St. Pölten-Rapid

1:4 (0:2)

Nach der Lektüre der Analyse von Daniel Mandl in seinem abseits.at, hatte ich ein ungutes Gefühl. Dann noch der Sager von Philipp Prosenik, er werde in St. Pölten „einen Hattrick“ schießen, verziert durch die Rapid-Schlagzeilen, dass es in St. Pölten drei Punkte geben müsse. Alles das ließ nichts Gutes erwarten.

Aber was sind schon „Gefühle“ im Vergleich mit der  Realität.

So präsentierte sich die NV Arena kurz vor Spielbeginn.

Drückende Überlegenheit von Rapid ab der ersten Minute, schöne Kombinationen aber nichts Zählbares. Philipp Prosenik vernebelte zwei gute Chancen. Doch die beste Chance fanden die Hausherrn nach einem Konter vor. Strebinger konnte den Ball nicht festhalten, doch der dadurch ermöglichte gefährliche Querpass fand glücklicherweise keinen Abnehmer. So verliefen die ersten 37 Minuten des Spiels. Dann kam Murg als     „Erlöser“ und noch vor der Pause das 2:0 durch einen abgefälschten Schuss von Kuen.

Wer dachte, dass es nach der Pause so weitergehen würde, hat geirrt. Unser Blick war auch der Pause auf dasselbe Süd-Tor gerichtet. Rollten vor der Pause die Angriffe von Rapid, dann nach der Pause die von St.Pölten und prompt fiel in der 69. Minute der Anschlusstreffer. Wer dachte in der Szene nicht: „Nicht schon wieder wie gegen Mattersburg“!

Aber es kam wieder anders, denn Rapid spielte in der zweiten Halbzeit ähnlich wie St.Pölten vor der Pause: auf Konter. Und aus diesen wenigen Vorstößen resultieren dann auch die beiden Tore, wobei sich Eren Keles trotz kurzer Einsatzzeit auszeichnen konnte. Auch Boli hatte als Assistgeber an einem Treffer seinen Anteil.

Es geht aufwärts! Dieses Spielniveau hatten wir zuletzt ziemlich genau vor einem Jahr unter Mike Büskens beim Unentschieden gegen St.Pölten. Aber damals zeigte die Erfolgskurve rasant nach unten, während sie heute klar nach oben gerichtet ist.

Nach Spielende ging Martin „Buitre“ Bernhard zu den Spielern und umarmte jeden einzelnen; eine schöne Geste.

Ambiente

Neu ist, dass man am Parkplatz vor dem Stadion 3,- Euro bezahlten muss.

Bemüht

Enthusiastisch

Ich wollte nicht in der Sonne sitzen und wählte mit Gregor, der mich freundlicherweise mit seinem Wagen mitgenommen hatte, den etwas teureren Sitzplatz (45,- Euro) auf der West-Tribüne im Egger-Bier-Corner. Und gut war’s. Wir werden diesen Platz auch bei der nächsten Begegnung im Dezember wählen. Es gibt Getränke und Essen nach Belieben.

Schnitzelsemmeln, Leberkässemmeln, Frankfurter und in der Pause Krapfen und Kuchen. Alles immer reichlich vorhanden. Bei den Getränken sollte man sich besser immer gleich zwei mitnehmen, weil sie in kleinen Bechern ausgeschenkt werden.

Verabschiedung

Auslaufen

Links

Die bisherige lange Liste der Links, die nach jedem Spiel erfasst wurde, wird getrennt vom klassischen Newsletter jeden Abend getrennt als eigenes Presse-Newsletter versendet. Liste der Rapid-Presseberichte von diesem Spieltag. Dazu kommen:

Wenn Du dem nachfolgenden Link folgst, gelangst Du zu den gesammelten Meldungen des heutigen Tages. Dort kannst Du auch interaktiv die Pressemeldungen von gestern oder vorgestern verfolgen, bis zurück ins Jahr 2015.

Rapid-Viertelstunde vom 28.7.

Vor 25 Jahren hat Andy Marek sein erstes Rapid-Spiel moderiert. Wir feiern das Jubiläum! Außerdem: Wie der neue Athletik-Coach Toni Beretzki den Hütteldorfern Beine macht; Neo-Kapitän Stefan Schwab über seine neue Rolle!

  • Die neue VIP-Ebene
  • Schwab im Interview
  • Rapid trägt Bugatti
  • Rekorde & Jubiläen
  • Toni Beretzki-Portrait
  • Glückwünsche für Andy
  • Link zum Video
Ausdrucken

Dem Volk aufs Maul schauen

Das Originalzitat „Dem Volk aufs Maul schauen“ stammt aus dem Jahr 1530 und ist von Martin Luther. Dass man dem Volk auch „nach dem Maul reden“ kann, ist in der Politik weit verbreitet, aber das ist hier nicht das Thema. In diesem Beitrag soll es darum gehen, dass Marketing sich populärer Ausdrücke bemächtigt und dadurch eine Art Rückkopplung zwischen dem Jargon und der Lebensart der Kunden und der Botschaft am Produkt hergestellt wird und das wieder zur Kundenbindung beiträgt und natürlich auch die Verkaufszahlen erhöht.

Am Würstelstand

Bei einem Wiener Würstelstand: „A Eitrige mit an Krokodü, an G’schissenen und an 16er Blech – oba Jenifer.“

Alles klar? Nein? Dann bitte die Übersetzungshilfe am Ende des Beitrags benutzen.

Das Ottakringer Marketing hat den aufgelegten Querpass aufgenommen und ihn in ein Produkt umgesetzt, das „16er Blech“. Robert Sedlaczek berichtet darüber in der Wiener Zeitung vom 13.3.2007 unter dem Titel „Das 16er Blech macht Karriere“.

Marketing braucht Ideen und eine davon ist, „dem Volk aufs Maul zu schauen“ und sich des genialen Einfalls eines unbekannten Wortschöpfers zu Nutze zu machen. Eine Biersorte zum „16er-Blech“ zu küren, ist einer jener Meilensteine, die das „Ottakringer“ zu einer „Weltmarke in Wien“  gemacht hat und mittlerweile sogar das legendäre Schwechater, das wir noch aus den Mundl-Folgen kennen, klar in der Gunst der Biertrinker distanziert hat.

Bei Rapid

Als wir vor 10 Jahren unsere erste Fahrt ins Fußball-Mekka England antraten, kamen wir mit vielen Eindrücken nach Hause. Einer davon war, dass es natürlich eindrucksvoll ist, einen Fanshop mit 24 Kassen wie in Manchester zu erleben, anderseits aber das dortige Angebot nicht mit den phantasievollen Kreationen von Rapid Schritt halten konnte. Etwa das legendäre „Wir sind Rapid – und wer seid ihr?“ oder das anlassbezogene T-Shirt nach dem 7:0 gegen RB oder die Entwürfe mit historischen Bezügen „I fahr‘ nach Hütteldorf, heut‘ spielt Rapid“. Wir haben alle solche kreativen Meisterwerke in unseren Sammlungen. Etwas Ähnliches findet man in England nicht.

Mein Eindruck ist, dass hier die „Ottakringer“-Methode angewendet wird, dass also die Rapid -Kreativ-Abteilung besonders populäre Sager aufgreift und in einem Fanartikel „vergoldet“. Zuletzt zum Beispiel in dem Sujet: „LBS-SCR“, nach dem Schlussgesang in vielen Heimspielen „Rapid Wien – Lebenssinn“ oder dem populären Sager von Mario Sonnleiter „Europäische Weltklasse“.

oder hier: „Unsere Farben regieren die Stadt, in Wien regiert der SCR“

Bereits als der alte Fanshop und dann der Fancorner eröffnet wurde, fiel mir auf, dass man das Innere so gestaltet hat, dass man es hätte mit einem Keller eines Fanklubs verwechseln können. Hier eine Szene aus dem alten Fanshop mit Peter Pacult. Im Hintergrund der Slogan „Hier regiert der SCR“. Die Wände zeigen Ziegel hinter abbröckelndem Putz und aufgemalte Graffiti.

Diese Linie setzt sich im neuen Fanshop fort:

Bei der Mitgliederversammlung wurde stolz berichtet, dass man im Merchandising die Vier-Millionen-Grenze überschritten habe. Rapid vermarktet Ideen der Kunden; besser geht’s nicht, außer vielleicht mit einem Titel.

Würstelstand-Jargon

Eitrige Käsekrainer
Krokodü, Adaxl Gurkerl
G’schissener Kremser Senf
16er Blech Dose Ottakringer
tschenifer schnell*)
Glasaug  Perlzwiebel
Bugl Scherzerl
Öliger, grüne Mamba Ölpfefferoni
Oaschpfeiferl scharfer Pfefferoni
Hüsn Flaschenbier
Batz Senf
Heidl Burenwurst

Links

Ausdrucken

Klub der Freunde goes online

Der älteste Rapid Anhängerverein öffnet sich den „Modern Times“ und adoptiert eine Homepage.

Um dieses moderne Element zu verdeutlichen, wurde das Logo für diesen Bericht mit einen Globus hinterlegt, in der Art, wie typischerweise das „World Wide Web“ stilisiert wird.

Teile dieser Homepage bestehen schon seit 2006 aber so wirklich „adoptiert“ haben sie die „Freunde“ bisher nie. Jetzt aber wurde der Beschluss gefasst, sie auch in das Impressum des „Grünzeug“ aufzunehmen. Das ist so bemerkenswert, dass ich aus diesem Anlass die 10-jährige Entstehungsgeschichte dieser Homepage zusammenfasse.

Die Geschichte der Homepage

Mein Rapid-Alter ist etwa 18 Jahre und ist durch einen kontinuierlichen Annäherungsprozess vom ursprünglichen Fußball-Gegner zum Rapid-Enthusiasten gekennzeichnet.

Ich unterrichtete 2000 noch am TGM und mein „Feind“ waren die bunten Schals, die einzelne Schüler demonstrativ umgehängt hatten. Ich kannte die fußballerische Farbenlehre damals noch nicht und als unser damals 13-jähriger Florian vom Fußballthema nicht ablassen wollte, verbrachten wir die Jahre 2000 und Anfang 2001 mit dem Besuch aller Bundesligastadien mit Schwerpunkt Favoriten, weil wir dort einfach mit dem Rad hinfahren konnten. Am 28. April 2001 aber veränderte sich das vorher eher undifferenzierte Fußballinteresse schlagartig. Die großen Erfolge können es nicht gewesen sein, Rapid dümpelte so dahin. Ich glaube, dass es der charismatische Sprecher war, bei dem wir beide das Gefühl hatten, persönliche angesprochen zu werden. Seit diesem Tag besuchten wir nur mehr Spiele von Rapid.

Bildarchiv

Seit dem Jahr 2000 dokumentieren wir unsere Besuche bei Rapid in einem Bildarchiv. In diesen Jahren wurde nicht weniger als 53.000 Bilder gesammelt. Anfangs mit noch schlechter Qualität, dann nach Investitionen in aufwändigere Kameras und auch mehr Erfahrung beim Umgang mit denselben, wurde auch die Qualität der Bilder besser. Diese Sammlung ist ein erster Teil der späteren Homepage, von deren Entstehung hier berichtet wird. Die Bilder illustrieren die Berichte und ich überspringe hier die vielen Stationen und zeige die aktuelle Struktur:

Fußball
  Fußball
  Groundhopping
  Nationalmannschaft
  Rapid
    ...
    Rapid
    Rapid I
    Rapid II
    Klub der Freunde
    ...

