Karten für das Cupspiel gegen Karabakh

Karabakh, ein exotischer Name mitten in Wien. Es heißt „schwarzer Garten“ und und ist ein gebirgiger Teil von Aserbaidschan, besetzt von Armeniern, eine wahrlich komplizierte Lage. Wer das genauer studieren will, sei auf die Links „Bergkarabach“ und „Aserbaidschan“ weiter hinten verwiesen.

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Aserbaidschan liegt an den Ausläufern des Kaukasus-Gebirges am Kaspischen Meer, hat etwa 9 Millionen Einwohner und ist auch etwa so groß wie Österreich.

Karabagh ist auch der Name für eine kaukasische Pferderasse, wohl auch der Grund dafür, dass im Wappen des Vereins auf ein Pferdekopf abgebildet ist.

Der FC Karabakh verfügt über einen 29-Mann-Kader mit einem Durchsnittsalter von 24,9 Jahren mit 14 Legionären. Wenn man sich den Kader von Karabakh im Transfermarkt anschaut, hat man den Eindruck als wäre der Name „Karabakh“ eher ein Symbol für eine ferne Heimat, egal wo. Folgende Nationalitäten habe ich gezählt: A 16, AFGH 1, BIH 1, D 1, SRB 4, TR 7. Eine richtige Mutli-Kulti-Truppe.

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Der FC Karabakh wurde 2014 gegründet. gegründet. Zwar hat im ersten Jahr 2014 der Aufstieg nicht geklappt aber Dank der Millionen des Aserbaidschanischen Großsponsors kaufte man den Füntligisten Kaiserebersdorf-Srbja 08 und spielte daher 2015/16  gleich in der 2. Landesliga und wurde dort prompt Meister und steigt daher in die Wiener Stadtliga auf. Geplant ist ein Aufstieg in die Regionalliga bis 2020 und dort soll es erst so richtig losgehen.

Karabakh ist also derzeit Viertligist. Um sich im Wiener Ligensystem zu orientieren; so gehts lang: Bundesliga – Erste Liga – Regionalliga Ost – Wiener Liga – 2. Landesliga – Oberliga-A – Oberliga-B – 1. Klasse A – 1. Klasse B – 2. Klasse B 3. – Klasse A

Aber den Cup-Startplatz hat Karabakh als Sieger im heurigen Wiener Toto-Cup erworben.

Der Trainer Volkan Kahraman ist wohlbekannt.

Kahraman

Volkan wurde in Wien geboren hat aber auch die türkische Staatsbürgerschaft. Von der Austria-Jugend geht er nach Holland, in die Türkei, dann zurück nach Österreich zu Pasching, Austria, Salzburg, Schwadorf, Vienna, FavAC, Purbach und Besiktas Wien.

Als Trainer startet er in Simmering, kommt zu Besiktas Wien, Sturm 19 und schließlich zu Karabakh Wien.

Der FC Karabakh spielt normalerweise am Sportplatz Kaiserebersdorf aber wegen des zu erwartenden Fanansturms wurde die Cup-Begegnung auf den Sportklub-Platz verlegt.

Ab Freitag 1. Juli gibt es im Fancorner Karten für das Cupspiel gegen Karabakh; aber nur für den Rapid-Fanblock.

Sehr familiär geht es beim FC Kahrabakh zu. Sogar vom Trainer Volkan Kahraman kann man die Handynummer auf der Webseite erfahren. So habe ich dann auch von Herrn Kommerzialrat Modli (er hat eine wahrlich exklusive Handy-Nummer), der auch für die Postadresse des Vereins in Dornbach steht, erfahren, dass man Karten im Restaurant „feria“, am Schwedenplatz erwerben kann. Franz-Josefs-Kai 11, 1010 Wien, 01-968 4520.

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Ich habs probiert und gleich fünf Karten mitgenommen. Man hat dort noch etwa 50 Karten aber es gäbe noch weitere Verkaufsstellen hat man mir gesagt.

Ein richtig buntes Lokal. Einerseits raucht man dort Wasserpfeifen anderseits gibt es jede Menge interessanter Cocktails.

eintrittskarte

Die Begeisterung bei unserem Gegner ist groß. So groß wie bei den Isländern sollte sie halt nicht sein; wir wollen nicht schon wieder eine Sensation erleben.

Egal, wir freuen uns auf das Spiel am Sportklubplatz.

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Gegen die Abseitsregel

Die Torarmut der Vorrunde der aktuellen EURO ist der Anlass, eine Regel in Frage zu stellen, die für diese geringe Anzahl von Toren mit verantwortlich ist: die Abseitsregel.

Was ist das Abseits?

Ein Abseits ist eine Stellung eines Angreifers, bei der sich zwischen ihm und dem gegnerischem Tor weniger als zwei gegnerische Spieler befinden aber nicht der Spielball. Ein Angreifer darf dort zwar stehen (passives Abseits) aber er darf nicht aktiv ins Spiel eingreifen. Genau wird das Abseits in der Wikipedia erklärt. (Bild Wikipedia)

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Vereinfacht gesagt, ist es einem Stürmer nicht erlaubt ist, sich vor das gegnerische Tor zu stellen und sich den Ball zuspielen zu lassen. Sich hinter die gegnerischen Linien zu postieren und auf einen „langen Ball“ zu warten, gilt – salopp gesagt – als unsportlich und daher wird diese Spielsituation als Vergehen geahndet und der Ballbesitz geht durch einen Freistoß zum Gegner über.

Historisches

Das „Abseits“ war immer schon Begleiter der Fußballspiels. In den Anfängen war die Abseitsregel viel restriktiver als sie es heute ist. Hintergrund war die damalige Auffassung von Fairness. Es galt als unsportlich, Tore kampflos (nur über einen zugepassten Ball) zu erzielen. Im Laufe der Entwicklung des Fußballsports wurde aber die Abseitsregel in ihrer Wirksamkeit reduziert. Bis heute. Immer wieder.

Schauen wir zunächst, wie sich unsere heutige Abseits-Regel entwickelt hat.

1863 Nur Rückpässe nach hinten sind erlaubt

Am Anfang des Fußballs, bis 1866, war jeder Spieler, der sich vor dem jeweils Ballführenden befand, im Abseits und daher durfte er nicht angespielt werden. Man musste jeden Verteidiger aus eigener Kraft überwinden und durfte Pässe nur nach hinten spielen.

1866 „Drei-Spieler-Regel“ für Abseits statt der bis dahin geltenden Rückpassregel

Pässe in den Angriff waren also nunmehr erlaubt aber nur solange noch drei Spieler bis zum gegnerischen Tor gestanden sind, also in der Regel der Tormann und zwei Feldspieler.

1907 Abseits nach Einwurf
1907 Kein Abseits in der eigenen Spielhälfte
1907 Kein Abseits nach Abstoß oder Eckstoß
1920 Kein Abseits beim Einwurf

Wenn wir diese drei Regelergänzungen zusammenfassend betrachten, erkennt man eine Lockerung der Abseitsregel nach Standardsituationen. Man muss sich fragen, warum man das so entschieden hat.

Nach meiner Ansicht ist der Grund, dass bei einer Standardsituation sich alle Spieler positionieren können und der Verteidiger auf eine Abseitsstellung des Angreifers eingehen kann und ohne Zeitdruck etwas dagegen unternehmen kann, man ihm also nicht auch noch zusätzlich die Abseitsstellung als Vorteil einräumen muss.

Es ist nicht ganz konsequent, dass die Abseitsregel nicht auch bei Freistößen ausgesetzt wurde. Der Grund dürfte sein, dass bei einem Freistoß nicht noch ein zusätzlicher Vorteil für die angreifende Mannschaft geschaffen werden sollte.

1925 Änderung der Abseitsregel von einer „Drei-Spieler-Regel“ auf eine „Zwei-Spieler-Regel“

Diese Regeländerung brachte uns das Spiel, das wir heute kennen. Im Hintergrund stand wohl die Absicht, den Angriff weiter zu begünstigen und mehr Tore zu ermöglichen. Tatsächlich fielen (bei Rapid) in dieser Zeit ab den Zwanziger Jahren pro Spiel 4 Tore und mehr. Das war eine Folge der gelockerten Abseitsregel.

Wenn man die Tendenz der Auswirkung dieser Regel betrachtet, dann stellt man fest, dass diese Regel im Laufe der Entwicklung des Fußballs an Schärfe verloren hat. War es am Anfang des Fußballs überhaupt verboten, Pässe nach vorne zu spielen, wurde daraus eine Regel, die besagt, dass die letzte Verteidigungslinie vor dem Torwart gewissermaßen „aus eigener Kraft“ zu überwinden ist und nicht durch einen Pass auf einen im Raum vor dem Tormann stehenden Angreifer.

