Saison 2016/17

Eigentlich hätte man schreiben sollen “Horror-Saison 2016/17” aber die Statistik beruhigt uns dann doch ein bisschen. Wir zählen 108 Liga-Saisonen, und davon belegte Rapid immerhin in 16 Saisonen einen 5. oder einen noch schlechteren Rang, und das sind 15 % aller Saisonen. (Man muss natürlich bei solchen historischen Querschnitten bedenken, dass die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften nicht immer gleich war und es einen Unterschied macht, ob man den 5. Platz in einer 10er-Liga oder in einer 16er-Liga erreicht.) Das folgende Bild zeigt die Ligaplatzierungen aller Saisonen:

Ligaplatzierungen seit 1911/12

Eingesetzte Spieler und Trainer

Die folgende Tabelle zeigt die Einsatzminuten, Verwarnungen aller eingesetzten Spieler. 

Die letzte Spalte “Punkte” zeigt, wie ein einzelner Spieler seine Spiele “empfindet”. Tomi etwa, wurde zwei Mal eingesetzt und beide Spiele wurden verloren, daher ist bei ihm in dieser Spalte 0 Punkte. Das andere Extrem ist Andi Dober, der einmal gespielt hat und das Spiel gewonnen wurde, daher steht in der Punkte-Spalte 3.0.

Diese mittlere Punktezahl betrifft auch die Trainer. Tatsächlich ist die mittlere Punktezahl von 1.5 etwa die “Rapid-Schmerzgrenze” und dass man bei Damir Canadi bis 1.2 Geduld hatte, spricht dafür, dass man nicht glauben konnte, dass eine so eloquente Person mit der Mannschaft einfach nicht kann (oder umgekehrt).

1.18 Damir
1.43 Mike
1.88 Gogo

Bilanz pro Gegner

  • Schlechteste Bilanz: RB (1 Punkt)
  • Beste Bilanz: St. Pölten und Mattersburg (8 Punkte)

Saisonverlauf, grafisch

Dass in einer Saison der Leistungsmittelwert (blau, horizontal) unter der 50%-Marke liegt, ist schon bemerkenswert. Die hohen Zuschauerzahlen der Heimspiele (grüne Balken) heben sich deutlich gegenüber den Auswärtsspielen (braune Balken) ab. Der Aufwärtstrend der letzten Spiele lässt uns für die nächste Saison hoffen.

Statistiken

Eine seltene Saison, bei der die Niederlagen die Siege überwiegen und daher zu einem Punkteschnitt unter 1.5 führen. Erfreulich ist natürlich die durchschnittliche Zuschauerzahl von 15.000 pro Spiel (Heim+Auswärts). Die Torbilanz ist aber trotz der überwiegenden Niederlagen positiv.

Die Serie von neun aufeinander folgenden sieglosen Spielen hat schon etwas Gespenstisches; das vergessen wir besser möglichst rasch!

In dieser Tabelle ist der Zuschauerschnitt noch etwas detaillierter angegeben und liegt mit 21.128 auf einem Langzeithoch. Wir müssen bis in die Saison 1952/53 zurückgehen, um eine vergleichbare Zuschauerzahlen zu finden (damals 20.038). Nur in den Nachkriegs-Saisonen 1947/48 und 1949/50 war die Zuschauerzahl geringfügig höher (23.000 und 26.000). Auch in der Fußball-Hochzeit der 1920er Jahre werden diese Zuschauerzahlen nicht erreicht. Sie lagen damals deutlich unter 20.000.

Etwas besser lesbar sind die Tabelle am Originalspeicherort:
http://123.ewkil.at/default.aspx?id=season&id1=details -> Bewerbe -> dann durchklicken.

Karriereplanung, gibts die?

Hätte jemand am 5. Juni 2016 gefragt, wer ein Jahr später Rapid-Trainer sein würde, niemand hätte es erraten. Damals, am 5. Juni war noch nicht einmal bekannt, dass es Zoki definitiv nicht sein würde.

Aber auch noch mehrere Monate später, sogar noch in der Winterpause hätte niemand voraussagen können, dass der frühere Trainer de ASK Ebreichsdorf diesen Platz einnehmen würde.

Welche dieser letzten vier Trainer-Karrieren war im Sinne einer systematischen Planung voraussagbar? Eine, die von Damir; aber genau diese war ein selten gutes Beispiel wie wenig der Erfolg eines Einzelnen mit dem Erfolg eines Unternehmens zu tun hat.

Erfolgsmenschen im Interview

Neulich war der Tormann von RedBull, Alex Wahlke im Interview, und die Frage war – wie könnte es anders sein – warum RedBull so erfolgreich ist. Und seine Antwort – wie könnte es anders sein – weil man eben besonders fleißig wäre und Extraschichten beim Training eingelegt hätte. Implizit besagt die Antwort, dass eben die Mitbewerber etwas weniger fleißig sind und weniger hart trainieren.

Ohne das wirklich zu wissen – aber die Spieler der Mannschaften weiter unten in der Tabelle strengen sich wahrscheinlich viel mehr an.

Dieses Interview war nur ein Beispiel aus den letzten Tagen zu “Erfolgs-Interviews”. Zum Beispiel liefern die Sendung “Frühstück bei mir” von Claudia Stöckl oder die Sendung “Seitenblicke” beliebig viele Beispiele in dieser Richtung. Alle wollen wissen, wie es die Erfolgreichen geschafft haben, dorthin zu kommen, wo sie jetzt stehen.

Erfolg des Teams oder Erfolg des Einzelnen?

Der Erfolg des Teams färbt auf jeden Einzelnen ab und der Einzelne kann leicht auf die Idee kommen, seine eigene Anstrengung wäre die Ursache für den Erfolg.

Das glaubt auch unser Teamchef Marcel Koller, der unbeirrt daran festhält, dass Stefan Stangl (der in der abgelaufenen Saison in sechs (!) Bundesliga-Spielen aufgelaufen ist), im Teamkader zu stehen hat. Und Stefan Stangl ist da kein Einzelfall, es gibt noch viele andere Beispiele seiner gleich gelagerten Einschätzungen.

Der Markt sieht das ein bisschen anders, denn schauen wir einmal auf den Marktwertverlauf von Stefan Stangl (Grafik entnommen aus der Seite Transfermarkt):

Man sieht, wer hier den Marktwert steigert: das ist die Talenteplattform des SK Rapid. Danach geht es bergab. Nicht immer aber sehr oft. Man kann diesen Marktwertverlauf leider auch bei Florian Kainz verfolgen.

Aber das war nur eine Randbemerkung. Was gezeigt werden sollte, dass wir uns über die Leistung eines Einzelnen durch den Erfolg des Teams, dem er angehört täuschen lassen.

Aber es geht auch umgekehrt: Man muss nur das gestrige Spiel gegen St. Pölten und die dazugehörigen Kommentare im Publikum über die Leistung einzelner Rapid-Spieler Revue passieren lassen. Würden diese Kommentare auf die Leistung des Teams zutreffen, könnten wir überhaupt nie gewinnen. Aber das Leistungsmaß des Teams ist nicht das des Einzelnen. Ein gutes Kollektiv verkraftet durchaus einzelne Ausrutscher.

Karriereplanung

Man braucht nur das Wort “Karrierplanung” in Google eingeben und bekommt jede Menge kostenloser und kostenpflichtiger Tipps, wie man die eigene Karriere richtig plant. Allen diesen Tipps ist gemeinsam, dass suggeriert wird, man könne Karriere planen. Wenn man dieses oder jedes Rezept befolgt, würde der Erfolg nicht ausbleiben.

Ich glaube das nicht!

Es geht bei diesen erstrebenswerten Jobs nicht um Deinen oder meinen. Die meisten von uns sind eingebettet in einen Massenjob der uns oft ein Leben lang begleitet. Es geht hier um besondere Jobs, wie zum Beispiel um den Trainerposten bei Rapid.

Wir haben mit den letzen vier Trainern Zoki, Mike, Damir und Gogo gleich vier verschiedene “Erfolgsmodelle” kennengelernt, die den Karriereplanungs-Tipps alle widersprechen.

Zoki war ein Aufsteiger aus dem eigenen Haus; eine praktische Lösung solange der Verein kein Geld hatte aber kaum konnte man sich etwas “rühren”, hatte ein solcher Trainer ohne Titel keinen guten Stand – wie wir gesehen haben.

Zokis Qualitäten beim Umgang mit der Mannschaft wurden nicht verstanden. Sein Abgang hat den Beigeschmack von Undankbarkeit. Aber man soll nicht sagen, der Verein wäre nicht lernfähig. Ein Jahr später besann man sich dieser Fehler und entschied sich ganz anders als ein Jahr vorher.

Mike bekam einen Job, weil er jemanden gekannt hat, der ihm den Job vermittelt hat. (Die späteren Lösungen Damir, oder die Lösung Gogo oder auch jede andere zeigen, dass die Aussage “alternativlos” ziemlich sonderbar war.) Dieser Vorgang war ein in Österreich nicht seltener Karrieresprung – durch Bekanntschaft. Mike hätte sich durchaus behaupten können, war aber so wenig mit der österreichischen Seele im Allgemeinen und mit der grün-weißen im Besonderen vertraut, dass es nicht weiter verwunderlich ist, dass er gescheitert ist.

Damir war der Karrierist wie sich ihn Karriereplaner vorstellen. Er hat beim Hearing überzeugt, es bewährte sich vor einem Gremium, das die Management-Ausdrucksformen kennt und sie in Damirs Präsentation wiedererkannt hat. Aber auch Damir – und wir mit ihm – tappte in die Falle wie auch Marcel Koller, denn er verwechselte seinen persönlichen momentanen Erfolg mit Altach, der durchaus durch Zufälligkeiten oder auch durch Leistungen der anderen Teammitglieder zustande gekommen sein kann, mit der eigenen Leistung. Für diese Interpretation spricht das ziemlich unflexible Festhalten an einem vermeintlich sieg-bringenden System.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Damir aus persönlicher Sicht die Rezepturen der Karriereplanung richtig angewendet hat und damit einen tollen Posten erreicht hat. Aber uns, als Rapid, geht es natürlich nicht um persönliche Erfolge sondern immer nur um den Erfolg der Mannschaft.

Gogo hingegen ist einer von uns; einer aus der großen Masse jener Menschen, die – genau so wie Alex Wahlke von sich gesagt hat – durchaus auch fleißig sind und die – wenn nötig – die eine oder andere Nachtschicht einlegen; Menschen aber – ebenso wie Gogo – im Normalfall nicht für einen Trainerposten bei Rapid angedacht werden.

Es gibt eine interessante Anekdote über Herbert Grönemeyer, die eine wichtige Eigenschaft des nicht planbaren Erfolgs zeigt. Es gibt für alle möglichen Gesangswettbewerbe Vorausscheidungen, in denen “Fachleute” eine Vorselektion vornehmen. Eine(r) dieser Juroren hat die Schwierigkeit solcher Hearings aufgezeigt. Er meinte, hätte Herbert Grönemeyer versucht, über eine solche Vorentscheidung in das Finale “Deutschland sucht den Superstar” zu kommen, er wäre mit großer Sicherheit nicht nominiert worden, weil er so ziemlich keines der Kriterien erfüllt, nach denen eine solche Fachjury wertet.

Auch ein Gremium wie das Präsidium eines Fußballvereins, bewertet bei der Trainerauswahl Dinge, die möglicherweise im Tagesgeschäft einer Trainers viel weniger Rolle spielen als man das überhaupt ahnt.

