2015-12-02 Admira-Rapid

Dass Rapid ohne einen klar erkennbaren Sturm auf Platz drei liegt, ist ohnehin ein kleines Wunder und dem tollen Kollektiv zu danken, bei dem jeder für ein Tor gut ist.

Wie wir es aber im kommenden halben Jahr schaffen wollen, mit einem schwachen und dazu noch ziemlich verunsicherten Tormann, diesen Platz zu halten, das ist mir unklar.

Nächste Mitgliederversammlung Ende August. Details werden hier bekanntgegeben. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

1:2 (1:0)

Dabei begann alles ganz entspannt. Kalorien für einen ganzen Tag, verpackt in einer schmackhaften Leberkässemmel, warmes Wetter, beste Aussichten, zumindest RB in dieser Runde überholen zu können.

Nach dem Schock der ersten Hälfte der ersten Halbzeit als Admira die tonangebende Mannschaft war und wir von einigem Glück reden konnten, nicht in Rückstand geraten zu sein, kam zuerst ein Stangenschuss von Deni Alar und dann sein erlösendes Tor. Überhaupt war Deni auffällig und hatte auch in der 2. HZ noch eine gute Möglichkeit auf das 2:0. Sehr erfreulich!

Nachdem der Stadionsprecher vor Beginn des Spiels eine Statistik zitiert hat, nach der Rapid in der zweiten Halbzeit die meisten Tore erzielt, konnte man beruhigt auf diese zweite Halbzeit warten.

Aber es kam anders.

Zwei ziemlich geschenkte Tore mit starker Beteiligung des Tormanns und wir fuhren wieder einmal punktelos aus der Südstadt nach Hause.

Der Tormann

Es gab die eine oder andere Kritik an Helge Payer und manchmal auch an Ján Novota. Aber angesichts der gestrigen Pleite (der schon einige andere vorangegangen sind) ist man ein bisschen ratlos.  Wir können uns nicht erinnern, jemals so viel Geduld mit einem Tormann gehabt haben zu müssen.

Ganz stimmt das nicht, denn in der Saison 2008/09 hat die sportliche Leitung nicht Raimund Hedl vertraut, sondern hat stattdessen Georg Koch engagiert. Das kostete uns eine mögliche Teilnahme bei der Champions League. Nach 9 Spielen war der Spuk vorbei.

Lukas Königshofer (immerhin 56 Spiele) wurde nach einem schweren Patzer in Ried (den er sich aber mit Mario Sonnleitner geteilt hat) nicht wieder eingesetzt. (Es dürfte nicht nur dieser Patzer Schuld gewesen sein.)

So ganz unähnlich ist die Situation in diesem Jahr nicht, denn statt in einer Art „natürlichen Nachfolge“, Tobias Knoflach nach Marko Maric als Zweier-Goalie aufzubauen, verpflichtete man Richard Strebinger als Quereinsteiger. Irgendwie will man bei Rapid den eigenen Torleuten nicht vertrauen. Eventuell war das Disco-Abenteuer von Tobias Knoflach mit ein Grund für seine Zurückreihung. Aber mich erinnerte die Situation wieder an das Jahr 2008.

Und es geht ja nicht nur um das gestrige Spiel, da waren auch noch die Niederlagen gegen Mattersburg und gegen Violett, beide mit massiver Tormannbeteiligung.

Tor zum 1:1

Leute, die das besser wissen als ich, meinen, dass ein durchschnittlicher Tormann einen Ball, der dann im gestrigen Spiel schließlich zum Ausgleich geführt hat, halten muss. Eine identische Situation (ein zu fangender Ball springt wieder zurück ins Feld) gab’s auch im Altach-Spiel, dort aber ohne Folgen.

Tor zum 1:2

Und beim zweiten Tor darf ein Tormann zur Einschätzung der Situation nicht nachdenken müssen, so wie wir das tun, wenn wir uns eine Situation in der Wiederholung anschauen und dann natürlich immer gescheiter sind. Diese Reaktionen müssen – aus meiner Sicht – ganz automatisch ablaufen. Eine „Nachdenk-Sekunde“ kann sich ein Tormann nicht leisten.

Wenn der Tormann keine Chance auf den Ball sieht, muss er im Kasten bleiben, da hat er immer noch die Möglichkeit, dass er den Schuss abwehren kann oder dass der Verteidiger doch noch stören kann. Läuft er aber raus, muss er den Ball haben. Die Situation im Mattersburg-Spiel war nicht unähnlich. Wer der letzte Mann ist, muss klären, nicht spielen.

Das Spiel gegen die Admira war insgesamt kein Ruhmesblatt. Nicht nur der Tormann steht in der Kritik. Man hat viel zu viele Zweikämpfe verloren und dem Gegner das Handeln überlassen. Gut. Aber wie man am 1:0 gesehen hat, muss man auch so unrühmliche Spiele nicht unbedingt verlieren, speziell nicht durch so schwere Fehler.

Das eigentliche Drama ist aber, dass das jetzt ein halbes Jahr so weiter gehen kann, denn von wo soll ein 23jähriger Tormann Ballsicherheit beim Fangen oder das Einschätzen einer Situation wie beim zweiten Tor her bekommen? Die muss er in seiner Jugend erarbeitet haben – oder eben nicht.

Wir können uns nur wünschen, dass es so ist, wie Helge Payer in seinem Kommentar gemeint hat, dass Richard Strebinger extrem angespannt ist und sich daraus diese ansonsten unerklärlichen Fehler ergeben.

Der Trainer wird einzelne Spieler vor der Kamera nicht kritisieren und immer sagen, das Team hätte verloren. Und das ist auch in Ordnung. Aber ganz so entspannt sind wir, die Zuschauer, nicht. Und wenn nach diesem Spiel beim Sportdirektor nicht die Alarmglocken klingeln, wann sonst?

Wäre Tobias Knoflach in diesem Spiel mit denselben Fehlern angetreten, könnte man sagen, Rapid wäre eben ein „Ausbildungsverein“ und da könne das schon einmal passieren. Wenn aber Rapid Spieler kauft, dann sollten sie Liganiveau haben. Es ist ja nicht grundsätzlich unrühmlich, in einer unteren Liga zu spielen. Wir alle spielen in den meisten Fällen in einer „unteren Liga“.

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Die Fans waren ob des Eintrittspreises etwas ungehalten:

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Links

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