Die Nahrungspyramide des Fußballs

Eine Runde vor Ende der Gruppenphase schaut das Ranking der Clubs in europäischen Bewerben so wie im folgenden Bild aus. Die Clubs die in die KO-Phase kommen, werden noch kräftig an Punkten (und Euros) zulegen; die anderen hoffen auf eine nächste Chance. Die Hoffnung ist aber gering, einen von dort oben verdrängen zu können.

19,58 FC Porto
19,54 Málaga CF
19,54 FC Barcelona
19,39 Schalke 04
19,39 Borussia Dortmund
19,06 Manchester United
18,78 Paris Saint-Germain
18,54 Valencia
18,39 Bayern München
18,06 Arsenal
17,67 Shakhtar Donetsk
17,54 Real Madrid
16,82 AC Milan
12,82 Juventus
11,06 Chelsea
10,78 Olympique Lyon
10,67 Metalist Kharkiv
10,58 Benfica
10,54 Atlético Madrid
10,39 Hannover 96
10,32 Rubin Kazan
10,08 CFR Cluj
10,00 Fenerbahçe
10,00 Galatasaray
9,67 Dnipro Dnipropetrovsk
9,58 Celtic
9,54 Levante UD
9,39 Bayer Leverkusen
9,18 Racing Genk
9,06 Manchester City
9,06 Newcastle United
8,85 BATE Borisov
8,82 Internazionale
8,82 Lazio Roma
8,80 Olympiakos Piraeus
8,78 Girondins Bordeaux
8,67 Dinamo Kiev
8,39 Borussia Mönchengladbach
8,39 VfB Stuttgart
8,32 Zenit St, Petersburg
8,32 Anzhi Makhachkala
8,25 Viktoria Plzen
8,18 Anderlecht
8,08 Steaua Bucuresti
8,06 Tottenham Hotspur
7,82 Napoli
7,78 Lille OSC
7,73 Ajax
7,58 Sporting Braga
7,32 Spartak Moscow
7,25 Sparta Praha
7,08 FC Basel
7,06 Liverpool
6,78 Montpellier
6,08 Young Boys
5,78 Olympique Marseille
5,62 FC København
5,62 FC Nordsjælland
5,58 Académica Coimbra
5,54 Athletic Bilbao
4,90 Rosenborg BK
4,83 Dinamo Zagreb
4,82 Udinese
4,80 Panathinaikos
4,73 FC Twente Enschede
4,60 FC Fehérvár
4,58 Maritimo Funchal
4,18 Club Brugge
3,93 AIK Stockholm
3,73 PSV Eindhoven
3,65 NK Maribor
3,58 Sporting CP Lisbon
2,93 Helsingborg IF
2,90 Molde FK
2,82 Dinamo Moscow
2,82 CSKA Moscow
2,75 Slovan Liberec
2,70 AEL Limassol
2,68 KSC Lokeren
2,67 Metalurg Donetsk
2,67 Arsenal Kiev
2,58 FC Vaslui
2,58 Dinamo Bucuresti
2,58 FC Luzern
2,55 Hapoel Kiryat Shmona
2,55 Neftchi Baku
2,55 Partizan Belgrade
2,55 Hapoel Tel-Aviv
2,50 Bursaspor
2,50 Trabzonspor
2,40 Tromsø IL
2,35 Rapid Wien
2,30 PAOK Thessaloniki
2,30 Atromitos FC
2,25 Mladá Boleslav
2,23 Feyenoord
2,23 Heerenveen
2,23 AZ Alkmaar
2,20 APOEL Nicosia
2,18 AA Gent
2,15 Mura Murska Sobota
2,12 AC Horsens
2,12 FC Midtjylland
2,10 DVSC Debrecen
2,08 Motherwell
2,08 Rapid Bucuresti
2,08 Hearts FC
2,08 Servette FC Genève
2,05 Red Star Belgrade
2,00 Slask Wroclaw
2,00 Eskisehirspor
2,00 Legia Warsaw
1,95 Sheriff Tiraspol
1,93 IF Elfsborg
1,93 Kalmar FF
1,90 HJK Helsinki
1,90 Aalesunds FK
1,85 FC Gomel
1,83 Hajduk Split
1,83 Slaven Koprivnica
1,80 Asteras Tripolis
1,80 Dila Gori
1,78 F91 Dudelange
1,78 Zeta Golubovci
1,73 Vitesse Arnhem
1,73 Ekranas Panevezys
1,70 Anorthosis Famagusta
1,70 Omonia Nicosia
1,58 Dundee United
1,55 Vojvodina Novi Sad
1,55 Bnei Yehuda
1,50 Lech Poznan
1,50 Ruch Chorzow
1,40 KuPS Kuopio
1,35 FC Salzburg
1,35 Naftan Novopolotsk
1,35 Admira Wacker
1,35 Shakhtior Saligorsk
1,35 SV Ried
1,33 NK Osijek
1,30 MSK Zilina
1,30 FC Zestafoni
1,30 Spartak Trnava
1,28 Shakhtyor Karaganda
1,28 Buducnost Podgorica
1,28 FK Aktobe
1,25 Zeljeznicar Sarajevo
1,25 Vardar Skopje
1,25 KR Reykjavik
1,25 FK Ventspils
1,25 FK Sarajevo
1,20 Linfield Belfast
1,20 Shamrock Rovers
1,20 St, Patrick’s Athletic
1,18 Valletta FC
1,18 Ulisses Yerevan
1,15 Skënderbeu Korçë
1,15 Ludogorets Razgrad
1,15 Olimpija Ljubljana
1,15 Stabæk IF
1,12 AGF Aarhus
1,10 The New Saints
1,10 Honvéd Budapest
1,08 St, Johnstone
1,08 Flora Tallinn
1,05 Inter Baku
1,05 Khazar Lenkoran
1,05 Maccabi Netanya
0,95 Dacia Chisinau
0,95 Zimbru Chisinau
0,95 Milsami Orhei
0,90 MyPa-47
0,90 NK Celje
0,90 JJK Jyväskylä
0,90 Inter Turku
0,85 MTK Budapest
0,80 FK Senica
0,80 FK Baku
0,80 FK Jagodina
0,80 Olimpi Rustavi
0,80 Slovan Bratislava
0,78 Celik Niksic
0,78 Ordabasy Shymkent
0,78 Differdange 03
0,75 Renova Dzepciste
0,75 Thór Akureyri
0,75 FH Hafnarfjardar
0,75 Metalurg Skopje
0,75 Metalurgs Liepaja
0,75 Skonto Riga
0,75 Siroki Brijeg
0,73 Suduva Marijampole
0,73 Zalgiris Vilnius
0,70 Portadown
0,70 Sligo Rovers
0,68 Shirak Gyumri
0,68 Gandzasar Kapan
0,65 SK Tirana
0,65 Lokomotiv Plovdiv
0,65 CSKA Sofia
0,65 Levski Sofia
0,60 B36 Torshavn
0,58 Levadia Tallinn
0,55 Torpedo Kutaisi
0,53 CS Grevenmacher
0,53 Rudar Pljevlja
0,53 Zhetysu Taldykorgan
0,53 Jeunesse d’Esch
0,50 Tre Penne
0,50 FC Lusitanos
0,50 FK Borac Banja Luka
0,50 Daugava Daugavpils
0,50 IBV Vestmannaeyjar
0,50 Shkendija Tetovo
0,48 FK Siauliai
0,45 Crusaders Belfast
0,45 Bohemians Dublin
0,45 Cliftonville
0,43 Floriana
0,43 Hibernians FC
0,43 Birkirkara
0,43 Pyunik Yerevan
0,40 KS Flamurtari Vlorë
0,40 Teuta Durrës
0,35 NSI Runavik
0,35 Cefn Druids
0,35 Llanelli FC
0,35 Víkingur
0,35 EB Streymur
0,35 Bangor City
0,33 Trans Narva
0,33 Kalju Nomme
0,25 Libertas
0,25 FC Santa Coloma
0,25 UE Santa Coloma
0,25 USV Eschen-Mauren
0,25 La Fiorita
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Zufälle bestimmen unser Leben – und den Fußball

