Rapid-Altach

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Nächste Mitgliederversammlung 26.August. Eingeladen wurde die sportliche Führung Didi, Jürgen und Zoki. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

Ein Tausendguldenschuss von Mario Pavelic brachte uns in Mattersburg in Führung. Ein Tausendguldenschuss brachte uns heute in Rückstand. Na und? So ist Fußball! In beiden Fällen war Rapid die klar tonangebende Mannschaft aber mit den Toren ist das so eine Sache: man kann sie nicht erzwingen. Mann kann den Druck erhöhen, man verzeichnet Stangenschüsse und andere tolle Chancen; alles Situation, die auf einer drückenden Überlegenheit beruhen, aber dass schließlich der Ball im Tor ist, darauf mussten wir 88 Minuten und eine Pause lang warten. Die Ungeduld war groß und die Pfiffe in der Pause unüberhörbar.

Hätte man den Siegestreffer der Altacher verhindern können? Aber ja, natürlich! Dazu hätte Strebinger nur einige Schritte weiter hinten stehen müssen. Ist er aber nicht. Und man kann es ihm nicht verdenken, denn jeden anderen Schuss hätte es wohl locker pariert aber wenn der Ball so präzise unter die Latte kracht… Man muss ja bedenken, dass die Spieler nicht jene Situation im Auge haben, die dann eintritt, denn es können viele Dinge passieren und für alle diese Eventualitäten muss sich der Tormann positionieren. Manchmal steht er eben nicht optimal.

Ich kenne einige, die das gewusst haben (die wissen es immer); das sind die Muppets hinter uns. Ihre Bemerkungen erinnern mich an Szenen mit unserer Oma bei gemeinsamen Fernsehabenden. Sagen wir, es gibt einen Krimi. Unsere Oma ist so in das Geschehen vertieft, dass sie meint, dass es doch blöd sei, was diese oder jene Figur gerade machte ohne zu bedenken, dass sie ein von einem Drehbuchautor genau geplantes Spiel erlebt. Sie will also das Drehbuch ändern. Genau das wollen die Muppets auch. „Spü noch links, der Thomas is frei!“ „Net scho wieder hintere, fiare muasst spün, dort is des Tor“. Einem Spiel, dessen Drehbuch man nicht selbst schreibt, muss man sich hingeben wie einem Fernsehkrimi, andernfalls ist man ständig unzufrieden, so wie die Muppets hinter uns.

Hätten wir durch irgendeinen Messias wie seinerzeit beim Grödig-Spiel in letzter Minute gewonnen, die Kommentare wären allesamt ganz anders. Möglich wäre es ja gewesen. Die Chancen waren da; viele sogar.

Spielverlauf

Das Spiel hatte einen nicht untypischen Verlauf für ein Fußballspiel: ein eher gemächlicher Beginn, denn für Rapid ging’s ja um nichts mehr. Dann der Führungstreffer und danach nahm die Partie immer mehr Fahrt auf. Die Bemühung seitens Rapid, den Ausgleich herbeizuführen, nahmen von Minute zu Minute zu und führten zu zahlreichen Chancen. Während der Führungstreffer von Altach ein ziemlicher Zufall war, entstand der Rapid-Treffer eher konstruktiv aus diesem immer stärker werdenden Druck der Feldüberlegenheit, der schließlich doch belohnt wurde. Das heißt, zuerst landete der Freistoß von Stefan Nutz wieder einmal am Lattenkreuz aber der nachfolgende Kopfball von Stefan Schwab, der war perfekt.

Hier ein imposantes Beispiel für die Steigerung der Dramatik im Laufe der 90 Minuten eines Fußballspiel. Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der Tore in jeder Spielminute für alle je gespielten Rapid-Spiele. Es sind insgesamt etwa 9.000 Tore. Man sieht den deutlichen Trend in der Häufigkeit der Tore pro Minute, ein Effekt, den wir „Rapid-Viertelstunde“ nennen, der aber für alle Fußballspiele gleichermaßen gilt, auch für den Gegner natürlich. Aber entdeckt wurde dieser Zusammenhang im Zuge spektakulärer Last-Minute-Siege von Rapid schon zu Beginn der Aufzeichnungen.

Torhaeufigkeit

Die Häufung der Tore in der 90. Minute liegt an den Toren das Nachspielzeit-Minuten, die in dieser Auswertung der 90. Minute zugerechnet werden.