1990 Keine Abseitsstellung, wenn Verteidiger und Stürmer auf derselben Höhe sind

Man sieht an dieser Spezifikation, dass man versucht, Tore zu begünstigen und den Angreifern den einen oder anderen Vorteil einzuräumen.

Man kann vielleicht sogar sagen, dass die Schärfe der Abseitsregel die Menge der Tore regelt. Je weniger Tore fallen, desto mehr muss man die Abseitsregel „entschärfen“.

Wie viele Tore fallen?

Es gibt mächtige Datenbanken von Fußballspielen, mit denen man die Anzahlt der Tore genauer beschreiben kann. Wir haben hier nur die Tore von Spielen von Rapid aber das sind auch ziemlich viele, nämlich fast 10.000 und die folgende Grafik zeigt die Tore pro Saison seit 1911:

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Wir sehen, dass ab den 1920er Jahren die Anzahl der Tore gegenüber den Anfängen zugelegt hat, wohl eine Folge der Änderung der Abseitsregel im Jahr 1925. Diese hohe Anzahl von Rapid-Toren von etwa 4 (und darüber)  pro Spiel hielt bis in die 1960er Jahre an. Wenn man unsere Legenden erzählen hört, dann kann man diesen Umstand der hohen Torquote aus ihren Erzählungen nachvollziehen; aber auch den Umstand, dass man damals als Rapid deutlicher gewonnen hat, weil mehr Tore gefallen sind.

Heute ist die Anzahl der Tore pro Spiel auf zwei (und darunter) gefallen.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Verteidiger immer besser gelernt haben, diese Regel zu ihrem Vorteil auszunutzen und den Stürmer in eine „Abseitsfalle“ zu locken und dann auf einen aufmerksamen Linienrichter zu hoffen. Diese Abseitsfalle war schon in den 1960er-Jahren bei Rapid unter dem Stopper Walter Glechner im Einsatz und wurde in den 1970er Jahren bei Ajax Amsterdam perfektioniert.

Auch die 3-Punkte-Regel ist für die geringere Anzahl von Toren verantwortlich. Damals, 1995 sollte mit drei (statt zwei) Punkten für einen Sieg die damals weit verbreitete salomonische „Punkteteilung“ bekämpft werden. Man hoffte auf mehr Tore und mehr eindeutige Ergebnisse.

Aber es ist genau das Gegenteil davon eingetreten, denn an die Stelle der Motivation für die Angreifer, das Spiel für sich zu entscheiden, tendierten die Mannschaften eher zu einer Verstärkung der Defensive, um sich ja kein Tor einzufangen und mit einem gelegentlichen Konter das Spiel zu eigenen Gunsten zu entscheiden. Knapp aber gewonnen. Der „Catenaccio“ war geboren.

Man kann das auch bei den Spielen von Rapid nachvollziehen, allerdings ist für ein allgemeine Aussage die Anzahl der Spiele zu klein.

Gemessen an 100 Spielen vor und 100 Spielen nach 1995 fielen vorher 3.2 Tore pro Spiel und nach 1995 nur mehr 2.8 Tore, das entspricht ziemlich genau den internationalen Werten. Link.

Aber sogar von den Torquoten der 1990er Jahre sind wir heute weit entfernt, Rapid liegt derzeit bei etwa 2.

Das liegt daran, dass die Verteidigung gegenüber den Angreifern durch die Handhabung der Abseitsregel immer mehr im Vorteil ist. Der Verteidiger bestimmt mit seiner Position am Spielfeld die höchste Position der Angreifer und der Linienrichter unterstützt ihn dabei. Man hat diese Position durch die Regel-Ergänzung im Zweifel (gleiche Höhe) kein Abseits zu werten, etwas abgeschwächt, wenn man aber die Entscheidungen mit den Fernsehbildern vergleicht, wird diese Regel gefühlsmäßig eher für den Verteidiger ausgelegt.

Dabei wird die Regel in den meisten Fällen nur formal angewendet; einen entscheidenden Vorteil für den Angreifer gibt es gar nicht. Meist sind das Zentimeterentscheidungen.

Eine weitere moderne Regelspezifizierung ist die, dass für ein Abseits der Zeitpunkt der Ballabgabe wesentlich ist und nicht, ob dem Stürmer aus seiner Position ein Vorteil erwächst. Es passiert daher sehr häufig, dass ein Stürmer aus dem Abseits zurück, hinter letzte Verteidigungslinie zurückläuft aber ein Pass dennoch als Abseits gewertet wird, weil er eben bei der Ballabgabe im Abseits stand.

Den Erzeugern der Regel (IFAB) muss man zugute halten, dass der Schiedsrichter und sein Team für die Exekution einer Regel eine klare Entscheidungsgrundlage brauchen und dafür ist eben der Zeitpunkt der Ballabgabe gut geeignet obwohl in manchen Situationen das zu skurrilen Entscheidungen führt.

Ich möchte an dieser Stelle einen Vergleich mit dem Skisport bringen: wenn ein Fahrer ein Tor nicht korrekt passiert, kann er durch Zurückgehen diesen Fehler rückgängig machen. Er hat zwar viel Zeit verloren aber in manchen Fällen, wie zum Beispiel bei der Kombination, kann es doch noch für Weltcuppunkte reichen.

Beim Fußball bedeutet eine Abseitsstellung einen unerlaubten Vorteil eines Stürmers gegenüber dem Verteidiger, weil er durch seine Stellung näher zum Tor steht, ohne sich diese Stellung erkämpft zu haben. Wenn nun aber der Stürmer diesen Vorteil durch Zurücklaufen hinter den letzten Verteidiger aufgibt, also keinen Vorteil mehr hat, dann ist es sinnlos, ihn eines Abseits-Vergehens zu beschuldigen, weil er ja seine Stellung aufgibt und – so wie der Skifahrer – den Fehler rückgängig macht.

Was haben wir stattdessen?

Es wird in den meisten Abseitsentscheidungen in Fernsehbildern darüber diskutiert, ob der Angreifer sein Bein um einige Zentimeter zu weit vorne hatte und wenn ja, wird der Angriff abgepfiffen. Die Regel aus dem Jahr 1990, dass im Zweifel für den Angreifer zu pfeifen ist, kann man nur selten erleben und wenn, dann wird sie von dem Kommentator gleich dazu benutzt, zu bemerken, dass da doch der Stürmer etwas weiter vorne war, eine Situation, die der Linienrichter beim besten Willen nicht sehen konnte; das ist physiologisch unmöglich. Das Wacheln des Linienrichters wird durch ein im Nachhinein ermitteltes Zeitlupenbild beurteilt; sehr unfair gegenüber dem Linienrichter.

Was bewirkt eigentlich die Abseitsregel?

Die Wirkung dieser Regel war immer schon, dass weniger Tore fallen als ohne diese Regel fallen könnten.

Ist das gut?

Ja, das ist das Wesen des Fußballs und die Abseitsregel hat einen wesentlichen Anteil daran. Wenige Tore geben dem schwächeren Team eine realistische Chance, zu gewinnen und genau das ist interessant, denn wenn immer der Stärkere gewinnen würde, müsste man sich das Spiel ja nicht unbedingt anschauen. Es ist gerade das Ungewisse, das Fußballspiele so spannend macht.

Es gibt dazu Studien, die das Fußballspiel mit dem Handballspiel vergleichen und sich fragen, warum Handball nicht die Popularität des Fußballs erreicht. Ein Grund ist, dass beim Handball ungleich mehr Tore fallen. Nach wenigen Runden ergibt sich beim Handball in der Tabelle ein Oberhaus und ein Unterhaus und ein Spiel zwischen zwei Teams dieser Zonen ist viel leichter vorhersagbar als das beim Fußball der Fall ist; beim Handball gewinnt mit größerer Sicherheit das spielstärkere Team.

Wenn aber nur mehr weniger als zwei Tore pro Spiel fallen ist auch die Rolle des Schiedsrichters eine immer bedeutendere, weil er ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. Und das darum, weil es für den Angreifer immer schwieriger wird, Tore zu erzielen.

Warum wurde aber die Abseitsregel so oft verändert?

Nach meiner Ansicht waren die Veränderungen das Ergebnis der Entwicklung dieses Sports. Je professioneller Spieler ausgebildet wurden und sich den taktischen Auflagen folgen konnten, desto besser konnten sie auf die Aktionen der Gegner reagieren und desto besser konnten Verteidiger auf die Aktionen der Stürmer eingehen und daher konnte man die Abseitsregel schrittweise abbauen, weil die Verteidiger auch ohne diese Unterstützung erfolgreich Angriffe abwehren konnten.

