Motivforschung

Zu ergründen, warum Menschen Fußballspiele besuchen, ist die Sache von Soziologen. Aus Anlass dieses letzten Spiels gegen Altach und der Kommentare danach, war es mir ein Anliegen, als Nicht-Soziologe (und daher gut zum dritten Motiv passend) drei Motive zu nennen.

  • Liebe und Hass für dieselbe Sache
  • Wichtigkeit des Kleinen Mannes
  • Gewicht von Urteilen

Liebe und Hass

Es ist eigenartig, dass Menschen, die jedes Spiel von Rapid besuchen, sehr oft wild über Spieler und Trainer herfallen. Der Rat, man möge doch zu einem anderen Verein wechseln, kommt nicht gut an. Dieses Nörgeln (positiv ausgedrückt) ist offenbar Teil des Wiener Fußballherzens. Aber woher kommt das?

Die Protagonisten des Fußballs versuchen sich als Motivforscher und publizieren „111 Gründe, den SK Rapid zu lieben“, wo dann zum Beispiel zu lesen steht „Weil mit Richard Kuthan die Goalgetter-Tradition Rapids begonnen hat „.

Liebe also dafür, weil es bei Rapid Goalgetter gibt! Das ist es also!

Und was hat diese Liebe in einem konkreten Fall wie dem Spiel gegen Altach für eine fatale Wirkung?

Kaum ist einmal kein „Kuthan“ am Spielfeld, kippt die Liebe vor dem Spiel in Hass nach dem Spiel; in Hass auf die Trainer, den Vorstand und die Spieler. Die wenig hilfreichen Tiraden als Frustabbau kennt jeder, meist ist man ja selbst davon betroffen. Liebe und Hass dürften zwei Seiten derselben Sache sein.

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Wenn aber jemand nun diesen anlassbezogenen Hass nicht empfindet, liebt er dann seinen Verein nicht genug?

Kleiner Mann, ganz groß

Der Ärger über nicht geschossene Tore ist vereint uns alle, denen Rapid am Herzen liegt. Aber die Urteile darüber fallen sehr verschieden aus.

Die Frage, wie das Gebotene zu bewerten ist, erregt die Gemüter; sowohl in der Kunst, als auch am Fußballplatz. Im ersten Zorn über ein verlorenes Spiel arten die Kommentare aus. Es scheint, als würde Fußball das Innerste der Menschen ans Tageslicht befördern, wie es Thomas von Kempen (14.Jhdt) auf den Punkt bringt: „Wie jeder in seinem Inneren ist, so ist sein Urteil über äußere Dinge.

Ob man eine Vernissage, ein Konzert, ein Theater oder ein Fußballspiel besucht: man spricht darüber. Und der Zuschauer schlüpft dabei in eine interessante Rolle. Er ist zwar in allen diesen Aufführungen nicht „vom Fach“, auch dann nicht, wenn er sich – so wie wir Fußballzuschauer – in die Sache vertieft. Dennoch hat er immer auch in Urteil „bei der Hand“.

Wie diese Urteile ausfallen, das wissen wir. Ein sehr auffälliges Beispiel sind Meinungen über Schüttbilder von Hermann Nitsch, im Bild auf einem Parkhaus im 2. Bezirk, nahe dem Happel-Stadion.

Von MaclemoEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Ein Fußballspiel macht den Zuschauer zum Richter über Wahr und Falsch; er wird zum wichtigsten Juror über das Geschehen – wenigstens für die 90 Minuten des Spiels.

Der Kleine Mann neigt – mangels tieferer Einsichten – zur Marginalisierung des Gebotenen – egal ob in der Kunst oder im Fußball. Diese Abwertung der Maler zu „Schmierfinken“ und der Spieler zu „unfähigen Ostbahnkickern“ erhöht den Kleinen Mann zum eigentlichen Chef, der er ansonsten nicht ist.

Erst wenn Spieler und Trainer vor und nach dem Spiel unabhängig vom jeweiligen Ergebnis gesehen werden, hat man eine Chance, den Gründen für Sieg oder Niederlage auf den Grund zu gehen – und erst dann zu urteilen, wenn es unbedingt sein müsste.

Fredy Bickel hat bei der Generalversammlung die Kündigung von Damir Canadi als einen sehr bitteren Moment geschildert und letztlich ohne eigentlich zu urteilen. Weil für die letztlich Verantwortlichen ein Urteil im Sinne von „guter Trainer“, „schlechter Trainer“ nicht hilfreich ist, wenn es um das Überleben des Vereins geht. Und dass Canadi Qualitäten hat, das hat er vor Rapid und nach Rapid bewiesen.

Welches Urteil hat Gewicht?

Urteilen dürfen und sollen natürlich alle, dazu sind öffentliche Aufführungen aller Art schließlich da, wichtig ist aber das Gewicht, das ein solches Urteil hat, das es zum richtigen Urteil macht. Marc Aurel meint dazu:„Man muss erst so manches gelernt haben, ehe man über die Handlungsweise eines anderen richtig urteilen kann.“ Man sieht am Zeitalter der Zitate, dass es sich um ewige Themen der Menschheit handelt.

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Ob daher ein Schüttbild Kunst ist oder eine Mannschaft Bundesliganiveau hat, das können in letzter Konsequenz nur jene richtig bewerten, die eben „vom Fach“ sind: studierte Künstler, ausgebildete Trainer und Fußballer. Regelkunde allein, wie sie etwa bei einem Fernseh-Moderator durchaus gegeben ist, reicht nicht aus, und daher werden Gespräche immer auch mit einem wirklichen Fachmann, einem Analytiker geführt, auch wenn dessen Diktion oft nicht ahnen lässt, dass er wirklich „der Fachmann“ ist. Zufällig ist auch der gerade Geehrte, Ernst Happel, so ein kontroversieller Typ. Dass seine Sprache an den Kaffeehaustisch gepasst hat, weniger aber ins Studio, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er den Fußball verinnerlicht hat wie kein Zweiter. Auch Toni Polster, der statt der 40 GB aus dem Geschenkkarton steigt, passt in dieses gestrige Schema. Dagegen ist Helge Payer einer der jüngeren Generation,  der beide Bühnen perfekt beherrscht, die der Medien und die des grünen Rasens.

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Rapid-Altach

1:2 (0:0)

So sprachlos die Niederlage laut Rapid-Homepage auch macht, einen Elfer kann man sich immer „einfangen“, auch zwei. Das Spiel wurde daher – so wie viele andere auch – durch die schon nicht mehr nur als Pech einzustufende Torflaute im Angriff verloren. Das Mittelfeld ist OK, sehr sogar, und die Anzahl der Tore der Mittelfeldspieler dürfte über dem Ligaschnitt liegen. Aber die Torquote der Stürmer erinnert an die eines Tormanns.

Genauso auffällig wie die Torflaute der Rapid-Stürmer ist die Freude der Schiedsrichter, Rot gegen Rapid zu zeigen. Jetzt sogar schon zwei rote Karten in einem Spiel, damit zwei gesperrte Spieler in Wolfsberg. Man muss schon Nehmerqualitäten haben, wenn man das alles wegstecken kann, ganz abgesehen von dem Gefühl des „Hut-Draufhauens“, das sich breitmacht, wenn zu einer solchen Niederlage bei großer spielerischer Überlegenheit, zusätzlich gleich drei Stangenschüsse zu verzeichnen waren.

Wer sich aufgrund der diversen Statistiken informiert, muss den Eindruck haben, als wäre Rapid mit rekordverdächtigen sieben roten Karten eine ziemlich brutale Truppe oder einfach so schwach, dass sich Mannschaft nur mit Notbremsen zu helfen weiß.

Des Zuschauers Eindruck ist, dass die seit 2016 neue Regel, dass der Schiedsrichter bei Foul im Strafraum auch Gelb und Elfer geben kann, das geradezu Gegenteil bewirkt hat, dass sich nämlich die Schiedsrichter auf den Beisatz der Regel, dass Gelb nur dann gegeben werden kann, wenn der Ball gespielt wurde. Ich habe den Eindruck, als hätte man früher in diesen beiden Elfersituationen einfach Strafstoß gegeben und jetzt, die neue Regel fast als genüssliche Strafverschärfung anwendet, weil „letzter Mann“ bei einem Gedränge im Strafraum wohl schon öfter vorgekommen ist, ohne dass der Übeltäter gleich mit Rot vom Platz hätte müssen.

Einfach den Ball in das Getümmel in den Strafraum fetzen, könnte eine gute Methode sein, ein Hands-Vergehen herauszuholen. Es funktioniert nicht, wenn man einen Salzburger anschießt – wie wir im letzten Spiel gesehen haben, aber es funktioniert gegen Rapid. Es ist schon bemerkenswert, wo überall bei Rapid ein letzter Mann gefunden wird, dem man dann die rote Karte zeigen kann; umgekehrt – wie wir beim Salzburg-Spiel gesehen haben – ist das nicht so der Fall. Das hat wahrscheinlich auch mit dem Zeitpunkt des Vergehens zu tun, weil in der Anfangsphase die Schiedsrichter eher zurückhaltender agieren.