Entnommen aus http://123.ewkil.at/default.aspx?id=goals&id1=minute1

Fazit

Ende gut, alles gut!

Ein durchschnittliches und nicht einmal so untypisches Heimspiel von Rapid. Ein mauernder Gegner mit fallweisen (und durchaus gefährlichen) Kontern ohne wirkliche Erlösung am Ende (wie etwa beim Spiel gegen Grödig, bei dem Matej Jelic in die Rolle des Messias geschlüpft war). Daher auch viele aufgebrachte Zuschauer, die sich „diesen Kick“ nicht länger anschauen wollen.

Dasselbe Spiel mit einem krönenden Tor am Schluss (die Chancen waren da) und die Umsätze beim Würstelstand nach dem Spiel wären deutlich höher gewesen und der Frust wie weggeblasen.

Fußball ist das Verwechseln von Erfolg mit Leistung.

Dass Florian seinen Dienstvertrag im Juni verlängert bekommt, darauf hat man als Außenstehender Zuschauer keinerlei Einfluss. Man kann alles Mögliche dazu beitragen aber am Ende entscheidet ein Prozess, der nicht in unserer Hand liegt. Das ist wie Fußball.

Verabschiedung

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Rapid trennt sich von drei Spielern. Thanos Petsos (2013-2016), unser Mittelfeldmotor, war der Spieler mit den meisten Ballkontakten. Nun kann man sagen, dass das an seiner Rolle im defensiven Mittelfeld liege aber er hatte die bei weitem meisten Ballkontakte in der Liga, nicht nur bei Rapid. Wird schwer sein, für ihn einen Ersatz zu finden. Die Karriere von Michael Schimpelsberger (2011-2015) war von Verletzungspech geprägt. Sein letztes Spiel war das Cupspiel gegen Amstetten im September. Zuletzt kam er nur mehr bei Rapid II zum Einsatz. Deni Alar (2011-2016) hatte starke Phasen zu Beginn seiner Rapid-Karriere, doch die schwere Sehnenverletzung hat ihn ziemlich zurückgeworfen. Wir wünschen den Spielern bei ihren neuen Vereinen viel Erfolg.

Die Botschaften aus dem Fancorner-West

Der Spielbeginn wurde durch eine eindrucksvolle Fackelreihe untermalt.

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Wir, die Laien der Fanchoreografien, würden gerne wissen (zum Beispiel vom Verein) warum jetzt auf einmal diese Choreografien ohne weiteren Kommentar oder Protest gezeigt werden können, denn rein formal widersprechen sie diesem Pyro-Gesetz. Es geht mir keineswegs darum, etwas gegen diese Fackeln zu haben, im Gegenteil, das Publikum sieht diese Inszenierungen gern und versteht auch nicht ganz die Aufregung des Gesetzgebers darüber.

Es wird auch nicht mehr von den Stadionsprechern darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt wäre; früher schon. Dass diese Fackeln angemeldet gewesen wären, kann ich auch nicht glauben, denn da werden in der Regel Kübel vorgeschrieben, die man vor der Tribüne aufstellt. Auch müssten dort Ordner stehen, vermute ich.

Gibt es jetzt eine Art Stillhalteabkommen zwischen Bundesliga und Vereinen oder eine Art Wegschauen-Strategie? Oder werden die Bengalen von einem Spielbeobachter gezählt und der Verein zahlt? Also eine Strafe ohne irgend ein Ziel?

Mit den ziemlich am Spiel vorbeischrammenden Fangesängen müssen wir uns ein anderes Mal eingehender beschäftigen, zu interessant sind die Sprechblasen des Blocks, die mich immer wieder – insbesondere die Lieblingskreation „WESTSTADION“ – an einen Spruch erinnern, der da heißt: „Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht“.

Warum mich diese Kollektivismen leicht nervös machen?

Sie erinnern an Religion, an Krieg, an eine Reduktion des Individuums auf ein Gruppenmitglied, auf eine Art Meinungsameise.

Die Spruchbänder verteilen die Rollen klar. Man sieht, wer hier den Ton angibt: die Fans natürlich.

„Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, Titel und Erfolge müssen her! Unsere Zielvorgabe für die nächste Saison: Cupsieger und Meister im Weststadion!“

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Leider ist es mit den Titeln so wie mit den Siegen und mit den Toren (in aufsteigender Häufigkeit). Ja es gibt sie, die Titel und wir wissen auch, wie oft: Alle 3.7 Jahre (=118/32) ist Rapid gut für einen Titel. Aber ebenso bekannt ist, dass es Durststrecken gibt, die durch Dinge beeinflusst werden, die nicht immer in unserer Macht liegen.