Hätte es damals im Mai 2016 so etwas wie eine Trainerausscheidung gegeben und hätte sich dazu auch Gogo beworben: Hätte er damals eine Chance gehabt? Sicher nicht! Und wir haben es dem außergewöhnlichen Fingerspitzengefühl unseres neuen Sportdirektors Fredy Bickel zu verdanken, dass er sich nicht dazu hat hinreißen lassen, “Geld in die Hand zu nehmen”. Man misst leider einen Sportdirektor daran, welche Geldmengen er in fußballerische Qualität verwandelt. Diesem Handlungsdruck ist seinerzeit Andy Müller unterlegen und daran ist er schließlich gescheitert. Und vielleicht haben wir es sogar einem Zustand der leeren Kassen zu verdanken, dass man nicht so wie im Vorjahr agieren kann.

Wenn Gogo in der kommenden Saison auch nur einigermaßen erfolgreich ist – was wir uns natürlich alle für ihn und für uns wünschen – und wird er einmal gefragt werden, was er zu seinem Erfolg beigetragen hat, wird er vielleicht – ähnlich wie Alex Wahlke – sagen, dass er ein gewissenhafter Arbeiter sei, dass er sich mit den Spielern gut versteht und hart arbeitet. Alles das stimmt aber das trifft wohl für die meisten guten Trainer zu. Aber dort hin zu gelangen, wo es eine gute Bezahlung gibt, Anerkennung für sein Tun und auch Erfolg fürs Ganze, das ist reiner Zufall und nicht Kalkül – wie wir aus den Ereignissen des letzten Jahres gelernt haben sollten. Und was wir allein hoffen können, dass es der Zufall ausnahmsweise gut mit uns gemeint hat und dass Gogo die berühmte Ausnahme von der folgenden Regel ist:

“In Österreich wird jeder das, was er nicht ist.” (Gustav Mahler)

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Rapid-St. Pölten

2:1 (1:1)

Die Buchmacher sahen das Spiel ziemlich ausgeglichen. Rapid noch nicht so richtig in Fahrt, St.Pölten, wäre normalerweise der klare Underdog, aber weil es ein extrem wichtiges Spiel für St.Pölten ist werden die Chancen für Sieg, Unentschieden und Niederlage sehr ausgewogen betrachtet.

St. Pölten hat zwar nicht schlecht gespielt, aber dass man dringend einen Punkt hätte brauchen können, das sah man auch wieder nicht. Zwar hat sich zur Pause herumgesprochen, dass Mattersburg in Ried 2:0 führt, aber im Fußball kann man sich nicht auf sehr viel verlassen und es waren schließlich 2 Tore der Rieder im Mattersburg-Spiel, die die St. Pöltner von einem möglichen Abstieg getrennt haben; ziemlich knapp!

Langsam nimmt Rapid wieder die Rolle ein, die wir von früher gewohnt sind (66% Ballbesitz). Auch unser Isländer kommt besser ins Spiel. Bezeichnend für unser Spiel ist aber, dass zwei Verteidiger die Tore erzielen.

Eine Erleichterung geht bei den Immer-Auswärts-Fahrern-Und-Im-Fanblock-Stehern um, weil man sich in der nächsten Saison der Ried-Käfig erspart. Wahrscheinlich hatten die Rieder einfach Mitleid mit ihnen…

Es ist natürlich kein Verein zu beneiden, der absteigen muss; aber wenn es schon die Regeln verlangen, dann ist es praktisch, wenn es einen kleinen Verein trifft, weil er mit den finanziellen Bedingungen in der zweiten Liga besser zurecht kommt als ein Unternehmen in der Größenordnung von Rapid. Ein utilitaristischer Ansatz… Aus utilitaristischer Sicht wäre es überhaupt immer praktischer, wenn Rapid gewinnen würde, denn es müssten dann weniger Fans leiden; ganz egal, wer in Österreich der Gegner ist. 

16 Jahre Steffen Hoffmann bei Rapid, 527. Pflichtspiel

Eine sehr emotionale Ehrung waren die Video-Grußbotschaften an Steffen anlässlich seines 527. Pflichtspiels für Rapid. Die Stadionzeitung widmete diesem Jubiläum viele Seiten.

15 Jahre Fanfreundschaft mit Nürnberg

Beim Block-West-Jubiläum “15 Jahre Fanfreundschaft mit Nürnberg” war der Block bis auf den letzten Platz gefüllt. Und die Stimmung war, als würde es um den Meistertitel gehen. Das dürfte aber mit den Gästen aus Nürnberg zu tun gehabt haben, denn man wollte sich von der besten Seite präsentieren. Das bedeutet geschlossenes Auftreten, tolle Choreografie, Pyro und Rauch…

Ein bisschen erinnert mich eine solche Verbrüderung an das Fest bei “Asterix bei den Belgiern”, bei dem sich die Gallier und Belgier ausschnapsen, wer von ihnen der tapferere sei. Bei Asterix waren die Römer die Leidtragenden dieser “Freundschaft”. Und wie ist das “Rapid und FCN”?

Im Bild der “Feldherrnhügel” des BlockWest mit einer Delegation aus Nürnberg.

Gegenüber den PS, die der Rapid-Fanblock beim Support aufbietet, erscheint die St.Pöltner-Delegation wie ein Seifenkistenauto:

Aber die meisten fangen klein an. Die Mobilisierung der Anhänger ist eine Kunst, die auch bei Rapid erst in vielen arbeitsreichen Jahren Früchte getragen hat. Es war keineswegs immer so, dass zu einem unbedeutenden Spiel 20.000 Zuschauer kommen. Das neue Fernsehgeldmodell wird die Vereine motivieren, mehr in Richtung Fanbetreuung zu unternehmen.

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Erinnerungen an das Rapid-Dorf

Das “Rapid-Dorf” ist nicht mehr. Zwar hat man sich seitens des Vereins bemüht, den Bereich unter der Süd-Tribüne als “Rapid-Dorf” zu deklarieren aber wegen anderer Entscheidungen blieb es beim guten Willen und das Dorf wurde nicht als solches erkannt und angenommen.

Zunächst dachte man, dieser etwas tiefere Bereich unter der Süd-Tribüne könnte ein Treffpunkt für alle Zuschauer werden, doch die von der Behörde verlangten geschlossenen Trennungstüren verhindern die Kommunikation mit Ost und Nord  – jedenfalls vor dem Spiel.

Das Verweilen unter dem Stadiondach ist eine frustrierende Sache. Man könnte sich eventuell die Pressekonferenz anschauen aber leider sind die Lautsprecher trotz Urgenzen nicht eingeschaltet oder einfach viel zu leise. Da von ist aber auch die immer wieder zu sehende Werbung betroffen und es ist verwunderlich, dass den Werbepartnern das nicht auffällt.

Aber auch nach dem Spiel will dort keine Stimmung aufkommen. Es ist löblich, dass die Kioske auch nach dem Spiel geöffnet haben (ganz anders als in England); aber man spürt, dass der Gast nach Spielende eher ein Störfaktor ist und es f+r ihn besser wäre, zu gehen.

Die Vermarktungsart im Stadion ist für diesen Gastronomietypus “Dorf” nicht geeignet. Ein kleiner Kiosk ist bezüglich des Getränkeangebots flexibler als das feste Angebot im Stadion. Manche unserer Spiele verarbeitet man einfach besser mit mehr Alkohol danach und das gibt es im Stadion einfach nicht.

Aber diese Entscheidung ist so gefallen, und sie steht einem “Dorf” im Wege. Der als Rapid-Dorf vorgesehene Bereich wird nicht wirklich angenommen. Es gibt aber einen Bedarf dafür. Das kann man an den Menschentrauben beim West-Imbiss (früher St. Hanappi-Imbiss) und vor dem Stags-Head ablesen.

Dorf I (bis 2004)

Das erste “Rapid-Dorf” war an der Stelle der früheren Geschäftsstelle in der Keisslergasse 3, wo sich heute das Stag’s Head befindet. Es war das populärste, weil es am Hauptzugang zum Stadion liegt. Es musste nach dem Baubeginn für das Gebäude der Geschäftsstelle aufgegeben werden. Hier ein Bild vor dem Spiel Rapid-Tirol am 21.7.2007

Dorf II (2005-2013)

Das Areal an der Nordwest-Ecke des Stadion war der Nachfolger und diente auch als Veranstaltungsort für den Tag der offenen Tür, so wie im Bild am 15.7.2006 als frisch gebackener Meister:

Wir haben das Rapid-Dorf II nur selten benutzt, weil der Weg zur Süd-Tribüne – wo unsere Sitzplätze waren – doch ziemlich lang war.

Da in diesen Jahren Rapid über keine eigene Gastronomie verfügte, war die Kooperation mit den Kiosk-Unternehmern sehr praktisch und zu gegenseitigem Vorteil. Das hat sich aber mit dem neuen Gastro-Vertrag schlagartig geändert und die früheren Kiosk-Betreiber müssen andere Geschäftsbereiche suchen.

Diese derzeitige Situation motiviert auch den Verein nicht sonderlich, sich um diese kulinarische “Erste und Vierte Halbzeit” zu bemühen, denn man ist ja dem Gastro-Vertragspartner im Wort.

Was also bleibt, sind die Privat-Initiativen rund um den KiK-Parkplatz und das Stags Head.

Im Tagebuch gibt es eine kulinarische Landkarte für Hütteldorf (rund um das Stadion)

und kann auf der Webseite interaktiv untersucht werden; inklusive der Öffnungszeiten, Webadressen und Telefonnummern.

Dorf III ?

Der Raum unmittelbar vor dem Stadion dürfte aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr – so wie früher – zur Verfügung stehen, also wich der dortige Würstelstand*) (hier ein Bild vom 21.7.2004)…

…zunächst auf den Zielpunkt-Parkplatz aus hieß Anfangs “St. Hanappi Imbiss” und hatte eine eigene Facebook-Seite. Hier im Bild vor dem Altach-Spiel am 15.10.2016.

Der Würstelstand musste aber auf den KIK-Parkplatz ausweichen und heißt dort jetzt “West Imbiss” mit Facebookseite. Hier ein Bild vom 18.3.2017. Dieses Bild täuscht, denn an diesem Tag war es kalt und regnerisch. Im Normalfall findet man dort nicht einmal einen Stehplatz.

Da der Betrieb in den Stadion-Kiosken nach Spielende eingestellt wird und es auch kein attraktives Getränkeangebot gibt, stehen die Kioske außerhalb des Stadions vor und nach dem Spiel praktisch nicht in Konkurrenz zu dem Rapid-Vertragspartner. Eigentlich könnte sich derselbe Unternehmer um die Organisation einer solchen “Ersten und Vierten Halbzeit”, vor und nach dem Spiel in Form eines Rapid-Dorfes bemühen; auch der Stags-Head-Betreiber wäre ein Kandidat.

Links

*) es dürfte nicht derselbe Stand und vielleicht auch nicht derselbe Betreiber sein.


Neulich wurde ich in Facebook gefragt, ob ich Bilder vom Rapid-Dorf hätte. 51 Bilder habe ich gefunden und an Hand des Artikels diese Zeit Revue passieren lassen.

Rapid II-Traiskirchen

2:2 (0:0)

Es hat gut ausgeschaut für Rapid II, denn man konnte die Führung der Traiskirchner ausgleichen und sogar in Führung gehen. Doch nach der Pause haben die Traiskirchner mit dem ersten Angriff die Rapid-Abwehr beim Schlafen erwischt und der Angriff führte ohne bedeutende Gegenwehr zum Ausgleich, bei dem es dann auch blieb.