Das mit dem „Zufall“ ist bittere Wahrheit!

Die wichtigsten Dinge im Leben werden nicht geplant sondern erfolgen ganz ohne unser Zutun – wir sind Passagier. Familie, Wohnort, Job, Beziehung, Gesundheit, Wohlstand, Tod. Wir können auf diese Zufälligkeiten nur reagieren und „das Beste draus machen“.

„Armselig“ ist Zufall aber nicht, es ist das mächtigste Instrument, das eine Entwicklung mit unbekanntem Ausgang (und das sind das Leben und Fußball gleichermaßen aber auch unsere anderen Werke) beeinflussen kann, weil wir auf diese für uns überraschenden, unbekannten Wendungen reagieren müssen, wenn wir nicht untergehen wollen.

Wir können einen Präsidenten nach bestem Wissen „planen“. Aber was er dann taugt? Wir wissen es nicht. Ich habe sogar schon „Hansi“-Nennungen gelesen. Ja, wir wollen besser werden aber schon bei dieser Namensnennung bekommt man (berechtigte) Zweifel, ob denn das Neue auch wirklich eine bessere Zukunft verspricht.

Wir wollen das nicht hören und ich selbst gefalle mir dabei – wenn’s passt und vorwiegend gegenüber Laien – zu behaupten, „Geld spielt nicht Fußball“. Aber realiter tut es das, leider. Wir leisten uns einen großen Verein, das sind wir dem großen Namen schuldig und von den 15 bis 20 Millionen Budget (so genau weiß ja das niemand) wird eine Menge an „Grundlast“ abgehen, Geld das gar nicht für die Kampfmannschaft verwendet wird; indirekt vielleicht. Und mit dem Rest springt man eben so weit wie wir eben. Und viele Transaktionen in der Vergangenheit haben schon diesen finanziellen Rahmen ziemlich überzogen.