Ich erinnere mich an ein Interview, das Andy Marek anlässlich des Legendentreffs mit Hans Krankl im Parkhotel Schönbrunn am 23. April 2009 geführt hat (Bilder), in dem die Frage gestellt wurde, warum es damals eine Periode von 14 meisterlosen Jahren gegeben hat und das trotz des Jahrhundertfußballers Krankl. Allein, man weiß die Antwort ebenso wenig, wie man dann weiß, warum ein Titel schließlich doch und eigentlich gegen alle Erwartungen möglich ist, also gewissermaßen „passiert“.

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Das war 2004/05 so als der Titel dem Josef Hickersberger „passiert“ ist (er hat ihn in erster Linie dem Traumduo Andras Ivanschitz und Steffen Hofmann zu verdanken), und das war auch 2007/08 so als der Titel dem Peter Pacult „passiert“  ist (er hat ihn in erster Linie dem Traumduo Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer zu verdanken). Das sind einfach glückliche Konstellationen, die man nicht wirklich planen kann; die passieren einfach. Wir hatten heuer so etwas nicht, aber wir hatten ein ungemein homogenes Team und es ist eine Freude, die Torschützenliste der Bundesliga ohne einen einzigen Rapidler zu sehen und dennoch einen abgesicherten zweiten Tabellenplatz zu besetzen. Das ist eine großartige Leistung des Teams und seiner Trainer.

Einen Titel zu fordern ist genau so sinnvoll, wie einen Sieg zu fordern oder ein Tor; insbesondere, wenn man Gegner hat. Präsidenten tun das gern, besonders in Zeiten zwischen den Saisonen, wo die fußballerische Nagelprobe noch nicht abgegeben werden muss. Ach ja, Fan-Gruppierungen tun das auch gern auf Transparenten, damit die Spieler wissen, wer hier das Sagen hat.

„Ihr solltet wieder nach unseren Werten streben und nicht für jeden Cent das Röcklein heben. Ohne Konzept von Saison zu Saison. Pläne gibt’s nur für das Weststadion. Das Wichtigste passiert noch immer am Feld. Denkt an den Sport und nicht nur an’s Geld!“

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Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere Spieler das tun, dem Geld nachzurennen. Sie haben aber – anders wie wir anderen – nur etwa 15 Jahre Zeit, sich mit anderen Spielern zu messen. Und wer talentiert ist, soll sein Glück in einer größeren Liga versuchen. Die meisten von uns würden das tun, wenn sie die Chance dazu bekämen.

Dass dieses Ballbesitzspiel von Rapid kein Konzept oder Plan hätte, darauf wäre ich nicht gekommen. Aber wahrscheinlich meint man mit „Plan“ jenen, einen Meistertitel zu planen. Aber wie schon erwähnt, man kann solche Dinge nur begünstigen, d.h. die Wahrscheinlichkeit dafür zu erhöhen aber so wie eine Einrichtung kann man so etwas nicht planen, denn dann wäre es kein Spiel.

Im Grunde ist dem Fan egal, wie dominant Rapid spielt, Hauptsache, es wird gewonnen. Wir wissen zum Beispiel, dass unser Sturm den Namen nicht verdient. Der Spielaufbau von Rapid verlangt auch nicht unbedingt nach diesem Spielertyp. Daher ist das Ballbesitzspiel ein ganz wichtiges Standbein der Erfolgs. Es stellt alle Spieler gleichermaßen in den Mittelpunkt.

Ich erinnere mich an eine Zeit. als man sagte, es gäbe keine Pläne für eine Entwicklung des Standorts Hütteldorf. So, jetzt gibt es diese Pläne, jetzt ist das auch nicht recht. Ja, das Stadion wurde praktisch nur wegen des Geldes gebaut, weil eben zum Fußballspielen Geld nötig ist.

Ein Spieler denkt an seine Karriere. Und das ist gut so. Wir tun das auch. Und wenn sie an ihre Karriere denken, müssen sie sich ausreichend gut präsentieren, dass sie in der Karriereleiter höher kommen. Das nützt auch Rapid, das nützt uns. Manchmal gibt es einen Meistertitel, der dann den Marktwert noch um einiges steigern kann.

