hat, ist ein besonderer Schutz gegenüber Kritik. Ideen dürfen – zumindest nach den Vorstellungen dieses Gesellschaftsmodells – beliebig kritisiert werden dürfen. Es geht dabei nicht um einzelne Personen, da würden Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Wenn aber der Rapid-Block einen seiner Sprüche aus den unteren Schubladen skandiert, mag das zwar nicht unseren Geschmack treffen aber es darf gesagt werden, weil es eine Idee kritisiert aber nicht eine Person.

Toleranz und Kritik

Einerseits wird von jedem Einzelnen von uns Toleranz gegenüber den Ideen anderer abverlangt. Wir teilen die Meinung der meisten anderen Ideologien in keiner Weise und es ist geradezu anstrengend, deren Existenzrecht zu tolerieren. Aber es muss sein, damit ein friedliches Miteinander möglich wird. Die Ideen anderer zu tolerieren, bedeutet ja nicht, dass man sie billigen muss – und das soll man auch nicht. Im Gegenteil, wir haben aufgrund des Artikels 19  der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mit der Meinungsfreiheit das Recht und – wie mir scheint – sogar die Pflicht, uns unpassend erscheinende Ideen durch geeignete Argumentation zu kritisieren, weil eine Duldung fast einer Art Bankrotterklärung dieses Ansatzes zu einer Offenen Gesellschaft wäre.

Man kann daraus ableiten, dass wir eine solche funktionierende Gesellschaft vieler gleichrangiger Ideen nicht geschenkt bekommen, sondern sie immer wieder ausverhandeln müssen, vielleicht auch in der Hoffnung, dass jene Ideen überbleiben, die dieses Gesellschaftsmodell stützen, die also als Präambel zu ihren Satzungen eine Formel verwenden wie: „Es gibt viele Götter und wir müssen sie alle tolerieren.“

Fußballerische Kurzformel: Es darf beliebig viele Fußballvereine geben, jede Form verbaler Kritik von allen Seiten ist erlaubt und muss von allen Seiten ertragen werden – sofern es sich auf die Idee der Gruppe und nicht auf die Person bezieht.

Der Preis für diese „Freiheit der Gruppenbildung“ ist der Umstand, dass Ideen keinen „Ideenschutz“ beim Staat einfordern können und daher im Sinne der freien Meinungsäußerung kritikfähig sein müssen. Das Recht zur Kritik in Form der Meinungsfreiheit ist das Gegengewicht zur „Last“ der Toleranz.

Wie „offen“ ist unsere Gesellschaft?

Beim Fußball können wir das Gruppenverhalten sehr gut beobachten, weil die Anhänger der jeweiligen „Weltanschauung“ der Einfachheit halber mit einer Farbkennzeichnung versehen sind. Vielleicht ist das Verhalten der Fußballfans sogar ein geeigneter Gradmesser für die Offenheit einer Gesellschaft.

Bei unserer Auswärtsfahrt nach Leverkusen bestaunten wir das tolle Stadion (jetzt haben wir selber ein noch schöneres; wer hätte das damals gedacht) und nutzten die Gelegenheit zu einem Rundgang. Dabei gerieten wir ungewollt in  den Fansektor der Heimmannschaft. Ein Ordner wurde auf unsere Rapid-Schals aufmerksam und beeilte sich, uns aus der Gefahrenzone wieder zurück zu unseren Plätzen zu dirigieren, etwas, was zum Beispiel in Hütteldorf gar nicht möglich ist. Besucher der Ost-Tribüne können gar nicht in den Rapid-Fansektor gelangen, ein „Raubtiergitter“ trennt die Bereiche. Eine tolerante und gleichzeitig kritikfähige Gesellschaft braucht solche Gitter nicht. Man ist in Leverkusen offenbar schon etwas weiter am Weg, eine Offene Gesellschaft zu leben als das in Hütteldorf der Fall ist. Allerdings wissen wir auch von Regelungen, die es gar nicht erlauben, dass Besucher mit den Farben der Gastmannschaft den allgemeinen Sektor betreten dürfen.

Stolpersteine

Der Weg zur Offenen Gesellschaft enthält viele Stolpersteine. Die Akzeptanz der Menschenrechte ist durchaus nicht weltweit gegeben. Was in unseren Breiten fast schon als selbstverständlich angenommen wird, gilt in weiten Teilen der Welt nicht. Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam verwendet zwar im Titel das Wort „Menschenrechte“, allerdings handelt es sich hier um die Etablierung der Scharia als Rechtsgrundlage.

