Steffen für Michael

Steffen Hofmann: „Das Kreuz bei Häupl machen!“, so lautete eine Schlagzeile in der Krone vom 23.8. (dieser Artikel wurde aus allen Krone-Online-Seiten entfernt, scheint aber in der Google-Suche noch auf; http://www.storyclash.com/Steffen-Hofmann-Das-Kreuz-bei-Hupl-machen-5511620) und hier findet man dieses YouTube-Werbevideo von Steffen für den Bürgermeister.

Steffen Hofmann im Interview im Happel-Stadion.
Dieses Bild ist aus der Stelle, an der er schmunzelnd die Fußballkompetenz des Bürgermeisters beschreibt.
Einer den Prominenten im Vorspann zum Film ist sein prominenter Widersacher Alexander Gorgon.
  • Sollen Fußballspieler sich zu einer Wahl äußern? 
  • Und warum soll man das Kreuz gerade beim Häupl machen? 
  • Gibt es Spieler, die für Rot, andere, die für Schwarz und wieder andere, die für Blau votieren?

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Nächste Mitgliederversammlung Ende August. Details werden hier bekanntgegeben. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

Fußball war immer

Dass im Fußball Politik nicht zu suchen hätte, ist ein frommer Wunsch, trifft aber nie zu. Fußball muss sich – als schönste Nebensache der Welt – immer in einen größeren gesellschaftlichen Rahmen einfügen. Und seien es die grauslichsten Regimes gewesen; es gab nur ganz wenige Zeiten, die den Fußball zu erliegen gebracht haben.

In Österreich waren es zwei Zeiträume: Einmal war es die Saison 1914/15, die wegen des Kriegsbeginns am 28. Juli 1914. Heute würde zu dieser Zeit bereits die Saison gestartet sein aber damals, in der Monarchie war der Saisonstart meist erst im September. Die Saison 1914/15 war im Herbst 1914 ausgesetzt und begann erst im Februar 1915. In allen Kriegsjahren bis 1918 wurde aber ohne Unterbrechung weitergespielt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Saison 1944/45 am 25. März 1945 abgebrochen. Rapid war damals Tabellenführer.

Aber abgesehen von diesen beiden Extremsituationen gab es keine fußballerische Kampfpause. Egal, ob es das Elend nach dem Ersten Weltkrieg in Wien war oder die Zeit der Arbeitslosigkeit, des Bürgerkriegs in Wien, der Kriegsjahre, egal, Fußball war immer. Fast so wie Kirche oder Schule.

Fußball ist nicht unabhängig

Und nie war Fußball ganz unabhängig. Ja nach Regierungsform gab es Gesten der Anpassung an die jeweiligen Machthaber. Und umgekehrt wurden erfolgreiche Fußballteams von den Machthabern für ihre Ziele vereinnahmt. Oft sonnten sich die Mächtigen bei Meisterfeiern auf der Ehrenloge, damit ein bisschen von dem Ruhm des Teams auch auf sie fallen möge.

Heute beginnt Fußball durch geschickte Vermarktung, durch die große Präsenz in den Medien und natürlich durch Stadion-Neubauten mehr auf den eigenen Beinen zu stehen als das früher der Fall war. Die beiden Wiener Vereine verpassen sich ein wirtschaftlich funktionierendes Modell, das die Abhängigkeiten von der Gemeinde reduziert. Besonders Rapid hat als Hausherr im eigenen Stadion und durch die neue wirtschaftlich orientierte Führung in kurzer Zeit eine größere Unabhängigkeit erreicht.

Wir wollen Siege sehen

Der unbändige Wunsch (der Fans, des Vereins, des Landes), ganz oben zu stehen, manchmal auch, um einen drohenden Abstieg abzuwenden, veranlassen Vereine die Eigenständigkeit zu verlassen und sich Konzernen, Oligarchen oder Ölscheichs auszuliefern. Manchmal landen Vereine auch in einer innigen Verbindung zum Land, wie das in Spanien der Fall ist.

Auch Rapid (wahrscheinlich auch andere Vereine) kam in der Vergangenheit ohne die Anlehnung an die jeweilige Landespolitik nicht aus, zu schwach war das wirtschaftliche Standbein und auch hat man zu wenig die Zeichen der Zeit verstanden und so, wie in den sehr erfolgreichen Zeiten der 50er Jahre weiter-vereinsmeiert.

Diese frühere Anlehnung an die Arbeiterpartei zeigt sich auch durch die jeweiligen Präsidenten. Anton Benya (1990-1993) und Rudolf Edlinger (2001-2013) waren verdienstvolle Ex-Politiker der SPÖ, und sie brachten auch Werbegeld von gemeindenahen Betrieben (Zentralsparkasse, BankAustria, WienEnergie).