Sehr auffällig war Kelvin Arase, der sein Spiel auch mit dem Führungstor krönte, später aber gegen Julian Küssler ausgetauscht wurde. Die Freude nach dem Tor ist groß:

Links

Saison 2016/17

Schade, dass gegen Traiskirchen nicht gewonnen wurde, denn mit einem Sieg wäre Rapid II auf den 7. Platz vorgerückt. So ist es dann aber beim 10. Tabellenplatz geblieben.

Gesamt Heim Auswärts

Interessant ist, dass Rapid II bei den Auswärtsspielen einen besseren Platz belegt als zu Hause. In Punkten ausgedrückt macht man auswärts fast genau so viele Punkte (17) wie zu Hause (19).

Wenn man die beiden letzten Spiele in Dornbach (2000 Zuschauer) und dieses auf West I vergleicht, neigt man dazu anzunehmen, dass es einfach das geringe Interesse ist, das motivatorisch in das Geschehen eingreift. Es macht mehr Spaß, von einem tollen Publikum zu spielen; es gibt das Gefühl, dass das Spiel wichtig ist. Hier ein Blick auf die “Haupttribüne”:

Bei Rapid I ist das nicht so, dort sind Heimspiele deutlich erfolgreicher, wie wir nach dem morgigen Spiel sehen werden.

Auf der Homepage von EwkiL:Rapid ist die tagesaktuelle Tabelle der Regionalliga-Ost zu finden.

Ausblick

Da in der kommenden Saison erstmals die Möglichkeit bestehen wird, dass eine Amateuermannschaft in die zweite Leistungsstufe aufsteigt, fragen sich natürlich alle Zuseher, ob Rapid II das schaffen wird und ob es überhaupt ein erstrebenswertes Ziel wäre.

Der Verantwortliche für den Nachwuchs Willi Schuldes  berichtete in einer der letzten Rapid-Viertelstunden, man wolle sich nicht weiter in der Aufbauarbeit beirren lassen, alles bleibe wie es ist, man werde wegen diesem möglichen Aufstiegsszenario keine Änderungen vornehmen.

Das neue Rapid-Trikot vor dem Stadion

Rapid-Viertelstunde vom 27.5.

  • Marek bei Senf und Ketchup
  • Djuricin bleibt Rapid-Trainer
  • Der Gerhard Hanappi-Hof
  • Vorschau zum Rapidlauf
  • Drei besondere Wimpel
  • Stimmen von Cup-Finale
  • Link zu Video

Mattersburg-Rapid

1:3 (1:1)

Es ist schon lange her, dass Rapid ein Auswärtsspiel gewonnen hat (29.10. Admira), und dass Rapid zwei aufeinander folgende Meisterschaftsspiele gewonnen hat, war nur zwei Mal der Fall  (7.8. Austria, 13.8. Admira und 3.12. St. Pölten, 11.12. Ried). Für uns, die wir mit der Mannschaft mitfühlen, war das schon eine außergewöhnliche Wohltat, dieses Spiel in Mattersburg.

Mit jedem dieser Erfolge steigt das Selbstvertrauen und kehrt wieder Ruhe ein. Dazu hat auch die weise Entscheidung des Sportdirektors beigetragen, der Mannschaft nicht noch eine weitere Veränderung anzutun. Die Mannschaft kann sich ohne weitere Umstellung auf den kommenden Donnerstag vorbereiten. Rapid-Herz was willst Du mehr.

Als Beitragsbild verwende ich ein Bild vom Beginn der Aufwärmphase, weil es ein Spiel war, bei dem Steffen Hofmann die Mannschaft aufs Spielfeld führte und auch 90 Minuten spielte. Wer weiß, wie lange wir das noch genießen können.

Gegen Mattersburg hatten wir in dieser Saison mit 8 Punkten die beste Bilanz von allen Gegnern. Am Sonntag könnten wir das mit einem Sieg gegen St. Pölten noch egalisieren.

Eindrucksvoll ist die Anzahl der 100 Ballkontakte von Stefan Schwab (siehe Statistik im Bericht von der Mattersburg-Homepage).

Wenn Du nichts zu sagen hast, dann schrei es hinaus!

Das scheint das Motto der provinziellen Stadionsprecher zu sein. Unser Hannes (nicht der aus Wien, der aus Mattersburg! Und “unserer” ist es, weil wir ihn schon jahrelang genießen dürfen), beschränkt seine Ansagen auf die Aufstellung. Als in der zweiten Spielhälfte vor uns auf einmal Traustason auftaucht, wird uns bewusst, dass er das mit keinem Wort erwähnt hat, auch die Nachspielzeit  ist für ihn keines Kommentars wert, dafür lassen seine alles übertönenden Schreie alle Lautsprecher hoffnungslos übersteuern.

Aber angesichts der positiven Ausbeuten nach diesem Spiel, nehmen wir diese Ohrenbeleidigungen gerne mit nach Hause.

Ambiente

Lange Schlangen vor den Kassen schon zwei Stunden vor Spielbeginn lassen einen guten Besuch dieses Spiels vermuten. Es sind dann schließlich 9.500 Besucher. Diese 9.500 Zuschauer sind aber immer noch deutlich unter dem Besucherschnitt aller bisherigen 27 Rapid-Auswärtsspiele in Mattersburg und der liegt bei 11.050 (Aktuelle Gegner Zuschauerzahlen pro Spiel).

Das gemütliche Sport Cafe unter der Tribüne bietet neben dem üblichen Fußball-Tratsch auch eine Rückschau auf die letzte Runde. Es wird uns bewusst, dass es noch eine Weile dauern wird, bis Rapid wieder “Rapid” ist, denn der letzte Sturm-Sieg war doch eine ziemliche Glücksache.

Support

Der Nordwestwind ließ zu Spielbeginn die Fahnen eindrucksvoll flattern.

Es sind immer wieder neue Fangruppen dabei. Gesehen haben wir die “Grüne Szene Weinviertel” und “Silberfüchse Hütteldorf”.

Lesestoff bieten die verschiedenen Fangruppen auf Transparenten und Doppelhaltern. Das Angebot liegt zwischen extremer Zuwendung zur eigenen Mannschaft bis zur extremen Verächtlichmachung des Gegners. Nicht alles, was da zu lesen steht, muss man unbedingt aufschreiben und in die Höhe halten aber irgendwo zwischen diesen Extremen zwischen Innen und Außen, Kollektiv und Individualismus, zwischen Freund und Feind zwischen Inklusion und Abgrenzung spielt sich unser aller Leben ab.

Auf einem Fiat-Doblo liest man: “Deutscher Meister 1941”, “Rotterdam 85 Bartl, Hermann, Franz und Leo waren dabei”, “Bremse auch für Austrianer und Salzburger”.

Bei dieser Fahrt wurden Christian und Florian durch Mario verstärkt, der sich bemüht hat, für gute Laune zu sorgen; manchmal auch ein bisschen viel.

Beim Nachhauseweg stellt uns Christian(rechts) in seiner unnachahmlichen Direktheit Brucki vor, dessen Blog mich immer schon beeindruckt hat, weil seine Erlebnisse in der Fußballwelt weit über den grün-weißen Tellerrand hinaus gehen und er seine Berichte mit eindrucksvollen Bildern dokumentiert. Schaut Euch in Bruckis Blog um. Bruckis Posts sind auf der Seite EwkiL:Rapid -> News -> nach Kanal -> Brucki zu finden.

Links

Rapid-Sturm

1:0 (1:0)

Nach dem “Gesetz der Serie“*) wäre ein Sieg am Programm gestanden. Und so war es auch. Es wurde ein Sieg (ein Arbeitssieg, wie viele meinen); nach dem Spiel in der ersten Halbzeit ein verdienter, nach der zweiten eher ein glücklicher.

Die Spielzüge in der ersten Halbzeit waren sehenswert und machten Hoffnung. Die Freude nach dem schönen Tor von Tamás Szántó war entsprechend groß:

Wo sind aber die Zeiten, dass es eine Tugend von Rapid war, in der zweiten Halbzeit nachzulegen? Gut, man kann sagen, dass dieser Sieg so extrem wichtig war, dass das Ergebnis mehr zählt als ein schönes Spiel. Fast wäre uns ja dann in der zweiten Halbzeit sogar das 2:0 gelungen aber die Latte hat das zu verhindern gewusst.

Während unser Gegner drei taktische Wechsel ausführen konnte, setzte sich bei Rapid das Verletzungspech fort. Gleich drei Ausfälle – Kvilitaia, Szántó, Schaub – mussten verkraftet werden, wobei Kvilitaia bis Mitte Juli ausfallen wird. Damit im Zusammenhang steht, dass Steffen Hofmann nicht zum Einsatz kam und auf seinen Einsatz für einen neuen Vereinsrekord in den verbleibenden drei Spielen hoffen muss.

Aufwärmen

Choreografie

Die Choreografie zeigte den Schriftzug “Ultras 1988” und den Untertitel “…solange noch ein Tropfen Blut durch unsere Adern zieht”.

Der Sturm-Bock textete “Sportklub Sturm Graz”, goldene Schrift auf schwarz-weißem Grund, eingerahmt von weißen (oben) und schwarzen (unten) Luftballons.

Geschafft, Abstiegsgefahr endgültig gebannt! Das alles hätten wir billiger, viel billiger haben können.

Ein bisschen ist die Situation wie seinerzeit, als Zoki als kurzzeitiger Interimstrainer nach dem Abgang von Peter Pacult erste Bundesligaerfahrung sammeln konnte. Da sich aber der neue Cheftrainer Peter Schöttel nicht bewährt hat, kam dann doch wieder Zoki zum Zug – und gut wars.

Aber eigentlich wollen wir gar nicht, dass sich das wiederholt, es soll doch besser werden, also wünschen wir dem neuen Trainer – wer immer es sein wird – viel Erfolg. Gogo wird uns ja in jedem Fall erhalten bleiben – wie kolportiert wurde.

Was wäre, wenn…

…wir gleich mit Gogo gespielt hätten? Immerhin leitete er seit April bereits 8 Spiele. Nehmen wir an, er hätte diese Ergebnisse über die ganze Saison aufrechterhalten können, hätte wir jetzt 1,67*36 = 49 Punkte und wären auf dem 5. Platz.

Links


*) Gesetz der Serie

Den Begriff “Gesetz der Serie” wurde 1919 von Paul Kammerer geprägt, damals aber eher aus den Bereich der Esoterik definiert, dass sich Dinge aus uns unbekannten Ursachen wiederholen.

Bei zufälligen Ereignissen gilt nur das Gesetz der großen Zahl, also des Mittelwerts. Aber viele Vorgänge mit durchaus zufälligem Charakter zeigen auffällige Häufungen.

In natürlichen zufälligen Ereignisse, wie zum Beispiel dem Wetter, wissen wir, dass das Wetter nicht stündlich oder täglich wechselt sondern die Tendenz hat, längere stabile Perioden zu haben, dass also die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wetterlage einige Zeit Bestand hat, größer ist als eine Änderung. Es gibt auch andere Beispiele in der Technik, die trotz aller sonstigen Zufälligkeiten solche Gesetzmäßigkeiten zeigen.

Im Fußball ist das nicht unähnlich; wir nennen das gerne einen “Lauf” – oder dessen Gegenteil, eine Negativspirale.

Gerade die abgelaufene Rapid-Saison hat uns gezeigt, dass ein bisschen Pech leicht dazu führen kann, dass Selbstvertrauen abgebaut wird und man sich in einer Negativspirale wiederfindet, und die Ergebnisse dann ebenso den Charakter einer gesetzmäßigen Serie haben.