Nehmen wir an, dass ein Kuhn-II um 2 Millionen mehr lukrieren könnte (was eine tolle Leistung wäre, ja, aber auch solche Ereignisse haben viel mit Zufälligkeiten zu tun, denn vielleicht wäre das ja dem Kuhn-I in diesem Jahr auch gelungen), wo wären wir dann? Viel weiter? Vereine wie Charkiv oder Leverkusen werden uns in finanziellen Belangen auch mit einem Kuhn-II bis in weite Zukunft überlegen sein. (Änderungen sind nur möglich, wenn (1) sich das Wirtschaftssystem ändert, (2) andere FIFA-Regeln eingeführt werden, (3) wir in einer größeren Liga spielen und dadurch zu mehr Einnahmen kommen oder (4) wenn wir einen selbstlosen Sponsor bekommen. Da das alles nicht wirklich realistisch ist, müssen wir auf rein zufällige Erfolge hoffen.

Wir überschätzen ein bisschen die Zugkraft der Marke „Rapid“; das dürfte an den hohen persönlichen Opfern der Anhängerschaft liegen. Es ist ein bisschen wie eine verschmähte Liebe, in die viel an Emotion eingebracht wird. Die Liebe wird (normalerweise) durch Siege der Mannschaft erwidert. Bleiben die Siege aus, schlägt die Liebe in Hass um und wegen der großen Opfer meint man sogar das Recht zu haben, die Beziehung zu zerstören, weil „Rapid Fans mit einer Mannschaft sind“.

Für mich war „Ottakringer“ am Rücken der Trikots ein unverrückbarer Fixpunkt. Der jetzt aber weg ist. Und niemand rennt uns die Tür ein, sich an dieser prominenter Stelle zu verewigen. Wir mögen jetzt auf den Manager losgehen aber ich erinnere mich gut an die hektischen Bemühungen des Managements, die Sponsoren nach dem Platzsturm „bei der Stange“ zu halten. Kann jemand definitiv ausschließen, dass Sponsoren nach den permanenten Negativschlagzeilen (einziger Gewinner unserer Probleme scheinen ja wirklich die Medien zu sein) ein bisschen von Rapid abrücken? Mit Siegern zeigt man sich gern aber mit Platzstürmern und Raketenwerfern? Es kann daher sein, dass der teilweise Auszug von Ottakringer durchaus mit dem Eigenleben in der Rapid-Welt zusammenhängt.

Es mag praktisch sein, einzelne Personen als Schuldige nennen zu können. Da aber Teile des Anhangs auch an der verfahrenen Situation beteiligt sind, halte ich eine einseitige Schuldzuweisung für völlig überzogen. Es gibt ja für alle Situationen geeignete Sprüche. Hier fallen mir zwei ein: der mit dem Werfen des ersten Steins und der mit dem Kehren vor der eigenen Tür.

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Leeres Hanappi beim nächsten Heimspiel

Diesen Slogan „Leeres Hanappi beim nächsten Heimspiel“ kann man in einem Forum lesen.

Wir sind im internationalen Bewerb in eine ziemliche Blamage geschlittert. Rapid ist zwar der einzige österreichische Verein, der international vertreten ist aber was für eine Presse haben wir! Diese Sieg gegen Saloniki scheint ja geradezu ein Danaer-Geschenk gewesen zu sein. Nicht nur einmal wird über eine Niederlage berichtet, nein, gleich fünf Mal in Folge. Es kommen ja schon Leute auf einen zu, die sonst mit Fußball gar nichts am Hut haben aber diese Niederlagenserie spricht sich halt herum.

„Wir wollen Siege sehen“, ja, wer mit einem solchen Slogan in jedes Spiel geht, der wird bitter enttäuscht.

Wären wir heute ebenso enttäuscht, wenn wir gar nicht in die Gruppenphase gekommen wären? Wir wären vielleicht Zweiter in der Liga und niemand würde sich echauffieren, das Ausscheiden gegen Saloniki wäre längst vergessen.

Was wäre denn gewesen, wenn ein paar Unbesonnene ausnahmsweise einmal „besonnen“ gewesen wären und in Saloniki keine Leuchtstifte abgefeuert hätten? Vielleicht hätten wir jetzt ein paar Punkte in der Euroleague und niemand würde gegen den Vorstand ins Feld ziehen. Es gäbe eine gute Million mehr am Rapid-Konto, alles wäre entspannter.

Was wäre gewesen, wenn sich nicht alle Leistungsträger gerade in der dichtesten Wettbewerbsphase verletzt hätten?

Warum beschimpft man Spieler und Funktionäre öffentlich und trägt damit zu einem immer verkrampfteren Klima bei? Glaubt denn wirklich jemand, ein Spieler mache absichtliche Fehler? (Weniger mach er sicher nicht, wenn er die Schreie von den Rängen hört.)

Ich möchte mit diesen „was wäre wenn“-Möglichkeiten aufzeigen, dass eine bestimmte Situation nicht unbedingt von jemand „verschuldet“ werden muss. Sie ist einfach. Und in allen diesen Fällen, wäre dasselbe Präsidium im Amt gewesen, dieselben Spieler und dieselben Trainer.

Die paranoide „Suche nach dem Schuldigen“ ist kein guter Ansatz, weil die Beispiele zeigen, dass die Dinge mit nur wenigen Änderungen ganz anders laufen könnten; es sind einfach Dinge, auf die  die Mannschaft, der Präsident… keinen Einfluss haben, die aber einfach (zu unserem Nachteil) passiert sind. Sie zeigen aber auch, dass unser eigenes Verhalten die Situation eher verschärft.