Mit dem Führungswechsel nach durchaus verdienstvollen 12 Jahren Präsidentschaft Edlinger ist es seit 2013 mit Michael Krammer, der dafür sorgt, dass eine solide wirtschaftliche Basis gegeben ist, auf der man sportliche Erfolge erreichen kann.

Salopp gesagt waren es früher alte Herrn, die versuchten, Rapid traditionell zu verwalten, während die heutigen Funktionäre die Wirtschaftskraft der Marke Rapid besser zu nutzen verstehen. Rapid vollzieht in einem kurzen Zeitraum eine Entwicklung, die anderswo in Europa schon viel weiter fortgeschritten ist. Aber es ist nie zu spät. Die Aufbruchsstimmung ist überall zu spüren und der Stadionbau ist ein zusätzlicher mächtiger Antrieb, die Selbständigkeit nicht nur zu verkünden sondern auch rasch umzusetzen, d.h. die Phase der Verschuldung hinter sich zu lassen und eine Phase der wirtschaftlichen und sportlichen Entfaltung folgen zu lassen.

Ist es Zufall oder ist es bereits eine Folge all dieser kleinen und großen Veränderungen, dass Rapid sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa-League in Führung liegt?

Die sportlichen Gallionsfiguren

Sport erzeugt kleinere und größere Stars. Diesen Status erhalten sie durch uns, das Publikum. Ein Steffen Hofmann hat für Rapid nicht nur den Wert eines Führungsspielers und Kapitäns sondern auch einen enormen Werbewert. Jeder Sponsor legt großen Wert darauf, dass seine Werbung auch durch den Kapitän unterstützt wird. Steffen ist eines der Motive, warum in Rapid investiert wird. Weil die Zielgruppe ihren Kapitän sehr verehrt, hat eine Wien Energie Werbung mit Steffen einen größeren Wert.

Das ist natürlich nicht allein bei Steffen der Fall aber er verkörpert Rapid wie kein anderer. Und er lebt das auch.

Es wäre interessant, von Spezialisten wie Domenico zu hören, wie die Rolle der Stars vergangener Epochen war, wie zum Beispiel des Josef Uridil oder des Franz Binder. Ich habe aus einer Rapid-CD Franz Binder als Funktionär sprechen hören. Nein, das war kein Star im heutigen Sinn. Er verkörperte eher einen klassischen Vereinsfunktionär.

Mit der neuen Rapid-Führung scheint es jedenfalls so, dass die Zeit der größeren Abhängigkeiten von der Gemeinde überwunden wäre, und dass in diesen Wahltagen die Politik versucht, populäre Spieler für die Wahlwerbung einzusetzen. Es ist fast eine Art Umkehr, dass frühere Investitionen in den Fußballsport durch dieses Outing der Sportler wieder etwas der (auch die Hilfe der Gemeinde aufgebauten) Popularität des Fußballsports zur Gemeinde zurückfließt.

Soll ein Sportler das machen, sich für eine Partei einzusetzen?

Es gibt einige Kommentare, die meinen, der politische Standpunkt eines Sportlers oder Künstlers wäre dessen Privatsache und ginge die Öffentlichkeit nicht an.

Bei den Gegnern dieses Outings kann man auch vermuten, dass sie mit dieser Positionierung auf die Seite des Bürgermeisters so gar nicht einverstanden sind, dieses aber als Grund nicht angeben, um sich nicht selber outen zu müssen und geben daher als Grund die Privatsphäre an, die die Öffentlichkeit nichts anginge.

Diese Meinung teile ich nicht.

Dein und mein Wahlverhalten als Lohnempfänger ist sehr persönlich ist und geht tatsächlich niemanden etwas an. Wenn aber Sportler oder Künstler ihr Geld auch oder vielleicht überwiegend durch ihre Popularität verdienen, dann steigen ihre Gehälter im Einzelfall in vergleichsweise große Höhen. Und wir sind es, die das Einkommen dieser Stars mitbestimmen.

Sportler erlangen einen ganz außergewöhnlichen Status und das Etikett „Fußballgott“ beschreibt diesen Umstand gar nicht so schlecht.