Man hat daher schon früh typische Standardsituationen nach Abstoß und Einwurf und Stellungen innerhalb der eigenen Hälfte aus der Abseitsregel ausgenommen, weil die Verteidiger sich die Stellung der Stürmer in Ruhe anschauen und sich darauf einstellen können. Warum daher die Abseitsregel nach einem Freistoß immer noch gilt, ist eigentlich unlogisch.

Es kommt im modernen Spiel kaum und eher nur zufällig vor, dass ein Stürmer sich in einer Position befindet, in der er wegen seiner Abseitsstellung einen klaren Vorteil gegenüber dem Verteidiger hat. Ist nämlich der Stürmer zum Beispiel ganz deutlich innerhalb der gegnerischen Hälfte nach dem letzten Verteidiger, dann kümmert sich der Verteidiger gar nicht um ihn, weil er weiß, dass er den Ball nicht annehmen kann. Der Verteidiger verlässt sich in diesem Fall voll auf den Linienrichter.

Ist dagegen der Stürmer auf der Höhe der letzten Verteidigungslinie, dann spielen die Verteidiger oft auf „Abseitsfalle“, indem sie zum Zeitpunkt der Ballabgabe etwas völlig Unlogisches tun, in dem sie sich einen Schritt vom eigenen Tor wegbewegen, um den Stürmer ins Abseits zu stellen, in dem dieser vorher gar nicht war. Manchmal geht die Rechnung auf, manchmal „schläft“ aber einer der Verteidiger und die Abseitsfalle misslingt.

Die Regel wird also etwas pervertiert, denn ein Schritt ist ja kein bedeutender Vorteil des Stürmers aber wird zu einem eher formalen Grund für den Linienrichter, den Angriff abzubrechen.

Würde es also diese Regel nicht geben, wären solche taktische Mätzchen nicht möglich und der Verteidiger müsste sich auf sein Hauptgeschäft, die Verteidigung konzentrieren und nicht auf ein taktisches Manöver.

Mehr oder weniger Einflussnahme durch den Schiedsrichter?

Wir Zuschauer empfinden ein Spiel ohne viele Spielunterbrechungen als interessanter als umgekehrt und Schiedsrichter, die das Spiel „laufen lassen“, tun dem Spiel oft gut. Wenn es also eine Möglichkeit gibt, die Anzahl der Spielunterbrechungen ohne Qualitätsverlust zu reduzieren, müsste das ein Vorteil für den Fußball sein.

Nehmen wir an, in einem Spiel würden 8 Abseitsentscheidungen geahndet, dann sind das 8 Spielunterbrechungen, die ohne Abseitsregel nicht erfolgen würden.

Man hat ein bisschen den Eindruck, als wären die verteidigende Mannschaft und die Linienrichter durch diese Regel gegen die Angreifer „verbündet“.

Würden ohne die Abseitsregel mehr Tore fallen?

Ich behaupte „ja“, aber nicht viel mehr. Immerhin genug mehr, um das Spiel interessanter zu machen, vielleicht so wie in der 50er Jahren.

Schauen wir einmal eine gewöhnliche Corner-Situation an. Wenn die angreifende Mannschaft alle Spieler im Strafraum versammelt, tritt der Schütze den Corner allein. Stellt aber die angreifende Mannschaft einen zusätzlichen Spieler zur Cornerfahne, um eine zusätzliche Abspielvariante zur Hand zu haben, wird dieser zweite Mann automatisch durch einen der Verteidiger gedeckt, was den Vorteil des Angreifers kompensiert.

Ich will mit dieser Szene illustrieren, dass jede taktische Maßnahme des Angreifers auch gleichzeitig eine taktische Reaktion des Verteidigers zu Folge hat und sich daher Vor- und Nachteil der jeweiligen Situation ausgleichen.

Genau so wäre es beim Abseits.

Wenn die Verteidigung nicht mit einem Abseitspfiff rechnen kann, dann positioniert sie sich zum offensivsten Stürmer und muss diesem Spieler aktiv begegnen ohne sich auf eine Abseitsfalle verlassen zu können.

Moderne Verteidiger hätten wahrscheinlich mit einem abseits stehenden Stürmer kein Problem.

Die Rolle von Verteidigung und Sturm dreht sich um

Derzeit bestimmen die Verteidiger, wo ein Stürmer regelkonform stehen kann. Stehen sie „hoch“, also etwa auf der Mittellinie, zwingen sie den Stürmer auch auf diese Höhe, laufen aber bei kleinen Unachtsamkeiten Gefahr, sich einen gefährlichen Konter einzufangen.

In einem abseitsfreien Spiel kann sich der Stürmer hinstellen, wohin immer er will. Die Reaktion wird sein, dass er von ein oder zwei Verteidigern begleitet wird. Das ist auch heute der Fall, nur bestimmen die Verteidiger diese Position, ohne Abseits aber der Stürmer.

Schiedsrichter entscheidet das Spiel

Fußballspiele sind torarm. Wir wissen, dass das dem Fußball gut tut. Was wir aber gar nicht wollen, dass ein Ergebnis durch eine Schiedsrichterentscheidung zustande kommt. Bei Fouls wird man natürlich den Schiedsrichter immer brauchen aber die Abseitsentscheidung könnte man ihm getrost abnehmen.

Die Linienrichter müssen unablässig diese eine Szenerie des Abseits im Auge behalten. Sie stehen auf der Höhe des letzte Mannes und müssen gleichzeitig mit dem Auge zum abspielenden Spieler schielen. Dieses Kunststück ist physiologisch ohnehin undurchführbar und es ist erstaunlich, wie oft Linienrichter dennoch mit ihrer Entscheidung richtig liegen.

Die Entscheidung pro oder kontra Outeinwurf oder pro oder kontra Foul ist für den weiteren Spielverlauf weit weniger gravierend als ein abgepfiffener Angriff wegen eines Abseits, oft sogar wegen eines vermeintlichen Abseits, wie dann im Nachhinein eine Kamera aufdeckt.

Was ändert sich am Spiel?

Das Spiel wird weniger oft unterbrochen; das steht fest. Es wird flüssiger und dadurch spannender.

Derzeit bestimmen die Verteidiger, wo ein Stürmer stehen kann. Der Rest ist eine Art gegenseitige Überrumpelungstaktik, in der entweder die Verteidiger durch eine Abseitsfalle oder der Stürmer durch einen Start zum richtigen Zeitpunkt die Situation für sich entscheidet.

Ohne Abseits gibt es kein Taktieren für die Verteidiger. Wo immer der Stürmer steht, man muss mit ihm rechnen und kann ihn nicht in eine taktische Falle locken.

Die Linienrichter, die derzeit hauptsächlich diese eine Situation im Auge haben müssen, können sich ohne Abseitsregel mehr auf das Spiel konzentrieren. Eventuell könnte der Linienrichter den Torrichter zu Gänze ersetzen, weil er nicht auf Ballhöhe sein muss und bei Torraumsituationen auch im Torraum präsent sein könnte.

Fallen mehr oder weniger Tore?

Ob durch den Wegfall der Abseitsregel mehr oder weniger Tore fallen würden, kann man nicht wirklich voraussagen. Für eine Zunahme spricht, dass kein Angriff aufgrund einer Stellung angepfiffen werden muss. Dagegen spricht, dass Verteidiger nicht taktieren können (und dadurch manchmal selbst in eine Falle laufen, weil nicht alle Verteidiger den entscheidenden Schritt nach vorne gleichzeitig ausführen und ihnen der Stürmer entwischt) und sich dadurch ausschließlich auf die Verteidigung einer Situation konzentrieren müssen und nicht auf das taktische Gegenteil, die Abseitsfalle.

Die Zeit ist reif für einen Fußball ohne Abseits

Die Abseitsregel wurde im Laufe der Jahrzehnte immer etwas zurückgenommen. Unser heutiges Spiel wird im wesentlichen durch die Abseitsregel aus dem Jahr 1925 geprägt, flankiert durch die Abfederungen, dass es bei Einwürfen, in der eigenen Hälfte, nach Ausschüssen und einem Corner keine Abseitsstellung gibt.

Warum ist das so? Man kann da nur vermuten.

Dass nach Ausschüssen, einem Corner und nach Outeinwürfen keine Abseitsstellung gegeben ist,  könnte man so interpretieren, dass es sich um „ruhende Bälle“ handelt und die verteidigende Mannschaft genug Zeit hat, sich auf die Situation einzustellen und es daher ein bisschen sonderbar wäre, dass diese No-Na-Situation auch schon ein Abseits nach sich ziehen würde.