Seit Abgang von Damir Canadi haben die Ergebnisse von Rapid einen neuen Charakter; sie sind “durchwachsen”. Es folgte nach jedem Sieg eine Niederlage und zwar ohne Ausnahme, beginnend beim Cup-Viertelfinal-Spiel gegen St. Pölten:

S N S N S N S N S

und man wäre geneigt anzunehmen, dass sich dieser Trend auch für das heutige Spiel fortsetzt. Und mit diesem Spiel haben wir das bisherige Punktemittel von 1,5 etwas überschritten und sind nunmehr bei 1,67 Punkten pro Spiel und erstmals seit November des Vorjahres ist das Leistungsmittel wieder über die 50% Marke geklettert. Siehe Grafik auf der Seite 123.ewkil.at.

Wenn sich die Serie fortsetzt, würden wir das nächste Spiel gegen Mattersburg verlieren. Aber natürlich gehen alle diese Serien wieder zu Ende und das wäre gut, denn was wir brauchen, ist Selbstvertrauen für das Cup-Finale und daher wären noch Punkte in den letzten Spielen wünschenswert, um diesen 6. Platz auch in der Schlusstabelle halten zu können und mit Zuversicht nach Klagenfurt fahren zu können.

TORNADOS Spezial, Ausgabe 39

Die Menge an Rapid-Lesestoff, die Fangruppierungen in Form von Zeitschriften zur Verfügung stellen, ist beachtlich. Die heute erstmals zum Verkauf angebotene Spezialausgabe der Tornados hatte das Schwerpunktthema “Böhmen, Mähren und Rapid” und übersetzte auf der Titelseite das Motto des Rapideum “Gemeinsam – kämpfen – siegen” ins Tschechische als společně – bojovat – zvítězit“.

Zu dieser Ausgabe habe ich eine besondere Beziehung. Im April traf ich zwei Redakteure der Tornados im Cafe Dresdnerhof und wir plauderten über die Tschechen in Wien und über die Tschechen bei Rapid. Vieles davon wurde in diesem Artikel verwendet. Ich musste mich auf dieses Treffen vorbereiten und habe dazu einiges in einem persönlichen Artikel “Tschechen bei Rapid” zusammengefasst.

Dazu möchte ich einige Ergänzungen anbringen, denn anders als dem drucktechnisch bedingten begrenzten Platzangebot einer Zeitschrift, haben wir hier im Internet Platz genug.

Warum Turnen bei den Tschechen so wichtig ist

Gleich auf Seite 5 im Tornado-Spezial steht, dass die Tschechen eine größere Begeisterung für Sport. besser gesagt Volkssport, haben. Wer das als Wiener liest, könnte vielleicht der Meinung sein, dass das doch nicht sein könne, weil wir ja Rapid und die Donauinsel haben. Es ist aber so, dass es – zumindest bei den Wiener Tschechen – ganz normal war (und ist), einem Turnverein anzugehören; passiv – also nur Mitglied – sowieso, das ist Ehrensache, aber in vielen Fällen durchaus auch aktiv; nicht nur als Leistungssportler sondern – und das ist eben der Unterschied – praktisch alle vom Kleinkind bis zu den Ältesten. Die bekannteste dieser Turnvereine ist der Sokol (Falke).

Das sind seit dem 19. Jahrhundert gewachsene Strukturen, die eine starkes Zusammengehörigkeitsgefühl dieser autochtonen Volksgruppe zur Folge haben. Vermutlich stärkten diese Bewegungen in Böhmen das Nationalbewusstsein der Kronländer und halfen dabei, als Volksgruppe in Wien bis heute zu bestehen.

Diese Sokol-Turnvereine sind über die ganze Welt verstreut, überall dort, wohin es eben Tschechen verschlagen hat. Und diese Vereine treffen alle vier Jahre zu einem großen Schauturnen zusammen. Hier seht Ihr ein Bild eines dieser Schauturnen im Gerhard-Hanappi-Stadion aus dem Jahr 1983:

Wenn man das so sieht, wird man an Aufmärsche des Tausendjährigen Reichs erinnert und so ganz falsch ist das nicht, denn die nationale Ausrichtung ist nicht zu übersehen.

Ein Sokol-Turner wird auch – wenn es soweit ist – mit militärisch anmutender Ehrenwache verabschiedet:

Diese Uniformen haben aber mit Militär nichts zu tun; es sind Phantasieuniformen, die tschechischen Trachten als Vorbilder haben.

Links zu Sokol

Zeugnis von Walter Zeman

Noch eine Kleinigkeit zu dem auf Seite 9 abgebildeten Zeugnis von Walter Zeman. Das Bemerkenswerte ist, dass es in deutscher Sprache abgefasst ist “Deutsches Reich, Reichsgau Wien”. Bis 1938 und ab 1945 waren diese Zeugnisse der (vor 1938 32) tschechischen Schulen in Wien immer in tschechischer Sprache abgefasst. Hier seht Ihr mein eigenes Zeugnis aus dem Jahr 1958:

Das Zeugnis ist vom selben Schulverein “Komenský” bei dem auch Walter Zeman zur Schule ging. Dieser Johann Amos Comenius (“Komenský”) war ein bedeutender Pädagoge im 17. Jahrhundert, der ein gesamtheitliches Lernen vorgeschlagen hat, das in tschechischen Schulen bis heute Bestand hat. Was man in Österreich heute gegen viel Widerstand versucht als “Ganztagssschule” einzuführen, heißt in Tschechien einfach nur “Schule” und funktioniert tatsächlich den ganzen Tag, bis eben die Eltern Zeit haben, die Kinder wieder abzuholen. Straßenschuhe gibt es nicht, auch keine Überkleider in den Klassenräumen.  In der Schule ist es wie zu Hause.

Einladung zum Vortrag “Bitcoin”

Nicht zuletzt durch die letzte weltweite Attacke durch Erpresser-Viren kam auch die digitale Währung, “Bitcoin” ins Gerede, weil Bitcoin als Zahlungsmittel für die Erpressergelder vorgesehen war; und das, weil man damit den Geldfluss (fast) nicht mehr nachvollziehen kann. Aber Bitcoin und die Blockchaintechnologie sind deshalb nicht besser oder schlechter als andere Erfindungen, sie zeigen nur, dass man in der digitalen Welt Technologien entwickeln kann, die eben keine besonderen Spuren hinterlassen. Es ist ein bisschen so wie der Geldkoffer von KHG.

Wir haben bereits lange vor diesem Hackerangriff unsere Abschlussveranstaltung im Juni dem Thema “Bitcoin” gewidmet. Wenn jemand aus dem Kreis der Leser einen Einführungsvortrag von einem wirklichen Profi hören will, kann er sich diesen Termin vormerken. Aber eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich, weil wir mit vielen Besuchern rechnen und die Anzahl der Plätze beschränkt ist.

  • Vortrag “Bitcoin”
  • Vortragender Max Tertinegg, Coinfinity, Graz
  • Dienstag 2017-06-13, 18:00, Vortrag ab 18:30
  • Digital Society, Graben 17/10, 1010 Wien
  • Anmeldung zum Vortrag Bitcoin
  • Veranstalter: ClubComputer, Vereinigung von Computer-Benutzern

Walter Zeman, 90 Jahre

Anlässlich des 90. Geburtstags der Tormann-Legende fassen wir Wissenswertes über diesen Ausnahmespieler zusammen. An Hand der Seite 123.ewkil.at lassen wir die Rapid-Karriere des Walter Zeman Revue passieren.

Walter Zeman spielte von 3.9.1945 bis 28.9. 1960 bei Rapid. Er absolvierte 259 Pflichtspiele. In diesen Spielen schoss Rapid 982 Tore und Walter musste 401 Mal den Ball aus dem Netz holen. Er hat also 1,55 Tore pro Spiel kassiert. Das ist relativ viel, man muss aber bedenken, dass seine Vorderleute in diesen Spielen sagenhafte 3,89 Tore geschossen haben. Der damalige Fußball war deutlich torreicher. Berücksichtigt man also diese Relation der erhaltenen und erzielten Tore, dann liegt Walter Zeman an der Spitze aller Keeper (ausgenommen Torleute mit wenigen Spielen).

Seine Trainer waren Viktor Hierländer, Rober Körner, Rudolf Kumhofer, Max Merkel, Hans Pesser, Josef Uridil und Franz Wagner.

Seine Mitspieler waren Lukas Aurednik, Johann Bauer, Josef Bertalan, Lothar Bilek, Franz Binder, Friedrich Csarmann, Robert Dienst, Karl Domnanich, Durlach, Josef Eder, Leopold Eineder, Wilhelm Fitz, Rudolf Flögel, Herbert Gartner, Leopold Gernhardt, Helmut Geyer, Karl Gießer, Walter Glechner, Franz Golobic, Paul Halla, Gerhard Hanappi, Ernst Happel, Josef Hartl, Franz Häusler, Franz Hofer, Josef Höltl, Karl Hönig, Ludwig Huyer, Karl Jestrab, Robert Kaffka, Franz Kaspirek, Adalbert Kaubek, Josef Kirner, Roman Knor, Franz Knor, Siegfried Kometer, Alfred Körner, Robert Körner, Lambert Lenzinger, Kurt Linder, Franz Lukas, Bruno Mehsarosch, Max Merkel, Erich Müller, Josef Musil, Johann Neuhold, Milan Nikolic, Rudolf Nuske, Karl Osicka, Alfred Pavuza, Dieter Pflug, Franz Prak, Erich Probst, Manfred Reiter, Peter Reiter, Franz Ribitzky, Johann Riegler, Herbert Schaffranek, Walter Schiff, Kurt Schindlauer, Bruno Schlager, Georg Schors, Walter Seitl, Walter Skocik, Ferdinand Smetana, Engelbert Smutny, Johann Steup, Leopold Ströll, Alfred Teinitzer, Walter Traube, Alfred Vuga, Walter Vybiral, Franz Wagner, Stefan Wagner, Friedrich Wolfsbauer, Wilhelm Zaglitsch, Stefan Zajic.

Walter Zeman im Tagebuch

Über die Tschechen

“Zeman” scheint einem Uneingeweihten ein nicht untypischer Wiener Name zu sein; es gibt auch eine gleichnamige Fahrschule und einige andere Unternehmen; alle sind sie Überbleibsel einer längst vergessenen Welt. Sie legen Zeugnis ab von der Zuwanderung bis 1914 und zeigen, dass alle diese ehemals gar nicht so willkommenen Ziegelböhm – auch Walter Zeman war ein solcher, wohnhaft in Vösendorf – das Wien mitgeformt haben, wie wir es heute kennen.

“Zeman” ist eines jener – eher seltenen – tschechischen Wörter, die ganz ohne Hatscheks auskommen. Es heißt auf Deutsch “Edelmann”. Die typisch wienerische Aussprache, etwa wie ‘tséman’ ist nicht korrekt, denn das ‘z’ im Tschechischen ist im Deutschen unbekannt; es ist ein tief summendes ‘s’. Ein ‘s’ summt irgendwo auf der Zungenspitze, das tschechisch ‘z’ aber bringt den ganzen Rachen ins Summen.

Hier findest Du eine Darstellung der “Tschechen bei Rapid”.


Auch die Rapid-Viertelstunde hat dieses Jubiläum in seiner Ausgabe gebührend festgehalten:

Rapid-Viertelstunde vom 19.5.

