GRÜNZEUG-583 – Rapid-Tagebuch
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Psychosomatische Verletzungen?
29. April 2017
Admira-Rapid
30. April 2017

[Webversion der Druckausgabe GRÜNZEUG-583, ergänzt durch Links zum EwkiL-Tagebuch]

Ankündigung: Mitgliederversammlung am 27.8.2018. Unsere Gäste: Deni Alar, Christoph Haas, Dejan Ljubicic, Marvin Potzmann. Gäste sind willkommen! Wenn Du teilnehmen möchtest und nicht ortskundig bist, rufe bitte 0677- 1899 5070 (Franz).

EINLADUNG
zur
GENERALVERSAMMLUNG

am MONTAG, 15. MAI 2017, um 18.30 Uhr in unserem KLUBLOKAL
nur für Mitglieder

TAGESORDNUNG

  1. Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung
  2. Tätigkeitsbericht durch den Obmann
  3. Verlesung des Kassaberichtes
  4. Bericht der Rechnungsprüfer und Entlastung des Vorstands
  5. Festsetzung des Mitgliedsbeitrages
  6. Allfalliges

Die Generalversammlung beginnt um 18.30 Uhr. Sollte sie zu dieser Zeit nicht beschlussfähig sein, findet eine halbe Stunde später unter allen Umständen eine Generalversammlung statt. Anträge zur Generalversammlung müssen schriftlich gestellt werden und spätestens acht Tage vor derselben beim Vorstand eingetroffen sein.

Eingeladen haben wir diesmal die Herren und eine Dame (erstmals seit Jahrzehnten!):

  • Michael KRAMMER (Präsident des SK Rapid);
  • Petra GREGORITS (Präsidiumsmitglied des SK Rapid) und
  • Christoph PESCHEK (Geschäftsführer Wirtschaft des SK Rapid)

Der Vorstand

GEHT’S NUN ENDLICH AUFWÄRTS?

Zoran Barisic, Mike Büskens, Damir Canadi und seit 9.4. Goran Djuricin, also vier Trainer bzw. drei Trainerwechsel in nur zehn Monaten! Der nun (vorerst interimistische) Coach und seine rechte Hand, Martin Bernhard, gehörten zwar dem Betreuerteam des am Tag nach dem Desaster in Ried samt endgültigem Ankommen im Abstiegskampf beurlaubten 149-Tage-Trainer Canadi an, scheinen aber durchaus eigene Ideen und Philosophien im Umgang mit „Untergebenen“ zu haben. Was bei Typen wie den Rapidlem besonders wichtig sein dürfte, beschreibt Fredy Bickel die Truppe doch so: „Überdurchschnittlich intelligent, charakterstark, alles hinterfragend. Das habe ich so noch nie erlebt.“ Mag sein, dass diese Eigenschaften nicht jedem Chef genehm sind, „Vater“ Zoki („Ich habe alle meine Buben lieb“) schien damit nicht überfordert gewesen zu sein, immerhin übte er den Job bei Rapid drei Jahre erfolgreich aus. Büskens (153 Tage im Amt) und Canadi hingegen hatten so ihre Schwierigkeiten mit einigen Akteuren und die mit ihm (Sonnleitner, Steffen Hofmann, Schössswendter – und noch wer?).

Wir können und wollen niemandem unterstellen, gegen den jeweiligen Trainer gespielt zu haben, auch wenn es in Ried, drei Tage nach einer durchaus guten Cup-Vorstellung in St.Pölten, verdächtig danach aussah.