Nach meiner Ansicht wäre das auch nach einem Freistoß der Fall – ist es aber nicht. Auch ein Freistoß ist eine Art definierter Spielbeginn, auf den sich alle Beteiligten gut einstellen können, bei der sie also nicht taktieren müssen.

Etwas mehr Tore würden uns gut tun

Der Fußball lebt von den Toren. Gibt es einmal ein 0:0, mag dieses durchaus spannend sein, ein 2:2 wäre uns als Zuschauer lieber. Dass ein wenig mehr Tore irgendwas verschlechtern, kann ich nicht sehen, denn vor 50 und 80 Jahren zählte man doppelt so viele Tore und die Fußballwelt war damals auch in Ordnung.

Die derzeitige Konzeption stärkt eindeutig die spielschwächere Mannschaft in einem diskussionswürdigen Ausmaß. Man hatte 90 Jahre Zeit, mit dieser Abseitsregel zu leben und im Laufe der Jahrzehnte hat die Anzahl der Tore stetig abgenommen, weil die Fußballstrategen die Abseitsregel immer besser für Verteidigungszwecke auszunutzen verstehen.  Es wäre an der Zeit, dass wieder einmal dem Angreifer mehr Räume gegeben werden und man wieder mehr Tore sieht im Fußball.

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ORF-Ritterspiele

Die Bezeichnung „Turnier“ für eine Fußball-Veranstaltung mit mehreren Mannschaften geht schon auf das mittelalterliche Ritterturnier zurück. Auch damals gab es Turnierordnungen und es ging nicht ohne Regeln ab.

Heute, beim Spiel Frankreich-Irland hat uns Michael Roscher über die Gangart bei Ritterturnieren aufgeklärt. Auch sein Kollege Oliver Polzer outete sich vor einigen Tagen bei seinen Kommentaren als Mittelalter-Spezialist.

Beide kommentierten eine Phase des Spiels, bei der ebendieses begann Fahrt aufzunehmen so, indem sie meinten, das Spiel würde jetzt – in Anlehnung an die mittelalterlichen Ritterspiele – mit „offenem Visier“ weitergeführt.

Schauen wir uns das einmal an, wie so ein mittelalterlicher Helm ausschaut:

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Diese Abbildung stammt von der Seite avalon-mittelalter.com. Dort kann man einen solchen Helm (100-300,- Euro) oder auch gleich eine ganze Rüstung (2.000-4.000 Euro) kaufen. Links: geschlossen, kampfbereit, Rechts. offen, „Aufwärmphase“.

Die beiden Kontrahenten sind auf dem Pferd aufeinander los geritten, eine Lanze in der Außenhand. Getrennt waren sie durch einen markierten Balken. Man versuchte, sich gegenseitig aus dem Sattel zu stoßen.

Das folgende Bild stammt von einer ZDF-Seite und stellt ein Turniert aus der Zeit Kaiser Maximilians nach.

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Beim linken Ritter sieht man ganz deutlich, dass das Visier herunter geklappt ist. Aber das ist auch „ganz klar“, wie Herbert Prohaska sagen würde, denn wenn die gegnerische Lanze sich zufällig ins offene Visiert verirrt… Aber genau dazu ist ja das Visier da, um das Gesicht zu schützen.

In der „Aufwärmphase“ kann also der Ritter sein Visier getrost hochgeklappt haben, um sich und das Pferd mit der schweren Rüstung anzufreunden. Wenn es dann aber ernst wird, wenn also „das Spiel Fahrt aufnimmt“, und beide aufeinander losreiten, dann muss das Visier runter.

Es müsste also richtig lauten: „das Spiel wird mit geschlossenem Visier“ weiter geführt.

Aber das soll jetzt nicht heißen, die Kommentare wären schlecht: im Gegenteil. Eine derart große Zahl völlig gleichartiger Ereignisse gleichbleibend interessant zu kommentieren ist eigentlich ein rhetorisches Kunststück, das schon einige Begabung und viel Vorbereitung erfordert.

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Mannswörth-Rapid

0:6 (0:3)

Das Wetter war prächtig, das Essen und die Stimmung waren gut und Rapid setzte sich erwartungsgemäß klar mit 6 Toren durch. Murg (2), HofmannS, Schobesberger (2) und Nutz waren die Torschützen.

Im Bild Christian und Arnold, „der Simmeringer“.

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Florian beim Pumuckl-Plakat:

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Was aber doch bemerkenswert ist, dass keiner der drei aufgebotenen Stürmer Jelic vor der Pause sowie Prosenik und Tomi nach der Pause zu den Toren beisteuern konnte. Ich bin ja nur ein Beobachter aber für mich sind die Spielanteile der Stürmer gegen diesen Trainigsgegner viel zu gering.

Hoffentlich kann der vierte Stürmer, der Brasilianer Joelinton  etwas bewegen. Er wurde zunächst leihweise für zwei Jahre von Hoffenheim geholt.

Wir hatten ja mit Terrence Boyd schon einmal einen beschäftigungslosen Stürmer aus der Deutschen Bundesliga, der sich bei Rapid bedeutend entwickelt hat und schließlich wieder zurück nach Deutschland ging. Vielleicht kann man das mit Joelinton wiederholen.

Mike

Wie lange es wohl dauern wird, bis man die Handschrift des neuen Trainers auch im Spiel wahrnehmen wird? Derzeit ist es jedenfalls wichtig, sich kennen zu lernen. Im Bild Trainer Mike Büskens im Gespräch mit Alexander Steinbichler.

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Lokale Sponsoren

Durchaus beachtliche Sponsoren, wie zum Beispiel „Borealis“ und „Flughafen Wien“, die auch auf den Werbeflächen präsentieren. Wie Gerhard bemerkt hat, sind es aber eher die Kleinen, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hast Du schon einmal etwas von „Fräulein Kokett“ gehört?  Diese Werbeaufschrift ist auf der Anzeigetafel zu sehen, allerdings muss man jugendliche Augen haben, um den Schriftzug zu sehen. Mir half mein Teleobjektiv.

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Was man da so vermuten könnte, ist falsch. Es handelt sich um ein Gesangsquartett, das alte Zeiten wieder auferstehen lässt. Nächste Termine laut ihrer Homepage am 22. Juli und 15. September.

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Mitgliederversammlung

Eindrücke von der Mitgliederversammlung des SK Rapid.
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Es herrscht allgemeine Aufbruchsstimmung bis Euphorie, mehrheitlich in der Finanzsektion, die Sportsektion hat noch Nachholbedarf und das mit einem neuem Kapitän. Hoffentlich geht das gut, denn das Finanzielle ist offenbar leichter planbar als der sportliche Erfolg.

Kommende Termine

  • 8/9/10. 07. Cupspiel gegen FC Karabakh (Kaiserebersdorf), Details folgen
  • 09. 07. 16:00 Preopening, Generalplobe Stadioneröffnung mit Familienfoto und Legendenspiel. Schal und Rapid-Marie nicht vergessen
  • 13. 07. 15:00 Eröffnung Fanshop und Ticketcenter
  • 14. 07. 18:00 Eröffnung Rapideum. Vorher Enthüllung Schönecker-Statue.
  • 15. 07. 13:00 Auslosung EL-Qualirunde 3
  • 16. 07. 15:00 Stadioneröffnung mit Spiel gegen Chelsea. Es spielt auch das Special Needs Team gegen jenes von Chelsea.

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Portugal-Österreich

0:0

Zum Spiel wurde ja ausreichend viel gesagt. Aber bei solchen Auswärtsfahrten ist es eher das Drumherum, was das Ereignis so besonders macht.

Der Anlass

Eigentlich haben wie diese Reise unserem Florian zu verdanken, der heuer seinen 29. Geburtstag feiert und Marcel, der die Idee hatte, ihm diese Reise zu schenken. Das Problem waren aber die Eintrittskarten. Während man für die anderen Österreich-Spiele durchaus noch Karten bekommen hätte, war dieses Samstag-Spiel restlos ausverkauft. Aber Marcel bekam eine Karte im Blindensektor und Florian war sein Begleiter und bekam daher auch eine. Raphaela und ich schauten uns das Spiel in einer kleinen Pizzeria an.

Hier ein Bild vom Tour Montparnasse, ein Geheimtipp für einen unvergleichlichen Panoramablick (vlnr. Raphaela, Marcel, Franz, Florian).