Der Blickwinkel

Der Blickwinkel eines Stadionbesuchers ist eine Art „Totale“, bei der die Details nicht so klar erkennbar sind wie in einer Nahaufnahme, die etwa dem Blickwinkel des Schiedsrichters entspricht. Um die Elfersituationen einschätzen zu können, muss man als Zuschauer die Daheimgebliebenen anrufen und die berichten dann: „ja, den kann man geben“ oder eben nicht. Unser „Tribünenurteil“ ist also getrübt durch den großen Betrachtungsabstand und daher ist auch unsere instinktive Haltung gegen den Schiedsrichter auf diesem Blickwinkel zurückzuführen.

Es ist kurios, dass wir 15.000, die das Stadion dem warmen Wohnzimmer vorgezogen haben, weniger gut informiert sind als die Zuschauer vor den Fernsehgeräten. Die zukünftige Regelung, dass die Spiele nicht mehr im Free-TV gezeigt werden, könnte daher auch dazu beitragen, dass die Zuschauerzahlen in den Stadien steigen. Ganz besonders begrüßenswert ist, dass wir als Rapid-Mitglieder und -Abonnenten die Spiele von Rapid in voller Länge werden nachschauen können!

Ich würde mir wünschen, dass Entscheidungen, die ein Zuschauer im Stadion nicht nachvollziehen kann, vom 4. Schiedsrichter in einem Video-Insert dem Publikum erklärt werden.

Protestentscheidungen

Blickwinkel hin oder her; was die Schiedsrichter nicht gesehen haben, das ist eben Glück des einen oder Pech des anderen. Das ist eben Fußball. Wir hatten daher das Pech, dass ein Hands im Strafraum gesehen wurde und dass man es nicht als „unabsichtlich“ eingestuft hat. Wenn wir aber das Glück haben, dass es nicht gesehen wurde, dann dürfen Proteste nicht dazu führen, dass ein bereits durch das Schiedsrichterteam anerkanntes Tor wieder aberkannt wird – wie zuletzt beim Spiel gegen Salzburg; nicht einmal dann, wenn es tatsächlich ein Tor mit der Hand war.

Gedenken an Ernst Happel

Ernst Happel kannte sogar ich, obwohl ich in der damaligen Zeit das Geschehen bestenfalls als Zeitungsleser verfolgt habe. Was für ein Gigant des Fußballs dieser Mann aber war, das habe ich erst durch meine Beschäftigung mit Rapid erfahren. Dass in einer Person ein solcher Kontrast zwischen Fußballgenie einerseits und Alltagsprolet mit selbstmörderischem Lebensstil bestehen kann, zeigt, dass man mit seinen Urteilen über Menschen sehr sparsam sein soll.

Die Choreografie der Ultras titelte „In Gedenken an die Legende Ersnt Happel“. Während der Eröffnungszeremonie enthüllte der Block zu einem Lied über Ernst Happel nach jeder neuen Liedzeile einen Spruch von „Aschyl“:

„Ich will immer alles gewinnen und wenn ich alles gewinne, will ich den Rest noch gewinnen.“

„Ich lebe mit dem Risiko, ich liebe Risiko, das ist mein Naturell“

„I brauch kane Spüler, die wos an Beistrich in da Unterhosn ham“

„Da derfst ned rauchen, des halt i ned lang durch“

„Ich liebe Fußball, ich bin geboren für Fußball“

„Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag“

„Der Fußball muss ein Volkssport bleiben“

„Je mehr Sie verbieten, desto schlechter.“

Und so als wollten sie dem  „Wödmasta“ ein Ständchen bringen, sangen sie praktisch das ganze Spiel ohne Unterbrechung durch. Dieser Einsatz hat mich sehr beeindruckt.

Bayern-Fan, Arnold, Florian, Herbert vor dem Spiel.

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Hauptversammlung

Jahrhundert-Rapidler im Bild

In der Aula begrüßten uns imposante Bilder der Jahrhundert-Rapidler auf Leinwand gemalt. Sie werden in der nächsten Zeit in der Aula zu sehen sein.

Und während der Veranstaltung wurde die Sammlung durch das Bild von Steffen Hofmann ergänzt, der sich ebenfalls diese prominente Reihe einfügt. Im Bild Steffen mit der Kapitänsschleife der Ultras und der Ehrenkapitänsschleife.

Es wäre nicht Andy Marek, wenn er sich nicht hätte etwas Besonderes einfallen lassen, denn beim Verlassen des Stadions, etwa um 23:15, verabschiedeten uns die Bilder; man hat sie umgedreht!

Rapid im Rapid-TV ab 2018/19

Wie wir gehört haben, wird es ab der kommenden Saison kein regelmäßiges Sonntagsspiel im ORF geben. Dafür bekommen aber die Vereine deutlich mehr Geld. Derzeit werden 1,5 Millionen pro Bundesligaklub ausgeschüttet. Rapid rechnet mit etwa dem doppelten Betrag ab der kommenden Saison. Dazu trägt bei, dass zukünftig die Beträge nicht für alle Vereine gleich sein werden sondern die Leistung (Tabellenplatz) und die Besucherzahlen sich bei den Zahlungen auswirken werden. Da sich aber auch der Ausländeranteil auswirken wird, was nicht auf der Folie zu sehen war, kann es sein, dass man den Vorsprung, den man sich bei den Zuschauerzahlen erarbeitet hat, bei den Legionären wieder verspielt.

Aber die größte Überraschung war, dass Rapid sich das Recht gesichert hat, seine Spiele drei Stunden nach dem Spiel im eigenen Rapid-TV im Internet senden und später archivieren zu dürfen.

Trainingszentrum

Derzeit sind nur mehr zwei von ursprünglich vier Standorten in der engeren Wahl:

  • die Trainingsplätze beim Happel-Stadion kombiniert mit dem Gelände des Elektra-Platzes aber abzüglich dreier Plätze am Ende des Trainingsgeländes. Voraussetzung dafür ist die Zusicherung eines wenigstens 30-jährigen Nutzungszeitraums.
  • das Tullnerfeld. Hier muss praktisch alles neu errichtet werden. 10 Bahnminuten von Hütteldorf

Die Entscheidung über den Standort fällt 2018.

Entwicklung der Zuschauerzahlen seit 1990

Für die länger dienenden Anhänger muss die Entwicklung der Fußballs „Marke Rapid“ noch großartiger sein als für uns, die wir erst seit 2000 Spiele besuchen. Aber die Aufbauarbeit von Andy Marek, die wir seit dem ersten Spiel, das wir in Hütteldorf gesehen haben (damals 3.000 Zuschauer), genau verfolgen, kann man am besten an der Grafik der durchschnittlichen Zuschauerzahlen ablesen (im Vergleich mit den Zuschauerzahlen der Bundesliga und des Stadtrivalen). Und es ist wahrlich nicht allein der sportliche Erfolg, der diese Höhenflüge begünstigt hat, dahinter steckt einfach nur eines: unermüdliche Arbeit, der man nicht genug Hochachtung schenken kann, Feingefühl beim Umgang mit den Fangruppen, großes Talent – und ein bisschen Sucht nach Erfolg, vielleicht besser nach Anerkennung. Andy unternimmt alles, was die Verbindung von Fans und Verein stärkt und wir wollen ihn dabei nicht enttäuschen!

Rekordmeister Rapid

In einem 22-seitigen Gutachten, erstellt von den Historikern Prof. Dr. Wolfgang Maderthaner, Dr. Georg Spitaler und Prof. Dr. Roman Horak wird der Status von Rapid als Rekordmeister bestätigt.

Mehr Pizza, bitte!

In der Darstellung der Verkaufszahlen schneidet die Pizza vergleichsweise schlecht ab. Das ist aber auch kein Wunder, weil man sie auf der besucherstarken Osttribüne nicht bekommt. Vielleicht kann man einen Pizzaofen in einen der Stände platzieren, die bisher die Nudelspeisen angeboten haben und die derzeit Currywurst im Angebot haben?

Xmas-Jubiläums-Set

Anlässlich „15 Jahre Sk Rapid Merchandising“ wurde ein Weihnachts-Angebot geschnürt, bestehend aus Trikot, Ball mit Unterschriften und Rapid-Haube zu einem sehr günstigen Preis. Es wurde bereits 600 Mal verkauft!

Selbstverständlich sind diese Zeilen nur ein Kurzbericht von einer insgesamt sehr informativen und perfekt inszenierten Präsentation, bei der auch selbstkritische Worte des Sportdirektors nicht gefehlt haben. Auch hat man nicht vergessen, den Rapid-Anhängern für ihre Treue in der abgelaufenen Saison zu danken. Zwar sind die Mitgliederzahlen leicht zurück gegangen aber mit einer gemeinsamen Anstrengung sollte sich die Spirale wieder beginnen, nach oben zu drehen.

