Admira-Rapid

1:2 (0:2)

Was für ein Sieg! Einer, für den man sich fast schämen muss wie für kaum ein anderes Spiel der letzten Jahre.

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Die Sorge, dass wir mit diesem Spielstil irgendwo anders als bestenfalls im Mittelfeld mitmischen können, brauchen wir nicht haben. Man wird sich reihum in der Bundesliga freuen, Rapid als Punktelieferanten begrüßen zu dürfen.

Und es war ja nicht das erste Mal, dass der Trainer nach der ersten Halbzeit, in der man ein Tor erzielt hat, das Signal zum Halten des Ergebnisses gegeben hätte. So, als könne man mit einer Defensivtaktik keine Tore bekommen. Oder war die zweite Halbzeit vielleicht eine Art Trainingseinheit für das kommende Sassuolo-Spiel?

Schon in der Pause meinte Gregor, dass es gut wäre Grahovac statt des gelb-rot-gefährdeten Mocinic einzusetzen, aber wer konnte ahnen, dass der Wechsel Matej Jelic galt und damit das System auf ein Spiel mit einem Stürmer geändert wurde. Rapid zeigte sich in der zweiten Halbzeit von einer bisher unbekannten Defensiv-Seite. Eingeschnürt, als würden wir gegen Real Madrid spielen. Aufgabe des systematischen Aufbauspiels zugunsten eines Bälle-wegdreschen-Spiels, die allesamt keinen Mitspieler fanden sondern immer nur wieder beim Gegner landeten. 70 Prozent Ballbesitz für die Hausherrn. Dass dann tatsächlich Mocinic nach einem weiteren Gelb-Foul raus musste, war der Kurzsichtigkeit des Trainers zu danken.

Dass man in der Schlussphase das Spiel nur irgendwie über die Runden bringen wollte und nicht einmal einen Corner ordentlich spielte sondern man das Spiel hinausgezögert hat, war auch ein Zug, den wir in dieser Form nicht bei Rapid vermutet hätten. Wenn wir uns an dieses Spiel gewöhnen müssen, dann gute Nacht. Der Pessimismus überwiegt, keine Hoffnung auf Besserung mit diesem Trainer! Man muss mehr Glühwein trinken, um Rapid auszuhalten; wirklich viel.

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Disziplinierte Fans, kein Rauch, keine Fackeln. Ein sonderbar aggressiver Doppelhalter „Clockwork Ultras“ mit einem gezückten Messer.

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Rapid II-Sportklub

0:2 (0:1)

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Das Spiel wiederholt sich. Rapid II war sehr bemüht, hat auffällige Spieler in den Reihen und dennoch will ein Tor trotz zahlreicher Chancen nicht gelingen. Dann, eine Corner-Serie des Sportklub und der dritte Corner landet nach einer Abwehr direkt am Kopf eines Sportklubspielers und der Ping-Pong-Ball landet ziemlich unbeabsichtigt – aber doch – im Tor; ganz entgegen dem sonstigen Spielverlauf.

In der zweiten Spielhälfte änderte sich der Charakter des Spiels nur wenig. Es kam zu gefährlichen Ausgleichschancen für Rapid II, das Tor aber erzielte wieder der Sportklub.

Talente

Natürlich sind wir auf den Tribünen gegenüber den Fußballprofis auf der Bank nur interessierte Laien aber wenn ich die Wahl hätte zwischen Traustason und Arase, dann würde ich keine Sekunde zögern und das junge Talent vorziehen. So aber muss der Millionen-Einkauf spielen, um den Einkauf des Sportdirektors zu rechtfertigen und die Talente bleiben auf der Strecke oder sie gehen eben woanders hin. Auch Osa ist ein umsichtiger, ballsicherer und eleganter Spieler, der jederzeit auf einer 6er-Position in der Kampfmannschaft spielen könnte.

Man fragt sich daher, warum man so unbedingt den Nachwuchs fördern soll, wenn das Geld ihren Aufstieg in die Kampfmannschaft verhindert.

Im Bild ein einsamer Peter Elstner. Vielleicht fragt er sich das auch.

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Wenig „Action“

Die Damen der „Rapid-Marie“ zeigten sich etwas gelangweilt und wenig ausgelastet. Jedenfalls waren sie enttäusch, dass wir unsere Aufladung schon an den Kassen draußen erledigt haben.

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Aber der Besuch war schließlich mit mehr als 1000 Besuchern (Dank der Gratiskartenaktion für Mitglieder und Dank dem gut gefüllten Auswärtssektor) für Repid II-Verhältnisse recht ordentlich.

Hornissen am Werk

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Man bräuchte eine Foto-Drohne, wenn man auf der Tribüne sitzend ebendiese fotografieren wollte. So bleibt nur die flatternde Fahne als Erinnerung. Aber es gab auch eine Fahnenchoreografie mit Trommel-Unterstützung.

Für die Zuhausegebliebenen muss man aber doch anmerken, dass man fantechnisch gegen den sehr geschlossen auftretenden Sportklub-Support wenig entgegenzusetzen hatte.

Was macht so ein Tormann?

Speziell für Jasmin wurden folgende Bilder ihres Lieblingstormanns Martin Kraus vom Sportklub angefertigt:

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Rapid-Viertelstunde vom 28. Oktober 2016

  • Samsung-Cup: Rapid ist weiter
  • Strabag: Abschied aus Hütteldorf
  • Veli Kavlak auf der grünen Couch
  • Video

Rapid-Verteidigung zu Gast beim Club der Freunde

Stefan Auer, Christoph Schößwendter, Thomas Schrammel, Mario Sonnleitner kommen am 7. November zum „Klub der Freunde“. Gäste sind willkommen, Anmeldung erforderlich; bei Gerhard Niederhuber  (Ost-S11) oder Franz Fiala (Ost-S11-R13-138).

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BW Linz-Rapid

0:4 (0:3)

Diese Spiele gegen Gegner der unteren Ligen sind alles andere als einfach. Die Regel ist, das der Gegner top-motiviert ist und Rapid eine Art Pflichtübung absolviert. Wir müssen nur zu dem Spiel in Ebreichsdorf um 11:00 schauen, um zu sehen, wie schwer so ein Cup-Spiel sein kann.

Rapid beherrschte das Spiel über 90 Minuten souverän und ließ keinen Zweifel am Ausgang. Und das war bei den ersten beiden Cup-Begegnungen keineswegs der Fall.

Warum ist es aber gestern gegen Blau-Weiß Linz so gut gelaufen? Der Grund dürfte sein, dass Rapid sich in einer selten erlebten Ausnahmesituation befindet, nämlich am 5. Tabellenplatz, abgehängt vom Stadtrivalen und dieses Cupspiel ein geradezu existenzielles Spiel für das Trainerteam ist, alles andere als eine Pflichtübung. Rapid – oder vielleicht besser das Trainerteam – ist in einer Art Überlebenskampf (, denn „Rapid wird’s immer gebn“, die Trainer aber mit Sicherheit nicht).

Dazu kam eine überraschende Änderung in der Aufstellung, denn Rapid spielte erstmals mit zwei Stürmern, Matej Jelic und Giorgi Kvilitaia; und beide haben getroffen. Eine Aufstellung, die von den Anhängern schon länger gefordert wird.

Besucher

Zu dem Spiel kamen trotz später Stunde – je nach Quelle – zwischen 2900 und 4700 Zuschauer, die meisten in dieser Cup-Runde. Die wenigsten Zuschauer waren beim Grödig-Spiel mit nicht einmal 500.

Stadionsprecher

Es gab einen Stadionsprecher der Gäste aber die meiste Zeit informierte uns Roland Spöttling, der Sprecher des Sporklubs; er hat die Rolle für Rapid übernommen. Ich weiß nicht, ob es das erste Mal überhaupt war, dass Roland diese Rolle für grün-weiß übernommen durfte aber er hat die Rolle offensichtlich genossen, für Rapid tätig sein zu dürfen.

„Heim“-Mannschaft

Die Heimmannschaft musste in diesem Fall eine viel längere Anreise auf sich nehmen. Wahrscheinlich haben viele Linzer auch die Gelegenheit benutzt, den Nationalfeiertag in der Bundeshauptstadt zu erleben. Es war ja die letzte Gelegenheit, das Parlament vor der Renovierung zu erleben.

Die Linzer Anhänger kamen mit mehreren Autobussen und für die Polizei war das Spiel offenbar ein Hochsicherheitsspiel. Die Alszeile war ab der Kainzgasse gesperrt und man musste zwei Polizeisperren passieren oder auf die Hernalser Hauptstraße ausweichen.

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Interessant war aber, dass endlich einmal wieder gestandene Fans bei einem Fußballspiel erschienen sind und damit ein Gegengewicht zu der sonst einseitigen Darbietung des Rapid-Blocks geboten und damit an diesem Abend eine tolle Fußballatmosphäre geschaffen haben. Und das bei einem Cup-Spiel!

Und da wir Stahlstädter nicht all zu oft in Wien begrüßen dürfen, hier ein paar Auszüge aus ihren mitgebrachten Transparenten (siehe Bilder):

  • Stahlfront 91
  • blauhelme
  • Love Vöest Linz, hate Racism
  • SK Vöest Linz, 1946-1997, Never forget

Bei Rapid wieder kann man was lernen, zum Beispiel italienisch. „scelta di vita“ stand auf einem Doppelhalter, was  soviel wie „(freie) Lifestyle-Wahl“ bedeutet.

Das Fackel-Duell

Die beiden Lager lieferten sich ein Duell in der Art „wer hat die meisten und die schöneren Fackeln“. Hier, abseits der Bundesliga, glaubt man die Pyromanie unbemerkt ausleben zu können. Roland, der Stadionsprecher hat denn auch mehrmals auf die drohenden Strafzahlungen hingewiesen. Die Polizei wies darauf hin, dass man eventuelle „Straftäter“ über Filmaufnahmen identifizieren könne.

Hier die Fackelparaden bei der Spieleröffnung, die der Linzer in blau-rot, d15a2157

die der Rapidler in weiß.

