Ebreichsdorf-Rapid II
25. September 2016
Bilbao und Neusiedl
1. Oktober 2016

So ist es, wenn Du in Emmersdorf als Rapidler begrüßt wirst.

So wirst Du in Emmersdorf begrüßt

So wirst Du in Emmersdorf begrüßt

Mitgliederversammlung am 15.4.2019 mit:
Christoph Pelczar, Dejan Ljubicic, Stefan Schwab
Gäste sind willkommen, Voranmeldungen erbeten. Wenn Du als Nichtmitglied teilnehmen möchtest, rufe bitte 0677-1899 5070 (Franz).

Und diese Fahne weht nicht immer. Sie weht an besonderen Rapid-„Feiertagen“, wie zum Beispiel am 8. Jänner oder auch einmal 32 Tage lang, damals als Rapid den 32. Meistertitel eingefahren hat, oder eben, wenn Gäste kommen.

Dieses Haus war einmal ein Schweinestall mit einem Heuboden. Heute ist es die Heimstätte für eine riesige Zahl von Erinnerungen an ein Leben mit Rapid, welches – begünstigt durch die besonderen Bezüge zu Rapid – uns mit offenem Mund dastehen und einfach staunen lässt.

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Ich habe an der sinkenden Batterieladung an der Kamera bemerkt, dass wir da etwas ganz Besonderes besucht haben. Mehr als 350 Bilder illustrieren unseren Besuch und einige davon haben wir in diesem Bericht herausgegriffen.

Kein Detail ist ohne irgendeinen Bezug zu Rapid. Der Gitterrost am Eingang enthält Rasen der Pfarrwiese, des Hanappi-Stadions und auch des Happel-Stadions.

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Der ursprüngliche Licht-Schalter am Eingang zum Schweinestall wurde mit einem grünen Kontroll-Licht versehen;

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ein Schild zeigt die Entfernung zum Hanappi-Stadion;

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jede Ecke ein Altar…

Familiäres

Andreas, oder Andy, wie ihn alle nennen, ist der Bruder des um zwei Jahre jüngeren „ersten“ Rapid-Masseurs Wolfgang Frey. Andy erzählte uns von der Zeit als sein Bruder noch „zweiter Masseur“ bei der Vienna war und damals ein Angebot von Rapid bekam, „erster“ Masseur werden zu können. Seit dieser Zeit begleitet Andy seinen Bruder als ein intimer Anhänger und ist den Spielern dadurch näher als andere das sein können.

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Andy Frey in seinem Reich. Rechts hinten ein Original-Spind aus dem Hanappi-Stadion

Wie eng die Bindung von Andys Familie an die Rapid-Familie ist, kann man daran erkennen, dass Wolfgang der Trauzeuge bei der Hochzeit von Steffen Hofmann war und Steffen seinerseits Trauzeuge bei Wolfgangs Hochzeit.

Andy ist Obmann des Rapid-Fanklubs „Grüne Reblaus Wachau“. Der Fanklub hat mehr als 200 Mitglieder aus dieser Region. Zu einer vorgeschlagenen Vergrößerung des Fanklubs um den Raum Erlauftal/Wieselburg kam es nicht, weil man damit den familiären Rahmen für gemeinsame Fahrten mit einem Bus verlassen hätte.

Mir scheint aber das Wesentliche gar nicht die unglaubliche Zahl von Ausstellungsstücken sondern der Umstand, dass in all der Pracht gelebt wird, Feste gefeiert werden und vor allem, dass Andy zu jedem der Ausstellungsstücke eine Geschichte erzählen kann, wie weiter hinten gezeigt wird.

Die Gäste

Wir, das waren Christoph, Florian und Franz.

Christoph ist Obmann des Rapid-Fanklubs „Grün Weiße Distel“ und wir, Florian und Franz sind die Gründer von „EwkiL:Rapid“, Gleichzeitig sich wir drei auch Mitglieder vom „Klub der Freunde des S.C. Rapid“. Ursprünglich hätte auch Jürgen von Forza Rapid mitfahren wollen, aber die Arbeiten an der neuen Ausgabe haben ihn daran gehindert.

Im Bild sitzen wir im Steffen-Stüberl (vlnr. Christoph. Florian, Franz).