Wie dem auch sei, Steffen Hofmann & Co. bescherten dem Duo Djuricin/Bemhard mit dem vor allem zahlenmäßig eindrucksvollen 3:0 über den Tabellenzweiten aus Vorarlberg einen optimalen Einstand. Auch wenn beim ersten Liga-Sieg in 2017 nicht jeder Pass ankam, nicht jeder Schuss ins Tor fand, zeigte sich die Mannschaft im Barisic’schen 4-2-3-1 doch so bissig und erfolgshungrig wie lange nimmer. Offenbar hat Djuricin auf Anhieb einen guten Draht zu den grünen Nervenbündeln und Selbstzweiflem gefunden. Was auch so bleiben möge, nicht nur im ÖFB-Cupsemifmale am 26.4. daheim gegen den aufstrebenden LASK, und bei der weiteren Entfernung aus der Rotlichtszene, sondern auch in der Zukunft!

P.S.: Dem Altach-Match wohnten 20.200 Zuschauer bei – eine Zahl, von der alle anderen österreichischen Klubs nicht einmal träumen dürfen. In Krisenzeiten schon gar nicht. tipico-Bundesliga (Stand vom 15.4.): 1.Salzburg 29/65 (63:18).- 2.Sturm 29/51 (47:27).-3.Altach 29/50 (41:39).- ö.Rapid 29/34 (40:34).- lO.Ried 29/26 (25:47).

HIOBSBOTSCHAFTEN,
KURZ UND NICHT SCHMERZLOS

Louis Schaub zog sich nach der Moldawien-Partie im Teamtraining einen Muskelfaserriss zu.— Amor Ingvi Traustason kehrte von der isländischen Nationalmannschaft mit einem Kapseleinriss im Knie zurück – seine vierte schwere Verletzung, seit er nach der EM 2016 zu Rapid kam (wer da von einem teuren Fehlkauf redet, ist ahnungs- und/oder herzlos).

Krammer gegen Krammer? Aber nicht mit Meryl Streep und Dustin Hoffmann, sondern mit den Gebrüdern Krammer. Der eine ist Rapid-Präsident, der andere sitzt im Vorstand der STRABAG, die gegen den SCR eine Klage über 2,757.960,62 Euro einbrachte, in der es um die Kosten für ein starkes Stadion-Fundament geht. Hat es einst nicht geheißen, die Errichtung des Allianz-Stadions würde sich garantiert nicht verteuern?

Sergej Mandreko, einer der berühmt-berüchtigten „Daltons“ (Zoki, Didi, Stephan, Sergej) und mit Rapid 1996 sowohl Meister wie EC-Finalist, ist – wie der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking – an der degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems ALS erkrankt. Daher veranstaltete Rapid beim Altach-Match eine Sammlung zu Gunsten des armen Kerls, außerdem gab es am Ostermontag ein Benefizspiel auf dem LAC-Platz, wo Sergej zuletzt als Trainer gearbeitet hatte.— Ebenfalls an einer Nervenerkrankung leidet eines unserer ExVorstandsmitglieder, dessen Namen wir für uns behalten wollen. Umso mehr aber wünschen wir dem verdienstvollen Funktionär eine möglichst nachhaltige Genesung. Und uns selbst, von weiteren Hiobsbotschaften lange verschont zu bleiben!

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

26. RUNDE (18.3.): MATTERSBURG (H) 1:1 (1:1)

Dauerkrise, nicht zugkräftiger Gegner, Schlechtwetter, trotzdem 19.600 Zuschauer (die drei anderen Samstagpartien wurden von insgesamt 8.933 besucht), welche nach 25 Sekunden geschockt wurden: Eigener Anstoß, Ballverlust, blitzartiges 0:1! Davon erholte Rapid sich nie so richtig, obwohl Kvilitaia Schrammels Flanke zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt per Kopfballtorpedo ins Netz wuchtete. Das folgende Powerplay blieb erfolg-, weil weitestgehend harmlos. Sodass der Vorsprung auf Schlusslicht Ried nur mehr sieben Zähler betrug…
SCR: Knoflach; Schösswendter (61.Szanto), Sonnleitner, M.Hofmann; Pavelic, Dibon, Schwab, Schrammel; St.Hofmann (73.Jelic), Traustason (61.Schaub); Kvilitaia.- Tore: Atanga (1.); Kvilitaia (45./+1).- Gelbe Karten: Kvilitaia, St.Hofmann; Maierhofer, Röcher, Höller.- Allianz-Stadion, Eisner, 19.600.