Es ist praktisch, wenn man jemanden benennen kann, der Schuld trägt. Und wenn der weg ist, zum Beispiel, weil er den Hut draufhaut, was dann? Wie stellt sich denn das pt Publikum vor, dass man einen neuen Präsidenten findet, so auf die Schnelle? Inserat?

„Vielseitig qualifizierter, finanziell unabhängiger, fußballbegeisterter (und -kundiger), medial versierter, mit allen reden könnender, mit allen Wassern gewaschener, mit Beziehungen ausgestatteter Volltrottel mit dicker Haut, die er im Falle immer wieder vorkommender Publikumsbeschimpfungen dringend braucht, für das Ehrenamt des Präsidenten des SK Rapid gesucht“ unter „Wunderwuzzi“ an den Verlag 

Ja, ich muss auch bei jeder Gelegenheit den weniger Fußballbegeisterten erklären, was da bei Rapid los ist. Aber es ist nichts los. Es wurden nur ein paar Spiele verloren. Und wer das Admira-Spiel gesehen hat, der weiß, dass es sogar mehr hätten sein können.

Ich bin jedenfalls am Samstag an meinem Platz, weil ich zu einer Verbesserung des Klimas beitragen will. Und ja, ich leide auch, wenn es Niederlagen gibt aber ich bin ebenso überzeugt davon, dass die, die es in der Hand haben, etwas zu verändern, auch daran arbeiten. Spieler, Trainer, Vorstand. Warum? Weil das alle tun, die ihre Arbeit mögen.

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Lukas und Ján, die besten Torleute der Rapidgeschichte

Lukas Königshofer
beim Tag der offenen Tür 2102,
Ján Novota
beim  Klub der Freunde des SCR am 13.2.2012

Übertriebener Titel, jetzt, wo so viele Spiele verloren wurden?

Durchaus nicht. Spiele werden immer verloren, davor sind auch die Allergrößten nicht gefeit. Verlorene Spiele verletzen unsere Eitelkeit; und sie verstellen den Blick auf die eigentlichen Qualitäten einer Mannschaft.

Ein Tormann ist um so besser, je weniger Tore er kassiert.

Lukas Königshofer hat 46 und Ján Novota  hat 12 Spiele für Rapid absolviert. Beide rangieren in der ewigen Liste der Torquoten aller Torleute von Rapid seit 1911 an der Spitze. Sie kassieren etwa 0.85 Tore pro Spiel.*)  Das ist weniger als alle anderen Torleute, die je bei Rapid gespielt haben.

Von den Legenden kommt nur Ladi Maier mit 0.98 in die Nähe dieses Spitzenwertes; Michael Konsel und Helge Payer sind mit 1,19 und Walter Zeman sogar mit 1,55 deutlich über dem Wert von Jan und Lukas.

Land Von Bis Spiele Tore Rapid Tore Gegner Gegentore pro Spiel Toranteil
Novota Ján SK 2011 2012 12 42 10 0,83 0,19
Königshofer Lukas A 2010 2012 46 58 39 0,85 0,40
Pichler Roman A 1964 1968 70 174 68 0,97 0,28
Maier Ladislav A 1998 2005 185 290 182 0,98 0,39
Antrich Adolf A 1971 1974 82 148 86 1,05 0,37
Vereš Andrija SRB 1963 1966 70 153 74 1,06 0,33
Feurer Herbert A 1976 1988 361 750 396 1,10 0,35
Hedl Raimund A 1997 2011 114 199 126 1,11 0,39
Fuchsbichler Gerald A 1967 1971 124 267 140 1,13 0,34
Payer Helge A 2001 2011 298 474 351 1,18 0,43
Konsel Michael A 1985 1997 486 957 578 1,19 0,38
Barthold Peter A 1973 1980 86 136 110 1,28 0,45
Kraupar August A 1919 1921 55 198 71 1,29 0,26
Huyer Ludwig A 1960 1963 65 132 94 1,45 0,42
Kaltenbrunner Josef A 1906 1914 92 247 141 1,53 0,36
Zeman Walter A 1945 1960 259 982 401 1,55 0,29
Musil Josef A 1938 1952 104 356 174 1,67 0,33
Bugala Josef A 1929 1933 77 271 133 1,73 0,33
Raftl Rudolf A 1931 1944 242 868 436 1,80 0,33
Gartner Herbert A 1954 1958 71 221 129 1,82 0,37
Feigl Walter A 1924 1928 59 201 114 1,93 0,36

Warum empfinden wir das nicht so?

Der Grund ist, dass trotz dieser geringen Zahl von Gegentoren wichtige Spiele verloren werden.

Und tatsächlich ist der Anteil der gegnerischen Tore an den insgesamt geschossenen Tore bei Ján 20% (das ist ein sehr geringer Wert) aber bei Lukas 40%. Das liegt daran, dass Jan hauptsächlich im Cup eingesetzt wird und es sich dort um weniger kampfstarke Gegner handelt. Lukas kassiert zwar ähnlich wenig Tore wie Jan aber in seinen Spielen schießt Rapid nur halb so viele Tore (gewinnt also auch seltener).

Wir verlieren Spiele daher wegen des schwachen Sturms und nicht wegen einer schwachen Verteidigung.

Dieses absolute Torminimum ist aber auch ein Verdienst der überaus stabilen Hintermannschaft (Gerson, Sonnleitner).

