Anreise „oldstyle“
17. Juli 2016
Domenicos Geschichte von Rapid
18. Juli 2016

2:0 (1:0)

Man kann annehmen, dass im Vorfeld von Freundschaftsspielen zwischen den beiden Teams der Charakter des Spiels abgesprochen wird; etwa, wie viele Wechsel möglich sein sollen, dass es sich um ein Testspiel handelt und man eine harte Gangart vermeiden will usw. Aber unterm Strich ist es ein Spiel wie alle anderen, und Tore sind ein seltenes Glück.

Mitgliederversammlung am 20.5.2019 mit:
Präsident Michael Krammer, Geschäftsführer Christoph Peschek und Präsidiumsmitglied Josef Kamper
Nur für Mitglieder!

Sportlich betrachtet ist Rapid am Ende der intensiven Saisonvorbereitung und Chelsea erst am Beginn, also ein klarer Vorteil für Rapid.

Dann ist da der Umstand, dass Rapid eine Einladung ausgesprochen hat und – anders als bei Pflichtspielen – Rapid dem prominenten Gast eine ordentliche Stange Geld bieten muss, damit der in den Niederungen des Wiener Fußballs Station macht. Am 16. Juli war Chelsea sicher „preiswert“ zu haben, weil sich Chelsea ab morgen in Kärnten auf Trainingslager aufhält und daher die Kosten für An- und Abreise sowie Unterbringung wegfallen. Aber auch wenn der Gegner vergleichsweise „billig“ war, das Spiel ist „gekauft“ und daher darf man das Ergebnis nicht überbewerten. Aber man darf sich dennoch freuen, dass man deutlich gezeigt hat, wer der Herr im Haus ist und dass jedem unserer beiden Stürmer ein Tor gelungen ist. Ein toller Einstand in die neue Ära.

Ein gekauftes Spiel muss aber nicht unbedingt ein gewonnenes Spiel sein, denn man muss bedenken, dass das Spiel vor der Augen des Chelsea-Geldgebers Roman Abramovich und unter der Leitung des neuen Trainers Antonio Conte stattgefunden hat und es durchaus Ausgleichschancen für Chelsea gegeben hat.

Die Seite von Chelsea bietet einen sehr ausführlichen Bericht, denn man über diesen Link in einer deutschen Übersetzung lesen kann.

Die Bewertung dieses Resultats ist also schwierig aber nach einer weiteren Woche sind wir klüger, denn Ried wird sich kampfstärker präsentieren aber auch das Stadion und seine Zuschauer werden den Riedern mit einer bisher nicht bekannten Intensität ordentlich einheizen. Wir können gespannt sein.

Hier sieht man, wie die Buchmacher das Spiel gegen Ried heute einschätzen:

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Die Anreise

Wir kamen mit einer Museumsstraßenbahn aus Speising:
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Siehe eigenen Bericht „Anreise oldstyle“. Danke an Johann Janda. Im Bild Johann in seinem Rapid-Refugium: (Bild Facebook)

JohannsRefugium

Am Eingang

Man kann das Stadion bei allen Eingängen betreten, egal welcher Sektor. Wir kamen von der Linzerstraße. Kurzer Stau beim Eingang. Kameradschaftliche Sicherheitskontrolle. Gleich beim Eingang begrüßt uns Charly Wendtner in einer neuen Rolle mit einer 40-seitigen Ausgabe der Stadionzeitung. (Du findest einen Download-Link zur Zeitung bei den Links weiter hinten.)

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Einen ersten Blick vom Spiel der Special-Needs-Teams erhaschen wir von der Nord-Tribüne.

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Über den Umgehungsweg gelangen wir zur Osttribüne. Der Block-West ist bereits dicht gefüllt, die sonstigen Tribünen halb voll.

Es wurde uns berichtet, dass die Anreise mit der S80 für Zusteiger aus Meidling nicht möglich war, der Zug war völlig überfüllt. Benjamin und Dieter mussten mit dem Taxi kommen. Die Garnituren der S80 waren unterdimensioniert.

