Stellungnahmen zum Derby

…von Mag. Christoph Moser, Obmann des Rapid Fanklubs „Grün Weiße Distel“

Wir wollen an dieser Stelle die Leser des Tagebuchs ermuntern, uns ihre persönlichen Eindrücke zuzusenden, wir geben sie an dieser Stelle gerne weiter. 

Nächste Mitgliederversammlung 28.Oktober. Eingeladen wurden Grahovac, Greiml, Murg, Sonnleitner. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

„Neues Volksblatt“ vom 7. August 2017

Ihrem heutiger Kommentar (“Neues Volksblatt” vom 7. August 2017, Seite 23), in dem Sie unter dem Titel “Keine Gnade” dazu aufrufen, “den bestens vernetzten Lieblingsklub einiger hochrangiger Politfunktionäre mit empfindlichen Strafen zu belegen”, weil es beim gestrigen Derby zu einer Spielunterbrechung gekommen war, muss auch von mir als Derby-Besucher argumentativ widersprochen werden  –  leider zeigt er wieder einmal deutlich die Hauptschwäche des heimischen Sportjournalismus nach Lesermeinung auf, nämlich einseitige Sichtweisen ohne die gerechtigkeitsgebotene “gesamtheitliche Betrachtung”!

Was war geschehen? Nach 85 Minuten tollster Stadion-Atmosphäre in Hütteldorf, die nicht nur in der hiesigen Fußballwelt ihresgleichen sucht und die  –  wenn’s der Journaille “passt”  –  auch als vorbildhaft gelobt wird, entlud sich der Zorn zehntausender Augenzeugen letztendlich an dem über die gesamte Matchzeit überforderten Schiedsrichter und an Rapid-Gegnern, die den sogenannten “fair play”-Gedanken bedauerlicherweise über Gebühr mit den Füßen getreten hatten. Harkam, der seine Entscheidungen regelmäßig mit enormem Zeitverzug traf und somit unnötige Hektik ins Spiel brachte, hätte insbesondere den provozierenden Austrianer Holzhauser wegen Brutalfouls schon längst mit “Glatt-Rot” vom Platz stellen müssen, vom vorenthaltenen Elfmeter für Rapid und dem von ihm tolerierten unsportlichen violetten Zeitschinden gar nicht zu sprechen… Einige Wenige machten ihrer Empörung darüber Luft, indem sie Wurfgeschosse in Richtung Spielfeld warfen  –  obwohl dabei nichts passierte, die Sicherheitspolizei wird sie dafür vermutlich zur Rechenschaft ziehen! Tausende Andere, die sich ihrerseits besser beherrschen konnten, fraßen ihre Wut über das Miterlebte vorerst einmal in sich hinein, stellten sich danach aber schon die Entscheidungsfrage, ob man angesichts laufender miserabler Schiedsrichterleistungen, listiger gegnerischer Verhaltensweisen, eigener Stümperhaftigkeit und willkürlich festgelegter Spieltermine das Produkt “Bundesliga-Match” überhaupt noch live konsumieren soll… Wenn ich mir die Kommentare der so wie ich im Zug nach Oberösterreich heimreisenden Hundertschaften jedoch neuerlich vergegenwärtige  –  sie werden alle wiederkommen, um “ihre Rapid” zu unterstützen, unabhängig gegen wen und wann!

