Sturm-Rapid
10. September 2016
Rekordmeisterbar im Blumenschmuck
17. September 2016

3:2 (0:1)

Es war ein sensationeller Abend. Der Beginn, die erste Hälfte war etwas für Pessimisten. Wir haben das Spiel schon nach wenigen Minuten aufgegeben. Ja, aber wir sind nicht die Mannschaft. Die Mannschaft kam wie verwandelt aus der Kabine und in einer magischen Viertelstunde waren drei sehenswerte Tore erzielt.

Nächste Mitgliederversammlung Ende August. Details werden hier bekanntgegeben. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

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Der 12te Mann beeinflusst das Spiel

Es gibt zwar Studien, die belegen, dass der Einfluss der Publikums nicht so groß ist, wie das Publikum selbst es empfindet, aber nach diesem Spiel war sicher: „das Publikum schießt Tore“. Das Publikum hat sich schon früh im Spiel den gegnerischen Tormann als Opfer ausgesucht. Seine Ausschüsse machten den Eindruck, als wollte er das Spiel verzögern und die Antwort des Publikums waren gellende Pfeifkonzerte bei jedem Ausschuss. Prompt gingen drei seiner Abschläge ins Out. Der Belgier wirke auch in anderen Szenen verunsichert.

Auch Harry Gartler und sein Team spielen mit

Auf der Seite der Osttribüne hatte man den Eindruck eines ziemlich ramponierten Rasens, so als wäre kurz zuvor ein Traktor drüber gefahren. Und das stimmt auch, denn wie man in der Rapid-Viertelstunde am Freitag erfahren hat, wurde vor dem Spiel mit einem Rasentraktor Eisendünger aufgetragen. Die dort versprochene Wirkung einer satten Farbe wurde durch die deutlich sichtbaren Traktorspuren und sonstige Unebenheiten getrübt.

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Das Slapstick-Eigentor des belgischen Tormanns hatte seinen Grund wohl auch in einer unebenen Stelle im Rasen. In seinem Interview meinte der Belgier denn auch, dass das Stadion schöner wäre als sein Rasen.

Nach diesem Spieltag

In der UEFA-Wertung bedeuten die Siege von Rapid und Austria, dass Österreich in der Wertung Rumänien überholt hat und nunmehr am 16. Platz liegt.

14 25,063 Niederland
15 24,700 Griechenland
16 22,850 Österreich
17 21,950 Rumänien

Österreich hat auch für die kommenden Runden die besseren Chancen als Rumänien, weil wir 3 von ursprünglich 4 Teams im Bewerb haben und Rumänien nur 2 von 5. Die Austria hatte dabei ein wichtige Rolle, weil sie die Punkte in einem direkten Duell gegen eine rumänische Mannschaft geholt hat.

Die härtere Nuss, nämlich Griechenland, liegt aber noch 1,9 Punkte vor Österreich. Auch Griechenland hat mit 3 von 5 Teams eine geringere Punkteausbeute. Daher stehen die Chancen auch hier nicht schlecht, dass wir diesen Rückstand in dieser Gruppenphase im Kollektiv aufholen. Allerdings: leicht wird’s nicht, unsere Gegner sind eine harte Nuss, wie man schon bei den Salzburgern im Spiel gegen Krasnodar gesehen hat.

Grober Spaß

Die Choreographie zeigte uns das Smiley oder Emoticon „grober Spaß“ gemeinsam mit dem Banner „Fresst sie heut mit Haut und Haar“.

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Dieses Emoticon gibt es schon seit einigen Jahren. Man kann es als Pin bei den Ultras kaufen. Link. Es gab auch ein Fußballturnier der Tornados (Link1) mit diesem Titel. Auch eine Choreografie in Graz verwendete dieses Sujet. Link. Für was genau es steht, darüber können wir Außenstehende nur mutmaßen. Es ist jedenfalls ein Logo der Ultras.

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Im Internet steht es oft auch als Synonym für eine Lebensart. Beispielsweise wird es mit folgendem Spruch gemeinsam genannt: „Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Passt zum Fußball.

Kleiner Wermutstropfen bei der Choreografie: Bei der Sitzplatz-Anordnung in internationalen Spielen unterbrechen die Aufgänge das Bild.

Der Block-West zeigte sich bei diesem Spiel sehr diszipliniert. Keine problematischen Transparente und keinerlei Fackeln!