Die Adresse ist http://goo.gl/ydPgC8

Ich rechnete nicht mit der Langlebigkeit der Faszination „Rapid“ und dachte, dass diese Zeit mit Rapid so wie die „Zeit des Tom Turbo“ oder „des Benjamin Blümchen“ wieder vorbei gehen würde und war anfangs ausschließlich – eher neutraler – Begleiter, vielleicht so, wie auf dem folgenden Bild. .

Aber man darf das Bild nicht so verstehen, dass hier ein Vater den Sohn zum Spiel mitnimmt, denn bei uns war das genau umgekehrt.

2003 wurden wir Rapid-Mitglied, um auch die Veranstaltungen für Mitglieder besuchen zu können und seit der ersten Weihnachtsfeier in der Pyramide waren wir bei allen diesen Events dabei. Und da unsere Familie in diesem Zeitraum dramatisch geschrumpft ist, scheint es so, als würden wir sie durch die Rapid-Familie ersetzt haben.

2007 Ich wurde zunehmend ein schlechterer Gesprächspartner, weil Florians Fußballkenntnisse beachtliche Ausmaße angenommen haben. Daher suchte ich nach einem Weg, wie man „Rapid lernen“ kann. Dabei war hilfreich, dass ich als Mitarbeiter bei einem Internet-Provider ohnehin einen ständigen Lernbedarf für das Gebiet „Datenbanken“ habe und ich in einem Projekt mir weitere technische Kenntnisse aneignen wollte und dazu das Thema „Rapid“ wählte.  Gleichzeitig startete ich einen Blog (https://ewkil-rapid.blogspot.com, anfangs auch andere Namen), zuerst mit nur wenigen Einträgen pro Jahr.

Statistik-Seite

Ich kannte damals das Rapid-Archiv und ich wollte, diese vielen Zahlen zusammenfassend, statistisch aufarbeiten. Der Bitte an Gerald Pichler, ob ich mit die Daten kopieren dürfte, hat dieser sehr freundlich zugestimmt. Das technische Problem, die vielen Seiten in eine Datenformat umzuformen, war allein ein interessantes Abenteuer aber schließlich ist es gelungen und die Seite ging als rapid.iam.at online. Die Arbeiten waren damals sehr intensiv und erstreckten sich auf den Zeitraum 2007..2009 mit kleinern Nachträgen bis 2013.

Es hat mir damals Spaß gemacht, vor wichtigen Spielen kleine Auswertungen, wie zum Beispiel, „wie pfeift dieser Schiedsrichter bei Rapid-Spielen“ oder „was waren unsere Ergebnisse gegen den kommenden Gegner“ im Forum rapidfans.at zu verbreiten.  Da man mit diesen Daten eindrucksvolle Zeitreisen bis in die Anfänge der Aufzeichnungen anstellen konnte, wurde die Seite bei Insidern bekannt.

Diese Statistik-Seite ist seit dieser Zeit unverändert und präsentiert sich heute so:

Die Adresse ist http://rapid.iam.at/, heute auch http://123.klubderfreunde.at/ und http://123.ewkil.at (und einige andere)- Alle Schreibweisen zeigen aber denselben Inhalt.

„Religion Rapid“

Die Seite blieb nicht unbemerkt und ich bekam 2009 von Domenico Jacono die sehr ehrenvolle Einladung, gemeinsam mit Kennern der Fanszene, an Recherchen zu einem Buch mit dem Arbeitstitel  „Die Anhängergeschichte von Rapid“, später „Religion Rapid“ mitzuarbeiten. Meine Aufgabe waren Auswertungen von Daten. Einerseits hatte ich alle Daten in Datenbanken abgelegt, konnte rasch die Details zu einzelnen Spielen abrufen, anderseits wusste ich Anfangs nicht einmal, warum Domenico gerade das Cafe Hummel als Treffpunkt ausgewählt hat, auch was es mit diesem ominösen „KdF“, den der Historiker immer wieder erwähnt hat, auf sich hat, wurde mir erst allmählich klar. „Das Hummel“ war jahrelang, genau bis 1976, der Treffpunkt des ältesten Anhänger-Vereins gewesen und etwa um 1976 wurde beschlossen, ein eigenes Vereinslokal zu mieten, weil das Extrazimmer im Hummel zu klein geworden ist.3

2009 war ein aufregendes Jahr für mich, weil es so etwas wie ein Rapid-Lehrjahr mit ausgezeichneten Lehrern war.

Eine wertvolle Erinnerung an diese Zeit darf ich Euch hier auch zeigen; es ist eine Vorschau auf das geplante Buch „Religion Rapid“ und eine Widmung von Domenico, die sehr ehrenvoll ist, war ich doch in diesen Tagen wirklich noch ein Rapid-Greenhorn.

Klub der Freunde

Als das Jahr 2009 zu Ende ging, war auch diese Arbeitsphase vorbei und Domenico ging dazu über, die gesammelten Erkenntnisse zu verarbeiten. Es war bei einem unserer letzten Treffen, dass mir Walter vorgeschlagen hat, beim „Klub der Freunde“ vorbeizuschauen. Diese Einladung hatte was; es war eine Einladung zu einem exklusiven Geheimbund  für Auserwählte. Ich nahm ihn beim Wort und besuchte am 21. Oktober 2009 erstmals den „Klub der Freunde“. Gäste waren damals Königshofer, Konrad, Soma und Trimmel. Ich erzählte davon zu Hause und seit diesem Abend haben Florian und ich keine einzige dieser Mitgliederversammlungen versäumt.

Hier, beim Klub der Freunde, haben wir „Einzelkämpfer“ erstmals kennen gelernt, was den Fußball eigentlich ausmacht: die Gemeinschaft.

Der Verein hatte genau unser Format: gut organisiert, gepflegt und die Gespräche mit den Gästen durch die Expertise des Obmanns Gerhard Niederhuber sehr informativ. Vor allem war es beeindruckend zu erleben, dass auch in sehr schwieriger Situationen, wo man den Eindruck hatte, als würde sich bei den Diskussionen der „Volkszorn“ wegen des Misserfolgs des vergangenen Wochenendes über den Gästen entladen, Gerhard Niederhuber es immer hervorragend verstanden hat, das „Freunde“ aus dem Vereinsnamen in den Vordergrund zu stellen, so, wie er das auch im Grünzeug immer wieder beweist.

Vorschlag für ein Rapid-Museum

Anfang 2010 – es war die Zeit, als in Favoriten die dortige Ost-Tribüne mit einem Museum eröffnet wurde – schrieb ich anlassbezogen einen Brief an Andy Marek mit einem Vorschlag über ein Rapid-Fußballmuseum. Hier die erste Zeile meines Briefs an AndyWenn alles weggeworfen wurde, wenn Brand, Krieg, Wasser alles zerstört haben, wenn Bagger alles planiert haben, wenn alles in alle Welt zerstreut wurde, was dann noch bleibt, das ist das Material für ein Museum

Andy ging darauf ein und etablierte ein Projektteam mit Thorsten Leitgeb, Domenico Jacono und dem „Datenmanager“ Franz Fiala für einen zukünftigen Museumsteil, den wir „virtuelles Museum“ nannten.

Es gab in diesem Jahr 2010 viele Treffen, einen Sammlerabend, einen sehr interessanten Besuch bei der Tochter von Walter Zeman, von dem ich sehr viele Bilder mitgebracht habe. Es gab immer wieder Kleinprojekte, die ich im Auftrag von Domenico durchführen durfte, wie zum Beispiel:

  • Digitalisierung der Fotoalben von Robert Dienst
  • Untersuchung: Zuschauerzahlen Rapid-Austria
  • Untersuchung: Datenbank zum Rekordmeister (auszugsweise im Bericht „Rekordmeister“ dargestellt)
  • Archivierung: Das brasilianische System
  • Untersuchung: Statistische Auswertung aller Spiele der österreichischen Nationalmannschaft

Doch das Projekt eines virtuellen Museums wurde im Laufe des Jahres 2010 nicht mehr erwähnt, und irgendwann bin ich von der Arbeitsgruppe nicht mehr eingeladen worden. Mein Interesse an all diesen Auswertungen hat sich dadurch verflacht, denn natürlich dachte ich anfang, dass sich diese Statistik-Seite und die dahinter liegende Datenbank als Grundlage für eine virtuelle Darstellung des Museums eignen könnte. Seither hat sich die Seite http://rapid.iam.at nicht mehr verändert (obwohl es dringend nötig wäre). Im Zuge der Neugestaltung der Rapid-Homepage wurde jetzt das Projekt Rapid Zeitreise angekündigt, das etwa im Oktober 2017 als interaktive Darstellung der Rapid-Geschichte starten wird.

Gründung „EwkiL:Rapid“

In diesen Jahren schlug ich dem „Klub der Freunde“ immer wieder vor, doch einen Internetauftritt zu starten aber die Ablehnung war groß. Also gab ich die Versuche schließlich auf. Unter dem Eindruck des Exodus aus dem Hanappi-Stadion 2014 beschlossen wir, einen eigenen Fanklub zu gründen, um einerseits das Gemeinschaftserlebnis zu vertiefen und etwas mehr mit Rapid zusammenarbeiten zu können.

Wichtig war ein interessanter Name.

Vielleicht hätte man auch eine andere Zeile aus der Rapid-Hymne auswählen können, aber „EwkiL“ kann man ganz gut aussprechen und das kleine Rätsel, was „EwkiL:Rapid“ bedeutet, darf ich seither immer wieder auflösen helfen und erklären, dass es eigentlich „Egal wos kummt im Lebn: Rapid“ bedeutet.

Für EwkiL:Rapid erzeugte ich auch eine Homepage mit einigen Schmankerln, etwa einem ewigen Kalender, einem Archiv mit allen Bildern des Stadionumbaus (sagenhafte 143.000 Bilder mit 24 GB), und einem Archiv für alle Sportmeldungen des Tages seit Dezember 2014 (derzeit ca. 260.000 Meldungen). Eine selbstgestrickte Seite enthält zwar viel Lehrreiches, ist aber ohen professionelles Layout  für die flotte Bedienung, vor allem am Handy nicht so attraktiv.

Gleichzeitig wurde der Blog, der in den frühen Jahren eher fußballphilosophisch war, zu einem Tagebuch http://tagebuch.ewkil.at , in dem alle unsere Erlebnisse zusammengefasst wurden. Der integrierte Newsletter erleichterte die Kommunikation mit den Fanklub-Mitgliedern und schuf auch zahlreiche neue Freundschaften über unsere kleine Gruppe hinaus.Es entstanden also die zwei Seiten http://tagebuch.ewkil.at/  (Tagebuch, WordPress) und http://ewkil.at (Homepage, selbstgestrickt).

Aus Anlass der Generalversammlung des „Klub der Freunde“ im Mai 2017 schrieb ich an den Vorstand – wieder einmal – den Vorschlag, doch einige Kleinigkeiten zu verändern und wenigstens die eigenen Mitglieder über die Möglichkeiten der Homepage und des Newsletters zu informieren. Tatsächlich wurde ich im Juli zu einer Vorstandssitzung eingetragen und erstaunlicherweise hat der Vorstand der Neuerung, einer Homepage zugestimmt. Das ist schon was, wenn sich „alte Bäume“ bewegen. Die Änderung ist vorerst nur recht klein und besteht aus einer Zeile im Impressum des „Grünzeug“; aber ein Anfang ist gemacht. Hinter diesen kleinen Zeile verstecken sich 10 Jahre Internet-Entwicklung von Software und Content.