27. RUNDE (1.4.): ST.PÖLTEN (A) 1:1 (1:1)

Mit einem vorerst nur durch Fouls zu bremsenden Korkmaz startete der SKN vehement, doch bald wurde Rapid (nächster Ausfall: M.Hoffnann/Knöchel) Herr der Lage, erzielte durch den auch oft gefoulten Joelinton ein schönes Tor und scheiterte mit tollen Schüssen immer wieder an Riegler, der nach seiner derben Notbremse an „Papa Joe“ (32.) eigentlich „Rot“ hätte sehen müssen. Fast mit dem Pausenpfiff fiel wieder einmal ein (Kopfball-)Verlusttreffer nach einem Freistoß, und ab nun klappte beim SCR nur mehr die Abseitsfalle. Was den am Ende grantigen Fans natürlich viel zu wenig war.

SCR: Knoflach; Dibon, Sonnleitner, M.Hofmann (37.Wöber); Pavelic (73.Auer), St.Hofmann (68.Murg), Schwab, Szanto, Schrammel; Joelinton, Kvilitaia.- Tore: Huber (45.); Joelinton (22.).- Gelbe Karten: Doumbouya, Korkmaz, Riegler; M.Hofmann, Pavelic.- NV-Arena, Harkam, 7.625.

ÖFB-CUP, VIERTELFINALE (5.4.): ST.PÖLTEN (A) 3:1 (1:0)

Zuerst hatten die St.Pöltner große Töne gespuckt („Rapid gehört rausgehaut“), dann mussten sie die enorme Dominanz der taktisch und läuferisch top eingestellten Hütteldorfer schmähstad zur Kenntnis nehmen. Wäre der unbeugsame Kämpfer Joelinton bei Szantos 2:0 nicht vor Vollnhofer in Abseits gestanden (25.) und später bei seinem Innenstangenschuss nicht im Pech gewesen oder hätte der SCR im Finish nicht Großchancen in Serie vergeben und der für den erkrankten Sonnleitner eingesetzte Wöber am Ende nicht auch noch ins eigene Tor getroffen, wäre es für den SKN ein empfindliches Debakel geworden. Weil Rapid das bis dahin beste Spiel unter Canadi hinlegte.
SCR: Knoflach; M.Hofmann, Dibon, Wöber; Pavelic, Auer, Szanto (78.St.Hofmann), Schwab, Schrammel; Murg (73.Kvilitaia), Joelinton (89.Jelic).- Tore: Wöber (90./+6, Eigentor); Wöber (17.), Pavelic (73.), Schwab (83.).- Gelbe Karten: Korkmaz, Luckassen, Diallo, Huber; Pavelic.- NV-Arena, Drachta, 6.721.

28. RUNDE (8.4.): RIED (A) 0:3 (0:0)

Nur drei Tage nach ihrer guten Leistung in St.Pölten waren die Herren im oft Unheil bringenden Rot-Blau dem wie aufgezuckert attackierenden Schlusslicht schon vor der Pause klar unterlegen, doch was sie sich sofort nach Wiederbeginn leisteten, spottete jeder Beschreibung: 20 Sekunden nach eigenem Anstoß 0:1 (nichts Neues in diesem Frühjahr!), wobei der für den (zu?) früh ausgetauschten Schösswendter gekommene Sonnleitner wie der Rieder Ademi eine blutende Kopfverletzung erlitt, sechs Minuten später 0:2 nach Freistoßflanke (auch nichts Neues in diesem Frühjahr!), bald darauf leitete Knoflachs erster Patzer das 0:3 ein, was wütende Proteste der SCR-Fans zur Folge hatte. Verständlich, denn ihr Klub war als die schlechteste Frühjahrs-Mannschaft endgültig im Abstiegskampf angekommen. Eine historische Schande für den Rekordmeister und Zuschauermagneten Rapid! Ihr folgte die sofortige Trennung von Damir Canadi.
SCR: Knoflach; Schösswendter (38.Sonnleitner, 50.St.Hofmann), Dibon, Wöber; Pavelic, Auer, Szanto (46.Kvilitaia), Schwab, Schrammel; Murg, Joelinton.- Tore: Elsneg (46.), P.Zulj (52.), Hart (55.).- Gelbe Karten: Wöber, Kvilitaia.- Keine-Sorgen-Arena, Ouschan, 6.183.