Dieses Attribut „Gott“ lässt uns unweigerlich an die antike Götterwelt denken. Und so, wie man in der Antike das Leben der Götter als eine Art beispielgebendes Gesellschaftsspiel benutzt hat, gewähren uns auch heute Stars aller Schattierungen Einblicke in ihr Leben und wir können – wie in der antiken Götterwelt – uns in unserem eigenen Leben dem einen oder anderen Beispiel anschließen. Während man aber einem antiken Gott eine Geschichte unterjubeln konnte, die dann wieder auf die Gesellschaft zurück gewirkt hat, ist es heute „der Gott“ selbst, der diese Rolle spielt.

Das Outing eines Sportlers oder Künstlers ist gewissermaßen seine Gegenleistung für unsere Vorleistung ihn als Star zu etablieren.

Privatsphäre ist tatsächlich ein guter Schutz vor unerlaubten fremden Blicken. Wenn aber jemand diesen Schutz freiwillig aufgibt und über sich und sein Leben spricht, dann ist das eine Art Dankeschön für die ihm zugeteilte Aufmerksamkeit. „Ihr macht mich zum Star, ich sage Euch, wie ich bin, wie ich denke und was meine Motive sind.“

Das ist auch bei jedem privaten Blog so, auch bei diesem hier, bei dem über unsere Erlebnisse mit Rapid berichtet wird. Das eine oder andere Mal erfährt man Dinge, die andere eher nicht publizieren würden. Aber solche Publikationen sind – derzeit zumindest und in diesem Land – frei. Dass anderswo wegen solcher persönlicher Publikationen ausgepeitscht wird, sollte uns geradezu dazu auffordern, Stellung zu beziehen, für oder gegen Umstände, die uns gefallen oder nicht gefallen. Wir vertreten gerade dadurch die Werte unserer Gesellschaft.

Fußball für Menschlichkeit

Es ist mit nicht bekannt, dass sich ein Fußballverein öffentlich gegen Fremde, gegen Flüchtlinge, gegen Menschlichkeit ausgesprochen hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Fußballer, Fußballvereine, Fußballverbände beziehen klar Stellung für Werte, die allein dieses Europa zusammenhalten können, Werte, die in diesen Tagen von der Rechten untergraben werden. Eine kurze und völlig unvollständige Liste von Aktivitäten seitens des Fußballs:

Und hier die imposante Resolution der UEFA gegen Rassismus.

In diesem Biotop leben Fußballer. Wie könnte es also passieren, dass ein Fußballer entgegen diese grundsätzliche Haltung Stellung bezieht?

Warum nicht gegen den Bürgermeister?

Ja, das ist die wichtigste Frage! Wenn nämlich Sportler oder Künstler Position beziehen und sich öffentlich für oder gegen eine politische Strömung aussprechen, dann könnte es doch am Ende Unterstützer für die eine und Unterstützer für die andere Richtung geben.

Interessanterweise ist das aber nicht der Fall, zumindest ist es mir noch nicht aufgefallen. Vielmehr sehen sich die sportlichen Erzfeinde Alexander Gorgon und Steffen Hofmann, die Galionsfiguren der Wiener Großklubs, in dieser Frage der politischen Ausrichtung in sonst selten erlebter Einigkeit. Nicht einmal die „fußballerische Ahnungslosigkeit“ des Bürgermeisters tut dieser Positionierung einen Abbruch.

Fußball ist ein Stellvertreterkrieg mit einem hohen Anspruch auf Einhaltung von Regeln. Die Fußballer spielen für uns, egal, wer „wir “ sind. Sie spielen sowohl für jene, die auf die Butterseite gefallen sind aber auch für alle, die große Schwierigkeiten haben, ihr Leben zu meistern. Das neue Rapid-Stadion wird einen bedeutend erweiterten Bereich für Rollstuhlfahrer haben, wie das auch in allen anderen modernen Stadien der Fall ist. Ist das nicht auffällig? Wo sonst gibt es so etwas, eine Zone, in der eine so weit gespannte Integration unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen unter einem Dach erfolgt, mit dem Ziel, einen Gegner zu schlagen. In der Kirche? Schon lange nicht mehr! In einem Theater, der Oper oder Konzert? Auch nicht. Und warum? Weil für alle diese Orte bereits Voraussetzungen gegeben sein müssen, die nicht auf alle zutreffen. Diese soziologische Breite findet man nur am Fußballplatz.

Da Fußball sich – durchaus mit Recht – als völkerverbindendes Friedensprojekt sieht und die Verbände viel unternehmen, sich gegen die immer wieder am Fußballplatz ausgelebten Rassismen zu stellen, ist es weiter kein Wunder, wenn die Fußballer selbst diesen Geist des Fußballs in gleicher Weise leben, sich also für Verständigung, gegen Intoleranz und gegen Rassismus stellen.