Die Homepage des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“

Als mich Herr Niederhuber zur Vorstandssitzung einlud, um die Möglichkeiten der Homepage zu erläutern, war das für mich natürlich auch ein Auftrag, der Homepage ein Facelifting angedeihen zu lassen. Der wichtigste Mangel der bisherigen Teil-Homepages war, dass die Darstellung sich am Handy nicht automatisch dem kleinen Display angepasst hat. Es wurden daher die beiden Seiten „tagebuch“ und „homepage“ in einer einzigen Seite vereinigt, die nunmehr den Namen „http://klubderfreunde.at“ hat. Was hier einfach klingt, war ziemlich aufwändig, aber das hat wenig mit Rapid zu tun. Hier also ein Auszug aus der Präsentation der Homepage, die einem Internet-Laien diese Seite im Detail erklärt:

Die Homepage dient den beiden Vereinen „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ und EwkiL:Rapid“ als gemeinsame Homepage. Jeder Verein wird in einem eigenen Unterpunkt beschrieben.  Derzeit heißt die Seite „Rapid unser“, wird aber wohl später an dieser Stelle das Logo des Klub der Freunde stehen haben.  (Weil die gleichzeitig auch für EwkiL:Rapid verwendet müsste man – je nach gewählter Adresse – das Layout und den Titel dynamisch ändern, aber hebe ich für die Pension auf.

Die eigentliche Homepage besteht aus statischem Seiten, die aber in manchen Teilen sehr dynamisch sind, weil sie immer den aktuellen Zustand von Rapid zeigen, wie Erfolgskurve, Termine, Meldungen, Tabelle oder die aktuelle Runde.

Hier ist die Sitemap, also das Inhaltsverzeichnis dieser neuen Homepage:

Das Tagebuch ist ein Teil dieser Homepage. Es ist eine chronologische Sammlung von Berichten über Rapid-Veranstaltungen, manchmal auch etwas darüber hinaus gehende  persönliche Darstellungen. Dieses Tagebuch könnte (und sollte) längerfristig von mehreren Autoren benutzt werden, um eine gewisse Einseitigkeit abzuschwächen. Das Tagebuch zeigt immer die letzten sechs Beiträge:

aber daneben auch zwei Menüs, die es erlauben das ganze Tagebuch kalendarisch oder systematisch durchzublättern. Alle Tagebucheinträge werden über einen Newsletter an eingetragene E-Mail-Adressen versendet. Hier kann sich jeder Interessent eintragen.

Die Internet-Präsenz des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ besteht als aus der Seite http://klubderfreunde.at und verlinkt innerhalb dieser Seite zu der Statistikseite http://123.klubderfreunde.at und zum Bildarchiv. Alternativ können auch die Schreibweisen http://kdfscr.at, http://ewkil.at, http://tagebuch.klubderfreunde.at oder http://tagebuch.ewkil.at und einige mehr verwendet werden. Auch das Voranstellen eines „www“ in allen Namen ist möglich aber nicht erforderlich. Alle diese Schreibweisen zeigen denselben Inhalt.

Die Inhalte werden bei ccc.at gehostet, die Kosten trägt der Autor. Das verwendete CMS ist WordPress.

Durch die Adoption der Seite durch den „Klub der Freunde“ haben die vielen Jahre an Software-Entwicklung auch einen abschließenden Sinn bekommen. Allein die Herstellung der Statistikseite entsprach etwa einem Arbeitsaufwand von zwei Mann-Jahren (aufgeteilt auf einen Zeitraum von 6 Jahren).


Und noch etwas anderes entstand als Vorarbeit zu diesem Treffen: Eine 25-seitige Darstellung des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ unter Einbeziehung aller Inhalte der Homepage mit Stand Juli 2017. Man kann dieses Dokument als eine Vorarbeit zum 70-Jahr-Jubiläum des Vereins verstehen.

Ausdrucken

Kader 2017/18

Den aktuellen Kader finden wir natürlich auf der Rapid-Homepage. Auf der Homepage des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ gibt es zwei weitere Versionen:

Seit einigen Jahren stelle ich auch einen „Ferdinand-Kader“ zusammen.

Unser Mitglied Ferdinand hat durch eine Zuckererkrankung eine eingeschränkte Sicht und orientiert sich ausschließlich an den Rückennummern der Spieler. Da sich diese Nummern manchmal ändern, hilft es ihm, einen nach Nummern geordneten Kader auszudrucken.

 1 Strebinger
 4 Schrammel
 5 Bolingoli
 6 Sonnleitner
 7 Schobesberger
 8 Schwab
10 Schaub
11 Hofmann
13 Kvilitaia
14 Wöber
16 Malicsek
17 Dibon
18 Szántó
19 Murg
20 Hofmann
21 Knoflach
22 Pavelic
24 Auer
26 Mocinic
27 Kuen
32 Haas
33 Prosenik
34 Joelinton
38 Thurnwald
42 Keles
43 Sobczyk

Hier eine Version zum Einstecken. Mitglieder des „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ können sich das Bild bei der nächsten Mitgliederversammlung im August mitnehmen.

Ausdrucken

25/55 Andy Marek

Zuletzt sahen wir Andy im Gartenbau-Kino und er meinte scherzhaft, dass er uns jetzt schon öfter sehen würde als seine Frau. Aber das betraf nicht nur uns sondern auch viele andere im Saal.

Franz, der Tagebuch-Autor und Florian danken Andy Marek für 17 Jahre Rapid-Betreuung. Andy war damals, 2001, durch seine charismatische Ausstrahlung und überaus persönliche Ansprache im Stadion der Auslöser für unsere Anhängerschaft bei Rapid und wir verdanken Andy eine wunderbare Zeit im Kreise dieser Rapid-Familie. 

Das Fußballspiel am Platz ist seit Jahrzehnten (mit kleinen Regeländerungen) immer dasselbe. Aber die Fankultur, die gesellschaftliche Stellung des Fußballs, die Interpretation des Erlebten, die Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit war sogar in dem kurzen Zeitraum unserer Anhängerschaft einem starken Wandel unterworfen. Heute hat Fankultur  so stark an Bedeutung gewonnen, dass sie ein ebenso wichtiges Motiv zum Stadionbesuch geworden ist wie das Spiel selbst. Dass den Anhängern bei Rapid eine so wichtige Rolle zukommt, ist dieser unermüdlichen Arbeit von Andy zu verdanken.

Wir haben vor dem Stadion einen Mann in Bronze dargestellt, der Rapid diese Sonderstellung „Rekordmeister“ unter allen anderen österreichischen Vereinen gesichert hat.

Aber die vielfältigen Fangemeinschaften haben Rapid ein weiteres „Alleinstellungsmerkmal“ gesichert, dass nämlich der Zuspruch des Publikums (nahezu) unabhängig von der jeweiligen sportlichen Situation geworden ist. Und das ist ein Ergebnis von Andys Marathon-Arbeitspensum. Ich habe Andy einmal als „Schönecker der Neuzeit“ bezeichnet und heute scheint mir das fast untertrieben zu sein. Der Spruch „das gibt’s nur bei Rapid“ ist Tatsache.

Rapid bietet mehr als Fußball, Rapid bietet Familie.

Andy, DAAANKE!

25 Jahre Andy Marek für Rapid

Vom 24. Juli 1992, dem Spiel gegen den Wiener Sportklub bis zum 28. Mai 2017, dem Spiel gegen St. Pölten hat Andy 549 Heimspiele für Rapid moderiert.

Bewerbe

Spiele
   450 Meisterschaft
    24 Cup
     1 Supercup-Finale
    50 UEFA-Cup/Europa-League
    14 Champions-League
     4 Europa-Cup
     2 Inter-Toto-Cup

Trainer

Spiele
    77 Zoran Barisic
    18 Hubert Baumgartner
    11 Mike Büskens
     7 Damir Canadi
     7 Goran Djuricin
   107 Ernst Dokupil
    75 Josef Hickersberger
    17 Lothar Matthäus
   101 Peter Pacult
     3 Peter Persidis
    41 Peter Schöttel
    21 August Starek
    50 Heribert Weber
    10 Georg Zellhofer

Ergebnisse

   317 Siege
   111 Unentschieden
   117 Niederlagen

Präsidenten

1992-1993 Anton Benya
1993-1994 Helmut Böhmert
1994-1995 Karlheinz Oertel
1995-1999 Günter Kaltenbrunner
1999-2001 Peter Weber
2001-2013 Rudolf Edlinger
2013-     Michael Krammer

55. Geburtstag von Andy Marek

Zwischen 2001 und 2017 zählen wir in unserer Bildersammlung mehr als 1500 Bilder mit Andy „in Action“, die in den folgenden Seiten zu je 225 Bildern chronologisch zusammengestellt worden sind und mit denen sich der Autor des Tagebuchs für die sehr lehrreiche Zeit mit Rapid bedankt.

Ausdrucken

Milieubedingte Unmutsäußerung

Danke an Gregor, der sich diesen Sager gemerkt hat: „Milieubedingte Unmutsäußerug“*). Für mich ist es jetzt schon das „Rapid-Wort des Jahres“.

Als wir nach dem Mattersburg-Spiel etwas verzagt den Heimweg antraten, begegneten wir Freunden. Seit wir regelmäßig die Spiele von Rapid II besuchen, ist uns die Gruppe bekannt. Sie berichteten uns über ihr Schicksal, dass sie die nächsten Jahre vom Stadionbesuch ausgesperrt sind, weil sie beim Spiel Rapid II-Austria Amateure ein Wort Richtung Gegner geschrieen haben, das auf der „Watch-List“ der Hüter der öffentlichen Ordnung steht. Schon damals im Mai war mir der ganze Wirbel suspekt und ich hatte den Eindruck, als wäre die Führung von Rapid in einer Art Zugzwang und man müsse „ein Exempel“ statuieren, um zu zeigen, dass man „so etwas“ bei Rapid nicht duldet. Und immer, wenn das so nach „Exempel“ klingt, scheint es für die Betroffenen extrem unfair zu werden.

Was mir damals im Mai positiv aufgefallen ist, dass Rapid – ganz im Gegensatz zur Uni – rasch gehandelt hat, scheint mir jetzt vielleicht ein bisschen voreilig gewesen zu sein.

Der Autor des Tagebuchs meint, frei vom Verdacht zu sein, nicht in Opposition zu Rassismen aller Art zu stehen. Umso mehr hat mich immer schon die Wortwahl der Fangruppen äußerst irritiert (siehe Bild). Ganz egal, ob es die des Block-West oder die der violetten Kontrahenten waren. Egal, ob es das „Rapid verrecke“ der einen oder das „Judenschweine“ der anderen Seite war. Aber noch irritierender fand ich, dass sich die Fanbetreuer der beiden Lager in der Vergangenheit mit diesem Thema nicht mehr auseinander gesetzt haben oder versucht hätten, entgegen zu wirken. Diese Form der Fanarbeit ist ist sicher nicht leicht, denn diese Sprüche werden auf den Tribünen seit Jahrzehnten tradiert und ohne irgendwelche Skrupel oder Bedenken angewendet. Die jeweils jüngere Generation übernimmt diese Ausdrucksweise von der jeweils älteren.

Aber im Schutz der großen Masse sind dieser Ausdrucksmittel, auch wenn sie antisemitisch erscheinen und daher eigentlich von Strafe bedroht sind, ohne Gefahr einer Sanktion verwendbar. Es wäre für die Bundesliga ein Leichtes gewesen, zusätzlich zu den Pyro-Strafen auch solche für die Ausdrucksweise zu verhängen. Aber weder die Vereine, noch die Bundesliga taten Ähnliches. (In Deutschland ist das bereits durchaus in Anwendung. Das Tagebuch berichtete darüber.)

