Rapid ist Spezialist für Vorrunden-Aus

Ich weiß nicht, ob das für andere Clubs auch so ist aber RAPID ist irgendwie ein Spezialist für das Ausscheiden in den ersten Vorrunden. Und es ist nicht nur die jüngere Vergangenheit, auch in den glorreichen Zeiten gab es die eine oder andere Pleite, nur werden diese Ereignisse weniger oft zitiert und sind uns daher nicht so geläufig.

Hier eine Aufstellung in den diversen Bewerben:

Im Cup zum Beispiel gibt es 14 Titel und mit 13 fast ebenso viele Saisonen, wo man in der ersten/zweiten Runde ausgeschieden ist. 2006/07 (Vienna), 2002/03 (Bad Bleiberg), 2001/02 (Austria Slazburg), 1999/00 (ATSV Ranshofen), 1996/97 (ASK kottingbrunn), 1995/96 (Admira), 1976/77 (FC Wacker Innsbruck), 1935/36 (Wacker), 1925/26 (Brigittenauer AC), 1924/25 (Hakoah), 1923/24 (Simmering), 1921/22 (Red Star Penzing), 1920/21 (Amateure)

Championsleague: 2008/09 (Anorthosis), 1999/2000 (Galatasaray)

UEFA-Cup: 2007/08 (Anderlecht), 2004/05 (Sporting), 1999/00 (Inter Bratislava), 1998/99 (Girondins Bordeaux), 1992/93 (Dynamo Kiew), 1990/91 (Inter Mailand), 1979/80 (Diosgyör Miskolc) , 1978/79 (Hajduk Split), 1977/78 (Inter Bratislava), 1974/75 (Velez Mostar)

Europacup der Meister: 1988/89 (Galatasaray), 1957/58

Europacup der Cupsieger: 1976/77 (Atletico Madrid), 1975/76 (Galatasaray), 1969/70 (PSV Eindhoven)

Mitropa Cup: 1964/65 (Sparta Prag), 1935/36 (AS Roma), 1934/35 (FC Brünn), 1933/34 (AC Bologna), 1929/30 (Ujpest Budapest)

Messe Cup: 1963/64 (FC Valencia), 1962/63 (Roter Stern Belgrad)

Deutscher Cup: 1944/45 (WAC), 1943/44 (Kapfenberger SV), 1941/42 (Admira)

Das Ausscheiden in Vorrunden ist fast ebenso häufig wie Plätze an der Sonne. Und es sind nicht immer nur große Namen, gegen die man ausgeschieden ist.

Die einzige reale Begegnung gegen albanische Clubs ist aus dem Jahr 2000 in der UEFA-Cup-Qualifikation. Das Heimspiel gegen Teuta Durres am 8.10. wurde 2:0 gewonnen, das Auswärtsspiel mit 4:0. Die nächste Runde gegen Örgyte IS (Schweden) wurde auch noch gewonnen (H 3:0, A 0:0) aber dann gegen Osjek (Kroatioen) war Endstation (A 1:2 H 0:2).

Aber da wir ja in die Gruppenphase kommen wollen, sind das alles eher kontemplative Bemerkungen, denn irgendwie muss man sich ja auch als Zuschauer auf das Spiel vorbereiten.

Fußballbegegnungen erinnern ein bisschen an den ersten Asterix-Band als die Römer meinen, den Zaubertrank zu haben und dann ein Römer versucht, einen großen Stein aufzuheben. Da ihm das nicht gelingt, nimmt er einen immer kleineren, bis er dann endlich erfolgreich ist und zufrieden meint, der Stärkste zu sein.

Unsere Steine sind im Laufe der Jahre auch ein bisschen kleiner geworden aber unser Zaubertrank sind Kontinuität in der Mannschaft und einzigartiger Support, der für die Zukunft hoffen lässt.

Qualigegner Shkodra

Habt Ihr gewusst, dass wir schon einmal gegen die Albaner gewonnen haben obwohl wir gar nicht gespielt haben?

Es war 1971, der Text dazu „Shkodra Vllaznia verzichtet; RAPID steigt kampflos auf“. Die Spieltermine dazu dürften gewesen sein: 1971-09-15 und 1971-09-29.