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Auch nach der Pause starten die Linzer feurig:

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und der Rapid-Block legt in der Rapid-Viertelstunde nach.

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„Müller raus“-Rufe

Ein Transparent der „Green Lions“ wurde von heftigen „Müller raus“-Rufen begleitet.

„Dieses Trainerteam ist einer Rapid nicht würdig. Ausmisten, jetzt. GL“d15a2175

Der Angesprochene hat die Rufe offenbar nicht ganz verstanden, bezeichnet er sich doch selbst in einem Interview als „Sündenbock“. Das aber ist jemand, der unschuldig zum Handkuss kommt, doch für die diversen glücklosen und teuren Transfers sowie für den völlig unverständlichen Trainerwechsel zeichnet er doch voll verantwortlich.

Schlaf gut

Nach diesem Spiel ging wohl ein Aufatmen durch die Reihen aller Rapidler und alle werden nach diesem Abend wohl gut geschlafen haben  Ganz besonders gut geschlafen hat Andrea, die neue Besitzerin der Handschuhe von Ján Novota, die sie von ihm nach dem Spiel als Geschenk bekommen hat. Original, mit aufgeprägtem Namen.

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Rapid-Austria

0:2 (0:1)

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Wenn man den Unwägbarkeiten des Spiels – zum Beispiel einem besonders gerecht sein wollenden Schiedsrichter – entkommen will, genügt es nicht, besser zu sein als der Gegner, man muss viel besser sein als dieser.

Aber „Besser“, das ist so eine Sache. Nimmt man zum Beispiel die Anzahl der geschossenen Corner, die Zweikampfstatistik oder den Ballbesitz, dann liegt Rapid klar voran. Aber irgendwie gehen den Rapidlern vor dem Tor die Ideen aus. Und dann kommt noch das Pech dazu.

Und dem deutschen Trainer scheint in dieser Causa auch nichts weiter einzufallen, denn man hat ihn ja offenbar geholt, um die Spieler etwas mehr zu fordern als es sein Vorgänger getan haben soll. Die Wirkung ist bisher nicht sichtbar. Ich finde, dass die Spielanlage „Ballbesitz“ diesen Spielstil bedingt. Spielen bis ins Tor. Aber bei einer Achter-Abwehrkette ist das eben eine schwierige Sache.

Konterschwäche

Und den Konter hat Rapid nicht erfunden. Man hat den Eindruck, als würden Spieler, die sich in einer überraschenden Gegebewegung befinden, Angst vor der eigenen Courage haben und lieber etwas langsamer auf das gegnerische Tor zulaufen, um in das gewohnte Ballbesitzspiel übergehen zu können. In dieser Zeit sind die Gegner aber schon formiert und aus ist es mit dem Konter.

Aber welchen Aspekt man auch betrachtet; ein so wenig erfolgreiches Spiel haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Unter Zoki jedenfalls nicht. Sogar das durchwachsene heurige Frühjahr hat sich nicht so trostlos angefühlt.

Sterben, aber richtig!

Gleich in der ersten Minute lag Pirez im Grün:

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Wenn man das Verhalten der Austria-Spieler über das Spiel beobachtet, hat man den Eindruck, als gäbe es bei jeder Trainingseinheit der Violetten das Basistraining „wie sterbe ich richtig“. Ich selbst glaube natürlich nicht, dass sich das so abspielt aber dennoch muss es in dieser Truppe ein Element geben, das es zweckmäßig erscheinen lässt, sich im Zweifel als „sterbender Schwan“ in das Grün fallen zu lassen. Und es wirkt! Schiedsrichter Lechner ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen, um zu zeigen, dass ihn die Kulisse bei Rapid nicht beeindruckt und verfügte einen Elfmeter, wo eigentlich keiner war (siehe Fernsehkommentar).

Stell Dir vor, Du liegst tot auf der Wiese und keiner beachtet Dich. Das kann nur Kayode; liegen bleiben, bis der Elfer gegeben wird:

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Wir man richtig stirbt, das zeigt Rapid: vier Verletzte in zwei Spielen, das ist ziemlich schwerwiegend und in den nächsten zwei Wochen warten vier schwere Spiele. Leichter wird’s nicht!

Und dieser Spieler war bisher nicht im Kader!

Nun sind wir lediglich Beobachter und keine Spezialisten. Aber beobachten, das können wir doch alle. Was muss man von einem Trainer halten, der diesen Mario Sonnleitner in dieser Saison noch kein einziges Mal aufgestellt hat? Wenn es hier nur um das Spielerische geht, ist hier jemand wenig kompetent, würde ich sagen. Toller Einsatz, tolle Tacklings, Super-Mario! Bemerkenswert die Sprechchöre bei der Mannschaftsaufstellung, die schon Richtung „Fußballgott“ tendierten!

Es geht bergab!

Vier Spiele ohne Sieg, fünfter Tabellenplatz mit fallender Tendenz, denn die Austria einzuholen ist weniger wahrscheinlich als von Ried, WAC oder Admira eingeholt zu werden. Rapid orientiert sich nach unten!

Bemerkenswert cool bleibt unser Präsident, der meint, man müsse dem Trainer Zeit geben!

Dieser Zusammenhang ist zwar rein zufällig, aber dass die beiden Sport-Verantwortlichen gerade von Schalke kommen, erweckt den Eindruck, als hielte man im Rapid-Vorstand viel von deutscher Fußballkompetenz. Man soll eben nicht gleich auf Vorurteile hereinfallen, auch wenn sie zunächst positiv scheinen, denn auch dann können sie unvorteilhaft sein – wie man sieht.

Und zum ersten Mal seit ich bei Rapid bin, habe ich Sympathie für die Sprechchöre „Müller raus“, denn mit Büskens allein wird es nicht getan sein.

Ambiente

Es begann mit einer Begrüßung von Dejan Savicevic, einen der prominentesten Rapidler aller Zeiten.

Schon das Eröffnungs-Transparent war bemerkenswert. Der Block textete: „Gewidmet Wilhelm Goldschmidt uns allen Rapidlern, die dem Dritten Reich zum Opfer gefallen sind.“

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Im Tagebuch wurde in „Wo alles begann“ über diese Anfänge von Rapid berichtet, als Wilhelm Goldschmidt als Sekretär 1899 den Vorschlag machte, den „1. Wiener Arbeiter Fußball Club“ auf  „S.C. Rapid“ umzubenennen.

Dieser Text ist bemerkenswert und vielschichtig zugleich. Man muss ihn im Kontext mit der späteren Eröffnungschoreografie sehen, das dem Spiel am 22. Juni 1941 gegen Schalke im Olympiastadion von Berlin gewidmet war, bei dem Rapid mit einem 4:3-Erfolg als einzige österreichische Mannschaft den Deutschen Meistertitel erringen konnte. Sport war eine jener Freizeitaktivitäten des täglichen Lebens, der trotz schwierigster Bedingungen durch alle Kriegsjahre betrieben wurde.

Der Text bezieht klar Stellung gegen das damalige Regime und stellt ein besonders populäres Opfer, einen der Gründerväter von Rapid, Wilhelm Goldschmidt, in den Vordergrund. Andy Marek verwies in seiner erklärenden Rede auf die Aufarbeitung dieser Zeit durch eine Historikerkommission vor etwa fünf Jahren.

Da uns bei Rapid allein die Austria alle diese Epochen begleitete, hat man eben dieses Derby auserwählt, den Zuschauern dieses legendäre Spiel in Erinnerung zu rufen.

Eine leicht erzieherische Note in Richtung Austria-Fans kann man auch durchhören, einem Block, der nicht müde wird, den unappetitlichen Ruf „Rapid verrecke“ immer wieder zu wiederholen. Nachdem es der Führung der Austria nicht gelingen will, mit ihren Fans in einen konstruktiven Dialog zu treten, möchte ich ein Plakat zeigen, das den Ursprung dieses Spruchs aus dem Jahr 1932 zeigt:

Werbung (politisch) & Werbung (Wahl), Landtagswahl 24.04.1932 & Gemeinderatswahl 24.04.1932, 1932.04.24, Wien Veranstaltung (politisch), Wähler-Versammlung, 1932.04.16, Wien

Werbung (politisch) & Werbung (Wahl), Landtagswahl 24.04.1932 & Gemeinderatswahl 24.04.1932, 1932.04.24, Wien
Veranstaltung (politisch), Wähler-Versammlung, 1932.04.16, Wien (Österreichische Nationalbibliohek)

Es geht keineswegs darum, dass wir irgendwie wehleidig sind, aber Töne, die deutlichen Bezug zu dieser Zeit nehmen und Rapid von heute mit den Juden von damals in einem Atemzug nennen, impliziert ja, dass man es im Nahhinein gut heißt, dass Millionen Juden in den Tod getrieben wurden und man es mit Rapid ebenso tun solle.
Fairerweise muss man ergänzen, dass die Replik „Schwuler F-A-K“ auch nicht gerade frei von Rassismen ist, denn er erniedrigt eine legitime Lebensart von Menschen. Und das, obwohl wir bei vielen Spielen immer wieder diese tolle Werbung „Respect“ der UEFA erleben.
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Es ist offenbar gar nicht so leicht, jemanden zu beschimpfen ohne ein bereits belastetes Vergleichskriterium heranzuziehen.
Dieses erste Transparent zum Angedenken an Naziopfer war offenbar ein Gegengewicht zu der Hauptchoreografie, die den Deutschen Meister von 1941 betraf, um nicht auch nur einen Verdacht auf irgendeine ideologische Nähe zu der damaligen Zeit aufkommen zu lassen.

Choreografie „Rapid, Deutscher Meister 1941“

Das 4:3 von Berlin 1941 ist für Rapid ein bemerkenswertes Ereignis. Man hat für diese Jubiläumschoreografie das Derby als würdige Bühne ausgesucht. Rapid ist der einzige Verein aus Österreich, der den Deutschen Meistertitel erringen hat. Und Schalke war damals nicht irgendwer. Es gibt nur eine handvoll Vereine, die die Viktoria in ihrem Besitze haben. Schalke und Rapid gehören dazu. Die Viktoria kann im Rapideum besichtigt werden.