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Bild des Abends

Viktor erklärt Fredy, worauf’s beim Fußball ankommt“

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Rapid-RB

Trotz ausverkauftem Stadion klagt Ján über schlechten Geschäftsgang.

Die Propheten…

…haben auch nur zufällig einmal Recht. So behauptete Peter Linden in seinem Blog: „Wer in Führung geht, gewinnt.“ Gerne hätten wir diese Prognose angenommen und nach 30 Minuten das Spiel beendet. Leider gilt aber die Regel, dass das Spiel 90 Minuten dauern muss.

Besser trafen es die Buchmacher, die mit 2,8 : 3,4 : 2,2 das spätere Ergebnis mit der niedrigsten Quote vorausgesagt haben.

Aufwärmen

Kapitän Stefan Schwab führt die Mannschaft zum Aufwärmen aufs Feld. Der aufbrausende Begrüßungsapplaus beschämt so manche prominenten Vereine in Europa, deren Anhang das Erscheinen der Mannschaft kaum wahrnimmt.

Eine prächtige Choreografie für dieses Spitzenspiel! Über den Satz: „Nichts ist größer als unser Verein“ sage ich besser nichts, Religionen haben es an sich, irrational zu sein, sonst könnten sie keine so starken Gemeinschaften bilden. Wir brauchen diesen starken Block, und daher wollen wir über diese Sprüchen hinwegsehen.

Sogar auf der Nord-Tribüne werden Transparente gehisst. Die „HTLW Bergheidengasse grüßt den SK Rapid“ mit „Rapid Wien Allez, allez“.

Bilder vom Gästesektor ersparen wir uns.

T-Mobile,  Premiumpartner von Rapid, ist Brustsponsor – auf den Trikots der Begleitkinder.

Wer kennt die Regel?

Niemand in meiner Sitzumgebung hat Schiedsrichter Hameter verstanden, als die Notbremse gegen Schobersberger rund um die fünfte Minute nur mit Gelb aber nicht mit Rot geahndet wurde. Auch Goran Djuricin wunderte sich bei der Pressekonferenz über die Freiheitsgrade, die sich Schiedsrichter in solchen Szenen herausnehmen. Wir erleben, dass solche Vergehen in der umgekehrten Richtung sehr gerne mit Rot geahndet werden. 

Mit ’nem kleinen Stück vom Pech…

Da in allen Belangen eines Wettbewerbs der Zufall eine wichtige Rolle spielt, haben ihn die Erfolgreichen in ihren Reihen. Muss denn die Torstange so stehen, dass der Ausgleich in der 45. Minute via Stange ins Tor geht? Müssen denn die direkten Konkurrenten Austria und Sturm jeweils in der letzten Minute ihren Siegestreffer erzielen? Es war keine Runde für Rapid, die wir erlebt haben.

Diese 45. Minute dürfte der Knackpunkt des Spiels gewesen sein, weil Rapid bis zu diesem Zeitpunkt ein mehr als ebenbürtiger Gegner war.

Sportlichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr

Unter zunehmendem Rapid-Druck in der zweiten Hälfte, wurde bei Salzburg die Taktik „kranker Mann“ ausgepackt. Meine Fotos starten erst zu einem Zeitpunkt als es sehr auffällig wurde. Leider reichten auch die gefühlten 10 Minuten Nachspielzeit nicht für den Ausgleich.

„Glück erzwingen“

Das steht in der heutigen Stadionzeitung. Genau steht dort, dass man heute im Gegensatz zu früher „das Glück erzwingen könne“. Ich weiß, das ist Fußballsprech, aber das ist eine Illusion. Man kann im Gegensatz zu früher besser spielen oder schneller sein und man kann daher auch erfolgreicher sein. Aber es liegt in der Natur des Begriffs „Glück“, dass es eben ein solches ist. Glück ist ein nicht willentlich stattfindendes, unvorhersagbares Ereignis zum eigenen Vorteil – im Gegensatz zu Unglück.

Jeder Torschuss ist mit einer Unsicherheit behaftet. Je schwieriger die Situation desto größer die Unsicherheit und desto größer „das Glück“ zu treffen. Auch Elfmeter werden nur zu 80 Prozent verwandelt. Jedem Elfmeter haftet eine 20 prozentigen Unsicherheit an und ist daher mit diesem Anteil „glücklich“.

Mit „Glück erzwingen“ mein man, dass man in der letzten Spielen mehr Spiele gewonnen hat als noch vor einem Jahr. Gut, aber erzwungen hat man gar nichts, denn der Zufall ist ständiger Begleiter unseres Alltags und ganz besonders bei Fußballspielen. Der Grund für den Zufallscharakter ist, dass durch die Schnelligkeit des Spiels und der gleichzeitigen Unsicherheit der Ballführung mit dem vergleichsweise ungeschickten Fuß, die Voraussagbarkeit von Aktionen nicht ausreichend gegeben ist. Es mag sein, dass durch intensiveres Training eine höhere Ballsicherheit bei den Spielern gegeben ist. Das verringert die Unsicherheit bei den Kombinationen und steigert die Wahrscheinlichkeit ohne Ballverlust bis in die „Box“ zu kommen. Es verringert das „Masl“, das man haben muss, um ein Tor zu erzielen, weil man eben sicherer geworden ist. Aber auch dann ist es omnipräsent, das Glück, auch wenn es ein bisschen kleiner geworden ist.

Wenn einige Spiele hintereinander gewonnen werden, meint man, das wäre schon eine großartige Serie, vielleicht so, wie es erstaunlich ist, mehrmals mit einem Würfel die Sechs zu würfeln. Dass es einfach nur Zufall zu unseren Gunsten ist, will man nicht wahrhaben. Aber auch wenn diese Serie einfach nur Zufall ist, dann hat dieser Zufall die angenehme Nebenwirkung, dass er das Selbstvertrauen des Teams stärkt und das wieder kann diese Serie tatsächlich verlängern. Etwas, was der Würfel nicht kann, weil es ja keinerlei Leistung erfordert, eine Würfel zu werfen, ganz im Gegensatz zu einem Fußballspiel.

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Philipp & Stephan

Vertragsverlängerungen

Vertragsverlängerungen gehören zum Alltag von Sportdirektoren, sagen uns aber viel über die Einschätzung der Spieler durch die sportlichen Führung. Diese Einschätzung muss sich nicht immer mit der des Publikums decken, und trotz aller Expertise können sich die Experten durchaus auch kräftig irren – das Publikum natürlich auch.

Fredy Bickel hat es beim Stammtisch klar gesagt: es ist natürlich für talentierte junge Spieler wünschenswert, dass sie in eine große Liga wechseln. Aber es ist in ihrem eigenen Interesse, das nicht zu früh zu tun und vor allem nicht, ohne bei Rapid einen Vertrag zu unterschreiben. Dass es gelungen ist, beide Talente Philipp & Stephan an den Verein zu binden und dass sie das mit offensichtlicher Freude tun, lässt uns für die Zukunft hoffen, dass durch die einfühlsame Handhabung dieser Vorgänge durch den Sportdirektor ein Zusammenhalt im Team geschaffen wird, der sich auf die Mannschaftsleistung positiv auswirkt.

Vereinstreue

Heutige Vereinstreue schaut etwas anders aus als in den 50ern oder gar 20ern aber es scheint sie immer noch zu geben. Man muss sie nur anders definieren. Früher war der Verein eher Arbeitgeber für eine ganze Fußballer-Karriere; heute ist der Verein eher eine Art Auslage, in der wechselwillige Spieler ihre Talente zur Schau stellen.  Und für Spieler ist es natürlich vorteilhafter, sich in der „Kärtnerstraße“ zu präsentieren als in der „Favoritenstraße“. Insofern spielt also die „Lage der Auslage“, also die Kundenfrequenz und das Renommee durch Tradition eine große Rolle. Man kann daher daraus durchaus ableiten, dass die Tradition und die Zuschauerzahlen auch Tore schießen.

Jede Ware will verkauft werden und jeder Produzent will dafür den höchst möglichen Preis erzielen. Spieler bei Rapid verkaufen sich besser und erzielen höhere Preise. Die Spieler wissen das und bedanken sich bei Rapid durch diese vorzeitigen Vertragsverlängerungen. Die gegenseitige Wertschätzung signalisiert steigert den Preis für den Spieler, eine Win-Win-Situation.

Es geht aber auch anders: ich erinnere mich an den Abgang von Alexander Gorgon zu Rijeka. Seine Interviews zeichneten eine eigenartiges Bild vom Innenleben des Stadtrivalen. Und auch bei Rapid passieren gewisse Ungereimtheiten, wenn nämlich der Verein auf die weitere Zusammenarbeit mit Spielern keinen Wert mehr legt und ihnen keinen Vertrag anbietet. Manchmal irrt sich der Verein in dieser Einschätzung.