Und an diesen Zahlen ändert sich nichts, auch wenn wir alle Gruppenspiele verlieren sollten. Diese Zahlen repräsentieren eine Langzeitleistung. Dass darunter auch Niederlagen sind, mag für uns Anhänger schmerzlich sein, die Leistung kann sich dennoch sehen lassen.

http://rapid.iam.at/default.aspx?id=player&id1=goalies

*) Fairerweise muss man anmerken, dass unsere beiden Torleute erst sehr wenige Spiele absolviert haben (verglichen mit Konsel, Payer oder Zeman) und sie erst durch wenige „Täler der Tränen“ durch mussten.

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Die Vermessung der Trainer

Peter Schöttel
am Tag der offenen Tür,
8.7.2012

Mir fiel auf, dass Peter Schöttel einen häufigeren Wechsel in der Aufstellung vornimmt als das vor ihm Peter Pacult getan hat. Er verwendet Spieler lieber auf einer anderen als ihrer angestammten Position als dass er sie auf der Bank sitzen lässt (z.B. Pichler, Trimmel). Diese Variabilität hat vermutlich auch das Ziel, die Anhängigkeit von einem einzelnen Spieler zu verringern, was in den nächsten Jahren immer wichtiger werden wird.

Wechselquote

Um das auch zahlenmäßig zu erfassen, wurde für jedes Spiel als „Wechselquote“ der prozentuelle Anteil jener Spieler ausgerechnet, die im Bezug auf das jeweils vorige Spiel (unabhängig vom Bewerb) neu zum Team dazugekommen sind. Diese „Wechselquote“ gibt es in jedem Spiel. Beim gestrigen Admiraspiel war sie zum Beispiel 21.4% (neu Hofmann, Königshofer, Kulovits). http://rapid.iam.at/?id=@game&detail=2012-1-17

Trainervergleich

In der folgenden Tabelle findet man Rapid-Trainer mit mehr als 50 Pflichtspielen, gereiht wird nach dieser „Wechselquote“. Auch das durchschnittliche Alter des Teams, und die erzielten Punkte (S=3, U=1) sind angegeben. (http://rapid.iam.at/default.aspx?id=trainer&id1=compare -> Mehr als 50 Spiele)

Trainer

Trainer von bis Spiele Punkte pro Spiel Alter Wechselquote
Schönecker D. 1911 1925 272 183 46 43 2,19 24,7 36,6
Schöttel P. 2011 2012 68 33 16 19 1,69 24,8 23,4
Nitsch L. 1936 1945 201 118 31 52 1,92 25,6 20,4
Pesser H. 1945 1952 181 131 20 30 2,28 26,5 19,6
Bauer E. 1926 1936 297 193 30 74 2,05 24,2 19,2
Hlozek E. 1972 1975 113 61 29 23 1,88 26,1 19,1
Krankl H. 1989 1992 131 68 24 39 1,74 24,6 19,1
Pacult P. 2006 2011 210 109 48 53 1,79 26,0 19,0
Dokupil E. 1994 1998 173 89 39 45 1,77 26,3 18,4
Hickersberger J. 2002 2005 154 70 38 46 1,61 25,7 17,9
Springer G. 1968 1971 114 56 28 30 1,72 25,8 17,6
Baric O. 1986 1989 134 78 28 28 1,96 25,9 17,3
Weber H. 1998 2000 98 53 21 24 1,84 27,1 17,0
Dokupil E. 2000 2001 51 25 14 12 1,75 27,9 16,9
Merkel M. 1956 1958 68 44 10 14 2,09 26,8 16,9
Schlechta K. 1978 1979 60 27 19 14 1,67 24,7 15,2
Vytlacil R. 1965 1968 109 80 15 14 2,34 24,6 14,1
Körner R. 1959 1966 210 121 39 50 1,91 25,5 13,3
Baric O. 1982 1985 133 88 29 16 2,20 25,5 13,1
Brzezanczyk A. 1976 1977 53 25 15 13 1,70 23,8 12,7
Skocik W. 1979 1982 113 48 29 36 1,53 23,8 12,6

Diese Tabelle zeigt Peter Schöttel im Spitzenfeld. Die ebenfalls hohe Wechselquote von Schönecker, Nitsch und Pesser könnte auch auf die schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahre zurückzuführen sein, sodass nach Abzug dieser Besonderheiten Peter Schöttel im Bezug auf die Aufstellung tatsächlich ein auffällig variabler Trainer ist.