Man lud den ältesten Rapidler Alfred Körner (90) und den ältesten Rapid-Fan Otto Filipsky (104) aus Horn zu diesem Derby ein. Beide sind natürlich Zeitzeugen dieses legendären Spiels; Alfred war 15 und Otto 29.

Wir sahen die erste Voll-Stadion-Choreografie in Grün-Weiß, von der es später sicher ein Panoramabild im Web geben wird.
Die Choreografie des Block-West zeigte Bimbo Binder, den Helden des damaligen Spiels, die Viktoria, die Trophäe für den Deutschen Meister und das damalige Rapid-Wappen über dem Berliner Olympiastadion. Gefolgt von den Transparenten:
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„Das sind die Farben, die Geschichte geschrieben haben“
„SK Rapid Fünfundsiebzig Jahre Deutscher Meister“
Diese gut durchdachte Choreografie mit einer klaren Distanzierung gegen Rechts hat mich positiv überrascht und wenn ich auch in der Vergangenheit ein bisschen in Opposition gegenüber verschiedenen Aktionen stand, wie zum Beispiel gegen jene für das „Weststadion“, bin ich wegen dieser heutigen ausgezeichneten Choreografie froh, dass wir diesen Block und keinen anderen haben. „Bravo Burschen!“
Die weiteren Transparente waren eher etwas für Szenenkundige, denn wir, Durchschnittsbesucher konnten damit nichts anfangen.
Gleichzeitig hat der Austria.Anhang kräftig gequalmt…
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..und der Block-West wollte dem nicht nachstehen und hat zur Rapid-Viertelstunde nachgezogen:
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Das schöne an der Vergangenheit sind die Erinnerungen, zum Beispiel an diesen Titel, denn die schlechten Erinnerungen blendet unser selektives Gedächtnis ohnehin bestens aus. Und so werden wir wohl auch diese Derby-Niederlage rasch in die Archive verbannen.
Aber was machen wir mit den beiden Deutschen? Ist unsere „Kriegskasse“ so gut gefüllt, dass wir sie auszahlen können oder hat Andy Müller für die überwiegend enttäuschenden Neuzugänge (Ausnahme Mocinic) alles Kleingeld verbraucht?

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Stadlau-Rapid II

2:1 (2:0)

Es ist derzeit schon ein bisschen zum Haareraufen, denn dass man Spiele auf Augenhöhe verlieren muss, so wie jetzt bereits das dritte in Folge, wird man nicht so leicht durch mehr an Training oder Leistung wettmachen können.

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Während bei Rapid II ein Kopfball an die Stange geht und ins Feld zurückprallt, geht ein ähnlicher Ball von Stadlau auch an die Stange und von dort ins Tor. Niemand kann so etwas üben oder meinen, wenn er mehr trainiert würde er besser treffen.

Dass Sobczyk bei einem Sturm auf das Tor fällt und der Schiedsrichter gelb zeigt statt auf den Elfmeterpunkt, ist eine weitere vergebene und vielleicht auch falsch entschiedene Situation.

Die Stadlauer konnten ihren Führungstreffer aus einem Gestocher erzielen. Ähnliche Gestocher vor ihrem eigenen Tor wurden führten leider zu nichts.

So kehren wir unverrichteter Dinge wieder nach Hütteldorf zurück, wo nächste Woche am Freitag der Sportklub wartet. Das Spiel wird am Hauptfeld stattfinden.

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Strahlender Sonnenschein, also herrliche Fußballbedingungen. Die Temperatur war im Schatten schon durchaus auf „Glühwein“ eingestellt, und es gab ihn auch. Drei kulinarische Verkaufsstellen und eine große Kantine lieferten Speis und Trank. Unser Favorit: Schitzelsemmeln, frisch zubereitet.

Im Bild Arnold, der „Simmeringer“, Christian und Florian sowie unsichtbar der Fotograf und Kellner Franz.

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Es gibt auch Support seitens einiger Stadlauer, doch so richtig kann die einsame Trommel keine Stimmung erzeugen; es sind einfach zu wenige, die mitmachen. Im Bild, der noch leere Fanbereich:

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Gesponsert wird Stadlau unter anderen von „Invictus Finanzmanagement“ dessen Firmenlogo die Trikots ziert. Hinter Invictus (=“Unbezwingbar“) steht der Rapid-VIP-Auswärtsfahrer Roland. Na, und heute hat dieses Motto sogar zugetroffen. Wer also Finanzberatung sucht, hier ist die Facebook-Seite von Invictus und hier die Homepage.

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Rapid-Viertelstunde vom 21. 10.

  • Ultraschall: So tickt das Rapid-Herz
  • Bezirksblatt ehrt Special Needs Team
  • Radatz neuer Teampartner von Rapid
  • Erste Erfolgsbilanz für das Rapideum
  • Teamarzt Thomas Balzer im Interview
  • Rapid Youngster Szanto im Wordrap
  • Video
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Rapid-Sassuolo

1:1 (1:0)

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Wer die Einstellung Rapids zum Siegen versteht, ist mir etwas voraus. Alle waren wir begeistert von den herausgespielten Chancen in der ersten Halbzeit und alle waren wir enttäuscht, dass man nach der Pause den Eindruck hatte, als würde man sich – wie so oft – mit einem Halten des Ergebnisses begnügen.

Und der Tausch Grahovac gegen Murg war die Bestätigung, dafür, dass der Trainer offenbar genau das beabsichtigte, nämlich Gegentore verhindern. Und die Strafe folgte zwei Minuten nach diesem Tausch, denn wie wir alle wissen (und auch der Trainer wissen sollte), sind Gegentore oft nicht zu verhindern, seien es Tausend-Gulden-Schüsse, mehr oder weniger gerechte Elfer, abgefälschte Schüsse, einfach Zufall oder – wie gestern – Eigentore.

„Schremser“ hieß gestern „Schrammel“

Wer weiß, vielleicht hat der Trainer gestern in der Pause, den Thomas Schrammel mit „Schrammel“ angesprochen, weil man Spitznamen eben nur im Freundeskreis verwendet, und das hat den „Schremser“ so aus der Bahn geworfen, dass er aus lauter Kränkung in einem mentalen Ausnahmezustand vergessen hat, dass sie Seiten gewechselt wurden und er das Rapid-Tor mit dem Sassuolo-Tor verwechselt hat. Ja, wäre das das Sassuolo-Tor gewesen, wäre er wohl zum Helden des Abends geworden. So aber…

Fußball, gespielte Psychologie

Wenn man bedenkt, dass unser Gegner Sassuolo Bilbao geschlagen hat aber Rapid in Bilbao ziemlich schlecht ausgeschaut hat, dann aber wieder Rapid eine sehenswerte erste Halbzeit gegen Sassuolo hingelegt hat, kommt man mit den Vergleichen allein der Ergebnisse nicht weiter, denn die sind unverständlich. Bei allen diesen Spielen wird die Befindlichkeit des Teams eine große Rolle spielen. Ob man selbstbewusst auftritt (wie gestern in der ersten Halbzeit) oder unsicher (wie in Bilbao) wird von einer Menge von Faktoren abhängen, die niemand so recht insgesamt kennt. Und was vor dem Mikrofon gesagt wird, ist das Gedachte aber nicht das Gefühlte, das Unbewusste.

Wo das hinführt?

Wenn man die letzten Spiele betrachtet, fragt man sich natürlich, wie das wohl weitergeht und wie lange die Vereinsführung Geduld üben wird. Hier die letzten Spiele; die Unentschieden darunter eigentlich lauter gefühlte Niederlagen.

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Ambiente

Engagiert wie immer, die Choreografie des Block-West: „Gemma Burschen – zu zwölft gibt’s für uns kan Gegner“. Wohltuend, dass sich der Texter daran besinnt, dass in Wien „Burschen“ und nicht – wie so oft verwendet – „Jungs“ am Werk sind.

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Die Wörter des Tages waren…

  • „Spaghettifresser“, ist uns noch durch einen Sager von Karl Moik in Erinnerung und
  • „Katzelmacher“, das ursprünglich „Kesselmacher“ hieß und auf Wanderarbeiter aus Italien zurückgeht, sogar bis ins 18. Jahrhundert. (Viele weitere Details über den Link)

Dass „Rapid kälter wird“, konnten wir in Gesprächen bei der Heimfahrt hören. [Die gemütliche, und nicht überfüllte Verbindung mit der S80 ist ein Geheimtipp.] Und natürlich meinen alle vom Präsidenten abwärts, dass sie noch dieselben wären wie vorher. Und subjektiv betrachtet stimmt das natürlich auch. Aber dieses kräftige Wachstum, diese gefühlte Verdoppelung der Personalstandes bewirkt, dass der Fan nicht mehr so viel Kontakt zu den „Rapidlern“ des Stammpersonals hat sondern zu Personen, die ihren Dienst sowohl bei Rapid aber auch in allen anderen Stadien absolvieren, zum Beispiel, wie uns Anita berichtete, die allgegenwärtigen Securities. Rapid fühlt sich einfach jetzt anders an, es ist kälter gewoden.

Sehr entspannt ist dagegen die Kommunikation mit dem Catering-Personal oder den VerteilerInnen der Rapid-Marie. Allesamt sehr freundlich und locker.

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Rapid-Altach

1:1 (0:1)

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Das Spiel erinnerte mich vom Charakter her an meine Schulzeit (übrigens auch schon die Spiele gegen Mattersburg und Ried). Am Anfang des Spiels (des Schuljahres) ist alles noch nicht so wichtig, man hat ja Zeit genug aber in der Schlussphase, insbesondere wenn der Gegner (der Lehrer) vorlegt und beginnt, „der Hut zu brennen“, dann wird „sich angestrengt“.

Es gab Elemente im Spiel, über die man sich als Zuschauer hat aufregen können. Am meisten haben mich die zahlreichen Umfaller und Verzögerungen der Altacher gestört, die schließlich auch zum Ausschluss von Srdjan Grahovac geführt haben.