Nach meiner Beobachtung sind die, die diese Sprüche verwenden, ebenso zu kritisieren wie jene, die nichts dagegen unternehmen, obwohl sie das sollten.

Aber wie so oft in der Justiz, sitzt nur der letzte in der Liste der Schuldigen auf der Anklagebank und die anderen „Mittäter durch Tolerieren“ und das „Biotop, in dem diese Sprüche gedeihen“ sind „aus dem Schneider“. Diese Letzten in der Reihe waren eine kleine Gruppe außergewöhnlich treuer Begleiter von Rapid und Rapid II. Sie sind gut organisiert, haben eigene Fanbekleidung und sind uns nie auf eine Art aufgefallen, die man ihnen nunmehr vorwirft. Ich will damit nicht sagen, dass diese Rufe nicht aus ihrer Ecke gekommen wäre, das bestreitet niemand. Aber ich versichere, dass das nicht erfolgt ist, weil sie rassistische Ansichten hätten, es sei denn, man würde die eher feindliche Fernbeziehung zwischen grün-weiß und violett als „Rassismus“ bezeichnen; dann natürlich ja. Egal, was gesagt wird, „rassistisch“ oder „antisemitisch“ ist es nur, wenn es in diesem Sinne verwendet wird und wenn der Betreffende auch diese Geisteshaltung vertritt. In unserem Stadion sind aber diese (normalerweise) Unworte Teil eines „Breviers“, das jeder im Block beherrscht.

Wir bemerken an dieser Stelle, dass die Diktion in allen Stadien der Welt nichts anderes als ein Abbild für rassistisches Verhalten ist. Wie wir alle wissen, gibt es „nette Leit“, ganz unabhängig davon, welche Religion, Hautfarbe und Lebensform sie haben; und damit meine ich jede Form von Weltbild bis zum farbigen im Fußball. Wenn wir also Bekannte und Freunde der „andersfarbigen Fußball-Fakultät“ haben, dann ist das genau unsere Situation. Im Rahmen eines Spiels werden wir zu Rassisten. Dieselben Menschen, denen wir ansonsten kameradschaftlich begegnen, werden am Fußballplatz auf das Allergröbste beschimpft. Und nach dem Spiel? …ist alles vorbei und vergessen, man geht wieder zum Tagewerk über und schimpft bestenfalls über den Schiedsrichter und – sagen wir – über Kayode; und die Gegenseite über Steffen. Steffen hat es einmal so ausgedrückt: „Wenn sie mich einmal nicht mehr beschimpfen, dann weiß ich, dass ich abtreten muss.“ Es ist geradezu eine Ehre, vom jeweiligen Gegner als gefährlicher Spieler durchaus auch derb behandelt zu werden.

Daher: Das Fußballstadion ist ein Ort eines tolerierten, temporären, ja geradezu gewünschten Rassismus, ein Ort, an dem man eine andere Idee pauschal verurteilen kann, ohne eben dafür als Rassist bezeichnet zu werden.

Das gilt in in der Masse eines 20.000er-Stadions. Aber das gilt nicht mehr so ganz auf einem Platz, auf dem sich 100 Menschen aufhalten wie eben damals auf West 1, denn dort ist man nicht Teil einer anonymen Masse, dort hört man jedes Wort und es wird dort im Allgemeinen auch nicht in Sprechchören für eine Mannschaft geschrien, denn es wirkt dort – bei bester Absicht der Akteure – nicht ausreichend authentisch. Es wirkt fast ein bisschen künstlich.

Eine kleine Gruppe von Rapid-Enthusiasten ist im Rapid-Stadion fußballerisch sozialisiert worden und das Brevier, aus dem an einem Derby-Tag auszugsweise im Chor vorgelesen wird, ist ihnen wohl vertraut. Diese kleine Gruppe suchte und fand eine Marktlücke und war bei vielen Spielen von Rapid II, zu Hause und auswärts mit von der Partie. Während sie im großen Haus nur Teil des großen Block-West waren, konnten sie bei Rapid II die Hauptrolle spielen.

Es ist schwierig, einen ganzen Fanblock vor Gericht zu zerren (so ganz stimmt das nicht, denn mit dem – für die Justiz – sehr praktischen Landfriedensbruch-Paragrafen wurde Richtern mit einem mittelalterlich anmutenden Gesetz ein neues Betätigungsfeld verschafft, wie wir aus der jüngeren Fangeschichte wissen). In der Stille von West 1, bei dem sich nur so Stimmungskanonen wie ein paar „Muppets“ und der Autor herumtreiben, hört man jedes Wort, speziell auf den Aufnahmen von den an diesem Tag zahlreich mitgeführten Kameras. Mir würden ja schon viel weniger schwerwiegende Sätze zum Einschreiten genügen, aber irgendwann, bei einer sehr hitzigen Szene am Ende des Spiels, angesichts der bevorstehenden Niederlage, wurden alle Register des „Derby-Breviers“ gezogen und dann fiel auch dieser inkriminierte „antisemitische“ Sager.

Was ich mit dieser Schilderung sagen will: diese vier sind keine auch nur ansatzweise „Antisemiten“ wie das dann in den Zeitungen zu lesen stand; sie verwendeten ein Vokabular, das im Block seit Jahrzehnten in Verwendung ist und das jeder im Block kennt und aus gegebenem Anlass (beim Derby) und sonst niemals verwendet.

Wenn die Verwendung dieser Sprachvariante tatsächlich ein Tatbestand ist, dann hätten verantwortliche Funktionäre in den letzten Jahrzehnten bis heute irgendwas dagegen unternehmen müssen und sich nicht an vier Fans abputzen sollen, die hier stellvertretend für eine große Masse „Gleichgesinnter“ stehen. Aber „gleichgesinnt“ nicht im Sinne von irgendwie „ewiggestrig“ sondern im Sinne einer Terminologie, die auf Fußballplätzen allgemein und in Wien ganz besonders geradezu zum „guten Ton“ gehört.

Rapid hat der Gruppe ein Jahr Stadionverbot auferlegt, der ÖFB noch zwei weitere dazu (und noch dazu ersteckt sich dieses Verbot auch auf untere Ligen).

Besonders unappetitlich scheint mir der Umstand, dass es unsere „Freunde“ aus Favoriten waren, die die Anzeige erstattet haben und die das Filmmaterial zur Verfügung gestellt haben. Unappetitlich deshalb, weil ihr Anhang nicht müde wird, mit demselben Jargon Jahr für Jahr in Hütteldorf zu aufzutreten. Ein Vers aus dem „Brevier“, der einem sofort einfällt und der da lautet „…Stolz der Polizei…“.

Rapid leistet sich für solche Fragen eine Ethik-Kommission. Man kann es nicht besser formulieren als es Michi Hatz, als Sprecher dieser Kommission bei der Mitgliederversammlung am 19. Juni vorgetragen hat: „Es muss eine milieubedingte Unmutsäußerung erlaubt sein!“ Und wir können doch wohl annehmen, dass diese Erkenntnis der Ethikkommission auch die Meinung des Vorstands ist.

Die Frage ist halt, ob „Judenschweine“ in dieser „Unmutsäußerung“ enthalten ist. Müsste es nicht möglich sein, ein Wort im Kontext des Stadions in einer dann anderen Bedeutung verwenden zu dürfen? Hätte nicht angesichts der Erkenntnis der Ethik-Kommission von Rapid, das Urteil über unsere Freunde doch etwas anders aussehen müssen?

Und wie wäre es, wenn sich die Vereine und Verbände vor den Verurteilungen zuerst einmal fragen würden, warum man diese Ausdrucksweise nicht schon viel früher und in aller Deutlichkeit versucht hat, den Fangruppen „abzugewöhnen“? Denn es handelt sich um einen jahrzehntelang geduldeten Jargon.

Die Gruppe kann einen Teil des Stadionverbots durch einschlägige Kurse verkürzen, was sehr zu begrüßen ist. Vielleicht ist es schon eine Art Einsicht, dass man mit einem dreijährigen Ausschluss ein „bisschen“ übertrieben hat. Erwartet man etwa, dass diese vier danach Geläuterten als Prediger im Block-West eine Frohbotschaft verkünden? Ich meine fast, dass man solche Kurse im ganzen Block ansetzen müsste. Man könnte auch an die an anderer Stelle durchaus vorhandene Phantasie appellieren, Sprüche zu erfinden, die den Rahmen der „milieubedingten Unmutsäußerung“ nicht verlassen.

Ein Slogan hat es mir in diesem Zusammenhang angetan: „Diffidati“ = „Ausgesperrte mit uns“, dem ich mich vollinhaltlich anschließe und an die Verantwortlichen appelliere, die Worte von Michi Hatz bei den Entscheidungen mitzudenken.

Links


*) Anmerkung (2017-08-28)

Der ursprüngliche Ausdruck „Milieubedingte Schimpfkultur“ wurde mehrfach von Lesern als unrichtig wiedergegeben gemeldet und daher wurde er auch durch „Milieubedingte Unmutsäußerung“ ersetzt.

Dazu muss man wissen, dass diese Wortschöpfung auf Mag. Nikolaus Rosenauer (Vizepräsident und Mitglied des Ethik-Komitees) zurückgeht und ein weiteres prominentes Mitglied dieses Gremiums diesen Begriff korrigiert sehen wollte, was hiermit geschehen ist.

Insbesondere bedanke ich mich für seine sehr ausführliche Charakterisierung des Phänomens „Block-West“, die meine eigenen Beobachtungen teilweise bestätigt, teilweise aber auch korrigiert haben. Ganz wesentlich ist seine Botschaft vom „heterogenen Block“, der politischen Einfluss und extreme Positionen zu verhindern weiß. Wahrscheinlich begünstigt diese Haltung auch der den starken Zustrom neuer Anhängerschichten.

Ausdrucken

Rapid-Mattersburg

2:2 (1:0)

Die lange Spielpause hat eine große Erwartungshaltung bei den Fans aufgebaut und damit auch die folgenden Quoten 1,4 : 4,2 : 6,5. Das später Ergebnis, ein Unentschieden, noch dazu gegen den vermeintlichen Zwerg Mattersburg, zeigt uns, was eigentlich die Realität am Platz ist.

Und es ist alles nicht gerade optimal: Erwartungshaltung, Hitze, Rote Karte, Schiedsrichter vor vollem Stadion; keine optimale Kombination.

Fußball wird gerne als einfache Sportart bezeichnet, doch so etwas wie „dosierbare Aggressivität“ ist etwas, das man in diesem Alter nicht unbedingt schon im Repertoire haben muss. Das Foul des Mattersburgers war mehr als gelb-würdig aber diese Karte ließ der Schiedsrichter stecken, stattdessen zeigte er Rot für ein eher wohlwollendes Nachtreten (gesehen in der Fernsehzusammenfassung). Der aufgebrachte Joelinton wurde von Steffen an den Spielfeldrand eskortiert, damit nicht noch mehr passiert und er mit einer einfachen Sperre davon kommt. Dass allerdings auf der Gegenseite Fouls ganz ohne Karte davonkamen, wie etwa jene von Stefan Maierhofer, das fällt unter das Kapitel „selektive Wahrnehmung des vermeintlich Unparteiischen“.

