Austria-Rapid

1:4 (0:1)

Dass unser „Eismann“ sein erstes Tor nach Zuspiel von Tamás Szántó gerade gegen Almer erzielt hat, gegen den er auch bei der EURO getroffen hat, gehört fast schon in die Kategorie Kitsch.

Nächste Mitgliederversammlung Ende August. Details werden hier bekanntgegeben. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

Kurz darauf muss er nach eine wilden Attacke mit einer Knieverletzung vom Platz. Man hatte in dieser Szene den Eindruck, als hätte die Austria den Schiedsrichter auf ihrer Seite. Dieses derbe Foul an der Strafraumgrenze, das verdächtig nach „letzter Mann“ ausgeschaut hat, blieb vom Schiedsrichter Drachta völlig ungeahndet. Sonderbar!

Ein Riegler-lookalike-Tor: Derselbe Gegner (Austria), derselbe Gegenspieler (Kayode), eine ähnliche Situation. ein Eiertor durch Fehleinschätzung durch den Tormann. Die Freude bei der Austria ist kurzzeitig groß, wie man auf diesem Bild sieht:

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Die Sicht war wegen der starken Sonneneinstrahlung im Sektor E sehr schlecht. Vielleicht hatte die Sonne auch ihren Anteil bei dem Gegentor, das stark an den Patzer von Christoph Riegler dem Tormann von St. Pölten im Spiel gegen die Austria erinnerte. Eine Fehleinschätzung der Situation durch Ján Novota, die Kayode natürlich ausgenutzt hat. Man konnte den Eindruck haben, dass Kayode einfach deutlich schneller ist, als es Bundesliga-Torleute gewöhnt sind und schon ist es passiert, man kann die Entscheidung nicht mehr zurück nehmen.

Wie sehr Rapid-Fans an dem Geschehen Anteil nehmen, sieht man daran, dass kurz nach dem Gegentor der Platz neben mit leer war. Der Ärger war zu groß.

Schade, denn wenige Augenblicke nach dem Ausgleich geht Rapid durch Louis Schaub wieder in Führung.

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Beim 1:3 verlassen viele Austria-Anhänger das Stadion.

Haben wir uns noch vor der Pause über schlecht abgeschlossene Konter geärgert, wurden wir dann nach der Pause durch drei schöne Kontertore belohnt. Zwar hat sich Philipp Schobesberger wie schon im Spiel gegen Zhodino nicht in die Torschützenliste eingetragen aber er hat zwei dieser Tore vorbildlich vorbereitet. Perfekt würde ich sagen.

Schneckerl Nationale härte gesagt: „Ist ja klar, die Austria warf alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzielen und hat damit Verteidigung zu sehr entblößt, sodass Schimpelsberger, Joelinton und Schaub, verstärkt durch den aufrückenden Grahovac. leichtes Spiel hatten.“

Wenn ihr mich fragt, hat ein ausgeglichenes Team gegen den FC Kayode gewonnen.

Unsere Torschützenliste nach drei Liga-Spielen:

L C E (Liga, Cup, Europa-League)
1 0 0 Grahovac
2 1 0 Joelinton
0 1 0 HofmannS
2 0 0 Murg
0 0 1 Pavelic
2 0 1 Schaub
0 0 1 Schrammel
1 0 0 Schwab
1 0 0 Schößwendter
1 0 0 Traustason

Sehr ausgewogen. Jeder ist für ein Tor gut.  Jetzt wollen wir nur noch hoffen, dass unser „Eisländer“ bald wieder fit ist. Wenn in der vergangenen Saison Steffen Hofmann einmal gefehlt hat, musste man noch um die Stabilität in der Mannschaft bangen. Das scheint nun vorbei zu sein.

Ach ja, Max Entrup kam zu seinem zweiten Kurzeinsatz und man hat sich fast schon daran gewöhnt. Hoffentlich!

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Das einzige violette Spruchband des Tages lautete „Max Entrup, violetter Nachwuchs-Ultra als grün-weiße Nachwuchshoffnung.“

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Diese Spruchband will eventuell ironisch sein, aber ganz gelingt das nicht, denn sollte sich herausstellen, dass Max Entrup sich bei Rapid zu einem guten Stürmer entwickelt, dann hätte ja das Scouting der Austria etwas übersehen. Und auch wenn das Gegenteil eintritt, spräche das eher gegen die Qualität des Austria Nachwuchses. Irgendwie ein misslungener Spruch, eine Art Eigentor.

Solle es grün-weiße Spruchbänder gegeben haben, wir haben sie wegen des hohen Kontrasts an diesem Tag im Schatten nicht gesehen. (Bei den Links gibt es aufmerksame Presseleute, die über Spruchbänder der Rapid-Fans berichten die sich wieder gegen Max Entrup richteten.) In der Rapid-Viertelstunde gabs Fackeln, davor Böller; alles sehr zum Unmut der Rapid-Führung.