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„Sautrottln…“

„Sautrottln…“, ein Facebook-Kommentar im ersten Zorn nach der Auswärts-Niederlage gegen Trondheim am 22.11.2012. Und dieser Kommentar ist kein Einzelfall. 
Die Anhänger des SK-Rapid sind reif für eine kollektive Psychotherapie, weil sie in dieser Gruppenphase vor Augen geführt bekommen haben, wo Rapid in Europa steht; genauer: wo der österreichische Fußball in Europa steht.
Die Firma Niemetz-Schwedenbomben schwankt zwischen Untergang und Überleben. Es fehlt an Geld, an einem Firmengebäude, an Vertrauen der Käufer usw. Aber niemand aus den Reihen der Kunden, die „ihre Schwedenbombem“ in den Regalen vermissen, schimpft die dortige Belegschaft „Sautrottln“. Das ist eine besondere Qualität der Kunden des Fußballgeschäfts.
Und warum ist Niemetz in diese Situation hineingeraten? Der Grund heißt „Dickmanns“. Vielleicht waren ja Niemetz und Dickmanns ursprünglich gleich große Unternehmungen aber der der größere deutsche Markt und die ganzjährig verkaufbare Creme gaben den Ausschlag, dass unsere (viel besser schmeckende) Schwedenbombe vom Markt verdrängt wurde. 
Ob Niemetz oder Rapid gewinnen und überleben, hängt von Umständen ab, die man besser als „Glück auf hohem Niveau“ und nicht als Leistung bezeichnen sollte. Auch unser Präsident ist in diesem Spiel nur Passagier. Die Leistung wurde nach dem Menschenmöglichen erbracht. Aber, ob ein Ball ins Tor geht oder nicht, ist keine Leistung, das ist Zufall. 
Diese Gruppenphase stand unter einem schlechten Stern und unser Unglück ist, dass wir diese 6 Spiele mit einem nicht ganz konkurrenzfähigen Kader bestreiten müssen. Daher schmerzen uns diese Niederlagen gar so sehr. Wir sind in der Situation eines nach oben strebenden Mitarbeiters, der (in der Qualifikation) gerade noch befördert wurde und jetzt (in der Gruppenphase) einen Posten bekleidet, dem er nicht mehr gewachsen ist. 
Leider muss Rapid diese sechs Spiele „aussitzen“. Nach dem letzten Gruppenspiel am 6. Dezember sollten wir feiern, dass wir diese schlimme Zeit überstanden haben. Es war für uns Anhänger nicht leicht. Wir widmen uns nach einer Niederlage unserem Tagesgeschäft aber die Spieler tragen diese psychische Belastung die ganze Woche herum, die sehr an ihrem Selbstvertrauen nagt. Und das nicht einmal sondern gleich sechsmal und: niemand verliert mit Absicht. 
Und das fußballerische Vermögen von Rapid ist jenes unserer Liga, denn dort wird es erlernt. Schuld an den Niederlagen sind daher unsere Trainingsumstände, die es uns nicht erlauben, ein höheres Niveau zu erreichen; schuld ist die Liga.
Und warum das so ist? In einem Konkurrenzsystem, bei dem Produkte auf einem Markt selektiert werden, muss ein Produkt besser sein als ein anderes. Aber es muss nur so gut sein, wie dieser Markt es verlangt. 
Ein Löwe läuft ein bisschen schneller als seine Beute, zum Beispiel ein Zebra; aber kein Löwe läuft so schnell wie ein Gepard, denn der muss sich auf einem anderen Markt bewähren.
Das österreichische Spitzenquartett ist im Mittel ein bisschen besser als seine Konkurrenz, aber keine Mannschaft aus diesem Quartett könnte in der spanischen Liga auf diesem Platz bestehen. 
Wenn wir uns in Europa bewähren wollen, müssen wir in unserer Liga auf höherem Niveau spielen. Dazu braucht es entweder eine andere, größere Liga oder einfach mehr Geld. Nicht mehr Geld für Rapid oder RedBull, nein, es braucht mehr Geld für alle Vereine. Mehr Öffentlichkeit, mehr Sponsorengelder, mehr Fernsehgelder, mehr Zuschauer, mehr Aufmerksamkeit der Politik. Ich plädiere für eine größere, stärkere Liga, etwa gemeinsam mit starken Vereinen der Nachbarstaaten.
Fußball ist ein Spiel mit einer sehr hohen Zufallskomponente. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für Tor, Sieg und Titel, ist  durch verschiedenste Parameter von der Liga abwärts über den Präsidenten, den Trainer, die Spieler, den Anhang, die Sponsoren, das Wetter, das Geld usw. steuerbar. Der vordergründige Beobachter interpretiert einen Misserfolg als ein Versagen der konkreten Akteure, also der Spieler. Dass das Tor von Alar und Boyd nicht getroffen wird, gilt als deren Unfähigkeit, Faulheit – „Sautrottln“ eben – obwohl wir wissen, dass es nicht am Wollen sondern an der Unberechenbarkeit der Details liegt, auch der Psyche zum Beispiel.

Solange die öffentliche Hand sich in Österreich gegenüber dem Fußball zugeknöpft zeigt, verglichen etwa mit Spanien oder auch mit Deutschland, wo Fußball ein nationales Anliegen ist, werden wir nicht weiter kommen. Zufällig einmal ja aber nicht als eine fixe Größe.

Mich ärgern diese Niederlagen auch, speziell, wenn sie nicht zwingend waren, wie die gestrige und viele andere. Aber wir sind in einem Boot, dass in einem Wasser fährt, dessen Strömungen wir nicht beeinflussen können, auch wenn wir einen neuen Kapitän bestimmen; denn unser Boot ist klein; zu klein für den Wellengang.