Dabei würde ich das Spiel gar nicht wegen des Ergebnisses als sehr negativ einschätzen. Rapid hat den fehlenden Stürmer locker weggesteckt und sehenswerte Angriffe gezeigt. Ein gutes Spiel von Eren Keles und Stephan Auer waren echte Lichtblicke. Ein sehr platzierter Schuss von Stefan Schwab wurde vom Mattersburger Tormann gerade noch zur Ecke abgelenkt. Viele solcher Situationen machen Mut und man kann sagen: das wird schon!

Wir, auf der Tribüne, präferieren Knoflach vor Strebinger. Wir kennen das Training nicht aber wir kennen das Auftreten der beiden am Platz. Wir haben da ein Bauchgefühl. Gogo sagte beim Stammtisch, dass man die beiden Torleute wie 48% zu 52% bewertet. Das ist dann aber auch nicht mehr als ein Bauchgefühl. Tobias strahlt große Sicherheit aus, aufgrund der wir ihn als Nummer Eins setzen würden. Ja, wenn… Man ertappt sich dann dabei, wegen dieser persönlichen Präferenz das erste Gegentor dem Stellungsspiel von Richard Strebinger zuzuschreiben aber folgt man den Berichten, war er offenbar an diesem Treffer unschuldig.

Aber so wie wir aus unserer Position die Details nicht immer klar erkennen können, so ergeht es den Spielern bei Querpässen. Zwei- oder dreimal ist es in der Schlussphase passiert, dass ein Querpass vom Gegner gefährlich abgefangen wurde. Man muss aber dabei bedenken, dass wir auf den Tribünen alles im Nachhinein beurteilen und die Spieler einen ganz anderen Blickwinkel haben, unter dem sie die Gefahr nicht so gut erkennen wie wir.

Es war kein schlechter Start, auch wenn wir das Unentschieden fast wie eine Niederlage empfinden. Wir müssen noch warten bis die geforderte „Wiedergutmachung – gemma“ auch am Spielfeld zu sehen sein wird.

Ambiente

Der Support des Blocks war grandios. Steffen Hofmann erhielt am Beginn einen modifizierten Ausschnitt aus „Der Schöpfung Adams“ von Michelangelo mit dem Untertitel „Rekordspieler“ im Design der Ultras.

Der Block titelt: „Dein grünes Blut brachte Dir den Rekord nach Haus. Ganz Hütteldorf feiert Dich unter tosendem Applaus! Deine Fahne weht jetzt hier im Block. Steffen Hofmann Fußballgott.“

Jubiläen und Geburtstage

120 Jahre Hackler-Fußballer

Dass wir genau am 22. Juli den Geburtstag der „Hackler-Fußballer“ feiern, verdanken wir den Recherchen von Domenico Jacono, der den Eintrag ins Vereinsregister in einem Archiv entdeckt hat, denn vor diesem Fund wurde das Gründungsjahr mit 1898 angenommen

68 Jahr Edmund Hübner

60 Jahre Johann Janda

Chef des Rapid-Fanklubs Speising. Wir hatten schon mehrmals die Gelegenheit, in dieser lustigen Runde mitzufahren und danken Hans für die freundliche Aufnahme und wünschen alle Gute zum Jubiläum.

56 Jahre Jürgen Hartmann

Das Pendant von Steffen auf der Tribüne: Uneinholbarer Rapid-Rekordfan. Jürgen besucht jedes Spiel, egal, ob Heim oder Auswärts, egal, ob National oder International und egal, ob Bewerbspiel oder Testspiel. Jürgen wird am 11. November im Stadion sein zweites „Ja“-Wort sprechen. (Das erste hat er schon vor vielen Jahren an Rapid gegeben aber im November wird es erst so richtig ernst.)

55 Jahre Andy Marek

(hier wird es am Dienstag einen eigenen Tagebucheintrag geben)

36 Jahre Robert Racic

Wir bedanken uns bei Robert für seine immer freundliche Unterstützung ungeduldiger Fans. Alles Gute zum Geburtstag!

Roland Nickles

Roland ist VIP-Besucher und Immer-Auslands-Auswärtsfahrer. Als Stadlauer hat er auch noch den zweiten Herzensklub Stadlau.

25 Jahre Andy Marek für Rapid

(zu diesem Jubiläum wird es einen eigenen Tagebucheintrag geben)

Sensationen am Rande des Spiels

  • Sensation 1: Friederike hat ein Smart-Phone (Danke an Clemens für die Einrichtung un Betreuung!)
  • Sensation 2: Friederike hat damit auch eine E-Mail-Adresse
  • Sensation 3: Friederike ist jüngste Tagebuch-Leserin
  • Sensation 4: Friederike ist derselbe Jahrgang wie ich, und wie wir alle wissen, sind die alten Weine die besten.
  • Sensation 5: Einer der besten Eisköche von Wien, Tizian Gavaz in der Laxenburgerstraße, kommt mit uns ins Stadion, allerdings erst im Oktober, nach der Eissaison. Das haben wir nach dem Spiel vereinbart. Wer ein Freund von Nougat-Eis ist, sollte unbedingt „Etna“ versuchen.

Links

Vorschau

  • Nachtrag zum kleinen Wiener Derby im Mai
  • Über den „Klub der Freunde des S. C. Rapid“
  • 25/55 AM, ein tolles Jubiläum
Ausdrucken

Film: „Großer Bruder“

Es muss Anfang der 1960er Jahre gewesen sein, als das damals neue Gartenbaukino mit dem Film „Windjammer“ eröffnet wurde. Es war der erste Breitwandfilm. Das Bild entstand durch drei Projektoren und dadurch gab es Überlappungszonen. Der Film war so sensationell, dass wir unsere damals 75-jährige Oma mit in das Kino geschleift haben, obwohl sie ziemlich gebrechlich war.

Wie bei einer Hollywood-Premiere

Genau so voll wie damals war das Kino bei der Aufführung der Films „Großer Bruder“inklusive einer „Oscar“-Verleihung von Oliver Pohle an Christian Mössner, den Nürnberger Filmemacher, der diesen tollen Streifen hergestellt hat.

Prominente Gäste

Rapid war unter den Besuchern prominent vertreten. Mit Geschäftsführer Christoph Peschek, mit Mitgliedern des Präsidiums, Andy Marek, mit einigen aus dem Klubservice-Team und vor allem auch mit Spielern, allen voran Ehrenkapitän Steffen Hofmann, Christopher Dibon, Tobias Knoflach, Max Hofmann.

Keine Anspielung

… auf George Orwell ist der Titel des Films. Es geht allein um eine enge Freundschaft zwischen zwei Fangruppen, wobei die einen, die Ultras-Rapid der anderen, den Ultras-Nürnberg in ihrer Entwicklung etwas voraus waren. Und dieser Vorsprung wurde im Film immer wieder zum Ausdruck gebracht. Die Ultras-Nürnberg holten sich bei ihren Besuchen in Wien Anregungen für die Organisation ihrer Fangruppe und für die Herstellung und Handhabung der Choreografien. Und der Film ist nun eine Reminiszenz an diesen „Großen Bruder“ zu verstehen.

Wer sich mehr für Ultras-Bewegungen in Europa interessiert, findet im Wikipedia-Artikel über die Ultra-Bewegung eine Übersicht.

Warum dieser Film?

Der Anlass für den Film war einerseits der 15. Jahrestag dieser Freundschaft aber auch der Umstand, dass sich bei solchen Anlässen Delegationen der beiden Gruppen treffen und dabei auch Geschenke austauschen. Das Geschenk der Ultras-Rapid an die Nürnberger war eine Wiener Parkbank; auch nicht schlecht. Aber das Gegengeschenk war eine echte Überraschung. Es war dieser Film, in dem aus Videos, Bildern und Interviews eine großartige Dokumentation von dem hergestellt hat, was es bedeutet, ein Ultra zu sein und wie eine solche Fernbeziehung entstanden ist und wie sie gelebt wird.

 

Was ist dran an den Ultras?

Ich war sehr neugierig, durch den Film mehr über diese Gruppierungen zu erfahren. Mein bisheriges Verständnis hat sich aber durch den Film nicht sehr verändert. Beides, die große Bedeutung einer solchen Gruppierung für einen Fußballverein wurde bestätigt. Aber auch das unausgesprochene Geheimnis, der „Kitt“, der diese Gruppen zusammenhält wurde an einigen Stellen ziemlich deutlich sichtbar.

Film auf BluRay

Wer keine Zeit hatte oder keine Karte mehr bekommen hat, kann eine BluRay-Version des Films bei den Ultras um 15,- Euro erwerben.

Für Teilnehmer der Szene ein Muss-Film, für alle anderen sehr informativ und vielleicht auch eine Einladung, näher an die Szene im Block heranzurücken.

Kein Foto, kein Video

Selbstverständlich galt auch bei dieser Ultras-Veranstaltung Foto- und Filmverbot., ich wurde gleich ermahnt als ich den Saal fotografieren wollte. Da es aber ausreichend sonstige Kameraleute gegeben hat, kann der Grund nicht irgendein Personenschutz gewesen sein sondern es ging um ganz normale Filmrechte, die der, der den Aufwand hat, für sich beansprucht. Ganz normaler Kommerz, dem man sich als Ultra aber an anderer Stelle gerne entgegenstellt. Hoffentlich werden meine paar verwackelten Bilder nicht als allzu große Konkurrenz gesehen. Mitgefilmt haben wir nicht und braverweise haben wir ein Video gekauft.

Hier zwei dem Film beigelegte Bilder.

Links

Ausdrucken

Stammtisch

Es war schon der fünfte Stammtisch im neuen Stadion und es war einer mit Aufbruchsstimmung. Aber das kennen wir schon von vorigen Saisonen, denn vor dem ersten Spiel ist man noch voller Optimismus.

Anfangs erinnerten Laurin Rosenberg und Stefan Kjaer an das Jubiläum, das am Tag des Spiels gegen Mattersburg begangen wird. Am 22. Juli 1997 wurde der „Erster Wiener Arbeiter Fußball-Club“ gegründet. Es wurde auf die Arbeiten an einem Projekt hingewiesen das voraussichtlich im Oktober gestartet werden wird und das auch bereits auf der Rapid-Homepage vorgestellt wird: Die SK Rapid Zeitreise.

Die Gäste

vlnr. Stefan Schwab, Anton Beretzki, Goran Djuricin, Andy Marek, Fredy Bickel, Andy Felber (ORF)

Die Einleitung war eine Wiederholung vom Vortag und daher wird hier auf den Bericht über das Fanklub-Treffen verwiesen. Auch die Statements des Trainers und des Kapitäns waren jene des Vortags.

Ganzjahresvorverkauf

Im gestrigen Bericht wurde ein Punkt übersehen: der Ganzjahresvorverkauf. Es ist ab sofort möglich, für alle Spiele der laufenden Saison Karten zu erwerben, auch wenn die Paarung noch nicht terminlich fixiert ist. Für diese Karten sind die Sektoren 4 (Nord) und 8 (Ost) reserviert.

Konditionstrainer

Erstmals lernten wir Anton Beretzki kennen, der eine tolle Karriere vorzuweisen hat. 2000 war Toni Chef-Konditionstrainer im österreichischen Abfahrtsteam und dort für die Fitness von Maier, Walchofer, Eberharter und Knaus zuständig. Nach einem Intermezzo in Salzburg bei Kurt Jara arbeitete er bei Spartak Moskau und der Euro-League und kam dann in die Südstadt, wo ihn auch Stefan Schwab kennen lernte. Danach kam eine Phase als Fitnesstrainer des amerikanischen Schiteams, wo er u.a. mit Miller und Vonn arbeitete.

Die Schiathleten trainieren etwa 5-7 Stunden pro Tag und im Trainingslager ist es oft noch deutlich mehr.