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Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus:

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Unser Samstagprogramm war der Besuch der Rapid-Sammlung von Andy, danach ein gemeinsames Mittagessen in der „Herberg zum schwarzen Bären“ in Emmersdorf

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und schließlich der Besuch des Ligapiels St.Pölten-Rapid.

Was, da kommt noch was?

Man betritt das Steffen-Stüberl, den früheren Schweinestall. Die Sitzecke ist nach den Tribünen bekannt. Schon dieses Stüberl ist imposant. Dichtest angefüllt mit „Rapid“. Man meint, das wäre die Sammlung von Andy. Aber zwischen all den Devotionalien versteckt sich eine leicht zu übersehende Holztreppe, die den Aufgang zur eigentlichen Kathedrale im Dachboden eröffnet:

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Der Plafond

Ein normalerweise weniger genutzter Bereich ist der Plafond. Nicht so in Andys Rapid-Refugium. Denn der Plafond bietet Raum für Hunderte Schals, Wimpeln und Fahnen.

Bei geringer Deckenhöhe, wie im Steffen-Stüberl, sind die Schals horizontal angeordnet,

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am Dachboden hängen sie senkrecht und das verstärkt das Kathedralenhafte dieses Gebäudes.

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Spind und Sessel aus St. Hanappi

In Andys Rapid-Reich gibt es nicht einen Sessel aus St. Hanappi sondern eine große Zahl solcher Sessel, von jeder Tribüne einer, manchmal auch zwei. Und auch den Nachbarspind von Steffen Hofmann, die Nummer 8,  nennt Andy sein eigen.

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Logo im Dachgiebel

Jedes Stück hat so seine Geschichte. Das Logo im Dachgiebel etwa stammt vom Stadthallenturnier 2007 und war am Boden vor dem Rapid-Stand aufgeklebt.

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Die zahlreichen Besucher haben darauf schon ihre Spuren hinterlassen als Andy es nach der Veranstaltung vom Boden gelöst hat und an den Ordnern vorbei nach Emmersdorf gerettet hat.

Rapid in jedem Kontext

Andy ist weit gereist. Und wenn ihm das Wort „Rapid“ auffällt, dann nimmt er den betreffenden Gegenstand mit. Im Bild eine Fahne vom Major (Bürgermeister) von Rapid City/USA mit dem Mount Rushmore.

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Erinnerungsnadel an Santillana

Eine ganz besondere Geschichte erzählt eines der kleinsten Ausstellungstücke vom Spiel Rapid – Real Madrid im Jahr 1981 (0:1), eine Real-Anstecknadel:

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Damals gab es noch keine Absperrungen und Trennung der Fangruppen. Rapid-Fans bewarfen den Bus von Real Madrid mit Steinen und Andy hat in dieser Situation erfolgreich vermittelt. Als Dankeschön bekam er von dem damaligen Real-Kapitän Carlos Santillana eine Anstecknadel und vom Spieler Juanito ein Real-Madrid-Abzeichen. Auch Vicente Del Bosque, der spätere Trainer, war damals im Team von Real.

Rebläuse in Bayreuth

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Anlässlich einer Werbeaktion der Bundesliga zu einer Saisoneröffnung wurden die Rebläuse zu einem Fotoshooting in das Opernhaus in Bayreuth eingeladen. Leider gibt es davon keine Audio-Aufnahme, es soll sensationell geklungen haben.

Erinnerung an nicht stattgefundenes Spiel

Eine Kuriosität ist ein Silberteller der aus Anlass des Hinspiels gegen Partizan Belgrad graviert wurde. Am Teller ist als Spieltag der 13.9.2001 eingraviert, doch mit Rücksicht auf die dramatischen Ereignisse rund um den 11.9. in New York wurde das Spiel auf den 20.9. verschoben. Rapid verlor das Hinspiel 0:1, gewann aber das Rückspiel am 27.9. sensationell 5:1.

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Wo ist das Tornetz von St. Hanappi?