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Die Reise

Marcel ist ein Meister im Planen von Reisen. Aus Kostengründen wählte er einen Flug mit Umsteigen über München, was sich sehr bewährt hat.  Anreisetag Freitag, Quartier beim Flughafen Charles de Gaulle (CDG) in Roissy, Samstag in Paris mit Stadtrundfahrt, Bootsfahrt und Tour Montparnasse, am Abend dann das Spiel und Fahrt nach Roissy. Sonntag Heimreise, Ankunft ca. um 17:00.

Die Unterkunft

Wohnen am Flughafen ist durchaus vorteilhaft. Für die Stadt Roissy dürfte es ein einträgliches Geschäft sein. Nicht weniger als 24 Hotels der unterschiedlichsten Kategorien befinden sich in unmittelbarer Nähe des Flughafens, alle über Shuttlebusse mit den Namen Pink, Silver, Black und Gold zu erreichen. Unsere Unterkunft war eine etwas abseits der Hotels gelegene Appartmenthausanlage „Residhome Roissyvillage“. Unsere Appartments waren eigentlich für eine Familie gedacht, bestanden aus Wohn- und Schlafzimmer mit zwei Fernsehern, alles sehr komfortabel.

Die Verbindung

In die Stadt kommt man mit der RER-B, die auch beim Stade de France in St. Denis vorbeifährt. Diese Schnellbahnverbindungen RER-A bis RER-E verlaufen außerhalb der Stadt wie eine Bahn; die Innenstadt wird untertunnelt; die RERs fahren kreuzungsfrei noch eine Etage unterhalb des bestehenden Metro-Netzes. Eine Fahrt zum Flughafen kostet 10 Euro.

Glück auf unserer Seite

Vielleicht so wie unsere Mannschaft beim Stangenschuss beim Ronaldo-Elfer, waren auch wir vom Glück geradezu verfolgt. An diesem Samstag war Regenwetter angesagt.
Glück 1: Wir waren schon relativ früh in der Stadt und am Vormittag war das Wetter zwar kühl aber noch trocken. Dann fuhren wir zum Tour Montparnasse und auch dort konnten wir das herrliche Panorama trocken genießen. Nach dieser Besichtigung kauften wir uns ein Getränk und es prasselte schon los.
Glück 2: Wir im Trockenen, draußen ein Wolkenbruch.
Unser Plan war, am Nachmittag noch eine Bootsfahrt anzuhängen. Das Wetter hatte auf dieses Abenteuer eine kleine Auswirkung, denn die relativ hohen Boote konnten bei dem bestehenden Seine-Hochwasser nicht um die Notre-Dame herumfahren, weil die Brücken nicht hoch genug waren, daher war die Fahrt etwas abgekürzt.
Glück 3: Bis zum Boarding auf dem Ausflugsschiff hat das Wetter gehalten und während unserer Fahrt prasselte es wieder so richtig herunter. Wir im Trockenen, draußen ein Wolkenbruch.
Das war’s dann aber auch schon mit den Wettereskapaden, danach war das Wetter trocken.
Das Problem war die Heimfahrt, denn laut Fahrplan verkehrt der letzte Zug zum Flughafen um 23:30. Das Spiel endete aber um 22:45 und in einer Dreiviertelstunde ist es nicht möglich, mit der Metro zur Umsteigestation am Gare du Nord zu kommen. Wir schafften es auch erst um 24:00. Aber an diesem Samstag hat – vielleicht auch wegen der Euro – die SNCF einen Zug nach Mitternacht eingeschoben:
Glück 4: Wir waren gerettet und erreichten um ca 1:00 unser Hotel.
An diesem Tag hatten wir Österreicher einfach viel Glück, die Nationalmannschaft und auch wir.

Paris

Paris ist das Schaufenster Frankreichs; zumindest die Arrondissements 1 bis 20, das eigentliche Paris. Es hat dort in den letzten zwei Jahrzehnten eine ähnlich dynamischen Entwicklung gegeben wie auch bei uns. Was uns fasziniert, ist die sehr einheitliche Architektur, die auf Baron Haussmann (um 1850) zurück geht, der nicht nur die Stadt so geplant hat, wie wir sie heute kennen, sondern der auch das typischen Pariser Haus mit dem „Pariser Balkon“ gestylt hat, ein Balkon, der eigentlich gar keiner in unserem Sinn ist sondern ein durchgehendes Stilmittel zur Strukturierung der Fassade ist.

Dem Logo der EURO begegnet man überall. Der Eiffelturm war das Zentrum der Fanbegegnungen. Der Turm war mit einem riesigen Fußball dekoriert:

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Was mir aber mehr als diese architektonischen Leckerbissen auffällt, ist der in Straßen- und Stationsnamen eingefrorene französische Chauvinismus ist. Und bei jedem Besuch kommen weitere Dinge dazu, die man vorher noch nicht gekannt hat. Diesmal war es die „Rue de Rivoli„, eine der bekanntesten Straße in der Verlängerung des Louvre mit ihren typischen Arkaden. Der Name geht auf die Schlacht von Rivoli (Bei Verona) zurück, die die Franzosen gegen die Österreicher gewonnen haben und damit ganz Norditalien in ihren Besitz brachten. Aber diese Straße ist nur eine von wirklich vielen dieser kriegerischen Erinnerungen.

Man muss bedenken, dass es sich bei den Napoleonischen Kriegen um eine gesamteuropäische Katastrophe mit über drei Million toten Soldaten und einer Million toter Zivilisten (Quelle) und es mutet eigenartig an, wenn man diese Zeit derart heroisiert. Beispiele für diese Namen: Castiglione, Mondovi, Basano, Arcole, Rivoli, Pyramides, Aboukir, Marengo, Ulm, Austrlitz, Iéna, Eylau, Friedland, Wagram, Bir Hakim uva. Sicher wäre das heutzutage auch nicht mehr möglich, würde man erneut an die Vergabe der Straßennamen herangehen.

Nur kurz währte in Frankreich der Schock über dieses europäische Trauma. Einige Zeit nach 1815 war Paris durch die alliierten Truppen besetzt. Und auf diese Zeit geht ein seltsam unfranzösisches Wort, das „Bistro“ zurück, betont auf dem „o“. Es stammt von einem Begriff, den die russischen Soldaten bei der Bestellung in Lokalen verwenden, das russische „bistro“ (schnell), das seither in den französischen Wortschatz überging. Bereits 1840 wurde Napoleon durch die Beisetzung im Invalidendom zu einem nationalen Mythos überhöht, das gut in den aufkeimenden Nationalismus dieser Zeit passte. Damit wurden auf einmal alle diese Namen salonfähig und betonen heute das, was man gerne mit „Grande Nation“ umschreibt.

Und wir „Schlachtenbummler“ werden durch diese Pariser Straßennamen wieder daran erinnert, was diese „Schlachten“ eigentlich waren.

Die Menschen

…sind überaus freundlich. Vieles ist disziplinierter als bei uns. Zum Beispiel ist es sehr angenehm aufgefallen, dass alle, die einen Schnellimbiss besuchen, die Reste in die Müllbehälter werfen und die Tabletts zurückstellen; ausnahmslos. Es wird viel mehr bargeldlos bezahlt. Bei kleinsten Imbissbuden kann man mit Bankomatkarte bezahlen.

Die Metro

… ist unübertroffen und viele Kleinigkeiten sind seit Jahrzehnten unverändert. Es macht Spaß, mit der Metro kreuz und quer durch die Stadt zu fahren. Die Metro-Waggons sind schmäler als unsere U-Bahn. Die meisten U-Bahnlinien dürften auf Gummiräder mit horizontal angeordneten Führungsrädern umgestellt sein, die Hälfte der Garnituren ist wie auch unsere neuen Garnituren in Wien mit durchgängigen Waggons ausgerüstet. Manches erscheint uns überorganisiert, zum Beispiel die Sperren an den Ein- und Ausgängen. Es wird ein riesiger technischer Aufwand in Barrieren gesteckt, damit ja niemand ohne gültigen Fahrschein auf den Bahnsteig gelangt. Sowohl beim Eingang als auch beim Ausgang. Man ist fast ein bisschen erleichtert, wieder mit der „barrierefreien“ Wiener U-Bahn fahren zu können.

Die Fans

Die Präsenz der Österreichischen Fans im Pariser Straßenbild war so auffällig, dass eine ganze Serie von Bildern davon entstanden ist. Portugiesen waren weniger zu sehen. Alle Begegnungen der Fans untereinander erlebten wir sehr freundschaftlich. In den Bars rund um das Stadion waren Österreicher und Portugiesen friedlich bei einem Bier vereint.