Auch das Publikum irrt

Bei Philipp Schobesberger dürfte Übereinstimmung in der Einschätzung seiner Qualitäten zwischen Publikum und Verein bestehen. Bei Stephan Auer ist das aber etwas anders. In meiner Umgebung wird die Spielweise von Stephan weniger schätzt. Es dürfte aber ziemlich klar sein, dass wir alle, die das Geschehen am Spielfeld verfolgen, viel zu wenig davon verstehen, um es auch endgültig beurteilen zu können. Der Trainer sagte in einem Interview, dass Stephan Auer der am meisten unterschätzte Spieler bei Rapid ist.

Was meine Tabellen dazu sagen: Stephan Auer ist ein außerordentlich vielseitiger Spieler und daher sehr flexibel einsetzbar. Stephan wurde in allen bisherigen 15 Ligaspielen eingesetzt und kommt auf 80 Einsatzminuten pro Spiel. Übertroffen wird er dabei nur von Richard Strebinger (15 Spiele, 90 Minuten) und Stefan Schwab (15 Spiele, 88 Minuten).

Fest steht, dass Verein und sportliche Leitung alles unternehmen, um Siege einzufahren. Und das Trainerteam hat eine Ausbildung, wie wir sie nicht haben. Wenn daher Trainer einen Spieler regelmäßig einsetzen, dann wissen sie, warum sie das tun. So ein Trainerposten ist – wie wir wissen – kein Job zum Ausruhen. Der Trainer wählt die am besten Geeigneten für ein Spiel aus und auf seine Expertise müssen wir uns verlassen, so wie wir uns darauf verlassen, dass der Chirurg seine Sache gut macht, dass unser Haus nicht zusammenfällt und dass unser Handy funktioniert.

Es freut mich sehr, dass ich Bilder von einer außerordentlichen Qualität zeigen darf, die man als Gelegenheitsfotograf normalerweise nicht machen kann.

Was der Verein dazu sagt

143. Rapid-Viertelstunde vom 24.11.

  • Mit Planung zum Erfolg
  • Abverkauf alter Fanshop
  • Hauptversammlung naht
  • Schobesberger verlängert
  • Stefan Schwab-Interview
  • Link zum Video

Man muss schmunzeln, wenn man liest, dass man mit „Planung zum Erfolg“ kommt und im selben Video unser Trainer im Interview darüber berichtet, dass die Hälfte aller Tore (und in weiterer Folge natürlich auch die Spielergebnisse und schließlich auch die Titel) Produkte mit großer Zufallskomponente sind. Es kann auch einmal Pasching Cupsieger werden, wie wir wissen, aber niemand bei Pasching hat das geplant. Rapid plant diesen Erfolg sein 20 Jahren aber er stellt sich nicht ein. Weil man Erfolg nicht planen kann! Man kann nur Wahrscheinlichkeiten erhöhen, die aber allesamt keine Sicherheiten darstellen.

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Der „Goleador“ ist 70!

Der „Goleador“ ist 70!

Nicht „der“, nein, der andere, Hans aus Leopoldschlag, der in seinen jungen Jahren (Bild links) sowohl Spieler, später Spielertrainer bei der Sportunion Leopoldschlag war und mit seiner Mannschaft zwei Mal, 1976 und 1977, den Meistertitel errang und dort, in Leopoldschlag ebenfalls „Goleador“ genannt wird. Die Position von Hans war Stopper, wie das damals hieß, und war als Freistoß- und Elferschütze gefürchtet. Hier ein Bild von Hans aus dieser Zeit.

Hans ist schon seit 42 Jahren Mitglied beim „Klub der der Freunde“ und ein Motivator für zukünftige Rapidlerinnen und Rapidler. Seine Mitgliedskarte aus dem Jahr 1975 wurde vom damaligen Präsidenten, Diplomkaufmann Walter Riemer, unterschrieben. Unser heutiger Obmann, Gerhard Niederhuber, war damals Schriftführer und war auch damals schon Chefredakteur des „Grünzeug“.

Das Trikot von heute, ganz ähnlich wie damals, nur die Bilder sind heute färbig.

Der „Klub der Freunde“ wünscht Hans auf diesem Wege alles Gute zu seinem Ehrentag!

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Stammtisch

In einer ausgebuchten Rekordmeisterbar…

…begrüßte Andy Marek Sportdirektor Fredy Bickel, Cheftrainer Goran Djuricin, Tamás Szántó, Veton Berisha und Kapitän Stefan Schwab zu einer Podiumsdiskussion mit anschließender Fragerunde.

Die bisherigen Stammtisch-Runden im neuen Stadion hatten aufgrund der vielschichtigen Probleme in der vergangenen Saison alle eine eher pessimistische Grundstimmung. Diesmal war es ganz anders. Eine bemerkenswerte Serie liegt hinter uns und ein Spitzespiel vor uns. Alle Akteure erscheinen topmotiviert; man fiebert voll Zuversicht dem Sonntagsspiel entgegen.

Fast noch bemerkenswerter als die Tabellensituation war aber der Bericht von Fredy Bickel über die Vertragsverlängerung mit Philipp Schobesberger und dessen klarer Absage in Richtung des Ligakrösus. Ebenso überraschend und erfreulich war auch die für morgen angekündigte Vertragsverlängerung mit Stefan Auer. Auch die Rückholaktion von Thomas Hickersberger wurde als eine wertvolle Ergänzung für das Trainerteam beschrieben.

Dass man sich im April für Goran Djuricin als Cheftrainer und nicht für Martin Bernhard entschieden hat, dürfte an den verschiedenartigen Persönlichkeiten liegen und man dem eher extrovertierten Gogo diese Rolle eher zugetraut hat als Butre.

Noch ein Mann im Hintergrund wurde erwähnt: Maurizio Zoccola, über den im Abschnitt Sport-Management einfach „Videoanalyse“ steht, doch betonte Gogo, dass diese Arbeit weit mehr umfasst als man hinter dem Arbeitstitel „Videoanalyse“ vermuten würde. Etwa gibt es im Stadion exponierte Video-Kameras, die das Spiel aus ganz besonderen Blickwinkeln zeigen. In der Anfangsphase eines Spiels analysiert Maurizio das Spiel und gibt dem Trainer nach etwa 20 Minuten Hinweise über bestehende Mängel im eigenen Spiel und im Spiel des Gegners, die der Cheftrainer aus seiner Position am Spielfeldrand nicht so gut erkennen kann.

Tamás Szántó erzählte über seinen behutsamen Einstieg bei den Profis, seine derzeitige Verletzung und seinen Traum, ein fester Bestandteil der Kampfmannschaft werden zu können.

Veton Berisha zeigte sich sehr vielseitig einsetzbar und alle hoffen, dass sich die Torsperre der Stürmer durch das wachsende Selbstvertrauen von alleine lösen wird.

Kapitän Stefan Schwab zeigt in allen seinen Interviews, dass er zurecht diese Rolle übertragen bekommen hat und dass er sich zu einem wirklichen Motor im Team entwickelt und sich in einer Phase kräftiger Formsteigerung befindet, die auch der Mannschaft gut tut.

Ligareform

In einem zweiten Teil präsentierte Andy Marek das Video zur Ligareform und erklärte, dass über die zukünftigen Abopreise erst im März berichtet werden wird, weil derzeit noch in Arbeitsgruppen eine zweckmäßige Variante erarbeitet wird. Immerhin steht die Zahl der Spiele nur für Meister und Vizemeister mit 32 fest, aber der dann noch zu besetzende internationale Startplatz wird in einer Reihe von Entscheidungsspielen erkämpft, die auch ihren Platz im Abo finden sollen.

Die Leser dieses Tagebuchs können sich auf zwei Arten über die Ligareform informieren: einmal über ein Video (Kurzvariante) oder über ein ausführlicheres Dokument, in dem auch auf Details eingegangen wird.

Am interessantesten ist die Situation am Ende des Grunddurchgangs, bei dem die Punktezahl halbiert werden soll. Ein nicht ganz unrichtiger Einwand kam von einem Besucher, der sagte, dass in diesem Fall der tüchtigere Spitzenreiter bestraft wird, weil sich der Abstand zu den Verfolgern halbiert.

Allerdings kann man argumentieren, dass dieser Vorsprung auch mit Spielen gegen vergleichsweise schwächere Gegner herausgespielt wurde. Dieses Argument gilt allerdings nur für die Meistergruppe aber nicht für die Qualifikationsgruppe. Würde man dasselbe Argument auf die Qualifikationsgruppe anwenden, müsste man bei dieser die Punktezahl verdoppeln, weil ab der Saisonmitte gegen vergleichsweise schwächere Gegner gespielt wird und die bestehenden Punkte gegen vergleichsweise stärkere Gegner erspielt wurden.

Unser Moderator war nicht ganz „Reform-Fit“, meinte er doch auf die Frage, was bei der Punktehalbierung nach 22 Spielen mit halben Punkte passieren würde, dass diese aufgerundet werden. Doch das ist nicht der Fall, diese werden abgerundet. Wenn es nach dem Schlussdurchgang zu Punktegleichheit kommen sollte, wird überprüft, ob eventuell bei einer der beiden Mannschaften eine solche Abrundung erfolgt ist und diese würde dann in einer Endabrechnung vorgereiht werden. Diese unübersichtliche Vorgangsweise haben wir von Gregor erklärt bekommen und das kann man auch in dem PDF-Dokument nachlesen.