Wie  könnte es anders sein, es ist in Emmersdorf. Und zwar im Dachfirst des Bauernhauses:

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Violettes WC

Was wäre ein Rapid-Stüberl ohne ein WC. Gibt es in Andys Reich natürlich auch, aber was für eins! Es ist – wie könnte es anders sein – in violett gehalten. Über die Details schweigen wir lieber. Schau’s Dir einfach an!

Das Montage-Trikot

Was ein richtiger Finne ist, braucht natürlich auch in Wien finnisches Fernsehen. Die ortsüblichen Einstellungen für die Satellitenschüssel helfen da nichts. Andy & Friends sind die Spezialisten für diese Fälle. Bei strömendem Regen bringen sie es zustande, den richtigen Satelliten anzuvisieren und Finnisch im Fernseher zum Sprechen zu bringen. Der Lohn: ein Original-Trikot der finnischen Nationalmannschaft , original signiert von Markus Heikkinen.

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Slibovitz*) von René Wagner

Eine ganz besondere Gegenleistung für einen Freundschaftsdienst für René Wagner ist eine (noch immer nicht leere) Fünf-Liter-Flasche, die René von seinem Vater in Tschechien aus eigener „Ernte“ als Dankeschön gebracht hat.

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Da die Handhabung der Riesenflasche nicht so einfach ist, wird sie bei entsprechenden Anlässen in eine kleiner „René-Wagner“-Flasche umgefüllt:

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*) Es gibt eine Menge Schreibweisen für diesen Zwetschkenschnaps.

Prominenz zu Gast

Viele Rapid-Spieler haben im Rapid-Haus von Andy einen benannten Ehrenplatz. Es beginnt mit dem „Steffen-Stüberl“, weiters haben wir ein „Wettl-Treppl“, einen „Krankl-Corner“ und einen „Hatz-Platz“ gefunden. Auf einer weißen Wandfläche haben sich alle Rapid-Spieler (mittlerweile 65) verewigt.

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Jeder Besucher bekommt seinen Platz im Gästebuch. Über die Spieler, die bereits in Emmersdorf zu Gast waren, wird penibel Buch geführt.

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In den „Neuen Rapid-Wuchteln“ (2004)

…durfte eine Beschreibung von Andys Rapid-Welt nicht fehlen.

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Und es ist interessant zu sehen, wie sich das Inventar in diesen 12 Jahren seit der Veröffentlichung des Buchs vergrößert hat.

Rapid-Stüberl?

Andy nannte sein Rapid-Refugium das „Rapid-Stüberl“. Aber das ist tiefgestapelt. Sowohl was die Größe des Sammelsilos anlangt als auch die Menge der gezeigten Objekte.

Aber ist es ein Museum? Dazu habe ich im Zuge eines Museums-Vorschlags 2011 Definitionen gesammelt (Link). Demnach besteht ein Museum aus einer Sammlung und einer öffentlich zugänglichen Ausstellung, und nach dieser Definition ist es dieses „Stüberl“ kein Museum, denn der öffentliche Zugang fehlt. Obwohl man das Andy schon vorgeschlagen hat, konnte er sich wegen der dann erheblichen persönlichen Einschränkungen nicht dazu entschließen.

Das „Stüberl“ ist also jener Teil eines Museums, denn man „Ausstellung“ nennt und diese „Ausstellung“ ist in diesem Fall identisch mit der „Sammlung“, weil alles, was gesammelt wurde auch gleichzeitig ausgestellt wird.

Das Rapideum, eine Filiale der Emmersdorfer Sammlung?

Andy hat dem Rapideum etwa 20 Objekte für Ausstellungszwecke geliehen. Dass diese aber irgend wo fehlen würden, kann man wegen der unglaublichen Größe der Sammlung nicht wahrnehmen. Es gibt hier nicht ein einzelnes paar Fußballschuhe von Krankl, Hofmann oder Heikkinnen sondern gleich mehrere davon.

Hier zum Beispiel ein Paar Schuhe von Steffen Hofmann mit den aufgedruckten Namen seiner Töchter.

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Der Rapid-„Live“-Kalender

Das sind jene Tage in einem Monat, an denen Andy bereits ein Rapid-Spiel besucht hat. Es ist fast alles grün. Lediglich Dezember/Jänner und Juni sind etwas lückenhaft. In allen anderen Zeiten ist Rapid an allen Tagen präsent.