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Aber man muss fast sagen, dass der Zeitpunkt des Ausschlusses eigentlich der Schlüssel zum späteren Ausgleich war, weil dadurch die Mannschaft die Dringlichkeit der Situation demonstriert bekam und man den Eindruck hatte, dass sich nach diesem Ausschluss die Mannschaft trotz Unterzahl gehörig ins Zeug gelegt hat.

Aber alle diese Mätzchen der Altacher waren kein Grund, das Spiel nicht zu gewinnen.

Wäre dieses Spiel ein kleiner Hänger in einer Folge ordentlicher Partien, wäre das alles keine Malheur. So ähnlich würde ich die Aussetzer in der Ära Zoki beschreiben. Aber in den letzen zwei Monaten ist der von Spiel zu Spiel deutlicher werdende Qualitätsabfall auch schon als Tendenz ablesbar.

Zwar gibt es Rückendeckung des Herrn Präsidenten, der meint, man könne einen Trainer nach wenigen Spielen nicht endgültig beurteilen (immerhin waren es aber schon 19 Bewerbspiele)  aber wenn wir diese letzten Spiele von Rapid betrachten, dann würde ich sagen, dass die weit weniger hoch dotierte Mannschaft des gekündigten Trainers Zoki jederzeit die heutige Mannschaft des Trainers Mike geschlagen hätte. Wir hatten damals auch nicht das Gefühl, dass es derartig an Spielwitz fehlen würde, auch nach verlorenen Partien. Das kann man auch daran ablesen, dass der Block sich nie in den letzten Jahren derart klar wie bei dem Spiel gegen Altach gegen die Mannschaft gestellt hat. Die Kritik ist angebracht aber sie trifft nur einen der Beteiligten aber nicht ins Schwarze.

Alles, was uns da aus der Führungsetage erzählt wird, sind reine Schutzbehauptungen, die noch dazu den Charakter von Eigentoren haben.

Was solle man etwa davon halten, wenn Andy Müller meint, die Mannschaft wäre keine Einheit? Nachzulesen in einem laola1-Bericht. Von wo kommt es, dass sie keine Einheit ist? Was ist davon zu halten, dass die Spieler, allen voran Stefan Schwab, das in Abrede stellen?

Gegen wen richtet sich diese Kritik? Gegen die Spieler? Das glaube ich nicht, denn ob eine Gruppe von Menschen eine Einheit bildet, hängt nicht allein von ihnen selbst ab. Da müssen schon die Rahmenbedingungen so sein, dass sie diese Einheit sein können. Warum auch immer; durch Druck, durch gemeinsame Ziele usw. Und wenn diese Rahmenbedingungen nicht gegeben sind, dann eben nicht. Aber für eine solche Einheit ist das Trainerteam verantwortlich. Und es dürfte kein Zufall sein, dass bei einem Trainerwechsel oft das ganze Trainerteam ausgetauscht wird, denn betrifft der Wechsel nur den Cheftrainerposten, dann hat der gleichzeitig zwei Baustellen: er muss Vertrauen zur Mannschaft aber auch gleichzeitig zum Trainerteam aufbauen, und wenn er Pech hat – so wie es offenbar bei Rapid der Fall ist – hat er beide gegen sich. Denn sowohl dem Trainerteam als auch der Mannschaft wurde durch den Trainerwechsel etwas genommen, nämlich eine bisher durchaus funktionierende Beziehung zu einem kumpelhaften Trainer Zoki.

Wie ist es, wenn man uns etwas nimmt? Gehen wir nicht instiktiv in Opposition? Hat sich eigentlich jemand aus der Führungsetage um das bisherige Verhältnis des Trainers zur Mannschaft gekümmert? Aus den Interviews zu schließen: nein. Denn die Spieler sagten übereinstimmend, dass sie vom Trainerwechsel total überrascht worden sind.

Eine Gruppe von Menschen bildet nicht einfach so eine Einheit. Es ist wie eine Schulklasse. In der Klasse (am Spielfeld) formt der Lehrer (der Gegner) die Einheit. Im sonstigen Alltag (ist der Gegner weg) macht die Klasse, was sie will. Da wäre dann der Trainer gefragt, eine Vertrauensbasis herzustellen und wenn möglich auch den Wunsch in den Spielern zu wecken, dass sie für ihn spielen – oder, dass sie aus Angst vor ihm spielen – je nach Führungsstil. Uns als Zuschauer kann das letztlich egal sein, warum sie eine Einheit sind, ob aus Angst oder aus Zuneigung. Aber diese Einheit muss bereits im Training gegeben sein, damit sie später, im Spiel abgerufen werden kann.

Es ist eine erstrangige Aufgabe des Trainer, ein Team, eine Einheit zu formen. Für ihn, der irgendwie zum Team gehört aber doch nicht unmittelbar etwas zum Spiel beitragen kann, außer dieser Einheit, einem Zusammengehörigkeitsgefühl. Wie er das tut, ob autokratisch, charismatisch, bürokratisch, autoritär, kooperativ oder im Laissez-Faire-Stil, das ist völlig gleichgültig. Was zählt, ist, dass wir alle das Gefühl haben, dass sich die Spieler einsetzen. Egal, ob sie das für sich selbst, für den Trainer oder für die Zuschauer oder – wie viele meinen – wegen des Geldes machen. Aber es ist die Aufgabe des Trainers, diese Motivation vermitteln zu können. Mike ist das bisher nicht gelungen und daher zielen die Spruchbänder auf das Symptom und nicht auf die Ursache.

Spieler beschuldigen sich vor dem Mikrofon, dass man zu wenig nach vorne spielen würde oder sonstige Details. Es ist einfach so, dass sie es selbst so erleben aber offenbar dennoch nichts dagegen tun können, dass es so ist. Das kommt daher, dass sie im Interview ein Verhalten der Gruppe beschreiben, es aber als Einzelne nicht ändern können.

Präsident Krammer sieht in einem Laola1-Bericht „keinen Notstand bei Rapid“, weil man einem Trainer mehr Zeit geben müsse.

Aber die Situation des neuen Trainers ist eine ganz andere, wenn ein Team zum Beispiel am letzten Platz ist und tatsächlich irgendwas mit der Chemie nicht mehr stimmt und niemand mehr weiter weiß, trotz bestem Willen aller Beteiligten. (Das war möglicherweise beim WAC der Fall, als Heimo Pfeiffenberger unseren Didi Kühbauer beerbt hat und danach – auch ganz ohne eine großzügige „Schonzeit“ – sich Erfolge gleich eingestellt haben.) In diesem Fall ist die Mannschaft für diesen Wechsel möglicherweise sogar dankbar, weil sie einem Neubeginn geradezu entgegenfiebert, denn wer steigt schon leichtfertig ab.

Aber so war das bei Rapid nicht. Die Mannschaft hat sich trotz eines alljährlichen Aderlasses und Ersatz der abgegebenen Spieler weit unter dem vorigen Wert unter Zoki immer wieder bis an die Spitze herangekämpft und es ist uns Zuschauern verdammt egal, wie er das geschafft hat. Gefühlt war er ein Trainer, der immer hinter seiner Mannschaft gestanden ist, der sie immer in Schutz genommen hat. Und die Mannschaft hat es ihm gedankt. Mein Gefühl war, dass die Mannschaft für Zoki gespielt hat, dass es eine gute Vertrauensbasis gegeben hat. Und der Lohn für diese Kooperation war ein undankbarer zweiter Platz und sehr gute Ergebnisse im europäischen Bewerb.

Niemandem bei Rapid ist das genug und auch dem Präsidium nicht. In praktisch jeder Saison hatte man das Gefühl, dass da mehr möglich gewesen wäre. Und man war der Meinung (viele Gesprächspartner haben das so oder so ähnlich ausgedrückt und wahrscheinlich meinte man das auch in der Führungsetage), dass dem Zoki nur die notwendige Härte gegenüber der Mannschaft gefehlt hätte.

Und in dieses funktionierende Gefüge kommt aus heiterem Himmel ein Trainerwechsel mit einem sonderbaren Beigeschmack. Es war ein Wechsel ohne Not und hatte vordergründig nur ein Ziel, nämlich noch besser und schließlich Meister zu werden, etwas, was man Zoki nicht zugetraut hat. Andere Gründe sind uns nicht zugänglich aber es gibt sie, weil das „einvernehmlich“ eigentlich eine klare Kündigung war, eine fristlose sogar.

Man kann alle Randbedingungen im Fußball planen aber mit allen diesen Mosaiksteinchen kann man nur die Wahrscheinlichkeit für einen Titel erhöhen. Aber auch wenn man sehr viel mehr von allem als der jeweilige Gegner hat, so wirklich gelingen kann es nur, wenn auch Unwägbarkeiten zu seinen Gunsten „ausschlagen“: Dazu gehört das Klima in den verschiedenen „Beziehungen“; zu jener zum Trainer, zu jener zum Verein zu auch zu den Fans. Also das, was Andy Müller als „fehlende Einheit“ beschreibt. Aber das ist eine Bringschuld des Trainers uns sogar der Vereinsführung und nicht der Mannschaft.

Spätestens nach dem Trainerwechsel war das Vertrauen der Mannschaft zur Vereinsführung nicht gegeben und zwar wegen des Führungsstils. Es wurde einfach über die Mannschaft hinweg etwas verfügt und ein bestehendes Vertrauensverhältnis gestört.

Rapid kauft sich eine deutsche Führungsgarnitur ein, um dem „Kamerad Schnürschuh“ auf Vordermann zu bringen. Also mehr Disziplin und mehr Ordnung usw. Aber eben weil wir dieses Lehrmeisterhafte unserer Nachbarn schon seit den Zeiten des Ersten und dann auch des Zweiten Weltkriegs kennen, haben wir es lieber, wenn sie das Lehrmeisterhafte unter sich ausleben aber nicht auf uns Österreicher anwenden mögen. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Vereinsführung sehr auf diese deutsche Mentalität setzt und auch auf die Kompetenz von Fachleuten aus dem Land des Fußballweltmeisters. Was die leider all zu wenig bedenken, ist die „österreichische Seele“, denn in Deutschland arbeiten sie mit Spielern die sie verstehen, hier aber müssen sie, die Fachleute, erst den Umgang mi dieser „österreichischen Seele“ erlernen. Und das scheint so schwierig zu sein wie der hiesige Dialekt. Und im Grunde gelingt es nie.