Diesen etwas komplizierten Modus musste man offenbar wählen, weil die tabellarischen Darstellungen in Tageszeitungen oder Webseiten nicht sehr flexibel sind und mit gebrochenen Dezimalzahlen nicht umgehen können. Dann ohne diese kosmetische Abrundung könnte es zum Beispiel einen Meister mit 71,5 Punkten geben.

Was aber einfacher gewesen wäre, ist die Vergabe der doppelten Punktezahl im Schlussdurchgang, dann würde man die unsichtbaren Rundungsfehler bei ungeraden Punkteständen nicht brauchen und eine Vorreihung in der Schlussabrechnung wäre hinfällig.

Ambiente

Hervorheben wollen wir die Freundlichkeit, mit der uns die Damen und Herren des Rekordmeister-Teams immer wieder bewirten; man fühlt sich wirklich gern gesehen. Dass es aber keinen Toast gibt, Schnitzel natürlich auch nicht, dafür können sie nichts aber das könnte man schon noch optimieren, auch die Speisenauswahl.

Unsere gemütliche und fanklubübergreifende Runde, fotografiert von unserer charmanten Serviererin, vlnr: Franz, Arnold, Gregor, Gerhard, Christoph, Florian, Thomas und Christian. Christine (aus Facebook) merkt an, dass wir eine reine Herrenrunde sind. Ich hoffe, dass sie meinen Kommentar richtig gedeutet hat und unsere Runde beim nächsten Stammtisch verstärken wird.

Nach der Veranstaltung wurden Championsleague-Spiele gezeigt. Aber ohne nationale Beteiligung ist das alles eher enttäuschend und daher sind dann auch nicht all zu viele geblieben.

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LASK-Rapid

1:2 (0:2)

Für mich war Stefan Schwab der Mann des Spiels. Erfreulich außerdem die Formsteigerung von Veton Berisha, der am zweiten Tor wesentlich beteiligt war und auch in einigen anderen  Szenen die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zog. Und noch einer war ein „Mann des Spiels“: Richard Strebinger! Das Gegentor konnte er nicht verhindern. Es entstand aus einem unkontrollierten Abpraller, aber warum „Mann des Spiels“?

Warum war der LASK in der zweiten Halbzeit so überlegen? Ein Grund war natürlich, dass hier nichts mehr zu verlieren war und man alles nach vorn geworfen hat, um den Rapid-Sieg zu verhindern. Dass das in dieser Vehemenz möglich war, geht schon auf die Platzwahl zurück, die der LASK gewonnen hat und daher die Spielrichtung in der entscheidenden zweiten Halbzeit zum eigenen Anhang gerichtet war (auch Rapid entscheidet sich bei Losglück immer für diese Richtung). Das ist sowohl für die angreifende Mannschaft motivierend und ermöglicht auch dem Publikum mit der Wurf von Feuerzeugen und Bierduschen den gegnerischen Tormann zu verunsichern. Genau das ist auch geschehen, aber Richard Strebinger tat, als würde er das nicht bemerken. Und das, obwohl wir spätestens seit Raphael Holzhauser wissen, dass man solche Situationen bis zu einem Spielabbruch provozieren kann. Diese Coolness unseres Tormanns muss erwähnt werden.

Waldstadion

…oder TGW-Arena: Meine erste Assoziation war eigentlich „Französischer Hochgeschwindigkeitszug“ aber man sieht, dass die Französisch-Kenntnisse bei Nichtbenutzung verblassen, denn der schreibt sich ja „TGV“, nur ausgesprochen wird es gleich. Der Schnellzug ist es daher nicht; der Namensgeber ist die „TGW Logistics Group„.

Ambiente

Über die Art des Kartenverkauf in Pasching wurde im Beitrag „Mindeststandards“ schon berichtet. Im ersten Ärger wurde auch an die Bundesliga geschrieben (Brief als Kommentar zu der Webversion des Beitrags). Die Kernaussage der Antwort: Die Bundesliga könne nichts vorschreiben, was nicht durch alle 20 an der Bundesliga beteiligten Vereine mehrheitlich beschlossen wird. Also muss man die sonderbare Handhabung des Ticketing durch einige Vereine weiter erdulden. Die einzig richtige Antwort wäre: nicht hinfahren.

Wir wir auch erfahren haben müssen gewisse Minimalanforderungen gegeben sein, zum Beispiel Waschräume. Wie die dann ausgestattet sind, obliegt dem Verein. Aus dem Bericht eines Immer-Auswärtsfahrers wird über überschwemmte gemeinschaftliche Latrinen im Waldstadion berichtet, die die Freude zu weiteren Fahrten solcher Art nicht gerade heben.

Die spontane Antwort eines gegenüber solchen Veranstalters wehrlosen Anhängers war, dass man dem selbsternannten „Dorfklub“ eben am Spielfeld werde zeigen müssen, „wo der Bartl den Most holt“. Und so war es auch. In einer überzeugenden ersten Halbzeit konnte man einen ausreichenden Vorsprung herausspielen, der dann trotz massiver Gegenoffensive des LASK zum Sieg gereicht hat.

Wir verbrachten das Spiel in einer angenehmen Atmosphäre in der gut besuchten Rekordmeisterbar und wurden dort wie VIP-Gäste bewirtet. Wir, das waren Arnold, Florian, Franz, Gregor und Mario.

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Tabellensituation

Der Höhenflug von Rapid hält an, aber leider zeigten sich unsere beiden direkten Konkurrenten im Sonntagsspiel nicht auf Augenhöhe. Durch das 5:0 in Salzburg konnten wir zwar gegen Sturm Boden gut machen, doch gegen RB bleibt ein deutlicher Abstand, den es zu verringern gilt. Das gefühlt gute Mannschaftsklima könnte einen solchen Erfolg ermöglichen.

Rapidviertelstunde vom 17.11.

  • In Memoriam Ernst Happel
  • Bei den First Green Ladies
  • Der neue Geschäftsbericht
  • Der Happel Kaffeehaus-Talk
  • Christopher Dibon Interview
  • Link zum Video

Rapid II-St.Pölten 1:2 (1:1)

Fast schon zu erwarten war, dass „unser Mann bei St.Pölten Junors“, Maximilian Entrup auch gegen uns seine Torserie fortsetzen würde. Schließlich hat es gegen die motivierter agierenden St.Pöltner nicht zu einem Punktgewinn gereicht.

Wenige Zuschauer, aber ein prominenter Gast: Rudi Flögel, und das nicht zufällig, denn er wollte sicher sehen, wie weit sein Sohn Thomas die St. Pölten Juniors entwickelt hat.

Bei diesem letzten Spiel unserer Nachwuchsmannschaft schenkte uns Gerhard eine gut aufteilbare Sektflasche. Was man dabei wissen muss, ist, dass man die Flasche am Boden öffnet. Weiß man das nicht, muss man den Inhalt später vom Boden aufheben. Wegen des festen Inhalts geht aber dabei nichts verloren. Danke Gerhard, im Namen derer, die schon wieder an Gewicht zugelegt haben. Wir freuen uns schon auf die kommenden Spiele von Rapid II im Frühjahr.

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Österreich-Uruguay

2:1 (1:1)

Bester Mann im Spiel war aus österreichischer Sicht die rechte Torstange, die noch vor Seitenwechsel einen weiteren Gegentreffer verhinderte. So stand es aber zur Pause noch 1:1 und der sehr gut geschossene Freistoß von  Louis Schaub machte den Unterschied aus.

Gegen Spielende drängte Uruguay noch auf den Ausgleich aber die Angriffe konnten alle abgewehrt werden.

„Beginn der Franco-Ära“

Es sollte ein lustiger Sager sein, aber Rainer Pariasek war die Tragweite dieses Wortspiels mit dem Zusatz „in Spanien“ aus der Sicht eines Spaniers wohl nicht bewusst. Für manche Spanier könnte das eventuell so klingen, als würde jemand in Österreich sagen, dass eine „Hitler-Ära“ beginnt. Das passiert halt, wenn man glaubt, immer interessant sein zu müssen.

Spielgeschichte

Es gab zwischen 1954 und 2014 drei Spiele zwischen beiden Ländern und die Bilanz war bisher ausgeglichen: ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage.

Uruguay

Man spricht Spanisch in Uruguay. Und ein Paar „Urus“ sah man auch im Stadion; sie waren am Rand des Sektors E untergebracht_

Uruguay ist etwa doppelt so groß wie Österreich hat aber nur 3.2 Millionen Einwohner, ist also viel dünner besiedelt. In Uruguay leben 19 Einwohner auf einem km2, in Österreich 105. Bedenkt man dazu noch die gebirgige Struktur von Österreich ist das gefühlte Verhältnis noch gravierender.

Ein Österreicher erwirtschaftet etwa drei Mal soviel wie ein Uruguayaner.