Das auffälligste Fanfoto ist eine Gruppe von Österreichfans auf einem Boot in der Seine:

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Ein Bild von der Aufwärmphase im Stadion „Parc des Princes“:

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Insgesamt vier Kontrollen musste man passieren, um ins Stadion zu gelangen. Die beiden ersten waren Polizeikontrollen, da durften wir auch ohne Ticket noch durch aber bei der dritten musste man dann ein Ticket vorweisen. Raphaela und ich suchten ein „Bistro“ mit Fernseher und sahen uns dort das Spiel. In dem winzigen Lokal zählten wir 8 Beschäftigte, die die große Zahl von Fans heldenhaft abgefertigt haben. Vor der einzigen Toilette bauten sich ziemliche Warteschlangen auf.

Französisches Bier scheint nicht besonders verbreitet zu sein; man trinkt das holländische „Heineken“.

Die Preise

Das Preisniveau ist deutlich höher als bei uns. In diesem Lokal in Stadionnähe muss man pro Person mit 30 Euro rechnen (Speise und zwei Getränke).  Im Stadion kostet ein Bier 7,- Euro. Es ist daher kein Wunder, wenn rund um das Stadion viele Straßenverkäufer Bier in Dosen anbieten.

Links

  • Stadionzeitung (Für die ganze EURO)
  • Bilder (Fans in Paris), ca. 90
  • Bilder (Paris), ca. 70
  • Bilder (Spiel, mit Stadionzeitung und Audio-Aufnahmen  von Marcel von der Eröffnungsphase), ca. 40
  • Bilder (Wir), ca. 30
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St.Margarethen-Rapid

1:0

Vor etwa 2.0000 Besuchern fand bei herrlichem Fußballwetter das erste Testspiel dieser Saison in St. Margarethen im Burgenland statt.

Aber auch ein neuer Trainer und allerhöchste Unterstützung durch den Sportminister konnten nicht verhindern, dass Rapid trotz Dauerdrucks den Rückstand aus der 15. Minute nicht aufholen konnte.

Zur Erinnerung, hier die Testspielergebnisse vom Vorjahr:

  • Oberpullendorf 6:1. Maria Lanzendorf 11:1. Lassee 9:1, Mannersdorf 10:1, St. Pölten 4:1, Jablonec 0:0, FSV-Frankfurt 2:0

Niemand verliert gern, und schon gar nich gegen einen Viertligisten.

Einige Eindrücke

Rapid spielte (mit Ausnahme einiger Verletzten und EURO-Teilnehmer) in Bestbesetzung.

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Geschäftsführer zum Angreifen. Christoph Peschek, Hans, Christian und Florian am Stehplatz.

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Für den lokalen Fußballverein hat es sich auf jeden Fall gelohnt. ca. 24.000 Euro Brutto-Einnahmen aus den Eintrittskarten; es gab keine Ermäßigung!

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Ausnahmsweise ist das Transparent von Christian nicht auf das Spielfeld gerichtet.

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So muss Rapid!

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Minister Hans Peter Doskozil bekommt einen Fanschal, den man bei diesem Spiel um 15,- Euro erwerben konnte.IMG_8031

Links

Am Dienstag geht es gegen Mannswörth weiter.

 

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Cartoons über Fußball

Zeitgleich zur EURO, genau vom 8. Juni bis 10. Juli kann man im Museumsquartier auch ein bisschen über den Fußball und über die eigene Rolle lachen; und zwar bei der Ausstellung „Cartoons über Fußball“.

Die Ausstellung ist nicht groß; in einer Viertelstunde ist man durch aber die Zeichnungen sind sehr amüsant.

Als Beispiel zeigt das folgende Bild die Erklärung, warum wir uns so schwer mit einem Sieg gegen Deutschland tun: „Deswegen fällt es Österreich so schwer, gegen Deutschland zu gewinnen; Das Spielfeld ist nicht gerecht aufgeteilt!“

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Man kann alle ausgestellten Cartoons in einem Buch um 14,95 Euro mitnehmen oder auch jedes einzelne Cartoon in einem Originaldruck um 45, – Euro erwerben. Bestens geeignet als Geschenk für einen Fußballfan.

Hier ein Blick auf das Ausstellungsplakat.

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Der Eingang zur Ausstellung ist der zum Haupteingang des MQ nächste Eingang Richtung Mariahilferstraße.

Homepage dieser Ausstellung

 

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Rekord-Vizemeister Rapid

Rapid ist immer für einen Spitzenplatz gut. Für den Titel reicht es aber selten. Allzu oft macht daher dieser Teller nicht Station in Hütteldorf:

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Vielfach sind die Gründe dazu hausgemacht, manchmal sind es aber auch Gründe, die dem durchschnittlichen Fußbalfan nicht immer einleuchten.

Die ersten Plätze der letzten 20 Jahre

Die folgende Tabelle zeigt die ersten vier Teams der Bundesliga am Saisonende. In drei Saisonen, nämlich 2001 (Hickersberger nach Matthäus), 2005 (Zellhofer nach Hickersberger) und 2010 (Pacult) war Rapid nicht unter den ersten vier.

1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz
1996/97 Salzburg Rapid Sturm Tirol
1997/98 Sturm Rapid GAK Salzburg
1998/99 Sturm Rapid GAK Salzburg
1999/00 TIrol Sturm Rapid Austria
2000/01 Tirol Rapid GAK Sturm
2001/02 Tirol Sturm GAK Austria
2002/03 Austria GAK Salzburg Rapid
2003/04 GAK Austria Pasching Rapid
2004/05 Rapid GAK Austria Pasching
2005/06 Austria RB Pasching Ried
2006/07 RB Ried Mattersburg Rapid
2007/08 Rapid RB Austra Sturm
2008/09 RB Rapid Austra Sturm
2009/10 RB Austria Rapid Sturm
2010/11 Sturm RB Austria Ried
2011/12 RB Rapid Admira Austria
2012/13 Austria RB Rapid Sturm
2013/14 RB Rapid Grödig Austria
2014/15 RB Rapid Altach Sturm
2015/16 RB Rapid Austria Admira

Ganz unumstritten sehe ich diese Tabelle nicht. Es hat mich damals schon gewundert und wundert mich heute noch, dass es möglich ist, dass Vereine krimineller Machenschaften zwecks Erzielung des Meistertitels überführt werden und danach den Meistertitel nicht aberkannt bekommen.

Stell Dir vor, jemand stiehlt – sagen wir – ein Handy. Er wird erwischt aber das Handy wird dem Besitzer nicht zurückgegeben – obwohl es vorhanden und intakt ist.

Das wäre undenkbar? Die Bundesliga macht’s möglich. Den Vereinen Sturm, Tirol und GAK wurden im Nachhinein vor Gericht nachgewiesen, dass sie den Spielbetrieb mit unlauteren Methoden aufrecht erhalten haben und trotz dieses Schwindels, der schließlich zu deren Konkurs geführt hat, mussten sie den erschwindelten Titel nicht zurückgeben.

Hätte man das aus Fairness gegenüber den anderen Vereinen so exekutiert, würde die Tabelle etwas anders ausschauen. Auch ist erstaunlich, wie wenig die jeweils Zweitplatzierten sich nach den Konkursen zu Wort gemeldet haben.

20-Jahres-Ranking

Wenn wir nun diese ersten vier Plätze mit 4, 3, 2 und 1 Punkten bewerten, erhalten wir folgende Tabelle:

1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz
4 Punkte 3 Punkte 2 Punkte 1 Punkt Punkte
Rapid 2 9 3 3 41
RB 7 4 0 0 40
Austria 3 2 6 4 30
Sturm 3 2 1 6 20
GAK 1 2 4 1 18
Tirol 3 0 1 1 14
Ried 0 1 0 2 3
Salzburg 1 0 1 2 6
Admira 0 0 1 1 2
Grödig 0 0 1 0 2
Altach 0 0 1 0 2
Mattersburg 0 0 1 0 2
20 20 20 20

So wird das natürlich nirgendwo gezählt aber es gibt doch einen Eindruck, wie leistungsfähig eine Mannschaft in diesem Zeitraum war. Zwar haben Austria, Sturm und Tirol einen Titel mehr als Rapid, dennoch hat Rapid (in dieser Darstellung) insgesamt mehr Punkte, sogar mehr Punkte als RB.

Es ist zwar schön anzuschauen – für Rapidler – aber mit nur weniger Änderungen kann die Tabelle auch anders erscheinen. Zum Beispiel, wenn man die Punkte von Salzburg und RB zusammenzählen würde. Oder, wenn man dem jeweiligen Meister mehr Punkte gibt, als nur um einen mehr als dem Zweiten (so wie das bei der Formel 1 oder beim Skiweltcup der Fall ist).