Abschließend erinnere ich an eine Begebenheit, die Max Merkel zugeschrieben wird, dem als Trainer zugetragen wurde, dass ein Teil der Mannschaft zu feucht-fröhlichen Festen geneigt hat. Unschlüssig, wie er sich verhalten solle, ließ er kurzerhand die Bösen gegen die Guten spielen. Die Trinker haben 7:1 gewonnen, worauf er meinte „sauft’s weiter“. Diese Anekdote fällt mit immer ein, wenn man heutzutage meint, dass ein Spieler oder Trainer einerseits ein untadeliger, herzeigbarer Mensch des Typs „Sängerknabe“ sein soll und anderseits in einem Spiel Aggressivität an den Tag legen soll. Das scheint fast unvereinbar.

Ambiente

Wir verbringen vor und nach dem Spiel einige Zeit „im Bauch“ des Stadions. Und die Statistiken in der Rapid-Viertelstunde vom 14.10. hat uns gezeigt, dass wir ein Vielfaches von dem konsumieren, was wir im Happel-Stadion und auch im Hanappi-Stadion je konsumiert haben. Bei Liga-Spielen sind es im Schnitt 8 Euro pro Besucher pro Spiel, im Hanappi-Stadion waren es zwei Euro pro Spiel und Besucher.

Dass die Vergabe der Sitze bisherige Gruppierungen ziemlich „zerfleddert“ hat, bewirkt, dass wir eben vor und nach dem Spiel beim Imbiss treffen. Hier die Gruppe der“Heryneks“.

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Wegen dieser Diskussionen rund um Rapid vor dem Spiel ist uns entgangen, dass der Block bereits während der Aufwärmphase eine Botschaft Richtung Mannschaft gerichtet hat und wir das übersehen haben. Ein freundlicher Video-Filmer ließ mich sein Display fotografieren, sodass ich auch eine Erinnerung daran mitnehmen konnte.

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„Der Block ruft seine Leistung ab, ob auswärts oder heim
Eure Auftritte in der Provinz dagegen sind zum Speib’m!
Durch Kampf und Zusammenhalt wird jeder Gegner g’wetzt,
reißt’s Euch den Orsch auf – und zwar jetzt!“

Nach meinem Empfinden enthält der Spruch einige Fehleinschätzungen:

Es ist mit diesem Spiel gegen Altach (aber auch schon gegen Mattersburg, damals war das Glück beziehungsweise die Schiedsrichterentscheidungen ziemlich auf unser Seite) die orientierungslose Spielweise (zum Beispiel ohne einen lenkenden Spieler wie Steffen Hofmann) nicht mehr nur auswärts sondern auch zu Hause schwer auszuhalten.

Bei jedem Fußballspiel – egal, ob es uns gefällt oder nicht – besteht eine ordentliche Leistung (im Wortsinn); dazu wird ja all wöchentlich trainiert. Was im Spruch gemeint ist, dass man mit dieser Leistung keinen Erfolg hat. Aber Leistung ist da, das ist unbestreitbar; 60-70 kg 10 Kilometer in 90 Minuten bewegen. Mehr ist Leistung nicht.

Dass kein Zusammenhalt da ist, das kann sein, aber das liegt nicht im Bereich dessen, was man Spielern allein umhängen kann, denn dafür, dass es nicht läuft, dafür muss man schon weiter nach oben schauen. In diesem Fall sogar bis zum Präsidenten, denn was im Bereich Wirtschaft umgesetzt wurde, das ist das, was eben generalstabsmäßig planbar ist und das wurde auch – zumindest was uns die Zahlen so sagen – perfekt umgesetzt.

Aber Erfolg ist nicht in diesem Sinne planbar. Gleichzeitig man kann durch autoritäre Entscheidungen viel kaputtmachen, von dem man nicht einmal geahnt hat, dass es aufgebaut worden ist und mit einem Mal einfach weg ist.

Ich will nicht einmal sagen, dass es ein Fehler im klassischen Sinn ist. Es ist der Fehler, dass alle bis hinauf zum Präsidenten tatsächlich das Beste für den Verein und für den Erfolg wollen und dazu gehörte nicht nur ein neues Stadion, eine neue Vereinsstruktur, sondern auch ein neuer Trainer und neue, teure Spieler. Und damit müsse es wohl funktionieren, meinte man.  Aber man hat sich geirrt. Man hat ein bisschen die subtilen menschlichen Beziehungen vergessen, über die man nicht so einfach hinwegsehen kann.

Auch das Leben ist ein Fußballspiel. Und „gut gemeint“ kann nicht selten das geradezu Gegenteil von „gut“ sein.

Es gibt nur eines, das Zoki den Trainerposten gerettet hätte und das wäre ein Titel gewesen. Aber dieses Schicksal werden Andy und Mike mit Zoki teilen, halt nur ein Jahr später, denn so wie das jetzt ausschaut, werden sie nicht einmal den zweiten Platz schaffen.

Es wäre schön, wenn ich mich irren würde.

Links

Ankündigung „20 Jahre Tornados“

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Austria Amateure – Rapid II

2:1 (0:1)

Das gute Spiel von Rapid II lieferte eigentlich keinen Anlass zur Sorge. Leider führte die drückende Überlegenheit von Rapid II in der ersten Halbzeit nicht zu mehr als einem Treffer. Dass man im Strafraum für ein angeschossenes Hands manchmal auch einen Elfmeter zugesprochen bekommen kann, war der Knackpunkt des Spiels.

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Auch die gut 20-minütige Schlussoffensive von Rapid II reichte nicht, den Ausgleich herbeizuführen.

Zwei gute Mannschaften mit einem eher glücklichen Sieger.

Ich habe manchmal den Eindruck, als sollten die Trainer die Spieler dazu ermuntern, im Strafraum nicht aufs Tor sondern auf die gegnerischen Hände zu zielen.

Das Ambiente

Man sieht am Bild, dass wir die Ersten am Gelände der Austria-Akademie waren. Die Temperaturen waren unterdurchschnittlich (etwa 9 Grad) und eine Verkühlung als körperliche Niederlage zusätzlich zu jener am Spielfeld kann man sich am windigen Laaerberg leicht holen.

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Rapid-Chauvinisten sind geneigt, den Gegner allgemein und die Austria im Besonderen schlecht ausschauen zu lassen. (Natürlich wird das auch umgekehrt so sein. Nichts ist gerechter als der Fußball, alle Sager gelten für alle Vereine gleichermaßen!) Das gilt auch für diese Situationsbericht.

Wenn es um die Zuschauerzahlen geht, hier ein Witz aus der „grün-weißen“ Schmunzelkiste, der ausnahmsweise nur in einer Richtung funktioniert: Dass die Austria ihr Stadion umbaut, ist eine gute Idee, aber sie sollte es verkleinern, damit es nicht immer so leer ausschaut. (Vorgetragen von Peter)

Für die Regionalliaga-Spiele trifft aber dieser Sager gar nicht zu. Immerhin 350 Zuschauer trafen sich in der Laaerbergstraße und am Spielende gab es sogar Sprechchöre für die siegreiche Heimmannschaft. Von dem kann Rapid II nur träumen. Zu unseren Heimspielen verirren sich vielleicht 100, vorwiegend ältere Zuschauer, die Hälfte davon sind Anhänger der Gastmannschaft. An dieser Front herrscht also großer Aufholbedarf bei Rapid! 

Die triste Heimatmosphäre der Spiele von Rapid II war im letzten Jahr durch die gemütliche Umgebung des Elektra-Platzes gemildert und wir wünschen uns die dortige Kulinarik zurück. Vielleicht ist ja West 1 wieder einmal unbespielbar und wir können zurück zum Elektra-Platz, zu Gottlieb Juen und seinem Team.

Genau daher lieben wir eher die Auswärtsspiele der Regionalliga in Wien und Umgebung, denn dort finden wir gemütliche Fußballatmosphäre, gastfreundliche Menschen und schöne Spiele.

Favoriten ist da anders und leider die Ausnahme. Hier wurde die Begegnung zum Hochsicherheitsspiel hochstilisiert. Die Tribüne war zweigeteilt. In der größeren rechten Hälfte saßen die Hausherrn, ganz links die Rapidler. Wer aber wo sitzen durfte, das bestimmte seine Kleidung. Wenn jemand neutral angezogen kam, wurde er bei der Hauptkassa eingelassen, alle mit einem grün-weißen Kleidungsstück mussten in den „Auswärtssektor“. Das führte dazu, dass einige unserer langjährigen Zuschauerkollegen durch rot-weiße Plastikbänder von uns getrennt waren. Diese Bandeln waren aber nicht unüberwindlich und so saßen schließlich alle wieder dort, wo sie hingehören.

Uns hat eine Rapid-Mütze „verraten“ und wir mussten zu der ambulanten Behelfskassa für die Rapidler. Von den Verwirrungen an dieser Behelfskassa will ich einfach nur schweigen. Das Klima war einfach unfreundlich. Die Personenkontrolle war wie bei einem Spiel der Nationalmannschaft. Glücklicherweise kannte mich ein Ordner schon von anderen Spielen und hat mich mit der Kamera durchgewunken. Das war wichtig, denn ich habe nicht angenommen, dass ich bei einem Regionalligaspiel einen Berechtigungsschein für einen Fotoapparat werde vorweisen müssen. Das versehentlich im Rucksack verbliebene Handy-Ladegerät hat der Ordner zwar ertastet aber dann gnädig „übersehen“.

Eine Kantine gibt es nicht (zumindest nicht im „Rapid-Sektor“), dafür ein mobiles und als „Glühwürmchen“ behutetes Bier-/Glühweinteam.