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Das Ambiente

Dieses Auswärtsderby erinnere mich an unsere sommerlichen Heimspiele im Happel, an die Nachmittage im Prater. Es war immer ein grün-weißes Fest, wohin immer man kam. Heute hatte man nicht unbedingt den Eindruck. als wäre im Happel-Stadion ein Wiener Derby. Die Rapidler waren auch nur zur Hälfte vertreten, denn die meisten waren ja beim Rapid-Marsch, der beim Riesenrad startete. Hier ein Bild von diesem Zusammentreffen:

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Sehr interessant war die Lautsprecherdurchsage aus dem Streifenwagen ziemlich genau um 13:12. Es wurde sinngemäß verlautbart, dass die Szene mitgefilmt und alle Gesetzesübertretungen angezeigt würden. Die Antwort war ein lautes Pfeifkonzert, worauf der Sprecher belustigt antwortete, dass er sich freue, dass die Verlautbarung also verstanden worden ist. Man hatte als Zuschauer den Eindruck, als würden sich die beiden Seiten aus langjähriger Praxis kennen und vielleicht sogar verstehen und es ginge nun an „die Arbeit“. Auf der einen Seite das möglichst unbemerkte Zünden von Feuerwerkskörpern auf der anderen Seite ein möglichst cleveres Aufdecken eben desselben Tatbestands. Fast wie ein Spiel konnte es einem vorkommen.

Wir nahmen an dem Marsch nicht teil, wurden auch von Rocky dafür heftig beschimpft aber wir haben das nicht so ernst genommen, wir kennen ihn, er ist in Ordnung.

Das Luftburg-Publikum kam nur zu einem kleinen Teil in Fußball-Tracht. Der Fußmarsch zum Stadion hat uns nach dem üppigen Essen gut getan.

Wir waren erstmals bei der Austria im Happel zu Gast. Wie unwirtlich dieses Stadion sein kann, das wissen wir zu Genüge aber wie ein Verein dazu beitragen kann, dass es noch ungemütlicher ist, das wissen wir jetzt auch.

Mit zwei ganz schmalen Eingangsürln bei Stiege 15 und lediglich 2 Mann + 1 Frau bei der Sicherheitskontrolle baute sich eine erhebliche Schlange auf, die bis zum Zaun des Trainingsgeländes reichte, dort eine 180 Grad-Wendung ausführte und wieder zurück auf den asphaltierten Weg reichte. Wir warteten dort 35 Minuten. In Bild links die Schlange Richtung Stadion, rechts Richtung Zaun.

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Zum Vergleich. Bei keinem einzigen der 36 Rapid-Heimspiele im Happelstadion und bei keinem einzigen der Spiele des ÖFB haben wir je gewartet. Diese Engstelle ist sehr unprofessionell. Wenn es großes Interesse suggerieren sollte, dann zieht das vielleicht bei den Austria-Anhängen, wir haben heute das Rapid-Klubservice schätzen gelernt.

Kurios waren die Schlangen vor den Kassen, die im Sektor E weit über den asphaltieren Weg zurück reichten und beim Sektor B in Fünfer-Reihen mit zum Parkplatz. Man konnte doch schon vor Wochen (und auch noch bis vor dem Spiel) Karten online kaufen. Wissen das die Leute nicht? Bitte, das Buchungssystem ist eine Zumutung (und das ist schon freundlich ausgedrückt). Man konnte von etwa drei Wochen keinen Block wählen. Es gab einige Blöcke, die schon ausreserviert waren, vielleicht durch Abos und es wurde nur in einem freien Block Plätze angeboten. Die Blöcke, die jetzt beim Spiel voll waren, konnte man damals, vor drei Wochen nicht buchen. Von einer Platzwahl kann man da nicht sprechen. Ich konnte zum Beispiel keine 6 Karten in einem Block bekommen; nur in zwei ganz verschiedenen Reihen. Aber zu diesem Zeitpunkt war noch Platz genug; nur war er nicht freigegeben.

Warum ist diese begrenzte Vergabe nachteilig? Als Frühbucher bekam ich nur sehr schlechte Plätze. Hätte ich eine Woche später gekauft, wäre vielleicht ein mehr zentral gelegener Block zum Verkauf angestanden. Würde man also alle Blöcke freischalten, bekämen die Frühbucher  die mehr zentralen Plätze und jene, die spät an den Kassen kaufen, eben den Rest.

Im Stadion angelangt, gab es die nächste unerfreuliche Nachricht: es gab keine Stadionzeitung. Wenigstens nicht bei der Stiege 15.

Für alle, die das Spiel vor dem Fernseher verfolgt haben und eventuell den Eindruck eines vollen Stadions hatten: Das hatte den einfachen Grund, dass eigentlich nur Karten im Sektor E erhältlich waren. Der Sektor B war (mit Ausnahme des VIP-Bereichs) nicht verfügbar. Der Auswärtssektor im dritten Rang des Sektors F war mit 2.500 Plätzen ausverkauft, der Fansektor CD der Austria war nur im ersten Rang gefüllt.