  • Die Zeman-Vitrine
  • Bei Zemans Familie 1
  • Special Needs Turnier
  • Nachwuchs-Turniere
  • Fredy Bickel Geburtstag
  • Bei Zemans Familie 2
  • Fan-Umfrage Hofmann
  • Link zum Video

Sportklub-Rapid II

1:2 (0:0)

Es war ein interessantes Spiel zwischen grün-weiß und schwarz-weiß, zwischen Hütteldorf und Dornbach und unser Eindruck war, dass Rapid insgesamt mehr vom Spiel hatte. Insbesondere Arase, der einige Male die Seite gewechselt hat, war sehr auffällig. Sowohl er als auch Kovacec haben ihren Treffer jeweils in sehenswerten Aktionen eingeleitet und dann – statt abzuschließen – den Ball zunächst abgegeben und ihn postwendend zurück bekommen – und gepasst hat es.

Warum in die Ferne schweifen, denn die guten Spieler sind so nah!

Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass Aluminium auf beiden Seiten Treffer verhindert hat. Warum der Schiedsrichter am Ende mehr als 7 Minuten hat nachspielen lassen, ist nicht ganz klar, den Gründe gab es keine besonderen. Jedenfalls machte die Stadionuhr nicht mehr mit und ging bereits wieder in die Grundstellung – obwohl das Spiel noch in Gange war.

Eine Begegnung auf dem Sportklub-Platz verspricht Fußballatmosphäre; ganz anders als die – eher – Trainingsatmosphäre von West 1. Mehr als 2000 Besucher fanden sich am Sportklubplatz ein; vor dem Spiel bei einem der gemütlichen traditionellen Straßenfeste in der Alszeile (Rapid-Dorf schau obe).

Bei Spielbeginn wurden verdiente Spieler des Sportklub geehrt und es wurde auch darauf hingewiesen, dass man kurz davor stehe, den Buchstabenstreit über das ‘C’ und ‘K’ endgültig beizulegen. Die Friedhofstribüne meinte auch in einem Spruchband: “2wei Vereine sind einer zu viel!”

Es ist beachtlich, mit wie viel Aufwand die Stadionzeitung hergestellt wird (siehe Links).

Auf der Hernalser Hauptstraße fanden wir eine Ehrentafel, die an den verdienstvollen Sportklub-Spieler und späteren Teamchef Erich Hof erinnert. (Sein Bruder Norbert spielte zwischen 1971 und 1976 bei Rapid.) Auch an dieser Tafel geht der Namensstreit zwischen WSK und WSC nicht spurlos vorüber, ein Pickerl meint, dass WSC der richtige Name wäre: wir werden sehen!

Links

Offenbarungen der hiesigen Seele

Offenbarung 1

Offenbarung 2

Reaktionen

Auffällig ist, dass Rapid innerhalb von drei Tagen auf das Ereignis reagiert hat; was mit den Herren Studiosi geschieht, weiß man nicht so genau und es beschleicht uns ein beklemmendes Gefühl, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Personen in einigen Jahren als Juristen über Sachverhalte zu entscheiden haben, dieses Gedankengut im Hinterkopf habend. Wäre da nicht mehr zu tun?

Ein interessanter Aspekt der Fernsehdokumentation wäre aber auch für den Bereich “Fußball” überlegenswert. Die 32 Personen, die der sonderbaren Facebook-Gruppe angehörten, wurden von Danielle Spera (Direktorin des jüdischen Museums) eingeladen, an einem Workshop teilzunehmen und tatsächlich haben sich zwei dieser 32 Personen dazu bereit erklärt. Mein Vorschlag dazu am Ende des Artikels.

Symbolisch für dieses Thema verwende ich ein Bild des Holocaust-Mahnmals in Berlin. (Quelle pixabay)

Obwohl hier zwei “Offenbarungen der hiesigen Seele” zufällig zusammentreffen, möchte ich als langjähriger Beobachter der Fußballs in der Variante “Rapid” darauf hinweisen, dass der Schweregrad der Verfehlungen sehr verschieden ist – auch die Konsequenzen.

Bei den Studiosi bleibt einem einfach die Spucke weg, man findet weder eine Erklärung, noch eine Entschuldigung – aber Konsequenzen bleiben aus. Laut Fernsehreport kann man sie nicht etwa von Studium ausschließen.

Die Rufe am Fußballplatz sind erlernt und tradiert “am Platz”, sind Teil einer Ausdrucksforn des ewig scheinenden Konflikts zwischen Grün-weiß und Violett. Anders als bei den Akademikern sind diese Rufe öffentlich und geben uns die Chance, etwas zu verändern. Aber die Rufer sind keine praktizierenden Antisemiten wie die Zeitungen meinen. Konsequenzen folgten auf dem Fuß.

Wenn diese beiden Verfehlungen gleich gewichtet wären, müssten doch auch die Konsequenzen dieselben sein – oder nicht?

Dabei ist es aber genau umgekehrt. Jene, die trotz vorhandenem Verständnis für die Rechtslage gegen jede Moralvorstellung handeln, müssen praktisch keine Konsequenzen erwarten; warum eigentlich? Sind sie etwas Besseres? Und die anderen, die etwas wiederholen, was sich seit Jahrzehnten ungeahndet im Bereich des Wiener Derby wiederholt, werden zukünftig nicht mehr das Stadion betreten dürfen. Aber sind wir daran nicht alle ein bisschen mitschuld, indem wir in all den Jahren vorher dieselben Rufe geduldet haben und zu wenig dagegen unternommen haben?

Meine Wahrnehmung

Wir waren bei dem Spiel von Rapid II gegen die Austria Amateure auch anwesend und haben gegen Spielende einen Tumult wahrgenommen, haben aber die besagten Rufe nicht erkannt. Auch die in größerer Nähe stehenden Rapid-II-“HardCore”-Anhänger haben es nicht unmittelbar gehört aber so nach und nach wurde bekannt, um welche Gruppe es sich gehandelt hat.

Besucht man Fußballspiele, dann gehört man nach einigen Jahren irgendwie “dazu”. Ich fürchte, ich selbst bin da mittendrin in “der Szene”. Nicht im Zentrum des Blocks, eher in der Peripherie, aber durch die große Anzahl unserer Begegnungen mit dem Publikum bei Spielen von Rapid II wissen wir, wie groß die Abneigung gegenüber dem jeweiligen Gegner und ganz besonders gegen den Stadtrivalen ist.

Am Fußballplatz gibt es ein Vokabular, das mir persönlich überhaupt nicht behagt, und ich habe mir angewöhnt, das Gehörte dort zu belassen, wo ich es gehört habe: am Fußballplatz und man darf es nicht in den Alltag stellen und aus dem Zusammenhang. Und ganz besonder aber haben – nach meiner Ansicht – diese Rufe im Fall der betroffenen Gruppe – nichts mit Antisemitismus zu tun, auch, wenn es sich so anhört.

Einzelne Fans wurden mehr durch den Fanblock denn durch ein intaktes familiäres Umfeld sozialisiert. Dieses Umfeld im Block ist es, das man behutsam beeinflussen muss. Behutsam deswegen, weil es nicht darum gehen kann, jemanden auszusperren, sondern darum, Mängel der Sozialisierung zu korrigieren.

Beispiel 1: Eine sehr freundliche Besucherin von Rapid-Spielen, die sich abseits des Spiels durchaus gepflegt auszudrücken pflegt, verwandelt sich während eines Spiels zu einem Hardcore-Fan der Extraklasse. Sie gerät dabei so in Fahrt, dass sie in jeden gegner-verachtenden Chor einstimmen würde, der sich anbietet; ganz egal, mit dem man den Gegner jeweils vergleicht. Das ist völlig irrational aber auch das kann Fußball. Wahrscheinlich ist ein Fußballspiel sogar ein wichtiges Ventil, die Mensch auslebt, wenn er sich die ganze Woche diszipliniert betragen muss. Die Bekannten dieser Besucherin würden sich wundern, wenn sie die Kommentare hören würden.

Beispiel 2: Ein außergewöhnlich treuer Rapid-Fan bezeichnet unsere violetten Freunde manchmal “die Juden”, speziell, wenn wir verlieren. Glaubt es mir, er hat keine Ahnung, was er da sagt. Er spricht nur etwas nach, was er in seiner sonstigen Umgebung aufgeschnappt hat und weil es im Zusammenhang mit der Austria verwendet wird. Von seinem Elternhaus hat er es nicht. Es könnte durchaus passieren, dass er das bei einem Rückstand von Rapid hinausschreit und irgendwo eine Kamera das aufnimmt – und dann haben wir den Salat; er wir möglicherweise wie die vier anderen von Rapid-Veranstaltungen ausgeschlossen. Eine schwerere Bestrafung kann es für ihn gar nicht geben. Es wäre so wie Einzelhaft unter verschärften Bedingungen. Noch einmal: er hat keine Ahnung, was er da sagt – ganz im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Juristen.

Und es genügt nicht, ihm zu sagen, dass man das nicht sagt; dazu gehört viel mehr. Bedenkt, er verbring jede freie Minute am Fußballplatz und der Fußballplatz ist seine verlängerte Kinderstube. Ich kann ihn vorsichtig korrigieren aber mit mir verbringt er wenige Minuten aber mit dem Block viele Stunden. Seine Umgebung muss sich ändern, erst dann hat er eine Chance. Und hier wieder ist der Verein gefordert. Angesichts der neuen Massen im Fanblock hat ein Fußballverein eben auch die Aufgabe, seine Anhänger in einer Art Späterziehung zu beeinflussen. Strafen sind aber nur eine Möglichkeit; eine ziemlich hilflose und unwirksame . wie mir scheint.

Rapid hat dabei den Vorteil eines sehr heterogenen Fanblocks, der sich darüber hinaus auch als unpolitisch erklärt hat und von dem bekannt ist, dass er innerhalb der Spiele von Rapid solche Äußerungen wie sie auf West 1 zu hören waren, von sich aus unterbindet.

Es dürfte schon Gruppen innerhalb des Blocks geben, denen man extremes Gedankengut zuschreiben kann. Aber die Gruppe auf West 1 war das vermutlich nicht. Es wurden hier Slogans gerufen, die sich über Jahrzehnte hartnäckig in den jeweiligen Fanblöcken gehalten haben (betrifft die Austria wegen der Kleinheit des Fanblocks noch mehr), ohne dass man das seitens der Vereine ausreichend bekämpft hätte.

Die Maßnahmen, die der Verein zur Aufarbeitung beigetragen hat, also das Museum, die Aufarbeitung der Kriegsjahre durch eine Historiker-Kommission, zusammengefasst im Buch “Grün-weiß unter dem Hakenkreuz”, beeindrucken mich als Leser aber kaum jene, die es betrifft, weil das alles in einer Sprachwelt stattfindet, die eine ihnen fremde ist. Wer von den eigentlichen Adressaten sitzt bei der Sendung “Thema” vor dem Fernseher und ist betroffen? Wahrscheinlich keiner.

Wanderer kommt Du zu einem Wiener Stadtderby…

…und nehmen wir an, Du kommst aus Deutschland. Dann wirst Du Dich wundern, was hierzulande alles “einegeht”, was westlich von Salzburg eventuell mit einer Strafe belegt wäre. Es geht um die Texte auf Transparenten, Fahnen und Doppelhaltern und die Gesänge zweifelhaften Inhalts.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für Links aus der deutschen Presse, die mir ein treuer Leser des Tagebuchs vor einiger Zeit zugesendet hat und die zeigen, dass ein Fußballverein auch anders reagieren kann als es bei Rapid der Fall ist.

“Scheiß xyz”

Die Verbände und Vereine versuchen, die markige Sprache am Fußballplatz zurück zu drängen.