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Terrorwarnung mit App

Frankreich sagt Terror über App den Kampf an
Rechtzeitig zum Start der Fußball-EM wird Frühwarnsystem eingeführt
Paris: Ausschau halten nach Terrorismus (Foto: pixelio.de/Rainer Sturm)
Paris: Ausschau halten nach Terrorismus (Foto: pixelio.de/Rainer Sturm)
Paris (pte016/08.06.2016/11:30) – Frankreich rüstet sich für die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft. Dazu hat die Regierung heute, Mittwoch, eine App für Terrorwarnungen veröffentlicht. Die Idee entstand bereits nach den Anschlägen in Paris im November 2015, nun wurde sie rechtzeitig vor Beginn des Turniers in die Tat umgesetzt.
Direkter Link zu der Download-Seite der App

Terror und Überschwemmungen

SAIP

heißt: Système d’alerte et d’information des populations (Bevölkerungswarn- und -informationssystem)

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Die App wird gratis in englischer und französischer Sprache angeboten. „Im Fall einer vermuteten terroristischen Attacke“ werden Warnungen an die Nutzer ausgesendet, heißt es aus dem französischen Innenministerium. Die Benachrichtigungen sollen innerhalb von 15 Minuten, nachdem der Vorfall behördlich bestätigt wurde, auf dem Display der User erscheinen. Nicht nur vor Terrorismus wird gewarnt, sondern beispielsweise auch vor plötzlich auftretenden Überschwemmungen oder anderen „unvorhergesehenen Ereignissen“.

Die Nutzer müssen der App genehmigen, sie via GPS zu orten – dafür werden die Warnungen aber auch genau auf den Aufenthaltsort der Fußballfans zugeschnitten. Wer nicht selbst ins Stadion geht, kann innerhalb der App acht verschiedene geografische Zonen auf Terrorwarnungen prüfen und so die Sicherheit von Freunden und Familie feststellen.

Immer auf dem neuesten Stand

Neben den genannten Funktionalitäten finden User auch Tipps, wie sie sich in verschiedenen Katastrophenfällen schützen können. Die Regierung hofft, dass die App dazu beiträgt, dass in den sozialen Netzwerken zuverlässige Informationen geteilt werden – und dass die Notfall-Hotlines im Ernstfall nicht überlastet werden. Laut Innenminister Bernard Cazeneuve soll die App „die Öffentlichkeit über das auf dem Laufenden halten, was wir wissen“.

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Mike Büskens, neuer Rapid-Trainer

Die Berichte kommen schneller als man schreiben kann. Es ist Mike Büskens geworden.

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Laufbahn von Andreas Müller als Trainer (Quelle Transfermarkt)

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Laufbahn von Mike Büskens als Trainer (Quelle Transfermarkt)

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2009 trennten sich ihre Wege, Andi Müller ging zu Hoffenheim und Mike Büskens zu Greuter Fürth, Düsseldorf und wieder zu Schalke.


Ich möchte, dass mein Eindruck falsch ist, aber bis dahin werde ich das Gefühl nicht los, dass Zoki einfach ausgebootet wurde. Mit einem konstruierten Grund.

Eine rein Deutsche Seilschaft regiert den Sport bei Rapid.

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Wer kommt?

Wenn ein Verein sich vorzeitig von seinem Trainer trennt, muss er die Lohnkosten bis zu einem neuen Dienstverhältnis des Trainers weiter bezahlen; umgekehrt, wenn der Trainer kündigt, verliert es seine Ansprüche. Vielleicht heißt also dieses „einvernehmlich“, einen Mittelweg, der auch für den Verein kostenschonend ist und für Zoki noch tragbar.

Aus einem Bericht von laola1 werden folgende Personen als mögliche Nachfolger genannt, wobei aber schon durchgesickert ist, dass eine Person aus dem Rapid-Umfeld oder auch nur ein Österreicher nicht in der engeren Auswahl ist. Daher sind diese Kandidaten in der Liste schon weiter hinten gereiht. Der Link auf jedem Namen führt zu der Seite im Transfermarkt, wo man Details findet.

  1. Mirko Slomka
  2. Markus Gisdol
  3. Andre Breitenreiter
  4. Tayfun Korhut
  5. Dietmar Kühbauer
  6. Murat Yakin
  7. Armin Veh
  8. Oliver Lederer
  9. Andreas Herzog
  10. Damir Canadi

Im Nachhinein lässt mich die Idee nicht los, dass mit ein Grund für die schlechten Ergebnisse im Frühjahr die sich verschlechternde Gesprächsbasis zwischen Trainer und Sportdirektor seit Jahresanfang ist, wobei man nicht klar zwischen einer verständlichen Reaktion auf schlechte Ergebnisse und einer eventuellen Absicht unterscheiden kann.

Es soll ein Deutsch sprechender Trainer werden, hört man. Vielleicht ist ja ein Hinweis darauf, dass das Wienerisch eines Zoki vom Sportdirektor nicht mehr so ganz zu dem Deutschen gezählt wird und eine Deutsch-Deutsche Trainerachse in Zukunft die sportlichen Geschicke Rapids lenken wird. Hier bei uns nennt man das „Freunderlwirtschaft“, denn zu einem objektivierenden Hearing wird es bis Donnerstag ja kaum reichen. Aber vielleicht ist alles ganz anders und eine solche Kandidatenselektion hat schon stattgefunden. Wer weiß?

Links vom 6. und 7. Juni

 

 

 

 

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Ein guter Trainer geht

Ich habe in den Anfängen meiner Rapid-Zugehörigkeit einen ähnlichen Abgang erlebt. Damals war es am Saisonende 1999/2000 Heribert Weber. Rapid war auf dem dritten Tabellenplatz. So etwas (2. oder 3. Platz wäre Rapid nicht würdig, hörte man vielerorts und hört man heute auch.)

So ganz schlau wird man von der Presseaussendung ja nicht. Es wird davon gesprochen, dass „wir zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind“. Lösung für welches Problem? War es der zweite Platz? War dieses Tief im Frühjahr schon eine Art Vorbote für etwas, was wir Zuschauer nicht wissen? War es ein Rausschmiss, dem man die Einvernehmlichkeit umgehängt hat?

Die Presseaussendung klingt so, als hätte Zoki das Handtuch geworfen. Aber viel zurückgehalten hat man ihn offenbar nicht. Zoki dürfte nicht allzu viel Rückhalt bei seinem Sportdirektor gehabt haben. Die leiden ja beide unter dem enormen Erfolgsdruck ihrer Umgebung. Und statt sich gemeinsam dagegen zu stellen, trennt man sich lieber. Der (noch) Stärkere bleibt.

Auf der einen Seite gibt die ganze Belegschaft Gas, werden viele neue Mitarbeiter aufgenommen, um jenes Geld zu erwirtschaften, das für Meistertitel heutzutage einfach notwendig ist. Anderseits ist das Geld ja noch nicht da; man spricht nur davon, dass man es dereinst haben wird. Warum soll also jetzt schon ein Meistertitel da sein? Nur, weil wir ihn als Dekoration für das neue Stadion gut gebrauchen könnten? Erwarten konnte man einen solchen Titel nicht. Speziell nicht nach dem ziemlich verunglückten Stürmerkauf im vorigen Sommer, nach dem Abgang von Robert Beric.

Ich sehe beim Sportdirektor Andy Müller mehr Fragezeichen als beim Trainer. Statt in der Winterpause in eine Jelic-Konkurrenz zu investieren, wurde nichts gemacht. Die Folge: wieder kein Titel! Durch den Abgang von Zoki muss man nicht weiter nach einem Schuldigen (für was?) suchen. Der Sportdirektor bekommt nach Zokis Abgang eine Verschnaufpause. Aber ich denke, es war seine letzte, wenn sich jetzt nicht etwas bewegt.

Ich denke, dass es Zoki nicht schwer fallen wird, einen Nachfolgeverein zu finden.

Trainer der letzten 20 Jahre

Eine solche Zäsur, ist Gelegenheit, zurück zu schauen.

Aus meiner Sicht waren die Jahre mit Zoki die besten Jahre, die wir mit Rapid erlebt habe und auch der beste Trainer, den ich erlebt habe. Dem Nachwuchs zugetan, den Medien sachlich und immer mit einem leichten Schmäh begegnend. Sollte jemand einwenden, dass es keine Meistertitel gegeben hätte… Mit den Meistertiteln ist es so eine Sache. Erinnert Euch an Hans Knaus, der bei der WM um eine lächerliche Hundertstel Sekunde hinter Hermann Maier geblieben ist. Dem Hans ist es mit dem Hermann so ergangen wie Rapid mit RB.

Die folgende Tabelle vergleicht alle Trainer seit Ernst Dokupil. (Bitte die Zahlen bei Kurzzeittrainern nicht ernst nehmen.)