Auf die Frage, ob diese Schifahrer ihr Können erlernen oder ob sie es mitbringen, meint er, dass das schon vorgeformte Typen sind, die „aus dem Granit der Alpen herausgesprengt sind“.

Man betonte, dass man mit der bisherigen Arbeit von Alexander Steinbichler durchaus zufrieden war und dass Alexander nunmehr das Team von Rapid II betreue.

Sportdirektor

Fredy Bickel erklärte die Umstände der Transfers und die schwierige Situation der nunmehr 5 Innenverteidiger. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als dass man sich bei Rapid für den ursprünglich aus ganz anderen Motiven durchgeführten Transfer von Christoph Schößwendter verantwortlich fühlte und die guten Kontakte zu Helmut Schulte genutzt hat, um für Christoph eine akzeptable Alternative zu bieten, was auch sehr gut gelungen ist.

Bei einer späteren Frage aus dem Publikum wurde deutlich, was genau der Unterschied in der Vorgehensweise von Laien und der eines verantwortungsbewussten Managers ist. Während das Publikum mit der Verurteilung (von wem auch immer) sehr rasch bei der Hand ist (hier hieß es „Rapid hätte keine Stürmer“), konnte man an der Antwort von Fredy Bickel ablesen, dass es in einer wertschätzenden Umgebung solche Sätze einfach nicht gibt. Alle, die zum Team gehören, sind wertvoll und man begegnet ihnen immer mit Respekt.

Fredy kann Menschen kündigen, ohne sie dabei zu verletzen. Er hat auch eingestanden, dass besonders die Trennung von Christoph Schößwendter mit „eineinhalb tränenden Augen“ erfolgt ist. Mir imponiert seine Vorgangsweise, und er hätte vermutlich die drei letzten Trainer (Zoki, Peter und Peter) nicht in dieser verhältnismäßig unfreundlichen Form gehen lassen.

Andy Felber

…stellte sich als Vater eines Nachwuchskickers vor. Sein Sohn Elias war seit dem 14. Lebensjahr in allen Nachwuchsteams und hat als einer von nur zweien alle diese Etappen bis zu Rapid II inklusive Matura erfolgreich absolviert. Wer weiß, vielleicht werden wir ihn schon bald in der Kampfmannschaft begrüßen dürfen.

Andy beschrieb unseren Trainer als sehr authentisch und war sehr optimistisch, was die Zukunft der Kampfmannschaft mit Gogo betrifft.

Unsere Runde

Janine; Andy, Arnold, Christian, Florian, Franz, Gerhard, Gregor, Hannes, Mario, Pepi. Eine beachtliche Runde. 8 Plätze bestellt aber 11 sind gekommen. Wir haben daher vorsorglich für den nächsten Stammtisch 12 Plätze reserviert. Im Bild: Andy und Pepi

Jetzt wird’s ernst

Nur mehr zwei Mal schlafen, den Film des Block-West im Gartenbau-Kino und die erste Rapid-Viertelstunde anschauen und dann geht’s los gegen Mattersburg. Mögen alle guten Vorsätze aufgehen!

Ausdrucken

Fanklubtreffen

Das Rapid-Klubservice lud traditionell vor Saisonbeginn zum Fanklubleitertreffen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Interviews und auch die Diskussionen danach in einem sehr offenen und ehrlichen Gesprächsklima, vielleicht wie in einer Familie geführt wurden.

Erinnerungsfoto

Eine besondere Überraschung erwartete uns gleich im Foyer: Alle Fanklubvertreter wurden vor dem neuen Transparent, gemeinsam mit Goran Djuricin, Stefan Schwab und Boli Bolingoli fotografiert. Während der Veranstaltung druckte Birgit alle Bilder aus. Nach dem Treffen bekamen jeder einzelne Gast dieses Bild als Geschenk! Eine tolle Idee! Für mich war es das erste Bild mit Rapid-Spielern überhaupt. Jetzt hat es einen Ehrenplatz am (leider unaufgeräumten) Schreibtisch.

Danke!

Die Rapid-Homepage zählt derzeit 209 Fanklubs. von diesen kamen Vertreter von 54 Fanklubs, insgesamt etwa 120-150 Gäste. Ein Getränk und ein Imbiss war gratis.

Am Podium waren vlnr. Boli Bolingoli, Stefan Schwab, Goran Djuricin, Andy Marek, Christoph Peschek und Robert Racic.

Abonnenten

Mit heutigen Stand gibt es 10.708 Abonnenten, 2.000 VIP-Abos und 750 Partner-Abos, das sind insgesamt 13.500 Abos, das sind etwa 500 Abonnenten weniger als im Vorjahr. Im Block-West sind 5.150 Abos verkauft, im Vorjahr waren es über 6.000. Allerdings sind etwa 500 auf die bequemeren Sitzplatzsektoren neben dem Block-West abgewandert. Eine beachtliche Bilanz, bedenkt man die Misserfolge der vergangenen Saison.

Von den 10.800 Abonnenten haben 2.000 die Variante Abo-Plus gewählt mit automatischer Buchung von Cup-Spielen und internationalen Spielen und automatischer Aboverlängerung.

Mitglieder können jetzt im geschützten Verkauf zwei (statt bisher eine) Karten erwerben. Dafür wurden die Sektoren 4 (Nord) und 8 (Ost) reserviert.

Andy Marek berichtet, dass er immer wieder mit Fußballinteressenten spricht, die den Stadionbesuch scheuen, weil sie durch die Negativ-Presse (Pyrotechnik, Fanausschreitungen…) davon abgehalten werden. Wie es wirklich im Stadion ist, wissen aber die wenigsten.

Unser „Rapid-Alter“ liegt bei 17 Jahren; wir begannen 2001 Spiele zu besuchen. Wir hatten nie ein Erlebnis, das dazu Anlass gegeben hätte sich wieder zurück zu ziehen. Im Gegenteil, wir haben ein große Zahl sehr interessanter Menschen kennen gelernt und vor allem das Gefühl, mit diesen vielen anderen trotz aller Verschiedenheiten ein gemeinsam Ziel zu verfolgen und sich über gemeinsame Erfolge zu freuen und auch manchmal zu ärgern.

Wer dieses starke Kollektiv einmal in netter Gesellschaft erlebt hat, wird es nicht missen wollen. Wir sollten daher potentielle Zuschauer ermuntern, einmal mitzukommen und die einzigartige Atmosphäre im Stadion mitzuerleben.

Mitglieder

Rapid hat aktuell 12.200 Mitglieder, 950 Jugendmitglieder, 2730 Greenies, das ist ein historischer Höchststand von 16.205 Mitgliedern. An dieser Stelle richtete Rapid die Bitte an alle hier mitlesenden, zu einem Rapid-Mitglied zu werden. Andy Marek besucht mit Spielern im Monat mehrere Fanklubs und immer wieder fragt er, wie viele der Fanklubmitglieder auch Rapid-Mitglieder sind. Es stellt sich heraus, dass die Fanklubmitgliedschaft mit der Rapid-Mitgliedschaft verwechselt wird. Wenn Du also etwas zum zukünftigen Erfolg von Rapid beitragen willst, werde Mitglied bei Rapid. -> Anmeldeformular

Merchandizing

Erstmals hat der Jahresumsatz beim Fanartikelverkauf die 4-Millionengrenze überschritten. Für den Spielbetrieb verbleibt davon aber nur ein Viertel.

Kartenvorverkauf

Für das erste Spiel gegen Mattersburg sind 16.000 Karten verkauft, für das Derby 19.000.

Mannschaften, die international spielen, müssen in Kauf nehmen, dass ihre Ligaspiele in diesen Wochen immer auf den Sonntag fallen. Rapid hat das in den letzten Jahren ausreichend miterlebt. Rapid ist aber heuer international spielfrei und man könnte meinen, dass Rapid mehr Samstag-Spiele zu bestreiten haben wird. Aber das Spiel gegen die Admira in Runde 4 wurde auf den Sonntag verlegt, obwohl drei Mannschaften in dieser Woche international spielen. Das ist nur schwer verständlich.

Ticketbörse

Ab dem Wiener Derby wird es auf der Rapid-Homepage eine Ticketbörse geben, bei der man im Falle einer Verhinderung seine Abokarte an Interessenten weitergeben kann.

Auswärtsabos

Bis zur ersten Auswärtsfahrt ist es noch möglich, Auswärtsabos zu kaufen. Robert Racic berichtet über seine Erlebnisse bei Auswärtsfahrten und über die bürokratischen Hürden bei der Zulassung von Choreografien und deren Überwindung. Wir dürfen und sollen uns in allen Belangen an Robert wenden.

Rapideum

Das Rapideum verzeichnete bisher 20.000 Besucher. Das Team Thorsten Leitgeb, Laurin Rosenberg und Markus Lenzenhofer erwarten auch Euren Besuch!

Museen erinnern und auch immer an bedeutende Jahrestage, etwa an den 22. Juli 1897, der Gründung des „Ersten Wiener Arbeiter Fußball.Club“. Daher wird auch beim Spiel gegen Mattersburg dieses Ereignis eine wichtige Rolle spielen.

Das Rapid-Lazarett

Trainer Gogo erinnert an wissenschaftliche Untersuchungen, dass Verletzungen häufig im Zuge eines Trainerwechsels vermehrt auftreten. Ganz schlimm soll es bei Mourinho und Klopp sein. Man könnte es also als Laie fast als eine Drohung ansehen, wenn die Spiele jetzt vom neuen Athletik-Trainer Toni Beretzki „gequält“ werden. Glücklicherweise sind aber solche Aussagen statistischer Art und müssen im Einzelfall nicht so gravierend sein.

Wir können aber damit rechnen, dass Philipp Schobesberger in drei, Ivan Mocinic in 6-9 Wochen wieder voll der Mannschaft zur Verfügung stehen.

Popularität

  • Ein Viertel aller Fußball-Interessierten in Österreich sind Rapid-Anhänger.
  • Die Hälfte aller Fußball-Interessierten in Wien sind Rapid-Anhänger, 14% sind Austria-Anhänger.

(Untersucht von Repocon (?))

Trainingszentrum

Die höchste Priorität bei den Rapid-Planungen hat derzeit das Trainingszentrum, wobei zusätzlich zum Areal des Happel-Stadions auch noch zwei weitere untersucht werden. Eine Entscheidung wird 2018 erfolgen und 2019 wird mit der Umsetzung begonnen. Diesem Projekt sind andere Ideen, wie zum Beispiel eine Damenmannschaft, untergeordnet.

Ein kommunikativer Boli

Wir erinnern uns noch gut an die Deutsch-Stunden von Robert Beric und Srdjan Grahovac und waren auch überrascht, wie gut sich die beiden bei ihren Besuchen beim Klub der Freunde ausdrücken konnten. Auch Markus Heikkinen war eine richtige Deutsch-Kanone. Bei den weiteren internationalen Zugängen Jelic und Traustason hat die Sprachintegration sehr wenig geklappt. Es ist uns kein einziges Interview mit den beiden in Erinnerung. Sie konnten auch am Spielfeld nicht richtig Fuß fassen. Boli erscheint als Kommunikationskanone und man hat das Gefühl (und sagte das auch), dass er sich schon gut in Wien und in der Mannschaft eingelebt hat.

Stefan Schwab erzählte eine Anekdote. Da ist ein perfekt Portugiesisch sprechender Joelinton auf der einen und ein perfekt Englisch sprechender Boli. Man könnte meinen, dass die beiden sehr schlecht miteinander kommunizieren können. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wie sie das machen, weiß man nicht, Deutsch kann es nicht sein. Aber sie sind schon sehr gut befreundet.