Für einen Doppelhalter mit der Aufschrift “Scheiß Red Bull” wurde der betreffende Verein vom DFB bestraft; ein Ausspruch, der – laut Portal Faszination-Fankurve – in jedem Bundesligastadion zu hören wäre, auf vielen Fanschals, Trikots und Plakaten aufgeschrieben steht und praktisch Teil der Fußballszene geworden ist.

Die Vereine versuchen, Strafen auf die Verursacher abzuwälzen.

Ein Böllerwerfer des 1 FC Köln aber auch der Fangesang „Dietmar Hopp du Sohn einer Hure“ oder “BVB Hurensöhne” mit Strafen belegt.

Zwar wird in den Beiträgen eine unklare Haltung des DFB kritisiert, aber diese Links sollen zeigen, dass man sich auch beim Nachbarn mit diesen Auswüchsen auseinander setzt.

Die Kinder sind immer aus Wien

Wählerversammlung der NSDAP 1932

Etwa “begrüßen” uns die Austria-Anhänger mit “Rapid verrecke”, worauf sich die Rapid-Anhänger geradezu als Literaten betätigen und rufen ihrerseits “Man liest an jeder Ecke, Austria verrecke.” Unappetitlich, oder?

Wer ganz genau hinhört, weiß, dass es auch den zwischen den eigentlich verfeindeten Fangruppen abgestimmten Ruf “Rapid” aus dem Rapid-Sektor gibt, auf den der Austria-Sektor konzertiert “verrecke” antwortet. Die Gruppen sind einander ähnlicher als man das auf Grund der Farben meinen würde. Es findet eine Art Scheingefecht statt. Und wozu dieses? Es dient dem Zusammenhalt der Gruppe!

Und zu diesem Zusammenhalt gehört auch das Übertreten von Grenzen. Sei es gegen unbequeme Gesetze wie jenes über die Pyrotechnik, sei es in Form antisemitischer Rufe. Nach meiner Ansicht überwiegt der Aspekt der Grenzenübertretung gegenüber dem Aspekt tatsächlichen Antisemitismus.

Ich habe mich anlässlich eines in dieser Hinsicht besonders auffälligen Auswärtsspiels im Jahr 2009 an den Fanbetreuer der Austria gewandt (damals gab’s einen solchen, später nicht mehr; wie es heute ist, weiß ich nicht) und wir waren beide einer Meinung, dass man da was tun müsse. Nun sind aber viele Jahre vergangen und es wird nicht besser.

Wir erleben, dass diese markige Ausdrucksweise zu einem Teil des Spiels geworden ist und dass weder die wechselseitigen Beleidigungen noch die antisemitischen Rufe denselben Stellenwert haben wie wenn sie in auf anderem Boden in derselben Form verwendet werden würden.

In einem Artikel in der “Tagespresse” wurde dem Sprayer “Puber” vom Richter ein einjähriger Kalligrafiekurs zur Verbesserung seiner grafischen Kompetenz verordnet. Das wirkliche Urteil fiel natürlich anders aus. Aber so schlecht war die Idee gar nicht.

Was wäre, wenn man die Texter des Fanblocks dazu einlädt, gemeinsam mit realen Autoren (Franzobel wäre ein solcher, der eine große Affinität zu Fußball hat) zu einem Workshop einlädt, dessen Ziel es ist, Texte zu erarbeiten, die sowohl die Aggression gegen den Gegner zum Ausdruck bringen und auch einer moderaten moralischen Kritik standhalten?

Nicht strafen, informieren!

Ja, man muss etwas tun, aber vergesst Stadionverbote, die ändern gar nichts, die beruhigen nur die Öffentlichkeit.

Verlangen wir von den Betroffenen die Teilnahme an einem verpflichtenden Kurs, der die Sachverhalte so aufarbeitet, dass es “unter die Haut” geht. Dazu gehört eine mehr als erklärende Führung im Rapideum mit dem Thema “Fußball im Nationalsozialismus” und eine Schulung “Judentum für Fußballfans” im jüdischen Museum.

Die Betroffenen sollten sich nicht nur einen Vortrag anhören müssen. Es gehören harte Filme und audiovisuell aufbearbeitetes Anschauungmaterial über die damalige Zeit dazu und über diese Filme müsste verpflichtend diskutiert werden. Jeder Teilnehmer muss in einer mündlichen und/oder schriftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zeigen, dass es ihm bewusst ist, was es bedeutet, im historischen Kontext jemanden als “Juden” zu beschimpfen. Ein geschickt ausgearbeiteter Multiple-Choice-Test könnte so eine Auseinandersetzung- unabhängig von der Bildungsstufe – sein, wir kennen das ja vom Führerschein.

Aktionismus

Die belehrende Art, gegen Antisemitismus aufzutreten, ist möglicherweise bei den eigentlichen Adressaten nicht sehr effizient, weil man mit Ablehnung rechnen muss. Vielleicht können aber außergewöhnliche Methoden helfen, Fußballfans zu beeinflussen?

Ich bin nicht mehr in dem Alter, aktionistisch in einer Fankurve stehen zu wollen. Anderseits beobachte ich aber, dass die “große Gruppe” sehr anziehend für junge Rapid-Fans ist. Vielleicht könnte man diese Anziehungskraft nutzen, um bei Spielen gezielt Aktionen durchzuführen, die auf Dinge hinweisen, die man beeinflussen will. Als Techniker bin ich zu wenig phantasiebegabt aber für Künstler könnten das willkommene Projekte sein.

Der Block ist während des Spiels “unter sich”. Die Aktionisten brechen dieses “unters sich” auf.

Ich meine mit diesem Aktionismus, dass Teilnehmer eines (Kunst-)projekts auf den Rängen auftreten. Ein paar Minuten genügen vielleicht. Die wichtigste Botschaft – ganz egal, was sie sonst tun – ist, dass die Kurve nicht der Kurve allein gehört, sondern ein öffentlicher Ort ist und nicht ein “rechtsfreier Raum”, wie das gerne gewollt wird.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass diese Aktivisten im Block “Andersartigkeit”, “Judentum”, “Verfolgung” oder “Aggression” darstellen, etwas, was die Fans eine Zeitlang aushalten sollen.

Man müsste solche Vorschläge nur einmal einer Künstlergruppe unterbreiten, Künstler sind sicher erfinderischer.

Von verbalen Verfehlungen ist ja nicht der Fanblock allein betroffen, alle Tribünen gehören dazu (wie ich mich überzeugen konnte) , und daher könnten solche Aktionen durchaus stadionweit durchgeführt werden, indem die Künstler durch alle Tribünen wandern.

“Wiener Zucker” leistet sich solche Aktionen – für höhere Umsätze und gegen die Volksgesundheit. Den Aktionismus können wir vom “Wiener Zucker” abschauen und in den Dienst der guten Sache stellen.

Links

MV Gregorits Krammer Peschek

Dass auch ein Abstiegsgespenst anwesend gewesen wäre, davon war nichts zu bemerken, als die Präsidiumsmitglieder Petra Gregorits, Michael Krammer und Geschäftsführer Christoph Peschek die Lage von Rapid schilderten.

Ein Blick auf das Auditorium:

Ehrungen

Der formale Teil, die diesjährige Generalversammlung, war schnell absolviert, wichtigster Teil waren die Ehrungen altgedienter Mitglieder, allen voran die Ehrung von Ernest für 50 Jahre Mitgliedschaft beim Klub der Freunde! Wir gratulieren! Hier im Bild mit Präsident Krammer.

Abstiegskampf

Wenn am kommenden Wochenende St. Pölten gegen Ried gewinnt, dann wäre Rapid “aus dem Schneider” meinte sinngemäß Gerhard Niederhuber, und wir alle wünschen das natürlich, aber mehr noch wünschen wir, dass Rapid im Spiel gegen Sturm seine eigenen Hausaufgaben erledigt, denn mit einer guten Leistung kann sich auch das immer noch nicht regenerierte Selbstvertrauen wieder aufbauen.

Auf das eventuelle Schreckensszenario “Abstieg” gibt es nicht wirklich eine Antwort und hoffentlich müssen wir uns nicht auf so etwas einstellen.

Was wäre wenn…

Der wichtigste Satz des Abends war aber, dass wir aus allen diesen Ereignissen der abgelaufenen Saison lernen sollen und jeder der Akteure manche Entscheidungen mit dem heutigen Wissensstand anders treffen würde. Aber um eine Entscheidung in der Vergangenheit zu verstehen, muss man sich auf das Informationsniveau von damals begeben, und dann ist vieles wieder verständlich und nachvollziehbar.

Ich ergänze, dass wir alle nicht wissen, was aufgrund einer anders getroffenen Entscheidung in der Vergangenheit passiert wäre. Wenn nämlich die Verletztenserie tatsächlich etwas mit dem allgemeinen Druck im Herbst zusammenhängt (“psychosomatisch”), dann hätte sie wohl jeden Trainer getroffen, egal, wer es gewesen wäre.

Wenige Eigenbauspieler

Eine Beobachtung, die Michael Krammer analysierte war, dass wir einige Spiele in unseren Reihen hatten, die später in höheren Ligen durchaus erfolgreich waren, wie etwa Beric, Kainz, Burgstaller und andere. Aber alle diese erfolgreichen Spieler benutzten Rapid allesamt als Sprungbrett aber keiner von ihnen stammte aus dem eigenen Nachwuchs. Dieser Umstand gibt zu denken und daran wird gearbeitet.

Befremdlich war auch die Schilderung des Verhaltens von Nachwuchsspielern, die bei der Frage nach Idolen und Zielen sehr selten bis gar nicht die eigene Kampfmannschaft als Vorbild und auch als erstrebenswertes Ziel genannt haben, sie sahen ihre Zukunft (ein ‘bisschen’ unrealistisch) “in Barcelona”, ohne zu bedenken, dass jeder Weg dorthin immer ihren Anfang in der eigenen Kampfmannschaft liegen muss.

Das ist auch eine wichtige Aufgabe von Petra Gregorits, durch die bereits eingeführte Patenschaft von Stammspielern der Kampfmannschaft mit einer der Jugendmannschaften, die Bindung der Schüler an den Verein zu stärken.

Trainingszentrum

Es ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt, den Standort und die Bedingungen für ein Trainingszentrum zu finden und zu optimieren. Man benötigt dafür mindestens 8 Plätze. Es sei nicht einfach, im derzeitigen Bauboom eine solche Fläche zu finden.

Ein wichtiger Punkt ist die Kommunikation zwischen allen Schüler-, Jugend-, Amateur- und Profimannschaften, denn gerade diese Kommunikation zeigt den jüngeren Spieler die Ziele auf, wohin ihr Weg führen kann. Durch die derzeit örtliche Aufteilung fänden zu wenige solcher Kontakte statt.

Der von Damir Canadi angesprochen Umstand, dass man die Bedingungen am gegnerischen Platz derzeit nicht nachbilden kann (es geht um die realen Maße anderer Spielfelder), wird am Platz 8 im Happel-Trainigszentrum realisiert werden. Dieser Platz hat als einziger die Abmessungen realer Spielfelder und wird in einen Rasenplatz umgewandelt werden.

Die Bildung einer Damenmannschaft hängt mit dem funktionierenden Trainingsgelände zusammen und kann derzeit noch nicht realisiert werden. Man wisse aber von diesem Wunsch und werde darauf nicht vergessen.