So, wie uns die Gruppenphase im Jahr 2005 nicht gut getan hat (auch damals wurde alles verloren und wir landeten in der Meisterschaft am 5. Platz), wiederholt sich das in diesem Jahr. Wir können nur hoffen, dass wir uns nicht einen „Zellhofer II“ einfangen, und dass wir schließlich doch wieder in die internationalen Ränge kommen, weil wenn diese Niederlagen vorbei sind, wird hoffentlich wieder Normalität einkehren.  Aber vielleicht sollte man sich Letzteres, nämlich den internationalen Platz gar nicht wünschen, weil er den Aufbau einer konkurrenzfähigen Mannschaft behindert. 

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Mattersburg-Rapid 0:3

  • „Zieht die Konsequenzen aus Eurem kollektiven Versagen, Eure Fehler sind nicht mehr zu ertragen.“ 
  • „Unverbesserliche, die dem Verein dauerhaft schaden, sind beim SK RAPID nicht länger erwünscht“ 
  • „Kuhn und Ebner raus“ 
  • „Rapid kann nicht nur von unserer Stimmung leben“ 
  • „Bewahren von Traditionen und Streben nach Fortschritt sind kein Widerspruch!“ 
  • „Jetzt oder nie; Bonzen-Netzwerk zerschlagen, Neuanfang wagen!“ 

Die wenig konstruktiven verbalen Rundumschläge der letzten Zeit und insbesondere beim Mattersburg-Spiel sind von so gar keiner Selbstkritik begleitet obwohl diese mehr als nur abgebracht wäre. Wenn ich auch den Satz „Rapid, Fans mit einer Mannschaft“ so nicht unterschreiben kann, muss man doch zugestehen, dass RAPID eben so wenig ohne Fans wie ohne Mannschaft existieren kann, es ist vielleicht wie eine Ehe. Vieles im heurigen Jahr wäre anders gelaufen wenn, ja wenn… Und kein Präsident, Manager oder Trainer ist für die konkrete Lage verantwortlich, die leiden – wie wir alle – unter einer selbst-verursachten und ans Apokalyptische erinnernde Situation. Die Lage ist depressiv und sie wird durch einige dieser Plakate weiter verschlimmert. Es kommt mir fast so vor, als wollte man durch Attacken gegen alle anderen von den eigenen Problem ablenken. „Wenn jeder vor der eigenen Türe kehrt, kann RAPID erstarken.“ (frei nach Goethe).

In Fußballspielen ist viel Psychologisches und Gruppendynamisches enthalten, das oft auch von Spielern ausgedrückt wird, dass sie nämlich selbst nicht wissen, warum es einmal läuft, das andere mal nicht.

Ich zitiere daher hier aus einer „Rede an die Deutsche Nation (Auszug)“ von Gerhart Hauptmann (ca. 1930) (gesendet am 18.11. in „gehört gewusst“)

„Es gibt Leute genug, die dem Deutschen Volke täglich vorhalten, 
wie schlimm seine Lage sei,
aber man macht eine schlimme Lage dadurch nicht besser, 
dass man den Betroffenen statt ihn zu ermutigen, täglich entmutigt…“

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Wie konnte das passieren?

2012-11-11 Rapid-Wolfsberg 0:2

Gestern präsentierte sich Rapid in einem sehr schlechten Zustand und Foren und Zeitungen sind voll von Schuldzuweisungen. Geschont werden nur die jungen Spieler, die für die vielen Ausfälle ins kalte Wasser gestoßen wurden und für die diese Niederlage nicht gerade ein ermutigender Schritt in Richtung Profifußballer ist.

Ich frage mich, ob nicht die Beteiligten einfach Opfer einer sehr ungünstigen Spielphase sind, die von uns Fans viel dramatischer empfunden wird als sie es tatsächlich ist.

Gruppenphase kontra Cup-System

Erinnern wir uns an das Jahr 1995 als Rapid in den Bewerb der Cupsieger einzog. Bis zum Finale waren 9 Spiele zu absolvieren. Heute sind es 4-6 in der Qualifikation, dann 6 in der Gruppenphase und danach noch 7 Spiele bis zu Finale, also insgesamt bis zu 19 Spiele.

Im Cup-System scheidet man auf irgendeinem Niveau aus und kehrt danach zur Tagesordnung über. Dieser Bewerb ist von Siegen begleitet und irgendwann ist halt Schluss.

1995 waren es die Stationen Petrolul Ploiesti, Sportin Lissabon, Dynamo Moskau, Feyenoord Rotterdam und Paris Saint Germain. Und in diesem Finale schied man eben aus.

2012 hat man mit allergrößtem Engagement die Gruppenphase erreicht und das Entscheidungsspiel in Wien gegen Saloniki war tatsächlich sehenswert. Wäre es jetzt im KO-System weitergegangen, hätten wir vielleicht Trondheim überwunden, doch dann wäre mit Leverkusen Schluss gewesen. So aber bekommen wir Runde für Runde vorgeführt, dass uns diese Gegner leider alle überlegen sind. Das ist nicht gut für die Moral der Mannschaft. Sie ist eine Art Prügelknabe.

Das gab’s schon einmal!