Aus der Formel, „Kritik als Gegengewicht zur Toleranz“ ergibt sich zwangsweise, dass es so etwas wie einen Blasphemie-Paragrafen nicht geben sollte. Wie eine Art „juristischer Blinddarm“ existieren aber Blasphemieparagrafen immer noch. Während in England und in den nordischen Ländern solche Gesetze abgeschafft wurden, gibt es sie noch in Deutschland, der Schweiz und in Österreich; hierzulande als §188 „Herabwürdigung religiöser Lehren“ und $189 „Störung einer Religionsübung“. Vielleicht warten wir nur auf einen geeigneten Anlass, um sie endgültig zu streichen, wie etwa gerade gestern der Paragraf der „Majestätsbeleidigung“ in Deutschland.

Wie wenig weltanschaulich gefestigt unsere Politiker sein können, zeigt das Beispiel der Verhüllung antiker Nackstatuen bei einem Besuch des iranischen Präsidenten in Italien oder die Diskussion über die Mohammed-Karikaturen. Voreilender Gehorsam gegenüber Regeln anderer Weltanschauungen schwächt den Selbstwert einer Offenen Gesellschaft.

Zum Jahreswechsel werden wir aber ausreichend durch verschiedene Berichte daran erinnert, welche Werte wir hier in Österreich und Europa aktiv vertreten müssen, wenn wir nicht wieder in ein Zeitalter der Geschlossenheit oder wenigstens eines mit einem „starken Mann“ abgleiten wollen.

Am 30.12. berichtete der Spiegel (und viele andere Medien), dass in Ägypten etwa 900 Nichtgläubige zur Gefahr fürs Land erklärt worden sind. Als Grund wurde von den Regierungsstellen angegeben, dass durch die Ungläubigen die abrahamitischen Religionen beleidigt werden; Blasphemie also. Ägypten ist ein Beispiel für eine Nicht-Offene Gesellschaft. Aber Ägypten sei weit weg, könnte man meinen, das betreffe uns nicht. Leider stimmt das nicht, denn durch Zuwanderung aus diesen Ländern begegnen wir solchen Standpunkte vermehrt auch hierzulande.

Am 27.12. berichten die Medien über einen Vorfall in Bosnien, bei dem unser Jungstar Dejan Ljubicic mit einem befreundeten Spieler Bierflaschen gegen die Wand einer Mosche geworfen hat. Das wurde vom Spieler auch zugegeben. Bei den Berichten ist nicht ganz klar, wofür die zu erwartenden „strengen Strafen“ gelten; für den entstandenen Sachschaden oder dafür, dass der beschädigte Gegenstand eine Moschee war. Was wäre gewesen, wenn es sich um ein anderes Gebäude gehandelt hätte? Also um Dein oder mein Haus oder um die Geschäftsstelle eines (nicht gerade befreundeten) Fußballklubs oder um ein Geschäft? Wäre das dann auch in den Zeitungen gestanden, oder betrifft die Aufregung den Umstand, dass es sich um eine Moschee gehandelt hat? So ganz klar positioniert sich keiner der Berichte. Fredy Bickel sagt, man müsse die Tat „aufs Schärfste“ verurteilen.

Der erste Bericht zeigt, wie Religionen in einem Staat zur Norm werden können, der sich alle zu unterwerfen haben. Ein Blick in unsere Geschichte wie in unserem Gedenkjahr 2018 ist also genau so gut mit einem Blick nach Ägypten zu vergleichen. Der zweite Bericht zeigt, dass Religionen auch in unseren Breiten eine besondere Stellung genießen und Kritik an ihnen in unerlaubter Weise dramatisiert wird.

Aufs Schärfste verurteilen

Unsere Fußballstars stehen auf einem Podest, auf das wir sie gehoben haben und wir alle erwarten uns Vorbildwirkung für alle ohne Podestplatz, allen voran der Verein.

In der Interpretation, wann ein Elfmeter zu pfeifen ist und wann nicht, gibt es einerseits „die Absicht“ und dann die „unnatürliche Handbewegung“ oder „Hand zum Ball“. Wie soll man bloß feststellen, ob etwas absichtlich gemacht wurde. Die Entscheidung folgt daher heute eher der Interpretation der Bewegung als der noch subjektiveren Beurteilung der Absicht. (Außer bei Rapid, dort ist es egal, bei Rapid wird jedes Handspiel als Elfer gepfiffen:-)

Wie will man also feststellen, ob jemand religiös motiviert Flaschen auf ein Gebetshaus wirft oder ob das betroffene Gebäude zufällig ein Gebetshaus war? Man kann das nicht, außer der Flaschenwerfer erklärt uns das. Er erklärt es uns indirekt, indem er meint, er würde dem dortigen Muslimverein Geld spenden. Hätte er dem REWE-Konzern gespendet, wenn er die Flaschen auf eine Billa-Filiale geworfen hätte?