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Die Rapid-Besucher wurden durch Trainer Mike Büskens und Taktik-Trainer Thomas Hickersberger prominent verstärkt. Dass die beiden nichts miteinander geredet haben, kann viele Gründe haben. Zum Beispiel den, dass Mike sich im Bereich der Austria-Fans befunden hat und Thomas in der Gruppe der Rapid-Fans gesessen ist oder auch damit, dass Thomas seinen Sohn mitgebracht hat und daher sich eher ihm gewidmet hat. Aber es kann auch sein, dass keine besondere Gesprächsbasis im Trainerteam besteht, wer weiß…

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Der Trainer tut gut daran, sich die Spiele von Rapid II anzuschauen, denn bisher waren die Einkäufe von Andy Müller nicht die erwartete Verstärkung.

Die (für die Regionalliga) witzige Eintrittskarte möchte ich Euch nicht vorenthalten, enthält sie doch auf der Rückseite den nicht ganz zutreffenden Stadionplan des Happelstadions.

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Links

Rapid-Viertelstunde vom 14. 10. 2016

  • Was den Rapid_Fans schmeckt
  • Grüner Strom in Hütteldorf
  • Schaub Nationalteam-Debüt
  • Louis Schaub im Interview
  • Hier gehts zum Video

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Stadionführung

Herbert und Walter vom Klub der Freunde haben mich zu einer Stadionführung mit einer großen Gruppe von Eisenbahnveteranen eingeladen, der ich mich gerne angeschlossen habe. Altersmäßig habe ich gut dazu gepasst.

Im Tagebuch wurde schon mehrmals über das Innenleben des Stadions berichtet, daher beschränke ich mich hier auf Besonderheiten dieser speziellen Führung. (weitere Berichte siehe Links)

Im Eingangsbereich werden historische Fußbälle ausgestellt. Wie wir wissen, wird bei jeder Fußball-WM ein neuer Spielball von adidas entwickelt. Hier findet man alle diese Bälle beschrieben. Auch der erste Fernsehball, der Telstar fehlt nicht in der Rapid-Aula. Interessant ist, dass alle diese Bälle in Pakistan hergestellt werden:

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Zufällig war während unserer Führung eine Besprechung der Verteidiger, im Bild Christoph Schößwendter, Christopher Dibon, Max Hofmann und Wolfgang Frey.

Ist es nicht bemerkenswert, dass man nicht einmal eine Stadionführung machen kann, ohne dass man auf die aktuelle Misere von Rapid hingewiesen wird? Der Vorjahreskapitän und Herzeigespeler Mario Sonnleitner war nicht dabei. Zufall? Sicher nicht!

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Es wird immer wieder auf die Unterschiede zwischen den Spielerkabinen von Rapid und jener der Auswärtsmannschaft hingewiesen. Einer dieser Unterschiede ist zum Beispiel eine ziemlich mächtige aber gut portable SONY-Soundanlage, die einen Höllenlärm erzeugen soll und die wahrscheinlich weniger berühmte Spielszenen in den 90 Minuten davor vergessen macht.

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Gegenüber von der Spielerkabine gibt es einen Raum, der den Eindruck eines „Gehirnwäschezentrums“ macht, ist dem die Spieler rund um ein Spiel auf den „Rekordmeister“ eingeschworen werden.

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Beim folgenden Bild könnte man raten lassen, wofür dieses verglaste und voll einsichtige WC wohl dient. Es ist das WC zur Doping-Kontrolle, in dem Spieler ihre Urinprobe abstellen aber gleichzeitig ein Vertreter der WADA dabei zuschaut, dass nicht manipuliert wird.

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Etwa 8mal pro Jahr gibt es eine unangekündigte Kontrolle. In der Pause werden zwei Spieler ausgelost.

Im Mixed-Bereich gibt es neuerdings Wärmestrahler.

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In der Kabine der Gastmannschaft wurden wir von Geschäftsführer Christoph Peschek begrüßt. Christoph ist ausführlich auf Fragen aus dem Kreis der Besucher eingegangen und insbesondere eine seiner Antworten ist mir in Erinnerung geblieben.

Auf die Frage über den Umgang mit dem „Problem“ Entrup hörten wir folgenden Vergleich: dieser Wechsel eines ehemaligen Mitglieds eines Austria-Ultras-Fanklubs zu Rapid wäre etwa so als würde ein früheres Mitglied des RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) zur SPÖ wechseln. An dem etwas holprigen Vergleich werde ich noch länger „kiefeln“. Im Bild Laurin Rosenberg, unser Begleiter durch das Stadion und Christoph Peschek, Geschäftsführer von Rapid.

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Angesichts der „Erfolge“ in den letzten Spiele fragt man sich, ob das wirklich ein Vorteil ist, der Heimmannschaft beheizte Sitze anzubieten.

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Das folgende Bild zeigt eine Ansammlung von Sponsor-Logos auf der Interview-Wand. Wenn man genauer schaut, sind aber nicht alle dieser Partner gleich häufig vertreten. Wer mehr zahlt, eben öfter:

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28 lyoness
28 wien energie
24 allianz
24 ottakringer
22 adidas
22 card complete
18 tipp 3
18 wiener zucker
 6 admiral
 6 panaceo
 3 kamper
 2 orf
 2 sky sport

Einen ungewohnten Anblick vom Stadion etwa aus der Andy-Marek-Sprecherposition bietet das folgende sphärische Panorama, das durch einen Rechenvorgang am Handy und durch etwa 20 zusammengesetzte Aufnahmen entstanden ist.

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Links

 

 

 

 

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Mario, angeschlagen

Zum ersten Mal seit 16. Juli meldet sich Mario Sonnleiter auf Facebook zu Wort. Da viele Leser dieses Tagebuchs nicht in Facebook vertreten sind, erlaube ich mir, seinen Text hier zu wiederholen:

Liebe grün-weiße Familie,

da ich mich jetzt schon länger nicht mehr gemeldet habe, ist das Posting nun ein bisschen länger…

Es sind bereits ein paar Monate vergangen und wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, läuft es für mich persönlich sportlich nicht ganz nach Wunsch. Seit Sommer vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht darauf angesprochen werde, weshalb ich mich nach langem Überlegen dazu entschlossen habe, meine Sicht der Dinge zu schreiben. Vorweg sei gesagt, dass ich euch versichere, weiterhin jeden Tag alles zu geben und fokussiert zu bleiben. Ich will euch die Sicherheit geben, dass ich da bin, wenn ich gebraucht werde. Ohne Wenn und Aber…

Viele Fragen beantwortet eigentlich unser großartiges Leitbild, an das ich glaube. Darin sind Sätze wie „seit jeher erkämpfen wir uns mit vollem Einsatz den Erfolg und geben nie auf“ niedergeschrieben. Sätze, die mir derzeit Kraft und Ansporn geben.

Wie ihr wisst, war ich seit Beginn der Saison fast ausnahmslos nicht im Kader und deswegen hatte ich etwas mehr Freizeit (z.B. keine Auswärtsreisen) als ich bisher kannte. Das ist zwar für das Familienleben eine positive Sache und ich bin mir sicher mein Kind genießt auch die vielen zusätzlichen, gemeinsamen Besuche mit mir auf dem Spielplatz. Aber als leistungsorientierter Profisportler ist es klar, dass man seinen Teil zum sportlichen Erfolg seines Vereins und seiner Kollegen beitragen möchte. Es ist klar, dass ich für und mit meiner Mannschaft am Platz kämpfen will und die gemeinsamen Ziele erreichen möchte.

„Der SK Rapid ist österreichischer Rekordmeister. Erfolg ist uns Erbe und Gebot zugleich. Daher ist es unser Anspruch, immer ganz oben zu stehen.“ Dieser Satz im Leitbild fasst gut zusammen, warum ich mich im Sommer 2015 bewusst für eine Vertragsverlängerung entschieden habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich durchaus die Möglichkeit ein äußerst gutes und finanziell reizvolles Angebot im Ausland anzunehmen. Aber ich habe mich für Rapid entschieden. Ich habe mich für Rapid u.a. aus den gleichen Gründen entschieden, die auch mein Kollege Louis bei seiner Verlängerung neulich genannt hat. Die Stimmung auf den Rängen, die Stimmung in der Mannschaft und der gemeinsame Hunger nach Titel für Rapid. Zum gleichen Zeitpunkt bin ich auch dem Beispiel unseres Kapitäns gefolgt und habe die lebenslange Mitgliedschaft abgeschlossen. Ebenfalls aus Überzeugung!

Nach der Verlängerung kam die Saison 15/16 mit tollen Erfolgen und bitteren Tiefschlägen und am Ende blieb „nur“ der erneute Vizemeister-Titel und das „überwintern“ im Europacup. Im Mai dieses Jahres haben wir mit einem 3:1 Auswärtssieg in der Südstadt die letzte Saison beendet. Damals durfte ich die Mannschaft als Kapitän auf das Feld führen und mich in die Torschützenliste eintragen. Mein persönliches Fazit zur letzten Saison: Ich war mit meinen Leistungen im Frühjahr 2016 nicht zufrieden. Ich habe meine Leistung analysiert und begonnen nochmal ein paar Schrauben zusätzlich zu drehen und im Sommer richtig Vollgas zu geben. Ich bin durchaus stolz, dass alle Leistungstest zeigen, dass ich mich auch körperlich – vergleichsweise zum vorigen Jahr – nochmals steigern konnte und topfit bin.

Auch deshalb bin ich richtig motiviert, diese Saison durchzustarten und meinem Team beim Erreichen unserer Ziele bestmöglich zu helfen. Ich habe in den sechs Jahren bei „meinem“ Verein Höhen und Tiefen erlebt und mit tiefster Überzeugung alles in die Waagschale gelegt, was ich habe. Jetzt mit dem neuen Stadion, mit dieser Stimmung, mit dieser Mannschaft und den Verantwortlichen. In dieser Saison ist wieder alles möglich. Vielleicht auch mehr denn je. Und daher werde ich auch nicht aufgeben. Das verbietet mir auch das Leitbild meines Vereins. Ich kämpfe natürlich weiter, ich werde selbstverständlich weiter professionell arbeiten und werde weiterhin versuchen mich im positivsten Sinne zu empfehlen und natürlich sehne ich mir eine Chance herbei.