Es war damals im UEFA-Cup.

Weiters haben wir dann gespielt gegen:

A Dinamo Zagreb 2:2
H Dinamo Zagreb 0:0
H Juventus Turin 0:1
A Juventus Turin 1:4 Endstation (Achtelfinale)

Damals noch ohne Qualifikation.

Die Aufstellung:

Antrich Adolf
Bjerregaard Johnny
Buzek Hans
Ey Jürgen
Fak Erich
Flögel Rudolf
Gallos Geza
Hof Norbert
Jagodic Alois
Lorenz Bernd
Scheffl Günther
Pajenk Egon
Müller Erich

Rapid in der Meisterschaft

Die Platzierung von Rapid in den abgelaufenen 97 Meisterschaftssaisonen war folgende:

33x 1. (30%) 32. Meister (1944 wurde die Meisterschaft abgebrochen, RAPID war in Führung)
23x 2. (21%)
20x 3. (18%)
9x 4. ( 8%)
8x 5. ( 7%)
3x 6. ( 3%)
15x 7+ (14%)


Top 3 also in 69% der Saisonen.

Rechte Szene bei Rapid in Kurier-Artikel dokumentiert

Seit ich das Hanappi-Stadion verfolge ich mit Interesse das Geschehen rund um Transparente, Fahnen, Sprechchöre, besonders natürlich des Block-West, denn die anderen Seiten hört man weniger. Und mit einer gewissen Beruhigung stelle ich fest, dass in den letzten Jahren die Anleihen bei der Sprache unserer wenig rühmlichen Vergangenheit auf RAPID-Seite praktisch verschwunden sind.

Dafür wird aber auf machen Transparenten gerne „88“ geschrieben, was ich aus optischen Gründen verstehen kann, weil man zum Beispiel UR-88 schreiben kann. Aber empfindlichere Gemüter können das natürlich auch anders interpretieren; und tun es auch, wie man am Kurier-Artikel sieht. Ich verstehe in diesem Punkt den Artikel; mir ist das auch nicht recht. Es ist ein Unterschied, ob jemand in der Stadt einfach Parolen skandiert oder ob er dabei ein RAPID-Trikot anhat. Aber es ist ja nicht nur RAPID betroffen.

Heute war ich im Höhnel-Park mit unserm Hundi spazieren. Und was liest man da: den wohlbekannten Spruch unserer violetten Freunde: „Rapid verrecke“, den sie auch nicht müde werden, im Stadion zu skandieren. Ich habe im Herbst, bei den beiden Derbys das Pech gehabt in der Nähe der Ost-Tribüne zu sitzen und da waren diese Sprüche so deutlich, dass ich mich an den dortigen Fanbetreuer wandte. Der hat sehr freundlich geantwortet aber da das Ganze eher ein Prozess ist, muss man geduldig sein.

Da ich selbst aus Erzählungen meiner Eltern und Großeltern vieles über diese Vergangenheit gehört habe, bin ich empfindlich geworden auf die neuerdings schon von Politikern vorgetragenen Sprüche, die eine peinliche Ähnlichkeit mit der damaligen Zeit haben. Und es ist heute ganz ähnlich wie damals: es beginnt mit Worten und wenn die Politiker die letzten Hemmungen fallen lassen, dann fehlt nicht mehr viel und es beginnt eine Menschenhatz.

Wenn jemand eine Nachhilfestunde in Zeitgeschichte braucht, gerne jederzeit, per Mail; bei den Veilchen wäre es ganz besonders vonnöten, denn die haben ja unter dem damaligen Regime besonders gelitten und umso unverständlicher ihre Anspielungen.

Zwei Mal im Jahr fahre ich in das Gasthaus Sienel (heute Fischer) in Kritzendorf und spaziere durch die versunkene kleine Welt der Vorkriegszeit. Ein entvölkertes Paradies. Das früher blühende Bad fristet ein Dornröschendasein bedingt durch die Arisierungen ab 1938. Kaum woanders ist die Tragik dieser Zeit so eingefroren wie eben dort an der Donau und daher kann ich nur mit größtem Bedauern jede absichtliche oder unabsichtliche Anleihe an diese Zeit ablehnen. Das hat mit Sport nichts zu tun.