Genau diese Haltung vertreten die klassischen Parteien der österreichischen und der Wiener Parteienlandschaft, die rechte Oppositionspartei passt nicht in dieses Bild, da sie genau diese Werte nicht vertritt und sich explizit dagegen ausspricht. Mehr noch, dieses „Rechte Sprech“ ist weit in die Stammwählerschichten der Traditionsparteien vorgedrungen, hat den Gemeindebau erobert und auch traditionell christliche Wählerschichten sind bereits davon erfasst. Die Menschen sind also in ihrer Diktion bereits voll auf Rechts-Kurs und das Ergebnis der kommende Wahl am 11. Oktober wird davon abhängen, wie viele dieser konditionierten SPÖVP-Wähler (GRÜN- und ANDAS-Wähler sind gegen solche Rechtslastigkeit eher immun) ihr Kreuz (zum Beispiel aus Protest) bei Blau machen.

Man stimmt – wie so oft – gar nicht so sehr über die Wiener Situation ab. Vielmehr wird die Wiener Wahl bedeutend durch Entwicklungen beeinflusst, die mit Wien gar nichts zu tun haben. Durch die Frage der Flüchtlinge und wie die Bundespolitik darauf reagiert. Die mangelhafte Solidarität der EU-Mitgliedsländer tut ihr Übriges um die Rechte weiter zu stärken.

Darum ist Steffen für unseren Bürgermeister

Da die Rechte das Gegenteil von dem vertritt, für das Fußball steht, ist es also durchaus in unser aller Interesse, dass unser Kapitän sich für jene Politik einsetzt, die weitgehend diese Ziele des Fußballs vertritt. Und in dieser Klarheit wie der Fußball für grundlegende Werte der Menschlichkeit eintritt, sind es in diesen Tagen die Linksparteien und unser Bürgermeister.

Humanistischer Fundamentalismus

Etwa ein Drittel der Wähler wählt Rechts(Außen). Sind deren Positionen genau so legitim wie jene der Linken? Kann man das objektivieren?

Ein aufgeklärter Humanist überlegt, dass Handlungen dann moralischen Ansprüchen genügen, wenn man sie als ein allgemein gültiges Gesetz formulieren könnte.

Nehmen wir zum Beispiel den Begriff der Menschlichkeit, für Christen verständlicher ist die Nächstenliebe. Ein solches Gesetz nach einer von allen eingeforderten Menschlichkeit oder Nächstenliebe gibt es zwar nicht aber man könnte das durchaus zum Wohle der Gesellschaft fordern. Jeder hätte etwas davon, jeder, der Hilfe braucht würde von jemandem Hilfe bekommen. So allgemein formuliert gibt es das zwar nicht aber in versteckter Form schon.

  • Zum Beispiel gibt es im Deutschen Grundgesetz die allgemeine Formel, dass Besitz verpflichtet, also dass die, die mehr haben aufgefordert sind, auch auf die zu schauen, die nicht so begütert sind. 
  • Der Islam kennt die Verpflichtung zum Spenden eines Teils seines Besitzes für Arme. 
  • Fußball investiert die besten Plätze im Stadion für Rollstuhlfahrer. 
  • Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass jeder direkt oder indirekt betroffene Autofahrer einem Unfallopfer unmittelbar zu helfen habe. Usw.

Und alles ist völlig unabhängig davon, wer der Hilfebedürftige ist. Ob Moslem oder Christ, ob Schwarz oder Weiß.

Und genau in dieser zentralen Haltung zur Menschlichkeit, macht die Rechte deutliche Unterschiede.

Die umgekehrte Frage, ob man die Haltung der Rechten zu diesen Fragen ebenso verallgemeinern könnte, kann man leicht überprüfen. Das Gesetz wäre also, rund um Österreich einen Zaun zu errichten und Flüchtlinge zurückzuweisen. Dabei wird aber verabsäumt, sich in die Lage des Flüchtlings zu versetzen. Wie wäre es denn, wenn man selbst in der Rolle des Flüchtlings wäre, wie wollte man dann behandelt werden? Und eben wegen diesem Widerspruch kann ein solches Gesetz nicht umgesetzt werden.

Man gibt also vor, menschlich zu handeln, wendet aber Grundsätze der Menschlichkeit nur auf jene Gruppen an, für die man steht. Zuerst muss man die Gruppe definieren, zum Beispiel „unsere Wiener“. Das nicht ausgesprochene Problem ist, dass es jemanden gibt, der das definiert, wer die Wiener sind.