29. RUNDE (15.4.): ALTACH (H) 3:0 (2:0)

Dank „Gogo“ (Goran Djuricin) und „Butre“ (Co-Trainer Martin Bernhard) konnte der Hütteldorfer Fußballgott just am Karsamstag Auferstehung feiern: Mit seinen ersten Ligatoren (insgesamt die Nummern 96 und 97) sowie vielen gescheiten Pässen brachte Steffen Hofmann seine jungen Kollegen auf den Weg zum ersten Meisterschaftssieg in 2017, der allein schon wegen der enormen Bissigkeit und Geilheit auf die drei Punkte verdient war, mit der Rapid den Kampf gegen den zweitplatzierten Angstgegner und, fast noch mehr, mit den eigenen, höchst angespannten, Nerven gewann. Dass in spielereischer Hinsicht nicht immer alles das Gelbe vom Ei war (O-Ton Steffen) – na und?
SCR: Knoflach; Pavelic, Dibon, Wöber, Schrammel; Auer, Schwab; Murg (83.Jelic), St.Hofmann (61.Malicsek), Szanto; Joelinton (73.Kvilitaia).- Tore: St.Hofmann (9., 29., Elfer), Malicsek (90./+1).- Gelbe Karten: Murg, Joelinton, Jelic; Zwischenbrugger, Mahop, Netzer.- Allianz-Stadion, Hameter, 20.200.

„MR. GRÜNZEUG NR. 583“: JOELINTON

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat. Wer sich über Rapids „Transferflops“ mokiert, Cassio Apolinario de Lira Joelinton kann er da jedenfalls nicht meinen. Der 20-jährige Brasilianer gibt sowieso keinen einzigen Ball verloren, und sein Atem ist mindestens so lang wie sein voller Name; so gesehen ist er der typische Rapidler. Überdies gehörte er in drei der letzten vier Spiele mit zu den absoluten Aktivposten. Würde er obendrein auch noch öfter ins Tor treffen – nicht auszudenken!

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

BL-Spiele: Thomas Murg 25. (St.Pölten); Joelinton 25. (Ried).- „Runde“ Tore: Fehlanzeige.

EIN BLICK ZU RAPID II

18. RUNDE (17.3.): AMSTETTEN (H) 2:3 (1:2)

Für Haas (Kahnbeinbruch, drei Monate out) stand Ratkai im Tor und auf verlorenem Posten, weil seine Vorderleute oft inexistent waren. Bei Sauwetter agierte Amstetten hinten viel kompakter, traf vorne dreimal Aluminium und gewann daher verdient.
SCR II: Ratkai; Dober, Pfeifer, Wöber, Leovac (46.Bosnjak); Okungbowa, Ljubicic; Keles (77.Tomi), Gashi, Kovacec; Heinicker (46.Sobczyk).- Tore: Kovacec (28.), Wöber (74.); Rülling (14., 31.), Jurca (86.).- Allianz-Stadion, West 1, Ing.Tekeli, 150.

19. RUNDE: SPIELFREI!

Stattdessen gab es am 23.3. ein freundschaftliches 3:2 (1:2) einer Art B-Elf beim Burgenland-Ligisten KLINGENBACH (Tore: Küssler 2, Mujakic).