Schon nach dem letzten Gastspiel Rapids in Ried stellte sich das (von mir grundsätzlich sehr geschätzte und daher täglich gekaufte) “Neue Volksblatt” zu meinem Missfallen an die Spitze derer, die den SCR wegen des Zulassens einer einflußreichen Fanszene geißelten (sind stadionbezogene “Salzburg-Verhältnisse” tatsächlich gewünscht  –  hängt das zehnmalige CL-Qualifikationsscheitern von Red Bull nicht auch damit zusammen?). Ich bezweifle, dass Sie oder Ihre Kollegen Einblick in die Diversität des Österreichischen Rekordmeisters haben  –  stereotype Erzählungsmuster ohne Berücksichtigung des Fairness-Grundsatzes “et audiatur altera pars” werten die Qualität jeder Berichterstattung ab, der Verzicht darauf ist logische Konsequenz! Nennen Sie vielmehr hinkünftig vermehrt das andauernde Schiedsrichterversagen und die zunehmende perfide Schauspielleistung Aktiver in der höchsten Liga beim Namen  –  darüber will jeder “richtige Fan” in seiner Stammzeitung lesen, weil er seine eigene Ansicht von Fachleuten bestätigt haben möchte!

Mit grün-weißem Gruß aus dem Salzkammergut nach Linz, Mag. Christoph Moser, 4822 Bad Goisern 


Wiener Zeitung vom 10. August

„Rekordmeister der Operettenliga“

Sehr geehrter Herr Mayr!

Durch Ihre heutige Abseits-Glosse mit dem Titel “Rekordmeister der Operettenliga” (Wiener Zeitung vom 10. August 2017, Seite 17), reihen Sie sich in die Reihe aller derjenigen Sportjournalisten ein, welche die fanbezogenen Vorkommnisse beim sonntägigen Derby dieser Tage zwar heftig kritisieren, die zwei wesentlichsten Ursachen dafür allerdings unerwähnt lassen (nämlich den über die gesamte Matchzeit völlig überforderten Schiedsrichter Harkam und einige sich selbst offenbar als “vorbildhaft” einschätzende Austria-Spielern, wie etwa Holzhauser, die sonntags den sogenannten “fair play”-Gedanken jedoch über Gebühr strapaziert hatten und damit Stadionbesucher/TV-Konsumenten entsprechend verstört haben). Noch viel mehr als diese unausgewogene Meinungskundgabe fiel mir aber noch Ihr Einleitungssatz negativ auf: “Ein beleibter Ordner  –  tätowiert, im Camouflage-Bermudas und in Schlapfen  –  pöbelt lauthals einen Spieler der Gastmannschaft an, endlich den Corner zu treten, …” Damit werden Sie gegenüber dem Betroffenen sehr direkt und bedienen außerdem boulevardmäßigst Klischees  –  ist eine solche Form der Artikulation einer Qualitätszeitung angemessen? Der SK Rapid hat diesen Ordner betreffend zwischenzeitlich bereits eine Klarstellung getroffen, sie scheint Ihnen  –  anders als vielen Anderen  –  aber nicht zu gefallen. Ich bin weder Anwalt des Genannten noch des Rekordmeisters, somit über die Hintergründe seiner jüngsten Tätigkeit nicht detailinformiert  –  von einem Redakteur der Wiener Zeitung, die bekanntlich eine betont liberale Blattlinie verfolgt, hätte ich mir die Recherche in puncto “eine neue Chance Geben nach früherem Fehlen” (samt näherer Ausführung darüber) hingegen schon erwartet!

Zweckdienlicher als einseitige Schuldzuweisung wäre es im Kommentar jedenfalls gewesen, unter Hinweis auf das vergangene Versagen mehrerer eigeninitiativ Wege zur künftigen Verbesserung aufzuzeigen, um dem Leser einen Stadionbesuch schmackhaft zu machen  –  wohl einer der Kernaspekte des Fußballberichterstatters…

Mit sportlichem Gruß, Mag. Christoph Moser, 4822 Bad Goisern 

PS.: Sie zitieren im Einleitungssatz ua. das Wort “Gastmannschaft”  –  als “Gäste” hätte sich der FAK in Hütteldorf sowohl am Feld als auch am Rang zu verhalten gehabt, aber über die absichtliche Zerstörung der Stadioninfrastruktur durch violette “Anhänger(?!)” erfährt man in Ihrer heutigen Ausführung leider ebenfalls nichts…

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