Gewalt in der Gesellschaft ist abzulehnen. Das Werfen von Gegenständen, egal wohin, ist nicht zu tolerieren. Aber es ist darüber hinaus ohne weitere Bedeutung, ob die Gegenstände in meinen Garten, in einen gegnerischen Fansektor oder auf ein Gebetshaus fallen. Aus dem jeweiligen „Zielgebiet“ erwächst keine größere Strafe als für das „Werfen von Gegenständen und der Gefährdung von Menschen“; egal ob es eine Kirche, eine Moschee oder ein Supermarkt ist, weil eben Weltanschauungen Kritik aushalten müssen.

Gruppenverhalten – individuelle Schuld

Hätte Dejan die Flaschen geworfen, wenn er allein gewesen wäre? Ich meine, dass er das ziemlich sicher nicht getan hätte. Das war auch schon beim letzten Platzsturm der Fall und bei sonstigen Anlässen, bei denen Einzelne unter dem Einfluss der Gruppe handeln. Dejan war mit einem Freund unterwegs und bereits in so kleinen Gruppen entwickeln sich Haltungen, die nur durch die Existenz der Gruppe zu erklären sind und daher ist Dejans Aussage „Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist“, durchaus nachvollziehbar. Der Täter ist immer auch die Gruppe, auch wenn sie nur sehr selten zur Rechenschaft gezogen werden kann. Glücklicherweise gibt es aber die juristische Neuschöpfung des Landfriedensbruch-Paragrafen.

Das Ereignis zeigt uns auch, wie wichtig Religion für junge Leute sein kann und dass man daher auch verstehen kann, dass die FIFA keine große Freude mit einem religiösen Outing am Spielfeld hat.

Die Täter sind immer die Eltern

Junge Menschen, die kaum der elterlichen Obhut entschlüpft sind, zeigen in ihrem unabgeschliffenen Verhalten noch sehr deutlich, welche Werte in ihren Familien zählen. „Jesus liebt mich“, meint David Alaba. Aber der Satz „Es gibt keine religiösen Kinder sondern nur Kinder religiöser Eltern“ ist sehr schwerwiegend und zeigt, wie wichtig es für Eltern wäre religiöse Erziehung in Offenen Gesellschaften etwas weniger wichtig zu nehmen, denn Kinder nehmen die Botschaften der Eltern sehr ernst – wie wir sehen.

Was wäre also das Wichtigste, das wir unseren Kindern für ein gedeihlichen Nebeneinander von Ideen mit auf den Lebensweg geben können? Es ist nicht die Vermittlung der eigenen Weltanschauung sondern die Einsicht, andere Weltanschauungem tolerieren zu müssen; nicht sie zu akzeptieren, denn die Kritik am Boden der Meinungsfreiheit muss möglich sein. Vor dieser Aufgabe stehen alle in irgendeiner Form Erziehungsbeauftragten, beginnend beim Kindergarten.

Auch am Fußballplatz ist das so. Die wichtigste Regel ist die, dass Gewalt gegen Anhänger und Spieler der jeweils gegnerischen Mannschaft außerhalb des eigenen Handlungsspielraums stehen müssen. Dass wir noch nicht so weit sind, das zu verinnerlichen, sehen wir am Unterschied zwischen der Bauweise der Stadien in Leverkusen und Hütteldorf. Aber wir sind auf einem guten Weg, vielleicht schaffen wir das auch noch.

Auf ein friedvolles Zusammenleben 2018 auf der Grundlage einer Offenen Gesellschaft!

Links

Ausdrucken

Besuch bei Ivica

Weihnachten ist eine Zeit der Verwandtenbesuche und unser Familie ist grün-weiß. Wir nahmen das zum Anlass, um Ivica im Pflegeheim zu besuchen. Wir, das sind Arnold, Christian, Florian und Franz. Folgende Nachrichten bringen wir mit:

Ivica bewegt sich im Rollstuhl und ist bei Bewegungen stark eingeschränkt. Aber er versteht, was wir sagen, und wir haben ihm über die Weihnachtsfeiern erzählt und dass er bei allen diesen Anlässen in unseren Gedanken mit dabei ist. Wir zeigten ihm Bilder von diesen Festen und auch solche von unseren letzten gemeinsamen Begegnungen im Herbst 2016. Er kann sich zum Teil schon mit einem Bleistift mitteilen.

Ivica wird bestens betreut! Seine Lebensgefährtin verbringt den ganzen Tag mit ihm. Nach unserem kurzen Besuch musste er eine Einheit in der Physiotherapie absolvieren. Er wird im Neuen Jahr auf Reha fahren, und seine Betreuer sind zuversichtlich, dass er beim Wiedererlernen motorischer Fertigkeiten Fortschritte machen wird.

Wir wünschen Ivica und seiner liebevollen Betreuerin viel Kraft für das kommende Jahr.

Ivica am 22. Oktober 2016 in der Pause des Spiels Stadlau-Rapid II in der Kantine seines Bruders: Daneben sein neues Zuhause im Pflegeheim.

Ausdrucken