Rapid wird kälter

An diesen Sager von Zoki Barisic werde ich in Zukunft hier immer wieder verweisen, wenn die neuen Strukturen von Rapid sich bis zum einfachen Stadionbesucher auswirken. Unter dem Motto „Neue Besen kehren gut“ wurde ich bei diesem Spiel mit den verschiedensten Argumenten zunächst beim Betreten des Stadions mit meiner Kamera gehindert.

Ich besuche seit etwa 16 Jahren Fußballspiele; immer mit einer Kamera. Und es kommt fallweise zu Konflikten mit den Sicherheitsbeauftragten. Zum Beispiel gab es in der Ära „Securitas“ (bis 2013), als noch die Gemeinde Wien der Eigentümer des damaligen Hanappi-Stadions war, nie irgend ein Problem. Ich konnte sogar mehrere Objektive mitnehmen.

Dann kam die Phase, dass Rapid Eigentümer des Stadions wurde und man hat bei Rapid eine andere Sicherheitsfirma beauftragt und gleich war ich auch schon mit der Kamera ausgesperrt. Auf meine Bitte hin hat mir Clemens Pieber eine Bestätigung ausgestellt, dass ich mit der Kamera ins Stadion darf. Einige Male habe ich sie in den letzten drei Jahren verwenden müssen.

Im neuen Stadion gab es bisher keinerlei Problem beim Eintritt. Und es ist immerhin schon das fünfte Heimspiel.

An diesem Donnerstag war alles anders. etwa 20 Minuten wurde ich am Eingang aufgehalten und es wurden immer irgendwelche Regeln zitiert, die aber nirgendwo stehen. Eine Dame meinte, die Kamera wäre zu groß und hat sie auch abgemessen und die Maße weitergeleitet. Mein Hinweis auf die beim Eingang abgedruckte Liste der verbotenen Gegenstände, half auch nichts. Auf dieser Liste ist nämlich keine Kamera abgebildet. Mein Hinweis, dass der ÖFB explizit die Verwendung funktionsfähiger Fotoapparate, Film- und Videokameras erlaubt (Link zum entsprechenden Dokument) war auch nicht zielführend, denn hier wäre ja nicht der ÖFB. Auch wieder richtig. Man verwies darauf, dass es eben jetzt neue Regeln gebe. Mein Hinweis, dass man das aber zuerst kommunizieren muss, landete natürlich bei der falschen Adresse, denn dafür konnten die anwesenden Securities nichts.

Für solche hartnäckigen Fälle habe ich immer den „Joker“ in der Tasche, nämlich die oben erwähnte Bestätigung von Clemens Pieber. Das war bisher immer das „Sesam-öffne-Dich“. Aber diesmal hatte ich auch damit Pech, denn auf dem Schriftstück steht kein Datum und daher wäre es ungültig. Auch wieder so eine spontan erfundene Regel.

Jetzt folgte noch ein alles entscheidender Anruf beim „Stadiongott“ und dann folgte der Gnadenakt. Ich durfte mit der Kamera ins Stadion, aber mit der Auflage, dass ich beim nächsten Mal das Schriftstück in einer aktualisierten Form vorweisen müsste. Ich habe versprochen, das nachzubringen, das Verfahren läuft. Es genügt nämlich nicht mehr, dass Clemens ein aktuelles Datum und seine Unterschrift darunter setzt. Diese Kompetenzen liegen jetzt bei Harry Gartler. Wie das ausgeht, werde ich berichten.

Besuch

Die vorjährige EuropaLeague-Saison schaffte es mit den Besucherzahlen noch auf ca. 35.000 Zuschauer pro Spiel aber die Attraktivität der Gruppe mit Bilbao, Genk und Sassuolo reichte gerade einmal für 21.000 Zuschauer.

Auf der VIP-Tribüne herrscht eine gewisse Ratlosigkeit ob der Leere.

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Bei der ersten Auswanderung von Hütteldorf ins Happel während des Baus der Überdachung versuchte man die Leere der Ränge im dritten Rang des Sektors E mit einem riesigen Transparent zu kaschieren. Das erlebt jetzt auf der West-Tribüne eine Neuauflage.

Nun, 1080,- Euro für ein Dreier-Abo für die drei Heimspiele in der Europa-League auf der Ebene 2 sind ein stolzer Preis und damit dringt Rapid in Höhen vor, die in unserer Stadt nicht so dicht mit Fußballfans besetzt sind. Auf der Osttribüne in unserer unmittelbaren Umgebung sitzen viele, die sich auch diese Karten leisten könnten aber dennoch die Osttribüne der stimmungslosen West vorziehen.

Ob man sich diese Leere auf Dauer leisten kann? So schnell werden ja Ronaldo & Co. nicht als Kassenmagnet in Wien auftauchen.

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