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Durch die starke Nachfrage aus dem Bereich der Rapid-Anhänger war der Sektor E bei diesem Spiel einigermaßen voll aber gegen andere Gegner schaut es ganz anders aus.

Zieht man von den 15.270 Zuschauern den Auswärtssektors ab und dann noch die doch recht zahlreich erschienene Rapid-Anhänger im Sektor E, bleibt nicht sehr viel übrig, mit dem man die zukünftige Allianz-Arena wird füllen können.

Da unsere Sitzplätze direkt am Austria-Fansektor lagen, fürchteten wir, dass wir akustisch zugemüllt werden könnten. Aber das war nicht der Fall. Der violette Fanblock ist weniger gut organisiert und daher nicht so effektiv wie der Rapid-Fanblock.

Dafür wirds bei Violett gleich einmal handgreiflich.

Das Spiel im Spiel.

Schon in der Pause fielen einige wild gewordene Austria Fans aus dem Sektor D auf, die auf den Trennzaun geklettert waren. Ihre Aggression richtete sich nicht unbedingt gegen die dort sitzenden sondern gegen den mehr als 100 Meter entfernten Rapid-Sektor F also eine Art „Tele-Aggression“.

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Nach dem Spiel wurde das immer ungemütlicher, sodass wir das Feld räumten und die Verabschiedung unserer Spieler nicht mehr mitbekommen haben. Die Entscheidung war gut, den einige Augenblicke später war auch schon die gut gepanzerte Polizeitruppe zu diesem Block unterwegs. Es gab vor dem Stadion einige filmreife Festnahmen, Sprechchöre der Kerntruppen des Austria-Anhangs. Überall ziemlich aggressionsbereite Typen, die auf nichts anderes warteten als auf eine Auseinandersetzung mit der Polizei. (Grün-weiß war zu diesem Zeitpunkt im Bereich des Sektors F durch eine mobile Sperre abgesichert.)

Wir verließen unbehelligt das „Schlachtfeld“. Ebenfalls ein Erlebnis, das wir bisher bei Heimspielen von Rapid persönlich nie erlebt haben. Nicht besonders motivierend für die vielen Familien mit Kindern in diesem Bereich.

Links

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Nachtrag (Quelle: Bundesliga)

FK Austria Wien – SK Rapid Wien   1:4

  • Arnor Ingvi Traustason ist nach Gudmundur Thorfason, Ragnar Margeirsson, Helgi Kolvidsson, Andri Sigthorsson, Gardar Gunnlaugsson und Hannes Sigurdsson der 7. Isländer, der in der Bundesliga ein Tor erzielte.
  • Olarenwaju Kayode erzielte sein 15. Tor in der Bundesliga. Er traf erstmals in einem Spiel gegen den SK Rapid Wien und von außerhalb des Strafraums.
  • Louis Schaub erzielte sein 17. Tor in der Bundesliga. Er traf erstmals gegen den FK Austria Wien. Beide Treffer in dieser Saison erzielte er nach Flanken von Thomas Schrammel.
  • Thomas Schrammel lieferte in seinem 100. Spiel in der Bundesliga für den SK Rapid seinen 13. Assist für die Wiener ab.
  • Philipp Schobesberger lieferte zum 2. Mal in einem Spiel der Bundesliga 2 Assists ab – beide Male gegen den FK Austria Wien. Schobesberger lieferte 6 seiner 12 Assists gegen den FK Austria Wien ab.
Austria Rapid
     8    15   Torschüsse
    56%   44%  Ballbesitz
    48%   52%  Zweikampfquote
    79%   75%  Passquote
     3     5   Ecken
     6    14   Flanken
     1     4   Abseits
     7    16   Fouls
    91    70   Ballaktionen (Holzhauser, Schwab)

Sosehr man sich auch bemüht, das Spiel in Zahlen darzustellen, das Ergebnis 1:4 kann man in diesen Zahlen nicht einmal erahnen.

Nachtrag Links vom Montag, 8.8. 2016

Anzeige gegen Christoph Martschinko (FK Austria Wien) – Tipico Bundesliga / 3. Runde:

Nach Videoanalyse des Spiels FK Austria Wien – SK Rapid Wien wurde gegen den Spieler Christoph Martschinko (FK Austria Wien) beim zuständigen Senat 1 ein Verfahren eingeleitet. Die ausgewerteten Bilder zeigen, dass sich Martschinko in der 65. Minute gegenüber dem Spieler Joelinton Cassio Apolinaro de Lira vom SK Rapid Wien grob unsportlich verhalten hat. Da dies außerhalb des Wahrnehmungsbereiches von Schiedsrichter Oliver Drachta bzw. seiner beiden Assistenten erfolgt ist, wurde vom Senat 3 (Chefankläger) gemäß § 22 Abs. 8 lit. d) der BL-Satzungen nachträglich Anzeige erstattet. Die Anzeige wird am kommenden Donnerstag, 11.08.2016 behandelt.

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