Steffen Hofmann zum Beispiel, was hat der hier zu suchen? Eine unerhörte Frage, der gehört ja zu Rapid und daher zu Wien; ein „Beute-Wiener“, wie Präsident Edlinger trefflich angeführt hat. Aber eben kein Wieder. Pech gehabt! Die Rechte grenzt also keine Wiener aus, Steffen Hofmann aber schon!

Wenn aber jemand fragt, was der „Wiener Türke“ Sherif Aslan (das ist übrigens mein Schneider, auch ein Fußballfan, Anhänger von Trabzonspor) hier zu suchen hat, dann sind Rechts-Denker schnell mit einer Abschiebung bei der Hand, vergessend, dass Sherif Aslan – im Gegensatz zu Steffen Hofmann – ein bodenständiger Wiener ist, der hier geboren ist und sein Geld nicht weniger redlich verdient als Steffen Hofmann es tut. Im Gegensatz zu Steffen hat Aslan hier das Wahlrecht.

Ich will mit dem Beispiel ja nur zeigen, dass das Problem die Differenzierung ist und die immer kleiner werdende Gruppe jener ist, die man mit „unsere Wiener“ meint. Wäre es zum Beispiel nicht höchst an der Zeit, Menschen, die vielleicht nicht Österreicher sind aber hier den Lebensmittelpunkt haben und hier Steuern zahlen, wählen zu lassen?

Wenn also jemand an unserer Grenze steht, sich als Flüchtling vorstellt und „Asyl“ sagt, dann müssen wir ihn zuerst einmal versorgen und dann anhören; auch, wenn es 10.000 oder mehr sind. Dazu sind wir verpflichtet, egal wie der Innenminister oder der Wiener Bürgermeister heißt. Darüber muss man nicht einmal ein Wort verlieren.

Wenn daher eine Partei ständig die Grundlagen des Staates infrage stellt, dann stellt sie sich außerhalb der Verfassung und ist für mich nicht wählbar.

Seit der Wahl in Oberösterreich kann man sich bei der Einschätzung der Orientierung der FPÖ ganz auf die Worte des Nazi-Erben Strache berufen, der da gemeint hat, dass man seit 70 Jahren wieder die Nummer Eins im Lande wäre. Er sieht sich also als direkter Nachfolger der damaligen NSDAP. 30 Prozent der Wähler scheinen damit kein Problem zu haben.

Daher ja, Fußballer sollen Flagge zeigen, ganz besonders, wenn es um Prinzipien ihres Berufs geht. Und sollten sich Fußballer finden, die das genaue Gegenteil von Steffen vertreten, dann wäre eine solche Haltung Grund genug für einen Ausschluss aus dem Spielbetrieb. Rassismen haben beim Fußball nichts verloren.

Danke Steffen für Deine klare Haltung.

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Wenn Du also jetzt der Meinung bist, das hier wäre ein linker Blog, dann muss ich Dich enttäuschen. Es ist ein humanistischer Blog. Alle Strömungen, Projekte, Ideen, die humanistisch motiviert sind, sind OK. Mir wäre es auch recht, wenn Steffen für Grün, Pink oder ANDAS votieren würde. Aus humanistischer Sicht sind alle Wahlwerber akzeptabel mit einer Ausnahme und das ist Straches FPÖ.

Eine Partei, die fundamentale verfassungsrechtliche Grundlagen an die Menschlichkeit, die Menschenwürde, missachtet, die internationale Vereinbarungen wie die Genfer Flüchtlingskonvention durch Eigendefinition, es handle sich bei Flüchtlingen ohnehin mehrheitlich um Wirtschaftsflüchtlinge, unterwandert, die permanent die Entsolidarisierung aufruft, die Zäune errichten will, wo wir diese als eine historische Last bereits vor zwanzig Jahren niedergerissen haben, die den Menschen nicht Mut sondern Angst macht, die in den sozialen Medien krampfhaft nach dem kriminellen Charakter von Menschen sucht und nicht davor zurückschreckt, Bilder zu fälschen, völlig aus dem Zusammenhang zu reißen; eine Partei, deren Vertreter man wiederholt und in Gerichtsurteilen nationalsozialistisches Gedankengut vorwirft, eine Partei, die bestimmen will, wer die guten Wiener sind, gehört nach Ansicht des Autors nicht zum Spektrum jeder Parteien, die man als gemeinhin als wählbar darstellt. Alle diese Dinge stehen nach meiner Ansicht außerhalb der Absichten unserer Verfassung und daher steht diese Partei bei der Wahl außerhalb des Wählbaren. Alle anderen aber nicht die FPÖ.

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