Depression Frühjahr 2017

Stefan Schwab berichtet über die schwere Zeit im Frühjahr. Er beschreibt, wie ausweglos den Spielern die Lage erschienen ist, dass man nach einem Rückstand im besten Fall auf ein Remis hoffen konnte und das Toreschießen insgesamt sehr schwer gefallen ist. Wir können nur hoffen, dass wir jetzt, im Sommer 2017 wieder dort sind, wo wir mit Zoki vielleicht schon waren. Die nächsten Runden werden es uns zeigen.

Belüftungen Osttribüne

Es wurde darüber berichtet, dass die Hitzeentwicklung in den obereren Reihen der Osttribüne während der Sommermonate beträchtlich ist. Man werde sich mit Harry Gartler besprechen und Lösungen untersuchen. Aber sehr zuversichtlich ist man in dieser Sache nicht.

Unsere Runde

Florian, Gregor und Christoph

Ausdrucken

Schwaz-Rapid

0:2 (0:1)

Nach „Punkten“, also nach der gefühlten Überlegenheit, würde das Ergebnis wohl eher der Wettquote entsprechen, denn die lag vor einigen Tagen bei 20:1.04, heute bei der Puls4-Übertragung ist man dann auf die Bremse gestiegen und hat auf 17:1, 35 reduziert.

Spielverlauf und Erfolg halten einander die Waage, was aber nicht heißen muss – wie es der Schwaz-Trainer Stefan Höller ausgedrückt hat, dass es nach der 26. Minute (Chance von Yildirim) nicht auch ganz anders hätte weitergehen können.

So aber spielte Rapid das Spiel ungefährdet zu Ende. Man meint zwar seitens der Trainer, dass die zweite Halbzeit von Rapid deutlich besser war, wohl auch dem Einsatz von Steffen Hofmann zu danken war, der seinen Vorgänger Tamás Szántó eher blass ausschauen ließ.

Dass ich mit diesem Spiel Richard Strebinger als Einser-Torman behauptet hätte, schient mir nicht okausibel, bedenkt man die Unsicherheit bei einem seiner typischen Strebinger-Ausflüge.


Bild aus Wikimedia.org

Glaube. Wille. Mut.

Das Motto des diesjährigen ÖFB-Cups „Glaube. Wille. Mut.“, der neue Hauptsponsor, das Engagement der Fernsehstationen, vielleicht auch das spektakuläre Cup-Finale mit Rapid-Beteiligung in Klagenfurt, das alles weckt die Hoffnung, dass es doch gelingen könnte, dem Cup in Zukunft mehr Bedeutung zu geben.

Wir konnten am Wochenende drei durchaus interessante Partien sehen, von denen das Duell Ebreichsdorf-Austria wohl das spannendste war. Wenn schon die Chancen beim Elferschießen als so ausgeglichen gelten*), muss dann unbedingt der allerletzte Schuss der Ebreichsdorfer daneben gehen? Anders als beim Spiel von Rapid gegen Schwaz war Ebreichsdorf ein viel aktiverer Gegner, der der Austria alles abverlangt hat. Es war wie im Cup-Finale: konnte der Kopfball von Schößwendter nicht ins Tor gehen? Andy Marek wusste darauf eine Antwort: dann wäre man eben im Elferschießen ausgeschieden. So ist es, wenn einem das Pech auf den Sohlen klebt.

*) Schon als die Auslosung ergab, dass die Austria beginnt, tippte ich auf deren Sieg. Denn es ist mittlerweile bekannt, dass die Mannschaft, die das Elfmeterschießen beginnt, auch höhere Chancen auf den Sieg hat. Das wieder liegt an der Torwahrscheinlichkeit von etwa 80 Prozent für jeden der Schützen. Daher geht die erste Mannschaft in den meisten Fällen in Führung und die zweite ist im Zugzwang. Würde die Torwahrscheinlichkeit bei 50% liegen, hätte der zweite Schütze in der Hälfte der Fälle den Vorteil auf seiner Seite. Die Regel ist daher stark in Diskussion. siehe „UEFA testet neue Regel beim Elfmeterschießen“ (T-Online) und ein Statement von Marco van Basten: „Das Elfmeterschießen steht vor dem Aus“ (Welt), der auch die Abseitsregel infrage stellt, das auch in diesem Tagebuch schon vorgeschlagen wurde; „Gegen die Abseitsregel“ 

„Beim Cup gelten andere Regeln“

Das ist so ein Sager, der zum Standard-Repertoire der Reporter gehört. Was meint man damit? Vermutlich den Umstand, dass es immer wieder dazu kommt, dass ein Underdog sich gegen einen Favoriten durchsetzt. Aber das verletzt keine Regel, so ist Fußball. Besser trifft es der Titel des Rapid-Vorberichts: „Zwischen Pflichterfüllung und Spiel des Jahres„. Er erklärt die verschiedenartige Motivation, mit der die beiden Mannschaften ans Werk gehen, zum eigentlichen Unterschied zu einem Spiel in der Liga. In diesem Fall hat sich die Rapid-Schlagzeile nicht negativ für Grün-Weiß ausgewirkt; zu viele Augen waren auf Rapid gerichtet, auch das Interesse seitens Des Publikums in Schwaz war sehr groß, sodass sich die Mannschaft ihrer Verantwortung wohl bewusst war.

Um „Leben und Tod“

Michi Wagner meinte im Interview, es ginge hier um ein Spiel und nicht um „Leben und Tod“.

Ja und nein!

Auf unserer Homepage im Abschnitt „EwkiL-Motto“ steht der Satz: „Es gibt Leute, die denken bei Rapid ginge es um Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist.“ Es hängt – wie so oft – von der persönlichen Bindung an eine Sache ab.

Für einen ehemaligen Fußballspieler ist „Analytiker im Fernsehen“ ein angenehmer Job. Für ihn ist die Fahrt nach Tirol Teil seines Berufs. Er bekommt er für seinen Einsatz bezahlt. Eine ähnliche Rolle haben alle sonstigen Beteiligten vom Spieler bis zum Vereinsteam von Rapid.

Aber die, die mitgefahren sind, haben sehr viel investiert; Zeit, Geld und Hingabe durch 90 Minuten Dauer-Support in der prallen Sonne. Für einen dieser Mitfahrer schaut die Sache schon ganz anders aus, wenn er übermüdet lange nach Mitternacht nach Hause kommt und am Montag wieder seinen Mann/Frau stellen muss. Und ich kenne mittlerweile einige, für die Rapid nicht eine Freizeitbeschäftigung ist, für sie ist Rapid ihr Leben. Und für sie geht es tatsächlich um Leben und Tod, genau das drückt jedes Tor, jeder Erfolg oder Misserfolg aus; für sie ist Rapid weit mehr als ein Spiel, es ist eine Existenzfrage.

Als Ausnahmsweise-Nicht-Mitfahrer fühlt man sich fast ein bisschen als Verräter, wenn man zu Hause auf der Bank sitzend, die weite Fahrt gescheut hat.

Nächste Cuprunde

Die Auslosung für die 2. Runde findet am Dienstag, 8. August um 20:15 in ORF eins statt, die Spiele finden am 19./20. September statt.

Links

Ausdrucken

Pickerlreflex

Es scheint ein Reflex der Fußballfans zu sein, ihre Umwelt mit Pickerln versehen zu wollen, damit die Welt zu ihrem Weltbild passt.

Pickerl 1.

Ein in die Jahre gekommenes Badezimmer musste runderneuert werden. Die Farbwahl war nicht schwer. Die eigens angefertigten Rapid-Pickerln wurden genau auf die Fliesengröße dimensioniert.

Sollte jemand aus dem Kreis der Leser auch einen Umbau planen, kann er gerne unsere Rechnungen vergleichen. Der Handwerkerbonus wurde zwar eingereicht, aber es dürfte um ein paar Tage zu spät gewesen sein, denn es gibt – wie die Nachrichten gemeldet haben – kein Fördergeld mehr.

Während unser Fokus die eigene Wohnung ist, fassen andere Rapid-Fans den „Wohnungsbegriff“ etwas weiter.

Pickerl 2.

Heute fand das Block-West-Fest statt, das Motto „40 Jahre Block-West“ 1977-2017. Am 10. Mai 1977 wurde das Gerhard-Hanappi-Stadion eröffnet und mit diesem Fest wird dieses Jubiläum würdig begangen.

Die Kassa hat bei allen Verkaufsständen geklingelt, die Fangruppen werden das Geld für die aufwändigen Choreografien gut brauchen können.

Kaum einer der Gäste ist an den Verkaufsständen vorbeigegangen, ohne einen Schal, ein Leiberl oder zumindest eine Kino-Karte für die Vorstellung am nächsten Freitag im Gartenbau-Kino zu kaufen. Und schon bald nach Beginn des Fests wurde vermeldet, dass das Gartenbaukino am kommenden Freitag „ausverkauft“ sein wird. Eine tolle Leistung!

Am Block-West-Fest gab es auch Gäste, denen sonst kein Eintritt gewährt wird. Im Bild eine prächtige Bulldogge:

Am Block-West-Fest wurde auch klar, wo in der Stadt diese Unmengen an Pickerln mit Heilsbotschaften herkommen. Die Päckchen gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen. Hier ist meine „Ration“, ein Geschenk von Mario:

Wie hier, am Tisch ausgebreitet, sind die Pickerln ja noch harmlos, aber auf der Toiletten-Anlage im Block zeigen sie schon eher, was sie können.

Bei manchen dieser Pickerln muss man Insider sein, um sie zu deuten. Hier zum Beispiel das „DIFFIDATI“-Pickerl, was soviel heißt wie „Ausgesperrte mit uns“.

Als Nicht-Block-West-Steher kann ich diese Phänomene nur staunend beobachten und ich frage mich, wie das wohl früher war. Warum gab es das damals, 1977 nicht? Der Grund dürfte sein, dass die Gesellschaft früher schon bei weit weniger unangepasstem Verhalten entsprechend reagiert hat. In einem Artikel auf zeitlicks.de erfährt man, dass in Deutschland die Prügelstrafe in Klassen erst 1973 per Gesetz abgeschafft worden ist („Erziehung mit harten Strafen“).

Damals hatten Übertretungen der gesellschaftlich nicht tolerierten Handlungen, sagen wir „Schwätzen im Unterricht“, unmittelbare Konsequenzen und jemand der diese Grenzen überschritten hat, hat sich im Kampf mit den „Sozialisierenden“ durchgesetzt, vielleicht ähnlich einem Indianer, der sich seinen Namen erst durch eine Bewährungsprobe selbst erarbeiten muss. (Insofern ist das Ultras-Symbol, der Indianerkopf, etwas sehr Typisches für Sozialisierung, die Interaktion einer älteren mit einer jüngeren Generation.) Heute kann man über die Dos und Donts von 1977 nur lachen.

Diese früheren Grenzen wurden immer weiter verschoben, sodass es die Jugendlichen heute immer schwerer haben, die bereits extreme Toleranz des Umfeldes auszureizen und dann auch noch Grenzen auszuloten. Tattoos, Piercings und eben auch Pickerln oder Pyrotechnik sind Ausdrucksformen von Grenzüberschreitungen und hoffentlich gibt es die eine oder andere Bezugsperson, die (noch) auf die Nachteile aller dieser Erscheinungen hinweist, denn wenn auch diese Reaktion verschwindet… Viele, speziell die Jüngeren werden es ja noch erleben, wie es weitergehen wird.