20. RUNDE (2.4.): VIENNA (H) 0:3 (0:2)

Angesichts der vielen Chancen der auf dem Rasen wie im Zuschauerraum peinlich dominierenden Vienna hatte Dobers kurioses Kopfballeigentor nicht einmal vorentscheidenden Charakter. Kurzum, Andi und seine jungen Mitspieler waren mit dem 0:3 sogar noch bestens bedient.
SCR II: Ratkai; Dober, Bosnjak, Szalai; Thumwald, Keles (21.Pfeifer, 63.Leovac), Ljubicic, Gashi, Arase; Jelic (46.Sobczyk), Kovacec.- Tore: Dober (28., Eigentor), Schibany (41.), Kostic (82.).- Allianz-Stadion, West 1, Schilcher, 400.

21. RUNDE (9.4.): ADMIRA JUN. (A) 2:1 (1:1)

Die Juniors gingen ausgerechnet durch die Rapid-Leihgabe Oppong früh in Führung, gerieten aber wenig später in Unterzahl. Was die Aufgabe, dieses Sechspunktematchs gegen den Relegationsplatz zu gewinnen, für den SCR II gewiss etwas erleichterte. Nun lag er bei einem Spiel weniger vier Punkte vor den Südstädtem.
SCR II: Ratkai; Dober, Bosnjak, Szalai, Thumwald; Okungbowa, Ljubicic; Kovacec, Gashi (73.Heinicker), Küssler (52.Arase); Sobczyk (82.Nader).- Tore: Oppong (3.); Gashi (4L), Arase (73.).- Rote Karte: Yavuz (10., Foul).- Traiskirchen, Gregorits, 100.

22. RUNDE (16.4.): EBREICHSDORF (H) 3:3 (2:3)

Nach Dobers Weitschusstor und einigen vergebenen Chancen kassierte Rapid II fast im Minutentakt zwei vermeidbare und einen prächtigen Verlusttreffer, bevor der starke Comebacker Mujakic einen Superfreistoß im langen Kreuzeck versenkte. Gashis Abstauber leitete die gute zweite Halbzeit der Akagündüz-Schützlinge ein, der weitere Tore aber versagt blieben, weil Kovacec knapp verzog (69.), ein Elferfoul an Gashi an die Strafraumgrenze verlegt wurde (70.), Mujakic unmittelbar vor seinem Austausch an die Innenstange ferselte und überdies ein Ebreichdorfer bei Szalais Kopfball auf der Linie rettete. Schade um zwei verdiente Punkte in einem abwechslungsreichen Match auf hohem Niveau!
SCR II: Jenciragic; Dober, Bosnjak, Szalai, Thurnwald; Malicsek (83.Sahanek), Okungbowa; Mujakic (72.Tomi), Gashi, Kovacec; Sobczyk (81.Küssler).- Tore: Dober (6.), Mujakic (41. Freistoß), Gashi (52.); Josic (26.), Dober (35., Eigentor), Pinter (37.).- AllianzStadion, West 1, Braunschmidt, 100.

RLO-Tabelle vom 16.4.: l.Vienna 21/47 (48:15).- 2.Ritzing 21/46 (49:19).- 3.Austria Am. 22/43 (34:19).- 9.Rapid II 21/25 (34:34).

