Guter Fußball braucht heutzutage Geld, viel Geld.

Geld spielt Fußball
22. Juli 2010
Warum ein Fußballspiel nicht wie das Leben ist
22. Juli 2010

Weil es Vereine gibt, die bereit sind, eben dieses Geld für gute Spieler zu bezahlen. Und das saugt die Talente hin zu den Geldquellen.

Ob diese Spieler das Geld wert sind, das ist genau so fraglich, wie der Wert einer Tulpenzwiebel im 17. Jahrhundert (damals wurden ganze Vermögen für unscheinbare Zwiebeln bezahlt und das böse Erwachen kam erst als die Blase geplatzt war).

Nächste Mitgliederversammlung Ende August. Details werden hier bekanntgegeben. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

Anders als im 17. Jahrhundert bekommt aber ein erfolgreicher Verein dieses Geld über Merchandising und Zuschauereinnahmen wieder zurück aber nur in einer Gegend, in der die Wirtschaft und die Fans bereit ist, für die gebotene Leistung so viel Geld hinzublättern. Daher sind moderne erfolgsorientierte Fußballspieler Menschen, die dem Geld nachreisen. Ein Boskovic würde im Montenegro das Geld nicht bekommen, das er in Wien bekommt und hier nicht, das er in den USA bekommt. Nur Spanier, Deutsche, Italiener und Engländer haben das Geld im eigenen Land, Spieler anderer Länder müssen reiselustig sein.

Wenn sich RAPID nicht treu bleibt und die Einkaufspolitik nicht den finanziellen Möglichkeiten anpasst, geht RAPID den Weg von FC Tirol, GAK und Sturm. Es ist für das finanzielle Überleben wichtig, dass sich der Verein bei der Auktion um Spieler nicht hochlizitieren lässt, so schmerzlich das für uns Fans ist.

Der Herr Präsident hat uns schon mehrfach die bittere Wahrheit erzählt: Um diesen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, benötigen wir 16 Millionen pro Jahr (220 Millionen nach echtem Geld, was für ein Irrsinn für 30 Spieler!). Aber so ist es eben, wenn Menschen etwas begehren, dann kostet eine Tulpenzwiebel so viel wie ein Haus.

Und von diesen 16 Millionen sind aber nur ca. 12 mit gesicherten Einnahmen ausfinanziert (in jedem Jahr). Der Rest wird wieder zum „negatives Vereinskapital“, wenn es im Laufe des Jahres nicht gelingt, Spieler zu verkaufen (nicht zu halten, wie das aus der Sicht des sportlichen Erfolg nötig erscheint) oder in die Gruppenphase zu kommen, denn drei volle Happel-Stadien helfen kräftig mit, dieses Loch zu stopfen.

Die Einnahmen der vorigen Saison hatten die Wirkung, dass der mitgeschleppte Rucksack des „negativen Vereinskapitals“ der Vorjahre für das im Juli abgeschlossenen Finanzjahr 2009/10 weg ist. Aber in der laufenden Saison beginnt das Spiel von Neuem und „leider“ gibt es bisher keine Angebote für Jelavic und Kavlak. Leider für das Budget, glücklicherweise für uns Fans. Und in der Gruppenphase sind wir noch lange nicht, wenn wir dort überhaupt hinkommen.

Ja, RAPID ist eben nicht auf der Spitze der „Nahrungspyramide“ des globalisierten Fußballs, sondern irgendwo mittendrin aber immerhin ein angesehener Ausbildungsverein mit internationalen Abnehmern, das ist schon was.

Aber, dass Spieler abgegeben werden, hat auch Vorteile (sonst könnten wir ja gar nicht überleben), denn nur, weil Hoffer und Maierhofer verkauft wurden, konnte Jelavic zur Form des Jahres auflaufen, können sich junge Spieler in der Kampfmannschaft entwickeln, die andernfalls verliehen oder ohne Gewinn für den Verein weggehen würden.

Es war daher wichtig, dass man den Forderungen des Boskovic-Managements nicht nachgegeben hat und sich immer wieder darauf besinnt, was man in Österreich mit Fußball erwirtschaften kann. Der Bogen ist mit dem Abstand zwischen 16 Millionen Ein- und 11 Millionen Ausgaben ohnehin schon sehr gespannt und das Risiko des Absturzes liegt über uns und über den Spielen der Qualifikation; mehr jedenfalls als das Interesse der RAPIDfans vermuten lässt.

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