Eine interessante „Grenzverschiebung“ (mehr Toleranz, die zu noch mehr Problemen führt) hat auf der „Pyro-Front“ stattgefunden. Früher gab es für Pyro Strafen, jede Fackel wurde geahndet, daher gab es eine Art natürlich Obergrenze, die sich aus Mechanismen innerhalb der Fangruppe ergibt.

Nun hat Rapid aber in Gesprächen mit der zuständigen Magistratsabteilung erreicht, dass in einer genehmigten Pyro-Zone frei gezündelt werden kann, mit dem Ergebnis, dass der Qualm in den letzten Monaten ein vorher nicht gekanntes Ausmaß erreicht hat.

Um alle diese Phänomene zu verstehen, muss man wahrscheinlich noch „einmal Zwanzig sein“; ansonsten wäre eine Soziologie- und Psychologie-Ausbildung nützlich.

Links

Ausdrucken

Die guade oide Zeit…

Ja, das waren noch Zeiten, als ein Straßenbahnfahrschein noch 1,30 Schilling kostete. Genau war das vom 1.8.1951 bis 31.8.1955 wie „Revisor“ im Forum „Nahverkehr Wien“ zu berichten weiß. Gerne werden bei solchen Erinnerungen die Schlagworte  „die gute alte Zeit“, „früher war alles besser“ und eventuell auch „football-old-style“ verwendet.

Aber wie war es wirklich?

1976 schrieb Gerhard Niederhuber, damals Schriftführer, in der Festschrift „25 Jahre Klub der Freunde des S.C. Rapid“ folgenden Aufruf:

Du kannst diese Aufforderung durchaus ernst nehmen, auch wenn sie Dich mit der Verspätung von 40 Jahren erreicht, denn der Klub der Freunde des S.C. Rapid würde sich über Deine Teilnahme durchaus freuen. Aber bitte nicht an die Josefstädter Straße 66 schreiben, dort ist das Cafe Hummel und das war damals,1976 der Treffpunkt des Klub der Freunde des S.C. Rapid. Zahle auch nicht 12,-*12,- öS *) Schreibe und einfach eine E-Mail an klubderfreunde@aon.at oder an franz@ewkil.at oder wende Dich an einen der Funktionäre. Wenn Du keinen kennst, komm‘ im Stadion auf die Ost-Tribüne, S11-R13-138.

Die Jahresgebühr für den  Klub der Freunde des S.C. Rapid betrug 1976 144,- Schilling, und das wären heute etwa 10 Euro pro Jahr. So billig war damals eine Mitgliedschaft – oder nicht?

Wir wollen das einmal genauer nachrechnen und bemühen dazu eine Seite der WKO über Inflationsentwicklung (Veränderung der Verbraucherpreise). 1976 war der Verbraucherpreisindex 366 % (bezogen auf 100% im Jahr 1950). Und im Jahr 2016 ist dieser Index auf 1061, 90 % gestiegen. Der Zusammenhang ist in der folgenden Grafik dargestellt:

Das ergibt:
Jahr Index   MB/Jahr
1976  366%   144,- öS
2016 1062%   772,- öS = 1062/366 * 144,- = 418/13,76 Euro = 30,- Euro

Durch den stetigen Anstieg der Preise müsste man heute 30.- Euro bezahlen, tatsächlich zahlen wir aber 45,- Euro pro Jahr, also mehr als es der Inflationsrate entspricht. Dafür musste aber etwa seit 1976 auch der eigene Clubraum finanziert werden, denn vorher residierte man kostensparend im Cafe Hummel.


Heute wie damals braucht Rapid Dich und Deine Unterstützung! Mit einer Mitgliedschaft beim Klub der Freunde des S.C. Rapid zum Preis von 45,- Euro pro Jahr kannst Du noch mehr für Rapid tun, weil alle Überschüsse aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden satzungsgemäß dem Nachwuchs des SK Rapid übergeben werden.

Was bekommst Du für eine Mitgliedschaft?

Jedes Mitglied erhält 8-10 Ausgaben „Grünzeug“, die durch das Vereinsleben dokumentieren. In den Ausgaben wird auch zu den Mitgliederversammlungen eingeladen. Bei unseren etwa 6 Treffen pro Jahr hast Du Kontakt zu Spielern und Funktionären und kannst ihnen hautnah in unserem Vereinslokal begegnen und mit ihnen diskutieren.

Ausdrucken

Rundblick St. Hanappi

Nachdem Google Street-View seine Fahrten am 19. Juli in Österreich startet, erinnert uns Die Presse im Bericht „Ab 19. Juli düsen Googles Street-View-Autos durch Österreich“, dass es einen Vorgeschmack auf die kommenden Ansichten in Form einzelner 360-Grad-Rundblicke im Form der „Special Collections“ bereits gibt. Hier die beiden 360-Grad-Ansichten des Hanappi- und des Allianz-Stadions:

Hanappi-Stadion

Im kleinen quadratischen Kasten in der linken unteren Bildecke kann man den eigenen Standort auswählen. Im Bild steht man unmittelbar vor der Südtribüne.

Allianz-Stadion

Diese 360-Grad-Ansicht des Allianz-Stadions ist aus Süd-Ost-Ecke gemacht worden. Hier kann man den Standort nicht verändern.

Weitere Stadien

Daneben gibt es auf der Rapid-Homepage die „Familienfotos“.


Danke an Thomas für den Hinweis!

Ausdrucken

Rapid-Monaco

2:2 (0:1)

Nach einer eher schwachen ersten Hälfte von Rapid mit der Einheitsaufstellung, zeigte die zweite Angriffslinie mit Keles, Prosenik und Sobczyk deutlich mehr Engagement und egalisierte schließlich den Rückstand aus der ersten Hälfte.

Allzu viel dürfen wir in das Spiel nicht hineininterpretieren, denn es war nur ein Test, der von den Gästen wahrscheinlich nicht ganz so wichtig genommen wurde wie von Rapid. Hier die Mannschaft bei der Verabschiedung:

Schuhmode in Monaco

Es ist aufgefallen, dass zwei Spieler von Monaco mit je einem schwarzen und einem gelben Schuh gespielt haben. Die Frage ist, ob die Schuhe so geliefert werden oder ob das eine individuelle Note der Spieler ist und sie noch ein zweites gelb-schwarzes Paar zu Hause haben.

Ex-Rapidler zu Gast

Andy Marek begrüßte vor Spielbeginn zwei Ex-Rapidler: Helmut Schulte, früher Sportdirektor bei Rapid, jetzt bei Union Berlin und Antonín Panenka, Rapid-Legende, derzeit Präsident bei den Bohemians Prag.

Niemand ist größer als Rapid.

Präsident Krammer benutze die Gelegenheit, die Worte von Steffen Hofmann vom Tag der offenen Tür zu wiederholen, die da lauteten, dass niemand wichtiger wäre als der Verein. Das ist ein schöner Satz und zeigt den Gemeinschaftssinn eines großen Fußballspielers. Es tut uns allen gut, dass Steffen seine Rolle als die eines „servus“, eines Dienenden, als einer von uns sieht. Er ist ein enorm wichtiger Teil unserer Rapid-Familie, auch wenn er gar nicht am Spielfeld ist.

Allerdings werden hier zwei verschiedene Qualitäten verglichen. Die Gruppe ist wichtig, weil man ohne sie nicht Fußball spielen kann aber auch die individuelle Qualität ist wichtig, denn die Gruppe kann ohne sie keine Erfolge feiern. Zwischen diesen verschiedenen Qualitäten scheint eine Balance nötig zu sein. Ein großer Fußballer wird durch eine starke Gruppe noch besser, anderseits tritt er in einem schwächeren Kollektiv nicht ganz so toll in Erscheinung. (Beispiele: Ronaldo bei Real und bei der Nationalmannschaft oder Steffen bei Rapid und bei 1860). Es ist etwa die Relation wie zwischen Berg und Gebirge, Baum und Wald.

Eventpublikum

Es waren nur wenige Zuschauer aus der „Stammbesatzung“ rund um unsere Sitze zu sehen. Unser Sitznachbarn bei diesem Spiel etwa waren Polen, und sie kamen nicht wegen Rapid, sie kamen wegen AS Monaco. Und davon wird es viele im Publikum gegeben haben. Es ist erfreulich, dass trotz der geringen Zuschauerzahl von 9.800 alle diese Event-Gäste einen tollen Support seitens des Rapid-Anhangs miterlebt haben. Der Dauersupport schaffte einen würdigen Rahmen zu dieser Begegnung mit einer europäischen Spitzenmannschaft.

Schwarzer Hirsch

Wer hätte gedacht, dass dieses „SH-Sports“ für „Schwarzer Hirsch“ steht, angelehnt an die Namen der Geschäftsführer der Firma.

Rapid ist eine Familie

Während wir noch im Stags-Head die tollen Ansätze unseres Zweier-Sturms mit Keles, Sobczyk und Prosenik besprachen, hörten wir draußen den einsamen Ján Klimeš einen Buddy Holly-Song abspielen. Ján sucht keine „nette Frau“ mehr, sie muss jetzt schon eine „reiche Frau“ sein. Es war für uns eine Ehrensache, ihm eine Spende für seine Bemühungen zu hinterlassen. Er revanchierte sich mit einem gemeinsamen Abschiedsfoto.

Da klingelte mein Telefon! Ich hätte es ja gar nicht gehört, aber Florian ist immer sehr aufmerksam. Es war Andy Marek, der die Szene mit Ján von seinem Büro im ersten Stock beobachtet hat und uns eine gute Heimfahrt wünschte.

Was uns an diesem Rapid so gefällt, ist die Bereitschaft aller Aktiven, die Gemeinschaft aller Anhänger und ihre Verbindung zum Verein zu stärken. Egal, ob es der Präsident, die Geschäftsführer oder sonst wer im Verein ist. Und es ist dabei tatsächlich egal, wer das Gegenüber ist. Ob es ein Anliegen der Ultras oder eines Einzelnen ist. Die Idee der Rapid-Familie wird nicht nur gepredigt, sie wird auch gelebt.

Eine kleine Szene am Rand des gestrigen Mannschaftstrainings auf West 1: ein sichtlich gestresster Robert Racic musste rasch etwas erledigen und dabei eilte er bei unseren Plätzen vorbei. Der unnachahmliche Christian hat dieses Vorbeieilen als Unhöflichkeit interpretiert und hat ihm das sehr deutlich nachgerufen. Robert erledigte seinen Job und kam dann eigens zu unserer Gruppe und gab jedem einzelnen von uns die Hand. [Wir müssen uns bei ihm einmal wegen des immer vorlauten Christian entschuldigen.]

Wir freuen uns, Teil dieser großen Gemeinschaft sein zu dürfen. Allzu viel können wir ja selbst gar nicht beitragen; aber unserer Unterstützung als zahlende Fans kann Rapid sicher sein.

Hoffnung

Das Testspiel gegen einen so prominenten Gegner hat uns – speziell in der zweiten Halbzeit – Hoffnung gemacht, dass es jetzt aufwärts gehen kann. Und es kann dieses wieder erstarkende Kollektiv sein – angesprochen bei Spielbeginn – das wieder beginnt die Hauptrolle gespielt hat. Damit das der Fall ist, müssen eben hie und da Einzelinteressen hinter denen der Gruppe bleiben. Und das neue Trainerteam, verstärkt durch Steffen hat diese Eigenschaft, die in der letzten Saison etwas abhanden kam.

Links

Ausdrucken