Vielleicht kommt die Chance nicht heute oder morgen, aber ich werde auch übermorgen bereit sein! Bis es soweit ist, will ich mir zusätzlich zu meiner sportlichen Rückkehr (dem zurückkämpfen) nochmal ein Beispiel an unserem Leitbild nehmen. „In guten wie in schlechten Zeiten leben wir unsere Leidenschaft und sind stolz, uneigennützig zum Ruhm Rapids beizutragen.“ Das will ich sehr gerne Vorleben. Erst recht, wenn ich gerade noch eine „schlechtere Zeit“ durchlebe und daher manchmal etwas mehr Freizeit habe, als meine Kollegen. Ich nehme natürlich auch gerne Termine wahr, um die Außendarstellung unseres Vereines zu stärken. Und ich stelle mich klar in die Dienste unserer Werte und Tradition. Der Profisport ist nicht immer ein Zuckerschlecken, aber ich kann meine Erfahrungen Jung und Alt weitergeben. Mein oberstes Ziel bleibt allerdings der Einsatz für mein Team, der Weg zurück auf das Spielfeld.

Jetzt ist der ganze Text schon viel länger als ich wollte. Aber kürzer ging es leider nicht. Zum Schluss möchte ich uns alle noch einmal erinnern: „Der Sportklub Rapid ist eine Gemeinschaft… Um diese Verbundenheit zu bewahren, begegnen wir uns als Rapidler gleichwürdig, ehrlich und vertrauensvoll.“ Ich hoffe (zumindest habe ich es versucht), ich bin auch diesem Teil des Leitbilds mit meiner Stellungnahme gerecht geworden.

Wer zusammenhält, gewinnt! Immer vorwärts, Rapid Wien!
Euer Mario „Sonni“ Sonnleitner #6

Aber was wissen wir jetzt mehr als wir vorher schon gewusst haben? Natürlich kann jeder Trainer die verfügbaren Spieler nach seinen Eindrücken einsetzen aber beginnen wird er doch dort, wo sein Vorgänger aufgehört hat und dessen letzte Aufstellung beim Spiel gegen die Admira in der vorigen Saison war:

Alar, Grahovac, Jelić, Kainz, Knoflach, Kovacec, Kuen, Nutz, Pavelic, Schaub, Schrammel, Schwab, Sonnleitner, Tomi.

Fakten

  • Mario spiele in der vorigen Saison in 27 von 36 Ligaspielen, davon in 23 Spielen als Kapitän. Darüber hinaus in allen vier Cupbegegnungen, in allen vier CL-Quali-Spielen und in 6 von 8 Spielen in der Euro-League.
  • Mario war eine Stütze und ein Führungsspieler von Rapid
  • Sein Vertrag wurde von Andy Müller bis Juni 2019 verlängert.
  • Der Marktwert von Mario ist angesichts seines Nicht-Einsatzes in der laufenden Saison von etwa einer Million auf 750.000 Euro gesunken. (Link)

Beobachtungen

Aufmerksam wurden wir bei der Meldung vom 14. April, als angekündigt wurde, dass Christoph Schösswender von der Admira zu Rapid wechseln würde. Somit hatten wir dann insgesamt 5 Innenverteidiger: Dibon, Hofmann, Sonnleitner, Schößwendter, Wöber. Mit vier Innenverteidigern ist die Aufgabenverteilung etwa so, dass zwei aufgestellt sind, einer als Ersatz dabei ist und einer bei Rapid II spielt. Diese Rolle hat derzeit Wöber. Warum man sich mit dem fünften Verteidiger einen künstlichen Druck erzeugt, ist nicht einzusehen und man denkt an Absicht.

Dass man den Erfahrendsten rausstellt, ist ein fußballerisches Rätsel der Sonderklasse. Es liegt mir fern, Fehler der jeweils eingesetzten Innenverteidiger zu kritisieren, denn die können natürlich immer und jedem passieren, aber Mario ist ein außerordentlich zuverlässiger Spieler, dem der eine oder andere Patzer, die seinen Stellvertretern bei den ersten Spielen der neuen Saison passiert sind, so wahrscheinlich nicht passiert wäre.

Die Frage ist, warum man das so entschieden hat.

  • Ist das ein Luxusproblem? (Man kann es sich leisten?)
  • Oder meinte man, Christoph würde sein Ranking als torgefährlichster Innenverteidiger bei Rapid eventuell sogar ausbauen (wenn schon die Stürmer nichts treffen)?
  • Oder war der fünfte Innenverteidiger kalkuliert und wusste man schon im April, dass man Mario mit einem neuen Trainer ins Eck stellen würde, hängt also diese Maßnahme mit dem Trainerwechsel in Zusammenhang?

Ich tippe auf Letzteres. Ich tippe darauf, dass diese Degradierung Gründe hat, die wir nicht kennen und die überhaupt nichts mit der sportlichen Leistung zu tun haben. Denn die Einsatzbereitschaft von Mario kennen wir. Ich illustriere das mit einem gelungenen Bild aus der Vorbereitung im Vorjahr im Spiel gegen Wimpassing.

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Diese Suspendierung würde in die Tradition des Rapid-Führungsstils passen und erinnert an die Reaktion von Dionys Schönecker, der im September 1934 einen der erfolgreichsten Spieler der Fußballgeschichte, nämlich Josef Bican kündigte. Es ging damals um disziplinäre Probleme, denn Bican – offenbar damals schon ein gut bezahlter Star, erschien mit dem Taxi zum Training (so ganz genau ist mit diese Begebenheit nicht mehr in Erinnerung, es könnte auch sein, dass es um seinen Hund ging). Jedenfalls war das eine Provokation, die nicht zu Rapid passte und Bican musste gehen. Er erkämpfte danach noch zwei Meistertitel mit der Admira und ging dann zu Slavia-Prag. Bican erhielt 1997 die Trophäe für den weltbesten Torjäger des 20. Jahrhunderts mit geschätzten 5000 Toren.

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Ried-Rapid

4:2 (3:1)

Vorahnungen waren da. In Facebook haben wir noch im Bus gepostet: „Ohne Alkohol ist Rapid derzeit nicht gut verträglich. Maria mit Nachschub.“ Mit einer Jägermeister-Runde wurde das von Runde zu Runde peinlichere Spiel von Rapid schöner-getrunken. Dass es aber nicht einmal zu einem Duell auf Augenhöhe kam sondern zu einer eher peinlichen Niederlage, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

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Facebook-Posting: „Wir stellen Steffen auf. Immer. Auch bei der Busfahrt. Mike braucht ein paar Lektionen in Psychologie, sonst spielt er bald gegen sein Team und gegen uns alle.“

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So, als hätte Mike Büskens die Forderung des Publikums geahnt, spielte dann auch Steffen von Beginn an, konnte aber das Debakel auch nicht verhindern, denn in der 23. Minute, als er ausgewechselt wurde, stand es bereits 2:0 für Ried.

Der Blaguss-Stock-Bus war nur wenig besetzt, denn geplant wird immer nur mit einem gewöhnlichen einstöckigen Bus. Da aber bei der Fahrt nach Graz zwei Plätze zu wenig waren (man hat vergessen, die Reiseleiter auf die Liste zu setzen), dachte man bei Blaguss „sicher ist sicher“.

Für uns Busfahrer war es fast ein Heimspiel verglichen mit dem hinter uns sitzenden Rapid-Fan aus Telfs, der eine viel längere Anreise hinter sich hatte.

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Da wir mit den Schnitzelsemmeln in Ried schlechte Erfahrungen gemacht haben, wählten wir diesmal Leberkässemmeln mit „Naturkrusten-Leberkäse“ und die können wir empfehlen:

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Das Spiel von Rapid war dann weniger empfehlenswert. Das unentschlossene Ball-Herumgeschiebe als ein Teil des „dominanten Ballbesitz-Spiels“ wurde spätestens in der sechsten Minute zu einer ungeeigneten Taktik. Ich wünsche mir die Zeiten von Zoki des Vorjahres zurück.

Sehenswerte Choreografie der Lions

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Im Wettbewerb „wer hat mehr Fackeln im Stadion“ hatten an diesem Tag die Rieder die Nase vorn. Der Westwind vernebelte mit dem Rieder Rauch das Spielfeld; das Spiel konnte erst nach einer kurzen Verzögerung angepfiffen werden.

Die Rieder „Supras“ feierten an diesem Tag ihren 20jährigen Bestand und starteten mit dem Text „Supras, die ungezähmten Jungs der Stadt vieles gesehen, doch niemals satt.“ Und nach der Pause mit „Zwanzig Jahre Supporters Ultras“. Rapid gab für dieses Rieder Jubiläum einen geradezu kitschig-passenden Gegner ab.

Dass sich der Block gegen Spielende demonstrativ nicht von der Mannschaft verabschiedet hat, ist nicht mein Stil, denn die Leistung war da, es wurde gerannt und geschwitzt (oder war der Regen?). Ob man einen Partner mit Entzug von Zuneigung auf ein gewolltes Verhalten, auf die „Siegerstraße“ bringen kann, ist zweifelhaft. Man müsste Psychologen fragen.

Grün-Weiße Presse

Es ist schön, dass sich für Rapid-Fans alles um Rapid dreht. So soll es auch sein.

Liest man aber die Schlagzeilen der Berichte über das Spiel in Ried, könnte man meinen, dass sich Fußball in Österreich nur um Rapid dreht. Der Grund dürfte sein, dass die Presse immer auch die Zusammensetzung der Leserschaft im Auge hat. Da es dort naturgemäß viele Grün-Weiße gibt, werden Artikel mit einem Bezug zu Rapid nur sehr selten aus dem Blickwinkel des jeweiligen Gegners betrachtet.