Zu den bisherigen Standard-Menüs der Stadionbesucher kommen bei Rapid auch Nudeln, Salate, Wraps, Kuchen uvam. Im Bild Josef „Pepi“ Schuster mit einer Nudel-Box. Die Nudeln waren nach dem Spiel restlos ausverkauft.

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Festprogramm

Das Spiel der Special Needs Teams von Chelsea und Rapid auf verkleinertem Spielfeld endete 3:2 für Rapid. Es folgten

Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Clemens Helsberg. Die wertvollen Instrumente werden durch Regenschirme geschützt. Die Philharmoniker spielen die Rapid-Hymne und der Jazz-Walzer von Dmitri Schostakowitsch. Erkennen konnte man die Melodien aber nur mit größter Aufmerksamkeit. Die Lautsprecher auf der Osttribüne waren generell zu leise eingestellt.

50 Harley Davidson des gleichnamigen Clubs fahren eine Runde im Stadion

Die Begrüßung von Vizebürgermeisterin Renate Brauner wird von einem Pfeifkonzert begleitet, das von Andy Marek durch geschickte Überleitung zu Rapid-Themen abgedreht wird.

Eine „Logo-Parade“ ist der nächste Programmpunkt. Legenden tragen weiße Transparente mit alten Logos. Gesehen habe ich Rene Wagner, Mich Hatz, Markus Katzer, Christian Keglevits, Rudi Flögel, Enrst Dokupil, Walter Skocik, Werner Walzer, Franz Hasil, Funki Feurer uva. Bei allen diesen Events, auch beim Legendenturnier erinnert man sich durch sein Fehlen, dass Hans Krankl, der dem Verein endgültig den Rücken gekehrt zu haben scheint.

Die Wiener Sängerknaben bringen zwei Lieder, die Tritsch-Trasch-Polka und den Donauwalzer.

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Der Technische Direktor von Chelsea, Michal Emenalo überreicht Michael Krammer ein Gastgeschenk, einen Silberteller.

Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier ist aber der Auftritt von Kurt Ostbahn, der unter großer Beteiligung des Publikums gemeinsam mit zwei Gitarristen drei seiner bekannten Lieder darbietet.

Unter der musikalischen Leitung von Alfred Körner und Pianobegleitung von Andy Marek wird die alte Rapid-Hymne abgesungen (geht scho besser als vo einer Woche).

Die eigentliche Eröffnung wird von Michael Krammer, Renate Brauner, Alfred Körner, Christoph Peschek, Harry Gartler, Hans Peter Doskozil, Andreas Müller, Andreas Mailath-Pokorny, und der Bundespräsident a.D. Heinz Fischer vorgenommen.

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So präsentierte sich das Stadion vom Sitzplatz von Andreas Fink (OMS) fotografiert als Panoramabild:

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Danke für die Erlaubnis, das Bild verwenden zu dürfen!

Und dann kommen sie, die Gladiatoren der Neuzeit, um eine neue Ära von Rapid einzuläuten.

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In der Pause stellt Andy Marek den Neuzugang aus Island, Arnor Ingvi Traustason vor, der dann noch mit dem ältesten lebenden Rapid-Fan, Otto Philipsky, dem 103-jährigen Retzer vor der Kamera posiert.

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Fanblock

Ein Slogan, der uns wohl die nächsten 10 Jahre begleiten wird, ist das allgegenwärtige „Weststadion“, das auch Thema der Eröffnungschoreografie ist.

Auf die Idee, dass das Stadion „Allianz-Stadion“ heißt, kommt man als Zuschauer eigentlich nicht. Den „Allianz“-Aufschriften am Stadion in luftiger Höhe werden durch die Weststadion-Plakate in Augenhöhe die Show gestohlen.

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Nicht nur die Choreografie trägt den Text „Weststadion“, auch vom Stadiondach wurde ein gleichnamiges Transparent abgehängt, dessen Botschaft sogar durch das Rapid-Logo verstärkt wird.