Aber in der Weltrangliste rangiert Uruguay auf Platz 17 und Österreich auf Platz 39. Und Uruguay startet bei der WM und Österreich nicht. Und es war für beide Mannschaften ein Freundschaftsspiel, und Uruguay kam mit einem Spitzestürmer Edinson Cavani, der dann auch seinen Torinstinkt bewiesen hat, indem er den Flankenball gekonnt noch vor dem Zugriff von Heinz Lindner ins Tor geköpfelt hat.

Die sonstigen Spielbeobachter sprachen von einem glücklichen Sieg für Österreich, und da Tore durchaus zufällig fallen, wären auch andere Ergebnisse durch den Spielverlauf argumentierbar gewesen. Die große Bemühung unserer Mannschaft in der zweiten Halbzeit war aber nicht zu übersehen und daher nehmen wir das Torgeschenk des Fußballgottes gerne an. Wahrscheinlich steigen wir in der Weltrangliste wieder etwas nach oben. Das hilft zwar nicht bei einem konkreten Spiel aber doch bei der Zuordnung zu Lostöpfen. Daher müssen wir auch die Freundschaftsspiele mit einer gewissen Ernsthaftigkeit bestreiten. Und im kommenden Frühjahr wird es nur Freundschaftsspiele geben.

Besucherzahl

Die ungefähre Zuschauerzahl können wohl die Kellner in der Luftburg auch ganz ohne Zählung voraussagen. Im vergangenen Oktober mussten wir in der Luftburg im Freien sitzen, aber heute bekamen wir leicht einen Platz. Der Unterschied: im Vorjahr, beim Spiel gegen Wales, kamen 44.000 Zuschauer, heuer nur 12.000. Wer kennt das folgende Bild?

Zur Ehrenrettung der Daheimgebliebenen: die bisher hohen Besucherzahlen waren solche von Qualifikationsspielen. Außerdem werden Spiele der Nationalmannschaft nicht nur von Wienern sondern auch und vielleicht besonders von Fußballfreunden aus den Bundesländern besucht. Der Spieltermin „Dienstag“ für ein Freundschaftsspiel ist für alle mit einer weiten Anfahrt eine Herausforderung und kann die geringe Zuschauerzahl entschuldigen.

Dass es ein Motiv für einen Nichtbesuch sein kann, dass Luis Suárez (derzeit Barcelona) nicht mitgespielt hat, zeigt, wie verschieden Zuschauer ticken. Dass jemand wegen des prominenten Gegners kommt und nicht wegen der eigenen Mannschaft, zeigt mangelhafte Achtung der eigenen Leistungsfähigkeit, würde ich sagen, denn das Spiel unserer Mannschaft war respektabel, und der Gegner war ja nicht irgendwer.

Ernst Happel

Dem Umstand, dass dieser 14. November auch der Sterbetag von Ernst Happel ist, wurde Rechnung getragen und die Verdienste dieses große Fußballer wurden in Interviews in Erinnerung gebracht. Seine Enkelin Christine nahm den Ehrenankick vor.

Die Fantribüne zeigte ein Transparent mit dem berühmten Spruch „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag“.

Wir sind Helden!

Beim Spaziergang vom Prater zum Stadion über die menschenleeren Wege, durch den leicht vernebelten Wald entlang der Liliputbahn …

…fiel mir das groteske Interview des ORF mit HC am Rochusmarkt ein, indem HC meinte, dass man sich nicht mehr trauen könne, zu Fuß von der Innenstadt zur Landstraße zu gehen.

Was sind wir doch für mutige Buschen, wir, die Freunde des Fußballsports; in einer so unsicheren Stadt, wie es das Wien des HC ist! Was für eine Freude, dass wir in Zukunft auf ein noch größeres Polizeiaufgebot bei unserem Lieblingssport zählen können, wenn er dereinst Innenminister sein wird.

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Wödmasta

Die Rapid-Homepage publiziert heute einen Artikel zum Gedenken an Ernst Happel.

Zeitgleich hat die YouTube-Seite von Rapid ein Video mit Ausschnitten einer Diskussion im Ottakringer Café Ritter publiziert, die als „Erster Ernst-Happel-Kaffeehaus-Talk“ bezeichnet wird. Mit am Tisch sind Günter Netzer (Welt- und Europameister), Franz Hasil (Meistercup- und Weltpokalsieger), Andreas Herzog (ÖFB-Rekordnationalspieler) und Alfred Körner (Rapid-Legende).

Bei jedem Fußballspiel, das nicht so läuft, wie man sich das als Anhänger vorstellt, überlege ich, was man tun könnte, um besser zu sein als der jeweilige Gegner. So, wie man selbst ratlos ist, zeigt uns aber, über welche Fähigkeiten gute Trainer verfügen müssen. Und genau diesen Punkt spricht Andy Herzog im „Ersten Ernst-Happel-Kaffeehaus-Talk“ als die wichtigste Qualität von Ernst Happel an, dass dieser es eben verstanden hat, das chaotische Geschehen am Spielfeld richtig zu interpretieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Das Café Ritter wird von Domenico Jacono im Artikel „Kaffeehausfußball“ im Geschichte Wiki von wien.at als Stammcafé des „Wödmasters“ erwähnt. Domenico schreibt, dass Ernst Happel auch in der Zeit, als er längst im Ausland tätig war, sich bei seinen Wien-Besuchen immer dort aufgehalten hat.

Wer sich näher mit Ernst Happel beschäftigen will, sollte den Artikel „Ernst Happel“ im Geschichte-Wiki von wien.at lesen (Aus dem Historischen Lexikon von Felix Czeike), die Biografie von Ernst Happel auf wien.at und den Eintrag in der Wikipedia über Ernst Happel.

Wer es lieber filmisch mag, dem liefert die YoutTube-uche nach „Ernst Happel“ 23.000 Ergebnisse. Von allen diesen Filmen ist vor allem das „Ernst Happel Portrait“ (40 Minuten) zu empfehlen.

Das Publizieren von Bildern, die man nicht selbst gemacht hat, ist problematisch. Ausnahmsweise habe ich aber ein Bild von Ernst Happel, das noch aus den Foto-Beständen meines Vaters stammt. Es ist vom 6. März 1960 von Spiel Simmering-LASK:

 

 

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Mindeststandards

In den Lizensierungsbestimmungen der Bundesliga wird darauf hingewiesen, wie vorteilhaft es für die Klubs wäre, ein gut ausgestattetes Stadion zu haben, also zum Beispiel steht im Punkt 7.3 „Vorteile für Klubs“, dass Komfort ein wichtiges Element sei, große Menschenmassen ins Stadion zu locken.

Ja, schön wär’s wenn, aber keinerlei Verpflichtung zu irgendwas. Lauter Kann-Bestimmungen.

Als Besucher der Stadien bemerkt man solche Bemühungen der Kundenfreunlichkeit nicht an allen Fronten. Und auch die Bundesliga optimiert diese Kundenorientierung nicht für den zahlenden Zuschauer als Kunden sondern eher für den (noch mehr) zahlenden Medienpartner und Sponsor als Kunden.

An den Beispielen der Fixierungen, des Ticketing und der Stadiongemütlichkeit soll das illustriert werden.

Fixierungen

Wir sind es gewohnt, Spiele mehrere Wochen im Voraus zu planen. Die Fixierungen der Bundesliga können mit dem Planungshorizont von Privatpersonen leider nicht mithalten, denn die Spieltermine werden nur vier Wochen im Voraus festgelegt. Wenn aber jemand zum Beispiel den Zug zur Anreise wählt, dann muss er – um einen günstigen Tarif zu bekommen – früh buchen, und die lakonische Angabe „Samstag“ ist für den ÖBB-Ticket-Shop zu wenig. Da man solche Details bei der Bundesliga nicht kennen dürfte, hier ein Beispiel für die Preisgestaltung einer Zugfahrt nach Graz:

Wenn man keine Sparschiene erwischt, weil man zu spät dran ist, dann wird das ein teures Vergnügen!

Ob die Ausschaltung des ORF in der kommenden Saison eine Verbesserung bringen wird? Da dem Privatsender noch mehr Geld abverlangt wird, kann man das jetzt schon bezweifeln, das Fernsehen wird das Geschehen weiterhin diktieren, vielleicht noch mehr als bisher.

Ticketing

Das Ticketing findet in dem Lizensierungshandbuch keine Erwähnung, ist aber eine Schnittstelle, die ein erstes Bild von der Kundenorientierung eines Vereins zeichnet. Die Art, wie beim SVM Mattersburg oder beim LASK Karten verkauft werden, sind durch die Nicht-Erwähnung irgendeines Mindeststandards im Lizensierungshandbuch  durch die Bundesliga indirekt legitimiert, nicht aber durch den Wunsch, man solle irgendwelche „Zuschauermassen“ durch ein besseres Service anlocken.