Die heutigen Schlagzeilen zu dem Ried-Spiel  könnten daher auch anders lauten. Es steht dort nämlich: „Nächster Rückschlag für Rapid“. Mit gleichem Recht könnte dort stehen: „Ried kann seinen Platz im Mittelfeld festigen.“ Oder „Ried am Weg nach oben.“ An einer anderen Stelle steht „Ried-Pleite“, so als hätte Ried verloren. Kein einziger Artikel wird aus der Sicht der Rieder formuliert.

Das ist der Fluch des „Rekordmeisters“. Alles wird daran gemessen, dass Rapid 32facher Meister ist. Aber am Spielfeld stehen 11 Mann, die mit diesem Rekordmeister nichts am Hut haben, für sie ist dieser Rekord eher belastend.

Dass man in der Presse die Chancen für Ried so schlecht einschätzt, dass ein Sieg gegen Rapid als etwas total Unwahrscheinliches abgetan wird, empfinde ich wie Hauptstadt-Chauvinismus.

Der Marktwert des Rieder Kaders ist nur etwa ein Drittel des Werts des Rapid-Kaders. Noch im Bericht über das Spiel gegen Bilbao betonen wir, dass es eine große Leistung wäre, gegen eine Mannschaft mit dem sechsfachen Marktwert nur 0:1 zu verlieren. Umso höher ist es zu bewerten, wenn eben dem Kleineren die Sensation gelingt.

Spieler – Trainer – Sportdirektor – Vereinsführung

Ein Spieler kann ein Spiel durch eine Einzelleistung drehen, ein neuer Trainer kann eine Mannschaft nach einigen Runden auf die Siegerstraße führen und ein Sportdirektor kann nach einigen Saisonen zeigen, was er drauf hat.

Der Spieler der Stunde, der das zeigt, ist Deni Alar. Und Stefan Nutz hat es ihm gleich bei seinem ersten Einsatz für Ried nachgemacht. Mike Büskens hat – vielleicht noch mit der Spielanlage des Vorjahres  und dem Stadion-Effekt im Hintergrund – gut begonnen, doch nach diesem ersten Viertel stellt sich Ernüchterung bei den Fans ein. Und Sportdirektor Andy Müller, der für alle diese Transfers und Kündigungen verantwortlich zeichnet, ist nicht nur bei den Fans angezählt, auch das Präsidium muss in dieser Situation beginnen, in Alternativen zu denken. Mit der derzeitigen Motivation scheint der von Zoki in drei Saisonen wiederholte zweite Tabellenplatz eher ein illusorischer Wunsch.

Wenn Präsident und Sportdirektor meinen, dass man am Ende ganz oben stehen werde, kann man das nur als eine in der Not verbreitete „self fulfilling prophecy“ deuten, denn keine der Millionen-Investitionen hat einen sichtbaren Einfluss auf das Spiel. Ich frage mich, ob Trainer und Sportdirektor, die zur nächsten Mitgliederversammlung beim Klub der Freunde eingeladen sind, überhaupt noch im Amt sein werden.

 

Strebinger-Interview

Lieber Richard! Es gibt keine blöden Fragen, es gibt nur blöde Antworten. Und hier die Begründung: Wir, die Anhänger des Fußballsports können Dich nicht alle nach einem Spiel fragen, warum es zu dem 2:0 gekommen ist. Wir haben daher Kristina Inhof zu Dir geschickt, um mit Dir über den/die Patzer zu sprechen. Ein Interview besteht aus Fragen und Antworten, hat aber keinen Platz für Metafragen über das Interview, das muss man anderswo diskutieren.

Wenn Du meinst, ihre Frage wäre blöd und sagst ihr das, dann fühlen uns wir, die Zuschauer gekränkt, denn sie ist ja unsere Botschafterin und wenn Du sie beleidigst, dann beleidigst Du uns.

Du hattest eine einmalige Chance in dieser Minute vor dem Mikro uns etwas mitzuteilen oder etwas für Dein Team oder Deinen Verein zu tun. Und was machst Du: Du beschimpfst uns! Vielleicht solltest Du Dein Verhalten gegenüber den Medien überdenken. Denn auch wenn Dir die Frage blöd erscheint, dann hast Du ja die Möglichkeit, das in Deiner Antwort*) geschickt aufzuzeigen und hättest dann durchaus die Lacher auf Deiner Seite.

Du bist bei Deiner Nicht-Antwort in „bester“ Gesellschaft. Peter Pacult war Meister in dieser Disziplin, den Sinn des Interviews nicht zu verstehen und er hat in Franz Wohlfahrt einen ziemlich perfekten Nachfolger gefunden, auch Günther Neukirchner ist uns gut in Erinnerung. Andy Ogris wieder ist ein Beispiel für die Cleverness, den Augenblick zu nutzen, die positiv in die Geschichte der Fernseh-Interviews eingegangen ist.

*) In einer Anekdote über eine Freizeitbeschäftigung, ich glaube, es war beim Farkas, wurde ein Frage-Antwort-Spiel die „Erzherzog-Prüfung“ genannt, bei der ein Prüfer eine Frage stellt, der Antwortende (der Erzherzog) eine möglichst blöde Antwort gibt und daraufhin der Prüfer eine Begründung erfinden muss, die zu der falschen Antwort passt, denn der Prüfer darf sich bei der „Erzherzog-Prüfung“ gegenüber dem Erzherzog keine Kritik erlauben. Übertragen auf ein Sportinterview ist der Interviewer der Erzherzog, der eine blöde Frage stellt und die Aufgabe des Interviewten wäre es, das durch die Antwort zu enttarnen, nicht aber die Frage selbst infrage zu stellen.

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Bilbao und Neusiedl

Bilbao-Rapid 1:0 (0:0)

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Unsere VIP-Delegation hat die besten Plätze im Stadion bekommen. [Bild von Hannes.]

Gut, gegen Bilbao kann man verlieren, aber es war denkbar knapp. Eigentlich hat Rapid bei diesem schwierigen Spiel die bisherigen Ergebnisse in der Liga bestätigt. Rapid ist dort der Verein mit den wenigsten Gegentoren. Und daher war nach dem (durchaus verdienten) Siegestreffer von Bilbao die Freude der Spanier sogar gegen diesen Underdog „Rapid“ besonders groß, was ein bisschen im Gegensatz zur Bewertung des Spiels stand. Die ziemlich überhebliche Art der spanischen Presse ist nicht angebracht aber Chauvinismus scheint heutzutage geradezu ein medialer Grundstoff für den Boulevard zu sein.

Immerhin hat die Mannschaft von Bilbao (150 Millionen) den sechsfachen Marktwert von Rapid (25 Millionen). Und dieses Geld wird offenbar auch benötigt, um in Spanien mit einer Mannschaft in den vorderen Tabellenrängen bestehen zu können. Viel Aufwand, um gerade einmal ein Tor gegen den belächelten Gegner zu schaffen! Aber Rapid kennt das mit umgekehrten Rollen natürlich auch. Gegen St. Pölten, Altach, Ried und Mattersburg ist Rapid in der Rolle von Bilbao.

Rapid hatte es mit diesem Gegner ziemlich schwer. Man muss bedenken, dass in dieser starken Liga das Spieltempo deutlich höher ist als bei uns. Und dieses ungewohnt hohe Tempo bewirkt ungewohnt hohen Entscheidungsdruck und das wieder treibt die Fehlpassquote in ansonsten unbekannte Höhen.

Und diese Schnelligkeit kann man nicht einfach nur am Spielermarkt einkaufen, die muss man sich Woche für Woche erspielen. Erspielen gegen Gegner, die eben auch dieses hohe Tempo gehen können.

So ganz unmöglich wäre aber ein Unentschieden nicht gewesen. Es gab nur ganz wenige Chancen aber mit ein bisschen Glück…

Ambiente

Es war ein komplettes Fußballprogramm an diesem Tag. Um 19:00 Rapid II und danach das Public Viewing im Stags-Head.

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Das Stags-Head war ausgebucht, das Schnitzel war hervorragend, wir waren eingekreist von „Muppets“. Aber dank des Biers kann man darüber hinwegsehen. Im Vordergrund Florian, Karl und Christian.

Links

Rapid II-Neusiedl 3:2 (2:1)

Zu ungewohnter Beginnzeit am Donnerstag trifft sich das „Fähnlein der sieben Aufrechten“ auf West 1. Rapid II geht rasch 2:0 in Führung. Es war ein bisschen Glück dabei – wo nicht. Diese beiden ersten Tore waren nicht sehr spektakulär, etwas gestochert, aber der Ball war hinter der Linie. Diese Tore waren aber schließlich in der Endabrechnung entscheidend, denn im weiteren Spielverlauf konnte Neusiedl aufholen.

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Rapid II weiter im Spitzenfeld der Regionalliga-Ost.

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Rapid-Viertelstunde am 30. September 2016

  • Neuer Partner Magma Glasdesign
  • Neue Spieler und ihre Autogrammkarten
  • Greenie-Tag am 15. Oktober
  • Rapid-Profilfoto
  • Interview Andreas Müller
  • Zum Video

Führung Rapideum/Stadion

Unser Freund Herbert vom Klub der Freunde organisiert eine Führung am Donnerstag, 13.10. um 14:00. Wenn sich jemand anschließen möchte, bitte um eine Nachricht bis Sonntag. ewkil{at}iam.at.

Einführung in das kostenlose Grafik-Programm GIMP

gimpeinladung

Im Bild unser Trainer von Rapid II und das Maskottchen von GIMP.

Da ich selbst viele Bilder des Fußballgeschehens mit GIMP nachbearbeite, setzte ich eine solche Einführung auf den Veranstaltungskalender von ClubComputer.

  • Dienstag, 4. Oktober 18:00
  • Kulturschmankerl, Simmeringer Hauptstraße 152, 1110 Wien
  • U3-Simmering, 6 oder 71 eine Station bis Fickeystraße
  • APCOA-Garage unter dem Lokal, Einfahrt Kaiser-Ebersdorfer-Straße, linker Seitengang bis zum Schild „Simmeringer Hauptstraße 152.
  • Anmeldung
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