Bedingungen bei RedBull

Es wurde berichtet, dass bei RedBull 16-jährige Talente um hohe Summen eingekauft und ausgebildet werden; alles das sind Dinge, die bei allen anderen Bundesliga-Vereinen nicht möglich sind. Ganz abgesehen davon, dass RedBull nicht eine Kampfmannschaft mit nachgelagerten Nachwuchsteams betreibt, sondern ein ganzes Netzwerk von Vereinen auch in höheren Ligen, wie zum Beispiel Liefering in Österreich anderen Mannschaften in anderen Kontinenten.

Schließlich wurde auch auch aus einem Bericht im “Kicker” zitiert, dass etwa bei RedBull/Rasenball Leipzig nicht mehr als 17 stimmberechtigte Mitglieder gibt, man dort also eine Mitgliederverein vortäuscht, wo keiner ist.

Wir können gespannt sein, wie die UEFA diese Situation bewertet und ob sie beiden Mannschaften, Salzburg und Leipzig die Spielberechtigung erteilen wird. Mein Tipp: ja, sie wird das tun, weil es ihr nicht um faire(re) Bedingungen für den Wettbewerb sondern um maximale Gewinne geht.

Finanz

Dass bei Rapid ein Zuschauerschnitt von über 20.000 trotz der verpatzten Saison erzielt wird, spricht für den Zusammenhalt der Rapid-Familie und man kann durchaus stolz darauf sein, dass man das schafft. Mehr noch, man schafft trotz der überraschenden Ausgaben für gekündigtes Personal ein ausgeglichenes Budget.

Immer wieder wird von 10 Millionen gesprochen, die dem Laien suggerieren, dass man diese “im Talon” hätte. Das ist aber nicht so, denn dieses “Eigenkapital” besteht größtenteils aus Anlagenwerten.

Geld spielt nicht Fußball…

…wird gerne Richtung RedBull skandiert. Aber ohne Geld schaut es ziemlich traurig aus, wie wir aus mageren Jahren der Vergangenheit wissen. Gar nicht auszudenken, wenn uns diese Horrorsaison ohne den Einnahmenzuwachs der heurigen Saison getroffen hätte.

Die immer wieder vorgetragene Kritik, dass man sich zu viel um die Vermarktung kümmert aber zu wenig um den Sport, können wir an dieser Stelle ein letztes Mal erwähnen aber auch gleich vergessen, weil wir das erwirtschaftete Geld einfach brauchen und sei es, um vorzeitig beendete Verträge auszuzahlen.

Christoph hat erwähnt, dass seit Saisonbeginn 13 (!) neue Sponsoren gewonnen werden konnten; eine beeindruckende Zahl.

Neue Spieler

Wir spielten in der vergangenen Saison im Prinzip mit demselben Kader. Veränderungen gab es nur bei Kainz (ersetzt durch Traustason). Prosenik (erstzt durch Kvilitaia) und Petsos (ersetzt durch Mocinic. Wer hätte vor der Saison die hartnäckigen Verletzungen geahnt, zu der dann auch die von Schwab und Schobesberger dazukam.

Da es in der heurigen Saison keine “natürlichen” Abgänge gibt, werde man versuchen, durch Einbindung der Spielerberater einen gewissen Druck auszuüben, um Spieler zu einem Wechsel zu bewegen, weil sie mit keinen Einsatzminuten rechnen können. Ob diese Möglichkeit aber in allen Fällen erfolgreich sein wird, werden wir sehen.


Wir bedanken uns für den lehrreichen Besuch und wünschen der Führungsriege viel Erfolg bei der bevorstehenden Nominierung des neuen (alten?) Cheftrainers; wir alle könnten “ein kleines bisschen Glück” brauchen.

Petra Gregorits, Florian, Michael Krammer

Peter, Christoph Peschek, Janine

Christian, Christoph Peschek

Links

RB-Rapid

1:0 (0:0)

Ich finde, dass das Spiel von Rapid ein gutes Spiel war, vielleicht sogar eines der besten unter Gogo. Es war nicht zu erwarten, dass man das Spiel dominieren könnte, aber Rapid hat trotz großer Überlegenheit des Gegners keine kritischen Situationen im Strafraum zugelassen und das ist eigentlich eine tolle Defensivleistung.

Wenn wir dieses Spiel gegen Salzburg als Maßstab nehmen, können wir durchaus mit positiven Erwartungen in die Cup-Begegnung gehen. Sagen wir 40% Wahrscheinlichkeit für einen Sieg. Einerseits, weil es für RedBull um nichts mehr geht und vor allem, weil es für RedBull ein Auswärtsspiel sein wird.

Und in einem Fußballspiel kann natürlich viel passieren. Wenn Lazaro nach der Kopfballabwehr den Ball nicht zufällig vor die Füße bekommt, der Verteidiger sich nicht wegdreht (um den Ball nicht abzufälschen) und Knoflach die Hände nicht rechtzeitig nach oben reißen kann, weil der Ball gar so gut getroffen wurde,… Diese Szene muss sich so nicht ereignen. Und daher haben wir im Cup eine Chance. Und die wird sogar höher sein als im gerade gesehenen Spiel.

Eigentlich eine nette Geste des ORF…

So, wie es einen Grund dafür gibt, dass das Spiel gegen RedBull am Samstag Nachmittag stattfand, gibt es wohl auch einen Grund, warum das Spiel von Rapid II zeitgleich stattfinden musste.

Den ersten Grund liefert Heute und meint, das Spiel in Salzburg wäre für den ORF vergleichsweise uninteressant. Nun, als Rapidler kann ich da nur sagen, “recht hat der ORF”, es ist wirklich ziemlich uninteressant, die Meisterfeier zu zeigen, wenn dieser RedBull heißt.

Den zweiten Grund wissen wir nicht. Warum man das Spiel gegen Stadlau nicht zum Beispiel hätte um 14:00 starten können, damit man beide Spiele hätte sehen können, weiß wahrscheinlich nicht einmal der Fußballgott.

Rekordmeisterbar

Früher waren wir auswärts immer mit dabei, heute ist das aus familiären Gründen nicht immer möglich, daher besuchten wir die Rekordmeister-Bar. Und gut war’s, dass wir dort waren, denn allzu überfüllt war die Bar nicht und wir trugen mit unserem Besuch dazu bei, dass die Kellner nicht in der Überzahl waren. Glücklicherweise kam auch ein Fanklub, der eine Museumstour mit abschließendem Bar-Besuch gebucht hat. Ohne diese Gruppe, hätte es ziemlich leer gewirkt. Mit ein Grund ist die schlechte Bildqualität der Hauptleinwand. Bei Nachmittagsspielen müsste unbedingt für eine Abschattung gesorgt werden.

Ein weiterer Teil der Rapidler war beim Spiel von Rapid II, drei Etagen tiefer, und die hatten mehr zu lachen. Rapid II gewann gegen Stadlau 3:1. Bravo!

Wir vergnügten uns einstweilen mit Marcus Rapid, der unsere Aufmerksamkeit ziemlich auf sich gezogen hat; aber nicht so viel, dass wir nicht den Satz von Gogo gehört hätten, der da lautete, dass “Schössi nicht gut spielen müsse”. Er hat das wirklich gesagt, ist aber dabei offenbar in eine kleine Falle des Interviewers getappt; vermutlich wollte er seine Aufstellung verteidigen. Aber – wie gesagt – wir waren durch Marcus ein “bisschen” abgelenkt.

90. Geburtstag Walter Zeman

Wenn Du in der nächsten Zeit zu Rapid kommst, schau Dir die erste Vitrine in der Aula der Röhre an. Dort sind Erinnerungsstücke an Walter Zeman zusammengestellt. Laurin Rosenberg freut sich besonders über das Schulzeugnis aus dem Schuljahr 1940/41, in dem Walter die Tschechische Schule in der Wielandgasse besucht hat.

Weitere Ansichten von dieser Vitrine finden sich bei den Bildern zu diesem Spiel.

Der Rapid-Motor stottert!

Schaut einmal auf die folgende Grafik. Links sieht man die erfolglose Zeit (nur Unentschieden-gelb und Niederlagen-rot) unter Canadi und dann folgen immer ein Sieg-grün und eine Niederlage-rot aufeinander.

Dieses “Kalt-Warm” wirkt auf uns wie ein Motor, der beginnt sich zu drehen, aber noch nicht alle Zylinder zünden. Es wird schon!

Es könnte aber so weitergehen, wenn man an die kommenden Paarungen denkt. Gegen Sturm könnte man bei Heimpublikum einen Sieg einfahren, was aber beim danach folgenden Mattersburg-Spiel nicht so klar ist, denn die haben vorher Altach zu Gast und sollten sie das Spiel verlieren, wird das Mattersburg-Spiel eines der schwierigeren Sorte.

Langsam steigt auch der rote 10-Spiele-Mittelwert im Diagramm nach oben und wird nach dem nächsten Spiel endlich wieder die 50%-Marke übersteigen und als grüne Kurve oberhalb der Mitte die Saison beenden; und hoffentlich nicht – wie unter Matthäus am 8. Platz.

Die grünen Balken am unteren Bildrand sind die Zuschauerzahlen der Heimspiele und die braunen Balken jene der Auswärtsspiele.

Links

Rapid-Viertelstunde vom 12.5.

Diesmal schauen wir Maurizio Zoccola, dem Videoanalysten des SK Rapid  bei seiner Arbeit über die Schulter. Außerdem waren wir bei einer ganz besonderen Trainingseinheit für die Partner und Sponsoren des Rekordmeisters mit dabei.

Alles Gute zum Geburtstag…

…wünschen wir unserem Ferdinand, der die Rapid-Grill-Schürze an diesem ersten schönen Tag in Breitenfurt genossen hat. Danke für die Bewirtung!

Stammtisch

Das Stammtisch-Format mit zwei Diskussionsrunden, eine mit Spielern und eine mit Sportexperten hat sich bewährt und wird nun schon zum 4, Mal abgehalten. Der nächste derartige Stammtisch wird im Juli sein. Dann werden wir alles wissen, was heute noch undenkbar und erhofft war und auch über die Person des Trainers wird man dann schon Bescheid wissen und möglicherweise wird er, den neue (oder der alte neue) Trainer in dieser Runde dabei sein.

Kurzmeldungen

Es sind bereits über 8.000 Karten für das Cupfinale verkauft und es werden wohl noch mehr werden. Allein von Rapid fahren 10 Busse. Florian und ich haben ein freundliches Angebot von Hans angenommen und fahren mit dem Bus des Fanklubs Speising; das Auto bleibt zu Hause.

Die Sendung “Rapid-Viertelstunde” von W24 ist zunehmend populär und hat zwischen 80.000 und 100.000 Zuseher,  die Zuschauer im Internet mit eingerechnet.

Max Wöber und Philipp Schobesberger

Was die beiden gemeinsam haben ist, dass beide bereits voll in ihrer Fußballkarriere stehen und als eine Art lästige Pflichtübung ihre Matura so nebenbei erledigen. Bei Philipp ist das schon drei Jahre her, aber für sein selbstbewusstes Auftreten bei den Fragen von Andy Marek bekommt er Szenenapplaus.

Schlimm ist seine Verletzung im Knorpel, die in der MR nicht in vollem Ausmaß erkannt und erst nach einem operativen Eingriff richtig diagnostiziert wurde. Aber das alles sei jetzt überstanden und Philipp würde im Sommer wieder voll ins Training einsteigen. Lieblingsverein: Barcelona, Vorbildspieler: Neymar.