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Eine ähnliche Auswertung von Spielen habe ich auch einmal durchgeführt, allerdings beschränkte sich diese Auswertung auf Bewerbspiele, die an einem bestimmter Kalendertag stattgefunden haben und natürlich war ich bei den wenigsten Spiel selbst dabei.

Die persönlichen Highlights aus diesem Kalender werden in eigenen Seiten angeführt. Diese Highlights sind jene Spiele, die nach Andys Einschätzung die dramatischsten und besten Spiele von Rapid sind.

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Gemeinsames Bild

Bei der Suche nach einem gemeinsamen Bild der beiden Trauzeigen Wolfgang und Steffen, eventuell von der Hochzeit habe ich in der Google-Bildersuche eingegeben „andreas frey“ „steffen hofmann“. Die Bilder im Ergebnis kamen mir irgendwie bekannt vor und es stellte sich heraus, dass praktisch alle Bilder aus diesem Tagebuch stammen. Lediglich die Bilder aus der letzten Reihe sind von Rapid. Es finden sich kein Bilder der Ultras, der Tornados oder von einem anderen Blogger, es sind ausschließlich Bilder aus dem Tagebuch. Warum das so ist, kann man nur spekulieren. Meine Hypothese ist, dass das Tagebuch nicht einfach nur unbeschriftete Bilder zeigt, sondern eine Verbindung einer Bildergalerie mit einem Text mit Nennung von Namen ist und das durch zahlreiche Links auf einschlägige Quellen bei jedem Spiel vertieft wird. Diese klare Positionierung auf Rapid-Begriffe bringt diese Popularität mit sich.

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Aber auch wenn man diesen Suchbegriff allein in der Google-Suchmaske eingibt, landet man immer zuerst im „tagebuch“ und zwar vor allem beim Bericht vom Spiel gegen Red Bull. Und dort sieht man auch, warum. Dieser Artikel ist der einzige, bei dem die Namen „Andreas Frey“ und „Steffen Hofmann“ gemeinsam auf einer Seite vorkommen. Daraus dürfte die Google-Bildersuche die Relevanz der Tagebuch-Bilder geschlossen haben.

Das war jetzt nur ein Ausflug in die Tiefen des Internets, die uns aber zeigt, dass das Tagebuch eine beachtliche Relevanz bei der Suche nach Rapid-Details hat.

Ein gemeinsames Bild von Andy und Steffen habe ich nicht gefunden aber vielleicht bekommen wir das ja noch einmal.

Andy im Internet

Na, wenn schon nicht Andy und Steffen, dann vielleicht wenigstens Andy allein?

Na, probier‘ das und gibt in der Bildersuche ein „andreas frey“. Das, was Du dort findest, ist nicht unser Andy, das ist ein gleichnamiger Bodybuilder. Schränkt man ein mit „andreas frey wachau“ ist’s auch nichts, denn dann findet man einen Namensvetter oder vielleicht sogar Verwandten, der ein Gasthaus betreibt.

Der einzige Bezug zu Andy im Internet bleibt die Erwähnung im Tagebuch über das Spiel „Rapid-RB“.

Mit dem vorliegenden Beitrag aber wird sich aber die Trefferquote schlagartig erhöhen.

Daaaanke!

Wir bedanken uns mit diesem Bericht bei Familie Frey für die Gastfreundschaft und freuen uns auf eventuelle weitere gemeinsame Unternehmungen!

Ausblick

Diese Ausflug hat unsere Sicht von dem, was ein Rapid-Anhänger ist, ziemlich berichtigt. Wie die Werbung sagen würde: „Sooo muss Rapid!“

Es ist nicht möglich, alle Bilder in diesem Text unterzubringen. Bei Interesse schaue Dich in der Bildergalerie um.

Ein Tipp an das Team von W24: Ihr habt in der Rapid-Viertelstunde vom 6. Mai 2016 die Sammlung von Roland Kresa vorgestellt. Eine Sendung über die Sammlung von Andy Frey ist überfällig.

Links

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2 Comments

  1. […] Bei Freunden in der Wachau (Bericht über einen Besuch der privaten Rapid-Sammlung von Andy Frey, 2016) […]

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