„MV“ VOM 3.4.: HOFFNUNG AUF BESSERE ZEITEN

Bei obiger Mitgliederversammlung waren wir zwar nicht „ausverkauft“, aber trotz Rapids Dauerkrise relativ gut besucht. Auch von den Spielern Tobias Knoflach, Louis Schaub und Tamas Szanto; nur Andi Dober hatte – aus uns unbekannt gebliebenen Gründen – abgesagt. Was am Ehrentisch gesprochen wurde, glich dem von den Mitgliedern und sonstigen Gästen Gesagten weitestgehend. Von Häme seitens des Auditoriums war jedenfalls nichts zu hören; es wäre ja auch kontraproduktiv gewesen, auf die von allen Seiten geprügelten Akteure hinzuhauen. Löblicherweise gaben sich Schaub & Co. aber nicht als weinerliche, die Schuld an der Misere bei Medien, Schiedsrichtern, Verletzungsserien oder Trainerwecheln suchende Mimoserln. Insgesamt überwog bei ihnen und den anwesenden Rapidfreunden die Hoffnung auf (viel) bessere Zeiten. Das Potenzial hiefür wurde und wird dem SCR ja immer wieder sogar von den Gegnern (zuletzt etwa von Rieds Trainer Chabbi) bescheinigt. Es müsste halt nur der Glaube an die eigenen Stärken wiedergefunden werden. So „einfach“ wäre das… Besonders optimistisch zeigte sich Tobias Knoflach, aber der erlebte ja auch ein persönliches Happy End ä la Hollywood (O-Ton Obmann-Moderator Niederhuber): Zumindest zweimal schien der aufgeweckte Helge-Payer-Fan schon weg vom grün-weißen Fenster gewesen zu sein, zuerst nach Undiszipliniertheiten im deswegen abgebrochenen RLO-Match unserer Amateure in Pamdorf (10.5.2013) mit anschließender Fünf-Spiele-Sperre („Daraus habe ich gelernt“), letzten Sommer als ein Niemand in Rapids Tormannhierarchie Testspieler beim niederländischen Zweitligisten Emmen, welcher Transfer sich („zum Glück“) jedoch zerschlug. Also blieb es beim Status als Vierergoalie, bis Canadi ihn am 8.12. zur allgemeinen Verblüffung aus dem Hut zauberte, wofür er sich beim 1:1 gegen Bilbao mit einer echten Weltklasseleistung bedankte. Die Folge: Seither ist der „Knofi“ die Nummer 1 im SCR-Gehäuse, mehr noch, kürzlich wurde sein Vertrag bis Sommer 2020 verlängert.

Tamas Szanto verblüffte in unserer „MV“ ebenfalls: Dass der 20-jährige ungarische Nachwuchsnationalspieler, der noch zwei Jahre als Fußball-Österreicher gelten kann, ein äußerst begabter Kicker ist, hat er ja schon mehrfach bewiesen, dass aber einer, der erst mit 15 ohne jegliche Deutschkenntnisse aus Sopron nach Wien kam, in unserer Sprache derart perfekt parlieren kann, riss die Besucher zweimal zu Szenenapplaus mit. Mit dem Deutschen steht Louis Schaub sowieso auf gleich gutem Fuß wie mit dem Ball, eh klar. Weil mit dem Erlangen seiner Fitness (Muskelfaserriss) in Bälde gerechnet werden durfte, hofften alle Anwesenden – und sicher nicht nur die – auf das Erstarken des Edeltechnikers. Da wird dann der Trainer gewiss nicht mehr so böse auf ihn sein, wie zuletzt kolportiert worden war. Wozu er selbst versicherte: „Maßlos aufgebauscht.“ Wie so vieles um den SK Rapid, speziell in den letzten Wochen und Monaten.

In diesem Sinne hoffte die ganze Versammlung, Spieler wie Freundinnen und Freunde, auf das Ende der Dauerkrise und der damit verbundenen Horrormeldungen. Ob sich diesbezüglich schon den den Tagen nach dem 3.4. etwas Positives ereignet hat, können Sie u.a. unserer Rubrik „Spiele, Tore, Kommentare“ entnehmen.

Was auch immer dort zu lesen ist: Vergessen Sie bitte niemals, dass grün die Farbe der Hoffnung ist. Und immer bleiben wird.