Trainer von bis Spiele S U N PpS Alter Wechsel (%)
Barisic Z. 2013 2016 152 78 36 38 1,78 23,9 18,8
Barisic Z. 2011 2011 10 4 2 4 1,40 26,9 33,2
Schöttel P. 2011 2013 82 37 21 24 1,61 25,7 20,9
Pacult P. 2006 2011 210 109 48 53 1,79 26,5 19,0
Zellhofer G. 2006 2006 23 7 4 12 1,09 27,8 22,5
Hickersberger J. 2002 2005 154 70 38 46 1,61 26,2 17,4
Matthäus L. 2001 2002 32 9 9 14 1,13 26,2 12,5
Persidis P. 2001 2001 6 2 1 3 1,17 26,3 7,7
Dokupil E. 2000 2001 51 25 14 12 1,75 28,2 17,6
Weber H. 1998 2000 98 53 21 24 1,84 27,6 17,0
Dokupil E. 1994 1998 173 89 39 45 1,77 26,7 18,2

Bei den erreichten Punkten pro Spiel (PpS) liegt Heribert Weber mit 1.84 vor Peter Pacult (1,79) und Zoran Barisic (1,78). Aber an dieser Zahl allein liegt es nicht, ob man Meister wird. Meister kann man auch mit weniger Punkten werden, wie Josef Hickersberer mit 1,61 Punkte zeigt. (Stimmt nicht ganz, man müsste die Punkte pro Saison vergleichen.)

Mit 18,2 % Wechselquote (jeweils bezogen auf das vorige Bewerbspiel) liegt Zoran Barisic ganz vorne (sieht man von der Zellhofer-Episode ab, dort war es eher die Verzweiflung).

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Das letze Bild, das ich von Zoki als Trainer machen konnte, vom Spiel Rapid II-Schwechat am Elektra-Platz von 23. April 2016.

Danke Trainer!

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Rapid in der Presse

Keine Zeitung kommt in diesen Tagen ohne Berichte über Fußball aus. Meist geht es um die EURO. Aber so ganz ohne Rapid geht es auch nicht.

Jürgen Hartmann und Maria Alt

als Stars in der Ausgabe News 21, 28. Mai 2016, Seiten 72-75

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Ich kannte Jürgen nur, weil ihn Andy Marek alle Jahre wieder im Vorfeld von Fußballspielen als den unermüdlichsten aller Allesfahrer vor das Mikro geholt hat. Ursprünglich dachte ich, Jürgen hätte ein Auswärtsabo. Aber es ist viel mehr. Nach Begegnungen bei Trainingsspielen bemerkte ich, dass Jürgen tatsächlich alle Spiele von Rapid besucht, egal, ob sie Bewerbspiele sind oder nicht.

Seit Maria den Rapid-Bus betreut, haben Florian und ich die bequeme und gemütliche Busreise zu den Auswärtsspielen entdeckt und wir werden sicher wieder die eine oder andere Reise mit Maria unternehmen.

Der News-Artikel zeigt die beiden, wie wir sie sonst noch nicht gekannt haben. Ein tolles grün-weißes Paar!

Rapid wirbt,

zum Beispiel im weekend 10, 28. Mai 2016, Seite 78

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Auch Rapid wirbt, zum Beispiel in der aktuellen Ausgabe von weekend

10 Fragen an Ernst Dokupil

in 24 Stunden Energie, vom 15. Juni 2016, Seite 10

IMG_71142016-06-04 Rapid Dokupil Interview

 

In diesem Interview erzählt Ernst Dokupil unter anderem, wir es eigentlich zu dem Ausspruch „Fußball ist eine Scheißspiel“ gekommen ist. Es bezog sich interessanter Weise nicht einmal auf eine Niederlage von Rapid sondern auf das Gegenteil, einen Aufstieg von Rapid.

[WERBUNG ON]

Neben der Rapid-Krankheit habe ich auch noch eine schwere „Digitalitis“, die mich ein Leben lang verfolgt. In zwei einschlägigen Vereinigungen, bin ich bei der Organisation von Schulungen und Vorträgen über Themen der Digitalen Welt beschäftigt. Im Namen der „Digital Society“ lade Euch zu folgendem Vortrag aus der Reihe „digitalk“ ein:

Digitalk: Selbstfahrende Autos und Datenschutz im Auto am Mo 13.6.

Autos werden immer stärker vernetzt. Spätestens mit Einführung des eCall Systems am 31.3.2018 werden alle Neufahrzeuge mit einer SIM Karte ausgestattet sein, und damit auch mit dem Internet verbunden sein. Viele Fahrzeuge sind das jetzt schon. Bei jeder Fahrt können dann Daten permanent “nach Hause” (zu Autoherstellern oder Versicherungen) gesendet werden. Damit sind Versicherungsmodelle möglich, bei denen Fahrer, bei denen ein höheres Risiko besteht, mehr bezahlen müssen. Theoretisch wäre eine ständige Überwachung der Fahrer möglich – bis hin zu automatischen Strafen für Verkehrssünder.

Autos bekommen auch immer mehr Assistenten und das Ende dieser Entwicklung wird sein, dass Automobile vollständig selbstständig fahren können – ohne Zutun des Fahrers. Dies bedingt natürlich, dass alle Aspekte des Fahrzeuges elektronisch gesteuert werden.

Autofahrerclubs haben Connected Cars bereits unter die Lupe genommen, und waren verblüfft, welche Daten erfasst werden (das reicht von der Anzahl der Sitzverstellungen, bis hin zur Anzahl des Ansprechens der Gurtstraffer). Kunden sind sich nicht über die gesammelten Daten bewusst, und Autohersteller gehen davon aus, dass sie der legale Inhaber der gesammelten Daten sind. Bei diesem Digitalk wird uns Herr Dipl. Ing. Oliver Schmerold (Verbandsdirektor des ÖAMTC) über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Weiterlesen und anmelden

Informationen zur Digital Society

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Admira Juniors-Rapid II

1:1 (0:0)

Während Rapid II ein bedeutungsloses 1:1 erreicht, …
[Im Bild, der Spielbeginn]

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…schauen wir mit einiger Besorgnis in die Burgenlandliga, wo sich etwa zeitgleich die Mattersburg Amateure mit einem souveränen 8:0 gegen den Tabellenletzten Wallern bis auf einen Punkt an den Tabellenführer Eberau herangepirscht haben. Jetzt hängt alles von den morgigen Spielen ab. Gewinnt Eberau im Auswärtsspiel gegen Klingenbach, ist Rapid II durch, denn dann können die Mattersburger Eberau in der letzten Runde nicht mehr überholen, sonst müssen wir auch noch die letzte Runde der Burgenlandliga abwarten, bevor wir Endgültiges über das weitere Schicksal von Rapid II sagen können.

Beide Tore im Spiel der Amateurmannschaften fielen in der letzten Viertelstunde. Für die eingefleischten Rapid-Fans ein klarer Beweis für „Ihre“ Rapid-Viertelstunde, da aber das Tor der Admira auch in der letzten Viertelstunde fiel, stärkt diese Torfolge eher den Umstand, dass die Torhäufigkeit zum Ende des Spiels zunimmt.

Ambiente

Gleich beim Eingang machte uns der Billeteur darauf aufmerksam, dass wir uns auch schon auf das Auswärtsspiel in der nächsten Saison in Traiskirchen vorbereiten müssen. Der Grund: Die Fußballvereine von Sollenau und Traiskirchen fusionieren, Traiskirchen wird in der kommenden Saison den Platz von Sollenau in der Regionalliga Ost einnehmen. Link

Der vorletzte in der Tabelle der Regionalliga Ost, Schwechat musste daher seine Hoffnungen auf einen Verbleib in der Liga mit dieser Fusionierung begraben.

Der Sportplatz von Traiskirchen liegt nahe bei der Autobahn und ist gut erreichbar. Es gibt einen großen Parkplatz. Das Bier wird in Kunststoffkrügeln ausgeschenkt und möglicherweise wird es das in der Regionalliga nicht gehen dürfen. Eine Spezialität: sind Knoblauchweckerln. Gute Sicht im ersten Rang, man bemerkt fast nicht, dass eine Laufbahn da ist.

Die Menge der mitgereisten Rapidler ist – wie so oft – überschaubar.

Im Bild: Ing. Gerhard Höckner (Schriftführer im Präsidium) und Dominik Finster (Utensilienmanager).

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Im Bild: Florian und Christian mit Transparent.

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Im Bild: „Das Fähnlein der sieben Aufrechten“ im „Auswärtssektor“IMG_7808

Links

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