Fall Mattersburg

Über die (Un-)art, wie in Mattersburg Eintrittskarten verkauft werden, wurde in diesem Tagebuch schon genug geschrieben (Hier). Man kann in Mattersburg Karten nur vor Ort kaufen und dann nur am Freitag vor dem Spiel. Es gibt ein Zusendeservice per Nachnahme, das aber immer wieder versagt, weil Karten nicht rechtzeitig ankommen und dann mühsam reklamiert werden müssen. Außerdem ist der Service sehr teuer.

Wir leben immerhin im 21. Jahrhundert, das Internet ist allgegenwärtig, natürlich auch im Ticketing und die Buchungstechnik des Online-Ticketing sollte nach der Meinung des Schreibers Eingangsvoraussetzung für einen Bundesliga-Verein sein. Nach diesem „Fiala“-Kriterium scheidet Mattersburg bei einer Lizensierung schon einmal aus und muss diese Hausaufgabe nachholen. Und das ist nicht allzu schwer, denn alle anderen Vereine können das. Es geschieht aber nicht, weil die Bundesliga nicht auf den Kunden schaut, so wie sie das von den Vereinen in ihrem Handbuch fordert.

Dass man das „Modell Mattersburg“ noch überbieten kann, war bis heute nicht vorstellbar, aber schauen wir weiter zum LASK:

Fall LASK

Am kommenden Samstag, den 18. November ist das Auswärtsspiel gegen den LASK und heute ist Dienstag, 14. November. Erst heute, vier Tage vor dem Spiel ist es für einen neutralen Besucher möglich, Karten zu erwerben. Auf der Seite des LASK-Ticketing stand bis heute 10:00 Uhr, dass der Ticket-Shop eben um 10:00 öffnen würde.

Das ist aber nicht der Fall. Um 10:00 (bis jetzt um 13:00) ist hier zu lesen:

Das heißt: keine Karten für Besucher aus Wien! Wäre das vorher bekannt gewesen, wäre Gregor nur wegen der Karten nach Pasching gefahren, so aber hat man die Wiener durch Desinformation ausgetrickst. Es gibt keine Karten!

Diese Strategie, künstlicher Verknappung von Sitzplätzen durch Wahl eines kleinen Stadions und dazu solche Vorverkaufsmätzchen sind also das, was die Bundesliga „Komfort, ein wichtiges Element“ nennt und von dem der LASK glaubt, sportliche Vorteile für die eigene Mannschaft herausschlagen zu können.

Dass es also erlaubt ist, dass ein Verein das genaue Gegenteil von dem macht, das die Bundesliga von ihm erwartet (Kundenorientierung) und das solche Umstände in den Lizensierungsbestimmungen gar keine Erwähnung finden, zeigt, dass man sich um die Kunden eigentlich nicht so viel kümmert als man es an anderen Stellen vorgibt.

Wir wollen aber nicht unerwähnt lassen, dass es auch sehr positive und nachahmenswerte Beispiele gibt:

Fall Rapid

Schauen wir einmal zu Rapid. Bei Rapid kann man für alle Spiele der laufenden Saison Karten erwerben, auch wenn der konkrete Spielzeitpunkt noch nicht feststeht. Das hat mit Kundenfreundlichkeit zu tun und kann bestens als Weihnachtsgeschenk verwendet werden. Man schenkt keinen Gutschein sondern bereits eine Eintrittskarte zu einem konkreten Spiel. Das funktioniert also in Hütteldorf genau so wie in Deutschland oder England.

Fall St. Pölten

Aber das ist nicht nur bei Rapid so, auch beim SKN St. Pölten konnte man für alle Heimspiele bis Dezember Tickets buchen, auch für das letzte Auswärtsspiel des Jahres am 16. Dezember gegen Rapid. Im Bild sieht man, dass man die Karten bereits kaufen kann, obwohl der Termin noch nicht fixiert ist.

Und wir haben diese Möglichkeit auch genutzt und haben eine Besonderheit in St. Pölten gebucht, die man als eine Art „VIP des kleinen Mannes“ bezeichnen kann, den Egger Biercorner.

Gemütlichkeit

Die Bundesliga empfiehlt, dass Vereine auf das Ambiente achten sollen, um den Besuchern den Aufenthalt so gemütlich wie möglich zu machen (sinngemäß).

Verachtung der Gäste

Dass man in Altach, Mattersburg, Wolfsberg und Südstadt im Gästesektor den Launen des Wetters voll ausgesetzt ist und dass man auch nach vielen Jahren seitens der Bundesliga nichts unternommen hat, etwas in dieser Angelegenheit zu bewegen, ist auch so ein Missstand, dem man sich weniger widmet als den Fernsehverträgen.

Das Lizensierungshandbuch schreibt, dass man im Stadion „Bildschirme und Lautsprecher“ aufstellen soll. Und das geschieht auch. In Mattersburg in Form des SVM-Café und bei Rapid durch Bildschirme hinter den Tribünen.

Fall Mattesburg

Man steht vor dem Spiel vor dem gemütlichen SVM-Cafe und wäre „konsumationswillig“ und wäre auch neugierig, ein gerade laufendes Fußballspiel zu sehen. Es sind alle da: die Security, die BilleteurInnen, das Schankpersonal – aber das SVM Cafe ist geschlossen. Erst 90 Minuten vor Spielbeginn wird es geöffnet und man fühlt sich irgendwie nicht gut behandelt. Man will nicht ins Stadion, man will nur ins Café, das an Spieltagen einfach nicht früher öffnet, obwohl gerade an Spieltagen Bedarf besteht, das anderntags aber sehr wohl geöffnet hat.

Fall Rapid

Neues Stadion, überall  Monitore, überall Lautsprecher – so wie es sich gehört; aber hören kann man nichts. Der die Lautsprecher eingestellt hat, muss das eventuell im menschenleeren Stadion gemacht haben, denn wenn man bei einem Bier die Pressekonferenz verfolgen wollte, muss man Lippenleser sein, hören tut man nichts.

Fairerweise muss man sagen, dass das ein Jammern auf hohem Niveau ist, denn dass es in einem Stadion Monitore für Zuschauer gibt, ist anderswo ohnehin unbekannt.

Hier eine Tonaufzeichnung von einer Pressekonferenz nach dem Spiel am 22.7. 2017 (Rapid-Mattersburg)

Fall St. Pölten

In St. Pölten hat man sich etwas sehr Gemütliches einfallen lassen: in der linken Ecke auf der Seite der Haupttribüne kann man All-Inklusive-Tickets kaufen. 45,- Euro pro Ticket und Essen und Trinken sind frei. Ich finde, dass diese Lösung nachahmenswert ist und man könnte mit dem Prinzip dieses „Egger-Bier-Corners“ auch in anderen Stadien die oft leeren Ecken füllen.

Zusammenfassung

Die Bundesliga schätzt die Großkunden mehr als das „Kleinvieh“. Die Sorge um den Stadionbesucher überlässt die Bundesliga den Vereinen und gibt gute Ratschläge. Die Mindeststandards, die den Zuschauer betreffen, beschränken sich auf die verpflichtenden Waschräume, alles andere ist optional und liegt im Ermessen der Vereine.

Wir, die Zuschauer würden uns erwarten, dass die Bundesliga an dieser Front ebenso verbindliche Standards vorschreibt, wie sie das zum Beispiel bei der Finanzgebarung macht. In der kommenden Saison wird es für solche unbefriedigenden Zustände für die Vereine Abschläge bei den Fernsehgeldern geben. Werden diese aber auch ausreichen, um die Veranstalter kundenfreundlichen handeln zu lassen?

Nach meiner Ansicht müsste die Bundesliga bei offensichtlichen Nachteilen für Zuschauer als ihr Anwalt gegen den veranstaltenden Verein auftreten. Dass Vereine versuchen, einen fairen Wettbewerb am Rasen durch einen unfairen Wettbewerb am Rücken der Zuschauer abzuhalten, ist dem Fußballsport nicht zuträglich.

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MV Berisha, Murg, Petsos

Von den vier geladenen Spielern war Dejan Ljubicic wegen seiner Nominierung zu U21 Nationalteam verhindert. Aber die anderen drei wurden von Robert Racic in den Keller des Klubs der Freunde des S.C. Rapid eskortiert.

In gewohnt souveräner Manier absolvierte Gerhard Niederhuber die Interviews. Es ist vielleicht gerade diese fachliche Omnipräsenz, die den anwesenden Mitgliedern die viele Anmerkungen, die alle im Vorfeld dem jeweiligen Gegenüber versuchen zu erklären, den Spielern in dieser Form nicht zu sagen wagen.

Also blieb es bei der Wortmeldung von Herrn Guggerell und wir, die anderen, beschränkten uns auf Autogramme und gemeinsame Fotos.

Mir zum Beispiel hat imponiert, wie gut die beiden Brüder Valon und Veton Deutsch sprechen, obwohl beide gar nicht in Deutschland oder Österreich aufgewachsen sind. Jedes der drei Berisha-Kinder ist in einem anderen Land geboren worden; die älteste Schwester im Kosovo, Valon in Schweden und Veton in Norwegen. Vielleicht ist es gerade dieses „Zigeunerleben“, das eine gewisse Flexibilität beim Wechsel des Arbeitgebers und der Sprache mit sich bringt. Arnold hat richtig gesagt, dass man dem neu hinzugekommen Spieler noch Zeit geben muss, damit er dereinst auch erfolgreich im Abschluss sein kann.