SPLITTER

Mitte März wurde Srdjan Grahovac bis Februar 2018 an den kasachischen Meister FK Astana verliehen, der eine Kaufoption besitzt.

Stattliche 6.200 Fans aus beiden Lagern zahlten am 26.3. jeweils 18,94 Euro (Reminiszenz ans Gründungsjahr des ältesten österreichischen Fußballvereins) und trugen so zur Rettung des Traditions- und Pleiteklubs VIENNA bei, während Szanto (2), Pavelic und der Ex-Döblinger Keles ihn mit den Toren zum 4:0 (3:0)
des mit viel Ersatz gastierenden SCR bescherten. Im Vorspiel der Legenden scorten Sturm und Willfurth bzw. Wächter und Ex-Rapid-Nachwuchskicker Strasser jeweils aus Penalties, sodass die Partie 2:2 (1:1) endete. Sogar in diesem Spielchen schlug der grün-weiße Verletzungsteufel zu: Akagündüz musste gleich nach der Pause passen…

Jede Menge Länderspiele zwischen 22. und 28.3.: A-Team: In Wien in der WM-Quali 2:0 (0:0) gegen Moldawien (Amautovic, Hamik; Schaub Ersatz, bevor er sich im Training ernsthaft verletzte) und 28.3. in Innsbruck 1:1 (0:0)-Test gegen Finnland (Amautovic). Übrigens besiegte Georgien am selben Tag Lettland mit 5:0, wobei unserem Kvilitaia ein Doppelpack gelang.

U21-Team: Tests im spanischen Murcia gegen Australien und die Niederlande: 1:1 (0:0) bzw. 1:0 (1:0), Tore: Grbic bzw. Kvasina. Malicsek war gegen Australien (bis 66.) im Einsatz.-U19-Team: EM-Quali-Eliterunde in Tschechien: 3:0 (1:0) gegen Schottland (Arase , Jakupovic, Lovric) mit Thumwald, Wöber, Sahanek (bis 77.) und Arase (bis 85.), 1:3 (1:2) gegen Ungarn (Sahanek) mit den vier durchspielenden Rapidlem, während ihr Klubkollege Szalai bei Ungarn erst im Finish kam. 0:3 (0:1) gegen Tschechien mit Sahanek, dem ein frühes Eigentor unterlief, und Wöber über 90 Minuten, Thurnwald spielte 45 und Arase 66 Minuten. Für die Endrunde in Georgien reichte es somit nicht, hiefur qualifizierten sich die Gastgeber.- Noch viel unglücklicher verpasste die Ul7 in der Steiermark die EM: 1:1 (0:1) gegen Frankreich, 3:1 (0:0) gegen Schweden und in der Nachspielzeit 1:2 (1:1) gegen die Ukraine. Für die Qualifikation hätte Österreich ein Remis im Abschlussmatch gereicht, so aber fahren Frankreich und die Ukraine zur Endrunde…

Beim oben erwähnten Rettungsspiel für die Vienna inklusive Vormatch konnte Peter Schöttel, mit 526 Pflichtspielen für Rapid die (noch?) allergrößte grün-weiße Legende, leider nicht anwesend sein, weil er just an diesem Tag seinen unglaublichen „50er“ feierte. Spät, dafür aber umso herzlicher und in der Hoffnung, dass du unser bescheidenes Blättchen noch liest: Gratulation, Peter!

Placido Domingos Aida-Stadiontour durch Europa muss wegen technischer Schwierigkeiten um ein Jahr verschoben werden. Bekanntlich hätte die monumentale Inszenierung (250 Tonnen schweres und 60 Meter breites Bühnenbild) am 18.6.2017 in Rapids Allianz-Stadion gastieren sollen.

Durch Herrn Peter Klinglmüllers weitere Spende erhöhte sich der Ertrag unserer Aktion „Weihnachtsfeier für den Nachwuchs“ auf 3.785,32 Euro – danke!

Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller

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  • Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
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