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Die mitgebrachten Botschaften waren:

„Auf ewig gezeichnet sind wir Deinen Namen zu ehren, das schwören wir Dir.“ Ist ein bisschen unverständlich, gemeint war wohl Gerhard Hanappi. Begleitet war das Transparent durch grünen Rauch.

„Fußball muss bezahlbar sein!“ Ja, die Preise steigen, Fußball ist kein billiges Vergnügen. Die Zeiten des Fußballs „old-style“ sind mit dem neuen Stadion endgültig Geschichte.

„wankers in blue“  (Doppelhalter) Englisch-Unterricht weniger Gebräuchliches. „wankers“ heißt „Wichser“. Das hätten wir jetzt auch gelernt.

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An den Rauch werden wir uns wohl gewöhnen müssen. Durch das Abbrennen von Fackeln am Beginn der zweiten Halbzeit und später am Beginn der Rapid-Viertelstunde legte sich ein Nebel über das Geschehen, sehr zur Freude der Fotografen. Aber es soll ja Spezialfilter geben, die das Grau aus den Bildern herausrechnen…

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Der Gästesektor war auch fast voll, viele englische Fans verbringen vielleicht einen Teil ihres Urlaubs in Kärnten bei ihrer Mannschaft. Das Bild zeigt die mitgebrachten Transparente nach dem Einlass.

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Die Bauarbeiter der Strabag haben sich etwas Besonderes einfallen lassen. Ihre Sitzplätze formten in den Sitzplatzreihen ein großes X, vielleicht ein Symbol für „erledigt“, und damit man das auch erkennt, kamen sie alle mit gelber Arbeitsbekleidung.

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Andenken und Ausklang

Der hübsche Karton des Fan-Package mit dem Stadionplan, der Eintrittskarte und dem Schal wird wohl in so mancher Sammlung landen. Ihr findet Fotos in der Bildersammlung. Aber es gab auch eigens bedruckte Becher, die natürlich auch in der Rapid-Sammlung landen.

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Was außergewöhnlich positiv auffällt: praktisch alle Kioske sind nach dem Ende des Spiels in Betrieb. Es wird eifrig diskutiert.

Wir treffen überraschenderweise Gregor und seinen Sohn von den Grün-Weiß-Disteln. „Überraschend“, weil er noch am Vortag aus Kroatien via Facebook schreibt, dass die Fähre aufs Festland wegen anhaltenden Schlechtwetters nicht in Betrieb war. Dann ist es sich aber schließlich nach 5-stündiger Wartezeit auf Rab doch ausgegangen, dass er das Eröffnungsspiel miterleben konnte.

Der Andrang bei den Kiosken war so groß, dass der eine oder andere Artikel nicht mehr verfügbar war. Ein Zeichen, dass das Angebot gut ankommt. Im Bild die „Asia-Box“, Nudeln ausverkauft.

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Wer sich an Spiele im Ausland erinnert, weiß, dass zum Beispiel in England alle Kioske bei Spielend geschlossen haben.

Lange Schlangen am Hütteldorfer Bahnhof. Um zur S45 und zu den Zügen Richtung Westbahnhof zu gelangen, musste man sich anstellen. Die S80 um 20:37 Richtung Hauptbahnhof war gesteckt voll. Es war zwar eine Doppelgarnitur aber das war zuwenig.

Schön wars! Hier ein Bild zu später Stunde von Peter Klinglmüller (Facebook):
RapidByNight

Am Nachhauseweg fanden wir in der Nähe des Haupbahnhofs wieder eines der Rapid-Kirchenfenster. Die 32 goldfarbenen „Butzenscheiben“ symbolisieren die 32 Meistertitel von Rapid.

Kirchenfenster


Gerade berichtet Weltfußball, dass der Wechsel von Ivan Močinić zu Rapid fixiert worden ist. Über die Ablösesumme schweigt man; es wird wohl irgendwo zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro gelegen sein.

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