Dass das Emporklimmen der Karriereleiter auch ein Mehr an Geld bedeutet, das liegt in der Natur der Sache aber so wie in allen Berufen glaube ich, dass es die Leiter ist, die uns anspornt und nicht das Geld.

Aber der Spitzenspruch kam nach der Pause, in dem die Ultras meinen:

„Das neue Stadion holt weder Titel, noch schießt es ein Tor. Der Rapidgeist verschwindet, alles dreht sich um Anzug, Business und Sponsor.“

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  • Trainer schießen keine Tore
  • Torleute schießen praktisch keine Tore
  • Fans schießen keine Tore
  • Pressesprecher schießen keine Tore
  • Rapid-Fernsehen schießt keine Tore
  • Stadien schießen keine Tore
  • Schiedsrichter schießen keine Tore
  • Charakter allein schießt auch keine Tore
  • Geld schießt keine Tore
  • Tradition schießt keine Tore
  • BlockWest schießt keine Tore

… und doch, ohne diese Elemente geht es nicht. Wir brauchen alle diese Dinge, die den Fußball ausmachen. Alle diese Dinge beeinflussen den Fußball in dem Sinn, dass Spiele zu unseren Gunsten ausgehen – wenn alle an einem Strick ziehen.

Es ist ein Widerspruch, in einem Spruchband Titel zu fordern und in einem anderen, kein Geld dafür aufstellen zu wollen.

Es kann nicht zuviel Geld oder zuviel Fansupport geben. Man braucht beides. Und auch wenn man alles hat, ist das noch lange kein Grund, dass man sicher Meister wird. Es erhöht nur die Wahrscheinlichkeit dazu, nicht mehr.

Das Stadion war ein von uns allen akzeptiertes Ziel, welches eine kollektive Anstrengung erfordert. Ja, es wäre ein Tüpfelchen auf dem I gewesen, als Meister in das neue Stadion einziehen zu können, aber mit dem Störfaktor Mateschitz ist das nicht ganz so leicht.

Dass der Verein in diesem Jahr voll mit Planungen rund um das Stadion beschäftigt war, ist das ein Wunder? Es wird ja am 16. Juli eröffnet. Wo ist da ein Problem? Statt dem Team für die aufopfernde Tätigkeit zu danken (das wäre ja auch ein Spruchband wert gewesen, oder?) werden diese Grundsatzentscheidungen schon wieder infrage gestellt, obwohl sie einige Monate vorher euphorisch begrüßt wurden. Ich finde, dass in dieser kollektiven Kraftanstrengung des Stadionbaus jede Menge zu respektierender Rapidgeist steckt.

Fußballspielen kann so schön sein, wäre da nicht der Umstand, dass man Geld dazu braucht, viel Geld und dass dieses Geld irgendwo „wachsen“ muss (um nicht zu sagen, dass man es jemanden „aus der Tasche“ ziehen muss).

Aus der Not, dass sich kein Ölscheich für Rapid interessiert, machen wir daher eine Tugend und erklären Geld zu einer unerwünschten Nebensache.

Eine ganz grobe Berechnung ergibt, dass die wenigen Tausend Plätze der neuen Westtribüne mehr an Einnahmen bringen als alle anderen Plätze zusammen. Warum sollten wir das denn nicht tun, denen, die bereit sind, für diesen Platz „an der Sonne“ (in diesem Fall eigentlich im Schatten) die geforderten Beträge Rapid zur Verfügung zu stellen und dem Sportdirektor zu übergeben? Und dass man dazu Personal abstellen muss, die das Platzangebot vermarktet, das ist doch klar.

Das ändert gar nichts daran, dass man selbst diese Art des Goldschürfens nicht goutieren muss – vor allem, weil man nicht zu jener Gruppe gehört, die sich das leisten will. „Man muss die Feste feieren, wenn sie fallen“ und das Geld dort holen, wo man es bekommen kann.

Links

Letztes Heimspiel im Prater?

Ja, wenn die Bullen auch Cupsieger werden. Dann nämlich erbt Rapid den besseren Startplatz des Cupsiegers und steigt erst in der dritten Qualirunde der Euro-League am 28. Juli ein.

Wenn aber die Admira Cupsieger werden sollte, dann muss Rapid bereits in der zweiten Qualirunde antreten und das bedeutet ein Bewerbspiel am 14. Juli, welches aber ein Heimspiel oder auch ein Auswärtsspiel sein kann.

Es könnte daher sein, dass noch ein Spiel im Prater auf uns zukommt. (Siehe UEFA-Terminkalender)

 

 

 

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