Als Rapid 2005 mit Josef Hickersberger Meister wurde, kamen wir durch das „Wunder von Moskau“, verkörpert durch den Kopfball von Josef Valachovic in die Gruppenphase. Wie diese Spiele ausgegangen sind, das wissen wir: sie wurden alle verloren. Und hier ein Auszug:

2005-09-27 0:3-Auswärtsniederlage gegen Juventus Turin
2005-10-01 0:2-Auswärtsniederlage gegen Pasching
2005-10-15 2:3-Heimniederlage gegen Red Bull
2005-10-18 0:1-Heimniederlage gegen Brügge

Also auch nicht gerade rosige Zeiten, ziemlich ähnlich wie heuer. Damals hat aber niemand das Stadion verlassen obwohl wir alle ziemlich deprimiert waren, ganz ähnlich wie heute.

Und auch in der damaligen Saison, in die man als Meister gegangen ist, hat sich der Misserfolg in der Gruppenphase sehr massiv auf die Leistung in der Liga ausgewirkt. Man wurde nur Fünfter.

Was bedeutet eine Niederlage?

Von 267 Heimspielen der letzten 12 Jahre wurden 54 (20%) verloren, 60 (22 %) waren unentschieden und 153 (57 %) wurden gewonnen. Bei Spielen, die man verliert, schaut man meist schlecht aus. Also so ein Malheur ist das nun wieder nicht. Diese Niederlagen sind natürlich nicht zwingend aber der Wert von 20% ist  ein sehr abgesicherter Wert. Rapid verliert jedes fünfte Heimspiel, jedes vierte ist Unentschieden und jedes zweite wird gewonnen.

Ist unser Trainer schlecht?

Diese Frage kann man so beantworten: zählen wir die Spieler der einzelnen Trainer zusammen und bestimmen wir die Punktezahl, die sich aus diesen Spielen ergeben hat. Zum Beispiel für die letzten zwölf Jahre. Hier das Ergebnis:

Trainer von bis Spiele Punkte pro Spiel
Schöttel P. 2011 2012 65 31 16 18 1,68
Barisic Z. 2011 2011 10 4 2 4 1,4
Pacult P. 2006 2011 210 109 48 53 1,79
Zellhofer G. 2006 2006 23 7 4 12 1,09
Hickersberger J. 2002 2005 154 70 38 46 1,61
Matthäus L. 2001 2002 32 9 9 14 1,13
Dokupil E. 2000 2001 51 25 14 12 1,75
Persidis P. 2001 2001 6 2 1 3 1,17
Weber H. 1998 2000 98 53 21 24 1,84
Dokupil E. 1994 1998 173 89 39 45 1,77

Also es wurden schon erfolgreichere Trainer „gegangen“ (Beispiel: Heribert Weber, am zweiten Tabellenplatz) und erfolglosere „befördert“ (Beispiel: Josef Hickersberger).

Publikumsreaktion

Dass man aber seitens des Publikums eine Niederlage so krass bewertet, lässt uns nichts Gutes für die Zukunft erwarten. Es spielen ja keine Roboter. Jedes Schimpfwort wird gehört und registriert. Psychologie spielt eine gewichtige Rolle, ist aber schwer zu trainieren. Wir können aber alle dazu beitragen, dass es bergab geht.

Schauen wir einmal, wie wir selbst reagieren, wenn etwas nicht läuft und dann kommt noch der Chef, um das noch mit seinem weisen Kommentar zu unterstreichen.

Besonders trifft es die jungen Spieler.

Meine Befürchtung ist, dass wir im Vergleich mit den Spielen im Jahr 2005 etwas durchaus Ähnliches erleben aber unsere Reaktion ist eine andere geworden.

Diese glücklich erreichte Gruppenphase tut uns einfach nicht gut. Wenn man wo ausscheidet, das kommt vor. Wir sind schon gegen schlechtere Gegner als die derzeitigen Gegner ausgeschieden und es war eben ein Spiel, das man verloren hat. In diesem Jahr bekommen wir aber dieses Ausscheiden gleich sechs Mal präsentiert und das rüttelt am Nervenkostüm der Spieler.

Ich plädiere für ein bisschen mehr Zurückhaltung und mehr Fairness gegenüber den eigenen Spielern. Niemand spielt absichtlich schlecht aber alle werden zunehmend verunsichert, wenn’s nicht läuft und dann auch noch das ganze Stadion pfeift. Der Grund für die Niederlagen(n) muss nicht „Edlinger“ und nicht „Schöttel“ heißen. Diese eingelernten Muster der „Suche nach dem Schuldigen“, des „Buhmanns“ sollten wir ablegen und anerkennen, dass es Situationen gibt, die wir einfach nicht beherrschen; einfach ein unglückliches Zusammentreffen mehrerer Kleinigkeiten

  • Erfolglosigkeit im internationalen Bewerb, 
  • gleichzeitiger Ausfall mehrerer Leistungsträger, 
  • junge Spieler können nicht behutsam eingebaut werden und werden ins kalte Wasser gestoßen, 
  • ein gut eingestellter motivierter Gegner und der wichtigste: 
  • „Wir sind RAPID – und wer sei ihr?“ ist ja ein netter Spruch aber allzu oft vorgetragen glauben ihn vielleicht auch die Spieler und meinen, es würde genügen, bei RAPID zu sein, um besser zu sein, statt es wöchentlich aufs Neue beweisen zu müssen; also eine Art Überheblichkeit, die wir selbst ihnen suggerieren).

Was sich daher geändert hat, ist nicht das Spielglück oder die individuellen Fähigkeiten, sondern die Geduld des Anhangs.

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