Dass wir Thanos wieder bei Rapid begrüßen dürfen, hängt mit der nicht ganz einfachen Situation bei Bremen zusammen. Und man hatte den Eindruck, als würde diese zweite Episode bei Rapid eine solche bleiben und Thanos wieder zurück zu Bremen gehen. Es konnte ja auch niemand voraussagen, dass sich mit Dejan Ljubicic auf derselben Position ein starker Konkurrent entwickelt hat.

Der wegen seiner markanten Brillen als „Professor“ titulierte Thomas Murg hat mit seinen 23 Jahren bereits eine wechselvolle Karriere hinter sich: Bärnbach -> GAK -> Austria -> Ried -> Rapid. Dass es bei seinen ersten Einsätzen vereinzelte Pfiffe gab, hat ihn nicht aus der Ruhe gebracht. Und sieht man von der Chancenauswertung ab, ist Thomas zu einer Stütze von Rapid geworden. Sein aktueller Marktwert beträgt 1,5 Millionen Euro.

Als der harte Kern des Klub der Freunde kristallisiert sich immer mehr das EwkiL-Team heraus. Während die anderen Tische weniger voll besetzt sind, geht es auf unserem Tisch recht lustig zu:

Zum Abschluss eine Collage:

 

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Rapid II-Amstetten (abgesagt)

abgesagt

Es ist nicht zum ersten Mal, dass ein Spiel neben dem modernsten Stadion Österreichs wegen Flutlichtausfalls abgesagt werden muss. Grund: Als technischer Kiebitz schätze ich, dass eine von drei Phasen ausgefallen ist, etwas, wofür man diagnostisch vorbereitet sein müsste und was man schon beim ersten Betreten des Stadions kontrollieren könnte.

Da der Ausfall wahrscheinlich gar nicht im Bereich von Rapid liegt aber als Problemzone bekannt ist, müsste für solche Fälle – spätestens seit dem letzten gleichartigen Ausfall – eine Direktverbindung zum Energielieferant „Wien Energie“ möglich sein, denn die dortigen Spezialisten sind oft sehr schnell vor Ort. Die Kosten für solche „Hotlines“ sind unbedeutend im Vergleich mit den Gesamtkosten für eine solche Absage. Rapid-unwürdig, würde ich sagen; unprofessionell.

Wir sind Zuschauerprofis, wir müssen die Rapid-Spiele in unsere sonstigen Verpflichtungen einbetten. Kurzfristige Verschiebungen gehen gar nicht, wir planen längerfristig. Daher können wir das Spiel am Sonntag um 14:00 leider nicht besuchen.

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Rapid-Viertelstunde vom 10.11.2017

  • Der Platzsprecher von Rapid II
  • 15 Jahre Rapid-Fanartikel
  • Cup-Viertelfinale gegen Ried
  • Chefcoach im Fußballkäfig
  • Wordrap mit Goran Djuricin
  • Link zum Video

 

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Weißt Du wieviel Sternlein stehen?

Gestern war eine Sitzung von Historikern in der Bundesliga. Das Thema war ein virtuelles Museum. Wir begrüßten erstmals einen Gast des ÖFB, Franz Hansbauer.

Während unsere Gruppe versucht, in der Vergangenheit Spannendes zu entdecken, ist auch die Gegenwart vollen Überraschungen.

Unsere Anhänger neigen dazu, die Fußball-Organisationen gering zu schätzen, aber als ich Einblicke in den Arbeitsumfang eines verantwortlichen Administrators bekam, dem nur wenige Personen zur Seite stehen, war das zumindest ebenso überraschend. Es ist eine unglaubliche Verwaltungsleistung, Fußball österreichweit zu administrieren. Überzeugt Euch selbst:

Schätzt Euer Verständnis vom Fußball, die Antworten kommen weiter hinten:

  • Wie viele Ligen gibt es in Österreich?
  • Wie viele Leistungsniveaus gibt es im Österreichischen Fußball?
  • Wie viele Fußballvereine gibt es in Österreich?
  • Wie viele Mannschaften gibt es?
  • Wie viele Spiele werden in Österreich pro Jahr absolviert?

Da ich die Zahlen nicht geglaubt habe, wollte ich das überprüfen. Der erste Schritt war eine Abschätzung der Anzahl der Vereine in Österreich. Es gibt dazu eine fantastische Seite in der Wikipedia, die alles zeigt, nur keine Summen bildet und das wollen wir hier nachholen:

Die ersten vier Leistungsstufen sind jedem von uns vertraut. Die Anzahl der Vereine ist 208 gemäß folgender Struktur:
10 Bundesliga
10 Erste Liga
16 Regionalliga Ost
16 Regionalliga Mitte
16 Regionalliga West
16 Wiener Stadtliga
16 Landesliga Niederösterreich
16 Landesliga Burgenland
16 Landesliga Steiermark
14 Landesliga Oberösterreich
16 Landesliga Kärnten
14 Landesliga Vorarlberg
16 Landesliga Tirol
16 Landesliga Salzburg

Das sind also jene Vereine, die im Fokus der Aufmerksamkeit interessierter Zuschauer stehen, die in der Presse Erwähnung finden. Aber das ist nur ein kleiner Teil (nur 10 Prozent!) im Ligensystem des österreichischen Fußballs, denn jetzt geht’s erst richtig los. Ich kürze die Recherche ab (siehe beiliegende Excel-Tabelle)

Anzahl der Vereine

Es gibt im heurigen Jahr 2145 Vereine in 8 bis 10 Leistungsstufen (je nach Bundesland). Interessant ist, dass diese 10. Leistungsstufe in Vorarlberg erreicht wird.

Anzahl der Mannschaften

Schätzen wir nun die Anzahl der Mannschaften pro Verein mit 8, etwa wie U6, U8, U10, U12, U14, U16, U18, Kampfmannschaft. Das ergibt die unglaubliche Zahl von ca. 18.000 Mannschaften. Es sind etwas weniger, nämlich 17.000 Mannschaften, also gibt es pro Verein etwa 7,5 Mannschaften.!

Anzahl der Spiele

Zuerst die Anzahl der Ligen. Es gibt in Österreich 156 Ligen in bis zu 10 Leistungsstufen.

Nehmen wir als wichtigsten Vertreter die 14er Liga, in der es 26 Runden gibt und in jeder Runde 7 Spiele, das ergibt 182 Spiele pro Saison.

166 * 182 * 8 = 241.696 Spiele

Es fehlen natürlich CupSpiele und andere Spiele außerhalb des Ligensystems aber so ungefähr stimmt das. Laut ÖFB ergeben sich etwa 250.000 Spiele pro Saison!

Und das will administriert werden.

Administration

Jedes Spiel, egal von in der Bundesliga oder in der 10. Leistungsstufe, egal ob Profis oder Schülerliga wird genau gleich protokolliert. Etwa eine Stunde vor Spielbeginn werden vom Schiedsrichterteam und den verantwortlichen Funktionären die Mannschaftsaufstellungen erfasst und über Handy direkt in die Datenbank hinter der Seite „fussballösterreich.at “ eingegeben. Mit der Bestätigung des Schiedsrichters wird das Spiel in der Datenbank erfasst.

Nach dem Spiel protokolliert der Schiedsrichter die Vorkommnisse wie Tausch, Karten, Tore, Nachspielzeit und besondere Vorkommnisse und diese Daten werden ebenfalls vollelektronisch im System abgebildet.

Fertig! 250.000mal pro Jahr,  und das seit Saison 2007/08, archiviert in der Seite http://www.fussballoesterreich.at/. (Ich selbst habe dieser Seite nicht recht getraut, weil im Impressum steht „FOESV Fußballösterreich Spielbetriebs und Vermarktungs GmbH“ und nicht etwa OeFB.

Eine unglaubliche Datenmenge, die hinter dieser Seite steckt. Im Vergleich: meine eigene Seite verwaltet lediglich 4.000 Spiele, fussballoesterreich.at dagegen 250.000; pro Jahr! Das sind etwa 2.5 Millionen seit Bestehen der Seite!

Würden wir diese Spiele eines nach dem anderen ablaufen lassen, Tag und Nacht, wäre das Ende erst nach 43 Jahren erreicht.

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Rechenfehler sind immer möglich, sind aber für die ungefähre Gesamtzahl ohne Bedeutung.

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Weibliche Fußballfans gesucht

Michaela Reisinger vom AIT*) sucht weibliche Fußballfans  für einen einmaligen Workshop, für den es sogar eine Aufwandsentschädigung gibt:

Kontakt: 0664 88964933

*) AIT Austrian Institute of Technology GmbH.

 

Bilder aus Facebook -> Timeline des SK Rapid

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