Max berichtet über seine Aufnahme im Team und bedankt sich indirekt bei den älteren Spielern, dass sie ihm den Einstieg leicht gemacht hätten. Erlebnisse wie sie vor 50 Jahren noch kolportiert wurden, dass die jungen den älteren Spielern die Schuhe hätten putzen müssen, kämen heutzutage nicht vor. Lieblingsverein: Manchester United, Vorbildspieler: Hummels.

Diskussionsrunde

Wolfgang Winheim (Kurier, in Pension), Daniel Mandl (ASB, abseits.at), Christoph Peschek (Geschäftsführer Wirtschaft), Markus Katzer (derzeit Vienna), Peter Klinglmüller (Pressesprecher).

Die Diskutanten am Podium hatten auf die durchaus provozierenden Fragen von Andy Marek wie etwa Trainerfrage, Abstiegskampf, Cup oder Finanzierung sehr bedachte und differenzierte Antworten parat.

Überraschend war zum Beispiel, dass man praktisch darin übereingestimmt hat, Gogo bei einem abschließenden Erfolg die Chance zu geben, die Mannschaft weiterzutrainieren, denn einen neuen Trainer könne man ja später immer noch holen.*)

Auch im Abstiegskampf war man sich sonderbar einig, dass das nach dem 4:0 gegen Wolfsberg kein Thema mehr wäre, was einem tabellenkundigen Zuschauer nicht ebenso klar sein muss. Und auch die Herren am Podium haben vielleicht auch ein bisschen das Publikum beruhigen wollen, denn auch sie finden auch gleichzeitig mit ihrem Optimismus bedenklich, dass man beim kommenden Sonntagsspiel den Veilchen den Sieg mehr wünscht als den Riedern; wie sich doch die Zeiten ändern können.

Bis zuletzt noch die Chance auf einen internationalen Platz zu haben, ist ein sehr motivierendes Element für die letzten Spiele und wir können annehmen, dass die Spieler versuchen werden, diese letzte 50:50-Chance eines Cupsiegs zu nutzen. Allein, dass Rapid des Finales erreicht hat, bedeutet für die ÖFB-Verantwortlichen eine gewisse Erleichterung, damit man ein so prestigeträchtiges Endspiel nicht etwa vor leeren Rängen austragen muss.

An dieser Stelle wurde auch von den längerdienden Fußballbeobachtern in Erinnerung gerufen, dass auch Rapid einst nur vor wenigen Zuschauer in die ungeliebten Cuprunden ging. Und man muss immer wieder erwähnen, dass es nicht allein aktuelle Erfolge sind, die Rapid im Fanbereich so stark gemacht haben, denn andere Bundesliga-Vereine haben im selben Zeitraum oft mehr Erfolge vorzuweisen. Es ist einfach die beharrliche Aufbauarbeit von Andy Marek. Er wird nicht müde, allen Misserfolgen zum Trotz das Band zwischen dem Verein und jedem einzelnen Anhänger so eng wie nur möglich zu knüpfen, eine Leistung, die bei den anderen Vereinen nicht in dieser Intensität vorangetrieben wird und die erst beim neu ausverhandelten Fernsehvertrag zu ähnlichen Anstrengungen wie sie Rapid unternimmt, motiviert werden, weil der Verein dann einfach für mehr Zuschauer auch mehr Geld bekommt.

Interessant war die Stellungnahme von Christoph Peschek auf die Frage nach dem kommenden Abschluss des Finanzjahres 2016/17. Ja, der fehlende sportliche Erfolg und auch die hohen Personalkosten hinterlassen ihre Spuren aber man müsse die Rücklagen von 10 Millionen nicht antasten, um dennoch positiv zu bilanzieren. Natürlich hätte dazu auch der zufriedenstellende Besuch im Stadion beigetragen.

Peter Klinglmüller erzählte über seine Anfänge bei Rapid vor 20 Jahren. Eigentlich war er damals in einer Hotline beschäftigt, die vier Kunden gleichzeitig betreut hat. Eine dieser vier Leitungen war Rapid und es war seine Aufgabe, seine Sprache und Ausdrucksweise den Anforderungen des jeweiligen Kunden anzupassen. Er zeigte in dieser Rolle große Flexibilität und wurde darauf hin von Rapid engagiert. Seine Aufgabe, bei den verschiedenen Presseauftritten professionell sachlich zu bleiben und nicht den Fan durchklingen zu lassen, sei oft nicht ganz leicht.

*) So ein Sportdirektor hat’s nicht leicht. Wäre er nicht bestellt, würde Stefan Ebner alle anstehenden Verträge so abwickeln wie er das ohnehin tut. Und wenn keine Veränderungen nötig sind, dann muss man eben nicht all zu viel machen. Was aber ist ein Sportdirektor, der so etwas sagen würde. Es muss einfach gezeigt werden, wozu man da ist und das Geld natürlich. Zum Beispiel muss man alles für einen Titel vorbereiten. Als unbeteiligter Zuschauer hat man den Eindruck als wären wir heute weiter, hätte man vor einem Jahr einfach auf gut österreichisch rein gar nichts unternommen und sich im Sturm bei den Eingebautalenten bedient, wie man das eigentlich andauernd predigt aber dann – angesichts des unerwarteten Geldregens – doch nicht tut. Und heuer ist dieselbe Situation da. Wieder ist – wie im Vorjahr Zoki – ein Nicht-Star-Trainer im Cheftrainersessel und wieder wird überlegt, ihn durch einen besseren abzulösen. Es war angenehm zu hören, dass die Diskussionsrunde unisono sich für Gogo ausgesprochen hat. Experimete kann man dann immer noch machen, wenn es nicht klappt.

Tag des Autorenfußballs

Der 18. Mai ist der Tag des Autorenfußballs: Fußballgala und Buchpräsentation in Wien

Am 18. Mai 2006 spielte das Österreichische Autorenfußballteam sein erstes internationales Match. Zum elfjährigen Jubiläum am 18. Mai 2017 erscheint die Anthologie Gegen den Ball. Wenn Autoren kicken mit Beiträgen der österreichischen Autorenfußballer und ihrer Gegner. Und zahlreiche Autoren aus Österreich und elf weiteren Ländern kicken und lesen gemeinsam.

Internationale Fuballgala

  • 18. Mai 2017, 15 Uhr
  • Sportplatz Eibesbrunnergasse, 1100 Wien
  • Spiel 1: Wien gegen den Rest der Welt
  • Spiel 2: Vers gegen Prosa
  • Spiel 3: Jung gegen Alt

Buchpräsentation

  • 18. Mai 2017, 19 Uhr
  • Hauptbücherei am Gürtel, Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien
  • Club 2×11– die Fußballdiskussion, präsentiert von Büchereien Wien, ballesterer, fairplay Initiative und tipp3
  • Neuerscheinung: Gegen den Ball. Wenn Autoren kicken – Literarische Einblicke in den Fußball.
  • Cover
  • Es lesen: Gerhard Altmann, Clemens Berger, Georg Bydlinski, Christian Futscher, Egyd Gstättner, Wolfgang Ilkerl, Andreas Leikauf, Bernd Leutgeb, Kurt Leutgeb, Rudi Lindorfer, Benedikt Narodoslawsky, Paul Pechmann, Thomas Pöltl, Reinhard Prenn, Gerhard Ruiss, Thomas Schafferer, Ferdinand Schmatz, Stefan Soder (AUT), Daniel Tatarsky (ENG), Falko Hennig (GER), Endre Kukorelly, Péter Zilahy (HUN), Dovi Keich, Amichai Shalev (ISR), Francesco Trento (ITA), Wolfgang Bortlik (SUI), Michal Habaj (SVK), Matjaž Pikalo, Andrej Predin (SVN), Magnus Sjöholm (SWE), Doğu Yücel (TUR).
  • Einleitung: Klaus Zeyringer. Moderation: Elisabeth Auer.
  • Rückfragen, weitere Informationen: thomas.poeltl@wien.gv.at, gr@literaturhaus.at (Gerhard Ruiss), kurt.leutgeb@gmail.com

Buchhinweis

  • Kurt Leutgeb, Thomas Pöltl, Gerhard Ruiss (Hrsg.)
    Gegen den Ball
    Wenn Autoren kicken
  • Broschur, 16 x 24 cm
  • Erscheint am 18. Mai 2017
  • 29,60 €
  • 566 Seiten
  • ISBN: 978-3-903125-13-1
  • Wenn Autoren kicken 

… schreiben sie auch darüber.

„Das Zeitalter der literarischen Manifeste und Autorenkollektive ging vor einem halben Jahrhundert zu Ende. Der Schriftsteller der Gegenwart ist Individualist, Einzelkämpfer. Dennoch fand sich am 18. Mai 2006 eine Mannschaft österreichischer Literaturleute zusammen und kickte gegen ihr Pendant aus Ungarn. Das vorliegende Buch vereinigt Texte, die seither im Umfeld des Österreichischen Autorenfußballteams entstanden sind.

Hymnus, Elegie, Spruch, Gebet, Sonett, verschiedenste weitere Gedichtformen, Brief und E-Mail, Briefwechsel und E-Mailwechsel, SMS, Kurzdrama, Kurzgeschichte, Romanauszug, Reisebericht, Glosse, Kolumne, Interview, Kindergedicht und Kindergeschichte, Essay, Reportage, Rede – kaum ein Genre fehlt. Auch der Cartoon und die Aufstellung, jene archetypische fußballerische Ausprägung der ursprünglichen Literaturform des Katalogs, sind vertreten. Wir legen ein multilinguales, multiperspektivisches, polyphones und polythematisches Lesebuch vor und vielleicht sogar ein Manifest der Vielfalt.“ (Aus dem Vorwort der Herausgeber)

In der Anthologie sind österreichische Schriftsteller in doppelter Fußballmannschaftsstärke vertreten und eben so viele aus elf weiteren Ländern. Die nichtdeutschsprachigen Beiträge sind jeweils im Original und in deutscher Übersetzung abgedruckt.

Die Beiträge stammen …

  • Aus Österreich: Gerhard Altmann, Martin Amanshauser, Austrofred, Silvia Bartl, Clemens Berger, Georg Bydlinski, Helmut Emersberger, Franzobel, Christian Futscher, Egyd Gstättner, Petra Hartlieb, Wolfgang Ilkerl, Heinz Janisch, Willy Kaipel, Christian Kössler, Wolfgang Kühn, Andreas Leikauf, Kurt Leutgeb, Rudi Lindorfer, Jürgen Marschal, Christoph Mauz, Benedikt Narodoslawsky, Paul Pechmann, Thomas Pöltl, Reinhard Prenn, Gerhard Ruiss, Thomas Schafferer, Ferdinand Schmatz, Stefan Soder, Daniel Suckert, Christoph Szalay;
  • Aus Deutschland: Falko Hennig, Michael Kröchert, Eric Niemann, Moritz Rinke, Frank Willmann;
  • Aus England: Daniel Tatarsky;
  • Aus Israel: Dovi Keich, Amichai Shalev;
  • Aus Italien: Carlo D’Amicis, Carlo Grande, Giampaolo Simi, Francesco Trento;
  • Aus Schottland: Doug Johnstone, William Letford;
  • Aus Schweden: Magnus Sjöholm;
  • Aus der Schweiz: Wolfgang Bortlik, Sandra Hughes, Lorenz Langenegger, Bruno Schlatter, Patrick Tschan;
  • Aus der Slowakei: Michal Habaj;
  • Aus Slowenien: Primož Čučnik, Ana Pepelnik, Matjaž Pikalo, Andrej Predin, David Šalamun;
  • Aus der Türkei: Doğu Yücel;
  • Aus Ungarn: László Darvasi, Endre Kukorelly, Péter Zilahy.